I Montag, 3b Juli 1922 \I2. Jahrgang Der neue Marksturz zählen, toaä auf einen Krieg folgt und was I weit ausgiebiger sind als die 5U)n|umfal)tgfeit. zu leicht vergessen wird. Rußland fant in die 2lmertta leidet an Ueberprodultton und De u t s ch- Li^e uri> pjxtt bei trampfhaslen Ltnstrengangen j l a n d, der Regulator des Lanzen mit- Lloyd Georges letzte Rede. London. 29. 3ult. (Wolff.) 3n ferner gestrigen Rede vor den nonkonformistischen Geistlichen sagte Lloyd George, den Blättern zufolge, a. a. noch. 3d^ war in Paris der erste, der im Rat der Zehn Vorschlag, daß der Völkerbund einen wesentlichen Teil des Versailler Vertrages bilden solle. Der Völkerbund ist em wesentlicher Teil ber Maschinerie der Zivilisation. Der Buchstabe tötet, aber der Geist ist Leben. Wenn man nur dem Buchstaben traut, wird das Toten wieder beginnen. Wenn der Wahnsinn einmal ausgebrochen ist, ist es z,i spät. Das schlimmste was es gibt, ist Furcht. E s gibt manche Ration, d i e nichts glauben will von dem, was eine andere sagt. Sie fragt: „Was hat die andere vor? Sie will uns täuschen!" Wenn erst einmal ein Zündholz in die überall Herumliegenden Explosivstoffe fällt, dann wird cs feinen Zweck Haden, die Voller- bundssahung zu schwingen. Dann muß ein neuer Geist pulsieren. Das Explosivmaterial muß, hinter Schloß und Riegel gebracht werden und ebenso die Leute, die Zündhölzer hinein- trerfen. Eine neue • Gen-eration wächst heran, welche die Kriegsschrecken nicht durchmachte und der vom Ruhm des Krieges erzählt wird. Diese Generation wird die Entscheidung haben. Wan muß ihr gegenüber den Krieg seines Glanzes entkleiden und auf seine Abscheulichkeiten Hinweisen. Man muß dieser neuen Gchieration er- Annahme von Anzeigen für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v. 34 mm Breit« örtlich 150 Pf., auswärts 180 Pf.; für Reklame» Anzeigen von 70 mm Breite 500 Pf. Bei Platzvorschrift 20 °/0 Aufs chlag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. immer tiefer. Deutschland klammert sich verzweifelt an den verdorrten Ast seines entwerteten Geldes. Wenn dieser Ast bricht, dann bleib t nur übrig, Deutfchland der Gnade Gottes anzuempfehlen. Ich wurde gerade, wie Millionen andere, in die Zahnräder des Krieges hmeingczogen. Ich tat meine Pflicht, aber was ich vorn Kriege sah. erfüllt mich mit Schrecken. Ich gelobe mir, das. was mir an Energie verbleibt, dem Ziele zu widmen, daß der Menschheit eine Wiederkehr des Frevels und des Schmerzes, der Schrecken und der Qualen erspart bleibe. London. 31. Juli. (WTD.) „Sundah Times" zufolge gedenkt Lloyd George ungefähr am 10. August auf 3—4 Wochen in Urlaub zu gehen. Das Blatt schreibt, vorher werde er im Parlament noch eine arbeitsreiche Zeit haben. Am Montag werde die Frage der deutschen Stoffhandschuhe im Unterhaus erörtert. 3m weiteren Verlause der Woche werde die Reparationspolitik und die Frage der interalliierten Schulden erörtert. Der Premierminister dürfte voraussichtlich dabei einiges sagen, was er unter anderen Umständen zunächst Poin- care gesagt haben würde. Angesichts des Versuches. in Frankreich den Geist von Bar-le-Duc wieder zu beleben, werde die Erklärung des britischen Premierministers von grober Bedeutung sein. Paris, 31. Juli. (WTB.) Rach einer Meldung des „Petit Parisien" aus Rom hat LI ) hb George der K>nsutta eine Rote überreichen lassen, in der er der italienischen Regierung mitteilt, daß die in London geplante Konferenz nicht vor Beendigung der italienischen Ministerfrise abgehattrn werde. Grey für eine „großmütige Regelung". London, 30. Juli. (WTB.) Viscount Grey hielt gestern bei einer Kundgebung gegen den Krieg in Rewcastle eine Rede, in der er u. a. sagte, nur der Völkerbund könne in Europa gesicherte Zustände Herstellen. Die Vorbedingung für das Wiederaufleben des britischen Handels sei die Wiederherstellung Europas. Leider sei die Reparationsfrage eink Quelle, die Uneinigkeit zwischen die britische und französische Regierung bringe. Aber die eigentliche Schuld an diesen Meinungsverschiedenheiten trage die Wankelmütigkeit der britischen oder der Starrsinn der französischen Politik. Die öffentliche Meinung sei für eine großmütige Regelung. Eine Rede des Arbeiterführers Thomas. London, 30. Juli. Der Arbeiterführer Thomas erklärte gestern in einer Rede in Leyton, die Arbeitslosigkeit in England fei eine Folge der wahnsinnigen Politik, die feine Rücksicht auf die englischen Schwierigkeiten nehme. Die Lage in Deutschland sei mehr als gefährlich. Wenn die Kommunisten oder die Monarchisten ans Ruder kämen, so würde die Zivilisation und die Demokratie die Folgen tragest. Die Alllierten seien der verblendeten Politik Frankreichs gefolgt, und das habe zu dem gegenwärtigen Unheil geführt. Diese Politik müsse aufhören, nicht nur, weil sie zu einem Kriege führen würde, sondern weil es kein anderes Mittel gebe, die große Arbeitslosigkeit in England zu beseitigen. Aenßerungen des früheren Ministerpräsidenten Nitti. Berlin, 30. Juli. (Wolff.) Der ehemalige italienische Ministerpräsident R i 11 i äußert sich im „Berliner Tageblatt" über die Finanzen der europäischen Staaten. Er sagt: „Außer Großbritannien nähert sich kein Land Europas dem Budgetgleichgewicht. Alle geben zuviel aus und haben höchst ungeordnete Finanzen. Das durch den Friedensvertrag den zwecklosesten Schikanen unterworfene, gelähmte und täglich grundlos in ferner Würde beleidigte Deut schlaud leidet an einer geradezu paradoxen Finanzlage. Der Ruin der deutschen Finanzen rührt fast ausschließlich von den Maßnahmen des Versailler Vertrages her. Keine ernsthafte Person glaubt, Deutschland könne bedeutende Entschädigungen zahlen, nachdem man ihm sein Eisen zu vier Fünftel und seine Handelsflotte völlig weggenommen, sowie seine großartige Handelsorganisation im Auslande zertrümmert hat. Die Absicht der Schöpfer des Vertrages war, Deutschland niederzuwerfen, zu ersticken und zu zerstückeln. Aber auch die Finanzen der Siegerländer verschlechtern sich tagtäglich. Man jagt neuen Abenteuern und Illusionen nach Frankreich hat 800 000 Mann unter den Waffen, d. h. doppelt so viel als vor dem Kriege. Sein Heeresbudget übersteigt das jedes-anderen Landes im letzten Jahrhundert. Bisher hat das zum Teil Deutschland bezahlt durch die Kosten der Rheinbesetzung, aber es ist klar, daß auf diese Weise Deutschland nicht auch noch Entschädigungen zahlen kann. Der Haupttell der militärischen Lasten muß also von Frankreich selbst getragen werden. Tatsächlich nimmt seine Staatsschuld täglich zu. Italien hat getan, was in feinen Kräften stand, um feine Annahmen zu steigern, hat aber seine Ausgaben nicht herabgesetzt. Rur Großbritannien hat die Ausgaben eingeschräntt. Europa und Amerika besitzen eine Menge von Produkttonsmitteln, die weit ausgiebiger sind als die Konsumfähigfeft. SietzenerAnMer General-Anzeiger für Oberhesien Drnck imö Verlag: SrLhl'sche llniv.-Vuch- und Stcinbntderei R. Lange. Schriftleltinlg, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstratze 7. teleuropäifchen Handels, ist ruiniert. Die ftnanzielle Unordnung der Kontinentalstaaten Europas nimmt nicht ab, weil der Kriegsgeist anbauert Es gibt nur eine Hoffnung : Daß die angelsächsischen Länder die große Polttik des Friedens einletten und den Fri^en mit derselben Gewalttätigkeit diktieren, mit der sie einst den Sieg diktierten. Zur Vorgeschichte des Krieges. München, 30. Juli. (WTD.) Die „Süddeutschen Monatshefte" werden in kürzester Zeit den Wortlaut dreier wichttger bisher unbekannter Urkunden zur Vorgeschichte des Krieges veröffentlichen, nämlich die Protokolle der Beratungen des General st abschess der russischen und französischen Arme« aus den Jahren 1911, 1912 und 1913. Kundgebungen „Nie wieder Krieg". Berlin, 30. Juli. (WTB.) Anläßlich der achten Wiederkehr des Tages des Kriegsausbruchs veranstaltete der Aktionsausschuß „Nie wieder Krieg" gemeinsam mit 30 anderen Verbänden in über 250 deutschen Städten, so auch in Berlin, eine Friedensdemonstration. Hier hatten sich Zehntausende eingefunden. 15 Schauspieler sprachen einen Prolog, worauf von 30 Rednern Ansprachen gehalten wurden. 