Ur. 303 Erscheint täglich, trufrt Sonn« und Feiertags, mit berSamstaosbeilage: (Biebentr^amiHenblätter Monatliche vezug,preise: 380 Mark und 20 Mark Trögerlohn,durch dirPost 400Mark,auch bei Nicht- erscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. - Fernsprech- Anschlüsse- fürdieSchrist- leilung ] 12; für Derlag und Eeschäflsslelle 5L Anschrift für Drahtnachrichten Anjeiser^^hea. Poftscheckt-nto: Frankfurt a. Dl. 11686. 172. Zahrgang Mittwoch. 27. Dezember 1922 SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck mid Verlag: vrühl'sche Universttäts-Vvch- nnö Steinbruderei K. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schnlstrahe 7. Annahme von An;e aen für die Tagesnumn er bis zum Nachmittag vorher ohne jede NerdindlichKeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v 27 mm‘Breite örtlich 16 Md. aufwärts 20 Mk.; für Nekiame» Anzeigen von 70 mm Breite 60 Mk. Bei^latj« Vorschrift 20"/<,Aufichlag. Hauptschriftleiter: Äug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigentell: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Der Papst gegen ben verfälschten Frieden. Dvn ben Weihnachtskundgebungen, die sich mit dem Getriebe der Politik beschäftigen, ist am bedeutungsvollsten und interessantesten ein Hirtenbrief des Papstes, in dem er mit verblüffender Offenheit zu der brennendsten Frage, nämlich dem Reparationsproblem, das auf der Pariser Konferenz am 2. Januar behandelt werden soll, Stellung nimmt. Er nennt diese Konferenz nicht, spricht auch nicht von der Pfänderpolitik, aber er wendet sich nichtsdestoweniger scharf gegen die Poincaresche Gedankenwelt, indem er von dem Versailler Frieden als einem „verfälschten" Frieden spricht, der die R a ch s u ch t verschärft und die Gier nach materiellen Gütern geradezu legitimiert habe. Der französische Paragraphenausleger wird sich sagen müssen, daß diese päpstliche Stellungnahme ein gewaltiger Schlag gegen seine Methoden und Absichten ist, und wir wollen nur hoffen, daß diese Worte des Papstes einen weiten Widerhall bei den Völkern finden möchten. Wenn in dem Hirtenbrief steht, „e i n- zi g und allein die katholische Kirche" sei fähig, den Materialismus wirksam zu bekämpfen, so erscheint dies insofern berechtigt, als sie über die gewaltigste Organisation verfügt, um ihrem Willen Nachdruck zu geben. Was der Papst gegen „maßlosen Nationalismus" sagt, geht wohl auch ein wenig an die Adresse Mussolinis, während auf der anderen Seite einige staatsrechtliche Betrachtungen über die Gefahren des modernen repräsentativen Systems dem Verächter des Parlaments ein gewisses Wohlwollen bekunden. Rom, 24. Dez. (Wolff) Der Papst hat eine Enzyklika „De arcano coeli" erlassen, in der er zunächst die Gründe anführt, warum er bisher Stillschweigen beobachtet habe, obwohl er den Wunsch gehegt habe, sofort an die Katholiken der Welt ein Wort zu richten. Er zählt die schmerz» " chen Vorfälle und die glücklichen Ereignisse ßer ersten Monate feines Pontifikates auf, die das, was er ben christlichen Dollern baliegen wolle beleuchten Bunten, nämlich die Vielfältigkeit und den G r n ft der gegenwärtigen Hebet, die Hauptursachen die ec Hebel und schließlich die wirksamster Heilmittel gegen sie. Der Heilige Vater betont die Notwendigkeit der Wiederaufrichtung und Befriedung des gesellschaftliche.! Lebens. Der Papst, der das Programm Pius' X. mit dem Derebikts XV. in der von ihm selbst gewählten Devise »Pax Christi in regno Christi" vereint, wünscht religiösen Frieden und religiöse Einigkeit, aber auch bürget lieben Frieden. Er drückt seine besondere Freude darüber aus, dah beinahe alle Völ'er, fast eifersüchtig aufeinander, den Willen be undeten, freundschaftliche Beziehungen zum Heiligen Stuhle zu unterhalten, aber man sehe, dah in diesem Verein der Volker Italien, sein, des Papstes teures Vaterland fehle, obwohl es doch von Gott zum Mittelpunkt der gesamten christlichen Welt aus- erwählt worden sei Der Papst erneuert bei diesem Anlässe bie Erklärungen seiner Vorgänger, und zwar nicht aus irgendwelchem men chl eben Strebe i nach Macht, worüber er erröten würde, sondern um in der Stunde seines 2kblebens vor dem Allmächtigen keine Gewissensbisse zu empfinden. In der Enzyklika heiht es: In Europa lebten Völler, die noch in diche Nebel des Hasses eingehüllt und wechse'seitig voll voif Mihtrauen und Kränkungen seien. An schwersten litten die Besiegten, aber auch die Sieger, und selbst die Neutralen blieben nicht verschont. Die aus der Vergangenheit berrührenden Schäden würden immer schlimmer infolge des Mangels an schnellwirkenden Heilmitteln. Wiederhol e Versuche von Politikern, die Hebel zw-Lezlen, hätten nicht genutzt, vielmehr durch ihre Nllh»rfvlge nur geschadet. Die Gefahr sei um so größer, well die Angst der Völker zunehme, ba immer stärkere Drohungen mit neuen Kriegen kämen, die noch schrecklicher und oerbeerenber als bie vergangenen sein würden. Man lebe daher in beständiger Angst und in der Befürchtung einer Verlängerung der trostlosen Lage eines bewaffneten Friedens, der fast einen Krieg ohne Hnterlah bedeute, der die Finanzen der Völler ruiniere, die Blüte ihrer Jugend verderbe und die reinen Quellen des physischen, geistigen, rellgiösen und moralischen Lebens vergifte. Das zweite Hebel seien die inneren Kämpfe der einzelnen Völker. Der Klassen- kämpf fei die fest eingewurzelte, tödlichste Krankheit der menschlichen Gesellschaft, gleichsam der Bohrwurm, der den Lebensnerv des Ganzen zernage. Von ba können Revolution und Aufruhr auf der einen, Reaktion und Hnterdrückung auf der anderen Seite. Der Parteihader sei um so schädlicher, je mehr ein Doll am öffentlichen Leben teilnehme, wie es im modernen repräsentativen Staatssystem der Fall sei, das an sich nicht in Widerspruch zur katholischen Doktrin stehe, die sich ja stets mit jeder vernünftigen und aerechten Regierungsform vereinigen lasse: bei der heutigen Hmlehrung der Ideen von Disziplin jedoch könne dieses System zu ben schwersten Mihständen führen. Der Papst beklagt, dah die Zersetzungskeime auch in der Keimzelle des Staates, die Familie, eindrängen. Formell sei Friede geschlossen, aber bie Herzen nährten noch Kampfgeist. 6 in verfälschter, ran auf dem Papier geschlossener Friede habe den Geist der Rachsucht noch verschärft und die Gier nach materiellen Gütern — die Quelle von Kämpfen und sczialen wie internationalen Ungerechtigfeiten — geradezu legitimiert, trenn sie mit Staats- raifon und Vaterlandsliebe bemäntelt und so beinahe wie Gerechtigkeit erscheine. Dieses Gefühl der Vaterlandsliebe, das an sich, icern es vom Gesetz Christi geregelt sei, einen Anreiz zu vielen Tugenden und bewunberungswerten Heldentaten biete, werbe zum Antrieb für schwere Hngerechtig- keiten, wenn bie be.echtigte Vaterlandsliebe in maßlosen Nationalismus aiuiarte und vergesse, dah auch bie Völker Drüber innerhalb der menschlichen Familie feien, dah auch andere Nationen ein Anrecht auf Lei et und Gedeihm hätten und dah es niemals erlaubt oder auch nur klug sei, das Nützliche vom Ehrbaren zu trennen: „Justitia elevat gentes, miscros autem facit populos peccatum.