rn,-Seide "'Gestelle «-dlj-kt», Berliner ® lalastS ’teroationalen 5 Berlins W sation: M: kümtlem und W 'ken in diesem A en Rennfahrer" ist Kaufmann, Ä — Außerdem ä Iprogramm. w wartenden An- W ■ebeten, nach* Nachmittags- V iu besuchen. A SSS'^D Bitte (*• liWtlM inouöm jiiltnb. B. SoMtig an Bikahil gefunden. \ Abzuh. Cberbcffiid). florbronrenbaui.w ME »ütlW»1** S**-'SS "gfiSw* ®9 CM" eonntM, . llbr Dolksunter^^ Abend Jjm- - Slisob^ ;M-V Werrier raun an bet Brust fuiiaL weift. Stiel- N, entlanfen. ieotn Wnunfl ibw(\eben Piockitra^ 12II. Gellern morg-llUbr wurde mir vor Der Oriskraukeiikmieein jQörtQö eDtoßoöei. $flvf. bot fchmnuen Rahmen, flclbe Helgen, verstellbare Ucberfettimfl il war mit einem Geoad- SÄ Paul Haas, Sleidiitrone 9 P. üß‘llu .. ßueieft- firet? gul^0 29. gonn/Ä Uhr'll” iSBSfe SS5 »Ä» Ul. 253 Erscheint täglich, ewfjtt Sonn- und Feiertaqs, mit berSamstaqsbeilaqe: GiehenerFamiliendlütter Monatlich« Btjnasprtife: Tlh. 102 - undMk. Z.- Trägerlohn,durch diePost Mk 125. - .auch beiNicht- erscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. - Fernsprech. Unschlüsse: für bieSd)rift» kitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sleheiu poslfcheulonlo: Sranffurl a. M. 11686. 172. Jahrgang Freitag, 27. Moder 1922 GietzenerAliMger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Vrühl'sche Univ.-vuch- und Steinöruderei H. Lange. Schrrftlettung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die laqesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v 27 mm Breite örtlich 600 Pf., auswärt« 800 Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite2800Pf. Bei Platz- Vorschrift20 ^Aufschlag. Hauptschriftleiter: ?luq. Boetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil' Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Dietzen. Die politischen Besprechungen in Berlin. Berlin, 27. Ott Lieber die Besprechungen der Parteiführer beim Reichskanzler teilen die Blätter noch folgende Einzelheiten mit: In ebner einleitenden Ansprache wies der Reichskanzler auf die Bedeutung der bevorstehenden Ankunft der ausländischen Währungssachverstän» digen und der Mitglieder der Reparationskommission hin. Dieses hochpolitische Ereignis habe ihn abgehalten, im Rainen der Reichsregierung im Reichstag eine Erklärung abzugeben, da durch eine solche Erklärung dre Verhandlungen mit der Reparationskommission möglicherweise präjudiziert worden wären. Die gleiche Dedachtnahme auf die bevorstehenden politischen Verhandlungen erbitte er auch von den Parteien. Sie möchten der Sachlage dadurch Rechnung tragen, dah sie versuchen, eine gemeinsame Plattform zu finden, auf die sich eine für die kommenden Ereignisse notwendige starke Regierung stützen könne. Für die Sozialdemokratie vertrat dann Abg. Müller-Franken die von der sozialdemokratischen Fraktion vertretenen Forderungen auf dem Gebiete der Währungs- und der Ernährungspolitik Wenn seitens der Regierung jetzt nichts Durchgreifendes geschähe, werde die Sozialdemokratie in der kommenden Woche nochmals zusammentreten, um endgültige Beschlüsse über ihre zukünftige Haltung gegenüber der Regierung und der Koalition zu fassen. Diese Warnung wurda durch den Reichswirtschaf isminisler Schmidt unterstrichen, der längere Ausführungen über die Wirtschaftslage des Reiches machte, die gekennzeichnet fei durch die positive Tendenz der Han- oelsbilanzen. Wolle man die Ausfuhr steigern, so bedinge das eine Erhöhung der Arbeitsleistung. 3m Ruhrrevier sei das äleb^rschichtenabkommen zwar zustande gekommen, aber in der Ausführung habe es nicht die Hoffnungen erfüllt, die man darauf gesetzt habe Es fei jedoch zu hoffen, daß dieses Aleberschichtenabkommen, ebenso wie ähnliche Abkommen auch für andere Industrien zu hoffen seien, bald in höherem Grade Mehrproduktion zeitigen werde. Der Reichswirtschaftsminister erörterte darauf die Vorschläge, die er zur Verbesserung der erlassenen Devisenverordnung gemacht bot Diese laufen in der Hauptsache auf eine Stützungsaktion der Mark durch Heranziehung des Goldes der Reichsbank und auf einen verschärften Kampf gegen die überflüssigen Wechselstuben, gegen das Hamstern von Devisen und gegen die Nutzbarmachung von Devisenbeständen zu anderen Zwecken als denen der Einfuhr von Rohstoffen hinaus. Rach Ausfuhrrngen des Abg. Strese- tnonn, der vou der Regierung A iskunft über den Stand der Reparationsfrage verlangte gab der Reichskanzler eine ausführliche Laulegung der internationalen politischen Lage und machte dabei verttätliche Mitteilungen über oie Tätigkeit der Regierung in der letzten Zeit. Die Reichsregierung habe das Reparationsproblem niemals passiv, sondern immer aktiv behandelt. Lieber seine innerpolitische Stellung erklärte der Reichskanzler, dah er w^er der Kanzler der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft, noch d»r der Sozialdem rkiatie sei. Die Regierung bestehe a is drei Parteien und diese Koalition sei die Brücke, auf der er sein Aint führe. Rach Ausführungen der Abgg. Hrlferding (Soz.), Lange-Heg ermann (3.). von Raumer (D. Vpt.), Koch (Dem.), Müller- Franken (S.), Riester und Stresemann (D. Vpt) wurde schliesst ich dem Vorschlag des Reichskanzlers axf Bildung ztrerer engeren Ausschüsse zugestimmt. Berlin, 26. Ott. (WTD.) Unter dem Vorsitze des Reichskanzlers begann heute vormittag die Aussprache zwischen den Parteien der bürgerlichen Arbeite- gemeins chaft und der vereinigten sozialistischen Partei mit dem Ziele, eine Einigung über die Ausführungsverordnungen zur Devisenverordnung und über die weiteren wirtschaftspolitischen Maßnahmen zu finden. Die Verhandlungen wurden von beiden Gruppen in diesem Sinne zu einer Verständigung geführt. Rach der Aussprache wurden auf Vorschlag des Reichskanzlers - zwei engere Ausschüsse gebildet, von denen der eine die Frage der Deviscnverordnung, der zweite die wirtschaftspolitischen weiteren Anregungen, die teils von der sozialistischen Partei, teils von der bürgerlichen Arbei.sgemeinschaft ausgegangen sind, behandeln sollten. Der erste Ausschuß trat sofort unter dem Vorsitze des Reichskanzlers zusammen. Die Grundlage der Besprechung bildeten die vom Reichswirtschaftsmini- fterium entworfenen Ausführung bestimmungen zur Deviscnverordnung. Es wurde zwischen allen vertretenen Parteien eine Einigung erzielt, so dah die AusführungSbestimmungcn in kürzester Zeit veröffentlicht werden können. Die Wetterführung der Aussprache unter den Parteien ist auf morgen in Aussicht genommen. Es ist zu erwarten, daß eine alsbaldige Klärung der politischen Probleme eintritt, mit denen sich die Reichsregierung angesichts der Lage zu beschäftigen hat. Der Reichskanzler empfing im Laute des Vormittags die zwei hier Liygetrofsenen internationalen Währungs- sachverstandigen, den Schweizer Dubois und den russischen Dolkswirtschaftler Boris Kalenka. Die Beratungen der Staatssekretäre der für die Reparationsfrage zuständigen Ressorts der Reichsregierung zur Vorbereitung der Verhandlungen mit der Reparationskommission wurden heute nachmittag unter dem Vorsitze des Reichskanzlers fortgesetzt. Die Beratungen der Reparationskommission. Paris, 26. Oft. (WTB.) 3m Laufe der heute vormittag abgehaltenen offiziellen Sitzung im Hotel Astotia einigten sich die Abgeordneten und Beigeordneten der Reparationskommission über das Programm ihrer Arbeiten während ihres Aufenthaltes in Berlin. Der PlanDelacroix' wurde nur einer kurzen Diskussion unterzogen. Rach den Morgenblättern soll der Plan dem französischen Kontrollsystem zustimmen und von Deutschland verlangen, die sofortige Kontrolle anzunehmen, während der Vorschlag eines Moratoriums der Brüsseler Konferenz vorgelegt werden soll, die auch das gesamte Reparationsproblem behandeln werde. Nach dem „Matin" beharrt die französische Delegation auf dem Standpunkt ihres Vorschlages. Wenn die ReparativnSkommis- sion zustimmen würde, dah die Brüsseler Konferenz den Zeitpunkt, nämlich des Moratoriums, regele, dann würde sie selbst ihre Befugnisse verleugnen. Der „Petit Parisien" erklärt, der belgische Delegierte sei beauftragt worden, ein gemeinsames Programm über die Fragen auszuarbeiten, die in Berlin behandelt werden sollen. Er werde sich aber hüten, auf die Fra^e des Moratoriums und die Frage der Brüsseler Konferenz einzugehen und nur eine Anzahl von Punkten erläutern, über die die Reparationskommission einig sei, nämlich Erklärungen von der deutschen Regierung zu verlangen. So werde indirekt die Kontrollfrage gestellt. Das Blatt behauptet, obschon Brad'burh zuerst von der Reise gesprochen habe, habe Barthou am Dienstag den Vorschlag unterbreitet, dieser englischen Anregung Folge zu geben. Der belgische Ministerpräsident sür Herabsetzunge der deutschen Schuld. Berlin, 26. Oft. (Priv.