Nr. 150 Erscheint täglich, nutz« Sonn» und Feiertags, mit derLamstagsbeilage: GiebenerFamilienblätter Monatliche vezugspreife: Mk. 20.— und Mk. 2.— Trägerlohn,durch diePost Mk. 22.—, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. — Fernsprech- Anschlüssr: für di« Schrift- leitung 112; für Verlag und' Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Eiehen. Postscheckkonto: gfonffnri a. m. 11686. Erstes Blatt 172. Jahrgang Donnerstag, 29. Juni 1922 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vnick und Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuchr und SteindruSerel R. Lange. Schristleitung, Selchästtftclle und Druierel: Schulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bl« zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen o 34 mm Breit« örtlich 150'Pf.auswärts 180 Pf.; für Reklame» Anzeigen von 70 mm Breite 500 Pf. Bei Platz- Vorschrift 20" „Außchlag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen leü: Karl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gietzen. Der Ernst der Stunde. Don Prof. O. MartinSchian, M. d. L. Wir leben in einer bitterernsten Zeil. Die gegenwärtige Stunde aber trägt ganz besonders schweren Ernst in sich. Der furchtbare Mord an Rathenau, die tief beklagenswerter Dienstag-Ereignisse in der hessischen Landeshauptstadt wirken wie Blitze in dunkler Gewitternacht. Gewalt hier, Gewalt dort. Wohin soll das führen? Soll das deutsche Doll, von Feinden, umdrängt im Weltgewoge mir noch mit größter Mühe sich behauptend, durch Selbstzerfleischung vollends zu gründe gehen? Wird nicht endlich die Selbstbesinnung zum Siege kommen? Gewalt ward an Rathenau geübt. Gemeinste. roheste, verabscheunngswürdigste Gewalt. Wir fragen uns entsetzt: Wie war das möglich? Die Täter sind nicht bekannt. Man sollte wohl etwas vorsichtiger urteilen, als die meisten getan haben: ist eS wirklich ausgeschlossen, daß «in Ausländer die ruchlose Tat begangen hat? Die Beschreibung, die der einzige Zeuge, der wesentliches zu sagen wußte, von dem einen der Täter gegeben hat, scheint fast auf einen solchen zu deuten. And man fragt unwillkürlich: Wie kann ein Deutscher eine solche sinnlose Antal verüben? Dennoch wer wollte die Möglichkeit leugnen, daß auch deutsche Gehirne diese Tat des Wahnsinns aushecken konnten? ES gibt wohl fanatisch überhitzte Menschen, das Herz voll wogender Leidenschaft, den Kopf voll unklarer 3Dcen. neigend zur Maßlosigkeit im Reden und Handeln, die da glauben mochten, wenn sie einen Minister der Republik mordeten, das „System" zu treffen. Wir schaudern zurück — nicht bloß vor der Gesinnungsroheit, die den Mord nicht scheut, sondern Mich vor dem fürchterlichen Maß politischer Torheit, nein: politischen Wahnsinns, der das Denken solcher Menschen bestimmt. Es ist jo kein Zweifel, daß niemand in diesen Zähren dem deutschen Dalerland schwereren Schaden getanhat, als die Mörder Erzbergers und RathenauS. Die- mand hat mehr den GesundungSproezh gestört als sie; niemand mehr zur Aufwühlung der Leidenschaften beigetragen, als sie. Fluchwürdige, sinnlose, hirnverbrannte, wahnsinnige Derbrechen begingen sie. Nichts könnte das deutsche Dolk schlimmer treffen, als wenn solche Wahnsinnstaten sich wiederholten. Darum muß jeder Besonnene seine Stimme erheben und warnen, warnen, warnen. DeS Einzelnen Stimme reicht nicht weit. Auch meint wohl jeder, daß die Aeber- zeugung von dem fürchterlichen Wahnsinn solcher Tat schon ohnedies allgemein sei. Run, und sei eS nur, weil der Ernst der Stunde mich drängt, es irgendwo auszusprechen: wer einen politischen Mord begeht, der verfällt — von der Schandbarkeit der Tat ganz abgesehen unserer Derachtung als ein Tvllkopf, der politisch nicht zwei Zentimeter weit sieht, als ein Verräter am Wohle des deutschen DolkeS. Zum Mord an Rathenau kamen die Darmstädter Vorgänge. Darmstadt, das Hessenland, ist — ich spreche aus genauer Kenntnis der Dinge ' nur gerade noch im letzten Augenblick durcb eine Kraftanstrengung der Polizei, die bis dahin ohnmächtig gewesen war, vor einem politischen Morde bewahrt geblieben. Gott sei Dank, daß wenigstens dies gelang! Die Antaten aber, die geschehen sind, sind genau so sinnlos wie der unselige Mord an Rathenau. Zwei Männer sind betroffen worden, die am Mord an Rathenau so viel Schuld haben wie der deutsche Staatsbürger am Ausbruch eines mittelamerikanischen Vulkans. Führer einer Partei sind eS, die niemals, auch nur mit einem halben Wort, polittsche Gewalttat gebilligt haben; einer Partei, die sich auf den Boden der Weimarer Verfassung gestellt hat und die ihre Bereitschaft zur loyalen Mitarbeit im Rahmen des heuttgen Deutschen Reichs oft deutlichst ausgesprochen hat. Ja, sie hat diese Bereitschaft in anderen Bundesstaaten sogar betätigt. Sie ist seit Jahr und Tag an der preußischen Regierung beteiligt; gefährdet sie dort etwa die Republik? Auch in Hessen gingen bis in die letzte Zeit die Verhandlungen über chre Beteiligung an der Regierung; nicht am ehrlichen Willen der Deutschen Dollspartei zur Mitarbeit sind sie gescheitert. Diesen Männern tut man Gewalt an! Am Rathenau zu rächen? Schuldlose greift man an, well die Schuldigen nicht zu fassen Wahnwitz! Sollte es irgendeinen Denkenden sind? Sinnloser Fanattsmus! Hirnverbrannter geben, der anders urteilt? Wir dürfen doch wohl annehmen, daß r.Y’c Besonnenen, alle anständig Denkenden -uese Schandtaten nicht minder verurteilen, den Mord an Rathenau? Dann sollen alle das so deutlich sagen, wie es verlangt werden kann. Dann soll niemand beschönigen und vertuschen. Alle, das ganze Doll, soll zu den Tätern dasselbe sagen, was ich oben zum Rathenau-Mvrd gesagt habe: Richt nur Verbrechen, sondern Wahnsinn! Schändung der deutschen Republik, um so mehr, als die Taten nach einer Kundgebung für die Republik erfolgten! - Och nehme hier nicht das Wort, um Schuldfragen aufzuwerfen oder irgend jemand anderen anzuklagen als die Täter allein. Es wird ja von allen diesen Schreckenstaten noch viel die Rede sein müssen. Mir liegt in dieser Stunde an etwas ganz anderem. Das möchte ich sagen: Sv kann es nicht weitergehen! Sonst m u ß ja Deutschland zugrunde gehen. On zahlreichen öffentlichen Reden im Hesienland habe ich in diesen Jahren ausgesprochen, daß Deutschland vor allem Ruhe braucht, der Stteit um die Versassungsfvrm darf es nicht in feindliche Lager spalten. Wer Deutschland lieb hat, der muß jetzt in dem Rahmen Mitarbeiten, den die Weimarer Verfassung gezogen hat. Wie ich das oft gesagt habe, so wiederhole ich es hier als meine tiefernste Aeberzeugung: diesem Deutschen Reich muß unsere Arbeit, unsere Treue gehören. Auch wir, die wir das alte Deutsche Reich geliebt haben mit allen Fasern unseres Herzens, müssen jetzt der Gegenwart und der Zukunft dienen. Zukunft aber kann Deutschland nur haben, wenn es gesund wird. Gesund werden kann es nur durch Jahre ruhiger politischer Entwicklung. Wehe jedem, der diese Entwicklung durch Gewalt ftört! Wehe jedem, der die deutsche Ehre durch schändliche Taten beschmutzt! Ein ruhiges, geordnetes Staatswesen brauchen wir, in dem ein jeder in Frieden seiner Arbeit leben kann, in dem jeder, unbeschadet seiner sonstigen politischen Aeberzeugung, mit dem anderen eins ist in der Hingabe an das Vaterland, jeder aber auch in diesem Rahmen srei seine Meinung äußern kann. Verpönt sei für alle Zetten jede Gewalt gegen polittsche Gegner! Wie gegen polittsche Gegner, so soll auch gegen Symbole und Zeichen des Reichs jede Mißachtung, erst recht jede Gewalt ausgeschlossen fein. Auch in Gießen sehen wir jetzt mehr als bisher die schwarz-rot-goldeneFahne. Was viele bei ihrem Anblick empfinden, wissen wir. Auch meine Ansicht ist, daß der Wechsel der Farben ein schwerer Fehler war. 2lber der Wechsel ist geschehen, die Verfassung hat ihn feftgelegt. Sv darf kein Deutscher dieser Fahne seiner Achtung weigern, auch der nicht, dessen Herz an den alten Farben hängt. Diese Farben sind nun einmal die gesetzlichen, verfassungsmäßigen Farben des Deutschen Reiches, zu dem wir gehören und dem wir dienen. Es darf innerhalb der Grenzen des Deutschen Reichs selbstverständlich nicht geschehen, daß diesen Farben Anglimpf widerfahrt. Das gehört zu dem loyalen Sicheinfügen in den Rahmen des Reichs, in dem wir leben. Wie so die zur Rechten das Gebot der Stunde achten müssen, so müssen es auch die zur Linken tun. Selbst in der Erregung der Zeit ist das heilige Pflicht. Alle müssen am gleichen Ziel arbeiten. Keiner darf ausgenommen sein. Achtung vor der Aeberzeugung des Gegners muß in jedem Herzen leben. Tief traurige Dinge sind geschehen. Entsetzlich, dieser Mord an Rathenau! Sinnlos in jedem Bettacht! Furchtbar, diese Vorgänge in Darmstadt! Sinnlos in jedem De- ttacht? So darf, so kann es nicht weiter gehen! Sonst geht Deutschland am Wahnsinn zugrunde. Richt Selbstzerfleischung darf die Parole sein, sondern gemeinsame Arbeit im Rahmen des Gesetzes, im Rahmen der Verfassung! Der Ernst der Stunde nötigt mir dieses ernste Wort auf. Möge es ernste Leser finden! gu den Vorgängen in Darmstadt. Darmstadt. 