Nr. 99 Erscheint täglich, nutze» Sonn- und Feiertags, mit derSomstagsbeilage: GiehenerFamilienb lotter Monatliche Vezvqrpreise: Mk. 16.- und Mk. 1.50 Trägerlohn,durch diePost Mk. 17.50, auch beiNicht. erscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt.— Fernsprech. Anschlüsse: für die Schrift, leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Gietzen. poftfchecklonto: Frankfurt a. M. 11686. u Freitag, 28. April (922 Erstes Blatt General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- und Steiudruckerei R. Lange. Schriftleltung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagcsnummer bis zum Nachmittag vorder ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v 34 mm Breite örtlich 120 Pf., auswärts 150 Pf.: für Reklame« Anzeigen von 70 mm Breite 450Pf. Bei Platz. Vorschrift20^ „Aufschlag. Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: ftatl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Deck, sämtlich in Dietzen Eine neue Rede Lloyd Georges. Eine Weisung auf „schwerste Sturmzeichen". Genua, 27 April. lWTB.» Spezialbericb* deS Vertreters des WTB Auf einem von den englischen und amerikanischen Pressevertretern zu Ehren Lloyd Georges gegebenen Diner hielt der englische Premierminister eine Rede, in der er u. a. sagte: Als der Krieg zu Ende war, hofften wir, dah dies auch das Ende der Herr- schäft der rohen Gewalt bedeuten würde. Ob diese Hoffnung sich erfüllt, hängt in vollstem Mähe von der Genueser Konferenz ab. Die Schwierigkeiten in Europa bestehen darin, dah es zuviel ungeregelte Fragen gibt. Hede dieser Fragen enthält die Vorbedingung für einen europäischen Brand. Einige Leute sind ungeduldig, weil wir nicht in zwei Wochen zu einer Lösung gelangt sind. Es wird länger dauern. Die Washingtoner Konferenz hat drei Monate gedauert, aber sic hot ihr Ziel erreicht. Sogar sechs Monate oder ein Hahr würden nicht zuviel sein. Ich will nicht sogen, dah ich drei Monate oder noch länger hier bleiben werde. Aber wir dürfen nicht hoffen, die Schwierigkeiten binnen zwei, drei oder vier Wochen zu überwinden. Wir müssen mehr Zeit dazu haben. Drohe Probleme liegen vor. D i c ganze Grenze von Osteuropa ist so gut wie ungeregelt. Von der Ostsee bis zum Schwarzen Meere gibt es faunt eine Grenzlinie, um die es keinen Streit gibt, und zede Linie «rthält in sich die Möglichkeit eines furchtbaren Konfliktes. Zum ‘-Seil liegt die Schuld bei keinem Dolle, sondern beim Durcheinander von Rassen, das in Mitteleuropa besieht. Es gibt unendliche Möglichkeiten für künftige Äonflittc, und ob Amerika will oder nicht, es würde unvermeidlich hineingezogen werden wie in den Weltkrieg. Hierdurch sind die Schwierigkeiten nicht erschöpft. Deutschland und R u bland sind im Zustande eines halben Antagonismus gegenüber dem Rest von Europa. Das bezieht sich auf zwei Drfttel von Europa Rur ein Blinder kann sich cinbilden, das: durch irgcncine Kombination zwei grobe Völker, d i e zwei Drittel von Europa repräsentieren, niedergehalten werden können. Die Völker Europas müssen in guten Beziehungen zueinander stehen. Man muh sich klar machen, was es heiht, wenn Europa ständig rn zwei Teile gelagert, verfallen würde. Dasdeutsch-russischeAbkvmmenwar für manche Leute eine Offenbarung. 3d) Hobe es schon vor langer Zeit gewagt, meine warnende Stimme zu erheben und zu sagen, was .inver m eidlich geschehen mühte, wenn es lern gutes Einvernehmen gibt. Cs ist unvermeidlich die Möglichkeit eines hunger- leidenden Ruhlands gegeben, das voneinemzornigenDeutschlandaus-- gerüstet wird. Wie lange wird cs noch dauern. bevor Europa verwüstet wird, wenn dies die ständige Politik irgendeiner europäischen Kombination bildet. 3m Augenblick gehören wir zu einer beherrschenden Gruppe von Siegern. Dies wird nicht ewig dauern. Wenn unser Sieg in Unterdrückung ausartet, werden wir nach dem Gefühl der Menschheit den Sieg, den Gott uns gegeben hat, miHbraucht haben. Die Strafe wird unvermeidlich folgen. Wir müssen gerecht und fair sein. Wir müssen uns in der Stunde unseres Triumphes beschränken: sonst wird Europa ein Chaos sein, und zwar noch zu Lebzeiten von Leuten, die, wie ich, graue Haare haben. Darum habe ich schwer gearbeitet, um die Konferenz zu einem Erfolge &u -gestalten. 3 ch bin erschrocken über das Stur in weiter, das sich am Horizont zusammcnzicht und nm europäischen Himmel höher und höher empor- ffeigt. Cs wird unvermeidlich losbred)cn, wenn nicht durch irgendein Mittel die Atmosphäre gereinigt wird. Wenn Genua erfolglos bleibt, wird meine Warnung sich als berechtigt erweisen. Ich bin erstaunt über die Leute, die das nicht begreifen und angesichts der schwer st en Sturmzeichen sich mit selbstsüchtigen Trivialitäten befassen. Darum möchte ich. dah Genua mit einem wirklichen Friedenstag endet. Ohne dies wird es trotz aller Teilergebnisse em Mißerfolg fein. 3ch freue mich, Gelegenheit zu haben, dies vor der britischen und amerikanischen Presse zu sagen. 3ch wollte, Amerika wäre selbst hier, nicht aus selbstsüchtigen Motiven, sondern weil Amerika eine besondere Autorität besitzt. Seine Richtzugehörigkeit zu Europa würde ihm das Rechtgeben, das zu sagen, wasuns, die wir alle in diese alte Streitfrage verwickelt sind, kaum möglich ist. Es ist zu spät, diesen Aufruf jetzt zu erlassen. Amerika ist nicht hier und Europa muh sein Möglichstes tun, um seine Probleme auf eigene Manier möglichst gut zu lösen. Dies kann mit Ihrer Hilfe geschehen. Sic können die öffentliche Meinung erregen, die Leidenschaften aufstacheln und die Menschheit zornig machen. 3n solcher Atmosphäre ist kein Friede möglich. Qlbcr auf der anderen Seite können Sie Geduld. Versöhnung und kameradschaftlichen Geist predigen, und wenn Eie dies tun. werden Sie Teil haben an einer historischen Tat. Eine Erklärung Rathcnaus. London, 28. April. (WTD.) Die Blätter berichten über die in einer Versammlung von Pressevertretern erfolgten zustimmenden Aeuhcrungen Dr. Rathcnaus zu der von LloydGeorgeauf dem Essen der amerikanischen und englischen Hournalistcn gehaltenen I ‘Rede. „Daily Chrvniclc" schreibt, Rathcnau habe erklärt, die letzte Rede dcs englischen Premier-1 Ministers sei von allen glanzenden Reden die glänzendste gewesen. Rathcnau habe die Rede Lloyd Georges gelobt nicht nur liegen der Erwähnung bestehender Möglichkeiten, sondern vor allen Dingen wegen ihres weiten Blickes in die Zukunft Besondere Beachtung habe Rathcnau den drei Worten Lloyd Georges zu- gcwandt, nämlich den Worten „fair", „gerecht" und „billig". Diese drei Worte könnten aus die Wand dcs Konfercnzsihungssaales geschrieben werden, lieber Lloyd Georges Worte über den Fricdenspakt habe Rathcnau erklärt, nicht unterrichtet zu fein. Wenn jedoch der Plan der Rede Lloyd Georges entspreche, dann würden ihm die Deutschen bedingungslos zustimmen. Der Berichterstatter des „Daily Chronicle" nennt dieses einen klaren Schratt von feiten Rathcnaus. Die Deutschen setzten damit ihr Siegel unter den Plan des Friedcnspaktes, während er sich noch in seinem Anfangsstadium, sozusagen im Lloyd-George-Stadium, befinde. • Genua, 27. April. (WTD.) Spezialbericht des Vertreters des WTD. Rathcnau hat heute vor Pressevertretern zu der Rede Lloyd Georges erklärt: Hinter jedem Plan, der dem wirklichen Frieden der Welt auf der Grundlage wahrer Gerechtigkeit und gleichmähiger Pflichten und Rechte aller Rationen dient, wird unbedingt auch Deutschland stehen und helfen, ihm Erfolg zu verschaffen. Wenn es gelingt, ein solches Werk durchzuführen, werden sich alle glücklich schätzen, die an der Konferenz teilgenommen haben. Deutsche Gäste bei der Sowjet-Delegation. Genua, 28. April. lWTD.) Die Delegation der russischen Sowjetregierung hatte gestern abend eine Anzahl Mitglieder der deutschen Delegation zu einem Abendessen im Hotel de Gencs cingcladcn. Der Einladung folgten der Reichskanzler. Dr. Rathcnau, Reichswirtschastsrninifter S ch m i b t und zahlreiche Herren der deutschen Delegation. Der Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten begrüßte die Gäste als Vertreter des befreundeten Reiches, des ersten groben Landes, das durch einen Vertrag auf der Basis friedlicher Zusammenarbeit zu Sowjetrutzland in normale Beziehungen trat. Der Reichskanzler betonte in seinem Trinkspruch der dem russischen Volke galt, den wirtschaftlichen Charakter des Vertrages, der nicht den engen Interessen einer Ration, sondern ganz Europa und der Menschheit zu bienen bestimmt sei. Das grobe Ideal der Gemeinschaft der ganzen Menschheit erfordere die Arbeit vieler Geschlechter. Aber das engere Ideal, die Versöhnung und Arbeitsgemeinschaft z w e i e r D ö l k e r, die in blutigem Ringen sich gegenüberftanben, bas sei burch b e n Vertrag von Rapallo erreicht worden. Der erste Schritt.zu einer weiteren Entwicklung friedlicher europäischer Zusammenarbeit sei, wie er hoffe, damit getan. Genua, 27. April. (Wolff.) Der Reichskanzler hat heute Vertreter der gesamten Randstaaten (Finnland, Esth- land, Lettland und Litauen) zum Frühstück eingeladen. Für heute abend hat die russische Delegation die deutsche zum Essen eingeladen. Der deutschen Delegation ist bis heute eine offizielle oder offiziöse Mitteilung über die Plane der alliierten Mächte bezüglich des Burgfriedens nicht vorgelegt worden. Die Note an Rußland. 