Nr. 126 Erscheint täglich, außer Sonn» und Feiertags, mit derSamstaqsbeilage: GiehenerFamilienblätter Monatliche ve;ugrpreis«: Mk. 18.— und Mk. 2.— Lägerlohn.durchdikPoft Mk. 20.—, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech- Anschlüsse: für die Schrift» kitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Lazei-er Siehrn. Postscheatonto: ZrankfUN a. M. 11686. Mittwoch, 31 Mai 1922 Erstes Blatt 172. Fahrgang Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höbe für Anzeigen v 34 mm Breite örtlich 120 Pf, auswärts 150 Pf.; für Reklame. Anzeigen van 70 mm Breite 450Pf. Bei Platz- Vorschrift 20 „Aufichlag. Hauptschriftleiter: Ang. Goetz. Verantwortlich für Politik: Slug. Goetz; für den übrigen Teil: Karl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Dietzen. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Gberhesfen Druck und Verlag: Brühl'sche Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. ZchnsUeltung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstratze 7. Englands Abhängigkeit vom Weltmarkt. Del der Zusammenkunft des Obersten Ra- 'teS der Derbandsländer in Cannes, Anfang Januar dieses Jahres, ebenso wie in Genua, hat der englische Ministerpräsident deutlich darauf hingewesen, daß England den wirklichen Weltfrieden braucht, weil seine Existenz mit dem friedlichen und blühenden Handelsverkehr der Nationen untrennbar verbunden sei. Alle brennenden heimischen Nöte, ungeheure Arbeitslosigkeit, drückende Steuern, darniederliegende Schifffahrt, schlechter Geschäftsgang in Handel und Industrie usw. hätten ihren letzten und tiefsten Grund in dem Darniederliegen des internationalen Handels. Auf den militärischen Zerstörungskrieg müsse endlich der friedliche, wirtschaftliche Wiederaufbau der Welt folgen, müsse der weltwirtschaftliche Organismus zu neuem Leben erweckt werden, damit sich die einzelnen Glieder von den furchtbaren Folgen des Krieges zu erholen vermöchten. Das war die immer wiederkehrende Grundmelodie der Ausführungen von Lloyd George. Unfc im gleichen Tone antwortete das Echo von jenseits des Kanals. Die Jahresabschlüsse der englischen Handels- und Industrieunternehmungen zeigten ein betrübendes Bild unerhörten Gewinnrückganges. Kein Wunder also, wenn die Freundschaft mit den auf andere Ziele eingestellten Franzosen einen erheblichen Rist bekam. In welch hohem Grade die englische Bevölkerung vom Bezüge fremder Waren abhängig ist, zeigt mit außerordentlicher Klarheit eine kürzlich vom britischen Landwirtschaftsministerium veröffentlichte Aebersicht über den B e r b r au ch pflanzlicher und tierischer Nahrungsmittel in England im Jahre 1921 nach der Herkunft der betreffenden Lebensrnittel: Ort: Weizen...... Gerste...... Haler....... Butter...... Käse....... Rind- u. Kalbfleisch . . Hammel, u. Lammfleisch Schweinefleisch . . . In allen unentbehrlichen Lebensmitteln ist also England in seiner Versorgung vorwiegend von fremden Zufuhren abhängig. In Wirklichkeit ist diese Abhängigkeit noch weit größer als die Aufstellung ergibt, wenn man die größtenteils geringere Güte der heimischen Erzeugnisse gegenüber den frenrden in Rechnung stellt. Man hat berechnet, daß das englische Volk vier Tage der Woche von Erzeugnissen des Auslandes lebt. Vertieft und vervollständigt wird dieser Eindruck von der Gebundenheit Englands durch die notwendige Einbeziehung per übrigen lebenswichtigen Einfuhrwaren, so der Kolonial- produkte, der Textilrohstoffe usw. ES ist also keine besonders tiefe Weisheit, die Lloyd George der Welt verkündet, wenn er richtig und nüchtern für die Herstellung eines endlichen Weltfriedens eintritt, denn wie so oft im englischen Handeln, decken sich Humanität und Geschäftsinteresse aufs Beste. Anders der Franzose! Auch er kann selbstverständlich im Zeitalter der Weltwirtschaft nicht mehr ohne den Warenaustausch mit anderen Völkern leben, aber seine Gebundenheit in dieser Hinsicht ist doch eine sehr viel geringere: Frankreichs Boden kann seine Bevölkerung restlos selbst ernähren So ringen nationalwirtschaftliches und weltwirtschaftliches Prinzip um die Herrschaft. Welches auf die Dauer Sieger bleiben wird, kann nicht zweifelhaft sein, denn die allgemeine Entwicklung liegt unbestreitbar in der Richtung wachsender internationaler Wirtschaftsverflechtung ! S2S h eigener dem Au.. englifdjen t «prob o/o land % 7149 000 23 77 2162 000 64 36 3 464 000 88 12 290 000 43 57 187 000 26 74 1 210000 54 47 520 000 40 60 630 000 48 52 Eine Note der Votschasterkonferenz. Neue Forderungen der Entente. Berlin, 30. Mai. (WTB.) Dem deutschen Botschafter in Paris ist vom Präsi- denten der Dotschafterkonferenz folgende 'Note übergeben worden: Herr Botschafter! Artikel 4 3 des Vertrages von Versailles bestimmt, daß die Beibehaltung aller materiellen Vorkehrungen für die Mobilmachung auf dem linken Alfer des Rheines und westlich einer 50 Km. östlich dieses Stromes verlaufenden Linie untersagt ist. Die alliierten Regierungen haben prüfen lassen, welche Maßnahmen passenderweise auf das rheinische Eisenbahnnetz in Beobachtung des genannten Artikels anzuwenden sind, um dieses Eisenbahnnetz zu entmilitarisieren, ohne indessen irgendwie seine gegenwärtige wirt-l schaftliche Ausbeute zu beeinträchtigen. Bon diesen Maßnahmen sind diejenigen, welche auf deins rechten Rheinufer im Gebiet der neutralisierten nicht besetzten Zone zu verwirklichen sind, der deutschen Regierung durch General Rollet, dem Vorsitzenden der interalliierten Militär-Kontrollkommission, bekanntgegeben worden. Ihre Ausführung ist im Gange. In den besetzten Gebieten haben die alliierten Regierungen in Verfolg der angestellten Untersuchungen beschlossen, die Eisenbahneinrichtungen in zwei Kategorien zu Nassifi- zieren: ( 1. Augenblicklich im Bau begriffene Einrichtungen. Unter den augenblicklich in Ausführung besindlichen Arbeiten im rheinischen Eisenbahnnetz betreffen gewisse solche Einrichtungen (neue Linien, Verdoppelungen, Vervierfachungen von Strecken usw.), deren Programm militärischen Zwecken entspricht, ohne Vorteile in wirtschaftlicher Hinsicht zu bieten. Die alliierten Regierungen fordern die deutsche Regierung auf, diese Arbeiten unverzüglich und endgültig einzustellen. (6. Anl. 2.) 2. Bestehende Einrichtungen. In dem bestehenden rheinischen Eisenbahnnetz finden sich zahlreiche Einrichtungen, die zu einem rein strategischen Zweck geschaffen wurden, aber keinerlei wirtschaftliches Interesse bieten. Ihre Beibehaltung läßt sich nach der Räumung des rheinischen Gebietes seitens der alliierten Truppen nicht mehr rechtfertigen. — Die alliierten Regierungen verlangen deshalb, daß die in Rede stehenden Einrichtungen in dem Augenblick, in dem die alliierten Truppen die besetzten Gebiete räumen, zerstört oder so abgeändert werden, daß sie ihren militärischen Charakter verlieren (f. Anl. 2) Sie fordern dem- enlsprechend die deutsche Regierung auf, ab heute d i e notwendigen grundsätzlichen Entscheidungen zu treffen. Die obigen Entscheidungen sind von den alliierten Regierungen nach eingehender Prüfung der Frage gefällt worden. Die vollständige Anwendung des Art. 43 würde ihnen erlaubt haben, zahlreichere und bedeutendere Zerstörungen zu verlangen. Aber sie haben in ausgedehntestem Maße den wirtschaftlichen Bedürfnissen der rheinischen Gebiete Rechnung getragen. Sie haben sich bemüht, dem rheinischen Eisenbahnnetz seine ganze kommerzielle Ausbeute zu erhaben. äleberdies wird die Einstellung der in Ausführung betroffenen Arbeiten Deutschland gestatten, sehr bedeutende Summen zu sparen, die für ihre Vollendung vorgesehen sind, und so dazu beitragen, seine finanzielle Lage zu bessern. —' Ich habe die Ehre, Ew. Eizellenh im Namen der Dvtschast:rt0nferenz zu bitten, die obigen Entscheidungen gütigst zur Kenntnis ihrer Regierung bringen zu wollen und ihr dabei anzudeuten, daß die alliierten Mächte sich für berechtigt halten, auf eine rasche Ausführung ihrer Entscheidungen zu zahlen. — Genehmigen Sie, Herr Botschafter, die Versicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung. lgez.) Poincare. Der Note sind zwei Anlagen angcschlvs- sen. Anlage 1 bezeichnet die zur Zeit in Ausführung begriffenen Arbeiten, leenfofortigeEinstellung verlangt wird. Hierunter find vier Ei e rbahn.inie.r ausgeführt: 1. Der Bau der zweigleisigen Strecke Hamborn - Geldern ist einzustellen; 2. die zweigleisige Strecke Osterath—Holzheim—Liblar—D .r.nau bart nur ein Geleise bekommen; 3. die Strecke Aachen—Düren - Köln darf mir stoischem Llachen und Düren vier- gleisig werden; 4. die Strecke Trier—Ehrang— Koblenz darf nur zwischen Trier und Ehrang vier Geleife erhalten. In der A n la g e 2 werden unter vier Punkten die bereits bestehenden Anlagen aufgeführt, deren Zerstörung oder Abänderung im Augenblick der Räumung des besetzten Gebotes zu bewerkstelligen ist. Hiernach sind: 1. die stra'egischen zweigleisigen Strecken Remagen—Hil rs heim—Los heim und Bad Münster—Homburg, sowie die Gabelung Hillesheim- Gerolstein—Lommersweller eingleisig zu machen, 2. die militärischen Zwecken dienenden Verbindungen der Strecken Geldern—Wesel. Geldern—Cleve, Erpel—Rema, en und Sinzig- Dodendorf zu zerstören, desgleichen die Verbindungsstrecken Hohenrein—Ob. rahn stein, Rädes- heim—Ockenheim und Obernheim—Staudernheim (Rheinbrücken bleiben erhalten), 3. zahlreiche in der Unterlage au'gefü'irtc und Haupt fachlich für militärische Zwecke gebaute Einrichtungen, wie militärische Bahnsteige, Ausladerampen, Verpflegungsstellen usw. zu zerstören, 4. dir in einer weiteren Sinteranlage aufgeführten Einrichtungen zur Wiederverproviantrerl'.ng, wie Devots, Munitionsparks usw. gleichfalls zu zerstören. Wie das Wolffbureau hört, unteri.