Nr. <90 Lrschentt täglich, außer Sonn» 011?) Feiertags, wtt derSamstagsbeilage: GietzenerFamilienblätter Movatliche bezua,preise: Md. 16.- und Mk. 1.50 TrSgerlohn,durch diePost Mk. 17.50, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt.- Fernsprrch- Anschlüsse: sür die Schrift- leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Ainetger Stehen. poftschccrionio: Krantsurt a. M. 11686. Druck und Verlag: vrühl'sche Unrv.Vuch- und 5teindruckerei R. Lange. Zchriftleitung, Geschäftrstelle und Druckerei: Zchulstratze 7. 150 Pf.; für Neklame» Anzeigen von 70 mm Breite 450 Ps. Bei Platz- Vorschrift20" „Aufschlag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: fcarl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Deck, sämtlich in Gietzen Erster Blatt _ 172. Jahrgang IietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Samstag, 29. AprU 1922 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen v 34 mm Breite örtlich 120 Pf., auswärts Wochenrückblick. Auf den innerpolitischen Fluren der deutschen Republik gedeiht nicht viel. Das Anzulängliche und Anhallbare drängt sich in vielen Gestaltungen als Ereignis hervor. Wir haben uns daran gewöhnt, bessere Erwartungen und erfreulichere Ziele zu vertagen bis ein außenpolitischer Lenz uns wieder erwacht. DaS muh auch die Sozialdemokratie zu- gestehen, wenn sie jetzt ihren e r st e n Mai feiern will, das) im Garten des ZukunftSstaa- teS noch nicht einmal die Anemone blüht und daß es ihr wie Mei in den Gliedern liegt, wenn sie den gewohnten Ruf erschallen lassen will: es lebe die internationale Sozialdemokratie! Innerpolitisch hat sie uns stark an der Weste gepackt. Aber wir sehen nichts Produktives, sondern nur die alten demonstrativen Versuche, nirgends Freudigkeit, wohl aber öfter Auswüchse, die mit wahrer Demokratie, Freiheit, Abstreifung bureaukratischer oder kleinbürgerlicher Fesseln wenig zu tun haben. Der republikanische Staat ist noch lange kein frischer und kraftvoller Organismus. Der Hessische Staatspräsident wollte das erdrückende Gleichmaß der Tage durch seine Initiative etwas beleben, aber sein Schul- erlaß für den ersten Mai zerbricht wie die Achse am Wagen. Als er der Mehrheit des Parlaments und Volkes damit zuwiderhandelte, hat er nicht nur den demokratischen Grundsatz, sondern auch das freie, unpolitische Empfinden Andersdenkender verletzt. Ein den Menschen gegen ihren Mehrheitswillen plötzlich aufgezwungener Feiertag führt nur zu Beunruhigung und Widerspruch. Er ist ebenso untauglich zur Kräftigung des sozialdemokratischen Parteigedankens wie die willkürliche Besetzung eines hohen Staatspostens mit einem Parteigenossen, dem die Voraussetzungen dafür fehlen. Der frühere Pressechef Bornemann wurde zum Ministerialrat ernannt durch Machtmißbrauch und Gewalt- spruch, und die Kammer wird sich mit Recht dagegen auflehnen. Roch schwächer, gänzlich machtlos, zeigt sich die nach außen gerichtete, internationale Doktrin: Die Wellkonferenz von Genua entbehrt aller Mitarbeit und Anregung des Sozialismus. Die russischen Sowjetvertreter, die mit im Spiele sitzen, wurden nur als nationale Vertreter ihres Landes zugelassen. Herr Tschitscherin, ein Jünger der alten zaristischen Schule, bedient sich denn auch ausschließlich der alten, machtpolitischen Methoden. Aber wir setzen unsere Hoffnung gerade darauf, daß der Sieg r e a l p o l i t i - scher Vernunftsgründe unserem deutschen Volke wieder den Weg zu Freiheit und Wiederaufrichtung öffnen werde. Der deutsch- russische Wirtschaftsvertrag bedeutet durchaus keine Anerkennung bolschewistischer Leitsätze. Deutschland findet sich dabei nur mit der Tatsache ab, daß das russische Volk auf seine eigne Weise regiert wird, und erkennt die Notwendigkeit an, ein weites Reich zu seinem und allgemeinem Nutzen wieder dem Weltverkehr einzugliedern. Man soll im Verkehr mit Menschen schon nicht kleinlich sein, wieviel weniger mit Völkern! Wenn der Erzbischof von Genua dem Dvlschewistenpolitiker huldvoll zutrank, wieviel mehr dürfen es unsere Reichsvertreter! Für Deutschland, und zwar alle seine politischen Färbungen, hat eS ja augenblicklich einen eigentümlichen Reiz, eines Einvernehmens sicher zu sein mit dem Riesennachbarreich im Osten, das von der g l e i ch e n außenpolitischen Rot gezwickt wird. Cs hat sich schnell gezeigt, daß der Vertrag von Rapallo, wie ein harmloses Frühlingsgewitter, keineswegs die Sonne dauernd verfinstert. Lloyd George hat vor den englischen und amerikanischen Pressevertretern gesagt, daß der Vertrag für manche Leute als eine Offenbarung gewirkt habe. Das war also die himmlische Erscheinung auf dem Wege nach Damaskus, von der wir neulich gesprochen haben. Herr P o i n - cd re wollte sie noch nicht mit gläubigen Augen sehen; er hat in Bar-le-Duc die Gewissensbetäubung und die Blindheit hervorgekehrt. auf die Lloyd George hinwies, indem er hinzufügte, sie bilde sich ein, „daß durch irgend eine Kombination zwei große Völker, die zwei Drittel von Europa repräsentieren, niedergehalten werden könnten". Aber Lloyd George hat sich nach anfänglichem Aufbrausen seines Mißvergnügens vor Der Offenbarung gebeugt. Er benutzte sie geschickt und entschlossen in seinem Aeberzeugungs- kampf gegen den Pariser Widersacher und Cigenbrödler. Der erste Ansatz zu aktiver deutscher Politik hat also den Wagen von Genua in ein schnelleres Rollen gebracht und Lloyd George ermöglicht, den auf den Weg des Friedens drängenden Satz auszusprechen: „Es ist unvermeidlich die Möglichkeit eines hungerleidenden Rußlands gegeben, das von einem zornigen Deutschland ausgerüstet wird". Wir möchten nicht gerade von einem rhe- l torischen Meisterstück des britischen Staatsmannes sprechen; aber es war die glänzendste Rede der Einkehr, die er je gehalten hat. Ja, es lag sogar etwas von Reue und Büßfertigkeit darin, denn die Versailler Sieger- Politik, gegen die er jetzt den Finger erhebt, war doch auch ein Teil seiner eigenen Politischen Kunst! Wenn er jetzt erschrocken ist über das Sturmwetter, das sich am Horizont zusammenzieht, wenn er die „selbstsüch- tigenTrivialitäten" zurückweist, die Gottes Anwillen Hervorrufen mühten, so wollen wir gerne rückhaltlos in den Beifall einstimmen, den Rathenau ihm bereits gespendet hat. Ist aber am Ende zu besorgen, daß prinzipienfeste deutsche Erfüllungspolitiker erblassend zusammenschauern ob der getürmt den Himmel schwärzenden Wolken und des dumpf tosenden Donners, und daß sie sich beflissen zeigen werden, dem mutigen Lloyd George die Blitze zu entwinden und ihm dafür schnell wieder das milde Nebelhorn ängstlicher Vorsicht in die Hand zu drücken? Während die Winde noch braifaen, gingen die deutschen Delegierten starken Schrittes zu den Sowjetgastgebern. Das war eine eindrucksvolle Doublizität der Geschehnisse, und da Herr Tschitscherin von dem „befreundeten Reiche" sprach (Sollte ein ängstlicher deutscher AmtSredakteur in den heure veröffentlichten Trinksprüchen das Wort „befreundeten" weggewischt haben?), wird sich in der Amwelt mancher Mund geweitet haben. Der deutsche Reichskanzler aber fiel nicht aus der Rolle. Damit der deutsch-russische Krastmensch nicht drohend die Muskeln zeige, warf er ihm ein frommes Hemdchen über und zeigte ihn als bescheidenen Diener Europas und der Menschheit. Man kann damit einverstanden sein. Noch hat Dr. Wirth dadurch nichts verdorben. Er darf und soll die Friedensliebe Deutschlands bekunden, aber mit ernster Gebärde und nicht mit pazifistischer Redseligkeit. Was Lloyd George seinem französischen Verbündeten abzutrvtzen gedenkt, wird sich für die deutschen Interessen wahrscheinlich als durchaus unzulänglich erweisen. Mögen die Engländer in Genua Optimismus an den Sag legen; den Deutschen ziemt düstere Zurückhaltung. Das Spiel der britischen Künste ist jedoch unstreitig 'von höchster Spannung. Während Lloyd George selber sagt, daß der Himmel andauernd grau und wolkengeschwärzt sei, will er ihn doch in wenigen Tagen für die sonnige Schlußszene eines Friedenspaktes Herrichten. Keine Grenze gebe es in Osteuropa, die nicht den Keim eines Zwistes oder Krieges in sich trüge, so gestand er. Wir dürfen unseren Sieg nicht Überspannen wollen, nicht zu viel von den Besiegten fordern, erklärte er ferner — und war und ist doch einverstanden, daß das entscheidende Reparationsproblem in Genua überhaupt nicht erörtert werde. In der Auseinandersetzung mit Rußland klaffen weite Gegensätze. Poincarö droht den selbständigen Einmarsch Frankreichs ins Ruhrgebiet an. Also hundert Voraussetzungen wären zu ordnen, bis ein wirkliches Friedensabkommen denkbar wäre. Statt nun energisch eines der Probleme nach dem andern zu entwirren, liebt Lloyd George dieses Spiel des Dompteurs mit den Raubtieren, denen er auf hohen Fässern Ruhesitze anweist. Gelingt es ihm, vor seiner Abreise nach London dieses lebende Bild einen Augenblick wirklich festzuhalten, so tritt er vor das beifallklatschende Parlament hin. Aber der Bär Darthou will heute schon aus dem Kreise ausbrechen, um nach Paris sich zu begeben, von wo er vielleicht nicht wieder zurückkehren wird. Lloyd George begehrt eine Sitzung des Obersten Rates, oder vielmehr der Signatarmächte des Versailler Verttages, in Genua, um Poincarss Androhung einer neuen Zwangshandlung entgegenzuwirken. Aber auch hier wird ihm von Paris aus wieder eine Liste von Vorbedin-. gungen überreicht. Lloyd George gibt sich keinen falschen Hoffnungen hin. Er weih, daß eine Regelung der vielen Streitfragen Monate, ja vielleicht ein Jahr, in Anspruch nehmen wird. Er denkt wirklich an eine Art Zähmung der Bestie in langsamer Dressur. Darum aber hat seine Friedensaufführung als Schlußakt der Genueser Konferenz zuviel äußerlich TheattalischeS, als daß wir im Tiefsten davon mit fortgerissen werden könnten. Lieber wäre uns ein bestimmter Weg in die Lösung der Frage, die uns am meisten angeht: die Wiederherstellungs- oder vielmehr EntschädigungSkvstenregelung. Da es nicht von Deutschland abhängt, dieser besseren Methode zum Durchbruch zu verhelfen, müssen wir uns gedulden und dem Friedensakt Lloyd Georges, den wir noch nicht kennen, lebhaft zustimmen, wenn es uns in unserer traurigen Lage auch nicht gerade vergnüglich zumute dabei ist. daß unser Vertteter all die kleinen Kunststücke mitmacht, die der Londoner Bändiger "bon den Konferenzteilnehmern verlangt. Das Memorandum an Ruhland. Cine englische und cine französische Fassung. Genua, 28. April. (Wolff.) Die ursprünglich für heute vormittag einberufene Sitzung der Ententedelegierten zur endgültigen Redaktion des Memorandums für Rußland begann heute nachmittag 4 Ahr. Anwesend waren die Vertreter der einladenden Mächte und je zwei Delegierte der Kleinen Entents und der Neutralen. Es liegen zwei Redaktionen für das Memorandum vor, eine englische und eine französische. Beide Dokumente müssen nacheinander verlesen und übersetzt werden, was naturgemäß eine sehr zeitraubende Arbeit darstellt, so daß man nicht damit rechnet, daß die Verhandlung heute schon zu Ende geführt werden kann. Vor Beginn der Verlesung gab B a r t h o u eine Erklärung ab, in der er sagte, entgegen irreführenden Zeitungsmeldungen wolle er betonen, daß, wenn er zur Abreise gezwungen sein sollte, er sich bemühen werde, sobald wie möglich zurückzukehren. Es sei Vorsorge getroffen, daß während seiner Abwesenheit die Arbeiten der Konferenz keine Verzögerung erleiden würden. Die Delegation werde in der Zwischenzeit mit den Arbeiten fortfahren und er