HL US Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit derSamstagsbeilage: GießenerFamilienblätter Monatliche Sezugspreife: Mk 22.50 unb Mk. 2.50 Lrägerlohn,durch diePost Mk. 25.-, auch bei Nicht, «scheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech. Anschlüsse: fiirdieSchrift. leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Gießen. postschecttonto: Zrankfurl a. HL 11686. Erster Blatt U2. Zahrgang Stettag, 28. Zuli 1922 GietzeimAnzeiaer General-Anzeiger für Oberhessen Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen d. 34 mm Breit« örtlich 150 Pf., auswärts 180 Pf.; für Reklame Anzeigen von 70 mm Breite 500 Pf. Bei Platz- Vorschrift 20 70 Aufschlag. Hauplschriftleiter: 2Iug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen TeÜ, Ernst Blumschein; für den vrvck und Verlag: vrühl'Iche Univ.-Such- und Steindruckerei R. Lange. Schristleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulftraste 7. Die Entente und die deutsche Ausfuhr. 3n der Presse wurde jüntzst mitgeteill, daß die deutsche Regierung sich gegenüber bem Garantieiomitee zu neuen Zugeständnissen bereit gefunden hat und insbesondere dem Garantiekornttee die Befugnis eingeräumt hat, die Regelung des deutschen Außenhandels zu überwachen. Diese bedauerlichen Zugeständnisse verdienen bei den an der Ausfuhr beteiligten Kreisen des Handels und der Industrie ernste Beachtung, da sie ein Glied in einer längeren Kette von Maßnahmen der Entente gegen den deutschen Außenhandel finb und vermutlich nicht das Schluß stück dieser Kette. Es fing an mit der Ausfuhrabgabe. Kaum batte die Regierung die Ausfuhrabgabe eingc* ftihrt, als in den Ländern der Entente der Gedanke auftauchte, Deutschland als Reparationslast eine Ausfuhrabgabe aufzuzwingen. Dieser Gedanke ist bekanntlich verwirklicht worden in der 26prozentigen Ausfuhrabgabe, die das Londoner älltimatum vom Mai 1921 uns beschert hat. Ilm eine Handhabe zu erlangen, die im Interesse der Wirtschaft notwendige Anpassung der Ausfuhrabgabe an die jeweiligen wirtschaftlichen Verhältnisse zu erschweren, hat die Entente sich sogleich das Recht gesichert, Ermäßigungen der Ausfuhrabgabensähe zu unterlagen. Es folgte die Fakturierung in Auslandswährung. Don der deutschen Regierung wurde sie in Zeiten sinkender Martturse für Derkäufe ins Ausland empfohlen und von der Entente alsbald ein Zwang zur Fakturierung in Auslandswährung verlangt. Das letzte war die Devisenabli^erung. Die Mah- nobmen der deutschen Regierung, den Anfall der Exportdevisen zu möglichst günstigen Bedingungen der deutschen Regierung für ihre Zahlungsverpflichtungen in ausländischer Währung zur Verfügung zu stellen, wurden von der Entente als ein geeignetes Mittel erkannt, neue Zwangsmaßnahmen der deutschen Ausfuhr aufzuerlegen. Auf den Druck der Entente mußten im vergangenen Herbst die Außenhandelsstellen den Exporteuren die Verpflichtung auferlegen, einen bestimmten Anteil ihrer Exportdevisen der Regierung zum Kauf anzubieten. Alle diese Maßnahmen, wie Ausfuhrabgabe, Fakturienmg in Auslandswährung und Devisen- ablieferuüg, tonnten bei enger Anpassung an die in den einzelnen Geschäftszweigen verschiedenartigen Verhältnisse und an die schnell wechselnden Konjunkturen für die Gesamtheit wie sür den Exporteur zweckmäßig sein. Sir müssen aber auf die Dauer verhängnisvoll werden, wenn jie als eine starre Zwangsjacke dem lebendigen Wirt- schaftsiörper auserlegt werden. Diese letztere Erkenntnis ist auch in das Ausland gedrungen. Es ist daher begreiflich, daß diejenigen Kreise der Entente, die ein Wiederaufleben des deutschen Wirtschaftskörpers und damit die Leistung tragbarer Rcparationslasten mit allen Mitteln verhindern wollen, gerade die Einführung von Zwangsmaßnahmen auf diesem Gebiete als letztes Ziel erstreben. Heute hören wir schon aus der Presse jenseits der Vogesen, daß die Entente anläßlich der gegenwärtigen Reparationskrise verlangt hat, daß der gesamte Erlös unserer Ausfuhr in fremden Zahlungsmitteln der Entente zur Verfügung gestellt wird - eine 'Absurdität schon deshalb, weil damit die Bezahlung der Ein- ftchr und infolgedessen auch jede weitere Betätigung im Ausfuhrgeschäft unmöglich würde. Diese Maßnahmen werden nunmehr von dem Garantieiomitee dazu benutzt, sich die von Handel und Industrie der Gntenteländer so sehr erstrebte genaue Kenntnis der deutschen wirtschaftlichen Verhältnisse zu verschaffen. Zu diesem Zweck hat man immer wieder die Behauptung aufgestellt, daß die Angaben der deutschen Regierung über die Durchführung der von ihr getroffenen Maßnahmen unzuverlässig seien oder daß sie von der Bevölkerung sabotiert würden. Mit dieser Begründung konnte man zunächst einmal eine genaue Kontrolle der deutsch>n Außenhandelsstatistik beanspruchen. Ein Bevollmächtigter des Garantiekomitees überwacht im Statistischen Reichsamt die Aufmachung der deutschen Handelsitatistik, seine Vertreter, die sogen. .Inspecteurs mobiles", bereisen die Zollämter und überwachen dort die Sammlung unb weitere Verwertung der von den Exporteuren zu statistischen Zwecken ausgefüllten Ausfuhrerklärungen, unb schließlich, und das ist für die Entente selbstverständlich das wesentliche, haben die Beamten des Garantiekomitees das Recht, bte Geschäftsbücher privater Unternehmungen einzusehen und auf diese Weise über das deutsche Ausfuhrgeschäft sich genau zu unterrichten. Zwar hat das Garantiekomitee auf Verlangen der deutschen Regierung zugesta-nden, daß es von dem Recht der Düchereinsicht nur dann Geb auch machen werde, wenn gegen ein Unternehmen der Verdacht vorliegt, car' es falsche Ausfuhverklärungen ausstellt. Aber der Konkurrenzneid des Auslandes wird schon dafür sorgen, daß solche Verdachtsmomente immer dann konstruiert werden, wenn die genaue Kenntnis Les Ausfuhrgeschäfts einer deutschen Firma erwünscht ist. Es versteht sich hiernach von selbst, daß das Garantiekvmitee auch gegenüber der Durchführung der Fakturierung in Auslandswährung und der Devisenablief ung eine besorgte Skepsis zur Schau trägt unb als ein rühriger Sachwalter fremdländischer Geschäftsinteressen auch hierzu Einsichtnahme in alle Vorgänge der Behörden und möglichst auch in die Bücher der Firmen verlangt. Unsere politischen Gegner können ihrem mit Welfich^rhert unb Geschicklichkeit verfolgtem Ziel, her Versklavung unserer wirtschaftlichen Arbeit, eur in kleinen Schritten uäherkommen. Darum sollte man schon bei diesen ersten Schritten aus dem Wege der Auslieferung unserer Geschäftsgeheimnisse an das Ausland sich die Frage vorlegen, wie Vorsorge getroffen werden kann, um größerem älnheil zu steuern. Eine Absage der alliierten Ausgleichsämter? Paris, 27. Juli. (WTB.) Das „Journal des Debats" glaubt zu wissen (der „Temps" versichert dasselbe in bestimmter Form), daß die Vertreter der alliierten Ausgleichs- ämtcr in ihrer gestrigen Sitzung einstimmig den Beschluß gefaßt hätten, ihren Regierungen die Ablehnung des am 16. Juli gestellten deutschen Ersuchens um Herabsetzung der monatlichen Zahlungen an die Ausgleichsämter von zwei Millionen auf 500 000 Pfund Sterling zu empfehlen. Eine entsprechende Antwortnote der französischen Regierung sei bereits abgegangen. Der „Temps" behauptet, der Beschluß sei gefaßt worden auf Grund des Mangels an gutem Willen, den Deutschland bei der Durchführung des Ausgleichsverfahrens unb der Anerkennung der alliierten Forberungen an den Lag gelegt habe. Vorschläge der internationalen Friedenskonfererz. Lonbon. 28. Juli. (WTB.) In der gestn- gen Bormittagssitzung der internationalen Friedenskonferenz wurde eine Anzahl eiügebrachter Entschließungen angenommen, in denen erklärt wird, die wirtschaftliche Wiederherstellung Europas erfordere folgende Maßnahmen : Die Herabsetzung der Reparationszahlungen auf eine Summe, die den im KriegeangerichtetenScha-- ben gut macht unb deren Bezahlung vom deutschen Volke vernünftigerweise erwartet werden könnte. Zurückziehung der Besatz ungsarmee vom Rh:in unb Einstellung der hohen Ausgaben, die deren Aufrechterhaltung notwendig macht. Rückgabe des Saargebietes an Deutschland und Wiederherstellung der französischen Bergwerke. Alle Bedingungen, die den tntcr= nationalen Handel und Wandel förbern, finb hei^ustellen. Annullierung der gegenseitigen Schulden. Einstellung ter Rüstnn- dgen durch ein allgemeines Abkommen. Ausgestaltung des Völkerbundes. Beschaffung einer internationalen Anleihe, damit das Werk der Wiederherstellung Europas in möglichst kurzer Frist beendet werden könnte. Durchsicht aller Friedensverträge durch den Völkerbund. Jede Ration müsse das Recht, daß das russische Volk sich selbst in seiner eigenen Weise regiere, anerkennen. Gewährung eines ausreichenden finanziellen Beistandes an das russische Volk, damit dieses in ben Stand gesetzt werde, die ihm durch den Krieg und vor allem nach dem Kriege jugefügten Schäden wiederherzustellen. Der amerikanische Finanzmann Frank Vanderlip führte einem Mitarbeiter der „Münchener Reuesten Rachrichten" gegenüber aus: Richt der Krieg ist die Arsache der großen Verluste, sondern die Ratur des Friedens von Versailles. Versailles erwies sich für die Sieger ebenso verderblich wie für die Besiegten. Deutschland muß in kurzer Zeit zusammenbrechen, wenn nicht radikale Qlenberungen seiner Reparationslasten vorgenornineu werden. Die unlösbare Schwierigkeit liegt in der absoluten U n = fäh igkeit Frankreichs, eine vernünftige Herabsetzung dieser Last zu diskutieren. In Deutschland wird baldigst eine sehr ernste unb wachsende Beschäftigungslosigkeit einsehen, die zusammenfällt mit der Preissteigerung unb der zunehmenden Inflation. Ihre Wirkungen müssen sich auslösen in Straßenrevolten unb sozialem Chaos. Roch im Juni hätte eine internationale Anleihe bie Situation retten können. Deutschlands Bankerott zieht unweigerlich ben Bankerott Frankreichs nach sich. — Vanderlip wurde heute vormittag vom bayerischen Minierpräsidenten empfangen. Lloyd George über Ruhland. London, 27. Juli (Wolff.) In der Unter«* Hausdebatte von gestern über dir Ha a ge r Kaufe re n z hielt rqi> Lord Robert Cecil Lloyd George eine Rede, in der er u. a. sagte, die Konferenz bedeute einen merkllchen Fortschritt zu einer endgültigen Regelung. Die Wiederherstellung des Friedens in Europa und der Ordnung in der Well lasse sich nir Schritt für Schritt erreichen. Man fei heute allzu geneigt zu vergeffen, daß der größte aller Kriege erst vor drei Jahren beert bet werden sei. Es sei bereits ein bedeutender Fortschritt gemacht worden. Die Ansicht Lord Robert C e c r l s, daß die Zustände sich verschlimmert hätten, könnte er nicht teilen. Die Erklärung Clhnes, daß England teilweise an dem ülnglüd Rußlands sch r Id sei, sei historisch unhaltbar. Rußland habe den ersten Schuß getan, und Rußland Hube auch als erste Macht den Krieg eingestellt. Die englische Regierung habe Kerenski jede Unter» stühung gewährt, und es sei nicht ihre Schuld, wenn er feinen Erfolg gehabt habe. Einige Mit- gliebcr des Hauses schienen der Ansicht