Mittwoch, 28. Juni 1922 Erstes Blatt 172. Jahrgang Trauerfeier für Rathenau leicht die würdigste Trauerfeier für den als gunaen von Anfang an sowohl im deutschen Volke wie bei allen Einsichtigen im Ausland ingungen zu cr- ber rung anläßlich der Ermordung e - naus die Veranstaltung von öffentlichen Versammlungen und ähnlichen Kundgebungen am Jahrestage der Friedensunterzeichnung verboten hat. Es wäre viel- 27. Sunt IWTB.) Die Ans- des Reichstags hatte Reichslunst- in Verbindung mit bem General- Berlin, schmüclung wart Rebslob Ium 28. Juni 1922. Zum dritte nMale jährt sich der Tag, an dem der unselige Versailler „Friedens" - Vertrag unterzeichnet wurde. Als unerträglich. unerfüllbar, den einfachsten Begriffen von c'' «--"'und «*'• ?u'ur°öU-rn Ä JSn «oUrtf wtnn fid) an Den Sraueratt halt bemerkbar. Wessen Einkommen ist in gleichem Maste gestiegen? Hoffnungslos liegt die Zukunft vor dem ganzen deutschen Volke, wenn es nicht noch rechtzeitig gelingt, eine Abänderung der unmöglichen Bedingungen zu cr- im Reichstag .Kundgebungen im ganzen Reich angeschlossen hätten, in denen ganz im Geist Eine Rede des bayrischen Landtagsprafidenlen. München, 27. Juni. (WTD.) Sta 2anb» tag eröffnete nachmittags Präsident Königbauer die Sitzung mit einer Ansprache, in der er des ermordeten Rathenau gebady.c und führte aus: Sn der Verurteilung des entsehlic^n Mordes sind wir in diesem Hause alle ein anb der» Die R a t l. Korr. schreibt: ES ist eigentlich zu bedauern, dast die Reichsregie- llr. 149 Erscheint täglich, auher Sonn, und Feiertags, mit derSamstagsbeilage: GiehenerFamilienblötter Monatliche Bezugspreise: Mb. 20.— und Mk. 2.— Trägerlohn,durch diePost Mk. 22.—, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech- Anschlüsse: für die Schrift. lettung 112; für Verlag mb Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten: Lineiger Sietzen. pdstschetttonto: Krmttsurt a. M. 11686. ien. zur richtigen Zeit Die großmütige Geste"zu unternehmen, könne dies in einigen Monaten die deutsch: Republik für immer und mit ihr den europäischen Frieden festigen. empfunden. Mnb als solche haben sie fid) auch bei dem nunmehr dreijährigen Versuch ihrer Erfüllung erwiesen. Die Widerstände, die im deutschen Volk und im Ausland sich gegen den Wahnsinn der bestehenden Verträge richten, sie find trotzdem noch nicht stark genug gewesen. eine wirkliche Aenderung durchzusetzen. Wie die wirtschaftlichen Verhältnifse in den 3 Jahren des ..Friedens" sich verschlechtert haben, darüber können einige Stichproben aus dem Haushaltsbuch einer Berlinerin Aufschluß geben. Tagespreise waren im Juni 1919 bzw. 3uni 1922: Brot vier Pfund Mk. 1.35 16.30, Milch Ltr. Mk. 0.56 10—, Ci Stck. Mk. 1.30 — 5.40. Butter Pfd. Ml. 12.--Ml. 75, — Ml. 88, Fleisch Pfd. Mk. 4.50 — etwa Mk. 56.—. Koks Ztr. Mk. 7.85 — Mk. 83.10, Bri- fettc Mk. 4.70 Mk. 65.50, Gas Kubikmeter Mk. 0.47 Mk. 5.50, elektr. Licht Std. Mark 0.40 - Mk. 7.20. Auf diese Weise machen sich die Folgen her Leistungen aus dem Etat von Versailles und dem Ultimatum für jeden deutschen Hausreichen. Doppelt schwer und bitter drücken aber die Tributleistungen, weil sie zum gröstten Teil gar nicht zur Heilung der Kriegsschäden verwandt werden. 14 Milliarden betragen allein die Kosten der Besatzung im Rheinland seil Waffenstillstand bis Ende März 1922. Während im Frieden im Rheinlande 17 000 deutsche Soldaten in 28 Garnisonen lagen, wird heute das wehrlose und entwaffnete Deutschland bewacht und ausgesogen durch eine Belegschaft im Rheinland von 130 000 zum Teil farbigen Soldaten, die 288 Orte inne haben. Eine weitere Sinnlosigkeit ist die, dast,die deutschen Leistungen in England und Amerika eine steigende Arbeitslosigkeit zur Folge haben. Zu diesen Sorgen kommt der immer neue Schmerz um die Leiden, die im besetzten Gebiet die Deutschen um ihres Deutschtums willen ertragen müssen. Tausende irren heimatlos im übervölkerten Deutschland umher, taufende haben die Länder verlassen müssen, die deutscher Fleiß in die Höhe gebracht hat. Sn Polen, Oberschlefien, Ost- und Westpreuhen, Memel, Danzig. Elsast-Lothringen. Süd-Tirol, Böhmen, überall kämpfen und leiden Deutsche, überall steht ihnen ein Hast entgegen, der bloß dem Deutschtum gilt. Sm Rheinland stehen die Deutschen zu allem übrigen in der Abwehr einer mit allen Mitteln arbeitenden gei- sttgen Propaganda, die aus ihre Loslösung hinarbeitet. Unsagbar schwer ist alles, was das deutsche Volk zu tragen hat. Den schlechthin vernichtenden Folgen des Versailler Diktats gilt es, die Einmütigkeit des Lebenswillens des ganzen deutschen Volkes entgegenzufetzen. Sn erster Linie heißt es darum, die falsche Voraussetzung zu bekämpfen, auf der ausdrücklich das ganze Gebäude des Diktats errichtet worden ist, die Lüge von der Urheberschaft und alleinigen Verantwortlichkeit Deutschlands. Die Folgen des Versailler Friedens wären unter allen Umständen für Deutschland sehr schwer gewesen. Schlechthin vernichtend wurde das Versailler Diktat aber erst dadurch, daß es als Strafe auferlegt wurde für die angebliche planmäßige Herbeiführung des Weltkrieges. Smmer noch wird nun diese Lüge aufrecht erhalten, um einen Schein des Rechts für alles Ungeheuerliche zu haben, was von Deutschland verlangt wird. Wir wissen zwar, daß im Ausland sich auch die Sttmmen mehren, die diese Lüge nicht mehr glauben, und die vom wirtschaftlichen und moralischen Standpunkt aus den Kampf um die Revision der Verttäge ausgenommen haben, die sich auch zum Schaden der anderen Länder auswirken. Niemals aber kann dem deutschen Volk wirksam geholfen werden, wenn es nicht selbst feine Sache in die Hand nimmt Und diese Sache ist geradezu eine Lebensfrage. sie ist aber auch die Sache der Ehre, des Rechts und der Wahrheit, wie einer wirklichen Aussöhnung der Völker. Paris, 27. Zuni. lWB.) Der _P o p i = [ a i t e" schreibt: Hat man nach der Annahme des Ultimatums vom Qllat 1921 d^rch Deutschland die französischen Truppen a is Düffel- dorf und einigen cnbcicn Städten^ die man besetzte um einen Tncke.usz.iüb:n. zurückgezogen >' Durchais nid):. Daher kennten ti: Rationalisten heftige Kämpfe gegen die Erfüllungspolitik führen. Siieu haben wir die tragischen unb f i rcht- baren Ergebnisse. Von Briand bis zu Poincare tat man alles, um bic Bcaktron zu bewaffnen unb den guten Willen der ~emp= traten Sozialsten unb Vollspurtriln m Deutschland zu entmutigen. Eine schöne 2lrbcit! Wird verlegt. Die Entfernung des Stanbbildes aus Wandelhalle wurde zunächst verschoben. und Sinne dieses Mannes alle noch nicht um ihren Verstand gebrachten Teile des deutschen Volkes sich vereinigen tonnten, um unter Hinweis auf Walther Rathenau der ganzen zivilisierten Welt vor Augen zu führen, wohin die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln. Böllerhaß und Zwietracht, führen müssen. Angesichts der Majestät des Todes hätten erst recht auch bei solchen Kundgebungen parteipolitische Gegensätze geschwiegen, die überhaupt verstummen sollten, wenn es sich um Leben oder Sterben des ganzen deutschen Volkes handelt. Solche Veranstaltungen wären auch ein wohlgeeignetes Mittel gewesen, zur Ueberwindung des inneren-5) aherö, zur Ausgleichung von Gegensätzen, zur Anbahnung einer Verständigung beizutragen. Wenn in diesen Stunden die Gedanken von Millionen Deutschen von Walther Rathenau nach Versailles und zurück wanderten, so sollte die Frucht davon die Ueberzeugung fein, daß nur gemeinsame Arbeit aller zur Arbeit Willigen uns aus Rot und Elend emporführen könne zu der lichten Höhe nationalen Lebens. Und eine andere Lehre müßte sich daraus ergeben. Den Männern, die unweit von Versailles in der Hauptstadt Frankreichs das Ruder ihres Staatsschiffs lenken, sollte der tragische Tod Des deutschen Ministers eindringlich predigen, daß Ruhe. Ordnung, Frieden und Wohlergehen werden erst dann eintreten können, wenn die bisher unaufhörlichen Demütigungen einer- schwer geprüften, aus stolzer Höhe in tiefste Rot geschleuderten großen Voltes ein Ende finden. So lange immer wieder im deutschen Volt nach den Worten des Reichskanzlers und Rathenaus selbst Gefühle der Erbitterung und des Hasses geweckt und genährt werden, kann der Völkerfrieden auf Erden keine Stätte finden. Wenn am Tage der Beerdigung Walther Rathenaus und der Unterzeichnung des Friedensvertrages von Versailles der Keim wahren Friedens nach innen und nach außen in die Herzen des deutschen Volkes und Europas gesenkt würde, wenn als Folge davon die Beseitigung des Vertrages von Versailles wenigstens angebahnt würde, dann ist Walther Rathenau nicht umsonst gestorben. London. 27. Juni. (WTB.) Der Schriftsteller Dr. Arthur Lynch veröffentlicht im „Evening Standard" einen Artikel über Berlin von heute, in dem er die Wirkung der Friedensbedingungen auf die arbeitende Klasse der Bevölkerung prüft und zu dem Schluß kommt, daß eine Abänderung des Versailler Vertrages notwendig sei, auch im Sntereffe Englands und Frankreichs selbst. Besinnung in Frankreich? inknbanten des Staatstheaters Zehner geleitet < Vor dem Sarge hielten 12 Legationssetretäre des i Auswärtigen Amtes die Ehrenwache. Attaches i des Auswärtigen Amts hielten die Ordnung im 1 Saal aufrecht. Die Tribünen füllten sich mit ■ Mitgliedern der Parlamente, unter denen alle 1 Parteien vertreten waren und führenden Männern der Wissenschaft, der Kunst und des öffentlichen Lebens Die Mitglieder der Reichs- r c g i c r ii n g, des Reichsrats und die D e r- t r e t e r der Länder normen ans den gewohnten Sitzen Platz. Das d i p l o m a t i s ch e K o r p s mit seinen Damen erschien vollzählig tu der Loge des Landtags Um 12 Uhr wurde die Mutier Rathenaus rom Reichskanzler in die grobe DRit“ telloge geleitet. Ihr folgten die nächsten Verwandten. Die umflorten Lampen des Saales flammten auf. Vald darauf betraten derR eichs- Präsident und der Reichskanzler den Saal. Die Versammlung erhob sich von ihren Plätzen. Von draußen drangen Töne von Dee- llwwns Ouvertüre zu Coriolan hinein. Die Musil wurde von der Kapelle der Staatsoper unter Kapellmeister Stiedry ausgeführt. Dann betrat der Reichspräsident die Rednertribüne. Die Rede des Reichspräsidenten bei der Lrauerfeier im Reichstage hatte folgenden Wortlaut: Meine Damen und Herren! Sn tiefer Erschütterung stehen neben den Familienangehörigen des Toten wir, die Vertreter des deutscyen Voltes, an diesem Sarge, der die irdischen Ucber- reste Rathenaus birgt. Mit den Verwandten trauert in hei bem Schmerz die ganze Ration um