“ Tücher sei ein auf diese Weise für Familie oder Nation errungenes Gut trotz äußeren glänzenden Erfvstes zerbrechlich und flöße Furcht vor plötzlichem Ruin ein. Die Grundursache allen Hebels aber sei bie Abkehr der Menschen von Gott, die heute schon in der Schule gelehrt werde. Bei der Feststellung eines so großen Hebels habe der Papst nicht bas zuve sicht.ich; De-trauen, hierfür ein Heilmittel zu finden Notwendig fei vor allem bie Befriedigung der Herzen und Gemüter. Hierzu wiederum erford.rlich sei ein Friede, der in Lie £cr*en d inge und sie einander räbeebringe; ein Frieden, der gerecht, im Sinne der Caritas sei, ein wahrer Friede Christi. Mit einem solchen weide dann aucy bie Achtung vor Ordnung und Autorität wiedeckehren Einzig und allein bie katholis che K irche sei fähig, den Materialismus wirksam zu bekämpfen und ben Massen ben Geist wahrer Brüderlichkeit einzuflöhen. Die Kirche werde auch künftig den Frieden sichern, denn sie lehre, daß alle Handlungen — nicht nur die Einzelmenschen, sondern auch die der Gemeinschaft — moralisch sein mühten. Keine menschliche Einrichtung könne den Nationen eine internationale Rechtssetzung geben tote der wahre Völkerbund deS Christentums. Der Papst erklärt, er wolle bie Programme seiner beiden Dorgänger vereinigen: die WiÄ)er- ausrichtung des Reiches Christo unb die Befriedung in Christo, und fordert Klerus wie Laien zu enger Zusammenarbeit mit Episkopat auf. Dann erklärt er, dah das Zustandekommen des Cucha- ristischm Kongresses trotz der schwierigen Zeit- de'hältnisse ihn an die Möglichkeit einer Zusammenkunft der Bischöfe in Rom vielleicht im nächsten Iubiläumsjahre denken lasse, einer Zusammenkunft. die unendliche Dorteile für di" Wiederherstellung der sozialen Ordnung mit sich bringen könne e wolle damit aber noch nicht ausdrückl'ch die Wiederaufnahme und Fortsetzung des txtti- kanischen Konzils in sein Programm einschliehen. Ein Trost in dieser trüben Zeit sei ihm bie Wieder°-Deziehu"gsa>isnahme biplvmat'sche^ Beziehungen fast sämtlich^- Staaten mit hem Apostolischen Stuhl, nicht sowohl wegen des darin Legen» ben Prestige-Zuwachses der Kirche, als vielmehr wegen der barin zum Ausdruck gelangenden Anerkennung ihres wohltätigen Wirkens ,ür las Heil der menschlichen Grs ll ch ft. Der Papst bedauert schmerzlich, dah Italien, sein (Baterlaub, dabei fehle. Die Kirche wolle weder noch dürfe sie ohne gerechten Grund sich in bie Leitung rein weltlicher Dinge mischen: aitbererfeitd könne sie eine Verletzung des göttlichen Rechts in der menschlichen Gesellschaft nicht t ul'en. Er wiederhole daher b.e Worte seines Vorgängers: »Wir werden nichts dulden, was gegen die Würde und Freiheit der Kirche träte!“ Die Souveränität des S ellvertie- ters Christi bleibe verletzt durch bie Schaffung und Aufrechterhaltung eines anormalen Zustandes, zur beständigen Trauer Italiens wie bet ganzen Welt, dagegen müsse er aus Gewissenspflicht protestieren. Hebrigens habe I:al en nichts vom Vatikan zu fürchten. Der Pavst ruft zum Schluffe Gott an, ihm zur Wiederherstellung des Reiches Christi wie zur Befriedung Italiens und der Welt seinen Beistand zu gewähren. Reichskanzler Dr. (Cuno zum WeihnachLsfest. Berlin, 23. Dez. (WTD.) Wenn ich denen, die mich mit einigen Zeilen zu Weihnachten ersucht haben, mit den anderen, die mich zu hören bereit sind, ein Wort zum Fest sagen soll, so kann es kein anderes fein, als ein Wort vom Frieden und ein Wort zum Frieden der Menschen und Völker. Die Welt ist von diesem Frieden noch weit entfernt; auch diese Weihnachten 1922 ist mehr ein Tag der Mahnung an ihn, als seiner Erfüllung. Es gibt kaum ein Volk der Erde, das tiefere Sehnsucht nach Frieden hat als das deutsche Doll. Inmitten der quäl Dollen Unsicherheit der Wirtschaft, die Millionen dem Schicksal der Hngewihheit preisgibtt will es sich mit den äußersten Notwendigkeiten des Lebens abfinden: nur Frieden will es und Gerechtigkeit. Das gilt nach innen wie nach außen. Es ist kein Zweifel darüber, dah diese Gerechtigkeit im inne» Zren Wirtschaftsleben eines Volkes schwerer nach erzwingbaren Regeln zu sichern ist als irgendwo sonst. Hm so notwendiger ist es, dah ein Anderes einsetzt, was ftärfer ist: die tätige Liebe von Mensch zu Mensch, von jedem Einzellien zom Nächsten und Fernsten, die an Kindern, Greifen, an Notleidenden unb Verzweifelnden so viel tun kann, unb zu der Weihnachten uns mahnt. Nia mehr als jetzt ist eine solche unpolitische, rein menschliche Pflichtbctoachtung zugleich der stärkste politische Dienst an der ’2lalion und ihrer Einheit. National sein, heiht vor allem, Liebe zum Volke haben unb an seiner Dersöhrrung arbeiten; heiht, unnützen Streit begraben oder zu vertagen: heiht, das gute Alte verehren, an die Zukunft glauben und die Gegenwart tragen und nützen Kann, ja muh nicht in solcher Auffassung ben nationalen Pflichten sich gerade jetzt das deutsche Volk zusammenfinden, wo schwere und schwerste Entscheidungen bevorstehen, die der Welt wirklichen Frieden bringen ober versagen werden? Damit wird zugleich die Entscheidung darüber fallen, ob die Wirtschaftskraft Deutschlands vor dem Zusammenbruch gerettet, für uns und für die Welt nutzbar gemacht, ober ob sie neuerlich zum Schaden des deutschen Schuldners wie seiner Gläubiger durch einen politischen Tendenzen dienenden Zwang geknebelt werden soll, der gegen den Vertrag von Versailles verstöht und den hinzu nehmen feine vom Dolkswillen getragene Regierung bereit sein kann. Was immer in unseren Kräften steht, um der Welt schwerstes Hnheil zu ersparen und den Weltfrieden zu verwirklichen, soll geschehen. Wir sind entschlossen, schwere Opfer an ®ut und Geld auf uns zu nehmen, um der Freiheit deutschen Blutes und um der Gleichberechtigt» rg und der sriedlichen Ar e t m t anderen Dollern willen. Im besonderen ge^en en wir dabei des Landes am Rhein. Nichts, wasDutsch- lanb dort noch mehr als bisher unter fremde Macht brächte, kann Deutschland zugestehen: alles, um sie aus diesem Zwang zu lösen, muh es versuchen, bis zu ben äuhersten Grenzen, die Wirtschaft und Wahrhaftigkeit ihm ziehen. So ist der Dienst am Frieden des deutschen Dvlkes unb der Welt die Gabe, bie wir unter ben Christbaum niederlegen. Weihnachten recht feiern, heiht, den Willen z usolchem Frieden in allen Häusern unb Hütten unb In allen Gotteshäusern stärken unb gestärkt ins neue Hahc zu tragen, im männlichen Glauben an das Recht unseres DolleSpnd an ben endlichen Sieg der Gerechtig- keitt Der deutsche Rechtsftandyunkt gegenüber PorncarS. Berlin, 23. Dez (Wolff.) Zu der Rede des französischen Ministerpräsidenten Poincare im französischen Senat vom 21. Dezember bemerkt das Wolftbureau: Poincar-? sagt, baß jedes Zurückbleiben Deutschlands 'hinter dem Zahlungsplan des Lon- bener Hltimatums ein Moratorium bedeute, unb daß der Dersailler Dort ag im Falle eines sol° ch'.n Zurückbleibens Frankreich das Recht gebe, sich Sicherheiten und Pfänder zu rer- schafsen. Poincare geht damit auf die vertragsmäßige Grundlage der Reparationspolitik zurück: uns kann nichts erwünschter fein, als ihm auf diesem Wege zu folgen; denn es ist leicht zu zeigen, dah die von shm aus dem Dersailler Vertrag gesogenen Folgerungen nicht haltbar sind. In erster Linie muh immer wieder darauf hingewie'e r werden, daß der Versailler Vertrag nicht nur die DerpflichtungDeutsch- lands zur Zahlung der Reparationen beqrünbet, sondern zugleich in unzweideutiger Weise das Prinzip festlegt, daß die Zahlungspflicht ihre Grenze jeweils an der LeiftunnFfayigkeit ratb an ben Lebens- nottvendigkeiten Deutschlands finden soll. Die Repavationskommisfton ist nach Art. 234 des Versailler Vertrages verpflichtett periodisch unter Anhörung deutscher Vertreter bie Mittel zur brutschen Leistungsfähigkeit festzustellen unb erst banach bie Zahlungsfristen zu bestimmen. Auch sollen nach Art 251 bie Ausgaben für die Versorgung Deutschlands mit Lebensmitteln und Rohstoffen, sowie die allgemein für die Erhaltung der Reparations- fähigkeit Deutschlands notwendigen Ausgaben ben Vorrang vor allen finanziellen Vervflichungen aus dem Dersailler Vertrag hale^r. Das Ultimatum der Alliierten vorn 16. Juni 1919 stellt ausdrücklich fest, baß bie Bestimmung über die Berücksichtigung der Zahlungsfähigkeit lediglich im Interesse Deutschlands vorgesehen ist, und allein bezweckt, jede Heberschrei- tung seiner Leistungsfähigkeit zu verbinbern. Darüber, bah die Erfüllung des Londoner Zählungs- Planes die gegele ten Möglichkeiten übersteigt, ist sich alleWelteinig. Wenn bie deutsche Regierung also eine Aenberung dieses Planes beantragt, und Dorschläge für eine anderweitige, den deutschen $äf>igtei ei tatsächlich entsprechende Regelung macht, so erbittet sie damit nicht eine besondere Vergünstigung, de.en Gewährung von den Alliierten an beliebige Bedingungen geknüpft werden könnte, sondern sie macht Von dem im Vertrage ausdrücklich vorgesehenen Recht Gebrauch. Poincare sprach aber nicht einmal davon, dah eine Aenderung des bisherigen Zahlungsplanes von den Bedingungen abhängig gemacht werden könne. Er geht viel weiter und behauptet, dah Frankreich nach dem Vertrage