3n diesen wurde hervvrgehoben, daß die Ge- fehren in der ganzen Wett die gleichen feiert, da der Friede noch wicht eingekehrt fei. Die Parole der Kriegsgegner müsse für die nächsten 50 Jahre lauten: Wachsamkeit und Alarmbereitschaft. Rur der einheitliche Wille der Völler könne aus dem Sumpf der Nachkriegszeit iiz eine bessere Zukunft führen, nur ein repubttkcuri sches Deutschland, in dem der Schwerpunkt links liege, könne feinen Ausgaben gerecht werden. Bei der zur Jahreswende zu erwartenden Reicks- Präsidentenwahl werde die militaristisch- monarchistische Reaktton alles daran setzen, um zum Ziele zu gelangen. Möge jeder" Republikaner und Kriegsgegner daran denken! Unter den Anwesenden befand sich die Tochter oes juf ka Krapotkin und Mr. Wttfrid, Wellock, ein Mitt glieb der englischen Friedensfreunde. Wellock hielt eine Rede in deutscher Sprache. Aus Oesterreich, England, Frankreich. Holland und Ameritt sowie zahlreichen großen deutschen Städten sind Sympathietelegramme eingetroffen. Die Der- anftaltung nahm einen ruhigen und würdigen Verlauf. London, 29. Juli. (Reuter.) Bei der heutigen unter dem Wahlspruche ,Rie wieder Krieg!" im Hybe-Prrk verunstalteten Kundgebung sprachen fünfzig Redner, darunter eine Anzahl Kommunisten. Die Versammlung Li. waren ziemlich schwach besucht und das Interesse der Teilnehmer gering. Es wurde eine Entschließung angenommen, in der das Zusammen- wirten mit gleichartigen Bewegungen in Europa und Amerika befürwortet wird, um die Ursachen des Krieges zu beseitigen und die internationale Solidarität zu entwickeln. Von Kritiken ber Demonstrationen im Reich für den Frieden anläßlich der 8. Wiederkehr des Tages des Ausbruchs des Weltkrieges feien folgende vermerkt: In der „Deutschen All gern. Z tg." 325 schreibt W innig: Sollten internationale Demonstrationen die Krisis losen helfen, so mühten sie anstatt der Parole „Nir wieder Krieg" die Losung ausgeben: „Proletarier aller Länder bereinigt euch gegen das Versailler Diktat". In der „Magdeburger Ztg." toiri gesagt: Man werde wieder gegen das alte Regime und die fortlebende Reattion wettern, aber, höchstens in einem Relativsatze den Massen von den Rüstungen der Ententestaaten und von dem Versailler Unrecht erzählen: in der Lage des deuffchen "^Volkes, einem waffenlosen, drei» viertel zu Tode geschundenen, sollte mar schweigen ober der Wett die Wunder weisen, die der Feind schlug, und diesen vor Gott und den Menschen des tausendfachen Unrechts an- klagen, das er ihm Tag für Tag zufüge. Im .„Deutschen" schreibt Brocker: totr erkennen das Gegensatzverhältnis ber Wirtschaftsgruppen und der Rationen als eine entwicklungsmähig und raturnotwendig gegebene Tatsache an, aber wir wollen diesen Kamps menschlich führen: deshalb wollen wir ein starkes Gewerkschaftswesen der Arbeitnehmerschaft, die Trägerin des Vertrags- Verhältnisses zwischen den Klassen, eine stark Wehrmacht des Volkes, die Trägerin des Der- tragsverhättnisses zwischen den Rationen sein soll Im „Vorwärts" wird gesagt: nur die Beherrschung der französischen Politik durch den De- danken eines auf Freiheit und Gleichberechtigung beruhenden Friedens könne die Friedensbewegung in Deutschland zur unüberwindlichen Macht machen. Vor einem Rücktritt Dubois? Berlin, 29. Juli. Ein Berliner Blatt läß. sich von seinem Pariser Korrespondenten über eine Kriese in ber Reparationskommission folgendes melden: In den Kreisen der Reparattons- kommission und auch in den Kreisen der fron« zosischen Regierung rechnet man mit einem baldigen Rücktritt des Vorsitzenden der Reparationskommission Dubois. Dubois hat sich auf Anweisung des Ministerpräsidenten Poincare in der Frage des Deutschland zu gewährenden Moratoriums so festgelegt, daß es ihm nicht mehr möglich ist. seine Stellung zu ändern, entsprechend dem Meinungsunischwung, der jetzt beim Ministerpräsidenten Poincarö sich vollzogen hat. Cs besteht ein offen er Konflikt zwischen Dubois und dem franzv- fischen Ministerpräsidenten» so bah man die vr. \II Erscheint täglich, außt* Sonn» und Feiertags, mit berSamstagsbeilage: EiehenerFamilienblätter No«a!licheSezllgLpreife: Mk. 22.50 und Mk. 2.50 Träg erlohn,durch diePoft MK.25.—, auch bei Nichterscheinen einzelner Num»' mern infolge höherer Gewalt. — Fcrnsprech- «nschlLsse: für die Schrift» leitung 112; für Verlag »nd Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt a. N. 11684». Als der Dollar auf über 300 Mk. stieg, glau- len die Opttnttsten, daß die äußerste Grenze deS DalutasturzeS erreicht fei; als er dann auf 400 anwuchs, wähnten sie dasselbe, aber — «S kommt immer anders. Er ging aus 500, und ist jetzt auf über 600 in Die Höhe geschnellt, mit vielleicht weiteren, unbegrenzten Möglichkeiten! Nach den gründen braucht man nicht lange zu suchen. Die chronische, inner- politische Krisis, die nur den Namen wechselt, ist dabei nicht einmal ausschlaggebend, sondern die H a u p t u r s a ch e liegt auf außenpolitischem, und zwar auf finanzpolitischem .Gebiet. Die ReparativnSaussaugung ist der Urgrund des Uebels. Wenn die Meldungen aus London und Paris die Inangriffnahme der Verhandlungen über Moratorium und Anleihe in nähere Aussicht zu stellen schienen, konnte man eine, wenn auch mäßige, Festigung der Mark verzeichnen. Aber die Barriere hielt nicht lange; denn immer zerschlugen sich die Verhandlungsmöglichkeiten, wurden die Konferenzen, wie jetzt die Londoner, hinausgeschoben und streckte Poincare den neuerdings von London ausgehenden Verständigungsversuchen „die kalte TeufelS- fauft“ entgegen. Die Folge davon war jeweils, wie jetzt wieder in ganz besonders starkem Maße, daß das Ausland seine Markbestände auf den «Markt warf, während die deutsche Industrie in Sorge vor weiterem Hinaus- schnellen der Devisen sich um jeden Preis einzudecken suchte, wozu noch die Notwendigkeit für die Reichsbank trat und tritt, für die erzwungenen Reparationszahlungen — die nächste am 15. August! — Vorkehrungen zu treffen. Wenn jetzt die ftemden Devisen mit einem Extraruck in die Höhe schnellten, so daß der Dollar über 600 Mk. stieg, so liegt der 'Hauptgrund hierfür in der schroffen, ftanzösischen Ablehnung des deutschen Gesuches um Herabsetzung der Dar- ^ahlungenausdemAusgleichSver- fahren und den Urteilen der gemischten Schiedsgerichte. Es handelt sich hier um Beträge, die neben den Reparationen eine sehr bedeutsame Rolle spielen. Die Mei Millionen Pfund monatlicher Pauschalzahlungen stellen nach dem derzeittgen Markkus einen Betrag von über 5 Milliarden Papiergeld dar, die sich zu den 50 Millionen Gvldmark monatlicher Reparattonszahlungen (mehr als 7,5 Milliarden Papiermark) gesellen, was zusammen rund 13 Milliarden Papiermark ausmacht, eine Summe, die mit jedem Sinken der Papiermark automatisch steigt. Die deutsche Forderung, daß über die Lrmähigung der Ausgleichszahlungen zusammen mtt dem Reparattvnsstundungsgesuch verhandelt werde, entspricht dem Art. 248 des Versailler Vertrags, demzufolge der gesamte Besitz und alle Emnahmeguellen des deutschen Reiches und der deutschen Staaten an erster Stelle für die Zahlungen der Wiedergutmachung und erst an zweiter für die anderen, sich aus dem Versailler Vertrag ergebenden Lasten haften, umsomehr da die Londoner Vereinbarung vom 10. Juni 1921, aus der sich die Verpflichtungen im Ausgleichverfahren ergeben, nur eine Ergänzung zum Art. 296 des Versailler Vertrags dar- stellt. Wenn die ftanzösische Regierung die Aufhebung des Reichsausgleichsgesetzes und die Benachteiligung der deutschen Staatsangehörigen zugunsten der privaten Entente- gläubiger fordert, so stellt das nicht nur einen unzulässigen Eingriff in die deutsche Gesetzgebung, nicht nur einen Verstoß wider die guten Sitten, sondern auch einen Verstoß gegen den Versailler Vertrag dar, der dem deutschen Reiche die Pflicht zur Entschädigung seiner Staatsangehörigen wegen der Liquidation deutschen Eigentums in den Ententeländern auferlegt. Die belgische Regierung hat sich bann auch im Gegensatz zu der französischen auf den Standpunkt geftellt, daß über die Ausgleichs- und ReparattonSftage gemeinsam verhandelt werden müsse, und den gleichen Standpunkt bertrttt man in London. Es ist dies ein neuer Beitrag zu den Unstimmigkeiten zwischen London und Paris, die auch zu der Verschiebung der Konferenz zwischen Pvincare und Lloyd George gefichrt Haden. Wenn Frankreich jetzt wieder einmal mit einer Sonderaktton, mit neuen Sanktionen droht, so sollte der katastrophale Marksturz, schon weil er den Kurs des Frank ganz erheblich beeinflußt, die Pariser Machthaber darüber belehren, daß sie ein gefährliches Spüü mit dem Feuer treiben, beim der Brand, der in Deutschland ausbricht, muß auf Frankreich übergreifen. Jedenfalls ist die Pariser Drohnote ein sehr bedenklicher Auftakt zu Leu Londoner Verhandlungen und zu der für den September in Aussicht gestellten zweiten Auflage der Bankierkvnferenz. Wenn man an der Seine nicht noch im letzten Augenblick zur Einsicht kommt, dann muh die deutsche Mark den Leidensweg der österreichischen Krone oder gar des Sowjetrubels gehen, und zum Markschwund wird sich der Reparativnsschwund gesellen. * Berliner Pressestimmen. Berlin, 30. Juli. Zu der französischen Rote.,die die von Deuffchland erbetene Herabsetzung "der monatttchen Ausgleichszahlungen ablehnt. bemerft ber „Lokalanzeiger"" u. a: „Wir Haden nicht mehr bie Wahl. Das Enbe mit Schrecken ist bereits Un Greifnähe gerückt. Die Erfüllungspolitik ist, wie ber Demokratenführer Gothern schon vor fast einem halben Jahre schrieb, längst 'Katastrophenpolitik geworben. Die „D o s s i s ch e Zeitung" sagt, die deutsche Regierung tonne die französische Forderung unter keinen Umständen annehmen, wett die Poli- ttt der Erfüllung, woran sic festhalte, sich