diesen Mann, der im Dienste des Vaterlandes stand, süi des Reiches Wohl arbeitete und für die Sufunft Deutschlands Wertvolles zu schaffen berufen war wie wenige. Rathenau tour ein Mensch von seltener Eigenart, ausgestattet mit großen mannigfachen Gaben des Geistes, gerüstet mit Erfahrungen des wirtschaftlichen und geistigen Lebens unseres Landes und des Auslandes. Glänzend in der Lauterkeit seines Charakters und in der Güte seines Herzens, ragte er weit heraus über den Durchschnitt der Menschen. Mil dieser großen Fülle von guten Eigenschaften war er — als mein Ruf an ihn erging - ohne Zögern, opferfreudig das ruhige Leben, seine Reigungen und seine hervorragende bevorzugte Stellung im Wirtschaftsschaftsleben dahingebend, in den Dienst beü Reiches unb in ben Dienst bes beutschen Volkes getreten. Rathenau war dazu geschaffen, als wirklicher Staatsmann unb Führer ber Ration aus den Wirrnissen unserer Zeit den Weg in eine lichtere Zukunft zu zeigen. Gehoben durch das Ansehen, das er als Führer der deutschen Industrie nicht nur im deutschen Wiitsch.'flsleben, sondern in der ganzen Well schon früher genoß, und gestützt aas den Eindruck und die Macht feiner Persönlichkeit, galt fein Wort in der Welt unb in den Kreisen jener, die sie zur Zeit beherrschen. Er war cs tn erster Linie, bem die Aufgabe gestellt werden konnte, unser' Voll wieder enger in die politische and wirtschaftliche 'Beziehung der Völker einz^fügen, zum Heile inb zur ®cf inbung der ganzen Welt. Die Kugeln feiger Mordgescl'en h^ben ihn aiä diesem weggcris'en. Aber dir verruchte Tat traf nicht den Menschen Rathenau allein, str trifft Deutschland in seiner Gesamtheit. Gerichtet war die Bluttat gegen die deutsche Republik und gegen den Gedanken der Demokratie deren überzeugter Vorkämpfer und Verfechter Rathenau war. Aber sie ist m ihrem Erfolg über dieses Ziel des blutigen Parteikampses hinausgewachftn in das Rüscnmatz des Freve's. Sie ist ein Anschlag auf die Ration, der sie einen der besten Patrioten, ter fäb'.gftcn Köpfe und Vorkämpfer d:s deutschen Aufbaues rarbte. Sie ist ein Verbrechen an unserem arbeitsamen, drl- tenden und hoffenden Volke, das fte in der Abwehr ber Frevel erneut in den zersetzenden Kampf der Leidenschaften hinerngozogen hat. Meine Damen und Herren! Wir sind in dieser Stunde hier zusammengeiommen, die Leitung des Reiches wie die aller deutschen Länder, die Abgeordneten der Parlamente und Frauen wie Männer des öffentlichen Lebens, mit einem Worte, die Vertreter des deutschen Volles in feiner Gesamtheit, um unser Entsetzen und unseren Abscheu lundzutun über diele Tat, begangen von Menschen, die außerhalb ber Gemeinschaft bes deutschen Dolles stehen, bie biefen Mann gefällt und Deutschland diesen unheilvollen Schlag zu- gefügt haben. Gleichzeitig aber wollen wir dem Toten v',i ganzem Herzen danken namens der deutschen Republll und des deutschen Volkes für all das. was er in aufopfernder reiner Liede zum Vaterlande für Deutschland getan hat. Möge aus fernem Geiste eine Frucht aufgehen für uns alle unb für bie Zukunft unseres geliebten Vaterlandes. Mit heißem Dank unb mit bei Versicherung unvergänglichen Gedenkens bringe ich dem toten Freunde unb Mitarbeiter ben letzten Gruß bes beutschen Volkes bar. Bei ben letzten Worten, bie ber Reichs- präsibent bei ber Lrauerfeier mit bewegter Stimme sprach, neigte er sich vor bem Sarge. Der Vizepräsident bes Reichstages. Zentrumsabgeordneter Dr. Dell, Paris. 27. Zuni. lWTD.) Gustave Herve schreibt in ber „Victoire", es sei eiliger als alles andere, rasche Maßnahmen zur Stabilisierung ber Mark zu ergreifen, bic noch weiter zu finken brohe. Rian muffe zu bem Gedanken einer kleinen beutschen Anleihe im Betrage von einer Milliarde Dollar zurückkehren, damit Deutschland feine nächsten Geldverpflichtungen ohne eine weitere Entwertung des Papiergeldes erfüllen könne. Das fei nur ein Mittel, um Zeit zu gewinnen. Das einzige sichere Mittel, bic Katastrophe in Deutschland zu verhindern, fei die Herabsetzung ber beutschen Schuld durch Kompensation mit den alliierten Schulden und andererseits ein französisch- polnisch-deutscher Pakt auf Grund emer freundschaftlichen Revision einiger territorialen Klauseln des Versailler Friedensvertrages Falls Amerika e ne- seits und die französische und polnische Republik andererseits fähig seien, zur richtiaen Zeit die --- r tonne dies in Annahme von Anzeigen für die lagesnummtr oi» 3um Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit, preis für 1 mm tzSde fUt Anzeigeno 34 mm Breite örtlich 150 Pf., auswärts 180 Pf.; für Reklame» Anzeigen von 70 mm Breite 500 Pf. Bel Platz- Vorschrift 20 , Aufschlag. Hauptschristleiter: Äug. ctzoetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für ben übrigen Teck: Karl Walther; für ben Anzeigenteil: Hans Deck, sämtlich in Giehen. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univ. Such- und Zteindruckerei R. Lange. 5chriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstraßei. verzeihen, wir aber sind es dem Andenken des Verstorbenen schuldig, unser Voll und Vaterland zu befreien von jener Atmosphäre, welche eS wie Gift und wie ein Pesthauch umgibt Untere Geduld catttina rischen Existenzen gegenüber ist vorbei Wir müssen jetzt endlich zu einer reinen Arbeit für das Vaterland kommen. Das ist unsere Dankespflicht gegen diesen edelsten und treuesten Sohn unseres Vaterlandes. Der demokratische Reichstagsadgeordnet« Pfarrer Korell würdigte die ^Persönlichkeit und das Wirken oes Ermordeten. Er war kein SUufioiufl Er sagte uns selbst. Sch kann im günstigsten Falle unterem Dolle einige Erleick terungen t^ci schaffen, unb wenn man sieht, daß bie volle Befreiung aus ben Fesfeln bes» Versailler Vertrages auch mir nicht gelingt, dann werde ich abgetan feilt. Was Walter Rathenau für unser Volk noch hätte leisten können, das können wir ermessen an seiner Persönlichkeit, von der wir wissen, daß er vor allem ein treuer Mensch war. Seine betagte Mutter, die der deutschen Ration ein so grofies Opfer brachte, möge Trost finden gerade in der Größe ihres Sohnes der sich dem Vaterland opferte, beim Walter Rathenau ist gefallen im Dienste des Vaterlandes. Gefallen ist er als Hude, daS Opfer einer Geistesrichtung, bie man als Schmach des Sahrhunderts bezeichnen darf, unb bic unter idealistischer Verkleidung krassesten Materialismus verbirgt. Gefallen ist er als Demokrat, als Opfer eines falschen Rationalismus Geloben wir uns in dieser Stindr, endlich zu verzichten auf das Wort national, mt damit einer Partei zu nützen. Stellen wir endlich wirklich das 'Bateclaitb über bic Pt riet. Das Vaterland braucht alle feine Söhne ohne Unterschied des Velenntnisses und der Llbstammung. Wir geloben uns aber weiter Wir wollen Bitze tun. nicht bie im Versailler Vertrag verlangte, 'n' ttir uns allein schuldig bekennen mt allem llnqlüd, ober wir bekennen, dav wir nicht rein genug gewesen sind, daß wir nicht genug an der Sbec hingen, sondern zu viel Knechte bett Marn - monS wurden. Wir wollen jetzt z.scmmenarl'.iten. daß es besser wird unb daran werden sich alle beteiligen welche bic deutsche Repadlit schätzen und ausbauen wollen. Dir aber, freacr Tot?r. rufe ich füi die Deutsche demokratische Partei nach Ruhe in Sri eben! Das Andenken des Gerechten bleibt unvergessen. Was wir bergen m Särgen ist Erb! Geweiht was totr lieben ist geblieben, bleibt in Ewigkeit! Die. feierlichen Klänge des Wagnerschen Trauermarsches aus „Siegfried" und aus „Götterdämmerung" schlossen bic Feier. Der Sarg würbe durch bie Wanbelgängc aus der Wandelhalle zu dem Hauptportal des Reichstages nad) dem Königstor hinausgetragen. Sn dem Rundteil der Wandelhalle hatten studentische Abordnungen unb demokratische Vereine mit ihren Fahnen unb Bannern Aufstellung genommen Vor ber Haupttreppe bes Reichstags stanb eine Ehrenkompagnie ber Reichswehr mit Musik, welche dem Toten die militärischen Ehren erwies. Das Leichenautomobil war mit Rosengirlanben geschmückt unb setzte sich alsbald nach Oberschöneweibe in Bewegung, wo die Beisetzung im Kreise der Angehörigen vor sich geht. Dem Reichspräsidenten wurden beim Verlassen des Reichstags von vielen Tausenden begeisterte Ovationen bar- gebracht. Unter den Rufen Es lebe die Republik! Hoch Ebert! setzten sich bic Massen in Bewegung unb folgten in langem Zuge bem Auto. Der Reichskanzler. Berlin, 27. Juni. lWTB.) Der Reichskanzler ist gestern nachmittag zu dem Landhaus Rathenaus gefahren und hat dort eine halbe Stunde an dem Sarge des Ermordeten geweilt, um von seinem Freund und Mitarbeiter den letzten Abschied zu nehmen. Parteipolitische Absichten. Berlin, 27. Suni. lWTD.) Nachdem bereits Abgeordneter Decker namens der Fraktion ber Deutschen VvWpartei schärfsten Einspruch gegen ben Beschluß der Ausschmückungskommission des Reichstages erhoben hatte, das Standbild Wilhelms I. in der Wandelhalle des Reichstags bei ber heutigen lrauerfeier für Rathenau zu verhüllen und barm zu entfernen, hat jetzt auch Rathenaus Mutter, wie die „Zeit" berichtet, durch Vermittlung der Reichs- tageabgeorbneten Frau von Oheimb dem Reichstag ben brinaenben Wunsch übermittelt, batron abzufecen, daß bie Trauerfeier für ihren Sohn . durch eine solche Maßnahme in bie Arena des parteipolitischen Kampfes herabg»o-^ gen werde. Da daraufhin die Umhüllung oeS Standbildes abgesagt werden muhte, weigerten sich die Unabhängigen, der Trauerfeier zu Füßen des unverhüllten Standbildes betzuwoh- nen. Um einen Ausweg zu linden, wurde die Trauerfeier in ben Sitzungssaal des Reichstages äußerte bann feinen schärfsten Abscheu vor ber Sat bie in ihrer Brutalität, Ruchlosigkeit unb ^Llw'i^UU s-h-n Jrö di- 8e6ler|ömntofigtet feiten in Geschichte daslche. SeSsf**obCT in 6cm ’-'Iää« sm fdben '□Heinung, toeSHalb fojort nach ck)e- fannttoeröen der Lat dem Reichskanzler namens deS Landtages das Gefühl des Abscheus und der liefert Trauer über das Verbrechen telegraphisch auSdrückie. Wir wünschen alle, daß die Mörder gefaßt und der verdienten Strafe Angeführt nxr* den können, schon aus dem Gruride, daß Qluf- klärung über den Beweggrund der Tat geschaffen werden kann. Bis dahin möchte ich den Wunsch aussprechen, daß keine voreiligen politischen Schlüsse gezogen und auch keine überstürzten Maßnahmen nach irgend welcher Seile getroffen werden. Deutschland verlor in dem Ermordeten einen hervorragenden geistig schaffenden Menschen, der seine außerordentlichen Fähigkeiten in ehrlichster Lleberzcu- gung dem