Erstes Blatt 172. Jahrgang Aettag, 54. März (922 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen DrueV«rdindI>ch^ett Preis für 1 mm hohe für Anzeigeno 34 mm Breil« örtlich 90 Pf, auswärts 120 Pf., für RrdI am«> Anzeigen von 70 mm Steile 3öO*Pf. Bei Platz. Vorschrift 20 „Äufjchlag. Hauptfchriflleiler: Aug. Goetz Verantwortlich für Politik. Aug. Goetz; für den übrigen Teil. Karl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Dietzen. Nr.rr Der -ietzener Lnzeloer erscheint täglich, außer Sonn, und Feiertags. Monalliche Bezugspreise: SIN 11.50 emschl. Träger- lohn, durch die Post Mk. 14. - einschl. Bestell, gelb, auch bei Nichlerschei» nen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech.Anschlüsse: fürdieSchriftieitung 112; für Druckerei, Verlag und Ge'.chaftsstelle 51. Anschrift für Drchtnach. richten: Anzeiger Siesten. postfchcätonto: Zranlsurt 0. M. 11686. Den Beziehern deS Gießener Anzeiger- zur nochmaligen Kenntnisnahme, daß der monatliche Bezugspreis vom 1. April an auf Mk. 16.— festgesetzt werden muh. Dazu kommt der Trägerlohn von Mk. 1.50. Durch die Weimarer Berlegcrverfammlung und durch die Verhandlungen im Parlament sind unsere Leser über die Aotlage der Zeitungen unterrichtet und werden die auherordentlich bescheidene Mehraufwendung für ihr angestammtes Heimatblatt ge- wih tragen wollen. Trotzdem halten wir uns für verpflichtet, die neuePreisfestsehung nod) eingehender zu begründen. Vor allem wird ein älcberblick über • die Steigerung der Herstellungskosten für den Siebener Anzeiger erkennen lasten, dah wir auf die Preiswürdigkeit unseres Blattes den größten Wert legen, damit auch die wirtschaftlich schwächeren Bezieher ihre Heimatzeitung weiter halten können. Gegenüber den Friedenspreissähen ist der Bezugspreis des Gießener Anzeigers nunmehr gestiegen nur........um das 22 fache, der Papierpreis dagegen ... um das 60fache. Zeitungsfarbe........ . 27 fache, Oel..........„ „ 42fad)c, Maschinen ersah....... „ 75 fache, Gießmetalle........ lOOsachc, Walzenmaste......... „ 117 fache. Die Erhöhung der Löhne, Gehälter, Brennstoffe, Bctriebskraft, Fracht-, Post-, Fernsprech- und Telc- grammgebühren sind weitesten Kreisen bekannt. Wir dürfen deshalb hosten, daß kein Leser infolge der aus Gründen der Selbsterhaltung unbedingt notwendigen Bezugspreiserhöhung abspringtz Der Gießener Anzeiger ist und bleibt auch weiterhin der unentbehrliche Freund und Berater der Ober- besten in Stadt und Land. Yen Anzeigen-Austraggebern möchten wir mitteilen, daß die Anzeigenpreise des Gießener Anzeigers gegenüber den Friedenssähen nur um daS 19fache erhöht sind. Sie bleiben also, ag der Steigerung der Herstellungskosten gemessen, ganz erheblich hinter den gegebenen Verhältnisten zurück. Der Vergleich mit einigen anderen Blättern möge diePrciswürdigkeit unseresZeilensahev belegen. Wenn der Leserkreis der herangezogenen Blätter auch erheblich größer ist, als es der unfrigc sein kann, so ist doch die Bedeutung des Gießener An- .zeigcrs für fein Verbreitungsgebiet kaum geringer und die Ankündigungskraft der Anzeigen bewegt sich sicher im gleichen Verhältnis. 3m Berliner Tageblatt kostet eine Anzeige von 50 mm Höhe bei 22 mm Breite 550 Mark, in der Kölnischen Zeitung kostet sie in gleicher Höhe bei 30 mm Breite 345 Mark, im Gießener Anzeiger stellen sich 50 mm Anzeigenraum bei 34 mm Breite nur auf 60 Mark, Unsere Anzeigenkundschast darf also davon überzeugt fein, daß ihr der Anzeigenteil des Gießener Anzeigers verhältnismäßig sehr billig zur Verfügung stehl. Verlag öes Siebener Anzeigers. Die neue Verfassung der evangelischen Landeskirche in Hessen. Von Prvfestor D. Dr. Schian. Wochen lang hat der evangelische Lan- desrirchcntag beraten. Der Hauptanteil der Arbeit galt der neuen Kirchenversafsung Große Schwierigkeiten waren zu überwinden; es konnte wohl einmal den Anschein gewinnen als sei das Zustandekommen einer Dersassung üLe Haupt gefährdet, weil in wichtigen Fragen eine Zweidrittelmehrheit nicht zu erzielen sei. Diese Sor- genftunben find vorübergegancien. Wir haben nunmehr eine den jetzigen Derhältnisfen Rechnung tragende Kirchenverfassung. Sie kam zur Annahme auf dem Wege, daß die im Landeskirchen- tag vorhandenen Strömungen eine Q3e flänbigung suchten und endlich sanden. Dabei mußten natürlich auf beiden Seiten manche Wünsche, auch bringenbc, zu'.-ückgeslellt oder aufgegrlen werden. Was beschlossen ist, farm daher unmöglich allen Forderungen entsprechen; mehrfach mußten H3ft Ansichten unberücksichtigt bleiben, die recht lebhaft verfochten worden waren. Das liegt nun einmal im Wesen solcher Beratungen. Daß es sich um eine mit besonderen Sicherungen umgebene Ber- faffung handelte, erhöhte das Derantwortungs- bewußtsein. Die regelmäßigen Berichte über die Sitzungen konnten für weitere Kreise der Landeskirche kein einheitliches Bild er en. Sv sollen denn hier die Grundzüge de neuen Berfastung in kurzer -Tebersicht bargefitfit werden. Künftig ist der Landeskirchentag als die Vertretung dec gesamten hessischen Landeskirche 3n= beber aller Kirchengewalt. 3hm hat die Kirchenregierung Bericht zu erstatten; ihm ist sie verantwortlich. ihn dieses Rechtsverhältnis klar . urchzuführen, wird das oberste Organ der Kirchen ei tung, das üntig „Kirchenreaierung" hcißen wird, in seiner Mehrheit aus Mitgliedern des Landeskirchrntags bestehen. Von 7 Mitgliedern werden 5 zum Landeskirchentag gehören; nur 2 werden Beamte sein. Aber auch bi.se Beamten, die höchsten Beamten der Landeskirche sollen vom Landeskirchentag gewählt werden' Freilich werden diese Beamten auf Lebenszeit gewählt; nur in bestimmten Fällen kann ihr Rücktritt durch eine Zweidrittelmehrheit des Landes- Urchentags herbrigesührt werden. Das Bestreben war maßgebend, die Kirchenregierung nicht allzu vielköpfig zu machen; sie wurde sonst, zumal der größere Teil der Mitglieder außerhalb des Sitzes der Kirchenregierung wohnt, ein sehr schwerfälliges Organ werden. Dieser Kirchenregierung sind nur die wichtigsten und gröhten Ausgaben der Leitung übertragen worden. Sie soll gleichsam die Richtlinien der kirchlichen Entwicklung angeben; die eigentliche „Führung" soll in ihrer Hand liegen. Dabei wird natürlich die Hauptverantwortung auf dem Präsidenten liegen. Der Streit darüber, ob er ein Geistlicher sein soll, oder ob es freigelassen werden soll, welchem Berufskreis er zu entnehmen fei, ist dahin entschieden worden, dah er „in der Regel" — also nicht ausnahmslos — ein Geistlicher fein soll. Den Biscfwfstitel hat man ihm nicht gegeben; er führt die in Hessen feit längerer Zeit gebräuchliche Bezeichnung „P r ä l a t“. Unter dieser Kirchenregierung steht nach der neuen Verfassung das Landeskirchenamt, eine Verwaltungsbehörde. Präsident und stellvertretender Präsident des Landeskirchenamts sind dieselben wie in der Kirchenregierung. Außer juristischen Räten gehören auch die Superintendenten zu dieser Behörde. Wie diese Darstellung zeigt, ist die Stellung des Präsidenten der Kirchenregierung und des Landeskirchenamts künftig von größter Beben- tung. Da „in der Regel" der Prälat dieser Präsident sein wird, so wird sehr viel auf den Prälaten ankommen. Seine Stellung zu den Superintendenten zu regeln, war besonders schwierig. Die Einzelheiten darzulegen, ist hier nicht der Ort. Rur das sei erwähnt, dah künftig die Superintendenten ?u einem Kollegium zusammentreten, dessen Leiter der Prälat ist. Auf diese Weise soll dem religiösen, rein kirchlichen Moment in der Leitung der Kirche besonderer Rachdruck verschaff! werden. Von erheblichem Gewicht sind ferner die Bestimmungen über die Bildung und Zusammensetzung des Landeskirchentags. Dem Pfar- rerstand wird künftig ein Drittel der Mitglieder entnommen werden; zwei Drittel dürfen nicht Pfarrer sein. Das ist bedeutsam, weil damit das tfedergewicht der „Laien" über die „Geistlichen" in dieser Körperschaft gesichert ist. Auherdem sollen einige (6) Abgeordnete durch die Kirchenregierung berufen werden. Eine Bindung mit Dezug auf bestimmte Stände oder Kategorien, denen diese Berufenen zu entnehmen sind, ist nicht fest gelegt. Auch die theologische Fakultät der Landesuniversität hat -■ im Unterschied von weitaus den meisten, wenn nicht allen anderen Landeskirchen - nicht das Recht der Entsendung eines Mitglieds erhalten. Es ist lediglich eine Empfehlung ausgesprochen, den Lehrstand jeder Art bei den Berufungen besonders zu berücksichtigen. Schwer zu lösen war die Frage des Wahlmodus für den Landeskirchentag. Die Anschauungen gingen weit auseinander Auch innerhalb der verschiedenen Gruppen waren die Meinungsverschiedenheiten groß. Es gab nicht wenige Freunde des Urwahlsystems, aber auch nicht wenige Anhänger des bisherigen Wahlsystems, nach welchem die Dekanatssynodm die Mitglieder der Landessynode wählten. Rach langem Hin und Her einigte man sich auf einen mittleren Weg. Weder die Dckanatssynvden werden Wahlkörper fein, noch sind Urwahlen beschlossen worden. Vielmehr werden die Mitglieder der Kirchengemeindevertretungen die Wahlmänner fein. Aus diesem Grund sind die Zahlen der Mitglitfxw dieser Kirchengemeindevertrelungen für große Gemeinden verhältnismäßig hoch angefetzt worden. Weiter hat man versucht, durch ein Kompromiß zweierlei Anschauungen so gut als möglich gerecht zu rperden. Ein Teil der Mitglieder wird in kleineren Wahlbezirken, zu denen je zwei Dekanate zusammengelegt werden, gewählt; hier kann der Gesichtspunkt des persönlichen Vertrauens der Gemeinden zu einzelnen Persönlichkeiten in ihrer Mitte ausschlaggebend sein. Der andere Teil ist durch Verhältniswahl in einem das ganze Land umspannenden Wahlbezirk zu wählen. Hier wird die Möglichkeit gegeben fein, solche Personen in den Landeskirchen tag zu bringen, die für das gesamte kirchliche Leben des Landes von Bedeutung sind. Der neue Wahlmodus mag auf den ersten Blick etwas umständlich scheinen; in Wirklichkeit wird j?de Kirchengemeinbevertretung nur