selbst werde in sehr kurzer Zeit zurückkehren. Lloyd George dankte Barthou für diese Mitteilungen und sprach die Hoffnung aus, Darthou bald wieder zurückzusehen. Er erklärte, sowohl seine schätzenswerte Mitarbeit, als auch der Amstand, daß er der Führer einer der wichtigsten Delegationen sei, würden eine längere Abwesenheit als höchst bedauerlich erscheinen lassen. Darthou wiederholte darauf nochmals seine Zusicherung, daß er sobald wie möglich zurückkehren werde. Dann gab LloydGeorge noch eine prinzipielle Erklärung ab, in der er ausführte, daß keinesfalls von der Grundlage der in Cannes festgesetzten Bedingungen abgewichen werden dürfe. Ferner hvb er mit Nachdruck hervor, daß diese Bedingungen ein unmittelbares Ganzes darstellten. Man könne nicht einzelne Teile daraus herausziehen, sondern müsse alles als ein großes Ganzes behandeln. Genua, 28. April. (Reuter.) In gewöhnlich gutunterrichteten italienischen Kreisen wird der Inhalt des Memorandums, mit dem die Mächte die Gegenvorschläge Rußlands beantworten, und das der russischen Delegation wahrscheinlich heute übermittelt wird, solgender- mahen skizziert: Es wird in dem Memorandum der Grundsatz der Herabsetzung der Kriegsschulden zugelassen und innerhalb gewisser Grenzen die Verpflichtung der Westmächte, die die Expeditionen Koltschaks, Denikins und Wrangels subventioniert haben, an» ertannt, für die durch diese Expeditionen h^tzbei- geführten Schäden Ersah zu leisten. Ferner wird das Memorandum eine Formel Vorschlägen-, die, ohne die wirtschaftlichen Grundsätze der russischen Scwjetregierung zu berühren, doch das in Rußland angelegte ausländische Kapital völlig sicher st eklen wird. Cs soll in dem Memorandum nichts enthalten fein, Antcrhandlungen sollen auf der Grundlage was Rußland zu demütigen geeignet sei. Die des gegenseitigen guten Willens abgeschlossen werden. Während in italienischen Kreisen bezüglich der Verhandlungen mit Rußland optimistisches Empfinden vorherrscht, fehlt dieses Empfinden bezüglich eines Abkommens über den Durgfrieben, dessen Abschluß, wie man fürchtet, schwieriger sein wird, als der des Abkommens mit Rußland, obwohl sein schließliches Gelingen nicht bezweifelt wird. Genua. 28. April. (Spezialbericht des Vertreters des WTD.) Die heute nachmittag im Kreise der Anterkommission des ersten Ausschusses gepflogenen Desprechungen über die der russischen Delegation vorzulegenden Vorschläge sind zu Ende gegangen, ohne daß über das Ergebnis etwas bestimmtes verlautet. Es wird angenommen, daß die Desprechungen morgen fortgesetzt werden, lieber den Termin der nächsten Plenarsitzung der Konferenz steht noch nichts fest. Eine Plenarsitzung wird wahrscheinlich erst Mittwoch nächster Woche in Frage kommen. Eine französische Denkschrift. Genua, 28. April. Einer Havasmel- dung zufolge erläutert die französische Denkschrift, die dem Anteraurschuß für dre Prüfung der russischen Frage vorgelegt wurde, daß die in Genua vertretenen Mächte an dem Wiederaufbau Rußlands zum Zwecke der Wiederherstellung des Friedens in Europa mitzuarbeiten wünschen. Sie legt dar. in welcher Weise die finanzielle und lommerzrelle Tätigkeit aller Länder für den Wiederaufbau Rußlands ange- üxmbt werden könne. Der landwirtschaftliche Wiederaufbau könne mir durch Erteilung von Konzessionen an ausländische Gesellschaften vor sich gehen. Die Ausländer müßten in die Lage versetzt werden, an der industriellen Wiederherstellung Rußlands unter den nötigen Sicherheiten und Garantien teilzunehmen. Hinsichtlich der Wiederherstellung der Transportmittel Rußlands regt die Denkschrift die Schaffung einer Gesellschaft für den Dau, die Unterhaltung und Vie Reparatur des rollenden Materials an. Der Vorschlag über ein Abkommen mit der Sowjet- regieiung fordert insbesondere die Verpflichtung, sich jeder Propaganda in fremden Ländern zu enthalten. Die Sowjets iwüß- ten die finanziellen Verpllichtungen ihrer Vorgänger anerkennen; aber die Gläubigermächte seien bereit, ihnen Zahlungserleichterungen zu gewähren. Sie müßten ferner ihre Schulden oder die ihrer Vorgänger gegenüber den ausländischen Staatsangehörigen anerkennen, sowie die finanziellen Verpflichtungen aller russischen Behörden und.öffentlichen Unternehmungen. Barthous Reife nach Parist Genua, 28. April. (Spezialbericht des Vertreters des WTB.) Darthou fährt morgen vormittag um 10 Uhr in 'Begleitung seines Sekretärs nach Paris ab, um über den gegenwärtigen Stand der Verhandlungen in der russischen Frage Dericht zu erstatten. Er wird am Mittwoch vormittag zurückerwartet. Während seiner Abwesenheit wird Darthou von dem französischen Botschafter in Rom, Darröre, vertreten werden. Aus französischer Quelle verlautet, die geplante Vollsitzung sei auf englischen Antrag bis Mittwoch vertagt wordern Darthou werde bei seiner morgigen Abreise den vollen Text der heute abend fest zu legenden Denkschrift der russischen Kommission mitnehmen, zu dem mehrere französische Abänderungsanträge vorliegen, über die heute noch nicht entfttiieden werden soll. Man erklärt sranzöstscherseiM, das) die durch die Abreise Barthous verursachte V e r- zögerung in den Verhandlungen unvermeidlich sei, da es von größter Bedeutung fei, daß Poincarö sich persönlich mit dem Führer der französischen Delegation in Verbindung setze. Genua, 28. April. Der Sonderberichterstatter der Havasagentur meldet: Barthou, der morgen Genua verlassen wollte, um sich nach Paris zu begeben, wußte seineAbreisever- schieben, bis die Bedingungen des Ultimatums an Rußland vom Unterausschuß für die r islischen Angelegenheiten, der morgen Vormittag 11 Uhr tagen wird, festgestellt sind. Die Trinksprüche Tschitscherins und Dr. Wirths. Genua, 28. April. (Spezialbericht des CBcr» treters des WTB.) Bei den gestern zwischen den Führern der deutschen und russischen Delegation gewechselten Trinksprüchen führte Tschitscherin etwa folgendes aus: Er begrüße die Vertreter Deutschlands, des ersten großen Landes, das mit der Sowjetrepublik in normale Beziehungen getreten sei, und zwar auf der Basis friedlicher Zusammenarbeit. Der Vertrag, der abgeschlossen wurde, sollte der Welt zeigen, daß auch die Länder verschiedener sozialer Struktur in friedlicher Arbeit sich zusammenfinden können. Der Rapallovertrag ermögliche dies zum Wohle der gesamten Menschheit. Zwei Völker reichten sich die Hände. Das Vergangene solle vergessen fein. Dies sei der Sinn des Vertrages und seine große Perspektive auf eine künftige wirtschäftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Rußland. Mtt tiefempfundener Achtung begrüße er in dem Reichskanzler den Führer des deutschen Volkes. Der Reichskanzler erwiderte, er fei mit starker Bewegung den Worten Tsitscherins gefolgt, die ihm aus dem Herzen gesprochen seien. Was zwischen Deutschland und Rußland vereinbart worden fei, diene nicht den engeren Interessen einer Nation. Es sei vielmehr ein Dienst am ganzen Europa und an dem hohen Ideal der Menschheit. Dieses große Ideal verlange die Arbeit vieler Geschlechter, aber das kleine engere Ideal fei erreicht. Zwei Völker, die vor kurzem in blutigem Ringen sich gegenüberftanben, haben den ersten wahren Friedensvertrag geschlossen als ein leuchtendes Zeichen für ganz Europa. Der Vertrag verursachte in der Welt Aufregung, aber weniger bei den europäisch und universell Denkenden, als bei denjenigen, die nur die engen Interessen ihrer eigenen Nationen im Auge hatten. Dor allem wurde der Verttag von der Arbeiterschaft aller Länder aufs wärmste begrüßt. Er fei ein erster Schritt zu einem weiteren Ausbau sreundlicher Zusammen arbeit und verspreche cine große fruchtbringende politische Entwicklung. Deutschland wolle alles tun, um die menschlichen und freundschaftlichen Beziehungen, die mit Rußland eingeleitet worden seien, immer mehr zu vertiefen und zu berbeffern. Die deutsche Republik hoffe und sei gern bereit, Rußland Dienste zu leisten. Sie sei bereit zu jeder ehrlichen Aussprache. Wenn Rußland nach Berlin käme, würde es immer offene Türen finden. Deutschland würde alles tun, was es versprochen habe. Deutscher Wiederaufbau Petersburgs. Moskau, 28. April. (Wolff.) InPeters» b u r g wurde mit einer großen deutschen Baugesellschaft ein Vertrag zum Wiederaufbau von Petersburg abgeschlossen. Die deutsche Firma übernahm die Verpflichtung, alle unvollendet gebliebenen Bauten auszusühren, wie Straßenbau, Wasserleitungen, Kanalisierungen, Reparaturen usw. Das Baumaterial, die Ingenieure und Techniker werden nach Beginn der Schiffahrt aus Deutschland eintreffen. Die Gesell- fchaft soll das Recht zur Ausbeutung von Kohlenlagern und Wäldern erhalten. Paul Deschanel -f*. Paris, 28. April. (WTD.) Der ehemalig« Präsident der französischen Republik, Deschanel, ist heute nachmittag gestorden. Paul Eugen Louis Deschanel wurde am 13. Februar 1856 in Brüssel geboren, als Sohn des Literaturhistorikers und Politikers Professor Emil D.. der als republikanischer Gegner Napoleons III. in Brüssel in der Verbannung lebte. Nach dem Besuch der Lyzeen Sainte Darbe und Condorcet studierte Paul D. 1872 die Rechte, Geschichte und Ltteratur, wurde 1875 Referendar (Lizentiat), 1876 Sekretär des Ministers des Innern de Marcere und im gleichen Iahre noch Sekretär des Ministerpräsidenten Zules Simon. Ende 1877 wurde er zum Anterpräfekten von Dreux ernannt, am 4. Mai 1879 zum General- Sekretär des Deine- unt> Mame-D^xrrtements, Dann zum LInterpräfekten von Brest. Als •Unter- 4>räfeft von Menns reichte er seinen Abschied ein, um für die Kammer zu kandidieren. 1885 wurde er im Departement Eure-et-Lvire gewählt und bestieg 1836 zum ersten Male die Kammertribüne, um die sog. „Krongesehe" zu verteidigen. Durch feine repräsentative Erscheinung und elegante DerÄ>sarnkeit gewann er solchen Ginfluh, das) er 1896 zum Vizepräsidenten der Kammer und 1898 bis 1901 zum Kammerpräsidenten gewählt wurde. 1902 unterlag er jedoch gegen den radikalen Bourgeois. 1905—1906 war er Präsident der Kommission für auswärtige und Kolonialfragen. 