durch die blohe Tatsache der Nichtzahlung ohne weiteres in die Lage versetzt werde, sich deutsche Pfänder zu nehmen. Er meint, dah der Artikel 248 des Versailler Vertrages den Gläubigern Deutschlands die Befugnis gebe, im Falle der Nichtzahlung unmittelbar ihren Zu griff aus das deutsche Staatsvermögen zu nehmen. Der Artikel sagt, unb zwar nach ber französischen Fassung, bie nach der Meinung Poincares seiner These günftiger ist als die englische, dah für die deutschen Reparationsverpflichtungen ein Privileg unb ein Vorrecht ersten Ranges auf das deutsche Staatsvermögen bestehen soll. Das bedeutet, dah die Alliierten ein Recht auf die vorzugsweise Befriedigung aus dem Vermögen deS Reiches und der Cänbci haben sollen, dah sie also verlangen können, dah bei Nichterfüllung der deutschen Reparationsverpflichtungen das diesem Vorrecht unterliegende Vermögen mit Vorzug vor anderen Gläubigern zur Befriedigung ihrer Forderungen zu verwenden ist. In welcher Weise jedoch eintveten- denfalls diese Verwendung zu erfolgen hätte — und das ist hier der ausschlaggebenba Punkt — darüber sagt der Dertrag nichts. Rechtlich haben die Alliierten keinen Sin-- f l u h auf die Entscheidung über den Weg ben Derwenbung: noch weniger haben sie die Mög- lichkeir, diese Verwendung ihrerseits einseitig dadurch herbeizuführen, bah sie unter Verletzung ber deutschen Souveränität in ber einen oder anderen Form ihren Zugriff auf das Staatsvermögen nehmen. Art. 248 bat also keinen anderen Inhalt, als dah er bie Rangordnung der verschiedenen deutschen Gläubiger festseht, er enthält aber nichts von dem Rechte auf eine Zwangsvollstreckung. Auch diese Auffassung findet ihre Bestätigung, wenn es angesichts des klaren Wortlautes dc Vertrages einer solchen noch bedurfte, in dem Ultimatum der Alliierten vom Juni 1919: Dort wird bei der Erörterung des Artikels ausschlieh- lich von der vorzugsweisen Befriedigung derReparationsschuld gesprvci < a. Es wird aus dem Artikel für die Lllliierten lediglich das Recht gefolgert, ihre Bezahlung mit Dorrecht (par p iorit£) vor ber Regelung aller anderen Schulden des Reiches ober der deuts-.'.u Länber zu erhalten. Selbst wenn also — toa^ angesichts ber herrischen Finanzlage nicht der Fall ist — eine Verletzung der deutschen Zahlungspflichten Vorlage, würde sich daraus zugunsten der PfänderpolMk PoinearäS doch keine Rechtsgrundlage ergeben; die Dertoi rklichung der Pfän- berpvlitik wäre vielmehr Vertragsbruch und Gewalt. Es s'ft in diesem Zusammenhang noch auf einen anderen Punkt hinzuweifen Poincars stellt offen tn Aussicht, dah Frankreich Pfänder — gegebenenfalls auch ohne die Mitwirkung unb Einwilligung ber anberen Alliierten — m Besitz nehmen werbe. Wenn er bas durch den Zusatz zu mildern sucht, bah Frankreich in einem solchen Falle für gemeinsame Rechnung aller Alliierten handeln werbe, ändert bas doch nichts an ber Tatsache bah Frankreich gegebenen- falls aus eigener Initiative, allein gegen Deutschland Vorgehen will. Demgegenüber ist zu betonen, bah ein einseitiges Dorgehen Frankreichs in ber Reparationsfrage schon als solches einen Vertragsbruch bedeuten würde Welches auch die Rechte sind, die der Desailler Derttag zur Durchführung der Repa- raIonen gegenüber Deutschland gibt, besteht doch kein Zweifel darüber, dah diese Rechne n jemals von einzelnen an den Reparationen beteiligten Mächten gellend gemacht werden können. Die Durchführung ber Reparationen ist aut- schließlich in die Hände der Reparationskommission gelegt. Keine alliierte Macht kamt Reparations- ansprüchr für sich allein gegen Deutschland erheben; sie haben sich vielmehr zu diesem Zweck an die Reparallonskommission zu wenden Ebensowenig wie aber eine einzelne Macht unmittelbar Reparationsansprüchr erheben Rum. kann sie für sich allem auch Zwangsmaßnahmen zur Duichführung dieser Ansprüche ergreifen, sonst würde sich die widersinnige Folge ergeben, daß ein Staat Ansprüche betreiben ober durch ein Pfand sichern formte, bie ihm gar nicht zustehen. Das gilt auch für bie Handhabung des Art. 248, der als allem zustänÄge Instanz ausdrücklich die Reparationskommission bezeichnet. * Die neuen dentschen Reparations« Vorschläge. Berlin, 27. Dez. Reichskanzler Dr. Cuno ist gestern abend aus Hamburg wieder in Berlin eingetroffen. Auch Staates?krelär Hamm ist gestern aus Bayern zurückgekehrtt so dah das Kabinett heute wieder vollzählig beisammen ist. Die Besprechungen übet die neuen deutscher R e - parationsvorschläge werden heute mit größtem Nachdruck weiter gejörbert D e Be sprechungen mit den Sachverständigen über die Formulierung der deutschen Gegenvvr'chlä^e sind auch während der Festtage von den Ministern Dr Hermes und Dr. Decker fortgesetzt worden. Die Konferenz von Lausanne. Lausanne, 26. Dez. Die Konferenz begann heute nachmittag die durch die Feiertage unter= buchenen Arbeiten toi Her aufzunehmen, obgleich noch nicht alle Delegattonen zurückgekehrt sind Es fand nut eine offizielle S i Yung in der Hnterkommis fion für Bevölkerungs - austausch statt, in der bie Griechen von neuem gegen bie Entfernung des Patriarchtts aus Konstantinopel protestierten. Die ftanzösisch? Dc-le- gatton brachte einen Dermittlungsdorschlag ein, wonach der Patriarch seine religiöse Befugnisse 1 11400 15 vvn mehr als 5 bis 15 km einschließlich 45 1922 auf den 31. Dezember *• Amtliche Perfvnalnachrichten. ^chlichtum (Nachdruck verboten.) 1. Fortsetzung. ®ele9( Der* uropa 4 und 8 des Juli 1921 90 150 1923 an in Ortsnetzen mit nicht mehr als 50 Hauptanschl. zum 28. Dezember 1922 kündigen. ember -ähren Aus Stadt und Land. Gießen, den 27. Dezember 1922. Die neuen Fernsprechgebühren. bei einer (Entfernung bis zu 5 km einschließlich rah hat auch eine Erklärung öffentlicht, in der er sagt, E Italienischer Bot chafterwechsel in Berlin. Berlin, 23. Dez. (Wolff.) Der bisherige italienische Botschafter in Berlin, F r a s s a t i, ist von hier abberufen worden und hat bereits Berlin verlassen. Die Geschäfte der Botschaft werden bis auf weiteres vom Botschaftsrat Guar- nrri geführt. Bologna, 26. Dez. Der italienische Dot- schaster Graf B o s da r i ist nach Berlin abgereist, wo sr am 28. Dezember eiittreffen wird. Ejn Handelsabkommen mit Spanien. Madrid, 26. Dez. (WTB.) Der Minister des Aeußern hat bekanntgegeben, daß er mit der deutschen "Regierung ein Handelsabkommen geschlossen habe, wonach Deutschland vom 20. Dezember ab spanischen Erzeugnissen bk Meistbegünstigung gewäh e. Spanien werde seinerseits deutsche Erzeugnisse nach dem Tarif der zweiten Rki'he behandeln, im übrigen aber die Koeffizienten für Länder mit entwerteter Wäch> rung aufrechteiHalten. Heutiger Stand des Dollars 10 llhr vormittags: Berlin 7200, Frankfurt a. M. 7200. dtn ör beri 4nNime ober a ®er Deiilflj beit geh' fpb. Fra M zwei 1 zusammen 10 Bankangestelltt bringen sollte, gestellte will di Briefumschlag Drieskaster aber einen solö MFrar richtliche Unter ler Mehls ihren Fortgo Heinrich Mess fianbiat&inü t Handel mit Leb gen morden. D ten Gerüchte, v Stellung eine: aus freien Fus der Grundlage. * Hanau, kratlsch-lon beschluh bei der nur mit e wurde, lernte c Mästung oon @ Sohlen des Dorschubzah ab. Der Oberbü itch mm darüber vvm 2 )muar a M Theatersvie^ 8U toten, tion die Lust "lassen und Kril eine m7 200 000 Mai I Die FemsprechtzebüH.en nach §§ nsprechgebühcengesetzes vom 11. durch die Verordnung vom < Unter dem 8reiheit5baum Roman von Clara Blebig. müssegeholfenwerden, unb wenn dieses Problem nicht gelöst werde, so werde das ungeheure Verluste für die .amerikanischen Produzenten und einen neuen Krieg bedeuten. Paris, 26. Dez. (WTB.) Rach dem Reuhork Hevald" soll Senator D o r a h bei seinem Antrag auf Einberufung einer Weltkonferenz auf die Abrüstungskonferenz als Präzedenzfall hingewtesen haben. Seit zwei fahren sei die Reparationsfrage auf dem toten Punkt angefangt Europa sei dadurch der Gefahr ausgesetzt, in einem wirtschaftlichen Chaos unterzugehen. Der augenblickliche Zustand bringe die Gefahr eines neuen Krieges. Europa schulde Amerika elf Milliarden Dollar. Diese Summe könne nicht zurückbezahlt werden, wenn "bad Repara- iionsproblem ungelöst bleibe. Wir müssen, so sag e Dorah, in der Reparation Sfrage intervenieren, weil wir ein Interesse daran haben, bezahlt zu werden. London, 23. Dez. (WTB.) Der amerikanische Botschafter Har vH ist nach Reuhork abgereist. fllel(6en n M-Jdi. 5 mehr als 50 bis einschl. 