eine einzige Versammlung für den Zweck der Wahl zum Larrdeskirchentag zu halten brauchen. Aaf die Reuordnung der Gemeindeverhältnisse soll nicht eingegangen werden. Sie ist in manchem Emzelpuntt b'b:utfam; aber ganz große Umgestaltungen sind nicht vorgenommen worden. Als besonders wichtig sei nur bi» Bestimmung erwähnt, nach der künftig m Gemeinden mit mehreren Pfarrern die Teilung in Seelsorgedezirke pflichttnätig sein wird. Für die Kirchengemeindedertretunge-i ist D rhältniswaht eingeführt; das war notwendig, w.il die M.t- 0lieber dieser Körperichs; ten, wie oben bargclegt, künftig den Landeskirchentag zu wählen haben ir-etben. — Die Dekanats tage bleiben erhalten. Welches ist der Grunbcharakter der neuen hessischen KirchenverfassungV Es ist von hohem 3ntcrtffe, sie mit den anderen bereits tertiggef!eiten Kirch^nverfaslungen deuttcher Landeskirchen -u vergleichen. Mir scheint, daß die hessische Landeskirche eine ve r h ä l t n 1 s m ä ß i g sehr konservative Haltung eingenom- men hat. Beweis: das Wahlsystem für den Lan ^eskirchentag; die Beibehaltung der drei Su° beiintcnbenturen trotz der aus ihr erwachsenden Sch.ri»rigkeiten. Rcue "ebenten sind gewiß hineingearbeitet worden; aber nur mit großer Zu- lücktzalrung und bemerkenswerter Vorsicht. Von den südwestdeutschen Rachbarkirchen hebt sich die I hessische nicht unerheblich ab, und zwar im Sinn I konservativer Haltung. Rach Vollendung der Verfassung werden nun zunächst die Kirchengemeindevertretungen neu z 1 wählen sein. Sodann haben die Mitglieder dieser Kirchengemeindevertreter den Lanbesttrchentag zu wählen. Der nette Landeskircheniag wird durch Wahl des Präsidenten und des stellvertretenden Präsidenten sowie durch Wahl des Landeslirchen- ausschusses die Kirchenregierung bilden. Bis dahin bat die bisherige Kirchenregierung die Geschäfte zu führen. Es wird Monate dauern, bis die Verfassung m den wichtigsten Stücken durchgeführt fern wird. Auf geschriebene Orbmtngen soll man nicht allzu große Hoffnungen setzen. Kirchenversas- fangen können fern Leben in die Kirchen hinein- bringen. Sie können nur die rechten Gesäße für das Leben und die Arbeit in den Kirchen schaffen. Möge sich die neue Verfassung als ein brauchbares 3nftrument erweisen, um Leben und Arbeit in der hessischen evangelischen Landeskirche zu finden! r — । —■— ■o» ■ ii Die deutsche Delegation für Genua. Berlin, 31. März. Das Reichskabi- n e 11 hat gestern nachmittag in einer kurzen Sitzung über die Vorbereitung der Konferenz von Genua beraten. Die Frage der Zusammensetzung der deutschen Delegation ist noch nicht endgültig geregelt. Das Kabinett wird sich heute vormittag in einer weiteren Sitzung damit beschäftigen. Wie die Blätter mitteilen, wird die deutsche Delegation, die unter Führung von Dr. Rathenau stehen wird, einschließlich des Hilfspersonals etwa 80 Personen umfassen. Das Auswärtige Amt wird vertreten sein vom Staatssekretär von Simson und dem Leiter der Ostabteilung Freiherrn von Maltzahn. Cs steht noch nicht endgültig fest, ob außer dem Staatssekretär Dr. Schröder vom Reichsfinanzministerium der Reikhssinanzminister Dr. Hermes selber und weiter, ob guher dem Staatssekretär Dr. Hirsch der Reichswirtschaftsminister Schmidt nach Genua gehen werden. Auch der Chef der Presieabteilung des Auswärttgen Amtes, Müller, wird laut „Lokalanzeiger" nach Genua gehen. Zu den Delegierten treten noch eine Reih? von wirtschaftlicher Sachverständigen. Als Vertreter der Gewerkschaften sind in Aussicht genommen der frühere preußische Ministerpräsident Sieger» Wald, der frühere Reichsarbeitsminister Wissel! und der demokratische Reichstagsabgeordnete Erkelenz. London und Genua. London, 30. März. (WTB.) Genua stand heute mit Downing Street in telephonischer Verbindung. Man hofft, daß es L l 0 y d George möglich sein wird, während der Konferenz in täglicher telephonischer Verbindung m>t seinen Londoner Kabinettskollegen zu bleiben. Wie gemeldet wird, werden Lloyd George und die übrigen Minister am Z. April von London nach Genua abfahren. Lord Curzon über das Orientabkommen. London, 30. Marz. lWTD.) 3m Oberläufe machte Lvrd Curzon anderthalbstündige Ausführungen über die Pariser Konferenz betreffend die Orientfrage. 3m Laufe feiner Ausführungen sagte Curzon, eine Lösung des Orientproblems sei nur bei enger Zusammenarbeit der Alliierten möglich. Keine Macht dürfe ein Sonderabkommen sch ienen Die Pariser Verhandlungen seien schwierig gewesen, aber sehr freundschaftlich geführt worden. Die Beschlüsse feien einstimmig erfolgt Wenn die Türkei und Griechenland die an sie ergangene Einladung annehmen, werde der vollständige Text der Reso» I lution der Pariser Konferenz ihnen mitgeteilt s werden. Griechenland habe bereits den I Waffenstillstandsvorschlag angenommen. Die; Türkei habe wegen der Schwierigkeit der Verkehrswege noch nicht geantwortet. Der Vorschlag, dah Kleinasien von den Griechen geräumt werden solle, fei gerecht in Anbetracht des Umstandes, daß die Alliierten mit Recht, vielleicht auch mit Unrecht, die Griechen eingeladen hatten, 1919 nach Armenien zu fommen. Wenn der Waffenstillstand angenommen werde, so würden daraus die Bedingungen für die Räumung Anatoliens durch die Griechen festgesetzt werden. Die Räumung wurde 4j/2 Monate dauern Wenn sie vollzogen sei. werde es sich darum handeln, den unter türkischer Herrschaft verbleibenden Minderh'iten die religiöse und Schulfreiheit zu sichern. Darüber werde der Völkerbund zu wachen haben. Die Armenier müßten ein Gebiet erhalten, welches sie als ihre Heimat betrachten könnten und das in politischer, intellektueller und religiöser Beziehung unabhängig sein müsse. 3m Augenblick ließe sich noch nicht sagen, ob sich die nationale Heimstätte der Armenier im Rord- osten der Türkei oder in einem Teile von Cilicien befinden werde. Auf jeden Fall sei klar, daß kein europäischer Staat in der Lage sei, sich Armeniens we en in kriegerische Operationen einzulassen. Somit verbleibe als einziger Ausweg der Abschluß eines Vertrages. Heber die Räumung von Smyrna sagte Curzrn. die dort verbleibenden Griechen würden bezüglich ihrer bürgerlichen Rechte dem Schutze des Völkerbundes unterstehen. Was die Meerengen betreffe, so würden die Mächte niemals wieder einer I Schließung eines gr ßen internationalen Verkehrsweges Austimmen. Die internationale Kon-1 ferenz für die Meerengen werde weiterhin die Schisfahrt kontrollieren. Die Vereinigten Staaten, Griechenland, Rumänien, Bulgarien und Rußland, letzteres, toenn es die gestellten Forderungen befriedigen würde, würden das Rech' haben, Vertreter in der internationalen Koni» mifsion zu haben. Konstantinopel würde sobald als möglich nach Abschluß des Frieden, geräumt werden. Der Sultan werde verbleiben. Er werde auch über eine beschränkte aber ausreichende Macht verfügen. Uebcr Thrazien sagte der Minister, es würde nicht allein ungerecht, sondern auch unmöglich sein, von her Griechen zu verlangen, daß sie nach der Räumung von Anatolien auch noch Ostchrazien aufgeben sollten. Die Presse über den parlameutarischen Sieg der Regierung. Berlin, 31. März. Zu dem Ergebnis der gestrigen Abstimmung im Reichstage über das Vertrauensvotum für den Reichskanzler Or. Wirth schreibt die „Germania": Die 248 Abgeordneten, die ihr klares und bedeutsames Za durch ihre Stimmenabgabe aussprachen, bilden ein Ganzes von Stresemann bi» Scheidemann, und zwar ein Ganzes, das genau zwei Drittel der Vertretung des deutschen Volkes ausmacht. Das letzte Drittel umfaßt aber keineswegs nur wirkliche Opposition, sondern wie herum zu einem Viertel Unentschiedene, die nicht 3-a und nicht Rein zu sagen vermochten. Tatsächlich stehen also ber Mehrheit von 248 Zustimmen den lediglich 81 Verneinende gegenüber, d. h. von den Parlamentariern, die eine entschiedene und klare Stellung in dieser Lebensfrage deS deutschen Volkes einnehmen, schart sich eine gut< Zweidrittelmehrheit um den Reichskanzler. Die „Deutsche Allgemeine ZI g.“ bemerkt zu der von der Deutschen Volkspartei gestern im Reichstage abgegebenen Erklärung: Die Erklärung stellt in ilebercinftimmung mit allen deutschempfindenden Volksgenosien fest, daß die in den Roten der Reparationskommission den deutschen Volke angefonnenen Forderungen nicht bloß wegen ihrer absoluten Unfinnigfcit, sondern auch wegen ihres für das nationale Ehrgefühl unerträglichen 3nhaltes rundweg abzulehnen sind. 3ndem aber das Vertrauensvotum auf eine Stellungnahme zu den übrigen Ausführungen, die der Reichskanzler in seiner großen Rede am Dienstag gemacht hat, also auf eine Stellung- nähme zu "der-Frage, ob die vom Reichskanzler bisher verfolgte Ersüllungspolitikk für das Deutsche Reich segensreich gewesen sei oder nicht, verzichtete, war es der Deutschen Volkspartci möglich, für daS Vertrauensvotum zu stimmen Das „B e r l. T a g e b l." nennt die gestrige Abstimmung einen großen bar'amentarif-f'cn Sieg der Regierung. Bei allen Meinungsverschieden beiten im einzelnen habe das Parlament gestern einstimmig die unerfüllbare und unerträgliche Rote der Entente als solche abgelehnt Das Ka- birett geht, gestützt auf eine große parlamentarische Mehrheit, nach Genua. Auch der „V 0 r to ä r t s" unterstreicht, daß die Regierung Wirth, mit einem Vertrauensvotum von einer Zweidrittelmehrhtzeit aukge üstel, den vpn ihm aufgenommenen Kampf um die letzten Lebensrechte unseres Volkes weiterführen und den Gang nach Genua antreten kann. Die „Freiheit" hebt hervor, daß die unabhängige Fraktion in ihrer Erklärung keinen Zweifel daran gelassen hat, daß sie den Gingriff der Entente in die Finanzhoheit Deutschlands und den Versuch einer Kontrolle über die deutsche Wirtschaft auf das Schärfste zurückweist, so dal' das Ausland erkennen müsse, daß es in diesei Frage auf die allgemeine Gegnerschaft des deut' scheu Volkes stoßen werde. Eine großdeutsche sozialdemokratisch» Partei in Polen. CBerlin, 33. März. (Priv.-Tel.