-Telegr.) DaS „Berliner Tageblatt" meldet aus dem Haag, dah der belgische Ministerpräsident Theunis gestern im Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten erklärt habe, der Sturz der deutschen Marf sei ein Beweis dafür, daß Deutschland finanziell nicht so fräftig dastehe, wie man anfangs in den Ententeländern angenommen habe. Die ganze Reparation müßte revidiert und die deutsche Schuld herabgesetzt werden. Eine Warnung der „Times". London, 26. Oft. (WTB.) Der Pariser Berichterstatter der „Time s" erklärt, er erhalte von neuem von „befugter Seite" Warnung, dah am Ende des Jahres derZusam - menbruch Deutschlands vollständig sein werde, wenn jetzt nicht ein Wunder geschehe. Deutschland würde dann in finanzieller Hinsicht auf dieselbe Stufe wie Oesterreich sinken. Die wesentlichste Vorbedingung der Wiederherstellung auch nur des geringsten Kredits sei ein Moratorium. Man könne nur wiederholen, dah jede weitere Verzögerung sicher zum endgültigen Zusammenbruch Deutschlands führen werde und dah fein Tag verloren werden dürfe, ein französisch-englisches älebereinkommen zu erzielen, wenn noch irgend etwas gerettet werden soll. Eine Rede des französischen I-inanznnnisters. Paris, 26. Ott. (WTD.) Die Kammer seht heute nachmittag die Generaldebatte über das Budget für 1923 fort. Finanzminister d e 2 a ft e i) r i e sucht durch Ziffern zu bewegen, dah das Militärbudget Frankrei chs in einer Weise herabgesetzt worden wäre, die kein anderes Land sich gestattet habe. Nicht durch Sparsamkeit werbe man das Land aus der Lage befreien, in die es geraten sei, man müsse Steuern haben. Er sei der Ansicht, daß man im Rahmen der bestehenden Steuern die 3 oder 4 Milliarden finden könne, die man zur Deckung des Defizits notwendig habe. Er spricht alsdann von der Einkommensteuer und stellt die Behauptung auf. dah die di retten Steuern in Frankreich nicht ergeben, was sie in anderen Ländern einbringe. Nach seiner Ansicht müsse der von der Landwirtschaft erzielte Ratzen mehr Steuern einbringen. Die älmsatzsteuer habe infolge der Geschäftskrise nicht den gewünschten Erfolg gehabt. Die Steuer sei arg kritisiert worden. Er wünsche, daß für diese Steuer der Fvrfail angenommen werde. 86 Milliarden habe .Frankreich Deutschland für Reparationen vorgeschossen. Frankreich habe unmittelbar nach dem Waffenstillstand nicht die Möglichkeit oder nicht den Mut besessen, Deutschland zu unerläßlichen finanziellen Maßnahmen zu zwingen. Wenn die interalliierte Kontrolle damals in Tätigkeit gewesen wäre, hätte Deutschland nicht bis zum Rande des Bankrottes schreiten können, um feinen Verpflichtungen ausziUveichen. De Lasteyrie spricht sich für die baldmöglichste Einberufung derDrüsselerKonferenz aus. Erft wenn man wisse, was man von Brüssel zurückbringe, könne man endgültigere Entscheivun- gen treffen, könne man eine Bilanz auf stellen. De Lasteyrie spricht sich gegen die Entmutigung aus und sagt, man müsse Deutschland zwingen, daß es das zahle, was es schulde. Das Programm Bonar Laws. London, 26. Oktober. (WTD.) Der neue Premierminister Donar Law hat ein Wa hl- rn a n i f e st erlassen, das, wie die Dlätter hervorheben, zugleich ein Parteimanifest ist. Darin erklärt Donar Law, die Krise, die so plötzlich entstanden sei, habe es unbedingt notwendig gemacht, dah ein sofortiger Appell an das Volk gerichtet werde, fcaber sei es unmöglich gewesen, eine Prüfung mit seinen Kollegen über die zahlreichen Fragen vorzunehmen, die behandelt werden mühten. Die Darlegung der Politik, die er jetzt unterbreite, könne daher nicht fp endgültig und fest umschrieben sein, wie das unter anderen Umflänben möglich getoefen wäre Die Ration bedürfe über alles andere der Ruhe, der Stetigkeit im 3mtern und nach außen. Aus diese Weise könnte man weit besser als durch irgendeine Aktion der Regierung hosten, sich von den wirtschaftlichen und sozialen Folgen des Krieges zu erholen Donar Law kündigte die bevorstehende Auflösung des Kabinettsekretariats in seiner jetzigen Form an, sowie die ilebertragung des Apparates für den Völkerbund an das Fo- reign Office. Auch bei jeder zukünftigen internationalen Konferenz, auch da, wo es notwendig sei, daß er als Ministerpräsident daran teilnehme, sollen der Konferenzapparat und die mit der Konferenz zusammenhängenden Vorarbeiten nicht vom Kabinettsekretariat, sondern vom Foreign Office bewerkstelligt werden. 3m gegenwärtigen Augenblick sei das höchste auswärtige Interesse nicht allein Großbritanniens und des britischen Reiches, sondern der Welt die Wiederherstellung des Friedens. Das Manifest fährt fort: „3n allen auswärtigen Beziehungen beabsichtigen wir, einen geraden Weg zu verfolgen und die übernommenen Verpflichtungen zu erfüllen, zugleich fest entschlossen, unsere Verpflichtungen nicht ausMdehnen und, falls sich eine angemessene Gelegenheit bietet, sie einzuschränken. Durch uneingeschränktes Zusammenwirken oft unter großen Schwierigkeiten und bei großen Meinungsverschiedenheiten haben wir den Krieg gewonnen. Rur durch dasselbe uneingeschränkte und offene Zusammeirwirkm. geführt in demselben Geiste, mit Frankreich und unseren anderen großen Alliierten, können wir hoffen, die schwierigen Probleme zu lösen, denen wir jetzt gegenüberstehen. Es ist meine zuversichtliche Hoffnung. dah unter der vielerprobten Führung des Staatssekretärs für auswärtige Angelegenheiten die Verhandlungen für die Regierung derO rient- krise zu einem wahren und dauernden Frieden führen werden, der beiträgt sowohl zur politischen Ruhe im nahen und mittleren Osten, womit so viele unserer Reichsinteresten verknüpft sind, als auch zur persönlichen Sicherheit und Wohlfahrt der Bewohner aller Rassen und Konfessionen in Gegenden, die der Schauplatz so vieler Unruhen und Leiden gewesen sind. Dc»s erste Ziel der Regierung wird es fein, dem Völkerbünde volle and tatkräftige Unterstützung zu gewähren. Aufrechterhaltung der Freundschaft und des guten Einvemeh- n ens mit den Vereinigten Staaten müsse stets ein Hauptziel der britischen Politik sein, lieber die die Sicherheit des Reiches und die aus- wättige Politik berührende Fragen soll iir Einvernehmen mit den Regierungen der Dominions und 3ndiens verhandelt werden. Die erste Ausgabe der Regierung wird die Ratifizier ing des irischen Vertrages sein. Sie wünscht eine ruhige und geordnete Entwickelung in Indien intzc der durch Leus Gesetz von 1919 bestimmten Verfassung. 3m 3 n n e r e n ist augenblicklich die Lage des Handels und des Gewerbes die Hauptfach. Sparsam teil ist ein wesentlichgr Punkt des Programmes. Die europäischen Märkte, die Graß- britamrien infolge des Krieges verloren hat, können am besten erseht werden durch Weiterentwicklung des Handels mit den überseeischen Ländern, insbesondere innerhalb des britischen Deiches. Donar Law kündigte zur Erreichung dieses Zieles eine Wirtschaftskonferenz mit den Dominions an. London, 27. Ott. (WTD.) äleber die R e - parationen sagte Donar Law in seiner Rede in Glasgow, die Frage sei nicht leicht zu lösen und fei f a st hoffnungslos, aber nichts sei hoffnungslos, an das man mit gutem Mitten und dem Entschlüsse herangehe, zu einem Ziele zu gelangen. Er habe die Empfindung, daß man im Lande schon sehr geneigt sei, daß es das einfachste Ding von der Welt sei für England, tausende von Millionen zu zahlen, und daß es möglich sei, von Deutschland etwas herauszubekommen. Er sei nicht dieser Ansicht. Die Bedürfnisse Frankreichs feien sehr dringend, und es könnte sein, daß ein ilebereirrtommen unmöglich sein würde. Aber Frankreich und Großbritannien gingen an diese Sache mit denselben Zielen heran. Donar Law fährt fort: Wir brauchen etwas von Deutschland, wenn w i r e s erhalten können Frankreich braucht es vielleicht noch mehr. Allster Leiden kommt nicht in verwüsteten Gebieten zum Ausdruck, sondern zeigt sich an den Fabriken und in der Arbeitslosigkeit. Das französische Doll muh einsehen lernen, dah die Zukunft Europas und der Welt vom gemeinsamen Handeln abhängt. Wir beiden müssen uns hüten, etwas zu tun, was ein gemeinsames Handeln unmöglich macht. London, 26. Oft (WTD.) Die heute veröffentlichte königliche Proklamation, durch die das Parlament aufgelöst wird, kündigt den 20. Rovember als Tag des Zusammentritts des neuen Parlaments an. Die Orientfriedenskonfercnz. Paris, 27. Oft. (WTB.) Nach einer Meldung der „Chicago Tribüne" aus Washington verlautet in amtlichen Kreisen, die VereinigtenStaatcn beabsichtigten, zu der Orientfriedenskonferenz einen Vertreter zu entsenden, hätten aber noch keinen Beschluß darüber gefaßt, ob es sich um einen offiziellen Delegierten oder einen offiziellen Beobachter handeln werde. Paris, 26. Oft. (WTD.) Havas erfährt offiziell über die Organisation der Orientfriedenskonferenz, dah die ftanzösische und englische Regierung sich über den Wortlaut der Einigung ver- rung eingeladen wird, nach Lausanne einen ftänbigt haben. Rach Moskau sei ein Funk- sprach gerichtet worden, in dem die Sowjelregie- Devollmächtigten zur Teilnahme an den Verhandlungen über die Meerengenfrage zu entsenden. Zu der letzteren Konferenz werde auch Dulgarien eingeladen werden. Die alliierten Mächte würden schließlich die Vereinigten Staaten ersuchen, einen Bevollmächtigten nach Lausanne zu schicken, der, wenn möglich, mit weitergehenden Vollmachten versehen fein solle, als der amerikanische Vertreter auf der Konferenz von San Remo. Rücktritt des Kabinetts deFacta. Rom, 27. Olt. (WTB.) Das Kabinett de Facta ist zurückgetceten unter der Drohung der Faszisten, die die Teilnahme an der Regierung verlangen und die allgemeine Mobilisation sämtlicher faszistiscßer Organisationen in Italien durch Dekret bestimmt haben. Man sieht hier indessen die Lage als ziemlich optimistisch an und glaubt die Bildung eines Ministeriums durch Orlando und Giolitti Voraussagen zu können. Aus Sowjet-Rußland. Moskau. 