Nr. 280 Erscheint iä glich, außer Sonn» und Feiertags, mit derScimstagsbeilage: GiehenerFamilienblätter MonaNichevezuaspreise: Mk. 185.- u. Mk. 15. - Trägerlohn,durch diePost MK.200. - .auch beiNicht- erscheinen einzelner Nummern infolge höherer Bemalt.- ernsprech- Lnschlüsse: sürdieSchrist- teilung 112; für Verlag mb Geschäftsstelle 51. Anschrift für Druhtnach» richten: Anzeiger Ziehen. postschectwnto: 8rantsurt a. M. 11686. 172. Jahrgang Dienstag. 28. November 1922 SiehenerAmeigek General-Anzeiger für Oberhessen vnlck und Verlag: Vrühl'sche Univerfitätz-Vuch- und Steinbruderei K. Lanze in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorhe. ohnejede VerbinblichKcil Preis für 1 mm höhe fü- Anzeigen v 27 mm Breil« örtlich 8 Mk., auswärts 10 Mk.; für Reklame Anzeigen von 70 mrr Breite 32 Mk. Bei Platz Vorschrift 20" „ Aufschlag Haupifchriftleiter: Aug. looetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil. Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Stabilisierung. llnfer Berliner Mitarbeiter schreibt unS: Die achttägige Pause der Reichs- tagsverhandlungen bis zum 4. Dezember will dem neuen Kabinett Gelegenheit zum „(Sin- arbeiten" geben? Reichskanzler (Suno hat sich entschlossen, von dieser Wachens cist auch nicht eine Stunde zu verlieren, und es ist fern vages Gerücht, wenn in der Oessentlichkeit und an der leider so pessimistisch brütenden (und deshalb haussierenden) Börse behauptet wird, der erste Schritt der Regierung werde dem Stabilisierungsproblem gelten. Dieses Problem ist das Kernstück der Wirth-Rote vom 13. November und die Plattform des Ministeriums Cuno. 3m Gegensatz zu einigen Ausstreuungen Berliner Blätter ist das Kabinett Cuno über die Notwendigkeit rascher Stabilisierung vollständig einig und es w'rd als Nachfolger des glücklichecw.-ise schnell ausgeschjeden en Ernährungsministers Dr. Müller- Bonn keinen Ersaymarm hereirmehmen, der etwa diese Einigkeit stört. Trotzdem muß zur Vermeidung von Mißverständnissen folgendes festgestellt werden: Die internationale Stabilisierung der Mark kann nicht über Rächt und durch kein deutsches Gesetz von heute auf morgen erfolgen. Ohne die verlangten Zugeständnisse per Entente ist die eigeialiche Finanzaktion unmöglich Aber womit die Regierung Cuno vorangehen will, das sind die inneren Maßnahmen, die den Finanzschag vorbereiten sollen. Dr. Cuno hat ja in seiner Antrittsrede am Freitag voriger Woche selbst erklärt, daß die Hergabe deutschen Goldes „ein schweres Opfer ist, das, nutzlos vertan, die Vernichtung der deutschen Währung besiedeln würde". Also auch an die Goldhergabe wird erst dann gedacht, werm die eingeleiteben inneren Maßnahmen in Verbindung mit d:n ausländischen Zusagen einenErsoly d rStabili i rang besprechen. Welches sind nun tue inner c-n Maßnahmen? Die Regierung will anknüpfen an den neuen Tkachtragsetat zum ReichshauZhalt mit seinem allerd ngZ erschreckenden Defizit von 890 Milliarden Mark. Dieses Defizit hat, als es im Reichsrat bekanntgegeben wurde, an den Börsen zu einer neuen Flucht aus der Mark geführt, und zwar ging die neue Panik wieder einmal von Berlin aus. nicht von Reuyork, wo man ernstlich gewillt war, den Dollar auf der Durchschnittshöhe der letzten Woche zu halten. Die Berliner Spekulation starrte nur auf die Ziffer des neuen Defizits, ohne auf die von der Regierung angekündigten Schritte zu achten. Die Regierung ist trotz der gewaltigen Schwierigkeiten, die zu überwinden sind, überzeugt, daß das Gleichgewicht i m Reichshaushalt hergestellt werden kann. Dies soll geschehen durch unerbittlich vorzunehmende Ersparnisse, durch Abbau der Behörden, durch Verminderung der Zahl der Angestellten und Beamten in den verbleibenden Verwaltungen. Mit Hilfe der einig gehenden Privatwirtschaft soll die Arbeitsleistung jedes deutschen Berufstätigen gehoben und der Achtstundentag, ohne i'm gran^sähsich an-u- tasten. veredelt werden. Die drückende Steu.r- last soll nicht durch Ersinnen neu>r Steuern oder Lurch schematische Erhöhungen vermehrt werden, aber die säumigen Steuerzahler sollen künftig keinen Vorteil aus der Geldentwer'ung mehr ziehen. Dies geschieht bis zur e'gentlichen Stabili- fierang durch Einführung e.ner Entwertun gs- klausel. mit der sich Las Reichsfinanzministerium bereits beschäftigt. D e Deoiseneindeckung der svliden Kausmannswelt wird geschützt, die Devisenspekulation wirksamer als bisher belämpst. Dies die inneren Maßnahmen. Zsu den äußeren leiten die Verhandlungen über dieDesahungs- k ost en im Rheinland über. Sie führen voraussichtlich zu einem deutschen Programm für die Brüsseler Finanzkonserenz. Darüber wird man noch in dieser Woche weiteres hören. Eine Mitteilung nn die Repnrntionskoinmission. B e r l i n. 27. Rov. (WTB.) Der Vorsitzende ber deutschen Kriegslastenkommission in Paris, Staatssekretär Fischer, teilte auf Anweisung ber deutschen Regierung mittags der Repara- tionskommission offiziell mit, daß die neue Regierung entsprechend der Erklärang des Reichskanzlers am 24. 11. ohne Einschränkung auf den Boden der Rote vom 14. 1 1. tritt und fest entschlossen ist, das in ihr enthaltene Programm in vollem Umfange zu vertreten und durchzuführen. Sie hat damit unter Hinweis auf die wirtschaftliche und finanzielle Lage Deutschlands die Bitte verbunden, den in der Rote vom 14. 11. gestellten Anträgen mit mög- lich st erBeschleunigung stattzugeben. Reichskanzler Dr. Cuno, der sich gestern zur Erledigung von Privatangelegenheiten nach Hamburg begeben hatte, kehrt heute nach Berlin zurück und präsidiert heute nachmittag in der Sitzung des Reichskabinetts. * Derlin, 27. Rov. Das Reichskabinnett hat in seiner heutigen Sitzung dem Entwurf zur Erhöhung der Abgabe zur Förderung des Wohnungsbaues für 1923 seine Zustimmung erteilt; der Gesetzentwurf wird alsbald an den Reichsrat gehen. Weiterhin beshä tigt? sih d e Kabinettssitzung mit einer Vorlage über e;n? Abänderung des Zwangsanleihegefehes; Einzelheiten darüber sind noch nicht bekannt. Das Kabinett stimmte auch diesem Entwurf zu. Ein Dementi Strescmanns. Berlin, 27. Rov. Abgeordneter Strese- tnann dementiert in der „B. Z. am Mittag" den Bericht über die Unterredung, die er, dem Pariser „Journal" zufolge, mit Barthou während dessen kürzlicher Anwesenheit in Berlin hatte. Er habe mit Darthou nur unter vier Augen gesprochen; von einer Anleihe mit Garantie der Industrie sei nicht die Rede gewesen. Wenn also in Unterredungen mit Industriellen von einer ersten Ausländsanleihe von 20 Milliarden für die Reparationen gesprochen worden sei, so könne das sich nicht auf seine Unterredung mit Barthou beziehen Die Forderungen Rutzlands in Lausanne. Eine Erklärung Rakowskis. Lausanne, 27. Rov. (WTB.) Die Rote, womit die russische Delegation i re A t cn in Lausanne einleitete, warve heute nachmittag überreicht. Kurz darauf empfing Rakowski die Pressevertreter und erklärte, Rußland werde sich bei seiner Forderung um die sofortige Zulassung zur Konferenz und zu allen ihren Arbeiten auf folgende Tatsachen stützen: erstens auf die Rote Poincaräs, die vorsirht, daß Rußland über alle mit dem Meerengenproblem .u'amir.en- hängenchen Fragen gehört werden soll, zweitens auf die Erklärungen Mussolinis, daß man Rußland 4i lullen Verhandlungen in allen Fracien der Konferenz zulassen soll, drittens aus die Erklärung des amerikanischen Botschafters