Erster Blatt Samstag, 27. Mai 1922 172. Jahrgang Annahme van Anzeigen für di« -lagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v 34 mm Breite örtlich 120 Pf., auswärts 150 Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 450 Pf. Bei Platz- oorjchrijt 20 .Aufschlag. Hauptschriftleiter: Auq. tDoctz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Karl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Bietzen. Nr. 125 Erschein» täglich, autzer Sonn- und Feiertags, mit derSamstagsbeilage: BietzenerFamilienblätter Manatliche Sezvg,preis«: Mk 18.- und Mk. 2.— Trägerlohn,durch diePost MK.2Ü.—, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. - Fernsprech. Anschlüsse: für die Schrift» leliung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Aineiger Lietzen. postscheaionto: Zrimkfnrt a. M. 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck anö Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- unö Steinbrndcrei R. Lange. Schnstlettvng, Sefchästrstelle und vruckerei: Zchulstratze 7. Wochenrückblick. Zwei einander scharf widerstrebende Strömungen beherrschen nach wie vor die politische Lage in der Welt, drucken allen Maßnahmen der Regierungen und den Reden ihrer Vertreter sowie den Stimmungen der Völker der Erde ihren Stempel auf, einerseits der ehrliche Wille der großen Mehrzahl, nach Zähren beispielsloser Verwirrung und Feindschaft wieder zu einer Verständigung, zu einem Reuaufbau der zerrütteten Wellwinsck>aft und damit zu einer wirksamen Bekämpfung der in fast allen Ländern immer akuter werdenden Mtfen zu kommen, auf der anderen Seite der aus fanatischem Haß geborene DernichtungSwille einer Minderzahl von Hetzern, die zur Erreichung ihrer Ziele kein Mittel scheuen, um immer von neuem Anruhe in die Welt zu tragen. Von Vertretern beider Richtungen sind in den letzten Tagen bedeutsame Zeugnisse abgelegt worden. In seiner AnterhauSrede, deren Gedankengänge er in seiner heute gemeldeten neuen Rede vor seinen Parteifreunden und Anhängern noch einmal unterstrich, hat Lloyd George zunächst in treffenden Worten die fortdauernde Gespanntheit der Lage, die „Kriegsatmosphäre", wie er sagte, gekennzeichnet. Er hat weiter ebenso gelungen, die Stimmung in Genua geschildert, den dort zum Prinzip erhobenen Gegensatz der .Höheren und niederen Rationen", aus dem sich für Rußland und Deutschland eine Gemeinschaft des AnglückS ergab. Alles, was der leitende Staatsmann Englands über den aus dieser Gemeinschaft entsprungenen deutsch-russischen Vertrag sagte, ist zwar — und wie könnte es bei einem Briten anders sein — durch die englische Brille gesehen, zeugt aber erneut davon, daß Lloyd George wohl weiß, was Europa und der Welt wirklich not tut, daß er gewillt ist, auf feiner einmal für richtig erkannten Politik zu beharren, und stellt vor allem wiederum, wenn man eS versieht, zwischen den Zeilen zu lesen, eine Absage an die dar, die durchaus „am Tische oberhalb des Salzfasses sitzen" wollen, und an die seine mit besonderer Betonung ausgesprochene Warnung gerichtet war, von der er sagte, er hoffe, nicht in einigen Jahren an sie erinnert zu werden. Wo diese Leute sitzen, die immer und immer wieder „gewarnt" werden müssen, ist nicht zweifelhaft, und wer ihr Führer ist, darauf gibt am besten ein Aufsatz des ehemaligen amerikanischen Oberkvmmissars in der Rheinlandkvmmissivn, P. D. Rohes, Antwort, den er in der Reuyorier „World" veröffentlichte und den er überschreibt: „Pvin- car6, eine Gefahr für Europas Frieden." Rohes sagte in diesem Aufsätze (nach einer von dem „Grenzboten" gebrachten Aebersetzuna) u. a.: „Der Sieg der Alliierten