Balerlande dienstbar machte. Wenn bet unseren damaligen Gegnern einmal eine gerechtere Beurteilung des deutschen Volkes Platz greisen wird, dann hat Rathenau sein großes Verdienst an der Wendung der Dinge von weltpolitischer Tragweite. Wir verurteilen das Verbrechen nicht nur aus Gründen der Menschlichkeit, sondern weil cs auch feder Vernunft widerspricht. Gegenseitiges Achten und Verstehen des deutschen Voltes das die erste Voraussetzung für den wirtschaftlichen und moralischen Wiederaufbau ist, kann nicht zustande kommen, wenn die Verschiedenheiten der Ausfassung durch die Vernichtung von Menschen ausgetragen werden sollen. Aus diesem Wege wird das Volk, das um seine Existenz und Freiheit ringt, nur völlig in den Abgrund geworfen. Unsere Zukunft wird aber auch wesentlich davon abhängen, daß das Ausland an unseren aufrichtigen und ehrlichen Friedenswillen glaubt. Königbauer sprach den Wunsch aus, daß dem deutschen Volke künftighin die Schmach solcher Verbrechen erspart bleiben möge, da dieS der sichere Weg zum Untergang sei. Das Haus Hörle die Kundgebung des Präsidenten stehend an. -3um Zeichen der Trauer wurde die Sitzung unterbrochen. LandtagSgebäude und Staatsgebäude sind halbstvck geflaggt. Eine Trauerkttndgcbung des badischen Landtags. Karlsruhe, 27. Juni. (WTB.) Die heutige Vormittagssitzung des Badischen Landtages gestaltete sich bei gut besetztem Hause zu einer eindrucksvollen Trauerkundgebung'für den deutschen Außenminister Rathenau. Präsident W i ttman n feierte in bewegten Worten das Andenken des hervorragenden Mannes, dessen Tod eine klaffende Lücke in unser Volk gerissen habe. Die Mitglieder sämtlicher Fraktionen des Hauses hatten sich während dieser Ansprache von den Sitzen erhoben. Staatspräsident Dr. Hummel gab die Erklärung ab, daß das badische Staatsministerium die Stellungnahme der Aeichsregie- rung ausdrücklich billige und fest entschlossen sei, die getroffenen Maßnahmen im Rahmen des Notwendigen durchzuführen. Trauerkundgebungen für Rathenau. Berlin, 27. Juni (WTB) Dlc Kundgebun- l gen zur Ermordung RerthenauS sind nach den ^bisherigen Meldungen in den verfchiedenenTeilen e des Reiches ruhig verlaufen. In München $ fand eine von den sozialdemokratischen Parteien einberufene Massenkundgebung auf der Theresien- wiese statt. Die Parteien zogen mit schwarz- rot-goldenen und roten Fahnen, vereinzelt auch mit Dasein mit der Aufschrift „Hoch die Republik" zum Versammlungsplatz. Die Redner wandten sich hauptsächlich gegen die geistigen Urheber des Mordes. In Hannover wurde eine von den Spitzen- verbänden der Gewerkschaften einberufene Trauer- kundgebung auf dem Waterlooplah abgehalten. Etwa 100 000 Personen wohnten der Kundgebung bei. Die Redner traten für eine einheitliche Front der Arbeiter, Angestellten und Beamten ein. Im rheinisch-westfalischen Industriegebiet leisteten zahlreiche Teilnehmer den Aufrufen der Gewerkschaften Folge. In Essen herrscht von morgens 6 Uhr bis morgen früh 6 Uhr völlige Arbeitsruhe. Die öffentlichen Gebäude flaggten halbmast. Alle Geschäfte hatten geschlossen. In Breslau nahmen an der Kundgebung auf dem Schloßplay viele Tausende teil, die nach Beendigung der Demonstration unter Hochrufen auf die Republik durch die Straßen zogen. Alle Betriebe und Geschäfte waren von 12 bis 4 Uhr geschlossen. Gustav Krüger. Geh. Kirchenrat Prvsestor D. Dr. Krüger begeht morgen seinen 6 0. Geburtstag. Wir pflegen s l tz«r Lebensmark steine auch verdienter Männer sonst nicht ausführlich zu gedenken, aber die nachstehende feine Skizze aus den Schülerkreisen des Gelehrten atmet eine solche Frische echter Verehrung, daß wir sie gerne wiedergeben, zumal wir darin in vielen Zügen das Bild einer auch vvw uns verehrten Persönlichkeit wiedererkennen. Am 29. Juni 1922 feiert Gustav Krüger seinen sechzigsten Geburtstag. Dieses Ereignis rerdient in der Oeffentlichkeit festgehalten und gebührend vermerkt zu werden. Unter den Trägern des Geistes, die von der Universität Gießen aus eine Fülle von Energie ins Hessensand, Den Rhein-Mainischen Kulturkreis, ja in die weite deutsche Bil- dungswelt ausgesandt haben, ist Krimer einer der markantesten und wirksamsten Um seine Perlon spannt sich ein vielgestaltiger Bezirk lebensvollster Beziehungen, der in ihm seinen tätigen Mittelpunkt hat. Krüger gehört der Hessischen Landesuniver- Tttät seit einem Menschenalter an. Ehrenvolle Rufe nach Rord und Süd hat er ausgcschlagen. Die Geschichte der Universität in den letzten Jahrzehnten ist ein Stück seiner persönlichen Lebensgeschichte. Kaum ein anderer hat wie er einen solchen Einblick in das seinrädrige und hoch- empfindliche Getriebe des vielgliedrigeu Universi- tätsoiganismus gewonnen und mit kundiger Hand hineingegriffen. Wichtige Entscheidungen sind unter feiner Mitwirkung gelrossen worden Er ist Rektor und achtmal Dekan der theologischen Fa fiiltät gewesen Das Qliut des Gpyorns. ,-,u dem besonderer Takt, Menschenkenntnis und Gercchtlg tigksttssirm erforderlich sind, liegt seit Dlades Tod ht seinen Händen. Man tann nicht sagen, daß Krüger Diplomat sei, da dem Wort etwas von anrüchiger Geschmeidigkeit bcigcmischl fft. Aber er Ungeheuerliche Ausschreitungen in Darmstadt. Dirrgeldey rrnd Cfaiin schwer mißhandelt. Da r m sl a d t, 27. Juni. (WTBck, Bei der heutigen Protest kundgebung anläßlich der Ermordung Rathenaus kam cS in der Stadt zu b v t> d u e r I i c n Ausschreitungen. Es wurden vielfach Schilder hcruntergcrissen und demoliert und Geschäftsinhaber genötigt und mißhandelt. In dem Hause einer politisch mißliebigen Persönlichkeit wurden, nachdem die Polizei entwaffnet und die Gewehte demoliert waren, sämtliche Fensterscheiben eingcschlagen. Die Ausschreitungen haben gegen Abend an Umfang zu- genommen. Die Menge drang in die Wohnung der Abgeordneten der Deutschen Dolkspartei D i n g e l d e h und Dr. Osann ein und demolierte die Wotzimngseinrichrungen. Der Abgeordnete DingeldeY wurde hierbei so schwer verletzt, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Auch der Abgeordnete Dr. Osann wurde schwer mißhandelt. Darauf drang die Menge in die Redaktion der Hessisch-en Landeszeitung ein, zerschlug die Türen und Fensterscheiben, demolierte das Mobiliar und wars die Zeitungen und Manuskripte auf die Straße. Dasselbe geschah in der Redaktion des Täglichen Anzeigers. Auch vier wurden sämtliche Fensterschei.cn eingeschlagen, das Mobiliar zerstört und die Zeitungen auf die Straße geworfen. Gegen 7 Uhr schritt die Polizei ein und feuerte nach einigen blinden Schüssen scharf auf die Menge, worauf diese auseinanderstob. Mehrere Personen wurden verwundet eine soll dem Vernehmen nach getötet fein. 2mgenblicklich ist Ruhe eingetreten. In den Abendstunden war die Ruhe wieder hergestellt. Ganze Straßenviertel sind durch die Schupo abgesperrt, die von auswärts Verstärkungen erhalten hat. Bis jetzt wurden drei Tote und etwa 25 Verwundete fest- Eine Erklärung der volksparteilichen Führer wider die hessiche Regierung. Darmstadt, 28. Juni. Der Abgeordnete D i n g e l d e y, der einigermaßen wiederhergestellt ist, sowie die Abgeordneten Dr. Osann, Dr. Schian und Scholz, erschienen heute vormittag im Finanzausschuß des Landtages und gaben nach Schilderung der gestrigen Vorfälle unter Vorwürfen gegenüber der Polizei und dem Ministerium die Erklärung ab, d a ß siemitderjetzigenRegierung nicht Weiterarbeiten könnten, ehe den beiden schwer Angegriffenen volle Genugtuung gegeben würde. Sie verließen darauf die Sitzung. Frankfurt a. M, 27. Juni. tWTD.) Aus Anlaß der Beisetzung von Rcichsmini - st c r Dr. Rathenau veranstalteten heute nachmittag Arbeiter und Angestellte, von den drei sozialistischen Parteien (lufgerufen, aus dem Opem- platz eine Kundgebung, an der sich schätzungsweise 30 000 Personen beteiligten. Wohl von einem Dutzend Stellen aus wurden Reden an die Menge gehalten, die sich gegen den politischen Mord wandten und für den Schutz der Republik eintraten. Ein Demonstrativnszug durch die Stadt schloß sich an. Größere Zwischenfälle haben sich, soweit wir bis jetzt erfahren haben, nicht ereignet. Die Suche der Mörder. H e l s i n g f o r s, 27. Juni. (Wolfs.) Bei den unter dem Verdacht der Beteiligung an der Ermordung Rathenaus festgenömmenen Personen handelt es sich um e n g l i s ch e Seeleute, die keine Pässe bei sich hatten. Sie sind wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Berlin, 27. Juni. (Priv.-Telegr.) Zu dem Mord Rathenaus wird in den Abendblättern mttgeteilt, daß in der Rächt noch mehrere Verhaftungen vorgenommen wurden. Ll. a. wurde ein junger Mann in der Wohnung feiner Eltern im Westen Berlins verhaftet und nach dem Polizeipräsidium gebracht. Wie die anderen, so bestreitet auch et jede Beteiligung an dem Verbrechen. Sein Alibi und seine anderen Angaben werden, wie auch in anderen Fällen, noch nachgeprüft. Der in Flensburg verhaftete Tillessen ist in Berlin noch nicht eingettoffen. gestellt. Auf Enind der vom Reichspräsidenten erlassenen Ausnahmebestimmungen wurden heute eine Rümmer der „Deutschen Fackel" wegen des Artikels „Schwarz-Rot-Sens", der die neue Reichsfahne verächtlich macht, und die Rümmer des „Deutschen Wochenblattes" vom 8. Juni wegen eines aufreizenden Artikels über Rathenau beschlagnahmt. Homburg, 27. Z.uri ST» kvov-A WsA? veSen t gebet««- i<° grunb^l nuifl nfl und w gegend, Lebens« Preises 's- tit}. Woria-i M Ert Durec ster Ao Hevtg J liath" gebenen cm Do dem 21t den du ster D die drei gen Do dern, ® ser bedl von Ihn berufen« Weihen- tu Dii Go mi sei 3-4. ßabr, ®obiei s* Wirkliches M«li,nlchl nur einfach tierosietes Gefrelde, daher wohl schrot und stets bekömmlich fabelhaft hohe Preise nur Donnerstag, den 29 Juni undFreitag,den30Juni1922 für 61» künstl.Gebisse bis 3000.-M. einzelne Zähne bis 100.- M., wenn auch zerbrochen, im Hotel Schütz, Gießen. Ankauf von morgen« 9 Uhr bl* abend«5 l'hr, an Auswärtige Fahrt- vprgtitung nicht ausgeschlossen. Lübbens. WEISS putveel pulver X)t Oetkers Fab*rika te 1« Emst Klein, Arbeit wieder au Preiser ba! txmi Schwerttanz fiel. Der echte der Behördliche Anzeigen 6173V 6168B melden. 6152 D erhöhte «reife: Verstärktes CrAeftet! 500 „ Kraft 61418 Stolte. 59290 übernehmen 5990D Otto Abt Butzbach ö. 24. Juni 1922. Ter Rachlaßverwafter: 2inubach, CbcrjuiliA'efretär. Flexilis-Werke A.-G. Dampfsäge- und Hobelwerk Halsdorf Wohra(Oberh.J Gießen, den 28. Juni 1922. Kreisamt Gießen. Matthias. Holtheim, den 28- Jun# 1922. Die Beerdigung findet Freitag, den 30. Juni, nachm. 