28. Zuni. Die Wolfsmeldung, daß der Zustand des Abg. Dingeldey lebensgefährlich ist, bestätigt sich in erfreulicher Weise nicht. Man hofft, daß er in einigen Tagen wieder arbeitsfähig sein ttnri). Die Deutsche Dolks- partei hat gestern abend noch folgende Telegramme abgesandt: „Reichskanzler Dr. Wirth-Ver- l i n. Infolge Aufrufs sozialdemokratischer Presse heute in Darmstadt große Versammlung von So- zialdcmotraten, Zentrum und Demokraten. Anschließend Demonstrationszug und Sturm aus rechtsstehende Zeitungen. Plünderung der Wohnung des volksparteilichen Abgeordneten Dfann: Mißhandlung des Volkspartei- fübrers Dingeldey. Derselbe im Zuge mitgeschleppt sollte ermordet werden und wurde nur in letzter Minute befreit. Schutzpolizei von hessischer Regierung zu schwach eingesetzt, „um nicht zu provozieren", war stellenweise unentschlossen im Vorgehen, soll auch teilweise in Zivil an Kundgebungen beteiligt gewesen sein. Ern Demonstrant getötet. Was gedentt Regierung zu tun, um das Bürgertum nicht vogelfrei zu machen? Oder ist der Aufruf „Feind steht rechts" Arsache solcher unerhörten Vorgänge?" ..ReichstagsabgeordncterStrese- manu. Heute in Darmstadt im Anschluß an Protestkundgebung von Sozialdemokraten, Zen- | t rum und Demokraten unerhörte Vorgänge. Go- zialistenblatt hatte Mobilmachung proklamiert und I Entfernung alter Hoheitszeichen verlangt. Anschließend Demonstrationszug und Verwüstung der Wohnung von Osann. Sturm auf bürgerliche xLeitungen, Beschädigung der Maschinen. Dingel- dey gewaltsam fortgeschleppt, mißhandelt und am Kopf verwundet. Sollte am Galgen auf- gehängt werden und ist nur in letzter Minute befreit worden. Einige Arbeiter unter Einsatz des Lebens bemüht. Aeußerstcs zu verhüten. Schutzpolizei auch von hessischer Regierung nur schwach eingesetzt, um ..nicht z.i provozieren", hat mir in äußerster Rot geschossen, ein Toter Schutzpolizei wenig zuverlässig, soll teilweise in Zwil an Kundgebung teilgenommen baten. Große Aufregung dauett fort. Bitten dringenden Protest gegen Vergewaltigung des BürgertumsI Reichskanzler ist benachrichtigt vom Erfolg feines Rufes, daß „Feind rechts steht" Bttten Eie, Dr. Becker fofort in Kenntnis setzen." Die Scene im Finanzausschuß. 4- Darmstadt, 28. Zuni. 3n der heutigen Sitzung des Frnanzaisschas- scs des Landtages sind die gestrigen Tumulte besprochen worden Von der Deitschen Vollspartei erschienen die Abgg. Dr- Osann und Dingeldey (dieser sich sichtlich mühsam aufrecht erhaltend» in Begleitrng der Abgg. Scholz und S ch i a n. Die Anwesenden hatten sich erhoben, um den Herren ihre Teilnahme zu tekrnden. Abg. Dingeldey ergriff das Wort und lehnte jede Entgegennahme einer Teil ■ nähme ab, so lange ihnen und der Deutschen Dolkspartei nicht volle Genugtuung geworden ist. Er schildert eingehend die ihm angrtane ungr^ heu erliche Schmach. Daraus ergab sich, daß er nur im letzten Augenblick aus dringend st er Lebensgefahr durch die blaue Polizei gerettet werden konnte Hierbei stellte er richtig, daß die schamlose Haltung der Frankfurter Zeitung, wonach er aus einem Schrank hervvraezogen worden sei, erlogen ist, daß er vielmehr der wütenden Menge, die sich nicht zurückhalten ließ, cntgegei^etreten fei Gr ließ der blauen Polizei volle Anertennung 'widerfahren, richtete ater gegen die Regieruno den Vorwurfs üaT> sie ine nötigen Schutzmatznahiuen unterlassen habe: dies, obwohl sie wußte, daß der Aufruf ßu gemeinsamen Deuronstrationen der Linken, der Demokraten und des Zentrums, der im Soz. Volks freund erschienen war, eine direkte Aufforderung zur Gewalt und zum Terror darstellte und obwohl ihr bekannt war, daß im Gewerk^ schaftshaus zur Plünderung der Häuser der Abgg. Osann und Dingel- dey und anderer Privathäuser und zur Zerstörung der Druckereien der rechtsstehenden Presse aufgesordert worden war. Er stellte fest, daß der Dr. Strecker, früher Präsident des Landesamts für das Dil-- ungswesen, auf dem Marktplatz die Ramen der Abg. Dingeldey und Osann in Verbindung mit den Schuldigen an dem QHorte Rathenau^ absichtlich genannt und somit die Menge zu direkten Gewalttaten ausgehetzt habe. Er stellte ferner fest, daß ein großer Teil der Schutzpolizei zur Teilnahme an dem Amzug beurlaubt war, daß die Regierung den Einsatz einer stärkeren Truppe, die von der Polizei- direklion verlangt war, abgelehnt bat. Er stelllte weiter fest, bab die Verantwortung an den entsetzlichen Vorgängen demnach die Regierung und die Parteien, die sich beteiligten, rücksichtslos und unmittelbar treffe. Ein solches Verhalten müsse mit vollem DÄmcht als Pflichtvergessenheit gebrandnrarkt werden. Abg. Dr. Osann ergänzte die Schilderungen, indem er yn Bild von den schauerlichen Verwüstungen seines Hauses entwarf. Gr verlangte, daß die Mitgli^>er der Regierung sich persönlich hiervon überzeugen. Er geißelte in leidenschaftlichen Worten die Schamlosigkeit der Meldung der Frankfurter Z e i t u n g„ die mit Wohlgefallen von der „R ä u- mung der Wohnung" des Abg. Dr. Osann und von dem „Spießrutenlaufen des Abg. Dingeldey" berichtet hat. ®r beschuldigte inste- sondere die Sozialdemokraten, daß sie durch ihre maßlose Hetze die Verantwortung an den Vorgängen tragen Ater auch Demokraten and Zentrum tragen an der Verantwortung mit, daß sie ebenfalls zur Demonstration aufgeförtert haben. Es ist interessant, daß M i n i st e r v. Brentano mit Enttüstung dagegen protestierte und erklärte. daß der Rame des Zentrums ohne dessen Wissen unter die Einladung gesetzt wurde. Die Abgeordneten der Deutschen Dolkspartei verließen nach ihren Worten sofort den Finanzausschuß unD werden an den Arbeiten tesselbsr sich erst wieder beteiligen, wenn ihnen volle Genugtuung geleistet ist. Die Schreckenstaten des Pöbels. Meter die Ausschreitungen in Darmstadt erhalten wir von dort folgende zuverlä Darstellung: Ein Trupp Demonstranten zog nach der offiziellen Kundgebung der Parteien vor das Haus des Abgeordneten Dingeldey und wünschte ihn zu sprechen. Dessen Gattin erklärte begreiflicherweise zuerst, daß er nicht zu Hause sei, als jedoch die Eindringlinge weiterhin vvrgingen, trat ihnen Dingeldey mit ter Frage entgegen, was sie wünschten. Er wurde Darauf gezwungen, von einem Fenster aus zur Sttatze herab zu sprechen. Seine Verurteilung des Mordes an Rathenau und sein Bekenntnis für friedliche Weiterentwicklung In- nerhalb des republikanischen Staates genügten der Menge nicht; sie schleppte ihn auf d i e Straße, zwang ihm eine rote Fahne in Die Hand ij/rd führte ihn unter ständiger 2c- benSbedroh^ng und tätlichen Mißhandlungen im Zug durch die Sttaßen. Mehreremale wurde versucht, ihn Der Menge zu entreißen, er konnte minutenlang entschlüpfen, aber je- DeSmal ergriff die Menge Den aus vielen Wunden Blutenden, schlug weiter auf ihn ein und schleppte ihn schließlich auf den Marktplatz. Dort machteman tatsächlichAn- st alten, ihn aufzuhängen; in der letzten, bittersten Rot gelang es Der blauen Polizei, Dingeldey Der Mordbande zu entreißen. Zn den Häusern Der Abgeordneten Din- geldey und Osann — diesen traf die Straßen- menge nicht zu Hause an - ist kein Etnrich- ttingsgegenftand mehr heil; alle Fenster fbiti zersplittert. Ebenso bieten die Räume ter ..Hessischen Landeszeitung" und des „Täglichen Anzeigers" ein Bild außerordentlicher Verwüstung. Beim „Täglichen Anzeiger" sind auch die Maschinen stark beschädigt worden. — Rach Mitteilung ter Polizeibehörde kam bei den gestrigen Anruhen nur eine Person umS Leben. Die Mörder Rathenaus gefunden! Berlin, 28. Juni (WTD.) Dine amtliche Mitteilung des Polizei-Prä siDiumS besagt, daß Der Mord an Rathenau aufgeklärt ist, nennt Die Ramen Der Mörder und gibt ihr genaues 6lg* nalemeut. Die Täter sinb Der Berliner Ernst Werner Techow, Der Sachse Fischer, auch Bogel genannt und Der Mecklenburger Knauer, auch Körner^ und Kern genannt. Alle Drei gehören Der Organisation C an und waren früher Angehörige Der VrigaDe Erhardt. Mehrere Der Mittäterschaft überführte Personen würben bereits festgenommen. Berlin, 28. 3unt (WB.) Amtlich. Aach- Dem die Abteilung I a tes Berliner Polizeipräsidiums bereits am Dienstag den gxr Ermordung des Ministers Rathenau benähten Kraftwagen ermittelt und im 'Berliner Polizeipräsidium fichergestellt hatte, ist es ihr jrtzt gelungen, die Mor! tat in vollem Umfange aif- zu klären tnd die Täter f e st z u st e 11 r n. Di« Täter sind: 1. Techow, Ernst Werner, 21 Zahre alt, tn Berlin gehören und zuletzt (n Berlm wohnhaft, 1.78 Meter groß, dunkelblond, gescheiteltes Haar, voller Mund, bartlos, r inten Kinn, ge- lunte, frische, gebräunte Gesichtsfarbe, schlanke Gestalt, Kleidung Trauer-Zackettanzrg, lange Beinkleider, weißer Filz Hut 2. Fischer auch Vogel genannt, mit Spitze namen „Pecheur" genannt, früherer Aufenthaltsort Flöha in Sachsen, aus Ehemnitz, nicht älter als 25 Zahre, 1.75 Meter bis 1 78 Meter groß, hellblonde hohe Stirn, braune A^gen. Haken- nofe, spitzer Mund, bartlos, blasses, schmales, ater gesundes Gesicht, schlanke Gestalt, sächsische Mundart. Kleidung blauer, zweireihiger Sakko-' crnzug. gelbe Halbschche, gelter Regenmantel, weißer Halskragen, lange Krawatte. 3. Knauer, auch Körner und Kern ge*| nannt, gleichfalls nicht älter als 25 Jahre, 1.7L. bis 1,75 Meter groß, hellblond, hohe Stirn,' blaue Obigen, Sattelnase, bartlos, spitzes Kinn breites Gesicht, gebräunte gesunde Gesichtsfarbe, kräftige, breitschultrige Gritalt, Mecklenburger Dialekt, Kleidung: blauer zweireihiger Saüv- anzug, schwarze Stiefel, weißer Stehkragen, kleine- schwarze Krawatte, FilzHut. Die Drei Genannten gehören der Organisation C an und waren früher Angehörige ter Briga-G Erhardt. Der unter 3 genannte Knauer lKörner, Kern) war während tes Kapp-Putsches der sogenannten Stabswache ter damaligen Kapp- schen Reichskanzlei tätig. Fe st genommen s7nd die drei Täter bisher noch nicht. Sie haben sich aus Berlin entfernt. Da sie nach den polizeilichen Feststellungen zur Zeit ter Tat nicht über große Geldmittel verfügten und auch keine Pässe besahen, ist damit zu rechnen, daß die Täter sich im 3nlante aus- balten. Fischer ist am Sonntag abend mit dem O-Zug 8,35 Uhr nach Halle abgefahren. Die beiden anderen haben vermutlich am Dienstag Berlin verlassen und sich nach Aorten zu begeben. Eine Anzahl weiterer Personen, die ter Mittäterschaft überführt ist. ist von ter Berliner politischen Polizei bereits verhaftet Wörtern. Wie die „Vossische Zeitung" von dem Leiter ter politischen Polizei, Oberregierungsrat Weiß, über die Ermittelung der Mörder Rathenaus erfährt, verfolgt die Polizei seit Dienstag Rächt die Spur. In ter Rächt vorn Montag zum Dienstag wurde bereits im Westen 'Berlins ein Teilnehmerander Generalverschwö- rung verhaftet. Durch die Aussagen dieses Mannes und durch das Material, das man bei ihm sand, wurde die Polizei auf die Spur gewiesen. die sich dann auch als richttg herausgestellt habe. In einer Unterredung mit einem Mitarbeiter tes ,Derl. Tagebl." bezeichnet es Dr Weist, An unsere Leser! Die Kaufkraft der Mark ist von Woche zu Woche weiter gesunken. Die Herstellungskosten für die Zeitungen sind im gleichen Verhältnis gestiegen. Zum teilweisen Ausgleich der Mehrkosten müssen die Bezugspreise erhöht werden. Für den Gießener Anzeiger beträgt der Mehrpreis monatlich nur Mark 2.50, die Erhöhung des Trägerlohnes Mark - .50. Für den Monat Juli werden somit erhoben an Bezugsgebühr.....Mark 22.50 an Trägerlohn .......Mark 2.50 Auf dem Lande bezieht man den Gießener Anzeiger durch unsere Zweigstellen oder durch die Post, in der Stadt Gießen durch die Trägerinnen oder durch nachstehend aufgeführte Abholestellen. Bei letzteren beträgt die monatliche Bezugsgebühr nurMark 22.50. Verlag des Gießener Anzeigers Abholestellen deS Gießener Anzeigers. (Ausgabe bet Tagesnummern von nachm. 