3m Rovernber 1910 bot Driand bei der Kabinettsbildung Deschanel das Unterrichtsministerium an, das dieser jedoch ablehnte. Am 23. Mai 1912 wurde er gegen Etienne, Cocherh uitb Daillant wieder zum Kammerpräsidenten gewählt. Auch nach den neuen Kammerwahlen nach dem Krieg blieb er Kammerpräsident, bis er wenige Wochen darauf, im Oanuar 1920, mit 734 von 889 abgegebenen Stimmen als Rach- folger Poincares' zum Präsidenten der franzosi- ichen Republik gewählt wurde Deschanel war stets ausgesprochen nationalistisch. Er war ein Förderer des russischen Bündnisses und der An- mäherung an England. Reichsfinanzminister Hermes über die Not der Länder und Gemeinden. Würzburg, 28. April. (Wolff.) Auf Ein- sadung des Reichsministers der Finanzen ist hier eine Konferenz zusammengetreten, an der die Finanzminister aller deutschen Länder und die Minister des Innern teilnehmen. Auf der Tagesordnung stehen die wichtigen Fragen des Finanzausgleichs zwischen Reich, Säubern und Gemeinden. RMchsminifter Hermes eröffnete die Kon- ferenz mit einer Ansprache, in der er ausführte, dah es nicht nur eine verfassungsmähige Pflicht, sondern eine unmittelbare Lebensnotwendigkeit -des Reiches sei, die Länder und Gemeinden lebensfähig zu erhalten. Richt minder aber seien die Länder und Gemeinden auf den Bestand und die Leistungsfähigkeit des Reiches angewiesen. Als Rotgemeiwschaft sei das Reich allen seinen Gliedern nötiger denn je. Gemeinschaftlich wie die Rot, die uns oerbinbe, müsse aber auch diq Arbeit sein, in der wir sie bekämpfen. Der Finanzminister hob hervor, dah die Finanzverfassung und die Finanzverwaltung des Reiches durch die Gesetzgebung von 1919 und 1920 auf völlig neuer Orunblage geordnet worden sei, dah die Reu- Drbnung zwar von Anfang an teilweiser Ablehnung begegnet sei und noch heute begegne, und dah sie für die Rot der öffentlichen Haushaltung in erster Linie verantwortlich gemacht toerbe, aber dah es die Macht der Tatsachen sei, die auf eine Reuentwicklung unaufhaltsam hindrängte. Der fast untragbare Druck der wirtschaftlichen und politischen Lage muhte sich notwendigerweise weiter fvrtsetzen und auswirken, auch in den Ländern und Gemeinden. Wäre das Reich allein der Träger aller außenpolitischen Verpflichtungen und feine Glieder vor einem einzelnen, unmittelbaren Zugreifen von auf)en frei, so mühte es auch die steuerliche Leistungsfähigkeit der deutschen Volkswirtschaft in seiner Hand vereinigen. Der Finanzminister teilte mit, dah nach dem vor- •läufigen Abschluß für das Rechnungsjahr 1921 hie Reichseinnahmen aus den Steuern und Abgaben annähernd 90 Milliarden betrugen, was gegenüber dem Voranschlag von nur 56,6 Milliarden ein Mehr um etwa 60 Prozent bedeute. Wenn dieses Ergebnis auch zum Teil auf die Geldentwertung zurückzuführen sei, so stelle es andererseits doch einen sichtbaren Beweis dafür dar, dah die Finanzverwaltung des Reiches nunmehr laufe. Man dürfe hiernach die sichere Hoffnung hegen, dah es nicht lange mehr dauern könne, bis auch die letzten Schwierigkeiten der Umstellung überwunden seien. Der Finanzminister schloß: Der Schulden- stand des Reiches von etwa 5000 bis 6000 Mark auf den Kopf der Devollerung wird jedenfalls in keinem Lande auch nur annähernd erreicht. Soweit die Ausgaben der Länder sich im Augenblick übersehen lassen, weisen sie nicht nur in ihrer relativen Hohe, sondern auch in dem ganz verschiedenen Verhältnis eine Steigerung und so auffallende Unterschiede auf, daß der Gedanke nicht fvrtzuweisen ist, es mühte in dem einen oder anderen Falle doch eine größere Sparsamkeit möglich sein. Aus der anderen Seite sind die Realsteuern zwar in zahlreichen Ländern neu geordnet, jedoch in einigen Ländern noch längst nicht voll ausgenutzt. 3n jedem Falle ist die Lage der Gemeinden ganz wesenllich schwieriger als wie der Länder. 3n ernster Zusammenarbeit mit Ihnen bin ich bereit, nach dem Wege zu «uchen der jedem von uns gangbar erscheint. Dabei muh' aber toieöer daraus hingewiesen werden, wie außerordentlich beschränkt der Kreis der Möglichkeiten ist. Es handelt sich im wesentlichen um zwei große Fragen. Die eine betrifft die Einnahmen der Länder und Gemeinden an eigenen Steuern und aus Anteilen an Reichs steuern, die andere dagegen die Zuschüsse, welche die ßänfcer und Gemeinden anläßlich einer Erhöhung der Beamt engehälter erhalten würden. Werden die Gehälter abermals erhöht, so steigen auch die Zahlungen des Reiches automatisch mit, so daß eine Deckung durch Reichs- fteueranteile je länger desto mehr aus dem Bereiche der Möglichkeit rückt. Es wird dahin zu streben sein, daß die Zahlungen zu einer für das Reich selber etatmäßig vertretbaren Ausgabe und für die Haushaltungen der Länder und Gemeinden zu einer Einnahme gestaltet werden, die möglichst bn voraus berechenbar ist, und zwar auf einer für die künftigen Gehaltsveränderungen gültigen Grundlage. Bei einem System fester Zuschüsse wird den Ländern und Gemeinden einerseits ein geregelter Haushalt ermöglicht, andererseits ihre Finanzhoheit gewahrt. Mögen die jetzigen Besprechungen dazu beitragen, den Geist der Einigkeit unb des Vertrauens zu fordern, der es dem Reich und allen seinen Mitgliedern ermöglichen kann, aus schwerer Zeit gefestigt und gestärkt hervorzugehen. Ein politischer Prozetz in München. Um Eisners „Kürzungen". München, 28. April. Im Rovember 1918 wurden von dem damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Eisner diplomatische Schriftstücke aus den Akten der bayerischen Gesandtschaft in Berlin veröffentlicht. Das Wichtigste dieser Aktenstücke war ein Bericht des Geschäftsträgers v. Schoen vom 18. Juli 1914, der als von dem Gesandten Gras Lerchenfeld herrührend bezeichnet wurde. Dieser Bericht war in wesentlichen Stellen gekürzt. Fortgelassen waren alle diejenigen Absätze in denen von den Versuchen der deutschen Regierung zur Lokalisierung des Konflikts und den Gründen gesprochen wird, die diese Lokalisierung erhoffen liehen. Ferner war der Absatz fvrtgelassen, dah Deutschland nicht mobilisieren und Oesterreich von einer allgemeinen Mobilmachung abhalten wolle, um nicht die Gegenmobilmachung Rußlands und damit den europäischen Krieg auszulösen. Der auf diese Art entstellte Bericht ist von den Verbündeten beim Friedensdiktat ausgenuht worden, um nachzu- weisen, daß die Mittelmächte den Krieg im gemeinsamen bewußten Zusammenwirken entfessell hätten. Vor dem Schöffengericht des hiesigen Amtsgerichts kommt jetzt ein Deleidigungsprozeh des Kaufmanns Felix Fechenhach, des früheren Privatsekretärs Kurt Eisners, gegen den Heraus- geber der „Süddeutschen Monatshefte" Professor (So 6 mann, den verantwortlichen Schriftleiter der „Münchener Reuesten Rachrichten", Emanuel Müller, den Hauptschriftleiter Oslerhuber des „Daherifchen Kuriers" und gegen den Schriftleiter Dr. A d l m a i e r vom „Bayerischen Vaterland" zur Verhandlung. Die Witwe Einers mar kommissarisch vernommen worden. Die Verhandlung soll sich auf die Beantwortung folgender beiden Fragen hxschränLn: 1. Liegt eine Fälschung vor und war diese Fällchung von Rachtell auf den Friedensschluh? 2. Hat der Privatkläger diese Fälschung begangen? Aus der bisherigen Zeugenvernehmung und den Angaben des Privat- llägers ist hervorzuheben, dah letzterer entschieden in Abrede stellt, den Bericht gekürzt zu haben. Es sei vielmehr von Eisner selbst geschehen. Die Witwe Eisners erklärte, nichts davon zu willen, daß sie Fechenbach als den Urheber der Kürzung nannte. Der Rechtsbeistand des Privatklägers legte die Abschrift eines angeblichen Briefes des Gesandten Grafen Lerchenfeld vom 9. Dezember 1914 an den Ministerpräsident Grafen Hertling vor. In dieser Driefabschrift, über deren Herkunft jede Auskunft verweigert wurde, heißt es, er müfte bet bet Behauptung bleiben, daß Deutschland von der österreichischen Aktion ebenso überrascht worden sei wie alle anderen Mächte, und es mülle daher auf alle Lalle bestritten werden, daß Graf Hertling den Inhalt des IHti- matums an Serbien vor seiner Aeberreichung gekannt habe. München, 28. April. (WTB.) In der Verhandlung des Prozesses Fechenbach gegen Professor Coh mann meldete sich Graf von Lerchenfeld zur Aussage und legte das Antwortschreiben des Grafen Hertling vom 11. 12. 1914 auf seinen Brief vom 9. 12. 1914 vor, in Welchem Hertling betonte, daß seine Kenntnis über das Xllttmatum vor dessen Publikation sich nur auf den Schonschen Bericht stützte, und dah er es für ausgeschlossen halte, dah er gegenüber dem französischen Geschäftsträger die Kenntnis des Ultimatums zugab. Graf Mont- gelas, als Sachverständiger vereidigt, beschäftigt sich in seinem Gutachten zunächst mit dem Schonschen Bericht, aus dem in der Eisnerschen Deröftenllichung gerade die Stellen fortgelassen seien, aus denen flar hervorgehe, dah die Berliner Regierung den Krieg nicht wolle. Der gekürzte Bericht, bei dem eine ungemein schwere Entstellung der ganzen Tendenz vorliege, übe eine verhängnisvolle Wirkung auf das Ausland aus. Aus dem Reiche. Der preußische Landgemeindeverband gegen die Umlage. Berlin, 29. April. (Priv.-Tel.) Der Gesamtvorstand des Preußischen Landgemeindeverbandes faßte gestern einen Beschluß, in dem er sich gegen die erneute Getreideumlage für 1922 ausspricht. Eine solche Umlage toürbe die Landbevölkerung in Erregung bringen, die sich auch gegen die Gemeindeverwaltungen richten würde, so daß diese aufs ernsteste gefährdet würden. Erfinder- und Reuheitemnesse in Mannheim. Mannheim, 28. April. (WTB.) Heute vormittag wurde im Ribelungensaal des Rosengartens die zweite deutsche Erfinder- und Reuheitenmesse im Beisein der Spitzen der Behörden eröffnet. Rach einer Ansprache des Vorsitzenden der Mehkommission, Architekt Beirer, hielt Oberbürgermeister Dr. Äußer, Mannheim, die Eröffnungsrede, in der er die Bedeutung der Erfindermesse für das deutsche Wirtschaftsleben hervorhob und der Hoffnung Ausdruck gab, dah diese Ausstellung eine alljährlich Wiederkehrende Veranstaltung in Mannheim werden mochte. Handelskammerpräsident L e n e l gab der Genugtuung darüber Ausdruck, dah es gelungen sei, eine so reichhaltige und vielseitige Ausstellung zustande zu bringen, und wünschte ihr vollen Erfolg. Ein sich anschließender Rundgang durch die Ausstellung brachte den Beweis, dah wertvolle Reu- heiten und Erfindungen aus den verschiedensten Gebieten des Wirtschaftslebens ausgestellt sind. Aus Stabt und Land. Gießen, den 29. April 1922. Dank aus französischer Gefangerfchaft. Bei der Kreisgruppe Gießen der Reichs- bereinigung ehemaliger Kriegsgefangener E. V. ging vom deutschen Hilfsausschuh des Gefangenenlagers Fort Luwalgue-Toulon ein vom 7. d. M. datiertes Schreiben ein, in dem es heißt: „Endlich formen wir Euch heute den Empfang der so lange unterwegs gewesenen Kiste (sie enthielt von Gießener Bürgern gespendete Weihnachtsliebesgaben. D. RÄ>.) bestätigen und das mit wirklicher Fr ende und aufrichtigem Dank. Allen freundlichen Spendern unfern Dank und besonders Herrn Referendar Groß für die Mühen und die herzlichen Worte." — In dem Briefe wird dann weiter mitgeteilt, dah in der Zwischenzeit wiederum zwei der Gefangenen (einer begnadigt, einer nach Verbüßung seiner Strafe) das Lager verlassen haben, so dah sich noch29 Gefangene dort befinden. Sie haben, wie sie schreiben, jetzt ein Grammophon gespendet bekommen, das viel zu ihrer Unterhaltung und Aufheiterung beiträgt, leider dazu aber nur lOPlatten und wenige Radeln. Sie bitten daher, ihnen solche zu schicken. ** Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurde: am 25. April der Lehrer Heinrich W e i l zu Heldenbergen zum Lehrer an der Volksschule zu Ockstadt, Kreis Friedberg, am 25. April die Schulamtsanwärterin Therese Würth and Groh-Steinheim zur Lehrerin an der Volksschule zu Zellhausen, Kreis Offenbach. — Am 26. April 1922 wurde der Ministerialamtsobergehilse Georg Weichsel aus Darmstadt zum Kanzleiassistenten, der Hauswart Leonhard Knapp zu Darmstadt zum Ministerialamtsobergehllfen, der Ministerial- amtsgehllfe Georg Vierheller aus Darmstadt zum Ministerialamtsobergehilfen und der Hauswart Friedrich Wehn aus Darmstadt zum Amts- gehilsen, sämtlich vom 1. Juli 1922 an, bei dem Ministerium der Finanzen ernannt. — Ernannt wurde am 26. April der Feldbereinigungskommissar Regierungsrat Dr. Reinhard K o ch zu Friedberg zum Kreisamtmann „bei dem Kreisamt Groh- Gerau mit der Amtsbezeichnung Regierungsrat, mit Wirkung vom 15. Mai 1922. Wochen Marktbericht. Die wärmere Witterung der letzten Wochen machte sich auf dem heutigen Wochenmarkte durch den großen Vorrat hauptsächlich an Eiern, Butter, Spinat und Rüßchen bemerkbar. Vor allem ist bei (Stern mit einem großen tUeberftanb und infolgedessen damit zu rechnen, daß die hohen Preise sich erheblich zu Ende des Marktes senken werden. Bei einem Vergleich mit den amtlichen Mitteilungen anderer hessischer Städte muß festgestellt werden, daß in Giehen die Preise fast durchweg höher sind. — Gefordert wurden: für Spinat 