zu sein, es gebe eine russische Regierung, die ganz Rußland drtrch ben Willen bes Volkes beherrsche, und England habe sich bemüht, Aufstand und Bürgerkrieg hetvorzurufen. Latsache fei. daß die bolschewistische Regierung durch einen S t aa t s- streich ans Ruder gekommen sei. Es liege kern Beweis dafür vor, daß das russische Voll jemals diese Regierung gewünscht habe, es habe sich yur unter dem Drucke der Gewalt gefügt. Lloyd George fuhr fort, wenn es möglich wäre, zu einem Abkommen zwecks Beschleunig mg des Wiederaufbaues zu kommeir, so würde dies für Rußland und England von Dorteil sein. Dre furchtbaren Zustände in Rußland tonnten sich nicht bessern, wenn Rußland nicht die zivilisierte Weit, zu Hilfe rufe; geschähe dies nicht, bann würden in Rußland Zustände wie in der Urzeit Platz greifen. Rußland entbehre Ollaschinen aller Art, landwirtschaftlicher Geräte usw. England würde geholfen, wenn es derartige Bestellungen erhallen könnte. Die Zusammenarbeit hege also im beiderseitigen Interesse. Fraglich sei nur, ob diese Zusammenarbeit möglich sei. Die Behauptung Clynes, daß die politische Anerkennung Rußlands zur Wiederaufnahme der sianziellen, wirtschaftlichen usw. B.ziehungen führen würde, ist geeignet, Rußland zu täuschen. Selbst wenn der beste verfügbare Botschafter nach Rußland gehen würde, würde ihm kein Bankier ober Kaufmann folgen, wenn nicht die notwendigen Bedingungen hergLstellt scien. Der große Vorteil der letzten Haager Konferenz sä g?wffe.i, daß Rußland zum Verständnis der tatsächlichen Ve_- hällnisse erzogen wurde. Es handele sich nicht um die Frage des Privateigentums, sondern um die Frage der Sicherheit für die britischen Arbeiter und für bas britische Kapital. Rußland müsse den früheren Besitzern ihr C'-gentum wiedergeben, oder sie entschädigen. Die russischen Delegierten hätten diese Vorschläge ihrer Regierung zur Erwägung übermittelt. Wenn Rußland zustimmt und seine Verpflichtungen loyal erfüllt, dann werde es Zeit für die diplomatische Anerkennung sein. Lloyd George schloß, • er hoffe, daß die russische Regierung keine zweideutige Antwort geben werde. Dann sei auch an der Wiederherstellung des normalen Lebens in Europa nicht mehr zu zweifeln. Jetzt herrsche bereits ein besserer Geist. Bezeichnend sei, daß jedesmal, wenn die Gefahr eines Abbruches im Haag bestand, und es habe einige Leute gegeben, die diesen Abbruch wünschlen, alle Grenzstaaten Rußlands, ri- noch vor kurzem gegen Rußland rüsteten und teil’ Heise mit ihm im Kampfe lagen, für die Fortsetzung der Konferenz ein getreten seien. Dieser neue Wille zur Zusammenarbeit fei sehr wertvoll unb auf dieser Grundlage würde der Wellfriede und die Wohlfahrt wieder hergestellt werden. Ein Brief des Reichspräsidenten an Lerchenfeld. Berlin, 27z Juli. lWB.) Auf Grund der gestrigen Beratungen d:r Reichsregierung und der heutigen Besprechung mit dem Reichskanzler und den bayerischen MitgliÄiern der Reichsregierung und dem Reichspräsidenten hat sich bei Reichspräsident entschlossen, an den bayerischen Ministerpräsidenten Lerchenfeld einen Brief z u richten, in welchem auf ben Ernst der eingetretenen Lage hingewiesen wird. Heute nachmittag fand eine Kabinettssitzung statt, in welcher der Wortlaut des Briefes mit- getcilt wurde. Der Dries wird dem bayerischen Ministerpräsidenten morgen früh übergeben. Berlin, 28. Juli. Durch den B r r e > des Reichspräsidenten an den bayrischen Ministerpräsidenten Grafen Lerchenseld ist, wie die Blätter melden, der Konflikt zwischen dem Reich unb Bayern in ein neues Stadium getreten. Wie die „Germania" sagt, geht aus der Ver- mittelungsakllon des Rächspräsidenten deutlich hervor baß man in Berlin bestrebt ist, auf einer Basis der Verständigung die Kris2 beizulegen. Es bestehe die Hoffnung, laß der begrüßenswerte Schritt des Reichspräsidenten zu einem Erfolg führt unb der innere Friede, der uns so not tut, gewahrt bleibt. Rach einer Mitteilung des „Vorwärts" ist die Veröffentlichung des Schreibens des Reichspräsidenten nach Verständigung mit der bayrischen Regierung für Freitag abend geplant. Die Besorgnisse der Pfalz. Ludwigshafen, 27. Juli. (WTB.) Eine Anzahl pfälzischer Bürgermeister hat sich gestern mit der besonderen Lage der Pfalz beschäftigt und als Ergebnis ihrer Beratungen eine Abordnung nach München entfanbt, welche dort die Besorgnisse der Pfalz vortragen soll. — Wie die „Pfälzische Rundschau" schreibt, hofft man, daß in München der Lage der Pfalz in weitgehendem Maße Rechnung getragen werde, um eine pfälzische Sonderpvlitik unter allen ihn- ständen zu vermeiden. Das Verhalten der übrigen süddeutschen Staaten. Karlsruhe, 27. Juli. (Wolff.) Morgen, Freitag, 28. Juli, findet im Laufe des Tages eine Besprechung der Staatspräsidenten von Württemberg, Baden unb Hessen über bie durch bie Verordnung der bayrischen Regierung vom 24. Juli 1922 geschaffene Lage statt. Die nordbayrischen Bürgermeister bei Lerchenscld. München, 27. Juli. (Wolff.) Beim Empfange der nordbaherischen Bürgermei- st e r durch ben Ministerpräfibenten Graf Lerchenfeld, dem der Minister des Innern Schweyer beiwohnte, erllärte der Wortführer der Abordnung, infolge der herrschenden Unklarheit über die Absichten der Regierung und der Regierungsparteien fei in den nordbayerischen Städten eine tiefgehende Erregung entstanden. Er wies auf die Gerüchte hin, die über die Loslösungsabsichten dort verbreitet waren. Inzwischen sei eine Verordnung mit Begründung durch die Staatsregierung erschienen. Weiterhin sei über die Absichten der größten bayerischen Partei eine hingehende Darlegung erfolgt. Auf Grund der neuen Tatsachen erachtete der Wortführer eine Klärung insofern als gegeben, als die B e s o r g i s f e über die Ab sicht einer Loslösung vom Reiche jeder Grundlage entbehren. Er bezeichnet ferner die Fortsetzung der eingeleiteten Aufklärungsarbeit als erwünscht, um Ruhe, Otbnunc unb Sicherheit zu gewährleisten. Die bisherige Tätigkeit des Deutschen Roten Kreuzes in Rußland. Das Deutsche Rote Kreuz, Abteilung „Russisches Hilfswerk", unterhält als bte erste europäische Hilfsorganisation seit Ende Sep- tcmbcL’ 1921 in Rußland eine Hilfsexpedllivn, deren ursprüngliche Aufgabe darin besteht, sich über die epidemiologischen Zustände Kenntnis zu verschaffen, die Verschleppung von Seuchen nach Deutschland zu verhindern unb in enger Fühlung mit bert russischen Behörden bei ben für ihre Bekämpfung notwenbigen Maßnahmen behilsllch zu fein. Zu biefem Zwecke würbe in Moskau ein Zentralbureau des Deutschen Roten Kreuzes errichtet unb gleichzeitig in einem von der Regierung zur Verfügung gestellten Gebäude ein Bolleriologifches Zentrallaboratorium mit einem Lesezimmer für bie neueste beutsche medizinische Literatur eingerichtet. Der Hauptteil der Expedition ging unter der Führung von Herrn Profeffor Mühle ns vom Hamburger Tropen- Institut in einem für diesen Zweck eigens zu- sammengesteilten und mit beutschen Milleln ausgerüsteten Sanitätszim nach Kasan, wo er eine große Anzahl von Medikamenten, kleinen Laboratorien, Mikroskopen, Ladoratoriumsgegenstän- ben und artesischen Handpumpen zum Gebrauch in den dortigen Dörfern teilweise durch den Rar- l'omsdraw unb teilweise unmittelbar an Krankenhäuser und Arzte verteilte. Außerdem wurden ..in chirurgisches Ambulatorium eingerichtet, bakteriologische Unter Übungen für die dortigen Krankenhäuser vorgenommen, Rezepte angefertigt und viele Wohnungen mittels eines neuen Blan- säu re-Derfährens entwest. Während ihrer Tätig- k it in Kasan erlitt 'bie Expedition durch ben Tod eines ihrer tüchtigsten Mitglieder, des Privat- dvzenten der Hygiene air der ilniberfität in Kiel Dr. Wolfgang Gärtner, einen empfindlichen Verlust. Es stellte sich bald heraus, daß bie Bekämp» fung der Seuchen nur dann einigermaßen von Erfolg bekleidet fein würde, wenn es gelänge, der stark unter dem Hunger leidenden Bevöllerung die notwendigen ßebenSmtttel zuzustellen. Da Deutschland infolge seiner durch den Vepsailler Friedensvertrag bedingten wirtschaftlichen Rotlage von sich aus nicht in der ßagc ist, die notwendigen Mittel dafür aufzubringen, so wurde durch eine umfangreiche Propagandatätigkeit die Privatinitiative dazu angeregt unb außerdem gelang es zu erreichen, daß bas von einem schwedischen Handelskonzem nach Rußland gebrachte Mehl nach Kasan geleitet 'unb dort zusammen mit dem Deutschen Roten Kreuz an bie Bewohner der am schwersten heimgesuchten Dörfer teils als Brot, teils als Mehl verteilt wurde. Mitte Februar kehrte die Expedition aus Äafan nach Moskau zurück, wo sie einen großen Teil ihres Sanitätszuges abgab unb mit dem Rest nebst den ersten von ausgewanderten Wolgadeutschen und anderen Privatorganisationen für die Wolgakolonien gesammelten Lebensmitteln in das Gouvernement Ssaratvw abftchr. Gleichzeitig wurden in Petersburg Verhandlungen zwecks ilebemafjme eines trem Deutschen Roten Kreuz zu unterhallenden Krankenhauses geführt, bie jetzt zum Abschluß gelangt sind. Das Krankenhaus, das frühere Alexander-Hospital, ist vor wenigen Tagen von dem Petersburger Gubsdraw dem Deutschen Roten Kreuz mit sämtlichem Inventar zur Verfügung gestellt worden, wo eine von deutschen Aer^ten geleitete Infektionskrankenstation und außerdem eine mit ben modernsten Apparaten und Behand- luiigsmitteln ausgerüstete Poliklinik für Haut- unb Geschlechtskrankheiten eingerichtet wird. Außerdem unterhält das Deutsche Rote Kreuz unter Leitung eines Arztes eine Dienststelle in M i n sk. wo für tvolgadeutsche Flüchtlinge Unter» kunftsstätten geschaffen, Lebensmittel verteilt werden und eine Krankenhausabteillung mit etwa 120 Betten von dem betreffenden deutschen Arzt versehen wird. Seit 4 Wochen befindet sich unter ärztlicher Leitung ein zweiter Lebensmittellrans- port im Wolgagäbiet, der hauptsächlich im Katha- rinenstädter-Bezirk verteilt wird. Zwecks Versorgung der feit vielen Jahren von jeder ausländischen ßiieratur abgeschnittenen russischen Gelehrten und Aerzten mit deutscher medizinischer Literatur sind auf einem Aufruf in Deutschla-rd hin der Hilfsexpedllion von vielen deutschen Instituten. Wissenfchafllern und Verlagen medtzi- nische Zeitschriften und Bücher gespendet worden, mit denen die medizinischen Fakultäten von sieben Universitäten, zahlreiche medizinische Instlvtte, medizinische Gesellschaften, Aerz^evereinigungen unb einzelne Professoren unb Aerzte regelmäßig versorgt rverden. Entwendete französische Fahnen. Berlin, 27. Juli. (Wolffs Im Anfang des Jahres 1919 wurden franzdffische Fahnen aus der Garnisonskirche zu Potsdam nach dem Berliner Zeughaus unb später nach dem Kriegsministerium verbracht, von wo sie entwenbet worden sind. Die französische Regiemng hat die Auslieferung dieser Fahnen verlangt. Es ist jedoch bisher nicht gelungen, die Täter ausfindig zu machen. Die Reichsregierung wird daher jetzt eine Belohnung von 100 000 Mk. auf die Auffindung der Täter aus- fetzen, Der dem 1917 1918 1919 1920 680 559 243 186 9,3 9,2 2,6 0,4 1,2 68 67 19 2 5 1149 1227 1167 941 970 einige erst nach- tn eine tiefe« durch Alkohol in Aeuyork: Aus Sem Cetebe. Beschlüsse deS ReichsrateS. und zu- 912 8% Die aus» in Litern pro KopfundIahr: Todesfälle anAl- koholismus im Jahr:..... Todesfälle an all. Krankheit., abzüglich Infektionskrankheit.