4 Ahr an.) 1 Am Riegelpfab. Ecke Ludwig- Friedt. Eikmeiet, straße Zigarrengeschäft 2. Bahnhofstraße 33 Luise Joost, Zigarrengeschäft 3. Bahnhofstraße 45 I. Hermes, Papietwarengesch. 4. Bahnhofstraße 64 Jakob Dany. Friseur 5. Crednerstrahe. Ecke Klinik- Ernst Merlau, straße Buchhandlung 6. Dammstrahe 34 Philipp Gans, Kolonialwaren 7. Frankfurter Straße 9 Th. Schlierbach, Kolonialwaren 8. Frankfurter Str., Ecke Klinik- Jakob Maternus, straße Kolonialwaren 9. Frankfurter Sttaße 76 Emilie Banse 10. Friebrichstraße 3 Heinrich Weber, Zigarrengeschäft ll.Hammstrahe 16 Fritz Euler, Metz- gerei u. Wirtschaft 12. Kaiserallee 18, gegenüber Christian Kuhn, Molttestrahe Kolonialwaren 13. Kreuzplatz 11 Filiale Petersen, Zigartenhaus 14. Krofbvrfer Sttaße 10 . I. Reinhardt, Kolonialwaren 15. Liebigsttahe 71 Heinr. Kalbfleisch, . Koloniallvaten 16. Linbenplatz 5 Peter Dingel, Schreibwaren 17. Ludwigsplatz 4 R.SchlabachAachf. Kolonialwaren 18 Ludwigstrahe, Ecke BiSmatck- Filiale Petersen, sttahe H. Treppinget 19. Ludwigstrahe 36 Jakob Häuser, Kolonialwaren 20. Marburger Sttaße 29(Laden) Frau Jakob 21. Marktsttahe 7/9 Filiale W. Moefer 22. Reuenweg 38 Karl Wetzel, Zigarrengeschäft 23. Reustadt 41 Theo Schäfer 24. Seltersweg 70 Heinrich Driesch 25. Steinsttahe 65 Otto Rachttgall, Kolonialwaren 26. Stephansttahe 42,Ecke Bleich- Ernst Balke, strahe Kolonialwaren 27. Walltorstrahe 14 Eonrad Bender ll.. Kolonialwaren 28. Weserstrahe 1 Ehr. Schönhals, Kolonialwaren 29. Wilhelmstrahe 48 Justus Woelke, Buchbinderei 30. Wilsonstrahe 15 Konrad Männche, Kolonialwaren 31. Wolfftrahe 7, Ecke Kaiserallee Johann Bohl, Kolonialwaren Feuilleton. Deues zur Entstehung der Grimmschen Märchen. Die Grimmschen Märchen, dies klassische Werk unserer Märchenliteratur, ist aus der eigenen Märchenkenntnis der beiden Brüder und aus den Sammlungen entstanden, die sie und ihre Mitarbeiter im Volke veranstalteten. Gar manches kostbare Märchengut ist von ihnen in der Ämgegend von Höxter und Corvey gesammelt worden, und es ist daher eine zeitgemäße Erinnerung zum 1100jährigen Jubiläum dieser beiden -Orte, wenn die „'Heimatblätter der Roten Erde" in ihrem „Sonderheft Corvey-Höxter" einen Beitrag zur Entstehungsgeschichte des Märchenbuches bringen. G. Schumacher macht hier auf den Anteil aufmerksam, den die Familie von Haxthausen auf Bökendorf im heutigen Kreise Höxter und der westfälische Friedensrichter Wiegand aus Höxter an der Sammlung hatten. -Wilhelm Grimm hatte Werner von Haxthausen in Halle kennen gelernt, und im Jahre 1811 lud Werner den Freund nach Bökendorf ein. Doch mußte er, der dem Tugendbund angehörte und daher von den Franzosen verfolgt wurde, schon vor Wilhelm Grimms Ankunft nach London fliehen. Wilhelm fand in Bötendorf einen Kreis, wie er selbst sagt, „schlicht und einfach, aber so Wstlich und überreich an kleinen Freuden und Genüssen, daß dagegen die rauschenden Vergnügungen der Welt ihren trügerischen Reiz völlig verloren. Unter diesem wirtliä^n Dache hatte die Romantik sich häuslich niedergelassen: ihr Pulsschlag war fühlbar im heimischen und flefeHIigen Kreise". Abends, wenn der große Hof von dem blendenden Glanz des 1811er Kometen beleuchtet war, saßen die zahlreichen Familienmitglieder mit ihren Gästen vor der Tür und sanken mit den Mägden und Knechte.' die alten schönen Volkslieder. Auch Jakob kam später öfters nach Bökendorf, und die beiden Brüder haben hier den größten Teil ihrer westfälischen alS dringend ^forderlich daß das Publlküm der Polizei bei der Fahndung auf die flüchtigen Mörder behilflich ist. Wie das Blatt weiter erfährt, sind die drei Täter im Besitze großer Geldsummen. Weitere Ausschreitungen. Ein Gewaltakt in Worms. Worms, 28. Juni. (WTD.) Gestern nachmittag setzte sich im Anschluß an eine Demo n st r a t i o n ein -Zug n a ch d e r „W o r m ° s e r Zeitung" und nach der Wohnung des verantwortlichen Schriftleiters in Bewegung, um btefcm die Mißbilligung zu dem im Montag- Abendblatt erschienenen Arttkel „Wer sind die Mörder?" zum Ausdruck zu bringen. Unter Zurusen einer tausendköpfigen Menschenmenge und unter der Versicherung einer Abordnung, daß dies die einzige Möglichkeit sei, eine Beschädigung des Betriebes zu vermeiden, wurde der Schriftleiter veranlaßt, eine Erklärung abzugeben, daß er den Artikel zurücknehme und widerrufe. Inzwischen waren eine Anzahl Demonstranten in die „Wormser Zeitung" eingedrungen, beschädigten die Maschinen und warfen stehenden Satz durcheinander. Berlin, 28. Juni. (Wolff.) Rach den Demonstrationen im ßuftgarten ist es an verschiedenen Stellen der Stadt zu kleineren Ausschreitungen gekommen. Gegen 41/* Uhr erkletterten zwei junge Burschen die Berolina und hingen dort eine Strohpuppe auf, die einen schwarzen Anzug und eine schwarze Mühe mit dem Hakenkreuz trug. Die Puppe wurde von Schutzpolizisten entfernt. Um 5 Uhr nachmittags durchzogen etwa tausend Personen die Potsdamer Straße. Die Geschäfte hatten meistens geschlossen. Dor dem Huwelengefchäft von Schölzke, Potsdamer Straße 35, das ebenfalls geschlossen war, sammelten mehrere Demonstranten sich an und zertrümmerten zwei Schaufensterscheiben. Die Schutzpolizei zerstreute die Demonstranten, wobei fünf Personen, die Widerstand leisteten, festgenommen werden muhten. Um 6 Uhr nachmittags durchzogen etwa 1500 Per onen die Tauenhien- strahc. 3n der Rähe der Kaiser Wilhelm-Ge- dächtniskirche fielen sie über einen jungen Mann her, der eine Schülermühe mit schwarz-weiß- rotem Bande trug. Zwei Beamte konnten die Menge von seiner Mißhandlung nur zurückhalten, indem sie ihre Schußwaffen zogen. Die Menge wurde dann durch ein größeres Aufgebot der Schutzpolizei zerstreut. Hamburg, 28. Juni. (WTD.) In Elmshorn kam es gestern nach Beendigung der Demonstration anläßlich der Ermordung Rathenaus, an welcher etwa 3000 Personen teilnahmen, zu mehreren Zwischenfälllen. Mehrere junge Leute, die durch das Verhalten einer Anzahl Schüler herausgefordert worden sein sollen, drangen in die Dismarcksschule und in das Lyzeum ein, rissen die Bilder der Heerführer und andere Gemälde von den Wänden, vernichteten sie und warfen sie aus dem Fenster. Aus dem Lyzeum wurden außerdem zwei schwarz-weih-rvte Fahnen herausgeholt und zerrissen. Teilnehmer des Demonstrationszuges drangen in das Privattontor des Verlegers der „Elmshorner Rachrichten" ein und verlangten die Herausgabe von Kaiserbildern, die zerrissen und auf die Straße geworfen wurden. Außerdem wurde das Personell einiger Danken gezwungen, die Geschäftsräume zu verlassen. Die Geschäftsführer wurden veranlaßt, ihre Geschäfte zu schließen. Löbau (Sachsen), 28. Juni. (Wolff.) Bei den gestrigen Kundgebungen anläßlich der Ermordung Rathenaus kam es hier zuAus- schreitungen. Die demonstrierende Menge drang in das Grundstück deS „Sächsischen Po- stlllon" ein und suchte den Verleger und den verantwortlichen Schriftleiter Witte, den sie schließlich ausfindig machte. Als Witte einen Schreckschuß ckbgab, fiel die Menge über ihn her, wobei Witte eine Kopfverletzung davon- ttug. Witte wurde dann auf einem Wagen durch die Sttaßen gefahren, bis er im Amtsgericht Aufnahme fand. Die Ausnahmeverordnungen im bayrischen ßanbtag, München, 26. Juni mL dafür rrte EnUvtlÜimg unseres i keiner Seile eine *&. l^eifall rechts.) der nach Traf Lachw> bezeichnet bk Mordtat einer zrelbetvuhten 5>qc l! verzichten, mit auhv- Angriffe abzutvehm erhob gegen die tlvn den Dorlourf, das, n Möüern Derbindmig um Schlitze der Republik nn der grobe Teil der >wie auch ein Teil der prvchem MonarWm. Reichswehr monarchistisch rrderung n Regierung. ni. tDR.) 3n ter M« tagcs verlas der Tlimlter ['eine Erklärung der zunächst die Teilnahme ^oMlichder EruwrdM wird. Mi der Reichs Wb? Rcy^ung der )tD tnof)[iDvbaxiid x. Die Mrdbibenver' r Org^at'E wter- äße mit ter Dehfch- zusammenchingen. w t bereits alles getan, m aufrecht zu erhaltm und i Kundgebingen wrdvM hrnaus in einer Pwwst- sierung darauf hin. datz rrchistifche Agitation duch ier Formatior-en zu den L und doh dies vm Ordnet mrde ohne M' sam, dah die e RorbeussMgema^M die Deiironstralionen der aÄe6 n dek . . kjtzasfeii. i Mittel zum we ch getvachse". „ Dordring^^ Finch von^A Druec c mü ^Lhoroten Är; LE '?Ät in l< teiM ^eit Ä fchlchfrch von ^u^en nr^, £üic M dE jjt) dr: * MOZ ('S«" "Ä* i t»r '# (jn f lÄWfe Ä-SS“® en-'* nach x_ ■ ."W Qffn §ad- Ktz b"hat?w-^ lQnten 5or°f*ld),t ■ Werden. ^Us. k” andew«,^- bid ^raÄ^nbem «“ diesem 55?$ jfc itt u^LL^ der r r- ier hinter bk tA* >er Dir SWÄ* S? ta W wi T Eaung Mi %, ln9 der dAllschen Dvlls- (tzespannte Parlamentär, age der Minister des Innern. die Maßnahmen der Regierung zum Schutze der Republik bekannt. len. unter! Ar- 5929V übernehmen V erlangen Flexilis-Werke A.-G. Dampfsäge- und Hobelwerk Halsdorf Wohra(Oberh-) Der französische Plan der Verwendung deutscher Arbeitskräfte »u stürmischen L ä r m s z e n e n, als AbgeorL- neter Dr. Her fürth (D.-N.) sprechen wollte. Da die Szenen in Tätlichkeiten auszuarten drohbrach der Präsident die Sitzung auf eine Die Verhandlungen im Haag. Haag. 28. Juni. (WTD.) Haager Korre- spondenzbureau. Das Memorandum der russischen Abordnung, betreffend die Kredite an Svwjetrußland, wird am Freitag überreicht werden. Das Menrvrandum wurde bereits in Moskau fertiggestellt. Die russische Abordnung braucht nur noch die letzte Hand daran zu legen. Es wird rein informatorischen Charakter haben. Die Russen werden sich bereit zeigen, sich über die zu erteilende Antwort auSzusprechen. Krassin wird in der nächstenWoche im Haag erwartet. Rakowski bleibt noch einige Zeit in Ruhland. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Lang-Göns für das Rj. 1922 liegt von Donnerstag, den 29. Juni 1922 an eine Woche lang auf dem Dienstzimmer der Bürgermeisterei während der Dienststunden offen. Einwendungen sind schriftlich oder zu Protokoll vorzubringen. Es wird eine Umlage erhoben, zu der die Ausmärker beizutragen haben. Lang-Göns, den 28. Juni 1922. - (619OD Bürgermeisterei Lang-Göns. Velten. Verlobte Giehen, Alicestrahe 11 früher Mörchingen (Lothr.) Kirchenplnh 15. Verkäuflich Möbel aller Art feineres 068,3 Glas u. Porzellan TWeim, Silber rc. Frau Prof. ISoßbach Wetzlar, Geiersberg 8 I. Ein Kinderbett mit Matratze und Kopfkeil für Kinder v. 3—14 Jahren zu verk.Nenenweg30 II.06838 Heizbare Badewanne und Weckgläser zu uer= vereinigte GekreiveMülec G. m. b. H. nesoa Friedrichstraße 10 p. Ordentliches, sauberes liiMitit itfMt 6167 Fran (£. Berg, __Mausburg 4. Ordentliches RßädcheM in Haushalt von zwei erwachsenen Personen bei gutem Lohn gesucht. 6182 M heute bis einschliehlich Montag der schönste deutsche Film, der je über die Leinwand ging: Hanneles Himmelfahrt nach Gerhart Hauptmanns Bühnentraumspiel. Die Premiere in der Staatsoper Berlin bedeutete einen warmen und ehrlichen Erfolg. Ein rührendes, kindliches •xmnnelc, ob ne Pose und mit echter Inbrunst, gab die kleine, zierliche Margarete Schlegel. Man wird dieses blaffe, leidvolle Gesichtchen nicht so bald vergessen. Des sterbenden Kindes Traumbilder sind mit allen Mitteln moderner Zilmtechntk zauberhaft schön gestaltet. Tiefere, ergreifendere Wirkung hat ein Film bisher wohl kaum geübt. HanneleS Himmelfahrt wird auch in Giehen berechtigtes Aufsehen erregen. Hanneles Himmelfahrt kommt täglich dreimal zur Aufführung, um 4, 6 und 8.30 Uhr. Wegen des zu erwartenden groben Andrangs in den Abendvorstellungen zu diesem auhergewöhnlichen Kunstfilm bitten wir höflichst, die Nachmittagsvorstellungen besuchen zu wollen. ’ISiiDtrLfiifliitrfriiiltin r für nachm. gesucht. 06513 Goetbettrafie 40 v. zu verkaufen. U6oi4 roaioginnes. Mr, 172. ein MMlNlki Pferd mit Fohlen, 10 Wochen Sie Ein M Wi Vornan v lÄc Klaff & Weigand, Hanav, Kölner Str. 1. Heuwender Das Reichsmietengesetz tritt am 1. Juli 1922 in Kraft. Die Höhe der im einzelnen Fall zu zahlenden Miete kann erst bestimmt werden, nachdem die vom Gesetz vorgesehenen Hundertsätze, die als Zuschläge zu der Grundmiete (= 80% der Miete vom 1. Juli 1914) hinzutreten, von den zuständigen Stellen nach Anhörung der Mieter- und Vermietervereinigungen festgesetzt sind. Der Mieter oder Vermieter, der die gesetzliche Miete wünscht, muß gegenüber dem anderen Teil (nicht gegenüber dem Mieteinigungsamt) die schriftliche (Erklärung abgeben, dah die Höhe des Mietzinses nach den Vorschriften des Reichsmielengesetzes (gesetzliche Miete) berechnet werden soll. Diese Erklärung kann rechtsgültig frühestens am 1. Juli (bent Tage des Inkrafttretens des Gesetzes) abgegeben werden. Sie bewirkt, baff die gesetzliche Miete von dem ersten Termin ab, .für den die Kündigung nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch zulässig sein würde, an Stelle der vereinbarten (auch bei langftistigen Verträgen) ober der vom Mieteinigungsamt festgesetzten Miete gilt. Bei monatlicher Kündigung mutz die Erklärung spätestens am 15. für den Schluß des 'Monats und bei vierteljährlicher Kündigung spätestens am 3. Werktag des Kalendervierteljahres für dessen Schluß erfolgen; der 3. Werktag im nächsten Vierteljahr ist der 4. Juli. Die Zahlung in Höhe ' der gesetzlichen Miete kann erstmals also am 31. August kei monatlicher und am 31. Dezember 1922 bei viertel- 1 jährlicher Kündigung gefordert werden. p Die näheren Grundsätze der Berechnung der gesetzlichen Miete werden noch bekannt gegeben. Kommt nach Abgabe der Erklärung gemäß vorstehendem Absatz eine Einigung zwischen Mieter und Vermieter über die Höhe der gesetzlichen Miete nicht zustande, so entscheidet auf Antrag eines Teiles das Mieteinigungsamt. Anträge auf Mietpreisfeftung, die vor dem 1. Juli 1922 bei dem Mieteinigungsamt eingegangen sind, werden nach den seitherigen Grundsätzen erledigt. Später eingehende Anträge sind nach Maßgabe des Meichsmietengesetzes zu behandeln; sie müffen zurück- gewiesen werden, falls nicht die ordnungsmäßige Erklärung des Verlangens der gesetzlichen Miete nachgewiesen ist. Da durch Abgabe dieser Erklärung die Fristen gewahtt werden, empfiehlt es sich, Anträge auf Mietpreisfestsetzung bei dem Mieteinigungsamt erst einzureichen, wenn die Hundertsätze veröffentlicht sind und eine Einigung zwischen den Parteien nicht möglich war. 3M fiomoiB evtl. Anfängerin, m. saub. Handschrift, ver sofort gesucht. Selbstgeschriebene Angebote unter 06509 an den Gieß. Anz. erbeten. Jüng. Verkäuferin und ein Lehrmädchen mit guten Schnlkenntn. für sofort gesucht. 6187h Schuhhaus Metropol, Selierswea 19. Gesucht nach Darurstadt zum 1. !). 22 in kl. Haushalt (vier Personen! ein Kränlein unter 19 Jahren, welches mit Hilie der Hausfrau alle häuslichen Arbeiten besorgt. Vollständiger J-a- milienanschlnß, gute Behandlung u. Verpflegung. Klavierspielen nndAähen erwünscht. Schr. Angeb. u. 6191D an d. Gieß. Anz. MWu für M sucht Frau M. Fischbach, 06526 Bletchstratze 29. Vorst. SelterZw. 24 Laden od. abds. v.7—SWohnung. und Anstreicher gesucht. 6202 Gebr. 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Llnsere Gemeinde plante zuer i die Herstellung einer eigenen Leitung, deren Maste schon ausgestellt waren, durch Wasserkraft. Aber die Ersahruno, die Ober- Ohmen damit gemacht, lieh sie den Anschluh an die Ueberlandzentrale suchen. Da drang der scharfe Hall eines Schußes aas I dem dichten Gebüsch von Oliven und Dattel-1 palmen das die User umsäumte, und bald dara it färbte duntelrotes Blut die Stelle, wo der Knabe und sein furchtbarer Verfolger versunken waren. Darm schob sich die Gestalt eines jungen Europäers durch das Dickicht, mit der einen Hand sich vorwärts arbeitend, tn der erhobenen andern einen noch rauchenden Browning hallend, der bereit schien zu einem zweiten und auch dritten Schuh. Kurz darauf erhob sich ein Weiher schuppiger Bauch aus den Wogen und trieb langsam fluhadwärts, eine breite Mutspur hinter sich zi- rücklassend. Eduard von Wallten sandte noch eine Kugel nach dem zuckenden Leib, dann watete er in den Strom um rasch die Stelle zu erreichen, wo der Knabe verschwunden war. Er tastet? mit den Händen über den Grund, dessrn auf* gewühlter Schlamm das Was'ec wüt hin g: trübt und fast und urchs.chtig gemach', hatte. Die gefahrvolle. mühsame Arbeit war von Erfolg gekrönt denn nach wenigen Minuten des Suchens hielt 'Wulsten den fingen Dabier am Arm und zog ihn hinter sich her aus den heimtückischen Wogen. Eine Verletzung war an ke.n Körper des Knaben nicht wa! rzunehmen. dennoch aber schien alles Leben aus seiner Brust entflohen. An dem kleinen Tisch, wo sich Eduard «lieber- lieh, sah bereits ein Herr von merkwürdigem Aeuheren. Er war sehr hager und kielt sich etwas vornübergebeugt. Sein Gesicht war schmal und verfallen, und trockene graue Augen Lagen unter den starkgeröteten Lidern. Sein Haupthaar war nahezu ausgegangen, und der rötliche Bart, an welchem er nervös mit den Fingern zupfte, war dünn und ung-pflegt. Der ganze Mensch machte einen schwindsüchtigen Eindruck und schien einer absonderlichen Welt zu entstammen. Eduard von Wulfsen zauderte erst einen Augenblick und sah sich lucherck) im Kreise um, ob nicht ein andrer Platz zu finden wäre, aber alle Tische waren schon besetzt, und so muhte er bei seiner verspäteten Ankunft froh fern, wenigstens hier noch unterzukommen. Er verbeugte sich kühl und setzte sich nrrder. Auch der Fremde grühte mit einer etwas etfigen Bewegung, wobei er sich tief nach vorne neigte, während er seinen runden Bücken empor- schob.' Er nannte undeutlich seinen Hamen, bet Doktor Perzelius lautete (Fortsetzung folgt) gäbe führenden Verlags unterstrichen, regten an zu neuen und bestärkten, schon geplanten Gründungen weiterer Gemeindeblatter im Dekanat • Erledigte Stelle. Erledigt ist die mit einem akademisch gebildeten Lehrer zu besetzende Stelle des Rektors an der höheren Bürgerschule zu Ober-Zngelheim.Meldungen bis zum 7. Juli an das Landesamt für das Bildungswesen. Schöffengericht. (Rieben, 27. Zuni 1922. Viertelstunde um Viertelstunde re strich und immer noch lag der (Zunge wie tot auf dem harten Gras. Eduard von Wulsten rieb die Glieder des Knaben legte M en Haupt lief hllrtenüd.r ind versuchte auf jede Weise, re e i Atom i.i die halbertrunkenen Lungen zu billigen. Endlich öffneten sich die drohen, tierisch dunkeln Augen des fuigen Afrikaners, die Lippen bewegten stch und formten unverständliche, fremdländische Laute. Wie heiht du beim?' fragte ihn Wulsten auf englisch erhielt aber nur einen graben ver* ständnisioseu Bl.ck Aach langer Mühe gelang cß ihm jedoch, dem Knaben boga.ijltch zu machen, was er meine ben hatte ihn seltsam erregt, und die geheimnisvollen Worte, die er vernommen hatte, liehen seine ©cbonfen nicht zur Rahe kommen. „Korn Ombo" klang es in ihm nach, „Kom Ornbo . . . Ombo . . .