26. Olt. (Wolff.) (Rassische Tele- graphen-Agent-ir.) € o f d I n i f o tt> wies aus der Finanzkonferenz darauf hin, daß die Teuerung nicht mehr so stark fortschreite. Der Waren- in be fei am Anfang des Jahres um 1 0 0 Pro- zent monatlich gc fliegen, vorn Aug ist ab dagegen nur um 8 Prozent. Er machte Mitteil ing von der bevorstehenden Ausgabe einer Prä - m.enan leihe über 100 Millionen Gridrubel. Moskau 26. Oil. «Wolfs.) (Russische Tele- graphen-Agrntur. i Der tztalistster Popow weist in der „Clon omitscheskaja Shisn" auf die Rot- irenbigteit hin, die Ausfuhr von 40 bis 100 Mill. Pud Getreide ins Ausland über die Südhäsen, zu ermöglichen. Die Erschließung des A rslands- marktes werde die Entwick u rg der Landwirtschaft und des Außenhandels besonders fördern. — Die allruststche Zentralcxekrtive prüft die r?j? Arbeitsordnung, welche de facto die Arbeitspflicht aufhebt rno die Kollektivverträge, die Schlichtungsordnung mb dre Rechte dec Gewerkschaften regelt. An der Ausarbeitung der Ordn rag haben die Gewerkschaften teilgenommen. Sie gibt, statt der bisherigen allgemeinen Erklärungen eine reale Gesetzgebung. Die Ordnung wurde angenommen und den Sachverständigen, Gewerkschaftlern und Wirtschaftlern zur Redigierunz üocigeben. Das neue Gesetz über das Gerichtsverfahren wurde ebenfalls angenommen. Es seht an die Stelle der bisherigen Behörden drei 3nstanzen: Volksgericht, Tribunal, Oberstes Tribunal. 3n den nächsten Tagen wird der Rat der Volkskommissare einen Gesetzentwurf über die Emission neuer Geldnöten im Zähre 1923 beraten. Deutschnattonaler Parteitag. TU. Görlitz, 26. Ott. Der vierte Reichsparteitag der Deu sch nationalen Vollspartei nahm heute in Görlitz unter sehr starkem Andrang von Delegierten aus allen Teilen des Reiches seinen Anfang. Die deustch- nationale Reichstagssraktion war fast vollzählig erschienen. Den Auftakt der Verhandlung, die bis zum Samstag dauern wird, bildete eine geschlossene Vertreterversammlung, d e heute in ausgedehnten Verhandlungen den eigentlichen Parieitag vorbereitete und sich mit organisatorischen Fragen beschäftigte Dem Parteitag tag der Geschäftsbericht der Hau stgeschäftsslelle der Deutsch- nationalen Volkspa rtec vor. Dieser stellt ein weiteres starkes Anwachsen der Deutschnationalen Volkspartei fest; die Zahl der Partei Organisation ist auf 10 675 gestiegen. Zahlreiche Ausschüsse waren im vergangenen Oafjte tätig, so ein Reichssrauenausschuh, ein Reichsangestelltenausschuh, em Reichsarbciterausschuh, ein Reichsjugendausschuh, ein deutschnationaler Lehrerbund, die Organisation der deutschnationalen Beamtenschaft und der deutschnationalen Studentenschaft. Schon am Mittwoch hatten die Ausschüsse mit Tagungen begonnen; so fand eine deutschnationale Arbeitertagung unter dem Vorsitz beS Reichstagsabgeordneten Hartwig statt, die ein starkes Bekenntnis für den deutschnationalen Dedanken abfegte. Ferner tagte schon am Mittwoch der Deutschnationale Lehrerbund unter dem Dorsitz des Landtagsabgeordneten Klug. Er sandte an den Generalfeldmarschall von Hinden- I bürg nach Hannover folgende Entschließung, die I einstimmig angenommen worden war: „Der I deutschnationale Lehrerbund, au seinem dritten ,Tßunbe8tag tYi Görlltz versammelt, sendet seinem Dchirmherrn ehrerbietigste Grübe und gelobt, die Deutsche Jugend in Gottesfurcht, zur Heldenver- tehrung und zur Treue zu Volk und Vaterland ^u erziehen." I Am Donnerstag abend tagte der berufs- >standische Reichsausschuß jni> nahm einen Vor- !tvag l)e8 Deichstogsabgeordneten Lambach entgegen. Ferner hatten sich u. a. noch zusammen- gefunden die deitschnarionale Beamtenschaft, der Bund dertschnationaler Vertreter drr Hellberufe, ber Bund deutschnationaler DechtsantÄIte und Wotare, der Bund dentschnationaler Gemeindevertreter, der Deichsausschust deutschnationaler Industrieller, der Deichsausschub für den getverb- lichen Mittelstand, der Reichsausschub für die evangelische Kirche, der Deichskatholikenausschuh^ der Deichsausschub für die Landwirtschaft, der Deichsausschuh für die Technik, der deutschnatio- nale Angestelltendund, der Deichs« rssch uh für die Hochschullehrer, der evangelische Deichsausschuh totb der Retchso-ussch uh für die Studentenschaft. Dre öffentlichen Verhandlungen des Parteitages nehmen am Freitag ihren Anfang. Aus dem Reiche. Ein Schiedsspruch in der Lohnfrage der Bergarbeiter. Berlin, 26. Oft. (Wolff.) 3n der Frage der Lohnerhöhung im Bergbau wurde gestern ein Schiedsspruch gefällt, der vom 1. Dovember ab eine Erhöhung der Löhne für die Bergarbeiter über 20 Jahre um 50 Prozent, für die Arbeiter von mehr als 18 Jahren um 40Proz. und für Jugendliche um 30 Proz. vorsieht. Außer- dem führt der Schiedsspruch nach Mitteilung einer Korrespondenz ein KoNektlvPrämlenshstern vor, das die Arbeitsleistung steigern soll. Für jedes Kilogramm Kohle, das im Llovember mehr als im September gefördert wird, soll eine Zulage in Höhe von einer Mark gezahlt werden. Die Bergarbeiterverbände fordern eine rückwirkende Lohnsteigerung ab 1. Oktober. Heber die Annahme oder Ablehnung des Schiedsspruchs entscheidende Versammlungen werden am Sonntag stattfinden. -..................■■■■■--------- Aus Stabt und Land. Giehen, den 27. Oktober 1922. Zur Kartoffelversorgung. Das Presseamt beim Staat^Präsidenten schreibt uns: Das Hessische Gesamtministerium hat eine Verordnung erlassen, wonach Kartoffelsendungen von mehr als 50 Zentner nach Orlea auherhalb Hessens nur nach Vorlage der Frachtbriefe auf dem für die Versandstation zuständigen Kreisamt erfolgen können. Hierdurch wird eine Kontrolle dieser Sendungen ermöglicht, die im Falle einer erwünschten und die Versorgung der einheimischen Bevölkerung gefährdenden Zunahme der Ausfuhr von Kartoffeln es den Kreisämtern an die Hand gibt, den zum Versand der Kartoffeln erforderlichen Genehmigungsvermerk zu versagen, bis eine ausreichende Versorgung der einheimischen De- völlerung gewährleistet ist. Die Verordnung, deren Geltungsdauer bis zum 4. Dovember d. I. festgesetzt ist, wird aber nur dann ihren vollen tflDed erfüllen, wenn nunmehr von Erzeugern, Händlern und Verbrauchern alles daran gesetzt Mrd, die Versorgung der Bevölkerung zu be- ren. Die Ernte ist gut und gewährleistet jeden eine ausreichende Belieferung. Allerdings fehlt es der Landwirtschaft an Arbeits- träften, um mit Sicherheit vor Eintritt des Frostes die reiche Ernte zu bergen. Jeder, der daher seine Kräfte der Landwirtschaft zur Verfügung stellt oder seine Kinder zur Mithilfe beim Lesen der Kartoffeln den Landwirten über- lckht, trägt dazu bei, dah rechtzeitig Kartoffeln in ausreichender Menge auf den Markt kommen, wodurch auch deren Preis günstig beeinflußt wird. Eine Anfrage an die Regierung. rm. Heber den Kartoffelaufkauf und Kartoffelverschiebungen hat der Abg. Dr. Werner folgende Anfragean dieDe- g i e r u n g gerichtet: „3n Butzbach und anderen Orten tperben täglich grobe Mengen von Kartoffeln verladen, die, wie ich höre, tn das besetzte Gebiet und weiter nach Frankreich verschoben werden. Gewissenlose Handels- gauner kaufen die Kartoffeln zu jedem Preise auf, um sie dann zu verschieben. So klärt sich z. D. die Tatsache, dah es in G i e h e n und Frankfurt an Kartoffeln mangelt. Ich frage an: Sind der Regierung diese Dinge bekannt? Gedenkt sie ihre Maßnahmen zu verschärfen oder anbe-nnelte Schritte gegen das volksfeindlicheSchie- b e r t u m zu unternehmen?“ Rembrandt und Faust. Erne der berühmtesten Radierungen Rembrandts führt den Damen „Faust", und dieses Blatt ist auch mit der Goetheschen Faustdichtung eng vennüpft, da der Dichter der ersten Veröffentlichung seines Werkes im Jahre 1790 den Rembrandtschen Kupfer unter dem Titel „Faust tm Studierzimmer" voranstellte. Ist aber der auf dem Kunstwerk dargestellte Gelehrte wirklich der historische Faust? Hnd wie kam Rembrandt zu dem deutschen Zauberkünstler! Diese Fragen beantwortet der bekannte Rembrandt-Biograph Karl Deumann im neuesten Heft der Monatsschrift „Faust", die jetzt in neuer Gestalt zusammen mit der Sammlerzeitschrift „Das Sammlerkabinett" in Erich Reih Verlag zu Berlin «scheint. Der Titel „Faust" ist der Radierung schon früh beigelegt worden. In dem ältesten französischen Gesamtkatalog von Rembrandts Kupfern aus dem 18. Jahrhundert wird das Blatt beschrieben: „Dr. 250, das Bildnis eines Philosophen oder Arztes, in Holland bekannt unter dem Damen Doctor Fautricus": in dem Anl-ang zu diesem Katalog von 1751 ist aber der Titel r-erbessert mit den Worten: „Lies Doctor Fcm- fax«". Es scheint, als ob im Kunsthandel der sonderbare Dame Fautricus, von dem man nicht weih, ob er eine historische Person bezeichnet in den bekannten Damen Faust umgeändert wurde Jedenfalls war das Faustspiel in Holland damals populär. SS ist erst vor kurzem eine nieder- ländische Fassung des VoUsspiels vom Faust bekannt geworden, die von dem damals weltbekannt ten Schauspieler Jakob van Ryndorp am Ende deS 17. Jahrhunderts versaht wurde und ein Wohnungsproduktion in (Biegen im (Eigene Information de Die Wohnungsbeschaffung in unserer Stadt war auch im Jahre 1922, dessen Bauzeit man im wesentlichen als beendet ansehen kann, sehr unbefriedigend. Das neugeschasfrnr