^ im Jahr auf 100 000 Einwohner in Kopenhagen: . < 786 20% Hessen-Nassau. Schuhverschiebungen ms Ausland. wirtfchaften und Privathäusern llnterkunft gefunden. Auch das in unmittelbarer Nähe gelegene Städtchen Ortenberg beherbergt eine größere Zahl Sommerfrischler. natlich, sowie die Aufwandsentschädigung des Reichstagspräsidenten von 60 000 auf 140 000 Mk. Ferner wurden die Vorschläge für die Prägung von Münzen, die aus Aluminium mit einem Prozent Kupfer hergestellt werden, gutgeheißen. ES sollen für 400 Millionen Mark Einmarkstücke, für 600 Millionen Mark Dreimarkstücke und für 800 Millionen Mark Fünfmarkstucke hergestellt werden. Die Sühne des Mordes an Rathenau. Aus Stabt und Land. Dieben, den 28. Juli 1922. Beruf und Erkrankung. (Schlutzvorlesung.) Der Vortragende wandte sich dann der Gerberei und Lederindustrie zu. Aach einer äleber- sicht über die morphologische und chemische De- schaffenheit tierischer Häute und der Behandlung von „Grün- und Trockenhäuten" zwecks Versendung, wurden zunächst die Vordere! tungsver- fahren für die Gerberei. die „Aufschlag- und Hängeweiche". die Arbeit am Gerberbaum und Allo holder bot seit 1. Juli 19 19 und Sterblichkeit in Amerika: wd. Groß-Gerau, 27. Juli. Das Krersamt Groß-Gerau hat bei der zuständigen Regierungsstelle den Antrag gestellt, die Kartoffelausfuhr aus dem Kreise Groß-Gerau so lange s p e r r e n zu dürfen, bis der Eigenbedarf der Kreisbewohner gedeckt ist. Die Bürgermeister sind angewiesen worden. den Kartvffelbedarf ihrer Gemeinden schätzungsweise festzustellen und mit allen Mitteln darauf hinzuwirken, daß möglichst zahlreiche Abschlüsse zwischen Erzeuger- Verbraucherverernigungen des Kreises standekommen. Berlin, 27. Juli. (WTB.) Die „03.3.“ teilt zum Rathenau-Mvrd mit. daß in den letzten Tagen noch mehrere Personen unter der Anschuldigung verhafte t worden sind. Len beiden Mördern auf der Flucht Hilfe geleistet zu haben. Anter den Festgenommenen befindet sich auch Kapitän Wolfgang Dietrich aus Halle, der verdächtig ist. den Verbrechern kurz vor dem Aufenthalt auf der Durg Saaleck behilflich gewesen zu sein. Die Hauptverhandlung gegen alle Am Morde Betelligten findet vor dem StaatSgerichtShvf zu Leipzig statt. Der Termin ist noch nicht festgesetzt. spd. F r a n k f u r t a. M., 27. Juli. Kriminalpolizei verhaftete auf Ersuchen__ wärtiger Behörden den Speditionsgeschäftsführer E r n st D i e h l aus Pirmasens. Diehl hat im Verein mit einem Zollbeamten in Pirmasens mittels gefälschter Ausfuhrscheine von Pirmasens aus Millionenwerte von Schuhwaren nach dem Auslandever» 941 5n , Gesamtzahl aller 1915 1916 Todesfälle, abzüglich d. durch Infettions- krankheiten, berechn, a.100 000 Lebende: ... 987 954 imVergleichz.1915 Minus 3% Todesfälle direkt Einschränkung des Alkoholverbrauches nnd Sterblichkeit in Dänemark: Schnapsverbrauch 1 Gehaltsgruppe zurückversetzt wurden Die Im- M ^rrd ^s aus der Maschine kommende Band i trumsftaktion beantragte daher im Landtag, die erst durch Schwefelsäure, dann durch ein ßaugen-’™ ■ — - ** bad gezogen. Pappe läßt sich aus den in den Ab- wässern enthaltenen Fasern und Flvcken erzeugen. Durch Eintauchen von Pappe in heißen Teer erhält man wasserdichte Dachpappe. — Die mit Sortieren und Reinigen von Lumpen beschäftigten Arbeiter sind der Infektion mit pathogenen Keimen ausgesetzt. Staub und Fasern der Lumpen rufen die unter dem Rainen „ Flockfeuer" bekannten Bronchitiden hervor. Durch Hantieren mit Chlorkalk können Hautentzündungen, durch Einatmung von Chlor und schwefeliger Säure Lungenaffek- tinnen entstehen. Fronhau se n, 27. Juli. Hier starb im Alter von 80 Jahren einer der letzten Offiziere der ehemaligen knrhesftschen Armee. Dr. jur. Freiherr Schenk zu Schweinsberg. Der Verblichene. Familienälteste (Erb- chenk in Kurhessen) des gleichnamigen althessischen Adelsgeschlechts, der als Leutnant - Ne i im Vergleich zu 1915 Minus . . . 18n/~ 17% Am Schluß der Vorlesung wurde noch „„ eine allgemein durchzuführende ärmliche Berufs^ Kreis Friedberg. ss Friedberg, 27. Juni. In der Heu- ugen Stadtverordnetensihung.die von dem Decgeordneten Dindecker geleitet wird, wrrd von dem Vorsitzenden vor Eintritt in die Tagesordnung dem verstorbenen Bürgermeister Goslein von Bensheim ein warmer Nach- ruf gewidmet. Sodann erfolgt noch die Mitteilung, daß Herr Baron Ernst Oppenheimer Friedberger) die Summe von 500 000 Mk. zur künstlerischen Ausschmückung der Augustinerschule bewilligt hat. — Es wird 5e- schlossen, daß alle Leichen 24 Stunden nach ein» getretenem Todesfälle in die städt. Leichenhalle gebracht werden müssen. — Für Instandsetzung der Räume in der Volksschule werden 250 000 Mk. bewilligt, für Herstellung uu 1. Obergeschdh der Schillerschule 35 000 Mk. - Die städtische Wohnungsbau- Abgabe wird auf 1.75 Mk. für 100 Mk. des icherungswertes festgesetzt. — Für die Faselhalvrng im Stadtteil Fauerbach soll ein - ^iederungsvieh angeschafft werden. Das -Uustrcebsgeld für Schweine wird auf 5 .Mk. für CTÄÖ^L.— Die Wieggebühren werden auf 30 Pf., für (SiS auf 25 Pf. für den Zentner Sohl- — Für Beschaffung von physikalischen für dte Volksschule werden für dieses Aahr 40 000 Mk., für baß nächste Jahr 20 000 ,bte Einführung des Werkunterrichts 6000 Mk. bewilligt. Für das Museum-Archiv tmrd eine weitere Summe von 4000 Mk., für die Kosten der Quäkerspeifung 5300 Mk. gewährt ff- Friedberg, 27. Juli. Auch an hie. stgem Platze hat sich eine Ortsgruppe des „Volksbundes für Krieger, gräbersürsorge" geblldet, deren Vorsitz Herr Oekonomierat Spieß übernommen hat. Die Mitglieder versammelten sich am Mittwoch abend in dem Lesesaale der Ackerbau- schule, wo Herr cand. theol. Nürnberger einen Vortrag über den Zweck und die Ziel« des Vereins hielt. Der Vortrag war belebt durch eine große Anzahl schöner Lichtbilder, welche Friedhofsanlagen und Einzelgräber aus den verschiedenen Kampfgebieten vorführten. * Bad-Nauheim, 28. Juli. Bis zum 27. Juli betrug der Gesamtbesuch 23 573 Personen. Starkenburg und Rheinhessen. Der Mord im Odenwald. Darmstadt, 27. Juli. Die beiden Drüber Jakob und Johann Roß mann aus Kolmbach sind nunmehr aus dem Amtsgerichtsgefängnis in Fürth nach Darmstadt verbracht worden find. Wie der jüngere der beiden, Jakob R., jetzt eingestanden hat, führte er die Tat auf An stiften seines Bruders Johann und unter dessen Mitwissenschaft aus. Trotzdem leugnet her Aeltere noch immer hartnäckiger. Es wird ihm aber wenig helfen, da auch eine ganze Reihe von schwerwiegenden Beweismomenten für die Richtigkeit der iwn dem jüngeren Bruder gemachten Angaben sprechen. Mr5 schoben. In die Affäre sind verschiedene Schuhhändler aus Aachen und Köln verwickelt. Gegenwärtig untersuchen Beamte der Emser Ausfuhrstelle die Angelegenheit. Diehl flüchtete, wurde aber schon nach einigen Tagen hier in Frankfurt ermittelt und verhaftet. Einschränkung der Wirtschastskonzessionen. fpd. Frankfurt a. M., 27. Juli. In Frankfurt ist die Zahl der gegenwärtig vorhandenen Gast- und Schankwrrtschaften mit Ausschank von Alkohol so, daß sie im Der- hältnis zur Bevöllerungszahl weit über den Durchschnitt der deutschen Großstädte hinausgeht. Am der Aeberhandnahme der Schank- teilen zu steuern, erteilt das Polizeipräsidium in Zukunft nur noch in den allerdringendsten Fällen die Konzession, für den Branntwein- ausschank wird es jedoch die Bedürfnisfrage überhaupt ablehnen und grundsätzlich verneinen. Die Eröffnung eines SchcinkbetriebeS wird in Zukunft regelmäßig erst von dem Tage an zugelassen, an dem die Schankerlaubnis erteilt und rechtskräftig wurde. — Die Verfügung ist begrüßenswert und wird Wohl ihre guten Erfolge bald zeitigen. * fpd. Frankfurt a. M., 27. Juli. Die 28jährige Ehefrau des Feuerwehrmannes Hechler vergiftete sich am Mittwoch mit ihrem 17 Wochen alten Kinde in ihrer Woh- nung, Beethovenstraße 66, mit Leuchtgas. Die Frau zeigte in der letzten Zeit ein aufgeregtes Wesen. trat feiner de <*61 Ä£! LE! *5" ß ter Eg^inn sn die.^,,g und ■ m ub^^fgabe ( fulturc darin eü heriönnnliö sL 2toßlrra“«S ^rtiDollcr SrtiXK Ui der yngend m ^Dies Dar mal;! vergerhöhencl U Mionen 3ug In der AM MI' LH.E. einer gewachsen,.die «Mt bereitet lvird anf d gllacnd uni für unfi &, bk in den 3 £ soll, ober alle 91 Maine SiAndlage: Sinne verständnisvoll dieSrziehungzui Sam dies mut’ gclern M ran um die iech> *g stngerprobte! Wikin Wandern. 0 Uchuig. Denn der die Lnndschas Tliges eine befi Mieter scs! stellen , nübeobachten i do geistigen G M gcht es da nicht xiuceilcn. Aus der < eenen [ei nur Herrn auhNonische Aufb elondschast mit bet nirgends ,ttrte Ngestimmtheit fei der Wlenchtung. ' dernschm Landschaft bnbucn, eigenartige! Ichen und beobachten btt Anleitung. Aicht mim. Der empfang formen und garben 'brr Seele, der lebt nich seiner tzeimat. Ei mibvdm, von dem e nein Land, mein M und 'M MrderongWcs Laut AheMtsrvheSG ^eseüfchast mist । "ung gehalten twrici Steine, oder kleine ß M eignem Guldüch y Sier gilt nur da- M NH eine gu^ EadMAelterenun Wer Ansicht gegeben § Wityn Dan Muß in höherem $ dieVesel -S^vnen haben KS06 Feld |! sfe? JSÄÄ nnd des Di NÜKÜ At stnaWunÄ? w ¥«14 ,t,e Di- hessische Regierung möge die Betroffenen ent- sprechrnd entschädigen. ** Das Krankengeld der Kriegsbeschädigten. Sämtliche Kriegsbeschädigte, die an ihren Dienstbeschädigungsleiden erkranken und ambulant ärztlich behandelt werden, erhalten für den Fall der Arbeitsunfähigkeit Krankengeld. Soweit es sich um Krankenkassen- mitglieder handelt, wird ihnen dos Krankengeld in der sahungsgemähen Höhe während der Mtzungsgemäßen Zeit neben der Rente ausgezahlt. Solche Beschädigte, die lediglich zum Zwecke der Heilbehandlung den Krankenkassen zugetellt sind, ohne selbst ve> sicherungspflichtig zu sein (Zugeteilte) und solche Krankenkassenmitglieder, deren Untcr- stützungsanspruch an die Krankenkasse verbraucht r>l, also die Ausgesteuerten oder die noch nicht vollberechtigten Versicherten, erhalten im Falle einer Einlommenminderung durch die Erkrankung ebenfalls Krankengeld: seine Hohe richtet sich nach den Bestimmungen der jeweils die ärztliche Behandlung vermittelnden Krankenkasse mit der Einschränkung, daß Krankengeld und Rente zusammen den Betrag der Vollrente nicht übersteigen dürfen. Das Krankengeld wird wöchentlich nachträglich durch die Krankenkassen ausbezahlt. Walkfaß, die Auflockerung und Enthaarung durch „Schwitzen", „Aeschern" und „Anschwoden", die Scherung und Entfleischung, die Reinigungsarbeit, die Schrot- und Kotbeize, und der Ersah der letzteren durch Oropon, Purgatol, Esko und andere Mittel, die „Ausstreichung" und Spülung, und die maschinelle Flächenspaltung der „Blößen"! <«»02N0trzcn. in Narben- und Fleischspalt" sowie die ver- - T a g e s ! a l e n d e r für Freitag. ÖS