Nr. 15 Ter Siebener Bnjetyer erschein« täglich, außer bann« und feiertags Monatlichevezugrvreiie: 'Ülk |1.50emid)l.lräger- lohn, durch die Pos« Mi,. 14.- einfd)l Bestell, qeld. auchbeiNichlerichei- nen einzelner Hummern infolge höherer (Bemalt. Her »sprech »Anschlüsse, rürdieöchrlflleitung 112; t?.r Druckerei, Verlag und (tzeschaftsstellk 51. Anschrift für Drahtnoch. i:d)ien Hnjeiger Sietzen. Pohldiedfonto: fitanffurt a. kN. 11686. Erstes Blatt 172. Jahrgang Mittwoch, 29. März 1922 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Derbinülichkerl. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v 34 mm Breite örtlich 90 Pf, auswärts 120 ‘Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 350Ps. Bei Platz. Vorschrift20^ «Aufjchlaz. haupischriftleiter: Aug. Goetz Berantwortlich für Politik. Aug. ®oeh, für den übrigen Teil. Karl Walther; für den Drud und Verlag, vrühl'sche Unio.-Vuch- und Steinörudcrei R. Lange. Zchriftleilung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstraße 7. ?a'm!1'ch"!/©"/eßen' Eine Reichskanzlerrede vor dem Reichstag. Ablehnung unmöglicher Zumutungen des Neparationsausschusfes. Die Reichskanzlerrede ist doch etwas entschiedener ausgefallen, als zu erwarten gewesen war. Die Ablehnung der bereits gestern bezeichneten Hauptpunkte in der Rote der Reparationskommission geschah mit grundsätzlicher Festigkeit und einer Verwahrung, die die unerhörten Anmaßungen der Gegenseite in ein Helles Licht der Kritik setzten. Daß Herr Dr. Wirth daneben erklärte, auch jetzt noch aus dem alten Weg der Leistungserfüllungen fortzufahren, wollen wir ihm, da er nun einmal an alten Fehlern hängt und gleichwohl doch einen bestimmten letzten Entschluß ausspricht, nicht so übel vermerken. 3n der Hauptsache kann er nicht mehr zurück. Er ist unwillig und heftig geworden über die Störung seiner Politik von außen her — eine solche Ausdrucksweise entspricht seiner Eigenart. Das deutsche Volk ist nicht empört über eine „Störung", sondern über die Raubgier der fremden Mächte. Aber das ist ein Anterfchied, der im Augenblick keine deutsche Kabinettsfrage aufrollt. * 196. Sitzung deS Reichstages, nachm. 2 Ahr. Berlin, 28. Mürz 1922. Saal und Tribünen sind stark besetzt, als Präsident Lobe die Sitzung um 21 \ Ahr eröffnet Auf der Tagesordnung steht als einziger Punkt die Entgegennahme einer Erklärung der Reichsregierung. Reichskanzler Dr. Wirth: Das Zustandekommen des Steuerkompro- misseS kennzeichnet die Tatsache, daß cs betrachtet wird als eine Stühe unserer auswärtigen Politik, die darauf gerichtet ist, einen vernünftigen Aus- ?leich zwischen der wirtschaftlichen Leistungssähig- eit Deutschlands und den uns auserlegten Lasten zu finden. Dieses Steuerkornprornih ist ein integrierender Bestandteil unserer auswärtigen Politik, und wer dieses Kompromiß von innen und außen stört, der stört auch unsere auswärtige Politik. Rachdem eine Störung von innen vermieden war, ist diese Störung erfolgt durch die Rote der Reparationskommission. Diese Rote könnte wohl eine endgültige .Regelung unserer Zahlungsverpflichtungen sein, wenn wir in der Lage wären, ihre Bedingungen zu erfüllen und die darin gesetzten Fristen einzuhalten. Sie würde aber einer nochmaligen P ü'ung unterliegen, wenn wir die Frist zum 31. Mai nicht einhalten können. Für diesen Fall sollten innerhalb 14 Tagen alle Forderungen fällig sein. Ich kann in diesem Verfahren em; praktische Lösung nicht erblicken. (Sehr richtig.) Der Brief der Reparationskommission an den Reichskanzler, der in überaus schroffem Ton gehalten ist (sehr richtig!), hat mit Recht in ganz Deutschland Erregung hervor- gerufcn Den ernsthaften Er'üllung;bestrebungen Deutschlands ist darin in keiner Weise Rechnung getragen. (Lebhafte Zustimmung.) Die gewaltigen Steuerlasten di? wir jetzt auf uns nehmen wollen, werden gar nicht qewü digt. Zur Forderung einer neuen 62-Milliarden-Steuer kann ich kurz, bestimmt und eindeutig feststellen, daß dies eine Völlige Anmöglickkeit und eine unmögliche Zumutung ist. (Lcbh. Deif.) Wir haben die höchsten direkten Steuern und bringen letzt auch die indirekten Steuern auf eine ähnliche Höhe. Die Stcuer- leistung Deutschlands kann nur gewürdigt werden bei Bcrücksich'.ieung ferner wirt chaftlichen Kraft. Deutschlands Va.uta wir> aber gerade durch solche Roten immer weiter g s hwächt. Es ist sachlich unmöglich, Quellen zu finden, aus denen in einer sclch ka-zen Zeit 63 Milliarden neue Steuern geschöpft werden können. Die Entente hätte da ch ein Moratorium Deutschlands Va'u a stabilisieren können, durch ihre Rote hat sie aber das Gegenteil erreicht und die deutsche Mark so entwertet. io'-, unser Etat über den Haufen geworfen i(Leb a'te < u" tmmung ) Cs z igt sch hier wieder, da', Gewaltpolitik nicht die Re- Parationsfrage fördern kann, sondern eine weitere Einsch änkung der deutschen Leistungsfähigkeit und damit letzten Endes auch eine Schädigung der Gegenseite bewirkt. Wie soll bei solchen Bedingungen bet Weltaufbau mög'ich sein? (Sehr wahr!) Säon cus rein parlamen'arischen, politischen un> tech'.ischen Gründen ist die Erfüllung ter Dedingu grn der Repara ionskonnnis- sion bis 31. Mal eine Anmöglichkeit. Die parlamentarisch regierten Länder der Entente sollten da für Verständnis haben. Es hat sich gezeigt, tast auf die Reparationskömmission wirtschaftliche Dar!e u-g?n der dmtschen Rerierung keinerlei Eind.uck machen. (Leb afe Zus immung rechts.) Der mit den Kontrvllmatznahme.n uns zugemutcte Eingriff in die deutschen Hoheitsrechte ist ein Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht unseres Volkes, gegen den wir schärfste Verwahrung einlegen. (Lebhafter Teifall) Wir haben ge ug trübe Erfahrungen mit den Kontrollkommissionen gemacht. Wir können nicht damit einverstanden fein, daß dieses schikanöse, gänzlich unproduktive Konttollsystem noch weiter ausgedehnt wird. (Lebh. Beis.) Dies ist eine Zumutung, der sich keine deutsche Regierung im Interesse unseres verarmten und notleidenden Volkes unterwerfen kann. (Stürmischer Deifall- Eine Steuerkonttolle, die über das bisherige Auf- sichtsrecht der Reparationskommission hinausgeht, und die Bedingung, Steuern in bestimmter Höhe zu erlassen, können wir niemals anerkennen. (Lebh. Beif.) Es ist unmöglich für einen demokratischen Staat, die Gesetze und Verordnungen zu erlassen, wie eine fremde Kommission sie jeweilig von ihm verlangt. Die Staatsgrundlage würde dadurch erschüttert und untergraben werden. Gleich nach dem Friedensschluh und auch im Londoner Ultima tum ist ausdrücklich betont worden, daß solche Befugnisse, wie sie jetzt verlangt werden, niemals der Reparationskommission eingeräumt werden sollen. Daran erinnern wir jetzt die fremden Mächte. Der Reichskanzler weist dann zahlenmäßig den Vorwurf zurück, die Reichsverwaltung wirtschafte verschwenderisch. Don den 200 Papier- milliarden des Etats fallen nur 9,5 Papiermilliarden auf die Reichsverwaltung. Der Reichs- Präsident und alle Minister zusammen kosten uns noch nicht soviel wie zwei Ententegenerale in Deutschland. Wir wollen an der Verwaltung sparen, aber Milliarden können dabei unmöglich herauskommen. Aus dem Treiben einzelner Kriegsgewinnler und valutastarker Ausländer in Deutschland darf nicht auf den Wohlstand des deiitschen Volkes geschlossen werden. Die Forderungen der ReparationSkommifsion zur Verhinderung der Kapitalflucht werden wir gern erfüllen. Die beste ßpfung wäre aber eine Besserung der deutschen'Daluta. Die Zwangsanleihe geht mit ihrem Ertrag von einer Milliarde Goldmark schon weit über die von der Kommission geforderten 60 Milliarden Papiermark hi iaus. Die Erfüllung der Reparationspflichten kann aber damit allein nicht ermög'icht werden. Dazu brauchen wir eine äußere AnleS'^. Sie wird aber am meisten gefährdet durch die Haltung der Entente und der Reparationskommission. die das Weltkapi al zur Zuinickhaltung veranlaßt. Das Weltkapital wird eine solche Anleihe erst bewilligen, wenn uns für einen längeren Zeitraum wirtschasts- und finanzpolitisch Atemfreiheit gewährt wird. Wir werden die Rote weiter genau prüfen, ehe wir eine schriftliche Antwort erteilen. Wir verkennen nicht, daß uns in der Rote gewisse Zahlungserleichterungen gewährt werden, und daß wir einem Teil ihrer Bedingungen entsprechen können. Ansere wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse dulden aber nicht die Vornahme einer so mechanischen Maßnahme, wie sie die Forderung von 63 Milliarden neuer Steuern darstellt. Wir wollen unsere Steuern verbessern! Ei re gesunde Lösung rann aber nur gesunden werden in einer Verbesserung unserer Valuta. Ansere Hoffnung beruht darauf, daß der Gedanke einer internationalen Reparationsanleihe immer mehr Anklang im Auslande finde. Wir wollten durch die Er- füllungspolitik den pvaktischen Rachweis führen, wie weit die Erfüllung möglich ift Wir werden trotz der empfindlichen Störung, die die Rote der Reparationskommission bedeutet, alle unsere Krast daransehen, auf dem eingeschlagnen Wege fortzuschreiten. (Anruhe und Gelächter rechts.) Angesichts der Verschlechterung unserer Valuta infolge der neuesten Rote der Reparationskommission wird uns ohne die Hilfe ausländischen Kapitals die Erfüllung der Repräsentations- Pflichten nicht möglich sein. Auch in diesen trüben Stunden bin ich jedoch nicht ohne Hoffnung. (Lachen und Zurufe rechts) Wer ohne Hoffnung ist, soll die Hände von der Politik lassen. (Lebhafter Beifall bei der Mehrheit.) Der Aufbau Europas und Rußlands ist jetzt die Aufgabe der Welt, der auch die Konferenz von Genua dienen soll. Ohne die wirtschaftliche Gesundung Deuttch- lands ist der Wiederaufbau der Welt nicht zu ermöglichen. Cs ist zu wählen zwischen dem Geist von Genua und dem Geist der jüngsten Reparationsnote. Ich Tann mir nicht denken, daß man leichtfertig den Wiederaufbau derWelt gefährden will, sondern hoffe, daß die Erkenntnis der wirtschaftlichen Rotwendigkeiten auch die Gegner veranlassen wird, Deutschland den Weg der Verderbnis zu ersparen. Die Regieiung erinnert Sie daran, daß die Ohren der Welt auf Ihre Aussprache gerichtet sind. (Lebhafter Beifall bei der Mehrheit.) Die Aussprache. 2Ibg. Hergt (D.