über Deutschland wurde von Poincare als willkommene Gelegenheit zur Verwirklichung von Plänen begrüßt. Seinen Zynismus alten Stils hat er sich nie umnebeln lassen von dem Traume, man dürfe Frankreichs Sicherheit irgendeinem „System von Weltfrieden" anverlrauen. Sein Auge blieb fest gerichtet auf die eine große Möglichkeit, Deutschland zu ruinieren. Aber so wie sich die Verhältnisse entwickelten, ergab sich für den scharf beobachtenden Poincare in seiner einfachen Formel „Delenda est Carthago" doch ein kleiner verhängnisvoller schwacher Punkt. Sechzig Millionen Deutsche können wirklich nicht so ohne weiteres und mit Aussicht auf Erfolg zum Ruin geleitet oder dauernd niedergehalten werden in einem Europa, in dem die Streitigkeiten und Eifersüchteleien von Dutzenden von alten oder neu erstandenen Rationen Verbrüderungen und Verbindungen aller Art möglich machen. Wenn die Sicherheit Frankreichs und der Friede Europas sich wirklich und ausschließlich auf militärische Grundlagen stützen sollen, dann gibt es nur eine Antwort, nur eine Formel: Frankreich muh herrschen; herrschen nicht bloß über Deutschland, sondern über ganz Europa." Man kann die verhängnisvolle Politik Pvincar^s kaum treffender kennzeichnen, als es so dieser Amerikaner tut. Das linke Ryeinufer „mit Frankreich wieder zu vereinigen", „Deutschland seine „historische Zerrissenheit wiederzugeben, und vor allem die Besetzung des Ruhrgebiets, das sind PoincaröS Ziele, Über die auch seine vor einigen Tagen in B a r- le-Duc gehaltene Hetzrede geaen Deutschland wiederum Aufschluß gibt. Ihre Erreichung würde die Vorherrschaft Frankreichs in Europa bedeuten, England wäre aus diesem Europa herausgeworfen. Daher Lloyd Georges fortgesetzte „Warnungen", daher auch die offen gegen Poincarss Politik gerichteten Aeußerungen der englischen Blätter, von denen beispielsweise der „Man- ,chester Guardian" in einem ausführ- führlichen Leitartikel, in dem er sich mit der Frage befaßt, ob Frankreich nach dem Friedensvertrag das Recht zu einer Sonderaktion gegenüber Deutschland zustehe, wenn Deutschland feine Repa- vationsverpflichtungen nicht erfülle, zu dem Schluß kommt, daß der Anspruch Frankreichs unhaltbar sei. Zur Anterstühung dieser Ansicht führt der .Manchester Guardian" das Urteil des hervorragenden französischen Iuristen C l u n e t an, der kurz nach der Unterzeichnung des Versailler Vertrages im „Temps" in einer sehr wichtigen Darlegung der Vertragsbestimmungen die Ansicht vertrat, daß eine kollektive Schuld gemeinsam eingezogen werden müsse. Als noch wichtiger bezeichnet das Blatt das Urteil Barth o u s , der als Berichterstatter des Ausschusses der französischen Kammer vor Ratifizierung des Versailler Vertrages bezüglich der Klauseln 17 und 18 des Anhanges II feststellte, daß, wenn sich Deutschland seinen Verpflichtungen entziehe, die Reparation kommisswn dies den interalliierten Mächten mitzuteilen habe und dann die alliierten und assoziierten Mächte in Uebereinstimmung prohibitive und regressive Maßnahmen ergreifen könnten, Vie sich Deutschland verpflichtet habe nicht als feindliche Akte anzusehen. Der „Manchester Guardian" fragt ironisch, was Poincar 6 zu den großartigen Worten Barthous: „die alliierten und assoziierten Mächte in gemeinsamer Uebereinstimmung" zu sagen habe, und hebt hervor, daß noch ein anderer Umstand der von Poincare geplanten, jedoch vom Friedensvertrag nicht sanktionierten Attion widerspreche: Die Richterfüllung von feiten Deutschlands müsse „vorsätzlich" sein. Wer solle entscheiden, ob sie in diesem Falle vorsätzlich sei? Etwa Poincarö? Die Gründe, die der „M