21/, Uhr statt. Q6A86 Mock ;u Haufen ist Prokura erteilt. Siesten, den 26. Iuni 1922. Hessisches Amtsgericht. •ben ihr Bestes. und der Beifall wollte des- auch gar nicht enden, als der Vorhang über. Gießen, den 26. Juni 1922. Direktion der Elektrizitätswerke und Straßenbahn der Stadt «Ziehen. Die Iubiläumsfestspiele in Alsfeld. blikanstchen Reichsbundes, gewonnen. t)ie Deutsche VolkSvartei hält ist die lehr bescheiden nennen. sigen Zigarrenfabriken hat heute vormittag die Mehrzahl der Arbeiterinnen d i e ' e n o tti m c n. Der 3 —4-5-6 —7,o- 12,5-20-25 u. 30 P.S. (Fabr. Sachsenwerk, Elberf. M- W-, Etzlingen, Gobiet usw.), neu, mit voller Fabrikgarantie, größtenteils ab Lager hier preiswert abzug. Auch für Wiederverkäufer günst. Gelegenheit. Bekanntmachung. Bach Beschluh der Betriebsdeputation richten sich die Strompreise nach den jeweiligen Kohlen- preisen frei Elektrizitätswerk Diehen. Die Strompreise werden monatlich berechnet und veröffentlicht und kommen für den verflossenen Monat zur @r- hebung. Ab 1. Iuni 1922 gelten folgende Strompreise: für Beleuchtung 800 Pfg. für die Kwst. Neue Sendung in *Hlet= motivrn s Kleider ».Gardinen eingetroff. Soezial« Lviyengelchäfl Schmitt. TeuselSlustgärtchenLV."'"' Elektrische Vicht und Kraft-Anlagen Nidda (Oberhessen). Telephon 218. Lohnschnitt aller Art Bekanntmachung Am 2. III. 18 verstarb in der Provinzial-Siechenanstalt Oberhessen zu Giehen Ludwig Soangen- berger, geboren am29. IX. 1WKi in Nidda. Kreis Büdingen. Derselbe war ledig und zuletzt längere Iabre Tchälereigebilfe in Griedel bei Butzbach. Sein Nachlah besteht in einer Einlage bei der Be- zirkssvarkaiie zu Nidda über 1200 Mark. Ich iordere alle diejenigen, die tsrbansvruche an den 'Nachlast zu haben giai ben aus. dieselben bei mir bi» spätesten» 10. Iuli dl». 'christlich an»u- Landaufenthalt! Wo kann Mutter mit Tochter 6—8 Wochen streng diskrete liebevolle Aufnahme finden und Tochter ihrer Entbindung entgegensehen? Eilofferten mit Preis unf. 6160c an den Gieß. Anz. Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat ee gefallen, nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden meinen teuren Vater, unseren lieben Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Herrn Konrad Grieb IX. fm 78. Lebensjahre es eich zu rufen. In tiefer Traueri Familie Gg. Philipp Jäger Familie Heinrich Wetz I. MWA, Billen Wels, WWer sucht Gagels Immobilien-Zentrale, Coblenz, Löhrstrahe 97. e/w Wie, MnenlWuMkW lehtfltiirlitht Schellfische ohne «. Kabeljau ohne K Seelachs ohne K. Goldbarsch ohne K. 1922 er Irordsre- .tzeringe eiöRc empfiehlt Georg Vallenselr gegenüb.d.iLngelapotheke. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. B wurde am 19. Iuni 1922 bezüglich der Firma Tonwerke Abend- stern. Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Giehen. eingetragen Alfred Pull em ist als Geschäftsführer abberufen, Oskar Kuppri on in Mannheim ist zum Geschäftsführer bestellt. Dem Kaufmann August Wehn in Giehen ist Prokura für die Gesellschaft derart erteilt, dah derselbe die Firma in Gemeinschaft mit einem Geschäftsführer zeichnen kann. Die Gesellschaft wird rechtsgültig durch zwei Geschäftsführer oder durch einen Geschäftsführer in Gemeinschaft mit einem Prokuristen vertreten. Giehen, den 26. Juni 1922. 61698 Hessisches Amtsgericht. Arbeitsvergebnrtg. Die zur Errichtung von Kleinwohnungsbauten an der Gnauthslrahe erforderlichen Schreiner» arbeiten (9 Lose) sollen Freitag, den 7. Juli d. I., oormtttag» 10 Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Unterlagen liegen bei uns zur Einficht offen. Angebote find rechtzeitig abzugeben. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 27. Juni 1922 (6147B Stadtbauamt Giehen: Braubach. Bekanntmachung. Das Ministerium des Innern in Darmstadt hat angesichts der hochgespannten politischen Lage sich veranlaßt gesehen, auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten, betreffend das Verbot bestimmter Versammlungen vom 24. Juni 1922, bis auf weiteres Regimentsfeiern und andere Versammlungen von Angehörigen ehemaliger Truppenteile zu verbieten. Außerdem ist die Abhaltung etwa für den 28. ds. Mts. geplanter Veranstaltungen zur Erörterung des Frie- densvertrags oder damit zusammenhängender Fragen untersagt. Wir verweisen hierbei auf die Strafbestimmungen der Verordnung vom 24. Juni 1922 zum Schutze der Republik, veröffentlicht im Amtsverkündigungsblatt vom 27. Juni ds. 3s. morgen abend im .Hindenburg" ihre othentlldK Mitgliederversammlung ab (fiehr Ans ) D i e Leitung der A sl o r i a - Lichtspiele teilt uns mit. dah die beiden Slime ,M i t Büchse und Späte n" und D11 Flammensahr t des .Parisi r preft" nur noch heute aus dem Spieivlan bleiben tonnen. Die am Montag au-gegebenen (Srfahfnrton haben nur noch heute Güftigteit. Ab morgen gelangt „Xarfan“ zur Aufführung, lAsche Anzeige- Mrei» rSctzlar. kr. Krofdorf. 26. Iuni. 3n den hie- Alsfeld. 27. Juni. Der Mittelpunkt Siebenhundert-Icchrfeier der Stadt AlSseld war der historische Festzug, der sich am Sonntag unter ungeheurem Andrang von Festgästen aus Aah und Fern durch die altertümlichen Straben des Stadt- I chens bewegte. Daneben aber war noch kurz vor irrtb kn t.’WNttidfer- doch d) auf gebracht werden kann. Mögen ah treuen Freunde in Stadt und Vanb eifrig tnerben bah tu Ml ter Beiträge tote früher 2*n ntrimgen Sah Ausgleiche und die Bereinigung tote früher über die Mittel verfüge, die fie Iwaucht im ihre große Äult urauf gäbe zu erfüllen. ' Der Botl^oa von Dr Magner wird il a. »eigen wie -nqeheuer notwendig die Ar- ibett ber volk-kundfich-n Berernig.mge.i ist. Denn «rabr tn unserer 3?it gilt es. alle« an Sitten ,„2> Bräuchen noch Erhaltene au sammeln, um tixmnenbcn Geschlechtern die Kunde von dem Mesen ihrer Vorfahren zu überliefern. — Dom Konditorgehilfen verein werden wir um die Ausnahme folgender ,Zeiien gebeten. infolge erneuter T a r i f a b s ch l ü f f e im Konditorenhandwerk wird unter Zugrundelegung von Preisrichtlinien eine Steigerung aller Genutzmittel und Getränke ein tret en. unb wir bitten die Bürger Gießen- und Umgegend. diesem Rechnung zu tragen Auch Die Konditoren haben Anspruch aus Erhaltung ihrer LebenOeristenz und ihres Berufes.Gegenüber den Qftbungen der anderen Lebensbedürfnisse Erhöhung der Preise unserer Erzeugnisse für Herren- und Oamen-BekleidunQ WgeTTQ Qualitätsware eMSD Reichhaltige Auswahl OlUIlB Bauer, Tuchhandlung, Moltkestr. 22 Vornotizcn. Dageskalcnder für Mittwoch. Aftoria-Lichtspiele „Die Flammensahrt des Pa ziftx Srprest und „Mit Diichfe und Spaten". AUv dem Stadttheater- Bureau. Jtifolgc der Trauerfeier für Minister Votlienau wurde die Aufführung von Georg Kaisers Lustspiel, „DavidundGo- l i a t y", auf Donnerstag, 29. Iuni. abends ? Ahr, verschoben. Die für Dienstag ausge- gebenen Karten behalten für die Vorstellung «rin Donnerstag Gültigkeit. Näheres ist aus dem Anzeigenteil ersichtlich. Line Trau^rkundgebung für den durch Mörberhand gefallenen Mini- st er Walther Bathenau veranstalten die drei KoalUionspartelen im (5-afe Leib morgen Donnerstag abend 8 Uhr. Das zu schildern, was Aatbenan war, und das, was unser bedrängtes Vaterland zu seinem Aufstieg von ihm noch teilte erwarten können, ist ein berufener Bedner in der Person deS früher in Weiyenburg i. G. tätig gewesenen Pfarrers Summe wenigsten« nicht zu bezahlen, da Christian acht Dage spater von Lilly bei Höchst a. M. vernichtend geschlagen wurde und fein Heer srch auflöste. Liefe Greignisse hat der Berfaffer m bramu* tifche Form gebracht. Die ersten drei Bilder be handeln die Borgänge vom Dezember 1621, ole knien biet die von, Blai und 3uni 1622. ein muiikaiischro Vorspiel leitet das Ganze ein. ein Kricgsmarfch leitet vom ersten zum *iwiten 2-cil über und das letzte Bild schliefst mit einem Schwerttanz mit Mufikl'egleitung Die gesamte musikalische Umrahmung ist ebensalls ein IT-cil deS Verfassers. Diese Schwerktönze mären im 16. und 17. Wibibunbrrt eine aufterordentlich beliebte BolbSbelustkung und nxirben auch in Alsfeld häufig aufgeführt Run hat der Ber fuifer nach alten Vorlagen diesen Schwertreigen wieder neu erstehen lassen und bat bamlt eine sehr glückliche Wirkung erzielt Gs ist eine .^eude zu sehen, wie die 12 gefchmechimn Gestalten in geschmackvoller Tracht mit den blitzenden Klingen in kunstvollen Windungen ifhen feuerrot geklei deten .Schwertkönig" umtanzcr Schiiestlich springt der Sck wertkdnig auf die dich' zufantmengeftoch- icncn Klingen und wird von seinen Genoffen bedb in die Höhe gehoben 'Das gibt einen sehr wir kungsvollcn Abschluf) Uederlmupt trugen schöne Kostüme und ein prächtiger eigens für das Festspiel gemalter Hintergrund, den Marktplatz in Alsfeld im 17. Jahrhundert darstellend, sehr viel zu Marie Lang Franz Münster Johanna Bourgeois Ludwig Zimmer Wir eröffnen am DienStag, d. 4. Juli 28, abendö 8 Ubr, in unserem VeretnSlokal „Znm 8elUpkapAv" Bahnhofstraße, einen Anfänger- Unterricht für Damen und Herren. DaS Unterrichtsgeld beträgt Mk. 80.— auSschlteß ltch Lehrmittel. Anmeldungen zu Beginn des Unterrichts, oder an den 1 Vorsitzenden, Herrn Stadt»Obersekre» tärs Karl Reitz, Nord DonuerStag, 29. Juni, abends 7 Uhr, im Phllosophenwald. taleilieieratail von Hunyady--Detmold zum Vesten 0er 6U7v GtehenerltieatekgemeinOe. §6. & ~taQ^gerid); richtet. LadeiikitlrichtMis fiir Lebensunttelgeschäst, weiß lackiert, komplett zu f Vermietungen | 6ul möbL Zimmer, elektr. Licht, m. ob. ohne Pens, zu prm.SeltersweB62II. f*vn Wärterin HUM 1. Juli gesucht. Wv.-WWNstM 6130V Licher Straße 74. Einige Dampfdreschmaschinen mil Lokomobilen od. Selbstfahrer sowie Strohpressen dazu sofort lieferbar Gebrüder Lutz A.-G., Darmstadt 13 ßriinherger Pferde - Versichernngs - Verein zu Grimberg. §5. 2 au fünf Ja 500 C00 M nicht ander anordnen, b 1. Der die vepuW flliebcr bu kanischm deS verh< solch« Gerat 2. wer z der leyigen Aegierun auffordert. mit anderen 3. wer t früheren rex oder eines 1 beschimpf 4. wer v vtaatsfo dessarbei 5. wer §128 und i ^tchnelen T den Zweck : untergrab ÜI. 6ta ^.dgndel sy* f» ,4 $ >-^ch tre Berkausc einen Wurf 8 Wochen alte, schwarze Schäferhunde ä Stück 80 Mark. 0M9e Heinrich Schneider Schafhirte in Steinbach. Glucke mit Nucken Eine der größten Versicherungsgesellschaften mit allen Zweigen sucht für Oberbcsscn eine arbeitsfreudige, gebildete Persönlichkeit mit guten Beziehungen als WOTttinewi Gewahrt werd gutes Gehalt, zeitgemäße Reisespesen, Hobe Abschluß- und Inkassoprovisionen. Es bandelt sich um eine sehr entwicklungsfähige Dauerstellung mit A lters- bzw. Hinterbliebenen- ^ürsorge. Ausführl.Offert, erb.u. F. K. D.864 an Rudolf Mosse, Frankfurt a. M. 