Child, wonach das Ziel der Konferenz ein stabilerer Friede und größere G rechtigleit in t>»n Beziehungen zwischen den Völkern sei. Rakowski fügte hinzu, daß die Meerengenfrage mit allen anderen Fragen eng verknüpft sei; sowohl die Frage von Karagatsch, die Insel,rage un) die E.ttn.i itarftie- rungsfrage, worüber man bisher verhandelt habe, wie alle anderen F agen führten immer wie er , u dem Meerengenproblem, das von jeher die G u fr- lage der Orientfragen gewesen sei Es^sei daher nicht möglich, Rußland nur als Sachverständigen heranzuziehen, um es zu vernehmen. Es mühte vielmehr mit aller Gleichberechtigung an den Verhandlungen teilnehmen. Ueber die Aufgabe der rassischen Delegation in Lausanne äußerte sich RakowSti bafyüx. daß sie die wirtschaftlichen und politischen In eressen Rußlands zu verteidigen habe. Rach der grafen Revolution in Rußland, die jedem Ervberungsdoange Rußlands ein Ende machte, sind die Interessen Rußlands identisch mit denen der Türkei. Rußland wurde damit die Stütze und der Freund der Türkei. Weder in den G renzs ragen noch in den Problemen des Schwarzen Meeres besteh« zwischen beiden Ländern ein Mißverständnis. Das Interesse der Türkei gebiete daher Solidarität mit Rußland. In ber Meerengenfrage wird Rußland gegen jede falsche Freiheit der Meerengen ankämpsen. Hi r sind die türkischen Interessen mit denen aller Uferstaaten identisch. Rußland hat die Kapitulationen seinerseits bereits annulliert. Es betrachtet die Türkei als souveränen Staat, der sich frei und selbständig zu orientieren hat. Ueber d e anderen zur Erörte ung stehenden Fragen, wie die orientalischen Völkerfundsmandate, erklärte Rakowski, daß, da der gesamte Vertrag von Stzvres auf der Konferenz zur Verhandlung stehe, selbstverständlich auch die Mandatsragen zwischen den interessierten Mächten geregelt werden mußten. Vielbeachtete Erklä-.u'gen gab Rakowski endlich über die Beziehungen zu Italien ab. Ich muß gestehen, so sagte er, daß tyir zunächst gewisse Befürchtungen hegten, da Mu'solini und wir zwei einander entgegengesetzten Parteien angeboren. Aber nach seinen Erklärungen in der Kammer und in Lausanne wurden unsere Beziehungen zu Italien freundschaftlicher, als sie seit langem waren. Das Verhältnis zwischen beiden Landern ist au-gezeichnet. Wi' rechn n auf die Unters ü un zIta i rns für unsere Zulassung zu allen Konferenzverband- tungen. Den Zwischenfall wegen der Beschlagnahme ukrainischer Waren in Rom hält Rakowski für erledigt. Rakowski wies dann die rumänischen Anschuldigungen über angebliche russische kriegerische Gelüste zurück. Rußland habe schon durch die Verminderung seines Heeres auf die Hälfte einen Beweis feiner friedlichen Gesinnung erbracht. Er schloß mit der Der» sicherang, daß der Friede Europas nach feiner Meinung nicht bedroht sei. Alle Staaten hätten ein Interesse am Frieden Keine Regieruug wolle gegenwärtig den Krieg. Der pazifistische Gedanke mache sichtbare Fortschrit'e. Rakow-ki wies in diesemZusarnrn n'ang- besonder < au die wachsende Dedeu ung der Labour-Party in England als der regel echten Oppositionspartei hin. London, 28. Rov. (WTB.) Zu der Rote Rakowskis meldet der Reutersche Vertreter in Lausanne, es verlaute, daß die britische Antwort dahin gehe, daß Rußland sicher auf ber Konferenz von Lausanne als gleichberechtigt neben fren anderen Mächten stehen werde, wenn Fragen erörtert würden, die Rußland berührten. Eine Rede des amerikanischen Vertreters. London, 27. Rov. (Wolff.) Die Rede Childs in Lausanne, worin Amerika eine Politik der offenen Tür in ber Türkei forbert, die dem Washingtoner Berichterstatter der „Ti- m -s" zufolge als die wohlerwogene und sorgfältig oorbeveitete Ansicht der Regierung Har- dings angesehen werden müsse, findet in ber englischen Presse große Beachtung. Der Lausanner EonbSrberichlerstatter des „Daily Telegraph" drahtet, es sei nicht übertrieben, wenn man die Wirkung der Erklärung Childs als auf» lebenerregend bezeichne. Die amerikanischen For- berungen würden in Lausanne als eine unmittelbare Anfechtung der britischem unb französischen Mandate in den arabischen Ländern, insbesondere der britischen militärischen Besetzung Mossuls ausgelegt. Der Sonderberichterstatter des „Daily Mail" in Lausanne schreibt, es würde eine ernste Mißdeutung der Ansichten des Amerikanischen Beobachters sein, wenn man seine Erklärungen so darstellt, als habe er irgendeine Drohung gegen britische kommerzielle Unternehmungen ausgedrückt. Auf jeden Fall we.Le die amerikanßche Intervention von ber britischen Delegation in Lausanne nicht so aufgelegt. Von Curzon erfahrt ber Berichterstatter, daß feine Meinungs- ve.schiedenheilen zwischen der britische und der amerikanischen Regierung leüglich der Politik der offenen Tür im nch-en Osten bestehe. Child machte vor der Abgabe seiner Erklärung Curzon vcn ihrem Inhalt Mitteilung und dieser habe seine Befriedigung darüber auzgedrückt. Es be- stl^e fein ©ebeimt-ertrag zwischen England und den Vereinigten Staaten, aber es sei ein endgültiges und grundsätzliches Uebereinkommen erzielt worden. Lausanne, 27. Rov. (WTB.) Lord Curzon erklärte, er teile die Auffassung ber Amerikaner in der Frage ber wirtschaftlichen Zone unb der Politik ber offenen Tür. England sei zum Verzicht auf den Vertrag von . San Remo von 1920 bereit. Man sieHt in dieser Erklärung die Antwort aus die Anfrage des Botschafters Child vom vergangenen Samstag und ein Anzeichen für eine englisch-amerikanische Einigung in ber Konzessionsfrage. Lausanne, 27. Rov. Wir erfahren aus sicherer Quelle, daß die englische Delegation bezüglich der Frage von M o s s u l kategorisch erklärt hat, England betrachte diese Frage als endgültig gelöst; das heiße, daß Mvssul eine englische Einflußsphäre bleiben müsse. Anfragen im englischen Nnterhanse. London, 28. Rov. (WTB.) Im Unterlaufe wurden gestern zahlreiche Fragen an die Regierung gerichtet. Mac R e l l erhärte, die Frage ber diplomatischen Anerkennung der russischen Sowjetrepublik hänge notwendigerweise von fren Bedingungen ab, die diese Regierung anzunehmen bereit sein werde. Auf eine Anfrage Kennworthys, ob irgendein Schritt zur Erneuerung der in Genua begonnenen und im Haag fortgesetzten Verhandlungen mit der russischen Sowjetrepublik unternommen worden sei, unb welchen Stand diese Verhandlungen hätten, erwiderte Lord Creame, die Lage sei dieselbe, wie sie bestanden habe. Die Regierung würde nur zu froh sein, wenn sie erfahre, baß die russische Regierung Schritte gemacht habe, die sie damals angekündigt hätte. Türkische Ungeduld? London, 23. Rov. (WTB.) Reuters Korrespondent in Lausanne erfährt aus türkischer Quelle: Rachrichten aus Angora besagen, daß in der Rationalversammlung eine gewisse Ungeduld wegen des langsamen Ganges bei Friedensverhandlungen herrsche und Sck> ittc in Vorbereitung seien, deren Art jedoch nicht bekanntgegeben werde, um di» Verhandlungen zu beschleunigen. Inwieweit dies ernst gemeint sei ober nur brztr-ecke, die Alliierten an» zuspannen, um den Frieden zustande zu bringen, könne man nicht sagen, aber es scheine sicher, txrß mit Rücksicht auf den schlechten Stand der nationalistischen Finanzen es sehr schwierig sein werde, das Heer noch viel länger zu ballen. Besonders im Hinblick auf den herannahenden Winter sei es nicht unwahrscheinlich, daß das Heer, das bereits einen längeren Feldzug hinter sich habe, durch den Winter aufgerieben werde. Das englische Ausländergesetz. London 27. Rov. (Wolfs.) »Daily Erpreß" erfährt, .daß oie britische Regierung nicht die Absicht habe, den Teil 10 des Ausländer- gesehes von 1919 zu erneuern, wonach fein früherer feindlicher Ausländer während dreier Jahre ohne Erlaubnis in England landen darf. Man erwarte keinen Zustrom deutscher Einwanderer, obwohl das Gesetz am 23. Dezember automatisch abläuft, da die Regierung dem Vernehmen nach ber Ansicht sei, daß die Bestimmungen ber Ausländeraerwaltungsve vrdnung von 1920, die^wtziterhin in Kraft bleiben, bieä verhinderten. Ein Vaterkauhsverratsprozetz in Budapest. Budapest, 27. Rov. (WTB.) Kvrr.