100 Hauptanschl. 12600 e „ _ 100 „ „ 500 „ 13800 . „ „ 500 „ n 1000 „ 15000 „ „ „ 1000 n w 5000 M 16800 „ Für Gießen beträgt danach die Grundgebühr jährlich 16 800 Mk. Die Gebühr für ein Ortsgespräch betragt vom 1. Januar 1923 an von einer Teil- mchmerstelle aus 15 Mark. Für die Benutzung der Fernleitungen sind vom 1. Januar 1923 an zu zahlen: für ein Gespräch von nicht mehr als 3 Minuten Dauer Die Haltung Amerikas. Washington, 25. Dez. (Wolff.) Reuter; Der im Senat von dem Führer der „Unversöhnlichen", dem Senator B o - rah, eingebrachte Zusatzantrag zur Marine- Kredit-Dorlage, der den Präsidenten ersucht, eine Konferenz der Weltmächte einzuberufen, um die wirtschaftlichen Fragen prüfen und die Herabsetzung der Land- und Seerüstungen sichern zu lassen, hat eine Spaltung der „Anversöhnlichen- im Senat hervorgerufen. Er wird im übrigen voraussichtlich zur Wiederaufnahme der Generaldebatte über die Teilnahme der Vereinigten Staaten an den europäischen Angelegenheiten führen. Bold , 25 25 . 50 Aus dem Reiche. Der Prers für das Umlagegetreide. Berlin, 23. Dez. (Wolff.) Der Preis I für das dritte Sechstel der Getreideum- | Wenn die Bürger Triers ihren Kindern, die dazumal noch am Gängelband geführt wurden, von jenen Tagen erzählten, dann schauten die auch jetzt noch verständnislos drein; sie begriffen gar nicht, warum die Mutter ein Kreuz schlug und ihre Wange sich bleichte. Sie hatten ja das Leben nie anders gekannt: Lärm auf den Straßen, Abteilungen franzöjischer Soldaten, die an bte Türen schlügen, auf Leiterwagen davonführten, was sich noch von Schuß- unb Hiebwaffen in den Häusern befand; und auch das mit sich nahmen, was einzelne, die geflüchtet waren, bei Verwandten und Freunden vvn ihren Möbeln und Wertsachen zurückgelassen hatten. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit — Todesstrafe für den, der etwas einbehielt von dem, was der Flüchtende ihm anvertraut hatte, auf Freundestreue und Redlichkeit bauend. 3n den Klöstern und bei den alteingesessenen Familien da fand sich am meisten. 3n manchem Pattizierhaus mchm man der alten Mamsell, die treu wie die Hauskatze am Hause hing, ihr Bettzeug weg, und dem Diener, der langsam die verschossene Cingangstür öffnete, bte Livree, die er viele Jahre im Dienst feiner Herrschaft getragen hatte. Die Kinder verstanden nicht, wie bitter es tut, vom Altgewohnten zu lassen. Warum weinte die Mutter so schmerzlich, baß sie nicht mehr im Dom in der Muttergotteskapelle ihre Andacht halten konnte? Sie sei es vvn Kilchheit so gewohnt gewesen. Run mußte sie anderswo beten gehen. Biel Auswahl war • Fried Hilfe §rle betrag wn 1° tDffeln. sanden bn. hi- von öludß gelang e$. enw Stadtteil Fan Mitteln. 3n b Tabak in- D« Dei hastete ist ständig Mittäters < hiesigen Süterb ' Dad- ÖtimnMfl ' Schule zugui erbrachte 40 62 Darmstadt übe • Duhb gen Sitzung Kreis für ein 200 Marl. ausüben, seine administrative Tätigkeit aber an den selbständigen Bischof übergeben soll. Die Griechen und die Türken behielten sich die Antwort vor. Außerdem war eine Sitzung des Unter- ausschusses für den Minderheitenschutz an» beraumt, zu der der Generalsekretär der Konferenz auch Vertreter der bulgarischen, armenischen und afyro-chttdanischen Minderheiten eingetaden hatte. Hiergegen hatte die türkische Delegation in zwei Roten aus das heftigste protestiert, indem sie erklärte, daß, wenn man derartige Delegationen zu den Beratungen hinzuziehe, man auch die Aegypter, Inder, 5r= länder usw. hinzuziehen könne. Angesichts des türkischen Protestes erflärte man, daß es sich um ein Mißverstäirdnis handle. An Stelle der Unter- kvmmifsions-Sitzung fand nur eine private Sitzung der alliierten Delegierten statt, in der die Vertreter der betreffenden Minderheiten aebört wurden. 1922 neu festgesetzt worden. Zu diesen und zu den im § 3 des Fernsprechgebühren- gesetzes bestimmten Gebühren wird ein Teue- rungszuschlag von 2900 v. H. erhoben. Danach beträgt die Ha'heesgrundgebühr für die llebertar.ung und Untcrfjulnmg eines Hauptanschlusses (öhne Gesprächsgebühren) vom 1. Ian. eins, zwei, dvei. Klang es nicht wie Hohn, toemt es in der Proklamation von Dourbotte also hieß: „3n Erwägung, daß die französische Republik, indem sie den Bewohnern der durch ihre Armeen eroberten tzänder Schuh und Sicherheit aewährt. begründete Rechte hat, von ihnen den Zoll der Dankbarkeit zu fordern, den sie dem großmütigen Verfahren einer Ration schulden, die weit davon entfernt ist, die Rechte auszuüben, die der Krieg den Siegern anheimgibt — sie will ihre Macht nur gebrauchen, um die königlichen Unterbrücfer zu zerschmettern, diese Geiseln der Welt — und in weiterer Erwägung, daß, wenn die französische Ration auf all die Vorteile Verzicht leistet, welche sie vvn ihrem Sieg in dem Kurfürstentum Trier ziehen könnte, so ist fie jedoch genötigt, sich wenigstens für ihre Kosten und Auslagen zu entschädigen, die die Unterhaltung der Armeen, deren sie bedarf, um die Frechheit der Tyrannen im Zaum zu halten, erfordert." Gnade, Gnade, woher soviel nehmen?! Es wurde in den Häusern zusammengeschrappt, was sich noch an Werten darin befand: Bargeld, Hypothekenbriefe, altes Familiensilber, eingemauerte Weine, Schmucksachen, Porzellane, Bilder, Samte, Uhren, Pelze. Seidenstoffe Alles wurde hervorgeholt, und es reichte doch nicht. Trommler gingen durch die Stadt: Binnen Die» undzwanzig Stunden mußte die Kontribution bezahlt fein, die Munizipalität vvn Trier haftete mit dem Kopfe dafür. Der letzte Sparpsennig wurde hingegeben, die letzte Hofemschnalle. (Fortsetzung folgt) nicht; im Dom war jetzt ein Fvuragemagazin, auch Möbel aus dem kurfürstliche Palast waren dort eingestellt bis man sie abführte nach Frankreich. 3m Palast selber lagen die Soldaten, die die Krätze hatten. Sankt Matthias war Lazarett geworden, seine schönen Glocken fjatte man in Stücke geschlagen. In die Dreifaltigkeitski rch? hatten die Kommissäre den Wein gelegt, den sie den Klöstern und den Kellern der Ausgewanderten entnommen; siebzig Fuder wurden in einem Monat brüt abgestochen. 3n der Kirche der Karmeltter hatte man der Muttergottes ihr kostbares Kleid und den mit Silber bestickten Mantel ausgezogen, ihr statt dessen einen Sack übergestülpt. 3m Kloster der adligen Rönnen zu St. 3rminen hatten die Franzosen ihr Schlachthaus eingerichtet, in St. Simeon Vie bleiernen Platten des Daches abgedeckt und St. Martin ausgeplündert. 3n St. Maxlmln lagen die großen Statuen der Bischöfe mü der Rase an der Erde, die bunten Glasfenster, von Steinwürfen verletzt, verloren im Windstoß Mir- lenb ein Scheiben stück nach dem ande ren. 3n der Abtei Marien waren die Orgelpfeifen heraus- geiiffcn, und mit Si. Paulin war's nicht viel besser bestellt. Dach Liebfrauen konnte die Mutter doch noch beten neben; aber es stolperten Immer etliche im hallenden Schiff herum, scharrten mit den Füßen, rauchten und sprachen ganz laut, und das störte sie. Der Vater ballte die Faust: das war noch nicht das schlimmste. Aber daß man der Jugend, schon den Kindern in der Schule, die Göttin der Vernunft, ein nackigeS Weibsbild, vvrsehen wollte an Stelle „Unterer Lieben Frau", das war Aergernis .ohnegleichen. Man sah'S ja, wohin solcher Unglaube führte. Mägdlein, die sonst läge wurde am 20. Dezember festgesetzt, und zwar für Roggen auf 165 000 Mr., für Weizen auf 180 000, für Gerste auf 150000, und für Hafer auf 140 000 Mk. je Tonne. Hm den Landwirten schleunigst zu dem von ihnen dringend benötigten Geld zu verhelfen, wurde die ReichSgetreioestelle angewiesen, den Kommunalverbänden für das von ihnen auf das dritte Sechstel bereits abgelieferte Getreide, das bislang nur auf der Grundlage des Preises für das erste llmlagedrsttel abgerechnet werden konnte, sofort den Unter- schiedsbetrag zwischen den neuen Preisen und den für das erste Drittel in bar auS - z uz ah len. Die Reichsgetreidestelle hat die Zahlungen für einen großen Tell bereits geleistet und wird es für den Rest in den nächsten Tagen tun. Die Kommunalverbände sind dadurch in den Stand gesetzt, die Landwirte mit ihren Ansprüchen für die Aach zah - lang für das dritte Sechstel unverzüglich zu befriedigen. Die Reichsregierung legt größten Wert darauf, daß die Landwirtschaft den Gegenwert für ihre Ablieferungen unverzüglich erhält. Eine Erklärung des ReichSernahrungs- ministerS. Essen, 26. Dez. (WD.) Reichsernä h° rungSminister Dr. Luther erklärte heute Vertretern der Essener Zechen gegenüber, daß die Drotversvrgung für den Winter gesichert sei. Streckung durch Kartoffeln komme nur in geringem Maße in Frage. Die ernsteste Angelegenh.it dieses Winters sei die M i l ch v e r f o r g u n g. Der Ankauf vvn Butter und Käse müsse an eine besondere Genehmigung geknüpft werden. 