Die Auseinandersetzungen im bayrischen Landtag Aus dem Reiche. jleber» der er» die Die 3n Beantwortung der Interpellationen er- flärte feit des Grafen Zech in Verbindung mit bayerischen Regierung nicht mehr gegeben scheine. Daraus ergäben sich ohne weiteres notwendigen Folgen für alle Beteiligten. Besprechung wurde darauf geschlossen. Eine amtliche Berliner Erklärung. München, 26. Juli (WB.) Landtag. In der am Rachnsittag fortgesetzten Interpellationsbesprechung erklärte Abg. Die lisch (HSP ), wie Leoprechting, so hätten ornch andere mit Frankreich konspiriert. Leopvech- ftrog sei nur ein Wegbereiter der jetzigen Polisit d e n t e n s ch a f t zugestinrmt. Staatssekretär Schulz vom Reichsministerium des Innern begründete die Beihilfen, die ein unverzinsliches Darlehen von 15 Millionen Mark als Betriebskapital zur Erhaltung und zum Ausbau der Stuchenlen-Speisang-'ejnrichtungen, sowie einen Lloyd George und Poincar6. Paris, 26. Juli. (WTD.) Wie der„Temps" mitteilt, wird der französische Botschafter in London im Laufe des Rachmittags eine Unter» redung mit Lord Balfour haben, um das endgültige Datum und die Bedingungen der nächsten Zusammenkunft zwischen Lloyd George und Poincars in London festzusetzen. Hinauszögerung der Konferenz. Paris, 27. Juli. (WTD.) Aach einer Londoner Meldung des „Petit Parisien" erklärte man gestern abend in offiziellen englischen Kreisen daß die Konferenz zwischen Lloyd George und Poincare weit mehr hinausgezögert werden müßte, als man zuerst angenommen häbe. Man weise auf die Bedeutung hin, die die englische Regierung der Gegenwart eines italrenischen Delegierten bei den bcLorstehen- den Verhandlungen beimesse. Man erinnere daran, daß die letzte italienische Krise mehr als drei Wochen zur Beilegung erfordert habe und daß es nicht unmöglich sei, daß das gegenwärtige Interregnum ziemlich lange dauern werde. Außerdem erkläre man, daß vorzuziehen sei, den Staatsmännern, die an diesen Verhandlungen tcilnehrnen sollen, etwas Ruhe nach, den letzten parlamentarischen Arbeiten zu gönnen. Man spricht deshalb von dem Anfang September als dem wahrscheinlichen Zeitpunkt der Konferenz. Es sei sehr leicht möglich, Deutschland ein zeitliches Moratorium für die unmittelbaren Zahlungen zu gewähren, und in der Zwischenzeit hätte man Muße, die Verhandlungen auf einer erweiterten und sicheren Grundlage dorzubereiten als diejenige, die im jetzigen Augenblick der Bericht des Garantieausschusses liefere. Die italienische Kabinettskrisis. Rom, 27. Juli. (WTD.) Bonvmi hüt nach dem Scheitern seiner Bedingungen dm Auftrag zur Kabinettsbildung wredernieder- gelegt. B e r l i n, 27. Juli. (WTD.) Amtlich. Die bayerische Regierung hat durch ihre Weigerung, das am 23. Juli 1922 verkündete Reichs- geseh $um Schuhe der Republik innerhalb des rechtsrheinischen bayerischen Staatsgebietes durchzuführen, und durchs den Erlaß einer landesrechtlichen Verordnung, die das Reichsgesetz ersetzen soll, einen folgenschweren Schritt getan. Zum ersten Male seit der Gründung des Reiches ist damit ein Zustand eingetreten, daß eine Landesregierung einem verfassungsgemäß zustandegekom- menen Reichsgeseh für ihr Gebiet die Geltung verweigert. Aach der einstimmigen Auffassung der Reichsregierung ist die Verordnung der bayerische Regierung verfassungswidrig und ungültig. Kein Sah der Reichsverfassung gibt einem Lande das Recht, das Inkrafttreten eines Reichsgesehes deshalb zu verhindern, well es bei einem Teil der Bevölkerung auf Widerspruch stößt. Würde man den Ländern diese Befugnis zugestehen, so würde dies das Ende der deutschen Reichseinheit bedeuten. Das Reichsgesetz zum Schutze der .Republik wurde vom Reichs rat als Träger der föderativen Gestaltung des Reiches mit mehr als Zweidrittelmehrheit angenommen. Für das Gesetz stimmten im Reichsrat alle Landesregierungen mit Ausnahme Bayerns. Im Reichstag wurde das Gesetz gleichfalls mit einer Zweidrittelmehrheit beschlossen. Richt nur das Zentrum, die Sozialdemokraten, und die Deutsch-demokratische Partei, sondern in ihrer großen Mehrheit auch die Deutsche Volkspartei stimmten im Reichstage dem Gesetze zu. Die bayerische Regierung hat in beiden Körperschaften ausgiebig Gelegenhell gehabt, ihre Bedenken auf verfassungsmäßigem Wege zur Geltung zu bringen. Einer ganzen Reihe ihrer Wünsche wurde bei der Verabschiedung des Gesetzes Rechnung getragen. Es darf nicht davon gesprochen werden, daH das Gesetz zum Schuhe der Republik die in der Verfassung begründeten Grundsätze wahrer Demokratie verletze und den Tendenzen zur Errichtung einer Klassenherrschaft eines sozialistischen Einheitsstaates entgegenkomme. Dieser Vorwurf muß umso nachdrücklicher zurückgewiesen werden, als er sich nicht nur gegen die Reichsregierung und gegen ihrer Verantwortung für das Reich und die Verfassung sich bewußten großen Parteien, sondern auch gegen Bayerns gewesen. Die bayerische Regierung habe die Partei der Meuchelmörder ergriffen. (Der Redner erhält einen zweimaligen Ordnungsrrf.) Aiekisch schloß: Die daher.fche Regierung solle sehen, daß sie nicht vor dem Urteil der Geschichte in eine Linie mit Leoprechting gestellt werde. Präsident Königbauer bezeichnet diesen Ausdruck als eine unerhörte Beleidigung der bayerischen Regierung. Abg. Dr. K o r l a ch e r (Daher-. Vp.) ruft: So ein Kerl sitzt tut bayerischen Landtag. Auch Korlacher erhält einen Ordnungsruf. Abg Sänger (Soz.) bemängelte, daß die Iustizverwalting drttten Personen, m diesem Falle den Interpellanten gestattete, Abschriften aus den Akten des Prozesses Le)pvechtrng machen. Abg. Dr. Dirr (Dem.) erklärte, die ganze heutige Debatte nütze weder Bayern noch Deutschland etwas. Graf Pastalozza habe aus den Gerichtsakten alles herausgezogen, was nach seiner Meinung die Reichsregierung belasten Dante. So wüschen jetzt die Deutschen in den Parlamenten ihre schmutzige Wäsche vor den Augen des lauernden Auslandes, anstatt gemeinsam in aller Stille in nationaler Zusammengehörigkeit mit jeglichem Unrat L*ifzuräumen. Er warne aufs äußerste, das Feuer weiter zu schüren. Dem Reichskanzler und der Reichsregierung mühten die heute vorgebrachten Anschuldigungen durch den Gesandten Preyer übermittelt werden, damit diese sich dazu äußern könnten. Gehe die Zwietracht im Volke so weiter, wie könne man da zu einer Revision des Versailler Vertrages, zu einer entschiedenen Abwehr in der Schulltfrage, zur Einhellsfront, zur Revision der Reparationskosten und zu Erleichterungen in den besetzten Gebieten kommen? Abg. Dr. Roth (Bayer. Mittelpartei) fragte den Ministerpräsidenten, ob er niemals Informationen vom Grafen Zech über die Berichte Leoprechtings erhalten habe, ob er dafür sorgen wolle, daß Graf Zech und Dard von München abberufen werden, ob er von der Reichsregierang eine wahrheitsgemäße Auskunft über den Fall Ludendorff-Tylander verlangen wolle. Ministerpräsident Graf Lerchenfeld erklärte auf eine Frage des Abg. Ackermann, dah gegen den Grafen Bothkner ein Verfahren beim Oberreichsanwalt anhängig sei. Auf die Fragen Dr. Roths erwiderte der Ministerpräsident, solange er lln Amt sei, !habe Graf Zech über Lev- prechting mit ihm erst gesprochen, nachdem Leo- prechting bereits verhaftet war. Vorher habe er diesbezügliche Mitteilungen nicht erhalten. Heber das Telegramm nach Innsbruck werde er an die zuständige Reichsstelle eine weitere Anfrage richten. Zu der Frage der Abberufung des Grafen Zech könne der Miniflerrat erst Stellung nehmen, trenn eine Antwort aus Berlin eingetroffen sei. Er habe bereits hervorheben müssen, dah die Grundlage für eine erspriehliche Tätig- die zweite Interpellation, die sich auf die Regierungen aller anderen deutschen Länder richtet. Es ist nicht angängig, dah ein einzelnes Land sich dem verfassungsmäßig erllärten Mehr- heitswillen .des deutschen Volkes entzieht. Hnser schwergeprüftes Vaterland, das soeben erst heftige innere Erschütterungen zu überwinden begann, ist durch den Schritt der bayerischen Regierung neuen Wirren und Gefahren ausgesetzt. Die Aeichsregierung bedauert dies um so mehr, als die auherpolitische Lage des Reiches gerade gegenwärtig ein einmütiges Zusammenstehen von Reich und Ländern zur Pflicht macht. Aufgabe der Reichsregierung ist es, die Reichseinheit wieder herzustellen. Die bayerische Regierung hat durch den Mund ihres Ministerpräsidenten ein klares und festes Bekenntnis zum Reiche und zur verfassungsmähigen republikanischen Staatsform abgelegt Sie hat mit besonderer Betonung alle Besorgnisse, die in den von ihr getroffenen Mahnahmen eine Abkehr von der allezeit fest eingehaltenen Reichstreue erblicken wollen, als völlig fehlgehend bezeichnet und auf Grund dieses Bekenntnisses erwartet die Reichsregierung, dah die bayerische Regierung sich den Forderungen nicht entziehen wird, welche die Reichsregierung im Interesse der Einheit des Reiches zu stellen genötigt sein wird. Französische Stimmen. Paris, 26. Juli. Die Pariser Presse widmet dem Konflikt Bayerns mit dem Reiche eingehende Erörterungen. Der „Temps" sagt, dah Frankreich als der unmittelbare Aachbar Bayerns den Herausforderungen Bayerns nicht gleichgültig zusehen könne. — Das „Journal des Debats" sagt, Bayern sei ullrareaktionär und reaktionär und nationalistisch und in dem Maße partikuloristisch, in dem die Reichspolllik seinen Wünschen nicht entspreche. — Das „Echo de Paris" fordert Hnterlassung jeglicher Intervention, die die Deutschen wieder zusammenzuschweihen drohe. Die Zeit werde gegen die Rerchseinhell arbeiten. Großsürst Nikolai Nikolajewitsch in Bayern? Berlin, 26. Juli. Aach der „Boss. Ztg/* soll der ehemalige Oberbefehlshaber der russischen Armee, Großfürst Aikolai Airolaje- witsch, der sich bisher in Italien aufhielt, jetzt nad? Bayern übergesiedelt sein, wo sich wich andere führende Persönlichkeiten der russischen Reaktion crushalten. München, 26. Juli. (WTD.) Im bayrischen 'Landtage kamen heute die Interpellationen der bayerischen Vvlkspartei und der bayerischen Mittelpartei betreffend einer Feststellung im Leoprechting-Prozesse zur Behandlung. -Die Verhandlungen waren teilweise recht stürmisch. 