XÄÄ tz-rg°st-M-n Astvrta-LichtsMe, ab heute: „Der Mann ans artiger Lederwaren erforderlichen Rot- oder Loh- (Ä «' M not und „Der Dokch- gerberei, Mineral-, Sämisch- und Kpmbinätions-11 . gerbcrci und des Wesens der dabei auftretenden L~. Z ® G t a d t t h ea t er b u r e au. physikalischen und chemischen Vorgänge — Von ^stspielneuhert von Lev Lenz „Frauenden beim Gerbergewerbe auftretenden Berufs- kommt am Dienstag den 1. August krankheiten wurden besonders die Schleimbeutel- . oas staatl. Kurhaustheater Dad-Aauheim entzundungen, die „Täubchen- oder Stieglitz- "Heater zur Erstaufführung. Leo Lenz, der geschwüre". die Augen- und 'Halsentzündungen! „ ^om letzten Winter her durch fein und die Gefahr der Infektion mit Milzbrand ^ustspcel „Bettmas Verlobung' hier noch in bester hervorgehoben, dessen Erreger, der Bacillus J-'rlnncruni?. und es ist zu erwarten, daß „Frauen- anlhracis, mit seinen charakteristischen Merkmalen, teni?er Et Rudolf Goll in der Titelrolle einer Sporenbildung und seinem Eindringen in 9l0^cn -Beifall linden wird. den Körper durch die Haut, Lunge oder den WetterdovaUHsage Darm in einer Reihe von Projektionspräparaten für Samstaa' vorgeführt werden konnte. An die Besprechung Wolkig, kühl, vereinzelte Regenfälle, West- der ©erberet schloß sich eine solche des Sattler-, wind. - Die Depression im Osten ruft noch im- Achuster- und Handschuhmachergewerbes sowie der mer Druckstörungen hervor, die uns kurze Reaen- A" e/ten m der Rohhaaroerwertung, Pinsel- und fälle bringen, denen aber bald Aufklärung fol- Burstenfabrikatlon, der Kürschnerei und Hut-1 gen wird. ntacherei mit Betrachtungen über die bei diesen Beschästigungen austretenden Derufkerkran'ungen. Bei der Herstellung und dem Vertrieb alkoholi- cher Getränke kennzeichnete der Vortragende die Schädigungen durch Alkoholismus im allgemeinen und der Beteiligten insbesondere sowie die gün- tige Wirkung des Alkoholverbotes in Ameiüka und der Einschränkung des Alkoholverbrauches in Dänemark auf die Sterblichkeit. Die Abgabebeschrlde über die Wohnungs- Kreis Büdingen. baunbgabe )( Cckartsborn, 27. Zuli. Der S3ani>toirt für das Rechnungsjahr 1921 sind den Zahlungs- Seum von hier erhielt beim H o l z sch n e i b e n Pflichtigen vielfach so verspätet zugestellt worden, 1)00 einem Holzscheit einen solchen Schlag auf den daß es einem Teil der erstattungs- nnd haftpflich- daß er sofort in die Klinik nach Gießen her» tigen Mieter, Pächter oder Nutznießer von Woh- bracht werden mußte, wo er trotz sofort vo-genom- nungen nicht möglich war, innerhalb der am mener Operation leider verstarb. Die ganze Ge- 30. Juni abgelaufenen Frist Einspruch gegen die weinde nimmt an dem tragischen Geschick der Festsetzung ihres Abgabeanteils bei den Miet- Sumiüe aufrichtigen Anteil, umsomehr, als Seum einigungsämtern zu erheben. Das Ministerium ai*<$ uach dem Tode seines Schwagers der Land- für Arbeit und Wirtschaft hat nunmehr diese Wirtschaft dieses neben der sei,tigen Vorstand. — Frist bis zum 31. Dezember 1 922 her- Vorgestern Janb hier auf dem herrlich gelegenen länger! Brand das 3 u g e n b f c ft des Kirchspiels .. o L -— ---- Schwickartshausen statt. Da infolge des . ®.l<; oobtlartengcbubr cn sind m Hagclstags sowieso die Arbei trübte, nahmen die unserer Ausgabe vom 27. Juni verseh2nlli h an- Gemeinde:, Bellmuth, Bobenhausen, Schwickarts- « -2r « Le k ö Qna 9 Tie dort a ig^f'ch ten Hausen und Eckartsborn zahlreuh an dem Feste ?,a^c ßrtb dahrn zu berichtigen, daß Zählkarten teil. Die vereinigten Schulklassen trugen gemein» 500 Mk. mit 1.50 Mk, über 500Harne Chore vor. außerdem die einzelnen Schulen bl^ ^?00 Mt. mit 3 Mk. über 1000 bis 2000 Mt. verschiedene Freiübungen, Reigen, Gedichte usw nnt 4 Mk über 2000 bis 5000 Ml. mit 5 Mk. so daß der Nachmittag sich für Groß und Klein und über 5000 Mk. mit 6 Mk. zu frankieren sind sehr kurzweilig gestaltete. " Der Fahrplan der E l e k t r i - )( S e l t e r s, 27. Juli. Die A r b e i t e n a n schon Straßenbahn erfährt, wie im her«^unserem B.rd sind trotz mancherlei Schwierig- tigen Anzeigenteil mitgeteilt wird ab ?G’tcn ,tn letzter Zeit so vorgeschritten, daß beretU 1. August d. IS., eine Aenderu n a Hn einigen fertiggestellten Dadezellen Probebäder dem Eintreffen der Abendzüae Rechnung v^b^rcht werden können. Die feierliche Eröff- traat 6 9 aeamung nung s^ht unmittelbar bevor. Schon weilen eine *• 'Ttt.VxnnnKnYi j. k • größere Anzahl Kurgäste in unserem t e 1- b r ft r Ar b 1S Hin = freundlich gelegenen Dörfchen und haben in Gast- ßtnn n IrnV bem- Wirtschaften und Privathäusern jJnterfunft nV. vtantsbeamten. Durch Artikel 3 des Gesetzes, die Ruhegehalte und die Hinterbliebenen- versorgung der Staatsbeamten betreffend vom 19. Mai 1920 sollten die ab 1. April 1919 in den Ruhestand getretenen Beamten als Reu- pensionäre bebanüelt werden. Die Gesetzesvorlage betreffend die Ruhegehalte der Staatsbeamten. die wohl vom Landtag verabschiedet aber noch keineswegs veröffentlich, wurde, bestimmt iedoch, daß nur die ab 1 Oktober 1919 Pensionierten als Reupensonäre zu betrachten seien Dadurch wurden alle Beamten, die sich im guten Glauben auf das Gesetz vom 10 Mai 1920 zwischen 1 April und 1. Oktober 1919 pensionieren Die Derfassungsfeier. Karlsruhe. 27. Juli. (Wolff.) Der Reichskanzler hat den badischen Staatspräsidenten Dr. Hummel eingeladen bei der Derfassungsfeier im Reichstage am 11. August 1922 die Gedenkrede zu halten. Staatspräsident Dr. Hummel hat die Einladung angenommen. Zeitungsverbote. Emden, 27. Juli. (Wolff.) Die „Emder •Bettung" ist vom Oberpräfidenten in Hannover aus Grund eines Artikels in Nr. 168 vom 13. Juli, betitelt „Irrungen-Wirrungen", bis zum 8. August verboten worden. Kiel, 27. Juli. (WTB.) Der Oberpräsident von Sch'eswig-Holstein hat die „Hamburger Burg . r g locke" in der Provinz Schleswig- Holstein wegen eines „Die Rathenaumördec gestellt" überschriebenen Artikels aus sechs Monate verboten. Die Not der Presse. _ Serkin, 27. Juli. (Priv.^Tel.) Nach dem vlusweiö des 12. Nachtrags der amtlichen Zer- tungspreisliste für 1922 haben wieder 22 6 Zeitungen und Zeitschriften ihr Erscheinen eingestellt. Aus Hessen. Aus dem Gesetzgebungsausschluß. I rm. Darmstadt, 26. Zull. Der Gesetz- gebu ngsausschuß lehnte heute nachmittag JLnächst den Antrag des Abg. Kaul und Gen. betr. den Schutz der Republik in zweiter Lesung ab, der verlangte, daß in den leitenden Beamten st eilen nur absolu^ zuverlässige Persönlichkeiten sitzen sollen. Die Minderheit verlangt, daß der Antrag trotzdem im Plenum beraten werde. Der vom Zentrum gestellte Vermittelungsantrag findet wieder Annahme, der demokratische Antrag, der den De- amtc-n zu einer Erklärung eine gewisse Frist geben will, wird wieder abgelehnt. Zu den An- tränen derselben Abgeordneten betr. Erlaß eines Gesetzes über die Rechtsverhältnisse der Richter und die Disziplinarverhältnisse der nichtrichterlichen Staatsbeamten soll die Regierung einen Entwurf vorlegen, damit er noch in dieser Tagung verabschiedet werden kann. Dasselbe gilt auch für den Antrag betr. die Vorschriften in den Schulen und Hochschulen. )( Orten berg. 27. Zuli. Das Haus eines hiesigen Schreinermeisters ging für 60 000 Mark in den Besitz des hiesigen Ohmtalbasaltwerks über Tas Haus sott als Wohnung für Werkangehörige Verwendung finden. - Forst- assessor Sussnervon hier wurde als Nachfolger Thurns zum Landamtmann in Bad Salzhausen ernannt. — ilnfer Kirchengesangverein wird am nächsten Sonntag, nachmittags 4 Uhr. zugunsten des KreiSlinderheims in Bingenheim in einem Konzert des Kurkapellmeisters Ackermann mitwirten. Rach dem Konzert findet eine Besich----w w,„„ . LrtDPrt v 1^11^ toirö _ßinfcit,g farbtge g^ierc unb gc- ließen, ciheblich geschädigt - c ! krwsterie ^.apeten werden durch Farbwalzen be-l trägiich, insofern sic kurzerhand Berlin, 27. Juli. (WTB.) Reichs rat hat heute der Verordnung über die Gewährung von Beihilfsdarlehen zur Förderung des Wohnungsbaues zugestimmt, durch welche die Darlehenssätze an die Gemeinden verdoppelt werden sollen, ferner der Abänderung der Wertung und der Erhöhung der TageS- Arzneitaxe mit Rücksicht auf die Geldent- und ^lebernachtungsgelder für Reichsbeamte. Der Reichsrat genehmigte ferner die vom Reichstag vorgeschlagene Erhöhung der Tagegelder der Abgeordneten von 1000 auf 10 000 Mark mo- °rg. len m x:' ftSat Nir Azalie '-"«W L'°?ZL «R r«KL ÄJ“ k«'«i ML i» »ÄK( »f h®Ile9et' $ k«n 3ot|h ?. ff ? Tüt' Iekt Sfatau, Nürnberger J?un5 die M r“a9 Var belebt 'öner Lichtbilder Einzelner lpfgebieten vor- ■; 3ult M Mim rsuch 23 573 Pn- heinhe^eu. lentodlb. ■ Die beiden Drü- Avßmann M lS dem Amtsge- H Darmstadt beider jüngere der landen hat, führte Anes Bruders itlvissenschafk aus. iere noch immer der ivenig helfen, mn fchlvertvirgen- >ie Dichtigkeit der 1 gemachten An- 27. 3ult M i der zuDnürgen ig geMß die i& dem Kreise en zu dürfen, bis !bewvhner gedeckt angewiesen vor- ihrer Gemeinden und mit allen n, dah möglichst >n Erzeuger- und Ses Kreises Sie ru. rs Ausland. t„ 27. Juli. iif Ersuchen aus- editionsgeschäftS- Pimasens. Diehl Weamten in Pir- 'uöfuhrfcheinevon -niverte von uslandever- sind verschiedene d Köln verwmell. ramte der Mr heit. Diehl M- rnigen Tagen h>er oerhnstet. aftskonzW""'' H„ 27. M 0° gcgenw-iwg vor LS: LS? •$rS ®*ir6 M t und gen- Die k,"e%‘9gi' Flaschmrankauf! Wein- und AognaWschen pro Stück 8.50 MK. kauft 07300 NM Zchneider, Aeuenweg 6 r^r ~ T aebörie, totomete sich nach dem Kriege 1866 dem ©tubhim der juristischen Wissenschaften, trat dann in grvßherzoglich-hessische Dienste und war einer der besten Kenner her hessischen Staats- und Familiengeschichte. Den Krieg von 1870,71 machte er als freiwilliger Offizier des hessischen Leib-Garde-Regiments tn Darmstadt mit und wurde bei Gravelotte verwundet. Aach seinem Aebertritt in den Ruhestand wohnte er hier in Fronhausen. ISSSSSSS1. .J... > - • ----- gum dritten Iugendtag des Vogelsberger Höhenclubs. Don Friedrich Wentzel. Das Leitmotiv der Jugendbewegung war und ist trotz allen Auswüchsen und Entartungen die richtige Erlcnntnis, daß die in den Steinkäfigen der Städte lebende Jugend wieder den Anschluß an die Datur gewinnen muh, wenn die krankhafte älebersättigung und äleberfeinerung unserer Kultur überwunden, die Jugend ihrer in der Zukunft harrenden Aufgabe gerecht werden soll, einst die Trägerin der kulturellen Weiterbildung zu sein. Zugleich lag darin ein wohlbegrundeter Einspruch gegen die herkömmliche Art der Schulbildung, die in viel Werl auf Buchwissen legte und zu wenig die Raturbeobachtung betonte. Dah man die Fühlung mit der Aatur vor allem durch W a n d e r n zu erreichen suchte, war natürlich, und wenn auch viel Bizarres und Groteskes mit unterlief, der Gedanke war richtig, und es bedurfte mir der tätigen Mitwirkung verständiger und verständnisvoller Erwachsener, um die Wandersehn- fucht der Jugend in richtige Bahnen zu lenken. Dies war maßgebend für den Vogels - Verger Höhenclub, als er sich entschloh, seinen Sektionen Iugendgruppen anzugliedern. 