8.00 dis 8.50 Ml., Rüßchen 28—30 Mk., Salat Stück 8 bis 10 Mk., Weißkraut 10 Mk., Zwiebeln 6 bis 8 Mk., Merrettich 6 Mk., Kartoffeln 3.20 Mk., Ülnter-Kohlrabi 2 Mk., Sprossen 7 Mk., Rote Rüben 5 bis 6 Mk., Eier 3.50 bis 3.70 Mk., Butter 60 bis 63 Mk. ** Erhöhung des GaspreifeS. Infolge weiterer Verteuerung der Kohlen und Betriebsmaterialien muh der Gaspreis auf 3,60 Mk. je Kubikmeter vom l.Mai d. I. erhöht werden. Im Jahre 1914 kostete das Kubikmeter Gas 17 Pf. Das Kubikmeter wird somit vom l.Mai ab das 21 fache des Friedenspreises kosten. Inter- Dcrs (Biebener Stadttheater in der Spielzeit 1921/22. In der nun abgelaufenen Spielzeit 1921/22 beä (Siebener Stadttheaters, die vom 1. Oktober 1921 bis zum 23. April 1922 dauerte und die die 19. unter der Leitung von Direktor Steingoetter war, wurden im ganzen 4 5 W erfe zur Darstellung gebracht. Drei davon wurden mit auswärtigen Kräften gegeben (2 Opern und 1 Schauspiel), die übrigen tagen in den Händen des Gießener Personals. Von ihnen entfielen 35 auf das Schau- und Lustspiel, wobei unsere Klassiker mit 9 Werken zu Wort kamen, und 7 auf die Operette. Die Zahl der Vorstellungen betrug 162, wovon 75 im Abonnement stattfanden. Gastspiele wurden an 8 Abenden gegeben (darunter 3 Opernabende des Theatervereins). Schau- und Lustspiele füllten 111 Abende, Operetten 43; von den Schauspielabenden entfielen 33 auf klassische Werke. Von Schauspielen erreichten 2 Schillersche Stücke („Teil" und „Turandot"^ mit je 6 Vorstellungen die höchste Aufführungszahl; von Operetten wurde „Mas- cottchen" am häufigsten gegeben, nämlich achtmal. Bei 103 Veranstaltungen galten gewöhnliche Preise; bei 42 erhöhte und bei 17 Heine Preise In der Zahl der Aufführungen sind 5 geschlossene Sondervorstellungen für Verbände enthalten. * Wieder liegt ein Jahr ernsten künstlerischen Strebens hinter unserer städtischen Bühne. ES ist durchaus anzuerkennen und zu rühmen, daß die Leitung des Stadttheaters auch in der vergangenen Spielzeit wieder bestrebt gewesen ist, den Spiel- plan auf einer Gießens würdigen Hohe zu halten. Gerade unter den Abenden, die unseren Klassikern Vorbehalten waren, befinden sich die gelungensten und sorgfältig vorbereitetsten Qhiffübrungen. Wir erinnern uns besonders gern der Einstudierungen von Goethes „il r f a u st" und Schillers „T u r a n» dot“ und „Wilhelm Tell", die diese Werke in Darstellungen brachten, mit denen sich das Stadttheater wohl sehen lassen konnte, und zwar sowohl was darstellerische als auch technische Darbietungen anbetrifft. Es ist hier der Platz, auch der Kräfte am Stadttheater lobend zu gedenken, die sonst zurücktreten müssen und die der Zettel nicht nennt, des technischen Personals, ohne dessen tätige Mithilfe eine noch jo geschickte Spielleitung nur halbe Arbeit leisten konnte. Die Darsteller legten manche schöne Probe ihres Könnens ab. Im Schauspiel wie in der Operette batten wir ein recht gut zusammengestelltes Ensemble. Einzelleistungen besonders zu nennen, würde zu toett führen, aber es kann gesagt werden — und das ist eigentlich das höchste Lob, das man den Mitgli^>em unserer Bühne zollen kwm —. daß es dem G.iehener Publikum wohl um fast jeden unserer Hauptdarsteller, der etwa in der nächsten Spielzeit nicht wiederkehren sollte, leid tun würde. Anzuerkennen ist schließlich noch die saubere Arbeit. Die stets Kapellmeister Knü- bel und sein Orchester leisteten; sie konnten an manchem Abend einen starken Anteil am guten Gelingen der Vorstellung auf ihr Konto buchen. - * Die Arbeit, die in der zurückliegenden Spielzeit geleistet worden ist, wird unserer städtischen Bühne manchen treuen Freund und Anhänger geworben haben und gibt eine Gewähr dafür, daß das Gießener Stadttheater auch weiterhin ein nicht zu unterschätzender Kulturfaktor im Geistesleben unserer Stadt bleiben wird. Möge man an der städtischen Bühne so auch in Zukunft arbeiten wie bisher, an unserer Anerkennung soll es nicht fehlen. —r. * . * — Das Vas ari-Archiv in Arezzo. Ein unvergleichlicher Schah ist der Stadt Aresso von dem Grafen Rasponi-Spinelli geschenkt worden. Es ist das Archiv des berühmten Malers und Kunstschriststellers Giorgio Vasari, dessen Papiere und Briefschaften seit Jahrhunderten wohlverwahrt und unberührt lagen. Wie im „Cicerone" berichtet wird, wurde vor kurzem das Dasari-Archiv zu Arezzo in bem Hause, das einst Vasari bewohnte, eröffnet. «Auf einem Tisch stehen vier Holzkisten wohlverschnürt und versiegelt," erzählt davon ein Augenzeuge. „Schere und Hammer öffnen die Kisten, und die Pergamentbände kommen einer nach dem andern ans Licht. Salome Morpurgo, Generaldirektor der Bibliotheken Toscanas, nimmt einen Band nach dem andern heraus, prüft Aufschrift und Inhalt effant ist die Steigerung des GaskohlenpreiseS Es wurden bezahlt für die Tonne frei Gaswerks- Hof: ab 1. April 1914 21,47 Mk., ab 1. April 1919 61,27 Mk., ab 1. April 1921 623,30 Mk., ab 1. Dezember 1921 597,90 Mk., ab l.März 1922 893,10 Mk. und ab 20. April 1325,10 Mk. Die Kohlen sind somit inzwischen um das 62sache gestiegen. Eine Tabelle über die Gaspreise der hiesigen und der Rachbarstädte werden wir in Kürze bringen. ** Ein Gewitter mit heftigem Donner und Blitz ging gestern nachmittag Vs4 Ahr über unserer Gegend nieder. Zugleich war ein Hagelwetter damit verbunden. Hoffentlich bedeutet das Unwetter den Schluß der bisher herrschenden schlechten, und den Beginn einer schönen Witterungsperiode. ** Das Fest der goldenen Hochzeit feiern am kommenden Montag, dem 1. Mai, Musikdirektor Karl Krauße und Sralr:Musll- direkter Krauße ist allen Musikfreunden unserer Stadt eine bekannte Persönlichkeit. Durch fein jahrzehntelanges hervorragendes Wirken auf musikalischem Gebiet, insbesondere als Leiter der Kapelle unseres ehemaligen Insanterie-Regiments Kaiser Wilhelm Rr. 116 hat er sich in seiner Vaterstadt und weit über ihre Grenzen hinaus Verdienste erworben. Herr Krauße steht im 77., seine Frau im 72. Lebensjahre. Der alte Herr ist Mitkämpfer von 1866, 1870/71 und hat 47 Jahre gedient. Seit 1910 ist er in den wohlverdienten Ruhestand getreten, ohne jedoch den Dirigentenstab vollkommen niederzulegen. △ Die Vereinigung des ehemaligen Landwehr - Infanterie - Regiments 116 hielt bei Mitgli^> S chrader eine gutbesuchte Versammlung ab. Es wurde beschlossen, im Juni ein Sommerfest in Klein-Linden abzuhalten und am 21. Mai einen Maiausfluz nach Steinbach zu unternehmen. Die ehemaligen Regimentskameraden der Rachbarorte sollen dazu eingeladen werden. * Tomatenanbau. Aus gärtnerischen Kreisen wird uns geschrieben: Die Tomate hat sich durch ihre vielfältige Verwendbarkeit in der Küche im Saufe der beiden letzten Jahrzehnte auch bei uns immer unentbehrlicher gemacht und fein Gartenbesitzer, der in seinem Gärtchen auch mir über eine kleine förmige Hauswand oder ebensolchen Bretterzaun oder Mauer zu verfügen hat, wird sich die Ruhbarmachung einer solchen Fläche entgehen lassen. Vorbedingung für eine gedeihliche Entwicklung und befriedigende Ernte ist, wie schon bemerkt, ein recht sonniger Standort, nahrhafter Boden und, worauf es ganz besonders ankommt, gutes Pflanzenmaterial. Hierbei kommen dem Gartenbesitzer unsere Gärtner insofern in recht vorteilhafter Weise zu Hilfe, inbem sie Tomatenpflanzen, in Blumentöpfen vorkultiviert, zum Verkauf bringen. Diese Tomatenpflanzen haben anderen aus dem Beet entnommenen Pflanzen gegenüber den Vorteil, daß Jie mit ihrem ganzen unbeschädigten Wurzelvermögen an ihren neuen Standort verpflanzt werden, _ ohne ihre Verpflanzung überhaupt als eine Storung zu empfinden. Gänzlich verfehlt wäre es jedoch, durch recht frühzeitige Anpflanzung eine größere Ertragsfähigkeit erzielen zu wollen. So mancher Gartenbesitzer hat, noch im vergangenen Jahre war dies der Fall, die bittere Erfahrung machen müssen, daß seine Pflanzen eines Tages bei einem nur ganz leichten Frost vollständig erfroren waren. Unter keinen Umständen lasse man sich durch schöne warme Tage dazu verleiten, vor dem 15—20.Mai die Pflanzung vorzunehmen. Selbst in der letzten Mai- oder ersten Iuniwoche gepflanzte Tomaten gewährleisten eine vollere Ernte, als solche Pflanzen, die, schon frühzeitig gepflanzt, durch kühle Rächte in ihrem freudigen Wachstum gehemmt worden sind. Uorrwtizen. — Lageskalender für Samstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, heute und morgen : „Die rote Muhle" und „Der Kampf um Liebe und Laster". — Tageskalender für Sonntag. Stadttheater, 7xk Uhr: Gastspiel des Großrussischen Balaleika-Orchesters. — Cafe Astoria: Abschiedskonzert der Hauskapelle. — Aus dem Stadttheaterburea-.l. Die für Dienstag, den 2., und Mittwoch, den 3. Mai, angekündigten Kammersprele finden nicht statt. — Oberhessischer Kun st verein. Die Ausstellung des Künstlerbundes Karlsruhe verbleibt nur noch acht Tage einschließlich zweien Sonntage. — Gießener Wald bühne. Man schreibt uns: Am 6. und 7. Mai wird die Vereinigung der Freunde des humanisttschen Gymnasiums in Verbindung mit der Gießener Waldbühne im Stadttheater den König Oedipus des Sophokles aufführen. Es ist dies ein weiterer Schritt auf dem Wege, den die beiden genannten Vereinigungen in gemeinsamem Wirken gerade vor einem Jahre mit der erfolgreichen Aufführung des Euripideischen Hyppolitos betreten haben, um zu zeigen, wie gegenwartsnah und noch immer lebendig die Antike ist. Beide Vereinigungen ver- und verkündet das Gelesene mit lauter Stimme: 1. Liste sämtlicher Werke von Giorgio Vasari mit Angabe der dafür geleisteten Zahlungen. (30031.) 2. Briese Dasaris an den Grohherzog Cosimo mit den Antworten und den Briefen anderer Fürsten seiner Zeit. (145 Bl.) 3. Briese Papst Pius V. an Vasari. (223 Bl.) 4. Briese Michelangelos an Vasari von 1550—1557 mit einigen Federzeichnungen. (29 Bl.)" Außer diesen Bänden enthält das Archiv noch ganze Stöße von Briefen der hervorragendsten Zeitgenossen Dieses Archiv ist zum Eigentum der italienischen Ration geworden und wird jetzt erst für die Wissenschaft fruchtbar gemacht werden. — Die Entdeckung von Riesen- Höhlen mit Tiermumien. Höhlen in einer Tiefe von 60 Fuß und einer Ausdehnung von vielen Kilometern sind in dem Kostergebiet westlich von Prätoria entdeckt worden, wie aus Iohannisburg berichtet wird. Die Erforschung ist mit großen Schwierigkeiten verknüpft toeger der vollkommenen Dunkelheit der Höhlen, der Gefahr herabstürzender Felsen und dem Vorhandensein von Spalten. Man stieß zufällig auf diese Riesenhöhlen, die in einem unbewohnten Gebiet 40 Kilometer von der Eisenbahn entfernt liegen. Es wurden verschiedene mumifizierte Körper von Tieren entdeckt, und zwar von tigern, Assen, Antilopen usw. Auf dem Boden liegen große Mengen von Knochen und Feuerstein- Werkzeugen. Eine wissenschaftliche Erforschung dieses Aufsehen erregenden Fundes steht noch auS. An unsere Leser! Die ©taaelmnmner kostet 1 Mark. Abholestellen: 3. Bahnhofstraße 45 4. Bahnhofstrah« 64 Klinik- 7. Frankfurter Straße 9 10. Hannnstrahe 16 13. Krvfdorfer Straße 10 14. Liebigstraste 71 15. Lintenplatz 5 16. Ludwigsplatz 4 27. Weserstrahe 1 28. 