a n cf) e ft e r Guardian" hier gegen die französischen Desetzungsabstchten anführt, sind fast genau die gleichen, mit denen der deutsche Außenminister Dr. Rathenau die Argumente PvincarsS in seiner bereits gemeldeten Unterredung mit dem Berliner Vertteter der „Kölnischen Zeitung" zurückwies. Man wird abwarten müssen, ob sich die Meldungen englischer Zeitungen, nach denen Frankreich keine Besetzungsabsichten habe (oder sie verschoben habe?), beftätigen werden. Ein Mittel, Frankreichs Absichten auf eine Sonderaktion zu verhindern, sollte wohl die Schaffung des GotteSfriedens in Genua bilden, nach dem alle Mächte sich verpflichten sollten, gegenseitig auf 10 Jahre ihre Grenzen zu respektieren. Dieses Mittel schlug fehl. Jetzt wird es in anderer Weise versucht, Frankreich zu beeinflussen. Dieser Tage ttat in Paris die Konferenz der Welt- b a n k i e r s zusammen, zu der auch der amerikanische Finanzgewaltige Morgan persönlich erschienen ist. Er hat als Bedingungen für eine Anleihe an Deutschland verlautbaren lassen, daß einmal die deutsche Kriegsentschädigung auf ein vernünftiges Maß heruntergesetzt werden müsse, daß ferner Frankreich und Belgien sich verpflichten sollten, keinerlei neue Gebiete zu besehen, und daß schließlich die Besatzungskvsten auf ein Minimum beschränkt werden sollten. Poincare und seine Leute haben nun die Wahl. Einerseits würde eine internationale Anleihe an Deutschland dieses befähigen, seinen übernommenen Verpflichtungen besser oder überhaupt nachkommen zu können, andererseits mühten dann die Imperialisten an der Seine ihre Vvrherr- schastspläne aufgeben. Werden sie dazu bereit sein, ehe sie — nach völliger Isolierung — zu einem Verzicht auf ihre Politik des Hasses von der Mehrheit der Völker gezwungen werden? Ob die internationale Anleihe an Deutschland tatsächlich zustande kommen wttd, ist nach wie vor zweifelhaft. Minister Hermes ist aus Paris zurückgekehrt und hat im Kabinett wie im Auswärtigen Ausschuß des Reichstages über die Ergeb- nisse seiner Pariser Verhandlungen Bericht erstattet. Darüber, was er erreicht oder auch nicht erreicht hat, verlautet noch nichts Desttmmtes. Es scheint, als ob eß wegen einiger Punkte der Pariser Abmachungen des Finanzministers zu Meinungsverschiedenheiten im Kabinett gekommen ist, die nach neueren Meldungen jedoch ohne Gefahr einer weiteren Zuspitzung beseitigt sein sollen. Es wird berichtet, daß die Reichsregierung voraussichtlich am Montag auf Grund der Pariser Formel die Rote an die Reparativnskommis- sivn richten wird, die von ihr gemäß der Rote vom 21. März erwartet wttd. Die Repa- rativnskommission ihrerseits wird dann noch Zeit "haben, vor bem 31. Mai ihre Entscheidung zu treffen. Wahrscheinlich wird der Inhalt Der Rote am Montag vom Kanzler oder vom Minister Dr. Hermes in der politischen Aussprache im Reichstage mitgeteilt werden. Erst dann ist eS möglich, ein abschließendes Urteil zu fällen. Berliner Beratungen über das Neparationsproblem. Berlin, 26. Mai. (WTD.) IMerdieDor- gänge des heutigen Tages, die in der Presse als krisenhaft bezeichnet und in verschiedenen Variationen kommentiert werden erfahrt der Sonderberichterstatter des Wolif-Bureaus folgendes: Der heutige Tag war mit Besprechungen aus- gefüllt, die sich m erster Linie mit den Verhandlungen des R e ichs f i n a n z rn i n i- st e r s D r. Hermes in Paris beschäftigen. Am Vormittag fand zunächst eine Aussprache zwischen dem Reichskanzler Dr. Rathenau. Dr. Hermes und Dr. Brauns statt, um die durch die Besprechungen des Reichsfinanzministers in Paris geschaffene Lage und die aus den gestrigen Verhandlungen