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Meuternde Matrosen setzen ihren Ka pitän an Land, eine unbewohnte Insel. Er versuchte mit seiner Frau, die in gesegneten Umständen ist, sein Dasein entsprechend einzurichten, als ein Stamm Affen den Kapitän überfiel und tötete. Kurze Zeit darauf gebar die Frau ein Kind. Die primitiven Lebensverhältnisse rafften die Frau ebenfalls durch den Tod fort, ihr Kind, als einzigen Menschen auf der Insel zurücklassend. Instinktiv nahm sich des Kinde« eine Aeffln an und zog das Kind groß. Dieser Mensch ist Tarzan! Stadttheater Leitung: H Stelngoetter. Donnerst., d. 29. Juni: Gastspiel des staatl. Kur- theaters Bad-Nauheim. Neuheit! Neuheit! MD unD AIW. Lustspiel in vier Akten von Georg Kaiser. Ans. 7, Ende geg. 9*/3 Uhr. Vorverkauf: Mittwoch 10—1 Uhr, Donnerstag 10—1 und 31/,—5 Uhr. tinC Jüngeres, evtl, schulentl. ntdehen als Lanfmädchen vorm. 2 Stdn. gesucht. 06472 König, Liebigstrahe 17 II. Ordentliches, sauberes ÜlloDdien gesucht. 6167 Frau C. Berg. Mäusburg 4. 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Redner: Pfarrer Ernst Klein, Zranlsnrt a.M. Ausschutzmitglied des Republikanischen Reichsbundes. Alle Männer und Frauen, die zur deutschen Republik stehen, sind eingeladen, ihrer Gesinnung durch Besuch der Versammlung Ausdruck zu geben. 6i65v Deutsche Demokratische Partei jHsigGsuebs I UW. Mim in gutem Hause zu sofort gesucht. Schriftl. Anaeb. unter 6048 an den Gieß. Anz. 3nnoer foutm. Beamter 26 Jahre alt, in sicherer, leitender Stellung, sucht schön möbliertes Zimmer per sofort oder L Juli. Schrtstl. Angebote unter 6144 an den Meß. Anz. Loliills MSlheil das gut bürgerlich kochen kann, sucht zu 3 Personen gegen hohen Lohn «Haus- mädchen vorhanden! Frau Lina Siesel, 6145 Marktstrahe 8. Httdchen sofort oder später gesucht. 06477 Schiffcnberg. Weg 1611 . DieFlammenfahrt 4 des Pazific-Expreß 1 Erlebnisse eines amerikanischen Abenteurers in 6 Akten. Glanbrechtftrake 7. Gutgehende alte silberne herrnuhr-^L. Babnbofstrasie 51 III1. Zommersamen hat abzugeben. 06497 Willi. Hahn II., Annsrofl. 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Goetkestraße. — Etagengeschäft — —- S PlIltTr Ein Ereignis für Gießen wird die Film-Premiere Hannele’s Himmelfahrt von Gerhart Hauptmann nm 29. Juni sein. Lichtspielhaus ________Bahnhofstraße. (el50c 6110 Ur. H9 Zweiter Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen)Mittwoch, 28. Juni 1922 nach § 9 verbotene pe- Reichs- Mtgriechische Mufik in Mainz einen von der (Siebener mufeum berat los?' hell in der Josuas etnrane begann jj fd)Lxxnfen, doch Verlang nicht, dab ich dir erzähle, was in ein er» Reiches Reichs- Reichs» eine Flasche griechischen Rotspon aus Da tarn ein Mariner herein, schlug mit der Faast a af den Tisch und schriee .Harra, Wirtschaft. eine Daddel Sekt! DaS soll der erste Franzos sein, dem tmr taront werden tarn. V. Schlußbestimmungen. § 11. Mitglieder der Regierung des im Sinne dieser Verordnung sind der Präsident, der Reichskanzler und die QBer eine hiernach verbotene Versammlung veranstaltet oder in rin er solchen als Redner auftritt, wird mit Gefängnis von drei 'JUoiratcn bis zu fünf Jahren bestraft, neben dem aal eine (Selbstrasc bis zu 502000 Mari ertannt werden kann. Die Artikel 118 und 123 der Rrichsverfos- funfl werden, soweit Ife den Bestimmungen dtelcr Verordnung entgegen stehen, vorübergehend auster Hrvxft grs.ht. ____ tz 2. Die Verordnung tritt nut der Verkündung in Äroft. düng in Äroft. Dazu kommt eine weitere Verordn ing Verbot bestimmter Dersommlungen. Mit Rücksicht darauf, das) bet der allgemeinen tiefen Ertegung der Devölkerang tte nanstehend genannten Veranstaltungen za schweren ^w.fchen- fällen führen kömten, verordnet der Reichspräsident auf Grand des Artikels 48 der Dersassang des Deutschen Reichs zar Wiederherstellung ber öffentlichen Sicherheit für das Reichögebiet, was folgt: h 1 Die Landeszentralbedorden werden ermächtigt die für 28. Juni 1 922 geplanter Veranstaltungen zur Erörterung der Annahme des Friedensvertrages oder damit zusammen häirgenden Fragen auch naher den Fällen des Artikels 123 der Rri äsverf . s ung za verbieten Das Gleiche gilt bis auf weiteres von den Regimentsfeiern und anderen Versammlungen von Angehörigen ehemaliger Truppente t le den Hals brechen.' „OZarai, Landsmann, was ist § 10. Mer eine nach 9 verbotene periodische Deucllchrifl h^r.asgibt, v rlecst, dr ickt oder verbreitet, wird mit Gefängnis von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft, neben dem auch auf Geldstrafe dis zu 500 000 Mari er- minifler. § 12. Die Artikel 118, 123, 124 der Verfassung werden, soweit sie den Vestmrmrügen dieser Verordnung entgegenstehen, vorübergehend au Der Kraft gesetzt § 13 Die Verordnung tritt mit der Verkün- Mein Vetter Iolus. Roman von RichardSkowronnek. (Nachdruck veichoten.) (Schlub.) »Na ich stand nun drüben. Gtnen A rgen- blick'wandelte mich das Verlangen an, mit dem nächsten Schiff wieder heimzukehren. ober was hatte ich in der Heimat noch zu fachen? »Also vorwärts, hinein in die Welt! Geld hatte ich tu allen Laschen, was fehlte mir also, um mich recht angenehm za verl rstieren? Vielleicht eine passende Reisebegleiterin, da mich die erste so schnöde hatte laufen lassen? Na, dafür ttxiL ja Ersah zu schaffen. Vorläufig spurte ich aber danach noch kein Verlängert, sondern gedachte es erst mal auf eigene Faust mit dem Wandern zu vermachen. Ich treidelte also so langsam durch Me Vereinigten Staaten, machte von San Franzisko einen Abstecher nach Meriko hinunter, and da ich dorten Anfchlutz fand, fahr ich über den Pacific, des tchte den Mikado war auch 'm China, ganz wie Der Bruder Straubinger. Ich gab das Geld mit vollen Händen aus genost, was zu genieNen war, nichts war mir zu teuer — für wen hätte ich denn sparen sollen? Wenn der Mammon zu Ende ttxtr. Dann ergab sich ja der Schluß ganz von fefb t. Erst die Papiere verbrannt, damit meine ribentitat mit einem gewissen Josua Daumlehner nicht fest" zustellen war, und dann knacks, fertig, xfe eher, desto besser ... . . ... . »Aber vorläufig war es ia noch nicht so weit. Zwanzigtausend Taler in guten preußischen Kassenscheinen, die halten schon eine ganz« Weile vor ... »Eines Tages fast ich in Konstantinopel, wohin ich allmählich verschlagen war, in einer Hafenschente und knobelte mit ein paar Kapitänen Verordnung zum Schutze der , Republik vom 24. Juni 1922. Das neue Amtsveriündigungsblait vom ] 37. 3unt enthalt nunmehr auch Die Vestimmun- . gen zum Schuhe der RepadlU, die wir in An- ' betracht ihrer Wichtigkeit nachfolgend tm einzelnen wiedergeben: Auf Grund des Artikels 48 der Verfassung des Deutschen Reiches wird zur Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung für daS Reichsgebiet folgendes verordnet: I. Verbotene Vereinigungen. tz 1. Versarn mlungen, Auszüge und Kundgebungen können verboten werden, wenn die Besorgnis begründet ist, daN in ihnen Erörterungen stattfinden, die zur gesetzwidrigen Defeitigung dcrrepubltkanische nS t a a t s- f o r m oder zu Gewalttaten gegen Mitglieder ber fehlten oder einer trüberen re- pnblitunif ’.ei R gi r-arg d s Rache» > de : en bestimmten Stellen. Der Reichsminister des Inner?, kann tie Landeszenllalb Hörden um d e 'Ver-ordnimg einer solchen Maßnahme ersuchen. Glaub'. M? Landeszentralbehördr einem solchen Srsuäien nicht entsprechen zu tbraien, so teilt sie dieS spätestens am zwrilen Tage nach Empfang dieses Ersuchens dem ReichSnnnister les Innern mit und ruft gleichzeitig Die Entscheid mg des in Abschnitt II vorgesehenen »Staats- ?erichts Hofes zum Schuhe der Rep i - f t T* en. (?-:tfd>eibet dieser für die Anordnung, so hat Me trnnd-szentralbehörde die erforderlichen Machnahme fcf.rt zu treffen. § 3. Gegen eine Anordnung nach § 1 ist binnen zwei Wochen vom Tage der Zustellung oder Veröffentlichung ab die Beschwerde zulässig ; sie hat keine aufschiebende Wirkung. Die Beschwerde ist bei der Landeszentralbehörde ein» zureichen Diese kann ihr, aufjer im Falle des § 2 Absah 2 abhelfen, andernfalls hat sie die Beschwerde unverzüglich dem ..Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik" zur Entscheidung vor- zulegeu. § 4. Wer nach § 1 verbotene Versammlungen, Aufzüge ckder Kundgebungen v e r a n st a l t e t. ober in solchen als Redner a u f t r i 11, wird mit Gefängnis von drei Monaten bis zu fünf Zähren bestraft, neben dein auf Geldstrafe bis zu 500 000 Mari ertannt werden kann. II. Straf bestimmougeu zum Schuhe der Republik. § 5. Mit Gefängnis von drei Monaten bis zu fünf Zähren, neben dem auf Geldstrafe bis zu 500 C00 Mark erkannt werden kann, wird, soweit nicht andere Vorschriften eine schwerere Strafe anordnen, bestraft: 1. Wer öffentlich Gewalt taten gegen tt. Treis a. Lda., 27. Juni. Gestern und heute fand hier ein Ra d f a h r e r b u n d e s s e st statt, das der Radfahrerbund »Wanderlust" veranstaltet hatte. Es beteiligten sich dabei zahlreiche Vereine ber näheren und weiteren Umgebung. Den Vormittag füllte der Empfang der Gäste «ms, am Nachmittag war zuerst Preiskorsofahren, dann bewegte sich der Festzug, fct?er unter strömendem Regen, durch die Ortsstrahen nach dem Festplatz, wo Präsident Decker die DegrühunAs- und Festrede hiell. Nachher wechselten Vorführungen einzelner Radfahrer vereine mit Gesangsvorträgen der beiden hiesigen Gesangvereine mit einander ab, bis der Tantz zu seinem Recht kam. Kreis Alsfelv. ' Alsfeld, 27. Juni. Zu unserem Bericht über die 7 0 0 ° I a h r f e i e r der StadtAlS- f c l d werden wir gebeten, noch zu ergänzen, dast sich neben Kunstmaler L. Martin-Alsfeld auch Architekt Rohrbach-Alsfeld In hervorragender Weise um das Gelingen des historischen Frstzuqes verdient gemacht hat. Insbesondere stammen die künstlerischen Entwürfe für die einzelnen Prunkwagen aus feiner Feder. Kreis Schotten. — Ulrichstein, 28. Juni. Zum Hohe- rodskopf am 2. Juli fährt ein Postauto von von Ulrichstein nach dem HohervdSkopf: Ab (Sieben 8.16, Mücke Abfahrt mit dem Kraftwagen 9.18, in Ulrichstein 10.40, ab Ulrichstein 11.00, an HohervdSkopf 11.45. — Rückfahrt beginnt, dann vergehen einem diese Phrasen und man schickt ein Stostgebetlein gen Himmel, auf dah er einen in Gnaden bewahre ilnb ich rvollte leben bleiben! 