-gt die Rote gegenwärtig der Prüfung der zuständigen Stellen. Es tonn aber letzt schon gesagt werden, daß diese Forderungen, welche übrigens Kosten in einer zur Zeit nicht zu übersehenden Höhe verursachen würden, sedenfalls zum großen Tell imArtikei'4 3des Friedensvertrages keine Stühe finden. Sitzungen der Reparationskommission und des Anlciheausschusses. Paris, 31. Mai. (WTB.) Wie der „Petit P a r i s i e n“ mitteil, tritt die Reparationskommission heute vormittag Vjll Mr zu einer sachlichen Prüfung derdeutschenAntwortnote zusammen. Der internationaleAnleihe- I a u s s ch u h hält nach der eingetretenen Pause heute nachmittag 4 Ähr wieder eine Sitzung ab. Der Wortlaut der Berlin, 30. Mai. (Wolfs.) Die der Reparationskommission am 29. Mai durch die deutsche Kriegslastenkommiifion in Paris übergebene Rote hat folgenden Wortlaut. „Unter Bezugnahme auf Ihre Rote vom 9. Rlai 1922 und die Besprechungen, welche inzwischen lisn Paris stattgefunden haben, beehrt sich die deutsche Regierung, in der Qlnlage den Plan Über die Einnahmen und Ausgaben des Reiches im Rechnungsjahr 1922 mitzuteilen, der auf Grund eingehender Nachprüfung gemäß der Note der Reparationskommission vom 21. März 1922 und der erwähnten Note der deutschen Regierung vom 9. Mai 1922 aufgestellt ist. Die Erhöhung der Einnahmen gegenüber dem zurzeit dem Deutschen Reichstage vorliegenden Haushaltsplan beruht auf der erneuten Schätzung der deutschen Steuern einschließlich lc5 Steuerkom pro misses un er Berücksichtigung des in letzter Zeit ermittelten Aufkommens des vorangegangenen Jahres und der seit der letzten Schätzung fortgeschrittenen Geldentwertung. Zu den Ausgaben wird folgendes bemerkt: Die Zuschüsse für die Betriebsverwaltungen sind beseitigt. Für die Lebensmittelverbilligung sind für 1922 nur noch 950 Millionen gegenüber 17,2 Milliarden QHart in 1921 vorgesehen. Jin übrigen sind die Subventionen und Subsidien. soweit es die Rücksicht auf bestehende Verpflichtungen und die Möglichkeit einer Aenderung der Organisation zulietz, weggcfatleii und weitere Streichungen bei den Ausgabe-Ansätzen vorgenommen worden. Aus diese Weise sind im Haushalt für 1922 gegenüber 1921 Ausgaben im Betrage von 24,5 Milliarden abgesetzt. Bei den außerordentlichen Haushalten der allgemeinen Reichsverwaltung und bei den Betriebsverwaltungen sind, wie die Schluhbemerkung zu dem anliegenden Plan ergibt, gegenüber den Ansätzen des Etats Ersparnisse In Höhe von mindestens 3 Milliarden Mark in Aussicht genommen . Die Erzie'ung weiterer Ersparnisse innerhalb der Reichsverwaltung ist in die Wege geleitet. Um die Durchführung der erforderlichen Maßnahmen zu sichern, hat die deutsche Regierung neuerdings den Beschluß gefaßt, im Reichs; inanzministerium einen besonderen Kommissar zu bestellen. Schwebende Schuld: Die deutsche Regierung ist entschlossen, sich aufs eifrigste zu bemühen, jedes weitere Anwachsen der schwebenden Schuld zu verhindern. Sie ist jedoch überzeugt, daß unter den gegenwärtigen finanziellen Verhältnissen solche Anstrengungen nicht durchgeführt werden können, wenn Deutschland nicht ausreichende Anlerstützung im Wege einer äußeren Anleihe erhält. Vorausgesetzt, daß diese Unterstützung binnen angemessener Frist verfügt wird, unternimmt es die deutsche Regierung, sich mit der Angelegenheit auf folgender Grundlage zu befassen: 1. Der Stand der schwebenden Schuld vorn 31. März gilt von jetzt ab als der normale Höchstbetrag; 2. wenn am 30. Juni oder am letzten Tage eines der folgenden Monate der Betrag der schwebenden Schuld den normalen Höchstbetrag überschreitet, werden Schritte getan, um sicherzustellen, daß die Ueberschreitung innerhalb der folgenden drei Monate zurückgezahlt wird, und zwar entweder mit Hilfe von Eingängen, welche die Ausgaben in drei Monaten überfleigen, soweit solche Eingänge verfügbar sein sollten, oder durch Aufnahme von Krediten auf andere Weise als bei der Reichsbank und in einer Form, die nicht die Inflation erhöht. Wenn trotz dieser Schritte der Betrag der schwebenden Schuld am Ende der drei Monate noch den normalen Höchstbetrag überschreitet, wird die deutsche Regierung alsbald Vorschläge für den Ausbau des Steuersystems einbringen und alles tun, um ihre Annahme im Wege der deutschen Gesetzgebung zu erreichen, mit dem Ziele, daß noch in dem jeweils laufenden Rechnungsjahr oder, wenn davon über die Hälfte abgelaufen ist. binnen sechs Monaten ein Betrag beschafft wird, welcher nicht geringer ist als die bereits vorhandene und jede bis Ende des Rechnungsjahres voraussichtlich noch weiter entstehende äleberschreitung. Das vorstehende Verfahren unterliegt bis auf weiteres folgenden Maßgaben: a) Solange keine Eingänge aus auswärtigen Anleihen zur Verfügung stehen, um die von der deutschen Regierung in Erfüllung ihrer Verpflichtungen auf Grund be*6 Vertrages von Versailles seit dem 1. April in ausländischen Zahlungsmitteln zu leistenden Zahlungen zu decken, wird für die Feststellung, ob und inwieweit eine Ueberschreitung des normalen Höchstbetrages vvrliegt, der Betrag in Höhe des Papiermark-Gegenwertes der vorläufig auf diese IDeise nicht gedeckten Gesamtheit der genannten Zahlungen dem Stande der schwebenden Schuld vom 31. Mai hinzugerechnet; b) Alle Eingänge aus auswärtigen Anleihen sollen zur völligen Rückzahlung dieses zum normalen Höchstbetrage hinzugerechneten Betrages verwandt werden und zwar mit Vorrang vor allen anderen Verwendungszwecken, vorbehaltlich der auf Grund des Vertrages von Dersallles in ausländischen Zahlungsmitteln zu begleichenden Verbindlichkeiten und solcher anderen Lasten, hinsichtlich deren die NeparaLionsnote. Reparationskommission auf Erfuchcn der deutschen Regierung chre Zustimmung besonders erteilt. Nachprüfungen: Auf der Grundlage des Schreibens, das die Reparationskommiision am 21 März 1922 an den Reichskanzler richtete, erklärt sich die deutsche Regierung grundsätzlich mit den in diesem Schreiben vorgesehenen Nachprüfungen einverstanden. Sie geht dabei davon aus, daß diese Nachprüfungen die Souveränität Deutschlands nicht antastrn den geregelten Gang der Verwaltung nicht stören und in die durch das Steuergeheimnis geschützten Dermögensverhältnflse und Angelegenheiten der einzelnen Steuer pslichligen nicht eindr'.ngen dürfen. Was die Einnahmen anlangt, so wird die deutsche Regierung dem Garantiekomitee ohne Verzögerung alle gesetzlichen ober re.ziemen- tarischen Bestimmungen mitteilen. Sie wird mit dem Garantiekomitee über die Maßnahmen zur Anwendung der Steuertarisge'etzgebnng ins Benehmen treten und ihm alle notwendigen Erleichterungen zur Nachprüfung ihrer Ausführung gewähren. Was die Ausgaben anlangt, fo muß die deutsche Regierung darauf Hinweisen, daß es in Deutschland bereits eine Prüfung des Ausgabendienstes gibt, die dazu dient, Elatsüberfchre'- tungen zu verhüten. Sie ist bereit, die Wirksamkeit dieser Prüfung soweit wie irgend erforderlich zu verstärken. Die deutsche Regierung wird dem Garantiekomitee jede Möglich! it geben, sich über die Wirksamkeit der geübten Prüfung zu vergewissern. Heber die Einzelheiten der oben bezeichneten Nachprüfungen wird die deutsche Regierung mit dem Garantiekomitee ins Benehmen treten. Kapitalflucht: Im Hinblick auf die starke Inanspruchnahme der Reichsregierung, insbesondere durch die Vorbereitung und Verabschiedung des Dteuerkompro- misses, sowie auf die sich anschließende wochenlange Behinderung mehrerer ihrer Mitglieder durch die Verhandlungen der Konferenz von Genua war es der Reichsregierung nicht möglich, die Frage neuer Vorschläge über die Maßnahmen zur Rückführung des geflüchteten Kapitals und zur .Bekämpfung der Kapitalflucht abschließend zu klären. Sie ist aber mit der Reparationskom- mifsion darin einig, daß alles getan werden muh. um baß angegebene Ziel zu erreichen. Mit Rücksicht auf die zu erwartende Gestaltung der Verhältnisse mißt die deutsche Regierung der Rückführung der geflüchteten Kapitalien besondere Bedeutung bei. Sie wird alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um die Rückführung i m W e g e einer äußeren oder inneren Anleihe zu erreichen. Im übrigen erklärt sich die deutsche Regierung bereit, über die Einzelheiten der Bekämpfung der Kapitalflucht mit dem (Garantie» fomitee ins Benehmen zu treten und auf Grund dieser Erörterung die Maßnahmen zu treffen, die geeignet erscheinen, die Kapitalflucht zu verhindern. Die deutsche Regierung wird der Repara- rationskommission das Programm für die oben erwähnten Maßnahmen noch mitteUen. Die Autonomie der Reichsbank und deren volle Unab- bängigfeit gegenüber der deutschen Regierung ist durch Gesetz vom 26. Mai sichergestellt. Statistik: Die deutsche Regierung hat angeordnet, daß die statistischen Veröffentlichungen wieder auf der Basis der Vorkriegszeit erfolgen; sie wird dcm Darantiekomitee ihre Aufzeichnungen über den gegenwärtigen Stand dieser Veröffentlichungen mittcilen und schlägt vor, die auf dem Gebiete der Statistll liegenden Fragen mit dem Garantiekomitee im einzelnen zu erörtern. Bei Abgabe der vorstehenden Eckklärung geht die deutsche Regierung davon aus, daß die R^>a- rativnskommisfion die in ihrer Entscheidung vom 21. März 1922 für 1922 vorgesehene Regelung der Reparationsleistungen nunmehr für endgültig erklären wird. (gez.) Dr. Wirth. In den Anlagen zur Nc-te werden Mitteilungen über die Einnahmen und Ausgaben für 1922 gemacht. In der Schluhbemerkung h ißt es: Die Reichsregierung hat geprüft, inwieweit noch während des Rechnungsjahres 1922 Ersparnisse erhielt werden können. Dies wird bei der allgemeinen Reichsverwaltung insoweit der Fall fein . als durch die Verabschiedung des Gesetzes über die Arbeitslosenversicherung die Ausgaben für die Erwerbslosenversicherung ermäßigt werden, a>enn nicht etwa eine Verärgerung der wirtschaftlichen Verhältnisse zu einer Vermehrung der Erwerbslosen führen sollte. Bei der Eisenbahnverwaltung ist in Aussicht genommen worden, daß durch äußerste Einschränkung der geplanten Bauten und Beschaffungen 3 Milliarden gespart werden. Anschließend an die Note gehen der Repa» rationskommissivn noch Mitteilungen über den Zwangsanleihe-Gesehenttvurf zu. Aeutzerun^en der Pariser Presse. Paris, 31. Mai. (WTB.'» Zur deutsche-, Note an die Reparationskommission schreibt der „Hl a 11 n“, es scheine, daß die Aniwort auf die auswärtigen Bankiers, die heute ihre Beratungen toieber aufnehmen würden, einen guten Eindruck gemacht habe. Sie hätten darin einen Beweis des guten Willens erblickt, aber sie dürften nicht vergessen, daß, wenn das Berliner Kabinett zu diesen Versicherungen gelangt sei. dies immerhin erst einfache Versprechungen seien, die einfach und allein aus Furcht vor Sanktionen gegeben seien. Wenn es ine Absicht der Bankier.' ten und Genossen und der dadurch her-II. Sondermann Friedrich Holzhandler in borge ruf nm CB u rräga; g der Bevölkerung,' Alsfeld: 2. Schaa f. Johannes IV.. Landwirt m batflic um feinen Preis, selbst nicht um den Heimertshausen: 3. Schon, Ludwig, Sch wer- p«° Zurückzichung b«r ^sungstrup^ m=tfter m Subrn^n. ° n - - ch s°mr.ch Die Not der Presse. war. 3. Bahnhofstraße 45 4. Bahnhofstraße 64 Klinik- 7. Frankfurter Straße 9 II.Hammstraße 16 14. Krofdorfer Straße 10 15. Liebigstraße 71 16. Lindenplatz 5 17. Ludwigsplatz 4 stets, den Leser zu fesseln. ginnen.' 