“ Was mochte sich hinter dem 21a- men verbergen ? Und woran- war der Änabc so ausgenommen werden. Abg. Esser jZ.): Das Gesetz sei ein geeigneter Unterbau für die kommende Arbeitslosenversicherung Ein Monopol der öffentlichen Arbeitsnachweise würde einen gesunden Wettbewerb verhindern, der nur nützlich wirken könnte. Von den Ausschuhbeschlüssen könne das Zentrum nicht abgehen. Die Einheitlichkeit in der Arbeitsvermittlung werde durch die Landesämter gewährleistet. Das Gesetz sei ein Instrument zur Herstellung des Wirtschaftslebens. „ , , , Abg Aufhäuser (U.): 3m Ausschuß habe eine Mehrheit gegen die Stimmen der Arbeiter- Roman von E r n st S ch e r t e l. (Dachdruck verboten.) Erstes Kapitel. Sin glühender Abend dampfte über ben Kup- Mn Kairos. Wie aus Silber und Elfenbein gebaut erhob sich die märchenhafte Stadt aas dem braunroten Dunst, der von der Wüste her- überzog. Kein Windhauch rührte sich m der purpurnen Stille. Dur hier und dort plätscherten rnd gargelten die Wasser des Alls, der mächtig angrichwol- fen seine Fluten daherwälzte. Wenige Sand- bäiite ragten noch hervor, die bedeckt waren mit Tang und Millionen glänzender Steinchen. Auf einer dieser Bänke tummelte sich ein schlanker mäbischer Knabe, braun and mit langem, schwarzem Haar und nur bekleidet mit ewem kurzen, leinenen Schurz. Er sammelte grobe Matter und warf sie auf den breiten Rucken des Stromes, der sie langsam davontrug. Dann tauchzie der (Zange vor Fre-ade and watete tief hinein in die gelbgrünen Wellen, um noch eine® der Blätter zu erhaschen oder ein neues da; i zu werfen. Plötzlich aber- erstarrte sein Lachen zu einem atembeklommenen Schrei: wie nxrbnfimng arbmtete er- sich durch den weichen Schlamm bes? Grunds dem Lande zu, laufend, kriechend and schwimmend. Und hinter ihm her schotz, ungestüm die Wogen zerteilend, ein riesigrs KriKodil, aus dessenRachen unheimliche, schnaubende Laute drangen. Mttwe- nigen Schlägen seiner kurzen, häßlichen Beine hatte das Ungetüm den Knaben erreicht und schwang sich mit einem gewaltigen Stotz aus dem Wasser- empor um sein Opfer mit einem raschen Bisse zu erhaschen Hilflos vor Entsetzen sa ik ter Knabe in die Knie, die ihn nicht mehr zu tiGK.x vermochte i, die Wasser schlugen über ihm zusammen and das Untrer warf sich keuchend ihm nach Parteien eine Vorlage zustande gebracht, die durch aus nicht vereinbar lei mit dem neuen Kurs bet Sammlung der republikanischen Arbelterscha, gegen den Feind, der rechts steht. Reichsarbeitsminister B i a u n: 3n den Parteien, die die Aussch iNbeschlaste ge atzt haben, sitzen auch republcka ich g f nnte Arb iter. Adg Rlese berg (S.-tlJ: En Monopol für öffentliche Arb itsnochw.lse würde u erträglich fein. Dem Ha.rdwerksmililer muh die Möglichkeit g.g ben fein, s.ch Ne gec(gntcn Kräfte he ranz a ziehen. Die Lehrstellenvermitttang and die Berufsb^r.»tang m-ffea bei den 3nnangen ini> den Hand Wertskammern bleiben. Abg. Dr Most (D. Vp.): Die künstliche^ Schaffung eineS Monopols der öf entllchen Ar- deilsnachweise würde einer emh.itlichen Regelung dei Sache schaden. Redner stimmte den Ausschatzbefchlussen zu. Abg. Dr. Fick «Dem ): Am besten würde sich der Apperat des Arb.itsr.achw iSwcfenS Völl g auf dem Boden der Sristverwallang aufbau-rn. Wir möchten die aus den Organisationen der '21 rbeitgebei und Arbeitnehmer herauSgewuch- fer»n Aib.ltsnachw ls? nicht be eiligen. Darum stimmen wir den Ausschivboschlü sen zu. Die Häufung der vielen 3.stta zen sagt ans nicht zu. Wir werden der Ber.i fachung zustimmen. Den Meldezvxnrg leh.-en wir ab. Abg. Schirmer (Bayer. Dp ): Das Gesetz darf nicht zu einer Schematisierung und Bureau- kiatisierung führen. Die Freiheit der Persönlichkeit muh unangetastet bleiben. Wir müssen Verwahrung dagegen einlegen, das) sich die Vertreter der sozialistischen Parteien als die alleinigen 2Ir- bütervertreter ausgeben. Wir stimmen dem Gesetz im ganzen zu. Abg. Malt zahn (Komm.): Die Arbeiter werden dje arbeiterfeindliche Tendenz des Gesetzes bald durchschauen. Die Weiterberatung wird auf Freitag 1 Uhr vertagt. Außerdem - Getreideumlage und kleine Vorlagen. Schluß 8 Uhr. „Äon: Ombo," entgegnete der Knabe CEuIffen Iah ihn erstaunt an und erkundigte sich nach der Lage dieses ihm unbekannten Ortes. Der Knabe aber deutete nur mit dem Arm in die Gegend, aus der der All daherglitt. Dach diesem kurzen Wonw-'ch el blieb der (Zunge wieder in Schweigen versanken liegen, dann erhob er sich langsam, machte einige Schritte, wie um die Geschmeidigkeit seiner Glieder zu prüfen und verschwand in dem knisternden Dickicht. Eduard von Wulfsen sah ihm verwändert nach horchte noch einige Sekunden auf die katzen- bast'leisen Schritte des jungen Eingeborenen and wandte sich endlich zum Gehen, den Häusern Kairos zu. Die Sonne stand schon tief am Horizont und goß flammenden Scharlach über das Eandmeer der Wüste und die schweigenden Spitzen der Pyramiden, die im Dunste der Feme versanken. Wie Rubine glänzten die Fenster der nahen Stadt, dann flog ein bläulicher Hauch über das Ganze, wurde dunkler und dunller, legte sich in breiten Fasten über die Ebene und erstickte die letzten Schimmer des Tages. Ein kühler Wind wehte von dem sumpfigen Dil _£ei und nach und nach erloschen alle 19e- räusche. Eduard schritt rascher ais. um noch vor dem völligen Einbruch der Dacht in sein Hotel zu gelangen. Das tur?.e Abenteuer mit dem nubischen Kna- „3smais," kam es leise von den braunen Lippen „Woher stammst du berat?" singt 2 nun Eduard wieder, mit allen möglichen Gesten seine Worte unterstützend. ne- zu Unter solchen Betrachtungen hatte Eduard die ersten Strotzen Kairos erreicht und winkte einen öer Eseltreiber heran, um sich von diesem tn seiner Behausung b in gen zu lassen. 3n den engen Gassen war es schon Dacht und nar manchmal leuchtete ein Weitzer Burnus oder eine schwelende Oellampe aus der blauen Finsternis. Ein Geruch von F.-schen, überreifem Obst und vielen braunen Menschen verschlugt Eduard oft fast den Atem Endlich hatte er eine der heller leuchteten Hauplstratzen erreicht und bald stand er In dem eleganten Zimmer seines HotelS und kleidete sich um für das Abendessen. Als er in Frack und Lackschuhen in den strahlenden Speisesaal trat, hätte niemand tn ihm den kühnen Abenteurer erkannt, und er selbst fragte sich wiederholl, ob er sich wirklich tn einer Stadl des dunkelsten Erdteils befinde. Auf 100 Mk. des allen SleuerwerleS der land- I und forstwirtschaftlich genutzten Grundfläche sollen । 1,25 Mk. an Beitrag erhoben werken Der Mindestbeitrag fü jeben landwirtschaftlichen Betrieb beträgt 10 Mk. Die Deruf-genossenscha*t besitz! eine eigene Hastpflichtversicherungsanstalt. sowie ein eigenes Un allkrankenhaus. in dem jeber Versicherte vom Unsalllagc ab kostenlos Ausnahme 'Inden kann Reben der Durchführung des früh- zeitigen Heilversahrens wird künftighin die Uebcc- ivachung der Betriebe in Bezug auf die Unfallverhütung durch technische Äufsichlsbeamte eine wesentliche Förderung erfahren. Landkreis Gietzcn. — Garbenleich. 29. Juni. Der bei der Firma Buderus in Wetzlar in Arbeit stehende 48jährige Maurer Wallbotl von hier ist gc ftern nachmittag im Walzwerk tödlich verunglückt. Er wurde von einer an einem Krahn hoc^ezogenen und abstürzenden Wa^e so unglücklich getroffen, daß der Tod nach wenigen Augenblicken eintrat. Der Verunglückte war lange Zahrc an der Dahn bedienstet, gab aber dann diese Stellung auf, um sich selbständig zu betätigen. Vor (fahren verunglückte sein erwachsener Sohn an der Bahn tödlich, indem er von einem Zug überfahren wurde. Der früher sehr wohlhabenden, jetzt aber in dürftigen Verhältnissen stehenden und nun ihres Ernährers beraubten Familie wendet sich allseitige Teilnahme zu. Mreiä Alsfeld. Ober-Ohmen, 27. Zuni. Heute abend war fast die ganze Gemeinde, der Krieger- und Gesangverein und le; Polaunenchvr aus Unter- Seibertenrod unterwegs, um das neue Geläute, das von Mücke kam, adzuholen und keim ins Dorf zu geleiten. Auf vier Wagen tarnen die neuen Glocken, voran die grotze, die mit ihren 24 Zentnern gar stattlich aussah: alle vier Glocken waren mit Outrlanben und Gewinden prächtig geziert. Zwei Vorreiter im Festgewande eröffneten den Zug. An der Gemar längs grenze begrüßte der Posaunenchor den G'ockenzug. Frl. Euler sp ach ein Degr-ützungtg^dicht und Herr Pfarrer Jung kurze, herzliche Worte zum Eintreffen der Glocken. Kreis Friedberg. * Bad- Dauheim, 25. Juni. (Zn den Räumen des H u p f e l d - K u r p a r k - Kasinos wurde am Donnerstag, 22. Juni, eine Mode-Revue inszeniert. Die künstlerische Leitung lag in den Händen von Willi Kühn, dem beliebten Humoristen, der die Modelle dem Publikum in seiner ulkigen Art dorstellte. Die Modelle legten in Form und AuSarbei- tung Zeugnis ab von dem reifen Modekönnen der beteiligten hiesigen, sowie auswärtigen Firmen. Einige Damen und Herren von der hiesigen Kurhausbühne und das Künstlerper- sonal des Kurpark-Kasinos beteiligten sich an der Modeschau. 4 Dad-Dauheim, 27. Juni. Zu einem Ereignis tm diesjährigen Unterhaltungsprogramm der Kurverwaltung wurde am Sonntag das Konzert des Kölner „L l e d e r k r a nz e s". Die 220 Sänger trafen mit reichgeschmücktem Sonderzug hier ein und wurden vom hiesigen Gesangverein „Frohsinn" in feierlicher Weise empfangen. Die Vorsitzenden beider Vereine wechsellen Worte herzlicher Begrüßung, wobei die Kölner unter dem lauten Beifall der Menge daS Gelöbnis abgaben: Der Rhein bleibt deutsch immerdar! Das Konzert der Kölner auf bei Terrasse am Dachmittag bot Perlen echt deutschen Männergesangs und brachte den Gästen stürmische Huldigungen ein. a).Ober-Mörlen, 28. Zuni. Ein tragischer Unglücks fall ereignete sich gestern hier au der nach Ziegenberg führenden Straße. Der neunjährige Sohn des Maurers K 3 u n g wurde von einem Auto erfaßt und sofort getötet. Der Kop war vollständig zerquetfchl. Kreis Schotten. aus dem Borjahre 1570, so daß insgesamt 4312 Unsallsachen zu bearbeiten waren. Für Renten usw. wurden 1 899 211 Mk. gezahlt und 4726 Renlenbescheide erlassen. 3n den Betriebsfonds werden 15 000 000 Mk. eingestellt, da die Renten- zulagen und die Renten infolge der erhöhten Zahresarbcltsverdienste Aufwendungen in dieser Höhe jährlich erforderlich machen. Die Umlage Bon der Anklage der L a n d ft r e freigesprvchen wurde ein (Secbniter aus berg, weil die vorhandenen Verdachtsg seiner Verurteilung nicht ausreichlen. 3m März l. ZS wurde ein Kranken- faffenlontrolleur aus Lollar abend« in der Ostanlage dahier von zwei Schutzleuten an gehallen, well er ohne hellbrennende Laterne auf feinem Rad fuhr. Dabei stellte sich heraus, daß er keine Radfahrkarte bei sich batte. Als ihm die Schutzleute eröffneten, er werde eine Anzeige zu getoärtiaen haben, rief er ihnen zu: .Wenn icheine Anzeige bekomme, rechne Ich mit 3 hnen ab!" Wegen Übertretung der D O. bett. den Radfahrer- verkehr wird er zu 2 Geldstrafen von 20 und 15 Mark und wegen (Beamten nötigung unter Annahme mildernder Umstände zu einer Geldstrafe von 1 00 M ark verurteilt. 