'Abgeordneter Graf Pestalozza (Bayer. Dpt.) begründete die erste Interpellation. Die Wiederkehr so schwerer Mißstände mühte in Zukunft vermieden werden. DiebaherischeRegierung werde der Reichs regierung in aller Deutlichkeit zu erklären haben, dah »sie sich eine derartige Heberwachung stn Zukunft nicht mehr gefallen lasse. Ministerpräsident Lercheufeld. "was den Fall des französischen Gesandten Dard betreffe, so spreche die völkerrechtliche Hebung .'dagegen, die Person eines Gesandten in die Debatte zu ziehen. Er vermöge daher die ihn betreffenden Fragen nicht näher zu beantwor- ilen und halte sich aus Gründen internationaler Beziehungen nur für befugt, mitzuteilen, dah er in dieser Sache entsprechende Schritte beim Auswärtigen Amt unternommen habe und dah er bei den in Rede stehenden Verhandlungen ;Me Interessen Bayerns und des Reiches mit Entschiedenheit wahren werde. Es sei richtig, dah die französische Regierung sowohl in Berlin wie auch in München wegen des Verfahrens im Leoprechtingprozeh vorstellig ge- lworden sei. Was die Tätigkeit Leoprechtings gegenüber einzelnen Stellen des Reiches betreffe, fei das Gericht einstimmig der Heberzeugung Sfen, dah es Heoprechting in weitgehendem e gelungen fei, das Vertrauen einzelner Beamten und Berichterstatter in Berlin zu gewinnen. Ferner stellte es fest, dah Levprechting Don den Reichs st eilen, zu denen er in De- toar. In einem Falle liege der Aachweis vor, daß er eine Denkschrift über Oberschle- llen alsbald an Frankreich weitergegeben habe. Mtt Bezug aus die Reichsregierung als solche brachte das Gericht die Heberzeugung zum Ausdruck, dah der Reichskanzler und die sonstigen Spitzen der Berliner Behörden sich mit der Person des Angeklagten überhaupt nicht befaßten. Die Ergebnisse des Prozesses liehen keinen Zweifel darüber, dah einflußreiche Beamte der Reichs- prefseflelle und des preußischen Staatskornrnissa- rictts sich Leoprechtings bedienten, um geheime Dachrichten über die politischen Verhältnisse in Bayern zu erhalten. Lerchenfeld fuhr fort: Im Ergebnis laufe ein solches Verfahren auf eine politische Heberwachung Bayerns hinaus. Der- arttge Zustände feien im Interesse Bayerns und des Reiches aufs tiefste zu beklagen und mit allen Mllteln zu bekämpfen. Die Regierung habe deshalb schon Anfang März energische Schritte bei der Reichsregierung und der preußischen Regierung eingeleitet. Im Dezember 1921 seien die Beziehungen des Staatskommisfars zu Leoprech- ting abgebrochen worden, weil sich seine Berichte als in hohem Grade unzuverlässig erwiesen. Die p«uhische Regierung habe damals offiziell erklärt, dah alle dem preuhischen Minister des Innern unterstellten Dienststellen strikte Weisung erhallen hätten, sich jeder Einmischung in die Verhältnisse eines anderen Landes zu enthalten. Anfang Juli 1922 sei aber in München ein Privatagent feftgeftcllt worden, der auf Veranlassung von Beamten des 'Berliner Polizeipräsidiums in der Hntersuchungssache gegen die Mörder Ra- thenaus tätig gewesen sei. Außerdem sei bekannt, daß ein Vertreter des Oberreichsanwalls mit einer Anzahl Berliner Kriminalbeamten in München weilte. Die bayerische Regierung habe ihre Gesandtschaft in Berlin beauftragt, m den neuerlich sestgestellten Fällen eines selbständigen Vorgehens auswärtiger Polizeibeamten die nötigen Aufklärungen zu verlangen und den Standpunkt ihrer Regierung nachdrücklichst zu Vertreten. Das Ministerium des Innern habe angeordnet, dah jede unzulässige Tätigkeit von Polizeipersonen auf bayerischem Gebiet, wenn nötig, durch Festnahme abgestellt und jeder hier bettoffene Spitzel verhaftet werde. Weiter teilte der Ministerpräsident mit, dah eine offizielle Stellungnahme der Reichsregierung zu dem Schreiben der bayerischen Staatsregierung auf Abberufung des Grafen Zech noch nicht erfolgt sei. In der sich anschließenden Interpellationsdebatte Beschuldigt Abg. Ackermann (Soz.) die Interpellanten. insbesondere den Grafen Pestalozza, daß sie den Leoprechsingsprozeß in gehässiger Weise gegen die Reichsregierung ausnützen würden. 5>em Ministerpräsidenten sei es zu danken, dah er durch seine Ausführungen nicht noch dazu beigetragen habe, die Atmosphäre Wetter zu ver- gtften. Der Redner stellt dem Grafen Lerchenfeld das Zeugnis aus, daß er alles getan habe, um gute Beziehungen zwischen Boyern und dem Reiche herzustellen. Aus Hessen. Der Verband Hessischer Aegimeatsvereine hat an den Reichsrat fnlgenben Protest gerichtet: Die Staatsregierung des Freistaates Hessen hat in Ausführung des Ausnahmegesetzes in der Presse folgendes verordnet: „Alle Versammlungen sind anmeldepflichttg. Verboten sind bis auf weiteres Regimentsfeiern und jegliche Zusammenkünfte ehemaliger Regimentsangehöriger." Der Verband Hessischer Regimentsvereine, dem 26 Vereine mit rund 28 000 ehemaliger Soldaten in Hessen angeschlossen sind, legt nachdrücklichste Verwahrung ein gegen dieses durchaus einseitige Verbot und überreicht dem Hohen Reichsrat hiermtt Beschwerde gegen die Maßnahme der Hessischen Regierung mit der Bitte, diese Beschwerde eingehend zu prüfen und das Verbot aufzuheben. In der Begründung wird hervorge- hoben: „Das Verbot bedeutet eine schwere Ehren- ftänhing von Tausenden alter Soldaten, die man hierdurch zu Bürgern zweiten Grades stempelt, die man durch solch ein V<Äot ächtet. Andere Vereine dürfen tagen, politische Parteien dürfen öffentliche Demonstrationen abhalten, und uns alten Soldaten verbietet man zusammenzukommen und im Kreise der Kameraden sich der Kameradschaft zu erfreuen. Man nennt uns in _einem Atemzuge mit Mördern und staatsgefährlichen Elementen, man stempelt uns öffentlich dazu, indem man unsere Dereinstätigkeit allein vor allen anderen verbietet. Wir haben im blusigen Dingen jahrelang mit aller Kraft im Kampf fürs Vaterland vorm Feind gestanden, in unseren Reihen sind viele Männer, die in schweren Tagen Gesundheit und Leben zum Schutze der Verfassung einsetzten als Reichswehrsoldaten. Jedem Mord stehen wtt auf das Entschiedenste fern; wir verurteilen die Mordbuben genau so, wie jeder brave Staatsbürger. Hnfere Vereinigungen sind völlig politiklos, unsere Satzungen besagen dieses, in unseren Reihen stehen Kameraden aller Heberzeugungen im friedlichen Verkehr, unsere Feste gelten der Kameradschaft, sie haben keine Spitze gegen die Reichsregierung, die wtt im Interesse der Wiedergesundung unseres Dolles unter Hintenan- ftellung irgendwelcher Sonderwünsche stützen wollen. Es ist bezeichnend und verdient seitens des Reichsrates eingehendster Beachtung, daß Leute in unseren Vereinen, die eingeschriebene Mtt- glieder der sozialdemokratischen Partei sind und die zu unseren Versammlungen regelmäßig und zwar gerne kommen, sich mit aller Entschiedenheit für die nachdrücklichste Beschwerde beim Reichs rat ausgesprochen haben, well auch sic den Grund eines Verbotes nicht einleheu können. Beitrag von 50 Millionen Mark zur „Darlehenskasse der deutschen Studentenschaft" vorsehen. Die Berichte Über die Beisetzung der Aathenaumorder stellt der Lokalan^eiger dahin richtig, daß kein einziger Vertreter irgendeiner Studentenschaft anwesend gewesen sei. Der Beerdigung hätten lediglich zwei Studenten, die den Angehörigen persönlich nahestanden, beigewohnt. Ebenso unrichtig sei, daß der zuständige Totengräber die Aushebung der Gräber abgelehnt habe. Der große Kranz mit schwarz-weiß-roter Schleife fLamme nicht von der Brigade Ehrhardt, sondern von einem Freunde der Familie aus Aaumburg. Eine Ententekommission in Jena. Jena, 26. Juli. Gestern erschien bei der hiesigen Pollzeiinspeksion eine Ententekommission, bestehend aus zwei ftanzösischen Offizieren in Begleitung eines deutschen Derwal- tungsoffiziers und emes Beauftragten des thü- rttigifchen Ministeriums. Sie erklärte, eine Anzeige erhalten zu haben, nach welcher in einem hiesigen Speditionsgeschäft eine größere Menge militärischer Waffen, Munition und Ausrüstungsgegenslände ve rborgen ge halten würden und baten um Hnterfudjung der Angelegenheit. Die Waffen usw. sollten aus den Beständen der früheren Selbstschuhorgani- sation stammen. Bei der in Gegenwart der Gn- tentekommisswn angestellten Durchsuchung der Geschäftsräume der in Frage kommenden Speditionsfirma wurde nichts Belastendes gefunden. Die Kommission ist daraufhin wieder abgereift. Zeitungsverbote. Breslau, 26. Juli. (WLB.) Der Ober» Präsident von Dieberschlesien hat den „Sprvt tauer Anzeiger" auf Grund des Gesetzes zum Schatze der Republik für vier Tage verboten, weil er bie* Verfolgung bet Mörder Rathenaus als „Posse" bezeichnete. Der in München erscheinende .Völkische Beobachter" wurde laut „Berliner Sager blatt" wegen Beleidigung der Reichsregiering auf drei Sage verboten. Polizeiliche HauSftrchrmgen. fpd. Frankfurt a. HL, 26. Juli. Aus Grund von Postkarten, die der frühere Vorsitzende des „Deutschvölkischen Schutz- und Trutz bundes", Alfred Roth in Hamburg-Dergedorf. in zahlreichen Fällen auch nach Frankfurt geschickt hat und die eine Geheimorganisation vermuten ließen, fanden heute morgen bei verschiedenen Personen Haussuchungen durch die Kriminalpolizei statt. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. — Auch bei verschiedenen anderen politisch rechtsstehenden Personen fanden Durchsuchungen der Wohnräume statt. In einer Eisenwarenhandlung suchte die Polizei ohne Erfolg nach angeblich verborgenen Waffen. Die Desoldungserhöhungrn. Berlin, 26. Juli. (WTB.) Der wachungsausschuh des Reichstages hat heute die neuen Besv 1 du n g s er Höhungen behandelt. Rachdem ein Vertreter des R.ihsfinanz- ministers Über das Ergebnis der Verhandlungen mit den Spitzenorganisasionen. mit dem sich auch der Ausschuß des Reichsrats einverstanden erklärte, berichtet hatte, stimmte der Ausschuß der Vorlage zu. Er stimmte ferner der Erhöhung der Bezüge des Reichspräsidenten von einem Iah- resbetrage von 1,4 Millionen Mark im Juni. 1,6 Millionen im Juli und 1,8 Millionen im August zu. Weiter wurde dem Anträge der Regierung auf eine Kreditbeihilfe des Reiches an die Wirtschaftsbeihilfe der deutschen Stu- «r. 174 (72. Jahrgang Doimerrtag, 27. JMt 1922 -Erscheint täglich, außer ® Annahme von Anzeigen Sonn- und Feiertags, flMepw v für die Tagesnummer bis sss llti iztZizTi i>r /■ Ti IM fl ov «mäs Lrägerlohn,durch diePost M W W W WWvWt SM W Kä W W M WV f WWW N örtlich 150 Pf., auswärts MK.25.-,auchbeiNicht, M M tgk. M IM, U M W M M MM öjk, ■ 180 Pf.; für Reklame, «scheinen einzelner Num- X W fcd KV M; 7 W Anzeigen von 70 mm m em infolge höherer M ™ Ä ▼ Breite 500 Ps. Bei Platz- Gewalt.- Fernsprech- «Vly W M Vorschrift 20°/, Aufschlag. Anschlüße: für die Schrift- e Hauptschriftleiter: Aug. WM General-Anzetger für Gberheffen Zranssutt^a. m. 11686. Vrvck und Verlag: vrühl'fche Univ.-Vuch- und Lteindruckerei R. Lange. Zchristlettung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchnlstratze 7. ?ämtnVln^STe6em ihr laöform obe auf i Dmovstratione» England. sCB.) Testern smd ip ätsche Delegierte rige Deutsche, die amStag imb Som- twnen gegen ben , m Pv'mvtz Kadmett. ).) DaS englische ag zu einer Sitzung sichtete Kreise wvl- Kabinell den dnrch übermitidten Dor° je. Mn glaubt zu jfag Pommres, die Iremiermbrifier auf ehmen werde. tnakev! iult (DTD.) Me tednen AuSflug« m llebesiehen über um; ftebenÄin* r mrden von dem den Bergmann F Jt nach der biShe- i die Aussichtigkit ? *Wta *582 i Desi m Fef t allmi Srnsl weit rrgendwie mit 2e- ^.Baherische rrvwnungen des $.mit einem länger hervorzuhebm ist mmg von 2rtfana w tzchuhe b© Men linier ihnen faU, ere Dahnahmen zu *9 s« Ak * wHttl aus dem Schilfdickicht des Elfers eine Stimm Bist de me| Theben, das jahrhundertelang die Residenz der Könige der beiden Aegypten gebildet hatte. Roman von Ernst Schertet. 20. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) der ist, für türlrch sollte mir da adgetzolzt werden. toD sonst Siedlungsland nicht za haben ist. Hebrigens halten wir die Unterstellung des Siedlungsamtes unter das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft für falsch. Es gehört als selbständige Abteiluua unter das Finanzn.i ästerilm. D.amte und sonst Leute die nicht mit vollem Herzen und größtem Interesse am Siedlungs wesen arbeiten, sollten ausgeschaltet werden. Hier kann nur intensives, energisches Arbeiten helfen. Erst die Helle des Morgens weckte ihn aus diesem Zustand trüben Halbb-wup ts.ins und w e gerädert erhob er sich, um seine Obliegenheiten zu erfüllen. Der Jude schlief noch und grunzte nur dann und wann. Perzelius säst am Steuer und rauchte feine Pfeife. Er schien guter Dinge. was bei ihm gewöhnlich der Fall war, wenn er sah, daß sich die Annahmen bestätigten. Für ihn war das Ganze ein interessanter und verwickelter Fall und er genoß fast mit Behagen die Möglichkeit, wieder einmal alle Register seines Scharfsinnes, feiner Erfahrung und seiner Kenntnisse ziehen zu könne u. Für Eduard war jeder Tag, der nun kam. eine neue Marter. Er tonnte nichts tun als warten und zusehen, wie das Boot dirch die braungrünen Wogen schnitt, wie die Wüstenberge rechts und links der Ufer immer wichtiger emporwuchsen und immer steiler abfielen in die Ebene des Riftales, tote Heine schmutzige Hütten wechselten mit den gigantischen Ruinen der Dorzeit, Die die Sonne aufging und tx't> schwand in ewig gleicher Fahrt und wie jeder ihrer Untergänge einen Tag bedeutete, den er abstreichen muhte von den kostbaren drei Wochen. Wann würden sie landen, und würden sie Hann Sillh wirklich finden? Man hatte bereits die Ruinen von Luksor ünd Karnak hinter sich, die Stätte des antiken werden lernen, sich frei zu bewegen und zu entwickeln. Die große Dauernbewegung. die wir wollen, wird uns zu einer vernünftigen Wirt- schafts- und Srnährungspolitik führen, die uns unabhängig machen kann vom Ausland. Hunderttausende von Dauernstellen können neu geschaffen werden und die Produktion erhöhen. Wenn das durch das Siedlungswesen erreicht ist, haben wir einen positiven Gewirm. Was wir aus dem Boden herausholen, das nimmt uns keiner weg, das bleibt unserer Volkswirtschaft. (Bravo! links.) Rach der Pause teilt Präsident Adelung mit. da" Herr Obarr>gi?ru-g?rat Emmerling im Auftrage der Kommission die Abgeordneten zur Besichtiging der Eugen Pracht-Ausstellung auf Donnerstag, nachmittags 3' - Uhr eingeladen habe. Abstimmung über die Mißtrauensantrage. Es folgt eine Reihe von A b st i m m u n g e n. Zunächst über den Mißtrau en San trag der Deutschen Volks Partei: „Sie Deutsche Dolkspartei beantragt, der Landtag wolle be= .wer iw*':" 265,26 (209,80). Leuchtstoffe 53,61 Zimmern unoM (55,80). 3m Mom allgemein m M • Melpreise finb ge uMvu/v v Vlv WAXI Ult v 1 i . „Scha: Scha!"^) klang es leise durch die Finsternis, „e Mijuches^) hat «uns verraten. Nimm der fain zusamm', dah de net verlierst dun Kopf. Du kannst bleiben jetzt e halbes Jahr in dem Rest." Iechiel ben Iehud schien aufs höchst: überrascht. diese Stimme hier zu hören. Wer mochte es sein, der dieses unverfälschte Jüdisch redete? Es blieb dem Doktor im Augenblick feine Zeit, darüber nachzudenken, denn er mußte auf dos Ausladen der drei Toten bedacht sein. Denn diese sollten hier an das Land gebracht werden. Aber was hatte jener unsichtbare Bekannte von Verrat gesprochen? Was war verraten? Dec merkwürdige Gütertransport Icchiels? Oder sollte der Hude seine Hände in noch viel 'um- fossenderer Weise bei diesen dunkeln Verbrechen im Spiele haben? Perzelius trug zunächst mit Eduard die drei Säcke durch den Schlamm und legte fte am Ufer unter einem Schutzdach aus Resten and Blättern nieder, wie es die Hirten dieser Gegend als Wohnung benutzten. Eine hagere, schwarze Gestalt geleitete sie dabei. Nachdem sich Iechiel beu Iehud versichert hatte, daß das Schiffstau gut befestigt war. verfügte er sich auch zu der Unterkunftsstelle und wollte dort ein kleines Feuer anmadyzn, um seine Rachtsuppe zu kochen. >) Stillr Still! 2) Ein Adeliger. »Wann werden wir in Assuan sein?" fragte Eduard den Juden, da er an Perzelius diese Frage schon zu oft gerichtet hatte. „Weiß ich? 3n vier Tagen oder fünf" erwiderte dieser. Perzelius, der zugehört hatte, erstaunte. Er war diese Strecke doch schon öfters unter den verschiedensten Verhältnissen gefahren — was mochte den Huden zi dieser übertriebenen Schätzung veranlassen? Hatte er Verdacht geschöpft und weidete sich nun an der Enttäuschmg feiner Feinde? Iechiel ben Iehud bemerkte die Verwunderung des Doktors und sagte' „Mer werden vorher haben en Aufenthalt. Ich werde löschen mei Ladung noch vor Assuan. Nachher werden mer kommen schneller durchaus. Vielleicht auch fahren mer gar net bis Assuan." Daß jener Punkt, an welchem man Aufenthalt machen und die Ladung von Toten löschen wollte, nur Kom Omb) sein konnte, erschien dun Doktor jetzt zweifellos. Er ließ sich aber nichts davon merken. Rach kaum einem Tag legte das Doot unvermittelt am rechten Rilufer an. Es war ein: finstere Reumondnacht. Die Felsen der nubischen Wüste standen wild und zerklüftet gegen den schwarzen Himmel. Die Strömung war reißend und begann bereits sich zwischen Geröll und Sandbänken in kleinere Sturzbäche zu verzetteln. Man war nahe am ersten Katarakt. Iechiel ben Iebiud stieß einen merkwürdigen Kehllaut aus und kurz darauf hörte der Dottor säl.eßen. dem Wirtschaftsminister Raab wigen feines Verhaltens am Demonstratio ns- tage, dem 27. Juni 1922, das Mißtrauen des Landtages auszusprechen. Der Antrag wird abgelehnt. Ueber den Antrag Kaulund Genossen der Landtag wolle beschließen, dem Minister für Arbeit und Wirtschaft, Raab, Las zur Fortführung seines Amtes e r f o r de r l i ch e .Vertrauen auszusprechen, wird namentlich ab-- gestimmt. Der Antrag wird mit 40 geg en 22 Stimmen bei 1 Stimmenthaltung an» genommen. (Bravo!) UeBcr die Anträge Dr. Osann und Gen.: Wir beantragen, der Landtag wolle b. schließen, die Verfügung des H ssischea Landesamtes' für das Bildungswesen vom 21. April 8U mißbilligen (Ausfall des Schul mter» richtes am 1. Mai), und Kindt «und Gen.: Wir beantragen dem Henn Staatspräsidenten Ulrich das Mißtrauen des Land.ages auszusprechen, weil er 511x4} eine von ihm verantwortlich gezeichnete Derordnung die Schließung der Schulen am 1. Mai angeordnet und damit diesen Tag auch für die nicht sozialistisch-gläubigen Lehrer und die Kinder nichtsozialistischer Eltern, entgegen der Clären Willensäußerung der großen Mehrheit des Landtages gewaltsam zu einem Feiertage gemacht hat, wird ebenfalls namentlich abgestimmt. Die Anträge werden mit 41 gegen 21 Stimmen abgelehnt. Der Antrag der Abg. Osann und Gen.: Wir beantragen, der Landtag wolle beschließen: 1. Die Ernennung des Abg. Dörnern a n n zum „Ministerialrat beim Staatspräsidenten" entbehrt der Rechtsgülligkeit: 2. der Landtag mißbilligt diese Ernennung, wird mit 41 gegen 21 Stimmen abgelehnt. Das Haus setzt dann die Debatte über das Siedluogswesen Aus dem besetzten Gebiet. Behinderung der Rheinschiffahrt Koblenz, 25. Juli. Auf Befehl der tntexaWiierten Dinnenschiffahrtskommi ftvn bringt der Präsident der Rheinstrombauverwaltung den Schiffahrttreibenden zur Kenntnis, daß am 27. Iüll von 11 Uhr morgens ab bei Uerdingen auf der linken Rheinseite durch belgische Pioniere Drückenübungen ausgeführt werden, die sich bis 100 Meter in den Rhein erstrecken. Während dieser Uebungen haben alle Fahrzeuge mit verminderter Kraft zu fahren und dem linken Ahein- ufer auf mindestens 150 Meter entfernt zu bleiben. 