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Danksagung Für die vielen Beweise herz licher Teilnahme beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir hiermit innigsten Dank. 3m Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karoline Schnabel Marie Stammler Dr. med. Gustav Stammler Wohnhaus 4 Etagen je 4 Zimmer u. Badezimmer, südl. Lage, zu verkaufen durch Sckanmberger & Tobn, Ludwigstrahe 301. [4A8 46 FichtenAiimme 5. SU. mit 7,51 Fstm. 6tit. MM sehr gut erhalten zu ucrf. Anneroder Weg 16. Stadttheater Leitung: EL Stalngoelter. Sonntag den 30. Avril, Montag de» 1. Mai: SoftflJiel des gtofj-tuil. LolllloHa-Metters unter Mitwirkung der ruff Solotänzer Michal) Orloff, Natalie Michailowa. Anfang7'/,. Ende 9'/rUhr. Dienstag den 2. und Mittwochs den 3. Mai: WmeSe der ninfiinl. fiairnneiWle Beilin Bt. Situier. Dienstag: Der Herr Doktor, Johann, der muntere Seifensieder, Ein Roman in der Waschküche. 2lttf.71/„(£nbe93/4U6r. Aiittwoch: Die zerrissene Hose. Das Engagement. Seine Schwester. Anfang 7-/2- Ende lp/4Uhr. 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Mai, nachmittags 4 Uhr, tu., dem Aeuen Friedhof. s>er Dorstand 044?7 Schiilzen-Verein Gießen. Beginn des Wres-Aießkil Montag, den 1. Mai, nachmittags 3 Uhr. 04428 Der Vorstand. ®u»eääö=Sini!trfrüiiltin zu einem Knaben von 2'/» Jahren gesucht. Guter Jahresposten. Offert, mit Referenz, a. Frau Engel, Bad Homburg v. d. H., , Karl MalkomestuS Frankfurt. Str. 11. 1Kaiserallee 14 Hth. 1868-1918 Samstag, d. 20. April, abends 8V2 Uhr, im ,,Postkeller“ KkNttMrsamlim Wabl des Vorstandes. 04459] Die Einberufer. HlHidkarrcii billig ah verkaufen ■MM3 Blcictzstratze 40 I. GiMW-AklÄ. Generalversammlung am Samstag, 6. Mai, 3V- Ubr nackm., auf der Burg OUeiberg. Tages-Ordnung: L Rechn.-Ablage 1921/22, 2. Geschäftsbericht 1921/22, 3. Feststellung des Vor anschlagS 1922/23, 4. Neuwahl des auöschei- denden 1. Vorsitzenden, 5. Verschiedenes. 4227 Der 2. Vorsitzende: Dr. König. All JülichM aus Lärchenholz, in. zehn Reisen, Innen- u. r utzen- austrich (Steer), 3 Meier lang, ea. 1000 Ltr. 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Dci der Ausfuhr von Waren in das Ausland bleibt nur der sogen Ausfuhrhändler steuerfrei. Wer dagegen einen selbst hergestellten ober Der- oder bearbeiteten Gegenstand ins Ausland liefert, muß Umsatzsteuer zahlen. Die seither gewährte Bergütung findet nach § 19a fetzt nur bann noch statt, wenn der Unternehmer nachweist, baß es sich am Gegenstänbe handelt, die der H e r st e 1 - lungslux issteuer des tz 15 unterliegen. Für bestimmte Waren, insbesondere Lebens- und Futtermittel, bleiben auch die ersten Umsätze nach der Einfuhr aus dem Ausland steuerfrei: ebenso Rohstoffe und Halberzeugnisse, soweit die Umsätze außerhalb des Kleinhandels erfolgen unb bie reichs- rätlichen Bestimmungen über die Sicherstellung der Herkunft der Waren innegehalten worden sind. Auch die auf dem Meere oder auf dem Bodensee gefangenen Fische gelten als Import und bleiben im Inland steuerfrei. Getreide und Hülsenfrüchte können bei seewärtiger Einfuhr ohne Rücksicht auf ihre Herkunft nach näherer Bestimmung des Reichsrats als importiert angesehen werden, so daß die erste Lieferung gleichfalls steuerfrei bleibt (§ 2 Ar. la—c). IV. Böllig neu ist durch die nunmehrige Fassung des § 37 die Entrichtung der Umsatzsteuer geregelt worden: Die Erfahrung hat gelehrt, daß die Veranlagung zur Umsatzsteuer nur langsam vor sich ging, so baß die Steuer erst nad) 1>bis 2 jähren nach der Verein- naßmung des steuerpflichtigen Umsatzes entrichtet werden konnte. Diesen offenbaren Mißstand sucht die Aovelle durch die Einführung der B e r - pflichtung zur Boranmeldung und Borauszahlung zu beseitigen. Die Umsatzsteuer ist innerhalb zwei Wochen nach Bekanntgabe des Umsahsteuerbescheids zu entrichten. Innerhalb eines Monats nach Ablauf jedes Kalendervierteljahres hat der Steuerpflichtige eine Vorauszahlung zu entrichten. Boranmeldung und Vorauszahlung unterliegen einer verschiedenen Behandlung, je nachdem, ob der Steuerabschnitt ein Kalender viertel jahr ist, wie bei der erhöhten Umsatzsteuer und der Luxussteuer (Dgl. II), ober ein Kalender jahr, wie bei der allgemeinen Umsatzsteuer (Dgl. I). Bei Dierteljährlichem Steuerabschnitt muß nach Ablauf des KalenderDierteljahres die Steuererklärung abgegeben werden. Ist aber die Steuer innerhalb eines Monats nach Ablauf des KalenderDierteljahres nicht festgesetzt, so muß eine Borauszahlung geleistet werden in Höhe des Betrags, der sich aus der Steuererklärung ergibt. Gibt der Steuerpflichtige die Erklärung nicht innerhalb eines Monats des neuen Kalendervierteljahres ab, so setzt die Steuer- steile die Vorauszahlung auf 1/4 der für das vorausgegangene Kalenderjahr Dcranlagten Steuer fest. War im Dorausgegangenen jahr eine 'Veranlagung nicht erfolgt oder hat die steuerpslichttge Tätigkeit noch nicht bestanden, so greift die Steuerstelle zur Schätzung. Ist der Steuerabschnitt länger als ein KalenderDierteljahr, z. V. bei der allgemeinen Umsatzsteuer ein jahr, so hat außer der Vorauszahlung auch noch eine Voranmeldung zu erfolgen. Sie miß jeweils bis zum Ablauf der Monate Olpril, juli, Oktober und januar abgegeben werden und muß alle Umsätze des vor- ausgegangenen KalenderDierteljahres enthalten. Bei Unterlassung der Voranmeldung erfolgt Festsetzung bzw. Schätzung, entsprechend der oben erwähnten Bestimmungen. Ueberfteigt die am Schluß des ©teuer» abschnitts vorgenommene Veranlagung den Gesamtbetrag der Vorauszahlungen um mehr als 20 Prozent, ist also zu wenig vorausgezahlt worden, so erhöht sich die Steuer um 10 Prozent dieses ü b e r s ch i e ß c n d e n Betrags. V. Die Geseyesnovelle tritt schon mit dem 1. (Januar 1 92 2, also rückwirkend in Kraft: es mußten deshako besondere Ucbcrgang 6- Vorschriften aufgenommen werden. Da plötzlich rückwirkend für den 1. januar 1922 ein höherer Steuersatz cingefüßrt und auch seither ganz steuerfreie Leistungen in das Ausland jetzt steuerpflichtig geworden sind, so konnte für zahlreiche Fälle die Umsatzsteuer gar nicht einfalfu- liert werden Den sich hieraus ergebenden Schwierigkeiten sucht der 2lrt 4 der VoDellc gerecht zu werden. Die Regelung erfolgt nach folgenden Grundsätzen: 1. Ist die Lieferung oder Leistung bereits im (Jaßre 1921 bewirkt, aber erst 1922 bezahlt, so bleibt es bei der bisherigen Bestimmung, es gilt grundsätzlich der alte Steuersatz von 17? Prozent und Steuerfreiheit im Außenhandel. 2. Lieferungen ober Leistungen in das Ausland, die zwar 1921 bestellt, aber im jähre 1922 erst effittuiert und bezahlt worden sind, unterliegen grundsätzlich dem neuen 2prozentiaen Steuersatz. Da aber feine Möglichleit vorhanden ist, die erhöhte Steuer abzuwälzen, so tritt Befreiung dann ein, wenn der Lieferer nach - weist, daß der Vertrag über die Lieferung in das Ausland vor dem 1. (Januar 1922 mit fefter Preisvereinbaruwg abgeschlossen und die Leistung oder Lieferung spätestens am 30. (Juni 1922 erfolgt ist. Der Zahlungstag bleibt dann außer Betracht. 3. Ist ein Lieferungsvertrag vor dem 1. (Januar 1922 zu einem festen Preise abgeschlossen worden, so ist der Lieferant entsprechend § 46 Abs. 4 berechtigt, zu dem Lieferpreis einen besonderen Zuschlag zu fordern, der bem Unter- schieb zwischen ber neuen unb der alten Umsatzsteuer entspricht. Dieser Preiszuschlag darf nach bem Gesetz keinen Grunb zur Vertragsaufhebung bilben (Art. 4 Abs. 5). Es bleibt abzuwarten, ob sich bie neuen Bestimmungen, insbesonbere die über Voranmeldung unb Vorauszahlung ber Umsatzsteuer in ber Praxis bewähren. Die Geschäftswelt wirb gut baran tun, sich frühzeitig mit den neuen Bestimmungen vertraut zu machen. Aus Stabt und Land. Gießen, den 29. April 1922. •* Schutz den Vögeln ! Das Poli- zeiamt bringt in Erinnerung, daß das Zerstören und Ausheben von Restern von Brutstätten der Vögel, das Zerstören und Ausnehmen von Eiern, das Ausnehmen und Toten von (Jungen verboten ist. jn gleicher Weise ist auch das Feilbieten und der Berkaus der gegen dieses Verbot erlangten Eier und jungen untersagt. Bestraft wird auch, wer eö unterläßt, Kinder und andere, unter seiner Gewalt stehende Personen von solchen Zuwiderhandlungen abzuhalten. ** Die Hundebesitzer werden in einer Bekanntmachung des Polizeiamtes erneut daraus hingewiesen, daß innerhalb der bewohnten Teile der Stadt auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen bissige Hunde mit einem das Beißen wirksam verhindernden Maulkorb versehen sein und an einer kurzen Kette oder Leine geführt werden, Hunde der nachstehenden Rassen, a) Bernhardiner, b) Neufundländer, c) Leonberger, d) Doggen (Deutsche, Ulmer, Dänische und Bulldoggen), e) Barsoys, f) Mastiffs, g) Zieh- und Meh- gerhunde, sowie alle aus Kreuzungen dieser Rassen hervorgegangenen Hunde an einer kurzen Leine oder Kette geführt werden müssen. Außerhalb der bewohnten Teile der Stadt müssen alle bissigen Hunde der erwähnten Art mit einem das Beißen wirksam verhindernden Maulkorb versehen sein. Alle Hunde sind an einer kurzen Leine oder Kette zu führen 1. in dem Botanischen Garten, 2. in den öffentlichen gärtnerischen Anlagen innerhalb der Gemarkung Gießen, 3. auf den Bahnsteigen der Bahnhöfe. Die Besitzer oder Begleiter von Hunden dürfen Rasenplätze, Blumenbeete, Gebüschanpflanzungen und dergleichen in den öffentlichen Anlagen durch die Hunde nicht betreten lassen.. ’* Das 21 uf ft eilen der Kehrichtgefäße. Die mangelhafte Aufstellung der Kehrichtgefäße, besonders aber die Verwendung ungeeigneter Kehricbtbehäller (wie Holz- kisten, Eimer und dergl.) führt häufig zur Verunreinigung der Straßen. Ferner muß eö als ein Mißstand bezeichnet werden, wenn lange vor und nach stattgehabter Leerung die Gefäße auf den Bürgersteigen stehen und den Verkehr hemmen. Sie Polizeibeamten sind angewiesen, diesem Hebelstand ihre verschärfte Aufmerksamkeit zuzuwenden und Verstoße zur Anzeige zu bringen. Da die Kehrichtabfuhr morgens 8 Hhr beginnt, empfiehlt es sich, Kehrichtgefäße erst in den Frühstunden des betreffenden Abfuhrtages herauszustellen und nach der Entleerung alsbald wieder zu entfernen. •* Die Gießener freiwillige Feuerwehr hielt im Restaurant Hindenburg ihre diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung ab, die von Drandinspektor Faber eröffnet wurde. D:m (Jahresbericht ist folgendes zu entnehmen: Die Wehr besteht z. Z. aus 134 aktiven und 60 außerordentlichen Mitgliedern. Durch den Tod verlor sie die Kameraden Bender und Borst. Abgehalten wurden acht Haupt- und eine Schluß- Übung. Die Wehr wurde zu einem Großfeuer am 21. Mai in der Reuen Kaserne durch Großfeucr- alarm gerufen. Die ständige Feuerwache am 08- waldsgarten wurde alarmiert zu 4 großen Bränden, 23 kleinen Bränden, 20 Kaminbränden, zwei Waldbränden und zu einem auswärtigen Brand. 52mal erfolgte Alarmierung durch Hnfug. — Die jahresrechnung wurde von Rechner Riebe! vorgetragen und ergab eine Einnahme von 4902,75 Mark, der eine Ausgabe von 4569,07 Mk. gegenübersteht. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Ebenso fand der aufgestellte Voranschlag für 1922 23 Genehmigung. — Da die dreijährige Wahlperiode der seitherigen Vorstndsmitglieder abgelaufen, mußte eine A e u w a h 1 erfolgen. Brandinspektor Faber gab bekannt, daß er aus Gesundheitsrücksichten leider auf eine Wiederwihl verzichten müsse. 21us der Aeuwahl gingen hervor Kamerad F. Wenzel als Brandinspektor, Kamerad R. V ö big er als Brandmeister des 1. Löschzuges, Kamerad A. Bey als Brandmeister des 2. Löschzuges, Kamerad W. R i e b c l als Rechner und Kamerad H. König als Schriftführer, zu Beisitzern die Kameraden K. Moll und C. R e u l i n g I. Zu 1. Obleuten wurden gewählt zu den beiden mechanischen Leitern, die Kameraden O. Hari g und O.