3n der Frage der Ernährung müsse künftig jede Parteipolllik ausge schattet bleiben, vielmehr müsse dieselbe reichssachlich behandelt werden. Der Personalabbau bei der Eiseubahnverwal- tuug. Berlin, 23. Dez. (WTB.) Die starke Belastung der Wirtschaft durch die Reichsbahntarife, die zur Erhaltung des Gleichgewichts in den Einnahmen uno Ausgaben erforderlich ist, verlangt, wie auch in der Oeffentlichkeit anerkannt wird, durchgreifende Maßnahmen in Ersparnissen an Material und Personal. Die durch grobe Indiskretion in die Presse gelangte Mitteilung über den Abbau von 25 000 Beamten und Arbeitern ist in den Einzelheiten noch keineswegs festgelegt, doch entspricht ein derartiger Abbau den Absichten des ReichSverkehrSmini- sterS. Selbstverständlich sollten vom Abbau nicht diejenigen Teile des Unternehmens betroffen werden, bei denen die nötige Arbeitsintensität erzielt ist, sondern es sollen die noch vorhandenen unproduktiven Kräfte erfaßt werden. Der Abbau wird sich nicht nur auf die Arbeiter, sondern auch auf solche Teile der Beamten erstrecken müssen, die erst verhältnismäßig kurze Zeit als Beamte eingestellt find und bei denen noch kein unkündbares Verhältnis vorliegt. Die Einzelheiten der noch zu tteffenden Maßnahmen werden In den ersten Zanuartagen mit dem Hauptbetriebs- und dem Hauptbeamtenrat erörtert werden. Diese sind von der Absicht der Verwaltung, wonach das seit fast zwei Jahren eingeleitete Abbauprogramm unter allen Umständen weitergeführt werden muß, in Kenntnis gesetzt. Ernennungen dr der Diplomatie. Berlin, 23. Dez. (WB) Der S aatssckretär im Auswärtigen Amt, Hantel v. Helmhausen, Ist zum Vertreter der Reichsregle^ung in München, und der Ministerialli e.tor F r. v. Maltzahn zum S a tä.e retär Im AuSttä - tigen Amt ernannt worden, v. Hantel wird zur iLeberfeihrng der Geschäfte noch bis Anfang Za- nuar in 'Berlin bleiben. Der Abte bürgsletter Im Auswärtigen Amt, Wirklicher Legationsrat R u e° m e l i n. Ist zum GesandteninSofia ernannt worden. f< HÄ ’Äe kosten aus d sss stoltevAa Sä, ganz sittsam gewesen, setzten Ihre Kinder hinter Hecken und Zäunen ab, fahrendes Volk gaukelte auf allen Märkten, mit den Bänkrisplelerinnen in kurzen Röcken trieben ehrsamer Bürger Söhne sich herum. Ein Volk ohne Religion ist ein Voll ohne Sitte; nichts auf der Welt tarnt dem simplen Herzen seinen Herrgott ersehen. Oh, und die Angst, die man ausgestanden hatte, vor den durch, sehenden befreundeten Truppen nicht minder als bann vor den feindlichen! Der Krieg nimmt, wo er kann und was er tarnt; man hatte gegeben, aber alles Geben hörte doch einmal auf. Ja, als die Emigrierten mit ihren geflüchteten Schätzen ins Land gekommen waren, cie Marquis, die Marquisen, hohe Geistliche und adlige Rönnen, als die ihr Gold, Edelsteine, Perlen, Brillanten, eingelegte Waffen, kostbares Pellwerk und Kleider zu Geld machten und für die Wohnung, die man ihnen einräumte, reichlich zahlten, ca war jedermann gut bei Kasse gewesen. Man hatte ordentliche Preise genommen zu Trier. Aber feit die Patrioten, tote die Republikaner sich nannten, die Emigranten geächtet hatten, daß die nur in wenigen verborgenen Winkeln sich aufzuhalten getrauten, als Todesstrafe darauf stand, wer einen Emigrierten bei sich aufnahm, da war die beste Erwerbsquelle verloren gegangen. Denn die Assignaten, mit denen Die Republikaner zahlten, waren nichts weiter als dreckiges Papier; nicht einmal echt waren die immer. Unb doch sollte man zahlen, mußte zahlen; die Kontribution von drei Millionen Livres, die Bourbolle, der Repräsentant des französischen Volkes, der Stadt und den besetzten benachbarten Ortschaften auferlegt hatte, wurde eingetrieben '’wEINBRflito (JACOBI 188o Ernannt wurden am 16 Dezember der Studiewrat an der Höheren und Erweiterten Mädchenschule In Gießen Dr. Karl Hainer zum Studieirdirek-- tor an der Realschule und dem Prvvxllgymnasium in Laubach mit Wirkung vom 16. Dezember 1922 ab; am 17. Dezember der Kommerzienrat Heinrich Ludwig Langsdorf und der Kaufmann Dr. Ludwig Fertsch beide in Friedberg, zu Handels rich ern und der Drauereibesitzer C. $. Melchior in Butzbach zum Ergänzungsrichter bei der Kammer für Ha:rdelSsachen In Gießen für die Zett bis zum 31. Dezember 1924; am 18. Dezember der Dtudienrat an der Oberrealschule In Gießen Dr Otto Lenz zum Studlen- vat an der Höheren und Erweiterten Mädchenschule in GiehM mit Wirkung vom 1. Januar 1923 ab; am 19. Dezember der Privallwzent an der Landesuniversttät Gießen Dr. C. August Emge zu Gießen zum außerplanmäßigen außer- ordenttichen Professor der juristischen Fäkultat der Landesuniveriitat Gießen. — Durch Errtsch'-leßung vom 16. Dezember ist die Ernennung des Studien- tatÄ Hans Seiler in Gießen zum Studiendirektor an der Realschale und dem Proreal- gymnasium In Laubach auf Wunsch des Genannten zurückgenommen worden. •• Fahrplanänderungen auf der Strecke Gießen — 5 u Iba. Amtlich wird gemeldet: Vom 1. Januar 1923 an treten auf der Strecke Gießen—Fulda folgende Fahrplanänderungen ein: Pz. 556 wird zwischen Lau ter- bach (Hessen) Rord und Burg- und Dieder-Gemünden wie folgt geändert: Lauterbach (Hessen) Rord ab Rm. 5.48 ll.hr, Wallen rod ab 6.00, Renzendorf ab 6.03, Alsfeld an 6.17, ab 6.24, Zell-Romrod ab 6,34, Ehringshausen an 6.46, ab 6.49 Burg- unb Rieder-Gemünden an 6.55, ab 6.59 Rachm. und weiter wie bisher. — Pz. 559 erhält zwischen Grünberg (Oberh.) und Fulda folgenden Fahrplan: Grünberg (Oberh.) an Rm. 8.12, ab 8.15, Mücke an 824, ab 8.27, Rieder-Ohmen ab 8.34, Burg- und Rieder-Gemünden an 8.42, ab 8.45, Ehringshausen „ „ „ 50 „ 100 „ . 210 über 100 km für jede angefangenen weiteren 100 km 90 mehr. Hiernach kostet z.D. ein Ferngespräch bis zu drei Minuten Dauer von Gießen nach Frankfurt 210 Mark. Dri öffentlichen Sprschstellen beträgt vom 1. Januar 1923 an die Gebühr für ein Gespräch von nicht m-chr als drei Minuten Dauer tm Ortsverkehr und tm Fernverkehr auf Entfernungen von nicht ndchr als 5 Km. 30 Mark. Einen Vorteil erlangen die Teilnehmer durch die neue Bestimmung, daß eine Mindest gebühr für monatlich 40 Ortsgespräche nicht mehr erholen wird. Wer seinen Anschluß aus Anlaß der Gebührenänderung nicht behalten will, kann ihn bis ab 8.54, Zell-'^omrvd ab e.io, Ms fett» an 9.23, ab 9.27, Renzendorf ab 9.38, Wallenrod ab 9.47. Lauterbach (Hessen) Rord an 9.58, ab 10.07. Angersbach ab 10.14, Bad Salzschlirf an 10.20 ab 10.23, Großenlüder ab 10.34, Oberbimbach al 10.40, Fulda an 10.54 Rm. ** Die Weihnachtsfeiertage nahmeZ in unserer Stadt einen ruhigen, harmonischen Verlauf. Die Gpttesdie.rste waren, wie Immer, recht zahlreich besucht. Gestern nachmittag veranstalteten mehrere Vereine Weihnachtsfeiern, deren stunmungsvoller Verlauf den Festtellnehmem einige schöne Stunden bereitete. Das WeihnachtS- toriier zeigte sich aber recht unbeständig; so verlockend es am ersten Feiertage zum Spaziergang aufforderte, so widerwärtig gebärdete es sich am zweiten Weihnachts:age, an dem vom Morgen bis in die frühen Rachmittagsslunden hiirrin Schneefall mit Regen bet kaltem Winde das Reglinent führten und den Aufenthalt daheim zu dem angenehmsten Erlebnis des Tages machten. "Diefreiw. Sanitätskolonnevom Roten Kreuz veranstaltete ihre Weihnachtsfeier diesmal im Depot am Kanzleiberg. Der