- Wie bu Blätter aus Breslau melden, haben sich die Vertreter aller sozialistischen Richtungen in den an Polen abgetretenen deutschen Gebieten zusammen- geschlossen und eine einheitliche Großdeutsche sozialdemokratische Partei in Polen gegründet. Die neue Partei umfaßt die Mehrhcitssozialdemok.aten, die Urtab.*’c::gf- gen and die deutsche sozialdemokrati'che Partei Dielih-Teschen. 3n dem Aufruf b^ze ch et ötc Partei als ihre besondere Aufgabe d e Erweiterung und den Ausbaa der sorjalen Rechte ind Errungenschaften, welche sich die deutschen Arbeiter erkämpften. Aus Oberschlesien. Wie die „Zeit" aus Oppeln meldet, stellt d«n seit einigen Monaten in Gleiwih erscheinend? „Ostdeutsche Herold" am 1. April leir Erscheinen ein. Auch die„OppelerMorgen- Sei tung" wird vom 1. April ab nicht mehr erscheinen. Damit verliert dir DeutschnationaU Volkspartei Oberschlesiens ihre letzten Organe von Bedeutung. Die Verhaftung der Schupobeamten in Oberhausen. Essen, 30. März. (Wolff.) Heber die Verhaftung der Schupobeamten in Oberhausen wird uns mitgeteilt: Oberhausen gehört an sich nicht zum besetzten Gebiet. Sein westlicher Stadtteil fällt aber in die sogenannte Dewegungszone, die durch belgische Sicyerheits- patrvuillen begangen wird und für die die gleichen Bestimmungen wie für das besetzte Gebiet gelten. Es versieht aber die Schutzpolizei den snertfl tn vielen Teilen 5?r Stabt nur mit Len von der Entente vorgefchriedenen Qlrmbinben und Ausweisen. Am 28. März erschien am Rach- mittag vor der mit vier Schupobeamten besetzten Polizeiwache in Alstaden eine 8? b" - 100 Mann starke Abteilung belgO'.b:r So!o il.-n, von denen ein Offizier und jC nra die 'Wachstube betraten und den x mit vorgehaltener Pistole unter der QLi ■. .. _iung „Häiü>e hochl" erklärten, sie hätten Befehl, sie zu verhaften und mitzunchmen, da fic weder Ausweise noch Armbinden hätten Als die Beamten nachwiesen, das; dies doch der Fall war, schien der Offizier msriedengestellt und verlieh die Wache. Am '-9. März wurde ein Wachtlaslkraftwagen, der jeden Mittag die Ablösung sämtlicher Oberhausener Poli,eibeamten besorgt, bei dessen Rundfahrt durch die Dewegungszone durch die Kaiser- strahe von einer belgischen Kompanie angehal- len. Sämtliche auf dem Wagen und der Wache tu Altstaden getroffenen Beamten, insgesamt 29, wurden verhaftet und sie sowie der Srafttoagen und die auf der Wache befindlichen Ausrüstungsstücke, wie Wachbücher, Handgranaten usw. mit nach Duisburg genommen. Der den Belgiern auf die Nachricht von ihrer Verhaftung sofort nachgesandte Huadertschaftssührer versuchte vergeblich, die Freilassung der Leute zu erlangen. Der die belgische Kompanie be- ichligende Oberleutnant erklärte, er habe von dem kommg.ndierenden General des Brückenkopfes in Duisburg strengen Befehl, die im be° setzten Stad.teil ang tro f nenSchutzk oli. .e.beamten aL'.ufangcn und nach Dutsbura zu führen, gleichviel ob sie Armbinden hätten oder nicht. Der Poli- eipräsident in Essen hat sich sofort mit dem belgischen General in Duisburg wegen der Freilassung der Beamten in Verbindung gesetzt und angeordnet, dah die Oberhausener Schutzpolizei Dienst im besetzten Stadtteil einstellt. 3n» wischen wurden von den verhafteten Beamten drei, die zur Wache in Altstaden gehören und eine Armbinde hatten, freigelassen, die übrigen hatten keine Armbinden, da sie zum Dienst auf anderen Wachen bestimmt waren und daher das besetzte Gebiet nur vorübergehend bei der Durch- iahrt des Wagens berührten, ein Verfahren, das seit Monatei', geübt wurde und bisher von den Belgiern nicht beanstandet wurde. Dus dem Reiche. Des^lLsse des Reirbsrats. Berlin, 30. März. (WTB) Der Reichs- i st hat in seiner heutigen öffentlichen Sitzung den Beschlüssen des Hauptausschusses des Reichstages zur Beamtenbesoldungsvorlage zugestimmt. Ferner nahm der Reichsrat den vorläufigen Han- ? elsvertrag zwischen dem Deutschen Reich und Fugoslavien an. — Als Zuschüsse für die Länder zur Llnterstühung der notleidenden Kleinrentner waren aus dem Rach- tragsetat für 1921 zunächst 50 Millionen bereit- gestellt worden unter der Bedingung, dah die Länder und Gemeinden ihrerseits das Doppelte, also hundert Mi.lionen aufwendeten. Der Reichsrat erklärte sich damit einverstanden, dah auch die restlichen 50 Millionen unter denselben Bedingungen bereitgestellt würden. Die Untersuchung gegen Minister Dr. Hermes. Berlin, 31. März. (Prio.-Tel.) 3n der gestern abgehaltenen Sitzung des älntersuchungs- oüsschusses gegen den Reichsfinanzminister Dr. ^H e rmes entschied, wie die Blätter melden, die 'Mehrheit des Ausschusses gegen die Stimmen *>er Vertreter der sozialistischen Parteien, dah T)ie Anschaffung des 1. und 2. Automobils «für das Reichsernährungsministerium nicht als Verfehlungen des Ministers angesehen werden können. Der Ausschuß beschäftigte sich sodann mit dem Fall Augustin. Es wurde beschlossen, neben der Einforderung einiger Akten aus dem Reichsernährungsministerium Staatssekretär Dr. Ramm, Staatssekretär Dr. Huber. Oekonomie- rat Maus und Regierungsrat Dittong am 5. 'April als Zeugen über den Briefwechsel und die Gespräche des Ministers Hermes, sowie über dgn Fall Augustin zu vernehmen. Am 5. April soll auch die Erörterung der Wein- und Zucker- angelegenheiten beginnen. Sin Streik in der Mannheimer Metallindustrie. Berlin, 31. März. Wie die „Bost. Ztg." aus Karlsruhe meldet, hat das vom Reichs- arbeitsministerium zur Beilegung des Konfliktes in der Mannheimer Metallindustrie eing:s tzte Schiedsgericht einm 0 cf) i e ds spru ch gefallt, der die bisherige 46stündige Wochenarbeitszeit auf 48 Stunden verlängert. Gleichzeitig JoH eine Rotzulage gewährt werden. Die älrabstimmung in den Betrieben von Mannheim und Ludwigshafen hat eine Mehrheit für die Ablehnung des Schiedsspruches und für den Streik ergeben. Der Ausstand, an dem rund 25 000 Arbeiter beteiligt sind, wird heute beginnen. Hessischer Landtag. St. Darmstadt, 30. März. Am Regierungstisch: Staatspräsident UI» 1t ch, Minister des Innern v. Brentano, Arbeitsminister Raab und Regierungsvertreter. Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 9% Hfjr. Erster Gegenstand der Tagesordnung ist der Antrag der Abgg. Lux u. Gen., die Abänderung des Artikels 9 des Landes- steuergesehes bett. Rach dem Ausschuhbericht, den Abg. D i n g e l d e h erstattet, wird der Antrag der Regierung als Material überwiesen. Kleine Vorlagen. Rach Artikel 32 der Geschäftsordnung werden zur Kenntnis des Hauses gebracht die vom Aus- schuh angenommenen Regierungsvorlagen: Einrichtung von Wohnungen in der östlichen Abtei- scheune zu Seligenstadt; Einrichtung eines Luft- und Lichtbades zu Bad-Salzhausen; Ausstellung eines Verkaufshäuschens an der ilfabrücfe zu Bad°Rauheim; Staatszuschuh zur Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge; die Geschäftsverhältnisse der Handwerkskammer; Bewilligung eines weiteren Zuschusses aus dem 20-Millionen- fonds zu den Kosten der Räumung des Land- und Scheidgrabens im Kreise Groh-Gerau; Errichtung einer Scheune für die Deterinärkliniken in Giehen betr. Die Wahl des Präsidenten, eines Gegenluchhalters und dessen Stellvertreters zur Staatsschuldenverwaltung gemäß Gesetz, die Verwaltung der Staatsschuld betr., vom 27. Oktober 1919, fällt auf die Herren Reumann, bzw. Werner, bzw. Wagner. Zweite Lesungen. Zur zweiten Lesung der Regierungsvorlage, Gesetz über die Erhöhung von Abgabe n- und GebüPrendeträgen nach Maßgabe der Geldentwertung betr., hat nach dem Bericht Les Abg. Dingeldey der Ausschuß für die Befreiung von der Fahrradsteuer ein Einkommen bis zu 25 000 Mark festgesetzt. Der Antrag wird angenommen. Das Gesetz ist damit erledigt. In der Fassung der ersten Lesung wird angenommen die Regierungsvo rlage ü^er die Ölende rung des Gesetzes vom 12. Oktober 1921 über die Wohnungsbauabgabe. Zum Entwurf eines Gesetzes, die Erhebung Oorläu.i er Grund- und Gewerbesteuern für die Rechnungsjahre 1921 und 1922 betr., hat der Ausschuß sich nach denr Weicht de£ Abg. Dingeldey zu dem -"Antrag Hoffmann gegen die Rückwirkung der «Steuer auf den Standpunkt gestellt, dah die Gemeinden im Interesse ihrer Finanzen das Recht die Steuer rückwirkend zu erheben, haben müssen. Für die Rachzahlung sollen «Erleichterungen gewährt werden. Die «Gemeinden sollen auf die wirtschaftlichen Verhältnisse weitgehend Rücksicht nehmen. Den Steuerpflichtigen soll ein Rechtsanspruch auf Stundung oder Erlaß der Steuer gewährt werden und .im Falle der Ablehnung das Verwaltungsstreitrerfahren in Tätigt.it traten. Mit dieser Aende.ung empfiehlt der Ausschuh Annahme der Vorlage. Abg. Hoffmann (Ztr.) bittet nochmals um Abstimmung über fernen Antrag, da seine Bedenken noch nicht zerstreut sind. Abg. Dr. Osann (D. Vpt.) äußert ebenfalls schwere Bedenken gegen die nachträgliche Steuererhebung, deren Verteilung und Abwälzung auf die Konsumenten in den meisten Fällen sehr schwierig fein wird. Allerdings muß man die Rot der Gemeinden in Rücksicht ziehen. Finanzminister Henrich: Was die Vorredner über die Härten gesagt haben, ist durchaus richtig, aber die Annahme des Antrages Hoffmann Würde die Schwierigkeiten ntcht beseitigen. Abg. Widmann (Soz.) tritt für die Vorlage ein. Der Antrag Hoffmcrnn, für 1922 die gleiche «Steuer wie 1921 zu erheben, wird angenommen. Damit ist der Ausschußantrag gegenstandslos, die Vorlage angenommen. Finanzminister Henrich erklärt, e s i st d i e Frage, und die Regierung wird diese Frage prüfen, obdasGesehjehtüber- Haupt einen Wert Hat- Ja der .Fassung der ersten Lesung werden angenommen die Vorlage betr. Besoldung usw. tec israelitischen Religionslehrer und Erstreckung des F i n a n z g e > e h e s für 1921. Rach dem Ausfchuhantrag erledigt, bzw. für erledigt erklärt werden: Antrag der Abgg. Dr. Osann u. Gen., Derfügungstellung von Holz zu Wohnungsbauten; Antrag der Abgg. .Ebner und Rink, Brennholzversteigerungen aus den hessi- chen Staatswaldungen; Antrag der Abgg. Borne- mann, Widmann und