28. Weserftraße 1 29. Wilhelmstraße 48 30. Wilsonstrahe 15 31. Wolfstrabe 7, Ecke Kaiserallee 23. Reustadt 41 24. Seltersweg 70 25. Steinstraße 65 5. Crednerstrahe. Ecke straße 6. Dammstrahe 34 8. Frankfurter Str., Ecke Klinik- straße 9. Frankfurter Straße 76 10. Friedrichstraße 3 20. Marburger Straße 29(Laden) 21. Warttstrahe 7/9 22. Äeuenweg 38 12. Kaiserallee 18, gegenüber Moltkestraße 13. Kreuzplatz 11 18. Ludwigstrahe, Ecke Bismarck- straße 19. Ludwigstrahe 36 26. Stephanstraße 42,Ecke Bleich- straße 27. Walltorstraße 14 1. Am Riegelpfad, Ecke Ludwig- straße 2. Bahnhofstraße 33 Gin Arteil gegen Anspach. D e r l i n, 30. Mai. (Wolff.) Wegen Mr * Gießener Hochschulgesellschaft. Am Montag hielt Oberst und Regimentskomman- bcur Wöllwarth einen Bortrag über »Generalfeldmarschall Graf Alfred von I S ch l i e f f e n“ in dem er etwa folgendes aus- . führte: Graf Alfred von Schliessen, am 23. Februar 1833 zu Berlin geboren, war vom 7. Fe- , bruar 1891 bis 1. Januar 1906 Chef des General- ' stabes der Armee. 3m deutschen Volke isst bis so gungsle echtigtrn Bevöl'erung zur Berfügung gestellt werden müsse. Bei den Verhandlungen in der Reichsregierung habe er feinen Zweifel darüber gelassen, daß die Preise für das Mmlagegetreide die Produktions- kundenfälschung wurde gegen Anspach vor der vierten Strafkammer des Landgerichtes 3 verhandelt. Anspach wurde in zwei Fällen die Fälschung von Pfandscheinen nack- gewiesen. Im dritten Fall fiel die Gesamt- schuld auf zwei Mitangeklagte. Anspach wurde zu zehn Monaten Gefängnis unter fängt die Liebesgeschichte Josua DaumlehnerS, des ostpreuhischen Salzburgers und fröhlichen Korpsburschen der „Celtia" an. aber schweres Verhängnis und eigenes Verschulden zerstören, was so hoffnungsvoll begann. Richard Skvwrvnnek versteht es in diesem Roman, wie Landwirt in Wolf: 5. Denninghoff, Adolf. Drauereibesiher in Gießen: 6. Kötter. G. Phil., Werkführer in Dortelweil: 7. Möckel, Heinrich, Bürgermeister in Maibach: 8. Hartmanns- Henn, Jakob, Landwirt in Ostheim: 9. Alles. Eberh.. Landwirt in Ober-Horgern: 10. D i e h m. Werner. Rentner in Lauterbach: 11. Ludw i g, Heinrich, Landwirt in Engelrod: 12. Roth, Wil- Friedr. Cikmeier, Zigarrengeschäft Luise Joost, Zigarrengeschäft I. Hermes, Papierwarengesch. Jakob Dany, Friseur Ernst Merlau, Buchhandlung Philipp Gans, Kolonialwaren Th. Schlierbach, Kolonialwaren Jakob Maternus, Kolonialwaren Emilie Danse Heinrich Weber, Zigarrengeschäst Fritz Euler, Metzgerei u. Wirtschaft Christian Kuhn. Kolonialwaren Filiale Petersen, Zigarrenhaus 3. Reinhardt, Kolonialwaren Heinr. Kalbfleisch, Kolonialwaren Peter Dingel. Schreibwaren RSchlabachRachf. Kolonialwaren Filiale Petersen, H. Treppinger Jakob Häuser, Kolonialwaren Frau Jakob Filiale W. Moeser Karl Wetzel, Zigarrengeschäft Theo Schäfer Heinrich Driesch Otto Rachtigall, Kolonialwaren Ernst Balke. Kolonialwaren Conrad Dender II.. Kolonialwaren Ehr. Schönhals, Kolonialwaren Justus Woelke. Buchbinderei Konrad Männche, Kolonialwaren Johann Bohl, Kolonialwaren Berlin, 31. Mai. Der „Zeit" zufolge beschäftigte sich das R e i ch s k a b i n e t t gestern mit dem Gesetzentwurf des Reichswirt- schaftsmi üstettums über dieMilderungder Rot der Presse, die seinerzeit von sämtlichen Parteien des Reichstags verlangt worden der Verminderung der Sti--gSIoiten, gesonnen sind, ihre Treue zum Deutschen Reich and Preußen zu verkaufen. Sie sind fest entschlossen jeden Versuch einer hochverräterischen Aen- de iing der staatsrechtlichen Verhalt is.e mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln aufs entschiedenste entgegenzutreten und für alte Zcit mit dem Deutschen Reich verbunden zu bleiben. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (Be- zirksverband Hessen-Ra!sau), Rassausiche Zen- trumspartü, Deutsche Volkspard i D utschnatton. Volke Partei, Dusche drawkrati che Partei, Mn» abhängige sozialdomokratische Partei Deutschlands (Bezirksverbaiid Hessen-Rassau.) Aus dem Reiche. Die Sicherung der Drotversorgung. An die Leser des Gießener Anzeigers. Für den Monat Juni ist eine weitere Preissteigerung für Zeitungspapier festgesetzt worden. Eine entsprechende Erhöhung der ZeitungSbezugSpreise ist dadurch unvermeidbar. Für den Gießener Anzeiger betragt der Mehrpreis 2 Mark für den Monat. Die Einzelnummer kostet 1 Mark, Samstags 1,50 Mark. Abholeftellen des Gießener Anzeigers. (Ausgabe der TageSnummern von nachm. 4 Uhr ab.) fei. in ihrem Anleiheplan auf einen Druck auf Deutschland zu verzichten, könnten sie Enttäuschungen erleben. Der „Petit P a r i s i e n" vertritt den Standpunkt, die Antwort scheine zu beweisen, daß die Deutschen die Rotwendigkeit auszuführen begriffen hätten. 3n Wahrheit fehlten noch einige Mitteilungen, um ein endgültiges Urteil zu fällen. Diese erwarte man heute in Paris in einer zweiten Anlage, die den Mechanismus der Zwangsanleihe airseinandersetze. Aber in ihrer Gesamtheit scheine die deutsche Antwort die Reparationskommission zu befriedigen. Inzwischen aber müsse man feststellen, daß Deutschland sich gebeugt habe und Europa eine Krisis erspart hätte. Das ,.Echo de Paris" sagt, man habe von Deutschland nur erzielt, daß es sich den Bedingungen gebeugt habe, die für unerläßlich gehalten worden seien. Erst die Zukunft könne über die Wirksamkeit dieser Bedingungen entscheiden. erklärte in Verteidigung des Standpunktes der Reichsregierung In dec Frage der neuen Umlageerhebung, es sei zu oedenken, daß man Heuer eine wesentlich schlechtere Ernte bekommen würde und. daß es überhaupt schwer fallen würde, die Brvtversorgung durchzuführen. weil eine stärkere Spekulation als je mit Brotgetreide eintreten werde. Damit drohe die allgemeine Drotversorgung in große Gefahr zu kommen. Deshalb stellte sich die Reichsregie- Das „Oeuvre" weist darauf hin, daß gestern der belgische Außenminister Ja spar erklärt habe, man habe das Ergebnis nur erzielt, weil man gegenüber Deutschland Festigkeit gezeigt habe. Das sei wahr, aber nicht in dem Sinne, den Jaspar seinen Worten gegeben habe. Die Entschlossenheit, die den Widerstand des Berliner Kabinetts gebrochen habe, habe nicht in der 'Bedrohung Deutschlands mit militärischen Sanktionen. sondern in der solidarischen Haltung der Alliierten, namentlich Frankreichs und Englands, trotz der Zwischenfälle von Gemia, gelegen. Die franzöfisch-britische v x _ Einigkeit sei die wahre Kraft derEn- Anrechnung von einem Monat UntersuchungS- t e n t e, bie einzige, die Ausrechterahltung und die und drei Jahren Ehrverlust verurteilt. Ausführung des Versailler Vertrages sichern y v '--------- Helm II., Landwirt in Bettenhausen. 13. G i etz. Heinrich, Landwirt in Unter-Sorg: 14. Michel. Johann Karl, Zigarrensabrikant in Laubach: 15 Bergmann, Heinrich. Prokurist in Hirzenhain: 16. Bickel, Heinrich Karl. Landwirt in Dleichenbach. 17. Ludwig, Jakob, Bürgermeister in Münster: 18. Rikola us, Karl, Orgelbauer in Lich: 19. Kaiser, Heinrich, Bürgermeister in Steinberg (Ortenberg); 20. Häuser, Friedrich III.. Landwirt in Rieder-Weisel; 21 Spengler, Otto, Landwirt in Grand- Schwalheim: 22. Löffler. Heinrich IV.. Landwirt in Ilbeshausen; 23. Pfnorr, Heinrich Karl, Rentmeister in Londorf; 24. D e ch t h o l d. Bür- germeister in Eckartsborn: 25. Meyer, August, Direktor in Friedberg; 26. Lampert. Heinrich W., Dreher in Rieder-Erlenbach; 27. Mosche- ros ch. Karl. Landwirt in Okarben; 28. Hühn, Johann, Hutmacher in Schlitz; 29. Kratz, Heinrich V., Schmied in Bleidenrod; 30. Selbmann, Emil. Kupferschmied in Lauterbach. Cs stehen voraussichtlich zwei bis drei Strafsachen zur Verhandlung. die drei bis vier Tage in Anspruch nehmen werden. ** Die Brotkarten nur fürMin- derbemittelte ? Rach einer Meldung aus München hat der bayerische Antrag, wonach künftig der Bezug von Markenbrot aus Umlagegetreide auf die Minderbemittelten beschränkt werden soll, beim Reich günstige Aufnahme gefunden. Der Vorschlag wird in den Entwurf aufgelrommen, der demnächst dem Reichstag und ReichSrat über das Reichsgetreidegesetz zugehen wird. — Hoffentlich wird bei der endgültigen Fassung der Begriff „Minderbemittelte" so sestgelegt, daß auch wirklich alle Minderbemittelten das billigere Markenbrot erhalten können. ** Der Milchpreis wird in einer Bekanntmachung des heutigen Anzeigenteiles mit Wirkung vom 1. Juni ab auf 9.60 Mk. für den Liter Vollmilch erhöht. Bornotizen. — LageskalenderfürMittwvch. Stadtmissionssaal, Löberstr. 14, 8V3 Mr'- Versammlung für alle Zeltbesucher. — Hotel Großherzog, 81/« Uhr: Vortrag des Deutsch- völkischen Schutz- und Trutzbundes. — Astvria-Lichtspiele: „Dr. Mabuse". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Toska". — Waldbuhne. Ueberntorgen. Freitag, abends 7u Uhr wird „Das Frühling s- f e st" von' Else Speckhardt. das neulich großen Beifall gefunden hat. wiederholt. Wke aus der heutigen Anzcige zu ersi-hen ist. smd Die Eintrittspreise für die Volks- und Schuler- Vorstellung tocfcntli ch hera-bgcse, t — Der ehemalige österreichische Reichsratsabgeordnete R. Zeidler wird am Donnerstag abend 8V2 Uhr tm Post- leLIer einen Vortrag halten: „Aufstieg trotz allem". Er ist ein fesselnder, überzeugungskraftiger 'Redner der schon seit fast einem Mannesalter tapfer für'die politische Erziehung des deutschen Volkes känrpft. (Siehe Anzeige.). Starkenburg und Rheinhessen. fpd. Offenbach, 30. Mai. Lebensgefährliche Verbrennungen erlitt das siebenjährige Töchterchen Anna Bolz durch eine aus dem Ösen schlagende Stichflamme. Der Aer- mel des Kleides sing Feuer, das durch das Fort- laufen und Hilfesuchen des Kindes das ganze Kleid erfaßte. Die Mutter des Kindes hat sich bei denr Löschversuch beide Hände mit verbrannt. Mutter und Kind mußten dem Krankenhause überführt werden. Das Kind liegt bedenklich Darnieoer. Hessen-Nassau. Nachspiel vom Eisenbahnerstreik. fpd. Fulda. 