sonst in eine Politik der Selbstzerstörung verwandeln würde, wozu kein dettsches Kabinett, welcher Richtung es auch immer angehvren möge, seine Hand bieten konnte. In dem Handelstette desselben Blattes wird ausgeführt, ber Pessimismus des Auslandes, ber in ber fortschreitenden Entwertung der deutschen Valuta zum Ausdruck komme, müsse auf die Unvernunft und Unnachgiebigkeit der Ententepolitik zurückgeführt werden. Die „Deutsche 2111g. Zeitung" bezeichnet den Schrttt Frankreichs als eine sinnlose Willkür und einen Hohn auf alles, was sich in der letzten Zeit in der Presse der Entente- länbcr an wachsender Einsicht in die Wirtschafts- und Finanzlage Deutschlands sowie das Repara- tionsproblem bar getan habe. In der .Berliner Börsenzeitung" heißt es unter Hinweis banauf, daß die Vereinigten Staaten im russischen Hungergebiet 13 Millionen Menschen ernährt und schon 5 Millionen Kinder dem Hunger tobe entriffen haben, es läge in der Hand Amerikas., den Zeitpunkt zu verhüten, an dem auch Deutschland so weit komme, daß amerikanische Httfe in dieser Form eingveifen mühte. Es dürfe habet nicht mehr lange zögern. Die „Germania" äußert sich: »Man darf nicht vergessen, daß jede Verschlechterung der deutschen OIlarE eine Herabdrückung der deutschen Lebenshaltung bedeutet. Es gibt aber auch hier eine Grenze, wo die Hungersnot die Menschen zum Wahnsinn treibt. Es kann niemand von uns verlangen, daß wir Selbstmord verüben. Es kann sich leicht eine Situation entwickeln, in der die Regierung erklären muh, daß sie trotz aller Bemühungen nicht mehr imstande sei, irgendwelchen Reparationsverpflichtungen für die nächste Zeit nachzukommen. Der „Vorwärts" verlangt, daß man. auch durch Zentralisation der Devisen den Markkurs nicht dauernd stützen könne, bemüht sein mühte, Markbeträge, die Anlage in Goldwerten suchen, zu fesseln, indem man eine Goldanleihe aufnimmt. Ueber den Inhalt der geplanten deutschen Antwort auf die französische Rote läßt sich im gegenwärtigen Zeitpunkt Genaues noch nicht sagen. Der „Lokalanzeiger" glaubt indes feststellen zu können, daß in ber gestrigen Ches- befbredjung in ber Reichskanzlei die Lage als außerordentlich ernst bezeichnet wurde. In den Kreisen des Ressortchefs sehe man noch keine Möglichkeit, der ultimativen Forderung der Rote irgendwie zu entsprechen. Das Reichskabinett werde vermutlich antworten müssen, bah die Reichsregierung gänzlich außerstande sei, die erforderlichen Mittel zur Begleichung der bisherigen Monatsraten aufzubringen. dem R teÄ des Tales, bedeutender Linien- An all das mag man denken, wenn man sich Der dem und in die Ausstellung vertieft — vertieft, denn sie verschlieft oberflächlichem Betrachten bewußt ihre Reize. Sie zeigt llbbelohde in erster Linie als Maler und faßt damit die großartigste Seite seines Künstlertums, die weiteren Kreisen bisher fast unbekannt war. Aus dem Reiche. Die Lage der Kühlenwirtschaft. Berlin, 29. Juli. (WTD.- eichskvhlenrat trat heute unter Griechenland will wieder angreifen. Paris, 29. Juli. (WTB.) Aach Vorsitz des Bergrats Kleine zusammen nahm zunächst den Bericht über die Lage Beamlenbesoldung. Don einem Beamten erhallen wir folgende Zuschrift, deren Kenntnis der hessischen Regierung vielleicht Gelegenheit gibt, in der Ausführung der Besoldungsgesetze einmal nach dem Rechten zu sehen: 3n Ihrem geschätzten Blatte erscheinen von Zeit zu Zeit Artikel, die sich mit der Regelung der Beamtengehalter befassen. Die fett gedruckte Ueberschrift tautet Wohl immer: „Weitere ®r- höhung der Beamtengehälter." Ich lese diese lleberschrift mit Entsetzen, denn erstens bedeutet die weitere Erhöhung der Bezüge ein weiteres Sinken der Mark und weitere Teuerung und dann denke ich an die vielen Menschen, die nur die Äeberschrift des Artikels lese» und dabei ihren Gedanken in verschiedener Weise beredten Ausdruck geben. Aus diesem Grunde gestatte ich mir darauf hinzuweisen, daß in Wirklichkeit die finanzielle Lage eines Telles der Beamtenschaft trostlos ist: Die Zahlen stehen wohl auf dem Papier und es heißt immer, die Auszahlung der neuen Bezüge solle schnellstens geregelt werden; mir ist j«Doch ein Fall bekannt, daß ein höherer Beamter in Gießen noch heute das gleiche Gehalt ausbezahlt bekam, wie im April d. 38.1 Die Aachzahlung, die jener Beamte zu erwarten hat, geht in die Tausende, wobei es sich nur um die Monate Mai, Juni und Juli handelt' Dazu kommt aber noch, daß nicht allein diese Zahlungen ausstehen, seine heutigen Geldfvrderungen an den hessischen Staat gehen zurück bis zum Jahre 1921! (Gesetz vom 14. Oktober 1921, Besoldung der Staatsbeamten.) Ich will den Fall nicht verallgemeinern, ob* gleich ich davon überzeugt bin, daß es eine Am zahl Beamte gibt, die in der gleichen üblen Lag« sind, und was dieser Zustand bei dec fortschreitenden Geldentwertung für diese bedeutet, brauche ich nicht zu erläutern! Dergl. Lebensmillelpreise vom Monat April und Juli! Ich mache niemanden wegen dieser Hebei- stände einen Borwurf, vielleicht aber tragen diese Zellen dazu bei, daß von maßgebender Stelle versucht wird, hier Abhllfe zu schaffen. »N? 9 - Ä^e . EL" Aus dem besetzten Gebiet. ZeitungSderbote der RheiAlaudkommifs'rou. Elberfeld, 29. Juli. Die Interalliierte Rheinlandkommission hat die hier erscheinende „Bergisch-Märkische Zei» tung" vom 1. August 1922 auf die Dauer von einem Monat verboten, well angeblich ein Artikel „Streiflichter" in dieser Zeitung die Würde der BesatzungstruppÄr verletze. Koblenz, 29. Juli. Die Interalliierte Rheinlandkommission hat die in Gummersbach erscheinende „Gummersbacher Zeitung" vom 1. August ab auf die Dauer von drei Monaten verboten, well ein Artikel besonders geeignet sei, die Sicherheit der Be- satzungstruppen zu verletzen. fcywarz-wety-rote Flagge geylyr yavL Auch habe er nicht verhindert, daß zu der Jahrhundertfeier der ehemalige Großherzog ein* geladen worden sei. — Unparteiisch ist hierzu zu bemerken: Kreisdirektor Stammler hatte auf die Einladung des Großherzogs keinen Einfluß. konnte sie daher auch nicht verhindern. Die Flaggenhissung geschah von seiner Privatwoh- nung im Kreisamtsgebäude aus. Auf dem Dache des Hauses wehte die h e s s i s ch e Flagge. In der Stadt war fast durchweg schwarz-weiß-rot geflaggt.' Aus Hessen. Die Regierung gegen den Alsfelder Kreisdirektor Dr. Stammler. In der Samstag-Ausgabe des „AmtsverLün- digungsblattes für den Kreis Alsfeld" finden wir folgende Veröffentlichung: Bekanntmachung betreffend den Dienst bei dem Kreisamt Alsfeld. Durch Berfügung des Ministeriums des Innern vom 25. Juli 1922 zu Ar. M. d. I. 21444 wurde dem Kreisdirektor des Kreises Alsfeld Dr. Stammler bis auf weiteres Urlaub erteilt und Regierungsrat Hemmerde zu Gießen mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen des Kreisdirektors bei dem Kreisamt Alsfeld beauftragt. Wir bringen dies mit dem Anfügen zur Kenntnis, daß der Unterzeichnete die Dienst- geschäfte mit dem heutigen Tag übernommen hat. Alsfeld, den 28. Juli 1922 . Kreisamt Alsfeld. I. D.: H e m m e r d e. Hierzu wird uns aus Alsfeld geschrieben: »Dem Kreisdirektor Dr. Stammler ist von der Regierung eröffnet worden, daß er vorläufig seines Amtes enthoben sei, da er nicht mehr das Vertrauen der Regierung habe. Objektiv läge nichts gegen ihn vor, was zu Beanstandungen führe, auch in der Dien st führung sei nichts zu tadeln. Dagegen wurde betont, man habe mit Mißfallen konstatiert, daß er beim Stadt jubiläum die Lenins Krankheit. London, 29. Juli. (WTD.) Reuter meldet aus Helsingfors: Aus sehr zuverlässiger Quelle ist über Lenins Gesundheitszustand folgende Information eingegangen: Arterivsllerose uph Ueberarbeitung haben verursacht, daß Lenin einen Schlaganfall erlitt. Deutsche Aerzte wurden herbeigerufen und durch elektrische Massage wurde die Sprachfähigkeit Lenins wieder hergestellt; er war bald darauf wieder imstande, sein Krankenlager zu verlassen. Sechs Wochen darauf erfolgte ein zweiter Schlaganfall, verbunden mit dem Verlust der Sprache und Lähmung der Glieder, ßenind Gesundheitszustand ist dauernd sehr ernst, obwohl seine Sprachfähigkeit langsam toieber zurückgekehrt. Er ist aber nicht imstande, zu gehen. Gin dritter Schlaganfall dürfte sehr verhängnisvoll werden. Der zwelle Schlaganfall hat bewiesen, daß sein Herz schwach ist. Den Aerzten zufolge wird Lenin nicht imstande sein, seine Arbeiten wieder aufzunehmen. da die geistige Anstrengung einen neuen Bluterguß im Gehirn Hervorrufen würde, der unbedingt den Tod zur Folge hätte. Infolge seines kritischen Zustandes ist Lenin nicht transportfähig. Es war zuerst beabsichtigt, daß er im Kaukasus eine Kur durchmachen sollte, die kommunistische Partei aber wünschte, daß er sich nach einem deutschen Bade begeben solle. Lenin befindet sich gegenwärtig auf dem Lande in dec Rähe von Moskau. oerKvylenwirtschaft entgegen, Der von Berghauptmann Bonnhold, dem Geschäftsführer des ReichskohlenratS, gegeben wurde. Im Anschluß