Angebot wird von der Dachfräge noch um ein Vielfaches übertroffen. Vorwürfe kann man deswegen gegen niemand erheben, die Hngunst der Verhältnisse war eben stärker als der Menschen Kraft und guter Wllle. Es wurden im diesjährigen Bauabschnitt insgesamt 139 Wohnungen gewonnen. Davon sind 113 zum Bezug fertig geworden bzw. nahezu fertig, bei den übrigen 26 ist es zweifelhaft, ob sie in diesem Jahre noch als bezugsfertig in Betracht kommen können. Im einzelnen stellt sich der diesjährige Wohnungsgewinn folgendermaßen dar: Tieubauten in der Gnauth- sttahe: 81 Wohnungen, davon 48 fertig, 33 nahezu fertig, durch Umbau in der Küchenbaracke des Landsturmlagers 4 Wohnungen, dwch Beschlagnahme 4 Wohnungen, durch Ablösung der Beschlagnahme 4 tDraunsieinbergwert, Verzicht aus Beschlagnahme in der Bergschenke), 3 (Hotel Grohherzog), 3 (Gail, Deustadt), 1 (Gail, Villa Wasserschleben), durch Deudau 20 Wohnungen im Dau der Baugenossenschaft 1894, 3 im Bau der Bauxitwerke, 3 im Bau Gail, Gnuuthstrahe, sowie eine Wohnung im Qleubau Brüning. Dazu kommen noch 12 Vearntenwohnungen des hessischen Staates. Insgesamt ergeben sich hiernach 139 gewonnene Wohnungen. Da aber voraussichtlich die 20 der Baugenossenschaft 1894, sowie die 3 der Vauxitwerke und die 3 von Gail in der Gnauthstraste in diesem Jahre nicht mehr bezugsfertig werden, bleibt ein Wohnungs-Reingewinn von 113 übrig. Die Kosten dieser Wohnungen sind natürlich, den unglücklichen Wirlschaftöverhältnissen entsprechend, hoch. So hat die Stadtvecordnetenver- sammlung zur Durchführung des 1922er Dau- Programms einen Kredit von insgesamt 2 8 M i l - lionen Mark zur Verfügung gestellt. Die Stadtverwaltung hat mit diesen Mitteln nicht nur die städtischen Bauten ermöglicht, sondern auch den baugenossenschaftlichen Bestrebungen kräftige Förderung zuteil werden lassen. Für baugenossenschaftliche Bauten wurden insgesamt ca. 10 Millionen Mark zur Verfügung gestellt, selbstverständlich gegen entsprechende Sicherstellung der Stadt. So anerkennenswert bl* Bestrebungen der Stadt, der Baugenossenschaft und der wenigen privaten Baulustigen auch sind, so ungenügend ist doch das Resultat dieser Mühen, wenn man es am Wohnungs bedarf rnitzt. Als wohnungsuchend sind zur Zeit 1711 Farnilien beim Wohnungsamt angemeldet. 977 davon find ohne Wohnung, d. h. sie haben einstweilen bei Verwandten oder sonstwie behelfsweise Hnter- kommen gefunden. Meist dürfte es sich hier um ** Neue Tausendmarkscheine. Von den Deichsbanknvten zu 1000 Mark mit dem Datum vom 15. September 1922 wird demnächst eine dritte Serie ausgegeben werden. Sie hat besondere Merkmale: Das Papier ist hellblau getönt. Das Wasserzeichen des Papiers ist ein aus Hellen Linien gebildetes, meanderförmiges, offenes Flächenmuster, in dessen Zwischenräumen kleine, ebenfalls aus Hellen Linien gebildete Rhomben eingefügt sind. Die Dummer in der linken oberen Ecke der Vorderseite ist in blaugrüner Farbe gedruckt. "HundekartenfürSchnellzüge. Am 1. November werden, wie berichtet, die Hundekarten abgeschasft und für jeden Hund ist eine halbe Fahrkarte 3. Klasse zu lösen; nun sind Zweifel aufgetaucht, ob diese Karten bet oer Benutzung von O-Zügen auch zuschlagpflichtig sind. Wie dazu die „Reichszentrale für Deutsche Verkehrswerbung" mit- teilt, sind für Hunde stets halbe Fahrkarten für Personenzüge ohne Zuschlag auszugeben, auch wenn der Hund tn einem zuschlagpflichtigen v-Zug befördert wird. ** Briefe, die man nicht ins Ausland schicken darf. Die Vorschriften für den Postverkehr mit dem Inland weichen von denen für das Ausland vielfach ab. Die einzelnen Verwaltungen haben natürlich verschiedene Bestimmungen, die nicht immer zur Hebereinstim- mung gebracht werden können. 3nt deutschen Jn- landsverkehr gehen die Gewichtsgrenzen zum Teil nicht sio weit wie beim Auslands verkehr. Dafür sind aber sonst die Dersendungsvorschriften für das Ausland im allgemeinen begrenzter. Das Meistgewicht der Briefe beträgt im Inland wichtiges Zwischenglied der Faustüberlleferung darstellt. Vielleicht ist dieses holländische Faustspiel tn der Hniversitätsstadt Leyden entstanden, wo wohl auch irgendeineDearbeitung des Faust von Marlowe aufgeführt worden sein mag. Damit wären wir in die Dähe Rembrandts gelangt Es gibt aber noch eine ältere Bezeichnung des berühmten Blattes, die schon aus dem 17. Jahrhundert stammt Aus dem Dachlaß des Kunsthändlers Element de Jonghe, der zum näheren Kreise des Meisters gehörte und von dem es eine Porträtradierung Rembrandts gibt, stammt ein Verzeichnis von 73 Rembrandtschen Stichen, die er auf Lager hatte. Als Dr. 33 ist hier unser Blatt mit der holländischen Bezeichnung „prac- tiserende alchirnist" aufgeführt Dun ist aber der Mann auf der Rembrandtschen Radierung zweifellos in keiner Alchimistenwerkstatt dargestellt Zum Verständnis seines Wesens weist uns dagegen die Lichterscheinung den Weg, die durch das Fenster hereinbricht zu der er hinblickt und die allerlei Buchstaben enthält. Diese Buchstaben verbinden sich zu Wörtern, die einen hebräisch-arabischen Klang haben und auf die sog. Kabbala, das Buch der jüdischen Mystik, hindeuten. Rembrandt stand mit den jüdischen Mystikern seiner Zelt' tn enger Beziehung, und besonders ist es ein Amsterdamer Rabbiner, Manasse ben Israel, dessen kabbalistischerMcssias- glaube auf ihn einwirkte. Der sog. Doktor Faust ist also ein Kabbalist und Magier, dem erst später der Dame des berühmten Zauberkünstlers beigelegt wurde. Aber in einem tieferen Sinne ist die Bezeichnung durchaus berechtigt, denn eS gab zu Rembrandts Zeiten eine ganze Menge „grober und kleiner Fauste" in Holland. und Wohnungsdedars Jahre 1922. s Gießener Anzeigers.) junge Ehepaare handeln, die vielfach noch bei den Eltern oder Geschwistern wohnen. Dah dieser Zustand nach mehr als einer Richtung hin höchst unerfreulich und bedenklich ist, liegt klar auf der Hand. Immerhin wird auch hier einstweilen aller gute Wille zur Hnfruchtbarkeit verdammt sein. 554 Fälle von Wohnungsbedarf sind dem Wohnungsamt zur Zeit als sehr dringend und dringend gemeldet worden; diese sind in den obengenannten 977 Fällen eingerechnet. Als Resultat dieser Betrachtung ist die be- klagenswerte, aber einstweilen leider nicht zu ändernde Situation festzusteilen, daß einem Be-* darf von 1711 Wohnungen gegen Ende Oktober 1922 eine Gesamtproduktion von 113 im ganzen Jahre 1922 gegenübersteht. Hnd dazu die trüben Aussichten in die Zukunft infolge der ungeheuren Geldschwierigkeiten, die befürchten lassen, dah die wenigen noch tm Bau befindlichen Häuser wegen Geldmang-ls vorläufig nicht einmal mehr fertiggestellt werden können. * Zu diesen Ausführungen dürfte ein g r u n d - sätzlicher Gedanke anzumerken fein. Die vor-, stehenden Sätze beweisen, dah eine befriedigende Lösung des Wohnungsproblems auch in unserer Stadt, ebenso wie anderswo, bei weiterer Aufrechterhaltung der jetzt mahgebenden Grundsätze, der Wohnungspoliti! des Reiches ein Ding der Hnmöglichkell ist und immer bleiben wird. Die öffentlichen Finanzen sind der Gröhe dieses Problems nicht gewachsen, übrigens haben sie auch noch einigen anderen Aufgaben zu dienen. Dot- wendig ist zur allmählichen, zufriedenstellenden Lösung der Wohnungsfrage die Wiederheranziehung des privaten Kapitals zum Wohnungsbau. Das Privatkapital hält sich der Wohnungsproduftion nach wie vor fern, und das ist nicht verwunderlich, wenn man sich die heutigen Verhältnisse unserer ganzen deut- schen Wohnungspolitik, namentlich aber bie Miet- gesehgebung und -Preisbildung einerseits und die außerordentliche Kostenbelastung des Hausbesihes anderseits vor Augen hält. Soll in der Wohnungsfrage eine in absehbarer Zeit fühlbare Wendung zum Bessern eintreten, bann ist neben der dringend wünschenswerten Besserung unserer Ge ldwe r t v e r hä l t n i f se eine grundlegende Den Orientierung der Wohnungspolitik erforderlich, eine Deuordnung nicht etwa im Sinne einer Sozialisierung des Hausbesihes, sondern in der Richtung der W i e - derbe le bung der persönlichen Jnrtla- live, des lohnenden, wenn auch nicht schrankenlos waltenden Hnternehmungsgcistes. Dann wird die private Bautätigkeit im Wohnungsbau wieder einen Anreiz zur Betätigung erblicken, der sicherlich zum Vorteil der Wohnungsproduktion ausschlagen wird. Daraus hinzuweisen erscheint angesichts der obigen Bilanz dringend notwendig. 