2 o n b o n, 27. April. (WB > Eine heute nach- mittag 2 Uhr aus Genua nbgcfanbte Rcttcr- inelbang besagt, es verlaute, bab die alliierte Rote an Rußland endgültig den Punkt darlegen werde, bis zu dem die Mächte bereit sind zu gehen, um zi einer Regel ang mit Ruy land zu gelangen und eine Erklärung entfalten werden, bah bic Mächte eine unbegrenzte Erörterung nicht zulasfen werben. Wahrscheinlich werde die Rote den Russen am Montag zugc- ftellt. Es gehe bas Gerücht, bah ein- Voll- fitjung ber Konferenz am Montag ftattfinben werde, um bic bisherigen Ergebnisse der Konferenz fcstzustellen. Der Völkerbund und Deutschland. London, 27. April. (WTB.) „M a n - chester Guardian" berichtet aus Genua, es wurden Anstrengungen gemacht, um Deutschland zu veranlassen, vor der Sep- tembersitzung der Völkerbundsversammlung um Aufnahme in den Völkerbund nach- zusuchen. Eine Zusammenkunft des Obersten Nates in Genua? Lomd 0 n, 27. April. (WTD ) Reuter erfährt, bab während noch keine endgültige Entscheidung erzielt ist, man es in gut unterrichteten Kreisen in London für wahrscheinlich hält, bab eine Zusammenkunft des Obersten Rates in Genua gegen Enbe ber nächsten Woche stattfinden werde, um die Lage zu erwägen, die aus ber Haltung Deutschlands gegenüber ber Rcparationsfrage entstehe. In britischen Kreisen soll man sehr zu Gunsten einer solchen Zusammenkunft fein: auch bic italienischen Kreise seien dafür. Grobbritannien. Frankreich, Italien. Hapan und Delgien I würden auf dieser Zusammenkunft durch Delegierte vertreten sein und es sei möglich, dab die a m c r i- kanischc Teilnahme die Gestalt eines nichtoffiziellen Dcobachtcndcn annehmen werde. Die italienische Regierung werde wahrscheinlich die Initiative dazu ergreifen, indem sie die Einladung dazu ergehen labt Paris, 27. April. (Havas.) Linker den aus Genua eingclaufenen Telegrammen zog das Telegramm die besondere Aufmerksamkeit der Mitglieder der Regierung auf sich, durch welches Barthou über seine gestrige Besprechung mit Lloyd George berichtete und dem Chef der französischen Regierung ?IUttcilung machte von der Anregung des britischen Premierministers, den Obersten Rat nach Genua einzubc- rusen. Dcr über diesen Punkt befragte Kabinettsrat gab feine Zustimmung zu der Haltung, welche dcr Ministerpräsident in dieser Angelegenheit cinnehmcn will und die, Havas zufolge, etwa folgcnbcrmabcn sein wird: Man könne auf eine Teilnahme des Chefs ber französischen Regierung an ber Teilnahme des Obersten Rates nur in ben beiden gestern erwähnten Fällen rechnen. Entweder könne die Versammlung in Genua stattfinden und bann erst nach der Rückkehr des Präsidenten M i 11 e r a n b nach Frankreich ob_r, falls sie vor biefem Datum flattfinben solle müsse sie in Paris abgehalten werden. Die Beratungen des Obersten Rates könnten sich nicht auf die Fragen beziehen, die gegenwärtig bic Repa- rationsko in Mission beschäftigten. Es sei ihre Sache, sich über bie verschuldete Verfehlung Deutschlands gegen seine Reparationsvcrpflich- tung auszusprechen. Man müsse daher über ben 31. M a i hinaus warten, bevor unter den Alliierten die Mabnahmen geprüft würden, die durch die Entschliehungen Dcranlafjt werden könnten, welche die Repa'.ationskommisfivn nach diesem Datum im Falle einer regelrecht feftge» stellten Verfehlung dcs Deutschen Reiches fassen würde. Was die Prüfung des beutsch-rusfi- f ch c n Abkommens anlangc, fo würbe fie ber Ministerpräsident zweifellos nicht adlehnen. wenn sie ber einzige Gegenstand ber Beratungen sein würde, und wenn die Einberufung des Obersten Rates an einem Orte unb au einer Zeit erfolgte, bic materiell annehmbar wäre. Au herbem würbe er mit Genugtuung die Mitarbeit t>cr Vertreter der Kleinen Entente unb Polens zugcstehcn, aber bic deutschen Delegierten mühten nach seiner Ansicht vollständig von dieser Zusammenkunft ausgeschlossen sein. Havas fugt noch hinzu, bah bis heute abenb Pvincarc ned, keine persönliche Einladung Lloyd Georges erhalten habe, sich zur Tagung des Obcrften Rates nach Genua zu begeben. Pari s, 27. April. Wie ber Sonberbericht- erftatter des „Hournal" aus Genua mit teilt, habe L l o y b © c o r g c die Absicht, im Falle Poincarc sich weigere nach Genua zu gehen, bic Zusammen- berufung bcs Obersten Rates in einer a n - bercnStabt vorzunehmen, die Genua möglichst nahe gelegen sei. Diese Zusammenkunft solle unverzüglich ftattfinben. In der Zwischenzeit solle bic Wirtschaftskommission ihre Arbeiten vollenden. Paris, 27. April. (WTB.) Der „Temps" nennt ben Vorschlag Lloyd Georges, einen Obersten Rat der Alliierten nach Genua einzuberufen, einen Torpedo Die britische Delegation habe den Zeitungen über bic Frage ber von Deutsch- lanb burch bic Reparationskommifsion geforderten Maßnahmen mitteilen lassen, bah bic Mehrheit ber Signatarmächtc des Fricbcnsvcrtrages. bic in Genua vertreten seien, interalliierte Beratungen über biese Frage wünschten. Es scheine also, bah Lloyd George bic aoberen Alliierten befragt habe, vielleicht aber auch Dcutschlanb selbst, bevor er Frankreich bic Einberufung eines Obersten Rates, ber sich mit den Reparationen beschäftigen solle, vorgeschlagen habe. Das Blatt wünscht, bah das aufgeklärt werde. Wenn der Dor schlag Lloyd Georges ein Einkreisungs- rn a n ö v c r gegen Frankreich darstellen solle, wäre es überflüssig, ihn zu diskutieren Auch die „Sibert stellt die Frage Warum einen Obersten Rat? Damit Poincare sich über seine Rebe von Dar-le--Duc ausspreche? Für derartige AuseinanberseNungen gebe es Botschafter. Es wäre nicht nützlich, eine Versammlung abzuhalten, die den Schein bcs Tribunals annehmen könnte Das „Hournal des Debats" sagt, Lloyd George käme auf einem Umwege auf seine ursprüngliche Wsicht. die Reparationsfrage in Genua behandeln zu lassen, zurück. Rach Ansicht des Blattes ist bic von Lloyd George vor- geschlagene Prozedur unzulässig. Frankreich habe nicht die Absicht, sich einer Diskussion zu entziehen. Es sei auch bereit, sich vertraulich mit seinen Alliierten über bic Folgen eines Verzuges von feiten Deutschlands am 31. Mai auszusprechen. Aber bic Atmosphäre in Genua sei verpestet. Wenn man inmitten bieses Babels von Genua einen Obersten Rat installiere unb wenn man warte, um bie Arbeiten ber Konferenz wiebcr auf- zunehmen. bis ber Oberste Rat sich über bic Sank- tionsfragc geäuhert habe, bann werde man bie Konferenz für unbestimmte Dauer verlängern, unb man sehe sich ber Gefahr aus, fie untergehen zu lassen. Dann werbe man nicht verfehlen, Frankreich diesen Zusammenbruch anzukreiben. Der Pariser Kabinettsrat. Paris, 27. April. (Havas.) Der Kabinettsrat ist um 6 lUjr nachmittags abermals zu- fammengetreten unb hat bie Prüfung der Telegramme aus Genua über bie Verhandlungen mit ben Sowjets fortgesetzt In dieser Sitzung wurde ber Text eines Telegramms festgelegt, bas sofort an bic französische Delegation in Genua gefanbt wird. Die Weisungen dieses Telegramms fordern den Führer der französischen Abordnung auf, sich an bic Bedingungen von Cannes zu halten sowie an bic im Memorandum fcftnclcgtcn Grund- jätze. Die französische Verdächtigungs Propaganda. London, 27. April. (WTB» Eine Anfrage des Vertreters des Wolffbureaus an hiesiger amtlicher Stelle hat ergeben, bah im Gegensatz au ber hier verbreiteten Meldung, die britische Regierung verfüge über offizielle Informationen, bah zwischen Deutschland und Ruhland Verhandlungen zwecks Abschlusses einer umfassenden p o • litischen unb militärischen Verein - barung im Gange seien, an amtlicher Stelle nicht bas geringste von derartigen Verhandlungen bekannt ist. Unter der Ueberschrift „Französische Entente" schreibt der biplomalische Berichterftattcr des „Star", sowohl bas britische auswärtige Amt als auch bas Kriegsamt legten der Meldung, bah ber beutsch-russ sche Der.rag cincG e h c i m k l a u- s e l enthalte, bie bie Entsendung beul» scher Marineoffiziere unb -Man n- schäften zur Bemannung ber russischen Kriegsschiffe unb bic Ausleihung von beutschen Offizieren zur Ausbildung des russischen Heeres vorsehe, nicht bie geringste Debeutung bei. Diese Melbung sei nichtoffizielle französische Propaganda: ihr Ursprung sei Paris. Anmerkung des Wolffbureaus: Dadurch erfahren die von dem Reichskanzler und auch anderweitig amtlich zurückgewiesenen Verleumdungeit auch ein indirektes Dementi durch bic offiziellen englischen Stellen. Ein Ferienaufenthalt Lloyd Georges in Bayern? Wie die Vossische Zeitung aus München meldet, soll Lloyd George beabsichtigen, auf seiner Rückreise von Genua nach Mu n - chen und Oberammergau zu kommen. Für Mitte Mai sei für ihn und seine Familie in .Oberammergau Quartier bestellt worden. Aus dem Reiche. Beschlüsse des ReichSrateS. Berlin, 27. April. (WTB.) Der R c i ch S r a t hat beschlossen, dieTaqe°und Uebernachtungsgelder bei Gienstrei- sen der RcichSbeamten um 100 Prozent zu erhöhen. Angenommen wurde ferner der Entwurf einer Verordnung über die Einkommensgrenzen im Reichsversorgungsgesetz und über die Teuerungsmahnahmen für Militärrentner. Weiter wurden die Ausführungsbestimmungen zum Umsatz- steuergesetz teilweise neugestaltet. Wichtig ist die Bestimmung, dah die Grenze, bei der der Mangel der Buchführung nicht als Verschulden angesehen wird, auf 120 000 Mk. erhöht wurde. Schließlich erledigte der ReichS- rat noch den Gesetzentwurf über den Mieterschutz der MieteinigungSämter. der eine Trennung bezüglich der Behandlung von Kündigungen und sonstigen Entscheidungen der MieteinigungSämter vornimmt. Kleber die Kündigungen sollen lediglich die Amtsgerichte entscheiden und als Revifionsinstanz die Landgerichte. Die Getreideumlage. Der „Vorwärts" veröftentitcht eine Zuschrift 0es ReichsernährangS Ministers über bic Frage ber Getreide Umlage ES hrifft bann. Der Minister hat im Hanuar 1922 im Reichstag erklärt, er würbe cs für unverantwortlich halten, jetzt etwa bic freie Wirtschaft aut bem Gctreibegcbietc vorzuschlagen, unb er halte es auch für unverantwortlich, wenn in einzelnen lanbwirtschaftlichen Kreisen biefc Forderung erhoben werbe Wenn demgegenüber immer wieder behauptet wird, dah ein unbedingtes Versprechen ber Rcichsregicrung, unter allen Umftänben bic freie Wirtschaft im Hahre 1922 einzuführen, gegeben fei, so ist bas eine vollständige Irreführung der öffentlichen Meinung. Die nach ber Verfassung berufenen Faktoren, die Rcichs- tegictting, ber Reichsrat unb ber Reichstag werben in nächster Zeit zu entscheiden Haden, wie bic Drotversorgung im kommenden Wirtschaftsjahr in einer für die Bevölkerung crträalicbcn Weise sichergestellt werden fann. Aus dem besetzten Gebiet. Gegen eine angeblich geplante Neutralisierung der Rheinlande. Köln, 27. April (WTD.) Die Zentrumspartei, die Sozialdemokratische Partei. dicDeutfcha Volkspartei, die Deutschnationale Vvlkspartci und die Deutsche Demokratische Partei haben in einer gemeinsamen Tagung in Königswin - t e r heute folgende Ent schlichung gefaht Die neuerdings von den Ententemächten angeblich geplante Reutralisicrung ber Rheinlandc würde mit ben Gefühlen unb Ueberzeugungcn ber Rheinländer in denkbar schroffstem Widerspruch stehen. So sehr die