-R ): Das Vorgehen der Reparationskommission ist nur eine Teilaktion in der Generalofsesive Frankreichs gegen uns. Die Schuvonote, die Verdrängung von der Weichsel, — alles gehört dazu. Der dumme deutsche Michel hat bisher leider immer wieder nachgegeben. Rachdem jetzt die neueste Rote die tiefste Erregung in unserem Volk hervorgerufen hat, sollten wir auf Frankreichs Generalofsen- sive endlich mit einer Abwehroffensive antworten. Wir danken es dem Reichskanzler, daß er heute zum ersten Mal wenigstens die unverschämte Zumutung der Finanzkontrolle energisch zurückgewiesen hat. Wir fragen aber: Warum erst heute? Warum hat er nicht schon früher kräftig protestiert gegen die Aeberwachung, der wir.schon seit langem ausgesetzt sind? Wir müssen dem Gegner zurufen: Finger weg; Ihr könntet sie Euch sonst verbrennen! (Beifall rechts.) Das letzte Ziel der Gegner scheint auch bei der neuesten Maßnahme zu fein, sich einen lieber- blick über unsere Produktion zu verschaffen, um die Konkurrenz der deutschen Industrie zu besiegen. Aus dem Deutschland von Potsdam wollte man ein Deutschland von Weimar machen. Jetzt scheint man uns neben der wirtschaftlichen die geistige Rot auferlegen zu wollen. Frankreich War immer der schärfste Feind der deutschen Reichseinheit. Rachdem die vorher versuchten Mittel versagt haben, will es durch ein Eingreifen in unsere Verwaltung denselben Zweck erreichen. Ein Heer von Blutsaugern soll unsere Verwaltung kontrollieren. Wir wollen aber Herr im eigenen Hause sein und bedanken uns für einen Sparsamkeitskvmmissar von Entente Gnaden. Darin stehen Wir durchaus hinter dem Reichskanzler und ' freuen und der großen Einheitsfront, die in dieser Frage feit langer Zeit sich zum ersten Mal im Reichstag zeigt. Richt einverstanden sind wir "mit anderen Teilen der Erklärung des Reichskanzlers, besonders mit seiner Zustimmung zu den Zahlungsbedingungen, die nach unserer Meinung doch wesentlich über das hinausgehen, was als Erfolg von Cannes gebucht wurde. Die internationale Anleihe, von der in der Reparationsnote gesprochen wirb, soll leider nicht dazu dienen, uns Luft zu schaffen. Angesichts des Sturzes der Mark können wir unmöglich die uns auferlegten Gold- und Sachleistungen erfüllen. Für die wirtschaftlichen Schädigungen, die die Erfüllungspolitik in Deutschland angerichtet hat, haben wir nur ein Moratorium eingetauscht, das keine Sanierung bringt Eine unmögliche Zahl ist durch eine andere unmögliche Zahl erseht worben. („Sehr wahr!" rechts.) Der Reichskanzler hätte deshalb diese Art des Moratoriums ablehnen sollen. Ansere Steueranspannung geht schon Weit über die irgendeines anderen Landes hinaus. Eine wirklich eindeutige Ablehnung habe ich beim Reichskanzler vermißt. Er hat die Möglichkeit einer Heraufsetzung der Steuern zugegeben. Rein, auch nicht ein Teil der 60 Milliarden kann dem Gegner zugestanden Werben. Solange der Reichskanzler nicht diese Erklärung abgibt, stehen wir ihm mißtrauisch gegenüber. Die Zumutung der Heranziehung des deutschen Privatvermögens wirb erst gestellt, feit im Deutschen Reichstag selbst das Wort von der Erfassung der Sachwerte geprägt wirb. Jetzt will man nun zur Zwangsvollstreckung übergehen. Die Dossische Zeitung hat eine Versündigung an den Interessen des deutschen Volkes begangen, wenn ihr Georg Bernhard immer wieder diesen Gedanken vorträgt. Das grenzt an Landesverrat. (Befall und Zuruie rechts: Es ist Landesverrat!) Ich hoffe, daß die Demokratische Partei diesen Mann von sich abschütteln wirb. Wir brauchen gegen die Angriffe Frankreichs nur einmal energisch auf- tutrefen. Denken wir doch an den Erfolg der Tü H. (Ruse bei den Sozialdemokraten: Kata- fht auf rund 320. Das ist die Frucht des Er- rür(unaätaum<'l8 W'r Worre^ e'N" Einh-'stsfront t'cr v-.bklichm Abwehr. Da^ür bietet unS aber di» jeNige R»gi»rung mit ihrer enragi»rten Er- füriunnghoTifif fein» Gewähr. Dies» Regierung genießt auch kein Vertrauen im Ausland. In ein»m so bebmitWm-’n Augenblick Höst» die Re- abninn einer wu»n Platz machen muffen. (Anruhe bri den Sv'.) Wir können unsere Ovvo- fistonssteliung g»»en diele Regierung nW auf- gebm. Wir trugen g»g»n die ®'”r‘>ralnfMine Frankreichs eine Abwh'-vileniine. (Rufe b»i den :t-,nfou WPe d'e R-g'erung m-tReuWgh- len an bas qjolT a^epieren Gleichzeitig müßte *i» bes Vnchsn^nsjdent»n statttinden. Die Pol't'k der Zusti-ft darf den Reichsvräsiden- ten brr Ra'ionalveck'nrmlung nid)1 mehr an feinem Platz finden. Die gegenwärtige Teuerungswelle beweist die Rottvenbigkckt des Bruchs mit dem ganzen bisherigen Sdstem. Die ruffifche Hungersnot füllte uns denken neben. Videant CDnfdleä. (Lebhafter B.i'all rechts) Abg. Stampfer (Soz.): Die Rote der Repa-attonskommisfion bat gerade in sozialdemokratischen Kreisen besonderen Anwillen und besondere Ewe-nrng hervorgerufen. Der Ton biefer Rote ist nicht angemessen und rich'et sich gegen die demokratische Reg e ung rf-rr^ demok a'i'chen Staates, deren Willen zur Erfüllung anerkannt ist. Solche machtpolitischen Erze'fe wenden sich immer gegen den Arheber selbst. Man kann uns niedrig behandeln, aber nicht erniedrigen. (Beifall.) Schärfste Verwah-ung legen Wir aber auch ein ce'en das Treiben gewissenloser Kreise im In- lande, denen der gegenwärtige Augenblick Weiter nichts zu sein scheint als eine Gelegenheit, ihre parteipolitischen Geschäfte zu machen. (Anruhe rechts.) Dr. Hergt empfiehlt das Beispiel der Türkei. Wo Wäre die deutsche Mack. Wenn Wir die Politik der Türkei getrieben Häfen? Solche verantwortungslosen Redensarten bew. ifen, daß Dr. Hergt nu- Minister sein konnte in einer Zeit, in der es wirkliche Ministerverantwortlichkrit nicht gab. (Sehr wahr linEd.) Der Himmel schütze unser armes Volk vor einem Reichspräsidenten nach den Wünschen und dem Geiste eines Dr. Hergt. (Beifall bei den Sozialdemokraten.) Wie eine Partei, die über das Fiasko der deutschen Regierungspolitik triumphiert, fid> noch national nennen kann ist mir unverständlich. Wie kann in diesem Augenblick ein Parteiführer Herrn Poincare von hier aus zurufen, der deutsche Reichskanzler habe keinen Rückhalt im Volke? Dem Schlag der Reparationskomm.ssion von vorn wird hier ein Stoß von hinten hinzugefügt Dr. Helfferich habe bei der Einleitung des unbeschränkten A-Boot-Kieges gesagt: .Denn diese Karte nicht sticht, dann sind nur auf Jahrhunderte verloren!" Jetzt sind bald drei Jahre vergangen und schon vollen Leute aus demselben Lager als Ankläger der Regierung Wegen der angeblichen Mißerfolge der Ersnl lungspolitic auftreten. Don einem Fiasko öicf.'v Politik kann nicht gesprochen werden. Wir Ion nen jetzt nur dem 31. Mai entgegensehen mit dem Rezept: Das Mögliche tun, das Anmögliche lassen und das Weitere abwarten! Die Reparationskommission hat uns Ratschläge gegeben, die man befolgen kann, wenn dies möglich ist. Sie kann uns aber nicht bestimmte Maßnahmen vorschreiben. Die Forderungen dec Kommission, die wir als Befehl ablehnen, gchei uns als Ratschläge noch nicht weit genug. Wir Sozialdemokraten würden uns freuen, wenn die Kommission ans eine Finanzpolitik zeigen könnte, die folgende Bedingungen erfüllt: Den Arbeitern die Möglichkeit eines menfchenwürdige.i Da eins gibt a d ferner unseren Produkttonsappurat aufrech erhält. Würde doch dafür gesorgt, daß eine andere Be Dingung Des Versailler Vertrages endlich er füllt wird. Die BeDlngung nämlich, daß Den Ai Leitern aller Länder ein menschenwürdiges Dasein gesichert ist. Die Konferenz Der deutschen englischen und französischen Soziali ei i.i Fran! furt a. M. hat den Weg für wirkliche Repara ttonen gewiesen. Ist es nicht ein Cammer, daß die. zerstörten Gebiete noch immer nicht aufgebaut sind, weil Die Diplomaten weiter diplomatisieren Wir sagen: Die Diplomatie hinter Der Front und Die Arbeiter an Der Front! So wünschen wir eine Reparationspolitik, von der Die Regierung nicht abweichen Darf. Die deutschen Ar beiter haben Die im Kapp-Putsch angebahnte Diktatur abgelehnt, aber sie haben Da« nicht getan, um sich einer neuen Diktatur ausländischer Kapitalisten zu beugen. Die Deutschen Arbeiter stehen nicht mehr allein. Die Arbeiter fast aller Länder Werden ihren Regie ungen ihren Willen aufAWingen und das Ergebnis wird sein ein freies Deutschland in einer freien Welt! Die Rote Der Reparationskommission ist nicht Der größte Stein auf Dem Wege zu Deutschlands Wiederaufbau. Aber Wir werden auch dieses Hindernis überwinden. (Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Am 8/46 Ahr Wird Die CBJeiterberotung auf Mittwoch mittag 1 Ahr vertagt, • ♦ • Eine große Mehrheit für Dr. Wirth. Berlin, 28. Mä-z. (Priv.-Te^egr.) DU Reichstagsfraktionen sind h-'u'e vormittag zusammengetreten, um Den Be icht ihrer Vertreter- über Die gestrigen B.-sprechun en mit dem Reichskatzler über Die Rote Der R para- tionskommisston ertg gerzu ehmen. Die Dtfch Volkspartei, Die Demokrat ische Par - t e i, das Zentrum, Die Sozialdemokratie und die Bayerische Voltspartei erklärten sich mit Den Ausführu gen des Reichskanzlers einverstanden. Cs ist also, wie die Blätter melden, eine große Re- gieeungsmeh hckt für die Regierung zu erttxrten. Die oben genannten Parteien Werden voraussichtlich von sich aus kern be ond res Vertrauens- vo um stellen. Sollten indessen Die Parteien Der äu' .erst en Rechten und Der äußersten Linken Mißtrauensanträge stellen, dann Würde wahr'cheu:- lich auch Den Regierungsparteien nichts anderes übrig bleiben, als ihrerseits ein Vertrauensvotum einzubringen. Das Echo der Kanzlerrede in der Presse. Die gestrige Rede des Reichskanzlers über die Rote der Reparationskommission findet in ihrem negativen Teil Die Zustimmung sämtlicher Blätter von Der „Kreuzzeitung" bis zur ^Freiheit". Der positive Teil Dagegen, der sich für die Fortsetzung Der Erfüllungspolitik erklärt, wird von der Deutschnationalen Presse abgelehnt mit der Feststellung, daß diese Politik einen völligen Zusammenbruch erlitten habe. Die volksparteiliche .Zett" nennt Die Rede des Reichskanzlers Den Beginn eines neuen Abschnitts unserer Rachkrieg kpolitik, Der Die Wirth- Rathenausche Erfüllung. Politik ettveder in eine Katastrophenpvlitik Umschlagen läßt oDer aber, Wenn Die Entente endlich zur Vernunft kommt, zu erträglicheren Verhältnissen überleitet. Rach Der eindeutigen und Würdigen Ablehnung Der Diktaturforderung Der Reparationskommission muß es sich zeigen, ob 'Frankreich es nunmehr Wagt, zu offener brutaler Gewalt überzugehen über ob es Den übrigen Mächten gelingt, Wirtschaft statt Politik, Vernunft statt Rache, Verständigung statt Verewigung des Krieges zu sehen. Enthüllungen in einer Geheimsitzung des französischen Senats. Paris, 28. Mär-. (Havas.) Heber die heutige geheime Sitzung des Senats glaubt Havas folgendes mitteilen zu können : Francois Marsal erinnerte zunächst an das zwischen den Alliierten vorgesehene Verhältnis bezüglich der Verteilung der deut'chen Kohlen. In Anbetracht der Richt- leistung Deutschlands habe die franz s.fche Regierung die Eventualität einer Besetzung des Ruhrbeckens in Aussicht genommen, die von den Alliierten ausgesührt werden sollte. Sie sei zuerst auf die Gegnerschaft Lloyd Georges geflohen, der erklärt habe, jedes Bündnis abzubrechen und den Konflikt sofort vor das Unterhaus zu bringen Am nächsten Tage habe Mille- rand erllärt, dah er seinen Standpunkt ausrechterhalte und dah unter diesen Bedingungen Frankreich sich gezwungen sehe, allein das Ruhrgebiet zu besetzen. Dieser Haltung gegenüber habe Lloyd George angekündigt, dah er die Besetzung mit Frankreich durchführen würde, habe aber sieben Bedingungen gestellt, deren hauptsächl chste die Bezahlung der Kohle zum britischen Weltrnarkt- v eis gewesen sei. Die französische Regierung habe Darauf bemerkt, dah bei diesem Tarif der französisch.' Verbraucher einen Te l der englischen Steuern bezahlen würde, da auf G und der Heber- gewinnabgabe 80 Prozent der vom englischen: Handel erzielten Gewinne an den britischen Staatsschatz zurückfallen. Trotzdem habe Lloyd George seinen Standpunkt aufrecht erhallen. Dann habe Der italienische Delegierte in Spaa, Graf Sforza, eine Ginigungs oinnel vorgeschlagen, die darin bestand, die Barzahlung des Preises der deutschen Kohle, die so an Frankreich geliefert würde, als einen an Deutschland gegebenen Vorschuh zu betrachten. Dieser Vorschlag sei angenommen worden, und diese Vorschüsse seien at, 380 Millionen angewachsen. Die Erklärungen Marsals wurden sehr aufmerksam angehört und der Sengt billigte die Haltung, die die Regierung damals unter dem Zwang der Umstände einnehmen muhte. Immer noch deutsche Kriegsgefangene in Frankreich? Berlin, 28. März. (Wolff.) Die „B Z. a. M." meldet aus Karlsruhe: Von den aus einem Fort bei Toulon in Frankreich zurückgehal- tenen deutschen Kriegsgefangenen ist der Karlsruher Kriegsgefangene Ludwig Stähle nach sic-benjähriger Kriegsgefangenschaft hierher zurückgekehrt. Er erklärte, in etwa 14 Tagen werde der A e st der noch in Frankreich gefangen- gehaltenen Deutschen nach der Heimat zurückbefördert. Berlin. 