Rachmittag brachte den Kindern der Kolonnenmitglieder Bewirtung und Bescherung-und der Abend vereinigte die Mitglieder mit ihren Fr au er zur Abendunterhaltung. Bewirtung und Unter- Haltung hatten bte Mitgl.eder selbst übernommen und, wie der Verlauf des Abends zeigte, mit Geschick zur allgemeinen Zufriedenheit durchgefüyrr. Es zeigte sich namentlich, daß die sonst ernste Tä- ttgfeit Les Sanitäters auch den Humor noch aufkommen läßt. ** Die Ausstellung der Steuerbücher für 1923 betrifft eine Bekanntmachung des Oberbürgermeisters, die heute im Anzeigenteile unseres Blattes zur öffentlichen Kenntnis gebracht wird. Man beachte diese wichtige Veröffentlichung. •• Das ReichSmietengeseh. Den Schluß zu unserem, am Samstag gebrachten Auf- llärungsartikel über das Reichsmietengeseh konnten wir wegen Raummangels heute nicht zum Ab° druck bringen. Wir werden diesen Tell morgen veröffentlichen. ** Die Arbeitslosigkeit im Laba kgewerbe, dessen steuerliche Belastung infolge des ständig erhöhten Goldzollzuschla- geö und infolge der mittels der Durchstafse- ing dauernd gestiegenen Banderolensteuer eine unerträgliche Höchr erreicht hat, hat eine solche Form angenommen, daß schnellste Hllfe vonnöten ist. Von den am DerichtStage, den 30. November, erfaßten 137 135 Arbeitern waren 20 519 gleich 15,76 Prozent vollkommen arbeitslos. Nur 42 432 Arbeiter, also 32,63 Prozent, arbeiteten noch 46 Stunden in der Woche, davon die meisten für den Export. Die übrigen 64 182 Arbeiter, also 51,37 Prozent, arbeiteten verkürzt, davon die meisten nur 24 Stunden und weniger in der Woche. Außerdem wird vom Deutschen Werkmeisterverband gemeldet, daß etwa 1000 Zigarrenwerkmeistern zum 1. Januar gekündigt worden ist. ••^Jrämiterungfür gute Äanarten# zücht. Auf der Großen allgemeinen Äon arten» Ausstellung Gießen erhielt bei stärkster Konkurrenz Karl Hünermund von hier in der Selbstzuchtklasse die Erste goldene Medallle, Stadtpreis. Ersten und Zweiten Vereins-Ehrenpreis, Ersten unb Zweiten Mitgliederpreis, sowie Speztalpcerse für bestes Hohl und Klucke. Bornotizen. — TageS kalender für M i t t tovch. Stadttheater, 3'/?llhr: »Das tapfere Schneiderlein"; 7 llhr: , Frühlingsluft". — Palast-Lichtspiele: Allantide", ferner „Eine Dame der feinen Gesellschaft". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: »Die Beichte einer Aus gestoßenen", ferner »Der Bienenstich". — Aus dem Stadttheaterbureau. Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß wegen der vorangehende Feiertage die 11. Vorstellung Im Mittwoch- Abonnement am Donnerstag. 28 Dezember, stattfindet. Zur Aufführung gelangt .Wallensteins Tod". D e g i n n 6y3 11 b r, Ende 91/2 llhr. Landkreis Wetze«. X Wies eck, 21. Dez. Der ® emeinbcrat fefote in seiner letzten Sitzung die Hundesteuer auf bad Vierfache bcr staatlichen Sätze fest unb bewilligte für Holzhauerlöhne einen Teuerungszuschlag von 60 Prozent. Ein Teil der Schulscheuer wurde gegen eine Miete von jährlich 1000 Mark vermietet unb die Ha g d - pacht auf bas Zehnfache erhöht. Aur bie Gänsehaltung soll ber nächsten Sitzung eine OrtSsatzung vorgelegt werben. Zur Mind^ung bcr Beerdigungskosten soll von ber Gemeinde gefälltes angeschnittenes Holz bereitgeftclll werden unb ber neue Demeinderat in feiner ersten Sitzung über vollstänbige Hebernahrne ber Deetdigungs- losten auf bie Gemeinde Beschluß fassen. Mit Ab- schiedSworten, besonders an bie im neuen Hchre nicht Wiede rkeHrenden, schloß der Bürgermeister die Sitzung. M _ ch Grüningcn, 22 Dez. Gestern Der an- ftallete die Liga zum Schuhe der deutschen Kultur hier einen Vortragsabend Dcr Vortragende sprach über die Frage: „Welches finö die Ursachen ber russischen Hungersnot?" Die zahlreichen Zuhörer lauschten gespannt den lehr interessanten Ausführungen des Redners, der auch hin und wieder eigne Erlebnisse mit einflocht Zum Schlüsse wurden noch einige sehr schöne Lichtbilder über Rußland gezeigt. Kreis Friedberg. * Friedberg, 24. Dez. Die St re iS no t - Hilfe Friedberg ergab bisher einen Dar- betrag von 163 708 Mark. Daneben wurden noch reiche Gaben in Raturalien, überwiegend Kartoffeln. gefpenbet. — Schon seit langer Zeit fanden im hiesigen Bahnhof Beraubunaen von Stückgutwagen statt. Hetzt endlich gelang eS, einen Bahnbedien steten, der im Stadtteil Fauerbach wohnt, als Dieb zu ermitteln. 3n seinem Besitze fand man ein Paket Tabak im Werte von etwa 30 000 Mark. Der De,haftete ist in bezug aus diesen Diebstahl geständig, leugnet aber seine Täterschaft bzw. Mittäterschaft an den übrigen Spitzbübereien im hiesigen Güterbahnhof. • Bab-Rauheirn, 24. Dez. Eine Sammlung in der Ern st- Ludwig- Sch ule zugunsten der Äothilfe Hessen erbrachte 40 625 Mark. DaS Geld wurde nach Darmstadt überwiesen. * Butzbach, 24. Dez. 3n seiner gestrigen Sitzung erhöhte der Gemeinderat den H)reiS für ein Kub tkmeter Wasser aus 200 Mark. Hessen-Nassau. fpb. Frankfurt a. M.. 26. Dez. Hier sind zwei BerrechnungsscheckS über zusammen 10 Millionen Mark, die ein Bankangestellter einer anderen Dank überbringen sollte, verschwunden. Der Angestellte will die Schecks versehentlich in einem Briefumschlag mit anderen Briefen in den B r i e f k a st e n geworfen haben. Die Post hat aber einen solchen Brief nicht erhalten. fpd. F r a n k f u r t a. M^ 26. Dez. Die gerichtliche Untersuchung in der Oberurseler MehlfülschungSaffäre nimmt ihren Fortgang. Dem Mühlenbesitzer Heinrich Messer ist bereits vom Homburger Landratsamt die GrohhandelserlaubniS zum Handel mit Lebens- und Futtermitteln entzogen worden. Die verschiedentlich aufgetauch- len Gerüchte, wonach Abt und Messer gegen Stellung einer Bürgschaftssumme vorläufig auf freien Fuß gesetzt würden, entbehren jeder Grundlage. • Hanau, 24. Dez. Ein soz talbem o- kratisch-kommunistischerMehrheits- beschluß ber Stadtverordnetenversamml ung, ber nur mit einer Stimme Mehrheit gefafjt wurde, lehnte eine Magistratsvorlage zur Beschaffung von Geldmitteln zum Ankauf der Kohlen des Gaswerkes mittels einer Dors chuhzahlung der Gasbezieher a b. Der Oberbürgermeister erklärte, man müsse sich nun darüber klar fein, bah das Gaswerk vom 2. Hanuar ab stillstehen werde. — Um bie Theaterspielzeit 1922/23 ordnungsmäßig zu Ende zu führen, wurde der Theaterbirek- 1 ion bie Lustbarkeitssteuer gänzlich erlassen und für bie Monate Dezember bis April eine monatliche Zuwenbung von 200 000 Mark bewilligt. Schlichturrgsansschntz der Provinz Oberhcffcn. Verhandlung vom 21. Dezember. 3n den drei Gesamtstreitigkeiten, über die nachstehend berichtet wird, erhielten bie Sreit- telle eine Woche Frist zur Erklärung über Annahme ober Ablehnung ber Schiedssprüche. Der Deutsche Holzarbeiterverband und der Arbeitgeberverband für Lahngau unb Ober Hessen vereinbarten für die Zeit Dom 9. bis 16. (bzw. 11. bis 18.) De^mber 10 Proz. Erhöhung ber Löhne der Sägewerksa(beiter, die für bie beiden vorhergehenden Lohn^Hen galten. Der Stundenlohn des Maschinenarveiters ber Tarifgruppe A über 25 Hahre kommt hernach in ber 3. Ortsklasse fz. B. Alsfeld) von 197,53 auf 217 Mk. Für bie Zeit vom 16. (18.) Dezember bis zum Ende des Monats schlug bet Schlich" tungsauSschuh durch Schiedsspruch Erhöhung dieses Lohnes auf 270 Mk und Erhöhung aller übrigen Löhne in demselben Der hält iiZ vor: jedoch sollen dabei bie Stundenlöhne der Arbeiter unter 18 Hahren je 2 Mk. unter ben entsprechenden Löhnen des südhcs ischen Lohnabkommen; für bie Zeit vom 16. (18.) bis zum 21. (23 ) Dezember bleiben. Die Mitglieber deS Arbeitgeberver- banbeS für Handel unb Gewerbe in Gießen sollen bie Rovemderiarifgehälter ihrer kaufmännischen Angestellten für ben Dezember um 70 Prvz unb die monatliche Zulage ber Verheirateten und der alleinigen Ernährer von 2003 auf 3000 Ml. unb bie ber alleinstehenden Ledigen von 1200 auf 1800 Mk. erhöhen. Der Schlichtungs- ausschuß sprach außerdem bie Erwartung aus, daß spätestens am 15. Hanuar 50 v. H ber Dezember tarifgehälter als A schlag auf bie Hanuar- Dergühingen gezahlt werden. Die TarifaehäUer bcc männlichen Angestellten über 28 Hahre betragen nach dem Schiedsspruch in Klasse 1 61 268 Ml., in Klasse 2 71 417 Mk. und in Klasse 3 78 438 Mk. Dem