an sein Referat empfahl der Berichterstatter die Annahme einer Entschließung des Reichskohlenverbandes, wonach der Reichskohlenrat und der Reichskohlenverband das von der ReparatronSkvmmission für die Monate August bis Oktober festgestellte Lieserprvgramm an Reparation Skohle für unvereinbar mit der deutschen Kvh- lenlage halten, namentlich infolge deS Rückganges der deutschen Steinkvhlenförderung infolge des Verlustes Oberschlesiens. Ferner wird in der Entschließung auf die Kohlennot in Deutschland und den Aeberfluß im Ausland sowie auf die widersinnigen Transporte von deutscher Kohle ins Arland und englischer Koh'le nach Deutschland hingrwiesen. Zum Schluß wird die Erwartung ausgesprochen, daß die Regierung dieses Programm ablehnt. Der Redner schlug vor, diese Entschließung durch eine Kommission von fünf bis sechs Mitgliedern möglichst heute iroch dem Reichskanzler zu überreichen. Die Entschließung des Reichskvhlenverbandes wurde einstimmig angenommen. In die Abordnung, welche die Entschließung dem Reichskanzler unterbreiten soll, wurden gewählt: Der Vorsitzende Bergrat Kleine, Prof. Marx sowie die Herren Felsen, Löffler und Rieper. Die Ausprägung von Grsatzznünzen. Berlin, 29. Juli. (WTB.) Der Reichstag beschloß durch Gesetz vom 26. Mai die Ausprägung von Ersatzmünzen im Nennbeträge von 1, 2, 3, 4 und 5 Mark. Lieber die Gestalt der Münzen und ihre Metallzusammensetzung hat nach § 1 des Gesetzes der Reichsrat zu befinden. Dementsprechend wurde in der heutigen Vollsitzung des R e i ch S r a - tes der Beschluß gefaßt, zunächst 1-, 3- und 5-Markstücke auszuprägen. Die Münzen bestehen aus Aluminium mit etwa 1 Prozent Kupferzusatz. Die Fünfmarkstücke erhalten außerdem einen am Rande sichtbaren, dünnen Kupferkern. Die Schriftseite trägt bei allen drei Münzsvrten innerhalb des aus flachen Stäbchen mit einem Perlenkreis bestehenden, erhabenen Randes in lateinischen Buchstaben die Inschrift „Deutsches Reich". Die Schauselle zeigt einen fliegenden Reichsadler (Entwurf von Professor Wackerle, München) mit geschlossenem Gefieder und nach rechts gewendetem Kopfe. Die Ausgabe der ersten Münzen ist für den 11. August vorgesehen. Zur Erinnerung an die hiermit zeitlich zusammenfallende dritte Wiederkehr des Verfassungstages werden die ersten zur Ausgabe gelangenden D r e i m a r k ft ü ck e auf der Schauseite einen Hinweis auf den Gedenktag erhalten. zug der Berge unh Hügel, an Weg und Wasser hier und dort der starke Akzent der Pappeln, über dem breiten Tal viel Himmel mit oft starken Luft- und Wolkenstimmungen und kreisenden Habichten. Ärtifaixg DuövlS als unvermeidlich anfttijt Dazu kommt ein Konflllt DuboiS und dem engllschen Mitglied der Reparationskommission Brad- du l h. Dubois hat früher stets verlangt, daß die Mitglieder der Aeparationskommission keine Weisungen ihrer Regierungen ent- geaennehmen, sondern nach eigenem Er- messen ihre Entscheidungen treffen. Rachdem nunmehr festgestellt, daß Dubois selbst vom französ. Ministerpräsidenten Weisungen entgegengenom- men hat, ist ein längeres Zusammenarbeiten zwischen Bradburh und Drbois nicht mehr möglich, ft> daß auch aus diesem Gründe der Rücktritt Dubois unvermeidlich erscheint. Gin englischer General gegen den '„Frieden der Rache". London, 30. Juli. (WB.) General Sir 3pfrn Hamilton hielt gestern bei der Enthüllung 'eines Kriegerdenkmals in Dcune eine Siebe, in der er sagte, der große Krieg habe Rassenhaß, Mord und Bankerott im größten Teil tur Folge gehabt, well man statt eines edelmütigen Friedens einen Frieden der Rache gemacht habe. Die Sache des Friedens fei jedoch trotz des Versailler Vertrages nicht veiloren, wenn man sich vor Augen halte, was die Männer^ denen das Denkmal gewidmet sei gewollt hätten, unb die Tat derer, die diese Absicht durchkreuzt fcätten. Dort wuchs seine Kunst empor zum ragenden Bchim. der seine Wurzeln tief und zähe in den mütterlichen Boden senkt und aus ihm das Beste seiner Kraft zieht. Aber seine Krone rauscht im Wind, der aus den Wellen kommt und -in die Weiten geht. Das wlll sagen: Seine Kunst ist „Heimatkunst", (man vergesse in diesem Zusammenhang die leider nicht wenigen eitlen äln- zulänglichen, die unter diesem Schlagwort unser Volk belästigen), im best en Sinne, die sich bewußt und sicher auf Motive hessischer Landschaft und Volkstums beschränkt. Aber die Art, wie diese Motive gefaßt werden zu allgemeinen Gesichten und Stimmungen, hebt seine Werke weit hinaus und hinauf über den engen Bezirk eines Stammes und einer Landschaft. Er steht über dem Schlagwort in jeder Beziehung. Er ist kein Impressionist und kein Expressionist. Gr ist beides und mehr. Er ist Erbe künstlerischer Gesinnung aus den besten Zeiten deutscher Vergangenheit, Träger deutschen Erlebens und nordischen Ausdruckwillens. Dabei steht er helläugig in seiner Zeit. Aeberall begegnet man in seinem Werk Auseinandersetzungen mit den künstlerischen Fragen des Tages. Als Maler hat er eine Kultur der Farbigkell wie die besten Impressionisten. Er weiß aber auch um die Wirkung der Farbe an sich Als Graphller verfügt er über unerschöpfliche Beweglichkeit des Striches und unerhörte Spannkraft der Linie. Sein Rame darf und muh neben den Rainen besten Klanges aus Vergangenheit und Gegenwart genannt werden. Die Auseinandersetzung mit Bayern. München, 29. Juli. (Wolff.) Die Korrespondenz der Datzcrischen Volkspartei schreibt zu dem Briefe desReichspräsiden- (en an den bayerischen Ministerpräsidenten: Es muß anerfannt werden, daß der Reichspräsident, t 5« dessen kühler Lieberlegung und Besonnenheit man auch in Bayern Vertrauen hat, dem Ernst Fter Lage insoweit entsprochen hat, als er nicht, wie gewisse Heißsporne in Berlin es gern ge- ’ sehen hätten, übereilte Schritte unternimmt, sondern, wie mit diesem Briefe geschehen ist, den Weg der Verbandlungen zwischen der bayerischen Regierung und der Reichsregierung eröffnet Das ist die einzige Möglichkeit, eine Verständigung »u erzielen. Zustimmen kann man dem Reichspräsidenten nicht, wenn er die Auffassung als irrig bezeichnet, daß das Schutzgesetz den staatlichen Charakter der einzelnen Länder beeinträch- tige. Die Bestimmungen über den Staatsgerichtshof sind unleugbar ein tiefer Eingriff in die Polizei- und Iustizhvheit der Länder. Wenn ber Reichspräsident wie er es in seinem Briefe tat, in der Wahrung des staatlichen Charakters der Länder die Stärke des Reiches erblickt, so muh er seine Hand zu einer Lösung bieten, welche die durch das Gesetz zum Schutze der Republik und das Reichs-Kriminalpolfteigesetz angegriffene Justiz- und Polizeihoheit der Länder wieder herstellt und darüber hinaus rechtliche Garantien schafft, daß ohne Zustimmung eines Landes zukünftig keine landeshoheitlichen De- cochtsame mehr angegriffen werden können. Breitscheid in Paris. Paris. 30. Juli. (Wolff.) Bei der Gedächtnisfeier für Iaurös führte Abg. Brellscheid auS: Die große Rolle Frankreichs in der Well müsse eine demokratische fein. So wollte es Iaures. Die ftanzösische Demokratie gebrauche Franzosen, die zwar Franzosen von ganzem Herzen seien, doch Deutschland verständen. Rachdem Breitscheid von den Gefahren der deutschen Gegner der Republik gesprochen, sagte er, diese Gefahr werde um so gröber, je weniger man im Ausland einsehen wolle, daß die Alldeutschen ebensowenig Deutschland seien, wie Leon Daudet Frankreich. Dir Gefahr höre aif tu bestehen, wenn das andere Deutschland unterstützt würde, Iaurös erkannte, daß der beste Verbündete des deutschen Rationalismus der fran» «Rationalismus sei. Der deutschen Repu- trfe das Leben nicht schwer gemacht werden. Die Leistungsfähigkeit Deutschlands werde um so großer sein, je mehr es ermutigt werde. ES sei nicht schwer zu verstehen, daß dieses Voll sich nicht ermutigt fühle, wenn es den Eindruck habe, daß es sich nicht wieder erheben dürfe, daß man sein Land zerreißen wolle, sei'S am Rhein, sei's in Bayern — obwohl er nicht direkt behaupte» wolle, daß. die ftanzösische Regierung derartige Absichten habe. Breitscheid sprach auch von der Notwendigkeit des Wiederaufbaus der ehemaligen Kampfzone. Wer, tote' er, die verwüsteten Gebiete gesehen habe, kenne ihre Wunden, aber er wünsche auch, alle französischen A^eordneten könnten das Elend der deutschen Arbeiter und die Verhältnisse kennen lernen, unter Lenen die deutschen Äfcer a^fwachsen. S1 Ä W®' ** < Ä «fe Sfrff * .. Eine •tsä rar» ftfi oder sct für * E -MW j®1 Zimmer 1 Mabe einer Handwerker.4 Errichtung emei Dach Ab lau v gen sowie W kennen lassen, Zvangsinmmg bleiben unberüc "Sinnen M 11. August in öffnet werben. Se Anke Hergerichte soll eitM 1000 Ai &ie übrigen Daum fr Zukunft ander« ein großer Teil firma gemietet tot spd. Das D sreiheit. Aus frrta. Landen M, Kunst und Mung von Schr mjs- und landet fleßung von Litt« vittelsreihe Mges MnLerbc Men Schulen ■ Misterium gean HL Tesch nicht Lerwttoendiaen: itr Eltern, oder 6a sie „Schuld« hfimtcöger1' seiet dej seiner äußerst > Aeihllse zur oittelsreihe! r ^ibrMcht^iele, Äck Pastoa WvichM, Sa KW Mstemnöi ksntM .." 