28. März. (Wolff.) Von zustän- diger Seite wird mitgeteilt, dah die noch in Toul on sich aufhaltenden deutschen Gefangenen den Rest der früher in Avignon gefangen gehaltenen Deutschen darstellen, die dorthin übergeführt wurden. Die Regierung hofft, alsbald auch diese letzten Unglüälichen in hie Heimat befördern zu können. (§ine Afrikareise Millerands. Paris, 28. März. (WTD) Am Donnerstag abend wird Präsident M i l l e r a n d seine Reise nach Rordafrika an treten. Gr wird sich am 1. April in Dordeaur an Bord des ^Dampfers ..Edgar Guinot" einschiffen. Vorher .besucht er einige in der Gegend von Bordeaux ^gelegene französische Städte Eine peinliche Erinnerung für Lloyd George. Die „W e st m i n st e r Gazette- ist so boshaft, die Veröffentlichung der Denkschrift Lloyd Georges mit der Erinnerung an einen Vorgang au begleiten, der sich zur Zeit der Abfassung der Denkschrift zugetragen hat, und bei dem das Blatt selbst eine Rolle gespielt hat. ES schreibt: ..Die Denkschrift tragt das Datum des 25. März 1919. Am 31. März 1919 sandte uns unser Pariser Berichterstatter eine Meldung, die, wie er angab, auf einer Unterredung mit einer hohen Persönlichkeit beruhte, und die den wesentlichen Inhalt der jetzt veröffentlichten Denkschrift enthielt. wobei er ausdrücklich hinzufügte, dah er die mahgebende englische Ansicht wieder- gebe. Daraufhin sandten etwa 200 Mitglieder öeS Unterhauses ein Telegramm an den Ersten Minister, worin sie ihrer höchsten Besorgnis Ausdruck gaben, und von dem Ersten Minister, um ihre Wähler zu beruhigen, eine Versicherung verlangten, dah er in keiner Weise von den drastischen Friedensbedingungen abweichen werde, die er während der Wahl dem englischen Volk versprochen hatte. Kurz darauf kehrte Lloyd George nach London zurück und nahm in einer Gießener Stadttheater. „Der Arfaust." ® leben, 29. März 1922. Aach Cefftng, Schiller und Hebbel kam gestern der größte unter den deutschen Dichtern mit seinem größten Werke cm unserer Bühne zum Worte. Die Theaterleitung verdient Dank und Anerkennung, daß sie sich diesem Wagnis unterzog — ein Wagnis bleibt eine Neueinstudierung des „Faust" immer, und nicht etwa nur in Gießen —, verdient doppelten Dank und doppelte Anerkennung, dah sie das Werk so herausbrachte; da« Wagnis gelang. • Vor einer Würdigung der Darsteller muß diesmal stehen eine des Spielleiters. Wenn Hofrat Steingoetter seine Tätigkeit in dieser Spielzeit überschaut, so wird er sich des gestrigen Abends mit besonderer Freude erinnern können - - und wir können es mit ihm. Es Ist offensichtlich viel Mühe auf diese Vorstellung verwandt wor- dem und sie wurde gelohnt. Es blieb bei der Inszenierung schlechthin nichts zu wünschen übrig; nicht nur, dah sich die Verwandlungen in einer Reihe schöner Bühnenbilder überraschend schnell vollzogen, so daß die Zuhörer in Stimmung blieben, auch im Zusammenspiel wurde ganze Arbeit geleistet. Einige Kleinigkeiten seien genannt, die wir gern anders gehabt hätten: 3m ersten Bilde blieb die Stimme hinter der Szene allzu ver-1 schleiert und undeutlich, im Dom wieder hätten | Reoe im Unterbaute am 16. April zu der Angelegenheit Stellung. Gr sagte, das Telegramm stamme aus keiner zuverlässigen Quelle und sei nichts weiter als einanonymerZeitungsartikel. Wir machen heute dem Ersten Minister keine Vorwurfe wegen seiner damaligen Ausrede. Er befand sich in einer schwierigen Lage, denn die Mehrheit des Unterhauses war noch heiser von dem Wahlgeschrei „Hänget den Kaiser!", und war noch gierig nach unmöglichen Entschädigungen. Aber wieviel Anheil wäre Europa erspart geblieben, wenn Lloyd George damals Großes gewogt und öffentlich gesagt hätte, was er in Paris niedergeschrieben hatte, und wenn er auch dem Anterhause erzählt hätte, was er seinen Kollegen in Paris auseinandergesetzt hat. Das Unglück ist eben, dah Lloyd George das Rechte wußte und das Unrechte tat." Das gefestigte Kabinett Lloyd (veorqe. London, 28. März. (WTD.) Die Blätter melden, daß im Kabinett keinerlei Spaltung wegen der Genueser Konferenz mehr bestehe Die Differenzen, die bestanden hätten, seien gestern abend aut einer Ministerkonferenz beseitigt worden. Heute vormittag führte Lloyd George in einer Kabi- nettssihung, in der die Genueser Konferenz und die Frage des Vertrauensvotums erörtert wurden, den Vorsitz. Hierauf fand im „Savoy-Hotel" ein privates Essen statt, an dem mit Lloyd George die liberalen Minister des Kabinetts einschließlich der Unterstaatssekretäre teilnahmen. Lloyd George hielt eine Ansprache, auf die eine allgemeine Erörterung Ver politischen Lage folgte. Churchill sprach ebenfalls. Der Premierminister erflärte den Blättern zufolge, dah durch das Kabinett die Bedingungen des Vertrauensvotums festgesetzt werden. Heule nachmittag wurde Lord George vom König in Audienz empfangen. Der Premierminister fährt heute abend wieder aufs Land und wird wahrscheinlich erst am nächsten Montag mittag nach London zurückkehren, um im Unterhaufe feine mit Spannung erwartete große Rede über Genua zu halten und das Vertrauensvotum zu fordern. Das belgiftlie Köniqspaar in Rom. Rom. 28 März. (WTB) Das Kön i gs- paar von Belgien in Begleitung des Kronprinzen und des Außenministers Jaspar ist heute mittag hier eingetroffen und ist vom Königspaar, dem Kronprinzen und den italienischen Ministern am Bahnhof empfangen worden. Sie fuhren durch die reichbeslaggte Stadt zum Qui- rinal. unterwegs von der VolLsmenge lebhaft begrübt Der Friede im Osten. London, 28 März. (WTD.) Das Reuter- fch« Bureau erfährt, daß in London eine gewisse Ueberraschung verursacht worden Ist durch die Aeußerungen der französischen Presse zum Abschluß des Uebereinkvmmens im Quai d'Orsay, in denen zum Ausdruck gebracht wurde, dah das UeVereinkommen der Alliierten Konferenz bezüglich des Orients nureine versuchsweise Vermittlung anstell? und den Weg für weitere Verhandlungen off/n lasse. Dies sei keineswegs der Fall Das, was gesprochen wurde, stelle die breiten Grundlagen dar, auf denen nach Ansicht der Alliierten der Frieden erreichbar fei. und die Grundlagen bildeten die endgültigen Befchlüsfe der Alliierten. Eine solche falsche Darstellung wie die obenerwähnte würde um so bedauerlicher fein, da man jetzt hoffen dürfte, dah die Mißverständnisse, die gelegentlich der ilnt:r;e chmrng des Angora-Abkommens durch Franllin Bouillon entstanden waren, zerstreut seien und dah die politische Ginhelt der Alliierten wieder zu einer Tatsache geworden sei. Stadtverorduetenwahlen in Riga. Kopenhagen, 28. März. (WTD.) Rach einem Telegramm aus Riga wurden bei den kürzlich abgehaltenen Stadtverordneten- wahlen in Riga 20 Sozialdemokraten, 18 Deutsche, 13 Kommunisten. 12 Radikale. 11 Liberale. 7 Konservative, 5 Juden und 4 Russen gewählt Aus dem Reiche. Aus der U S. P. Berlin. 29. März. Zu der Angelegen- hell des Rücktritts der Redaktion der „Freiheit" schreibt heute der Vorsitzende der H. 6. P. Wilhelm Di ttmann. daß der Rücktritt mit dem Uebertritt der Kommunistischen Arbeitsgemeinschaft zur A. S. P. nicht das geringste zu tun habe und die Partei in keine Krise geraten sei. wir die Worte des Geistes lieber etwas abgedämpfter gehabt: aber, wie gesagt, das sind Kleinigkeiten, die nichts an unserer höchsten Anerkennung für diese prächtige Leistung anbern können. Run die Darsteller: Hier drangt es uns, zuerst von Adolf Telekh zu sprechen. Sein Mephisto kam aus einem Guß und bestätigte erneut die an dieser Stelle schon wiederholt ausgesprochene Ueberzeugung, daß wir in Herrn Telekh an unserem Stadttheater einen Künstler Haden, der auf diesen Ehrentitel vollsten Anspruch hat Man braucht sich aus der gestrigen Vorstellung nur an die Schülerszene und an die mit Marthe zu erinnern — abgesehen von den anderen — um das sagen zu dürfen. — Da ist weiter das Gretchen Karla Kellers. Wenn sie nur die Kerkerszene s o gespielt hätte, wie sie es tat, würde es genügen, um ihr ebenfalls vollstes Lob zu spenden. Aber sie legte auch in ihrem von leidenschaftlicher Liebe durchglühtem Spiel im 10. Bilde und in dem vor der Mater dolorosa Proben gediegensten Könnens ab. Zu wünschen bliebe, dah sie die Szenen, die innig- rein gespielt sein müssen, ebenso fern abtönen möchte wie die, denen die Leidenschaft oder der Schmerz den Stempel aufdrücken. — Der Faust Karl Juhnkes befriedigte in gleicher Weise: er hatte seine besten Momente im Zusammenspiel mit Mephisto und Gretchen, während er in den Soloszenen mitunter etwas ins Deklamieren Aus Stabt und Land. Gießen, den 29. März 1922. Adreßbuch der Stadt Gießen 1922. Dom Donnerstag dem 30. März bis einfchließl. Samstag dem 1. April liegt ein Abdruck der Buchstaben A bis H des alphabetischen Einwohner- und Firmenverzeichnisses in unserer Geschäftsstelle auf. Wir bitten um Einsichtnahme und Eintragung etwaiger Berichtigungen. Spätere Beanstandungen können nicht mehr berücksichtigt werden. Adrebbuchverlag. Schulstratze 7 * * Major z. D Walter t Am 18. d. Mts. verschied in Kassel nach langem Leiden ein in unserer Stadt noch Vielen in bester Erinnerung stehender sehr beliebter Offizier, Major z. D. Waller, neben dem hier lebenden General Kulimann ein letzter Veteran des Gießener Regiments aus den Kriegen 1866 und 1870/71. Er war geboren am 16. August 1843 und trat am 11 Juli 1861 in das damalige Grohh. Hess. 2. Inf.