2lbg. Schildbach (Soz.): Der Grohgru.nd- pesitz habe dem Siedlungswesen großen Widerstand entgegengesetzt. Er hat behauptet, daß ein großer Desch besser rentiert als ein kleiner, der Die Produkte öerteure. Das ist in der Landwirtschaft aber anders wie in der Industrie. Es ist nicht so, daß der Großbesih allein rentabel wirtschaften kann. Maschineller Detrieb kommt auch für Kleinbetriebe in Frage, wenn auch auf anderer Grundlage. Das Genossenschaftswesen muh hier eingreifen. Die Behauptung, daß Kleinbetriebe die Lebensmittel verteuern, ist also fatsch. Der Kleinbauer, der mit seiner Familie arbeitet, i im Gegenteil besser daran als der große Besitzer, der auf die zufällige Qualität feiner Arbeiter angewiesen ist. Der landwirtschaftliche Grohbesitz ist nur so stark geworden, weil er durch Gesetzgebung besonders geschützt wurde. An der Abnahme der ländlichen Bevölkerung trägt der Grohbesitz die Hauptschuld, denn einen elbständigen Bauernstand wollte er nicht aufkommen lassen, das gift auch von Hessen. (Zwischenrufe, Widerspruch rechts.) Freilich, Arbeitersiedlungen wollten Sie haben. Im allgemeinen liegen die Verhältnisse in Hessen ja besser als im Osten, aber befriedigend sind sie nicht. Man könnte mit Leichtigkeit 1600 neue selbständige bäuerliche Betriebe schaffen. Den Beanstandungen des Abg. Urstadt zum Siedlungsg:setz ist im allegmeinea zuzustimmen. Streubesitz von geringer Morgen- zcihl sollte man nicht angreifen. (5(3 wurden mehrfach sog. Schuhbriefe ausgegeben, des Inhalts, daß man den Besitz in einer gewissen Seit nicht angreifen werde. Davon ist nichts im Landgesetz enthaften und man sollte das unterlassen. Wenn die Verhältnisse es erfordern, werde man trotz der Schuhbriefe, die keinerlei Gesetzrecht haben, zugreifen. Das Landessiedlungs- amt sollte selbständiger gemacht werden und von der Forstverwaltung getrennt werden. Welchem Ministerium es unterstellt wird, das ist an sich gleichgültig. Die Ausführungsbestimmungen zum Enteignungsvei-fahren sind noch nicht erschienen. Das sollte baldigst kommen. Namens seiner Fraktion fragt Redner, wie es mit der Auflösung der Fideikommisse steht und in welcher Weise diese erfolgen soll. Er verweist hierzu auf folgende Anträge. Dem d^nokratischen Antrag, der Erwefterung des Siedlungswesens bezweckt, stimmen wir zu. Wir befürworten die Erbpacht, da diese rentablere Bewirtschaftung ermöglicht. Wir müssen erreichen, dah wir vov der Einfuhr von Lebensmitteln frei werden, die Landwirtschaft muh das deutsche Doll selbst ernähren können. Wichtig hierzu ist die Frage der landwirtschaftlichen Arbeiter. Wir müssen seßhafte Landarbefter haben. Auch hierzu ist der landwirtschaflliche Kleinbesitz berufen, der viel mehr Arbeiter beschäftigt, als der Grohbesitz und bei dem die Arbeiterfrage gut gelöst ist Wir müssen einen Bauernstand haben, der nicht Diktaturgelüste hat, der nicht die Mahnahmen der Regierung, die Dolksernährung sicher zu stellen, ständig sabotiert, mit Erzeugerstreik droht usw. Das kann nur einer, der zu viel Land hat. Auf der Grundlage des Sozialismus erstreben wir eine soziale und kulturelle Hebung des Landarbeiterstandes, aber auch die stärkste Hebung der Produktion. Welche Wege dazu die prattischsten find, muh erprobt werden. Wir werden unablässig unser Ziel in dieser Richtung verfolgen, um gut zu machen, was im alten Staat gesündigt worden ist. Bisher ist jede Agrarreform in ihren Anfängen stecken geblieben. Das muß jetzt anders werden. Die Dauern LS Ns Teueres A^iernheun Start S»y*(28 Ms fort Abg. Knoll (Ztr.): Wir sind im allgemeinen mit dem Siedlungsgesetz zufrieden. Ueber die Düdinger Fälle mochte ich mich nicht näher verbreiten. Meine Fraktion steht auf dem Standpunkt, dah die Susagen, die unter dem Druck der Gewaft erpreht wurden, keine Rechts- gültigfeit haben. Die Hergabe von Wald für Landbegehrer ist nicht so einfach. Wir können gerade in jetziger Zeit unseren Wald sehr gut gebrauchen. Immerhin wird in der Rot auch hierauf zurückgegriffen werden müssen. Redner erwähnt dann teeiter eine Anzahl spezieller Sr an Bedeutung und ihre toeitere Durchführung ist mit allen Mifteln zu gewährleisten. Leider erscheint die Zukunft des Hilfswerkes nicht völlig gesichert. Wenigstens läßt die Entwicklung ir unserer Stadt die Befürchtung nicht ungerechtfertigt erscheinen, dah die Speisungen in ihrem bisherigen Umfang nicht auf die Dauer aufrecht erhalten werden können. Zu Anfang dieses Jahres muhte die Ausdehnung schon auf die Hälfte beschränkt werden. Die Spenden von den Quäkern selbst liefen spärlicher ein, und btc Stadtverwaltung sah sich genötigt, namhafte Zuschüsse zu leisten, um Die Speisung überhaupt aufrecht zu erhallen. Es wurden im Laufe dieses Jahres rund 100000 Mark städtische Zuschüssen» Lebensmitteln und Verwaltungskosten geleistet. Cs konnten so bisher noch 35 0 Kinder und 50 werdende und st i l - lende Mütter gegen Entgelt von 50 Pf für die täglich einmal verabreichte Mahlzeit gespeist werden. Rur zur Zeit der Schulferien wird die Speisung ausgesetzt. Während früher ausnahmslos alle Unterer nährten teilnehmen konnten, werden die Mahlzeften feit Beginn dieses Jahres nur noch an nachweisbar Minderbemittelte ausgeteilt. Die vorhandenen Dor- Hessischer Landtag. 2 2. Sitzung. St. D a r m st a d t, 26. Juli 1922. Am Regierungstische: Staatspräsident Ulrich, Finanzmmister Henrich, Wirtschaftsminister Raab. Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 8,40 Uhr. Die S pez ia l b e r a tu n g des . Hauptvoranschlags 1922 wird fortgesetzt. Die Verhandlungen und ein Zusatz des Finanzausschusses, sowie Kapitel 1, 1-10 Im ?»J.r ü? e r e n 3 a b ren (Einnahmen 178 388 000 Mk., Ausgaben 935 000 Mk), werden ohne Debatte bewilligt. — Kapitel 2 wird zurück- gestellt. Zu Kapitel 3, Siedlungswesen (Einnahmen 1 792 000 Mk., Ausgaben 2 036 000 Mk) mad)t Abg. Urstadt (Dem.) längere Ausführungen. Er fragt, welche Schritte die Regierung rm Srnne des demokratischen Antrages getan habe ber eine Abänderung des Gesetzes dringend der- Manches sei ja bisher schon geschehen, aber bet höchstens zwei Stiftel der landsuchenden Ge- rneinden fei das Verfahren eingeleitet. Leider fehlt es ja vielfach an Siedlungsland. Wo das der Fall sollte man Mittel und Wege finden, solches zu beschaffen durch Tausch oder Zusammenlegen und dergleichen. Im Kreis Büdingen haben mehrmals Äderungen der Mahregeln stattgefunden, was schädlich gewirkt hat. Den Beamten des Siedlungs- ■ wesens sei kein Vorwurf zu machen. Eine so große einfach durchzusetzen, aber es JmD Fehler gemacht worden, die im System liegen Quan habe im Vogelsberg die Landbedürftigen l Ulcht richtig eingeteilt und zugewiesen. Es ist hier wiederholt.gejagt worden, daß die Landzutellung f nicht auf Kosten anderer kleiner Besitzer geschehen , krrf. Hierbei ist wichtig, daß kleine Handwerker r cnit dem Lande genau so behandelt werden wie - Keine Dauern. Pachtbesitz muh den Leuten bleiben, auch wenn die Landmenge schon die festgesetzte Moraenzahl überschreitet. Es muß vermieden wer- den, daß derartige Dauern in ihrem Desitz gefähr- lich beschrankt und gefährdet werden. Vielfach sind auch Leute von der Landzuteilung ausgeschlossen worden, aus Gründen, Die wir nicht anerkennen ni<^ sind. Redner führt einige Spezialfalle an. Es handle sich da durchweg nn Segler, die man hätte vermeiden können. Er bittet Die Regierung, die Beschwerden, die einla ifen genau #1 prüfen. Manches ist noch gft zr machen' aus anderen könne man für die Zckmft lernen’ ou beanstanden ist auch die Hinaasschra rbung des Pacht- imD Kaufpreises für Siedlungsland. Man muß dabei bebenfen, daß die Preise für landwirtschaftliche Produkte auch wieder herubgehen wrnien, wie soll sich das Land Dann rentieren bei den hohen Pachtpreisen? Bei'den Dcmänen- verpachtungen muß gefragt werden, ob sich di-se rentieren. Wir erwarten Die Vorlage einer D-- rechnung hierüber. Wo die Hvfgüter sich nicht rentieren, verlangen wir Parzellierung zu Sied- ^un^^b>eden. In Vielen Fällen wttd man auch zu Waldgelände greifen müssen. Wir haben noch rnrmer Wald genug, wenn wir ihn wieder aus den I Umfang von vor 10 Jahren zurückschrauben. 