3m aHerlehtert Winkel meines Herzens regte sich die vielleicht wahnwitzige Hoffnung, zwischen mir und Helene könnte doch noch alles gut werden. Vielleicht, wen5 ich meine Mutter zu ihr schickte und sie für mich sprechen lieh . . Also ich kam immer heir und gesund zurück, ich fr fegte meinen Blattschuh erst, als schon der Friede geschlossen war . . »3n Mainz war es. wo wir auf dem Rückmärsche einen Ruhetag hatten. 3ch schlendere mit ein paar Kameraden über die Ludwigst caste, da höre ich meinen Namen rufen. Ich wende mich um. ein Stabsarzt kommt auf mich zu. und ich nehme die Hacken zusammen, ohne ihn wieder» zuerkcnnen. Mll etnemmot sehe ich aber es ist ber Arzt aus der Sferfflinqerftrafie. Da ist mir's. als wenn mir einet das Herz festhält, und ich weist genau: der bringt mir die Nachricht vom Hochschulgefellschaft Dcranftalieten Vortrag. Der Redner führte etwa folgendes aus: Quellen für unsere Kenntnis der antiken Musik, die auch uns Heutigen noch wichtig fein must, da sic die Grundlagen und Vorstufen der heutigen europäischen Musik enthält, sind die freilich nicht sehr umfangreichen Reste antiker Kompofllionen. die erhaltenen musiktheoretischen Schriften ber Allen und die Darstellung ber Musikinstrumente in der Kunst. Vorzüglich die letzteren behandelte ber Redner unter Verwendung von ausgezeichneten Lichtbildern, die seine Ausführungen ttefslich veranschaulichten. Von den Saiteninstrumenten wurde die Harfe, entwickelt aus der Gestalt des Schiestbogens und von der altassyrischen Harfe nur durch die Anbringung des Schallkastens Darbte republikanische Staatsform ober gegen 'Mitglieder der jetzigen ober einer früheren republikanischen Regierung des Reiches oder eines Landes verherrlicht oder billigt ober wer solch« (taten belohnt ober begünstigt! 2. wer zu Gewalttaten gegen Mitglieder her jetzigen oder einer früheren republikanischen Regierung des Reiches oder eines Landes auffordert, aufwiegell oder solche Gewalttaten mit anderen verabredet: 3. wer die Mitglieder der jetzigen oder einer srühe'en republikanischen Regierung des Reiches oder eines Landes verleumdet ober öffentlich beschimpft: 4. wer öffentlich die republikanische 6 t aa t ä f o r m oder die Reichs- oder Landesfarben beschimpft: 5. wer an einer Verbindung ber tm § 128 und im § 129 des Strafgesetzbuches bezeichneten Art teilrrtmmt, wenn die Verbindung den Zweck hat, die republikanische Staatsform zu untergraben. NI. StaatSgerichtShof zmn Schutze der Republik. ab HohervdSkopf 5.00, an Ulrichstein 5A3n Ulrichstein Anfchluh an dos täglich nach Mu« fabrenbe Auto 6.00, an Diesten 7.53. — 3x1 starker Beteiligung fahren 2 Kraftwagen nach txm Hoherodslopf und wenn nötig auch zurück bis Mücke. AreiS Friedberg. Dad-N anheim. 27. Quni. Aus Anlab der Beisetzung des Austenmiinfters Dr. Rath e n a u wurde heute der Unterricht in bei Schulen geschlossen Außerdem waren sämtliche Lustbarkeiten, wie Konzerte. Theater ufto biS zum Abend unterlagt. Von 12 Uhr ab ruhte tn den meisten Betrieben die Arbeit. Die Gewerkschaften veranstalteten am Nachmittag einen Um- zug, der ruhig verlles. zT Bad-Nauheim. 26. Juni. DaS diesjährige Iugendsest sand am Äamstagnach» mittag statt. Es nahm bei schönem Wetter einen wohlgelungenen Verlaus Etwa 1200 Schulkind« bewegten sich in einem farbenfrohen Festzug nach dem Hochwalde, wo unter den alten Eichen Rektor Kredel die Festansprache hielt und tfc'.ncto- famc vaterländische Lieder gelungen wurden. Die Stadt hatte für jede» Kind in Gestalt einer Brezel eine Gabe. Bei frohem Spiel blieben Kinder und Erwachsene bis in die Abendstunden im Walde zusammen — Die Deutschnationale Volkspartei veranstaltete am Samstagabend auf dem Johannisberg eine Sonnenwendfeier. ble stark besucht war Landtagsabgeordneter Pros. Dr. Werner hiell dte Festansprache. Ein Feuer wurde um Mitternacht auf der Höhe des Berges abgebrannt 4 Butzbach, 27. Hunt Die hiesige Volkshochschule häll ihre Lehrtätigkeit auch während des Sommers aufrecht Verschiedene Arbeitsgemeinschaften vertiefen in Au sprachen und Lehr- ausslügen die tn den Lehrgängen tm Winter gewonnenen Erkenntnisse. Besonders die biologische Arbeitsgruppe, der Damen und Herren aller Berufsstände angehören, entfaltet unter Leitung von Prof. Dr. Weide eine rege Tätigkeit Die letzte Exkursion führte dieser Tage nach Bad-Nauheim und Wisselsheim. wo Lehrer Ostwald (Bad-Nauheim) die für Die dortigen Salzstellen charakteristische S a l z f l o r a an Ort und Stelle zeigte und interessante Erläuterungen über die Biologie der sonst nur am Meeresstr and« wachsenden Pflanzen gab. Hessen-Nassau. Der Streik ber technifcheu Angestellte». spd. Frankfurt a. M.. 27. Juni. Dte Streiklage ist unverändert. GinigungS- versuche zwischen den Arbeitnehmern und den Arbeitgebern waren erfolglos. Inzwischen dürften auch noch andere Betriebe zu Aussperrungen schreiten, da ohne die Mitwirkung der technischen Angestellten und der Werkmeister die Fortführung eines geord- neten Betriebes nicht möglich ist. Em Todesurteil. Der Gerichtshof entscheidet in einer Besetzung von sieben Mitgliedern. Drei Mitglieder ernennt das Präsidium des Reichsgerichts aus den Mitgliedern des Reichsgerichts, vier Mitglieder ernennt der Reichspräsident. Die vom Reichspräsidenten ernannten Mitglieder brauchen nicht die Fähigkeit zum Richteramt z i toben. Für die ordentlichen Mitglieder sind ©telloertretet zu ernennen. Die notwendigen ergänzenden Anordnungen trifft bet' Reichsminister der Justiz AnNagebebötde ist die Reichsanwalt» schäft. $ 147 Absatz 2 und der § 153 des Ge- richtsverfasfungsgesetzes gellen entsprechend Aus das Dersayren finden die Vorschriften über das Verfahren vor den ©traffammern entsprechende Anwendung. Der Reichsminister der Justiz kann besondere Vorschriften eriaffen § 7. Der S t aa t S g e r i ch t s h o f ist zu» ständig: 1. für Gewalttaten gegen die republikanische Staatsform deS Reichs oder gegen Mitglieder der jetzigen ober einet früheren republikanischen Regierung des Reichs oder eines Landes! 2. für die nach £ 5 dieser Verordnung strafbaren Vergeben. Die Anii^agebehörde kann eine llnterfuchung an die örtlich zuständige Staatsanwaltschst abgeben; der Staatsgerichtshof kann eine bei ihm anhängig gewordene llntersuchung auf Antrag der Anklagebehörde zum ordentlichen Verfahren verweisen. Diese Vorschriften sind auch anzuwenden auf die vor dem Inkrafttreten dieser Der- orbmmg begangenen strafbaren Handlungen. Ist m der Sache bereit« ein Urteil ergangen, gegen das die Revision zulässig ist, so entscheiden über die Revision die ordetttlichen Gerichte. IV- Beschlagnahme und Verbot von Druckschriften. 6 8. Die Vorschriften des Gesetzes über die Presse vom 7. Mai 1874 über Beschlagnahme von Druckschriften (§ 23ff. des Gesetzes) finden auch auf die in § 5 dieser Verordnung bezeichneten Vergehen mit der Mastgabe Anwendung, dast gegen den Beschlust des Gerichtes, der die vorläufige Beschlagnahme auf bebt, die sofortige Beschwerde stattfindet und die Beschwerde aufschMbende Wirkung hat. § 9. Wird eine Beschlagnahme einer periodischen Druckschrift durch das zuständige Gericht angeordnet oder bestätigt, so kann die 'Druckschrist bis auf d i e Dauer von vier Wochen verboten werden. Auf die Zuständigleit und das Verfahren finden die Vorschriften ber §§ 2 und 3 Anwendung Aus Stabt und Land. Diesten, den 28. Juni 1922. •• Amtliche P e r s v nal n a ch r i ch t e n. Ernannt würbe am 24. März ber Schulamtsan Wärter P il pp B lla st aus Woif-H rm vom 'Beginn des neuen Schastcchres ab zum Leh.er an der VvlkSichule za Obrr-Saulheim, Kixis Oppenheim. — Ernannt wurde am 21. Iain der Prtoat- dozent Diplom-Ingenieur Prof.' Dr. Johann Baerwald zu Darmstadt -am austerpian- mästigen allster ordentlichen Professor für Phyllt an der Technischen Hochschule za Darmstadt. — Ernannt wurde can 22. Hani der Schalamtsanwär- lei Karl Vogel aus Asbach zam Lehrer an ber Volksschule za Schwaden rod, JfcxU Als.eio. — Entlassen wurde am 13. April die Lehrerur Mar- garetc Hest zu Wörrstadt, Kreis Oppeuhttin, mir Wirkung vom 16. Mar 1922 ab aas ihr Nachsuchen aas dem Schaldienst. — Darch 6nl- schliestung des Laiches onus für das Blldangs- wesen wurden die Stadtenrefcrendare Dr. IohS. Rasp zu Gfef'^il und Dr. Fritz Ustnger za Friedberg zu Stirdi.nasse soren ernannt • Freie Lehrer st eile. Erledigt ist die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schul- stelle zu Nieder-Moos Kreis Lauterbach Mit der Stelle war früher Organiflenblenft verbunden. Landkreis Gießen. x Wieseck, 26. Juni. Das 40jährige Stiftungsfest des Gesangvereins u g e n d g r u n b" begann mit einem Kommers am SamStag unter Chorgesängen der hiesigen Vereine. Am Haupt- taa trafen durch schöne Willkommpforten 14 auswärtige Vereine etn, die mit acht hiesigen, an der Spitze der Radfahrerverein unter den Klängen der Kapelle Manl in langem Festzug am Nachmittag zum Festplatz zogen. Nach ei rem Begru» stungschor hielt Schteinermeister Heinrich Kümmel III. die kernige Festrede mit einem Blick auf die Geschichte des jetzt über 200 Mitglieder zählenden Vereins, der wiederholl preisgekrönt 1912 hier den ersten Gesangswettstteit veranstaltete. Der acht Kriegsopfer, für die eine Gedenktafel auf der Gefangstribüne ausgestellt war, gedachte man in der üdllichen Weise! in das Hoch auf das deut» sche Lied, ein Heilmittel in sorgenvoller Gegenwart und deutscher Zukunft stimmte die Fest- gemeinde etn. Bei Chorgesängen und Tanz erllen trotz der Ungunst des Wetters die Stunden dahin. fpd. Limburg a. d. 27. Juni. Das Schwurgericht verurteilte die Frau Susanne Banz aus Grvhalten st übten bei Wetzlar wegen vorsätzlichen Gatten Mordes ohne Zubilligung mildernder Umstände zum Tode. Die Frau zeigte bei der Verkim- digung des Urteils keine Spur von Neue. Arn 23. Juni hiell Herr Professor Dr F. Dehn vorn Römifch-Gerrnantschen Zentral- das wissen Sie nicht? Krieg gibt es Krieg mit Frankreich .Mir wird es ganz licht und . Brust, ich tae einen tiefen Atemzag and sage. Mann sprechen Sie die Wah:h-?it?' Na, denken Sie etwa, ich wrll Ihnen etwas Dorf bin fein ?