Desetzung der Rheinlande uns trifft und belastet, auch um den Preis der Verminderung ober Zurückziehung der Dcsatzling wurden wir uns von unserer Treue zum Deutschen Reicht nicht um Haaresbreite weichen unb auf bic Zugehörigkeit zu Preuhcn nicht verzichten. Von einer Aenderung der staatsrechtlichen Verhältnisse ist auch in wirtschaftlicher Beziehung eine Besserung nicht zu erwarten. Der wirtschaftliche Rieder- gang im Saargebiet liefert dafür den schlagendsten Beweis. So halten wir aus nationalen unb wirtschaftlichen Gründen am Verbleiben ber Rheinprvvinz beim Reiche unb in Prcuhen einmütig unb unweigerlich feft Aus Stadt und Land. Dietzen, den 28. April 1922. Erhöhung des Schulgeldes an den hessischen höheren Schulen. Mit (Beginn des neuen Schuljahres ist das »Schulgeld für sämtliche höheren Lehranstalten Hessens, einschließlich der höheren (Bürger- schulen, für alle Schulklassen auf jährlich 2500 Mark festgesetzt worden. Nur für diejenigen Eltern, die ein Einkommen von weniger als 1150 000 Mk. jährlich haben, treten Ermäßigungen lein, und zwar nach folgenden Richtlinien: Bei Einkommen unter 150 000 Mk. bis 125 000 Mk. beträgt das Schulgeld 1900 Mk. »unter 125 000 Mk. bis 100 000 Mk. 1500 „ unter 100 000 Mk. bis 75 000 Mk. 1200 „ unter 75 000 Mk. bis 50 000 Mk. 900 unter 50 000 Mk. bis 40 000 Mk. 700 „ unter 40 000 Mk. 500 „ Diejenigen Eltern, die an der Schulgeld- crmätzigung Interesse haben, werden den Direktionen in Zukunft einen beglaubigten Nachweis über die Höbe ihres Jahreseinkommens vvrlegen müssen. Solange dieses für das laufende I" bici'ft a für rfl zu i n>c' tschrr iga"' -luna irunft übti1 zöge" gunö {cnnt* in die ■IBoi'1 Kaltes, caiü* et. die ic F nlefct etba"' müf^ t R thrhe't in “n!) -siellcr- . fier' oE ,ot der cstori' eru'e-1 -sc- Die r he i- 'Berlin Brief 5343,80 3086 Gewinne 1 GO 000 M. a oiessen Jeder Herr ■ .-■____- weis beim Hausverwalter der Universität. 4165 nDDDcraDOOOöaooDaDaooaooDaoDaooD Lichtspiele bis elnschl. Sonntag: I: „Die Flucht ins Ungewisse“. Ferner: 4172c 4167a Züricher Drest Mitte Ratio icr Bant. . . ). Ereditbank. 18,50 1,28 0,34 3.78 1,70 1,45 59.20 88.80 88.80 117.80 117.80 97.80 23.80 125.40 26.4. 1,79 1190, 785, 708, ?38, 885, Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Stockholm . Wien.... Prag .... London. . . Beuhork . . Paris. . . . 27.4. 1,81 0,92 1,69 1,36 Fl. Är. Kr. Är. Kr. Sh. r Fr. Kaufe alte Zahngebisse 533,- 500,- 77.25 885.- 26. 4. S7.5 ) 97,— 142,50 88,- 435 - 333,- 312,- 312,- 600,- 438,- 320,- 288,- 317,- 700,- 709,- 815,— 645,- 622,- 485,- 80,- 865,— 235r50 Datum: Amstd.-Botterd. Brüssel-Antw. . Shrilli ania . . . Kopenhagen . . Stockholm. . . . Helsingfor«. . . Italien..... London ..... Beuhork..... Paris...... Schweiz..... Spanien..... Deutsch - Oesterr. Prag...... Budapest.... Buenos Aires . Bulgarien . . . Japan...... Bio de Janeiro Bad.Bnilin-u. Soda Höchster Farbwerk«. Allg. Glettr.-Ges. . Felten & Guilleaume Schuckert-Werke. . . Adlerwerke...... Daimler....... 4° 0 Hess. Staatsanl. Electron Griesheim Dische. Vereinsbank 1180,- 765,- 702,- 724,- 837,- 660, 620,- 485,- 76,25 600,- 6002,45 7306,85 557,30 1508,10 1248,40 281,64 2621,70 5523,05 4399,-15 3,63 549,80 36,45 100,85 206,20 134,65 3895,- 535670 6017,55 7324 15 558,70 1511,90 1251,60 282/16 2628,30 5536,15 4410,55 3,67 551,20 36,55 101,15 206,80 134,95 3905,- 5927,40 7279,10 532,7o 1531,96 1244,10 280,10 2643,30 5692,- 4465,60 3,59 549,70 36,30 100,40 203,30 135,95 3955,- Wegen Ersparnis hoher Ladenmiete 1 Treppe. findet bei mir preiswerte, reichhaltige Auswahl in neuen und getragenen Anzügen; auch für korpulente Herren. Für jeden etwas passendes! Ferner Anzüge für Burschen in allen (Bröfjen. Neue feldgraue Litewken, sowie gebrauchte Röcke mit Westen, wie auch neue und getragene Hosen in allen Farben. Feldgraue Hosen in allen Gröhen, ferner schwarze Hosen, geeignet für Eisenbahner. 7260,90 531,30 1628,05 1240,90 279,40 2636,70 5678,- 4464,40 3,55 548,30 36,20 100,10 202.70 135,65 3945,- L. 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Dan Der britische Vorschlag al« ein Versuch angclcbM treiben könne, die nachdrücklich festgesetzte Bc» bingung, bat" auf ber Äonfereiy von Len 4a die Bepaiationssrage nicht aufgetuorten werden Darf, za durchbrechen. Die rheinische Zentrumspartei über die Besatzungslasten. Handels- Lehranstalten GIESSEN Leiter: J. Kunzeimann Seitenweg 73 Diplom-Kaufmann und Diplom-Handelslehrer. 2. Ma 1Beginn d. neuen " Schuljahres. Auskunft u. Anmeldung täglich bei der 1iansa-Schu/e Seltersweg 73 Tel. 821 Oder 3566a Vogtschen Handelsschule Goethestr. 32 Tel. 2064 Prospekt frei. Schlich- Schluh- Schluh- Schluß- Kurs Kur« Kurs “ hat. eine Entschliehung angenommen, in der heißt: Der Proviitzialausschuh muh die Aul- merksamkeil ber Konferenz von Genua auf die unerträgliche Höhe der Besahungskosten deS THeinlandes richten, die nicht nur schwer auf der Bevölkerung lastet, sondern auch der Zahlung ber Beparationskosten ungeheuere Summen entzieht. Dabei muh er jedoch es auf das entschiedenste ablehnen, die Erleichterung dieser Be* saynngskosten etwa dadurch zu erkaufen, baf) da« Bheinland einer Lockerung seines Verhältnisse« zum Beich oder einer sonstigen Veränderung seiner Politischen Berhältnisse zustimmt. Biemais werden wir die Erfüllung bestimmter Wünsche aus der Hand einer fremden Macht annehmen. Die im Vorjahre mit den Sanktionen gemachten Erfahrungen haben deutlich gezeigt, dah daS wirtschaftliche Gedeihen des Rheinbundes unlöslich verknüpft ist mit seiner Zugehörigkeit zum Beiche. Der wirtschaftliche Biebergang des Saargebietes läht in dieser Hinsicht keinerlei Zweifel aufkommen. Frankreich beruft Urlauber zurück. London, 27. April. (WTB.) „D a i l y E r - p r e h" meldet aus Genf, dah die französischen Soldaten, die sich dort auf Urlaub befanden, plötzlich den Befehl erhielten, sofort zu ihren Truppenteilen in Frankreich oder am Bhein zurückzukehren. Dies hänge mit der B c d e P o i n- c a r e« zusammen, da Frankreich unter Umständen allein gegen Deutschland vorgehen werde. Krassin Gesandter in Berlin. London, 27. April. (WTB.) Der Berliner Berichterstatter des „Daily Chroniele" erfährt von zuverlässiger Seite, dah die Ernennung Krassins zum ersten Gesandten der Sowjet regierung in Berlin in wenigen Tagen erfolgen werde. Die Krankheit Kapps Leipzig, 26. April. (Wolff.) Kapp, der bekanntlich vorgestern wegen eines Geschwülste« in der linken Augenhöhle operiert werden muhte, wurde, da das Geschwulst bereits große Abschnitte: der Augenhöhlenrandung ergriffen hatte, das linke Auge entfernt. Ebenso crlranften Teile des Schädels in grober Ausdehnung. Da» Allgemeinbefinden Kapps ist entsprechend der Schwere und der langen Dauer der Operation erheblich beeinträchtigt. Die Aerzte hoffen, daS rechte Auge zu erhalten. erhalten Sic durch Selbetfhrben wie neu mit 3724D Wiki-Haushaltfarben. Waschechtes Schwarz auf wollene Strümpfe. 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Außerdem wurden 254 Rinder ohne amtliche Preisnotierung gehandelt. Die Preise liegen um so viel über den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste. Spesen und Händlergewinn in sich schließen. Besonders günstiges Angebot! posSJ'iII. Trikot-Hemdßn alle Größen 70m. po^enB'wll.Trikol-Hosen o.-Jata rben Die Bahnräuber hatten das Lig- auf Halt gestellt, um den Q-Zug zum Stehen zu bringen. Durch die Aufmerksamkeit eines Blockwärters wurde der Anschlag vereitelt. Herbei- geeilte Polizeibeamte wurden von den Bahn- täübern in ein Feuergefecht verwickelt, nach dem ein Mann schwer verwundet am Tatort vorgefunden und feslgenommen wurde. Sin dreister Dankraubversuch. Berlin, 27. April. (Wolff.) Heute vormittag erschien in der Filiale der Dresdner Bank am Beid-slanzlerplah ein etwa 20- jähriger Bursche mit einer oorgebundenen schwarzen Maske und verlangte von dem Banf- voi sleher. den er mit dem Bevolver bedrohte, binnen fünf Minuten hunderttausend Mark. Der BanlDorflebcr wandte ein, er müsse sich in den Vorraum begeben, um daS Geld zu holen. In diesem Augenblick schlug ein Bankdicner dem Bäuber die Pistole zur Seite. Bei der Berfolgung feuerte ber Bursche hintereinander a ch t Schüsse auf seine Verfolger. Ein Polizeiwachtmeister wurde am Oberschenkel getroffen. Ein zweiter Polizeibeamter verfolgte den Bäuber auf dem Bade und streckte ihn durch einen Schuh zu Boden. Der Bursche wurde als Polizeigesangener dem Krankenhause zugeführt. Handes. Berlin, 27. April. Börsenstim- rnungSbi 1 d. Die wechselnde Neueinteilung der politischen Lage hatte eine Unsicherheit des Devisenmarktes zur Folge und in Rückwirkung hiervon schwankte die Kursbewegung des Effektenmarktes. Bei vorwiegender Zurückhaltung der Spekulatton gewann das Geschäft nur zeitweilig etwas mehr Lebhaftigkeit. Die festere Tendenz überwog im allgemeinen. Am Montanmarkte zeichneten sich oberschlesifche Werte durch erhöhte Kurse aus, und zwar stiegen Laurahütte etwa 100, Katto- witzer unter Schwankungen 90 Prozent. Sonst bewegten sich die Aenderungen nach oben und unten im Rahmen von 5 bis 30. Am Bankaktienmarkt trat ein lebhaftes Interesse für Berliner Handelsgesellschaft hervor, die eine Aufbesserung um etwa 16 erfuhren, während sonst auf diesem Gebiet Ruhe herrschte. Schiff- sahrtsaktten lagen ungleichmäßig ohne wesent- lidje Aenderungen. Der Anleihemarkt war gut behauptet. Devisen schwächten sich am Bormittag gegen die gestrigen Abendkurse ab, gewannen aber späterhin eher mehr Festigkeit. Frankfurt a. M., 27. April. Börsen- stimmungSbild. Die Börse steht wieder im Zeichen der Nachrichten aus Genua. So wie die Lage sich entwickelt hat. dürfte der Stand der ausländischen Zahlung-mittel noch immer in seiner schwankenden Haltung verharren. Der Dollar wurde im Fnihverkehr mit 286 bis 278 genannt und nahm dann die gewohnte schwankende Haltung ein, man nannte ihn später mit 276 — 278 280. Das Geschäft in Devisen war still. Am Markte der unnotierten Werte hörte man folgende Kurse: Becker-Stahl 470, Benz 550—545, Gebr. Fahr 650 -660, Deutsche Petroleum 2225 bis 2200, Mansfelder Kuxe 25 225. Der Bentenmarft verkehrte in ruhiger Haltung. Am Montanaktienmarkt erfuhren Buderus, Mannesmann, Bhein- 27. 