Schildbach, Preistreiberei bei Brennhvlzversteigerungen; Antrag der QTbqg. Ebner und Rink, die Renten der Kriegsbeschädigten betr. Rach der Pause wird zunächst eine kleine Anfrage erledigt. Abg. Knoll (Ztr.) fragt an, was die Regierung zu tun gewillt ist für die Altpen- ionäre und Rentenempfänger. — Minister des Innern d. Brentano erwidert, der Regierung sei die Rot bekannt und sie prüfe zur Zeit Mittel und Wege zur Abhllfe. In den parlamentarischen Ernährungsbeirat werden gewählt die Abgg. Lang, Dickel, Reumann, Frau Steinhäuser (Soz.), Obenauer (Dem.), Hoffmann-Seligenstadt, Lang (Ztr.), Hahn, Schott (D. Dp.), Fenchel, Dr. Müller (Dbd.). (Schluß folgt) Aus Stabt und Land. Gießen, den 31. März 1922. Preisanfgabcn der Landes-Universität. Aus dem Zinsertrag der Osann-Beul- wih-Stiftung der Universität Gießen werden Reise st ipendaen für Studierende und andere wissenschaftliche Bewerber aller Fakultäten vergeben. Die Bewerber müssen eine von der Pflegschaft ausgeschriebene Aufgabe bearbeitet und dafür den Preis erhalten haben. Die Preisaufgaben für das Jahr 1922/23 find folgende: 1. Für Studierende, die mindestens im Sommer 1922 oder im Winter 1922/23 an der Universität Gießen immatrikuliert sind: Aus dem Gebiet der theologischen Fakultät: »Das Problem des Leides bei den israelitischen Propheten des 8. Jahrhunderts." Aus dem Gebiet der juristischen Fakultät: »Die Ueberleitung der Rechtsprechung in den durch den Versailler Frieden abgetretenen Gebieten." Aus dem Gebiet der medizinischen Fakultät: ( 1. „Es soll an der Hand des Materials der Gießener Augenllinik festgestellt werden, rote lange die an Alters st ar operierten Patienten die Operation überleben." 2. „Die Untersuchungsmethoden des Dogrn- gcmgapparates und ihre klinische Bedeutung." Aus dem Gebiete der veterinärmedizinischen Fakul tät: „Heber die Bedeutung der «Senkungsgeschwindigkeit der roten Blutkörperchen für die klinische Diagnostik der infektiösen Anämie der Pferde." Aus dem Gebiete der philosophischen Fa - tu I tät: 1. „Die öffentliche Meinung m Rhein Hessen wahrend der Revolution 1845—1851.“ 2. „Die Begegnungen des Propheten bei der Rachtreise und Himmelfahrt sind unter Zugrundelegung des Berichts in der Prophetenbiographie des Halabi "(Kairo 1320, Dd. i. S. 365—419) darzustellen und zu untersuchen." 3. „Die Beschreibung und Erklärung der Wahrnehmung im 2. Buche von Fichtes „Bestimmung des Menschen" soll "dargeftellt und kritisch gewürdigt werden." 4. „Verwitterungsbildungen bet Gießen." I«. Für andere wissenschaftlich gebildete Bewerber, und zwar: 1. Dozenten der Universität Gießen, soweit sie nicht Mitglieder des Gesamtsenats sind, die wissenschaftlichen Beamten der Universitäts-Bibliothek, die Assistenten der Hnf&erjt- t ä t, soweit sie nicht Studierende find, b i e Lektoren und Repetenten' z. f r uh e r e Studierende der U iriver s 11 ä t Gießen: > Aus dem Gebiet der theologischen Fakultät: „Die Bedeutung der pistis für. das Verhältnis des Gläubigen zum erhöh en Christus nach der Anschauung des Paulus." Aus dem Gebiet der j u r ist ische n Fakultät: „Die Bedeutung des Schiedsspruchs im neuen deutschen A.b.itseech:." Aus dem Gebiet der medizinischen Fa- k u l t ä t: „Der Wasserhaushalt im Säuglingsalter. Es wird die Ausgabe gestellt, zu ermitteln 1. wie im Vergleich zum Erwachsenen beim Säugling die Verhältnisse in bezug auf den Wassergehalt des Organismus, die Wasserzufuhr und Wasseraussch idung liegen, 2. durch welche Faktoren der Wasserhaushalt Kim Säugling geregelt wird und 3. durch welche Maßnahmen er beeinflußt werden kann." Aus dem Gebiet der philosophischen Fakultät: „Das Recht des Individualismus tn der Pädagogik." Voraussetzung für die Bewerbung unter h ist, daß die zu 1. Genannten mindestens tm Sommersemester 1922 oder im Wint ersemester 1922/23 an der Universität im Amte stehen, für die unter 2. Genannten, daß sie ihre Studien zu einem erheblichen Teil an der Universität Gießen gemacht haben. Die Preisarbeiten müssen m deutscher Sprache geschrieben sein und dürfen nur einen Verfasser haben. Die Arbeiten find nach Wahl der Verfasser entweder unter Rennung des Verfassers oder in der für die Bewerbung um,bie staatlichen Preisarbeiten üblichen Form vor dem 1. April 1923 beim Universlääts-Sekretanat einzureichen. Frühere Studierende haben dabei den Rc^hweiö zu liefern, daß die Voraussetzungen der Bewerbungen e -füllt find. Heber die Zuerkennung der Preise entscheidet die Pflegschaft aas Grund von Gutachten der Fakultäten. Die Urteile werden bei der Jahresfeier der Universität im Jahre 1923 verkündet. Die eingereichten Arbeiten bleiben Eigentum der Verfasser. Die Preise betragen: für die Gruppe i je 600 Mk., für die Gruppe 11 je 1500 Mk. ** Oberhessisches Museum und Gailsche Sammlungen. Rach einer Anzeige in der heutigen Rümmer find die Museen vom kommenden Sonntag an wieder regelmäßig geöffnet: am 1. Sonntag im Monat 11—1 Uhr; Erwachsene 50 Pf., Kinder frei; 3—5 Uhr: Erwachsene 1 Mk., Kinder 50 Pf. An den übrigen Sonntagen: 11—1 Uhr Erwachsene 2 Mk, Kinder 1 Mk. Wochentags: Erwachsene 3 Mk., Kinder 2 Mk. Meldung Sonnenstrahe 2. — Durch mannigfache Geschenke haben die Sammllingen im Laufe des Winters ansehnliche Bereicherung erfahren, über die demnächst genauer berichtet wird. Die vorgeschichtliche Abteilung wird Mitte April im nordöstlichen Vogelsberg, dessen Denkmäler bisher noch wenig erforscht sind, Ausgrabungen vornehmen, von denen man sich in wissenschaftlicher und musealer Hinsicht guten Erfolg versprechen darf. — Der Ausbau der Mufeu ni Sbe stände, für den in diesen traurigen Zeiten etatsmähig nur spärliche Mittel vorgesehen werden können, wird erfreulicherweise hin und wieder durch private Zuwendungen gefördert; zu nennen sind vor allem die dankenswerten Stifungen von Frau Fabrikant Poppe- Gießen und von dem Gießener Zweigverein des D. H. E., die für Zwecke der Ausgrabungsabteilung bestimmt wurden. ** Der Oberhessische Geschichts- Vereinzu Gießen macht durch Anzeige in der heutigen Rümmer darauf aufmerksam, daft seine Mitglieder mit ihrer engeren Familie in den Sammlungen des O b e r Hess i s ch e n Museums sonntags während der öffentlichen Besuchszeit gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte freien Eintritt haben; er teilt ferner mit, dah Band 24 der „Mitteilungen“ des Vereins im Druck ist und daß von April an den Mitgliedern monatlich die hessische Heimat» Zeitschrift „Hol über!“, die im Buchhandel mindestens ßO Mk. kosten w.ird, unentgeltlich zugehen wird. Der Jahresbeitrag beträgt 10 Mk. (für Gießener 12 Mk.). — Reuanmeldungen nehmen entgegen: Geheimerat Prof. Dr. Behaghel, Hofmannstraße 10, undStud.- Ass. Dr. Kunkel, Liebigstvaße 84. ♦* Ober hessische Konzertvereinigung. Im Rahmen einer in der Gründung begriffenen Oberhessischen Konzertvereinigung veranstalten der Volksbildungsverein Lauterbach, der Musikverein Büdingen und die Gesellschaften der Musikfreunde in Schotten und Gedern von Freitag, den 31. März bis Sonntag, den 2. April d. I. vier Konzerte der gefeierten Primadonna des Hessischen Landestheaters Darmstadt, Frau Johanna Hesse, die kürzlich auch im Gießener Konzertverein einen sehr starken Erfolg zu verzeichnen hatte. ** Die Deutschnationale Volkspartei beging gestern in einer in allen Teilen wohlgclungenen Stier Bismarcks Geburtstag. Der Vorsitzende eröffnete mit begrüßenden und einführenden Worten den Abend. Rach Deklamationen und Gesangsvorträgen der Damen Ida Stammler und Frau Dr. Blank, denen Herr Julius Hahn ein feinsinniger Begleiter war, und einigen von Mitgliedern der Reichswehrkapelle flott gespielten Marschmelodien nahm Pfarrer Julius Werner- Frankfurt das Wort zur Festrede. Ein aufrechter, deutscher Mann sprach hier in klaren, eindrucksvollen und oft mit feinem Humor gewürzten Worten über das Leben, die Taten und die Art des Mannes, dessen Lebenswerk die Einigung des Deutschen Reiches und Volkes war, und zu dessen Geist wir zurück- kehren müssen, wenn wir wieder in die Höhe wollen. Die Worte des Redners werden in den Herzen ferner Zuhörer nachhallen und in ihnen den Willen geweckt und gestärkt haben, zu wirken jeder an seinem Teil im Geiste des Alten von Friedl, ichsruh. ** Sie Schußzeit für Waldschnepfen ist für das ganze Gebiet des Volksstaates Hessen bis zum 15. April einschließlich verlängert worden. ** Der Kleinverkaufspreis für Vollmilch wurde infolge Erhöhung des Stall- preifes sowie der allgemein gestiegenen älnkosten vom 1. April ab auf 7,50 Mark für 1 Liier Vollmilch festgesetzt. •* Sein 40jähriges Jubiläum begeht am 1. April auf Burg Gleiberg der > Burgwirt Riebergall. Am 31. März 1882 > hatten sich die Mitglieder des Gleioergver- eins mit ihren Dajnen auf der Burg eingefun- den, um die Eröffnung der Wirtschaft festlich zu begehen; am nächsten Tage, einem Sonntag, wurde vom Durgwirt das erste Faß Bier angestochen. Mögen der Burgwirt Riebergall und dessen Ehefrau noch lange ihres Amtes walten. ** Gardinendiebstähle. In letzter Zeit sind wiederholt Fenstergardinen aus den Treppenhäusern, besonders in den äußeren Stadtteilen, entwendet worden, ohne daß es bisher gelungen ist, den Täter oder die Täterin sestzustellen. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die hiesige Kriminalpolizei entgegen. — Tagestalende r für Freitag Stadttbeoter 7 5Jbr „Romeo ""<> '• -Tin". — Astvria-Lichtspiele, heute bis einschließlich Sonntag: „Dor den 51inten der Cowvotz" "und „La -uuijeine . — uiaui+AieiiKUiä, ‘äiijjiijüi |traBe: ..»e ’ indische Grabmal", 2 Teil. — Aus dem Stadttheaterbureau. Es fei darauf hingewiesen, daß am Sonntag, den 2. April, nachmittags keine Vorstellung stattfindet und daß die auf dem alten Spielplan angegebene Aufführung von „Turandot" ausfällt. — Die Dismarckfeier der Deutschen Volks Part ei, die morgen («Samstag) abend in der Turnhalle stattfindet, muß Pünktlich um 8älhr beginnen, da Pfarrer Derk nach der Versammlung noch nach Mainz zurückfahren muh. Das Programm erfährt insofern noch eine Erweiterung, als sich an der. Bismarck-Marsch noch der „Zapfenstreich" („Ick bete an die Macht der Liebe") anreiht. — Vortrag über Frauenberufe Da die heutige wirtschaftliche Gage die schul- entlassenen Mädchen tn den Beruf hinemzwingt. haben die Gießener Frauenvereine sich die Aufgabe gestellt, in einem Vortragsabend im Katholischen Vereinshause am «Samstag die Berufs- Möglichkeiten für die weibliche Jugend klar zu legen. Ein Besuch des Vortragsabends kann Eltern and schulentlassenen Mädchen warm emp fohlen werben. (Siehe Anzeige.) — Der Gernhardtsche Zither- und Mandolinenchor gibt am Sonntag sein Frühjahrskonzert. Geboten werden Werke erster Meister für Zithersolo und Ensemble, Zitherorchester, Streicherchor, Mandolinen und Gitarre sowie Gesang und Dellamation mit Zitherbegleitung. (Räheres siehe im Anzeigenteil Landkreis Gics;cn. △ Lich, 29. Mörz. GewaltigeStürme haben in den letzten Tagen in den Maldungen unserer Gegend erheblichen Schaden angerichtet und viele Bäume entwurzelt, so daß die Holzmacher erneut ihres Amtes walten müssen. Durchweichende Riederschläge hatten den Boden so gelockert, dah selbst mächtige Bäume dem Sturm zum Opfer fielen. Kreis Lauterbach. rr. Pfordt, 28. März. Ein Denkmal ■für die Gefallenen soll auch in unserem Orte errichtet werden. Es ist folgender Bauplan vorgesehen: Das Denkmal soll auf dem Friedhöfe erbaut werden und soll bestehen aus einer Unterstufe, einem Sockelblatt, auf dem das Mittelstück, nach oben sich verjüngend, senkrecht in die Höhe führt. Gekrönt wird das- ganze mit einem Kapitäl, das ein kleines Kreuz trägt. Auf der Vorderseite ist ein Stahlhelm eingehauen. Auf den Feldern zur Rechten und Linken sollen passende Sprüche Platz finden, auf der Borderfläche die Namen der Gefallenen, auf der Rückseite die Widmung der Gemeinde. Das Ganze ist ein Obelisk, etwa 3,50 Meter hoch, aus weißem Sandstein. Eine gärtnerische Anlage wird das GedächtniSmal einschließen; die Kosten werden auf rund 10 000 Mk. geschätzt. Kreis Schotten. △ Schotten, 29. März. Mit der ®r- bauung einer Forst erschule wird es nun endlich ernst. Die Rohbauarbeiten werden in den nächsten Tagen in Angriff genommen. Starkenburg und Rheinhessen. rm. Darmstadt, 30. März. Lieber zwölf Zentner Akten wurden aus dem Gebäude des Ministeriums durch einen ungetreuen Amtsdiener g e st o h l e n. Die Akten stammen von der Staatsschuldenverwaltung und waren ausrangiert auf dem Boden aufbewahrt. Angeblich aus Rot hat der Dieb, ein verheirateter Mann, der schon längere Zeit im Staatsdienst ist, die Akten nach und nach verkauft. Hessen-Nassau. msc. Frankfurt a. M., 30. März. Der Heizer Paul Merkel von Kostheim und seine. Geliebte Klara Sauer wurden von der hiesigen Kriminalpolizei fest genommen. Sie haben in Gießen viele Einbrüche verübt,' wobei die Sauer Schmiere stand. Kirche unb Schule. X Wieseck, 29. März. Der wie anderswo auch hier schon seit Jahren gehegte Wunsch, die Konfirmation auf den 2. Osterf eier- tag zu verlegen, verdichtete sich in diesem Jahre zu einer von fast allen Eltern unterschrie-- loenen Eingabe, die drei Väter dem Pfarrer überreichen; die Kürze der Zeit verbot die Einholung des Gutachtens der Kirchengemeindever- tretung. Das Oberkonsistorium hat nun die Öfter- fonfirmation mit Deichte am Nachmittag des ersten Festtages genehmigt; die Prüfung wird am «Sonntag Iudika stattfinden. Die Vorteile der Oststerkonfirmation liegen in der völlig veränderten Zeitlage (Teuerung, hohe Reisekosten von Angehörigen ohne Ausfall von Arbeitslohn) begründet. Die Gemeinde, die die neue Regelung freudig begrüßt, muh sich jedoch darüber klar sein, daß Pinzuträglichkeiten, die aus etwaigen Feiertagsbelästigungen entstehen und geeignet fein würden, die Würde und Wirkung der Konfirmationshandlung in Frage zu stellen, das Ober- konsistorium nötigen würden, die hier erteilte- Genehmigung zurückzuziehen. ^Ruppertenrod. 28. März. Hnferc Ge- zmeinde gehört neben ilnter-tSeibertenrod zum Kirchspiel Ober-Ohmen. Die Muttergemeindc hatte vor dem Kriege vier Glocken. Drei dieses Glockenquartetts wurden durch die Kriegsforde-- rung abg lie ert. Die zweitgrößte hatte ! i/io ischen Wert und blieb hier. Diese Glocke zersprang un- [ftnflff. Da- fleht mm vor der Anschaffung eine- neuen Geläute-. Da Ruppertenrod aus der veralteten und nicht mehr ecitacmäfjcn Gemeinschaft herauskommen will, fand gestern abend hier unter dem Vorsitz unsere- Dürgermristers Dölzing eine Kirchenver- treter» und Gemeindeversammlung statt, die start besucht war. Nachdem der Vorsitzende die Sachlage klargelegt hotte, beschloh die Versammlung einstimmig, daS Opfer für die Anschaffung dreier Glocken und der Prospektpfeifen der Orgel nach dem der Gemeinde zu- stehenden Verhältnis aufbringen zu wollen. Sie beansprucht ober demgegenüber eite gleiche Mithilfe der Muttergemcind« zur Anschaffung ihre- Geläute-, das bis jetzt nur auS einem GlöcÜein besteht und endliche Loslösung von der atten Gemeinschaft. Die Gemeinde Ober-Olmert will auS eigenen Mitteln noch die vierte Glocke beschaffen. )( Dü dingen. 29. März. Am Montag >ond im Gemeindesaal die zweite diesjährige Psa/rkonferenz des Dekanats Bü- h i ifg e n statt. Pfarrer Vaer. der geistliche Abgeordnete des DeianatS zum Landeskirchen- -ag, berichtete über die am SamStag nach ein- indzwonzigtägiger Sitzung zu Ende gegangene Tagung der LandeSfynode. in der vor allem hic neue Kirchenverfasfung der evangelischen Lan- cskirche Hessen- beraten worden war In der Beratung von geschäftlichen Begebenheiten gab die Konferenz erneut einstimmig an die Deka- nalSgemeinden den Wunsch kund, die PassionSzeit und auch die KonfirmationStage in den Gemeinden von allen Veranstaltungen frei zu lassen. die sich mit dem cmften Charakter der für unser deutsches Volk dovvelt ernsten Passionszeit nicht in Einklang dringen lassen. Aus dem Amtöverkündigungsblatt. ** Das Amtsverkündigungsblatt 2r. 43 vom 30. März enthält. Viehseuchen. — Dienstnachrichten. — Zeldbereinigungen Langd und Watzenborn-Steinberg. Ansteckender Scheidekat arrh in Kesselbach. Unter dem Rmdviehbestandc der Gemeinde Kesselbach ist der ansteckende Scheidekatarrh amtlich festgestellt. In der Gemeinde Friedberg ist die Maul- und Klauenseuche erloschen. Die angeordneten Sperrmahnahmen sind aufgehoben. Auf dem Oberseenerhof (Kreis Schotten) ist die Maul- und Klauenseuche erloschen. Da eine Weiterverbreitung der Maul- und Klauenseuche in Stumpertenrod nicht stattfand, jmirbe das verseuchte Gehöft zum Sperrgebiet und bi; Gemeinde Stumpertenrod zum Bevbachtungsgcoict erklärt. Die Gemeinden Köddingen, Obcr-Seiber^enrod, Unter-6eibe:ten- Herren A u. C. v Weinberg Haden Ansage. Frhr. v. Oppenheim Königsadler. Magyare und Aleer- schaum, das Gestüt Weil Dchaumlchläger, Contra- hrnt, Lobredner und Tausendmarknote und Hr D. Hantel Lindenblüte. Orplid und Turmlied aus dem Rennen gezogen Ferner wurden von bekannteren .Pferden Verdi, Hörselberg, Fontalpca und Ott-Heinrich au- der wertvollsten Zucht- Prüfung gestrichen. Kaffee wird billiger bei Verwendung von Webers Carls bad er xaff'e.5eWürt. rod und Ulrichstein sind au- dem Beobachtungsgebiet ausgefchieden In H ö ch st a. d. R. (Krei- Büdingen) ist die Maul- und Klauenseuche auägebrochen Sperrbezirk: Ort unö Gemarkung Höchst. Beob- achtungögcbiet. Altenstadt mit EngeUal, Oberau und Rommelhausen Turnen, Sport und 5pieL — Spielvereinigung Fürth in x.r a g. Am Sonntag Nefert die Spielvereinignng Fürth in Prag gc]cn die Slavia das fällige Rückspiel. Dedauerlicherweise müssen die Fürther ohne ihren Torwart Löhrmann fahren, da dieser durch seine Verletzung, die er im Spiele gegen die Schweiz davontrug, längere Zeit dem Rasen fernbleiben muh. — Schweden schlägtDeutschlandim Tennis-Länderkampf. Das noch aus- stehende Einzelspiel Rahe— Andcr son brachte die Entscheidung für den deutsch schwedischen Tennis- Länderkampf, nachdem die vornngegangenen Spiele jedem Lande zwei Siege gebracht hatten. Der deutsche Tennismeister Rahe unterlag gegen den besser eingespielten Schweden 9:7. 6:2, 6:2. — Im Deutschen Derby 1 922, da« am 25. Juni zur Entscheidung gelangt, sind.bei der bntten Einsatzzahlung in Berlin und in Wien 54 Pferde stehen gebfieben. Das Hauptgestüt Hcadih Hal alle Pferde im Rennen gelassen, die €s erhöht die Ausgiebigkeit, kräftigt die färbe, veredelt das Aroma des $etränkesl reinigi Alle»! Hosen in allen Farben. Feldgraue Hosen in allen Grützen, ferner schwarze Hosen, geeignet für Eisenbahner. L. Rosenzweig Herrengarderobehaus, Dietzen Seltersweg 58 I., Eing. Ecke Dolksbad Wegen Ersparnis hoher Ladenmiete 1 Treppe. Ein Versuch dauernde Kundschaft!! m- Kein Laden ! o*oio Auch Sonntag von 11—6 Uhr geöffnet. öehördliche Anzeigen Oergebung von Zuhrleistungen. Die Stellung des einspännigen und zweispänuigen Pferdefuhrwerkes für die Zwecke des Stadtbauamtes soll für die Zeit vom 1. April 1922 bis 31. März 1923 getrennt an zwei Unternehmer vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf oorgeschriebenem Formular sind bis zum Montag, den 3. April ds. Is , vormittags 10 Uhr verschlosien, mit entsprechender Aufschrift versehen, bei uns abzugeben. Die Eröffnung der Angeln le erfolgt im Beisein etwa erschienener Bieter. - Zuschlrgsfrist s Tage. 3195B Gießen, den 30. März 1922. Stadtbauamt Dietzen. 3. *B.: Köhler. Bekanntmachung. Infolge Erhöhung des Etallpreises für Vollmilch von Mk. 4,80 auf Ml. 5,50, sowie der allgemein gestiegenen Unkosten wird mit Genehmigung der städtischen Geben«mitteIbeputatton mit Wirkung vom 1. April 1922 der Kleinverkaufs- Preis für 1 Liter Vollmilch auf Mk. 7,50 festgesetzt. 3222 B Gietzen, den 31. Martz 1922. Der Oberbürgermeister (LebenSmittelaml). IHiTiöliwierTif ml dem Wald der Gemeinde Klein»5t ar ben. Freitag, den 7. April, vorm. S'/, Uhr, werden Hessische Bürgermeisterei. Aeuland. 