2us den sei nchnalz abend ; WM? der Lust .crouenlenne r-WMchM TnlSf' Krank' Ä! liimi « Ä« mit t-är fegs SS s» te» ftwfamew i A.wtwer m dXkS} %ot e . in ss ft Vs L-L? 'N an ei „Temps" hat die griechische Regierung vorgestern Frankreich England und Italien eine No t e zum griechisch-türkischen Konflikt überreichen lassen. Das Blatt bezeichnet folgende Stelle der Rote als wesenllich: Die griechische Regierung sieht sich genötigt, die Maßnahmen au ergreifen, die zur Beendigung des Konfliktes am besten geeignet sind. Griechenland wird jedoch immer bereit sein, gemeinsam mit den Verbündeten jeden Friedens- Vorschlag zu prüfen, der aber nur dann verwirklicht werden kann, wenn die Türkei die gemeinsamen Beschlüsse der Siegerstaaten vollführt, ohne ausweichen zu können. Der „Temps" schreibt hierzu, wenn Griechenland gegen die Türkei Gewalt anwenden wolle, sei das nur an drei Stellen möglich: einmal an der lleinasiatischen Front, bann in der Gegend von Konstantinopel und endlich in Konstantnwpel selbst. Es handle sich nur noch darum, an welcher Stelle der griechische Generalstab loszuschlagen beabsichtige. Es lägen zahlreiche Anzeichen dafür vor, daß er Konstantinopel besetzen wolle. Sobald dieser Plan bekannt geworden sei, sei er Frankreich und Italien als nicht angängig erschienen. Die ftanzösische Regierung habe ihre Auffassung in London zum Ausdruck gebracht. Sie fei der Ansicht, daß keinerlei Angriffe auf Konstantinopel geduldet werden mühten und daß ihnen, wenn nötig, mit Gewalt Widerstand zu leisten sei. Der „Temps" glaubt, dah die italienische Regierung genau derselben Ansicht ist. Sie habe wie Frankreich und England Truppen in Konstantinopel und stehe auf dem Standpunkt, dah für jeden Angreifer Gewalt angewendet werden mühte. Die französische Regierung habe ihre Ansicht auch in Athen mitgeteilt. Smyrna, 31. Juli. (Havas.) Der griechische Oberkommissar Sterkiades hat heute die Autonomie von Smyrna proklamiert. Gr schickte der Entscheidung der Regierung ein Vorwort voraus, in dem er zur Einigkeit aufforderte und die verschiedenen Rassen ersuchte, die Vergangenheit zu vergessen und auf jeden religiösen oder ethnischen Fanatismus zu verzichten. Die Proklamation ist vom König Konstantin unterzeichnet. Paris, 30. Juli. Rach einer Havasmel- düng aus Konstantinopel dauern die griechischen Landungen in Rodosto an. Die gelandeten Streitkräfte werden aus 25 000 Mann geschätzt. Eine griechische Patrouille, die in die neutrale Zone eingedrungen sei, fei nach kurzem Gefecht von türkischer Gendarmerie zurückgewwie- fen worden. Athen. 29. Juli. (WTD.) Der britische Geschäftsträger hat bei der griechischen Regierung Vorstellungen gegen, den Plan eines Vorgehens gegen Konstantinopel erhoben. Oderhesfischer Kunstverein. ULbelohde-GedLchtnisvAuSstellung. ® teben, 29. Juli 1922. 3m ersten Band seines Heimat-Jahrbuches -Hessenkunst" schrieb Christian Rauch, der verdiente Wegbereiter der Kunst Otto älbbelohdes, tn wohl der ersten zuscuwnenfassenden Würdigung dieses Künstlers: „Äbbelohde hat noch viel zu geben, denn er beherzigt, was alle Grohen dem Strebenden raten: Werde Du!" Daß dieser Satz, der 1906 geschrieben wurde, vollauf berech- tigt war, ist ein stolzer Trost, der den lauten Schmerz um des Meisters Hingang übertönen darf: Aus einem Guß steht der Mann und das Werk, immer ist älbbelvhde er selbst, bewußt ohne äleberHebung, stark, aber elastisch, eigenwillig, aber voll Ehrfurcht vor dem Gewordenen, gütig, aber ohne Sentimentalität, ein treuer Arbeiter im Kleinsten und Größten. Rur ganz selten — viel zu selten — schwingt so starke Harmonie in den Räumen unseres Kunstvereins wie jetzt, wo sein Werk, vielleicht zum letzten Mal in geschlossener Fülle vereinigt, als würdigstes Denkmal zu uns redet. Otto älbbelohde ist 1867 in Marburg geboren. Rach Lehr- und Wanderjahren, als bereu bedeutsamste Stationen München und Worpswede genannt sein mögen, baute er sich unweit seiner Vaterstadt, in dem Dorf Goßfelden sein Haus. Auch dieses Heim fft, wie alles, was er dachte und tat, bis in die kleinsten Einzelheiten hinein sein eigen und Künder feiner Wesensart. Es liegt in brüderlicher Hut der Landschaft, die älboelohde durch seine Kunst älnzähligen lieb gemacht hat und in deren Erde er im Frühling dieses Jahres zur Ruhe gebettet wurde. Diese Landschaft ist grvhzügig und charaftervoll: wei- Wie fesselt und beglückt es uns immer wieder, zu erleben, wie aus Bergrücken und Hügelzug, aus Ackerbreiten und Feldweg, aus Brücke und Fluh, aus den Dächern eines abendlichen Dorfes, aus dem magischen Weben des Morgen- und Abend- Himmels und aus dem ewig ftiehenden, gestaltlosen Stetsneugestaltetsein der Wolken das sinnlich-übersinnliche Gebilde innerer Schau sich formt. »Wo fass' ich dich, unendliche Äatur?" Bon der zarten Lyrik eines Frühlingstages in Blau, Hellgrün und Weih bis zur heroischen Bewegtheit des Herbstes mit Wolkenschatten über dem fahlen Land spannt sich der Kreis der Motive. Man kann über ein einzelnes Bild nur reden, wenn man über alle spricht, so einheitlich ist das Werk, llnb mehr wie sonst gilt hier, daß letztes nur gefühlt und nicht gesagt werden farm. Wie vermöchte das Wort allein, den tiefen Ernst innerlichen Ringens und die treue Sachlichkeit handwerklichen Mühens zu schildern, der hier aus jedem Pinselstrich spricht? Lieber den 5!andschaften seien aber auch die Etilleben nicht vergessen, diese feinen Farbensträuße, bald Rebeneinanderklänge stärkerer Töne, bald innigstes Verfließen gedämpfter Schwingungen. Wie etn Blumenstrauß lebt, wie das Blau einer Madonnenstatue neben dem golbgrünen Viereck einer offenen Gartentür steht, wie eine Schüssel mit Aepfeln zum Erlebnis gestaltet wird in einer Weise, die zu den vollendetsten Lösungen neuester künstlerischer Fragen gehört. Richt so stark wie die Malerei ift die ®rahMfJ Aus Stadt und Land. Gießen, den 31. Juli 1922. Die Teuerungszahlen in den fünf größten hessischen Städten, berechnet auf Grand der Preise vom 5. und 19. Juli (7. und 21. Juni), betrugen für Mainz 4699 (3724), Darmstadt 4728 (3427), Offenbach a. M 4586 (3498), Worms 4805 (3441) und Gießen 4584 (3362). — Die Teuerungswelle, die bereits seit einigen Monaten einseh te, t Girant im Monat Juli deshalb besonders stark zum Ausdruck, weil nunmehr an Stelle ber niederen Preise für alte Kartoffeln zur Hälfte auch die Preise für neue Kartoffeln getreten sind. Wettervoraussage für Dienstag. Wechselnd bewölkt, Gewitterneigung, toarm, Stark schwankender Luftdruck wird heute und morgen unbeständige, zu Gewitterbildung führende Witterung bedingen. vertreten, aber doch so, dah auch ein Ferner- stehender em Bild von Ubbelohdes Bedeutung auch auf diesem Gebiet bekommen kann. Einige Blätter aus den Zeichnungen zu den Grimmschen Märchen sind da, aus jenem Werk, das allein genügen würde, feinen (Hamen fortleben zu lassen. Ferner Zeichnungen für den Kalender .Hessen- funÜ", Landschaften in Feder und Bleistift und Radierungen. Immer wieder bewundert man das feine Gefühl für die Eigenart und die Wirkung des Materials, das den Künstler niemals fehlgreifen läßt. An diesen Radierungen fühll man die Platte, diese Zeichnungen sind von einem unerschöpflichen Reichtum und einer unbeschreiblichen Bewußtheit des Striches. Sie sind ausgeprägt deutsche Griffelkunst: die Linie ist viel mehr als nur Umschreibung von Formen. Sie hat eigenes Leben, eigene Deseelthät, sie will, daß man ihr nachgehe, tätig, bewegt. Man denke an Griffelbmst etwa aus der Zeit der Schongauer und Dürer. Man sehe darauf jedes dieser Blätter an und gebe sich ihm hin. Samt wird man >ch plötzlich wie bei den Gemälden in den stärkste.« Zusammenhängen deutscher Kunst finden. Sl. tauschen in diesem Geben u.td Werk lebendige Quellen unseres deutschen Wesens empor, Quellen, die allzu lange verschüttet lagen und auf deren Sprudeln zu lauschen bleie Obrer m unserem Volk verlernt haben. Es gilt für alle, die dies erkannten, Hrntd anzulegen, daß diese heilvollen Wasser offen bleiben und daß sie ungetrübt und lauter weiterströmen. Damit ehren wir wohl am schönsten den Mann uiJ> den Künstler, der in diesem Sinn sein Höchstes gab und dessen Rame auch aus diesem Grunk unvergessen sein wird: Otto Nbbelo hde. W (3n einem Teil der Auftage wiederholt.) Die Taktik der englischen Regierung. Paris, 29. 