21a-1 Abg Sturmfels (Soz.): Auch Klein- bauern haben Hervorragendes in der Züchtung bon Saatgut und von besseren Kartoffeln usw. geleistet. In Den Kreisen Der LanDbewerber jetzt Die allergrößte Unzufriedenheit ^^tch zu dem Landhunger ist wenig geleistet worden. Dor allem Dauert das Verfahren stets zu lange. Die Besetzung der Aemter bietet uns keine Gewähr, dah das Landgesey ganz seinem Sinne nach erfüllt wird. Es fehlt den Beamten die innere Anteilnahme. Es war em Fehler, das Landgefetz der Forstabtellung anzuschtiehen. Es gehört unter das Arbeitsund 'Wirtschaftsamt. Redner kritisiert dann das Siedlungs- und Landgesey in verschiedener Einzelheiten. . , ^bg-Glaser (Dbd.): Es geht nicht so. daß Die Landwirtschaft immer nur den Spiel baU abgibt, soweit Arbeiter in Frage stehen Wenn die Industrie zurückgeht oder nicht meh, die hohen Löhne zahlen kann, werden die Arbeiter der Landwirtschaft zugewiesen. Die Industrie kann tzur Zeit durch die Valuta usw. höhere Löhne zahlen, wie die Landwirtschaft. Wir ver- treten Die Interessen der Bauernschaft besser und gerechter, als die Linke. Das wird sich in Sufunft erweisen. Die Linke hat nur das Bestreben, Zwietracht in die Landwirtschaft zu säen. Wir sind nicht gegen die Siedlung, aber sie kann nicht in Bausch und Dogen erledigt werben, es muß von Fall zu Fall entschieden werden. Nächste Sitzung Donnerstag, 8V2 Uhr Schluß 342 Uhr. U /2 7 Präsident Soherr teilt mit, daß der Leitest enrat beschlossen hat, die Redezei t auf eine halbe Stunde für jedes Kapitel zu beschränken. nr, i n d t (D.-R.) polemiftert gegen Den 2lbg. tzchildbach. Der Großgrundbesitz hat bei Der heutigen Steuergesetzgebung ohnehin kaum noch Lebensmöglichkeiten. Wenn dem Großbefitz zum Vorwurf gemacht wurde, dah er fremde Arbeiter ins Land zog, so ist dabei die Rotwendigkeit Der ProDuktion billiger Lebensmittel der Grund. Man kann unmöglich Die Preise herabsehen, so lange Die Herstellungskosten dauernd steigen. Herr Deft> hat gesagt, er hoffe, dah Die LanDwirte im Herbst Die Kartoffeln um 30—40 Mark liefern können. (Zurufe links: Das war doch nur ein Scherz!) Solche Scherze macht man nicht. Man soll von diesem Platze aus nicht derartige Hoffnungen im Volle erwecken, das führt dann nur zu Unruhen. (Sehr richtig! Widerspruch.) Eine wirtschafttiche Besserung kann erst eintreten, wenn Die Ketten des Versailler Vertrages gesprengt sind. (Bravo! rechts.) Abg. Brauer (Dbd.) wendet sich gegen Die vom .Abg. Schildbach angeführten Zahle.i. In Hessen ist verhällnismähig sehr wenig Großbesitz. Woher soll also das Siedlungsland kommen. Man kann nicht einfach Güter zerschlagen und Interessenten zuteilen. Die Domänenpächter ind bereits erheblich mehr belastet als früher. Die von Herrn Abg. Urstadt vorgebrachten An- tänDe und BeschwerDen sind zutteffend. Auch ich habe eine Reihe solcher Beschwerden erhallen. Dah Die SieDlungsbestrebungen helfen Annen, unser Volk zu ernähren, muh beftritten werden.' Gewih ist die Landwirtschaft in der Lage, unser Volk zu (ernähren, aber das bedingt andere Voraussetzungen. Es fehlt an künstlichem Dünger, an Kohlen, an landwirtschaftlichem Geräte und Maschinen und an Landarbeitern. Zur Zett decken die Preise für die Zwangsbewirtschaftung nicht die Produkttonskosten. Es kann daher niemand verübelt werden, wenn er den Getreideanbau ein- schränkt. Kartoffeln werden im Herbste unmöglich unter 300 Mark Der Zentner geliefert werden können. Im Gegensatz zu Dem Abg. Schildbach möchte ich doch feststellen, daß! Großgrundbesitz unbedingt leistungsfähiger als der Kleinbauer. Weiter tritt Redner Ausbau der Landwirtschaftsschulen ein. Die landwirsschaftlichen Fortbildungsschulen auf Dem Lande genügen in keiner Beziehung, sie schaden sogar. Cs ist nicht richtig, daß Der Rückgang Des Klembeslhes auf Dauernlegerci des Grohbesitzes zurückzuführen ist. Daran waren Die unrentablen Getreidepreise schuld, Die Die Kleinbesitzer zum verkauf zwangen. Der Grohbesitz und auch der Staat haben gekauft und das Land erhalten. Der Grohbesitz hat Hervorragendes geleistet in bezug auf Saatgut usw. die lange Dürre ©eftalt, „willst De, dah se gleich kommen und uns verhaften for De EwereH, wo mer haben begangen seit viele Jahr?" Iechiel ben Iehud hatte jedoch schon ein Stück Reisig entzündet, das er zwar sofort wieder - verlöschte, aber Der kurze Feuerschein hatte genügt, um Perzelius Die Züge jenes andern Juden erkennen zu lassen. Es war niemand anders als Samuel Chajim. Wie tarn Der hierher? Dah et sonst nicht an diesem Orte anzutreffen war, ging schon aus der äleberraschung Iechiel ben Iehuds hervor. Dennoch stand er seinen eigenen Worten nach un Zusammenhang mit Dem Treiben des andern. Er war also hierhergeeilt, um Iechiel von Dem Verrat zu unterrichten. Aber wer hatte Den Verrat Begangen? Ein „Mijuches", ein Adeliger. Sollte Die Regierung Die Sache in Die Hand genommen haben? Oder sollte Der Baron ...? Das war doch nicht anzunehmen. Lauter Frag«! also, zu Deren Beantwortung vorläufig jeder Anhaltspunkt fehlte. Pcrzelms war sich zum erstenmal tin unklaren über den Weg, den er zu gehen hatte. Dis jetzt war es ihm möglich gewesen, Tatsache an Tatsache zu reihen, etwaige Lücken durch Annahmen auszufüllen, die ssch nachher bestätigten — jetzt auf einmal trat ein unvorher» gesehenes Ereignis dazwischen verwirrte die Fäden und störte Den klar berechneten Verlauf Der Ereignisse. *) Sünde. LFortsetzung folgt) Mr betonen auf das Entschiedenste und sind bereit, gerichtlich Den Wahrheitsbeweis anzutreten, daß in Hessen bei keinem Regimenlslest ober keiner Versammlung jemals Verstöße vor- gekommen sinD, Die die Anwendung Des Ausnahmegesetzes auf uns rechtfertigen könnte. Rie- mals wurde irgendwie gegen die Verfassung oder die Republlk gearbeitet, niemals irgendein Angehöriger der Regierung angegriffen. Es ist -bezeichnend für Die Rechtslage, Dah trotz Der ।jüngsten, tiefbedauerlichen Vorgänge in Darm- 'ftabt erneute StraßenDemonstrationen zugelassen tDuwOT zu einer Zett, Da man Versammlungen Der Regiments vereine verboten hatte. Der Verband der Hessischen Regimentsver- eme, 28 000 alte Soldaten, haben von Der Verordnung der Hessischen Regierung mit Empörung und tiefen Bedauern Kenntnis genommen unb erheben scharfen Protest. Wir lassen uns nicht an der Ehre kränken durch völlig willkürliche Maßnahmen, wett wir Anspruch auf Achtung und Anerkennung haben. Wir bitten Des- halb um Aufhebung Des Verbotes, gegen das zu protestieren wir niemals aufhören werden. Utz «test Weifet in 'ter o^xk ulto * UnS^et 5,-^n L> ®l«tang Ä1» d»b b« 0,®°«« ™ Ä W> iS"fc ST-®! ^Mener ma8wu^Äu ter in m»äm? MgetÄ^ J® !ÄV£ sW« txu mir ha« 12 Landwirtschaft »u öieblung 2 “J? Dogen erledig, W §a!I entschied ""tag. sy2 W nd Land. l> den 21. Juli 1922. 'eisuugeu. H für unser untzr, rrMrissen leidendes .angenommen dat, iff 1 J'-t echchm. Danach^ bis I. Mai 1922 im lzeiten verteilt, in den 1921 wurde täglich linder in 1640 ©c- • Bewältigung dieser icn, 8364 LpeisestÄen, ! neben dem bezahlten llige Helfer. Zur Her- ourden rund 22 000 el verbraucht. Davon erikanische Epen« 3 Mlionen Dollars egteruna steM bn innen Wehl und Zuller wen Mark. Der Seen QHa^Iget betrug Die gegenwärvH.e OsiL^men teaonnen ptembet. Durchschnitt« 000 Wahlzeiten Zusammenstellung läßt deutlich wertvoll diese werdende Bevölkerung Per ständig steigenden Irlich immer mehr an :ctc Durchführung ist ährleisten. Leider er- llsstoerkes nicht völlig Entwicklung ir ^ürchwng nicht unge- , die Speisungen ui M auf »le toa können. Zu Änsang Ausdehnung schon aus en. Sie Spenden l»n pärlicher ein f j« enötigt. nanN^ Speisung uberhM »urben im Lause dre- Mark stadtrsche rlnundDerwa^K ; so bisher 35 ft® ernährten ,^nn •Ä&-& licvvchandv^^^ CÄ» ^45* m «LÄ -neu ^o- (U^m. um Atte d-n WjjC’Dit 3®* SS»*** ft*% Ä ff äs ritte" und finanziellen Hilfsmittel reichen noch ^ts zum Oktober ans. Ob und wie bann bas Hilfswerk weitergeführt werden kann, darüber leftebt noch keine Klarheit. Beträchtliche Mittel «ühten jedenfalls von der Stadtkasse zur Der- fügung gestellt werben, iinb es ist bringend z i Dünschon, daß die erforderlichen Summen bc- »eitgestellt werden können, um den traurigen Avlgen einer weiter fortschreitenden Unterernäh- -wng der minderbemittelten Bevölkerung vor- Mbeugen. Die Teuerungszahlen in Hessen. Die Teuerungszahlen in 24 hessischen Gemein- »en, berechnet auf Grund der Preise vom 21. Juni 1922 (24. Mai) betrugen für Mainz 3811 (3353), Harmstadt 3491 (3093), Offenbach 3610 (3102), Worms 3607 (3057), Gießen 3438 (3186), Heu- .Sfenburg 3583 (3237), Friedberg 3512 (3190), Lampertheim 3732 (3449), Da d - R a u h e i m 3683 (3489), Viernheim 3632 (3073); Durchschnitt der 10 größten Gemeinden 3610 (3223), Bensheim 3730 (3023). Bingen 3799 (3234), Alzey 3723 (3205), Rüsselsheim 3516 (3069), Heppenheim 3281 (2903), (Dieburg 3331 (2870), Groh-Gerau 3856 (3280), Alsfeld 3684 (3307), Butzbach 3489 ((3095). Lauterbach 4017 (3179), Oppenheim 3456 (3107), Büdingen 3436 (3092), Erbach 3709 (3157). Schotten 3489 (3017); der Durchschnitt aller Gemeinden beträgt 3609 (3167). — Die Durchschnittsteuerungszahl für die 24 Gemeinden setzt sich aus folgenden Posten zusammen: Ausgabe einer fünfköpfigen Familie für Brot 417,00 (386,98), Mehl 91,61 (86,64), Aährmittel 265,97 (241,01), Kartoffeln 380,13 (438,75). Gemüse 421,16 (301,36), Fleisch 311,84 (245,75). Schellfisch 44,14 (36,47), Speck 228,17 (175,00), Fett 433,13 (384,49), Salzheringe 18,80 (16,68), Dörrobst 127.33 (115,24). Lucker 124.10 (98,34), Eier 57.48 (44,51), Vollmilch 265,76 (209,80). Brennstoffe 309,61 (281,77), Leuchtstoffe 53,61 (45,80), Wohnung von zwei Zimmern und Küche, monatlicher Mietpreis 59,15 (55,80). 