3n der kurzen Zeit seines Bestehens ist der Iung- D. H. E. zu einer stattlichen Gemeinde herangewachsen, die erwarten läßt, dah hier ein Boden bereitet wird, auf dem Gutes gedeiht für unsere Jugend und für unser Volk. Vielgestaltig ist die Arbeit, die in den Iugendgruppen geleistet werben soll, ober alle Mannigfaltigkeit hat eine gemeinsame Grundlage: das erziehliche Moment im Sinne verständnisvoller Anleitung. Voran steht die Erzieh ungzumrichtigenWandern. Denn dies muh gelernt sein. Es handelt sich dabei nicht nur um die technische Seite, um die Heber-» mittlung langerprobter Grundsätze und Erfahrungen beim Wandern. Viel wichtiger ist die geistige Einstellung. Denn der Wanderer soll nicht blöden Geistes die Landschaft durchziehen, um am Ende des Tages eine bestimmte Zahl durchmessener Kilometer fest stellen zu können. Gr soll sehen und beobachten und von seiner Wanderung einen geistigen Gewinn.Heimbringen. Wie diel gibt es da nicht zu sehen und innerlich zu verarbeiten. Aus der großen Fülle des Beachtenswerten sei nur hervorgehob^r der wunderbare architettonischs Aufbau der deutschen Mittelgebirgslandschaft mit ihrem reizvollen Wechsel der Linien, der nirgends Eintönigkeit zuläht, oder die zarte Abgestimmtheil der Farben und der Wechsel der Beleuchtung. All das verleiht gerade der deutschen Landschaft vor anderen einen ganz besonderen, eigenartigen Reiz. Qlber das muh man sehen und beobachten lernen, und dazu bedarf es i>ö Anleitung. Richt gering ist der geistige Gewinn. Wer empfänglich ist für die Stimmung, Formen und Farben der Landschaft, der entdeckt ihre Seele, der lebt nicht nur in, sondern auch m i t seiner Heimat. Er wurzelt fest auf dem Heimatboden, von dem er mit Stolz sagt: das ist mein Land, mein Vaterland! Dann setzt man Kraft und Willen ein zur Erhaltung und Förderung dieses Landes. So erwächst Heimattreue und heimatfrohe Gesinnung. — Beim Wandern in Gesellschaft muh auf strenge Wanderordnung gehalten werden. Es geht nicht an, dah der Sinzelne, oder Heine Gruppen sich absondern und nach eignem Gutdünken die Wanderung ausführen. Hier gilt nur das Wort des Führers. Ist hier nicht eine gute Schule für die Unterorbnunq unter den Aelteren und Erfahreneren auf Grund eigner Einsicht gegeben ? — Aber auch abgesehen vom eigentlichen Wandern kann sich erziehlicher Einfluh in höherem Sinne geltend machen. Es wird auch die Geselligkeit gepflegt, und die Zugendgruppen haben ihre besonderen Abende, an denen stch ihre Mitglieder versammeln. Hier bietet sich ein weites Feld für anregende und geiftbil* tenbe Betätigung Welchen Stoff bieten nicht für Besprechungen und kleinere Vorträge die Erd- und Dirischastslunde, Erdgeschichte und Geschichte der Heimat und des Wandergebietes! So manche Frage des öffentlichen Lebens gibt Anlah zu sach- licher Erörterung und Gelegenheit zur Förderung Jlaatäbiirgerlicber Gesinnung und Betätigung. Zranst, Literatur Musik kommen nicht zu kurz. In all dem hat noch viel zu geschehen. In einzelnen Iugendgruppen ist schon manches Gute an den geieHtgcn Abenden erreicht worden, und es berechtigt zu schönen Hofsnungen. Aber in den meisten Gruppen ist noch sehr viel zu tun Mögen sie zahlreiche willige und verständnisvolle Helfer finden! Denn hier wrackt eine besonders schöne Aufgabe: unsere Jugend hinauszuführen über den oben Materialismus unserer Tage und zu begeistern für eine höhere Welt geistigen Seins! Am 12. und 13. August findet in Gießender Dritte Iugendtag des D. H. C. statt. Die Vertreter der einzelnen Iugendgruppen werden zusommentreten und beraten über den weiteren Ausbau bet Gruppen und die Förderung ihrer Ziele und Aufgaben. Möge die Tagung gute Ergebnisse zeitigen. Denn auch hier werden Steine veigetragen zum Wiederaufbau unseres deutschen Vaterlandes. Kirche und Schule. * Freie Schulst ekle n. Erledigt sind zwei Hchulstellen an der Volksschule zu Dietzenbach, Kreis Offenbach. Hiervon ist eine mit einem evangelischen Lehrer und eine mit einer evangelischen Lehrerin zu besetzen. — Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schulstelle an der Volksschule zu Dreieichenhain, Kreis Offenbach, und eine mit einem katholischen Lehrer zu besehende Schulstelle an der Volksschule zu Eppertshausen, Kreis Dieburg. — Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer zu besehende Schulstelle zu Steinbach, Kreis Erbach. — Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer zu besehende Schulstelle zuMerkenfritz, Kreis Büdingen; eine mit einem ev angelischen Lehrer zu besetzende Schulst eile zu Unter» Schmitten, Kreis Büdingen: eine mit einem katholischen Lehrer zu besehende Schulstelle zu Sponsheim, Kreis Bingen: eine mit einem evangelischen Lehrer zu besehende Schulstelle zu Michelstadt, Kreis Erbach. — Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer zu besehende Schul- stelle zu Ober-Rosbach, Kreis Friedberg. * Kirchliche Dienstnachricht. Am 24. Juli l. Is. wurde dem Pfarrer Heinrich Wagner zu Stockfladt die Pfarrstelle an der evangelischen Gesamtgemeinde Darmstadt für die Krankenhäuser übertragen. Landwirtschaft. )( Aus dem Riddatal, 27. Juli. Am Samstag und Sonntag gingen in hiesiger Gegend sehr schwere Gewitterregen nieder, auch heute regnete es ununterbrochen, so baß endlich dem ausgedörrten Boden bbe nötige Feuchtigkeit zugeführt wurde. Vereinzelt wird hie und da schon Korn geschnitten, doch zieht sich diesmal die Ernte infolge des verschiedenen Standes der Frucht langer hinaus als sonst. Frühkartoffeln zeigen reichen Behang, die Preise schwanken zwischen 400—600 Mk., auch die späteren Kartoffeln versprechen bei günstigem Wetter eine sowohl nach Menge und Güte sehr gute Ernte. Hoffentlich wird der Preis infolgedessen auch erschwinglich bleiben. Felder, Gärten und Obstbäume sowie die reich begangenen Traubenstöcke brauchen jetzt warmes, beständiges Wetter, das hoffentlich die Hundstage bringen werden. Gerichtssaal. Aus dem besetzten Gebiet. tob. Mainz, 27. Juli. Das Kriegs- a e r i ch t des Generalstabs der französischen Rheinarmee in Mainz Verurteilte den Bürgermeister Ludwig Alexander aus Gonsen- 'htzim bei Worms zu einem Monat Gefängnis und 10 000 Mark Geldstrafe, weil er laut Anklageschrift der französischen Militär staats-- anwaltschast: 1. sreigewordene Währungen der Gemeinde Gonsenheim nach der Vorschrift der Rheinlan.dvrdnung nicht der französischen De- satzungsbbhörde gemeldet und 2. weil er Befehle des zuständigen französischen Militärkommandos auf zwangsweise Räumung von Wohnungen und Wohnräumen, die von der französischen Wohnungskommission der Garnison Gonsenheim beschlagnahmt waren, nicht ausgeführt habe. Bezüglich der Gefängnisstrafe wurde Strafaufschub gewährt. Ein Mitangeklagter Holländer und seine Mütter wurden zu je 3000 Mark Geldstrafe verurteilt, weil sie ein in ihrer Villa für die Franzosen beschlagnahmtes Zimmer auf militärischen Befehl nicht freiwillig geräumt haben. Turnen, Sport unh Spiel. Rhön-SegelflrtgwetLbewerb. * Am 9. August wird auf der Wasserkuppe der diesjährige Rhön-Segelflugwett- bewerb ausgetragen. Der Verband deutscher Flugzeugindustrieller hat einen 100 000-Mark- Segelflugpreis für einen motorlosen Flug von mindestens 40 Minuten Dauer ausgeschrieben. Die Vorarbeiten für den Wettbewerb sind in vollem Gange, die Bauten auf der Wasserkuppe sind um drei massive Hallen und eine Anzahl kleinerer Schuppen vermehrt worden. Vernaschtes. * Das Ende der Mistel in Schleswig- Holstein. Wie in der Monatsschrift „Die Heimat" berichtet wird, sind in Schleswig-Holstein die letzten Misteln ausgestorben. Roch vor Jahrzehnten war diese einst dem Volk so vertraute und mit heiligen Kräften ausgestattete Pflanze in der Provinz verschiedentlich zu finben. Die beiden letzten Misteln bewohnten eine Dirke im Segeberger Forst und standen als Naturdenkmal unter Schuh Mit dem Rbsterben der Birke im Jahre 1921 haben auch die beiden Gäste, die sich von ihrem Safte nährten, ein Ende gefunden. Run hat man die Mistel künstlich auf einem Baum beim Kieler Realgymnasium eingebürgert; doch ist es bisher noch nicht gelungen, sie auf andere Bäume zu übertragen. • Ein verschwindender Berggipfel. Das Observatorium auf dem Gipfel des Piv du Midi, das in einer Höhe von 8500 Fuß liegt, ist einer Katastrophe zum Opfer gefallen. Eine Terrasse von Porphyrgestein, die die Spitze des Berges bildet, ist nämlich zusammengestürzt, und zwar liegt die Ursache für diesen Zusammenbruch des Berggipfels in der Bildung von Höhlen, die während des Winters wahrscheinlich entstanden sind, aber bisher mit Schnee gefüllt waren, der nun abschmilzt. Ein großer Tell des Obserdatorium-Gebäudes ist in die Höhlen gestürzt, und "man fürchtet, daß sich auch der Rest nicht mehr erhalten lassen wird. Die Astronomen, die den Dau bewohnten, und die sich glücklicherweise retten konnten, haben in Larbey um Hilfe gebeten, und es sind bereits Ingenieure unterwegs, die untersuchen sollen, ob die noch stehenden Teile des Gebäudes gestützt werden können oder ob der ganze Gipfel so unterhöhlt ist, daß das Laboratorium aufgegeben werden muß. Vie Bauernschaft Wißmar sucht auf 7 bis 8 Wochen eine vollständige Dreschgarnitur mit Stellung von 3 Mann und Bindegarn, einseitig bindend. Zuschriften sind zu richten an den Dor- fihenden Heinrich Stroh, HauS Nummer 110. Endtermin: 5. August. 07385 Wißmar (Kreis Wetzlar). 