-Regt., spätere 116. K W ein, in welchem er am 6 September 1864 zum Leutnant befördert wurde. Er war lange Jahre Adjutant deS 2. Bataillons 3m Jahre 1887 wurde er als Major in das Bekleidungsamt nach Kassel verseht. Diese Stelle versah er eine lange Reihe von Zähren, nahm alsdann seinen Abschied und verlebte feine Pensionszeit in Kassel. Er war Inhaber des Eisernen Kreuzes und anderer hoher Orden und ein biederer, hochgeschätzter Offizier, feinen Kameraden ein treuer Freund, die ihm ein ehrendes Andenken bewahren werden. Er ruhe in Frieden! * • Von der Landesvermessung. Rechstehende Oberlandmesser in Giehen haben die Amtsbezeichnung „Dermessungsrat" erhalten: Alexander Ludwig, Wilhelm Hanauer, Georg Knapp, Georg Mayer und Otto Kalbfleisch. - Die Dienststellen der Ober- landmesser und der Landmesser mit selbständigen Bureaus im Feldbereinigungsdienst führen jetzt die Bezeichnung: „Hessisches Feldbereinigungsamt" Das Kreisvermesiungsamt Gießen (Land) und die beiden Katastervermesiungsdienststellen heißen jetzt „Hessisches Vermessungsamt Gießen", „Abteilung Fortführung", anstelle des Kreis- vermcssungsamts und hinsichtlich der Kataster-- vermessungsdienststellen „Abteilung Reumes- fung" - Für Giehen kommen zur Zeit 13 Ein- zelämter in Betracht Es würde einen großen Fortschritt bedeuten, wenn diese Sinzelämter in ein entsprechendes Gebäude zusammengelegt werden könnten. * e Straßensperrung. Wegen Vornahme von Kanakarbeiten ist die Senckenberg st r a h e bis auf weiteres für jeden Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gefperrt. " Die Fußgängerbrücke über den Oberhefsischen Bahnhof In der Verlängerung der Friedrichstraße darf, nach der Po- lizet-Dervrdnung m'm 2. März 1901, nur mit Kinder- und Krankenwagen befahren werden. Auf wiederholte Gesuche der Bewohner des Seltersberges ist Im Jahre 1919 versuchsweise zugelassen worden, dah auch Handwagen bis zur Größe eines normalen Kinderwagens über die Drücke fahren dürfen. Diese Vergünstigung wird, wie vvrauszusehen war, häufig mißbraucht, so dah deren Aushebung zu erwarten steht. An die beteiligten Kreise ergeht daher zunächst noch einmal die Mahnung, die gezogene Grenze zu beachten. Eine Erhöhung des Wasserpreises auf 1,50 Mark für den Kubikmeter ist nach einer amtlichen Bekanntmachung infolge weiterer Verteuerung der Kohlen, 'Betriebsmaterialien usw. ab 1. April notwendig geworden. ** Die Brotbreitung. Das hessische Ministerium für Arbeit und Wirtschaft (Abteilung für Ernährung und Landwirtschaft) hat angeordnet, daß für die Folge allgemein ein Ausbackverhältnis von 136 Kilo Brot pro 100 Kilogramm Mehl zu Grunde zu legen ist. ** Anlagekonzert am Liebigdenkmal, Donnerstag, den 30. März, mittags von 12 bis 1 Ahr. 1. Durch Kampf zum Sieg, Marsch von Schröder; 2. Frühlings-Erwachen, ßteb von Dach; 3. Sanges-Fttihling, Potp. über Mendelsohnsc^ Lieder, von Oertel; 4. Immer oder nimmer, Walzer, von Waldteufel; 5. Gardejäger zu Pferde, Charakterstück, von P. Linke. ** Von der geftrlgen Sonnenfinsternis haben wir infolge des trüben Wetters nichts zu sehen bekommen. Frau Sonne, deren AMlih zu einem Teil durch den Mond beschattet wurde, versteckte es aus echt weiblicher Eitelleit leider zeitweise ganz hinter ihren Wollenschlerer und verdarb den vielen Reugiertgen, die sich schon mit farbigen oder geschwärzten Gläsern auf das große Ereignis vorbereitet hatten, den Spaß. Jedenfalls axrren günstige Augenblicke sehr feiten. Der Kriegerverein Gießen hielt vor einigen Tagen feine Jahres-Hauptversammlung im „Poslkeller" unter Leitung seines 1. Vorsitzenden Landg e richtsral T r ü m p e r t ab. Die Mitglieder hotten sich wieder zahlreich etnge- fanden; ein Beweis, daß man der Kriegerverems- fache und deren für Deutschlands Wicderaufva t wichtigen Aufgabe in Dürgerkreisen wieder volles Verständnis entgegenbringt. Der Knegervereir Gießen hat fett feinem Bestehen grobe Summen als Unterstützung an bedürftige Kameraden oder deren Hinterbliebenen bar aasgezahlt und manche Rot gelindert. Seit Kriegsende sind dem Kriegerverein Gießen 120 neue Mitglieder beigetreten, so daß er jetzt rund 400 Mitglieder hat, darunter 15, die über 40 Jahre, und 69, die über 25 Zähre dem Verein angehören; 84 Qubilare, das beweist, dah im Kriegervereine Giehen-tr$^e Kameradschaft gepflegt wird. Das Übliche Diplom und das Ehren-Hassia-Abzeichen mit der Zahl 40 erhielten in dieser Versammlung Adreas Göbel, Peter M a r g o l f f und Gottlieb Rauheimer. 2m abgelaufenen Vereinsjahr zahlte der Verein nahezu 1000 Mk. an Kriegerhinterbliebene als Unterstützung. Das Dereinsverrnögen steht mit 11 089 Mk. zu Buch. An fast 100 Mitglieder ist bereits die Kriegsdenkmünze des Kyffhäuser- bundes ausgegeben worden. Die Versammlung beschloß ab 1. Januar 1922 den Jahresbeitrag auf 12 Mk. zu erhöhen, und nahm in die Satzung folgende neue Bestimmung auf: „Bei Beerdigung von Kameraden wird vom Verein Grabmusik gestellt. Die im Laufe eines Halbjahre« für Beerdigungen (für ©rabmufif, Kranzspende und Todesanzeige) dem Verein erwachsenen Ausgaben werden im llmlageverfahren von den Kameraden bei Einziehung der Mitgliederbeiträge erhoben." Im Falle der Bedürftigkeit kann der Vorstand der Familie des verstorbenen Kameraden einen Deitrag zu den Beerdigungskosten bewilligen. Der bisherige Vorstand wurde einstimmig wieder-, einige Mitglieder neu hinzugewählt. Der 1. Vorsitzende bekleidet fein Amt jetzt feit 10 Jahren. Büchsenmacher Dikor 6. der lange Jahre dem Vorstand angehörte, aber dieses Mal eine Wiederwahl ablehnte, wurde zum Ehrenmitglied ernannt In 2 Jahren feiert der Verein fein 50jäh- rige« Bestehen. •• 3m Lichtfpielhause In bei Bahnhofstraße wird in dieser Woche bis einschließlich Donnerstag der 2. Teil des großen Mia-May-Filmwerkes „Das indische Grab- m al“ gezeigt. Er heißt „Der Tiger von E s ch n a v u r" und ist noch reicher an spannenden Geschehnissen als der 1. Teil, reicher aber auch an gutgelungenen Innen» und Raturaufnahmen, namentlich die Bilder aus den letzten After sind reich an malerischen Szenerien. i^ovnotHen. — Lageskalender für Mittwoch. Stadttheater, 6’/2 Ahr: „Die blaue Mazur". — Astvria - Lichtspiele: „Das Geheimnis einer Brigg" und „Hände hoch!" Wettervoraussage für Donners tag: Unbeständig, kühl, nordwestliche Winde. Unter dem Einfluß des wetöstllchrn Druckgefälles ist mit Fortbestand des unbeständigen kühlen Wetters zu rechnen. Kreis Schotten. ed. Eschenrod, 27. März. Gestern feierten Oberbriefträger i. R. Johannes V e tz und Frau Karoline geb. Wacker das Fest der Goldenen Hochzeit; 7 Kinder und 24 Enkel umgaben das noch sehr rüstige Jubelpaar. Kriegerverein und Kirchengesang- verein nahmen an der Feier in der dicht gefüllten, festlich geschmückten Kirche teil. hg. Ulrichstein, 28. März. Unsere Jugendherberge, die auf Anregung des Vogelsberger Höhenllubs an Pfingsten 1921 hier eröffnet wurde und die 8 Betten für wandernde männliche und 4 Betten für weibliche Jugendliche enthüll, hatte im verstossenen Jahr eine Desucherziffer von 243 Jungen und 86 Mädchen aufzuweifen. Sie wird zu Ostern wieder ihre Pforten öffnen. — Unliebsame Erfahrungen zwingen allerdings zu der Einschränkung, daß fortan nur solche Wanderer Aufnahme finden werden, die den abgestempelten Ausweis einer Organisation, die sich die Pflege von Heimatliebe und Wanderlust zum Ziel gesetzt hat, oder ihrer Schule bei sich führen. Auf alle Fälle empfiehlt sich rechtzeitige Voranmeldung bei dem Herbergsleiter, da dlsbald bei Beginn der schöneren Jahreszeit mit einer sehr regen Wandertätigkeit gerechnet werden muh. Die Leitung der Herbergen liegt wieder in den Händen von Pfarrer Hellwig. Starkenburg und Rheinhessen. e. yffenbach a. M., 28. März. Der Antrag des Kuratoriums der höheren Mädchenschule, diese Anstalt zu einer Studtenan- stalt auszubauen, wurde von der Stadtverordnetenversammlung mit 18 gegen 15 geriet Abgesehen davon jedoch kann auch er sich den gestrigen Abend als Erfolg buchen. — Die übrigen Darsteller hielten sich gut zu den Hauptpersonen; besonders erwähnt sollen sein der Schüler Willi Simmers, Oskar F e i g e 1 s Frosch und Georg H e d i n g s Valentin, ßutfe Ram - mel fand sich mit der Marthe recht gut ab. • Wenn diese Faust-Aufführung wirkllch, wie es angekündigt wurde, der erste von weiterhin folgenden literarischen Abenden sein soll, so darf man nach diesem glücklichen Beginn sich auf das Kommende aufrichtig freuen. —r. • * ’ Frankfurter Opernhaus. Drei ©matter von Paul Hindemith. Frankfurt a. M., 27. März 1922. Von den drei Opern-Einaktern des jungen, hochbegabten Paul Hindemith, die das Frankfurter Opernhaus zur Erstaufführung brachte, hinterließ „<5ancta Susanna", die Uraufführung des Abends, den stärksten Eindruck. Das Motiö der Geschlechtsliebe, das auch den Grund- allord der beiden anderen Stücke bildet, ist in dieser bedrückend peinvollen Dichtung August Stramms ins MUieu einer Klvstereinsamkeit verlegt, wo eine Rönne in sündiger Sinnenbrunst zu dem gekreuzigten Christusbill) entbrennt. Die, Musik hat die Wirkung der atembeklemmenden Gefühlserregungen noch gesteigert, dabei aber I doch die stammelnde Raserei des textlichen Vorwurfs stilisierend zu adeln vermocht und die geschlossene Einheillichkeit der Stimmung teilt sich dem Hörer als Ausdruck tiefer innerer Röte mit. Szenische Milderungen und Dämpfungen erfuhren, gegenüber der Stuttgarter Uraufführung, „M ö r- der Hoffnung der Frauen" und das „Rusch-Ruschi". Bei der Deftonung von Kokoschkas schwer verständlicher, einseitig eropathisch gehaltener Dichtung unternahm es Hindemith, die aufpeitschenden Geschehnisse dieses wild gesteigerten grellen Kampfes orchestral und rezitativifch auszudeuten und zu illustrieren; er zeigt, noch den Spuren Wagners und Richard Strauß' nachgehend, großes technisches Können, und seine Instrumentation ist bei aller Kraftentfaltung kaum je überladen oder billigen Prunkeffekten ergeben. In dem „Rusch-Rusch i", einem reichlich eindeutigen Vorwurf Franz Bleis, fehll es der Vertonung noch an Humor und Witz: die Groteske allein, wie sehr sie auch in diesem ..Spiel für burmanische Marionetten" am Werke ist, tuts da auf die Dauer nicht Die kundige Regie Dr. Lerts, die feinsinnige musikalische Interpretation Dr. Rottenbergs, schöne Bühnenbilder von Ludwig S i e= vert und treffliche Leistungen von Orchester und Solisten halfen den drei Einaktern zum vollen Erfolg. Mit den Sängern itnb Aufführungsleitern ward der Komponist, der in Frankfurt als Konzertmeister an der Oper wirft, oftmals hervor- genifen. tt. öttmmen für 1922 zurückgesteM. Oberburger- meiner G ranz in erklärte, daft er an den JU- fonnorbeiten sich nicht beteiligen werde, da er cm grundsätzlicher Gegner der gesamten höheren Mädchenschule in ihrer heutigen Form sei. — TUtt einem Kosten Voranschlag von 1 319 000 Mk. toutbe die Errichtung einer Mainbadean - ft alt beschlossen. - Die Dergnügungs- steuer wurde endgültig verabschiedet. Einige Schulangelegenheiten iWatzl zum cd)uh>oiftanb. Errichtung eine» Stadtfchulamts, Einführung des Arbeitsunterrichts an der Frie- bensschule) wurden zunächst an den Schul- und Finanzausschuß verwiesen. — Für 1921 muhten beim Schlachthof 550 000 'TEtt, beim Stadtbad 99 850 Mk.. beim StadtkranlenhauÄ 1 900 OCOQHL, beim Dermessungsamt 10 ZOO Mk. nach bewillig t werden. Die Schlußzitter des Haushaltungsplanes der Stadt für 1922 be- 101 829 783 Mk., 28 Millionen mehr als .im Vorjahre. ■— Hesscn-Na^au. ' Frankfurt a. M.. 28. März. Aufter- ordentliche reiche Deute machte eine Sin- b r e ch e r b a n d e , die in der Nacht in der Sch.-mannstrahe im Westend nacheinander zwei Woh. ungea vollkommen ausraubten. Den 6in- brechern fielen zahlreiche Wertgegenstände in die Hände, deren Wert auf über 2 Millionen Mark geschäht wird. Alle Anzeichen deuten darauf hin, da st man es mit einer Bande zu tun bat, die mit den modernsten Hilfsmitteln arbeitet. Man hat bis jetzt noch keine Spur der Verbrecher entdecken können. ' Frankfurt a. M., 2Z. Mürz. 3n der Friedrich-List-Strabe wollte eine 66 Jahre alle Frau das Feuer m ihrem Herde mit Hilfe von Petroleum entfachen. Dabei schlug eine Flamme aus der Ofentür und setzte da- Kleid der alten Frau in Brand, so daß sie bei lebendigem Leibe verbrennen muhte, da keine Hilfe zur Stelle war. fpd. 5ran Ff urt a. M., 28. März. Kurz nachdem der Eilzug Frankfurt a. M.