3uIL (WTB.) Der „Petit Pari- sien" schreibt, es scheine tatsächlich, daß die letzten Beratungen der englischen Regierung in der Reparations frage sie zu dem Entschluß geführt hat, das) noch eine gewisse Zeit erforderlich sei, bevor man die Regelung der gesamten Reparationsfrage in Verbindung mit der Frage der interalliierten Schulden anschneiden könne. Sn dem Matze, in dem man in der Lage sei, den Plan, der noch nicht vollkommen festgelegt sei, vorauszuahnen, erkenne man, dah die englische Regierung bei dieser Operation in zweiCtapper v o r g e h e. Die erste Etappe sei die, datz die englische Regierung mit Amerika Wer die Konsolidierung seiner eigenen Schulden verhandele im) erst nachher in Unterhandlungen mit seinen europäischen Alliierten eintreten wolle, um entweder die Herabsetzung der deutschen Schulden durch ein« ganze oder teilweise Streichung der englischen Fvr derungen an Deutschland oder etwa die Herabsetzung der Arrnullierung der Forderungen Eng- lands an die Alliierten zu liquidieren. Dcnnit würden sich ltvatürlich ziemlich delikate Verhandlungen abspielen, da die englische Regierung wahrscheinlich auf die Frage der Sanktionen und auf die Dauer der Besetzung des Rhein- landes zu sprechen kommen werde. 3m ganzen scheine also England mehr und mehr geneigt, eir weitgehendes Arrangement in der Reparationsfrage ins Auge zu fassen. Danberlip über Amerikas Haltung. München, 29. Juli. (WTB) Der ameri- llmische Finanzpolitiker Vannderlip erklärte dem Mitarbeiter der „München-Augsburger Abendzeitung", datz Amerika vor der neuen Präsidentenwahl keine entscheidenden Schritte unternehmen werde, und zwar einmal, weil in Europa keine moralische Führerschaft vorhanden sei. Das europäisch: Problem lasse sich nicht festhalten, und es wäre zwecklos, dem europäischen Wirtschaftsleben finanzielle Injektionen durch kleine Anleihen zu geben. Amerika werde solange zurückhalten, bis eine Lösung gefunden sei. Aeber den Gesamteindruck gefragt, gab Vanderlip zu, dah er sehr pessimistisch denke, einfach deshalb, weil Amerika, bevor sich die Lage in Deutschland und Europa nich zur Klarheit durchgerungen habe, nicht eingreifen könne. Frankreich habe vor einein ersterbenden Deutschland Angst. He mehr Deutschland sich wieder auf eigene Fütze zu stellen vermöge, um so gröber werde die Angst Frankreichs. Der Repräsentant dieser deutsch-französischen Einstellung sei Poincare. England wolle dem Weltmarkt neues Leben geben und die Weltwirtschaft über die Weltpvlitik stellen. Der Exponent dieser englischen Auffassung sei Lloyd George. Vanderlip meinte, dah sich zwischen diesen beiden Exponenten niemals werde eine Brücke schlagen lassen, sondern es bleibe nur noch die Revision des Versailler Friedens. Amerika wolle keines Volkes und keines Landes Feind sein, aber dort, wo die moralische Führerschaft fehle, könne Amerika nicht helfen. Die italienisch« Kabinettskrise. Rom, 29. Juli. (WTB.) Rach einer Ste- phanimeldung soll de Mava in Aebereinstim- mung mü Orlando an der Kabinettsbildung arbeiten. Die sozialistische Parlamentsgruppe, die für die Mitarbeit an der Regierung ist, hat eine Tagesordnung angenommen, in der mit ernsten Mahnahmen gedroht wird, wenn die Krise nicht entsprechet den Beschlüssen der Kammer gelöst wird, d. h. die Rechte bei der Kabinettsbildung ausgesc^ossen bleibt Ein Aufstand in Italien. Rom, 28. Juli. (WTB.) In Ravenna besetzten Lestern die F a s z i st e n die Arbeitskammer und ercich-eten dort ihr Hauptquartier. In der Rächt überfielen sie das neue Genossenschaftsgebäude und brannten es nieder. Der Aufstand dauert fort. Die Eisenbahner von Rom und Tivoli kündeten gestern infolge eines Zusammen stotzes mit den Faszisten einen eintägigen Aus st and an. In Rom haben heute zum Zeichen der Solidarität mit den ausstänüischen Metallatcheitern die gesamten Arbeiter ihre Beschäftigung ni^evgelegt. h olduna. en c*Ntat intr m, nMisderhesfisL ß* Ä Ä^erscheinen dvn 5)16 seit gedruckte xr- .Weitere Sr- Atzung der Bezüge rk und weitere Teuere vielen Wenschen. iftW Wlg 31 verschiedener Dch ist lD9 ein, i’Wt zu Au kn 6ebiet I'T?«- ,&,«ä in feinte*6* rstatte ich mir daraus jchkeü die finanMe mtenschaft trostlos ift: ! dem Papier und rs ng der neuen Kzüge »erdeni mir ist jedoch höherer Dennter in s gleiche Gehalt ic im April d. 38.1 jener Dsunte zu er- mlenbe, wobei es sich dun und Zuti handel' mcht allein diese Saftigen GeldsvÄeiMgeii : zurück bis zum Jahre >r 1921, Besoldung der t verallgemeinern, ob bin, bab & tint r gleichen üblen Lag« bei bet svrtschreÜW- > bedeutet, brauche ich ßbenimWrale dom wegen dieser Hebel' .eicht aber tragen diese afiaehenber Stelle Der» nd Land. Den 3L3un 1922. «MXto TSMäS Stss t Ausdruck, vckl njn» aösage »tag- VittSneiWY^A «bE, Kämmschen -USV chjerunge" l s »„-et * a bewe^ ßchon- -- v- «L t M 'u -.-fstrvlneN- »Äb-l-pz fto •“ mc. Frankfurt a. W., 30. Juli. In der Eschersheimer Landstraße drangen D i e be in einen Keller und entwendeten, während der Besitzer nur eine Viertelstunde abwesend war, für 200 000 Mk. Auto-Gummireifen fpd. Heftrich (Taunus), 30. Juli. Auf dem diesjährigen auherordenllich start mit Groß- Vieh beschickten Iakobimarkt wurden geradezu märchenhafte Preise erzielt, weniger im offenen Handel, als unter der Hand. Der Markt war trotz seiner starken Beschickung in -wenigen Stunden bis auf das letzte Kälbchen ausverkauft. Es kosteten hochträchtige Kühe durchweg 45 000 Mk., verschiedentlich auch über 50 000 Mk. hinaus, >2 in der bis 32 000 Mk., Färsen bis 25 000 Turnen, Sport und Spiel. Radsport. Der Gau 9a des Bundes deutscher Radfahrer veranstaltete gestern seine Fernfahrt „Rund im Gau", 150 Kilometer auf der Strecke: Marburg, Kirche Und Schule, mc. F r a n k f u r t a. M., 30. Juli. Die katholische Gemeinde Frankfurt-Ost hat in der Riederwaldkolonie einen großen Bauplatz angekauft, auf dem eine neue katholische Kirche baldigst errichtet werden soll. Ein Teil des Daukapitals ist schon vorhanden. Giehen, Herborn, Eibelshausen, Laasphe, Biedenkopf, Marburg. Der Starter, Gaufahrwart Marx- Gießen, entlieh um 61/» Ahr morgens 34 Fahrer. Im flotten Tempo ging es über die Berge nach Giehen. Dis dahin hatte sich das Feld schon ziemlich auseinandergezogen. In der Spitze liegend, muhte hier Mödiger-Giehen -infolge Kettenbruchs ausgeben. Dis Wetzlar bestand^ die Spitze nur noch aus drei Mann, Deibel- Giehen, Roll-Kirchhain und Mu hl-Giehen, aber kurz vor Werdorf muhte Muhl auch diese ziehen lassen und nachher infolge eines Anfalls aufgeben. Die nur noch aus Deibel und Roll bestehende Spitze blieb bis auf den Mandler Derg zusammen, wo Deibel sich mit Aeberlegen- heit absonderte und dann durch ganz hervorragendes Fahren mit 14 Minuten Vorsprung, ein großes Rennen fahrend, am Ziel eintraf. In den Seniorklassen blieben die bekannten Alters- fahren E st e r -- Kirchhain, Sen I. und Gg. Sauer- Giehen überlegene Sieger. Die Resul- *r5)er GaS°pr«iS wird nach etner 'fle- HgMSmrvchung in unserer Ausgabe vvm festen Gamstag auf 6,50 Mark für den Ku - fctTnLeter erhöht. — Reue Gebühr für die Kessel- hei-ger-Prüfung. Eine neue Verordnung KeS hessischen Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft setzt die Gebühr für die Prüfung eines Kessell-eizers und die Stellung einer Bescheinigung über ihr Ergebnis auf 30 Mk. fest. Die Verordnung ist sofort in Kraft getreten. •• Eine Obst- und Gartenbauausstellung des Kreises Gießen am 30. September und 1. Oktober zu veranstalten, beschloß vorgestern der Vorstand des KreiS-Öbst- und Gartenbauvereins in einer Sitzung. Die Ausstellung soll in Gießen ftattfinden. Es wurden Ausschüsse gewählt, die sofort die nötigen Vorbereitungen tn Angriff nehmen sollen. •• Eine Schneider - Zwangs- tnnustg für den Kreis Giehen ist beim Kreisamt beantragt worden. Alle selbständigen Schneidexhandwerker sollen in der Zeit vvm 1. bis 14. August mündlich oder schriftlich erklären, ob sie für oder gegen die Zwangsinnung sind. Mündliche Erklärungen sind auf dem Zimmer 1 des Kreisamtes anzubringen. Die Abgabe einer Aeuheruna6 ist auch für die Handwerker erforderlich, die den Antrag auf Errichtung einer Zwangsinnung gestellt haben. Rach Ablauf der Frist eingehende Aeuherun- gen sowie solche Erklärungen, die nicht erkennen lassen, ob der Errichtung einer Zwangsmnung zugestimmt wird oder nicht, bleiben unberücksichtigt. "EinneuesLichtspieltheater wird am 11. Lbigust im seitherigen Hotel Einhorn eröffnet werken. Der große Festsaal wird zu diesem Zwecke hergerichtet. Das neue Lichtspielhaus soll etwa 1000 Besucher aufnehmen können. Auch die übrigen Räume des ehemaligen Hotels werden in Zukunft anderen Bestimmungen dienen. So ist ein grvher Teil des Hauses von einer Möbelfirma gemietet worden. fpd. Das Reich und die Lernmittelfreiheit. Auf eine Eingabe der Stadt Frankfurt a. M an den preußischen Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, in der um Einleitung von Schritten gebeten wird, dah mittels reichs- und landesgesetzlicher Regelung die Bereitstellung von Mitteln zur Durchführung der L e r n» Mittelfreiheit und des ungehinderten Zuganges Minderbemittelter zu den mittleren und höheren Schulen ermöglicht werden soll, hat das Ministerium geantwortet, dah, so lange ein solches Gesetz nicht vorhanden ist, die Beschaffung der notwendigen Lernmittel in erster Linie Sache der Ellern, oder der Länder und Gemeinden sei, da sie „Echulverwaltungsbehörden und Schul- lastenträger" seien. Außerdem könne das Reich bd