der Kabinette noch zurückgebliebenen ulnklarh.iten zu behandeln. Heute nachmittag erschienen der Reichskanzler Dr. Rathenau und Dr. Hermes im Auswärtigen Ausschuß des Reichstages. Hier gab Dr. Hermes eine ausführliche Darstellung der Pariser Der- banblungen, die sich als Fühlungnahme mit einzelnen Mitgliedern der Reparativnskommission darstellen und darauf hinzielten, ein tatsächliches Dild der schlechten finanziellen Lage Deutschlands zu geben. In der sich anschließenden Debatte, in der die Redner der einzelnen Parteien das Wort ergriffen, nahm Dr. Hermes Veranlassung, den Charakter seiner Darlegungen nochmals dahin zu präzisieren, daß die in Paris gepflogenen Verhandlungen die Grundlage für die am 31. M a i fällige Entscheidung in der Reparationsfrage und für die beginnenden Anleiheverhandlungen in Paris bilden sollen. Alsdann vertagte sich der Ausschuß auf Samstag vormittag 10 llhr, um sich zunächst den Beratungen über die Reparationsverhandlungen zuzuwenden. Die Vorschläge, die aus den Besprechungen des Reichsfinanzministers hervorgegangen waren, bilden gegenwärtig noch den Gegenstand von Verhandlungen des Reichskabinetts Es ist daher falsch von gefaßten Entscheidungen oder eingetretenen Krisen zu sprechen. Die endgültige Entscheidung deS Kabinetts wird zweifellos in kürzester Frist er- svlgen, da die Reichsregierung schon am Montag mit ihren Erklärungen zur politischen Gesamtlage vor das Plenum desReichs- tages treten wird. Daß in Berlin zum mindesten die Gefahr einer Krise tatsächlich bestanden hat, geht aus folgenden Meldungen hervor: Berlin, 16. Mai. Die „Germa n ra" gibt heute zu, da)) tatsächlich Meinungsverschre- den heilen innerhalb des Kabinetts vorhanden seien, betont aber, daß, sie durchaus mcht persönlicher Statur sind, und daß von allen Beteiligten mit Sachlichkeit an ihrer Beilegung heran getreten «und ein Ausgleich gesucht werde. Die Frage, die zur Erörterung steht, ist die: Was ist an die Reparationskommission auf Grund der Verhandlungen, die Hermes in Paris gepflogen hat, nunmehr sachlich für eine Antwort zu geben? Wie die Blätter melden, ist der Gegen- stand der Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Reichskanzler und dem Reichsfinanzminister Dr. Hermes der Punkt der von Dr. Hermes in Paris vereinbarten Antwort auf die Rote der Reparationskvmmission, die den 31. März als Stichtag für die Festsetzung des Umfanget der schwebenden Schuld Deutschlands vorsieht. Reichskanzler Dr. Wirth äußerte dagegen schwere Bedenken, besonders für den Fall eines weiteren Sinkens der Mark. Dem „Lokal- Anzeiger" zufolge soll nun durch Vermittlung des Reichspräsidenten eine Formel gewählt worden fein, in der erklärt wird: Deutschland ist bereit, den Papiergeldumlauf mit dem 31. März a l s Stichtag einzu stellen unter der Voraussetzung, daß nicht weiter ein katastrophaler Rückgang des Kurses der Reichsmark erfolgt. Dieser Kompromißvorschlag soll eine Rückfrage nach Paris veranlaßt haben. Staatsscttetär Bergmann soll den Auftrag erhalten haben, bei der Reparationskommission anzuftagen, ob Deutschland bei Annahme des Punktes über den Papiergeldumlauf die Erlaubnis erhalten würde, neues Papiergeld auszugeben, wenn es fein Versprechen, die Inflation einzustellen, unter dem Druck einer höheren Gewalt nicht halten könnte. Defprechnngen mit den Fraktionsführern. Berlin, 26. Mai. Der Reichskanzler hatte gestern nachmittag die Fraktionsfüh- rer der Regierungsparteien in die Reichskanzlei gebeten, um ihren Standpunkt zu der Reparationsfrage kennen zu lernen. Die F«lktionsfüh.er erstatteten darauf im Laufe des Wends ihren Fraktionen