—Pirmasens die Station Steinalben (Bayerische Pfalz) verlassen hatte, wurde der Eisenbahnassistent Hellwig auf dem Gleise vor dem Stationsgebäude erschossen aufgefunden. Es war bereit« öfters versucht worden, in das Stationsgebäude einzubrechen. 3n dem Gebäude wurde eine neun Millimeter-Patronenhülse gefunden, die vermutlich aus einem Armeerevolver stammt. Auf die Ermittlung des Täters setzte die Betriebsinspektion eine Belohnung bis zu 5000 Mark aus. Heber den Hergang und den Grund zu der furchtbaren Tat ist man noch völlig im Linklaren. mc. Frankfurt a. Q2L, 28. März. 3n der heutigen Stadtverordnetenversammlung hielt Oberbürgermeister Boigt seine grohe StatSrede, aus der hcrvorging, daß die Stadt noch 80 Millionen Mark Defizit decken muh. Gleichzeittg wurde man damit verttaut gemacht, daß für nahezu sämtliche Gebühren und Steuern wesentliche Erhöhungen bevorstehen. 3nSbesondere wird die G e - werbe st euer eine starke Mehrbelastung erfahren. Eine Reihe neuer Steuern sind über das Stadium der Borberatung noch nicht hinausgekommen. jl Marburg, 28. März. Das Derfchwin- den des seit dem 19. Februar vermihten Studenten Schmidt hat sich jetzt aufgeklärt. Heute früh wurde seine Leiche in der Nähe der Kaserne In der Lahn gefunden. Der junge Mann ist zweifellos in der Dunkelheit vom Wege abgekommen und in das Wasser geraten. — Gestern versuchte sich ein schwer nervenleidendes Mädchen zu vergiften. Es wurde schwer- trant in die Klinik eingeliefert. — Der von Münchhausen stammende Paul Moog in Hai» York stiftete für die Beschaffung von Orgelpfeifen in der Kirche feiner Heimatge- nuinbe 3500 Mk. Don u n 1920 gebar die Tochter ein Kind, das aber bald Jtarb. M. setzte dann den intimen Derkehr mit tort’ und die Tochter schenkte im Oktober 1921 wieder einem Kinde das Leben, das sie alsbald tötete. M. hat die Leiche im 2ackosen verbrannt. Die Tochter wurde im vori- gen 3ajr von den Darmstädter Geschworenen wegen KmdeStötung zu 2 Jahren Gefängnis Der- !L'2?r!etiFiL an1?n Tötung des Kindes beteiligt ist, lieft sich nicht feststellen. M. wurde wegen seines gemeinen Verbrechens nach 8173 Bes StGB, zu 1 Qabt 6 Monaten Gefängnis und 5 Oafcren Ehrverlust DerurteilL Gerichtsfaal. NN. Darmstabt, 28. März, glaublichem Tiefstand der Moral zeuat das Verhalten des 51 Jahre allen Bäckermeisters und Landwirts Zoh. Herrn. Merkel m Sieber bei Ottenbach. M. ist feit 1917 Witwer unb verging sich wiederholt im 3afirc 1919 an leiner damals 16 Jahre alten Tochter. 3m 3uni Vermischtes. Das Wetter. Wie die Blätter aus Karls ruhe melden, ist in Baden und kDürttemberg feit gestern früh ein neuer Kälterück- fall zu verzeichnen. Aus dem höheren Schwarzwald wird starker Schneefall und eine Kälte von 6—8 Grad gemeldet. Seit gestern abend ist her Schwarzwald bis zur Talsohle herab mit Neuschnee bedeckt. Russisches Attentat in Berlin. Berlin, 28. März. (WTB.) Bei einer heute in der Philharmonie abgehalte- nen Versammlung rechts st ehender Russen wurde während der Dersammlung auf den Bortragenden aus der Mitte geschossen. Eine Person wurde getötet, mehrere Personen durch Revolverschüsse schwer verletzt. Berlin, 29. März. Wie die Blätter melden, richtete sich das gesttige Attentat in der Philharmonie gegen den Führer der russischen Kadetten Miljukow. Miljukow wurde nicht getroffen, dagegen sanken der neben ihm sitzende Kadettenführer und der Chefredakteur der in Berlin erscheinenden russischen demokratischen Tageszeitung, R u l, von mehreren Schüssen getroffen zu Boden und starben kurz darauf. Aach dem Attentat stiegen zwei junge Männer auf die Rednertribüne und erklärten, sie seien Monarchisten und hätten Miljukow ermorden wollen, um sich für den Zaren zu rächen. Zwei der BersammlungSteilnehmer wurden durch Schüsse in die Brust verletzt, zwei weitere am Fuß. Beide Täter wurden verhaftet. Der eine ist ein früherer zaristischer Leutnant namens Schalki-Drick. Hnnüel« Berlin, 28. März. Börsen st im- mungsbild. Die Devi enpreise setzten, allerdings in geringerem Umfange als bisher, den Zug nach oben weiter fort. Die Beteiligung des Publikums am Börsengeschäft wächst. Anfänglich bekundete die Spekulation im Hinblick auf die für heute nachmittag zu erwartende Regierungserklärung einige Zurückhaltung, so daß sich in das sonst recht feste Bild der Kursgestaltung einige Rückgänge mischten. Diese wurden lxüd ziemlich wieder ausgeglichen. Das Geschäft war, wenn auch nicht ganz so lebhaft wie gestern, doch noch recht ansehnlich, was besonders auf dem EinheitSkurS- martte in weiterer Kurssteigerung der 3n° dustriepapiere zutage trat. 3m Grvhverkehr standen im Dordergrunde die bekannten oberschlesischen Papiere sowie Textil- und Ma- schinenfabrikaktien, in denen man anhaltende ausländische Käufe beobachten kann. Die Kurssteigerungen betrugen durchschnittlich 20 bis 40 Prozent und vereinzelt 50 Proz., für Stettiner Bulkan 90 Proz., Hammersen 140 Prozent, Kattowiyer 150 Prvz., Gebr. Döhler 22 Proz., Erdöl 275 Prozent. Später entwickelten sich ansehnliche Umsätze in Phönix bei um 120 Prozent sprunghaft steigenden Kursen. SchiffahrtS- und Bankaktien hatten bei mäßigen Kursgewinnen verhältnismäßig ruhiges Geschäft. Bon festverzinslichen Werten erhielt sich das 3nteresfe für alte Reichsanleihen. Bon ausländischen Werten stiegen österreichische, türkische und bulgarische Anlagepapiere zum Teil ansehnlich im Kurse. Frankfurt a. M, 28. März. Börfen- silmrnungsbild. ®er Effektenmarkt zeigte auch heute Im groben und ganzen eine freindllche Tendenz, das Geschäft hiell sich jedoch noch immer in engem Rahmen. Verschiedene 3ni>dfl rtc- papiere erzielten höhe« Äurfe. Spekulation und Privatpublikurn zeigen grobe Kauft ist, da man im April eine Steigerung erwartet. Der Dollar zog von 339 auf 341 an unb bewegte sich später auf 340. Unter Den Valutapapieren bestand grofti Äaufneigung für 4proz. ungarische Doldrente. Merikaner ruhiger. 3m freien Verkehr zeigte fich gröberes 3ntertffe für Deutsche Petroleum. 2287—2318. Mansselder Kure 30 500—30 400. Benz 695. Rastatter Waggons 820. Ehanifche Rhenania 1220. Brockhues 1410. Zulius Sichet 760. Auwwerte behauptet. Auch chemische mb Elektrizität? Papiere lagen überwiegend fester. Banken gut behauptet. Die feste Drundstimm tng hielt bis zum Schlutz an. Privatdiskont 4V» Proz. • Frankfurter Tagung der Deutschen Handelskammer in Der Schweiz. Aus der Frühjahrsmette Dom 2. bis 8 April wird ein Vertreter der Deutschen Handelskammer in der Schweiz anwesend fein, der jeden Nachmittag im Zimmer Osthalle A Nr. 137 über Fragen des schweizerischen Wirtschaftsleben«, be- sonders über Einfuhr und Zollverhältnisfe Auskunft zu geben bereit ist. Frankfurt a M.. 29. März Börsenkurse. Fronst iiri Berlin Schluß- Schluß- Schluß- Schluß- Kur« Kur« Kurs Kurs Datum: 27. 3. 28. 3. 27.3. 28.3. 5' Dtfch.KriegSanl 77.50 77,50 77,50 27.50 4°,Dtfch. Reichsanl. 94.50 9610 95,50 96 75 3°.Dtsch.Reichsanl. 130,25 13 ,50 130,75 131 - 4*/. Preuß. Konfols 75,- 76,- 7 >,75 75,50 Hamburg-Paketf.. . 519 - 524,- 520,- 525, - Nordbeustcher Lloyd 400,- 400,- 399,84 393,- Tomm.u.Privatbank 333,- 333,- 335,- 334 - Darmstädter Bank . 335,- 335,- 335,- 335 - Deutsche Bank ... 600,- 604,- 599,- 603 - Disconto-Gefellfchast 492,50 494,- 494,75 496'- Dresbner Dank. . . 360.50 369,— 367, - 367 - Mitteid. Treditbank. 307,- 307.- 307,- 308 - , Aationalbank f. D. . 344,- 344.- 346,- 347 - Doch. Gußstahlwerke 1280,- 130ü - 1825,- 1315,- Bud.-Sisenw.-Akt.. 1100,- 1115 1065,- 1088,- D.-Luffemb. Bergw.. 1180,- 1185 - 1181,- 1190,- Gelfenkirch. Bergw.. 122 - 1227,- 1230,- 1238,- Harpener Bergbau . 1900,- 1*10 - 1892,- 1920'- Oberschl. Sisenb-B. 1150,- U8u 1189,-1170,- Oberschlef. Eifenind. 975 - 950,- 940,- 940,- Phönir-Bergb.-Akt. 1305,- 1400,- 1305,- 1425,- Bad.Anilin-u. Soda 7.8,- 800,- 799,75 799,- Höchster Farbwerke. 7 45, - 750,- 750,- 759,- Allg. Elektr.-Gef. . . 881,- 900,- 890,- 889,- Felten L Guilleaume 1075,- 1070,- 1078,- lQ8o' - Schuckert-Werke. . . 800,- 800,- 796, 801,- Adlerwerke......5 »5,- 605,- 600,— 619,- Daimler.......564,- 570,- 567, - 5a0,- 4° a Heff. Staatsonl. 77,25 75,- 74,25 74,60 Electron Griesheim 945, - 955, - 950,- 960,- Dtfche> Dereinsbonk --, — -,_ — Berliner Devisenmartt. Geld Brief Gell» Brief Datum: 27. Mörz. 24. März. Amslb.-Notterd. 12’62,20 12787,80 12837,15 12862 85 Brüssel-Antw. . 2817, 5 2842,85 231 ,15 282285 Ehristiania . . . 6018,95 6Jöl,05 600 ,95 6o; 6*05 Kopenhagen .. 7167,80 7182,20 7112,85 7 27 '5 Stockholm. ... 88 1,15 8848,85 882 ,15 8838*8.5 Helstngfor«. . . 695,25 696,70 684,30 6 >5*70 Italien 172 ,75 1724,25 169',80 1 >91'20 London 14a3,aO 1486,50 1178,50 148 ,50 Aeuhork 338,16 338, >4 338,66 3'9,31 Paris 3016, 5 30-8,05 30 9,45 3035,55 Schweiz 6568,40 6681,60 6578, ui 6591,60 Spanien 5254,70 5265,30 5219,75 523(l25 Deutsch-Oesterr. 4,48 4.52 1,18 4^,2 Prag...... 655,35 606,65 613,35 614,65 Budapest .... 37,16 37,54 37,56 37,64 Buenos Aire« . 122,60 122,90 121,75 122,05 Bulgarien ... -, 226,75 227,25 Marknotierungea. Datum: 1.7.14. 27.3. 28.3. Zürich Fr. 125 40 1,52 1,52 Amsterdam Fl. 59.20 0,78 0,78 Kopenhagen Kr. 88.80 1 42 1,44 Prag Kr. 117 80 16.62 16 32 Stockholm Kr. 88.80 1,16 1,17 Wien .......Kr. 117.80 London Sh. 37.80 7,04 Paris Fr. 125.40 3,28 33) Aeuvork I 23.80 -,30 -.29 Züricher Devisenmarkt. 28.3. 2°. X A>echs«l aut Schweizer Franken Holland 100 Fl. — 194.2o ly.i.60 Deutschland 100 Mk. — U 4 L55 Wien 100 Kr. — O.GG 0.06 Prag 100 Kr. — 9.25 9.30 Pari« 100 Fr. — 46.15 46.50 London 1 £ =» 22.46 22.51 Italien 100 2. — 26.05 26.10 Brüssel 100 Fr. -- 43.10 43.30 Budapest 100 Kr. — 0.57 0.575 Aeuyork 100 $ ---- 516.- 614.- Agram 100 Är. = 1.56 1.55 Warschau 100 Är. ----- 0,13 0,13 Frankfurter Schlachtvichmarkt. Frankfurt a. M., 27. März. (Amtlich.) Marktverlauf: Zn allen Biehgattungen lebhafter Handel. Der Markt wurde geräumt. Zm einzelnen ist zu bemerken: Auf getrieben waren: 1313 Rinder, darunter 166 Ochsen, 43 Bullen, 1104 Färsen und Kühe, ferner 363 Kälber, 62 Schafe und 1071 Schweine. An Preisen wurden angelegt p. Ztr. Lebendgewicht: für Ochsen 1500—2250 Mk., für Bullen 1500—2000 QRL, für Färsen und Kühe 1550—2200 Mk. für beste Färsen, und bi« 1750 Mark für beste Kühe; für Kälber 1500 bis 2200 Mk.; für Schafe lOpO—1550 Mk.; für Schweine unter 80 Kilogramm Lebendgewicht 2500—2700 Mk., von 80—100 Kilogr. Lebendgewicht 2800—2900 OHL von 100—120 Kilogramm Lebendgew. 2800—2900 Mk., von 120 bis 150 Kilogr. Lebendgew. 2800—2900 Mk., für Fettschweine über 150 Kilogr. Lebendgew. 