-Bur In der toiefreraufgenommenen Verhandlung des wogen Daterlaiidsverrats an'estrengten Konfiskationsprozesses gegen den Grafen M i cha e l Karolhi hat der Gerichtshof beschlossen die Beweise für die Angaben des klägerischen Fiskus, mit welchen feindlichen Ländern und deren Spionen Karolyi wachend des Weltkrieges in Verbindung gestanden habe, um den Friedensschluß um jeden Falt herbeizuführen, sowie die Dw.ide zwischen Ungarn und den übrigen Ländern der österreichisch-ungarischen Monarchie zu lösen und Ungarn dem Bündnis mit dem Deutschen Reiche zu entziehen, unter Ausschluß ber Oeffent- lichkeit entgegenzunehmen. Deutsch-rumänische Verhandlungen. Berlin, 27. Rov. (Wolfs.) Wie wir hören, werden die deutsch-rumänischen Verhandlungen wegen ber noch bestehenden aus dem Kriege herrührenden Differenzpunkte demnächst wieder ausgenommen. Deutsche Unterhänd ler reisen zu diesem Zweck in den allernächsten Tagen nach Bukarest. Aus dem Reiche. Die Herausgabe der diplomatischen Akten. B e r l i n. 28. Rov. Wie das „B. T.“ mit- teilt, ist die weitere Arbeit an der Herausgabe der diplomatischen Akten des Auswärtigen Amtes soweit gefördert worden, daß die zweite Reihe des Werkes „Die große Politik der europäischen Kabinette 1871 bis 1914“ unter dem Gesamttitel „Der neue Kurs“ in Stärke von sechs Bänden innerhalb der ersten drei Monate des nächsten Jahres erscheinen wird. Die zweite Reihe des Werkes veröffentlicht das Dokumentenmaterial aus den Jahren 1890—1897. Die Preisprüfungsstellen gegen die Teuerung Die Gesamtheit der in Hannover tagenden Preisprüfungsstellen hat zu dem Problem der Kartellmacht, der Forderung der Wieder- beschaffungskosten unb zu ber Frage der Versorgung der Bevölkerung eine Entschließung angenommen, in ber es heißt: 1. Wie in fren anderen Berufszweigen sind auch bei Verbänden (Kartellen) schwere Mißstände hervorgetreten, deren Beseitigung bei der Überwiegenden Bedeutung ber Kartelle für bas ganze Wirtschaftsleben eine Lebensfrage für das ganze Volk unb seinen Fortbestanb ist. Die Reichsregierung wirb aufgeforbert, darauf zu achten, daß baß Verhalten ber Verbänbe ihrer schweren Verantwortung entspricht. Andernfalls sind unverzüglich Maßnahmen zu treffen, die die Behörden in- standsetzen, ten Schutz gefährdeter Interessen wahrzunehmen. 2. Die Preisprüfungsstellen lehnen die AnwendungdeS Wiederbeichaffunas- Preises ab. Sie erkennen nach wie vor an, daß die Geldentwertung bei der Berechnung der Der- kaufspreise berücksichtigt werben muh. Der auf normaler Marktlage beruhende Marktpreis ist als entscheidender Bewertungsmaßstab für die Angemessenheit des Gewinns anzuerkennen. 3. Die Preisprüfungsstellen halten die Entwicklung der M i l ch p r e i s e mit Rücksicht auf die Volksgesundheit, insbesondere die Gesundheit bei heranwachsenben Jugend für außerordentlich gefahrdrohend. Sie erachten es für bringend notwendig, daß sofort rn Zusammenarbeit mit dem Reichsernährungsministerium Maßnahmen erwogen werden, welche geeignet sind, diese Gefahr abzuwenben. Die Einfuhr von Gefrierfleisch ist zu fördern, um einer unter dem Einfluß uw- genügenden Angebotes eingetretenen übermäßigen Erhöhung der Inlandfleischpreise eMgegenzu- wirken. Berlin, 28. Rov. Der „Lokal-Anzeiger“ meldet aus Dresden, daß die sächsische Regierung Milch-undDutter-Höchst- preise festgesetzt hat, um dem Wucher in diesen beiden Nahrungsmitteln entgegenzuwirken. Das Liter Vollmilch darf beim Erzeuger höchstens 70 Mark kosten, die Butter höchstens 700 Mark. Fortdauer des Berliner Schaufpieler-StreikS. Berlin, 28. Rov. Der Streik der Berliner Schauspieler dauert weiter an. In einigen Berliner Theatern konnte indessen gestern abend gespielt werden. Vor diesen Theatern, an deren Eingängen sich streikende Schauspieler Postiert hatten, kam es zu bewegten Szenen. Es wurden flammende Ansprachen an dasPublikum gehalten. Der Präsident der Bühnengenossenschaft, Rickelt, der wohl etwas zu temperamentvoll gesprochen hatte, wurde für kurze Zeit verhaftet. Der Völkische Rechtsblsck in Bayern. M ü n ch e n, 28. Rov. Gestern hat die un> ter Führung des ehemaligen Obersten von Tylander von der Mittelpartei abgetrennte Gruppe in Bayern chre organisatorische Gründung vollzogen. Sie nennt sich Völkischer Rechtsblock in Bayern. Bayerische Bauern- und Miltelstandspartei. Nach einer Meldung der „Deutschen Allgemeinen Zeitung“ aus München hat sich der Bayerische Bauernbund auf seinem Parteitag in München der Wirtschaftspartei des deutschen Mittelstands angeschlossen und den Namen Bayerische Bauesrn- und Mittelstandspartei angenommen. Gegen die Franzosenwirtschaft in der Pfalz. München, 27. Nov. (WTB.) In einer Landtags-Interpellation sämtlicher bürgerlichen Parteien wird die Regierung auf die fortgesetzten Anforderungen von für die Ernährung des Volkes wertvollen Ländereien in der Pfalz durch die französischen Militärbehörden sowie die ständige Beschaffung von Exerzierplätzen, Kasernen und Offiziers- und Mannschaftswohnungen hingewiesen. Die Regierung wird um die Erklärung ersucht, ob sie bereit sei, mit der Reichsregierung gegen die Bestrebungen der französischen Militärbehörde, in der Pfalz große Heerlager zu schaffen, Stellung 8t* nehmen zu erkennen, was bei sorgfältigem Studium aus einer banlbaren Rolle hrrausgeholt werden kann. Doch auch unsere (Siebener Kirnstler brauchten sich wahrlich nicht zu schämen. Sie gruppierten sich alle so vorteilhaft um die Hauptperson, bah man der Darstellung mit voller Befriedigung folgte. Damit ist auch die gebührende Anerkennung für den Spielleiter Oskar Feigel ausgesprochen, der als Dr. Gehring den zielbewussten Gegenspieler des Herrn Senators überzeugend toteöer- gab. Ihm muhte man eS glauben, bah er Agathe, die anfangs so folgsame und echte Tochter ihres Vaters, zu einer wirkliche Gattin ihres Mannes machte. Rose Rubner arbeitete diese ®nt- wickiung mit feinem Verständnis heraus. Ebenso selbstverständlich erschien es, bah Frau Helene (Auguste Marckst ihrem würdigen Eheherrn in 27 Jahren niemals widersprochen habe. Als allzugehorsamer Ehemann und Schwiegersohn war Wolf Leutheiser am rechten Platze. Der eben ausgekrochme Backfisch in'seiner schwärmerischen Verliebtheit gelang G i s a Iven erfreulich echt und ansprechend. Karla Keller zeigte als Sophie PeNold die gewinnenden Eigenschaften, die auch das „Niemals eines Senators Andersen besiegen muhten. Die übrigen Rebenpersonen taten das Ihrige, um dem bekannten Schwank der nicht minder bekannten Firma Schönthan und Kadttburg zu einem vollen Erfolg zu verhelfen, der sich hoffentlich dahin auswirkt, dem heutigen letzten Abend des Gastspiels Efarl William Büllers