3m Monat Juni sind die Preise wieder allgemein in die Höhe gegangen. Rur die Kar- roffelpreise sind gefallen. V ** Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurden am 20. Juli 1922 zu Polizeiwachtmeistern die Polizeiwachtmeister auf Probe bei dem Polizeiamt Dad-Äauheim Anton Herth aus Rockenberg (KreisFriedberg), Heinrich Runheim aus Offstein (Kreis Worms), Friedrich Münch aus Alsfeld, mit Wirkung vom 1. Juli 1922; die Poli- zeiwachtmeister auf Probe bei dem Polizeiamt Reu-3senburg Ludwig Schnabel aus Bürstadt (Kreis Bensheim), Wilhelm Hainer aus Butzbach, mit Wirkung vom l.Aug. 1922. — Ernannt wurde am 20. Juli der Studienassessor an der LiebigS-Oberralfchule zu Darmstadt Karl Schmidt aus Reinheim i. O. zum Studienrat mit Wirkung vom 1. August 1922 ab. — Ernannt wurde am 25. Juli der Lehrer Peter Weber zu Erbach i. O. zum Rektor an der Bolksschule daselbst. — 3n den Ruhestand versetzt wurde am 20. Juli 1922 der Landesgestütsaufseher Heinrich A e e b bei der Hessischen Landgestütsdirektion zu Darmstadt unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten Dienste mit Wirkung vom 1. Oktober 1922 an. •* Zahlung der Militär renten durch das Postamt (Bahnhof st rahe). Sämtliche Militärrenten werden kümstig am 29. des dem Fälligkettsmonat vorhergehenden Monats von 71/2 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags und von 2—7 Uhr nachmittags gezahlt. Wenn dieser Tag auf einen Sonntag oder allgemeinen Feiertag fällt, erfolgt die Zahlung am 28. Die Beträge für März werden am 26. bzw. am 25. Februar gezahlt. Auf die kostenfreie Zustellung der Gebührnisse durch die Besteller ins Haus der Zahlungsempfänger sei nochmals hin- gewiesen. Vordrucke zu den Anträgen können bei der Rentenzahlstelle während den Schalterdienststunden in Empfang genommen werden. ** Vorsicht bet Briefen ins besetzte Gebiet. Da die Driefzensur im besetzten Gebiet neuerdings wieder auherordentlich scharf iäu sein scheint, empfiehlt es sich, mit der größten Sorgfalt alles zu vermeiden, was der schnellen Weiterleitung der Post und dem Adressaten zum Aachtell gereichen müßte. Wie wir aus anderen ©tabren hören, sind in letzter Zeit mehrfach Ge- durch solche Verzögerungen empsindlrch geschädigt worden. ** Das Gießener Bataillon des c ' an"'Regimen Ls trifft morgen abenö um 7.37 Uhr nach mehrwöchiger Ab- Wesenheit aus dem Truppenübungsplatz Sennelager wieder hier ein. Bornotizen. — Lageskalender für Donnerstag. Astoria-Lichtsprele: „Der Roman der Ehrl- sttne d. Herre" und „Die siebente Großmacht" — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße. „Das schwarze Kuvert". Landkreis Gietzen. X Wieseck, 26. Juli. Auch hier Härten bie zahlreich versammelten Mieter tm Saal von Dierau einen Vortrag von Reallehrec Heber- me hl-Gießen, der eingehend alle einschlägigen Fragen behandelte. Ein M i e t e r s ch u tz v e r - ein wurde gegründet. dem wobl die Entstehung eines H'u.'b sitz erverein s bald folgen toib Kreis Lauterbach. z. Crainfeld. 25. Juli. Dem Gemeinde- rechner Fritz wurde in der lllacht vom Sonntag auf Montag ein Dreack. welches hinter dem Hause stand, gestohlen. Von den Tätern fehlt jede Spur. z. Schlechtenwegen, 25. Juli. Dem hiesigen Lehrer Adolf, der die Ferien bei seiner Familie in Crainfeld zubrachte, wurden während seiner Abwesenheit die Betten, sämtliche Wäsche, Kbeider und ein paar Schuhe g e st 0 h l e n. Man bringt diesen Diebstahl mit einem jungen Burschen in Verbindung, welcher vor einigen Tagen bei hiesigen Ortsbewohnern nachfragte, ob der Lehrer zu Hause sei. Kreis Schotten. B. Gedern. 23. Juli. Zu einer Abschieds- feier für den in den Ruhestand tretenden Postmeister Christian Mehring fanden sich die Beamten des Postamts Gedern im Gasthof „Zur Traube" ein. Oberpostschaffner Birx widmete dem Scheidenden Worte der Anerkennung und des Dankes. Postmeister Mehring gehört über 49 Jahre der Post an und wirkte seit 1882 am Postamt Gedern Hessen-Nassau. Mieterprotest gegen bie Magistratsverordmmg. fpd. Frankfurt a. M.» 26. Zull. Auf dem Römerberg fand heute nachmittag eine Vvm Mieterschutzverein einberufene Protest Versammlung gegen die vom Magistrat erlassene Verordnung über die Mietszuschläge statt, die ohne Zwischenfall verlief. Die ewige Fahneusrage. wd. Frankfurt a. M.. 26. 3di. Aas Wunsch des Rcichsrninisters des Innern sind die mit der Herstellung nud den Verkauf von Fahnen- stoft und fertigen Fahnen befaßten Spezialgeschäfte aufg.fctbert worden, sowohl Fahnen- st0ffc wie auch geeignete Farbstoffe in größeren Mengen wie bisher vorrätig zu halten, da in nächster Zeit mit größeren Anforderungen zu rechnen sein wird. Die Entfernung der Kaiserbüste aus dem Dürgersaal. fpd. Frankfurt a. M., 26. Juli. Auf Anordnung des Stadtverordnetenvorstehers Hopf sind seit Dienstag zahlreiche Arbeiter am Werk, um die 60 Zentner schwere Marmorbüste Kaiser Wilhelms I. aus dem Dürgersaal zu entfernen. Zur Bewerkstelligung des Transportes sind schwere Zugletten, Flaschenzüge usw. nötig. Das hervorragende Kunstwerk (von Kaupert) soll in einer verborgenen Ecke des Rathauses Aufstellung finden. Die Entfernung der Statue erregte bei den augenblicklich hier weilenden Deutsch-Amerikanern, die in Hellen Scharen das Rathaus besuchen und dabei Zeuge des Vorganges sind, gewaltiges Aufsehen. Starker Fremdenbesuch m Frankfurt a. M. fpd. Frankfurt a. M., 26. Juli. Der Besuch von Ausländern in Frankfurt steht augenblicklich auf dem Höhepunkt. 0n den Hauptverkehrsstraßen sieht man sie scharenweise mit dem roten Daedecker bewaffnet. On der Hauptsache sind es Amerikaner und Holländer, die augenblicklich hier weilen und von Frankfurt aus die Sehenswürdigkeiten der Umgebung besuchen. mc. Frankfurt a. M., 26. Juli. Auf der Zeil werden augenblicklich in der Rächt Schweih- arbeiten ausgeführt. Zu diesem Zwecke werden kleine Zelte errichtet. Gin total betrunkener Chauffeur fuhr mit seinem mit mehreren ebenfalls betrunkenen Personen besetzten Wagen in ein solches Zelt Zwei Arbeiter wurden leichter, der Chauffeur schwer verletzt. Die plötzlich nüchtern gewordenen Insassen verschwanden in der Dämmerung. Die Verletzten wurden nach Feststellung ihrer Personalien ins Krankenhaus überführt. Das gericht.icheRachsoiel folgt natürlich. mc. Frankfurt a. M., 26. Juli. Die Margarinepreise werden abermals um 5 QKt pro Pfund erhöht. Der niedrigste Preis beträgt künftig 64 Mk. 1 Woche noch nicht vollständig unter Dach gebracht I I werden können. Sie fällt besser aus. als man' anfangs befürchtete. Es fehlt am warmen Sonnenschein. 3n vielen Häusern werden die Zimmer geheizt. Das Regenwetter ist der Winter- und Sommerfrucht recht zustatten gekommen. Roggen und Weizen stehen gut Gerste steht sehr schön. Hafer ist im allgemeinen kurz geblieben. Erbsen zeigen einen guten Stand. Die Kartoffeln stehen letzt in voller Blüte. Auch die Hackfrüchte versprechen reichere Erträge alS im vorigen Jahre. Berlin. 26. Juli. Infolge der großen Trockenheit während der Zett von Mai bis Mitte Juli ist in weiten Gebieten des Westens eine vollkommene Fehlernte zu verzeichnen, die besonders in großmi Teilen der Rheinprovinz und der bayerischen Pfalz zu Rotständen geführt hat. In Berücksichtigung dieser Verhältnisse hat das ReichSmttiisterium für Ernährung und ßani>toirtfdjaft nach Besprechung mit den zuständigen Landesstellen eine wesentliche Ermäßigung des für die preußische Rhein- Provinz, die bayerische Pfalz und Rheinhessen ursprünglich festgesetzten Getreideumlagesvlls verfügt. Sandele Berlin, 26. Juli. (Wolff.) Börsenstimmungsbild. Bei der durch Bayerns Sondervoraehen geschaffenen innerpolitifchen Spannung rann es!zu Aenderungen in der lustlosen, abwartenden Haltung der Börse nicht kommen, zumal heute wieder die bekannten Geldsorgen der Spekulation wegen des Ultimo stärker betont wurden. Bei der hochgradigen Geschäftsstille senkte sich unter diesen Umständen der Kursstand wieder durchschnittlich um 10 bis 20, vereinzelt 30 bis 40 Prozent. Dagegen wurden Eanada, Baltimore und Ohio über 100 bzw. 200 Prozent höher gesetzt. Vorübergehend kam es in Rheinstahlaktien erneut zu lebhafteren Umsätzen, ohne daß aber deren Kursstand dabei wesentlich verändert worden wäre. Am ausländischen Rentenmarkte nahmen die Umsätze gleichfalls keinen größeren Umfang an. Die Kurse konnten sich bei Schwankungen ungefähr behaupten, nur lombardische Prioritäten stiegen weiter erheblich. Das Geschäft am Devisenmärkte war bei später einttetender Befestigung unbedeutend. Frankfurt a. M., 26. Juli. (Dorsen- stimrnungsbilb.) Im heutigen Börsenverkehr fehtte es wieder an regerer Geschäftstätigkeit Die Tendenz gestaltete sich uneinheitlich, doch konnten sich die Kurse verschiedentlich befestigen. Die Spekulation zeigte geringe Unternehmungslust. Auch in Devisen war das Geschäft bescheiden. Der Dollar, der im Vormittagsverkehr mit 508—514 genannt wurde, stellte sich an der Börse auf 509—517—514. Im freien Verkehr sind bei geringen Umsätzen verschiedentlich Abschwächungen zu verzeichnen. Benz 515, Brown-Boweri 370—380, Ufa 220—225, Inag 390. Am Montanaktienmarkt machte sich für handelt. Fr. 125.40 27 7. Schweizer Franken Wechsel auf Agram 755, 1230, 100 100 100 100 -,2O 2,37 1.7.14. 