250 Gramm, nach dem Ausland 2 Kilogramm. Die inländische Grenze gllt auch für die Länder, wohin die JnlandSgebühren angewandt werden, also nach Danzig, dem Memelgebiet, Deutsch- Oesterreich und Luxemburg. Dach Deutschland, Danzig und dem Memelgebiet brauchen Briefe nur so beschaffen zu fein, dah sie in bik Drief- bunbe verpackt und ohne Beschädigung des Inhalts auf der Vorder- und Rückseite gestempelt werden föarten. Dach dem Ausland dürfen Briefe an Ausdehnung in keiner Richtung 45 Zentimeter überfteigen. Rollen dürfen höchstens 75 Zentimeter lang und 10 Zentimeter tm Durchmesser fein. ** Muster ohne Wert. Unter dieser Ueberschrift veröffentlicht die „Offenbacher Zeitung" folgende Zuschrift: Die . erhöhten Preise der Post glauben manche Leute dadurch umgehen zu können, daß versucht wird, statt Paketbeförderung die billigere Beförderung als Muster ohne Wert zu versuchen. Die Postbehörde, die nicht bemogelt werden will, ist aber so schlau, Stichproben zu machen. Was da als Muster ohne Wert zutage tritt, ist merkwürdig. So wurden neulich derartige Muster ohne Wert geöffnet, die die schönsten Damentaschen enthielten; Wert heute 8000 bis 10 000 Mark pro Stück. Das sind große Werte, die man durchzuschmuggeln versucht. Andere derartige Muster ohne Wert enthielten mehrere Tafeln Schokolade, Wert 140—200 Mk.; außerdem aber auch briefliche Mitteilungen. Der Absender darf sich nicht wundern, wenn ihm derartige Muster ohne Wert beschlagnahmt werden. ** Bei P äck chen (1 Kg.) nach dem Gebiet der Freien Stabt Danzig und dem Memelgebiet darf auf der Aufschriftseite die genaue Angabe des Inhalts nicht fehlen. Diese Inhaltsangabe vertritt die Stelle Der Zollinhaltserklärung und bient im Bestimmungsland als Unterlage für die Verzollung. *" Elsaß-Lothringische Woche. Das endgültige Programm her für die Zeit vom 5. bis 11. Dovember vorgesehenen, im Anzeigenteil vor einigen Tagen angepelgten Elsaß-Lothringi- scheu Woche ist nun erschienen. Zweck der Veranstaltung, die vom Wissenschaftlichen Institut und 1 ber Ortsgruppe Gießen des Hilfsbundes der Elsaß-Lothringer im Reich organisiert wurde, ist, den Zusammenhang ber elsässischen und lothringischen mit ber allgemeinen deutschen Kultur darzu- tun. Die namhaftesten Gelehrten, Künstler und Fachleute sind für die einzelnen Darbietungen gewonnen, bereu Eintrittspreise so aehalten sind, baß jedermann sie zu besuchen in der Lage ist. Es gelangen sowohl Einzellarten (Durchschnittspreis 20 Mk.). als auch Dauerkarten (Durchschnittspreis 100 Mk.) Aur Verausgabung. Die letzteren geltenfür alle Veranstaltungen und sind übertragbar. Mitglieder befreundeter Vereine, die im Programm namhaft gemacht sind, erhalten bedeutende Preisermäßigung, für Studenten betragen gegen Porzeigen der Ausweiskarte alle Preise nur je dic Hälfte. 3m Hinblick auf den kulturellen, wissenschaftlichen vaterländischen und sozialen Wert und Zweck des Gebotenen sei bie Elsaß-Lothringische Woche aufs wärmste empfohlen und unterstützt. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Stadttheater, 7 Hhr: „Des Meeres und der Liebe Wellen". — Stadtkirche, 8 Hhr: Oef- fentlicher Vortrag des deutfch-evang. Dolks- bundeS. — Astor ia-Lichtf pieke: „Fatty als Steuerkontrolleur", „Eddy Polos 3. Abenteuer im Wilden Westen" und „Der Fuhrmann des Todes". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Graf von Monte Christo", 3. Teil, unb „Er" und 20 Minuten Angst". — Aus dem Stadttheater- Bureau. Es sei nochmals auf die erste Kindervorstellung der Spielzeit hingewiesen, die am kommenden Sonntag nachmittag das hier bestens bekannte Märchenspiel „Frau Holle" bringt. Das Märchen ist seit seiner hiesigen Hraufsührung an einer Reihe von Bühnen mit schönem Erfolge gegeben worden, so z. B. am Staatstheater Cassel, wo es den ganzen vorigen Winter auf dem Spielplan stand. Die Preise für diese Vorstellung sind noch bedeutend unter die Preislage der sog. „Kleinen Preise" ermäßigt. — Heber „Deu ts che D ot" spricht am Dienstag. 31. Oktober, ber Schriftsteller Karl Grube aas Berlin im Gasthof Hindenburg (Saal). Der Redner, ber von seinem letzten Vor- trag in Gießen noch tn bester Erinnerung ist, lebte u. a. längere Jahre in Oesterreich and kennt die Lage des Deutschtums dort wie auch im Ausland aus eigenem Erleben. Gr ube, über allem Parteihader stehend, sieht Lebensaufgabe darin, alles Trennende innerhalb ber Volksschichten zu beseitigen und zu wahrer Gemeinschaft auf dem Boden beut,chen Volkstums zu erziehen. — Der Mandolinen- unb Guitarren- Verern „Deapol 1 ta" veranstaltet am 5. Dovember in ber Turnhalle, Steinstraße, sein erstes öffentliches Stuhlkonzert. Das Progrxrmm bietet durch Mitwirkung verschiedener Solisten reichhaltigste Abwechslung. Außerdem ist ber Offenbacher Mand-ollnenverein ber bereits tn der Öffentlichkeit in bestem Rufe steht, verpflichtet worden. Somit wird hier in Gießen zum erstenmal ein großes Mandolinen--Orchester von zirka 70 bis 80 Spielern konzertieren. (Siehe Lbrzeige.) — Grotz-Wanderschau-Hennh toirh demnächst in einem 7000 Personen fassenden Zelte auf dem Oswaldsgartcn ein kurzes Gastspiel geben. Der Zirkus bringt außer einem Marstall edelster Rass p.erde auch Löwen, Eisbären, Braunbären, Lamas, Wölfe, Hyänen. Schakale Zebratiere und einen großen exotischen Tierpark mit sich Alles Dähere siehe Inserate unb Plakate. — Auf die Wohltätigkeits-Veranstaltung der Deuftchnationa en Volkspartei zuin Besten notleidender Kleinrentner in Gießen am Sonntag, 29. Oktober, im Gesellschaftshause wird nochmals besonders hingewiesen. Die getroffenen Vorbereitungen versprechen einen schönen Verlauf der Veranstaltung. Dank der Spenden freundlicher Geber können die Preise an den Verkaufsständen mäßig gehalten werden. Es steht zu erwarten, daß bei zahlreichem Besuch das Ergebnis ber Veranstaltung dazu beitragen wird, die gerade in den Kreisen der Kleinrentner herrschende bittere Dot etwas lindern zu helfen. Die Räume sind gut geheizt. Wettervoraussage für Samstag: Trüb und wolkig, leichte Diederschläge, schwächere Dachtfröste. Das Hochdruckgebiet, das bisher unser». Wetterlage beherrschte, ist vollständig zerfallen. — Heute morgen wurden folgenbe Temperaturen fest- gestellt: Gießen —3 Grad, Lauterbach —3 Grad, Darmstadt 0 Grad. Kreis Lauterbach. rr. Schlitz, 26. Oft. Als Kirchenvor^ st eher wurden hier gewählt: Geh. Justizrat Wahl, Fabrikant Zöller, Oberförster Geiß, Schrei nermetfter Fend, Portier Elsen dach, Kantor Bohl, Kaufmann Kircher and Hutmacher Hühn. — Helle wurden hier and tm nahen Bernshausen je ein Waggon mit Lebensrnitteln (Kartoffeln, Frucht, Obst und Gemüse) für das Diakonissen haus Ellsabethenstis t Darmstadt verladen. An diesem Liebeswerk beteiligten sich die Pfarreien Hartershausen, Kreutzersgrund und Schlitz. rr. Schlitz, 26. Oft. Gestern nachmittag traf Minister v. Brentano zu einem Besuch unseres Städtchens hier ein. In seiner Begleitung befanden sich Staatsrat Dr. Reih und Prvvinzial- divektvr Matthias. Auf unserem altertümlichen Rathaus, wo sich neben Kreisdirektor v. Werner der gesamte Gemeinderat, die Pfarrer unb Staatsbeamten unserer Stadt eingefunden hatten, begrüßte Bürgermeister Dr. D i e p o t h den Minister und seine 'Begleiter, betonte, daß die Schliherländer, die den nördlichsten Test des Hessenlandes bewohnen, stets gute Hessen und auch gute Deutsche gewesen seien, und brachte dann städtische Wünsche und Döte vor, worauf der Minister mit Dankeswvrlen unb dem Versprechen tatkräftiger HUfe vonseiten der hessi- fchen Staatsregierung antwortete Eine Besichtigung der uralten Kirche, ber ältesten in Oberhessen, tote auch des Städtchens schloß sich an. Von hier fuhren bann bie Gäste nach Lauterbach toelter. Kreis Schotten. * Schotten, 26. Olt. Die städtische Wohnungskommission hat sich mit den Vertretern der Hausbesitzer und der Mieter dahin geeinigt, dah auf Grund des Reichsmietengesetzes 500 Prozent Mietzuschlag zur Friedensmiete erhoben werden. Die sog. Schönheitsreparaturen (Weihen der Decken, Streichen der Fußböden, Tapezieren usw.) soll, wie seither hier üblich, auch zukünftig der Mieter tragen. Der Gemeinderat hat dieser Vereinbarung in seiner jüngsten Sitzupg zugestimmt. Starkenburg und Rheinhessen. rm Darmstadt, 26. Oft. Das „Darmstädter Tageblatt" wurde von dem Kreis- bdegterten des Kreises Groß-Gerau auf drei Tage im Kreise Groß-Gerau verboten. fpb. Offenbach, 26. Oft. Aus einer Fabrik in der Luisenstraße wurden Leberwaren und Leberstücke im Werte von annähernd 300000 Mark gestohlen. Heutiger Staub bes Dollars 10 Hhr vormittags: Berlin 4362, Frankfurt a. M. 4375. flennt i» Nürchtt^ toininu' 0. schon reich Die 1' ro.Iuli d kommen Sie* tiative und 5W, denjenE' licht Nd Mer unb SM?" zu für die Zukn zu treffen. > kettet* rufe gedacht nisse machen rs in echot schastlichc P Rücklagen z' Heilher detsicherung alle Erst« durch die bie das öl immgen in sind steu feijung, da 8000 Ma nmgsteilraj b) auf die ober auf Sichlet vi feiner Kaffe den feiner ( eines minbei ten Kindes j Markals ausseyllngen bestens 8 da er von d menfteuer n stehen dem ( jährlich abh lassen Durch erheblich Den durch die lm fpd. Fr tarnen Au vermietete s Herrschaft rm chen. 2loch Mitnahm Lchmucksli 900 000 Qllar her nicht erg !' das Mädchen 'M. tmmir dir ÜMch bet bie Lage be betn Aathai 5i Derlii des anatomi Unet Unioer dn Älter von Berlin Erstehend« stenmg bet f bie hak web ober an “üMberfa gebet aif t ■Mfagear °^n dieHa Abchnvots! °orse in ; 1°9 unb a Wn ist jc Eine .Dann 5» fit 5 fr? tot« mk h*! 