30.Mai. 3n dem Disziplinarverfahren gegen den Eisenbahnsekretär Balthasar Mihm, Fulda (früheres Stadtrats- und Stadtverordnetenmitglied der S. P. D. Fulda), wurde vor der Reichsdisplinarkammer Cassel das Urteil gefällt. Es lautete auf Dienstentlassung. Während zweier Jahre werden ihm vom Ruhegehalt nur -'5 seines Anspruchs gewährt. Mihm hat bekanntlich beim letzten Eisenbahnerstreik Anfang Fwruar dieses Jahres an führender Stelle gestanden. Steuerhinterziehung von mehreren Millionen. fpd H ö ch st a. M„ 30. Mai. Das Finanzamt erläßt soeben ein Rundschreiben zur Ermittlung des Aufenthalts des 37jährigen Kaufmanns Hch. Hamm aus Griesheim a. M., Hauptstraße 53. Hamm soll sich der Steuerhinterziehung von mehreren Millionen strafbar gemacht haben >und dann nach Spanien verzogen fein. Rach anderen Meldungen soll sich der Flüchtling tn Berlin oder Berlin-Schöneberg*aushalten. ][ Marburg, 28. Mai. Unter großer Beteiligung fand heute hier die 2. Balleikundgebung der Ballei Marburg des Jungdeutschen Ordens statt. 3m Anschluß an eine Feier im Dammelsberg, wobei die Rütliszene aufgeführt wurde, zogen die Teilnehmer durch die Stadt nach Den Stadtsälen. fpd. Ufingen, 30. Mai. Spielende Kinder sanden beim Hattstein-Weiher in einem Versteck ein großes Lager von Streichhölzern, färben und vielen anderen Kurzwaren. Die «Sachen rühren alter Wahrsch a b b“ bat vom Aussprache im Finanzausschutz des Landtags, crflatter des „Da i l Y T e l e g P h b „ OSon allen Seiten wurde auf die großen Rachteile Rei^auhenmmister ^. Rathenau anläßlich bie sowohl das ganze Hessenland, eines Interviews folgend Erklärung über die I insbesondere Darmstadt durch Deamtenver- E r g e b n 1 f f e der Ge n u e s 2l h k 0 m - sehungen erleiden würde, hingewiesen und ein unk über das d uts ch-r u s s sH Konfe- t>on Mitgliedern aller Frakt'wnen unterzeichneter men erbalten. bat f Qlntrag angenommen, durch welchen die CRegie» renz leine totrfliti t°n$retAef" n^e;p.^n9.T.nf rung ersucht werden soll, alsbald die nötigen schen den dort bersammelten Schritte einzuleiten, damit diese einschneidende gebracht, trotzdem hat sie em Gutes erreicht. $um crbfiAt veibindert wird ersten Male seit dem Kriege smd Sieger und Be- ^Itcht verhindett wird. siegte unter gleichen Bedingungen zusammen-1 - gebracht worden. Reben sehr wichtigen Reso- uitionen über die Wirtschafts- und Finanzfragen AUS Stflbt MNd fiQtlb. ist das. was die Genueser Konferenz in Wirk- Dießen, den 31. Mai 1922. lidrfeit erreicht hat. bedeutsam, daß nämlich der ~ .. „ Osten und Westen Europas miteinander Fühlung llnfer neuer Vornan, mit genommen hat und der große Staat im Osten Abdruck wir morgen beginnen, ist ein Wett Europas, der feit Jahren von allem Verkehr mit Richard Skowronneks und h«iht „M e i n dem übrigen Teile der Welt abgeschlossen war. Detter Josua". Sonnig und freundlich tzoieder in die Gemeinschaft der Rationen zurack-1 -- ----- -- - - - - - gebracht worden ist. Dies wird sich mit der Zeit lU ein Sieg für die Menschheit erweisen, obwohl der Fortschritt natürlich nur langsam sein kann. t$ine vitale Frage, die in Genua nicht erörtert werden konnte, war die Reparationsfrage. Bevor diese Frage nicht ihre Losung gefunden hat, kann keine wirkliche Regelung stattfinden, und keine wirklich wettvolle Wiederausbauarbeit be- München, 30.Mai. (WTD.) Der Deutsche Landwirtschaftsrat nahm Resolutionen an, in denen daraus hingewiesen wird, daß die deutsche Landwittschaft sich einmütig | chenig bekannt, daß er zu den ?U fetm trMf bef!en. größten und edelsten Deutschen gehört, deutschen Landwittschaft steNt aber auch darauf Christen mit ihrem klaren logischen Auf- mifmerffam macht daß die (Sr n e u e r u ng^ ßau unb ihrer überzeugenden Folgerichtigkeit smd Ge treideumlage für 1922/23 die Ourchfuy I ffnfiTScben xu reckinen oie sollten ©etnciit- rang gut aller Gebildeten werden. Graf Schliessen hat wenn nicht unmöglich machen mürbe. Die Ge- Selbst und das 3ch nicht gekannt. Wie sein treideumlage in der voriahr^n ^rm bedeute rß ä Moltke war auch er ein Mann der eine äußerst ungerechte Sonderbesteuerang per _ » « qir»prs unh «,^i ertragen wer dm. gangenbeit zu lesen, was da kommen wird und für die m.luderbemlttelten ^evö.kerung2^eise mi toag ba formnen muß. In zahlreichen Schriften. Brotgetreide sei die L^dwittsch^t unter der na<^ seiner Verabschiedung veröffentlicht wur- Vvraussehung bereit, daß gleichermaßen die . ßcblieffen haß beutfehe Volk und leistungsfähigen Schichten aller Erwerbsstande ko^e^ UicLstuL vorbereiten, warnen und auf den rechten Weg SrÄl Jr??b X@ m tocifcn- Dem Al-meister Schliessen ist es zu bnnSmirfifLr % » I Deutschlands Unglück nicht beschieden gewesen, freien Verkehr. Reichsernahrungsminister 6 e h r > Mehren in die Tat umzusehen, der Prophet hat, wie immer, in seinem Vaterland nicht gegolten. — Der Vergleich des Sch'.ieffenschen Aufmarschplans 1905 und des deut'chen Aufmarsches 1914 ergibt, daß letzterer ebenso wie die Operationen zu Beginn des Krieges nicht in Schlief- fenschem Sinne waren. Schliessen woMe mit starkem rechten Flügel das deutsche Heer in einer geschlossenen Phalanx durch Belgien und Rord- frankceich führen und dabei eine Linksschwenkung mit Drehpunkt Metz—Diedenhofen machen. Wie auf dem Exerzierplatz sollte mit Augen rechts und Fühlung links vormarschiert werden. 1914 erhielt die 5. Armee, auf die die Schwenkung ausgeführt werden sollte, volle Bewegungsfrei- I fielt und stürmte gegen und über die Maas vor. Es fehlte an der straffen, einheitlichen Führung von oben. An der Spitze der O. H. L. stand, um koste n d ecken müßten. In'dem Entwurf der E Schlicfsen zu spr^en, ein ernannter" aber neuen Getreideverordnung würden Bestimmungen „geborener Feldherr. festgelegt, die die Möglichkeit bieten, den Kreis der mit Mattenbrot zu.Versorgenden 'zu beschrän- ^^n^^it fcrt V?)fchtiaste sei die Äraae di>> Vi eisbil-» I Viag er mit den -tvaffen m der Hand oder Mit Lng^bk sich noch im ©tabium der Er-Aigungen anderen Mitteln geführt werden^^nigstenS nach befinde. Er werde bestrebt sein, alle Llngerechtig- außen hin em % leiten zu beseitigen. Er wolle seinProgramm 1913 schloß Graf nicht in der Zwangswirtschaft, sondern in 2>er fflrnJiuHtfinäförhprii n n hieben ! antwortlichkeit und der menschlichen rlnvolltom Produktionsforderung suchen. menheit stets bewußt, ist Graf Schlieffen seinem Reue Kundgebung gegen die Sonderbündler. Wahlspruch treu gebReben: „Viel leisten, wenig Frankfurt a. M., 30. Mai. Die hes 1. hervortreten, mehr sein als scheinen!" — Die nassauisch. Dezirksverbände ter po- zahlreich erschienene Zuhörerschaft folgte den Aus- litischen Parteien erließen folgende Kund- füfi ungen des Vortragenden mit gespannterAuf- gebang: merksamkeit und spendete reichen Beifall. Die heute hier versammelten Vertreter der " Geschworene. Zu der am 12. Juni unterzeichn tet Pitt iet Ras saus erElren ei'- unter dem Vorsitz des Landgerichtsrates Küch- stimmig gegenüber der auch in der leiten Zeit ler beginnenden zweiten Pettode des Schwur- in Rrsiau stark bet iebenen Propagandatätig-, gerichts der Provinz Oberhessen tour- teit von Sonderbündlern wie Smeets, Dor-j den folgende Personen als Geschworene ausgelvst: Sitzung der Stadtverordneten. Dießen, 31. Mai 1922. Wie -u erwarten war, vollzog sich die Abwicklung der Tagesordnung in der gestrigen Stadtoerordnerensltzung durchaus glatt und reibungslos. Die einzelnen Punkte boten auch in der Tat keinen Anlaß zu einer ausgedehnten Debatte. Es handelte sich meistens um die Bewilligung von Mehrausgaben, deren Notwendigkeit bei den herrschenden Verhältnissen nicht in Zweifel gezogen werden konnte. Lind so stieben denn die Vorschläge der Sachverständigen, d. h. diesmal ' in den meisten Fällen des Finanzausschusses, auf keinen Widerstand. Man ist eS ja längst gewohnt, mit ehemals phantastisch klingenden Zahlen zu arbeiten. Und da die gestern genannten im allgemeinen verhältnismäßig niedrig beziffert waren, so ist eS erklärlich, daß sie dem Ohre leicht eingingen. Flackerte einmal ein kleines Feuer einer Aussprache auf, so wurde dieses von Stoffen genährt, die nicht zur Behandlung standen. So kam man bei der Instandsetzung der Tennisplätze auf die wenig erfreulichen Verhältnisse der städtischen Badeanstalt an der Lahn zu sprechen, die zweifellos dringend der Besserung bedürfen. Die Frage der Errichtung eines Stadtschulkreises gab den Anlaß zu erneuten Beschwerden über die unzureichenden Räumlichkeiten in den städtischen Volksschulen. Dieser letztgenannte Punkt der Tagesordnung verdient besonders hervor- gehoben zu werden. 