125.40 59.20 88.80 88.80 117.80 117.80 97.80 23.80 1450, 805, 716, 739, Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Stockholm . Wien.... Prag.... London. . . Reuyork . . Paris. . . . 100 Kr. 100 Kr. 2u0,- 81,60 445— 330,- 284,- 268,- «77,- 390,- 284,- 242,- 268.- Dad.Anilin-u. Soda Höchster Farbwerke. Allg. Elektr.-Ges. . . Felten L Guilleaume Schuckert-Werke. . . Adlerwerke...... Daimler....... 4°,0 Hess. StaatSanl. Electron Griesheim Dtsche. Vereinsbank Holland. . . Deutschland Wien . . . . Prag Paris. . . , London. .. Italien . . < Brüssel . . < Budapest. , Reuyork. . . . . 100 5L . . 100 Mk. . . 100 Kr. .. 100 Kr. . . 100 Fr. . . 1 £ 730, 755, 840, 790, 475, 436, 76, 820, 180, Kurs 26. 7. 77,50 117,— 202,- 81,50 445,- 324,- 281,- 270,- 470,- 389,« 282,- 243,- 273,- 1340,- 799,- 1215,- 133C.- 3025,— 87C,- 681,- 1430,— 795,- 711,- 731,- 810,- 765,* 461.- 419,50 74,50 755,- 204.60 1.03 0.017 11.85 43.60 23.43 24.10 41.45 _ 0.35 520-50 1.70 0,085 760, 468, 415, 76, 790, 180, 26.7. 1,03 -.60 -.93 — ,78 6535,- 8,60 2,29 -,19 2,35 220 - 79,- 452,- 332,- 280,- 270,- 477,- 388,- 284,- 244,- 270 - Datum: 5°/0 Dtsch. Kriegsanl. 4°/,Dtsch. Reichsanl. 3°/o Dtsch. Reichsanl. 4e/0 Preust Konsols Harnburg-Paketf.. . Rorddeutscher Lloyd Eornm.u.Privatbank Darmstädter Bans . Deutsche Bank . . . Disconto-Gesellschaft Dresdner Bank. . . Mitleid. Creditbank. Kurs 23.7 77,5» 11725 200,- 81,x0 442,50 327,- 287,- 270,- 470,- 393,- 290,- 244,- 273,- 2350,- 805,- 1255,- 1360,- 3125,- 900,— 700,- 1480,- 815,- 727,- 750,- 821,- 800,- 4 60, — 425, 74,25 794,- 24. 7. 1,05 — ,51 — ,95 -,79 6635,- 8,90 Kurs Kurs 25.1. 26. 7 77.50 77,50 116,50 116,25 204L5 1.- 0X117 12.- 48.50 23.42 24.05 41.30 0.35 527.- 1.65 0,085 ßanbtoirttoaft, fl. Aus bem oberen Vogelsberg, 26. Juli. Die Heuernte, welche nahezu beendet Fr. Fl. Kr. Kr. Kr. Kr. Sh. - L. Fr. Kr. Gietzener Strafkammer. Gießen, den 25. Juli 1922 Der Artist I. W. Kl. verfolgte Berufung g egen ein Sirte i t des Schöffengerichts Gießen, durch das er zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden war. Er hatte in einer Reihe von Städten Geichäftsleute, namentlich Juweliere, auf eine überaus geriebene Weste um hohe Werte, meist goldene Uhren, betrogen und schwer geschädigt. Die Art seiner Betrügereien in der Öffentlichkeit wiederzugeben, empfiehlt sich um so weniger, als er erklärt hat, durch Gerichtsberichte feine Tricks gelernt zuhaben. Mit der Berufung bezweckte er Herabsetzung der Strafe; er habe nicht nur aus Gewinnsucht, sondern auch aus „Sport" gehandelt. Die Strafkammer fand darin keinen Mildeiungsgrund, zumal der Angeklagte wegen Eigentumsvergehen mehrfach vorbestraft war. Die Berufung wurde zurückgewiesen. Ein bisher unbestrafter Kaufmann hat als Geschäftsführer (Bevollmächtigter) nach und nach namhafte Beträge veruntreut, den Schaden aber nach der Entdeckung wieder vollkommen gedeckt. Gr erhielt 5 Monate Gefängnis. Auf ihre Berufung wurden freigesprochen ein wegen Holzdiebstahls verurteilter Landwirt und ein wegen Preistreiberei verurteilter Handelsmann. In beiden Fällen fehlte es an ausreichenden Beweisen. Schlichtungsausschnß der Provinz Oberhessen. Sitzung vom 25. Juli 1922. Wegen anbertoeiter Festsetzung der Entlohnung der Schirmnäherinnen der Firma Spieß u. Co., G. m. b. H., Gießen, hatte der Deutsche Holzarbeiterverband Gießen an gerufen. Es wurde den Parteien durch Schiedsspruch vvrgeschlagen, die Entlohnung auf der Grundlage der in den Gießener Damenschneidereien geltenden Lohnsätze von der lausenden Lohnperiode an mit einem Zuschlag von 20 Prozent vorzunehmen. In der Antragssache des Deutschen Holzarbeiterverbandes gegen Firma Reger in Lich wurde die Verhandlung ausgesetzt, um vom Gewerbeaufsichtsamt in Gießen eine gutächtliche Aeußerung darüber herbeizuführen, ob der Betrieb dem überwiegenden Charakter nach den Sägewerksbetrieben oder den Schreinereibetrieben zuzurechnen ist. Die Lvhnstreitsache der Genossenschaft für Häute- und F e 11 ver we r t u n g , Reben stelle Gießen, wurde zur weiteren Verhandlung der Parteien ausgesetzt, da die Antragsteller bestritten, daß eine vollständige Smi- guag im Sinne des Antrags erzielt sei. Auch die Buchbinderlohnft reitsache ge^en verschiedene Druckereien und Buchbindergeschäfte in (Sieben wurde zunächst vertagt, da zentrale Verhandlungen unter Mitwirkung des Reichsarbeitsministeriums im Gange sind. Mit Rücksicht auf die mit dem Reichsarbeitsministerium schwebenden Verhandlungen wurde auch die L 0 h n st r e i t s a ch e d e r 2 a cf f a b r i f Megerle in Friedberg zunächst abgesetzt. Markuotterunge«. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Züricher Devisenmarkt. 26. 7. Frankfurt a. M., 27 Zuli 1922. Börsenkurse. Frankfurt Berlin Schluß- Schluß- Schluß- Schluß- war, ist noch durch ungünftige Witterung sehr Agram . beeinträchtigt und wird auch im Laufe dieser | Warschau Rationalbank f. D. . . Doch. Gußstahlwerke *365, Bud-Eisenw.-Akt.. 8'0, D.-Luxemb. Bergw.. ^25°# Gelsenkirch. Dergw.. ^00,— 1310, Harpener Bergbau. 3200,— 3000, Oberschl. Eisenb.-B. Ü05,- 875, Oberschles. Eisenind. 701,- 700, Phönix-Bergb.-Akt. 1490, ~ ' " — “ ‘ 810, Westeregeln regere Kauflust geltend. Harpener waren billiger zu haben. Kleines Geschäft hatten chemische Mtien. Elektrizitätspapiere lagen lustlos bei schwächerer Tendenz. Autowerte gaben ebenfalls nach Metall- und Zuckerfabrikaktien erniedrigten bei bescheidenen Umsätzen ihr Kursniveau. Am Einheitsmarkt war die Haltung verwiegend behauptet. Der Schuß gestaltete sich ruhig; nur Auslandswerte wurden lebhaft ge- Privatdiskvnt 5 Proz. Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld Brief Datum: 24. Juli. 26» Juli. Amstd.-Rotterd. 19525,5519574,4519950. - 20000, - Brüssel-Antw. . 3985 - 8995,- 4044,9a 4055,10 Christiania . . . 8t 14,35 8435,55 8679,16 8700,v0 Kopenhagen . . 10761,50 10788 50 11076,1011103,90 Stockholm. . . . 13008,75 13041,3013383,25 13416,75 HelstngforS. . . 1029,70 1032,30 1065,65 1068,35 Italien..... 2322,05 2321,95 2352.05 2357,95 London..... 2232,20 2237,80 2292,10 2297,90 Reuyork..... 499,37 500,63 513,35 514,65 Paris......42z2^2C 4232,80 4269,65 »280,35 Schweiz..... 9538,05 9551,95 9742,80 9767,20 Spanien..... 7786,25 7804,75 7950,05 7969,95 Deutsch» Oesterr. 1,45 1,49 1,43 1,47 Prag...... 1137,55 1140,45 1193,50 1196,50 Budapest.... 32,75 32,85 83,7j 33,80 Buenos Aires. 182,75 183,L5 188,53 189,- Bulgarien . . . 324.55 325,4" 330,55 331,45 Japan...... 238,50 239,50 2*3,50 244,50 Rio de Janeiro 6816,— 6884,- 6941,- 6059,- (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Die Entschließungen der Reparations- kommission. Paris. 26. Juli. (WTD.) DaS .Iommak des Debats" teilt mit, daß das Garantie- Komitee erst heute abend in der Lage sein werde, den ersten Teil seines Berichtes, der sich auf die Kontrollrnahnahmen bezieht, zu übergeben. Die Reparationskommission werde allerdings schon heute in die Prüfung des Berichtes eintreten, und es werde angenommen, daß sie im Laufe der kommenden Woche eine Entscheidung zu treffen imstande sein werde. Das Blatt glaubt, daß die Reparationskommission die Frage mit einem begründeten Vorschläge ihrerseits an die Regierungen verweisen werde. Entgegen der ursprünglichen Annahme, daß die Kommission noch vor der Besprechung zwischen Lloyd George und Poincars ein vorläufiges Urteil abgeben werde, scheine sie jetzt die Ergebnisse der Londoner Besprechungen abwarten zu wollen. In englischen Kreisen sei man ohnedies der Ansicht, daß die Frage zunächst von den Regierungen geprüft werden müsse. Von dieser Auffassung sei man auch in französischen Kreisen nicht sehr weit entfernt. Teilnahme Belgiens an den Londoner Besprechungen. London, 26. Juli. (WTD.) Laut „SimeS“ hat bie belgische Regierung in London und Paris den Wunsch ausgesprochen, an den Londoner Verhandlungen teilzunehmen. Wahrscheinlich werde der belgische Außenminister I a s p a r nach London gehen. Die 22. internationale Friedenskonferenz in London. London, 26. Juli. (WTD.) Gestern wurde in Anwesenheit von 500 Delegierten, die 20 Rationen vertraten, die 2 2. internationale Friedenskonferenz eröffnet. Der britische Vertreter Fisher erllärte in einer Rede, das Hauptziel der Konferenz sei bie Erhaltung des Friedens. Es liege nicht tm Interesse der Zivilisation, daß die Welt in zwei Lager, in das der Sieger und das der Bc- siegten gespalten sei. Die britische Regierung wünsche, daß Deutschland in diesem Jahre um Zulassung zum Völkerbünde nachsuche (Beifall), damit der verschiedenllich erhoben? Vorwurf, der Völkerbund sei eine Einrichtung zur Wahrung der Interessen und der Politik der siegreichen Rationen, endgüttig und wirksam beseitigt würde. Die Welt sei in einem Zustand der Unruhe und der Erschöpfung. Cs sei höchste Zeit, daß ein wirklicher Fortschritt auf dem Wege des internationalen guten Willens gemacht werde. Die Welt müsse von der Last der Rüstungen befreit werden, damit mindestens während einer Generation ein neuer großer Krieg unmöglich sei. Der König hat an den Kongreß, dessen Sitzungen am Freitag, den 28. Juli ihren Abschluß finden sollen, ein Degrühungstele- gramm gesandt. Der Kongreß hat 4 Kommissionen ernannt: 1. Für den wirtschaftlichen Wiederaufbau Europas, 2. für den Völkerbund, 3. für die auswärtige Politik, 4. für aktuelle Angelegenheiten. Hierauf hat eine nichtöffentliche Sitzung stattgefunden. Die italienische Kabinettskrise. Rom, 26. Juli. (WTB.) Angesichts des Widerspruchs der Demokraten und der Sozialdemokraten gegen ein Ministerium Bon 0 mi spricht man von einem Orlandos oder von der Rücllehr Factas als Ministerpräsident Dom polnischen Parlament. Warschau, 26. Juli. (WTD.) Im Sejm fiat die dritte Lesung der Gesetzesvorlage über die Wahlordnung begannen. Die Vorlage wurde nach der zweiten Lesung an einen Ausschuß verwiesen, dieser hat eine Reihe von Aenderungen beschlossen. Unter anderem soll die Zahl dec Abgeordneten von 432 auf 440 erhöht und die Zähl der Wahlkreise von 58 auf 54 herabgesetzt werden. Die Zahl der Sitze im Senat soll 110 betragen. Ein weiterer Beschluß des Wahlord nur.gsausschusses sieht als Termin für die Sesrn- Wahlen den 19. Oktober und für die Senatswahlen den 5. Rovember ds. Is. vor. Rachdem mehrere Redner zu Wort gekommen waren, schritt das Haus zur Abstimmung. Unter den heute angenommenen Artikeln befindet sich der Beschluß, daß die Zahl der Abgeordneten zukünftig 440 beträgt. Das Austreten des Skorbut. Berlin. 