eine gröbere Zuschauermenge zuzuführen, tr. Heutiger Stand des Dollars 10 Uhr vormittags: Berlin 8350, Frankfurt a. Dl. 8400» Metzener Äcadrryearer. Der Her? Senator. Schwant in 3 Auszüge', von 5 anz von Schönthan und Gustav Kadelburg. (Stehen, fcen 28. Rov. 1922. Lachen wird doch in der Regel für eine Ge- - fühlsäußerung angesehen, die man eher erstrebt als zu verm üoen fuc; . Man konnte gestern abend beim Anblick des Zuschiucaraumes zweifelhaft werden, ob diese alte Weisheit noch zu Recht besteht. Es ist allerdings i i unserer Zeit schon so manches unnatürlich geworden was früher als natürlich galt, und umgekehrt, aber dieses Zeit- charatt .iüi'um dürste doch kaum eine erschöpfende Erklärung sein für dm außerordentlich spärlichen Besuch *-? gestrig en Aucku.hcu.ag. Denn sicher wi-.d verhältnismrhig noch mi bestens ebensoviel C-.'ld aufi3<*äxtnbt, um sich einige Stunden er» heiternder Unterhaltung zu verschaffen, wi: früher, meist ohne bar) dec Zweck wirklich erreicht wird. Daß l iese letztere Gefahr gestern abend nicht in Frage kam, bewies der stürmische Beifall, der bei qebamu:tem Licht leicht ein volles Haus hätte Vortäuschen können. Wenn auch der Herr Senator Andersen wünschte, bah über feine Person nicht mehr als nötig gelach' werde, so zwang doch die unvergleichliche Verkörperung des selbstbewußten Mannes durch Carl William Büller dazu, bah man lachte, bis die Tränen kamen Man kann alle Feinheiten dieser bis aufs kleinste abgerundeten Leistung nicht beschreiben. Man muh den Künstler in seinen Charaktertypen sehen, um (Sammlung vom Sonntag dienstbar gemacht werden. — Bei dieser Gelegenheit sei unserem gestrigen Bericht über die Gedenkfeier nachgetragen, daß Herr Moll im Auftrage des Reichsverbandes der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen gleichfalls eine Kranzspende zu Ehren der gefallenen Kameraden niederlegte. ** Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurden am 22. Rooember die Oberassistentin Elisabeth Melior auZ Gießen mit Wirkung vom 1. April 1922 an zum Sekretär an der Ülniversitäts-Diblio.hek in ®ie ,en; am2).Ro- vember der Oberassistent Gustav S ch a f e r bei der Landes-Hypothekenbank vom 1. Oktober d 3 an ou-n Banksstkretär: - Oberzollinspeltor Heinrich B i e g e r in Darmstadt lFinanzamt ©labt), zum Obersteuerinfpektor: — Steuer, ekretär Heinrich Herbert bei der Oberfinanzkasse in Darmstadt zum Obersteuersekretär. — Aus dem Staatsdienst entlassen wurde am 23. Rooember der Polizei- Wachtmeister Jakob Scho p dach au 8 Alsfeld auf sein 2lachsuchen mit Wirkung vom 1. Dez. 1922. * 3n drei Polizeirevier bezirke wird unsere Stadt nach einer Bekanntmachung des Polizeiamtes vom l.Dezember ab eingeteilt sein. Das erste Revier (Weidengasse 5, Fernsprecher 24) leitet Polizeikom- missar K i m m e l, das zweite Revier (Liebig- straße 18, frühere Ohrenklinik, Fernsprecher 1257) untersteht dem Polizeikommissar Adert: 3. Polonaise Rr. 6 Fr. Chvpw: 4. 3nter» i nationale, historische Märsche, Potpourri A. Doettge: 5. »Pro gloria et patria"! Marsch W. ■ Rumohr. - ** Die Kraftpost Wetzlar — Gie- ) e n verkehrt zur Verminderung der zur Zeit außerordentlich hohen Betriebskosten vormittags nur noch zwischen Wetzlar und Hochelheim, ab Wetzlar 7.40 — an Hochelheim 8.27 — ab Hochelheim 8.30 — an Wetzlar 9.15 Uhr. Die Rachm ittagsfahrt wird mit folgenden Fahrzeiten ausgefuhrt: ab Wetzlar 12.45, an Gießen 2.30; ab Gießen 4.30, an Wetzlar 6.15 Ahr. ** Die Ermäßigung der Margarinepreise, von der wir gestern berichteten, ist inzwischen, wie wir von zuständiger Sette er« obren, schon wieder durch eine Erhöhung überholt. Sämtliche Sorten sind gestern um 10 Mk. für das P.und im Preis gestiegen, so das) die geringste Qualität nun 860 Mk. kostet. ** Roch eine hochherzige Spende. Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Orts- gi-uppe Gießen, stiftete für die bedürftigen und in Rot geratenen Mitglieder des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen in Gießen die Summe von 20 000 Mk. " Diebstahl. 3n verflossener Rächt wurden aus einem hiesigen Alteisen-Lager etwa 20 Zentner Drandguß (Rost- täbe) im Werte von 10 000 Mk. gestohlen. Dor Ankauf wird gewarnt. "Die Zahl st undenbeider Finanzkasse erfahren nach einer Bekanntmachung in unserer heutigen Ausgabe eine Veränderung. ** Die Einreise nach England. Dom 1. Dezember ab werden In England Deutsche wieder gleich den übrigen Ausländern behandelt. Die Einreise nach England ist von diesem Tage ab also erleichtert worden. Bornotizen. Tageskalender f ü r Dienstag. Stadttheater, 7 Uhr: „Dr KlauZ". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: .Der Graf von Monte Chrisw", »Die Totenhand" und „Knoppche.i. Wettervoraussage f ü r M i t t w o ch: Bedeckt, Schneefälle, Frost, leichte Rordwest« toinbe. — Das Hoch im Westen und das Tief im Osten liegen merkwürdig fest. Abwechselnd gewinnt das eine oder das andere Druckgebiet großen Einfluß auf unsere Wetterlage, (sine Änderung ist zunächst nicht zu erwarten und mit Aufklärung noch nicht zu rechnen. — Heute morgen um 7 ülhr wurden folgende Temperaturen fest- gestellt: Siehrn —3, Darmstadt —5, Lauterbach — 12 Grad. Landkreis Gictzen. rt. Sich, 27. Rov. Am Rachmittag deS Totensonntags hielten die Vereine der Stadt am Kriegerdenkmal vor der FriedhvfShalle eine Gedächtnisfeier für die Gefallenen. Ansprachen der beiden Geistlichen wechselten mit Vorträgen der Gesangvereine, der „Cäciiia", des Roihschen Män- nerchorS und der Gesangsabteilung der „Gemütlichkeit-. Der gemeinsame Gesang deS alten SterbeliedeS „Jesus, meine Zuversicht-, machte den Schluß. Am VormittagSgotteS- dienst nahmen die Vereine teil, die Gesangvereine verschönerten die Feier durch Ehor- gelang. 3m Nachmittagsgottesdienst wirkte die Ehorschule mit. Eine Sammlung für die hessische evangelische Kriegshilfe ergab 1000 Mark. ch Grüningen, 26. Rov. Die hiesige Ortsgruppe der Liga zum Schuhe der deutsch e n Kultur begann ihre Winterarbeit mit einem Vortrag über „D tedeutscheHeirnat . 3n etwa 102 Lichtbildern wurden Raturschönheiten, Denkmäler, Burgen, Städte usw. aus fast allen Gegenden unseres Vaterlandes gezeigt. ♦ Holzheim, 28. Rov. Das Fest der silbernen Hochzeit feiern heute die Eheleute Ioh. Heinr. Keller und Frau Marie geb. 3ung. , r in. Hungen, 25. Rov. 3m benachbarten Steinheim wurde heute eine kleine, nicht in bestem Zustand befindliche Ho freite zum Preise von« 1 300 000 Mark verkauft. Kreis Büdingen. )( Ortenberg, 27. Rov. Die hiesige Pfennigsparkasse, die über 30 Jahre bestanden und den Sparsinn der Bevölkerung gepflegt hatte, wurde in der letzten Generalversammlung wegen der durch die Zeitverhältnisse bedingten geringen Benutzung und der zu hohen Verwaltungskosten zum 1. Januar 1923 aufgelöst. Kreis Friedberg. Sf. F r i e d b e r g, 25. Rov. Die abgetan» fene Woche war für unsere Stadt besonders reich an schauspielerischen Genüssen. Am Montag und Dienstag waren es die Volksspiele des Malers W. Dlache tta, welche den Be- weis lieferten, daß wahre und reine Kunst immer noch befähigt ist, einen tiefen Eindruck auf das Volk auSzuüben. Sowohl die Abendvorstellungen, die einen Märchen- und einen Hans-3ache-Alend b ach en, w ea chN.Kia- dervorstellungen fanden ungedeckten Beifall und vollen Erfolg. Am Donnerstag, Freitag und Samstag erschien als stets willkommener Gast wieder einmal die Landeswanderbühne, die mit 3bsens „Der Volksfeind", LejsmgS „Emilia Galotti" und Shakespeares „Was ihr wollt" ebenfalls ein besetztes Haus und ein dankbares Publikum fand. Der Ausschuß für Volksbildung hatte auch in diesem Falle durch einleitende Vorträge des ' Herrn Oberlehrer Dr. Weiner für ein tie- > feres Verständnis der dargebotenen Bühnen- • stücke gesorgt. ' Starkenburg und Rheinhessen. fpd. Rüsselsheim, 26. Rov. 3n den Opelwerken explodierte aus bisher nicht ermittelten Ursachen ein Sauerstoff- rohr. Dabei wurden sieben Arbeiter schwer verletzt, so daß sie sofort dem Mainzer Krankenhause zugeführt werden muhten. Einer der Verwundeten erlag bereits seinen Verletzungen. Kreis Wetzlar. ra. Kinzenbach, 27. Rov. Der Gesangverein „Fortuna" beging am gestrigen Totensonntag zu Ehren seiner im Weltkriege gefallenen Mitglieder eine würdige Gedenk' feier. Eine Ehrentafel wurde enthüllt, auf der die Ramen von 15 Gefallenen aus den Reihen des Vereins enthalten sind. Ansprachen, Chorgesänge und Gedichtvorträge wiesen auf die Weihe der Stunde hin. Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M., 26. Rov. Aus einer Brikettsabrik in der Daimlerstrahe wurden in der vergangenen Rächt ein Elektro- m o t o r ‘im Werte von 1 500 000 Mark und ein Treibriemen für etwa 500 000 Mark gestohlen. Aus einer Waschküche im Sandweg wurde nachts die gesamte Wäsche entwendet. Wert: 500 000 Mark. Aus einem Lager im Osthafen holten Diebe in einer Rächt mehr ab? 3000 Weinflaschen für rund 150 000 Mk. Wert weg. Bei der Kriminalpolizei laufen jetzt täglich etwa 25 Anzeigen wegen Einbruchs- diebstähle ein. fpd. Frankfurt a.M., 27.Rov. Der nean- zehnjährige Pole 3 f i Sch inorr stahl aus einem Bekleidungsgeschäft an der Mainzer Landstraße, bet dem er angestellt war, mehr als 400 Hosen und veräußerte sie an seinen Freund, den 23jährigen Trödler Maier Silbermann in Offenbach. Beide wurden festgenommen. Ein neuer Roman von Clara Diebig dessen Erstabdruck vor wenigen Wochen in einer namhaften Familienzeitschrift beendet wurde, ist zum Zweitdruck im (Siebener Anzeiger von uns erworben worden. Der Roman der beliebten, hier persönlich bekannten Verfasserin (betitelt: „Unter dem Freiheitsbaum") entrollt in der bekannten fesselnden Schreibweise Elara DiebigS ein ungemein packendes Zeitbild. 3m Hinblick auf die Tatsache, daß für viele Familien der käufliche Erwerb von Tüchern namhafter Au o en immer schwieriger wird, haben wir für den Abdruck dieser Arbeit ein ganz besonders großes Opfer gebracht. Anseren Lesern wollen wir auf diesem Wege die Möglichkeit bieten, das neueste Werk der hervorragenden Schriftstellerin, das wir im Anschluß an den jetzt laufenden Roman abdrucken werden, kennenzulernen. Es empfiehlt sich, im Bezug des Gießener Anzeigers keine Unterbrechung eintteten zu lassen. Verlag und Redaktion des Gießener Anzeiger-. Der Darmstädter Landsriedens- bruch vor Gericht. rm. Darmstadt, 27. Rov. Ohne Unter» brechung werden heute die Verhandlungen gegen weitere neun Angeklagte, die sich am 27. Juni d. 3 an den Folgen des Demonstrattons- zuges beteiligt haben, fortgesetzt. Die Strafkammer hat es heute nur mit drei 3ugendlichen zu t in, wahrend als Hauptbeschuldigter sich der 1882 $u Heppenheim a. d. B. geborene Schreiner Ludwig Ährhan hervorgetan hat. Der Tag der Demon- tration sollte bestimmungsgemäß dazu benutzt werden, die Hoflieferantenabzeichen, die sich noch an den einzelnen Läden und Geschäftshäusern bet Stadt befanden, gewaltsam zu beseitigen. Einer der älrheber war ckl h r h a n, der als Vorsitzender des Holzarbeiterverbandes einen Aufruf folgenden 3nhalts verfaßte: „Achtung, Kollegen! Beteiligt euch heute restlos an der Kundgebung für die Republik gegen die Mordgesellen. Zwinat eure Arbeitgeber, daß alle früheren Hohe! s^bzeicher sofort verschwinden müssen. Rieder mit der tionl Hoch die Republik! Die Kollegen wollen heute Werkzeuge mitbringen, damit die noch tiov ha n denen Hoheitsabzeichen entfernt toerben. Keiner darf fehlen. Deutscher Holzarbeiterverband. Verwaltungsstelle Darmstadt, älhrhan." Er hat diesen Aufruf in mehreren Exemplaren dem An geklagten Schreiner Jak. Pollack, 33 Zähre al!, aus Darmstadt, der stellv. Obmann des Betriebs• rat es in der Alterschen Fabrik ist, zugesand ?, wo sie angeschlagen wurden. 3nfolgedessen wurde.! in der Stadt an einer ganzen Reihe von Häuser»; die Hoflieferantenschilder zertrümmert oder mit Farbe überstrichen. Hierbei wurden auch mehrfach Polizeibeamte mißhandelt, in einem Falle txe.- Gewehr abgenommen und entzweigeschlagen. Ei; zelne der Angeklagten haben dabei mit toiföcci Geschrei die Menge aufgereizt und gegen bic Polizei gehetzt. Staatsanwalt Dr. Langenbach verurteile wieder scharf die hinter den Kulissen stehender'. Drahtzieher, welche die Arbeiterschaft auf reizen und dann im Hintergründe zusehen, wie die von ihnen gesäte Frucht reift. Die Mehrzahl der Angeklagten habe es diesen Hetzereien zu verdanken, daß sie heute aus der Anklagebank sitzen. Er beantragt gegen cklhrhan to.gen der Schwere des Vergehens zwei 3ahre Gefängnis, gegen P. zehn Monate und gegen die übrigen Angeklagten ein 3ahr acht Monate bis herunter zu einem Monat Gefängnis. Das Gericht, anscheinend wegen der schweren gegen Ü. beantragten Strafe im Zweifel, erließ nach dreistündiger Beratung folgendes Urteil Der 18 Jahre alte Arbeiter Rudolf Schulz aus Darmstadt erhält drei Monate Gefängnis, der gleichaltrige Schreiner Friedrich Adolf aus Rödelheim 3 Monate, der ebenso alte Hilfst arbeitet Georg Honig aus Darmstadt 1 Monat. Georg S e i h, 19 Jahre alt. Arbeiter aus Hew bad), 10 Monate, Fickedr. Kuhlmann, Arbeiter, 19 3ahre alt, aus Erzhausen, 1 3ahr Gefängnis abzüglich 6 Wochen Haft, der Schreiner 3oh. D i 11 in a n n, 43 Zähre alt, aus Oberramstadt, 5 Monate, und der 33 3ahre alte Schreiner I. Pollack 4 Monate Gefängnis, ckl h r h a n und der 20 Zahre alte Schlosser Fr. Dächert aus Eberstadt werden mangels ausreichenden Beweises freigesprochen. 3n der eingehenden Urteilsbegründung weist der Vorsitzende wiederholt darauf hin, bah sich alle Teilnehmer der, Züge strafbar gemacht haben, welche nach dem eigentlichen 'Demonstrationszuge noch in den Straßen cklnr chen verursachten und Gewalttaten verübten. Zu ihren Gunsten sprech? aber sehr der Umstand, daß sie durch die Eewerkschafts- und andere Führer aufgereizt, sich der Menge anschlossen, während die eigentlichen Urheber wohl die Ventile öffneten, aber nicht mehr in der Lage waren, diese ccdcber zu schließen. Ebenso wird der mangelhaften Leitung der Polizei gedacht. Verurteilt wird auch in dieser bewegten unruhigen Zeit das Veranstalten dieser unglücklichen Demonstratilvnszüge überhaupt. Die Organisationen haben versagt. S ch w i n n, das dritte Revier (Kirchstrahe 11» Fernsprecher 54) führt als Stellvertreter der Polizeioberwachtmeister Hau. Näheres über die Zugehörigkeit der Straßen zu den einzelnen Revieren und über die Zuständigkeit bei der Erledigung von Dienstgeschäften ist aus der amtlichen Bekanntmachung in unserer SamS- tagausgabe zu ersehen. ** Zuckerausgabe. 