1 schiede, t U ^ItenÄ Steuerfreie Sparanlagen. Don Georg Lind, Rechtsanwalt, in Grünberg. Geldentwertung und Teuerung haben vielfach davon abgehalten, aus dem Einkommen Rücklagen für das Aller und die Hinterbliebenen zu machen und Vorsorge für die Zukunft und Zeiten der Rot au treffen Auch d»e Steuergesetzgebung hat den Sparsinn ungünstig beeinflußt. Es griff die Befürchtung Platz. baft Ersparnisse von der Steuer ersaht werden konnten, zumal die kleineren Einkommen durch die 10 Prozent Einkommensteuer schon reichlich scharf ersaht wurden. Die Novelle zum Einkommensteuergesetz vom 20. Juli d. 3 hat nun steuerfreie- Einkommen aus Spareinlagen geschaffen. Di« Bestimmung verdankt ihr Entstehen der Initiative deS ReichSwirtschaftSrats (Antrag Irl. und Künzer). Ihr liegt der Gedanke zugrunde, denjenigen Berufen, die nicht durch Pension, staatliche Versicherung u ä. für* * Erwerbsunfähigkeit, Alter und Hinterbliebene gesichert find, das Sparen zu erleichtern und hierdurch Vorsorge für die Zukunft ihrer selbst und ihrer Angehörigen zu treffen In erster Linie ist dabei an die Gewerbetreibenden. Handwerker und die freien Berufe gedacht, soweit diese überhaupt noch Ersparnisse machen können. Gerade für diese Stände ist eS in erhöhtem Mähe eine sittlich« und wirtschaftliche Pflicht, für ihr Alter und ihre Familie Rücklagen zu schaffen Seither muhten — mit Ausnahme der Lebens- dersicherlmgSbctkräge bis jährlich 8000 Mark — alle Ersparnisse versteuert werden. Jetzt sind durch die Rovelle des Einkommensteuergesetzes die das Sparen ungünstig beeinflussenden Hemmungen in Wegfall gekommen: Ersparnisse sind steuerfrei unter der doppelten Voraussetzung. dah sie a) j ährltch den Betrag von 8 0 0 0 Mark (einschliehlich der Lebensversicherungsbeiträge) nicht übersteigen, und b) auf die Rückzahlung bis zum Tod oder auf mindestens 20 Jahre verzichtet wird. Zahlt ein Steuerpflichtiger bei seiner Kasse oder Dank, auf eigenen Ramen, auf den seiner Ehefrau, oder beider Eheleute, oder eines minderjährigen, nicht selbständig veranlagten Kindes z B. jührlich den Betrag von 8 00 0 Mark als Spareinlage unter obigen Voraussetzungen. so zahlt er jedes Jahr mindestens 800 Mark Steuern weniger, da er von dieser Spareinlage 10 Proz. Einkommensteuer nicht zu entrichten hat. Die Zinsen stehen dem Sparer voll zu. Er kann sie entweder jährlich abheben, oder der Einlage zuschreiben lassen Durch diese Zinseszinsen wird die Einlage erheblich vermehrt, zumal die Kassen und Danken durch die längere Verfügbarkeit, die ihnen diese Einlagen gewähren, tn der Lage sind, einen höheren Zinsfuh zu gewähren (A. D. Deutscher GenossenschaftSverband, Raisfeisenkassen u. a.). Zwar toi£b durch die Spcrrvvrschrift biS zvn Tode oder auf mindesten- 20 Jahre die vorzeitige Rückzahlung ausgeschlossen, jedoch kann daS ersparte Geld ohne Schwierigkeiten jederzeit belieben werden. Eine Einschränkung erfährt die Spareinlagenvergünstigung insofern, als Spareinlagen und LebcnsversicherungSbeiträgc jährlich den ‘Betrag von 8000 Mark nicht übersteigen dürfen. Es ist jedoch srcher zu erwarten, dah diese steuerfreie Summe noch wesentlich erhöht wird, und es ist ratsam, schon jetzt möglichst hohe Betrage als Spareinlagen einzuzahlen, sofern man diese er» übrigen kann. Bei der Lebensversicherung müssen die Beiträge regelmäßig eingezahlt werden, sonst verfällt der Versicherungsanspruch Spareinlagen können zeitlich und der Höhe nach beliebig gemacht werden, in einem Jahr mehr, im andern weniger, je nachdem, was der Sparer in dem einzelnen Jahr zurückzulegen imstande ist Es empfiehl 1 sich, die Spareinlagen möglichst neben einer Lebensversicherung zu machen Der Gewerbetreibende und Angestellte ist nicht in der Lage, in allen Iabven ft> viel zu erübrigen, daft es für eine hohe Lebensversickerungsprämie langt. Zu einer Spareinlage genügt jede beliebige Höhe. Es ist auch möglich, etwa schon vorhandene Guthaben oder Einlagen in derartige steuerfreie Guthaben umzuwandeln. DaS Verfahren ist einfach: Der Sparer unterzeichnet einen Antrag mit Verzicht auf die Rücknahme der Gelder bis zum Todesfall oder bis zum Ablauf von 20 Jahren, lieber jede Einzahlung bekommt er von der Sparstelle eine Bescheinigung. die er alljährlich der Steuerbehörde mit seiner Steuererklärung einreicht und erhält bann jeweils Steuerfreiheit auf feine Einlagen Während seither nach dem Einkommensteuergesetz daS Sparen — mit Ausnahme der für Lebensversicherungen angelegten Beträge — durch die Besteuerung geradezu gehemmt wurde, ist durch diese Novelle em längst gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen, wenn auch der steuerfreie Betrag von 8000 Mark einschließlich Lebensversicherung viel zu gering erscheint. Die Steuerfreiheit erstreckt sich schon auf das Einkommen des Jahres 1 92 2; die Einlagen müssen aber bann noch im Laufe dieses Jahres erfolgen. Der Sparer darf solche Ersparnisse bereits bei der anfangs 1923 abzugebenden Steuererklärung sür 1922 in Abzug bringen. Hessen-Nassau. fpd. Fra n kf u r t a. M, 26. Oft. Unter dem Namen Ruth Hohen st ein aus Silberhütte vermietete sich Mittwoch vormittag bei einer Herrschaft im Westend ein etlva 26jähriges Mädchen. Noch am gleichen Abend war es unter Mitnahme von Pelzen, Kleidern und Schmucksachen im Werte von mehr als 900 000 Mark verschwunden und konnte bisher nicht ergilffen werden. Man nimmt an, dah sich das Mädchen unter falschem Namen bei der Herrschaft vermietet hat. — Da- Tiefbauamt schlägt die Umtaufe des Paulsplahes tn „Platz der Republik" vor. Mahgebond hierfür war die Lage des Platzes im Zentrum der Stadt, vor dem Rathaus und der historischen Paulsklrche. Sod)f(f>ulnad)rid)ten. Berlin, 26. Oft Der langjährige Direktor des anatomisch-biologischen Instituts der Berliner Universität, Prof. Oskar Hertwig, ist im Alter von 74 Jahren gestorben Handel. Berlin, 26. Oft. Devisenmarkt. Die bevorstehenden Verhandlungen über die Stabilisierung der Mark wirften anfangs abschwächend auf die Haltung des Devisenmarktes, das Geschäft blieb ober äusserst beschränkt. Im Laufe des Dor- mittc^fSverkehrs schon zog der Dollar von 4325 wieder auf 4500 a.if daS Hervortreten einiger Nachfrage an. 3m offiziellen Handel befestigte sich dann die Haltung weiter etwas. Effekten wurden nicht umgeseht. Die Stimmung neigte eher einer Abschwächung zu, weil die Unsicherheit der inner- und außenpolitischen Lage druckte. Soweit Kurse genannt wurden, stellten sie sich vorwiegend etwas mebriqer gegen gestern. Man erwartet für morgen ein überwiegendes Angebot. Ne r l i n. 26. Ott. (Wolfs.) Auf Deschluh des Dörsenvorstandes^ fällt die Wertpapierbörse in der nach sten Woche am Dienstag und am Donnerstag aus. An diesen Tagen ist jeder Handel mit Ausnahme des Han° ■MMBMaam Die Herweghs. Eine rechtsrheinische Geschichte von LiesbetDill. 24. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Dann erinnerte sich Fräulein Muller-Güth, weshalb sie eigentlich gelommen war. Herr Stolzenberg hatte sie h-rgeschicki. .Das ist nämlich der einzige vernünftige Musikalienhändler. der mir in meinem Leben vorgekommen ist," fuhr die Künstlerin fort und nahm wieder Platz. „Ich gehe jetzt nach Amerika, habe dort eine grohe Tournee und möchte vorher meine Vermögensverwaltung einem Anwalt übergeben. Ich war früher bei Ehrlich aber der ist mir zu umständlich Er verlangte immer Unterschriften und schickte mir überall eingeschriebene Driese nach. Ich hatte in Italien Vergangenem Jahr so viel Laufereien zur Post und Scherereien mit Konsulat und Polizei wegen dieser ewig mir nachfolgenden und mich nie erreichenden Geldgeschichten, dah ich es satt habe. Deit amerikanischen Aufenthalt will i4> mir jedenfalls nicht verderben durch solche Widerwärtigkeiten. Ich lege alles vertrauensvoll in Ihre Hand." Ernst verneigte sich .Man sagt mir, dah Sie sich jeder Individualität anzupassen wissen, das ist eine grohe Seltenheit, mein Herr, denn die meisten Juristen zeichnen sich gerade dadurch aus, dah sie das nicht tun.“ „Oa, gnädiges Fräulein, Themis trägt nicht umsonst eine Pinde vor den Augen." »Ich liebe es, nach meinen persönlichen Bedürfnissen behandelt zu werden, und ich bin gern delS in Devisen untersagt. Der Produkten- und Metallmarkt finden wie gewöhnlich statt. Der Zutritt zur Börse ist auhrr den zu der Abteilung der Produktenbörse zugelassenen Herren an diesen Tagen nur denjenigen Börsenvesuch_rn gestattet, denen eine befonbtie Karte erteilt ist welche zum Zutrrtt zur Devisennotierung berechtigt. Frankfurter Devisenmarkt. (Telegraphische Auszahlung.) Amtliche Notierungen. Datum: 25. Oktober 26. Oktober Geld Brief Geld Brief Antw.'Brüssel . 2*2,75 21 *4,25 2<75 2K5.25 Holland...... 1755,50 1764,50 1728,50 1787,50 London 109,25 200,25 197,13 198,12 Parts 319,50 821,50 307,- 301,- Lckwoiz 817,25 821,75 804,50 809,- Svanicn lNj.25 686.75 673,25 67675 Italien 18L50 182,50 174,- 175,- Lissabon-Oporto —,— —,— —,— — Dänemark .... 898,25 902.75 890,75 895,25 Norwegen .... 798,— 802,— 797,— 801,— Schweden .... 1197,- 1208,- 1196,- 1204,- HeliinkNorS.. . . —,— Neunork 4478,75 4501,25 4433,75 4466-2-5 Deutsch-Desterr. 5,89 6,01 5,69 5,81 Budapest..... 