3m Interesse einer schneller arbeitenden Schulverwaltung ist es zu erhoffen, dah die gestern beschlossene Eingabe an das Landesamt für das Dildungswesen um die Errichtung eines vom bisherigen Kreis- fchulamt getrennten, selbständigen Stadtschul- amteS den gewünschten Erfolg zeitigt. • Anwesend sind Oberbürgermeister Keller, Vüigelmeister Krenzien, die Beigeordneten und etwa 25 Stadtverordnete. Zur Herstellung von ZinSschein- bogenzu den Stadtanleihen von 1897z98 und 1907 werden Kredite von 15 003 und 21 000 Mark bewilligt und mit der Lieferung der ersteren die Münchowsche, mit der Anfertigung der letzteren die Drüblsche Druckerei beauftragt. Dem Anträge des Finanzausschusses ent- sprechrnd werden für die Volkshochschule insgesamt 30 000 Mark als Zuschuh bewilligt. Dem Verband Hessischer Der- kehrsvereine, dem die Stadt Gießen beitritt, wird ein Zuschuß von 1000 Mk. genehmigt. Dem Kaninchenzuchtverein wird für das Rechnungsjahr 1922 eine 'Beihilfe von 300 Mk. gewährt. Der Jahresbeitrag für das Germanische Rational-Museum wird von 25 auf 200 Ml. erhöht. Da die bisher vorgesehenen 5000 Mk. zur Unterhaltung von fünf Freitischen im Giehener Studentenheim nicht ausreichten, wird der Betrag für 1921 nachträglich aus 7000 Mk. erhöht und für daS Jahr 1922 ein solcher von 9000 Mk. bewilligt. Der Antrag deS Finanzausschusses, eine Orts- sahung festzusehen, der zufolge zur Wertzuwachssteuer in der Stadt Gießen ein Zuschlag von 100 Proz. erhoben werden soll, wird angenommen. Die Besoldungen der städtischen Beamten usw. werden an die neugeregelten Gehaltssätze für die Reichs- und Staatsbeamten mit Wirkung vom l.Mai ab angepaßt Der Vertrag mit Oekonom Gottmann über die Eberhaltung wird mit der Abänderung erneuert, dah ihm eine jährliche Entschädigung von 1000 Mk. statt 300 Mk. gezahlt werden und er außerdem die Hälfte des aus 50 Mk. pro Muttertier erhöhten Sprunggeldes erhalten soll. Der Oekonom Heinrich Gottmann wird zum Feldgeschworenen ernannt und die Gebühren der Feldgeschworenen dahin neu geregelt, dah für einen ganzen Lag 50 Mk., für einen halben Tag 25 Mk. vergütet werden sollen. Für die Lohnerhöhungender städti- schen Arbeiter wird ein Kredit von 6,4 Mill. Mark bewilligt. Zur Erhöhung der Ruhelöhne für die städtischen Arbeiter und deren H i n- terb liebenen werden folgende Grundsätze angenommen: 1. AlS Ruhegeldgebühr werden 2 Prozent vom Rormolstundenlohn erhoben. 2. Die bisherige Ruhegeldordnung wird außer Kraft gesetzt. 3. Die neue Ruhegeldordnung wird für die Dltpensionäre angewandt. Auherdem wird ein Kredit von 100 030 Mk. für die Auszahlung der Ruhegelder und Hinterbliebenengebühren angenommen. Für die InftandsehungderTennis- plätze auf der Liebig sh öhe wird ein Kredit von 40 000 Mk. bewilligt. tim ein eigenes Stadtschulamt für die Stadt Gießen cinzurichten, wird beschlossen, bei dem Landesamt für das Bildungswefen einen dahingehenden Antrag e'.nzureichen. In diesem Zusammenhang entspinnt sich eine Debatte, die von der eigentlichen Tagesordnung abweicht. Don mehreren Stadtverordneten wird daraus hingc- wiesen, dah die Schulverhältnisse dringend die Erbauung eines neuen Schulgebäudes erfordern. Auch von selten der Stadtverwaltung wird diese Rotwendigkeit anerkannt, allerdings auch feftgcflellt, daß ein Aufwand von 8—10 Millionen damit verbunden fein wird. Das Schulgeld für dieHöhereMäd- chen schule wird nach den kürzlich veröffentlichten staatlichen Sätzen erchbht. Die Sähe bewegen sich also zwischen 250? und 500 Mark. Diese Steigerung war notwendig, da der Staat sie als Bedingung für die Weiterleistung feines ZufchusfeS für die Höhere Mädchenschule gefordert hatte. Betreffs der ErweitertenMädchen- schule, zu der der Staat keine Zuschusfe leistet, bestehl dieser Zwang nicht. Die Gebühren bewegen sich hier zwischen 1300 und 250 Mark. Für auswärtige Schüler wird ein Zuschlag von 15 Prozent, für Richthessen ein solcher von 25 Prozent und für Ausländer ein solcher von 100 Prozent erhoben. Für die Beschaffung eines Projektionsapparates für die Volksschule und die Installativnskvsten werden 30 000 Mark bewilligt. Die Entschädigung an die Alice- schule für die Teilnahme von 18 Schülerinnen der Stadtmädchenschule an dem Essen der dortigen Haushallungsschule wird für daS Rechnungsjahr 1921 auf 1800 Mark erhöht. Zur Trennung deS Singsaales von demTurnsaale der Höheren und Erweiterten Mädcl-enschule, die durch eine schallsichere Wand hergestellt werden soll, werden 3500 Mark zur Verfügung gestellt. Die Vergütung für die Tätigkeit an den städtischen Kinderhorten wird In der Weise geregelt daß für die Zeit vom 15. Februar bis 31. März 1922 für die Stunde 10,40 Mark gezahlt werden und ab 1. April 1922 die Gebühren jeweils 80 Prozent des Satzes für den FvrtbildungSschulunterricht betragen sollen. Zur Deckung des bestehenden Fehlbetrages und zur Fortführung der Quäkerspeisung wird ein Kredit von 30 000 Mark genehmigt. Für die Kleinrentnerfürsorge wird ein Kredit von 22 000 Mark bewilligt. Die Baugesuche der Firmen Bänninger, Gail. A. u. W. Denninghoff und Heyligenstaedt werden genehmigt. Die Straße an der Rvrdseite der Dahn nach Gelnhausen erhält den Hamen Grdkauter Weg. die verlängerte Bleichstraße wird Gnauth- Straße benannt. Der Ankauf von Zement für den Betrag von 33 640 Mark wird genehmigt. Zur Befchaffung von Asphalt werden 40 000 Mark, zur Einrichtung der Räume des Wohlfahrtsamtes 11200 Mark und zur Erneuerung des Anstri- chesanverfchiedenenDrücken 33 045 Mk. bewilligt. Die Gebühren für Beerdigungen werden in Anbetracht der gestiegenen Arbetts- lbtme. die als Richtlinien für die bisherigen Sätze sestaelegt wurden, in der Weise erhöht, daß für Teeroigunoen in CinfassungSgräbern ein Zuschlag von 100 Prozent, für Beerdigungen in Erb- grabern ein solcher von 200 Prozent und für Beerdigungen in Grüften ein Zuschlag von 300 Prozent zu entrichten ist. _________ Stadtv. Dr. Ebel läßt mittet!en. daß rt durch feine berufliche Tätigkeit als Direktor der Universitätsbibliothek derartig in Anspruch genommen ist. daß er in den nächsten 3 Monaten sein Mandat nicht auSüben kann. Gegen 61/» tihr wird die össentliche Sitzung geschlossen. —------- (Siebener Stadttheater. Heinrich Ilgenstein: ,Der Tenor der Herzogin'. Gießen, den 31. Mai 1922. Heinrich Ilgen st eins Lustspiel hat vor vielen anderen Werken dieser Gattung den Vorzug. daß ihm eine wirklich gut erdachte Fabel zu Grunde liegt. Freilich, es hat auch seine Schwächen, die hauptsächlich darin liegen, daß die Geschehnisse doch, wenn man strenge Kritik anlegt, etwas reichlich unwahrscheinlich sind, aber man pergißt sie, weil es der 'Verfasser versteht, über sie In gelungener Weise hi iwegzu tauschen, wozu fern sicherer Blick für das Bühnenwirksame am wesentlichsten beiträgt. So findet man sich gern mit dem Ganzen ab und vergnügt sich weidlich über das moraltoütige Treiben der .Legitimen", die den .Tenor der Herzogin" und seine charmante kleine Frau zu einer tollen Komödie zwingen, bis sich zum Schluß alles befriedigend löst. Man konnte sich gestern abend um so besser vergnügen, weil die Ausführung, die Hofrat Steingoetter leitete. In jeder Weise auf anerkennenswerter Höhe stand. Der Tenor fand in dem Casseler Oberregisseur Alfons Pape als Gast, feine Frau in Odette Orczy eine Verkörperung, wie man sie sich gelungener nicht wünschen konnte. Im Bunde mit Rudols Goll, der auch diesmal wieder eine fein gezeichnete Type gab, setzten sie die Zuhörer in heiterste Stimmung und fanden reichen und wohlverdienten Beifall. Auch Auguste M a r ck s In der Rolle der Herzogin verdient volles Lob. Fred S chü l e r als Prinz Bernhard und die Damen Adele Horn. Lina O l d i n t und Luise Ramme! als .Xiegitime“ reihten sich würdig an. * Bedauerlich ist es, daß die anerkennenswerte Arbeit, die man im Stadttheater gestern leistete, so schlecht belohnt war durch spärlichen Besuch. Das Gießener Publikum sollte seiner Bühne auch im Sommer treu bleiben; sie Oer» dient eS. —r. Verantwortlich für den politischen Teil. ________I.D.: Karl Walther. Dr.BahrsZahnpulverJr.23“ vom Zahnarzt verordnet, daher 4493 „das rechte Zahnpflegemittel“. Kreuz-Drogerie, Bahnhofstraße 51. FräüensdTönheit Ä tsg X’Ä myrrhotin=Selfe Die unterzeichneten Banken geben hiermit bekannt, dah ihre Kasten und sämtlichen Geschäftsräume W smstss, öem 1W M für jeglichen Verkehr geschloffen sind. Bant fflr Sänke! mk Mnsttle MerlMug (Biegen. DkUtW vMillSlmk »le (Biesen. Mon K.MM-GesklWsl Zweigstelle Sieben. (MW zn (gießen e. S. m. ö. 6. MWr Sammln W.-Ges. Slllnle Sietzen. MelüenMe Ciedllvank Slllnle Sietzen. 32S2D llch habe sehr preiswert ab Lager hier abzugeben: Mehrere 3-?.8.-vrehstrom- Molore 220,380 und 380,660 Doll; vergl. 5- u. 6-l>.8.-Mtore 220 380 Doll, nur erste Fabrikate; \ Nernlederriemen 10 m lang, 26 mm breit, 11 mm stark, fast neu; 2 Druck- und Säugpumpen (eine davon fahrbar), für Baugeschäft geeignet; W,5 kg blanken halbharten Kupfertest, 25 mm {fort; ferner Kreissägen, Schrotmühlen, Rübenschneid- maschine und Walds Sttomsparwagen. 5285D Otto Abt, Nidda (Gberhessen). Versteigerung. Freitag, den 2. 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Die Sitzung kennzeichnet sich schon äutzer- lich als Kundgebung der Trauer über die Los- r.ühung eines grof)en Teiles von Oberschlesiev. Die Flaggen des Reichstages wehen aus Halbmast. im Saale, gegenüber dem Präsidentcnplahc, i;üngt das weitz-gelbe Danner Schlesiens mit t-cm schwarzen schlesischen Adler, der mit Trauerflor umsäumt ist. Die erste Beratung wird ohne Aussprache erledigt. In der zweiten Lesung berichtet Abg. Koetsch (Dntl.) über die Aus'chubberatung. Die von der Entente diktierte Lösung der ober- schlesischen Frage ist von allen Parteien als ein Bruch des Friedensvrrtrages bezeichnet worden, gegen den feierlicher Protest eingelegt worden ist. Der Ausschuh beantragt die von Dr. Schisser in (Jens und die vom Reichs rat ausgesprochene Rcchtsverwährung gegen die LoSreihung Ober» fchtesienS zu wi^ercholen. lBeisall.) Reichskommissar Dr. Schisser führt aus: Der Vertrag sei natürlich kein vollkommenes Instrument, wie es überhaupt unmöglich sei, die dem deutschen Dvlkskörper durch Gewalt zugefügte Wunde durch juristische Instrumente zu heilen. Mit der Unterzeichnung könne die Vergangenhell nicht ausgelöscht werden. Diese Unterzeichnung bedeute keinen Abstrich von unserer Rechtsverwahrung. (Beifall.) Dr. Schiffer schildert noch einmal das Zustandekommen der Teilung O6er- IchlesienS und betont, dah nicht über alle diese Dinge Gros wachsen dürfe. Der Gedanke der Völkerversöhnung und des Friedens dürfe nicht baxu benutzt werden, aus Unrecht Recht zu machen und als Deckmantel für krasse Gewalt zu dienen. Wir rufen den losgerissenen Volksgenossen zu: rfüllt Eure Staatsbürgerpflicht unter der polnischen Regierung, aber ungeachtet dieser Pflicht lönnt Ihr Euer deutsches Leben weiterführen nicht nur in wirtschaftlicher, sondern auch in kultureller und ideeller Hinstcht. Arbeitet weiter, aber bleibt auch im fremden Lande gute Deutsche. (Lebhafter Beifall.) Adg. S c z e p o n i k - Oberschlesien (Ztr.) spricht im Rennen der losgerissenen deutschen Bevölkerung Wocte des Abschieds. Wir buben