Deutschen Derkehrsbunb, dem Arbeitgeberverband für Handel und Gewerbe und ben Bereinigten Fuhr- werksbes ihern von Gießen schlug bcr Schlichtungsausschuh Erhöhung ber TranSport- arbeiterlöhne, bie vom 27. Rovember bis zum 23. Dezember galten, um 63 Prvz. ab 24. Dezember bis aus weiteres vor, ferner Erhöhung des Zehrgeldes für Fahrten bis über 2 Hfjr nachmittags von bisher 150 Mk. auf 200 Mk. unb für Fahrten mit Uebernachten von 530 Mk. auf 600 Mk. und Weitergeltung ber bisherigen Best im mu rgen über ileVerarbeit Sonntag larbeit, Llrlaub und vorübecgehen e Arbeitsunter rechung für das Hahr 1923. Rach diesem Schiedsspruch kommt ber Kraftfahrer auf 15 120 Mk. Wochenlohn, der Fuhrmann über 21 Hahre auf 14 656 Mark, der Lagerarbeiter über 23 Hahre auf 14 208 Mk unb bie Arbeiterin über 23 Hahre auf 9856 Mk. Kirche und Schule. * * Erledigte Schulstellen. Erledigt sind: eine Lehrerstelle für einen evang. Lehrer an der Volksschule zu Rieder-Ofleiden, Kreis Alsf.ld. Dienstwohnung ist vorhanden: eine Lchrerstelle für einen evang. Lehrer an der Dolks- schiule zu Ruppertenrod, Kreis Alsfeld. Dienstwohnung für einrn ledigen Lehrer ist zur Zeit vorhanden: eine Lchrerstelle für einen evang. Lehrer an ber Volksschule zu Schabenbach. Kreis Alsf.ld. Dienstwohnung ist vorhanden: eine Lehrerstell.' für einen evang. Lehrer an der Volksschule zu Traisa. Kreis Darmstadt. Eine Mietwohnung muß erst beschafft werden, zur Zeit ist eine solche nicht vorhanden. • Alten - Duseck, 22. Dez. Bei den kirchlichen Wahlen wurde als weltlicher Abge- crdneter zum Dekanatstag Wilhelm Wagner, als Stellvertreter Wilhelm D 5 l l I. gewählt. — Als weltlicher Abgeordneter zum Landeskirchen- tag erhielten Medizinalrat Dr. W a l g e r unb dessen Stellvertreter Prof. Dr. Weimar 22 von 25 abgegebenen Stimnen, alS geistlicher Abgeordneter zum Landeskirche üag Pfarrer Lenz und dessen Stellvertreter Pfarrer Aus selb 23 von 25 Stimmen. Bei der Landesliste etbieü der 8. Wahlvo sch'ag (Fenchri-D.rrbeck) 23, der 2. und 5. Wahlvorschlag je 1 Stimme. ch Grüningen, 22. Dez. Heute fanden hier die kirchlichen Wahlen statt. Für den Dekanatstag wurde Heinrich Karl Euler und als Stellvertreter Adam Mar stellet gewählt. Für den Landeskirchentag wurden einstimmig gewählt Pfarrer Lenz- Lich (Ausfeld-Gietze i) und Fenchel (Fendt), wäh.end lei der Landesliste ber achte Wahlvorschlag (Fenchel-Bernbeck) alle Stimmen auf sich vereinigte. (BericbtBfcmL Essen, 21. Dez. Dor dem Schwurgericht hatte sich in viertägiger Derhanblung der Maschinist Gottfried Karusseit aus Gelsenkirchei unter der Anklage des Mordes zu vera.it- M-orten. Der Angeklagte hatte in ber Rocht vom 29. zum 30. März 1920 in Dorsten ein sogenanntes Revolutionstribunal zusammenberufen und u iter seinem Vorsitz zwei unschuldige Gefangene, einen Relchswehrsoldaten unb einen anderen jungen Mann, we et angebli-chrr Spionage zum Tode verurteilt. Der Arrellagte lieh das Urteil an dem ReichZwehvsolda e r, Der von den Rotgardisten nach ber 41 rieilsverkündung bis aufs Hemd ausgeraubt wurde, noch in derselben Rächt vollstrecken, während der andere Verurteilte, als er schon auf dem Richtplahe stand, im letzten Augenblick geettet wurde. Das Schwurgericht verurteilte den Angeklagten wegen Anstiftung zum Morde zur Todesstrafe unb zum dauernden Verlust ber bürgerlichen ^ren- rechte. tob. Zweibrücken, 24. Dez. Don Schiebern und Schleichhändlern bestechen lieh sich der Zollsekretär Hosef Schmidt, der es auf der Zollstelle Bruchhos bei Homburg verschiedenen Schiebern ermöglichte, etwa 85 Kisten mit je 1 400 Stück Eiern ohne die vorgeschriebenen Aussuhrpapiere nach und nach über die Saargrenze zu schaffen. Der Angeklagte wurde zu neun Monaten Gefängnis und 20 000 Mark Geldstrafe verurteilt, außerdem wurde tchm btc Fähigketr zur Bekleidunng öffenllicher Lerntet auf bie Dauer von 5 Hahren aberkannt und ein Wertersah in Höhe von 380160 Mari gegen ihn festgesetzt. Vermischtes. Deutsche Lebensrnittel nach Frankreich verschoben. tob. Köln, 24. Dez. Die Kölner Wucher- Polizei hatte in Erfahrung gebracht, dah feit einiger Zeit Lebensmittel in großer Menge in Köln ausgekauft unb nach Frankreich geschmuggelt wurden Sie ermittelte mit Hilfe der Kriminalpolizei auf dem Haupt- bahnhof eine organisierte Schmugglerbande unb konnte bereits eine Reihe Personen festnehmen, die Lebensmittel in O-Zügen ins Ausland schafften 10 Koffer mit Butter, dir sich bereits Unsere Postbezieher machen wir darauf aufmerksam, daß der Gießener Anzeiger vom 1. Januar ab nut noch monatlich bezogen werden kann. Rach einer neuen Postverordnung wird vom gleichen Zeitpunkt ab auch wieder Bestellgeld erhoben: es fällt fort, wenn der Bezieher die Zeitung bei der Post abholl. Zur Vermeidung verzögerter Zustellung emp- stehlt es sich, den Gießener Anzeiger unverzüglich bei der zuständigen Poststelle oder beim Briefträger für den Januar zu bestellen. Verlag des (Siebener Anzeigers. im Zug befanden, und einen Wert von mehreren Millionen Mark hatten, wurden beschlagnahmt. Aus einem nach Paris fahrenden O-Zug holte die Wucherpolizei ferner noch rechtzeitig mehrere Koffer mit Wild heraus. Furchtbarer Tod dreier Arbeiter. Bochum, 23. Dez. (WTB) Aus ber Hochofenanlage des Bochumer Vereins für Bergbau unb Gußstahlsabrikation verbrannten bei der Dichtung eines Ofens drei Arbeiter. Der Maschinist, dem nicht gemeldet worden war, daß die Arbeiter an dem Ofen beschäftigt warem hatte die Maschine in Bewegung gesetzt, wodurch die Arbeiter in den Ofen gedrückt wurden. Em Personenzug gegen einen Straßenbahnwagen. Hagen, 23. Dez. (WTB) Heute früh fuhr ein Personenzug zwischen ben Stationen Gevelsberg unb Vogelsberg gegen einen Straßenbahnwagen, der umgekippt wurde. Von den Fahrgästen der Straßenbahn wurde ein Arbeiter getötet und 12 Personen erlitten schwere Verletzungen. Dte deutsche Flugpost. Berlin, 23. Dez. (WTB.) Ab 2 Hanuar wird der regelmäßige Flugpostdienft Königsberg—Smolensk—Moskau wieder ausgenommen. Zur Beförderung sind nur gewöyn- liche und eingeschriebene Briese sowie Postkarten zugelassen. Der Zeitgewinn gegenüber der gewöhnlichen Beförderung beträgt etwa vier Tage. Ferner werden Flugpostsendungen nach Bagdad, Basra und dem übrigen Mesopotamien und Pe r f i e n ab 11. Hanuar 1923 alle 14 Tage von München nach Kairo zur Weiterbeförderung mit der englischen Luftpost Kairo— Bagdad abgesandt. Zugelassen sind gewöhnliche und eingeschriebene Briefsendungen aller Art mit der Angabe „Per Flugzeug Kairo—Bagdad". Der Zeitgewinn bei Flugpostbeförderungen beträgt unter Umständen 18 Tage. Rähere Auskunft über die Abgangszelten und Gebühren bei den Post- anstalten. Ein schwere- Daluta-UngQck für Flensburg. Aus Flensburg wird dem „Berl. ßot- Anz " gesch i brn: Hier erregt unter der Dürger- fcha't eine Finanzoperation des Magistrats ungeheures Aussehen, die alle Einwohner an den Bettelstab zu bringen droht. Der Magistrat hat der S adtverordnetenveriammlung im August 1916 eine Vorlage unterbreitet aus Aufnahme einer S chwe izer Anleihe, die nach zehn Hahren, also im August 1926, mit 123 Franken für je 100 Mark bei fünfprozentiger Verzinsung rückzahlbar ist. Die Anleihe wurde von den städtischen Kollegien in Höhe von 6 150 030 Franken angenommen. Infolge des Sturzes der deutschen Währung muh die Stabt eine ungeheure Verzinsung auf bringen, das Ka astrvphale aber bei der Sach: ist, daß die Schuld Flensburgs an den Schweizer Geldgeber nach dem Stande bcr deutschen Valuta heute nicht weniger als 8 xk Milliarden Mark beträgt. Es ist der Stabt natürlich ganz unmöglich, diese Riesenschuld zurückzuzahlen. und wenn sie etwa auf dem Steuerwege aufzubringen versucht würde, bann wäre die gesamte Bürgerschaft Flensburgs mehr als bankerott. Man sucht die Schuld auf den Bürgermeister Dr. Tods en abjuwälzen, doch haben Magistrat und ©tabtrerorb teie da dir damalige Vorlage durch Mehrheitsbrschluß angenommen wurde, bie Verantwortung selbst zu tragen. Erdbeben. London, 25. Dez. (Wolfs.) Rach einer Meldung aus Wellington (Reuseeland) wurde am Montag nachmittag in Reufeeland ein länger anhaltendes Erdbeben verspürt. Man befürchtet, daß in den Landbezirken viel Schaden entstanden ist. Derfchiedentlich haben sich große Erdspalten gebildet. 