171,- 173- 179- 189,- Vrnn 146,50 147,50 14L10 142,10 Sofia ....... —>— — Märkte. Berliner Produktenmarkt. Berlin, 26. Ott. Der Produktenmarkt stand im Zeichen der Lustlosigkeit. Geldmangel machte die zweiteHand willig zum Verkauf und demgemäh stellten sich die Preise meist etwis billiger, jedoch war Weizen wenig angeboten und demgemäh teilweise etwas teurer als gestern. Roggen dagegen war stärker offeriert. Gerste behielt wegen der Knappheit besserer Ware ihre Festigkeit. Auch Hafer zeigte sich nicht nachgebend. Mais war tn prompter Ware und auch für November billiger zu haben. Für Mehl und Futterartikel hielt sich die Kauflust zurück Weizen, märkischen 10 300-10 000 Mk. (stetig), ostpreuhischen 9200 bis 9000 Ml. (matter), Roggen, westpreuhlschen bereit, etwas dafür zu opfern. Aber ich darf mich durchaus nicht auf reg en, das schlägt mir sofort auf die Stimme. Sie werden also alle meine Geschäfte besorgen und mir eine Liste von dem Vorhandenen anfertigen." .Besitzen Sie nicht selbst eine solche?" fragte Emst. »Nein," sagte die Müllcr-Güth, „die habe ich verlegt oder sie ist mir abhanden gekommen, und ich habe jetzt keine Zeit, Listen zu suchen. In drei Tagen muh ich im Haag fingen. Ich habe aber alles so ziemlich im Kopfe. Es sind meist Staats- Papiere, Aktien und etwa hunderttausend Mark in bar. DaS flüssige Geld legen Sie mir gut an, und wenn ich schreibe: Schicken Sie mir Geld, dann schicken Sie mit welches. Wer ich wünsche keine eingeschriebenen Briese. Ich habe mich genügend versehen und erhebe drüben auch Honorar. Ich will nur beruhigt abreifen können und meinen Kops, der voll mit anderen Dingen ist, nicht auch noch mit Zahlen anstrengen." »Das brauchen Sie auch nicht, mein gnädiges Fräulein," sagte Emst, „aber Sie gestatten doch wohl die Fraget ob das Geld, daS flüssige meine ich, in Form von Hypotheken angelegt werden soll oder vielleicht in einer Fabrik, wo Sie hohe Prozente bekommen — und es Ihnen ebenso sicher liegt wie in Häusern, denn Häuser nutzen sich ab. aber eine aufblühende Fabrik . . ." .Davon verstehe ich nichts, mein Herr," sagte die Müller-Güth und knöpfte ihren Seal zu. „Wie Sie das Geld anlegen, muh ich Ihnen überlassen. Ich stelle nur die Bedingung, dah es sicher untergebracht wird." .Das ist selbstverständlich" sagte Ernst. Dann diktierte ihm die Heroine den Bestand ihrer Pa- 9500—9800 Mk. lstetig). Sommergerste 9300 dis 9400 Mk.. Wintergerste 10 200—10 000 Mk (maltet). Hafer, loco Berlin 9500—9300 Mk. (matter), Mais. La Plata. Waggon frei Hamburg 9400 bi« 9200 Mk.. Weizenmehl (100 Kg.) 26 000 biS 28 000 Mk. ibehauptet). Roggenmehl (100 Kg.) 23 000—25 000 Mk. (matter). Weizenklcie 5000 bis 5200 Mk. (behauptet), Roggenkleie 5000— 5200 Mk. (behauptet), Raps 12 000-14 000 Mk. (behauptet), Öemjaat 15 000-17 030 Mk.. Viktoriaerbsen 13 500 biS 14 000 M.'.. Futtcrerbsen 9500-- 10 500 Mk.. Peluschken 9300—10 000 Ml.. Ackerbohnen 14 000 biS 15 000 Mk.. Wicken 6330-6:03 Mk., Lupinen blau 8030—8500 M!.. gelb 18 000-20 000 Mk.. Seradella 1920 6300 Ml.. Leinkuchen 4600 bis 4700 Mk. Rauhsutter: Weizen- und Rogoenstroh, drahtgeb. 1800-1933 Mk, Haferstroh, drahtge- preftl 1800—1900 Mk.. Stroh, strohsellgebündelt 1800—1900 Mk., Wwsenheu, gut. gesund und trocken. Vormahd 1000—1100 Mk., Nachmahd 930 bis 1000 Mk. Frankfurter Schweine- und Kleinviehmarkt. Frankfurt a. M.. 26. Okt. (Amtlich.) Marktverlauf: Kleinvieb bei lebhaftem Handel ausverkauft; Schweme sehr ruhiger Handel und nicht geräumt Im einzelnen ist au bemerken: Auf getrieben waren 433 Kälber, 862 Schafe und 250 Schweine. An Preisenn wurden angelegt pr. Ztr. Lebendgewicht: Kälber beste Qualitäten 16 000-17 000 Mk, mittlerer Qualitäten 14500 bis 16 000 Mk., geringe Qualitäten 12 000 bis 14 000 Mk.: Schafe 7200—12 000 Mk.: Schweine unter 83 Kilo Lebendgewicht 22 030—27 003 Mk., 80—100 Kilo 28 000 -32 000 Mk., 100—120 Kilo 32 000—34 000 RN , 120—150 Kilo 32 000 bis 34 000 Mk., Fettschweine über 150 Kilo 32 000 bis 34 000 Mk. Außerdem wurden 29 Rini er ohne amtliche Preisnvlierung gehandelt. Die Preise liegen um soviel über den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Händlergewinn in sich schließen. Bü chemisch. — Das grohe Opernbuch. Von Alexander Gisenmann. iStuttgart, Deutsche Ver- lags°Anfialt.) Ein Buch wie das vvrliegen.e, daS von einer möglichst groben Anzahl von Opern und Musildramen, soweit sie heute den Spielplan deutsche' Theater füllen, den Gang der Handlung in knapper, übersichtlicher Weise berichtet und auherdem in biographisch-musikgeschichtlichen Daten auch den Ope'rnkomponisten gerechi ivird, entspricht einem p'akiifchen Dedürinis und fördert zugleich das musialische Verständnis Alexander Eifenmann Hal sich der Ausgaben, die ein solches Opernbuch stellt in vortrefflicher Weise entledigt. „Zur Einführung" gibt er eine kurze, in grohen Umrissen gehaltene Geschichte der Oper; dann folgen, unter den alphabetisch geordneten Namen der Komponisten, nicht weniger als 125 Opern, deren Inhalt in möglichst gedrängter Form, aber dabei nicht trocken, sondern lebendig und dem Grundcharakter des Werkes entfbredjenb nacherzählt wird. Den Abschluh bilden die „Biographischen Notizen" über die Komposition der behandelten Opern; e» sind ihrer nahezu 60 — eine Zahl, die an sich schon zeigt, dah der Rahmen des Ganzen möglichst weit gespannt ist. Auch diese biographischen Notizen zeigen neben einfacher, allgemein verständlicher Fassung der musikalischen Ebn'-akteristik den gründlich gebildeten, seiner Kunst mit HerzenswSrme dienenden Musikschriftsteller, als der der Verfasser schon seit langem bekannt ist. — Die deutsche Philosophie des 2 0. Jahrhunderts in ihren Hauptrichtungen und Grundproblemen, von Dr. Willy M o o g, Privatdozent an der Universität Greifswald. (Verlag von Ferd. Enke, Stuttgart.) — Es handelt sich hier weniger um eine Literaturgeschichte der Philosophie, sondern dem Verfasser kam es vor allem darauf an, typisch bedeutsame philosophische Gestalten der Gegenwart tn ihrer Bedeutung für das gan^e Geistesleben unserer Zeit hervorzuheben und bie Grundprobleme deutlich zu machen. — Ernst Hornesfer: Die grohe Wunde. Psychologische Betrachtungen zunt Verhältnis von Kapital und Arbeit. Verlag R. Olden- bourg, München. (In einem Teil der Auslage wiederholt.) Der' 11. November zum gesetzlichen Feiertag erhoben. Paris, 26. Oft. (WTB.) Das „Journal OffUiel“ von heute veröffentlicht das Gesetz, durch das der 11. N o v e m b e r, der Jahrestag des Waffenstillstandes, zum gesey- lichenFeiertag erhoben wird. Gin belgischer DermittlungSvorschlag m der Moratoriumsfrage. Paris, 26. Oft. (WTB.) Wie der „Petit Parisien" mittellt, toirb die Reparationskommission heute eine neue offiziöse Sitzung ab hallen, um die Beratung über die beiden Bor- piere. .©omit ist alles in Ordnung und ich kann beruhigt abreisen. Wenn meine Aktien sinken, so verkaufen Sie sie, und wenn sie steigen, verkaufen Sie sie erst recht." Damit verabschiedete sich Fraulein Müller-Güth, ihre hohe pelzumhüllte Gestalt verschwand und hinterlieh einen Duft nach verwelkten Rosen. AlS Herr Bantelmann den nächsten Klienten einlich. sah er den Anwalt mit einem befreiten Lächeln in den Anblick eines Notenheftes versunken an seinem Schreibtisch fitzen. In Ernsts Kopf summten Helle Glockenklänge. SonntagS- geläut. „Freu dich, schon sind da und horten Morgenglocken wach geworden." • Sin paar Tage später kam Trete atemlos in der Mainzer Strafte an. Es war alles wieder in Ordnung, der Smaragd hatte sich gefunden. Ernst hatte ihn, seiner Kostbarkeit halber, nur In einen anderen Geldschrank gelegt und hatte das vergessen. Kein Wunder bet seinen vielen verschiedenartigen Aufträgen. Die Fürstin hatte den Schmuck zurückbekommen, es war alles geordnet. .Mir ist ein Stein vom Herzen," sagte Frau von Herwegh „3 onalvcrfammlung die Zah- resklafsen 1901. 1902, 1903 und 1904, insgesamt 40 000 Mann, demobilisieren lassen. Vermischtes. A l t e r t u m s s u n d e in der Weser. 3n jüngster Zeit sind, wie Konrad Kalde in „Niedersachsen" mtltellt, eine ganze Reihe interessanter Naturdenkmäler In der Weser gefunden worden. So wurden In der Gegend von Liebenau und bei Stolzenau eine Anzahl grober und kleiner Findlinge durch Hebevorrichtungen aus dem Weserstrombett ans Tageslicht gebracht. Merk- wüldigerweise bestehen oicfc an die Urzeit erinnernden Steinblöcke bei Stolzenau fast ohne Ausnahme aus weichem Muschellall, die bei Liebenau aus Granit. Leider hat die Strombau- verwaltung die am stärksten hervorragenden Findlinge sprengen lassen, wodurch zwei wertvolle Naturdenkmäler der Vernichtung anheim- sielen. Die jetzt geborgenen Weser-Findlinge sollen bei der Errichtung eines Kriegerdenkmals in Stolzenau verwertet werden, indem sie hier als Oiaturbentmäler Aufstellung finden. Aufterbem fand man beim Baggern in der Weser drei Mammutzähne, von denen der eine, ein Stohzahn, 28 Psund wog; sodann wurde eine sehr starke Hirschgeweihstange in einer Tiefe von 2 Meter im Ktes der Weser gefunden. • Sie kleinste Uhr. Als dir Heinfte Uhr, die jemals verfertigt (vorden ist, wird ein auftcr- oi deutlich feines Präzisionswerk mit Stunden- schlag bezeichnet, das von einer Schweizer Uhr- madyarfirma in Devev für einen reichen Amerikaner hergestellt wurde. Diese winzige Uhr bc* findet sich in einem Platiirgehäufe, das nuir 14 Millimeter mifjt; das Gehäuse ist über und über mit Etillanten beseht, öle ist In mehrjähriger 01bitt von den geschicktesten Uhrmachern Europas verfertigt worden. • E ine französische Konkurrenz von Oberammergau. Passienscrufführungen haben in den letzten Monaten zu R a n c tz stall- gesunden. 