3n der Dacht zum 20. 2lprll L 3 -echte ein Reisender aus Mar bürg mit verschiedenen Personen in einem hiesigen Hotel. Da er nicht In der Lage war, seinen Änlell an den Kosten des Abends zu bezahlen, gab er feinen Trauring einem Gastwirt aus Heskem zum Pfände. 3n betrunkenem Zustande gingen die beiden dann zum Bahnhof Dauern der Gastwirt hier eingeschlafen war, nahm ihm der Rei-- glelchen DamenS gibt, muß näher bezeichnet werden. Welche zusätzliche Bezeichnung im Einzelfalle zu wählen ist. ergibt sich aus den Poststempeln oder aus dem „Ortsverzeichnis zu den Pvstleltheften". das bei den Postanstalten eingesehen werden kann und auch das 2lus- land umfaßt. — Die Genossenschaftsversammlung der land- und forstwirtschaN- lichen Berufsgenossenschaft fand kürzlich in Darmstadt statt. 3m Berichtsjahre waren 2742 Betriebsunfälle angemeldel. Hierzu tarnen Kirche und Schule X Der DekanatSkvnferenz der Geistlichen des Dekanates Gießen wohnte zum erstenmal wieder seit 1913 anläßlich einer DekanatSvisitativn Superintendent D. Petersen bei. Gruß deS Vorsitzenden, Dekan G u ß m a n n , und Gegengruß des Gastes waren gestimmt auf den Ernst dieser Tage und die Zuversicht, daß die hessische Landeskirche, wenn-die neue Verfassung auch den rechten Znhalt erhalte, ihrem Dienst am Volke gewachsen sein werde. DaS GedächMiS des Heimgegangenen Pfarrers Köhler- Steinbach wurde wie üblich geehrt. Dach amtlichen Mitteilungen hielt Pfarrer Becker- Gießen einen Vortrag über „GefänHniSseel- sorge", für die Hilfsmittel das Studium der Personalakten und die Lektüre der ein- und ausgehenden Briefe. Hauptmittel Unterricht, Gottesdienst und Abendmahl und persönliche Seelsorge. Eigene Erfahrungen und verlesene Gedichte von Gefangenen hinterließen einen tiefen Eindruck. Pfarrer Sattler- Wieseck sprach unter Vorlage des ersten Vierteljahrs seines „Gemeindeboten" und anderer Ausgaben des Gvang. Verlags-Heidelberg über „Praktisches zur Gemeindeblattsache^ und zeigte, wie dies Blatt, eingesttmmt auf die besonderen Fragen der Einzelgemeinde, mtt dem „SvnntagSblatt" nicht konkurieren wolle, schöpfend aus Geschichte und Gegenwart für die Zukunft stärke und die engere Gemeinde mit der in der Welt zerstreuten durch Festigung deS Heimatgefühls verbinde. Die Ausführungen, die auch die persönlichen Bedingungen des^seit 1922 eine hessische GruppenauS- Deutscher Reichstag. 139. Sitzung, 1 Uhr nachmittags. Berlin, 6. Zuni 1922 Präsident Lobe grient! -unäck/l des lurcht- : oaren Menbahrainglücks auf dem Dordring und 1 spricht den Verwundeten und Ht"le bliebe-,ien der Geröteten das Mitleid des Reistages aus. Die Abgeordneten i-atten sich erhoben. Der DachlragSclal für 1922 wird in allen drei ; Lefungen angenommen mit einer Entschließung, die sozialen Beamlenzulagen der Geldeniwenung anzupassen. Ebenso wird endgültig angenommen . tkT Gesetzentwurf über die E Höhung der stalisti- kfym Gebühren für den Warenverkehr mit dem 1 An^.ande und eine Verlängerung des (3. ier.ee zur vorübergehenden Hecabs.hung oder Au h.bung von Zoll bis zum 30. Zuni 1923. Das Gesetz über Abstieichungen vom Biersteuergeseh geht an den DolkSwlrtschaftsausschuß. Ein ,3usatzab- tonunen zu dem deutsch-polnischen Abkommen über , Oberschlesien wird endgültig angenommen, desgleichen die Abkommen über Erleichterung des ErenzverkehrS und über berg- u-.xo hütlenflska- lisches Eigentum. Es folgt die zweite Beratung des Gesetzentwurfes über die Arbeitszeit tm (Bergbau unter Tage. Der Ausschuß hat das Gesetz auf afie* ®rubcn ausgedehnt Die allgemein durch Tarife festgesetzte Arbeitszeit soll bindend fein. Überstunden können durch allgemein verbindliche Tarisverträge vereinbart werden. Abg. Stöcker (K.) beantragt, das Gesetz auch auf die Salinen auszudehnen und die Schichtzeit auf längstens 7 Stunden festzuseyen. Retchsarbettsminister (Braun erklärt sich mit den Ausschußbeschlüssen einverstanden, bekämpft aber die kommunistischen Anträge, die zu einer Drvduklionsminderung führten und die Durchführung des Gesetzes verzögerten Abg. Piper (H) und Aba. Zanschek (0.) stimmten den AusschußbeschMssen zu Die Vorlage wird in der Ausschußsassung in zweiter und drittel Beratung angenommen, dazu eine Ausschußenlschlleßung, die eine gesetzliche Regelung der Arbeitszeit auch für die Angeslelllen verlangt. GS folgt die (tocite Beratung deS DrbeitSnachweisgesetzeS. Die Regierung will die gewerbs-- mähige ©tellüe emittier neu konzessionieren und die vorhandenen der Aufsicht der Arbeitsnachweisämter unterstellen. Weiter bringt die Vorlage den Zwang zur Errichtung öffentlicher Arbeitsnachweise und für die Arbeitgeber den Zwang zur Anmeldung offener Stellen. Als Arbeitsnachweise werden eingesetzt die öffentlichen Arbettsnachweise der Landesämter für Arbeitsvermittlung und als Spitze das Reichsamt für Arbeitsvermittlung. R ich arbeit5minifter Braun: Die Vorlage schafft keinen neuen großen Kampf mit einem neuen (Beamtenbeer. Die Zahl der Arbeitsnachweise wird eher vermindert. Maßgebend sei der Grundsatz voller Parität zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern und der Schuh der Minderheiten. Die Vorlage bedeute einen wesentlichen Fortschritt. Die Arbeitsvermittlung werde unentgeltlich geleistet. Wegen der im Herbst zu befürchtenden Arbeitslosigkeit sei das Gesetz unentbehrlich. Abg. Kaiser (Soz.): Wir freigewerkschast- lich organisierten Arbeiter glauben, daß es nach den Dielen Vorarbeiten möglich sein müsse, das Gesetz vasch zu erledigen. Dicht verständlich ist es, daß die Hirsch-Dunckerschen und die christlichen Gewerkschaften ihren eigenen Minister im Stiche gelassen haben. Redner empfiehlt Abänderung der Anträge, die ein Verbot der gewerbsmässigen Stellenvermittlung schon vom Zahre 1925 ab verlangen. Der landwirtschaftliche (Betrieb dürfe nicht, wie der Ausschuß wolle, von der Meldefrist § Aus bem Vogelsberg, 28. Zuni. Ausfallend stark erscheint jetzt nach den letzten Riederschlägen der Stein- oder Edelpilz In unteren Wäldern. 3n ben letzten beiden Zähren blieb er ganz aus. Da er zu den besten Speisepilzen zählt, wird sein Erscheinen von den Pilzfreunden begrüßt. Aber fein frühes Auftreten hat einen Rachteil: die Pilzmaden befallen im ilcbermahe ben herrlichen Pilz. Fast kein Stern- Hohe jährlich ersvrverttch macyen. zne aimiage , plar ist ohne zerfressenen Stiel anzutreffen. Hier für 1921 beziffert sich aus rund 20 000 000 Mk. I bringen erst die kälteren Dachte Whilse. Aus Stadt und Land. Gießen, ben 29. (Juni 1922. •* Die verzögerte Beförderung von Postsendungen ist in vielen Fällen auf ein Verschulden des Absenders, nämlich auf die Anwendung einer mangelhaften Aufschrift, zurückzuführen. Namentlich ist der B e- stimmungsort oft so undeutlich geschrieben, daß nicht nur die Verteilung der Sendungen bei den Postdienststellen sehr erschwert und verzögert wird, sondern auch Verwechselungen mit gleich- oder ähnlichlautenden Ortsnamen vorkommen, was Fehlleitunaen und Verzögerungen zur Folge feat Es ist daher unbedingt notwendig, den Damen des Bestim- inungsorts, oder, wenn dieser keine Postanstalt hat, des zuständigen Bestellpostamts durch große deulliche, sogleich ins Auge fallende Schrift und durch Unterstreichung hervvrzuhe- ben. Dies gilt besonders auch für Pakete. Bei Herstellung der Aufschrift ist zweckmäßig schwarze Tinte oder kräftiger Farbstift anzuwenden. Die Lage nicht allgemein bekannter Orte, und solcher Orte, von denen -es mehrere (3n einem Teil der Auflage wiedrcholt.) Kundgebungen und Ausschreitungen in Karlsruhe. Karlsruhe, 21. Juni. (WTD.) Heut», nachmittag i/g4 Mhr fand auf dem Marktplatz vor dem Rathaufe eine Kundgebung antählich der Ermordung Rathenaus statt. 2&g. Stock (Soz.) sprach von der Aathaustribüne und zu gleicher Zeit vom Altan des Hotels Grobe da Kommunist zu der Menge. Trupps von Arbeitern zogen durch die Straßen und rissen Schilder mit Hoftiteln und Kronen herunter und zertrümmerten sie auf der Straße. Zu besonders schweren Ausschreitungen kam es vor dem Hause der Geschäftsstelle der Deutschnationalen Rwlks- partei in der Waldstraße. Hier wurde der Rollladen gewaltsam emporgehvben, die große Schaufensterscheibe zertrümmert, sämtlich^ Mobiliar kurz und klein geschlagen und 'auf- die Straße geschleudert. Die Lage in Wien. Wien, 27. Juni. (WTD.) Der Eisen, bahn - und Po st verkehr sind heute früh in vollem Umfange wieder ausgenommen worden. Dte elektrische Straßenbahn verkehrte heute vormittag yicht. Grey über die schwebenden Fragen. London, 28. Juni. (WTD.) 3et seiner Oberhausrede tarn Lord Dreh aus die Repara- tionsfrage zu sprechen. Diese Frage sei mit Recht nicht auf das Programm der Genueser Konferenz gesetzt worden, da die Konferenz nicht der geeignete Ort dafür gewesen wäre. Solange aber das Reparationsproblem über die Politik und dem Wirtschaftsleben hänge, würden Konferenzen nach der Art der von Genua keinen Fortschritt bringen. Diele Reparationen seien für England viel weniger wichtig als für Frankreich, aber England habe anfangs in der Reparationsfrage den Schrittmacher gemacht. Lloyd George habe seinerzeit in Bristol erklärt, Deutschland müßte bic gesamten Kriegskosten bezahlen, Frankreich fei um seine Sicherungen besorgt, weil das Garantte» abkommen mit England und den Bereinigten Staaten nicht zustande gekommen sei. Frankreich habe nichts Wesentliches /für die Wiederherstellung der zerstörten Gebiete erhalten, die es aus ferner eigenen Kasse bezahle. Man könne die Reparationsfrage mit Frankreich nur dann m erfolgversprechender Weise besprechen, wenn man die französische Lage txl t mmen b gr ife. Weiteres Geld lasse sich in erheblichem 'Maße nur durch eine internationale Anleihe beschaffen. Für eine solche bedürfe man aber der Mitwrp- kung der Bereinigten Staaten. Grey fuhr dan» fort: Ru ßlan ds Gesundung wird unendllch langsam von statten gehen. Die Bereinigten Staaten sind zur Milwirkugg bereit, verlangen aber mit vollem Recht die vorherige Untersuchung der Wahren Lage in Rußland durch einen Sachverständigen-Ausschuß. Bor einer derartigen Untersuchung hätte man nicht versuchen dürfen, zu einem Abkommen mit Rußland zu g lgngen. 