2800—2900 Mk^ für Sauen und Eber 2600 bis 2800 Mk. Die Marktpreise liegen um so viel über den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Händlergewinn in sich schließen. Dom 3. April d. Z. Die Sehnsucht nach Energie! Ist es nicht beschämend und nteberbrütfenb zugleich, wenn man seine eigenen Vorsätze aus Mangel an Energie nicht achtet? Unb doch ist blei meist nur ein Zeichen schwacher Nerven! Der Nervöse ist verdrießlich, toanfelmütig, ungerecht gegen sich und andere. Gerade die ihm nahestehen. haben am meisten darunter zu leiben. Das Familienleben wird getrübt. Im Beruf lommt er nicht vorwärts, weil ihm das Vertrauen zu sich selbst fehlt sowie Ausdauer und fefta Dille. Deswegen ist der Nervöse stets im Nachteil. Do der Energische zielbewußt. llar und ruhig b arbeit zu feinem Vorteil, da schwankt der Nervöse hin und her ober übereilt sich hastig zu eigenem Nachteil Die schlechten Folgen ärgern unb entmutigen ihn. Um so mehr beneidet er feinen energischen Mitbewerber. Aber niemanb sollte es so weil kommen satten, bis feine Sehnsucht nach Energie in Neid sich verwandelt. Zeder tom sich die Nerven kräftigen und seine Energie wirksam anregen. Wie Salz unb Gewürz ben Appetit anregen, fo Kola-Dultz die Energie. Das Blut strömt danach schneller unb leichter durch die Abern unb versorgt bas Gehirn bester. Dadurch allein schon fühlt man sich verjüngt und gekräftigt. Aber die Nerven werden durch Kola besonders angeregt Kola-Dultz wirkt auch so außerordentlich schnell, schon nach wenigen Minuten verspüren Sie ein Gefühl des Wohlbehagens, der Stärkung, ja bei neuerwachten Energie. Hochtouristen unb Forfchungsreifende haben es verwendet auf Ueber- toinbung großer Strapazen oder um sich neuen Thit einzuflöhen, wenn sie vor Ermüdung au- fammenzubrechen glaubten. Berühmte Aerzte vieler Länder verwenden es für sich selbst und geben es ihren Patienten. 3n vielen wissenschaftlichen Arbeiten ist Kola- Dultz empfohlen worden. Kola-Dultz 6ringt Lebensmut und Schaffenskraft sowie das Gefühl der Zugend mit ferner Tatkraft und Energie, die Erfolg unb Glück verbürgen. Nehmen Sie Kola-Dultz eine Zeitlang. Ihre Nerven werden frischer, Mißmut und Mattigkeit verlieren sich. Ihr Selbstbewuhtfein erstarkt unb Energie erfüllt Sie. Taufende taufen Kola-Dultz täglich, auch Sie können es au8 fast jeder Apotheke beziehen. Doch ehe Sie einen Pfennig ausgeben, sollen Sie fich auf meine Kosten von der Wahrheit des hier Gesagten überzeugen. Deshalb möchte ich Ihnen gern vorher ein genügende« Quantum zu einem ausreichenden Versuch aanz umfonjt übersenden. Ein so gutes unb harmloses Mittel braucht keine ad wird die Marttzett wie folgt festgesetzt: Montags: für Rinder und Schweine von 8 bis 12 Ahr, für Kälber und Schafe von 9—12 Ahr; Donnerstags: für sämtliche Biehgattungen von 9—12 Ahr. (In einem Teil der Auslage totcbcrbolt) Um die Zurückziehung der amerikanischen DesatzungSlroppen. Pari«. 28. März. (WTB.j Die .Eß'- ca g o T ribune" teilt mit, daß gestern abend der OberlDmmanbierenbc der amerikanischen Truppen am Rhein, General Allan, in Paris ar.- gekommen ist, um mit Dem amerikanischen Botschafter anb Dem amerikanischen Vertreter in Der Reparativ ns kommifsion über Die Zurückziehung der Besatzungstruppen vom Rhein zu beraten. Aach Dem Blatte haben sich aus 2lnla6 des amerikanischen Beschlußes, Die Truppen zurückzuziehen, nichl mr französische, sondern auch englische unb belgische Mililärkreise am Rhein sehr überrascht gezeigt unb General Allan gebeten, s ine Regierung um Revision die es Beschlusses zu ersuchen. Derart, daß bic Vereinigten Staaten ihre Truppen vorläufig njch! zurückziehen, beren Anwefenheit eine Sicherheit dafür wäre, datz bie Siegerinächte keine annejio- nistifche Absicht besäßen. General Allan wirb nach dem Blatt morgen abend nach Koblenz zurückkehren. Japan« Vertreter in Genua. Paris, 28. März. (WB, Das .Petit Z 0 u r n a 1“ teilt mit, bab Die japanische Regierung auf Der Konferenz von Genua Durch ihre Botschafter in London unb Paris und durch ihren Gesandten in Warschau vertreten fein wird. Eine Konferenz der Finanzmistister der Länder. Berlin, 28. März. Außer der Konferenz der Innenminister, findet, wie bie .Deutsche Allg. Ztg ' hört, heute im Reichsfinanzministerium eine Konferenz ber Finanzminister ber Cänber statt, bie bie allgemeine Finanzlage unb insbesondere die Novelle zum Landessteuergeseh zum Gegen- stand der Beratung haben soll. Norwegische Vorschläge über die Hilfe für Rußland. Ehristiania, 28. März. (WB) Die Regierung übersandte am 27. März dem Präsidenten des Völkerbundes ein Memorandum Nansens betr. cie Epidemien und die Hungersnot in Rubland, sowie bie Froge der Hilfe für die hungernde Bevölkerung. Unter B zugnahme auf di fs De ik ch i 4 schl 'gt die Regierung vor. eine Kommission zu bilden zur unparteiischen Antersuchung der Lage m Rußland und der Wirkungen, die der Hunger und die Epidemiai für das üb ige Europa haben könnten anb um sich darüber zu äußern, welche Vevanstaltanaen in dieser Sache möglich und wünschenswert s in können. Derfassungsfragen Ungarns. Budapest, 28. März. (WTB.) Minister» Präsident Graf D e t h l e n hielt gestern vormittag in einer Derfommlu g der Regierungsparteien eine Rebe. Er betonte, daß die Königsfrage bereits entfchieden fei. Da bie Nation an einem mv abhängigen Königsturn festhalte. Man könne die alte österreichifch-ungarifche Monarchie nicht wie» Der zum Leben erwecken. Man spreche von einer Donau- Foederation und von einer Foederation ber alten österreichisch-ungarischen Monarchie, wovor fich Ungarn auch währenb bes 67er Ausgleichs gehütet habe. Man wolle jeboch in Ungarn auch von einem gemeinsamen Zollgebiet bet Nachfolgestaaten nichts mehr wissen. Dies sei mit ben wirtschaftlichen Interessen Ungarns unvereinbar. Ungarn toerbe bie soeben errungene wirtschaftliche Unabhängigkeit nie mehr prclSgeben. Es sei jedoch bereit, mit seinen Nachbarn ent- sprechende Handelsverträge zu schließen, unt werde alles aufbieten, den freien Handelsverkehr auf der ganzen Linie wiederherzustellen. /IpOmeRCAu Miihonr*W*ch bewährt DrogerieNqH, Bahnhofstraße 51. (ll#eA nslkiroB boeUtfi »dxxllskher ix>d xhmerzioe jhnemugen Hornhaut S««. Alles 3F«««) Blei, 8««ser«!!«. m zahlt die hö.hnen Preise Zn fall. Wolkengasse. Selters weg 73 Tüchtiger jung. Mann sowie Fräulein mit allen Bureauarbeiten vertraut, für em Getreide- und Futtermittelgeschäft per sofort nach Alsfeld gesucht. Schriftl. Angeb. unt.03259 an d. Gieff. Anz. , Vcb. Spengler u. Fu- itallatcur und led. evtl, auch älterer Mann für Gurienarb. tief. Gehalts- anlvr. b. fr. Stal. u.Zeug- niSabfchr.au lakoalsson- bani Elliahethoasiilt, Darmstadt. 3129D Achtung! Spinat, jvtldsalat, Rotkraut, Weißkraut, Rote- riiben, Karotten, Vauch, eeflerie, Bluincn o!>l, Zwiebeln ».Meerrettich Vereinigte Handelslehranstalten Gießen Leiter: J. Kunzeimann, Seltersweg 73, Diplom-Kaufmann u. Diplom-Handelslehrer. Tages- und Abendkurse in allen Handelsfächern. Halbjahres- und Jahresklassen- _ • Beginn des neuen Schuljahres • IVl Ctl Auskunftu.Anmeld tägl.b.der Hansa- oder Vo^rfsch&n Handelsschule Suche la Ilieta »um 1. Juli eine 4- oder »> Zimmer - Wohnung. Tausche dafür eine entsprechende Wohnung in Frankfurt a. M. oder nächster Nachbarschaft (Höchst a. M.s. Schriftliche Angebote unter 3119 an den Gieff. Anzeiger erbeten. Der Versuch einer Konkurrenzfirma, unsere Jubiläums ■ Perlen • Gabe (12 echte Perlen im Werte von Mk. 150 OOO.—) der Zahnpasta [Vermietungen | teion taölBÄ i v. rr öhl. Zimmer mit xwei Betten. Gute VerpHag ing MöbL Zimmer in. Beus. für. ».om. Lndpigetr.SIH. Halle(25 m lg., 67. m breit) ,s Abbruch, 1 Bierapparat tu. Donnerstag, 30. März, 8‘/i Ubr abends Spieler- BnfiMim Rettaur. ^Germania". Erscheinen aller aktiven Spieler (Fntzball, Vefcfjt» atlethik,Hockey pp.)Pflicht. Der SpielauSschuff. Wegen Aufgabe meines Geschäftes Der* krause ich am Montag, den 3. April, mittags 1 Uhr, sämtliches MksWsimM: Gin 9MM kann zu Ostern eingestellt werden. 3105 Brühi'sche Dniv.-Drackerei Schnlstraffe 7. Zu Ostern suchen wir einen Lehrliug mit Brirna-Reife. Bewerbungen mit selbstgeschriebenem — Handschrift — Lebenslauf an Paucoe & Co., Gießen. Erich Beyer Juwelier, 9M» Gießen, Bahnhofstr. 1. Wohnungstausch. Geboten: Neu berge- richtete 3-Zimm.-Wohnung mit Balkon. Gesucht: 4 - Zimmer- WobnungNäheLudwig- (trabe. Schriftl. Angeb. unter 03203 an d. Gieff. Anz. erb. Wotniuttgstausch Kassel—Gieften. auf 1. April oder später. Wübnungötauschgenehini' gung vorn Wohnungsamt Kassel vorhanden. Näh. durch Herso, M. A.-E., Blockstraße 5. 3131b [Stslls»«^sbots[ 3 bis 4 ßoMlegei für dauerndc Arbeiten Btiu.üogeli- Beteln (Biesen h. llmgeg. 1897, e.B. Donnerstag, 30. d. M.. von gebildeteinHerrn zum 1. April oder später gesucht. Schriftl. Angeb. u. 03264 an den Gies^ Auz. I V/ohnungstauseh | daß aber noch 4 echte Perlen in Kaliklora/Tuben versenkt sind, die hoffentlich bald gefunden werden. 5 weitere Perlen erhalten diejenigen 5 Personen, die uns in der Zeit vom 15. bis 30. September 1922 die meisten leeren Kaliklora• Kartons mit Kontrollstreifen einsenden. 2 halbe gleich 1 ganzen. Saal um MMMNN geeignet für Züa ren- fnbrifation, eittschlicßl. Stallungen für Lagerräume, zu vermieten. Schr. Angeb. n. 03265 au den Gieß. Anzeiger. Ein großer mit 2 Ansälen 3» vermieten. Eignet sch für Zigarren- oder für sonstigen Fabrik betrieb. 03202 Heinr. Abel, Wißmar. I Mietgesuche j 56öit möbliertes Theke, 35 Tische, 50 Bänke, 30 Stühle, 500 Biergläser, 1 Tanzboden, 1 Flaschenzug, 1 Füllmaschine, 1 Wage, einen Häute .Jelle aller Art wie: Rindhäute, Kalbfelle Schaffelle, Geißfelle Zickelfelle Hasen-, Kanin- und Rehfelle, Wildfelle aller Art kaufen zu den höchsten Tagespreisen Unno £ Pn G.m. Frankfurt nddü auf la Objekt gesucht. Off. unt. 2204 au Serio, M. Ann.-Erved, Plockftr.5. 