Berichte. Die Fraktion der Deutschen Volkspartei beschloß gestern abend, die Beschlußfassung über die Konferenz von Genua und die Reparationsverhand- lungen in Paris so lange auszusetzen, bis das Ergebnis der Beratungen des Auswärtigen Ausschusses dazu vorliegt. Ein (Eommuniqu6 der Reparationskommission. Paris, 27. Mai. (WTB.) Die Repara- tionskomm^ssion hat gestern folgendes (Kommunique ausgegeben: Das mit der Prüfung und einem Bericht über die Bedingungen einer der deutschen Regierung zu gewährenden Anleihe beschäftigte Komitee hat heute drei Sitzungen abgehalten, in deren Verlauf die Prüfung verschiedener, den Gegenstand der Diskussion betreffender Fragen vorgenommen wurde. Don dem Wunsche beseelt, persönliche Studien vorzunehmen, die technischen Informationen zu eröffnen und evtl. Fühlung zu nehmen mit den in Frage kommenden Regicrungstteisen, haben gewisse Mitglieder die Unterbrechung der Sitzungen um einige Tage vorgeschlagen. Der Ausschuß hat infolgedessen beschlossen, die Beratungen bis zum kommenden Mittwochnachmittag 4 Ahr zu vertagen. Es wird von der letzten Sitzung keine Mittellung veröffentlicht werden. Alle Mitglieder haben den aufrichtigen Wunsch, zur Lösung eines Problems zu gelangen, das einmütig für die wirtschaftliche Erhebung Europas als vital Anerkannt wurde. Paris, 27. Mai. (WTB.) Das „Echo de Paris" stellt fest, daß es in der Gewohnheit der Reparationskommission läge, Deutschland.im Rotfall einen Derzug von 14 Tagen zu gewähren. Es könne also nicht direkt nach dem 31.Mjai nöttgenfalls derdeutscheDerstoß festgestellt werden, sondern erst nach dem 15. ßum Eine neue Rede Lloyd Georges. London, 26. Mai. (WTD.) Bei einem Frühstück im Hotel Cecil zu Ehren Lloyd Georges hielt der Premierminister vor ungefähr 300 seiner Anhänger aus dem Ober- und Unterhaus eine Rede, in der er erklärte, er behaupte keineswegs, daß das Werk von Genua beendet sei. Es fei begonnen, und einmal begonnen, werde es zu Ende geführt. Eine Riesenaufgabe sei unternommen worden, die in jeder Ecke auf Schwierigkeiten stoße. Es sei jedoch eine Aufgabe, die lebenswichtig für die Wohlfahrt der Menschheit fei. Richt nur im britischen Reich und auf dem ganzen Kontinent in Europa, sondern in der ganzen Welt. Rachdem einmal dieser Schritt getan sei, müsse er bis zu Ende durchgeführt werden, bis Friede und Wohlgefallen unter tc/i Menschen hergestellt sei. Europa fei so überzeugt von der Rotwendigkeit des Friedens, daß der Geist, der durch die Erörterungen in Genua bezeichnet wurde, den Wagen des Friedens schließlich durch das Ziel führen werde. Man könne nicht erwarten, daß innerhalb von sechs Wochen die Schwierigkeiten überwunden, alle Vorurtelle beseitigt und der Argwohn niedergeschlagen werde. Wenn man jedoch ausharre, werde manches sich ändern. Der in Genua begvnneneKampf müssebis zu Ende weitergehen. Das sei eine Aufgabe,bei der das Britische Reich die führende Rolle übernommen habe. Lloyd George fuhr fort: Großbritannien hat im größten aller Kämpfe, den die Welt je gesehen hat, 9,5 Millionen Mann mobilisiert. Haben wir kein Recht, etwas darüber zu sagen, wie der Friede in der Welt erreicht werden soll? (Beifall.) *5—6 Millionen dieser Menschen gingen nach Frankreich; die Donn- nions entsandten 1 600 000 Mann in den Krieg. Haben sie kein Recht zu erklären, welcher Friede in der Welt pergestellt werden soll', Indien entsandte 1679 000 Mann. Hat es kein Recht, seine Dertreter auf 'Die Versammlung von 33 großen und Heineren Rationen zu entsenden? Die Briten verloren im Krieg 3 266 000 Mann. Das sind unsere Verluste. Dies ist unser Recht; dies ist unsere