* erwiderte er. .In zwei Standen geht es nach Hause?. . .. _ .Nach Hause! Das Wort war mir bte Erlösung. Und jetzt sprach ich es frank and frei aus während ich fo lange es nicht einmal ji denken gewagt hatte . . . .Acht Tag? fpäter war ich bei den Kron- prinzlern in Königsberg eingelleidet. und nach fechs Wochen ging es über die Grenze Vorher war mein Bruder bei mir fleiDefen inb bitte mir die Grüste und Segenswurische de. Matter gebracht. Was sie um mich m dem Jahr gelitten, das verschwieg er mir. Ich sah es ad?r später selbst mit eigenen Augen, als ich nach dem -Vbn grüsten. So machte er es gewöhnlich, wenn ich von den Ferien zurück matzte: er konnte das Abschiednehmen nicht leiden . . Bier Wochen später erhfell ich d'e Nachricht von feinem Tode. Zur Arbeit gehende Instleute hatten ihn im Felde gefunden. Beim Ueberspringen eines Grabens hatte sich das ungesicherte L^wehr entloben Er lag mit friedlichem Gesicht auf Dem Racken, der Schuh war mitten durchs Herz gegangen--- — Ende. — der regelmäßige Sisenbahnvervchr roieber auf-1 fahren öle Wiener Duhrer-Per.-json gegen ihre genommen. 1 Landsleute Gebr. Reischel und Gebr. Blank- Berlin. 27. Juni. (WTB.) Aach der 20. 28. 6» Schweizer Franken Vermischtes. nele tausend s^rifie Zu haben bei jedem Schuhmacher. So gut wie ConZ nental-Refife*! >ßen elek- (2594c) 100 100 100 100 3L Are. Kr. Kr. 202. j0 1.65 0.027 10.10 U.30 23.30 26. - 42.10 0.53 527.50 L70 0,117 . . Fr. . . 5L . . Kr. . . Är. . . Kr. . . Ar. . . Sh. .. r . . Fr. 100 Fr. 1 £ 100 L. 100 Fr. 100 Kr. 100 $ 100 Kr. 100 Kr- 15,15 1,53 -.28 3,45 26.6. 1,52 -.75 1,37 1,13 14,80 1,51 -,28 3,45 also das Recht." so erklärte Le Troquer, außerhalb der befreiten Gebiete von den Deutschen Arbeiten 3“ b^rT^nflm. die den öffenllichen Schatz auflösen. also Arbeiten, auf Grund deren man Anleihen verlangen kann, deren Kapital in erster Linie zur Wiederherstellung der verwüsteten Gebiete verwendet werden würde." Projekt, das etwa die Hohe von 18V2 Milliarde» Franken erreiche. Allerdings seien in dieser Summe Materialien im Werte von 6 Milliarden enthalten. Bei den Fluhregulierungen handele es sich vor allem um die Rhone und die Dordohne. Bei dem Projekt seien die Löhne für die deutschen Arbeiter und für die aus Deutschland zu liefernden Materialien in Berücksichtigung gezogen. Für Wasserstraßen, sei die Summe von 2650 Millionen ausgeworfen, und 49 Prozent die- Der italienische Ministerpräsident Facta sprach dem Reichskanzler in folgendem Telegramm sein Beileid aus: Mit tiefem Schmerz erhalte ich die Aachricht vom Tode des Hemm Ra-thenau. Dettscküanb (3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Die Deileidstelegrmnme fremder Staatsmänner. Berlin. 26. Juni. (WTB.) Lloyd George hat dem Reichskanzler ein BcileidSsch^ft- stück übermittelt, in dem er fernem Abscheu vor dem entsetzlichen Verbrechen Ausdruck gibt, d irch das das deutsche Volk eines seiner ausgezeichneten Vertreter beraubt worden sei. Die ganze Well nrüsse Männern Ehre zollen, die. wie ei es getan habe, den Gefahren eines öffenllichen Hasses trotzten. Der italienische Minister des Aenhern Schanzer hat ebenfalls ein Beileidstelegramm an den Reichskanzler gerichtet, in dem es heißt Auf meiner Fahrt durch Deutschland nach London erfahre ich die traurige Aachricht von dem erbärmlichen Verbrechen, dem der Minister Rathe- nau zum Opfer fiel. 3n Genua habe ich die Eigen- chasten dieses hervorragenden Staatsmannes chahen gelernt. Ich bitte Sie. die Versicherung meiner aufrichtigsten Teilnahme an FH rem und des deutschen Volkes Schmerz entgegenzunehmen. Deutsche Arbeiten für den Wiederaufbau in Frankreich? Räithenau. Deutschland verliert in ihm einen hervorragenden Mann dessen Kultur und dessen Geist alle bewunderten. Ich erinnere mich der Zeit, die ich mit ihm m Genua verbrachte, und der Synrpathieu die er einslößte. Ich bitte Sie. das tiefempfundene Beileid entgegenzunehmen das die ttalumische Regierung und ich mit lebhafter Anteilnahme übermitteln. = 202.10 = 1.52 = 0.027 = 10.125 --- 44.- =. 23.25 - 24.80 == 41.35 — 0.535 — 527.76 --- 1.687 0,117 1,52 - ,75 1,28 1,14 Handel. Fran kfutt a. M. 28. Juni. Marknvtieruugen. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlte Wechsel auf Holland....... Deutschland . . . . Wien........ Prag........ Paris........ London ....... Italien....... Brüssel....... Budapest...... Aeuyork....... Agram....... Warschau..... Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Stockholm . Wien.... Prag.... London. . . Reuyvrk . . Paris. . . . 1.7.14. 125.40 59.20 88.80 88.80 117.80 117.80 97.80 23.80 125.40 ■wehst du tägiidi. Jeder Schritt bedeutet Krafrverlurt, erschüttert auf harten Lede» ablitzen das Nervensystem und bringt vor» trittge Ermüdung. Die Continental» Absätze aus bester Gummimischung legen ein federndes Kissen zwischen Absatz und Straße, schonen die Nerven u. lassen keine Müdigkeit aufkommen. Sie sind billiger und haltbarer als Leder. Millionen im Gehraw/4. % fitofinentel Absätze ^Sohlen Züricher Devisenmarkt. 27. 6.3 prachtvoll angelegten Spielplatz des V. s. L. Altona trafen sich am Sonntag die Fußballmannschaften von sZIorddeutschland und SüdschwÄ>en. Der größte Teil der ersten Hälfte ttxrf ausgeglichen, jedoch war die iwrddeutsche Stürmerreihe besser. Kurz vor der Pause fiel dann das erste Tor, das den Schweden einen Vorsprung von 1:0 sicherte. Gleich nach dem Wechsel zog aber Hamburg gleich, die schwedische Verteidigung arbeitete reichlich unsicher und noch drei weitere Dore für Aorddeutschland erhöhten den Sieg auf 4:1. vereinigt aus einem Vasenbild der perikleischen Zeit. Ein Vasenbild, das Maios und Sapphv barftcckll, zeigt uns das Darbiton, eine lesbische Spielart der Lyra, ein Wandbild aus der Zeit Amenophis IV., die in Mesopotamien erfunden, in Aegypten auSgebildete Laute mit nur 3 Saiten und einem Griffbrett, das die Erzeugung einer Vielheit von Tönen gestattet; in römischer Zeit wird die Laute häufiger, ihr Hals erhält Querleisten, Schallkörper und Hals wachsen zusammen, eine römische Darstellung zeigt die Laute mando- llnenartig mit tiefem Schallkörper. Aus der Laute hat sich später unsere Geiae, die altdeutsche Fiedel, entwickelt, seit um 86C n. Ehr. der Streichbogen hinzutrat. — Unter den Blasinstrumenten nimmt das Aulos, die römische Tibia, eine zwischen unserer Oboe rund Klarinette stehende Schalmei (nicht Flöte!) mit 6 Löchern, die aber durch verschiedene Einrichtungen noch mehr Töne hervorzubringen erlaubten, die erste StÄle ein; gewöhnlich wurden zwei Auloi zu einem Doppel- aulos verbunden. Im Konzert, besonders aber beim Gelage, wie Vasenbilder erkennen lassen, fand dieses Instrument Verwendung, wie die Lyra auch im Schulunterricht (Schale des Duris!). Auf der mehrröhrigen Syrinx oder Panspfeife spiell die Muse im Götterzug der Fran<;oisvase. In hellenistischer Zeit erfand dann Ktesibios die mit einer 1 Klaviatur gespielte Wasserorgel, die Hydraulis, bei der ein durch Wasserdruck erzeugter Luftstrvm verschieden lange Auloi zum Tönen bringt. Cicero schchtzte die Orgel sehr, ebenso Aerv, der wahr- schemlich als der Erfinder der pneumatischen Orgel anzusprechen ist. Die römische Zell verwendet mit» Berlin an sich brachten. — Im Kraftfport wurde mit dem Ringen der Bantam- und Feder- gewichtsllasse und mll dem Heben der Leicht- gewichtsklasse und im Mittelgewicht A begonnen 2luch hier, wo sich nahezu 100 Athleten gemeldet hürde große Angelegenheiten bereiten. Man habe b^dalo bei dem Pvogramm auf den Dau von Eisenbahnlinien durch die Vogesen verzichtet. Außerdem mußten aber auch die Interessen der französischen Intereslenten berücksichttgt werdsn. Aber mcnr dürfe sich nur nicht ernbilden daß ‘ man auf "Seiten Deutschlands guten Willen oder ' Geneigt l>eit zeigen werde. Als man Sachlte- ferungen verlangt hätte, hätten die Deutschen gerne über die Reparationen m Ratura und die Gestellung von deutschen Arbeitern verhandel^ die Deutschen würden sich aber ledenfalls zuruckziehen, wenn darüber ernstlich gesprochen werden solle. Ihre Industriellen würdm an diesem Plane wahrscheinlich nur wenig Gefallen finden, da dieser Plan der deutschen Industrie nur Papiermurks einbringen rderde. 2st»ch anderen Blättern hat wohl die Re- pavationstommission die Eittscheidung tn dieser Frag«. Die Verhandlung über die auszufühven- den großen Arbeiten sollen von Delegierten der französischen Regierung drrett mit Deutschland geführt werden, wie es bei dem Wiesbadener Abkommen der Fall gewesen ist. Miederherstellung des DesitzrechteS iu Stufe* land? Haag, 27. ßunt (WTD.) Litwinow erklärte Privatpersonen gegenüber, daß die Sowjets auf der Forderung beständen, daß die etwaige Anleihe nicht an Privatpersonen, sondern der russischen Regierung gewährt werden solle, und zwar größtenteils in barem Gelbe. Aus den Aeuhe- rungen Litwinows scheine außerdem hervorzugehen, daß die Wiederherstellung des De- sitzrechtes fstr alle durch ein Dekret wieder verfügt worden ist. Dieser Punkt könne nach Havas als sehr wichtig für die Fortsetzungen der Verhandlungen angesehen werden. Äach Litwinows Erklärungen sei das Desitzrecht sowohl für die Fremden als auch für die Russen wieder eingeführt werden. Reue Aufstände in Irland. London, 26. Juni. Reue Aufstände sind wieder in Belfast atrsgebrochen, eine Anzahl Leute wurden verwundet und getötet. Marschall F o ch ist hier angekommen zur Beerdigung Feldmarschalls Wilson. Scotland Darb hat sensationelle Dokumente gefunden, aus denen Spuren der Mörder Wilsons zu entdecken sind. Die Irischen Führer in Belfast gaben eine gemeinsame Erklärung ab, daß sie von der Ermordung Wilsons tief ergriffen seien und verneinten alle Mitschuld der irischen Parteien an dem Attentat, das man allgemein als Privattacheatt bezeichnet. 