au8 Da crlanbf ltcbe und Recht f.rrn für Deutschland < estimmt. Der Vollerdu d.rat hat ti: Summe der deutschen Meh.heit mstachtet und den lebendigen einheitliche . Organismus Obeisch e iens zerrissen. Heber 400 000 deutsche Bewohner sind durch eine willkürlich gezogene Grenze zu pol- ^fchen Staatsbürgern gemacht worden. Wir werten unsere S aetsbürgerpflicht erfüllen, aber unser deutsches Volkstum werden wir nicht aifgebrn. Die Zugehörigkeit zum deutschen Volkstum tann uns kein Mahtspruch aus dem Herzen reitzrn Stürmischer B.ifall.) Abg. Okonsky lS^z.) etnärt die Zustlln- » ung der sozialdemok-.a.ischen Fraktion zum Ab- ommen, er schließ sich dem Protest gigen d:e Losrei' mng Oberschlei iens an und versichert unter lebt,'Ottern Beifall, dach auch iie zu polnischen Staatsbürgern gewordenen Oberschieier sich tote vorher mit dem deutschen Volt verbunden fühlen würden. Abg. Hlihka (Ztr.): Das Zentrum wird tut das A kommen stimmen und wiederholt bei üeser Gelegenheit den entschiedenen Protest ge° ten die Tellung Oberschlesiens. Sie ist juristisch ein Rechtsbruch, politisch eine Torheit und wirt° schafUich ein Verbrechen. Reichskanzler Dr. Wirth spricht in kurzen Ausführungen den Dank 7>?r Reichsregierung für die Arbeit der deutschen ülntändler in Genf aus. Der Dank gebühre insbeso>idere den Herren Schiffer. Lewald und Dr. Simons. Sie alle ixittcn sich von dem Gedanken leiten lassen, datz in Mitteleuropa genug Ruinen geschaffen worden sind und baj es jetzt gelte, dieses Mitteleuropa vor der Zerstörung und dem Zusammenbruch zu retten. Gegenüber der brutalen Gewalt, die während der polnische!' Aufstände verübt wurde, hätten sich die oberschles sichen Mämicr mit zäher Ausdauer mb mit gitem Recht, die heimatliche Erde zu verteibigen. zur Wehr gesetzt, Riemand könne ihnen da> verwehren. Dec»Kanzler ehrte das Andenken der Gefallenen. In Zukunft toll der Friede in Obecschlesien und der Gedanke der Verständigung in ganz Mitteleuropa herrschen Er bittet, das Gesetz anzunetmen und damit auch dem oberschlesischen Volke, da! keine Katastrophe wolle, nicht neue Rumen, sondern den Frieden zu geben, (ßebtafter Beifall.) Abg. Frau Senner (ÜISP.) protestiert gegen die Teilung Oberschlesiens, weil über die Menschen, wie über Ware verfügt worden ist. Sie lehnt jeden Imperialismus ab und macht die deutsche Regierung für die Schaffung des Königreichs Polen verantwortlich. Die Rednerin stimmt dem Wkommen zu, lehnt aber die Rechtsverwahrung ab. Abg. Hergl (D.-R.) lehnt den Vertrag aus grundsätzlichen Bedenken ab, stimmt der Rechtsverwahrung zu und schlieht unter lebhaftem Beifall der Rechten mit der Versicherung, das deutsche Voll werde nicht ruhen, bis der geraubte Teil des auf ewig ungeteilt und deutsch bleibenden Landes Oberschlesien toieber mit der deutschen Heimat vereinigt sei. Abg. Rheinbaben (D. Dp.) lehnt den aus t-cm Diktat der Dotschafterkonferenz entstandenen Genfer Vertrag ab und schliefst mit der Aufforderung an die losgerissenen Oberschlesier, fest zu bleiben in dem Glauben an den Tag der Wiedervereinigung mit dem deutschen Doll. Abg. Pohlmann (Dem) wiederholt die feierliche Rechtsverwahrung seiner Partei gegen die Sr^scheidung der Botschafterkonferenz und dankt der losgerissenen Devöllerung für die Deutschland bewiesene Treue, welche übet die staatsbürgerliche Trennung btnauibauern würde. Abg. Emminger (Dayr. Vp.) gibt eine ähnliche Erklärung ab. Abg. Höllein (Komm.) erklärt, den deutsch- nationalen Rummel nicht mitzumachen, worauf die meisten Abgeordneten der Rechten den Saal verlassen. Der Redner lehnt den Genfer Gewaltvertrag ebenso ab, wie seinerzeit den Versailler RaubverttV. Das Abkommen wird in zweiter und dritter Beratung mit Zweidrittelmehrheit gegen die Stimmen der Rechten und Kommunisten angenommen. Präsident Loebe widmet nach Feststellung der Annahme Worte der Trauer über den Verlust Oberschlesiens, die von den Abgeordneten und den Regierungsvertretern stehend angehört werden: nur die Kommunisten und Unabhängigen bleiben sitzen. Der Präsident schlieht mit den Worten: In Rot getrennt, in Treue vereint, unvergänglich soll diese Treue hüben und drüben fern; unvergänglich auch die Rechtsverwahrung, welche die deutsche Regierung gegen die Teilung Oberschlesiens eingelegt hat. (Lebhafter Beifall.) Rach debatteloser Annahme der mit dem Vertrag zusammenhängenden Rechtsabkommen wird nach 1 Uhr die DorrnittagSsitzung geschlossen. 223. Sitzung, nachmittags 2 ülhr. Aus der Tagesordnung stehen zunächst Anfragen. Abg. von Schoch (D. Dp.) fragt, ob ein int ^Vorwärts" erschienener Bericht über Er- lchiehung eines deut chen Arbeiters Wagner in Bcbenheim a. Rh. durch einen französischen De- Mtzungssoldaten richtig sei. Ein Dertreter der Regierung bestätigt die Richtigkeit der Meldung. Der Täter sei zu fünf Jahren Gefängnis verurteill worden. Wiederholt habe der deutsche Botschafter die Rechtsansprüche der Hinterbliebenen betont. Sine Antwort der deutschen Regierung stehe noch aus. Ms zur Erledigung der Rechtsansprüche werde für die Hinte bliebenen nach deutschem Rechte gesorgt. Auf eine Frage des Abg. Most (D. Dp.) über Tötung eines dreizehnjährigen Mädchens durch einen belgische^ Gendarmen in Duisburg teilt ein Regierungsvertreter mit, dah der Täter zu sieben Jahren Zuchthaus, Degradation und einer Geldstrafe verurteilt worden sei. Sodann wird die Aussprache über Genua fortgesetzt. Abg. Ho et sch iDnll.): Die deutsche Reichs- regierung vehandell leihet das Reparationsproblem in anderer Weise wie die Genueser Konferenz, weil sie uns über ihre Absichten bei den •Parifcr 'Verhandlungen im Unflaren lässt. Das ficht so aus, als wenn sie nicht den Wut hätte, ihre Absichten vor dem Reichstag zu vertreten. Wir stellen deshalb folgenden Antrag: „Der Reichstag mihbilligt. dar. die .Reichsregierung I bei den Verhandlungen über die Reparationsfrage in einer Welle verfährt, die nicht mit den Rechten und der Verantwortlichkeit des Reichstags vereinbar ist. Unter diesen Umständen versagt der Reichstag der Regierung das nach der Dersa^ui'g ctforbrr.iche D?rt auen." (Veil, rechts ) Es hat bei den Verhandlungen sowohl an der Fühlung mit dem Reichstag, sowie auch an der Fü! lang zw.schen den d feinen Regierungsstellen gefehlt. Es ist nicht wahr, dah die Inflation durch die Mitzwirtschafl verursacht ist: sie kann nur durch ein Herabseyen der inerträglichen RrpnrationSlasten ei g schränkt werden. Die Regierung hat erklärt, dah die Steuerleistung nicht noch weiter angespannt werden tonne. Wie steht es mit den Abmachungen in Paris? W»r haben auch noch nichts gehört über den eigentlichen Zusammenhang zwischen Anleihen und Reparationen. Aber dir Verpflichtungen von Eannes sollen bestehen bleiben und damit der für uns so verhängnisvolle Zusammenhang zwischen Goldzah'ung und Teuertng. Wir protestieren gegen die Revorationsabmachdingen in der Richtung, wie sie dort in Parts ein- geschlagen worden worden si -d Goldzahlungen sind für uns unmöglich. Die Regierung aoer ist bereit, auch jetzt wieder unerfüllbare Verpflichtungen zu übernehmen. Das lehnen wir ab undsprechen derRegierung indieser Frage unser schärfstes Mihtrauen aus. Den Abschluh des Rapallovertrages halte ich persönlich für richtig und zweckmätzig, tedoch darf die Ostgrenze für die Oft;aben nicht noch weiter geöffnet werden. Wir verlangen von der Regierung Aktivität in der Frage der Klärung der Kriegsschuld, vor allem aber in der Frage der Reparationen. Die Abstimmung über das Mihtrauensvot im wird auf Mittwoch zwischen 12 und 1 Uhr zi- rückgestellt. Abg C r i s p i e n (USP.) macht den deutschen Kapitalisten unter lebhaftem Protest der Dolkspartei den Dvrwurf, sie wünschten selbst eine Besetzung des Ruhrgebiet-es. Gegen den Rapallovertrag hat der Redner nichts einzu- wenden, mihbilligt aber die Methode bei seinem Abschluh. Abg. Dr. Decker (Bahr. Dp.): Wenn das Mihtrauensvotum der Deutschnationalen die Regierung verhindern sollte, überhaupt in Paris zu verhandeln, so wäre ein solcher Eingriff in die schwebenden Verhandlungen ein ungewöhnliches Verfahren des Reichstages. Seine Partei behalte sich ihre Abstimmung vor, bis sie Rarer sehen forme. Seine Partei stehe dem Rapallo- oertrag nicht ohne Bedenken gegenüber, die sie bei geeigneter Gelegenheit vorbringep werde. Von Ruhland aber müsse man verlangen, dah es nunmehr normale Rechtszustände schaffe und die bolschewistische Propaganda in Deutschland cin- schränke. Auch gegen die Methode der Pariser Verhandlungen seien manche Bedenken vorzubringen. Die Zwangsanleihe decke doch nur in diesem Jahr einen Teil der Leistungen und eine weitere Zwangsanleihe oder eine innere Anleihe sei doch wirtschaftlich unmöglich. Auch die steuerliche 'Belastung des beutfdjen Volkes sei das Höchstmaß dessen, was der deutschen Wirtschaft zugemutet werden könne. Die von der Regierung gegebenen neuen Zusagen formten zudem bai Vertrauen zu der Regierungserklärung nicht stärken. (Zurufe bei den Unabhängigen: Sie wollen alle die Ruhrbesetzung!) Wer- die Leiden der Besetzung kennt, betet immer: Gott erlöse uns von dem UebeL Trotzdem wäre vielleicht diese Lösung noch dem jetzigen System vorzuziehen, wo eine Erpreffung der anderen folgt Jetzt sei der günstigste Moment um das Reparationsproblem aufzurollen und die Aufhebung der unberechtigten Besetzung von Düsseldorf. Duisburg und Ruhrort zu verlangen. Amerika werde hoffentlich seine wichtige Stimme dafür erheben. Abg. Dr. Dernburg (Dem), lieber die Pariser Verhandlungen sind die Parteien von der Regierung eingehend unterrichtet worden. Wer hier aus lieber Gewohnheit ein Mihtrauensvotum mit angeblichen Verstößen gegen das parlamentarische System begründen will, der kennt das parlamentarische System nicht Redner begrübt den Rapallovertrag, der dem Geist von Genua entspräche, von dem aber bei den übrigen Mächten r«ht wenig zu spüren war. Da die Be^ dingungen für bje Anleihe nicht vom Schuldner, sondern vom Gläubiger gemacht werden, müssen wir uns auf schwere 'Hchtngungen gefaßt machen. Jedenfalls muh für eine langfristige Anleihe, da uns eine kurzfristige nichts nützt, erst die Grundlage