3m Anzeigenteile unseres heutigen Blattes gibt das Lebensmittelamt bekannt, daß der HaushaltS- zucker für Oktober und November vom 30. November bis zum 9. Dezember in den Geschäften abgeholt werden kann. Näheres in der Bekanntmachung. ** Die Teuerungszuschläge zu den Schornsteinfegergebühren sind mit Wirkung vom 20. November ab wie folgt festgesetzt worden: für die Kehrbezirke der Städte Darmstadt, Mainz, Offenbach und Gießen auf 3700 v. H., für die übrigen Kehrbezirke des Landes auf 4800 v. H. ** Anlagen konzert findet morgen Mittwoch, mittags 12 cklhr, am Liebig-Dentmal (nur bei günstiger Witterung) durch das Musikkorps des I. Bataillons, 15. 3nf.-Regts. statt. Die Musikfolge ist: 1. „Huldigungsmarsch" R. Wagner: 2. Große Fantasie a. d. Oper: „Ekkehard" W. Aus Stadt und Land. Gießen, den 28. November 1922. Vorbildliche Liebestätigkcit. Dom (Siebener Rentnerbund wird uns geschrieben: „@in großartiges Hilfs- werk zugunsten der in höchster Rot sich befindenden Kleinrentner hat der Bauernverein des Kreises Gießen durchgeführt, indem er den Mitgliedern der hiesigen Ortsgruppe des Deutschen Rentnerbundes die Winter- rar löffeln — es handelt sich um etwa 1100 Zentner — k o st e n l o s geliefert hat. Hiesige Firmen stellten bereitwilligst und gleichfalls kostenlos Autos zum Abholen der Kartoffeln zur Verfügung. Unter Führung von Vorstandsmitgliedern wurden die Spenden auf dem Lande abgeholt und den Mitgliedern des Rentnerbundes direkt zugeführt." 'Der Bauernverein des Kreises Dießen reiht sich mit diesem lobenswerten Werke der Nächsten- li.be würdig der großzügigen Liebestätigkeit an, die auch schon an anderen Stellen unserer engeren Heimat von der Landbevölkerung geübt wurde. So berichteten wir erst kürzlich, daß der R e - formbund der Gutshofe große Kartoffel- spenden für die Rolleidenden in der Stadt gleichfalls kostenlos gegeben und weitere Gratislieferungen im Gange hat. Der Reformbund der G u t s h ö f e und der Bauernverein des Kreises Gießen haben auch für die notleidenden Stände unserer Stadt noch größere Rkengen Kartoffeln zur Verfügung gestellt. Ein weiteres schönes Beispiel praktischer Hilfe der Landbevölkerung wird uns soeben aus Marburg berichtet. Die dortige Studentenschaft erhielt vom Bauernbund des Marburger Bezirks ihren gesamten Äartoffelbebarf kostenlos -,ul Verfügung gestellt, daneben wurden ihr noch erhebliche weitere Lebensrnittel gratis gegeben, so daß die Studentenschaft die Möglichkeit hatte, aus dem Erlös der überschüssigen Zufuhr die Gastwirtschaft Lederer zu kaufen und in dieser ein Studentenheim einzurichten, an dem gegenwärtig die erforderlichen baulichen Einrichtungen getroffen werden. Die selbstlose Opferfreudigkeit des Landvolkes und die gleichfalls uneigennützige älnter- stützung, die die Geschäftswelt den Sammlern durch die Bereitstellung von Autos unb. Fuhrwerken zuteil werden ließ, verdienen vollste Anerkennung. Mögen diese vortrefflichen Beispiele, die beweisen, daß man auf dem Lande und auch vielfach in der Stadt das Herz auf dem rechten Fleck hat. auch bei anderen Berufsständen Nachahmung finden. Einspruch der Hausbesitzer gegen die sr äL ti s cln! M i etzusch! ag-F-eftsetznn g. Man schreibt und: „Der HauSbesit° zerverein hat gegen die von der Stadtverwaltung beim Kreis amt eingereichten Mietzuschläge Einspruch erhoben, da die Satze Len heutigen Verhältnissen keinesfalls entsprechen Auch stehen die Sätze in Gießen bei weitem hinter den von anderen hessischen Städten zurück. Diese künstliche Niederhaltung der Zuschläge bedeutet eine ilm- aehung des Gesetzes, in dem es ausdrücklich ge ht, „die Zuschläge müssen so bemessen sein, daß sie ausreichend sind". '*♦ Be i der Gefallenen-Gedenk- f^ier am Sonntag mittag wurde am Ausgange des Friedhofes durch Mitglieder des WartburgvereinS eine Sammlung zum Besten d^s Vol'ksbundes Deutsche Kriegs- aräberf.ürsvrge durchgeführt. Eine dem gleichen Zwecke dienende Sammlung fand auf dem Alten Fr.edhofe statt. Beide erbrachten den stattlichen Gesamtbetrag von 18 16 0.60 Mark. Der Vvlksbund Deutsche KriegS- gräberfürsorge, dessen h efige Ortsgruppe unter dem Vorsitz des Beigeordneten Dr. Frey arbeitet, h.at es sich bekanntlich zur Aufgabe gemacht, Ermittelungen über unbekannte Kriegergräber anzustellen, die Verbindung zwischen den Grabern im Auslande und den deutschen Angehörigen zu vermitteln und aufrecht- zuerhalten und für d e regelmäßige Unterhaltung und gelegentliche Schmückung der Grä- 5er"im Auslande auf Wunsch der Angehörigen Sorge zu tragen. Zur Förderung dieser Ausgaben ist dem Voltsbuno jetzt eine Geld- sammlung für das ganze Re chsgebiet geneh- migr worden, und diesen Zwecken soll auch die C^CXlH-Koiifekt verhütet DsTStO^flltig i Eß? jftestd.:Zucker. 'UpfeimarA u. frienolphtal 0.72, V# w äiri • gelebt cke LrhrerM öit der Dolkssh Dienstwohnung freien werden. Anzahl von OEoiti schinenfabrilaktien Oberdedarf und 3 Prozent Valuta-1 landsrenlen zogen wDMriMist'l Nb veiMdE tausende von sogar 17000 hrc war das Deschäsl aüerdlngs die fi Berlin, 27. bild. Durch die tung der Snlenlc ferenz vorliegend nungen auf einen lauf wesentlich hei die Steigei ung b unverändert kleine Wirkung hiervon PudlÜMs und b mack verstärkt, fc anhielten. DaS ® mnf gewonnen, (B fef.i IS laut A undilrku de Kesangniv in die W N le? L^rich Mene W Ksortvere' Schorlenrme andacht eröffnet dem Dorsig von bürg nach einem ber-TraiS-Hori licher Aussprach Pfarramts und Die j Sine rech von i Fortsetzung. entsetzlich M und die Unti 'S; “nerträ LAnDvrgrnl Wufilmb nach -in?? T letzten Sä Kull und zu« Ni.^umdstvc verfüg^ ff?l 25. November 27. November 27.11. 23.11. 27.11. 93000,—750d0,-92800, edens- 47. Fortsetzung. (Dachdruck verboten.) Mt-orMtoria Eigarotts A.KUSCHE. Die Herweg Hs 6lne rechtsrheinische Geschichte von 21 eg b e t Dill. Darum: Antw.-Brüssel Holland..... Vonöon .... PanS...... Lchweiz..... Evnuien .... Jinlien VinnboivDporto Dänemark . . . Norweaen . .. Schweden .. . HelsingsorS. .. Nenvork..... Deutsch-Oesterr. Budaveit.... Vrnn....... Sona ..... Hamburg Amcr. Bakel Norddeuricher Vtoub. . Zement iverkHeidelberg Philtvv Holzmann . . . ?lnnlO'Sont.»(Mit(xno. . . Badische Anilin ldschmidr Ärte^betmer Electron. Höchster Farbwerke . Hvlzverkoblung li'ütaerörverke Lchcideanitalt 910(1. ElekrrizitätA'Ges. Brramann Schuckerr Diemens L Halske. . warm zu dem Fenster hinein und lieh die Zelle nur noch lichtloser, dumpfer und enger erscheinen. Gefangen! Hinter vergitterten Fenstern schaute er zu dem blauen Himmel auf, der sich strahlend und wolkenlos über dem Lande spannte. Die Sonne drang tagsüber kaum über die hohen Mauern deS feuchten Hofes, nur doS Qlb:nt>3 kam sie mitleidig noch einmal ein bihchrn zu ihm herein. Gin schräger Strahl stand dann vom Fenster bis zu seinem Dettrand, in welchem die Stäubchen tanzten. Dann dachte er an den sonnigen Rhein, auf dem die weihen Schisse hinglitten, an die Insel, die mit ihren alten Bäumen im Rhein schwamm, an die stolzen Brücken, die sich von einer Stadt zur anderen spannten, an die Berge mit ihren zerfallenen Burgen. Eine wilde Sehnsucht überkam ihn, hinauszulaufen ins Freie, die Luft zu atmen, sich unter den Menschen zu bewegen, die jetzt im Äurgartcn auf dem hellen Kiesplah promenierten, während das Orchester eine Serenade spielte und sich die blitzende Fontäne rauschend im Weiher erhob. Es wurde heih. Die Mücken tanzten am seinen Kopf. Die Verhandlungen zogen sich hin. 3ebcn Tag kam etwas Reues dazu, kein Richter konnte sich mehr durchfinden. „(Sie hätten Ihre Angelegenheiten geordnet zurücklassen sollen," sagte Geld 4t) ,80 2847.V, 32418.7) .312.75 1327,65 1087,75 330,15 1456215 1331,65 1925,15 182,50 7231,85 10,02 300,- 231,85 Geld 528,65 3192,- 3641)8,75 564,55 1488,75 1221,90 3s&- 1620,90 145685 2141,60 8009,90 1L17 329,- drr man, tinro mbfttab ur 4oc 1 Freund, et®flnn ien. 8075 354,- 250,- 850,- 140,'- M(. «litt ^tben bereite (BericbtsfaaL München. 