-Faber, als deren Stellvertreter K. Renting II. und G Reih, zu 1. Obleuten der beiden Steigerzüge die Kameraden E. K o ch und I. H e i ß l e r, zu deren Stellvertretern K.E u l e r und W.T hielmann, zu 1. Obleuten der beiden Spritzen die Kameraden H. Mattheis und W. Schreiber, zu deren Stellvertretern W. D o p f und W. Vollmann, zu den Hydrantengeräten die Kameraden W. Schmid und G. Kraus, zu deren Stellvertretern H. Flach und K. Krämer. A Dickvre (Kreisfeuerwehrinspektor) und A.Bour geois lehnten eine Wiederwahl ab; letzterer wurde für seine über 30jährige ersprießliche Tätig feit zum Ehrenmitglied und der langjährige Kommandant Brandinspektor L. Faber zum Ehrenkommandanten der Wehr ernannt. Starkenburg und Rheinhessen. rm. Darmstadt, 27. April. In den Räumen des justizgebäudes erschossen hat sich heute abend gegen 6 Hhr der anfangs der 20er stehende Musiker Gansert aus München, der wegen verschiedener Betrügereien festgenommen ivar und dem Amtsrichter vorgefuhrt werden sollte. Sonderbarerweise hat man ihm, bei der Festnahme den Revolver gelassen. fpd. Mainz, 28. April. In reichem Flag- genschmuck kam der neue Radschlepp- dainpfer „(Joffe Corn. Fende 1", auf seiner ersten Bergfahrt begriffen, an unserer Stadt vorbei. Der stattliche Dampfer ist Eigentum der Dabischen Aktiengesellschaft vorm. Gebr. Fendel, wurde auf der Schiffswerft von Gebr. Sachsenberg in Roßlau a. d. Elbe erbaut, hat eine Länge von 75 Metern, eine Breite von 22 Metern und besitzt eine Maschine von 1600 indizierten Pferdekrästcn. In seinem Anhänge befanden sich vier Schleppkähne, die Kohlen geladen hatten. rm. Bensheim, 28. April. Für etwa hunderttausend Mark Schmucksachen undKleider wurden in der Rächt zum Freitag durch Einbruch in der Villa des Fabrikanten G. gestohlen. Als Täter hat man Verdacht auf eine Frankfurter Cinbrecherbande. rm. Worms. 28. April. In der Schleuse am Hafenamtsgebäude wurde früh der 39 (Jahre alte taubstumme Arbeiter joh. Winter von hier tot aufgefunden. Man vermutet, daß er in der Rächt verunglückt ist. DieSakramsntshex. Roman von Marie Kerschen st einer. 7. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Romans Vater, den Waldsackerer, kannte kein einziger im Dorf aus, obwohl er vorn Heisdorf war und immer dort gelebt hatte, ein paar (Jahre ausgenommen, wo er sich in der Fremde herumgetrieben. Wie sollte man auch einen Menschen aus kennen, der niemals den Mund aiftafr Mehr als die allerknappsten Sätze betam niemand von ihm zu hören. Hnd doch faß er unter den Dauern mit stets wachen Ohren und scharf gespitzter Qhifmertfamteit, und wenn einer geglaubt haben würde, seinen beweglichen 21ugen könnte etwas entgehen, bann hatte er sich getäuscht. Daran glaubte aber auch keiner im Dorf. Sie wußten alle recht gut, baß ber Waldsackerer im Handeln ebenso fix war, als seine gewöhnlichen Hantierungen sich durch Gemächlichkeit. auszeichneten. Am meisten unterschied er sich von den Dörflern dadurch, daß er den Frieden liebte unb an ihren zahlreichen Händeln nie teilnahni. Trotzdem kam es vor, daß er das Gleichgewicht verlor. Selten genug. Aber dann fuhr der (Jähzorn wie der Blitz auf ihn nieder, dann mochte sich vor dem Rasenden retten, wer da konnte! Die Dauern hüteten sich vor diesen Ausbrüchen: fte anb des Waldsackerers Wohlhabenheit waren der Grund, warum er das Dorf so ziemlich im Sack hatte. So wie er selbst, war auch alles, was zu ihm gehörte, nicht nach dem dörfischen Zuschnitt. Sein Haus stand nichts frei, daß es von allen Seiten ber Wind umpfiff, sondern schmiegte sich an den Hügel an. ber die Pfarrburg trag, so baß die Vorderseite ein Stockwerk mehr befaß, als der Rücken. Sfcö obere Stockwerk umgürteie ein ga.» lerieartiger Hmgang, der im Sommer zam Wäschetrocknen diente, während im Herbst dort in langen Ketten die Aepfelkringel baumelten, die bie Sonne zur Haltbarkeit erziehen sollte. Hnd gar die Scheune, die' stand nicht abseits Dom Wohnhaus, wie es im Dorfe gang und gäbe war, sondern war mitsamt dem Stall mit dem Wohn HL us Derbunben. Hnd das Ganze duckte sich, ein wenig ratlos, unter ein tief herad- steigendes Schindeldach, tote ein winziges Gesicht unter einem großmächtigen Hut. Man sagte, ber Waldsackerer habe bie Dauart den Schweizern abgeguckt. Tanzboden unb Schenkstube lagen im Erdgeschoß. Die Schenkstube war schmucklos und von jener Sauberkeit, die mit bem letzten Staubkorn auch den allerletzten Rest von Gemütlichkeit zu verscheuchen scheint. Em paar Tische nebst Holzbänken standen darin und ein tönerner Ofen, um den rings eine Dank lief. Auf dieser Dank saß eines Herbsttags, etn paar (Jahre nach dem Auftritt in ber Dorfschule, bie Walbsackerin, Flickzeug in der Hand. Sie war nicht mehr die ungebrochene Frau, die sie noch vor wenigen jähren gewesen. Die Sorge um ihr immer kränkelndes einziges Kind, zehrte an ihren Kräften und an ihrem Geist. Schräg durch die Fensterscheiben fiel der Sonnenschein auf ihren Scheitel unb verriet bie zahlreichen weihen gäben, bie sich in den schwarzen Zöpfen sonst gerne verschlüpften. Sie stichelte geistesabwesend an ber Räherei herum und immer wieder hob sie den Kopf, um erwartungsvoll durchs Fenster za spähen, von wo aus man den Blick nach ber Psarrb'urg hatte. Vor mehr als einer Stunbe hatte der Waldsackerer den Weg dort hinauf genommen. Einer vom Dorf wollte in Erfahrung ccLradjt haben, daß die alte Christine von der Lrepve gestürzt und umgekommen sei. Da hatte der WM^.ckerep iQflgl gelangt und war auf die Pfarrburg gegangen. Daß er solang aasblieb, war kein gutes Zeichen. Hnd richtig! jetzt trat er aus dem Hause, an ber einen Hand den Vornan, an der andern das Pfarrmädel führend, und beide Kinder sahen verstört drein. Da wußte die Waldsackerin, daß sie ein Pflegekind bekommen würde. Wie konnte es auch anders sein? Der Waldsackcr war der einzige Fleck im Dorf, wo ein Mund mehr ohne Rot falt werden konnte. Sie widersetzte sich nicht, denn sie war von frommer Denkart und lebte ber Pflicht nach, bie gebot, die Hungrigen zu speisen, bie Rockten zu tieiben und den Bekümmerten Trost zu spenden . . . Für bie Dörfler aber gab es von da an Stoff zum Gespräch. Besonders dir Weiber, die Schlupsline an ihrer Spitze, fanben kein Ende. Die Gegenwart des Kindes im Dorf wärmte alte Geschichten auf. An ben Waldsacker er wagte sich keiner heran, brum lag man der Waldsackerin im Ohr und glaubte sie beeinflussen ja müssen. Stundenlang faßen die Weiber rn der Schenkstube hinter einem Fingerhut voll Kümmel und wetzten das Mundwerk. Die Höflichkeit der Wirttn verlangte, daß die Waldsackerin bei ihnen sitzen blieb. Ader sie hielt dem Ansturm ber Meinungen stand. Ihre brave Absicht war, eine brauchbare Bauerdirn aus dem Pfarrmädel zu machen, davon ließ sie sich nicht abirren. Hnd als ihr die Weiber eines Lags za arg za setzten, schloß sie die Schenkstube, und ließ fürs nächste keine mehr ins Haas. Das verschaffte ihr Ruhe, wiegelte jedoch das Dorf im stillen gegen den Waldsacker auf. Hnd nun nahm sie ihr Werk tatkräftig tn die Hand, von dem Willen beseelt, es bester zu machen, als es der „Schlendriin" auf der Psarrburg erlaubt. Im Waldsacker hatte der Tag Jemen geregeüax GqnL- 2UM bcehte Keß um handgreifliche Dinge, es fiel niemandem ein, wunschselig an Bestehendem zu rütteln ober gar zu träumen von. einer schöneren Welt. Rüch- terne Pflicht füllte die Tage aus, wer hcttte ba Muße zu lachen, oder sich des Lebens zu fielen f Cs verstand sich von selbst, baß baö PfaEmübet von der ersten Stunbe an in all bie Rützlich- teiten eingetoeißt wurde, bie hier bem Tage das Gepräge gaben. Hnd £cnc '< Vom frühen Morgen bis zum späten Abend warteten in Küche, Hof und Stall 'Beschäftigungen auf sie, von deren Existenz sie bisher keine Ahnung gehabt Dinge, bie weder Schönheit noch Liebe verklärten unb bie sich wie ein harter Riegel zwischen sie unb ihre Vergangenheit schoben. Richts sprach sie hier an, nichts verband sie mit dem, was ihr früher lieb and traut gewesen, und die Fremdheit, die sie umgab, schien nicht nur von den Dingen, fon» dern auch von ben Menschen auszugehen, mit denen sie zusammen traf. Vergebens suchte sie ui der Beklommenheit Ihres Gefühles am Herzen der Waldsackerin Schutz. Denn das war keine so warme Zuflucht, wie die Liebe ber alten Christine. Da gab es nur eine kühle Freundlichkeit und ein gerechtes Ab wägen. Keine süßen Heimlichkeiten, aber rauhe, freudlose Hnentrinn- berfeiten, die an Lenes Gemüt pochten, tote ein knöcherner Finger gegen eine hohle Wand. Hnd bas Schlimmste war, baß Roman auch in ben allgemeinen Trott ber Geschichte eingespannt war. Er half bem Vater bei ber Männecarbcit und sie bekam ihn des Tags über oft nicht za sehen. Rur ber Sonntag führte bie Kinder zusammen.' Doch auch da gab es kein ungestörtes Zuzweit- fein, wie cuf der Pfarrburg. Hnd ach! toie lange dehnte sich die Zeit von einem Sonntag zam andern! Viel zu lang für die Trübsal, die sich allmählich in Lenes Herz aufspeichertel ' _£5ortleßunfl Kreis Wetzlar. va. Wetzlar, 28. April. Der Haushaltsplan der Kreisspark ässe für das Geschäftsjahr 1921 sieht gleichbedeutend eine Einnahme und Ausgabe von je 260 000 Mk. vor. Die Summe ist um 73 000 Mk. hoher als im Vorjahre, wo sie 187 000 Mk. betrug. Die Hauptursache der Steigerung sind die erhöhten Gehälter uni) Löhne sowie das Anwachsen aller anderen Unkosten. — Auster der Genehmigung dieses Voranschlages wird ferner vorgeschlagen, den Aeben- stelleninhabern künftighin 1/3—1/2 Prozent Provision zu gewähren (bei Umsätzen über 100 000 Mark 3/s Proz.). Diese Sätze entsprechen denen, die bei der Nassauischen Landesbank üblich sind. ZOchschulnachrichten. Don der Frankfurter Universität. mc. Frankfurt a. M., 28. April. Der ordentliche Professor für klassische Philologie an der philosophischen Fakultät der Aniversität Hamburg Karl Reinhardt hat den an ihn ergangenen Auf nach Frankfurt angenommen. Das durch den Weggang des Herrn Stephens erledigte englische Lektorat ist durch die Berufung einer Dame Mist M. Mc. Kechnie, m. a. toititer besetzt worden. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 30. April, abends 7 Ahr: Hoffmanns Erzählungen. Montag, 1. Mar: Die blaue Mazur. Dienstag, 2.. Margarethe. Mittwoch, 3.: Tiefland. Donnerstag, 4.: Aida. Freitag, 5.: Der Graf von Luxemburg. Samstag, 6.: Lohengrin. Sonntag, 7., abends 7 Ahr: (SabaUeria rusticana. Hierauf: Der Bajazzo. Montag, 8.: Carmen. Dienstag, 9.: Troubadour. Mittwoch, 10.: Die (Zauberflöte. Schauspielhaus. Sonntag, 30. April, nachmittags 3 Ahr: Schneider Wibbel. Abends 7 Ahr: Ern Sommernachtstraum. Montag, 1. Mai, nachmittags 3 AQt: Dantes Tod. Abends 71/2 Ahr Die Geschwister. Hierauf: Der zerbrochene Krug. Dienstag, 2.: Mrnon Lescant. Mittwoch, 3.: Ma- non Lescaut. Donnerstag, 4.: Ein Sommernachtstraum Freitag, 5.: König Richard 111. Samstag, 6.: Michael Kramer. Sonntag, 7., abends ?y2 Ahr: Tanzabend von Niddh Impekoven. Montag, 8.' Die Räuber. Dienstag, 9.: Manon Lescaut. Mittwoch. 10.: Maria Stuart. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 30. April. Miserik. Domini. 3n der Stadtkirche. Vorm. 9y.> Ah-r, Pfr. Mahr. 11: Kinderkirche f. d. Matthä üsgem: Pfr. Mahr. — Montag, den 1. Mai, abds. 8: Vereinigung d. konf. männl. Fugend d. Mat- thänsgem — Dienstag, den 2. Mai, abds. 8: Helferversanrmlung d. Männer- u. Fra'ien-Der- einigung d. Matthäusgem. 3n der Fohanneskir che. Vorm 8 ill>r, Äugt Christenlehre f. d. Neukonfirm. a. d. Jo- harrnesgem: Pfr. Ausfeld. 9y>: Missionar Walther. 11: Kinderkirche f. d. Luläsgem: Pfr. Bech- wlsheimer. Wieseck. Sonntag, 30. April, vorm. 9: 'Deichte. 