4. Schweizer. 2R.4» Tranken 100 Fl- — 195.76 195.80 100 Mk. — 1.81 1.79 100 Är. — 0.06 0.06 100 Är. 9.975 9.975 100 Fr. 47.60 47.35 1 £ 22.765 22.74 100 L. —- 27.55 27.30 100 Fr. — 43.55 43.50 100 Är. —— 0.65 0.60 100 s 514.25 514.- 100 Är. —— 1.85 1.80 100 Är. = 0,13 0,13 Tüchtige sofort für dauernd gesucht. 4185 Georg Leid L Sohn. im Alter von 54 Jahren. 4187D Danksagung Gießen, den 26. April 1922 04354 Stütze. 4127V Wetzlar (Schillerplatz 13), den 27. April 1922. erfahren. 4160 zu verkaufen. 4189 Wieseck, Magdeburg, den 27. April 1922. gesucht. 4145 4.1 QQ Brendelstr. 8. 4183 Sich, den 26. April 1922. 04339 04380 zu vermieten X., Else Bachmann geb. Pfaff W. Bachmann und Kinder Im Namen aller Hinterbliebenen: Maria Quandel geb. Brückmann Bert Quandel. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns betroffenen schweren Verluste sagen wir nur auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Gießen (Moltkestr. 10), Bürbach (Westf.), Betzdorf, Hagen (Westf.), Metz, Straßburg (Els.), Neunkirchen (Bez. Arnsberg), den 28. April 1922. Die Beerdigung findet Dienstag, den 2. Mai, nachmittags 4 Uhr, auf dem Neuen Friedhöfe statt. Vertreter gesucht für (Sieben u. grob- Bezirk zwecks Vertriebs eines preiswerten Hand - Feuerlöschers, einenatttfl einfacher Konstruktion. Ang. mit Angabe seith. Tätigkeit unter „8*. L. 4.“ an Ala-Haasen stein & Vogler, WormS. 4148A ■ '' Statt besonderer Anzeige. Gestern nachmittag 3l/2 Uhr entschlief ruhig nach kurzem Leiden unser lieber Vater, Großvater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel August Waldschmidt im Alter von 69 Jahren. In tiefer Trauer: Im Namen der Hinterbliebenen: Richard Waldschmidt, Major a. D. mit d. Uniform d. Feldart.-Regts. Nr. 15. Ni tWigt, jüngere Minolta die mit Licht- u. Kraftanlagen vertraut sind, zum sofortigen Eintritt Wohnungstausch Giehen-lvieseck. (Geboten: 3 Zimmer- Wobnung in «liehen. Schrift!. Angeb. unter 04358 a d. Gieb- Anz. erb. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei I dem Hinscheiden unsrer lieben Mutter I Frau Marie Drescher geb. Kreiling W' sowie für die vielen Kranzspenden und die trostreichen D Worte des Herrn Pfarrer Sattler sagen innigsten Dank die trauernden Hinterbliebenen. WWWlgM. Wer tauscht bessere Wohnung intoichcn mit ebensolcher in Wetzlar k Schr. Ang. u. 01360 a. G. A. • U Em Die Beerdigung findet Freitag, den 28. April, 3 Uhr nachm., von der Friedhofskapelle aus statt. 4181V Woltzes Simmet ohne frühstück n. Bedien, von Fräulein sofort zu mieten gesucht.Beuiväsche wird gestellt. Schr. Ang. unter04347a. d. Gteh.Anz. Wir suchen für Oberhessen und angrenzende Gebiete einen zuverlässigen, erfahrenen Bezirksleiter dessen Ausgabe es sein würde, den Bezirk zu bereisen, gemeinsam mit den Agenten zu ak- gulrieren und neue Agenten anzustellen. Die Stellung ist selbständig, der gesuchte Beamte untersteht also nur der Bank direkt. Angebote mit Lebenslauf und Lichtbild erbeten on Stuttgarter Lcbensversichcrungsbank a. G. (Alte StotlRartcr). 4182ss Größte eurov. Lebensversicherungsanstalt auf Gegenseitigkeit. Bankvermög. ^Milliard. M. ZmhssäKIiiigWfftt Alsfeld. ^AMderWim zu einem Knaben von 2'/:>Jahren gesucht. Guter Jahresvosten. Ossert. mit Referenz, a. Frau Engel, Bad Homburg v. d. H., Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hin- scheiden und der Beerdigung unseres inntgstgeliebten Töchterleins und Schwesterchens *■ < Johanna [°rot,e fAr die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden, ferner für k Erzreichen Worte des Herrn Pfarrers und die letzte Ehrung Schulkameraden und Herrn Lehrer Sauer sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. Zritz Zimmer, Kupferschmied, und zamllie. ßL'vei Ausländer suchen iäi. Mim. Schriftl. Angeb. unt. 04383 an d. Gieb. Anz. erbeten. Gestern nachmittag 3 Uhr entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden mein lieber, guter Mann, mein treusorgender Pflegevater, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Inhaber des Verdienstkreuzes für Kriegshilfe Mliges WWll' für 1. Mat gesucht. Ern«t Balser. 4169 MäuSburg. Freifrau von Schenk, Marburg a. d. 8., Schwanallee 48. Zum baldigen Eintritt solides lröst. MöWcii für Hausarbeit gesucht, evtl, nur tagsüber. 04SM Ludwigstratze 61. | Vermietungen | Gut mölil. 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Avril, vormittags 8 Ubr: Monatsversammlung bei Hopfeld. Ausgabe der Einladungskarten und sonstige Bekanntmachungen. Erscheinen dringend erforderlich. 4168 Der Vorstand. Mw.Gail'sche Zeuerwehr. SamStag, d. 29. Avril, abends 8Va Uhr, bei Kamerad Sauer. Monatsversammlung verbunden mit Vortrag des Kameraden Dlttller. Vollzähliges Erscheinen, insbesondere der jungen Kameraden, dringend erwünscht. 4176v DaS Kommando. Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen) Ur. 99 Zweiter Blatt Die neuen GehaltsZorderungen der städtischen Beamten. Don einem Kenner der städtischen Derwalrungsverhältnisse erhalten tote folgende Anschrift. Eine Angelegenheit von grober finanzieller Tragweite, an der die Steuerzahler der Stadt Gießen lebhaft interessiert sein müssen, wird in allernächster Zeit von der Stadtverorbnetenver- knmnhing zu erledigen sein. Es handelt sich dabei um eine Revision der Besoldungsordnung der städtischen Beamten von 1920 auf Grund einer Vereinbarung, die am 30. Januar d. Z. zwischen den Gewerkschaften dieser Beamten und den Oberbürgermeistern bzw. Bürgermeistern von Darm ttadt, Mainz. Giehen, Offenbach, Worms, Friedberg, Alzey, Bad-Rauheim, Bensheim, Bingen betroffen wurde. Den Sladtverordnetenversamm lungen, von denen keine Bertreter zu den be° 'reffenden Berhandlungcn zugezogen wurden, wird nun von den Oberbürgermeistern bz. Bür- qermeistern, die sich den Beamtengewerkschaft m oegeniiber hierzu verpflichtet haben, die unver änderte Annahme dieser Dereinbarung angeson- nfn. und zwar mit rückwirkender Kraft vom i 2lpril 1920 ab! Sn Offenbach ist diese Ann ihme in Abwesenheit der Bertreter der Rechtsparteien, des Zentrums und der Demokraten, also ohne die Zustimnnrng der bürgerlichen Parteien, erfolgt. Run steht die Stadtverordnetenversammlung in (Stehen vor der Entscheidung Dabei ist vor allem zu bemerken, bah die städtischen Beamten schon 1920 in höhere Gehaltsgruppen ein» acslus! wurden als die nach Jöiigfcil, Derant Wortung und Borbildung ihnen entsprechenden Beamten im Dienste des Reichs und der Länder, bah he seilbem an allen Gehaltsaufbesserungen her Reichs- unb Staatsbeamten teilnahmen, bnh aber trotzdem nun bie Einstufung in noch höhere Gehaltsgruppen von ihnen gefordert unb von den Oberbürqrrmciftcrn bzw. Bürgermeistern bcam tragt wirb Eine nicht unwichtige Rolle spielt habet die Schaffung neuer Amtstitel unb Amts stellen Für Giehen soll folgenbe Reugruppierung jrfe Einstufung erfolgen: Gruppe I unb II (bie niedrigsten Gehaltsgruppen) sollen unbefeht bleiben und bie hierfür in Betracht kommenben Personen im Arbeiterverhältnis beschäftigt werben - nach Aussage bes Oberbürgermeisters von Offenbach deshalb, weil eine Höherstufung dieser unteren Beamten den Unwillen der schlechter gestellten unteren Beamten des Staates erregen könnte. Eine Rücksicht, die man den in den folgenden Gruppen erscheinenden Staatsbeamten bis hinauf zu den höchsten offenbar nicht schuldig zu sein glaubt! Gr. III Amtsgehilfen (Ratsdiener. Boten), 2 Hausmeister an den Schulen (Schul- diener, Inhaber besoldet nach Gr. IV). 1 Amts gehilfe beim Schlachthof (Stelle künftig weg- fallend). Gr. IV . 4 Amtsobergehilfen, 2 Haus meister an den Schulen, 1 Amtsgehilfe beim Gaswerk (Stelle künftig wegfallend), 2 Feldschühen. 1 Maschinist beim Wasserwerk (Inhaber besoldet nach Gr. V), 11 Derwaltungsassistenten (seither Burrauassistenten, ohne jede Vorbildung), 2Dau- assistenten (Strahenaufseher), 37 Polizeiwacht- meister (nach der staatlichen Regelung), 1 Daum- nxrrt (Inhaber besoldet nach Gr. V), 2 der Arnts- rbergehilfen werden für ihre Person nach Gr.V besoldet. — (St. V; 11 Derwaltungsoberassistenten. 3 Bauoberallistenten, 1 Botenmeister, 1 Ober» gärtner, 3 Feldfefmhen, 1 Förster (nach der staatlichen Regelung,. 38 Polizeiwachtmeister (nach her staatlichen Regelung), 1 Wiesenmeister (Inhaber besoldet nach Gr. VI), 3 Hallenmeister (zwei Stellen künftig wegfallend). Gr. VI: 15 Berwul- tungssekretäre (seither Stadtassistenten unb Stadt- sekretäre). 1 Dausekretär (Stelle für einen Beamten ohne Dauschulbilbung), 2 Pfandmeister (Dollstreckungssekretäre), 1 Gartenmeister, 1 Werkmeister beim Schlachthof, 4 beim Gas» und Wasserwerk (2 Stellen künftig wegfallend) und 1 bei der Straßenbahn, 1 Friedhofsverwalter, 1 Feldfchuh- meister (seither Oberfeldaufseher), 3 Polizei- bzw. Kriminaloberwachtmeister (nach der staatlichen Regelung), 2 Förster, 1 Oberhallenmeister, 1 Eichmeister beim Elektrizitätswerk (Stelle künftig wegfallend). Gr.VII: 15 Derwaltungsobersekretäre (Derwaltungsbeamte ohne Obersekretärprüfuna 2. Prüfung). 2 Bauobersekretäre (darunter ein bisheriger Strahenmeister), 4 Oberwerkmeister (Elektrizitätswerk, Wasserwerk, Kläranlage, Stadttheater), 1 Polizeikommissar (nach der staatlichen Regelung). Gr. VIII: 12 Derwaltungsinspektoren (seither Stadtobersekretäre), 3 Dauinspektoren (seither Bauobcrsekretäre), 1 Detriebsinspektor beim Elektrizitätswerk unb der Straßenbahn, DieSakramentshex. Roman von Marie Kerschen st einer. S. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Atemlos stanb sie ba, selbst maßlos betroffen über bieses neue Gefühl, bas lawinengleich über sie hcreingcbrochen war unb sie fortgerissen hatte' Die beiden Fäuste auf die tobende Brust gepreßt, sah sie dem Küster entgegen, der auf 1ie zukam unb dessen Gebaren nichts Gutes erwarten ließ. Er bewegte den Stock, den er in der Hand trag, auf und nieder. Wenn er sie schlagen würde! Dieser Gedanke schlag wie der Blitz in ihr Gemüt. Und in dem Aufruhr der Gefühle, in der Angst, bie ihn noch schürte, trat ein gequälter Ausdruck auf ihr Gesicht, ber einem ßädjeln zum Verwechseln ähnlich sah Es erblicken unb den Stock ftnlen lassen, war bei bem Küster eins. Der Abend fiel ihm ein, an bem Pfarrer Schlosser bieses Kind gefunden hatte. Was sagte ber Volksmund von jenen unholden Wesen? Es war ihnen kein Gemüt verliehen, hieß es, sie mußten lachen, wenn andern ein Leid geschah! Sie konnten nicht anders und davon waren sie zu erkennen! O, er hatte keinen Mut, das Kind zu berühren! Lene sah den Stimmungswechsel auf des Küsters Gesicht unb machte ihn sich zu Ruhen. Es hatte sich eine Gasse m ber Kinderschar gebildet, durch die sauste Lene tote ein Pfeil duvon. Sie rannte bie Dorfstraße entlang, als ob der Stecken ihr nach käme. Ihr rötliches Haar flatterte wie eine brennenbe Fahne hinter ihr brern Rach biesem Auftritt ließ Christine ihr Kinb nicht mehr in bie Schule gehen. Sie hätte Lene auch kaum dazu gebracht. Im Winter, so nahm sie sich vor, würbe. sie 2cnc selbst lehren, was sie aus ber Schule noch wußte Einstweilen vwchte alles bleiben, wie es war. 2 Dermessungsinspekloren (Geometer 2 Klasse) Gr. IX: 12 Derwaltungsoberinspettoren (seitherige Obersekretäre, aufrüttenb aus Gr. VIII), 4 Dau- oberinspektoren, 1 Betriebsoberinspektor beim Elektrizitätswerk unb ber Straßenbahn, 1 De- triebsoberinspektor beim Gas- unb Wasserwerk (seither Betriebsobersekretär), 2 Dermessungsober- infbeftoren (Geometer 2. Kl.). Gr. X: 6 Der wa l- tunggamtmänner. unb zwar als Borstänbe bes Steueramts (seither ein Obersekretär ohne Prüfung in Gr. VIII), des Wohnungsamtes (seither Obmsekretär mit städtischer Sekretärprüfung in Gr. VIII). der allgemeinen Berwaltung (neue Stelle!), bes Standesamtes (seither Sekretariats- Vorstand ohne Prüfung in Gr. IX), des Dersiche- rungsamtes (seither Sekretariatsvorstanb mit Ge- richtsschreiberprüfung in Gr. IX), sowie als Der- treter des Stabtkassebirektors (Stelle seither nicht besetzt, Direktor stall dessen seither vertreten durch den ersten Buchhalter), 2 Bauumtmänner (seither 2 Abteilungsvorstände beim Dauaml in Gr. IX) Gr. XI . 3 Derwaltungsoberamtmänner, unb zwar als Direktor ber Stadtkasse (seither in Gr. X, her- sönlich besoldet nach ®r. XI), als Vorstand bes Wohlfahrtsamtes (seither Seftetariatsvorstanb in Gr. IX) und als Dorstanb bes Dechnungsamtes (seither Sekretariatsvorstand in Gr. IX), 1 Bau- oberamtmann (feitber Abtellnngsvorstand beim Stabtbauamt in Gr. IX), 1 Dermessungsoberamll mann (Geometer 1. Kl., seither Bermessungsinspek' tor in Gr.X). Gr XII: 1 Schlachthofbirektor (Stelle künftig wegfallenb), 1 Verwaltungsdirektor (früherer Oberfefrctär mit 2. Prüfung, bann Bureau- bireftor unb als solcher 1920 in Gr. XI eingefhifl mit bem Titel Verwaltungsdirektor). Gr. XIII: 1 Stadtbaudirektor (seither Stadtlmurat in Gr.XII), 1 Direktor des Elektrizitätswerks und der Straßenbahn (seither Gr. XII), 1 Direktor des Gas- unb Wasserwerks (seither Gr XII). Diese 3 Beamten werben in ben ersten 8 Dienstjahren nach Gruppe XII besoldet. In ber Besoldungsordnung ber Staalsbeam- ten ist Gr. XIII bie höchste unb letzte Besoldiings gruppe (Ministerialräte, Staatspräsident beim Oberlandesgericht usw.), aus die bann für bie höchsten Staatsbeamten, mit den Provinzialdirek toren beginnenb unb mit bem Staatspräsibenten endend (in Hessen im ganzen noch 30 Beamte), die Einzelgehalte folgen. Hier wären also die Gehalte für die Beigeordneten uni) ben Oberbürgermeister unterzubringen, von denen bis jetzt noch nichts gesagt ist. Kein Beigeordneter könnte, wenn bie Deamtensorberungen angenommen würden, weniger Gehalt beziehen als ein Provinzialbiret- tor, unb der Oberbürgermeister mühte in bie Rähe des Staatspräsidenten rücken. Bei Annahme der Vorlage durch die Stadtverordneten wäre bie finanzielle Wirkung die, daß allein für Nachzahlungen für bie Zeit vom 1 April 1920 bis 1 April 1922 Hunberllausenbe, schätzungsweise wohl nicht viel weniger als eine Million, an die städtischen Beamten bis hinauf zum Oberbürgermeister verausgabt werden müßten, von ber schweren Belastung ber städtischen Finanzen für die Zukunft ganz abgesehen Angesichts der bekannten Finanznot der Städte und ber immer neuen Millivnenanleihen, bie zur Bestreitung ber nötigsten DÄmrsnisse gemacht werben müssen, eine gefährliche neue Belastungsprobe! Ilm so gefährlicher, als nach dem bekannten Sperrgeseh bed Reiches ben Ländern verboten ist, Vorschüsse an Gemeinden zu zahlen, die sich mit ihren Besoldungsbestimmungen in Widerspruch setzen zu denen des Reiches. Letzteres aber ist bei ber Vorlage der Fall, unb Reich wie Länber können unmöglich zugeben, baß auf ihre Kosten Beamte ber Gemeinben um mehrere Gehaltsgruppen höher besoldet werden als diejenigen Reichs- unb Staatsbeamten, deren Tätigkeit, Verantwortung unb Borbilbung ber jener Gemeindebeamten gleichsteht, ober sie weit übertrifft. Rur einige Beispiele: Wie will man es begründen, daß der pom Staat besoldete Schuldiener nach Gr. II und III, der von der Stadt besoldete nach Gr. IV bezahlt wird? Ober bie Oberfefretäre mit Staatsexamen ober zweiter Prüfung! Ihre Eingangsgruppe beim Staat ist Gr. VII, unb sie gehen hier bis Gr. IX. Bei ber Stabt beginnen sie als Derwaltungsinspektoren mit Gr. VIII. gehen als DerwaltungsoberInspektoren nach Gr. IX (in ber z. D. bie Rektoren der städtischen Schulen stehen), als Amtmänner nach Gr.X (beim Staat bie Eingangsgruppe der cllademifch gebildeten Beamten wie z. D. Regierungsräte, Finanzräte, Studienräte, Amtsgerichtsräte, Staatsanwälte usw.) und endlich als Oberamtmänner nach Gr. XI (beim Staat die Deförderungsgruppe für die bei Gr. X genannten akademisch gebildeten Beamten, dazu hier noch ordentliche Professoren an der Landesuniversität, Direktoren ber Realschulen Lene aber konnte ben geschändeten Engel nicht vergessen. Das Erlebnis in ber Schule hatte ein mit Furchtgepaartes Mißtrauen gegen bie Dauern in ihr erweckt. Rur mit Unbehagen konnte sie fortan von ihrer Höhe aus bem Treiben ber Dörfler zusehen, bie ihr nicht mehr wie harmlose Puppen erschienen, zu ihrem Zeitvertreib gemacht. Rur einen hoben ihre Gedanken aus ber Menge der Gefürchteten heraus, bas war ber Knabe mit den samtbraunen Augen unb den Schlänglein auf Schläfen und Stirn. An bie Schlänglein muhte sie immerfort denken! Wie liefen sie in drolligen Windungen über die weiße Haut! Und doch hostete ihnen etwas Freudloses an, etwas, was ans Herz griff. Mit ihnen hielt sie tm Geiste Zwiesprache, wenn sie in den heimeligen Verstecken ber Pfarrburg saß. Doch wie anders klang ihre Rebe, wie bie ber Schlänglein im Märchäireich, die ein Krönlein tragen, zum Zeichen ihrer verschwundenen Herrlichkeit! „Siehst du nicht, daß wir müde sind? ' sprachen sie zu ihr. „Wir schleppen eine unsichtbare Saft, die keiner tragen hilft! Gern möchten auch wir recht fröhlich fein, aber zeigt uns wohl je» manb, wie man es macht?" „Wie man es macht?" staunte Lene. „Man braucht nur die Sonne zu sehen, bie decki em Drünnlein im Herzen auf, das plätschert unb singt ben ganzen Tag!" „Wir finden bas Drünnlein nicht!' Etagen bie Schlänglein, „unb keiner zeigt uns, wo es entspringt!" „Ader bie Dlümlein," rät Lene. „Wißt ihr nicht! baß der Duft ihre Sprache ist? Sie wiegen sich im Winde und hauchen euch an. Schließt nur die Augen unb trinkt ihren Hauch, - ihr werbet sehen, wie froh das macht!" „llng nicht! — Ung weckt es bie Sehnsacht auf, "unb ferner ist ba, bie sie stillt!" „O, die Sternlein gewiß!" tröstete Lene weiter.' »Wenn bie am Abend wie lustige Aeug- u. a.). Der Dureaudirektor der Provinzialbirektiou steht mit bem Titel Verwaltungsoberinspektor in Gr. IX, ber städtische Sureaubirettor mit bem Titel Verwaltungsdirektor ober früherer Ober- fefretär mit gehobener Stellung in Gr. XII (staatliche Gnippe ber Oberregierungsräte, ber vor- tragenben Räte bei ben Ministerien, ber Kreis- bireftoren, ber Direktoren ber Gymnasien. Realgymnasien, Oberrealschulen, Amtsgerichtsdirektoren usw.). Die staatlichen Oberbauräte kommen nicht über Gr. XII hinaus, der Stadtbaurat steht in Gr. XIII usw. Glauben bie Stäbte bem Sperrgesetz zum | Trotz ihre Deamten weit über bie Reicks- unb Staatsbeamten stellen zu sollen, so werden sie wohl auch bie Kosten bafür aufbringen müssen durch immer neue Abgaben, die ben Bürgern auf; erlegt werden Die Deamten des Reichs unb bei Länder aber werden keine Lust verspüren, sich zu Deamten zweiten Grades degradieren zu lassen. Sie werden wohl alles aufbicten, um die ihnen zukornmende Stellung zu behaupten bzw. toicber- -.ugewinnen. Reue Forderungen ihrerseits werden dann kommen müssen, wenn sie sich nicht selbst preisgeben wollen Auch neue Lohnsorderungen der Arbeiter werden nicht ausbleiben. Wohin aber treiben wir auf diesem Wege? Eine ernste Frage an diejenigen, die über das Schicksal ber neuen Beamtendesoldungsvorlage in Gießen zu entscheiden haben! Der vierte Jahrestag der Befreiung von Helsingsors durch die deutschen Truppen. Aus Helsingsors wirb dem Deutschen Aus land-Institut geschrieben. Der- „zwölfte April" wurde äußerlich in diesem Jahr ebenso gefeiert, wie es sich in ben ersten Jahren allgemeiner Be geisterung eingebürgert hat Die blauen Kreuze der finnländischen Fahnen flatterten über ben Häusern, bie Heldengräber auf dem noch in tiefem Schne« begrabenen alten Kirchhof inmitten der Stadt waren wieder von liebender Hand geschmückt, die Schuhkorps vom Jahre 1918, also die eigentlichen Waffenbrüder der Gefallenen, zogen wie sonst zu deren Ehrung herbei. Der Bürgermeister von Helsingfors, die Vertreter des Magistrats und der bürgerlichen Stadtverordneten. die Spitzen des Militärs mit der hohen Gestalt des Kriegsministers Cfalanber an bei Spitze, bie beutfdjc Gesanbtschast unb bie Abgesandten ber verschiedenen deutsch-finnischen Vereine legten mit Worten des Dankes Kranze an den Heldengräbern nieder. Ja, wie sonst erklang nach ber Kranznieber- legung bas alte Lied: „Deutschland, Deutschland über alles" über die entblößten Köpfe der Men schenmenge hin . und doch ist in diesem Jahr-- die poliftsche Atmosphäre im Lande so ganz anders als bisher. Das Warschauer Abkommen, das Polen an Finnland fettet, wird von ben Deutschsreunden in Finnlanb schwer empfunden. Sv ist es zu verstehen, daß Prol. Ruin, der Dor- sitzende der finnländisch-beutschen Gesellschaft, zur Feier ihres Jahrestages am Abend des Zwölften ber glänzend) besuchten Fesl- versamrnlung Worte sagte, bie wie Hammerschläge Hangen. Mit ber scharfen