27. Rov. (Wolff.) Der frühere Münchener Hofschauspieler Schwannecke, der in der Revolutionszeit Intendant des HoftheaterS war und einige Jahre dem Klara- Zieg l e r - M u s e u m alS Kurator Vorstand, wurde laut „BZ." wegen Veruntreuung und Urkundenfälschung zu SMonaten G e s ä n g n i s und 100 000 Mark Geldstrafe sowie in die Kosten verurtellt. Briei 471.20 28.12,15 32581.25 515-25 1334, ,5 1092,25 :H0)85 146365 1338,35 1934.85 183,50 726115 10,08 311- 233,15 78,50 350,- 240,— 87a- 140'- 110,- 82,- y 0e= ^enf. Nei Thvr- N bk Kurs 23 11. 77.50 340,- 240,- 85'),— 200,- 140.- 110,- 119,90 120,- 4900,- 80,75 350,- 250,- 85a- 143'- Fraukfurter Devisenmarkt. (Telegraphische Auszahlung.) Amtliche Rotterungen. der schvean oeisel. ersteh es Urteil' vll 5 Mngnis, Adolf aus alte * ibt 1 MM er aus ntt, Arbeiter h- hretner OberramM Steiner 0- hrhaa und renDeseifes sbegrün' feit darM & KE nrb, 2ldß Setvur !ktro- Irf und ) Dap vendel. 3« im chr al« «0 Di. faieSi Bruchs- hrnauSgtngen. Heimische Renten fest, 3proz. Kvn- sols 45 Prozent höher. Don unbeträchtlichen Schwankungen abgesehen, erhielt sich die feste Grundstimmung auch weiterhin. Frankfurt a. M., 27. Rov. Börsen- stimmungsbild. Dollarkurs im Frühverkehr 7400. spater anziehend 7600—7725. Devisen lagen im Frühverkehr fest, im Verlaufe erheblich höher. Am Effektenmarkt eröffnete man bei sehr fester Tendenz. Das Vertrauensvotum, welches das Kabinett Suno erhielt, wurde an der BÄrse günstig beurteilt. Das Geschäft im freien Verkehr war anfänglich sehr lebhaft. Auslandsrenten lagen heute fester. Kaufaufträge lagen für zahlreiche Industrse- papiere vor. Unter bei Montanpapieren blieben Phönix, ManneSmann und Caro gesuchter. Bankaktien zeigten wiederum lebhaftere Geschäftstätigkeit. Zuckerarktten anziehend. Anilinwerte fanden zu höheren Kursen Aufnahme. ElektrizitätSpapiere wiesen regeren Verkehr auf. Um 1 Uhr wurde der Dollar 7950 genannt. Börsenkurse. ftrnnffitrt n. M. Berlin Schluß- S blul» Schluß- Schluß» Kurs flute Amts e Unter» M gegen sich am (trationi- caflammrr »u Un, « 1882 zu Datum: 5"/.Dtsch. RetchSanleihe 47o Ternleirtjen ■l’/a’/o Dergleichen 370 Dergleichen Disch Sonr- Pram.-Anl. 4'7» 'preußische Konsol» 4% Hessen 3*/.f/n Hessen 3°/„ Hessen 470 ZoNtürken 57o (Äoldmexiknner 29 500 Mr., Weizenmehl, südd. Spezial 0 39 000 bis 46 002 Mk., bei Waggonbezug ab Mühlen- staiion, Roggenmehl 31 500—33 C03 Mk., Weizen- unb Roggenlleie 12 000—12 250 Ml., Erbsen für Speisezwecke 42 002—50 000 Mk. Tendenz fest. Frankfurter Schlachtdiehmarkl. Frankfurt a. M., 27. Rov. (Amtlich.) Marktverlauf: In allen Dlehgatlungen ruhiger Handel mit etwas Ueverstand. Im einzelnen ist zu bemerken: Ausgetrieben waren 2054 Rinder, Darunter 379 Ochsen, 84 Dullen und 1591 Färsen und Kühe. Ferner 271 Kälber, 281 Schafe und 1001 Schweine. An Preisen wurden angelegt per Zentner Lebendgewicht: Ochsen von 17 000 bis 30 000 Mk., Bullen von 16 000—25 000 Mk., Färsen und Kühe von 23 000—29 000 Mk. für beste Färsen, von 12 000—24 COO Mk. für geringe Färsen: Kälber, beste Qualitäten, von 32 000—35 000 Mk., mittlere von 28 000—32 000 Mark, geringe von 24 000—26 COO Mk., geringste von 20 000—22 000 Mk.; Schafe von 11 000 bis 25 000 Mk.; Schweine unter 80 Klio Lebendgewicht von 35 000— 45 COO Mk., von 80—100 Kilo von 44 000-48 COO Mk., von 100—120 Kilo von 47 000—50 000 Ml-, von 120—150 Kilo von 47 000 bis 50 000 Mk.: Fettschtveme über 150 Kilo von 47 000 —50 000 Mk.: Sauen und Gber von 35 000 bis 45 000 Mk. Die Preise liegen um soviel über den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste. Spesen und Händlergewimi in sich schließen. eVn&r> stiebenden Kammgarnspinnerei gegeben, von der er nicht einmal wüstste, wo sie tag. Er wuhte nur. bast das Papier an der Börse empfohlen war und bald sehr hoch steigen sollte. Und er hatte da zum erstenmal etwas getan, das er sonst vermieden hatte. Gr hatte die Gelder seiner Klientinnen, die schm lange ungenützt bei ihm lagerten, zu diesem Ankauf mitverwendet. Er hatte diese ewig verreisten Damen nicht um ihre Meinung fragen können, sie antworteten ja nie, und sie hatten bis jetzt auch nichts dagegen gehabt, wenn er ihnen mit Aktien Geld verdiente. Wenn diese Fabrik nun Bankrott machte? Wie die Eppenhausener, die vor dem Zusammenkrachan stand? Dann hatte er nicht allein sein ganzes Kapital eingebüstt, sondern auch noch andere hin- eingezogen. „Warum haben Sie das getan?“ fragte der kühle Richter, „mit fremdem Geld geht man vorsichtig um." Oh, sie hatten jetzt gut reden! Sie verstanden ja nicht, dah er nur anderen helfen wollte. Er brauchte das Geld ja gar nicht, sondern seine Frau, seine Mutter, die Schwester und die Brüter. Für was hatte er denn jemals Geld ausgegeben? Für seine Musik. Sie war feine einzige Freude, fein einziger Luxus: Roten, Bücher, Konzerte... Theater. Der rheinische Frühling war, fast ohne Heber» gang, zum Sommer geworden. Die 2uft strich Kirche und Schule. ' Erledigte Schul st eile. Erledigt ist eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Bolttschule in Dorf - Güll, Kr. ©leben. Dienstwohnung ist vorhanden und kann alsbald bezogen werden. rl Hungen, 26. Rov. Sine hier abgehaltene Versammlung des Hessischen PfarrvereinS. die von Stistspfarrer Schorle mm er-Sich mit einer Gebets- andacht eröffnet wurde, beschäftigte sich unter dem Vorsitz von Pfarrer Fritsch -Ruppertsburg nach einem Vortrag von Pfarrer Weber -Trais-Horloff in lebhafter und gründlicher Aussprache mit brennenden Fragen des Pfarramts und geschäftlichen Besprechungen. Märkte. Berliner Produttenmarkt. Brie' 53L35 3208,- 96391,25 567.45 14'6,25 1228,10 38o,- 1629'10 1463.15 2155.40 8050'10 11,23 33L- 254,15 Natürliche volle Formen und jugendfrisches Aussehen stnd der Wunsch vieler Frauen. Wir raten Ihnen, 30 Gramm echte Avora- Kerne zu kaufen, die erprobte, völlig unschädliche Stoffe von ansahfördernder Wirkung enthalten. Davon nehmen Sie 3mal täglich 2—4 Stück. Sicher erhältlich: Universttäts - Apotheke zum goldenen Engel, Marktplatz. 952Iss -,- HL 0035,- 4650)—6200, Sandel. Berlin. 27. Rov. Börsen st Immungs- bild. Durch die über die voraussichtliche Haltung der Ententestaaten auf der Brüsseler Konferenz vorliegenden Rachrichten sind die Hoffnungen auf einen für Deutschland günstigen Verlauf wesentlich herabgestimmt worden, so dah sich die Steigerung der Devisenpreise bei allerdings unverändert kleinen Umsätzen fvrtsetzte. In Rückwirkung hiervon hat sich auch die Kauflust des Publikums und der Spekulation auf dem Effektenmarkt verstärkt, fo dah hier die Kurssteigerungen anhiellen. Das Geschäft bat wieder an Ausdeh- nung gewonnen, so dah die Kursfeststellung verzögert wurde. Die Kurserhöhungen betrugen durchschnittlich 500 bis 2850 und für eine ganze Anzahl von Montan-, Textil-, Zellstoff- und Maschinenfabrikaktien 1000 bis 3000, für Laurahütte, Oberbedarf und Riebeck Montan sogar ü?er 4000 Prozent Valuta- und Kolonialwerte sowie Auslandsrenten zogen wesentlich von der Steigerung der Devisenpreise Ratzen und erhöhten ihren Kurs- stand verschiedentlich gleichfalls um Hunderte bis tausende von Prozenten. 