9y2: Gottesdienst; un Anschl. Feier d hl. Abend m. Opfer f. d. deutsch-^vangel. Gemeinden im Ausland. Nachm. iy2: Kirchliche Feier d. Aufnahme d. Kleinsten in d. Schule. Opfer f. d. Baltenwaisenhilfe. — Mittwoch, abds. 8: Ju- gendverernigung (männl. Abtlg.). — Freitag, 5. Mai, abds. 8i/2: Frauen abend. Nächstes Abendmahl wegen des Fugendsonntags erst am 14. Mai. öorartog, den 30. April, vorm 10: Kirchberg. — Dorrn. 11: Hl. Abendmahl f. d. alten Gemeindemrtglieder von Sou bring en und Ruttershausen. — Rachm. iy2: Lollar. . Katholische Gemeinde. Samstag, den 29. April, nachm 5 u. abds. 8 lHyr: Gelegenh. z. hl. Beichte. — Sonntag, den 30. April. 2. Sonntag nach Ostern. Vorm "61/2: Gelegenh. z. hl. Beichte. 7: Hl. Messe. Kommunion d. Frauen. 8: Austeilung d hl. Kommunion. 9: Hochamt m. Pr. 11: Hl. Messe m. Pr. Rachm. 2y2: Christenlehre; darauf Andacht. 5: Jünglingskongregation. Abds. 8: Abendunterhaltung d. Hausangestelltenvereins. — Dirnstag u. Freitag abds. 6y2 Ahr ist Maiandacht Kathvl. Gottesdienst. 30. April. Lich vorm. y38, nachm. V-3 Ahr. — Hungen' vorm y210 Ahr. Om Mai in Lich abds. 8 Ahr an den Wochentagen 4., 11., 18., 25., 31. Handel. Berlin, 28. April. Börsen st immungs- bild. Wegen der Ansicherheit der politischen Lage herrschte im Börsenverkehr große Zurückhaltung. Tie Kursbewegung war im allgemeinen geringfügig und hielt sich in engen Grenz rn zwischen 10 bis 30 Prozent nach beiden Seiten. Erhebliche Veränderungen waren teilweise am Montanmarkt zu verzeichnen, wo sich Essener Steinkohlen anfangs 60, Harpener 45, Phönix 39 und Laurahütte sogar 145 Proz. anfangs höher stellten. AeberHaupt zeichneten sich wieder oberschlesische Werte durch Festigkeit aus. Tagegen verloren Köln-Reuessener 50, Mannesmann- rohren 85 Prozent. Bankaktien behaupteten ihren Kursstand. Schifsahatsaktien waren nicht gleichmäßig ohne wesentliche Veränderungen. Südösterreichische Elsenbahnprioritäten, Anatolier und Oesterreichische Staatsbahnaktien fetzten auf un- kontrollierbare Gerüchte beträchtlich hoher ein. Am Anlagemarkt schwankten deutsche Werte nur um Bruchteile eines Prozents. Die Devisen gewannen bei geringen Amsähen im Mittagsverkehr etwas festere Haltung. Gegen Schluß des offiziellen Verkehrs entwickelte sich ein äußerst angeregtes Geschäft in türkischen Anleihen, die unter Führung der Administrationsanleihe recht beträchtliche Erhöhungen erfuhren. Angeblich soll das Ausland stark Käufer gewesen sein. Am Jn- dustrieoktienmarkt war eher Aeigung zur Abschwächung zu bemerken. Frankfurt a. M, 28. April. Dörsen- st im m u ng s b i l d. Die Börse beschlos) den Monat April mit grober Geschäftsstille bei behaupteten Kursen. Die Angewitzheit über das Ergebnis der Konferenz von Genua hält allzulange an. Man muh noch auf allerlei Zwischenfälle gefaßt sein. Am Devisenmärkte vollzogen sich heute keine großen Veränderungen. D:r Dollar wurde im Vormittagsverkehr mit 280, 278 und 281 genannt; gegen 1 Ahr ca. 280. Am Markte der unnotierten Werte war die Haltung im Zusammenhang mit der allgemeinen Tendenz uneinheitlich. 'Becker-Stahl 500, Benz 550, Hansa Lloyd 295, Rastatter Waggons 695, Dtsche. Petroleum 2175. Montanaktien lagen im allgemeinen ruhig. Maschinenfabrikaktien bröckelten teilweise ab. Don chemischen Aktirn stellten sich Bad. Anilin 10 Prozent hoher. Elektrizitäts- aktien wurden teilweise besser bezahlt. Am Kassa- Markte war das Geschäft ruhiger. Die Börse schloß im allgemeinen ruhig bei ziemlich fester Tendenz. Privatdiskont 4y> Prozent. * Frankfurt a. M., 28. April. Die A d - lerwerke vorm. Heinr. Kleyer haben im vergangenen Fahre einen Reingewinn von 16 871 000 Mark erzielt. Der Generalversammlung wird die Verteilung einer Dividende von 20 Prozent gegen 10 Prozent im Vorjahre dorgeschlagen worden. Der Geschäftsgang war im ab gelaufenen Fahre recht befriedigend. Frankfurt a M., 29. April. Börsenkurse. Frankfurt Berlin Schluß- Schluß- Schluß- Schluß- Kurs Kurs Kurs Kurs Datum: 27.4. 28. 4. 27.4. 28.4. 5°/, Dtsch. Kriegsanl. ^,50 77,50 77,50 77,50 4°/, Disch. Aeichsanl. 96.25 96,25 96.90 98,90 3°/, Dtsch. Reichsanl. 142,~ 14I.5ü 142,- 141,- 4% Preuh. Konsuls ^7 - 87,25 87,90 86,90 Hamburg-Pakets.. . 443,— 443.— 440, — 438,50 Norddeutscher Lloyd 346,— 344,- 335,— 340,25 Commu.Privatbank 314,— 314,— 315,— 296,— Darmstädter Bank . 311,— 310,— 312,- 312,50 Deutsche Bank . . . 600,- 596,- 600,- 600,- Disconto-Gesellschaft 440,- 438,— 441,— 440,50 Dresdner Bank. 323,66 322,50 328,— 328,— Mitteld.Creditbank. 292,- 292,- 292,- 292,- Rationalbank f. D. 312, — 312,— 815,75 315, — Doch. Gußstahlwerke 1130,- —1148,501130,- Bud.-Eisenw.-Akt.. 926,- 908,- 915,- 899,- D.-Luxemb. Dergw.. 1045, — 1045,— 1055,— 1054, — Gelsenkirch. Bergw.. 1075,— 1090,— 1115,— 1105,— Harpener Bergbau. 1780,— 1830,— 1810,— 1820,— Oberschl. Eisenb^B. 1005,- 1000,- 994,- 1010,- Oberschles. Eisenind. «05,— 800,— 804,— 80C,— Phönix-Bergb.-Akt. H80,- 1210,- 1190,- 1235,- BadNnilin-u.Soda 755,- 778,- 785,— 775,- Höchster Farbwerke. 706,— 710,- 708,- 715,— 2lllg. Glektr.-Ges. . . 720,- 725,- 738,- 725,- Felten L Guilleaume 820,- 895,- 885,- 900,— Schuckert-Werke. . . 665,— 675,— —, — 678, Adlerwerke 524,- 520,- 533,- 530,- Daimler 495,— 502,— 500,— 504,50 4% Heff. Staatsanl. 78,50 79,50 77,25 78,75 Electron Griesheim 885, - 880,— 885,— 890,— Dtsche. Dereinsbank 234,— 234,- — < "• — Züricher Devisenmarkt. 28.4. 29.4. Wechsel auf Holland Deutschland Wien Prag Paris London Italien Brüffel........ Budapest Aeuyork. ...... Agram Warschau Schweizer Franken 100 Fl. = 195.80 196.50 100 Mk. — 1.78 1.79 100 Kr. = 0.06 0.06 100 Kr. — 9.975 9.925 100 Fr. — 47.35 47.- 1 £ = 22.74 22.76 100 L. = 27.30 27.- 100 Fr. — 43.50 43.05 100 Kr. — 0.66 0.67 100 1 ----- 514.- 514.24 100 Kr. — 1.80 1.70 100 Kr. -- 0,13 0,12 Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld Brief Datum: 27. April. 28. April. Amstd.-Rotterd 10761,5010788,50 10786,501081350 Brüffel-Antw 2397,- 2403/- 2334,50 2390,50 Christiania . . 5343,30 5356,70 5318,30 5331,70 Kopenhagen . 6002,45 6017,55 6022,45 6037,55 Stockholm. . . . 7305,85 7324.15 7340,89 7359 20 Helfingfors. . . 557,30 558,70 597 25 598*75 Italien 1508,10 1511,90 1498,10 1501,90 London . . 1248,40 1251,60 1253,40 1256,80 Neuhork 281,64 282,36 282,39 238,11 Paris . ... 2621,70 2628,30 2586 75 2592,25 Schweiz 5523,05 5536,15 6483 10 5496,90 Spanien 4399,45 4410,55 4369,50 4380j60 Deutsch. Oesterr. 3,63 3,67 3,65 3,69 Prag 549,80 551,20 551,30 552,70 Budapest .... 36,45 36»55 36,40 36,50 Buenos Aires . 100,85 101,15 101,60 101,90 Bulgarien . . . 206,20 206,80 203,70 204,30 Japan 134,55 134,95 133,80 134,20 Rio de Janeiro 3895,- 3906,- 3857,50 3867,50 Marknotierungen. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Datum: 1.7.14. 27.4. 28.4. Zürich Fr. 125.40 1,81 1,81 Amsterdam Fl. 59.20 0,92 0,93 Kopenhagen Kr. 88.80 1,69 1,68 Stockholm Kr. 88.80 1,38 1,38 Wien Kr. 117.80 2830,- Pcag Kr. 117.80 18,37 London Sh. 97.80 1,25 1,25 Reuyork $ 23.80 -.35 0,35 Paris Fr. 125.40 3,81 3,81 * Märkte. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. mc. Frankfurt a. M., 28. April. Der heutige Markt war im Angebot schwach, und nur die Zufuhr von Kartoffeln genügte. Die letzteren halten den Preis von 280—320 Mk. Spinat war knapp; der Zentner kostete 600—650 Mk. Etwas mehr Lattich stand zum Verkauf; das Pfund wurde mit 22—26 Mk. bezahlt. Rhabarber kostete 180-220 Mk., Zwiebeln 850—1000 Mk., Schmalzkraut 16—18 Mk. das Pfund. Das Bündelchen Radieschen kostete 1.25—1.50 Mk. Flußfische wurden das Pfund zu 10—25 Oftt, Seelische mit 10—14 Mk. bezahlt. — Butter hatte den Preis von 65—66 Mk. das Pfund. Eier kosteten pro Stück 3.80—3.90 Mk. Mainzer Produktenbörse. Mainz, 28. April. Die heutige Börse verlief zwar etwas fester, aber immer noch in sehr abwartender Haltung. Bei dieser ruhigen Stimmung sind die Preise mehr oder weniger nur nominal. Es notierten per 100 Kilo loko Mainz: Weizen 1375, Roggen 1050, Hafer 1245, Futtergerste 1275, inl. Weizenmehl 00 2250, inl. Weizenmehl Spez. 0 2200, Weizenmehl mit Auslandsmehl gern. 2175, Roggenmehl 70proz. 1440, Weizenkleie ohne Sack 875, Roggenkleie ohne Sack 875, Mais 1150, Maisschrot 1180, Futtermehl 1050, Jtal. Luzerne 7500, Provenc. Luzerne 7500, Jtal. Rotklee 6500. Inl. Rotklee 6500, Deutsche Linsen 2750, Weiße Dohnen 1425, Viktoria-Erbsen gesch. 1750, Viktoria-Erbsen ungesch. 1525, Burma-Reis 1900, Haferflocken 1850, Graupen 1950, Wiesenheu lose 520, Kleeheu lose 625, Kartoffeln 560. (3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Französische Reparationswnnsche. P a r i s, 28. April. (WTD.) DerGeneral- rot des D spart einen t s Aisne hat eine Entschließung angenAnmen, in der er sich zu einer realistischen und pazifistischen Re- par ationspolitik bekennt. In der Entschließung beschwert sich der Generalrat darüber, baß dasAbCommen von Wiesbaden nicht in die Praxis umgeseht worden fei, und fordert die Regierung auf, die Lieferung von Sachleistungen und die Gestellung von Arbeitern von Deutschland zu verlangen. Eine Erklarnng der Sotvsetabordmrng. Genua, 28. April. (WTD.) (Sonder- berichtderHavasagentur.) Der Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten gab der Havasagentur folgende Erklärungen als Antwort auf die Gerüchte ab, die gestern vormittag in Genua im Umlauf toaren und wonach die Svwjetabvrdnung neue Weisungen aus Moskau empfangen haben sollte, daß gegenüber den Bedingungen der Mächte die Annachgiebigkeit angenommen werden sollte. Es sei keine Nachricht über die einzunehmende Haltung gegenüber den Mächten eingetroffen. Rußland habe nicht den geringsten Wunsch, die Verhandlungen abzubrechen, aber es beabsichtige den Grundsatz seiner Souveränität als die allem mögliche Grundlage für die Eintracht und den wirtschaftlichen SBieber» aufbau gemäß der Grundidee der (Sanner Beschlüsse zu verfechten. Protest der Saarbevölksrung. Saarbrücken, 28. April. (WTB.) Eine von etwa 4000 Personen besuchte Versammlung im städtischen Soalbau protestierte heute gegen die Verordnung der Regierungskommission über die Errichtung des Saarparlamentes. Drei Redner der einladenden Parteien kritisieren in eingehender Weise die Maßnahmen der Kommission. Einstimmig wurde dann zum Schluß eine Entschließung angenommen, in der die Regierungskommistion aufgefordert wird, unverzüglich ihren Entwurf zurückzuziehen und einen neuen arszuarbeiton. Die Arbeiterschaft werde zur Durchführung dieser Forderungen in stärkste Kampfstellung treten. Die Vorstände der Parteien werden Qufgesordert, alle Kräfte des arbeitenden Volkes zu einigen und st ä r k st eur. Protest gegen die Diktatur der Regierungs- k 0 ,n m i s s i o n einzulegen. Die ASP. und die KPD. gaben eine Erllärung ab, daß sie die Zusammenarbeit mit den funkerlichen Parteien ablehnen müßten, da diese auf Grund der Vergangenheit keine Berechtigung zu einem Protest hätten. Sin Telegramm der Gewerkschaften an Lenin. BerIin, 28. April. Der Vorstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes hat an Lenin ein Telegramm gesandt, in dem er erklärt, davon Kenntnis erhalten zu haben, daß die verhafteten russischen Sozialrevolutionäre angesichts des ihnen drohenden Todesurteils in den Hungerstreik getreten sind. Er beschwört die Sowjetregierung, die Verhafteten vor ein neutrales Gericht zu stellen. Der Eisenbahnerstreik. Berlin, 28. April. (Privattel.) Auf eine deutschnationale Anfrage im Reichstage über den Eisenbahner streik hat der Reichsverkehrsminister eine Antwort gegeben, in der es heißt: An dem Streik haben sich 10 627 Bedienstete beteiligt, das sind 14,5 Prozent des Gesamtpersonals, und zwar 10 066 Arbeiter, gleich 24,6 Proz., und 561 Beamte, gleich 1.7 Proz. Von der Entlassung der Arbeiter, die die Frist zur Wiederaufnahme der Arbeit nicht eingehalten haben, muhte angesichts ihrer großen Zahl Abstand genommen werden, da sonst nach der Beendigung des Streiks erhebliche Detri^bs- schwierigkeiten eingetreten wären. Insgesamt wurden sechs Arbeiter entlassen. Wegen bloßerStreik- beteiligung ist gegen Beamte weder im Wege des förmlichen Disziplinarverfahrens noch mit Kündigungen vorgegangen worden. Ein Beamter wurde im Wege der Kündigung entlasten, gegen zwei schwebt noch das Disziplinarverfahren. Gegen 19 am Streik beteiligte Bedienstete wurde wegen fahrlässiger Transportgefährdung und wegen Hausfriedensbruch die strafrechtliche Verfolgung eingeleitet; hiervon sind aber bereits fünf Fälle durch Freispruch erledigt. Verschiebung von Schlachtvieh. Berlin, 28. April. In Göttingen wurden von der Kriminalpolizei mehrere Händler aus Düsseldorf und Trier verhaftet, die seit langem in Hannover und der Provinz Sachsen das Schlachtvieh aufkaufen, um es nach Belgier, und Frankreich zu verschieben. Bei den Händlern wurde Vieh im Werte von über eine Million Mark beschlagnahmt. Magen ersSchlötel Frankfurt a. M. - Goelhestr. 