3m weiteren Verlaufe seiner Rede fragte et, ob die russische Regierung gefragt worden fei, ob eme Regierungsanleihe nicht in Frage komme? Grey schloß, Europa treibt in gefährlicher Weise dahin. Auch in Genua haben wrr keinen festen Grund unter die Füße bekommen. Wäre der Völkerbund mehr gefördert worden, fo würden wir viel besser dastehen. Eine Kundgebung der englischen Arbeiter- » Partei. Edinburg, 27. Juni. (WTD.) Die 22. Iahreskvnferenz der britischen Arbeiterpartei wurde heute morgen eröffnet. Es waren etwa 200 Delegierte anwesend. 3n seiner Eröffnungsrede sagte der zum Präsidenten gewählte Iowett u. a., Lloyd George habe nicht den Mut gehabt, auf den Vertrag zu verzichten, obgleich er sich bemüht habe, sich der Konsequenzen des Vertraaes zu entziehen. 3n Großbritannien herrsche eine dauernde wirtfchaftlicheDepression. die zum Teil auf den Verlust des britischen Außenhandels und auf die Verminderung der Arbeiterlöhne zurückzuführen sei. Die deutsche Polizeifrage im englischen Anter- Hause. London, 27. Juni. (WTB.) Ein Parlamentsmitglied fragte gestern im MnterhauS, oB die deutsche Regierung die Absicht zum Ausdruck gebracht habe, eine Polizeiorganisation aufrechtzuerhalten, die zweimal so stark sei wie die ihr zugestandene und wenn ja, welche Aktion die Regierung und die Alliierten in dieser Frage besichtigten. Don Regierungsseite wurde erwidert, man verfüge über keinerlei Informationen darüber, daß die deutsche Regierung über eine zweimal so starke Polizeiorganisation verfüge wie die von den Alliierten gebilligte. Die zweite Frage habe sich somit erübrigt. Die Frage der Organisation ber Polizei toerbc jedoch von der interalliierten Kommission erwogen. Verschlimmerung hn Befinden Lenin-. London, 28. Juni. (WTD) Reuter meldet aus Reval: Den letzten Berichten zufolge, die aus Moskau in Reval eingetrvffen seien, habe sich das Befinden Lenins während der letzten Tage sehr verschlimmert. Er soll nur sehr mühsam sprechen können und seine Gedanken versagten teilweise derartig, daß er nicht imstande sei, die Menschen um ihn herum zu erlernten. Zwei bekannte deutsche Aerzte sollen sich auf dem Flugwege nach Moskau unterwegs befinden. Eine Besprechung der Ministerpräsidenten der Länder. Berlin, 27. Juni. (WTD.) Die Ministerpräsidenten der Länder sind aus Donnerstag nachmittag zur Besprechung der politischen Lage mit der Reichsregierung eingeladen worden. veranlassen, bei gleichen .Erfahrungen ihre Zu-i vorigen Oktober die Scheidung c.;l um April stimmung Ümdzutun, um darauMn Besprechungen I gber versöhnten sie sich wieder. Bald brachen Körperschulung Berlin Schluß- 1-Mhr- Schluß- Anf.- Kurs Kurs Kurs Brief 2766.50 6697,15 23.80 I mit seiner Frau in Anfrieden, und da er oft 100 Kr. 100 100 100 100 100 570, 955, 992, 1770, 820, 589 1160, 719, 626, 650, 695, 635. 411, 395, Fr. Fl. Kr. Kr. Kr. Kr. 117.80 VH. 97.80 7459,35 8931,15 782,- 1602,- 1541,05 849,44 2873,60 6533.20 5341.70 1,97 674,65 35,05 126,17 265,39 166,50 4706,- 100 Fl. 100 All. 100 Kr. 100 Kr. 100 Fr. 1 £ Bad.Anilin-u. Soda Höchster Farbwerke. Allg. Elektc.-Gef. . Felten & Guilleaume Schuckert-Werke. . . Adlerwerke...... Daimler....... 46/0 Hess. Staatsanl. Electron Griesheim Dtsche. Bereinsbank 15,15 1,53 -,28 3,45 L. Fr. Kr. $ Kr. Börsenkurse. Frankfurt 28.8. 1,49 -.74 1.36 1,14 744,50 180,- 28.6. 77.50 106,50 148 50 81- 397,- 300,- 292,- 283,- 508,- 413,- 308,- 247.- 288,- 5552,90 7515,55 89»8,75 78%- 1652,90 1515,55 350,06 2346,90 6661,65 5463,15 1,80 667,15 35,05 125,45 226,70 168,50 4718,- Büchertisch. — Gymnastik im Bild. neue Streitigkeiten aus, und an einem Morgen hörten die Nachbarn Schüsse. Sie fanden die Frau mit schweren Wunden am Kopf, während der Mann, ebenfalls an Kopf und Körper verwundet, am anderen Ende des Zimmers lag. Jedes hielt einen Revolver in der Hand, so daß man annehmen muß, daß ein Duell zwischen beiden stattgefunden hat. Betreffs des Inhalts des Eingesandts vom Samstag erlläre ich mich vollständig einverstanden damit. Es wäre sehr wünschenswert, daß die lleinen Kinder nicht so früh zur Schule müßten und auch die Rachmittage frei hätten. Frau Max Rosenthal. Frankfurter Straße 53. 7440,65 8909,85 780 - 1588,- 1538,35 348,56 2866,40 6516 80 5328,-10 ',93 673,15 34,95 124,82 234,70 16o,50 4694, — 202. 50 1.55 0.027 10.10 44.30 13.30 25.- 42.10 0.53 527.SU 1.70 0.117 Brüssel-Antw. . Christicmia . . . Kopenhagen .. Stockholm. . . . HelstngforS. . . Italien..... London ..... Reuyork..... Paris...... Schweiz..... Spanien..... Deutsch-Oesterr» Prag...... Budapest.... Buenos Aires . Bulgarien . . . Japan ...... Rio de Janeiro 625,- 630,- 710,- 630,- 420,- 400, - 80,- 730,- 185.- 753445 9011,25 786,- 1557,05 1549,45 350,94 2953,70 6678,35 5476,35 1,84 668,85 35,15 125,80 2'7,30 109,50 4872, - Wechsel auf Holland....... Deutschland . . . . Wien........ Prag........ Paris........ London ....... Italien....... Brüssel....... Budapest...... Reuyork. ...... Agram....... Warschau..... 26.6. 77,50 106,50 145,- 81,20 393.- 290,25 295,- 285,- 522,- 414,50 308,- 248,- 15,20 1,52 — ,28 3,42 Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung) „Doch einmal die Erfahrungen in der Einheitsschule." Die Form des Eingesandts (in Ar. 146) habe ich mit Vorbedacht gewählt. Ich kann nicht verlangen, daß auf Grund der Erfahrungen bei einem Kinde eingreifende Aenderungen vorgenommen oder Elternversammlungen einberufen werden. Ich habe mich auch nicht etwa mit Vor- Schlichtuugsarrsschutz der Provinz Oberhessen. Der Handlung vom 27. Juni 1922. Die Mitglieder des Arbertgeber-Ber- bandes für Handel und Gewerbe in Dreßen (Großhandel) sollen für den Monat Juni die Gehälter der kaufmännischen Angestellten, wie sie durch den Schiedsspruch vom 16. Mai für den Monat Mai festgesetzt worden find, um 30 v. H. erhöhen, ebenso die Lehrlingsvergütungen. Der Angestellte über 28 Jahre erhält hiernach in der Klasse I (z. D. Hilfs- buchhalter) 3900 Mk., in Klasse 11 (Buchhalter usw.) 4680 Mk., und in Klasse TU (abschlußsichere Buchhalter usw.) 5304 Mk. Die Zulagen der Verheirateten von bisher monatlich 200 Mk. und der alleinstehenden Ledigen von 150 Mk. wurden in dieser Höhe belassen. Suren Schiedsspruch für den Monat Juli wünschen die Streitteile nicht. Sie erhielten eine Woche Frist zur Erklärung Über Annahme oder Ablehnung des Schiedsspruches. Bei der Kun st kvhlefabrik Schunk L Ede, Windhof bei Heuchelheim, führten Mei- nungsverschiedenheiten zwischen Betriebsleitung und Arbeiterschaft darüber, ob die Arbeiter vor Beginn der Arbeit die Kontrolluhr oder nach dem Anlegen der Arbeitet eidung stechen sollten, zur Arbeitsniederlegung. Der Schlichturgs-Aus- schutz, den der Deutsche Metallarbeiterverband zur Vermittlung angerufen hatte, erließ aus Grind des § 75 des Detriebsrätegesetzes folgenden Schiedsspruch als bindende Dienstvorschllft: »Da die Parteien darüber einig sind, daß die Mm» kleid^eil nicht als eigentliche Arbeitszeit gelten soll, ist zur Vermeidung von Streitigkeiten über Einhaltung des Arbeitsbeginns e fo.dorlich, daß . rechtzeitig vorher die Kontrolluhr g e st o che n wird. Diese Feststellung ist jedoch nur ’ dann zuverlässig möglich, wenn tm unmittelbaren Anschluß an das Stechen der Mhr der Arbeitsplatz auf gesucht w r- den tonn, und dies erfordert wiederum, daß der Arbeitnehmer sich vor Stechen der Mhr um» gekleidet hat." Das Parkhotel in Dad-Aauheim zog auf Grund einer angeblichen Vereinbarung der Tarifv.rt agspart irn in Bad-Rauhrirner Hotelgewerbe seinen 42 Dedienungsangestellten ein Zwölftel ihres vereinbarten Bedienungsauf» schlaggeldes von 12 v. H. der Preise ab, um diesen Betrag an das fest besoldete Küchen- und Hilfspersonal zu verteilen, und kündigte ihnen, als sie damit nicht einverstanden waren. Das Gewerbegericht gab Dem Anspruch ber 42 Angestellten aus das fehlende Zwölftel als erste gerichtliche Instanz statt. Der Schlichtungsausschuß erklärte auch di? Kündigung gemäß § 84 Abs. 1 Ziff. 4 des Detriebsrätegesetzes f ür ungerechtfertigt, denn er sah in der Geltendmachung des Lohnairspruches der Arbeitnehmer auf gesetzlichem Wege, auch wenn er ungerechtfertigt wäre, und in den Derhält- nissen des Betriebes keinen Kündigungsgrund. Lehnt das Hotel die Weiterbeschäftigung ber Angestellten ab, dann muß es sie mit entern Zwölftel ihres letzten Iah e a b:itsveidienstes für jedes Jahr der Beschäftigung in feinem "Sctrieb bis zum Höchstbetrag von sechs Zwölftel ober mit dem entsprechenden Bruchteil bei einer Beschif- tigungsda rer von weniger als einem Jahr entschädigen, soweit es sich nicht um Betriebsratsmitglieder handelt, denen mangels Zustimmung des Betriebsrates nicht gültig gekündigt ist, so daß ihre Weiterbeschäftigung nicht abgelehnt werden tonn. Die Entscheidung ist endgültig nach § 87 des Delriebsrätegesehes. Dem Einspruch desBetriebsobmannes der Kiefelgurgrube Beuern be5 Süddeutschen Isolierwerkes gegen fristlose Entlassung wegen Bedrohung des Betiirbs- führers konnte nicht stattgegeben werden. In der Kündigungssache eines Hotelangestellten in Bad Rauh.im »>r- ständig!en sich die Parteien. Kurs 28. 6. 77,50 107 75 150,- 82,50 394,75 295,- 295,- 285,— 505, 412,» 311,- 248,50 285,- 1Ü45, — 550,- 948,- 1000,- 1788,- 822,- 575,- 1165,- 719,50 628,- 650,- 682,- 645,- 430,- 395,- 79,40 760,- 1.7.14. 125.40 59.20 88.80 88.80 117.80 Datum: 5% Dtsch. Kriegsanl. 4°/gDtfch. Reichsanl. 3°/o Dtsch. Reichsanl. 4°/0 Preuh. Konsols Hamburg-Pakets.. . Rorddeutscher Lloyd Eomm.u.Privatbank Darmstädter Dank . Deutsche Bank . . . Disconto-Gefellschaft Dresdner Bank. . . Mitteld. Crehitbank. Äationalbank f. D.. Boch. Gußstahlwerke Bud.- Eisenw.