'Der unparteiische Zeitung Shändler. I In den ersten Tagen des Buchdruckerstreiks, in denen ' die meisten großen Zeitungen nicht mehr erschienen, stand in der Friedrichstraße ein Zeitungshändler und hatte nur den „Vorwärts" und die „Deutsche Zeitung" zu verkaufen. Der nutzte die Konjunktur auf originelle Weise aus, denn demjenigen, der eine von beiden Zeitungen haben wollte, rief er, wie im „Blauen Heft" erzählt wird, kategorisch zu: „Bitte rechts und links, ich verkaufe nur deide zusammen!" Handel. Die Verteuerung der Kohle. D e r [ i n, 27. Juli. (WTB.) In Verfolg der in diesen Tagen tm Bergbau bewilligten Lohnerhöhungen hatten die Organe der Kohlenwirtschaft heute neue Kohlenpreisfest- sehungen vorzunehmen. Es wurde einstimmig beschlossen, die Lohnerhöhungen und sonstigen Zuschläge für Materialien usw. durch Preiserhöhungen nach dem bisherigen Schlüssel abzugelten. Dementsprechend tritt für das Ruhrrevier eine Preiserhöhung von 205.40 Mark netto je Tonne Fettförderkohle ein, die einschließlich Steuern usw. eine Erhöhung um 305 Mark brutto bedingt. In der gleichen Weise erhöhen sich die Preise für rheinische Rohbraunkohle um 28.60 Mark und für dortige Briketts um 112.50 Mark, beides netto und für die mitteldeutschen und ostelbischen Kernreviere um 59.50 bzw. 178.50 Mari netto. Die Erhöhungen treten am 1. August in Kraft. Berlin, 27. Juli. Börsen st immungs- bild. Bei unverminderter Geschäftsstille, die sowohl im Devisen- als auch im Effektengeschäft an- hielt. war die Kursbildung für Devisen etwas fester, für Effekten aber unregelmäßig und überwiegend abgeschwächt. Die Einbußen betrugen anfangs 10 bis 20 Prozent, vereinzelt darüber, für Harpener und Rheinstahl bis 35 Proz. Unter dem Drucke der Geschäftsstille bröckelten dann die Kurse zunächst weiter ab. Einige mäßige Kurssteigerungen, die am Montanmarkte und anderwärts zu bemerken waren, änderten an dem Bilde der Lustlosigkeit nichts. Die Spekulation wandte sich im weiteren Derkmfe einzelnen Spezialpapieren zu. So wurden von Auslandsrenten, die bei geringem Geschäft im allgemeinen wenig verändert waren, ungarische Goldrente und Mexikaner bei beträchtlich erhöhten Kursen stärk gekauft. Auch 6proz. bulgarische Hypotheken und Pfandbriefe stiegen um 200 Prozent. Ein größeres Geschäft bei steigenden Kursen entwickelten bereinigte Elb- schiffahrtspapiere und OtaDianteile. Am Einheitskursenmarkte machten sich auf Grund ermäßigten Kursstandes verschiedentlich Anlagekäufe bemerkbar. Sranffurt a. M., 27. Juli. (Börsen- stimmungsbild.) Die Börse bot auch heute ein recht unklares Bild. Die starke Zurückhaltung hielt weiter an. Eine Ausnahme bei dem sonst ruhigen Verkehr bildete lediglich der Markt der ausländischen Renten und Attien. Im freien Verkehr war das Geschäft schleppend. Benz 505, Drown-Boweri 380, Decker-Stahl 515, Ufa 228, Inag 400. Am Montanaktienmarkt standen Harpener wieder im Vordergrund des Interesses. Geringfügig sind die Preisbewegungen in Metall-, Maschinen- und Autoattien. Einzelne chemische Aktien hatten wiederum Preisabschläge zu verzeichnen. Niedriger setzten Anilinwerte ein. Zuckerfabrikaktien tagen teilweise schwächer. Schiffahrtsaktien neigten nach unten. Am Ein- heitsmarkte traten nur wenige Papiere mit festerer Tendenz hervor. Der Dollar wurde 524 bis 517 genannt Der Schluß der Börse war ruhig. Privatdiskont 5 Prozent. Frankfurt a. M.. 28 Juli 1922. Berlin Schluß- Schluß- Schluß- Schluß Kurs Kurs 8,55 716, 739, 1.7.14. 125.40 59.20 88.80 88.80 27.7. 1,01 -,4b -,95 -,?6 Bad.Anilin-u. Soda Höchster Farbwerke. Allg. Elektr.-Ges. . . Felten L Guilleaume Schuckert-Werke. . . Adlerwerke Daimler 4O/o Hess. Staatsanl. Electron Griesheim Dtsche. Vereinsbarck -.19 2,52 27. v. 77.50 117,— 200 - 83,12 450,- 329,- 281,- 268,- 462,- 387,- 282,- 240,- 272 - Börsenkurse. Frankfurt 241,- 272,25 2300, - 749,- 1210,- 1319,- 2975,- 870,- 665, — 1386, - 808,- 711,— 727,- 822,- 750,- 46a,— 416,50 74,- 770,» 760,- 468,- 415,— 76,- 790.- 180,- Kurs 27. 7. 77,50 117.— 206,- 80,50 442,- 324 - 281,- 269,- 465,- 387,50 699,- 1425 - 812 — 712,- 720,- 815,- 740,- 47b,- 419,- 75,- 765,- 179.- 26. 7. 1,03 -.50 — ,93 -.78 6535,— 8,60 2,29 — ,19 2,35 Marknotteruagen. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: 26.7 77,50 116,25 2u0,- 81,50 445.- 330,- 284,- 268,- <77,— 390,- 284,- 242,- 268.- Datum: 5% Dtsch. Kriegscml. 4°/o Disch. Reichsanl. 3° o Dtsch. Reichsanl. 46/0 Preuß. Konsuls Hamburg-Paketf.. . Norddeutscher Lloyd Eomm.u.Privatbank Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . . Disconto-Gesellschaft Dresdner Dank. . . Mitteld. Creditbank. Nattonalbank f. D. . Doch. Gußstahlwerke Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Stockholm . Wien.... Prag.... London. . . Reuyork . . Paris. . . . Fr. Fl. Kr. Kr. . Kr. 117.80 . Kr. 117.80 . Sh. 97.80 . r 23.80 . Fr. 125-40 Kurs 26.7. 77,50 117— 200,- 81,50 445,- 324,- 281,- 270,- 470,- 389,» 282,- 243,- 273 - 1340,- 799,- 1215,- 1330,- 3025,- 87C,- 681,- 1430,— 795,- 711,- 731,- 810,- 765,- 461,- 419,50 74,50 755,- Bud.- Eisenw.°Akt.. 755»“ 7?0 D.-Luremb.Bergw.. 1230,- 2210 Gelsenkirch. Bergto.. 1^10,- 1300 Harpener Bergbau. 3000,- 3-00, Oberschl. Eisenb.-B. S75,- 8bo, Oberschles. Eisenind. 700 Phönir-Bergb.^Akt. 1450, Berliner Devisenmarkt. Geld Dries Geld Dries Datum: 26. Juli. 27. Juli. Amstd.-Rotterd. 19950,- 20000,- 20049 9020100,10 Drüssel-Anttv. . 4044,9a 4055,10 tu8ß 85 4100.15 Ehristtania . . . 8679,16 8700,n0 8739,05 8760,55 Kopenhagen . . 11076,10 11103,9011151 - 11179,- Stockholm. . . . 13382,25 13416,75 13458.15 13491,85 HelsingforS . . . 1065,65 1068,35 1080,60 1083 40 Italien 2352,05 2357,95 2382, - 2388'- London 2292,10 2297,90 2307,10 2312,10 Reuyork 513,35 514,65 519,84 521,16 Paris 4269,65 4280,35 4314 60 4325,10 Schweiz 9742,80 9767,20 9887.60 9912,40 Spanien 7950,05 7969,95 8044,85 8115,15 Deutsch-Oesterr» 1,43 1,47 1,48 1,52 Prag 1193,50 1196,50 1170,50 1173,50 Budapest .... 33,70 33^0 34,55 34,65 Buenos Aires . 183,50 189,- 189,62 190,12. Bulgarien . . . 330,55 331,45 324,05 324,9- Japan 243,50 244,50 2-7,50 248,50 Rio de Janeiro 6941,- 6959,- 7041,- 7059, - Züricher Devisenmarkt. 27. 7. 28 7, Wechsel auf Schweizer Franken Holland 100 FI. =3 204.25 204.25 Deutschland 100 Mk. ----- 1.- 0.99 Wien 100 Kr. = 0.017 0.017 Prag 100 Kr. ----- 12.- 11.90 Paris 100 Fr. = 43.50 43.65 London 1 £ = 23.42 23.42 Italien 100 S. = 24.05 24.20 Brüssel 100 Fr. = 41.30 41.40 Budapest 100 Kr. ---- 0.35 0.47 Reuyork 100 $ = 527 - 520.25 Agram 100 Kr. ---- 1.65 1,60 Warschau 100 Kr. — 0,085 0,085 Märkte. Frankfurter Schweine- und Kleinviehmarkt. " Frankfurt a. M., 27. Juli. (Amtl.) Marktverkauf: Kälber und Schafe bei lebhaftem, Schweine bei ruhigem Handel geräumt. Im einzelnen ist zu bemerken: Aufaettieben waren 796 Kälber, 312 Schafe und 273 Schweine. An Preisen wurden angelegt p. Ztr. Lebendgewicht: Kälber, beste Qualitäten, 4200 bis 4600 Mk., mittlere Qualitäten 3600—4100 Mark, geringe Qualitäten 3100—3500 Mark. Schafe 1600—3200 Mk. Schweine unter 80 Kilogr. Lebendgewicht 6000—6600 Mk., von 80—100 Kilogr. Lebendgew. 6600—7100 Mk., Vvn 100—120 Kilogr. Lebendgew. 6900—7200 Mark, Vvn 120—1500 Kilogr. Lebendgewicht 6900—7100 Mk. Außerdem wurden 20 Rinder ohne amtliche Preisnotierung gehandelt. Die Preise liegen um so viel über den Stall- Preisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Händlergewinne in sich schließen. (In einem Teil der Auslage wiederholt.) Em MMargesetz in Dänemark. Kopenhagen, 26. Juli. (WD.) Der Folketing nahm in zweiter Lesung das Gesetz über die M i 1 i t ä 1:0 r g a n i f a t i 0 n tn Däne- mari an. Das Gesetz, das die Billigung der Regierung gefunden ßatte, stellt ein Kompromiß zwischen den Liberalen und den Konferwattven dar und wurde mit 75 gegen 66 Stimmen der Radikalen und Sozialisten, angenommen. Das Arbeilslosenproblem in England. London, 27. Juli. (WTB.) .Daily Chro-> nicke" zufolge hat die britische Regierung gestern abend beschlossen, unverzüglich eine Sonder- f o m m i f f i o n emzusetzen, die das Prvblenr der Arbeitslosiglert von neuem unter» su che n und die Möglichkeit weiterer Abhilfmaß» nahmen prüfen soll. Mehrere frühere Kabinettsmitglieder werden dreser Kommission angehören, die sich nrcht nur mit der gegenwärtigen ßage, sondern auch mit der im Winter zu erwartenden Verschlimmerung der Arbeitslosigkeit befassen wird. Aus Anaarn. Budapest, 27. Juli. (WB.) Die Regier.mg veröffentlicht eine Verordnu-rg, wodurch die außerordentlichen Machtbefugnisse, die ihr angesichts der außerordentllchen Verhalt' nisse während des Krieges bis ein Jahr nach dem Friedensschluß übertragen worden waren, erlöschen. Die Verordnungen, welche auf diese außerordentlichen Machtbefugnisse g ünbeten, treten mit einigen Ausnahmen außer Kraft. Etzpern wünscht die Vereinigung mit Griechenland. L i m a s 0 n, 27. Juli. (WTB.) Der Aa- tionalrat von Chpern nahm einstimmig eine Entschließung an, worin erklärt wird, es sei der einhellige Wille des Volkes, sich mit beiß Mutterlande Griechenland zu vereinigen. Die englischen Sonderinteressen sollen gewahrt bleiben. Die endgültige Entscheidung wird durch eine Volksabstimmung erfolgen. Hupfelds Privat-Hotel jestic66 Jeder Komfort. Mäßig? Preise. Stallungen. Auto-Garage. 3463D LHlipfeld“ u. UköÄ'en Vrehstrom-Motore 1, VL, 3 P. S., mit Kurzschlußanker, Kupferwicklung, mit der üblichen Garantie, 220 380 Doll und 380/660 Doll, 1400 n., sowie 4 und 5 P. S. Motore mit Schleifringanker usw. sofort u. kurzfristig lieferbar. Größere Motore kurzfristig, auch für Wiederoerkäufer günstige Gelegenheit. 7030h Otto Abt, Nidda Telephon 218. Ihre Hühneraugen werden Sie sicher los durch (““es Hühnerauge »«-Lebe weh! Hornhaut an der FuSsohle beseitigt Lebe wo hl-Ballen-Sch eiben Kein Verrutschen, kein Festkleben am Strumpf. 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Juli (922 Hessischer Landtag. St. Darmstad t, 27. (Zuli. Am Regierungstisch: Staatspräsident Ulrich, Fmanzmlnister Henrich, Wirtschafts- Minister Raab und Regierungskommissare. Vizepräsident S o h c r r eröffnet die Sitzung um 9.40 Hhc. Auf eine kleine Anfrage des Abg. Ebner, ob es zulässig war, in Eberstadt eine Anzahl Iugeadlicher tn Verbindung mit den Darmstäd-er Vorgängen ohne Haftbefehl zu verhaften, erwidert Staatsrat Lorbacher, daß es sich bei dieser vorläufigen Inhaftnahme Jugendlicher um eine gesetzlich durchaus zulässige Maßnahme handelte. Im übrigen seien diese Jugendlichen alsbald wieder entlassen worden. Das Haus letzt die Debatte über das Kapitel Siedlungswesen fori Abg Dr. Müller (Bbd.): Auf die gestrigen Angriffe des Abg. Schildboch werden wir zurücKommen bei Veratung des demokratischen Antrages. Die Entschließung der Bauernschaft, die der Abg. Schildbach vorführte, sollte keine Aufforderung zur Sabotage sein, sie sollte nur auf die ungeheure Gefahr Hinweisen, die darin liegt, wenn die Getreideproduktion zurückgeht. Ich frage Herrn Abg. Schildbach, wie es möglich sein soll, daß der Weizenanbau zunehmen soll, wenn für die Hmlagemenge 70 Mark pro Zentner gezahlt werden. Das ist das 37fache des Friedenspreises, während aber der Stickstoffdünger das 67fache kostet. Die Wichtigkeit der Siedlungs- fvage erkennen auch wir an, wir wissen, daß die Rotwendigkeit, mehr Menschen auf dem Lande anzusiedeln, sich wieder ergeben wird, wenn die Industrie zurückgeht. Das wird kommen, denn jeder Einsichtige weiß, daß das Blühen der Industrie nur ein Scheinblühen ist. Die Siedlungsfrage muh aber anders gelöst werden. Es handelt sich darum, neues Siedlungsland zu schaffen und auf die Anliegesiedlungen sich zu beschränken. Die Zuweisung von notwendigem Ergänzungsland wäre möglich gewesen auch ohne das Siedlungsgesetz. Daß die Durchführung des Siedlungsgesetzes nur sehr langsam vorgeht, bedauern wir auch. Man darf aber den Beamten nicht den guten Willen absprechen, ihre Tätigkeit ist schwierig. Gegen die Parzellenbesiher ist aNer- dings manchmal viel zu weit gegangen. Wenn man einen Betrieb von 35 auf 21 Morgen verkleinert, so entspricht das nicht dem an sich guten Grundgedanken des Gesetzes. Die Dedarfsprüfung muß noch sorgfältiger geschehen. Es ist vorgekommen, daß Leute, denen Land zugewiesen wurde, von ihrem eigenen verwüst haben. Daß das Siedlungsamt nicht rechtzeitig zugriff, als das Gut Bayerseich zum Verkauf stand, ist sehr bedauerlich. Das Gut war billig #ü -haben und jetzt herrscht in Egelsbach Landmangel. Wir haben an einer planmäßigen und sachlichen Durchführung des Siedlungsgesehes alles Interesse. Was wir noch zum Siedlungsgesetz zu sagen haben, wird geschehen bei der