21 mal wurde hier die Passion von Dilellanten aufgesührt und 45 000 Defucher wohnten dem Schauspiel bei. Der Veranstalter dieser PassionSspiele, Monsignore Petit, erklärt, daft die Spiele als Konkurrenzunternehmen für Oberammergau geschaffen worden seien; sie sollen aber nicht blost alle 10 Jahre stattfinden, sondern wenn möglich schon Im nächsten Jähr, spätestens aber 1924 wiederholt werden. • Berlin, 26. Okt. Der Vorstand der Aer^tekammer und des Groft-Berliner Aerzte- bunbes stellten für Gebührenforderun- g e n in der VrivatpraxiS Richtlinien auf, wonach künftig der Grundsatz gilt, daft der Friedenspreis mit dem jeweiligen amtlichen Reichskeuerungsindex multipliziert werden soll. Als vorkr egszeitliche Grundgebühren sind für eine gewöhnliche Beratung in der Sprechstunde 2 bis 5 Mark, und für einen gewöhnlichen Besuch 3 bis 10 Mark zu wählen. Da der TeuerungSlndex im September 113.75 beträgt, so wäre danach für eine Beratung in der Sprechstunde 226 bis 565 Mark, und für einen Besuch 339 bis 1130 Mark zu zahlen. Berlin, 26. Okt. (WTB.) Ein Riesenschwindel mit gefälschten Coupon s ist durch die Aufmerksamkeit eines Berliner Danklehrlings aufgedeckt worden. Der Bankier Bernhard Erick) Christian Schulze aus Hannover hatte falsche Coupons der 4Vx- prozentigen P.ovinzialanleihe von Bueno Aires, die über englische Pfunde lauteten, in telmcmn in den Scsicrüumen, wo die Geldschränb: standen, war der alte Bureauvorsteher bleich und verstört herausgc'ommen, hatte mit zitternden Händen feinen Schreibtisch aufgeräumt und war gegangen. Er kam nicht wieder. Rene Gimpel, der erste Schreiber, rückte zum Bureauvorsteher auf und übernahm die HtzpothekeTwerwallung und die sauber getriebenen Kontobücher seine- Vorgängers. Bantclmann hatte das Bureau in musterhafter Ordnung verlassen. Der Smavagdohrring hatte sich nicht toieber- gefunbeu. Aber zum Glück war der zweite Ohrring vorhanden, und nach dicfem hatte man ben verlorenen arbeiten lassen Wo war der Schmuck? QUemanb wusste ey. An bie Schuld Bantelmamrs glaubte Ernst nicht. Trete zeigte sich trotzig und stumm. Ich lann doch nicht mehr sagen als ich hab' ihn nicht," sagte sie schnippisch. ^Wer hat ihn benn T fragte er bagegen. »2ch weift es nicht," sagte sie aufter sich .Warum glaubst du mir nicht mehr, Ernst?" Er schwieg. Ihr verzweifelles Schluchzen konnte ihn nicht von Ihrer Schuldlosigkeit überzeugen. Wenn man Sonntags nach der Mainzer Strafte ging, setzte Trete ein helleres Gesicht auf. 2Der es lag jetzt über ihrem Wesen etwas Gezwungenes. .Du^ kgnnst wenigstens schlafen," sagte Ernst, .und dein Appetit hat auch nicht abgenommen." .Ja, Gott sei Dank," sagte Grete, „dafür kann man nichts, ich bin gesund und hab' ein reine- Gewissen. Warum soll ich nicht schlafen?" (Fortsetzung folgt ! SM T?. 9573V Alles Nähere siehe Inserate und Plakate, 08814 9584 gesucht. 9578V Unterzeichneten erbeten. gesucht. 8567 Dir. nachmittags 1/33 Uhr statt. 9588V die Mehl. — Ferner: 8M3£) a Telephon 248 Telephon 248 Schotten Jung, bei Auto W86c 3. = =niiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinin= Ferner: 9548c Ans gesucht. 9572B $ L Ä- N Ollho Serio einer und' ßanbt Ser An ( Dclai Är.l Tchr lobe Die Beerdigung findet Samstag, 28. Oktober 1922, um 3 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. 4-Sitzer, mit elektrischem Licht u. Anlasser aus Privathand zu kaufen gesucht. Schrift!. Angebote mit Preisangabe u. b9940 an d. G. Anz. Z die »A falt’ zu e wie Platin-, Golii- no Silher- Den dücf zu c bene Bekanntmachung. Die Gemeinde Lützellinden sucht zwei erstklassige Vogelsberger Bulle» Angebote mit Altersangabe an den j Kaufgesuche j VtrsnchshM Schön möbliertes Zimmer sofort zu vermieten geö. fflöfet Selene Sorfoag Mieze Sotioag. Gießen, 27. Oktober 1922. Wtiger PftrdekükA für Landwirtschaft Q firecft 9?f« lanbtr Qi flogen axrr. um sich zur DesatzungSarmee äht Äh ein zu begeben, blieb infolge eines Mo" defekts hinter der Staffel zurück und flüchte in der Gegend von Reuschatel in Belgien ab. Ein Insasse fpixing heraus, er blieb unverletzt. Der zcoeite, ein Unteroffizier, zog sich eine schwere Kopfwunde zu. Das Flugzeug ist vollkommen zertrümmert. Kopenhagen, 26. Okt. (Wolff.) 3n dem hiesigen Elektrizitätswerk wurde eine 10 VOv-Kilowatt-Turbine, die von einer schweizerischen Firma aufgestellt worden war, ausprobiert. Die Maschine wurde dabei zersprengt, wobei der schweizerische Monteur getötet und ein dänischer Arbeiter schwer verletzt wurde. Das Anglück ist vermutlich auf einen Materialfehler zurückzuführen. Beträgen, die in Hunderte von Millionen Mark gehen, an Berliner Banken und Bankiers vertrieben. Schulze, der in Bank- und Spekulantenkreisen sehr bekannt war, wurde hier verhaftet. Er behauptet, die Coupons, so wie sie waren, von einem Schweizer Dankhause zum Vertrieb erhalten zu haben. Berlin, 26. Oft. (WTB.) Heute früh wurde auf dem Karfürstendamm ein russischer Oberft aus Moskau in Begleitung einer Dame von ifechs Männern überfallen. Der Oberst trug Kopfverletzungen davon: der Dame wurde ein Brillantarmband und ein Pelzmantel geraubt. Berlin, 26. Okt. Wie das „Achtuhr-Abendblatt" zu dem Postraube in der Hegermühle meldet, war es einem Landjäger und zwei Post- Kurse in erster Linie gedacht waren, hielten sich der Einrichtung fern. Aach Ansicht des Unter» richtsministeriums kann eine Wiederaufnahme der Anterrichtskurse nur in Frage kommen, wenn dazu aus den Kreisen der Arbeiter selbst eine starke Anregung erfolgen sollte. Weimar, 26. Oft. Bei einem Einbruch in das Goethemufeum wurden tue Goethe- ilfjr, seine Trauringe und ein goldener Becher geraubt. Memel, 26. Oft. Auf einem Riff nördlich p.n ß ihau ist bei schwerem Sturm der Segler „Karol" gestrandet. Von der achtköpfigen Besatzung sind sieben Mann ertrunken. Der achte wurde mit den Schiffstrümmern an den Strand geworfen. Brüssel, 26. Oft. (Wolfs.) Ein Flugzeug, das mit zehn anderen von Dijon abge- I Brillanten i Zfcefae auch Brach Rolz- Mslilte Prismen- terngläser kauft zu re- ellenPreisen Groh-Rechtenbach, den 25. Oktober 1922. Der Bürgermeister. so I beso zulä /teig lonö ist c Zahle 1 Mbs flUng, toetbi und landl M-Äiigi$cte kto Gesangsdarbietungen: Goethe-Lieder: Frau Dr. Wolff (Dienstag, den 7. November). Duette: Fräulein Maria Müller, «TOD Fraulein Else Mangelsdorff (Samstag, den 11. November). merke sich ein jeder, putzt die Schuh* - erhält des Leder. Chem. Werke Lubszynski&C?., A.-G.,Berlin -Lichtenberg. Kaufe jed. Quantum ttelterobst Gasthaus Zentral, Wolkengasse 26. CW21 Heute nachmittag um 2 Uhr verschied nach langem schweren Leiden meine liebe Frau, unsere liebe Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Lina Wagner geb. Dapper im Alter von 36 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Wagner und Kinder. Wieseck, Watzenborn, Gleiberg, den 26. Oktober 1922. Die Beerdigung findet Samstag, den 28. Oktober, Lichtspielhaus / 5SS5m N K -vT Noch heute bi* einachl. Sonntag: Einstimmig war das Urteil: „Das beste je gesehene ProgFamm“ i. Fatty als T Steuerkontrolleur In der Hauptrolle: Fatty. 2. Eddy Polos 3. Ahenleaer im Wilden Westen Im Kampfe gegen Uebermacht Kreissägenblätter,KreissägenlageruDgen,ledertreibriemen U8W. Herstellung von kompletten Kraftanlagen elnschl. Wellen, Lager u. Riemenscheiben. InstallationsgssM He nrich Imhof t»t8® Freie Tnrnerschaft ßieHen Samstag, 28. Okt., abdS.7»/,Ubr, s im grotzeu Saale deö Casö Leit» => Sport-Abend Mitwirkende: Frl. C. Türk sowie Herr R. Hellborn vom Metz. Dtadttheater; Arb.-Ges.-V- Eintracht, 1. Kraft- u. Svortkl. sowie einDrehstrom- Elektromotor ca. 2-5 P. S., 220/380 Polt, zu kaufen gesucht. Angel), u. P. J. 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Lebensjahre mein geliebter Mann, unser lieber, treusorgender Vater, Schwiegervater und Großvater, der Geheime Baurat Adolf Waldeck Landesbaurat i. R. der Provinz Westfalen. In tiefer Trauer: Maria Waldeck geb. Bachmann Leo Waldeck Hedwig Storck geb. Waldeck Erna Schobeß geb. Waldeck Else Waldeck geb. Niedieck Hermann Storck« Dr. med. Fritz Schobeß, Oberregierungsrat und 10 Enkel. Münster i. W., Gießen, den 24. Oktober 1922. 8$8iD Haas Kratzi Brandgasse 8 konzessionierte pfandlelh- I An-talt. gsigD dfllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll^ i Mandolinen- u. ßuitarren verein „Neapolita“ Gießen I D Leitung: Herr Hans Sonntag. = | Sonntag, 5. Nov. 1922, nachmittags 1 = 4 Uhr, in der Turnhalle, Steinstraße = I Stuhl - Konzert i Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34. Mn5c Ä. 254 Der Fuhrmann des Todes Ein Zeit-Drama in 5 Akten. 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Die Karlsruher Volkshochschulkurse sollen aufgelost werden, und zwar nicht wegen finanzieller Schwierigkeiten, sondern weil der Zweck der Kurse nicht erreicht worden ist. Die Arbeiter, für die die Men-Mil. = Suchen: in Frankfurts näherer oder weiterer Umgebung VilBa ober Landhaus mit etwas Land. Off. unt. G. 8895 an Ann.» Exv. P. Roeenthal & Co., Frankfurt a. HI., Brönnerstr.12. 8”9D der europäische K °LW die tta für die M»8o, ilie Mai der !■ Wer io der loMaiege. unter gütiger Mitwirkung von Frl. Weeg, Gesang, Herr Wigger, Harfe, Mandolinen- Verein Offenbach a. M. Eintrittskarten, 35 und 30 Mk. einschließlich Steuer, bei Herrn Chai Her, Neuenweg. Der Saal ist gut geheizt. eogu Richard Schäfer, Hungen. Besseres Hausmädchen 03R.W Marktplatz 20. | Mietgesuche j Ein oder zwei gut möblierte Zimmer in besserem Hause, mögt. m. elektr. Licht, gegen gute Bezahlung von Daner- mieter ver bald gesucht. Schrift!. Eilangebote unter 09924 an den Gietz. An- zeiger erbeten. 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