Verurteilung ber augenblicklichen Politik ging bie Zuversicht Hand in Hand, daß Deutschland schon jetzt wiederum eine große Lichtquelle der Menschheit sei, unb die Hoffnung, daß es zur Freiheit durchbringen werde. Diese ernste Feier war durch einen Vortrag des Bischofs Gum Perus über bie geistigen und geistlichen Strömungen im neuen Deutschland eingeleitet, die er während seines letzten Aufent- fealts in Wittenberg kennen gelernt hat. Der Bischof sprach von den außerordentlich tief wurzelnden kulturellen Verbindungen zwischen Deutschland und Finnland, an denen die Tagespolitik nicht rütteln könne. Ist doch Martin Luther wohl bie vertrauteste historische Gestalt für Finnlands Bevölkerung. Die Rede des deutschen Gesandten G o e p - b er t bildete ein Gegenstück zu der des Prof. Ruin, indem der Vertreter Deutschlands als zartfühlender Gentleman über bie tounben Punkte ber Tagespolitik mit linber Hand hinwegstrich, die glänzende Entwicklung des jungen Finnland auf den Gebieten der Kunst, Wissenschaft und Literatur hervorhob unb ihm Selbständigkeit und Freiheit für die Zukunft wünschte. Die zähe Widerstandskraft, die Finnland bei ber Verteidigung seiner heiligen Güter gegen russische Vergewaltigung bewiesen habe, sei eine Gewähr da- siir, daß Finnland seine innere Unabhängigkeit lein am Himmel stehn! Und jedes blinzelt euch zu: »Rat, wer ich bin! Die Sternlein müßt ihr fragen, bie lehren euch das Fröhlichsein I" „O, nur bie nicht!" rufen bie Schlänglein entsetzt. „So viel ihrer am Himmel 'stehn, |o viel rufen uns zu: Allein! Allein! Allein: Unb keiner, ber das Alleinsein mit uns teilen will!" Das Alleinsein . . .? Tas Wort machte sie bellommen, obwohl sie noch nie das Einsam empfunden hatte. Unb sie saß und hörte nicht aus zu überlegen, wie ben Schlänglein zu helfen fei. Ta ereignete sich eines 'Tages bas Heber» raschen de, daß Roman auf ber Schwelle der Pforr bürg ftanb. Man sah ihm an, er empsanb fein Kommen als ein tollkühnes Untern rhmea, benn fern Gesicht war weiß, alle Färb» war in die Ohren gewichen, bie noch weiter vom Kopf abzustehen schienen als sonst. Jetzt ,ba jebes der Kinder dm Gegenstand seiner Sehnsucht vor sich sah, fühlten sie sich fremd unb unbehaglich gegeneinander. Verlegen starrten sie sich an unb keines fand ein Wort, das andre zu begrüßen. Dis Roman schließlich unter den Kittel langte und das Engels bild vorholte, das er Hochei glühend bem Pfarrmädel hinhielt. Das brach auch bei Lene ben Dann. Mit einem Iubellaut nahm sie es aus seiner Hand. Unb siehe! Der Engel hatte gar leine Hörner unb leinen Schnurrbart mehr! Tas übel zugerichtete Haupt war gänzlich entfernt. Roman hatte an seine Stelle einen selbstverfertigten, aus weißem Papier geschnitteiien Kopf gesetzt, bem durch ein paar unbeholfene, kindliche Striche Mund, Augen und Rase verliehen waren. Von der ehemaligen Lockenfülle war nichts zu sehen, als ein paar Ringelenden, btc aus des Engels Schullern ins Leere ragten. Aber das tat nichts! Für Lene war, was sie in ben Händen i>i»lt, des Engels ungeschmälerte Pracht. Was ging Mitag, 28. April 1922 auch in Zukunft werbe zu wahren wissen, und sich nicht burch jeben Windstoß von dein als recht erkannten Wege werde abbringen lassen. Bon finnlänbifdyr Seite wurde mit ber Der- Sicherung geantwortet ..Wir, Deutschfteunde in Finnland, sind ..kein Häuslein klein" unb werben eine deutschfeindliche Politik nicht gestatten Denn wir glauben fest an eine Germania redivivaT Es wurden Degrüßungsdepefchen an General von der Goltz. Qtbmiral Meurer unb den ersten deutschen Gesandten in Finnland. Hemm von Brück abgesandt. Wie eine kleine Besreiimg wirkte die Depesche des früheren finnländifchen Kriegsmini' sters Theslös. der. an die gcmcinf.imc Waffen, brüderfchast mahnend, die Zuversicht aussprach, daß die deutscch-frnnifche Freundschaft .trotz Hvlsti" bestehen bleiben werbe. Gictzcncr Strafkammer. Gießen, den 25. April 1922 Der unbestrafte Fuhrmann Oskar H. in Gießen hat sich auf ben Ramen eines früheren 2Lr- deitgebcrs zwei Laibe Brot und in einem zweiten Fall, unter Vorlage einer gefälschten Vollmacht, ein Päckchen Tabak erschwinbell. Er hat, wie die Beweisaufnahme ergab, nicht aus Rot gc- handelt. Er wird wegen einfachen De^ t i u g s zu einer Gelost rase von 1 5 0 M k sowie wegen Betrugs und qualifizier- ter Urkundenfälschung zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt. Das Gericht zog zu feinen Gunsten in weitem Maße mildernde Umstände in Betracht Der Arbeiter Christian K. auS Alsfeld ist der Blutschande in mehreren Fällen beschul bigt. Da die 14 Jahre alle Tochter vor Gericht die Aussage verweigerte, konnte er nur in einem Falle dieses schweren Verbrechens überführt wer den. Mit Rücksicht aus die Persönlichkeit des Beschuldigten unb bie Schwere ber Tat spricht das Gericht eine Zuchthausstrafe von 2 Jahren aus. Der Gefangenenaufseher Otto W in Grün berg ist beschuldigt, einen Einbrecher, bet im Ainlsgerichtsgefängnis in Untersuchungshaft saß, nicht genügenb beaufsichtigt zu haben, so daß er entweichen konnte. Es wurde festgestellt, baß ber Aufseher, als ber Gefangene Holz aus 8cm Keller holte, ihn unbeaufsichtigt liefe, bah ihn ber Gefangene in ber Küche einsperrte unb sodann burch die Haustüre, die ber Aufseher, feiner Instruktion zuwider, unverschlossen gelassen, unb über die Mauer entkam. Das Gericht er blickte in bem Verhalten des Angeklagten, und zwar namentlich darin, daß er die Haustüre nicht verschloß, eine Fahrlässigkeit und verurteilte ihn gemäß 8 347 Abs 2 StGB, zu einer Geldstrafe von 300 Mk Friedrich unb Hugo W aus Münzenberg. Vater und Sohn, finb beschuldigt, bei dem sog Münzenberger Heukrieg ber S chu tzpolizei von Butzbach, bie vom Ministerium mit bem Weg transportieren bes streitigen Heus beauftragt war, Widerstand geleistet zu haben. Das Schöffengericht Butzbach hat beide Angeklagte ll-eigesprochen. Aus Berufung der Staatsanwall- schast hob die Strafkammer dieses Urteil auf unb verurteilte Friebrich W. zu einer Geldstrafe von 500 M k. unb Hugo W. zu einer solchen von 1 000 Mk. Der Staatsanwalt führte aus. Friedrich W. habe, wie erwiesen fei, die Posten fette der Schupo mit einer Heugabel bewaffnet durchbrochen und, als ihm diese von den Beamten abgenommen werden sollte, dagegen mit Gewalt liefe widersetzt. Hugo W. habe wiederholl gerufen „Das Heu bleibt feier" und habe die übrigen in großer Zahl anwesenden Münzenberger mehrfach aufgefordert, gegen die Beamten vorzugehen. Die Handlungen ber beiben Angeklagten erfüllten ben Tatbestand ber §§113 unb 114 StGB, unb das freifpreefeenbe Urteil erster Instanz müsse aufgehoben werben. Die Strafkammer schloß sich diesen Ausführungen an. Schöffengericht. Ziehen, 27. April 1922 Wegen Unterschlagung einer Hose würbe ein junger Hausbursche von hier zu einer Gelbstrafe von 50 Mark verurteilt. Ein Rachweis dafür, daß er sie gestohlen hab», war nicht zu erbringen. Ein Buchbinder von hier, ber tm Juli 1921 auf bem Acker eines Einwohners von Wirseck eine Partie Korn ausgedroschen und gestohlen hat, muß diese Tat mit 2 Wochen Gefängnis büßen. Ein Hänbler von hier war angetlagt, bit Steuereinnahmen bes Reichs dadurch es sie an, wenn anbre das Gold haar nicht sahen? Für sie war es ba, ihre Wirklichkeit liefe nichts vermissen! Scheu brückte sie bie Lippen auf das Kleinod unb umarmte bann ben I-ungen in heißer Zärtlichkeit. Sie wollte, baß er jefet immer bei ihr bliebe. Allein es erwies sich, daß Roman sich von zuhause fortgestohlen hatte. Er eilte, wiede rzurückzulommen. 2ll>er er versprach, bie Ziegen, bie er zur Sommerzeit zu hüten hatte, jetzt oft in bie Rahe der Psarrburg zu treiben, damit sie beisammen fein unb gemeinsam spielen konnten. Die Kinder sahen etnanber von ba an tägllch Unb nu ntoar es Lene, bie bie zauberhaften Geschichten erzählte. Für Roman war es wie ein schöner Traum, wenn er ihr lauschte. Unb wenn sie ihm all bie schauerlich-schönen Winkel- chen zeigte, an benen bie Burgruine so überreich war, und wo sie oft stunbenlang sich her um- trieben, durch verfallene Mauern und eine grün» Wildnis der übrigen Welt entzogen, ba fragte er sich manchmal mit einem stillen Lächeln, ob das nicht schon ein Teil des Himmels sei. Unb ob Lene, ihm unverstänblich, auch nach ben Winden haschte, als seien es Englein, ob sie mit ber Sonne unb den Blümlein verkehrte wie Ich unb Du, unb der Vöglein Sprache zu verstehen schien, er nahm das Unerhörte zwar mit Staunen hin, ober mit ber bereitwilligsten Gläubigkeit. Drunten Lei ben robusten Dorfkinbern fand er nichts, was fein Herz erfreute, unb weil er ohne Geschwister war, und durch die Schwächlichkeit seines Körpers ausgeschlossen von dem auf Arbeit eingestellten Douernleben. war seine Kindheit einsam unb öde. Darum schloß er sich mit doppelter Innigkeit an das Pfarrmäbel Und was seiner Seele Wohltat, das lam auch feinem Leibe zugut, Roman blühte zusehends auf, und die erfreuten Eltern legten dem Verkehr nichts tu den Weg. (Fortsetzung folgt.) um 135 M7 BertürV au hoben, bah or ctncn goOenoi Anhänger mV Dtamcmten für 1350 Mk verkocht h-jbe, ohne die mrchprecjzende Umsatz- steuer an iXts Reich abzusühren. Da seine 'Ix- hcmpwng. das; nicht er, sondern sein Bruder den Anhängei gcfoufi und weiterverkruft habe, nicht widerlegt werden konnte, mußte er frei- gesprochen werden. Ebenso wurde ein Althändter von hier, dem zur Last gelegt irur, einen gestohlenen Anz ig in Kenntnis dieses Umstandes seines Vorteils wegen angelaiart zu haben, mangels ausreichen» den Beweises von der Anklage der Hehlerei sreigesp rochen. Erne Geldstrafe von 60 TRI. erhält ein Viehhändler von Gr.vßen-Buseck, weil er eine Kuh gekauft hatte, ohne sie in sein Kontrollbuch eingetragen zu haben. Ein Landwirt und Händler von Lang- Göns wird zu einer Geldstrafe von 100 Mart verurteilt, weil er das Gewerbe als Fruchthändler ausgeübt hat, ohne im Besitz der erforderlichen Grotzhandels- erlaubnis zu fein. Wegen Sachbeschädigung erhält ein Dentist cus Dudweiler, der tm hiesigen Land- gerichtsgefängniö ein Fenster und einen Sih beschädigt ha t, 2 Wochen Gefängni»s. Ein Wagner- und ein Schlossergelelle aus Beuern wurden wegen Körperverletzung $u je 15 0 Mark Geldstrafe verurteilt. 