26. Juli. Wie die Morgenblätt« melden, hat das Reichsgesundheitsamt wegen des häufigen Auftretens des Skorbut einen Kreis Sachverständiger zusammen berufen, um mit ihnen über die gegen diese bedrohliche Erscheinung zu treffenden Dlaßnahmen zu beraten. Von den Sachverständigen sind Vorschläge für eine reichliche Versorgung der Bevölkerung mit billigen pflanzlichen Rahrungsmitteln gemacht worden, die den zuständigen ZeMralbehörden vor- gelegt werden. Gegen Fußschweiß und'Wundlaufen Kukirol=fußbad* Drogerie Noll, DahnhofetraOo 51; (ueoA ^Drogerie Wallenfels, Marktplate 81 Sicher u^chmerzJos 0-4 In finöfh#*pr>.. htx-vrpn Di Turnen, Sport und Spiel. Nationale Wettkampfe Gießener Sport-Clubs von 1900. Gießen 1900 gewinn t den Wanderpreis für die beste Verein sgesamt- leistung mit 10 ersten, 6 zweiten und 13 dritten, insgesamt 29 Siegen. Die 2. Nationalen leichtathletischen Wettkämpfe des Gießener Klubs am veigamgenen Sonntag wiesen eine ansg,.z!.ichnete Besetzung aus, die sich nachher auch vollzählig am Start einfand. Die einzelnen Konkurrenzen boten durchweg erstklassigen Sport, der besonders in der offenen Klasse auf "hoher Stufe stand. Die Organisation der gesamten Veranstaltung war in jeder Beziehung mustergültig, die Abwicklung ohne jede Hemmung. Erst ein am Nachmittag eingehender heftiger Regen zwang zu kurzer Unterbrechung L>er Kämpfe, die trotzdem gut besucht waren. Die besten Leistungen zeigte der badische Meister Wellenreut her - Mannheim, der die 400= in 53,4 Sek., die 800-Mtr.-Strecke rn 2,05,4 Mrn. glatt gewann. W a l p e r t - Kassel 48, westdeutscher Meister, blieb gegenüber dem Meister des besetzten Gebietes, E i s b a ch - Kreuz-ach 0Z, sicherer Sieger im 3000-Mtr.-Lauf. Zeit 9,17,4 Min. Einen ausregenden Kampf erlebten die Zi- ,schau er in der olympischen Staffel, die Kassel 48 erst durch das Herdorragende Lrr ifen Maurers mit Drustbreite gegen Hahn-Siegen gewann. Besonders erwähnenswert ist ferner der Doppelsieg Fischers in den kurzen Strecken. Mit großem Beifall wurde erneut die erst im letzten Wechsel zu Gunsten des Clubs 1900 gewonnene viermal 100-Mtr.-Stasfel begrüßt. Den von Kaufmann Stern gestifteten wertvollen 'Wanderpreis für die beste Dereinsgesanitleistung errang der Club 19 0 0 mit 55 Punkten mit großem Dorsprung vor Jahn-Stegen, der es nur auf 28 Punkte brachte. Dritter 48 Kassel mit 19 Punkten. Der hiesige Klub zeigte danrit eine hervorragende Durchbildung in allen Klassen und Konkurrenzen, seine Jugend schnitt am erfolgreichsten ab. Nachstehend die Liste der ersten Sieger rn den verschiedenen Abteilungen: Offene Konkurrenzen: 10 0-M eter- L au f: Fischer, Gießen 1900 11,3 Sek. 200 - Meter-Lauf: Uscher, Gießen 1900 24,2. 400-Meter-Lauf: Wellenreuther, Mannheim 54,3. 800-Meter-Lauf: Wellenreuther, Mannheim 2,05,4. 3000-Meter-Lauf: Walpert, Kassel 48. 110-Meter-Hürden- la u f: Paulus, 1900, 17 Sek. Kugel st oßen, Diskuswerfen: Paulus, 1900, 39 Meter, beidarmig 14V» Pfd.: Paulus, 1900, 20,55 Meter. Speerwerfen: Belz, Siegen, 44 Meter. Hochsprung: Wagner, Mannheim, 1,60 Mir. Weitsprung: Herber, Offenbach, 6 Meter. Dretkampf (100-Meter-Lauf, Hochfprung, Diskuswerfen): Paulus, Gießen 1900, 170 P. (100 Meter 12 Sek., Hoch 1,55 Meter, Diskus 39 Meter). 4mal 1 00 - Me ter - S t a f f e l: Gießen 1900, 47,1 Sek. Olympische Staffel (800, 200, 200, 400 Meter): Kassel 48 3,58,3 Min. 4mal 100-Meter-Staffel Kl. B: Hahn, Siegen, 50 Sek. 4mal 100-Meter-Sta ffel: Kl. C: Domschüler, Frankfurt, 30,3 Sek. Junioren. 300-Meter-Lauf: Bender, Leun, 41 Sek. Weitsprung: Herber, Offenbach 99, 5,74 Meter. Schleuderballwerfen: Schneider, D. f. B., 45,50 Meter. 3 mal 200-Meter-Staffel: Borussia Fulda, 1,18,9 Min. Anfänger. 100-Meter-Lauf: Greif, Hünfeld, 12 Sek. Weitsprung: Kochern, 1900, 5,63 Meter. Erstlinge. 100-Meter-Lauf: Wan- delnruth, Kassel 48, 13 Sek. Hochfprung. Schneider, D. f. D. Marburg, 1,50 Meter. Jugendliche bis 14 Jahre. 5 0- Meter-Lauf: Hubert, Hahn Siegen, 7,8 Sek. Schlagballweitwerfen: Fries, Hahn 65,80 Meter. 4mal 5 0-M et er -Staffel: Hahn Siegen 29,2 Sek. D iS 16 Hahre 1 00-Veter-La us: M. Fischer, 1900, 13 Sek. Wettsprung: Wiegand, Offenbach 99, 4,99 Meter. Bis 18 Hahre. 100-Meter-Lauf: Mahron, Koblenz, 12,3 Sek. Hochsprung: Schneider, Offenbach, 1,45 Meter. Kugelstoßen: Dick, Marburg, 11,40 Meter. 4 mal 100-Meter-Staffel: 1900, I. Mannschaft, 50,3 Sek. 3mal 1000-Meter-Staffel. Domschüler, Frankfurt, 9,11,4 Min. * Heuchelheim, 26. Huli. Der Turnverein hiett am 23. d. M. sein Sommer- f e st, verbunden mit W e t t u r n e n, ab. ES wurde vormittags in 4 Riegen einschließlich der Schüler geturnt und die Pflichtpunktzahl von durchschnittlich 3/4 der Mitbewerber erreicht. Am Nachmittag folgten kurz aufeinander die Freiübungen der Schüler, die Hebungen der Zöglinge am Barren und der Aktiven am Reck. Abends wurden Banenübungen der Aktiven und Pyramiden ausgeführt. — Beim Wetturnen des 2. Bezirks des Gaues Hessen am 16. Huli in Großen- Linden errang unser Verein folgyrde Ergebnisse: 1. Preis der aktiven Mannschaft im Stafettenlauf, 2. Preis der Hugendturner im Sta- settenlauf: ferner 22 Einzelsiege, und zwar 9 der Aktiven, 6 der Zöglinge und 7 der Schüler. MA' teloi Freiherr SM zu StMrin Fronhausen (Bez. Cassel, Kreis Marburg a. d. Lahn), 25. Juli 1922. KM , 'L Dr. jur., ehemals Kurfürstl. Hessischer Leutnant, Großh. Hessischer Kammerherr, Geheimer Rat, Archivdirektor a. D. und Oberstleutnant ä la suite der Infanterie in seinem achtzigsten Lebensjahr. Gunthram Freiherr Schenk zu Schweinsberg, Hofmarschall und Chef der Hauptverwaltung Sr. Königl. Hoheit des Landgrafen von Hessen Hans Freiherr Schenk zu Schweinsberg, Hessischer Regierungsrat Emma Wigand, geb. Freiin Schenk zu Schweinsberg Elisabeth Obladen, geb. Freiin Schenk zu Schweinsberg Eberhard Freiherr Schenk zu Schweinsberg, Dr. phil., Museumsassistent Alix Freifrau Schenk zu Schweinsberg, geb. Bingei Else Freifrau Schenk zu Schweinsberg, geb. Freiin Röder von Diersburg Otto Wigand, Dr. med., Sanitätsrat Martha Freifrau Schenk zu Schweinsberg, geb. Jaspers und fünf Enkelkinder. Statt jeder besonderen Anzeige. Heute morgen entschlief sanft unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater Die Beisetzung findet den 28. d. Mts., 2V2 Uhr nachmittags statt. 7013p KonzerthausBad-Nauheim Freitag, 28. Juli 1922, abends 8 Uhr. Sonder-Sinfonie-Konzert des verstärkten staatl.Kurorchesters unter Mitwirkung von Kammersänger Theodor Heuser Bariton vom Landestheater in Darmstadt- Leitung: Musikdirektor Julius Schröder. — Näheres siehe Plakate. — (8W,D Ms M Sinnes M tidtöWa am Sonntag, dem 30. Juli, und Montag, dem 31. Juli. Es ladet freundlichst ein 0,2,7 Burschenschaft Teutonia. V. f. B. Samstag, den 29. Juli 1922, abends 81/ Uhr im DereinsloKal „SchipKapah" außerordentliche Tagesordnung wird vor Beginn der Versammlung bekanntgegeben. 3n Anbettacht der Wichtigkeit der l Tagesordnung verlangt der Vorstand pünktliches Erscheinen aller Mitglieder. Verein für Bewegungsspiele. Der Vorstand. (6999v Hreiw. Alummiumverkaus. (SamStag, den 29. Juli 1922, nachmittags von 2 Uhr ab, versteigere ich Walltorsttaße 43 freiwillig gegen Barzahlung einen großen Posten Aluminiumwaren: Kochtopfe, Pfannen. Seihen, Kafferollen, Löffel, Brotkörbe, Trichter usw. in ganzen Garnituren und auch im einzelnen. Versteigerung bestimmt wegen Aufgabe des Vertriebs. 7000 Hunker, Ger.-Dollz., Plockstrahe 4. io- und fatal 100' I reelle Bedienung bis 6 Uhr abds. im Hause W ■ Zahle für Juwelen, Gold und Silber die höchst. Tagespreise! Zsa^mgel^isse und einzelne Zähne per Zahn 30 und 35 Mark. Ito Freitags und Samstags! Kirchenplatz 23 II.r. (hint.d. Kirche) Streng diskrete Von90hrvorni.| Evtl. Besuch Hlaschenanlaus! Für Wei«- iinö KsMkfWen ‘gMS.- ver Stück. 7009 Nur Süskind, Neuenweg 29, Tel. 1517 Heute letzter Tag: Harry Piel. Ab morgen bis einschl. Sonntag: Seefahrt ist Not Ein herzergreifendes Lebensbild in 5 Akten. In der Hauptrolle: Lncio Höflich u. Rud. Blebrach. Ferner: Der Dolchstoß Sensationelles Filmspiel in 5 Akten. Ab 7. August. Fridericus Rex! Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 e9Mc | Vermietungen | Wn-u.Achimkr mit 2Betten, evtl.Küchen- benutzung zu uerm, 07iU Glanbrechtstraße 7. rMiötgesuche | Student sucht per sofort ein gut möbl. Zimmer in ruhiger Lage. Schrisll. 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