3194 die nachbezeichneten Hölzer öfferttlich und meist- bietend verkauft: 26 Eichen-Schnittfiämme 1. Kl. 42.43 Fstnt. 8 2. „ 8,98 n 9 — — 3. . 8, €9 . 10 4. . 6,c2 „ . 9 — — 5. . 6,75 w 28 — 6. , 6.75 „ 10 Buchen- . 2.—4. , 5,99 . 2 Lärchen- , 3. „ 1,23 „ 2 Kiefern- „ 3. . 2,17 „ Holzversteigerung Donnerstag, den K.Aprild.Is., vormittags von 9'/, Uhr ab werden bei Herrn Wirt Hörle zu Merlau versteigert: 1. Aus den Forstorten Ahenboden, Linnenstruth, Hoheroth 2 und 4, Keilskopf 2, Beunewald, Burg, wald 2, 5, 7, 8, Gänshecge, 1, 3, Eichheege 3, 5, Haag 1, 2 und Eselskopf der Försterei Merlau. Scheiter, Rm: 115 Buche, 15 Hainbuche (2 rund), 71 Eiche, 6 Birke, 1 Aspe, 10 Linde, 54 Kiefer, 16 Fichte. Knüppel, Rm: 56 Buche, 56 Hainbuche, 128 Eiche, 4 Ahorn, 7 Dirke, 2 Linde, 67 Kiefer, 24 Fichte. Knüppelreiflg, Am: 56 Eiche, 2 Birke, 39 Kiefer, 4 Fichte. Reisig, Rm: 480 Buche (teils Stammretsig), 394 Eiche, 34 Birke, 74 Linde. Stöcke, Rm: 58 Buche, 77 Eiche, Dirke, 2 Linde, 40 Kiefer, 77 Fichte. 2. Aus den Forstorten Linnes 3, 7, 11, 12, Lehn- Heimer Linnes 1, 2, Duchscheer, Kammerwald 3, 5, 6, 9, 11, Flensunger Kopf 1, 2 und Erlen der Försterei Lehn heim.Knüppelreifig.Rm: 148Eiche, 110 Kiefer, 25 Fichte. Reisig, Rm: 58 Duche, 396 Eiche, (meist Stammreisig), 4 Aspe. Stöcke, Rm.: 41 Duche, 7 Eiche, 97 Kiefer, 205 Fichte. — Die zur Versteigerung kommenden Nummern sind blau unterstrichen. Wiederverkäufer werden zum Mitbieten nicht zu- gelasien. Auskunft erteikn die Herren Förster Müller zu Mücke und Edelmann zu Merlau. Drünbera, den 29. März 1922. 32130 Hessische Oberförsterei Rieder-Ohmen. Letzte Holzversteigerung- des Gräflichen Aorftnmts Laubach. DienStag, den 4. Aprll nach Zusammenkunft IO1/« Uhr im Saale bes Solmser Hofs in Laubach. 1. aus Revier Freienseen Distrikt Wetterauerberg, Eichelgarten, Struth, Heinzeberg, Krcuzseenerberg. Scheiter Rm.: 140 Buche, 2 Eiche: Knüppel: 60 Buche, 2.4 Fichte. 4.9 Lärche (Lattenholz), Stöcke: 43 Buche: Reiser- knüppel: 115 Buche, 7 Eiche. — II. Revier Gonterskirchen. Distrikt Hölzchen, Birken. Wallenberg, Brühl. Scheppmalsdickung. Scheiter Rm.: 4.3 Buche, 6 Birke (Runbscheit). Buche Rm.: 22 Knüppel, 20 Stöcke, 20 Reiserknüppel, 493 Stammreifer (z. T. Hainbuche), 400 Stück Bohnenstangen. — III. Revier Ruppertsburg. Distrikt Diberloh, Eichberg, Altengericht, Lauterbachs- Wäldchen, Lenzesbcrg. Scheiter Rm.: 380 Buche. 4,6 Dirke (rund), 2.5 Kirschbaum (rund und beide zu Werkholz geeignet), 7 Fichte (rund). Knüppel: 57 Duche, 14 Dirke, 99 Kiefer: Stöcke: 150 Duche, 11 Kiefer, 13 Fichte. Reiserknüppel: 49 Kiefer. Staminreiser: 60 Buche. Zopfreiser: 1058 Buche. Rutzschetter Rm.: 2,7 Buche. 3 Stück Duchenhau- stöcke. — Kohlreiser und Leseholz unter I. und III flächenweise. Blau unterstrichene Rummern werden nicht an-geboten. Händler sind nicht zu- gelassen «»31710 Für die uns anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerk- samkeiten danken wir herzlichst Heinrich Liebermann und Frau Minna geb. Hartmann Gießen, den 31. März 1922. 03376 Grünberg i. Hessen. 03349 Aktiva. Passiva. hochachtu ngsvoll 0*514 Druckerei Ed. Seibert EderetraOe 3 Fernsprecher 679 mJeder Herr* findet bei mir preiswerte, reichhaltige 8 Frankfurter Hypothekenbank. Bilanz vom 3L Dezember 1921. ÄIMuimdwihi) II2. Völker- u.Kriegsmoseun) n alten Schloß) II (im neuen Schloß) (im •) 6,273,971 b) An dan übrigen Sonnleien: 9,977,314 70 1,588,608 18 0) 535,930 48 585,263.570160 Schloß und Wohnhaus). 31M 585.263,570 69 Jahresrechnung. 23,849,881 17 Hie loMi abzugeben. 03226 empfiehlt 3189 G. Jung 0333t Donvorm.9Uhr bis abends 6 Uhr 3218 abumeben Hi!lt.d.WtI?lI!lIlI!!kll Lleblzstr. 9.3. (mi 1 □□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□ODDQD Oberh. Museum und Gailsche Sammlungen Auswahl in neuen und getragenen Anzügen: auch für korpulente Herren. 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Die Regierung eine Mehrheit bekommt, die sie dort gebraucht. (Stürmische Unterbrechung rechts: Zwischenruf des Abg. Helfferich: Zuruf von kommunistischer Seite: Schweigen Sie, Verbrecher!) Die Abgg. Künstler (Stemm.) und Hoffmann (Komm.) werden deshalb zur Ordnung gerufen. Annahme des Vertrauensvotums mit 248 gegen 81 Stimmen. Ser kommunistische Antrag auf ein glattes Misttrauensvotum findet nicht genügend Unterstützung. Ser Zusatz der "Deutschnationalen zum Zentrunisantrag wird sodann mit 312 gegen 60 Stimmen abgelehnt, ebenso der deutschnationalc Abänderungsantrag zum Zentrumsantrag mit 3.2 gegen 60 Stimmen bei 2 Stimmenthaltungen. Ser Antrag Marx selbst wird schliehlich mit 248 gegen 81 Stimmen bei 45 Stimmenthaltungen angenommen. 1 Cs folgt die zweite Lesung des Rachttags zum Demntenbesoldungsgesetz. Abg. Segler! (Sntl.) befürwortet einen Abänderungsantrag feiner Partei, der über die Ausschutzbeschlüsse in einigen Punkten hinausgeht. Finanzminister Sr. Hermes bedauert, dast nach den ausführlichen Verhandlungen im Ausschuh der Vorredner noch mit neuen Wünschen komme. Sie Regierungsvorlage habe schon 30 Milliarden erfordert Die Ausschutzbeschlüste feien um etwa 20 Milliarden barubet hcnau--gegangen: der Antrag Seglcrf aber würde noch 12 Milliarden mehr aus machen Er bitte daher um Annahme der Ausschustbeschlüsse. Abg. Bender (Eoz.) bittet, bald neue Verhandlungen zu eröffnen, um der Deaintennot besser abzuhelfen, als _p8 bisher möglich gewesen sei. Abg. Feuermann (S. Dp.) bedauert gleichzeitig das Vorgehen des Abg. Segler! und erlläri. dast sich dü( Beamten zum Teil in unwürdiger Abhängigkeit von den Gewerkschaften befunden hätten. At'g. B r c u n i g (USP.) befürwortet bei den untersten Gehaltsstufen eine Erhöhung der Teuerungszulage auf 80 Prozent, während der Abg. Schuld (Sem.) sich von der Annahme der Ausschustbeschlüffe eine Beruhigung in der Beamtenschaft verspricht. Abg. Heidemann (Komm.) richtet die heftigsten Angriffe gegen die Regierung, welche nichts weiter fei, als ein Arbeitsausschuß des Kapitals. Rachdem noch Abg. AHekotte (Zentr.) sich für die Ausschustbeschlüsse eingesetzt hat, wird die Vorlage unter Ablehnung aller Abände- rungeanlräge nach den Beschlüssen des Ausschusses in zwener und dritter Lesung angenommen. Ser Entwurf über die Aenderung des Pen- sions-Ergänzungsgesetzes und des Wehrmacht- Versorgungsgesetzes wird in zweller Lesung erledigt, ebenso das Kohlensteuergefeh in dritter Lesung. So Abg. Höllein (Komm.) die Deschlust- sahigkeit des Hauses anzweifelt, schlägt Präsident Löbe vor, die Abstimmungen auf morgen zu verschieben. Das Haus schlleht sich dem Vorschläge an. Freitag, mittag 1 Uhr: Anfragen, dritte Lesungen und Abstimmung zum Kohlensteuer- geseh. Schluß gegen 11 Uhr abends. Gießener Frühjahrs-Pferdemarkt. G lest en, 29. März Der heutige Frühjahrs-Pferdemarkt litt, was die Vorführung der angemeldeten Pferde der Zahl nach anbetraf, stark unter dem harten Welter. Vielfach wollten die Besitzer von wertvollen Tieren di Ze nicht der Kälte aussetzen und blieben infolgedessen zu Hause, Infolgedessen war der Markt nur von etwas über 120 Pferden beschickt, obgleich nahe an 200 an gemeldet waren. Trotz des gegen 9 Uhr vormittags einsehenden Schneegestöbers war der Marktplatz von Interessenten und Reugie i^en sehr stark während der ganzen Marktzeit besucht. Ser Markt hat trotz bei austerordentlich hohen Prelle, die für Pferde bezahlt werden muhten, für den Handel nicht schlecht (^geschlossen, jedoch ko inte der Markt, der sehr früh zu Ende ging, nicht geräumt werden. Auf dem Vorführungsplahe fjerr chte das regste Leben. Sie Prämiierungskommisfion unter Leitung von Oekonornierat Hofmann — es war der erste Markt, an dem der Vorsitzende des Preisrichter-Kollegiums, Oekonomie- rat Müller-R.uhof, w gen eines Trauerfalls in der Familie nicht anwesend war — war bestrebt, ihres Amtes gerecht zu walten. Oester muhte der Präsident des Landes-Pferdezucht - veieins, Oberstleutnant S ch ö r k e - Darmstadt, der jeden Markt in Giesten besucht, zwischen die Widerstreitenden Ansicht der Preisrichter vermitteln. Als Vertreter der Landwirtschastskammer war Generalsekretär Oekonornierat "Wagner anwesend Sie Prämiierung hatte folgendes Ergebnis : Reitpferde unter dem Sattel. Ambrosius Peil-Mölln (brauner Hengst, 4jätyng) 1. Pr. — Wilh. Hch. Fenchel-Griedel (Rappstute, 6jährig) 2. Pr. f Wagenschläge, paarweise. S. Michel- Giesten (dunkclbr. Stute und Wa'lach 4- unb Sjährig) 1. Pr. — 3. Kaufmann-Rieder-Weisel (dunkelbr. Stute und Wallach, 3- und 4jährig) 2. Preis. Schwerere Arbeits sch läge, paarweise. S. Kaufmann-Rieder-Weiiel (braune und FuchSstute, 4- und 6jährig) 1 Pr — Heching- Kirchhain (Fuchsstuten, ö.äh.ig) 3 Pr. Leichte Arbeitsschläge. paar- w eise. Aug Frenkdorf-Giehen (br. Wallach und ©tute, 6- unb 5jä. g> 1. Pr. — "S. ©ames-Dad- Olaubcim (br. ©.ui: unb Wallach) 3 Pr. Schwere A r b c i t s s ch l ä g e. einzeln. ©. Kaufmann-Rieder W isel (br © utc, 4jährig, 1. Pr. — Derselbe (Fuchsnute. 6;äbcig) 2. Pr. - Derselbe (Fuchsslute, 6 äh.ig) 3 Pr LeichteArbeiteschläge, einzeln. A Zrensbors-Dietzen (br. Wallach, bjäbrig) 1 Pr - derselbe (br. ©tute, 4iährig> 2. Pr. — H Mlchel-Giesten (dunkelbr. ©:utc) 3 Pr. — Tkner Heching-Kirchhatn (schw. © utei. 3. Kaufmann- Riedcr-Wcisel (br. © ute. 6.ährig). Aug Zrens dvrs-Giesten (br. ©tu:c, 6 ä v{g) Anerkennungen. Schwerere ArdeitSschläge. einzeln. (Sic Pferde müssen 6 llsto.ate in Belin von Landwirten sein, btc dem Lande>.