1 Acker in der Schwarzlach oder der. Näbe zu pachten gesucht oder wer gibt einen ab? Schrifil- Augeb. unt. 2616 an d. Gienen. Auzeig. Hduard Dietrich, Hattenrod, -Sir. Gienen. Falt ganz neue [3047 Metzgerei- Eiririchtinrg abzurebett, beftebenb: 5Iuiter,B?olf, Schleifstein, ’l) Redner von der Landwirtschaft keine Ahnung haben. Die Einführung von <)ua)tvie./ g?f .ja., t. i * Interesse ter Allgemeinheit. Die Landwirtschasts- kammer ist nicht nur eine Einrichtung der Landwirte, sie ist eine solche des ganzen Volkes. Wir müssen auch heute noch Milliarden ins Ausland schicken, weil die deutsche Landwirtschaft bas Volk noch nicht allein ernähren kann. Man barf bie Freute in ter Protektion nicht töten durch einseitige Belastung unb burch Zwangswirtschaft. Man tut den Dauern Unrecht, wenn man verlangt, sie sollen die durch einen unglücklichen Zufall entstandene Schuld allein tragen. Das ganze Doll muß zur Deckung herangezogen werten. Abg. Dr. Müller (Bbd.) weist wiederholt auf die Regelung hin, die Baden in gleicher Frage gefunden hat. Es ist unbedingt richtig, daß die Einführung des Viehes im Interesse der Allgemeinheit erfolgt ift Eine moralische Verantwortung hat das Reich immerhin anerkannt Der hinterschied zwischen Baten und Bayern gegenüber Hessen ist darin begrüntet daß die Darm- städie. Bank unsere Frankenschuld in eine Mark- schuld umgcnxmtelt hat in einem Augenblid, da bie Mart am schlechtesten stand. Die Bank hat nach dem Standpunkt tes übelsten Halsabschneiders gehandelt. (Hort! Hört!) Sie weigert sich immer noch, bekanntzugeben, wann und von wem sie die Franken gekauft hat Vielleicht überlegt sie sich bai noch. Das Reich kommt mir denen zu Hilfe, die DalutasHulbner sind, nicht aber denen, die die Valuta- in Markschuld umgewandelt haben. Redner erörtert bann das badisch-bave- rische Abkommen, daS eine burchaus gerechte Regelung bedeutet Der Abwälzung ter Schulb auf bie Landwirtschaft noch ter Hälfte können wir grundsätzlich nicht zustimmen. Auch ter Verbuch, die kleinen Landwirte gegen uns auszu- sptelen, kann uns darin nicht beirren. Wir sind auch gegen bie Staffelung, gerade weil diese wieder durch Pachterhöhung usw. bie kleinen Besitzer trifft. Aus den gleichen Gründen müssen wir uns dagegen wehren, daß durch die Getreideumlage wieder allein die Landwirtschaft die Kosten für die Verbilligung des Brotes für Minderbemittelte tixigen soll. Abg. Kaul (Soz.) beantragt Schluß ter Debatte. Der Antrag wird angenommen. Es sind noch 5 Redner unb einige Regierungsvertreter gemeldet Abg Schaub (Ü.1SP.) ist gegen bie ileber- nahme bei Schulb auf den Staat. Wenn bie Landwirtschaftskammer mit ihrer Spekulation viel Geld verdient hätte, hätte bie Allgemeinheit sicher nichts davon gesehen. Abg. Wünzer (D. Vp.) unterstreicht das, was ter Abg Köhler bereits gesagt hat. Er müsse nur daran erinnern, daß das, was die Regierung vv'schlägt, gerate bie kleinen Landwirte schützen soll. Dem Vorstand ter Land- trirlsfammer wird ter Vorwurf ter Spekulation gemacht. Das ist unrecht und unbegründet. Die LandwirtschaftSlammer hat das Vieh gekauft und oerfauft und das Geld bei der Dank deponiert. Es ist überhaupt noch nicht zur Sprache gekommen, daß die Lanbwirtschaftskammer bie Schulb überhaupt gar nicht bezahlen konnte, weil die Bezahlung vertragsgemäß erst nach Kriegsende erfolgen konnte. (Hört! hört!) Von Spekulation kann also gar keine Rete sein. Auch aus der Tatsache, daß in ter Bilanz bie Schulb der Landwirtschaftskammer nicht als Mark-, sondern als Frankenschulb figurierte, ist kein Verschulden zu konstruieren. Man sollte das alles unterlassen, die Schuld wirb badurch nicht verringert, nur bie politischen Gegensätze werden verschärft. Wir werten für das unbeschränkte hlmlageverfahren stimmen unter ter bestimmten Voraussetzung, daß vorher alles geschieht, um die Schulb abzutragen ober zu vermintem. Die Regierung möge darüber wachen. Abg. Hahn (D. Vp): Die Landwirtschaftskammer hat durchaus ihre Schuldigkeit getan. Ich bitte, den Antrag tes Ausschusses anzunehmen. Darauf tritt Vertagung ein. Rächste Sitzung Mittwoch 9 Uhr. — Schluß ‘/22 Uhr. Kirche und Schule. e. Der Hessische LandeS-Lehrer- berein, ber am 10. unb 11. April zu Frieb- berg seine biesjährige Vertreter- unb Hauptversammlung abhalt, schließt feine Rechnung für bas letzte Geschäftsjahr mit einer Einnahme von 271 412.88 Mk. ab, ber eine Ausgabe von 264 077 Mk. gegenüber» steht. Rach ber Mitteilung eines Gießener Vorstandsmitgliedes ist ein Privatdozent ber Universität Gießen bereit, in ben Lehrervereinen Vorträge über betriebene Kapitel aus ber Päbagogik unb ber Psychologie zu halten. Hochschulnachrichlen. Studenten als Bergarbeiter. • Frankfurt a. M., 28. März. Ungefähr 2 00 Studenten ter Universitäten Frankfurt a. M., Heidelberg, Marburg, Köln und Göttingen arbeiten seit einigen Tagen in verschiedenen Bergwerken tes Ruhrgebietes, um sich aui diese Weise die Mittel zur Fortsetzung ihrer Studien zu verdienen. » Berlin, 27. März. (WTD.) Letzte Rächt ist Professor Alfred D1 a s ch k e, ter bedeutende Berliner Demcttologe, einem langwierigen Leiten erlegen. Berlin, 29. März. Der langjährige Vertreter ter römischen Geschichte und ter Inschriftenkunde an ter Berliner Universität Geh. Rat Pros. Dr. Otto Hirschield ist gestern In Berlin im Alter von 79 Jahren gestorben. Der Verstorbene ist als RachfolHvr Tb Mommsens seit 1885 an der Berliner Universität tätig. Aus dem Amtsvcrkünviftungsblatt. ♦* Das AmtSverkündigungsblatt Rr. 42 vorn 28. OHöta enthält Reparationslieferungen. — Die deutschen Aufbauschulen. — Die Ausführung tes Besoldungsgesetzes für die Lehrer. — Einsendung ter Hand- und Tagebuchauszüge. — Erwerbslosenfürsorge. — Abgabe von Krankentragen aus den Beständen deS hessischen Lantesvereins vorn Roten Kreuz. — Huntesteuerveranlagung. — Viehseuchen. — Straßensperre. Holzverdingung AIS Reparationslieferungen sollen für England, Frankreich und Italien Schwellen, Schnittholz and Parkettstädc beschafft werden. Die Verdingungsunterlagen sind bei dem LantesauftragSamt einzusehen und können von dort bezogen werten. Die Deutschen Aufbau schulen. Zu Ostern des IahreS werden zu Alzey, Denshelm unb Friedberg Schüler in die unterste Klasse der deutschen Aufbauschule ausgenommen: auch an dem Lehrerinnenfeminar zu Darmstadt wird eine Aufbaullasse für Mädchen eingerichtet. GS ist zu wünschen, daß möglichst viele Schüler angemeldet werten, damit eine geeignete Auswahl für die neue Schule getroffen werten kann. Die Anmeldung ist nur wirklich Begatten und tüchtigen Schülern zu empfehlen. Für jedes Kind, das sich meldet, ist neben dem Schulzeugnis eine genauere Würdigung seiner Veranlagung, seines Charakters und seiner besonderen Fähigkeiten auözustellen, die erkennen läßt, ob e$ für die Aufbauschule besonders geeignet erscheint oder nicht. Diese Würdigung ist unmittelbar an die Direktion zu senden. Turnen, Sport und Spiel. • 16. Rhönturntag. Dieser Tage tourte ter 16. Rhönturntag in der Hauptwache zu Fulda abgehalten. Eine Anzahl Turnvereine hatte Vertreter hierzu entsandt. 'Der 2 Vorsitzende Milker eröffnete in Abwesenheit des 1. Vorsitzenden den Rhönturntag und begrüßte die Anwesenden. Das diesjährige Rhönturnfest wurde auf den 13. August festgesetzt. Dem Kassierer Eduard Kaufmann tourte Entlastung erteilt Mit einem „Gut Heil" auf gutes Gelingen tes Rhönturnfestes wurde ter Rhönturntag beschlossen. — 11 m die Mitteldeutsche Fußballmeisterschaft fanden am Sonntag drei Spiele statt. In Mittweida fchlug der Chemnitzer Dallspielverein die Spieloereinigung Erfurt 6:3: in Magdeburg blieb Ring-Dresden gegen Fortuna-Magdeburg 2: 1 erfolgreich und in Plauen behielt die Spielvereinigung Leipzig gegen Concordia-Plauen 3:0 die Oberhand. — Deutsche Fußballer in Böhmen Am Sonntag weilten die Würzburger Kicket, ter M.T. V München 1860 unb Alemannia, DreSlau in Böhmen unb trugen dort verschiedene Wettspiele auS. Die Würzburger Kickers traten in Prag gegen ben tschechischen Meister Sparta an und unterlagen vor 10 000 Zuschauern mit 1:4. — Die Breslauer Alemannen wurden am Samstag von dem Sportclub Königgräh mit 6:2 unb am Sonntag von tem gleichen Verein sogar mit 9:0 besiegt, während der M.T.V. München gegen den Fußballclub in Teplitz mit 1:4 den Kürzeren zog. — Trainer-, Jockey- unb Herren - reiter-Lizenzen für bleses Jahr ftnb bis jetzt in folgender Anzahl ausgegeben worden: Trainer 175, Jockeys 137, Herrenreiter 172. Unter den Letzteren befinden sich auch die auf tem Reit- unb Springturnrer im Berliner Sportpalast stark in den Vortergrunb getretenen Lt. Andreae, v. Homeyer, Lt. v. Hülsen, Lt. v. Dy- dvw, Graf Trautvetter usw. Bei len Jockeys vermißt man noch die Lizenzerteilungen für Rastenberger, Danek unb Kaiser. F. Kasper unb H. Blume sind außer Landes gegangen. — Aufgehobene Rennen. Dw Hannoversche Rennverein hat je zwei Hindernisrennen am 9. unb 11. April wegen zu schwacher Beteiligung aufgehoben und bafür Flachrennen neu ausgeschrieben. — Der Magbebu rger Rennverein hat das mit nur sechs Renningen bedachte April-Jagdrennen aus tem Programm am 2. April gänzlich gestrichen. — Der Kölner Frühjahrs-Ausgleich b eibt bage e i aufrechterhalten. ob-whl er die in ter Au schrer- bung verlangte Anzahl von Unterschriften ntcht erlangt hat. Die Pforte öes Paradieses. Roman von Ingeborg Vollquartz. Berechtigte Uebertetznng au8 d m DLnischen. 21. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) „.Unb boA Gell», das frei wird, kommt in eine Dank," erklärte Rora weiter. „Unb das verwaltet Herr Flint-Hensen für uns auf die beste Weise." „Hat das einen Vorteil, wenn das Geld an verschiedenen Orten angelegt ist?" erkundigte sich Frau Inger. „Ha: wenn man Geld in ter Bank stehen hach dann kann man Kapital ausnehmen," belehrte sie ber Hauptmann. „Das kann man nicht, wenn alles m einem Harts angelegt ist." »Ja, habt ihr denn die Absicht, Kapttal avfzu nehmen?" fragte Frau Inger erstaunt. „Rein, nein," wehrte ter Hauptmann ab. „Richt, wenn es nicht nötig ist. Ater Rora hat recht, es ist ein unbehagliches Gefühl, so viel Geld zu besitzen unb zu wissen, daß man nur an die Zinsen gelangen kann." „Du sagst das so, al£ ob ich es wäre, bie ans Kapital gehen will," flagte Rora unb warf ihrem Brüter einen bösen Blick zu. „Aber das willst du doch auch, Rora!" sagte ber Hauptmann gerad. heraus unb sah sie verständnislos an. „Du hast mir doch eben auf dem Heimweg ausc-inanterg setzt, daß du dreitausend Kronen haben möchtest." „Deshalb brauchst du nicht so erregt auszu- sehen, liebe Rora," warf Frau Inger gelassen ein. „Datei ist doch nichts Unrechtes, wenn da gern eine kleine Summe von deinem eigenen Gelte haben möchtest." „Rein, das ist es nicht," sagte Rora mit rotem Kops: „aber es sieht so aus." „Ach du meinst, weil Tante Ellinor bie Kinder als bet ne Erben eingesetzt und dir in ihrem Testament nur die Zinsen tes Kapitals vermacht hat?" sagte Inger mit verständnisvollem Lächeln „Wir finden es gewiß alle ganz natürlich, wenn du gern eine Summe dieses Geltes für dich nehmen möchtest." „Wirklich, Inger — wirklich?" rief Tante Rova und blickte ihre Schwägerin unsicher an. „Ich tollt dir sagen, ich habe mir seit so vielen Jahren eine Reise m den Süden gewünscht, u,td ich meine, sie wäre mtr auch zu tzönnen, und deshalb habe ich — habe ich —" „Ja, deshalb wolltest du bas Gelb so angelegt haben, daß du über einiges davon verfügen toimteft,“ vollendete ter Hauptmann, als ob dies gaiu selbstverständlich wäre, „Inger hat daS gewiß längst eing. sehen." „Ater Inger muß auch wissen, daß ich die dreitausend Kronen zurück.ahlen werte," e klärte Rora eifrig. „Flint-Jensen hat gerate verschiedene gute Geschäfte in Aussicht, und er hat tns versprochen, wir würden viel Geld verdienen — nicht wahr, Jens, dir hat er es auseinanter- gesetzt" „Jawohl," bestätigte ter Kapitän lebhaft. „Ich muß sagen, es Ebing ausgezeichnet, wie er es erklärte. Ich bin ja kein Geschäftsmann, aber soweit ich begreifen konnte will Herr Flint-Jensen das Geld sehr vorteilhaft anlegen. Ein erstaunliches Leben und ein Eifer ist in tem Mann" — ter Hauptmann seufzte leise — „man könnte ihn beneiden!" „Ja, nicht wahr?" fiel Tante Rora begeistert ein. „Der Mann hat etwas Hinreißendes, etwas Siegesbewußtes, man meint, man habe Flügel, trenn man von ihm kommt — nicht «wahr, Jens?" , n3a, Herr Flint-Jensen hat wirllich etwas Aufmunterntes," gab ter Hauptmann zi. „Man hat nicht nur Vertrauen zu ihm, sondern aich zi sich selbst gewonnen, wenn man von ihm geht. Er ist eben ein ungewöhnlich tüchtiger junger Mann." „Das muß er Wohl sein," sagte Inger warm. „Ich hätte große Lust, diesen Zauberer auch einmal zu sehen. Rach dieser Beschreibung kann ich es nun besser begreifen, daß ihr ihn gewählt habt." „Ach. Jens, du hättest selbst Geschäftsmann werden sollen," rief Rora begeistert. „Mnfmn, Rora." sagte ter Hauptmann und schüttelte abwehrend ten Kopf. „Es könnte wohl sein, daß Rora recht hat," sagte Frau Inger. „Wir Menschen irren uns io oft, sowohl in Beziehung auf uns selbst, als wenn wir andre leiten sollen." „Aber wenn du das meinst, Inger, wir kannst du dann mit Orla so eigensinnig fein," fing Tante Rora an. „Jens hat mir erzählt, daß du immer noch darauf bestehst, er solle zu Ionas Thystrup gehen. Der Junge hat doch gar keine Lust dazu —“ „Man kann nicht immer nur das tun, wozu man Lust hat, liebe Rora," wandte Inger etwas müde ein. „Ra. Inger, du brauchst dich doch wahr- haftig nicht au beklagen!" rief Rora vorwurfsvoll. „Das Leben ist ja für niemand von uns ein Rvsentanz, aber dir hat es mehr Rosen vor dir Füße gestreut, als ten meisten von uns. Du warst noch keine zwanzig Jahre alt, als du dich mit dem Mann verheiratetest, den du haben wolltest. — Ja, lieber Jens" — Rora wandte sich an ihren Bruder, ter einen schwachen Einspruch erheben wollte — „es ist kein Geheimnis, daß Inger dich durchaus haben toollte. Du hast eine Heimat gehabt, Inger, In ter du nach Belieben schalten unb walten konntest — ja, selbst solchen Bestrebungen, wie deinem Musikunterricht, durstest du ungehindert nachgehen. So selbständig können nicht alle Hausfrauen fein.