496 000 Stimmen wurden zu gunsten des Anglv-Iri- • scheu Vertrages abgegeben, 118 000 dagegen, hauptsächlich Arbeiterschaft und Farmer. schieden, von den Griechen old fremd empfunden; auch die homerische Phorminx, durch Darstellungen aus der kreiisch-mykenischen Zeit veranschaulicht, stehl noch abseits von ten beiden Rationalinstrumenten der Hellenen, der Ktthara und der Lhva. Das Vorbild der griechischen Ktthara ist in Aegypten zu suchen, zwar nicht in der nationalägyptischen Kithara, von der nur der vorgebaute Schallkasten übernommen ward, wohl aber in den Instrumenten, die zur Zeit Amenophis' IV. in Aegypten von Vorderasien her eingeführt wurden und uns durch Darstellungen auf Wandbildern von Tel-el-Amarna greifbar sind. Durch ihre reichere Ausgestaltung ist die Ktthara das eigentliche Konzertinstrument, mit dem beim auch der vatikanische Apollon als Kitharode ausgestattet ist. Einfacher ist dagegen die Lyra, deren Schallkasten aus einer mit Membran überzogenen Schildkrötenschale besteht; ihre Herkunft ist auf Thrakien zurückzuführen. Mtt nur vier Satten ist sie auf Vasen des geometrischen Stils abgebildet, die Bilder auf der Berliner Schale des Duris zeigen sie im Schulunterricht. Die Zahl von 7 Saiten wird tm konservativen Sparta beharrlich fest- gehalten während in anderen Städten wie bei der Kithara weitere Vermehrungen der Saiten erfolgen. Harfe, Ktthara und Lyra schaut man unter Orgel mit dem Cornu zusammen, wie ein Mosaik lehrt. Sonst sind Hörner und Trompeten bei Griechen und Römern nur im Heere verwendet worden und haben Eingang in die Kunstmusik nicht gefunden. — Don den Instrumenten wandte sich oer Vortragende zur antiken Musiktheorie; für unsere Kenntnis der griechischen Rotenschrist ist der einführende Traktat des Alypios von besonderer Wichtigkeit. Die ältere Instrumental- notenschrist, tn Vorderasien (Kypros?) entstanden, scheint sich aus Zeichen des griechischen, des khpri- scheu und des semitischen Alphabets zusammen- zusetzen; die jüngere Gesangsnotenschrift ist aus l griechischen Buchstaben gebildet. Rur die Tonhöhe, ».nicht die Tondauer, die ja durch die natürHche * Silbenquant ttät gegeben war, wurde bezeickmet; t für uns ist sie nicht mehr absolut zu bestimmen. Die kleinste Einheit des Tonshstems bildet das Tetra- chvrd, eine Skala von vier Tönen mit einem Halbtonintervall. Die verschiedenen Tongeschlechter decken sich nicht mit unfern heutigen Tonarten, namentlich hat die griechische Enharmonik. eine Skala mit zwei Viertellonintervallen, eine ganz anbere Bedeutung als bet heutige Begriff. Die wenigen Reste griechischer Partituren zeigen uns die Rotenzeichen in praktischer Verwendung über die einzelnen Silben des Textes geschrieben. Es sind unter anderem ein handschriftlich erhaltener Hymnus an die Muse, die tn Delphi auf Stein gefundenen beiden Hymnen an Apollon (In 5A Takt) und das Lied des Seilllos, zu Tralles gefunden,' das stellenw.ise den Silben drei Töne, also Triolen, gewahrt und npt ber Setzung einer einzigen In- ftrumentalTtote bas Tongeschlecht angibt, aus- reichenb, da die Begleitung einfach in ber höheren Oktave ber Singsttmme erfolgte. — Die zahlreich erschienenen Zuhörer folgten den Llusführungen des Redners mit reger Aufmerksamkeit und dankten ihm mit lebhaftem Beifall. gefochten. Sie große Bewerberschar von 70 Selb fer Summe entfielen auf die Arbeitslöhne Der nehmern machten Dor- und Zwischenkämpfe not- J Minister teilt ferner mit, daß die französischen wendig ehe die neun Besten sich zur Entscheid Delegierten bet ber Reparationskommission bereits bung herausgeschält haben. den Entwurf in Händen haben unb daß ein Aus- - Su b b a 11 f ä m bje Zürich gege n tchuß unter dem Vorsitz bes älnterstaatssekretärs und Augsburg. Eine Züricher C o lr a t bereits den Entwurf prüfe. Rach Vara- Stadtefußballmannfchafl weilte am Samstag und graph 19, Anhang 2, sei die Möglichkeit ber Der- eomrtag in Südbeulschlanb. In München wurden Wendung deutscher Arbeiter unb deutschen Mate- n bcr Münchener Städteelf mit j nals für Arbeiten vorgesehen, die die alliierten 4.0 (3:0) geschlagen unb tn Augsburg verloren und assoziierten Mächte zur Entwickelung ihres sie gegen Augsburgs Repräsentative 5:3 (3:0). industriellen unb wirtschaftlichen Lebens aussith- r T äubballlampf Rvrddeuts ch- ren lassen können, wenn die Reparationskommis. 4:1 (0:1). Auf dem sion ihre Genehmigung erteüt habe Wir haben Turnen, Sport und Spiel. 2$ Dad-Rauheim, 26. Juni. Beim volls- tümlichen Wetturnen des 5. Bezirks im Turngau Hessen in Steinfurth errang ber hiesige Turnverein 1860 zusammen 43 Einzeisiege! 7 ak.ive Turner, 6 Iugendturner (Oberstufe), 9 Iugendturner (äln- terflufe), 21 Schüler. ZlMünzenberg, 26. Juni. Beim Dezirks- turnen in Steinfurth errang ber hiesige Turnverein mehrere Siege. Von den aktiven Turnern blieben Wilhelm Karl unb H. Vogler, von den Ougenbtumern W. Schmibt und Fr. M e h- g c r Sieger. Außerdem kehrten vier Schüler als Sieger heim, darunter W. Müller mit dem 13. Preis unter 184 Mitbewerbern. 2$. Rockenberg, 26. Huni. Die Taunus- Wetterauer Radfahrer - Vereinigung trug hier unter sehr starker Beteiligung ihre Dundes-Meisterschaffen aus. Der hiesige Radfahsrer-Derein „Germania" als Veranstalter hatte die Feier seines 10jährigen Bestehens mit dem Feste verbunden. Für die Meister waren zahlreiche Ehrenpreise gestiftet. Rachfvlgend bringen wir aus der Siegerliste einen Auszzug: Meiller der A°Klaffe (75 Km.) Ernst Frank („Wan- derliebe^ ©ranSberg), 3. Sieger K. Velten (»Frisch-Auf" F.i.dberg-Fauerbach). B-Klasse (50 Km.): Meister: H. Bellinger (1892/96 Bad-Rauheim), 2. Sieger: H Velten (Friedberg-Fauerbach), 3, Ph. W e 11 n e r (Rockenberg). C-Klasse (35 Km.): Meister: H. Gönnewein („Flottweg" SteinfurtH). 2. H. Guth („Tew tonia“ Wölfersheim). Anfänger-Klaffe (20 Km): Meister: W. G ö r l a ch („ F^rwvhl" Holzheim), 2. O. Kölsch („Frisch-2llrf" Beienheim), 3. Laux (Holzheim). Jugendklasse (10 Km.) Meister Fr. Weil („Frisch-Auf" Oppershsfen), 2. H. Hengst (, Flottweg" Steinfurth). A l - tersklasse (15 Km.): Meister: K, Faber („Fahrwohl" Holzheim). Offenes 50-Km.°Reit- nen: 1. H. Herbert (Reuhausen). 20-Km- Rennen: I. H. Altenhainer (Eschbach), 3. L. Fvrmhals (lwndorf). Vierer-Rei- Em schwerer Eisenbahnunfall. Berlin. 27. Imvi. (WTB.) Heute nach- mttwg gegen 1 Ubr ereignete sich zwischen den Bahnstatwnen Schönhauser Allee und Gesundbrunnen unter ber Schönflieher Drücke ein schwe- rer Elsenbahnunfall. Es begegneten sich bte 010^1^6 1815 unb 1814. Infolge Einstellung des Straßenbahn-, Omnibus- und Hoch- bahnverkehrs waren diese Zuge derart überfüllt, daß die Fayrgaste dichtgedrängt auf den Trittbrettern standen, trotz aller Warnungen der Eisenbahnbeamten. Ein auf dem Trittbrett stehender Mann hatte, soweit bisher ermittelt werden wrarte, zusammengebundene Hvlzstäbe bei sich bte weit über das Trittbrett hinausragten. Beim Borbeisahren des Gegenzuges wurde eine ganze Anzahl von Personen von den Trittbrettern bcr anderen Wagen herunter gerissen. Es entstand eine furchtbare Panik, die das älnglück noch vergrößerte. Rachdem man die Züge zum Halten gebracht hatte, fand man an der tlnglücästelle 15 Tote und 30 Schwerverletzte sowie eine Anzahl Leichtverletzter. Die sofort herbei- gerufene Feuerwehr schaffte die Leichen nach dem Schauhause, die Schwerverletzten nach den ren gewann CDtöber^^nn" verschieden Kr-nk-nhäu,ern. Um 2 Llhr wurde ! nnd Fatichild-Dcrlin. währrnä ^ei^" gen: 1. „Sturm“ Griedel. 3. „Einigkeit" Dudenhofen. 6er Reigen: 1. 1892/96 Bad-Ra iheim. 8er-Reigen: 3. „Fahrwohl" Holzheim. 4er-Kunst- fahren auf Saalmaschrnen: 1. „Rabenau 1902“ Londorf. Kunstfahren: 1. „Rabcmau 1902“ Londorf. Korsofahren: Abt. 1. Stärkeklasse 1.; 1. „Germania" Rieder-Weisel; Stärkeklasse 2.: Ehrenpreis: „Frisch-Auf" Oppershofen; Stärke- klaffe 3.: Ehrenpreis: „Wanderliebe" Cransberg. Abt. 2. Stärkeklaffe 2.: 1. „All-Heil" Langgöns. — Deutsche Kampfspiele. Der Volkstümliche Dreikampf ber Frauen brachte Frl. Furchheim, die schon den Reunkampf gewonnen hatte, einen wetteren Sieg. 273 Frauen bewarben sich um den aus 75 Meteö^Lauf, Kugelstoßen und Hoch- prung zusammengesetzten Kampf. Frl, Furchheim (Reukölln) siegte mit 73 Punkten vor E. Lübbers (Oldenburg) 70 Puntte, Ch. Kahl (Zoppot) 67 P. und H. Hirsch (Planegg) 64 P. — Reue deutsche Rekorde. Die großen Wettbewerbe tm Schwimmen, Radfahren, Leichtathletik, Fechten, Boxen, Ringen, Heben und Schießen nahmen cdn Montag Vormittag im Stadion, in ber Sportausstellung und auf dem Schießplatz in Halensee ihren Anfang. Die erste Entscheidung fiel am Vormittag im Wett- prung aus dem Stand. Der ausgezeictzmete Hamburger Schuhmacher siegte unter 12 Bewerbern mit 3 Meter vor dem Wiener Widter. Auch sonst waren die Leistungen in ber Leichtathletik ganz hervorragenb. Zwei neue beutsche Rekorde logen beredtes Zeugnis davon ab. Im 400 Meter-Hür- denlaufen gewann v. Massow (Berlin) seinen Vorlauf in der neuen deutschen Bestzeit von 56,2 Sek. gegen Jahns (Fiankfurt a. M). Einen weiteren Rekord gab es in der Entscheidung des 1000 Meter Laufens. Köpke (Zehlendorf) führte das ganze Rennen und gewann mit der neuen Höchstleistung bon 2:31,9 mtt 11/2 Meter vor dem Stettiner Pestzer. Die 3 mal 200 Meter-Staffel holte sich der V. f. B. Leipzig mit ber Mannschaft Fritz, Fels, Friedrich vor dem S. C. Charlottenburg, das Speerwerfen gewann Lübecks (Berlin) leicht gegen Krellenberg (Lübeck) unb bte 100 Meter für Frauen sahen die beiden Krefelder Damen Schmidt und Höppner in Front. Vom Zehnkampf sind drei Wettbewerbe erledigt, 100 Meter, Stabhochsprung unb Speerwerfen. Der Stanb banach ist folgenber: ällpe (Berlin) 192 Punkte, Krellenberg (Lübeck) 176 P., Weinhold (Dresden) 166 P., Gaim (München) 165 P.» Holtz (Charlottenburg) 163 P., Sch^lenz (Berlin) 159 P., Peermann (Danzig) 158 P., Gossvw (Rathenow) 157 P., Baaske (Königsberg) 153 P.,, Schuhmann (Insterburg) 151 Punkte. — Rachstehend die bisherigen Entscheidungen in ber Leichtathletik. Wettsprung aus dem Stande: 1. Sclmh- macher-Hamburg 3 Meter; 2. Widter-Wien 2,96 Meter; 3. Meier-München 2,89 Meter. 1000- Meter-Laufen: 1. Köpke-Zehlendorf 2313 (Rekord); 2. Pewer - Stettin iy2 Meter zurück; 3. Sttck-Schönebevg 5 Meter zurück. Speerwerfen: 1.^ Lübecke-Derlin 55,05 Meter; 2. Krellenberg- Lübeck 51,64 Meter, 3. Springer- Marien bad 50,93 M^ter. 100-Meter-Laufeti für Frauen- 1. Schmidt-Kr'efelb 13 Sek.; 2. Höppner-Krefelb I1/4 Meter zurück; 3. Assawant-Derlin. 3mal 200-Meter-Etaffel: 1. D. f. B. Leipzig 1:08,1; 2. S. C. Charlottenburg 8 Meter zurück; 3. Wiener Athlettt-Klub 4 Meter zurück; 3. Drämer- Düsseldorf 55 Meter. — Die Schwimmwett- kämpfe zeigten überaus interessante Momente Da- 400-Meter-Brustschwimmen Holle sich Rademacher mit ca. 50 Meter Vorsprung. Hier waren dte Ergebnisse wie folgt: 1500 bei.: 1. Hohe!- Dortmund 23:53,8 ; 2. Skamper-Köln 24:55,6- 3 Freudenberger-Breslau 24:5,6. 400-Meter- Qeüe: 1. Kramer-Breslau 6.13,8; 2. Harms- Oldenburg 6:28; 3. Wolff-Spandau 6:50. 400- Meter-Brust: 1. Rodenracher-Breslau 6:44 2- Faust-Göppingen 7:16,6; 3. Haas-Bonn 7:19 Turmsprmgen: 1. Luber-Berlin 362/e Punkt' 2. Wisbar-Koln 33’/ß Punkt; 3. Mundt-Halber- stabt 30Vs Punkt. Damenschwimmen, 200 Meter: 1. Gerstenkorn-Wtthelmshafen 3:44; 2. Stindt- Hannover 3:46; 3. Anrberg-Leipzig 3:50. — Wasserball-Vorrunde: S;andau siegte 9^gm Bremen unb Danzig gegen Gleiwitz 2:0. — Die Radfahrer führten einen 64er Rad- retgen vor, ber in großartigem Stile gefahren tourbe und lebhaften Beifall bei den zahlreichen Zuschauern auslöste. Das 100-Meter-Hauptfab-