-pserdezucht- verein oder einem landwirtschaftlichen Bezirks- verein in Hessen als Mi glird angehören.) Wisst Langsdorf-A.b,ich (Kostlfuchsi.ute, ICjäbrig) 2. Pr — Wilh. Wag .er Kirchg ns (Fuchs).ute, 4 ährt. 3. Pr. — Zoh. Hch. Huufer-Ried.r-Weifel (br ©tute, 8- unb 3jährig) 2 Anerkennungen — H A. ©trastheim-Griedet (br. ©tute, 7 äh-.ig) und Georg Rühl-Langsdorf (br. ©tute, I2jäh.iz) Anerkennungen. Leichte Arbeitsschläge, ernzeln. (Sic Pferbe müssen 6 Monate im Desrtz von Landwirten sein, bie dem Lnnbespfe bezuchi-Der- ein ober einem Ite) 3 .Pr. 2jähr. Fohlen, geb. 192 0, Wagenschläge. H K. ©tratzh im-Griedel (br. State) 1. Pr. — Wilh. Bingel-Gruntngen (br. Wallach) 2. Pr. 2jähr. Fohlerr, geb. 1920, Ardeiks- schlüge Gg Rühl-Langsdorf (br. Stute) 1 Pr. Zuchtstuten mit Saugfohlen ober mehrer. Rachkommen, Wagenschläge. H. K. Strastheim-Griedel (6jästr br. S ute mit 2 Rachkommen) 1. Pr. — PH. Schudt-Lonborf (9- jähr. Fuchsstutc mit 2 Rach kommen) 2 Pr. — Wilh. Dingel-Grünmgen (10j hr Ra^p ute.3 Pr — Canbto. Inslitut-Giesten (5zähr. br. Saite) An erkennung. Zuchtstuten mit Saugfohlen oder mehrer. Rachkommen, A rbeitsschlägc Wilh. Wagner II -Kirch-Göns (9jühr Rotschimmei mit 2 Rachkommen) 1. Pr. — Georg Rühl-LangS- borf (12jähr. br. ©tute) zwei 2. Pr. Zuchtstuten mit Saugfohlen obeß mehrer. Rachkommen. Wagenschläge. L. K. Luh-Lang-Göns (5jahr. Mippen) 1. Pr. — H W. Strastheim-Griebel (lOjähr. br. Stute- Ha, Inger fühlte ganz wohl, batz ihr die eigene Furcht im Wege staub. Rach crusten war fte immer gelassen unb selbst beherrscht, aber in ihrem Innern stets voll Angst, sie könnte bie Aufgabe, die ihr nun einmal gestellt war, nicht richtig erfüllen. So, nun waren ihre Gedanken wieder an dem Punkte angelangt, zu dem sie immer wieder zurücktehrten — an dem Versprechen, das sie damals ihrem Manne gegeben hatte, sie we'be die Schwermuk verjagen, die ihm stets dieWillens- krast geraubt unb seine Geistes gaben gelähmt hatte. Andern gegenüber tat sie noch immer so, als ob sie glaube, bie Verwaltung ber Erbschaft nehme ihren Mann vollständig tn Anspruch: aber nach weniger als einem halben Hahr hatte sie eingesehen, bat) er sich überhaupt nicht mehr mit den Geschäften obgab, die ihm anfangs so viel Vergnügen gemacht hatten. Zuerst war er ungefähr jeben Tag einmal in ba£ 'neugekaufte Haus gegangen, hatte sich mit den Handwerkern verabredet, hatte ihre Arbeit überwacht, mit den Mietern und mit dem Sachwalter verhandelt: ober dann hatte das alles plötzli-ch jegllchen Retz für ihn verloren, er war wieder stuntm und verschlossen wie zuvor, machte feine et famen Spaziergänge und war daheim so scheu und abweisend, dast ihn memanb zu stören wagte. Anger war so vertieft in ihre Gedanken, dast sie erschreckt zufammenfuhr, als sich ein Arm unter den ihren schob. Als sie auftah, fcha-ite sie in bie fröhlichen Augen ihres Erstgeborenen. „Mutter, was hat dich denn so vöMg hinge- nommen?“ rief er, indem er so unterge.ajt mit ihr weiterging und feinen Schritt dem ihrigen onpahte. .Ich habe dich schon von Uxitem kommen sehen: t u bist dahergekornrnen wie tm Traum. Woran hast tu denn gedacht?" .Unter anderm auch an dich," erwiderte Frau 3nger lächelnd. „Senkst du wirllich immer noch so viel an mich, Mutter?"' fragte Orla und dructte ihren Arm zärtlich an sich. .Zch habe wahrhaftig geglaubt, du hättest mich längst oufgegeben.“ .Sich aufgegeben —7* Frau Dorris sah zu ihrem Sohne auf und schüttelte den Kopf. .Eine Mutter kann ihre Kinder niemals aufgeben, Orla.“ „Sonn habe ich vielleicht ehren verkehrten Ausdruck gebraucht, Miller," sagte er eifrig. „Glaubst du denn noch an mich — ich meine, glaubst du, dast noch etwas aus mir wird?'' „Go, das glaube ich. mein (Zunge." sagte Frau Inger ernsthaft a.ib nickte ihrem Sohne zu. „Sa hast alles in dir, woraus sich ein guter und tüchtiger Mensch entwickeln trrni. Su hast ein gut?s Herz, einen gescheiten Kopf, und du zeig>l auch Eifer, solange du Lust zu einer Sache hast —" ,(Za." unterbach er sie, „und bann geht es weiter: aber es fehlt dir an Willenckratt und Beständigkeit — ach, dieses Lied kenne ich.“ ,Zch wollte es dir aber jetzt gerade nicht vorfingen," sagte Frau 3nger mit einem Irich en Seufzer. „Ich hatte mir eben im Grhen üb>rl?gt, tr-aä wir mit dir anfangen sollen, wenn dir das Singen verleidet ist.“ „Rein, Mutter, das) du das erraten hast I" rief Orla unb blieb vor Erstaunen stillsteh>n. „Das kann bvch auch nur eine Mutter! Eben heute habe ich die S u rden aufgesagt. Sas hatte ich nicht mehr aus! Zch habe seit mehreren Monaten nicht mehr geraucht — oder doch recht wenig — unb ich habe mehrere Stunden am Tag geübt, aber er sagt, ich sei nicht fleifüg'genug. Rur aus Rücksicht auf Vater Hude ich nicht noch mehr gesungen: aber solche Fa m il ienrücks ichten kann man doch nicht fremden Menschen aut die Rase b irden, unb deshalb habe ich gefugt, es fei am besten, wenn ich ganz aufböre. Es dauert auch viel zu lange, Mutter. Rein, jetzt habe ich meinen EntschluN gefaht, und von dem laste ich mich nicht mehr ab bringen. Zch gehe nach Buenos Aires." „Hast du wieder mit Jakob Aarsted gesprochen?" fragte Frau Jnger unb schaute Orla neugierig an. „Rein, ich habe ihn nicht gesprochen." erwiderte Orla leise, und unter den Blicken feiner Mutter stieg ihm langsam das Blut ms Gelicht, trährend seine großen hellblauen Augen gan- verdächtig zu blinken ansingen. „Was ist mit dir, Zunge l" rief Frau Dorr iS und sah ihn liebevoll an. „Su mutzt eS mtr sagen. Orla.“ .Ach, nichts weiter, ich habe — ich habe mich nur verliebt." .Aber liebes Kind!", fing Frc»t Inger an, wurde jedoch von Orla unterbrochen. „Zch Weitz wohl, datz alle sagen würden, ich sei verrückt, da ich doch nichts habe unb auch nichts bin, deshalb darfst bn es auch niemand sagen, Mutter." „Rein, ich sage es gewitz niemand, mein Zunge," versicherte Frau BorriS. (Fortsetzung folgt.) c. Pr. — Dcrselte ißjäyr. vr. ötute) 2. Pr. — 2Lnlx>n "Selten X\ i.»2ang Göus (5jö^r. br. State) 3. Pr. — PH. Schadt-Londorf (Fuchsstute) 3. Pr. Zucht st uten. gebe cf 1, erkennbar t ragend. A r d e 11 e> f d>l ä g c. Hilf). Wagner 11.- Kirch-Göns (9jähr. Fuchs) 1. Pr. — *2i\ Langs- Locf-Allach. (lOjcbr. Fuchs) 2. Pr. — WUH. Laa» i.-Holzheim (lOjähr. Fuchs) 3. Pr. - H. A. Stra cheim-Griedel (7jähr. br. State) 3. Pr. Arbeitsschläge, vor gefahren. (3m Besitz von Landwirten, J^e 6 Monate dem Landes- pftrdezucht-Vcrein oder einem lanuto. Bezirks- verein in Hesfen angeboren.) Anton Selten XV i» Lang-Göns (4=- u..d bjähr. br. Stuten) 1. Pr. — Ambi-ofius Peil-Mölln (4jahr. br. Hengst) 2. Pr. — Derselbe (4- und Äjähr. Hengste) 3. Pr. — Derselbe (4° and 8jähr. br. Hengst und schw. State) 3. Preis. Es war seit mindestens 8 Jahren aas dem Gießener Pserdcmarkt wieder das erste Mal, datz Pferde im Geschirr vorgeführt Warden, wobei allerdings nur Landwirte mit Arbeitspferden zugelassen waren Dieser Anfang war aber v.el- versprechend. Pferde and Bespannung, d. h. Geschirre and W-agcn, machten einen sauberen Eindruck. Am Schluß der Preilverteilung sprach Oetonomierat Hofmann der Stadt and den Preisrichtern den Dank aas für daS warme Interesse. das besonders der Handel und auch die Pferdezüchter im Lande für den ©ieliener Pferde- marft an den Tag gelegt haben. Es sei schönes und wertvolles Material vorgeführt worden, worauf der gute Ruf der Gießener Pferdeinärkte sich in der Hauptsache gründet. — Der Präsident des La.-ides-PferdezO'chlvereinS. OberftL’utnani Schorle, dankte besonders den Landwirten, die ihre Pferde vo»geführt hätten. Er betonte, wenn auch die verteilten Geldpreise rm Derhältnis zu der Geldentwertung nicht hoch seien, so würden die Pferdezüchter entschädigt durch die hvoen Preise, die fetzt für gutes Zuchtmaterial und für Fohlen bezahlt werden. Man müsse aber besonders Wert darauf legen, das) nicht die schönsten Tiere verkauft werden, sondern daraus bedacht sein, diese zur Rachzucht zu behalten. Der Redner versprach, mit allen Kräften sich dafür einsetzen $a wollen, Latz bei der nächsten Fohlenschau in Friedberg höhere and reichlichere Preise für die Züchter zur Derfügung stehen tourten. * • Die Hauptgewinne der Gießener Pferdemarkt-Lotterie fielen wie folgt: 6000 Mk. auf Rr. 17 046 ; 3000 Mk. auf Ar. 3720; je 1000 Mk. auf Ar. 3703 und 21 264. Sandel. * Die Frankfurter Messen der Jahre 1 922 und 1 923. Das Meß amt für die Frankfurter Internationalen Messen teilt auf vielfache Anfrage mit, daß der Frühjahrsmesse 1922, die vom 2. bis 8. April ftattfintet, die Herbstmesse vom 8. bis 14. Oktober folgen wird. Die entsprechenden Termine sind im Jahre 1923 »für die Frühjahrsmesse ter 15. bis 21. April, für die Herbstmesse vom 23 bis 29. September. ? Berlin, 30. März. Börsen st im- nrungsbild. Die auf dem Devisenmarkt ein» f getretenen Schwankungen, die zu ziemlichen Abschwächungen führten, wirkten im Verein mit der bereits gestern spürbaren ZurückhU- tung dämpfend auf die Unternehmungslust. Das Geschäft nahm keinen besonders großen Umfang an und die Spekulation beteiligte sich mehr in einzelnen Spezialpapieren. Die Kurs- bildung war bei allerdings ziemlich fester Grundstimmung uneinheitlich. Die Veränderungen nach oben und unten gingen nur selten über 20 bis 40 Prozent hinaus. Sehr fest und lebhaft gehandelt waren Phönix bei einem Kursgewinn von 75 Prozent und Laurahütte, die nach der anfänglichen Kurseinbuße von 75 Prozent 100 Prozent höher notieren konn- ten. Auch in Orenstein u. Koppel und einigen Büchertisch. — Die März-Ausgabe 1922 von Quentin-Mahlaus grauem Taschenfahrplan. welche die durch die Einführung ter Sommerzeit im besetzten Gebiete bedingten Aenderungen enthält, ist soeben im Verlage von Mahlau & Waldschmidt. Frankfurt a. M., Große Gallusstrahe 3, in der bekannten Ausstattung erschienen 4Vo Prozent. Kurs Kurs ÄurS 7d9,75 800. 1.7.14. Züricher Devisenmarkt. 747,- 855,- 1092, - 805, 606.- 574.- 74,60 950.- 3,33 -.30 125.40 59.20 88.80 117.80 88.80 117.80 29.3. 1,57 0.81 146 16,45 1,16 Schuckert-Werke. . . Adlerwerke..... Daimler 4" 0 Hess. Staatsanl. Electron Griesheim Dtsche. Vereinsbank 600, 614, 585, 75, 955, 243. Sh. 97.80 Fr. 125.40 I 23.80 343, 1345, 755,- 855,- 1035,- 785,- 599,- 5C3,- 74,25 23,- Wechsel auf Holland Deutschland ... . Wien........ Prag........ Paris. ...... London . Italien....... Brüssel....... Budapest ..... Aeuhork....... Agram....... Warschau o0. 3. 77,50 97. 134,- 7510 516,- 395,- 330,- 335,- 615,- 498,- 360,— 808 - 3.42 -.31 30.3. 1,59 0,81 1,50 16,75 1,19 2332,50 Datum: 5°/. Dtsch. Kriegsanl. 