durch eine Reu Ordnung des Reparationsproblems geschaffen werden. (Beifall ) Abg. Böhm -Dayr. Dpt) begrübt den Abschluß des Rapallovertrages und stimmt dem Reichskanzler darin zu, dah die Politik dec Termine endlich auf gegeben werden müsse. Abg. Fröhlich (Komm.) Die von Minister Dr Hermes in '^aris gemachten Vorschläge veranlassen unS, der Regierung das ichärsste Mitz- trauen auszusprechen. Diese Politik liefert die deutsche Arbeiterschaft vollständig dem deutschen Kapitalismus aus. Abg. Iäcker (Svz.) gibt im Ramen der Abgeordneten für die Kreise Düsseldorf-Ost und -W-est als Vertreter des infolge der Sanktionen von Frankreich besetzten Gebiets eine Erklärung ab, welche gegen die Fortdauer der Besetzung Protest erhebt, nachdem die wirtschaftlichen Sanktionen nach der älnterzeichirung des Londoner Ultimatum^ im wesentlichen aufgehoben seien. Rach 14 Monaten bestehe in diesem sehr bedeutenden Industriegebiete der von einer fremden Macht ausgeübte militärische Belagerungszustand. Die Rech'.sgarantien feien aufgehoben: das Rheinlandsabkvmmen habe für dieses Gebiet keine Gültigkeit. Alle Macht ruhe in den Händen des jeweiligen Truppendes, hlshabers. Aus die Dauer seien diese Zustände für die Devöllerung unerträglich, umsomehr als es sich nicht um ein abgeschlossenes Gebiet handle, sondern um einen Teil des icheinisch-w st ä i chen Industriegebietes Formell müsse festgestelll werden, dah diese Sanktionen auf kein Recht und keinem Vertrag sich stützen und sie der Ausdruck nackter Willkür und militärischer Gecvalt seien. An die Völler der Ententeländer richtete er den Appell, dafür zu fergen, dah die mit den in Genua verkündeten Prinzipien in schroffstem Widerspruch stehenden Sanktionen umgehend aufgehoben werden. Damit schlieht die Abendsitzung. Mittwoch 11 Hfrr Abstimmung über das Mihtrauensvotum und Kleine Anfragen. Schluh 8 älhr. Aus dem Amtsverkuudigungsblatt. " Das Arntsverkündigr^ngsblatt Rr. 67 vom 30. Mai enthalt: Bezeichnung der Kreisvermessungsämter. — Abänderung der Fleischbeschauordnung. — Erwerbslosenfürsorge. — ilnfallDerbütung, hier: Aufbewahrung und Vertrieb von Knallkörpern. — Aufstellung der Gemeinde-, Mark- und Stistungsvoranichläge für 1922. — Vergütungen für die stundenweise beschäftigten Handarbeitslehrerinnen. — Handelserlaubnis für Wein. — Walzarbeiten. — Tanzbelustigungen und sonstige Lustbarkeiten an den Pfingst- feiertagen. — Dienstnachrichten. — Feldbereinigungen Aliendors a. d. Lahn. Wegen Vornahme von Walzarbeiten wird dieOrtsdurchfahrtGöbelnrod vom 31.Mai ab für den Durchgangsverkehr gesperrt. Die Straßensperre , Londorf-Kesselbach" ist wieder aufgehoben worden. In der Gemeinde Rockenberg (Kreis Friedberg) ist die Maul-und Klauenseuche amtlich festgestellt worden. Die Gemeinden Griedel, Oppershofen und Münzenberg wurden zum Deobachtungsgebiet erklärt. In der Gemeinde Hain-Gründau (Kreis Büdingen) ist die Maul- uni) Klauenseuche ausgebrochen. Die erforderlichen Sperrmnhnahmen sind angeordnet. Karl Albach aus Hattenrod wurde zum Kommandanten und Heinrich Stumpf III. au« Hattenrod zum Stellvertreter des Kommandanten der Pflichtfeuerwehr zu Hattenrod ernannt und verpflichtet. Karl G ä r t h aus Allendorf ad. Lahn wurde zum Mitglied des Wiesenvorstandes der Gemeinde Allendorf a. d. Lohn ernannt und verpflichtet. Dermiscktes. ' Die Deutsche Gesellschaft für Kaufmanns-Erholungsheime Ferienheime für Handel und Industrie (Sitz Wiesbaden, hat, tote aus ihrem Geschäftsbericht für 1921 hervorgeht, im letzten Jahre eine besonders 'chnelle Weiterentwicklung aufzuweisen gehabt. Richt weniger als 8 grobe Häuser gingen in den Besitz der Gesellschaft über, so dah Im Berichtsjahre insgesamt 21 Heime in Betrieb waren, in denen 21511 Personen mit 316938 Verpflegungstagen Aufnahme sanden. Durch die neuen Häuser hat die Verteilung der Heime über ganz Deutschland eine so glückliche E^gän- auiig erfahren, dah jetzt von allen wichtigen In- dustrieplätzen und von allen deutschen Grohstädten DieSakramenLshex. Roman von Marte Kcrschen st einer. (Rachdruck verboten.) (Schluh.) „Sr lügt!“ rief sie frohlockend und hielt den Dauern ihre ausgespreizten Hände hin. „Stc Hand' haben's getan! Mit Lust und mit Fielst!' Sie sagte es selbst, wer mochte da noch zweifeln, Im Ru fühlte sich Lene ergriffen. Sie rissen ihr das Mieder mit einem Rua vom Leib. Da holte sie mit der Faust mächtig zum Schlag aus. .Wer die Hex anrührt, den zeichnet die Hex!“ schrie' sie in wilder Entschlossenheit Die Mch.zahl der Dauern entzog sich der geschwungenen Faust und Len funkelnden Blicken der rasenden Frau. Selbst die Mutigeren wagten nicht mehr, sie zu berühren, aus Angst vor ihrer .bösen Macht". Sie begnügten sich damit, der Vordringenden ihre vierschrötigen Leiber ent» gegenzustemmen. Brust an Biust mit den Widersetzlichen gewann sie die Kirchentür. Erst jetzt besann sie sich. Mit Schrecken gewahrte sie, dah die Mauer ihres Herzens in Trümmern log! Wo war Heiner! Dort stand et, von ihr toeggebrängt, unfähig, den Lauf der Geschehnisse weiter zu hemmen.' Der schmerzlichste Vorwurf stand auf seinem Gesicht. In Trümmer geschlagen sah er Hoffnung und Glück. Sein ganzes Leben vernichtet. Wortbrüchig und pflichtvergessen erschien er durch fui So sah er es in diesem Augenblick, der ihn ungerecht machte, indem er nur ihre Schuld sah und darüber die feintge und die der 'Bauern aber vergast Sie hatte das Opfer, das einzige, nicht gebracht! Sein gekränkter Mannesstolz verbot es ihm, li: Hand zu ergreifen, die Lene ihm jetzt hinhielt: .Komm, Heiner, vor die von neuem der Hafer sticht!" Mil einem flammen Kopffchülieln wies er sie ab Ilnb Lene erfasste es mit einem Blia, Latz Las Zauberband zwischen Heiner und ihr zerriffen war. Einen Herzschlag lang erfatzte sie schwindelnd den Türpfosten Dann aber rafft: sie sich zusammen. Die hatte es gewutzt, bah das Wunder sterben mutzte im Dors, wo der Hatz zu Hause war ! Hub ihr Gefühl wandte sich gegen den Man", der sie gezwungen hatte, das Dors wieder zu betreten. Jetzt wartete sie, bah alles Gute in Böses sich verkehren würde ilnb sie hatte nur mehr den einzigen Gedanke:', ihr Büv» lein zu retten vor einer grofjan Gefahr. Das schneidende Leid pretzte ihr ein gellendes Derzweillungslachen aus dem Hale, dann nahm sie die Rocke zusammen und jagte den Hügel hinab in den Wald hinein, ohne eines Gedankens Spur, nur dem wllden Angstgefühl folgend das sie führte Ruch langer Flucht versagte ihr die Kratt. Za Tod erschöpft, lanr^te zu Boden. Sie lehnte den müden Kops an einen Zichtenstamm. Rur mit halbem Bewußtsein fühlte sie die Berührung einer ti,rigen Rinde, das Kühlende scines moosigen ^Icberzugs. Dann vergingen ihr die Sinne. Das laute Deinen des Kindes rief sie wieder zum Dewu' tsein zurück. Erschrocketr sprang sie auf. Ihr Kick» hatte sie bergen wollen! Wohin? Gab es ein Obdach, bas sicher genug toarV Das Hüttle?! Es war Lin Schutz mehr, sie hatte es verraten. Ser Wald? Der bot Lin Dach, ilnb — horch — das Rascheln dort im Basch, das Knacken hier and dort . . .! War das die Rotte, die schon hinter ihr her kam? Es war nur ein Eichhorn, das vertraulich herbeihüpfte. Ilnb doch war's ihr, als ob im nächsten Augenblick rote Baue nHande sich aus dem Dickicht strecken mühten, ihr das Kind, bas Einzige, za entreißen! r ,. „ ilnb jetzt fragte sie nicht mehr: wohin? Ern innerer Drang zwang sie fort, einem Ziel entgegen. das ihr. verschleiert noch, vor bem Bewußtsein stand. Als sich der Weg von neuem > umbcg, lag einer Offenbarung gleich, der Herze- j leidfee vor ihrem Blick. Jetzt tourte sie, nicht umsonst war sie diesen Seg gegangen: Sie Königin, die der bedrängten Mutter Helferin war. die hatte sie geführt! Eine grotze Ruhe kam über Lene, als sie am Ufer entlang ging. Sämmetgraa schimmerte der Wasserspiegel. Aar da, wo die WaLdbäume über ihn weg sich die Avne reichten, lag blankes Schwarz. 2Bäb= renb das Wasser lei e za Lenes Fähen anlhielte, strebte sie dem jenseitiZen Ufer zu, das den See als zertlüfletes Felsgetein begrenzte. Sic betrat es and ging vis an die Stelle, wo es. eine schmale Landzunge bildend, tief in den See ejn- schnill In der Deinen Bucht, um die diese den Arm legte, noch weiter vorgeschoben gegen tu Seemitte, tagte ein abgesprengtes Fels stuck aas der Flat hervor. Es erhob sich schmalbasig über den Wasserspiegel and trug ein breiteres Platea i, caf dem ein dürftiger Strauch sein einsames T-asein führte. Es war bet Stein, am den dir La,-e ihren geheimnisvollen Mantel geschlagen hatte. Lene matz den Abstand, der den Block vom Mutterfelsen trennte und übersprang mit einem Satz den Wasserarm. Sie setzte sich an den Rand des Gesteins, dahin, wo es zu stellst in die Dacht hrnabstieg. Ihre blotzen Fütze streiften fast das Gewässer, das tot and dunkel hier gefangen lag. Die lustigen Weilchen, die weiter d.autzen, vom Abeirdwind bewegt, über den See haschten, duckten sich scheuer, je näher sie dem düsteren Winkel entgegeng. drängt warben. Sch'-udernb zerrannen sie ichliesllich im Schasten der Bucht. Mit zllternden Händen wickelte Lene das Kind aas den Tüchern. Mechanisch öffnete sie ihr Hemd and reichte dem Knaben die Brust. 3ieng fotzte er danach and trank in vollen Zügen. Seine feinen Gliederchen reckten sich wohlig, bie Beinchen strampelten in der Luft. Lene sand nicht den Mut. in die Augen z i sehen, die vertrauend auf ihr ruhten. In hastigen Zügen trank der kleine Bursche, bis ihm die Kraft verging. Sann lieij er auf ahnend die Brust los. 