-Akt.. Berliner Devisenmarkt. Geld Dries Geld 28. 6. 2d. 6» Schweizer Franken Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Stockholm . Wien.... Prag.... London. . . Reuyork . . Paris. . . . 27. 6. 1,52 -.75 1,38 1,14 26. 6. 77,50 107,50 146,- 82,10 396,- 295,- 295,50 287, - 525, 410,- 314,- 247,50 287,- 1051,- 560,- 951,- 10C0,- 1798,- 830,- 586,- 1163,- 712,- 620,- 639,- 711,- 629,- 420,- 402,- 80,- 740,- 2776.90 2/83 10 6682,85 f------ Datum: 26. Juni. 28. Juni. Amstd »Rotterd 13483,10 13516,9013383,25 13416,75 =a 2803 50 5667,10 Marknotierungen. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Der Anregung in Ihrem Blatte unter „Die Erfahrung in ber Einheitsschule" stimme ich gerne bei; es wäre eine gemeinschaftliche Besprechung senbe nicht nur ben verpfändeten Tr au° ring, sondern auch seine goldene Mhr mit Kette ab. 3m Laufe des nächsten Tages wurde dem Reisenden die Mhr von einem Frauenzimmer wieder entwendet. Er gab heute die Wegnahme zu, behauptete jedoch, damals sinnlos betrunken gewesen zu sein und daher nicht schuldhaft gehandelt zu haben. Die Beweisaufnahme gestaltete sich sehr zu seinen Gunsten, so daß bas Gericht schließlich zu der Mebcrzeugung kam, daß der Angeklagte infolge des übermäßigen Alloholgenusses sich möglicherweise in einem Zustantk: befunden habe, der seine freie Willensbestimmung ausschloß. Er erkannte daher im Zweifel auf Freisprechung. Ein Fellhändler von hier hat trotz mehrfacher polizeilicher Verwarnungen in seinem in der Walltorstrahe befindlichen Lager eine größere Anzahl frischer Schaffelle und K u h- unb Kalbshäute aufbewahrt, obwohl die betr. Lagerräume nach bestehender Vorschrift mindestens 300 Meter von bewohnten Teilen der Stadt angelegt sein müssen. Er wird deshalb zu G e l öst r a f e n von insgesamt 4 5 0 Mark verurteilt. Don der Anklage des Kettenhandels freigesprochen wurde ein Händler aus Gießen, der von einem Landwirt 50 Ztr. Roggen zu 250 Mk. den Zentner gekauft und an einen hiesigen Kaufmann zu 270 Mk. weiterverkauft hatte Das Gericht war der Auffassung, daß tn diesem Sich-Einschieben des 2Ingeflagten zwischen den Produzenten und den direkt an den Verbraucher verkaufenden Kaufmann kein Kettenhandel zu erblicken sei, weil der Produzent nicht gewohnt sei, seine Produkte ohne einen Zwischenhändler abzusetzen und weil fein übermäßiger Gewinn und daher auch keine Preistreiberei durch Kettenhandel vorliege. Dagegen wurde der Händler zu einer Geldstrafe von 100 Mark verurteilt, weil er ohne die erforderliche Erlaubnis mit Lebensmitteln gehandelt hat. Anmerkung der Redaktion: Mas gingen in derselben Frage drei Einsendungen zu, die wir im Interesse einer gerechten Lösung gerne wiedergeben: Ich stelle mich ganz auf den Standpunkt des Herrn Einsenders in der Rr. vom 24. d. Mts. Besonders ungerecht finde ich es, daß die kleinen Kinder bereite um IV2 Mhr in der Schule sein müssen, so daß manche, die einen wetten Weg haben, um 6 Mhr schon aufstehen müssen, um noch knapp rechtzeitig in die Schule zu kommen. Dor allem finde ich es jedoch nicht richtig, daß die größeren Jungens der höheren Schule erst um 8 Mhr zu kommen brauchen, und von dem Grundsätze aus, gleiches Recht für alle, hofse auch ich in diesem Sinn eetne Besserung. Siegfried Weil, Bahnhofstraße. Handel. Berlin. 28. Juni. Börsen st irnmungs- b i l d. Die Tendenzz des Deoisenmarttes war fest. Rach dem ruhigen Vormtttagsverkehr setzte die Mittagsbörse wieder mit einer entschiedenen Aufwärtebewegung ein. Der Dollar erreichte zeitweilig 350. Der Industrieaktienmartt wurde hiervon aber kaum berührt. Dort herrschte vielmehr wegen der Mnklarheit der innerpolitischen Lage wettgehendste Zurückhaltung. — Die Kursbewegung, durch Zufallsgeschäfte bestimmt, war ungleichmäßig und hielt sich in meist bescheidenen Grenzen. Lebhafteres Interesse trat nur für Petroleumwerte bei anziehenden Kursen hervor. Dagegen waren Kaliaktien vorwiegend gedrückt, weil eine Preisbesserung angeblich vorerst nicht in Aussicht steht. Ausländische Renten schwächten sich nahezu durchweg ab, insbesondere österreichische und ungarische. Deutsche Anleihen waren gut gehalten. Die 3proz. Reichsanleihe notierte 3 Prvz. höher. Bankaktien waren wenig verändert, Deutsche Dank e:was abgeschwächt. Schisf- fahrtsaktien neigten teilweise nach unten. Frankfurt a. M., 28. Juni. D ö cf en» stimmungsbild. Im heutigen Dörsenverkehr blieb die Gesamtstimmung recht unregelmäßig. Es vermochte sich auch heute keine lebhaftere Bewegung herauszubilden. Die Börse steht immer noch unter dem Druck der polttischen und wirtschaftlichen Verhältnisse. Die Rachfrage nach fremden Valuten hat nachgelassen. Der Dollar Wurde mit 342, 339 bis 346 genannt. Spater unterlag er wieder mäßigen Schwankungen, 345. Ruhiges Geschäft machte sich auf dem Renten- marfte bemerkbar. Wenige Mmsätze kamen im freien Verkehr zustande. Deutsche Petroleum 2025, Benz 435, Gebe. Fahr 470. Montanpapiere lagen zum Teil schwächer. Die Werte der Anilinaktien waren hn wesentlichen behauptet. 3n Schisfahrteaktien jpar eine freundlichere Stimmung zu ernennen. Am Kassa-Markt ermangelte ber Verkehr jeglicher Anregung. Der Schluß war bei meist ruhigem Geschäft behauptet. Pri- vatbiskont 41/2%. 3r an Ff utt a. M., 29. Juni. durch Gymnastik, 5 Lehrtafeln für Alle. Von Hans Suren. In 60 ganz hervorrager^en und jeden Beschauer entzückenden Bildern hvchvoll- enbeter gymnastischer Mebungen bringt Sur4n seine neuartige Körperscfmlung. — Elisabeth Werner: „2151 etflug“, Hansa-Verlag für moderne Literatur, Berlin- Tegel und Leipzig. Die Gestalten, wie sie Elisa- bech Werner im Adlerflug schildert, sind so lebenswahr, daß man mitertebt und mitempfinbet. Auch köstlicher Spott würzt diesen lesenswerten Roman. — Deutsche -Turnen. DaS Reck. 12 vorbildliche Mebungen von Meistern ber deutschen Turnkunst. Don Turnlehrer H. F. D 0 r - chert. Verlag von Dieck & Co., Stuttgart. — Reuartige und wertvolle Ratschläge für Turner gibt in einem ganz wundervoll zusammenge» fteEUten Album der in Turnerkreisen bestens bekannte Turnlehrer H. F. Borchert. — Serafine Dstschh: Orchidea. Roman aus der Kunstwelt. Verlag Dr. Eysler L Co., Berlin Sw. 68. — Serafine D4tschy bringt nach längerer Pause tDieber ein neues, aus ihren Lebensbeobachtungen entstandenes Buch. Die anfangs sanft und humoristisch dahingleitende Schil» derung eines eigenartigen, freiheitsliebenden Charakters steigert sich im Berlauf des Inhalte zu größter Spannung, bis zum erschütternden Schluß. — SlatinPascha, Feuer und Schwert im Sudan. (Band 16 der Sammlung „Reisen und Abenteuer".) Die Erlebnisse, die Slatin Pascha während seiner jahrzehntelangen Tätig- fett in Afrika hatte, berichtet er in dem Werke „ Feuer und Schwert im Sudan“, von dem soeben ein Auszug in der bekannten Sammlung „2tei° sen und Abenteuer" als Band 16 erschienen ist. Durch die gedrängte Darstellung ist das aufsehenerregende Werk womöglich noch packender geworden. — Walter von Molo, Till Lause- b u m s. Romantisches Lustspiel in drei Aufzügen. Hier schenkt uns Molo sein erstes Lustspiel, eine köstliche, bei aller graziösen Leichttgkett und sonnigen Heiterkeit künstlerisch sehr bedeutende Gabe seiner reifen Kunst, das persönliche und eigenartige Werk eines echten Dichters, würdig, neben die wenigen klassischen Lustspiele geftellt zu werden, die wir Deutsche besitzen. Ein fröhlicher Erfolg auf unteren Bühnen ist diesem auch in seiner Gesinnung überaus sympathischen Lustspiel sicher. flunmung mndzutun, um varauiym ^«precyungei in der angegebenen Weise mit den Eltern anzuregen. Richt an ständige Elternräte dachte ich dabei. Sie bestehen bei einigen hiesigen Schulen, aber sie scheinen, soviel ich wenigstens übersehen kann, in einen Dornröschenschtof Versalien zu fein, aus dem sie die Schulleitung von sich aus gewiß nicht aufstören wird. Ich wählte das Eingesandt auch nicht, um unerkannt zu bleiben; ich überlieh es der Redaktion, meinen Hamen auszuschreiben oder zu kürzen; sie wählte letzteres. Run mögen die Eltern, die mir zustimmen, sich bei mir oder der Zeitung melden. Trümpert, Gartenstrahe 11. 202.25 1.47 0.027 10.10 44.15 23.24 24.60 42.- 0.53 528.50 1.675 0,115 | Vermischtes. * Die Blutsverwandte der Königin Viktoria. In einem soeben erschienen Memoirenbuche, „Erinnerungen aus 80 Jahren“, erzählt Chauncey Depew eine lustige Geschichte von der Zusammenkunft zwischen der Königin Viktoria von England und ßiludalani, der Königin der Hawaiinseln. Als sie beim Essen zusammensahen, sagte die farbige Herrscherrin zu ihrer Wirtin: „Majestät, ich bin eine Blutsverwandte von Ihnen.“ „Wieso?“ lautete die erstaunte Antwort. „Mein Großvater aß doch Ihren Kapitän Cvck“, erläuterte ßiludalani. * Der Rettungssprung aus dem Flugzeug. Der Fallschirm ist bildlich jutn Rettungsmittel für drei Insassen eines Fleugzeugs geworden, die von der abstürzenden Maschine noch zur rechten Zett heruntersprangen. Ein Flieger war zu Wichita in Kansas mit zwei Passagieren, von denen einer eine Frau war, aufgefliegen. Als man in einer Höhe von 3000 Meter war, versagte die Maschine und das Flugzeug stürzte herab. Die drei Passagiere, die mil Falllschirrnen ausgerüstet waren, sprangen mit diesen von dem stürzenden Apparat herunter und kamen so ohne jene Verletzung davon. * Das Revolverduell zwischen Mann und Frau. Daß Mann und Frau sich im Duell gegenüüertreten, und zwar nicht nur ein Mann und eine Frau, sondern ein Mann und seine Frau, ist immerhin etwas Reues. Eine solche Tragödie scheint sich in dem französischen Ort Sartrouvllle abgespielt zu haben. Sin Mann namens Emil Schwart ld>t ......Fr. 125.40 Züricher Devisenmarkt. würfen gegen die Schule gewandt, sondern ich um unm qiua* uiw vu k.l u|i wollte mich auch an die Eltern wenden und fie | lange abwesend war, leitete seine Frau im 575, D.-Luxemb. Bergw.. 952, Gelsen kirch. Bergw.. 1006, Harpener Bergbau.1^95, Oberschl. Eisenb.-D. 835, Oberschlef. Eifenind. 600, Phönir-Dergb.^Akt. 1160, Gegen Fußschweiß und Wundtaufen KukirakFußbad! beseitigt schnell,sich. Drogerie Noll, Bahnhofstraße 51.