9 a. 11 Frühjahrs - Kostüme u. Mantelkleider aus reinwoll. Gabardine- u. Kammgarnstoffen in hell. u. dunkl. Färb, mod. Formen, 1950.-, 2685.-, 2950.- usv. Bei Kopfschmerz ^HoTaeohr.ekerOHos™ n c F'rankfirl/M.S.l rr ov amlle beva-auBt'J 3Zahnschmerz. Rheuma ncnwiranwat Erhältlich in Apotheken. Rasch u.vor- zügtichwirk. 2712c lsU otttfeO _, tu« Dttlnfrftton der Ulrafc- ea> AqchcaAtzH besonder» M GkM, jö** ** SrZäUllch ie len Lsolhekes & StagHltih Giiflaüiü- Milleii Behördliche Anzeigen Gaspreis. Infolge weiterer Verteuerung der Kohlen und Detriebsmateiialien usw. wird der Gaspreis vom l.k.Mts. auf 3,60 Mark ie Kubikmeter erhöht. 4234B Gießen, den 28. April 1922. ©täbt Gas- und Wasserwerk Gießen. __________ S teding. Arbeitovergelmng. die Feldbereinigungen Lumda und Treis a. d. Lda. soll die Herstellung von 3 Eisenbetondrücken von 4,00 und 4,40 m L 2D. öffentlich vergeben werden. Verdingungsunterlagen liegen während der Amtsstunden bei uns offen. Angebots- vordrucke ohne Zeichnung find für 5, - Mb. für jede Brücke bei uns erhältlich. flr Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen und postftei bis zum Eröffnunqs- ternun am Montag, den 8. Mai 1922, vormittags 10 Uhr, bei uns einzureichen. Iuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 28. April 1922. 4212B Hessisches Kulturbauamt Gießen. I. D.: Hauck, Regierungs-Baurat. Bekanntmachung. Nachstehende Bekanntmachung bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 25. April 1922. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Rosenberg. Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung Heuchelheim; hier die Massegrundstücke. Die Versteigerung der Masfegrundstücke findet an Ort und Stelle Mittwoch, den 3. Mai 1922 statt. Zusammenkunft hierzu vormittags 9 Ahr am Rathaus, woselbst die Versteigerungsbedingungen bekanntgegeben werden. 4235 B Friedberg, den 18. April 1922. Der Hessische Feldbereinigungskommissär. gez. Schnittspahn, Regierungsrat. Bekanntmachung. Ter 'Voranschlag hiesiger Gemeinde für Ri. 1922 liegt vom 3. Mai bis einschl. 9. Mai l. F. auf dem Bureau der Bürgermeisterei zur Einsicht der Interessenten und evtl. Erhebung von Einwendungen offen. Es ist die Erhebung einer älm- läge beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. 4254 D Queckbvrn, den 27. April 1922. Bürgermeisterei Queckbvrn. Albert. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A. wurde heute eingetragen: Die Firma KatharineWehrum, Watzenborn. Inhaberin ist die Katharine Wehrum von Watzenborn. Angegebener Geschäftszweig: Großhandel mit Back- und Vanillepulver sowie Fabrikation dieser Artikel. 4221B Gießen, den 21. April 1922. Hessisches Amtsgericht. der, Wäsche.), Sparsamster l/er6rauch.- V v < Ich glaube es jetzt. daß scharf bleichende Waschmittel die Wäsche zerstören und nehme nur noch Änpnlrer Schneekönig. 120 W AMA von der einfachsten unzerreißlichen *•* 4 [A Arbeiter- bis zur elegant. Streif- ill 8 Hofe in allen Schrittweiten von W* JLUv tiu gelangen ab Montag zum Verkauf bei £. Mer, DoiiimMe 25 jort. - fj# M M durch Zusatz der beliebten Sie sparen an Kaffee Kesslers anse-wM. Fabrik: Kessler 8t Co,, Gelnhausen. et c V £ 5 N Beginn oon 3 Smtt dbungt oberreal Programm m dm durch ■ auf drr Q ..............— 0 Som 0« Mel W M (Erd Krin Ola. 1. 2. 3. der f 4. Schmett 5. Faiüafn 6. Souoeni üchi beul Duoettü 7. Durch *1 8. M'un 12-a)W in 10. Menuett 11. Santafif. 15. La Ifial 4'™89iid Treditl ’n Samstag, r>< "* Wichch. Bens, der Oie ^nsatio M ^stler Jlß f pas REINER WE'NBRAND iHFPiFCENSQüAkiTÄT Golöstück Bezirksvertreter: August Weidig, Gieflen, WalttorstraBe 48, Fernruf 2070. J.STÜCK-NCHF.A.G. WEiHBRENNERElEN - HANAU:'/*. 41c Kemseifen- Pulver mtl dem Fkxx^Vem. D Nur aus ollertoeten SJj'c'ffen herrje** xixride%6xbeuod g reif I nt rxdrf on -S ■— V JD er 1 VS .S k Z 5 Hast Du Deine Wäsche gern So wasche nur mit „Flügelstsrn“ Kernseifen-Pulver Fabrikant: P. Jos. Wöbs, Seifenfabrik, Gießen. _____45a 4223v Beginn des neuen Semesters von Montag, den 1. Mai ab. Anmeldungen abends vor den Kursen in der Oberrealschule ((Eingang Dismarckstraße). Programm kostenlos in den Buchhandlungen, in den durch Aushang bezeichneten Geschäften und auf der Geschäftsstelle (Löberstratze 26 II). WWWle Cafe Astoria Sonntag, den 30. April 1922 Abschieds-Uonzert (400. Konzert) öet Beliebten önnslapene diOet-Oneb Wunschprogramm. Ad 1. Mai 4190c Eröffnungs - Konzert des Künstler-Trios H. Kloska Nachmittags-Programm 1. Echt deutsch, Marsch Oscheit 2. Geschichten aus dem Wiener Wald, Walzer.......Joh. Straufj 3. Ouvertüre z. Op. Heimkehr aus der Fremde .....Mendelssohn 4. Schmetterlings-Intermezzo.... Steinke 5. Fantasie a. d. Op. Bajazzo . Leoncavallo 6. Souvenier (f. Violine) Hans Kloska . Drdla Abend-Programm I. Teil 7. Durch Nacht zum Licht, Marsch. Laukien i 8. Gold und Silber, Walzer .... Lehar j 9. Rhapsodie Nr. 2 Listz | 10. Menuett........Paderewski t 11. Fantasie a. d. Op. Samson und 1* Dalila.......Saint-Saens 12. a) Romanze für Violine . . . Soendfen b) Menuett für Violine . . . Beethoven (Solist H. Koska) Pause. - II. Teil t 13. Ouvertüre z. Danditenstreiche. . . Suppe । 14. Tello-Solo : 15. La Mattinata Leoncavallo ! 16. Fledermaus-Potpourri . . . Job. Strauß i 17. Serenade........Moczkowski Sreöitüerein, e. G. m. b. h. in Heuchelheim. Samstag, den 6. Mai 1922, abends 8' , Uhr, ie der Wirtschaft von Friedrich Dolkmann II. Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Vorlage der Rechnung 1921. 2. Genehmigung der Bilanz. Beschlußfassung über die Verteilung des Reingewinns. 4 Gehaltsregulierung. Alle Mitglieder werden hierzu eingeladen. 4216D Für den Aufsichtsrat. Kreiling. Xnr noch heute und morsen: Die rote SVlühie Sensationsdrama in 6 Akten. Ferner: „Der Kamp! um Liehe ood Laster" Gesellschaftsdrama in 5 Akten. Ab üontaE, den 1. Bai: Olaf Fön*, der große nordische Künstler in dem Gesellschaftsdrama „Die Prinzessin von Toskana" Ferner: Das zweite Leben Hervorrag. Filmsch^nspiel in 5 Akten. Große erstkL Solistenkspeite. Bahnhofstraße 34 "MC Auf der Hardt Sonntag, den 30. April WWWWW Anfang 4 Uhr. 04433 MkM Idüfia. Ser Borftanö. c a> 'S 0 JD ■N 0) * C. ra CL Klein-Linden Maus zur taWen Me Sonntag, den 30. April 1922: öffentlicheTanzmusik DF- Anfang 4 Uhr ~3a 0,30 Reine Weine, gute Biere, eigene Schlachterei. Es ladet freundlichst ein Fr. Rathenow. 'S ft) *3 X* n * * B* 0 B. Q 5 IfiroteFlasctaaotaul! beginnend heute Samstag 4256 bis Donnerstag, den 4. Mai. Wc für Stü-'iSogmiMen 2 mf.ii.6t. Atnp Nicht io leicht wiedcrkeb 9 ^111 • rendc Gelegenheit l ♦ ®“i7r.af Süskind, Neuenweg 29. Montag, den 1. Mai 1922, vormittags 11 Alfjr, versteigere ich auftraggemäß auf Kosten und Gefahr dessen, den es angeht, an dem hiesigen Bahnhof (südl. Ausladegleis) bztv. Anschlußlager Bär u. Wetterhahn gegen sofortige Barzahlung 2 Waggon Kartoffeln. * Beginn am südl. Ausladegleis. 4236 Junker, Gerichtsvollzieher in Gießen, Plorkstrahe 4. Eisenbahner - Heimstättenverein etngettae. SmaWWiifl mit öpf®t. AslvsiiSk Bilanzam 31.Dezemberl921. Aktiva. Jt An Neubauten 3161828.69 „ Baumaterialien 50636.32 , Inventar......... 128.80 , Bankkonto .... 47336.19 „ Sonstige Forderungen 1800 - 3261730.- Passiva. JH Per Geschäftsguthaden der Mitglieder 88635 - , Reservefonds........ 1743.32 „ Hilfsreservefonds 32260.66 „ Hypothcnkonto 145200.- „ Anlehenkonto 2 531299.01 „ Sonstige Schulden 457384.80 „ Reingewinn........ 5207,21 3261730.- Gewinn- und Derlustrechnung. Soll. JC An Abschreibungen 128.80 „ Geschäftsunkosten ' 355.90 „ Zinsen (auf Geschäftsanteile) .... 1985.20 „ Hypothekenzinsen........2159.85 „ Sonstige Ausgaben 4482.— „ Reingewinn......... 5207.21 14855.54 Haben. jc Per Zinsen aus belegten Kapitalien . . . 3744.15 „ Mieten........... 11108 39 14855.54 Mitgliederzahl am 1. Januar 1921 .... 185 Zugang im Jahre 1921........26 211 Abgang im Jahre 1921 20 Stand am 1. Januar 1922 191 Das Mitgliederguthaben betr. Ende 1920 78735. - M. Zugang im Jahre 1921 ..... 9900.- „ Das Mitgliederguthaben betr. Ende 1921 88635.- M. DieHaftsumme betr.Ende 1920 187000. - M. DieHastsnmmebetr.Ende 1921 197000.- „ Gießen, den 20. April 1922. Der Vorstand: Weber. Landmann. Pauly. Müller. Röhmig. NB. Die Zinsen (auf die Geschäftsanteile) können vom Mittwoch, den 3. Mai ab täglich von 3 Uhr nachmittags bei unserem 2. Kassierer, Herrn Otto Röhmig, Ebelstraße 4 11, in Empfang genommen werden. 4225D 2. Mai | Beginn des neuen Schuljahres. Tages- und Abendkurse. Prospekt frei. Anmeldung täglich. Privat- Handels- i. Bahnhofstr.60. Tel.1097 Montag trifft 1 Waggon Viäwurz ein. Berkaus ab 8 Uhr morgend am Waggon auf dem Güterbahnbos. om tee $ Petri, Grabenstr. 7, Tel. 1313. 10000 Mk. bar f. BorwärtSstrebende u Erfinder StuffL, Anreg. u. beste Perdienstmöglichkeit biet Broschüre gratis durch 1629sl F. Erdmann & Co., Berlin, flönianräucT Straße 71. S«IS«W I m großen Sa a l XW beute abeud "SB verein; vergnügen. Sountaa ab 4 llbr: Gessentlicher Tanj. montag: malfeler, abends Tanz. Im Brauerei-AuSschnnk UF Wehstcingane: “Sn ff. Weizenbock immer noch der billigste Vieroreis in Gießen. Besitzer': 0««e Hann Kl Faltiger. ................................................................................................................................ Gidipus Tragödie des Sophokles in der Uebersetzung von Wilamo wifz-Moellendorff aufgeführt durch die Gymnasial- Vereinigung a. die Waldbühne im Stadttheater Gießen Samstag, 6. Mai 1922, abends 7—9 Uhr Sonntag, 7. Mai1922, nachm. 3’f2—5J2 Uhr Gewöhnliche Stadttheaterpreise Der Verkauf der Plätze beginnt am 4. Mai bei Ckaffier 4203D ^Deutsche volkspartei Sonntag, den 7. Mai, abends 81/* Uhr, öffentliche Versammlung in der Turnhalle am Oswaldsgarten. 3imnwialtoo.9.tr.iHtff(!ll.ö.l)„Bti65!)lllifK“ MW Mf6HH (IIUMt.) .(HWsW Jedermann ist herzlich eingeladen. Der Vorstand. Numerierte Karten ä Mk. 3 00 im Vorverkauf bei Thallier, Neuen» weg. Unnumerierte Karten ä Mk. 2.00 an der Abendkasse. 4261 v Billige Kleider undBlusen erhalten Sie durch Selbetfhrben wie neu mit 3724D Wiki-Haushaltfarben. 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