3n der- Rächt zum 1. März l. Hs. erbrachen ein Schuhmacher aus Frankfurt a. M. und ein Hilfsarbeiter aus Dortmund, die angeblich auf der Fahrt von Ludwigshafen nach Hamburg waren, ein Selterswasserhäuschen auf dem Oswalbsgarten und stahlen aus ihm Ehokvlade und Zigaretten im Werte von etwa 4000 Marl. Einen Teil ihrer Deute gaben sie auf dem hiesigen Bahnhof als Handgepäck auf, während sie mit den anderen Sachen nad) Kassel weiterfuhren, wo sie bet dem Versuche, sie zu veräußern, festgenommen wurden. Der eine Dieb hatte die Unvorsichtigkeit, auf dem Tatort eine auf seinen Damen ausgestellte Steuerkarte zurüctzulassen. Zn der Vorhalle des hiesigen Bahnhofs verlausten sie etwa um V?4 Uhr morgens an einen Buchbinder von Krofdorf sächs grobe Tafeln Chvkolade für zusammen 10 Mark und gaben fttjen noch 2 kleine Tafeln dazu. Der bereits mehrfach wegen Diebstahls vor- befroaftc Schuhmacher aus Franffurt a. M. tx$ sich im strafrechtlichen Rückfall befindet, wurde zu 2 Zähren Zu ch t hau s. der Hilfsarbeiter, der erst 18 Zähre alt und erst einmal wegen Diebstahls vorbestraft ist. zu 6 Monaten Gefängnis und der Buchbinder wegen Hehlerei aus Grund des Gesetzes vom 21. 12. 21 an Stelle der verwirkten Gefängnisstra-se von drei Tagen M einer Geldstrafe von 150 Mt. verurteilt. Die P r i v a t kl a. g e emes Schlossers von hier gegen einen hiesigen Metzger und Wirt wegen Beleidigung und Körpcrver- ketzung endete damit, das; der letztere zwar des ihm zur Last gelegten Vergehens für schuldig befunden, jedoch gemäß 199 und 223 St.G.D. für straffrei erklärt wurde, weil Belet- bigungen auf der Stelle mit Beleidigungen inb Körperverletzungen erwidert worden waren. Die Kosten tourben dem Privatklager zur Last gelegt. Ein Schreiner von Treis a. Lda. hatte den dortigen 'Bürgermeister tm htesigen Amtsgerichtsgebäude beleidigt. Heute nahm er ine Beleidigung mit dem Ausdruck des Beda lerns z i- rück und übernahm sämtliche Kosten. Ein früherer Lehrer aus Eisenach wurde wegen Beleidigung eines hiesigen Kaufmanns zu 5 0 0 Mark Geldstrafe verurteilt. Da er trotz Anordnung seines persönlichen Erscheinens in entern früheren Termin unentschuldigt aus- geblieben war. war er zur heutigen Verhandlung durch einen Polizeiwachtmeister aas Eisenach vorgcführt worben. Gerichtssaal. Kunst und Kartoffeln. * Frankfurt a. M., 27. April. Stern Lebensmittelamt wurden im Vorjahr von dem früheren Kun st Historiker Dr. von Wachen- d o r f in Quedlinburg 50 000 Zentner Kartoffeln zum Kauf angeboten. Dr. v. W. erhielt wegen Kettenhandels und unerlaubten Großhandels einen Strafbefehl über 5000 Mark, gegen den er Einspruch erhob. Sein Verteidiger machte in der Verhandlung vor dem Schöffengericht geltend, daß sich der Angeklagte damals bei der Sächsischen Handelsgesellschaft befunden habe, die mit Likören. Fetten usw. handelt. Da eine Grvßhandelserlaubnis mit Kartoffeln nicht bestand, so habe er, als ihm von dritter Seite das Angebot erfolgte, lediglich als Vermittler auftreten wollen. Das Gericht war der Ansicht, daß auch der Agent strafbar sei. Kettenhandel wurde nicht angenommen, dagegen unerlaubter Großhandel Der Angeklagte erhielt 1500 Mari Geldstrafe. Wenn oa5 Geschäft zustandcgeronnnen wäre. Dann hätte der Angeklagte 75 000 Mark verdient. * ]l Marburg, 26. April. Das Schwur- g c n i ch i verurteilte heute die ledige Dienstmagd Kath. Ebert aus Aiederbeisheim wegen Tötung ihres neugeborenen Kindes zu 2 Jahren und 2 Monaten Gefängnis. Kirche und Lchrrie. * Londorf, 27. April. Die für nächsten Samstag und Sonntag angekündigten Weister- bilder-Andachten können erst am 20. und 21. Mai stattfinden. Landwirtschaft. 11 M a rbu r g. 26. April. Gestern wurde hier die Landwirtschaftliche Haus- Ha l t u n g s s ch u l c für Frauen eröffnet. Sie untersteht der Leitung deS Landwirtschaftsschul- direktors Schlicht und zählt 20 Schülerinnen. Als Vertreter der Kasseler Landwirtschaftskammer war der Dezernent für das landwirtschaftliche Schulwesen, Dr. Senter aus Kassel, zu der Eröffnungsfeier erschienen. Kirchliche Nachrichten. Israel.Aeligionsgemeinde Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 29. April 1922. Vorabd. 7.30. Morg 8 30. Abds. 7.50 u. 8.30 Uhr. Aus dem Amtsverkünvigungsblatt. ** Das Amtsverkündigungsblatt Ar. 57 vom 27. April enthält! Bekanntmachung des Hessischen Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft. Errichtung von Beschwerdestellen in Dachteinigungsfachen. Förderung des Obstbaues. — Bekämpfung der Echnakenplagc. — Erkrankung der Gemeindehebamme zu Stangenrod. — Dienstnachrichten. — Feldbcreinigung Heuchelheim. Errichtung von Beschwerdestellen in Pachteinigungssachen. Der Provin- zialcmsschuh der Provinz Ob«Hessen hat zu Beisitzern der Beschwerdestelle in Pachteinigungssachen für die Provinz Oberhessen bestellt I Aus den Kreisen der Verpachte»- 1. Graf Wilhelm zu Solms-Laubach. Arnsburg bei Lich. 2. Landwirt und Muhlenbesitzer Schudt, Görbesheim lPost Friedberg). 3. Landwirt Heinrich Kläger, Ober- Hörgern. 4. Landwirt Fritz Fenchel, Griedel. 5. Landwirt Heinrich Heister. Hain-Gründau. II. Aus den Kreisen der Pächter! 1. Oäkonomie- rat Hensel m Dotzelrod. 2 Landwirt Gustav Äeul, Petterweil. 3. Landwirt Heinrich Schneider I., Utphe (Post Berstadt). 4. Landwirt Franz Happ, Seipelsdorf. 5. Georg Hakobi, Birklar. Als Stellvertreter werden bestellt: I. Aus den Kreisen der Verpächter: 1. Kammerdirektor Birnbaum, Lcrubach. 2. Landwirt Fritz Heuser III., Rieder-Weisel. 3. Gastwirt und Lwidwirt Ferdinand Pfannstiehl, Ulrichstein. 4. Landwirt Wilhelm Reitz I., Echzell. 5. Altbürgermeister Waul. Ossenheim bei Friedberg. II. Aus den Kreisen der Pächter: 1. Gutspächter Weiß zu Hof-Graß bei Hungen. 2. Pächter Gvttmann in Gießen 3. Emil Hensel, Rodheim v. d. H. 4. Äari Henzel, Obbornhofen. 5. Rudolf Phillppi, Friedberg-Fauerbach. 3n den Gemeinden Eckartshausen und Langenbergheim (Kreis Büdingen) ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Die erforderlichen Sperrmahnahmen sind angeordnet. 3n Treisbach, Wetter und Amönau (Kreis Warburg) ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrvchen 3n der Gemeinde Niederkleen (Kreis Wetzlar) ist die Maul- und Klauenseuche erloschen. Die Sperrmah- nahmen sind aufgehoben. Landwirt Heinrich Zimmer, Landwirt Heimlich Klös III. und Arbeiter Johannes Schroder IV. von Rieder-Bessingen wurden zu Feld- geschworenen der Gemeinde Rieder-Bessingen bestellt und von dem KreiSamt Gießen ver- ps lichtel.: • '• Ohne dah ein ungünstiger Einstich sich geltend machte.konnte Herz- und Nervenleidenden Kaffee Hag, der coffeinsreie Bohnenkaffee, monote lang in starken Aufgüssen verabreicht werden. Dr. med. o. Soltenftm (Deutsche Aerztezeitung) 411'1 Behördliche Anzeigen BekmrutMschmrg. Betrifft! Aenderung der Ortssatzung für den städtischen Schlachthvf in Gießen vom 29. März 1910. Aus Beschluß der Stadtverordneten-Der- ’anrmlung vom 20. Januar 1922, nach Anhörung des Kreisausschusses und mit Genehmigung des Hessischen Ministeriums des Innern vom 6. April 1922 zu Rr. M. d. 3. II 2776 wird auf Grund der Bestimmungen in Art. 15 der Städtevrd- rnntg die Ortssatzung für den städtischen Schlachthof in .Gießen vom 29. März 1910 hinsichtlich der Gebührensätze wie folgt ergänzt. j. Zu § 1 „Schlachtgebühren". Außer den im § 1 aufgeführten Sch lacht- gebühren ist ehre Ausgleichsgebühr zu entrichten, deren Höhe je nach Höhe des Fehlbetrags im Vovcrnschlaa für die Einnahmen und Ausgaben des Schlachthofes von der Schlachthofdeputation festzusetzen und vom Ministerium des 3nnern zu genehmigen ist. Vorläufig wird diese Gebühr für jedes Pfund Fleisch auf 50 Pf. festgesetzt, und zwar für Großvieh, Schweine, Pferde, ohne Rücksicht, ob es sich um Schlachtungen im hiesigen Schlachthos oder von auswärts eingeführtem Fleisch handelt. (Sine Verwiegung von Kleinvieh findet nicht statt, die Abgabe (Ausgleichsgebühr) erfolgt nach einem Durchschnittsgewicht, das für Kälber mit 25 kg, für Hämmel, Schafe und Ziegen mit je 20 kg angenommen wird Ferkel, Zicklein und Lämmer sind von der Gebühr ausgenommen. S)ie Erhebung des Zuschlags geschieht aus Grund der amtlichen Feststellung des Schlacht- gewichts für Großvieh, Schweine und Pferde. (WiegeschetM durch die Kasie des Ächlachthofs unmittelbar nach beenbeter Schlachtung oder Gewichtsfeststellung. ) Die vorgenannten Gebühren kommen ab 1. Wai 1922 zur Erhebung. Gießen, den 25. April 1922. 4171B Der Oberbürgermeister. 3. V.: Klingsp o r. 76.25 Mk. f. d. Ztr. d. Ztr. 86.95 Mk. f. d. Ztr. 88.55 Mk. f. d. Ztr. Fettstückkvhlen Fettnustkohlen Fettkohlen, meliert Etznuhkohlen Anthrazit 76.25 Mk. f. d. Ztr. 95.95 Mk f. d. Ztr. Bekanntmachung^ 3nsolge Erhöhung der Zechenpreise für Kohlen und Koks sind die Höchstpreise durch Beschluß der städtischen Brennstoffdeputation vom 27. April 1922 auf Grund der Vorschriften des §117 bet Ausführungsbestimmungen zum Gesetz Uber Regelung der Kohlenwirtschaft vom 23. Wärz 1919 mit Wirkung vom 28. April 1922 wie folgt festgesetzt. _.t - - 107.30 Mk. f.d. Ztr. Stfvrm- u. Steinkvhsenbriketts 97.35 Mk. s b Ztr » ^^^enbriketts 47.20 Mk. f. b. Ztr' Sechen-oks, grob 99.80 Mk. f. b. Ztr. n- 111.10 Mk. f.d. Ztr. , ^Vorstehende Preise verstehen sich ab Eisenbahnwagen m Fuhren bis vor das Haus des o ■ ^gervlah des Kohlenhändlers für bar Zentner etnschs Warenumsahsteuer ,r Le Zuschläge für ßieferung frei Keller usw. bleiben bestehen. 41«rr Gießen, den 28. April 1922 Der Oberbürgermeister (Brennstoffamt). Bekanntmachung. Aus der Heichelheim'schen Stiftung (Stiftung der (Erben des verstorbenen Aron Heichelheim) sind am 19. Juni 1922 4500 Mark in 6 Gaben non 750 Mark je zur Hälfte an israelitische und christliche in Gießen wohnhafte, würdige und bedürftige 7famflicn ober Personen zu vergeben. Meldungen werden bei dem städtischen Wohlfahrtsamt, Gartenstraße Nr. 2, Zimmer Nr. 14, bis einschließlich *5. Moi 1922 entgegengenommen. 1174B Gießen, den 25. April 1922. Der Oberbürgermeister. (Wohlfahrtsamt.) Dr. Frey Bekanntmachung. Dorauszech lungert auf die Einkommensteuer imb Kirchimst euer für 1922. 