Beratung des demokratischen Antrages. Wir weisen es aber zurück, daß wir dieses Gesetz rrgendwie sabotieren. Wir sind überzeugt, daß das Siedlungsgesetz auch Ihren (zur Linken) Weizen zum Blühen bringt. (Bravo rechts.) Abg Obenan er (Dem.): Es ist verkehrt, wenn ber Abg. Müller meint, das Siedlungsgesetz sei entstanden um den Arbeitern beim Riederbruch der Industrie Existenzmöglichkeiten z i geben. Das Gesetz ist entstanden aus der Erkenntnis einer fundamentalen sozialen Gerechtigkeit, die gereift ist durch das große Erlebnis des Krieges. Die Viedlungsfrage ist ungeheuer wichtig nicht nur für Großbesitz, sondern auch für P^r- zellenbesitz. Aber auch für die Landarbeiterfrage. Die Landwirtschaft kann unmöglich mit den Löhnen der Industrie Schritt halten. (Sehr richtig rechts.) Sie kann sich nicht so schnell mit ihren Ausgaben und Einnahmen den tatsächlichen Verhältnissen anpassen wie die Industrie, weil sie nur Saisoneinnahmen hat. Die Landarbeiterfrage ist nicht anders zu löfen als durch die Siedl ing. Ich sehe in dem Achtstundentag der Industriearbeiter ein Glück für die Landwirtschaft. Denn der Arbeiter wird sich gezwungen sehen. dem Bauer, der ihm sein Feld bestellt hat, nach Feierabend zu h.'lfen. Den Großgrundbesitz a rs unserer Landwirtschaft au'zischlie! er ist u meglich, weil wir heute noch keinen klein- und mittel- bäuerlichen Musterbetrieb haben. Zur Hebung dec Produktion der Landwirtschaft, die doch das Endziel aller Bestrebungen auf diesem Gebiete ist, müssen alle Mög ichkeiten herangezogen werden. Für den Staat sind die Klein- und Mittelbesitze wichtiger als die großen, aus steuerlichen und politischen Gründen. Abg. Hahn (D. Vpt.) ist im Gegenteil zu einigen Vorrednern der Ansicht, daß die Siedlung schon ersreuliche Fortschritte in Hessen gemacht hat. Er spreche den Beamten des Siedlungsamtes Anerkennung aus. Die Landwirtschaft hat keinen großen Einfluß auf das Siedlungswesen, sie ist im wesentlichen dazu da, zu überwachen, daß durch die Siedlung nicht Betriebe gefährdet werden. Sicher ist, daß die Landwirtschaftskammer nicht siedlungsfeindlich ist. Es ist aber falsch, wenn der Landwirtschaftskammer immer der Vorwurf gemacht wird, daß sie die großen Betriebe bevorzuge. Man solle nur einmal Sie Verteilung der Preise für Zucht usw. nachprüfen, dann werde sich ergeben, daß die mittleren und kleineren Betriebe besser abschneiden als die großen Mit Ausnahme bei Pferden. Das liegt einfach daran, daß die Großbetriebe eben mehr Pferde haben. Wir habmu in der Landwirtschaft die kleinen Betriebe so nötig wie die großen, daß aber Großbetriebe intensiver bewirtschaften können, besonders das Saatgut, ist nicht zu bestreiten. Von den landwirtschaft- lichen Fortbildungsschulen, die ganz gut gemeint sind, verspreche ich mir nicht viel. Wenn bie Lehrer selbst Laien sind, kann Ersprießliches nicht dabei hcrauskommen. Ein Segen ist aber schon, wenn sie die Erkenntnis verbreiten, daß intensivere Bodenbewirtschaftung für uns Lebensnotwendigkeit ist. Das Genossenschaftswesen ist in Hessen sehr weit fortgeschritten und entwickelt sich weiter. Schon die Hmlagegesehgebung des Reiches, das kleine Betriebe frei läßt, hat ja dokumentiert, daß die Kleinbetriebe nicht so leistungsfähig sind wie die großen. Wenn Sie die paar Großbetriebe noch zerschlagen, gibt es ja überhaupt keine Umlage. Abg. Bornema nn (Soz.) Das Bild, das uns die Geschichte des Landgesehes zeigt, darf nicht verwischt werden. Ich erinnere daran, welchen Widerstand die Herren von rechts dem Land- und Siedlungsgesetz entgegengesetzt haben. Die Agitation draußen ist auch schuld an der Verschlechterung des Gesetzes. Redner gibt dann eine eingehende Wiedergebung der Kämpfe um das Gesetz im Landtage und draußen in Versammlungen. Das geschichtliche Verdienst an dem Gesetz hat die Sozialdemokratie. Finanzminister Henrich: Ich freue mich, feststellen zu können, daß über die Bedeutung und Rotwendigkeit des Siedlungsgesehes jetzt Einheitlichkeit im Hause herrscht. Rur mit der Durchführung ist man nicht einverstanden und nicht zufrieden. Wir auch nicht. Vielfach liegen die Widerstände bei dem Reichsgeseh. Eine erhebliche Rolle spielt die Preisfestsetzung. Diese muh natürlich der Geldentwertung Rechnung tragen. Der damals geforderte Preis von 850 000 Mark für Dahersaich war reichlich hoch. Darum haben wir davon abgesehen. Der heutige Besitzer ist als Landwirt in keiner Weise zu beanstanden. Besonders schwierig waren die Siedlungsarbeiten im Kreis Büdingen. Hier mußte die Behörde erst einmal feststellen, wieviel Boden überhaupt zur Verfügung stand, bevor an die Zuwe fung gedacht wurde. Zugegeben ist, daß die Organisation noch der Verbesserung bedarf. Daß bei der Landzuteilung ausschließlich Arbeiter bevorzugt werden, ist nicht richtig. Reben dem sozialpolitischen Gedanken darf der rein wirtschaftliche nicht außer Licht gelassen werden. Wir mußten verhüten, daß ein wirtschaftlicher Schaden eintrat. Hnser Domanialbesitz ist zum weitaus größten Teil bereits in Parzellen aufgeteilt. Wenn auch zugegeben werden iyuß, daß das Interesse an eigenem Grund und Boden größer ist als an gepachteten, so muh doch Zurückhaltung im Verkauf geübt werden, soweit es sich um Eigentum des Staats handelt. Zum mindesten muh hier scharf überwacht werden, daß kein Geschäft mit dem Weiterverkauf gemacht wird. Rur wenn es sich um Ausgleich oder dergleichen handelt, wird auf diesen zurückgegriffen. Bei der Organisation liehen wir uns vielleicht zu sehr von dem Gedanken der Sparsamkeit leiten. Wir haben vermieden, einen Stab von neuen Beamten anzustellen. Sachkundige Beamte waren ja für die ganz neue Materie nicht vorhanden. Die größte Sachkenntnis war noch bei den Forstbeamten vorhanden. Die Beamten hatten keine leichte Arbeit und haben ihre Schuldigkeit getan. Gegen die Unter® siellung des Siedlungswesens unter ein anderes Ministerium habe ich nichts' einzuwenden. Abg Fenchel (Dbd.): Es ist bedauerlich, daß der Herr Abg. Bornemann wieder hier Dinge in die Debatte warf, die dir Einmütigkeit stören, die klar auch nicht zttresfen. Wir srnd nie prinzipiell gegen das Siedlungsgesetz gewesen, nur gegen den ersten Entwurf. Sehen Sie sich bitte diesen einmal an und vergleichen damit, was heute aud diesem Entw rrs geworden ist. (Sehr richtig! rechts.) Damit schließt die Debatte. Das Kapitel wird genehmigt. Liach der Pause teilt Präsident Ade lang mit, daß der Aeltestenrat beschlossen hat, zur Erledigung des Voranschlages za bestimmen, daß zu jedem Kapitel der erste Rä»ner jeher Partei höchstens eine halbe Stunde, ;eber weitere Redner 10 Minuten Redezeit Haden soll. Die RegterringZvorlage betr. die weitere C r- streckung des Zinanzgesehes für 1921 au) d i e Monate 21 a g j ft and September 1922 wird ohne Debatte angenommen. Es wird dann das Kapitel 2, das znrück- gestellt war, Forst- und Äomeralgütcr unter F o r st v e r wa 11 u n g beraten. Abg. Glaser (Bbd.) erstattet Ansschaßbericht über die neu vorliegenden Anträge, besonders den. die Pachten um das 2 5 f a d) c za erhöhen. Abg. Lu x (Soz.) bespricht zunächst die Holz- rationierung für Minderbemittelte. Wie alle Rationierungen hat auch diese ihre Schwierigkeiten. Der Finanzausschuß hat die Schwierigkeiten erkannt und will die Frage der Brenn- holzrativnierung in einem besonderen Kapitel erledigen. Die andauernd fortschreitende Geldentwertung macht es notwendig, das Quantum von 1 _• Festmeter auf -’5 zu erhöhen. Auch die Taris- holzabgade an Beamte muß ausgedehnt werden auf Pensionäre und Anwärter. Die Ruhholz- abgabe müßte sorgfältiger geprüft werden. Es wird behauptet, daß dieses Ruhholz von oberhessischen Sägewerken ins Ausland verschoben ist. Ich kann das nicht nachprüfen, doch möge die Regierung ein wachsames Auge haben. Ratsam wäre es, das ans den Staatswaldungen abgegebene Ruhholz in eine Hand zu geben, um Kontrolle zu haben, daß es rrichtig verwendet wird. In Oberhessen ist vielleicht ein Sägewerk dazu zu haben. Bon der Regierung fordert Redner die Einbringung einer Vorlage, die es ermöglicht, noch im laufenden Wirtschaftsjahr die Iagd- pachten zu erhöhen. Es konnten hier erhebliche Mehreinnahmen erzielt werden. Die Regiejagden sollen erst aufgehoben werden, wo es angängig ist, wenn sich nicht ergeben sollte, daß das Regie- jagdensysteni besser ist als die freie Verpachtung. Eine ganze Reihe von Ländern hat das Regiesystem restlos eingeführt. Auch die Hofgüter bringen viel zu wenig Pacht ein. Redner erwähnt dazu einen Fall, in dem 30 Morgen Staatsbesitz 1800 Mark Pacht einbringen, während für 4 darangrenzende Morgen Privatbesitz 3000 Mark Pacht gezahlt wird Die Regierung muß aus dem Staatsvermögen unbedingt mehr herauswirtschaften. Sin Pächter zahlte im Frieden einen Pachtpreis gleich 9 Ztr. Weizen. Heute nach der Erhöhung zahlt er 88 Pfd. Weizen. Das ist ganz unhaltbar. Redner führt noch eine ganze Reche von ähnlichen Beispielen an. Man sollte natürlich nicht die Pachtsummen überspannen, aber der goldene Mittelweg muß doch überall eingehalten werden. Dem Antrag Osann, betr. Erhöhung der Pferdeaelder, stimmen wir nicht zu. Wir bitten, den Anträgen, die wir im Finanzausschuß gestellt haben, zuzustimmen. Abg. Fuller (D. Vp.) — auf der Bühne unverständlich — bemängelt die Holzabgabe. Die Termine waren so kurz, daß man kerne Gelegenheit hatte, Angebote abzugeben. Wrr wollen keine Kostgänger der Großhändler fein. Es rst sicher, daß eine Menge Holz ins Ausland geht. Der Grotzholzhandel verdient heute am Festmeter über den 15prozentigen Verdienst 17—18 000 Mk. Das ist zu hoch. 2Ibg. Herbert (Ztr.) bespricht die Versorgung der Beamten mit Holz. Es bestand früher das Privileg für die Beamten, ihr Holz aus den Staatswaldungen zu beziehen, ohne auf die Versteigerungen zu gehen. Das soll geändert werden. Gegen die Preiserhöhung nach Maßgabe des Durchschnittserlöses ist nichts einzuwenden. Wohl aber müssen wir uns gegen die Absicht wenden, die Reichsbeamten von dem Holzbezug auszuschließen, das um sy mehr, als die Menge des Holzes kaum sehr ins Gewicht fällt. Richtig ist, daß heute mehr als früher auf dieses Holzprivileg durch die Beamten mehr zurückgegriffen wird. Trotzdem ist die Menge nicht so, daß andere dadurch benachteiligt werden. Redner bittet, es bei dem früheren Brauch zu belassen. Adg. Glaser (Bbd.): Aus dem vorliegenden Kapitel sind noch erhebliche Einnahmen für den Staat zu erzielen. Man sollte es darum möglichst intensiv bearbeiten. Wir sind dagegen, daß den Forstdeamten das Dienstland entzogen wird oder auch nur die Obstnutznießung. Die Pachtzinsregelung sollte den Pachteintgungsämtrrn überlassen bleiben. Für eine Verminderung der Oberförstereien sind wir nicht zu haben, sir würde die notwendige intensive Bearbeitung der Waldungen hindern. Durch die Regiejagden werden viele Mißstände vermieden. Der schlechten Siroh- eraten sollte man nach tote vor Laub zu Stre t- zwecken abgeben. Für die staatliche Wtesen- düngung müssen mehr Mittel eingestellt werden. Wir haben beantragt, den Betrag hierfür von 200 000 Mk. auf 2 Mill. Mk. zu erhöhen. Hier muß auch der Staat intensiver arbeiten. Es ist bedauerlich, daß die Linke diesen Betrag gestrichen bat. Es handelt sich hier um Anlagekapital. Die M MU Roman von Ernst Schertet 21. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Etwas hatte ihm davor gebangt, daß der Raub der Baronesse ruchbar werden konnte und man durch ungeschickte Verfolgungsmaßnahmen die beteiligten Kreise warnen würde, so daß der letzte entscheidende Schlag nicht zu führen wäre. Jetzt konnte alles verloren fein denn im Rotsatt würde man natürlich mit der Opferung der Baronesse nicht lange zögern, man würde sie noch vor Ablauf der drei Wochen abschlachten, um sie nur nicht lebend tn die Hände der Polizei gelangen zu lassen. Die düstersten Erwägungen drängten sich im Hirne des Doktors und er brachte es nicht über sich, Eduard etwas von seinen Befürchtungen mitz Heilen. Der gute Zunge, welcher dir Unterhalt ing der beiden Zuden nicht verstanden zu haben schien, lag in einer Ecke, erschöpft, nicht von der körperlichen Anstrengung der halb durchwachten Rächte, sondern von dec nagenden Angst Wozu diese vergrößern, noch ehe es nötig war? Perzelius verließ auf kurze Zeit den Unter® stand, angeblich um noch einmal nach dem Doot zu sehen, was Zechiel ben Iehud sehr befriedigt vermerkte. Tatsächlich aber lief der Doktor landeinwärts, um genauere Kenntnis der Deutlichkeit zu getoirmen. Er erstieg eine erhöhte Kies- Halde und blickte 'im sich. In der Ferne glitzerten die schmalen blaß- weißen Linien der Eisenbahnschienen, die den Rillauj begleiten, ilnb dahinter stiegen die Felsen empor. Perzelius verfolgte genau die ilmriffe der Landschaft und da bemerkte er oben auf der Höhe, begraben in Bergen von Sand, die Trümmer eines Tempels. Diese Säulen kannte er. Sie stammten aus der letzten Periode ägyptischer Macht. Aber an ihrer Stelle hatte schon Zahr- tausende vorher ein Heiligtum gestanden. Er konnte sich nicht täuschen: es waren die Ruinen Ombos. Siebentes Kapitel. Soweit also stimmte die Vouausberechn ung des Doktors genau. Es handelte sich nun darum, zu der plötzlichen Wendung der Dinge Stellung zu nehmen und über die Trogs weite der unvorhergesehenen neuen Tatsachen Klarheit zu gewinnen. Perzelius kehrte vorläufig wurder nach der Lagerstelle der andern zurück und zwar so, daß es aussah, als käme er vom Ufer heraus. Iechiel ben Zehud befand sich in eifrigem Gespräch mit Samuel Chcujirn, toobei sich die zwei Zuden nicht einmal besondere Mühe gaben, ihre Mitteilungen vor Per elius und Eduard zu verbergen. Vertrauten sie so fest auf die Unverständlichkeit ihrer Sprache oder schützten sie die beiden Pseudoknechte so gering ein, daß es ihnen nicht der Mühe wert erschien, ein Geheimnis vor ihnen zu hüten? Tatsächlich war es selbst für Perzelius nicht leicht, aus dem raschen und fremdartigen Redeschwall die wesentlichen Punkte herauszuhören. Er verstand mir, daß Samuel Chajim dem „Oberhirten" bereits Mitteilung von dem Verrat gemacht habe, daß alles schon auf den Beinen sri und man die Vorbereitungen zu dem „Ma- tummropfer" soweit abkürzen werde, als es der Rttus nur irgend gestatte. Die drei Leichen, welche Iechiel ben Iehud verfrachtet hatte, foU- ten dabei verbrannt werden. 2luch ein lebendes Opfer sei bereite gebracht. Samuel Chajim schloß seinen Bericht mit einer Formel in alter demo- tifcher Sprache, welche Perzelius bekannt war 'und soviel hieß wie: „Tötet die Wissenden." „Da sind wir ja in eine angenehme Lage geraten “ flüsterte der Doktor Eduard zu, der schon fast in Schlaf gesunken war. „Wir müssen die, nächste GelegenhÄt ergreifen und die zwei Juden unschädlich machen. Trotzdem halte ich es für tätlich, ihnen vorher noch so viel Zeit als möglich zu gewähren, um sie von ihren Geheimnissen erzählen zu lassen." Eduard fand sich nicht gleich zurecht. Perzelius hatte ihm bis jetzt noch keine Mitteilung davon gemacht daß sie verraten seien und alles auf dem Spiele stehe. Run aber konnte dieser nicht mehr länger damit zurückhalten. „Irgend jemand hat uns einen großen Strich durch die Rechnung gemacht," erklärte er, „ich stehe vorläufig vor einem Rätsel und kann erst weitere Maßnahmen treffen, wenn ich mehr Tatsachenmaterial in Händen habe." „Wenn nur keine Verzögerung daraus erwächst," entgegnete Eduard hastig und erregt flüsternd. „Ich hoffe ja nicht," suchte der Doktor ihn zu beruhigen. Er sagte ihm jedoch nichts davon, bafr et weniger eine Verzögerung von seiner Seite als vielmehr eine Beschleunigung auf Seite der andern befürchtete. Es blieb ihm auch nicht viel Zeit zu weiteren Gesprächen und Betrachtungen, denn sobald das geringe Abendessen eingenommen war, das dec 2II[gcmctnl;eit zugute kommt. Ein Gesuch der Forstschrcibcr um Cinroih ung m eine höhere Gehalt Hasse befürworten wir. Finanzminister Henrich verweist bezüglich der Holzverteuerung und der.damit zusammenhängenden Fragen aus die vorliegende Denkschrift. Die Frage der Regiejagden muß noch geprüft werden Man soll hier nicht kleinlich fein, wenn auch die Iagdpachten eine verhältnismäßig kleine Summe im Etat bedeuten. Hiergegen ist bedeutend die Holzfrage, die mit über 140 Millionen Mark einen wichtigen Bestandteil des Etats bildet. Daß von dem Ruhholz ein erhebliches Quantum ausgeführt worden ist, ist kaum anzunehmen. Große Quanten wurden an Einzelne gar nicht abgegeben. Für die Anregung des Abg. Glaser, für die staatlichen Wiesen mehr zu tun, sind wir dankbar. Es hätte dazu aber nicht des Antrages bedurft, der Staat hat hier ja Vollmacht, Betriebsgelder einzustellen. Die Frage der Forstschreiber wird von uns loyal geprüft und evtl, einer Reuregelung unterzogen werden. Daraus tritt Vertagung ein Rächste Sitzung Freitag 8' _■ Uhr. Schluß V12 Hhr. Schlichtungsausschuß der Provinz Oberhessen. Verhandlung vom 2 7 Iuli. Die Lohnstreitsache des Deutschen Landarbeiter verbandes gegen den Landwirt Karl R u l l m a n n in Rodheim v .d. H. wurde zur unmittelbaren Verständigung der Parteien über die etwa noch nicht vollständig erledigten Streitpunfte ausgesetzt. In der Entlohnungssache des Personals der 2lrbeitslehrkolonie und Beobachtung s a n st a l t Steinmühle bei Ober- erlenbach ist an die Stelle der bisherigen Qlrbeit- geberpartei, des Vereins „Kupferhammer" in Frankfurt a M., durch Kaufvertrag der unter der Verwaltung des Landeshauptmanns in Wiesbaden stehende Rassauische Ze ntral- w a i s e n f o n d getreten. Hm dem Käufer Gelegenheit zu geben, die aus der Hebernahme etwa übergegangenen Verpflichtungen, auch soweit eine Besserstellung des Personals in Frage kommt, auszuklären und zu regeln, wurde die Verhandlung auf Antrag vertagt. Ebenso wurden auf Wunsch der Parteien in drei Lohnstreitsachen des Bergarbeiter- verbandes gegen Bauxit A. G., Vereinigung hessischer Bauxitgruben und Gewerkschaft Rabenau zunächst von einer Entscheidung abgesehen, da die Parteien noch einmal versuchen wollten, durch unmittelbare Verhandlung selbst zu einer Verständigung zu gelangen. Die Gewerkschaft HessischerGemeindc- beamten, 'Frankfurt a. M., hatte gegen dir Stadt Friedberg den Sch'ichtungsateschlß wieder angerufen, da wegen eurer Anzahl An gestellten die Eingruppierung and die Rück- Wirkung auf 1. 4. 20 nvch nicht erledigt fet Dec Schlich tu ngsa r sschuß trat in eure materiell Prüfung der Frage noch nicht ein und .rahm zunächst nur Stellung zr der Frage der Zuständigkeit. Die betr. Antragsteller sind von der Stadt Friedberg vom 1. 4. 22 an als außerplanmäßige Beamte geführt und bis dahin als vorübergehend Angestellte nah dem Tciltarif für die Angestellten bei den Reichs- und preußt- schon Staatsverwaltungen vom 4. 6. 1920 betrachtet worden. Die Einstufung ist mit Wirkung vom 1. 4. 1922 geregelt, die Frage der Erledigung der Ansprüche vor dem 1. 4. 1922 jedoch streitig geblieben. Der Schlichtungsateschuß entschied daß die Angestellten, tixrrn sie im Privatdienstvertrag der Stadt Friedberg früher gestanden haben, der Gewerkschaft Hessischer Gemeindebeamten nicht angehören können, daß sie aber für die betr. Zeit der Dchiedsstelle des Hess.-Rafs. Wirtschaftsverbandes, dem die Stadt Friedberg seit ihrer Gründung angebört, unterstehen. Der Schlichtungs-Ausschuß hat sich daher für unzuständig erklärt, gemäß §20 Abs. 2 und §21 der Verordnung über Tarifverträge vom 23. Dezember 1918 die Parteien angewiesen, wenn sie in den unverzüglich aufz mehmenden Verhandlungen nicht selbst zu einer Verständigung kommen, die Shiedsstelle des Hess.-Rass. Wirtschafts-Verbandes in Marburg zunächst anzurufen. Kirchliche Nachrichten. Israel. Religionsgerneinde. Gottes- dienst in der Synagoge (Sudanlage). Samstag, den 29. Juli 1922. Vorabd. 7.45. Morg. 8.30. Abds. 8.25 und 9.05 Hhr. Israel. Religions - Gesellschaft Sabbatfeier den 29. Juli 1922. Freitag abd. 7.15. Samstag vorm. 8.00. Rachm. 4.30. Sabbataus- gang 9.05. — Wochengottesdienst: morg. 6.00, aMte. 7.30 Hhr. erhaben sich die beiden Huden und bedeuteten Eduard und Perzelius dasselbe zu tun. „Ihr müßt euch lassen verbinden de Aug^l for e halbe Stunde," sagte dabei Iechiel den Iehud zu ihnen, „da mer gehen an en Ort, den niemand ders wissen außer den Eingeweihten. Hnd ihr seid nur Knechte." Perzelius schwankte einige Sekunden, ob er gehorchen oder den Versuch machen soltte, mtt Hilfe Eduards seine beiden Gegner zu überwältigen. Er entschloß sich jedoch zu dem ersteren. Er hoffte auf diese Weise rascher und sicherer ans Ziel zu gelangen, als wenn er jetzt schon seine Maske abtoarf. Er erhob sich als), während Eduard feinem Beispiel folgte. Iechiel ben Iehud wand ihnen je ein langes, schmutziges Tuch um den Kopf und vetzknotete es s) fest, daß auch nicht der kleinste Spalt blieb. Dann führte er sie zu den Säcken, in welchen die Leichen staken, und die sie unter Führung der beiden Iuden toegtragen sollten. Es war nicht das erstemal, daß PerzeNuS in die Lage kam, sich bet verbundenen Augen dennoch Rechenschaft abzulegen über den Weg. den er ging. Er vermochte es einfach durch daS Tastgefühl in seinen Füßen, genau den Boden 51 beurteilen, über den er kam, und sede Wendung seines Körpers, jeden Schritt, den er vorwärts oder seitwärts tat, vermerkte er s) sicher in seinem Gedächtnis, daß er am Ende eines solche» Weges ein treues Bild der gamsit Marschrichtung im Kopfe trug. (Fortsetzung folgt) g Behördliche Anzeigen preisen ab 7015 Renzendorf .D Gesunder Junge angekommen! Gießen, 27. Juli 1922. Ä 7019c 07287 Zahnarzt Dr.med. Pfetsch verreist 7018 zu vergeben. 7027 amilienhauS. 07291 Baer, Dftanlage 29. Los I Los II Los III 6997V im Hanse (7036V 70428 Raffe Witterung hindert nicht. 701* 07 IT« Gudntatttt-. v Ute Freude taatt verrfeftfefr Hur wegen der liierte des. Studienassessor Ernst Holzel und Frau Else geb. Kllbinger Wilh. Nebhuth, Seilerei, Rodheimer Straße 58, Telephon 1206. Bis Ende August verreist Frauenarzt Dr. Koch Heinemann, Oberstleutnant a.D. gepr. Mitglied d. Intern. Wünschelrutenforfcher-Der. 8