'Die weitze Luv» stand noch auf seinen Lippen, toäiyreab ihm Ichlummerselig die Augen zufielen. Mechanisch wickelte Lene ihr Kind wieder tw die Lappen. Wie im Traum kützte sie den kleinen Mand, der noch im Schlaf erinnerungsselig gespitzt war. Sie kützte das rosige Ohr, das würzige Rüschen, die runde Stirn. ÜTrendlicher Zärtlichkeit voll strich sie über das flaumige Haar. Bilder der Vergangenheit fliegen schemen- gleich in ihr aas. Weit hinter ihr, in grauen Nebelschleiern, sah sie das frosterstarrte Heide- finb mit dem liebes mutigen Herzen. Weit hinter ihr lag auch bas Grab, in dem ihre Frauenliebe den Todesschlaf schlief Rur was in Lust mt Leib des Heidelindes treuester Freund a'Weser war, die fromme Märcherg äubigk.it, s lang euch jetzt erbarmend den Mantel um das, wuo wirklich war. In leuchtenden Purpur verwanbelle sie den todbringenden Schlund und malle mit liebender' Hand tief auf dem Grund Bas BGd der Vers tn- lenen Königin. Traumimst schön sah sie zu Cene* empor: weit, tr ostreich breitete sie ihr bie Arme entgegen. Silbern tönte es in Lenes Ohr . . . Warm's die Herzele-idtrünen der Königin? Rannen sie in den See, datz er leise, teile höher stieg? . . . Oder war sie's, die lautlos nieberglitt . . .? Kühle umloste ihren Leib . . . bettete das Änäblein in seinen Arm . . . deckte Lene zu und alles was leidooll war . . . Die Wellchen des Herzeleidfees zerrannen. Heber dem glatten Spiegel wölbte sich die Rächt. Ihre Sterne bohrten sich in den Grand der tiefen Wasser, die zum zweitenmal ein Mutterherz au« 2eib und Rot erlöst hatten. ein ober auch mehrere Heime in einer Bahnt ayrt ju erreichen sind, die nicht mehr als drei Stunden erfordert. Don den Gasten waren 47 Prozent männlichen und 53 Prozent weiblichen Geschlechts; die Z63, 5 537 >, 5 5193,50 52-6,50 Spanien 443*1,45 4445j55 4279,oO 4290,40 Deutsch-Oesterr. 2,58 2,62 2,35 2,39 Prag 553,80 555,29 525,30 526,70 Budapest.... 34,20 34,3) 33,75 33^5 Buenos Aires . 102,22 102,52 98, - 98,25 Bulgarien . . . 211,20 2l),b0 202,20 202,20 Japan 133,62 134,62 129,75 130,25 Dio de Janeiro 387u, - 8880, * 8. 4b, - 3755, Börsenkurse. (In einem Teil der Auslage wiederholt.) Berlin Frankfurt Schluy- Schluß- Schluß- Schluß- Kurs 4.06 81.5. Schweizer Franken 100 5L = 234. - = 522-75 Kr. = 100 Kr. 100 100 100 100 100 733, 880. 920 1.90 0,13 1.7.14. 125.40. 59.20 ,88.80 88.80 117.80 117.80 97.80 23.80 125.40 1.93 0.05 10.10 47.75 23.25 27.55 4 4.10 0.65 Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Stockholm . Wien.... Prag.... London. . . Deuyork . . Paris. . . . L. Fr. Kr. r 130, 85,33 370,25 280,25 297,- 293,- 560,- 420,- 315,- 255,- 296,- 902,- 695,- 870,- 901,- 1720,- 77b,- 510,- 1000,- 671,- 590,- 590,- 724,- 553,- 460,- 372,- 78.75 623,- 100 MI. — 100 Kr. = 100 Kr. - 100 Fr. = 1 £ = 598,- 601,- 720,- 530,- 465,- 389,- 86,50 640,- 208 - Bad.Anilin-u. Soda Höchster Farbwerke. Allg. Elektr.-Ges. . . Felten & Guilleaume Schuckert-Werke. . . Adlerwerke Daimler 89 - 365,- 284,- 295,- 292,- 540 - 416,- 306 - 251.- 290,- Wechsel auf Holland Deutschland .... Wien Prag Paris London Italien Brüssel....... Budapest ..... Deuyork Agram ....... Warschau Züricher Devisenmarkt. 3d. 5» -.36 3,97 77,50 100 40 12ch- 85, 359,50 279,- 294,- 292,- 550 - 415,- 310,— 252,- 298,- 935,- 740,- 8-1,- 900,- 1750,- 695, - 540,- 1005,- 671,- 57-5,- 603,50 7u0,- 555,- 460,50 373. 76,75 660,- 202.70 L905 0.04 10X5 47.675 29.26 27.375 44.10 0.64 522.- L88 0,13 133, 85, 380. 289, 300, 293, 563, 423, 316, 2 8, 293, 700 - 860 — 885*- 1745 - 680 - 535 - 1010 - 675,- 587 - 600,- 723,- 550,- *65,- 372,- 79,- 650,- 204.- 30.5. 191 0.95 1.72 1,47 4295,- 19,25 1,20 29. 5. 1,88 0,92 1,64 1,40 Datum: 5°f. Dtsch. Kriegsanl. 4°/« Dtsch. Deichsanl. 3° 0 Dtsch. Aeichsanl. 4% Preuß. Konsols Hamburg-Pakets.. . Dorddeutscher Lloyd Comm.u.Privatbank Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . . Disconto-Gesellschast Dresdner Bank. . . Mitteld.Creditbank. Rationalbank f. D. . Boch. Gußstahlwerke Bud.- Sisenw.-Akt.. D.-Luxemb. Bergw.. Phönix-Bergb.-Akt. 1030, - - — — - - 670, Warknotienmgeu. Für 100 deutsche Mart wurden gezahlt: 4° 0 Hess. Staatsanl. Electron Griesheim Dtsche. Dereinsbank 98,25 100.50 106, 128,- — St. Fl. Kr. Kr. Kr. Kr. Sh. r Fr. Kurs Kurs Kurs 29.5. 30. 5. 29. 5. 71 50 77,50 77,50 Gelsenkirch. Bergw.. Harpener Bergbau. 1?55, Oberschl. Eisenb.-D. 680, Oberschles. Eisenind. 920. Markte. Fraukfurter Obst- und Gemüsemarkt. * Sranffurt a. M., 30. Mai. Der gestrige und auch der heutige Marll waren reichlich mit Salat und Spargel beschickt. Es kostete der Zentner Kartoffeln 250—280 ML. Spinat 250=300 Mt., Rhabarber 140—160 ML, Gemusespargel 5 bis 7,50 Mk_, Suppenspargel 3—4 Mk., Kopfsalat die etaube 2 50—3,50 ML. Lattich das Pfund 2,80 bis 4 ML. Rettich das Stück 2—3 Mk., Radieschen das Bündelchen 50—60 Pf. Butter hatte den Preis von 85—88 ML das Pfund. Eier den von 4,40—4,50 Mk. das Stück. Die Zusaunnenkunft zwischen Lloyd George und Poincarä hn Juni. London, 30. Mai. (WTB./ Der Pariser Berichterstatter der ^Daily Dews" schreibL es könne als sicher angesehen werden, bah Poin- care bei seinem Besuche in Lonbvn Mitte Juni die Gelegen heil ergreifen werde, Um mit Lloyd ©eorgc eine allgemeine Erörterung über offen stehende Fragen zu haben. Auster der Reparattonsfrage würbe, wie aus gut unterrichteten Kreisen mitgeteilt werbe, sehr wahrscheinlich auch die Fragebesnahen Ostens behandell werden. Erne geheime Militärkonvention zwischen Frankreich und der Tschecho-Slowakei? Prag, 30. Mai. (WTB., In.. Fortsetzung der Debatte über das Benesch-Exposg" ertiärte im Abgeordnetenhaus ein Abgeordneter der Deutschen nallona.s zialistischen Arbite. Partei, Bene s ch habe, wie aus zahlreichen Quellen mtt- getcilt werde, nüt Frankreich einen Geheimvertrag abgeschlossen, worin er sich verpflichtete, im Falle eines militärischen Konfliktes 500 000 Mann gegen Deuts chland inL Feld zu stellen. Ein Protest der Parteien des besetzten Hessens gegen Loslösungsbestrebungen. Mainz. 30. Mai. (WTB) Die Deutsche Demokratische Partei, die Deutschnationale Vollspartei, die Deutsche Dollspartei, die Sozialdemokratische Partei und die Zentrumspartei des besetzten Gebietes im Freistaat Hessen erließen eine E r- Körung, in der sie sich namens der gesamten Bevölkerung des besetzten Gebietes Hessens aufs entschieden st egegenalleLoslösun gs- bestrebungen am Rhein verwahren, diese als Hochverrat ablehnen und sich aufs schärfste gegen die Abtrennungsversuche des besetzten Gcwietes vom Reiche, sei es durch Deutrali- tät ober durch Autonomie erklären. Sie bekennen sich zu einer einheitlichen Arbeitsfront gegen alle hochverräterischen Vläne und erflären, sie würden jeden Versuch der Errichtung einer rheinischen Republik mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln zu verhindern suchen. Schließlich erneuern sie das TreugelöbniS zum deutschen Reiche und versichern, daß sie alle das ihrige tun würden, um das besetzte Gebiet mit dem deutschen Reiche untrennbar verbunden zu erhallen. Die 11 S. P. hat zwar ihre Unterschrift gemeinsam mit den beiden Rechtsparteien abgelehnt, hat sich aber in einer besonderen Erklärung ebenfalls auf 3 schärfste gegendieDestrebungen der Sonder bündelet ausgesprochen, da eine wettere Zerreißung des deutschen Reiches geeignet fei, die Verelendung des deutschen Proletariats nur noch mehr zu vergrößern. Die von den Separatisten ge° nÄhrte Hoffnung, dah eine rheinische Republll von den Kriegslasten befrett sein werde, werde sich nicht erfüllen, da diese selbst die Sieger im Weltkriege zu spüren hatten. Keine weitere Zerreißung des deutschen Reiches, sondern die Schaffung eines wirklich einheitlichen Deutschlands und Beseitigung der Kleinstaaten fei zu fordern. Zum Pstnatt-Ansslua in die nrünenöe Abitur mit Kaffeekränzchen gehört nach alter Pol könne auch ein felbstgebackener Kuchen. Um Millionen deutschen Geldes den Ab- slun ins Ausland für teure Südfrüchte zu verwehren, sei wiederum an die oft empfohlenen Gewürztste von Dr. Revvin. Leipzin, erinnert. Bittermandel, Zitrone, Vanillin, Zimt, Napfkuchen-Ge- wiirz, Rosen ne würz, Backpulver ufro. 30c jI1 [TlX LL .,.,Tn7.'TT_-. w Behördliche Anzeigen Bekanntmachung. Aus Giund des § 5 Abs. 4 über die Milchwirtschaft vom 30. 4 21 wird mit Genehmigung dec städtischen Lebensmitteldeputation vom 30. 5. 22 infolge Erhöhung des Stallpreifes für 1 Liter Vollmilch von 5,50 auf 7.— ML und der allgemein gelegenen Unkosten der Klein- verkaufspreis für 1 Liter Vollmilch auf 9.60 Mk. ab 1. Juni 1922 festgesetzt. Gießen, den 31. Mai 1922. 52888 Dec Oberbürgermeister. (Lebensmittelamt.) . Bekanntmachung« Betrifft: Körungen für das Pferdestammbuch Freitag, den 2. Juni 1922, nachm. 4 Uhr, findet in Gießen am Viehmarktplah der diesjährige Körterrnin der Landwirtschaftskammer statt SS wird ausdrücklich bemerkt, dah bei den diesjährigen Körungen außer den neu angemeldeten auch alle bereits früher angeförten Stuten vorzufüh^en sind Dichtvorführung bedingt leider Streichurrg im Pferdestammbuch. Gießen, den 27. Mai 1922. 53158 Der Oberbürgermeister. I.D.: l)r Rosenberg. Bekanntmachung. Der Dachtragsvoranschlag der Gemeinde Burkhardsfelden für Rj. 1921 liegt während einer Woche, nämlich vom Freitag, den 2. Juni bis Donnerstag, den 8. Juni beider Tage einschl. auf dem Geschäftszimmer der Bürgermeisterei offen. Einwendungen hiergegen können während dieser Zeit bei uns vorgebracht werden. Zu dieser Dachtragsumlage haben auch die Ausmärker beizutragen. 5292D Burkhardsfelden, den 29. Mai 1922. Hess- Bürgermeisterei. Schmidt. AeinbruchverpaKüng^ Die GeEnde Reiskirchen, Oberhessen — Bahnstrecke Gießen-Fulda — verpachtet öffentlich meistbietend auf die Dauer von 3 Jahren den in ihrem Besitz befindlichen und im Duch^ Wald gelegenen Steinbruch. Der Steinbru 5) enthält ßungfteine, welche sich eignen zu Denkmälern und Bauzwecken. Die Verpachturgsbedingungen können auf der Bürgermeisterei eingesehen werden. Die Verpachtung findet am Diensatg, dem 6. Juni um 4 cklhr im Gemeindehause statt. Reiskirchen, den 30. Mai 1922. 5234O Hess. Bürgermeisterei Reiskirchen. __________________Launspach.__________________ GDDD □□□□□□□ □□□□moüao □□□□□□□□□□ ipftpr 1(rf liefert in *e)er qeutiüf.wr. t Ali yü5ilflthinjiUireinii.9C2iä- wen Oie ßrüöi'iioe unio.-Dculece.. 5. t’.LU?, DDDDDaDDDDDDQDQDQQDDaDQDaQQaDDa MUMM« SMSW 31 früher Central-Cafe Beste Bezugsquelle für Wiederverkäufer % < Ä-ZW wir bringen diese Woche große Posten schwarze und braune Herrenstiefel, schwarze, braune und weiße Danrenhalbschuhe aus renonrniiertesten Fabriken Deutschlands zu außergewöhnlich vorteilhaften Preisen zum Verkauf MkNMN SM« 31 Emanuel G. m. b. H. Meiches Geschäft in Frankfurt am Main, im Gewerkschaftshaus. 5803c