seiner äußerst angespannten Finanzlage keine Deihtlfe zur Durchführung der Lernmittelfreiheit gewähren. Bornotizen. — Tageskalender für Montag. Astoria-Lichtspiele, ab beute: „Das Geheimnis des Lord Perswal* und „Der Abenteurer". — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße, ab heute: „Das fletne Modistenmädel" und „Der Raureiter von Desert Paß". — Aus dem Stadtttzeater bu r ea'r. Ts sei nochmals empfehlend auf die morgen, Dienstag abend 7 Ahr, ftattfintenbe Erstaufführung der Lustspielne^heit von Le) Lrnz, .Frauenkenner", hjbgwtsrn. Hefferr-Naffau. Kommunalpolitisches aus Frankfurt a. M. fpd. Frankfurt a. M.. 29. Juli. Der Magistrat stimmte dem Bau einer neuen Wohnhausgruppe im Riederwald zu, die 14 Häuser mit zusammen 55 Zweizimmer- und 15 Dreizimmer-Wohnungen umfassen | soll und deren Baukosten „gegenwärtig" auf 36 Millionen Mark veranschlagt sind. Anabhängig von diesem Plan sind augenblicklich 325 städtische Wohnungen im Dau begriffen. — Don der im ganzen Stadtgebiet erforderlichen Gesamtzahl von rund 30 000 Wassermessern sind bis jetzt etwa 15 000 eingebaut. Dis zum 1. April 1923 sollen 18 000 <3tüd im Betrieb sein. Schon jetzt macht sich die Einwirkung der Messer dahin bemerkbar, dah überall, wo sie vorhanden sind, ein bedeutend sparsamerer Wasserverbrauch zu bemerken ist. — Sa die Müllabfuhr durch Pferdegespanne sich immer unwirtschaftlicher gestallet geht die Stadtverwaltung in aller Kürze dazu über den MM mll vier Slektromobilvorspa'nn- wagen aus den Straßen zu sammeln und den Abladestellen zuzuführen. Dor einem Angestelltenstrei? in Frankfurt erer), Giehen, 5 Std. 45 Min., 14. H. Köhler, Marburg, 5 Std. 46 Min. Senioren I. 1. H. Ester, Kirchhain, 5 Std. 50 Min., 2. O. Kompf (1885), Gießen, 6 Std. 10 Min. Senioren II. 1. Georg Sauer, Gießen, 5 Std. 50,2 Min.52, 2. Ad. Arun aller, Marburg, 6 Std. 24 Min., 3. I. Heims (Germania), Gießen, 6 Std. 28 Min., 4. K. Saul, QKarburg, 6 Std. 52 Min. . In dem Radrennen München —Berlin siegte der Berliner Fahrer Richard Huschle, der die Strecke von 701,7 Klm. in 26 ©hrnben, 12 Min. und 18 Sek. zurücklegte. In der Fernfahrt Berlin —Dresden, über 200 Klm., siegte Lon gard- Berlin in 7 Stunden, 22 Mm., 15 Seku nden. Vermischtes. Hinrichtung des Heidelberger Bürgermeistermörders. mc. Bruchsal (Baden), 30. Juli. Am gestrigen Samstag wurde der Eisenbahnarbei- ter S i e f e r t von Heidelberg, der die beiden Bürgermeister in der Rühe des Kümmels- bacher Hofes ermordet hat, hingerichtet. Biicherlisch. — Lifel Handle: „Der Weg." Verlag Alexander Fischer, Tübingen. — Eine Frau von reichstem Innenleben gibt hier in rhhtmischer Form em Bild ihrer seelischen Entwicklung. Sprachschönheit und Frische geben dem Werke einen besonderen Reiz. — Der Iahresschau deutscher Arbeit in Dresden widmet die soeben erschienene Rümmer 4079 der Leipziger „Illustrierten Zeitung" (I. I. Weber) einen hochinteressanten Artikel, der von ganz vorzüglichen Abbildungen begleitet wird. Wie es hinter den Kulissen der Pas- sionsbühne in Oberammergau aussieht, zeigt eine ganzseitig wiedergegebene lebensvolle Zeichnung Schwormstädts. Des weiteren finden wir die gegenwärtige Ausstellung der Dresdner Kunst- genossenschaft auf der Drühlschen Terrasse durch hervorragende Reprvduttionen berücksichtigt. Die im Dllde vorgeführten Schätze der staatlichen Porzellansammlung in Dresden verdienen besondere Beachtung. Aus dem überaus reichen Inhalt dieses Heftes sei noch erwähnt ein fesselnd geschriebener reich bebllderter Aufsatz von Franz Graf v. Larifch „Meeresbrandung", ein mit Radierungen von W. Zeising geschmückter Artikel „Das Dresden der Gegenwart", sowie die lehrreichen Aufsätze „Wie st^t's um Flandern?", „Zur Geschichte der Staatsbankrotte" und „Eine Akademie für Philosophie" Dazu kommen prächtige belletristische Beiträge und ein reichhaltiger tages- geschichtlicher $dl. Sandel. Berlin. 29. Juli. B v r s en st im m u ngs- bild. Die Entwertung der Mark machte heute infolge der Besorgnisse vor dem zunehmenden Verfall der deutschen Wahrung starke Fortschritte. Die Parität mit Reuyork wurde hier bereits am Vormittag überschritten. Die Devise Reuyork setzte ungefähr mit 590 ein und erreichte weiterhin als höchsten Stand 610. Fast sämtliche am Devisenhandel beteiligten Firmen waren nur Käufer, so daß sich die Geldkurse ständig erhöhten. Fast niemand war Abgeber in der Befürchtung, daß vorher verkaufte Devisen bald darauf zu höheren Preisen zurückgekauft werden muhten. Die Stimmung war unter diesen Umständen recht nervös, und die Amsätze erreichten keinen großen Umfang. Entsprechend diesen Verhältnissen vollzog sich auch die ' Festsetzung der amtlichen Kurse auf dem erhöhten Stande, wobei bei Gdeldevisen der Rachfrage nur bis zur Hälfte entsprochen werden konnte. Im freien Effektengeschäft war bei mäßigem Besuch die Tendenz für die bekannten ausländischen Renten- papiere und alle Werte mit valutarischem Einschlag wie Baltimore, Olavis und die anderen Kolonialeffekten ausgesprochen fest, und es fanden auch mehrfach Abschlüsse zu den bettächtlich erhöhten Kursen hierfür statt. Für Industrie- Papiere, in denen aber fast kein Geschäft statt- fand, wurden anfangs höhere Kurse für Montan- und andere marftgängige Werte genormt, die aber später mit Ausnahme von Schiffahrtswerten nicht überall aufrecht erhalten werden konnten. Frankfurt a. M., 31 Juli 1922. 9486,85 1,40 Marknotienmgen. Fr. 125.40 28.7. -,96 -.47 -,88 — .73 -,16 2,05 Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Stockholm . Wien.... Prag.... London.. . Reuyork . . Paris. . . . 1426,80 31,54 222,80 36S,5«r 29. 7. -,86 -.43 -.79 -.66 Christiania . .. 5lopenhagen .. Stockholm. . . . HelstngforS... Italien London Reuyork Paris Schweiz Spanien Deutsch-Oeste«, Prag Budapest.... Buenos Aires . Bulgarien . . . Japan Rio de Janeiro 1,43 1243,40 33,2d 188,53 332,55 262,50 7515,- 12*6,60 33,30 189,- 333,46 263,50 7536,- 1423,20 31,46 222,20 367,50 Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld Brief 2,46 -,18 2,20 1.7.14. 125.40 59.20 88.80 88.80 117.80 117.80 97.80 23.80 Fr. Fl. Kr. Str. Kr. Kr. Sh. r Datum: 28. Juli. 27- Juli. Qlmflö .Rotterd 21173.5021226,50 23620,40 23679,60 SiS 4334 65 4245,45 4719 05 4730,95 9278,35 9361,65 10436,90 10463,10 11765,25 117*4,75 13033,65 13066,- 14272,10 14307,90 15830,15 1586985 1118,60 1121,40 1258,40 126160 2526,80 2533,20 2771,50 2778>0 2444,40 2450,60 2706,60 2708,40 550,31 551,69 605,24 606,76 <669,25 4680,75 5013,70 5026,30 10486,82 10513,15 11610,45 11689,55 8535,30 6560,70 9-463,15 9486^85 - "" 1,47 1,40 1,44 Zür8h« Devisenmarkt. 29. 7. 31. T Wechsel auf Schweizer Franken Holland 100 Fl. --» 203.60 203.25 Deutschland 100 Bll. =, 8.92 0.81 Wien 100 5tr. =■ 0.015 0.015 Prag 100 Kr. => 12.175 12.10 Paris 100 Fr. — 48.35 42.80 London \ £ — 23.38 23.35 Italien 100 L. — 24.123 24.025 Druffel 100 Fr. ■ 41.10 40-55 Budapest 100 Kr. =» 0.30 0-30 Reuyork 100 | --- 522 75 524-75 Agram 100 Kr. --- 1.65 1.62L Warschau 100 Kr. — 0.085 0.085 Märkte. Frankfurter Obst- und Gemüse markt. mc. Frankfurt a. M., 28. Juli. Bel starker Zufuhr — vor allem in Kartoffeln und grünen Bohnen — ließen die Preise im Groh» verkauf um etwa 50—60 Mk. bei Gemüse nach Es kosteten Kartoffeln alter Ernte im Zentner 340—360 Mk., neuer Ernte 425—450—480 Mk., Bohnen 380—600 Mk., Wirfinq 280—450 Mk.. Spinat 380—500 ML., Kernerbseu 550—950 Mk. Römischkohl 200—^50 Mk., Zwiebeln 800 bis 900 Mk., Blumenkohl (hiesige) 8-22 Mk.. ausländische 20 Mk. das Stück, Kopfsalat die Staude 50 Pf. bis 1 Mk., Gelberüben bzw. Karotten 250—300 Mk., Salatgurken das Stück 5—10 Mk., Einlegegurken das Hundert 40—80 Mk., Rhabarber das Pfund 0.50—1 Mk., Kohlrabi das Stück 60 Pf., Schwämme das Pfund 10—15 Mk., Rettich das Stück 1—3 Mk. Der Obstmarkt war heute im Angebot etwas schwächer als die Tage voraus. Es kosteten Heidelbeeren der Zentner 1400 Mk., Dirnen 500—900 Mk., Aep'sel 1000 bis 1200 All., Johannisbeeren 1200—1400 Mk., StachÄbeeren 800—1200 Mk., Pfirsich das Pfund 12-14 Mk., Aprikosen 22-26 Mk., Mirabelleck 16 Mk., Pflaumen 22—26 Mk. - Auf dem Fischmarkt wurden Flußfische das Pfund mit 20—45 Mk., Seefische mit 14-22 Mk. bezahlt. - Lebende Hühner und Hahnen hatten den Preis von 25—140 Mk., lebende Gänse den von 280 bis 300 Mk. — Butter hatte im Großeinkauf den Preis von 105—106 Mk., Margarine den von 65—67.50 Mk. Eier wurden das Stück mit 7.60 bis 7.80 Mk. bezahlt. Geldentwertung mit wetteren Erhöhungen der Strompreise gerechnet werden. Die Versamm- lung billigte die Ausführungen und schloß sich der Auslassung an, daß für das gesamte Der- sorgungsgebiet der Provinz eine einheitüche Strompreispolitik durchgusühren sei. Anschließend hieran Errichteten Provinzial^ rat Wolf und Las Prvvinzialausfchußmitglie!» Dr. Aaron über die aus Grund Les Beschlusses des Provinzial tags vom 9. Juli 1921 geführten Verhandlungen der damals gebildeten Kommission zur Ausarbeitung einer Denkschrift über die künftig für die -Heber landanlage zu wählende Organisationsfvrm. Die Kommission habe wiederholt und unter Zuziehung von Sachverständigen getagt. Aach eingehenden Prüfungen sei man zu der Ansicht gelangt, daß die Heber[onb- crnlage der Provinz nach wie vor als ein ge- meinwirtschaftliches Provinzirnterne^ren bestehen bleiben solle. Zur Dereinsachung des Geschäftsganges und zur teilweifen Entlastung des Provinzialausschafses feien verschiedene für den Betrieb zweckmäßige Maßnahmen eingeführt worden. Der Dor sitzen de legte sodann der Dev- sammlung den Antrag der Gemeinde Stamm- heim aus ülebemahme der Ortsdurchfahrt Stammheim im Zuge der Kreisstraße Stamm- Heim-Rodenbach in die Unterhaltung des Krerses und der Provinz vor. Der Antrag wurde ohne Aussprache genehmigt. Hiermit war bte Tagesordnung erschöpft. Sch lu ß der Tagung. Bekanntmachung. Die Lieferung des zur Düngung der städtischen Wiesen benötigten künstlichen Düngers und zwar 300 Zentner 22°/e Kalisalz und 300 „ 16*/, Thomasmehl ist zu vergeben. Die Lieferung hat bis 1. Oktober 1922 zu erfolgen. Mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis zum 15. August I. Zs. bei mir einzureichen. 