“ „Ich habe mich auch noch nie beklagt," sagte Inger sanft. „Rein!" rief Rora mit großem Ra Zurück. „Tas hast du allerdings nie getan, ülnd wenn ich etwas an dir nicht leiten kann — du mußt mich entschuldigen, aber Wahrheitsliebe ist ein Charakterzag bei mir, auf den ich stolz bin — so ist es das, daß du dich niemals bellagst. Du willst immer so viel besser sein als alle andern, so anmutig und verständnisvoll und nach ichtig an allen Ecken und Kanten, und was ist die Folge davon? Daß alle wirllich tiefen Raturen sich von dir ab wenden." „Rora!" rief ter Hauptmann heftig aus. „Das ertrage ich nicht, daß du in dieser Weise zu Inger sprichst. Du verstehst sie gar nicht, du kennst sie kaum, niemand außer mir weiß, was sie wert ist." „Liber Jens!" sagte Ineer lächelnd mit einem dankbaren Kopfnicken. „Deine A sicht zählt da doch nicht mit. Lasse Rora nur reden." (Fortsetzung folgt) Die unterzeichneten Banken bringen MK. 12000000 5%ige Wietzener Stadtanleihe von 1922 mit April/Oktober-ginsen zum festgesetzten Derkaufskurs von 987-7° netto zum Verkauf. Die Anleihe ist bis 1932 unkündbar. . ♦ Bank für Handel und Industrie, Niederlassung Gietzen Deutsche Vereinsbank, Filiale Gietzen Direction der Diseonto-Gesellschaft, Zweigstelle Gietzen Gewerbebank zu Gietzen e. G. m. b. H. Mitteldeutsche Creditbank, Filiale Gietzen. Behördliche Anzeigen Bekanntmachung. Bau-, werk- u. Nutzholzversteigerung der Stabt Stehen. Aus den Waldungen der Stadt Gietzen sollen am Montag, dem 3. April 1922, vormittags 10 Uhr beginnend, tm Stadthaus, Dergstrahe. Zimmer Nr. 6, versteigert worden: 6 Erchenstämme 2. KL mit 6,05 Fstm. 24 „ 3.. „ 19,80 „ 16 , 4. . , 10,55 , 1 Buchenstamm 1. , , 4^3 „ 4Duche>'ftämme 2. „ Schnittholz „ 7,02 „ 6 „ 3. . , 537 „ 2 , 4., . i.io . 3 Kiefernstämme 2. „ , 2,18 , 16 „ 3. „ „ 8,79 „ 75 Eichenstämme 4. , w 44,23 „ 77 „ 5. , Dau-u.Werkh. . 33,35 „ 38 , 6. , , 1330 , 2 Äiefemftämsu 3. , • 1,09 „ 19 , 4., , 9.67 w 21 , 5. „ . 8,66 „ 6 Fichtenstämme 3. „ Bauholz , 731 . 16 , 4. „ „ 14,85 „ 13 , 5a. , 6.43 „ 66 , bv. , 13,47 w 34 TichewDerbstangen . 2,35 „ 15 Eschen« - , 1,10 „ 149 Fichten- „ 1. Masse , 20,82 „ D3 Fichten- w 2 w „ 039 „ , Qeg.-rt ausreichende Sicherheit wird Zahlungs- ftift bi» 15. 3uli 1«22 gewährt. Lin Verzeichnis über die Ausmaße der Stämme und Stangen mit Angabe der Forstwarteien und Abteilungen liegt bei der unterzeichneten Stelle vorn 27. Marz 1922 ab zur Einsicht offen. Wegen vorheriger Besichtigung des Holzer wende man sich an die Förster Drück zu Rödgen. Arft zu Forsthaus Hochwart und Geisel zu Gietzen. Auskunft erteilt auch die Oberförsterei Gietzen. Rach Besch ütz der städtischen land, und forst» wirtschaftlichen Deputation werden zum Mitbtelen bei dieser Versteigerung nur Inhaber holzverarbeitender Betriebe au» Gietzen und aus Gemeinden im Umkreis Dis zu 10 km von Gietzen zugelaffen. die das Holz .im eigenen Gewerbebetrieb verarbeiten. Wird ein Weiterverkauf von unbearbeitetem Holz festgeftellt, so hat der erste Käufer eine Dertraysstrafe in Höhe des vierfachen Kaufpreises zu bezahlen. Gietzen. den 22. März 1922. 2992B Der Oberbürgermeister. 2. D.: vr. 2 vsenberg. Wasserpreise. Infolge weiterer Tkrteurung der Kohlen unb DetriebÄnuiterialien, Srhöhung der Frachten ufw.. wird der Wafsetrprels vom 1. fom. Mts. ab auf 1.50 Mart für jeden Kubikmeter erhöht. Die bisher bestandenen AabattsLtze werde» am gleichen Tage aufgehoben. ES werden vierteliährltch mindestens erhoben: a) für Gebäude mit Wohnungen bis zu 3 Zimmern etnfchlietzlich: für 1 ZamUie 12.50 ML für 2 Familien 25.— ML für 3 und mehr Familien 37,50 ML b) für Gebäude mit Wohnungen von mehr als 3 Zimmern: für 1 Familie 2250 ML ür 2 Familien 37,50 ML ür 3 und mehr Familien 52,50 ML c) für Gärten jährlich mindestens 75.— ML Dieben, den 2S. März 1922. Stadt. Gas- und Wasserwerk Gietzen. ______________Stedlng. 31268 Vergebung von Bauarbeiten. Zum Aeubau eines FaselstalleS für die Gemeind« Watzenborn-Dteinbera werden die Grd-, Maurer-. Zimmer». Dachdecker-, Spengler», Glaser-, Schreiner-, Schlosser-, Werh- brnder- und Pflasterarbetten, sowie die Trägerlieferung zum öffentlichen Wettbewerb ausgeschrieben. Pläne und Vertragsbedingungen liegen vom 29. März 1922 ab bei der Areisbauverwaltung, Zimmer Ar. 18. zur Einsicht offen. Angebote, zu denen die Vordrucke gegen Erstattung der Selbstkosten ebendaselbst erhältlich sind, sind mit entsprechender Aufschrift versehen, verschlossen und Pvstsrei. spätestens bis zum 8. April 1922, vormittags 10 Nhr, bei unS einzureichen. Die Eröffnung der Angebote erfolgt auf Zimmer Ar. 18 zum gleichen Termin in Gegenwart erschienener Bewerber. Zuschlagsfrist 8 Tage. Gietzen, den 27. März 1922. Kreis bauverwältung. Lellarius. S127B Aus ber Osann-Beulwitz-Stiftung ber Univcrsität Gietzen ftnb im Jahre 1923 neun Preise zu je 600 MK. an Stubierenbe ber ßanbes-Unioerfität unb vier Preise von je 1500 MK. an frühere Stubicrenbe unb andere Angehörige ber Landes-Universität als Reise, stipendien zu vergeben. Debingung ist bie erfolgreiche Bearbeitung einer Aufgabe. Diese sowie bie näheren Bedingungen sind beim Sekretariat ber Universität Gietzen zu erfahren. Gietzen, 25. März 1922. Die Pflegschaft ber Osann-Deulwitz-Stiftung Gietzen. _______________ Dr. Eger._____________3125l) Der Voranschlag der Gemeinde Obbornhofen für das Aj. 1922 liegt vom 31. d. M. ob eine Woche auf dem Amtszimmer des Dürgermeisters offen. Innerhalb dieser Zeit kann der Voranschlag wäh- rend der Dureaustunden eingesehen und auf der Vürgermeisterei schriftlich oder zu Protokoll Einwendungen gegen seinen Inhalt angebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. Obbornhofen, den 28. März 1922. Vürgermeisterei Obbornhofen. ________________Philippi.__________31210 Holzsudmission. Aus den Waldungen der Gemeinde LreiS a.d. Lda. soll nachstehendes Holz auf dem Hubmissionswege verkauft werden. 1. Eichenstämme: 1 Stück 2. ÄL -- 0.79 Fstm. 5 Stück 3. ÄL --- 3,40 Fstm. 25 Stück 4. SL = 14,06 Fstm. 32 Stück 5. Kl. = 11,73 Fstm. 2. Fichten stamme: 8 Stück 3. ÄL = 7,19 Fstm. 14 Stück 4. Kl. -- 10,46 Fstm. 37 Stück 5a. Kl. = 19,17 Fstm. 70 Stück 5b. ÄI. = 16,01 Fstm. Die Angebote sind getrennt nach Sortiment und Klaffe bis Mittwoch, den 5. April 1922, vormittags 11 Uhr. an die unterzeichnete Vürgermeisterei einzureichen, wo alsdann die Eröffnung erfolgt. Dettaufsbedingungen können bei unS eingesehen werden. Die Gemeinde behält sich die Genehmigung im einzelnen wie im ganzen vor. Beim Fichtenstammholz sind etliche Festmeter Dürr- und Windfallholz. Nähere Auskunft erteilt Förster Wagner, Grvtzen-Vuseck. Treis a. d. Lda., den 27. März 1922. Vürgermeisterei TreiS a. d. Lda. V e n n e r. 31010 ect von I I DWrwvt*» er Achtel« rtetttfi Ä« W»4*>d)er>tB*a t* beton» je retpfrbieir An Hbfli m o0,n ttootvetc» Dro« mb BertumartaL Sofort ab Lager lieferbar: 8 Gleifsfstrommotore 3 KW. = 4.07 PS., 1170 Touren, 1 desgleichen 4,4 KW. — 6 PS., 1500 Touren, 1 desgleichen 8.4 KW* --- 11,4 PS., 1150 Touren, sämtlich Fabr. AEG, 440 Volt, neu. Kupferwicklung. Schrift!. Angebote unt.31220 a.d.Gietzener Anzeiger. 7 Akte lleafe letzter T*c: l Das Geheimnis einer Brigg mit Michael Bohnen, 6 Akte. L Hände hoch! v Akt». Ab morsen bis etnechl-Sonntag: L Der gröOte W Idwesltll» ter Qeieowarl le les Heeptreilen die bekennte« Darsteller ans „Der ZirkesWale“. & Pad Beidemann In „Der Stolz der Familie“ Lustspiel in 3 Akten. 3108c 1« Terberelteeg: Lady Hamilton. ton Mall, MMM III v G fv WjJ Frankfurter Strotze 7 Fernruf Nr. 83 empfiehlt für 3120D Konfirmationen und Osterfeiertage: Münchener, Dortmunder und Kulmbacher Exportbiere Pfungstädter Hell und Dunkel (Ersatz für Eichener) 8 in Flaschen, Syphons und allen Fatzgrötzen ■ Spezialität: Münchener Bürgerbrau in Originals Brauereifüllung (Unbegrenzte Haltbarkeit) Münchener Märzenbier (Frühjahrsstarkbier) Hygienisch einwandfreie Flaschenspülung mit Motorbetrieb. Kohlensäureabsüllung täglich frisch. Versand nach feder Bahnstation. Lieferung frei Haus. lATEl Blauen n. grünen | Stoff 140 cm breit ä 85 Mk. empfiehlt osni 48 I Asterweg 48 I. KWWe DounerStaa früh ""es ein«reffend. Kabeljau o. Kopf Pfund Mk. 6.50 vratschellfijche Pfund Mk. 6.50 grüne Heringe Pfund Mk. 5.25 Vollmilch, fonö. Dole Mk. 16.50 Welnbtanb - Sognat Flasche Mk. 60.0». Hch.Wsteisih Vteblgftr. 7L Tel 1685 gr la gelbe 13 Speise- Kohlrüben einnetrofien. 03186 UelseLvelrl, Grabenstr. 7. Tel. 1313. Lacke Leinöl y Streichfertige ’ Oelfarben Lackfarben Pinsel uew. empfiehlt k Drogerie Hinterhof! i Kreozplatz J Su.1v Heute unb bie solaenben Tape treffen wieb. eroi.e Senbitnaen KM SllM unb gtOnt gelinge au billigsten Preisen ein. | A. Koch RachflkU. I Schulstratze iq, Tel. 1612. glllUlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllUIIIIIIIIIIUIIIIUIIIllUlllllillMlllllg Wieder eingetroffen: | VettKolter | | in Kamelhaar, Wolle und Halbwolle U | Fritz Nowack?SLLr: | = 3118a W MsWiWle BolMei. Donnerstag, den 30. Marz, 8 Uhr abends in der Turnhalle (Oswaldsgarten) MÄMeWei Sthitt: Herr Pfarrer Julios werner-Zranksurt a.Main Mitwirkende: Fräulein Jöa Stammler (Stftiti) Hrau Dr. E. vlant IKksiilgf, Herr Julius Hahn (fllanirr) ouBnöem nmWWe Doröletangen öntd) Mitglieder der BeHDöwettrtaaelle. Eintrittskarten zu 3 Mark (numeriert) und 2 Mark bei Ernst Thallier und an der Abendkasse, daselbst auch Stehplätze zu 1 Mark, gu zahlreichem Besuch ladet ein der Vorstand. _________ Der Saal ist geheizt. — 3128c tür Herren- und Oamen-Bekleidung % ||1 Sg EOS Qualitätsware Reich h ah bre Auswahl UlyilG Bauer,Tuchhandlung,Moltkestr.22 Telephon 16’19- IlHlte.tell« der roten Linie. MSWWWWNMIWMIIW^ g Wieder eingetroffen: D i Zephir und Perkal I für Oberhemden und Hemdblusen. Feinste Eisäffer Qualitäten | Fritz Nowack Aus stattun gshaus = 3117a M iaiiiiiniin!iiiiiDii