Pflicht; dies ist es, was uns zwingt. Daher gingen wir nach Genua und daher finb meine Freunde und ich "ber Ansicht, daß wir recht tun, wenn wir zu allen diesen Millionen sprechen, die gekämpft haben, für alle bte Millionen, die gefallen sind, und zu den Krüppels, um ihnen zu sagen, daß in der Welt Fried; herrschen muh. Orobbritannizn, das seine Macht in den Kampf einfetzte, wird nunmehr feine gesamte Macht einfehen, um den F: ieden in der Welt zu schaffen und das Wohlwollen rnter den Menschen her zustellen. Unter großem Beifall schloß Lloyd George: Großbritannien ist nicht außer Gefahr; die Welt ist nicht außer Gefahr; die Menschheit ist nicht außer Gefahr. Es bestehen Gefahren in der Ferne; es gibt Gefahren näher an unfern Küste. Es gibt Gefahren außer unseren Inseln. So wollen wir auch jetzt den Geist des Zusammenwirkens zeigen, bis die letzte Gefahr vorbei ist und Großbritannien der Welt gegen- übertritt und ihr bis zu Ende dirchhelfen kann. Poincar^s Steife nach London. London, 27. Mai. (WTB.) Im Gegensatz au Pariser Zeitungsmeldungen meldet „6 t a r", daß Poincare am Samstag, dem 17. Iuni, in Begleitung des Marschall P e t a i n nach London kommen wird. Zu Ehren beider werde im Hotel Eecil ein großes Bankett veranstaltet, an dem der Herzog von Bork, Lloyd George, Lord Balfour, Asauith, Churchill und etwa 500 Gäste tellnehmen werden. Diese Gelegenheit werde zu einem Meinungsaustausch zwischen dem britischen und dem französischen Premierminister über die Frage der Reparationen und die Haager Konferenz aus- genutjt werden. Der Wirtschaftsausschuß gegen die grvangsanleihe. Köln, 25. Mai. Der Wirtschaftsausschuß für das besetzte Gebiet hat gestern folgende Entschliehlung zu dem Entwurf eines Gesetzes über die Zwangsanleihe angenommen: Der Wirtschaftsausschuß für das besetzte Gebiet, in welch m außer sämtlichen Handelskammern, Handwerkskammern und Landwirtschaftskammem auch die führenden privaten Verbände von In- dusttte unv handel des besetzten Gebietes vertreten sind, legt scharfe Verwahrung dagegen ein, daß die Reichsregierung den Entwurf Änes Gesetzes über die Zwangsanleihe dem Reichstag vorlegen will, ohne die gutachtliche Aeutzerung des vorläufigen Reichswirtschaftsrats eingeholt zu haben. Der Wirtschaftsausschuß glaubt in dieser Umgehung des Reichswirtschaftsrats die Bestätigung finden zu dürfen für die in weiten Kreisen des deutschen Wirtschaftslebens bestehende Auffassung, wonach die an den Steuer- komprvmiß sich anlehnende Zwangsanleihe mit größter Beschleunigung zur Verabschiedung gebracht werden soll, um unbekümmert um die gefahrvolle finge der deutschen Wirtschaft zu Ein- nahmen zu kommen, die über den im Gesetz über Denderungen im Finanzwesen vom 8. April 1922 festgelegten Anleihebetrag in Höhe des Gegenwertes von einer Milliarde Goldmark weit hinausgehen. Der Wirtschaftsausschuß kann infolge des Fehlens genauer Unterlagen über die Höhe des derzeitigen gesamten VolWvernrögens nicht nachprüfen, ob der in Paragraph 9 des Entwurfs aufgestellte Tarif dem aufzubringenden Anleihesoll entspricht. Er hält sich aber für verpflichtet, die Reichsregierung darauf hinzuweisen, daß die Zwangsanleihe das Wirtschaftsleben zu einem Zeitpunkt trifft, in dem das Kreditbedürfnis aller seiner Zweige einen außerordentlich hohen Grad erreicht hat. Daraus ergibt sich die dringende Rot- wendig keit, den Ertrag der Zwangsanleihe in den durch Gesetz vorgefchriebenen Grenzen zu halten und unter allen Umständen zu vermeiden, daß die Wirtschaft darüber hinaus Abgaben zu leisten hat, die letzten Endes die gesamte deutsche Volkswirtschaft größten