4° „Dtsch. Reichsanl. 3°/» Dtsch. Aeichsanl. 4e/0 P reust. Konsuls Hamburg-Paketf.. . Norddeutscher Lloyd Eomm.u.Privatbank Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . . Disconto-Gesellschaft Dresdner Dank. . . Mitleid. Ereditbank. Aationalbanl f. D.. Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Prag . . . . Stockholm . Wien.... London. . . Paris. . . . Aeuhork .. 29.3. 77,50 97, - 132,50 75,60 517,75 391,- 333,- 334,75 607,- 499- 359,- 3)7,- 347,- 1308,- 1075,- 1190,- 1210,- 1900,- 1120,- 920,- 1433,- Frankfurt a M., 81. März Dörsenkurse. Frankfurt Berlin Schluß- Schluß- Schluß- Schluß- 29. 3. 77,50 97,50 133,- 75,- 520.- 396,- 333,- 335,- 602,- 497, - 369,- 3u7,- 344,- Textllwerten herrschte bei gebesserten Kursen zeitweise regeres Geschäft. Von Anlagewerten waren heimische mäßig weiter befestigt, namentlüch Zprozentige Äeichsanleihe. Von ausländischen setzten österreichische, ungarische und türkische chre steigende Bewegung bei teilweise erneuten erheblichen Besserungen fort. Am Einheitskursmarkt entsprach die KurS- entwickelung ungefähr der des großen Verkehrs. Frankfurt a. M., 30. März. Börsen- ' stimmungsbild. I n heutigen Dörscnverkehr war die Unternehmungslust zunächst gering, da Gerüchte von einem neuen Ctsenbahnerstreik im Umlauf waren. Aur für einige Sonder Papiere herrscht etwas regere Kauflust. Auf dem Devisenmarkt herrschte eine unregelmäßige Tendenz. Der Dollar sri)te im Frühverkehr mit 325 ein und bewegte sich später auf 328, 333, 326 - 324. Am Markt ter unnotierten Werte hielt sich das Geschäft in engen Grenzen. ManZselder Kuxe 30300. Deutsche Petroleum 2310. Sto dicht 503. Inag 580. Ufa 305. Julius Sichel 753. Dalutapapiere ruhiger. Montanaktien erfuhren «teilweise Abschwächungen. Anilinwerte lagen ruhig bei mäßigen Kursrückgängen. Elektrizitätspapiere stellten sich niedriger. Der weitere Verlauf gestaltete sich ruhig. Am Kafsamarkte war das Geschäft etwas lebhafter. Die Börse schloß ruhig. Privatdiskont Kurs 30. 3. 77,50 97 135,- 76,- 512,50 389, - 331 - 334,- 60t- 495 - 365,- 305,- 344,- 1058'- 1190 - 1235,- 1925 - 1110,- 920,- 1520,- Fr. Fl. Kr. Kr. Kr. Kr. Marknotlerunge«. v Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Datum' . - .. --- Doch.Gußstahlwerke -1345,- Bud.-Eisenw.°Akt.. 1105,- 1075,- D.-Luxemb. Dergw.. 1195,- 1180 — Gelsenkirch. Dergw.. 1239 - 1227,— Harpener Dergbau. 1930, - 1 05 - Oberschl. Eisenb.°D. U6j,- 1100,- Oberschles. Eisenind. 942 - 930,- Phönix°Dergb.-Akt. 1440^- 1520,- Bad.Anilin-'U. Soda 80 ,- 805,- Höchster Farbwerke. < 59, - 750, - Allg. Elettr.-Ges. . . 875,- 665,- Felten L Guilleaume 1070,— 1050,- ------ - 790,- 595,— 580,- 74,50 938,- 241,- 30. 3. 31.3. 1 Schweizer Franken 100 Fl. — 194.25 194.70 100 Mk. — L58 1615 100 Kr. 0J)6 0.06 100 Kr. 9.37 9.65 100 Fr. s 46.25 46.37 1 £ Z33 23.50 22.53 100 L. =3 26.16 26.37 100 Fr. SB 43.10 43.25 100 Kr. = 0.57 0.585 100 r 515.12 515.- 100 Kr. = 1.56 1.675 100 Kr. 0,12 0,13 2J. März. Datum: 30. März. 5905,90 57-59,20 57 7c ,80 7012,05 865 o.65 663,70 1686,70 1452,50 33 i,08 2j98,- 645 ,45 5135,15 4,42 606,65 36,74 118,90 224,25 68c 6,85 8428 45 650,6c» 1651 65 1422,45 324,83 2922,95 6316, 5 5053,05 4,d7 602,65 36,69 116,65 218,75 Berliner Devisenmarkt- Geld Brief Geld Brief 6ö43,15 8411,55 649,35 1618,35 1419,55 324,17 29I7,"5 6303. >5 5044,95 4,33 601,35 36,61 116,35 218,25 6937,95 8641,-5 668,30 1683,30 1449,39 329,42 2992,- 614c,55 5124,85 4,38 6C5,35 36,66 118,62 223,76 Christiania. . . Kopenhagen . . Stockholm Helsingfors. . . Italien . . . . . London . . . . . Aeuhork Paris Schweiz Spanien Deutsch. Oesterr. Prag Budapest. . . . Buenos Aires . Bulgarien . . . (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Die internationale Anleihe. Paris, 30. Mürz. (WTB.) Der »Petit P a r i f i c n“ -weist auf tue Bedeutung des Beschlusses ter Aeparationskommission hin. die Krage euer internationalen Anleihe durch einen Sachverständigen-Ausschuy prüfen zu lassen. Die Gedanken von Chequers hätten begonnen, ihre Pflicht zu tun. Wenn man auch noch nicht davon spreche, die internationalen Schulten durch einen Teil der deutschen Schulten zu liquidieren, so erkenne man doch an. datz Deutschland, um zahlen zu können, außerhalb ter Sachlieferungen zu einer Anleihe greife n müsse, wie Frankreich dos 1871 getan habe. Reichskanzler Wirth beklage sich darüber, daß man Deutschland eine Finanzkontrolle erniedrigenden Charakters aufzwingen wolle, aber ohne Garantien gebe e s keine Anleihen. Das sei, so wahr daß die von Sir John State bart) vorgelegte Resolution vorsehe, ein Pfand und die Organisation desselben zu verlangen, um den Geldleitern Vertrauen einzuflötzen. Den gerechten Anempfehlungen ter Reparationskommis- sion müsse man sich unterwerfen. Amerika und die 2lbrüst«ng zur See. Paris, 30. März. (WTB.) Die Stimmenanzahl, mit der der amerikanische Senat den Antrag über diemaritimeEntwaff- nung angenommen hat, beträgt 74 gegen 1. HauptauSschuß und Besoldungsgesetz. Berlin, 29. März. (WTB.) Der Haupt- ausschuß des Reichstags hat bei der Beratung ter sechsten Ergänzung ted Besoldungsgesetzes beschlossen, daß die Grünte gehaltssätze bei den auffteigenten Gehältern in den Gruppen 1—12 so geändert werten sollen, wie dies in den Vereinbarungen mit den Spitzen- Organisationen geschehen ist. Lediglich in Gruppe 7 erfuhr das Endgehalt eine kleine Erhöhung. Weiter wurde beschlosfen. daß ein Kinterzuschlag für Kinder vorn 14.—21. Lebensjahre gewährt wird, wenn die Kinder kein eigenes Einkommen von mehr als 4000 Mk. jährlich haben. Der Frauenzufchlag soll auch Witwern gewährt wer- Märkte. Frankfurter Schweine- und Kleiuviehmarkt. Frankfurt a. M., 30. März. (Amtl.) Marktverkauf: Kleinvieh wwrde bei lebhaftem Handel geräumt. Schweine hinterlassen bei langsamem Handel etwas Ueberstand. Im einzelnen ist zu bemerken: Aufgetriebenwaren 863 Kälber, 406 Schafe und 574 Schweine. An Preisen wurden angelegt p. Ztr. Lebendgew.: Kälber, beste Qualitäten, 2300—2600 Mark, mittlere Qualitäten 2000—2300 Mk., geringe Qualitäten 1800—2000 Mk. Schafe von 950 bis 1600 Mk. Schweine unter 80 Kilogr. Lebendgewicht 2400—2700 Mk.» von 80—100 Kilogr. Lebendgew. 2700—2900 Mk.» von 100 bis 120 Kilogr. Lebendgew. 2700—2900 Mk., Fettschweine über 150 Kilogr. Lebendgewicht 2700—2900 Mk.; Sauen und Eber 2600—2800 Mark. Außerdem wurden 30 Rinder ohne amtliche Preisnotierung gehandelt. Die Preise liegen um so viel über den Stallpreisen, als sie die nickt unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Händlergewinn in sich schließen. Amitd.-Rotterd. 12547,46 12357,6012232,76 12287,30 Drüstel-Antw. . 2782,40 2787,83 2 18,25 2723,75 5494 »0 5J05.90 5759.20 5""" M nicht Getväl ruW einem mit e 2 treten lAeich 'r-as: •’t'S »18 Sv LZ Hon*,. <01U6:7” 2 ^°r walt. 4 Jfäung ui «rM iu: riilen:ÄHi< psßjch« tarische Si Bert, benr bevor. Sie Reben im deutschen vielmehr1 nvte an. abjenden 3nb einer ans au erhalte -er, [täte terftänölic halt Mr t M gegen ongenrrnm« tert, wenn sie für tert vollen Hirt ermatt der- sorgungsberechtigter Kinder im eigenen Haushalt aufkommen. Lenin an Paralyse erkrankt. London. 30. März. (WTB.) Reuter Hieltet aus Reval, ein Telegramm aus Moskau berichte, datz die Aerzte, die Centn behandeln, zu dem Schlutz gekommen feien, datz er an progressiver Paralyse in einer ata len Form leite. Das Telegramm fügt hinz^, datz vom politischen Standpunkt betrachtet. Centn als ein toter Mann angesehen werde. Das Attentat aus Miljukow. Berlin. 30. März. 3m Laufe des gestrigen Tages sind, wie die Blätter melden, die polizeilichen Ermittlungen in der Angelegenheit des Attentats auf Miljukow abgeschlossen worden. Die beiden Täter haben noch einmal die Schuld in vollem Umfange eingeftanten. Dagegen weigern sie sich hartnäckig. Angaben darüber zu machen, ob sie Helfer oder Hinter- männer gehabt haben, die das Attentaffinanziell vorbereiteten und die beiten Täter zu decken suchten. Die polizeilichen Ermittlungen haben je* doch ergeben, daß die Täter in München in außerordentlich schlechten finanziellen Verhältnissen gelebt haben und daß es daher wahrscheinlich ist, daß ihnen zu ter Reise nach Berlin und besonders zu ihrer Aeueinkleidung, die erst vor wenigen Tagen erfolgte, von einer noch nicht bekannten Seite Geldmittel zur Verfügung gestellt worden feien. Aach Aussage einer Anzahl voa Augenzeugen sind auch unmittelbar nach den ersten Schüssen ter beiten verhafteten Personen von einem Unbekannten, ter im Gedränge entkommen ist. aus einer Ecke des Saale- mehrere Schüsse abgefeuert Worten. Die Berliner Polizei hat sich an die Münchener Behörden gewandt, um über das Vorleben ter beiden Russen Genaueres tno ar Heute bla elnechl. Sonntag: ■ Der fabelhafteste und beste Wildwestfilm der ßogenwart r Vörden Fite der Cowboys 6 Akte Ferner: 6 Akte D La Bohäme nach der Oper. 6 Akte. K Ab Hon tag bis elnechl. Mittwoch: Der jetzt endlich von der Obersten F Zensur freigegebene Groutilm K DasAchtgroscbenmädel V 2 Teile. 12 Akte, k Es gelangen beide Teile z. Vorführung. Ab Donner»«ag, den 6. April F Lady Hamilton. 3209c Konsumverein Gieäen o. Omgsgend e. G. m. b. H. Wir laden unsere Mitglieder zu der am Sonntag, den S. April 1922, nachmittags 3 Uhr, im Saale des Gewerhfchaftshaufes Gießen, Schanzenstraße 18, ftattfindenden Generalversammlung höflichst ein. Tagesordnung: 1. Bericht über den Stand unserer Genossenschaft im ersten Geschäftshalbjahr 1921/22. 2. Statutenänderung. § 10 Ziffer I soll folgende Fassung erhalten: Nach erfolgter Aufnahme ein Eintrittsgeld in Höhe von Mk. 3.- zu zahlen, statt seither Mk. 0.50; § 42 Ziffer I: Der Geschäftsanteil, d h. der Betrag, mit welchem sich jeder Genosse zu beteiligen hat, wird auf Mk. 300.- festgesetzt (seither Mk. 100.-). 3. Beratung und Beschlußfassung etwaiger einlausender Anträge. 3184D Der Aufsichtsrat: I. A : Detters. Hin Stores Bettdecken in bester Ausführung GroOwäscherei EdeiweiB Telephon 1487