3n Waukuku haben sich eine Anzahl am Strande gelegener Gebäude bedenklich geneigt .« (FPD.) Kapitänleutnant Mücke tn ben Der. Staaten. Kapitänleutnant Mück« von der Srnden-Ayesha ist zu einer Tournee von Vorträgen über feine Erlebnisse toäbrenb deS Krieges In Reuyörk eingetrofsen. Alsbald nach seiner Ankunft liefen bei dem Reuhorker Bureau des Hustizdepariements zahllose Proteste gegen die Abhaltung dieser Vorträge ein mit der Begründung, dah eS unerträglich sei, daß dn Deutscher, der für einen ber größten Kriegsheldcn seines Landes gelte, nach den Vereinigten Staaten kommen unb dort sich solcher Unternehmungen rühmen dürfe, die zum Schaden Amerikas gewirkt hätten. Das Departement wurde ersucht, Schritte zu tun, um diese Vorträge unmöglich zu machen. In Washington wurde ben Antragstellern jedoch erklärt, bab, nachdem man mit Deutschland im Friedensverhältnis stehe und alle D.schrankungen für deu fche Staatsangehörige in Wegfall gekommen seien, das Departement kein Recht habe wegen der geplanten Vorträge einzugreifen. * Unzerbrechliche Fensterschei- b e n. Auf Grund jahrelanger Experimente, die große Summen verschlangen, haben zwei englische Chemiker, tote in Londoner Blattern berichtet wird, einen Gummi hergestellt, der so durchsichtig ist wie Glas und dabei so elastisch und unzerbrechlich wie gewöhnlicher Gummi. Die Fensterscheiben, die aus diesem durchsichtigen Gummi hergestellt werden, sind unzerbrechlich. Die Anschaffung wäre drher allen, die jetzt bei den teuren GlaSpreisen für ihre Fenster zittern, dringlich zu empfehlen. Ein Ball z. B^ der mit Gewalt gegen eine solche Fensterscheibe geschleudert wird, veranlaßt nur ein leichtes Rachgeben des Gummis, der dann sofort wieder unversehrt in seine ge- wohnliche Lage zurückkehrt. Gewiß ist es möglich, in diese Gummifensterscheiben ein Loch zu reißen, indem man einen schweren Stein dagegenschleudert, aber eS entstehen keine Splitter und der Schaden läßt sich leicht ausbessern. Außer zu Fensterscheiben läßt sich ber durchsichtige Gummi noch zu sehr vielen anderen Zwecken verwenden. So ist er z. B. der beste Futterstoff für Kleidungsstücke, die dadurch vollkommen wasserdicht gemacht werden. Sehr lustig wirken Badekappen aus diesem neuen Material, die auf dem Kopf Überhaupt nicht zu sehen sind und doch das Haar vollkommen vor Rässe schützen. Einzelheiten über die Herstellung dieses durchsichtigen Gummis werden noch nicht angegeben, aber man verheißt der neuen Erfindung eine große Zukunft. fNiirficrtiicfh — Deut fche Galerien. Die 3. Reihe bet von bet Reichszentvale für Deutsche Verkehrs- Werbung beraudgcgeüevtcn .Deutschen Bilder" ist soeben irn Verlag Earl Gerber, München, erschienen. Aus dem unermeßlichen öffentlichen Kunstbesitz, wie er in ben Galerien Deutschlands gefanunelt ist unb gepflegt wirb, hat ber Münchener Kunstfchriftstellet Georg Hakob Wolf mit liebevollem Verständnis die schönsten Werk« deutscher Meister aus vier Jahrhunderten ausgewählt, und m diesem Buche vereinigt. — Grzberger, von Karl W i d m a l e 1 (Dcduka-Verlag, Dillingen a. D., München). — Man liest diesen „Äulturroman der Gegenwart" doh mit etwas gemischten Gefüh7e.i, denn die umstrittenen politischen Ereignisse der jüngsten Det- gangenhrit werden darin keineswegs in ein verklärtes Reich der Äunft erhoben und wir kommen über die Dittsrieiten der Tatsachen und Erlebnisse nur wenig hinaus, zumal sie uns mit einer ziemlich unbekümmerten Oberflächlich2eit gereicht werden. — Grüne Brüche au 8 meinem Waidmannsleben. Von Emst v. H a g o w. (DerlagbuchHandlung von H. H. Weber, Leipzig.) — Ein alter waidgerochter Häger hält hier die Erinnerungen an ein an waidmännischesn Freuden und Eindrücken reichet Leben fest. Die Schilderungen sind außerordenllich vielseitig und vermitteln einen seltenen Erfahrungsreich'um. Zahlreiche Abbildungen, darunter seht interessante Bilder von Geweihen, erhöhen den Reiz bes Buches. — A. v. G leichen-Rußwurm: Philosophische Profile. Erinnerungen und Wer- tungen. (Verlag von Strecker und Schroeder, Stuttgart.) f e k(e Seit Jahrzehnten die bevorzugte Nahrung für Säuglinge, die nicht gestillt werden oder die entwöhnt werdet» sollen. Unübertroffen bei allen Verdauungsstörungen. boccnH-rc ho; nr«H-hdurrhfan und Oarmkatarrh. V Sämtliche^ & Schnäpse DrogerieWinterhoff k Kreuzplatz 9 u. 10 A CARL STÜCKRATH ASTERWEQ 47 WOHNUNGSEINRICHTUNGEN EINZELMÖ BEL-POLSTERMÖBEL JEDER ART ZU MÄSSIGEN PREISEN ..........................—..............-....... 8 MMet 10—14 Zentner Stundenleistung sofort lieferbar. Besuch erwünscht. Binöegntn 500 Kilo frisch eingetroffen. NälWHefL Eanöüünmaldiinen- gefeOftOaft Blöirn (Oöerö.) Srifrtic SeWe empfiehlt au billigsten Preisen G. @. SleinOenn Babnbosstr. 59 Televbon66. ,,^l) SigäÄo billig»? Neuerung. AM Bonmain Werkzeughandlung Gelegenheitskauf. Hstalta 2 S'ück 10 P.& AEG, neu, alle and. Größen bitt, zu Kestvreisen. Desgleichen Gleichstrom-Motoren 220 und 440 Doll. tlMD M-M. SüiDflü, 6tlB-Hiööa. 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Oktober 1922 in Dietzen wohnhaft gewesenen Arbeitnehmer < hierzu zahlen Dienst-und Hauspersonal, Arbeiter. Angestellte, Beamte, Auhegehaltsemp- fänger usw.) werden hiermit aufgefordert, im Stadthaus Dergstratze 20, Zimmer Ar. 14 die für 1923 erforderlichen Steuerbücher ausstellen zu lasten, und zwar ist es Sache jedes Steuerpflichtigen dafür zu sorgen, datz er zu seiner ersten Lohn- ober Gehaltszahlung im Jahre 1923 im Besitz seines Steuerbuches ist. Zur schnelleren Abwicklung der Steuerbücher-Ausstellung und insbesondere zur Bermeidung von Zeitverlusten für den einzelnen Arbeitnehmer, ist es dringend zu empfehlen, datz die Arbeitgeber die erforderliche Anzahl Steuerbücherformulare für ihre am 10. Oktober 1922 in Dietzen wohnenden Arbeitnehmer bei der obenerwähnten Sselle abholen lasten, den oberen Teil deö Steuerbuches über die Personalien ^)cS Steuerpflichtigen auSfüllen und dann zur Eintragung und Abstempelung wieder Wvrlegen. Für die in den Kasernen untergebrach- 'ten Personen werden die Steuerbücher von den militärischen Stellen ausgestellt. Auhegehaltsempfänger und ihre Hinterbliebenen , die ihre Bezüge von auswärtigen Kasten erhalten. haben ihr Steuerbuch unverzüglich der auSzahlen- Amerlca........ President Hardlnp . President Roosevelt George Washington . . 21. Febr. 28. Mirz Southampton u. Cherbourg 1 Tag splter. Verlangt» Sie Prospekt» wnd Segellisten Nr 152 3. Jan. 7. Febr. S. Jan. 14. Febr. 17. Jan. 28. Febr. dusterste Preise, evtl. Teilzahlung. h. Schön & Co., S. m. b. h Strnste 22. den Schietzständen. Vorherige Auskunft durch Herrn Förster Lämmer ft orf Butzbach, Forsthaus. 9. Jan. Beginn netter Kurse in allen Handels- fächern. Auskunft und Anmeldung bei der Hansa- ’0475c M Schule Jüngerer gmifmann perfekter Stenograph und Maschinenschrei, ber, sicherer Rechner, mit guten Kenntnissen in der doppelten Buchführung von neu gegründeter chemischer Fabrik der hiesigen Gegend zum 1. 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Die Beerdigung findet Donnerstag, 28. Dezember, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. [011584 tanmn-i WMm f.5Hule!i.6nu5f)nll ab taget liefern™. AOmann & Schneider kalsemllee 45. |Verschiedenes| MWMMM 220 380 Bolt und 380/660 Bolt. Friedens- Ausführung, einjährige Fabrikgarantie, nur altbewähtte Fabrikate, durch rechtzeitige Abschlüste zu autzerst günstigen Preisen. 11003D Schrot- und Backmehlmühlen äußerst billig, direkt ab Lager Schotten 50" , unter den Tagespreisen. Bolländer gut erhalten zn tuufcn uriudit. Schrtsil. Angebote unter 911583 an den Metz. Anz. erbeten. I Empfehlungen! tebendsrischen Schellfisch, Seehecht, Goldbarsch, Seelachs» geräucherten Schellfisch, Goldbarsch, Rochen, Bückinge u. Sprotten empfiehlt 11033c Georg Wallenfels gegenüü. Gngeiapotl). Suche brr 15. Jan. rvtl. l Rcbr. 11018D tüchtigen titrateor W Horn Bnd° Nauheim Fi'irsteiistr. 28. [ Verkäufe | Jette Gänse au uerrnufen. cum» Lotlar. Hanotsti.35. 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