1. Auf Grund § 42 des Einkommensteuergesetzes haben die Steuerpfsichtigen für das Kalenderjahr (Steuerjahr) 1922 am 15. Mai 1 92 2, 1 5. August 1 922 und 15. R ovember 1922 Vorauszahlungen auf dic Einkommensteuer in Höhe von je einem Viertel der zuletzt festgestellten Steuerschuld zu entrichten. Diese Vorauszahlungen betragen gegenwärtig je ein Viertel der im Steuerbescheid 1920 festgesetzten Zahreseinkommensteuer. Rach Empfang des in diesem Jahre noch zu erwartenden Steuerbescheids 1921 sind für die Vorauszahlungen die darin festgesetzten Beträge maßgebend. Lohn-undGehaltsempfängern, die dem Steuerabzugsverfahren unterliegen, werden die nach dem Steuerbescheid 1920 zu leistenden Vorauszahlungen an Einkommensteuer von dem zuständigen Finanzamt gestundet, und zwar 3) den Lohn- und Gehaltsempfängern, deren steuerbares Entkommen im Kalenderjahre 1921 nur aus Arbeitslohn (Gehalt) bestanden und 24 000 Mk. nicht überstiegen hat, in voller Höhe: b) den Lohn- und Gehastsempfängern, deren steuerbares Einkommen im Kalenderjahre 1921 nicht mehr als 24 000 Mk. betrug und aus Arbeitslohn (Gehalt) und sonst tgem Einkommmen von mehr als 600 Mk. bestand, in Höhe des Betrags, der 10 v. H. des sonstigen Einkommens übersteigt: c) den Lohn- und Gehaltsempfängern, deren steuerbares Einkommen im Kalenderjahr 192 1 24000 Mk. überstiegen hat, in Höhe von 10 v. H des Arbeitslohns (Gcchalts). Die Stundung der Vorauszahlungen erfolgt von Amts wegen, soweit den Finanzämtern die Voraussetzungen hierfür bekannt sind. 3n allen anderen Fallen ist entsprechender Antrag bet dem Finanzamt zu stellen. 2. Alle Steuerpflichtigen, so auch alle Lohn- und Gehaltsempfänger, die einen Einkommen- steuerbescheid für 1920 erhalten haben, haben außerdem an den oben genannten Zahlterminen für das Kalenderjahr 1922 Vorauszahlungen an Kirchensteuern (Kultussteuern), und zwar in Höhe von je einem Viertel des im Steuerbescheid 1920 festgesetzten Zahreskirchensteuerbetrags zu leisten. Rach Empfang des Steuerbescheids für 1921 oder eines besonderen Anfvrderungszettels für Kirchensteuern bemessen sich die Vorauszahlungen nach den tm Steuerbescheid bzw. Anforderungszettel angegebenen Beträgen. 3 Die zu leistenden Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer und die Kirchensteuer sind in bar oder durch Uebertocifung zu entrichten, Steuermarken und die int Ileberweisungsverfahren ein- behaltenen Steuerbeträge dürfen hierauf nicht angerechnet werben. 4. Die Steuerpflichtigen werden hiermit cmf- gefvrdert, die schuldigen Vorauszahlimgen anEin- kommen- und Kirchensteuer unter Vorlage des Steuerbescheids 1920 bzw. 1921 an £tc zuständige Hebestelle bis zu den eingangs genannten Fälligkeitsterminen bar oder durch Uebertoetfung zu entrichten, andernfalls Mahnung und Beitreibung erfolgt. 41356 Gießen. Butzbach. Grünberg, Hungen, den 26 April 1922. _____Die Finanzämter._______________ Bekanntmachung. Im Fahrplan der Straßenbahn treten ab 28. ds. Mts. folgende Aenderungen ein: Role Linie: Marktplatz ab 6.07 norm., Schützenhaus an 6.17 norm., Schützenhaus ab 6.20 norm., Bahnhof an 6.37 norm. Der bisherige Wagen 6.22 norm, ab Marktplatz zum Schützenhaus und 6,35 norm, ab Schützenhaus zum Bahnhof fällt aus. Grüne Linie: Bahnhof ab 5 52 norm , Wiesecker Weg an 6.06 norm., Wiesecker Weg ab 6.07 om m., Bahnhof an 6.20 norm. Dießen, den 27. April 1922. 4164B Direktion der Elektrizitätswerk" und Straßenbahn Mr Stadt Gießen Vergebung von Bauarbeiter Für dic Erbauung eines 'Beamtenhauses in Ridda sollen die nachbenannten Rohbauarbeiten und Lieferungen auf Grund des Ministerialerlasses vom 16. Zum 1893 und dessen Ergänzungen, vorbehaltlich der ministeriellen Genehmigung, im öffentlichen Wettbewerb vergeben werden: 1. Erd- und Maurerarbeit., 2- Sternhauer- arbert, 3. Zimmerarbeit, 4. Eisenlleferung, 5. Giwbschlosserarbeit, 6. Dachdeckerarbeit, 7. Spenglerarbeit, 8. Dlitzableiteronlage. Angebotsvord rucke werden — soweit der Vorrat reicht — zum Selbstkostenpreis auf unserem Amt abgegeben. Am Dienstag, dem 2. Mai d. Z, können bic Verdingungsunterlagen auf der Bürgermeisterei Ridda von 9—11 ilpr vormittags und von 1—2 Uljr nachmittags eingesehen werden. Die Angebote, einschl. der verlangten Proben und Musterstücke, sind portofrei, verschlossen und mit der entsprechenden Aufschrift versehen, bis zum Donnerstag, dem 4. Mai ds. Zs., vormittags II1/2 Uhr, bei unserem Amt einzureichen, wo sie im Beisein erschienener Bewerber geöffnet werden. Zuschlagsfrist 14 Tage. 4150D Büd ing c n, den 24. April 1922. Hessisches Hochbauamt. Frey. Stadt. Arbeitsamt Gießen Liebigftraße 16, Teleph, 2054. Cs können eingestellt werden: a. bei hiesigen Arbeitgebern: zwei ProvisionS' reisende, 3 Schneider, 1 Photograph, mehrere Former, 2 Sleinhauer, 1 Metzger. Lehrlinge: 3 Friseure, 1 Kaufmann, 1 Glaser. 1 Lackierer, 1 Uhrmacher, 1 Photograph, 1 Gärti ner, 1 Polsterer, 2Bitderrabmertmacher, 1 Stetn- bildhauer, 1 Steinbauer, 1 Dachdecker, 4 Bäcker, 1 Metzger, 2 Spengler und Installateure, 1 Buchbinder, 2 Schriftsetzer, 1 Stukkateur, 2 Wagner, 2 Schmiede, 1 Wagen- und Autoschlosser, 1 Kellner, 1 Schuhmacher, 1 Weißbinder, 1 Schreiner. b. bei anSwärtigen Arbeitgebern: 2 Steinmetze, 10 Hauer, 4 Former, 1 Steinbildhauer, 3 Elfendreher, 1 Autogenschweißer, 1 landwirtschaftlicher Eleve, 2 Schneider, 1 Sattler, 1 Schmied, 1 Tapezier und Polsterer, 1 Friseur. 2 Zigarren- u. Wickelmacher, mehrere Weißbinder u. Anstreicher, mehrere Maurer. Lehrlinge: 1 Glaser, 1 Schreiner, 2 Friseure, ein Schlosser, 1 Kellner, 1 Spengler u. Installateur, 1 Zrgarrensortierer. ES suchen Arbeit: Kaufleute. Schreiber und Neisende, Backer, Hausburschen und Ausläufer, Maschinenschlosser, Bauschlosser, Weißbinder, Schuhmacher, 1 verh. lcmdw. Knecht, 1 Kranken- pfteger, 1 Sattler, 1 Polsterer, Bäcker und Metzger, mehrere Kellner, 1 jling. Schmied, 2 Buchbinder, Mechaniker, 1 Wagner, 1 Schäfer, 1 Gärtner, 1 Müller, 1 Installateur und Spengler, ein Monteur, Maswinisten und Heizer, 1 Berwalter, 1 Schleifer, 2 Kraftfahrer, Bauhilfsarbeiter, Erdarbeiter. Lehrlinge: 3 Elektromonteure, 1 Elektrotechniker, 2 Schuhmacher, 3 Autoschlosser, 2 Maschinenschlosser, 1 Schreiner, 1 Mechaniker, 2 Kaufleute, 2 Schlosser, 1 Metzger. Gelegenheitsarbeiten werden ebenfalls entgegengenommen. Weibliche Abteilung. Es können eingestellt werden: n. bei diesigen Arbeitgebern: Mädchen für tagsüber, Dienstmädchen, Lauffranen und -mädchen für einzelne Tage, ti'ichtlge Alleinmädchen, 2 Klfchen- müdchen, 2 Lehrmädchen, 1 Köchin. b. bei auswärtige« Arbeitgebern: 2 landwirtschaftliche Dtenstmädchen, Dienstmädchen, Allein- mädchen, Zimmermädchen, Küchenmädchen, aroet Haushälterinnen, 2 Serniersräulein, 1 Köchin für Hotel. Es suchen Arbeit: 2 Berkäuferinnen, 3 Waschfrauen, einige Lauffrauen, auch für ^Lachmittags- beschästtgung, Mädchen f. tagsüber, 2Büglerinnen, 1 Schneiderin als Beihilfe zu Schneiderin, zwei Verkäuserinnenlehrmädchen, 1 Flickerin, 1 Kontoristin. Tie Berufsberatung und Arbeits Bermitt lung sür Musiker ftnbet werktags von 10 bis 12 Ubr statt. 4173B NO M VrkUllholMßchttMg. Dienstag, ben 2. Mai, vormittags 9 Ul)r beginnenb. werden in den Distrikten Ober- unb Riederseilbach Abteilungen 3, 5, '6, 8, 9. 12, 15, 16, 20 versteigert: Stämme: Buche: 1,57 Fstm. 3. Kl., 0,68 Fstm. 4. Kl: Birke: 0.10 Fstm 6. Kl.: Derbst a n g e n: 0,51 Fstm. Eiche 1. Kl., 38,78 Fstm Fichte 1. Kl., 21,27 Fstm. Fichte 2. Kl.: Reis ft an gen: 7,05 Fstm Fichte 1 Kl. Ferner an Brennholz: Scheiter Rm.. 20 Buche, 7Eiche. Knüppel Rm: 1 Buche, 37 Hainbuche, 164 Eiche, 2 Lärche, 1 Fichte: Reisig Rm.: 348 Buche, 186 Hainbuche, 259 Eiche, 6 Lärche: Stöcke Rm: 42 Buche, 17 Eiche, 2 Lärche, 8 Fichte. Das Holz wolle man vorher besichtigen, weit dasselbe im einzelnen nicht vorgezeigt wird. Die blau durchstrichen en Rummern werden nicht aus geboten. Beginn der Versteigerung tm Distrikt Oberfeilbach für die Abteilungen 3, 5, 6 auf bei Schneise zwischen 5 unb 6; das übrige Holz in ben Abteilungen Rieberseilbach 8, 9, 12, 15, 16, 20 wird am Pslanzgarten versteigert. Mehr als 6 Rm. Scheiter unb Knüppel werden an den einzelnen Steigerer nicht abgegeben. Zusammenkunft: Aus dem Vizinalweg Alten-Duseck—Treis, am Kreuzungspunkt der Wege. Herr Förster Wagner zu Grohen-Bufeck unb der Llnterzeichnete geben auf Wunsch wettere Auskunft. 416OD TreiS a. b. Lda , den 27. April 1922 Hess. Oberförsterei Treis. Schneider. L Dienstag, den 9. Mai, vormittags 9 Uhr, werden im Saale des „Deutschen Kaiser" zu Als selb aus verschiedenen Distrikten der Försterei Elbenrod versteigert: Stämme: 2 Eichen 4. Kl. — 1,12 Fstm.. 9 Kiefern (Schnittholz) >2. Kl. — 12,54 Fstm; 65 Kiefern (Schnittholz) 3. Kl. — 71,69 Fstm. 1 Kiefer (Bauholz) 3. Kl. ---1,66 Fstm ,' 78 desgl. 4. Kl. -- 63,09 Fstm.: 304 desgl. 5. Kl. = 174,51 Fstm.: 1 Fichte 5a Kl. — 0,72 Fstm.; 1 Fichte 5b Kl. - 0,37 Fstm. Nutzknüppel: 3 Nm. Lärche (2 Mir. lang). II. Donnerstag, den 11. Mai, vormittags 9 Uhr, daselbst aus den Distrikten Vordere Steinfürst 2, 6, Hintere Steinfürst 3,8,9, 13, Esp 5 und oerschiebene der Försterei Eudorf: Stämme: 2 Eichen 1. Kl. — 2,24 Fstm., 10 Eichen 2. Kl. — 10,37 Fstm., 7 Eichen 3. Kl. = 6,78 Fstm , 2 Lichen 4. Kl. — 1,39 Fstm., 11 Eichen 5. Kl. = 6,72 Fstm., 15 Eichen 6. Kl. = 6,84 Fstm., 2 Buchen ). Kl. 2,06 Fstm., 4 Buchen 2. Kl. = 4,13 Fstm , 5 Buchen 3. Kl. = 2,74 Fstm., 2 Kiefern 2. Kl. — 1,98 Fstm., 10 Kiefern 3. Kl. — 7,90 Fstm., 22 Kiefern 4. tzl. --- 14,87 Fstm., 65 Kiefern 5. Kl. = 29,63 Fstm., 1 Fichte 2. Kl. = 4,22 Fstm , 1 Fichte 3. Kl. = 1,03 Fstm., 7 Fichten 4. Kl. --- 5,97 Fstm., 6 Fichten 5a-Kl. 3,11 Fstm., 22 Fichten 5b-Kl. --- 5,87Fstm., 2 Lärchen 2. Kl. — 4,02 Fstm., 2 Lärchen 3. Kl 2,06 Fstm., 3 Lärchen 4. Kl. --- 2,48 Fstm., 6 Lärchen 5. Kl - 3,26 Fstm. Derbstangen: 7 Lichen 1. Kl. = 0,34 Fstm, 2 Lichen 2. Kl. — 0,06 Fstm., 9 Fichten 1. Kl = 1,18 Fstm., 26 Fichten 2. Kl. ==. 1Z6 Fstm. Neisstangen: 850 Fichten-Dohnenstangen. Tfutzschetter: 2 Rm. Eichen, gespalten. Nutzknüppel: 24 Nm Lichen-Gottenpfosten (2 m lang), 1 Rm. Lärchen, 3 Rm. Fichten (3 m lang) Nutzreiser: 337 Rm. Fichten-Schichthaufen. Nähere Auskunft zu I. durch Herrn Förster Lotz in Elbenrod, zu II. durch Herrn Förster Suttner in Eifa, sowie durch die unterzeichnete Stelle. Alsfeld, den 24. April 1922. 4134D Oberförfterei Eudorf. Schaefer.