7101B Gießen, den 27, Zuli 1922. Der Oberbürgermeister. 3. D.: Dr. Rosenberg. Die Gemeinde Freienseen will einen gut genährten, zur Zucht nicht tauglichen Simmentaler Bullen Donnerstag, den 3. August d. Zs., vormittags 11 Ahr, auf dem Rathause öffentlich meistbietend versteigern. 7104D Bürgermeisterei Freienseen. 3. D.: 3mm eit, Beigeordneter. Herr Heinrich Keßler IV tOTSfift Steinbach, Hausen, den 31. Juli 1922. 07388 Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittag 3 Uhr statt. Empfehlungen, 07378 07307 gesucht. 07375 SleiWNW gesucht. 7106B gesucht. 7022 Medizinische Klinik Oüanlage 36 p. preiswert Trauringe Astoria-Lichtspiele < Heute bie elnschl. Mittwoch: 6 Akte! 6 Akte! 0F* Siebern Sie elol» bei diesem großen ue" Programm reohtieilig Plätte. Suche leichten CU'D 8eder-Pritschenm«e« f. Pony zum Milchsahren. II. Brückmann Neuhof-Leihgestern In tiefem Schmerz: Familie Hubert Heinz. Gießen (Kirchenplatz 11), den 31. Juli 1922. Die Beerdigung findet in aller Stille statt. Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. Dienstag, den 1. August, vormittags 10 Llhr, versteigere ich Drandgaffe 3: 1 Büfett, 1 Dertiko, 1 neuen Ladenttfch, 1 Schneidertisch, 1 Aushänge-- gestell für Lederwaren, 1 vollst. Bett, 2 Bettstellen mit Matratzen, 1 Kinderbett, 1 Kinderwagen, einen Küchenschrank, Stühle, Tische, 1 neue Wringmaschine. 1 Schaukelsessel, 2 braune Auhbaurn - Säulen mit Figuren, Bilder. 1 Herrenuhr, 1 Gartentisch, sechs Stühle, 1 Waschmaschine, 4 Haarschneidemaschinen. 6 neue Damenhemden, 3 neue Herrenhemden, Bettwäsche, Kleider, Schuhe, 1 Amboß (35Kilp), 1 Schleifstein, 1 großen Schliehkorb, Strümpfe, 2 Rachtjacken, Damenschürzen, 1 Paar Harrdschuhe, 1 Hängelampe, und vieles andere. 07380 ff. Penner II., Auktionator und Taxator, llrofd. Str, y. Gestern abend 11 Uhr entschlief sanft nach schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden mein unvergeßlicher Gatte, unser treusorgender Vater, Schwiegervater und Großvater Kinderbett neu oder gebraucht, sofort ah kaufen gesucht. Schriftl. Angebote uni 7118 an den Gießener Anzeiger erb. Fuhrwerk oder Lastauto fürRohstofftransvortnach Station Gießen gesucht. 3 km Wegstrecke. Schrift!. Angebote unter 7107 an den (Siebener Anzeiger. 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Die Rechnung der elektrischen ^leberlandanlage (Bau) für das Rj. 1920 wurden genehmigt. Für den Dau wurden 18 018 600.39 Akk. in Anspruch genommen. Der Betriebsvoranschlag der elektrischen Lieberlandanlage für das Rj. 1922 fand in Einnahme und Ausgabe mit 45 169 000 Akk. einstimmige Annahme. An die Beratung schloH lich eine längere Aussprache über die Strompreise, an der sich außer dem Vorsitzenden die Mitglieder Lux- Rieder - Florstadt, Rinn- Heuchelheim und Rechthien -Vilbel beteiligten. Es wurden die gewünschten Aufklärungen gegeben und die in der letzten Zeit von Provinzialausschuß verfolgte Strompreispolitik begründet, dabei auch besonders betont, daß die derzeittgen Rücklagen noch völlig unzureichend seien, wenn man die heutigen Preise für Ersatzmaterial bedenke. Man erwartet von dem Ausbau weiterer Wasserkräfte eine wenn auch mäßige Verbilligung der Strompreise. Jedenfalls müsse bei stets wachsender Verteuerung des Betriebs und steigender Mark^mehr aufbcingLü, was durch den werteren Rückgang des Markwertes verursacht ist. Der Vorsitzende führte u. a aus: Kr-ets- straften erfordern zur Zeit der Aufstellung des Voranschlags innerhalb der Provinz für Staat, Provinz und Kreise einen Gesamtaufwand von etwa 26 270 000.— Mk., wovon die Provinz 8 832 757.— Ml. zu tragen hat. Bei einer Kreisstraftenlänge von 2290 Kilometer stellt sich das Kilometer Kreisstvafte auf 11 475 Mk. Unter Berücksichtigung der inzwischen eingetretenen Teuerung erscheinen jetzt mindestens 30 Millionen erforderlich, so daß sich die Unter Haltung für das Kilometer auf mindestens 13100.— Mk. stellen wird. S'm Rechnungsjahr 1921 beanspruchte die Unterhaltung eines Kilometer Kreisstrafte etwa 3600.— Mk. Die Ausgaben der Provinzial- pflegeanstalt stellen sich auf 2 186 662.— Mk., denen an Einnahmen 1 216 662.— Mk. gegenüberstehen. Die Provinz hat hiernach einen Zuschuh von 970 000.— Mk. zu leisten, das sind gegen das Vorjahr 236 000.— Mk.mehr. Demnächst soll dem Provinzialtag eine Vorlage über anderweite Verwendung von zur Zeit nicht benützten Räumen der Provmzialpflegeanstalt für soziale Zwecke zugehen. Man hofft damit den Zuschuß der Provinz herabzusehen. Der Voranschlag wurde unverändert einstimmig angenommen. Die Rechnung und der Verwaltungsbericht des Provinzial Wasser Werks Inheiden für das Rj. 19 2 0 wurden ohne Aussprache genehmigt. Die Einnahmen betragen “für den Betrieb" 2 100 316.72 Mk. und die Ausgaben 2 059 982.11 Mk., „für das Vermögen" die Einnahmen und Ausgaben je 866 193.21 Mk. im 69. Lebensjahre. In tiefem Schmerz: Frau Katharine Keßler geb. Größer Familie Heinrich Keßler II. Friedrich Karl Keßler und Frau Familie Anna Arnold Wwe. geb. Keßler Gretchen Keßler August Keßler Philipp Dern Katharine Häuser. An Pensionisten und Rentner! Sie haben (Belegenheit, Ihr Einkommen zu erhöhen und so Ihre Lebenshaltung zu verbessern, wenn Sie wollen. Die Uebernahme unserer Vertretung bietet Ihnen Gelegenheit, mit der zunehmenden Teuerung Schritt zu halten. Schriftl. Angeb. U.7103D an d.Gießener Anzeiger. Todes-Anzeige. Am Samstag nachmittag wurde uns unser herzensguter, treuer Karl Richard im Alter von 6 Jahren entrissen. VroMWEags-Sktzung. Gießen, 31. 3uTt 1922. ©er Pvovinzialtag der Provinz D b e r Hess e n hielt vor einigen Tagen unter dem Vorsitz des Provinzialdirektvrs Matthias eine Sitzung ab. Der Vorsitzende gab zu Beginn der Verhandlungen bekannt, daß das Mitglied des JZrovinzialtags und Ersatzmitglied des Provinzial- Ausschusses, Rentner Wilhelm Schimmel aus Beuchelheim seine Aemter niedergelegt hat. An [Neffen Stelle sind Heinrich Zinn,- Maurer, aus -.Landen Hausen (Kreis Lauterbach) als Mitglied des ^Provinzialtags und Beigeordneter Bruno Witzig aus Butzbach als Ersatzmitglied des Prvvin- l-ialausschusses gewählt worden. Bei Erledigung der Tagesordnung beschäftigte !man sich zunächst mit der Rechnungder P r o- ivinzialkafse und dem Verwaltungs- -bericht über den Standcher Prvvinzialverbands- iangelegenheiten für das Rj. 1920. Die Rechnung ,'schließt in Einnahme mit 6 019 276.31 Mk., in Ausgabe mit 5 697 955.74 Mk. ab. Der Ueber- lschuh beträgt also 321 320.57 Mk. 3m Rechnungsjahr 1920 sind für Kreisstraften 2 931 429.26 Mk., ■für die Provinzialpflegeanstalt 1 043665.08 Mk. aufgewendet worden. Der Zuschuft der Provinz ^stellt sich auf 535 300.— Mk. Rechnung und Ver- -waltungsbericht wurden einstimmig genehmigt. Man erledigte sodann den Voranschlag der Provinzialkasse für das Rj. 1922. Der Voranschlag sieht in Einnahme und Ausgabe 13 646 788.77 Mk. vor, gegen 6 497 363.96 Mk. im Vorjahr. Die Kreise sollen durch Umlagen 11 500 000 Mk. oder gegen das Vorjahr 6 525 000 Brillanten (Gold-Silber^ Plafinbruch M ZahngebisseÄ Gg.Gtfmblein FkldbGgleiS, KWmgcn,Weichen, Drehscheiben iifm. sowie stress komplette stillgelegte Industrieanlagen kaufen zu höchst. Preisen A-ScS.heppenheimer Frankfurt a. EI., Zeil 48. Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 TaMc Die Geschichte einer Sommerliebe in 6 Akten. In der Hauptrolle: Ica v. Lenkeffy. Ferner: Der IWIer»Desert Pal (Brigantenliebe) Original amerik. Wildwestfilm in 5 Akten. Ab 7. August: Fridericus Rex! Den höchste!! Erlös für 07383 MuuMeiM wie Ketten, Ringe, Bestecke, zerbrochene Uhren aller Art sichert Ihnen Uhrmacher J. Wohlgeruch Neuen Däne 15. Gebt. Eisschrank unb neue Kiicheuttiible abziigeben. Zu erfragen bet Herio, M. 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