5proz. Mexikaner waren sogar 17 000 Prozent höher. Unverändert groh war das Geschäft auch auf dem Dankenmarkt, wo allerdings die Kursbesferungen über 300 nicht CB er 1 in, 27. Rov. Infolge der fortgesetzte! Steigerung der Devisenpreise zeigte! auch die Ro- tieiungen für Getreide wieder einen starken Auftrieb. Infolgedessen waren die Inlandsofferten z. T. zurückgezogen, z. T. in ihrer! Forderungen bedeutend erhöht. Für Weizen wurden seitens der Mühlen Waggon- und auch Kahnladungen loco Berlin gehandelt. Auch für Roggen zeigte sich ans.hnllch>r Begehr. Bei Item stärkeren Interesse für diese beiden Artikel spielt der wesentlich lebhaftere Vang des Mehlgeschäftes eine Rolle. Die Kauflust erstreckte sich bei steigenden Preisen auch auf Gerste, Hafer und Mais und auch die Rotizen für Oelfaaten, Hülse",ifrüchte und Futterstoffe wurden von der allgemeinen Festigkeit nach oben beeinflusst. Weizen, märkischen 13 500-14 200 Mk , mecklenburgisch.^ 13 700 Mk. (steigend), Roggen, märkischen 11 700-12 500 Mk., pommerschen 12 000 Mk. (steigend). Sommergerste 11 500—12 700 Mk. (steigend), Hafer, märkischen 13 000—13 600 Mk. (steigend). Mais, La Plata, frei Hamburg 15 000 Mk. (steigend), loco Berlin 14 500—15 000 Mk., Weizenmehl (100 Kg.) 36 000 bis 41 000 Mk. (steigen^ Roggenmehl (100 Kg.) 32 000— 35 000 Mk. (steigend,. Weizenkleie 7000 bis 7300 Mk. (fest), Roggenlleie 7000-7300 Mk. (fest), Raps 22 000-23 000 Mk. (fest), Leinsaat 24 000-26 000 Mk., Bllloriaerbsen 22 000 bis 23 000 Mk., kleine Erbsen 17 000—18 000 Mk., Peluschken 19 500-21 000 Mk, Ack?rbohnen 16 000 bis 17 000 Mk.. Wicken 17 000—18 500 Mk., Se- radslla. alt 30 000—35 000 Mk., Rapskuchen 8000 bis 8700 Mk., Tl-ockenschnitzel 5700—6000 Mk. Rauhsutter: Weizen- und RoAg^ftioh, drahtgeb. 5300—5500 Mk., Hafer st roh, drahtgepreht 5300 bis 5500 Mk., Stroh, strohseilgebündelt 5300 bis 5500 Mk., Wiesen Heu, aut, gesund und trocken, Vormahd 5100-5200 Mk.. Dachmahd 3300 bt« 3400 Mk. Frankfurter Getreidemarkt. Frankfurt a. M., 27. Rov. Infolge der erhöhten Dsvlsenkurse zeigten die Preise gegen ihre letzten Dotierungen eine festere Tendenz. Die Umsätze waren wieder bescheiden, da nur für sofort greifbare Ware Dachfrage herrschte. Weizen mahig höher, auch für Roggen trat eine festere Stimmung hervor. Gerste und Hafer mäßig anziehend. Mais ruhig In HülsenfrÄchten, Sämereien und Futterartikeln blieb das Geschäft bescheiden, bei behaupteten Preisen. — (betreibe, Hülsenfrüchte und Biertreber ohne Sack, Weizenmehl, Roggenmehl und Kleie mit Sack, Preis je 100 Kg-, alsbaldige Lieferung, Parität Frankfurt a. M. Weizen 28 000—26 500 Mk., Roggen 23 000—24 000 Mk, Sommergerste für Drau- zwecke 24 000—25 000 Mk., Hafer 24 000 bis 25 500 Mk., Mais, La Plata 30 000 Mk., Mixed «ufern W gm. Siner 3orfü)enbcr f folgenden I beteiligt >g für btc oinal »nvc W&v bet aieoi- $en tDolki l noch Bor- t nxrbtu ierverband, i" 5r Hai n dem Än- I Jahre all. 1 Jemcbö- zug-fanL, [en wurden m Msna t ober mii ich mehrsaÄ Falle tat HIagm. Siu- mit wildem - gegen die h verurteilt- ui stehenden ft lmfreizen Die die vor. rhyahl en j» ver- ebanf schm. SjxDere des jen P. zehn ellagim ein inem ®°nat (In - einem Teil der Auflage wiederholt.) Eine amerikanische Abrüstungskonferenz. Paris. 27. Rov. (WTD.) Wie die „Ehicagk» Tribüne" aus Washington meldet, wird die Abrüstungskonferenz, an der die fünf mittel- amerikanischen Republiken teilnehmen, am 6. Dezember eröffnet werden. Gin Petroleum-Abkommen. Paris, 27. Rov. (WTD.) Havas berichtet aus Lausanne, man bestätige in unterrichtet«! Kreisen, dah schon vor einiger Zeit hinsichtlich der Petroleumquellen vonMossul ein Abkommen zwischen den Regierungen von Washington und London getroffen worden fet öttKe*er^5ttaTT«»tiner. Sieben, 24. Rov. 1922. Dem Dahitschasfner H. 2. von Assenhelm wurde zur Last gelegt, in den Jahren 1920 und 1921 mit zwei noch nicht 14 Jahre allen Schwestern verbotene Handlungen vorgenommen zu haben. Sr bestritt bifc Tat. Rach umfang reicher Beweisaufnahme, insbesondere auch über die Glaubwürdigkeit der jugendlichen Belastungszeuginnen erachtete das Gericht den Angellagten als überführt und verurteilte ihn zu einer Gesamtstrafe von 1 Jahr Gefängnis. Die Strafsache gegen das Dienstmädchen F. M. und den Hausburjchen W. R. von Dad-Dau° heim wegen Äbtreibung muhte auf den 28. d. Mts. vertagt werden, weil verschiedene, Dqn dem Verteidiger geladene Zeugen shch während der Mittagspause entfernt hatten. ihm der äinterfuchungscichter, „dann wären wir in drei Wochrn fertig gewesen." Das Deweismaterial häufte sich täglich, statt sich zu lichten. Der Eppenhausener Bankrott schob sich dazwischen. Auch dort herrschte HnNarfreit. Herwegh hatte die Vercoaltung bis zuletzt allein in feinen Händen gehabt, aber man hatte nie eine Abrechnung von ihm bekommen können in der letzten Zett. „Das kann noch Herbst werden, bis wir fertig sind," sagte ihm der Untersuchungsrichter. Wenn ihm das Hirn zu sprinaen drohte, nahm er seine Geige und spielte. Uno bei den ersten Dogenstrichen begannen sich seine Gedanken zu beruhigen. GS packte ihn ein wahrer Heihhunger nach Musik, Vergessenheit wollte er sich spielen. Die Wärter blieben an der Türe stehen, um zu lauschen. Barkarolen und RondoS ertönten aus bei: Zelle Melodien aus Schumanns „Manfred" und Schuvetts „Rosamunde".'Dazwischen zitterte feierlich und fromm das Air von Bach. Zivischen dem AntersuchungSgefangenen und ben Wärtern hatte sich allmählich ein kordialer Ton eingebürgert. Der erste Wärter hatte schon in einen anberen Flügel versetzt werden müsfen, weil er über seinen Unterhaltungen mit Herwegh die anderen Gefangenen vergah. (Fortsetzung folgt.) .Mnliivext?lfd)cr»lebcn 5990.- 7!60,— 5000.- 6800,- Kaliwerk Weiiereneln 7375,— 8700,— 7000,- 8300.— Vourabütte 110 X).—17000.-10150,—15400,— Cberbcbtirf 82d0.—13 MO, — 8450.-14500 — Mönix BeraVlNl. . . . 14300,-16509,-13900,-15000,- Abelnstahl 13000,-15-00,-13000, -14000,- Nicbeck 'Wontmt . . . 185 0,-23030,— —,-21503,— TelluS Bcrabau.... 3500,— — 3203,-8500,- 2971,- 3N0,- 1925,- 2300.- 1 00,- 2110,- 4075,- 4500,- —,— -,— 4200,-4750,- 4430,- 5000.- Bücheriisch. — O. Wildling: „HeinzHellmanns Erlebnisse". Verlag H. 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Der Haushaltszucker für Oktober und Äovember 1922 ist eingetroffen und wird durch die Kleinhandelsgeschäfte und die Verkaufsstellen des Konsumvereins in der Zeit vom 3O.Vovember bis einfchl. 9. Dezember 1922 ausgegeben. Auf die Alarke entfallen 3 Pfund. Prois für gemahlenen Zucker und Kristallzucker QllL 115.—, für Griehrafstnade WL 120—, für Würfelzucker Mk. 125.— für das Pfund. Dicht rechtzeitig abgeholter Zucker verfällt. Giehen. den 27. Dovember 1922. ,0ti5 Der Oberbürgermeister. (Lebensmittelamt.) Bekanntuiachnng. Detr.: Die Iahlstunden bei ber Finanzhasse (Dezirhshasse) einschl. Zahlstelle Die Kassen sind von jetzt ab nicht mehr am 11. und 12, sondern 2. und 3., unb wenn ber eine ober andere von diesen Tagen auf einen Sonn- ober Feiertag fällt, auch am nächstfolgenben Tage für ben öffentlichen Verkehr geschloffen. Giehen, am 27. November 1922. Die Finanzkaffe (Dezirkskaffe). Hansult.103568 psandversteigemng. Mittwoch, den 29. Dovember 1922, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Leihgefterner W