Gefahren ausseht. (Sine solche Gefahr ist um so naheliegender, als der Entwurf durch den Zwang der Vorauszeichnung das Gros der Zahlungen auf die Zwangsanleihe bereits bis zum 1. Rovember 1922 erzielen will. Der Wirtschaftsausschuß spracht deshalb das Verlangen aus, daß diese außerordentlich wichtige Vorlage der gesetzlichen Vertretung der d^ttschen Wirtschaft, Dem vorläufigen Reichswirtschaftsrat, zur Vorprüfung unterbreitet toirb, und bittet gleichzeitig Sorge zu tragen, daß auch die Spihenverbände von Industrie, Handel, Handwerk und Landwirtschaft Gelegenheit finden, sich vor der Beschlußfassung durch den Reichstag beschleunigt aber eingehend mit der Angelegenheit beschäftigen zu können. Eine Reihe von Einzelheiten des Entwurfs bedarf sorgfältiger Erwägung. Reben den schon angedeuteten Punkten sind namentlich hervorzuheben die Vorschrift des Paragraphen 15, nach der die Selbstein- schähung nach einem künftigen Stichtag zu erfolgen hat, sowie die in den Paragraphen 21 ff. für alle Fälle des Zurückbleibens der Vorauszahlung hinter der endgültigen Veranlagung vorgesehenen sogenannten Abgaben, die lebhaftes Bedenken in allen Kreisen der beteiligten Anleihepflichtigen Hervorrufen müssen. Der Wirtschaftsausschuß behält sich vor, der Reichsregierung eine eingehende Begründung der in der vorstehenden Entschließung niedergelegten Bedenken möglichst bald zu unterbreiten. Zollfreiheit der Znckereinfuhr. Berlin, 24. Mai. Der wirtschaftspolitische Ausschuß des Richsw'rtschafts- rats bestätigte den bekannten Beschluß seines älnterousschusses, der die Frage der Zuckerveri or- gwmg behandelt hat. Inzwischen ist bekanntlich die Einfuhr von Zucker erlaubt worden. Der Ausschuß war einstimmig der Meinung, daß es unmöglich sei, von diesem einznführenden Mucker Zölle zu erheben, und der Vertreter des ReichswirtschostSministers gab die Erklärung ab, oceß dies auch nicht von der Regierung beabfich- tigt sei; anders lautende Rachrichten seien unrichtig. Aus dem Reiche. Reich-sratsbefchlusse. Berlin, 26. Mai. (WTB.) Der R e i ch s r en Allgemeinen Zeitung" zufolge am 30. und 31. Mai in München weilen, wo er mit dem bayerischen Land- wirtschaftsministei.nun Fühlung nehmen wird. Aus Sfr'bt unb Land. Gießen, den 27. Mai 1922. ** Amtliche Personalnachrichten Ernannt wurde der Studienrat an der Realsck^le in Lauterbach Ottmar Kaltenhäuser zum Studienrat an der Oberrealschule in Worms mit Wirkung vom 24. April d Z. an. - Ernannt wurde am 3. April der Studienrat art der Oberrealschule in Worms Dr. Friedrich Schr eiter zum Studienrat an dem Gymnasium in Worms mit Wirkung vom 24. April 1922 ab. Ernannt wurde am 22. Mai der Lehrer Zohannes Wen- z e l zu Bieber mit Wirkung vom 1 Juni 1922 ab zum Rektor an der Volksschule daselbst. - 6r, nann* wurden am 16. Mai die Poljzeiwachtmeist^r auf Probe beim Polizeiamt Bensheim Paul K i eck aus Pinnow, Kreis Templin und Otto Barth aus Sötern (Birkenfeld) zu Polizeiwachtmeistern: der Polizeiwachtmeister auf Probe beim Volizei- amt .Offenbach a. M. Adam Trummheller aus Graserlenbach, Kreis Heppenheim, zum Polizeiwachtmeister, sämtliche mit Wirftmg vom l.Zuni ds. Zs. ** Wochenmarktbericht. Auf dem heutigen Wochemnarkt wurde gezahlt für Spinat das Pfd. 4-5,50 Mk., Kopfsalat 3—7 Mk., Rupfsalat das Pfd. 10Mk., Spargel 8—12 Mk., Mischgemüse 4 Mk., Rhabarber das Bund 2,50—3 Mk., Radieschen 1,50—2 Mk., Lauch das Stück 1—2 Mk., Sellerie 6—7 Mk., Butter 68—70 Mk., Eier 4,20 bis 4,50 Mk. das Stück. An Spinat, Salat und Spargel sind große Mengen angefahren; es ist hierbei mit einem großen Heberst and und zu Ende des Marktes mit einem bedeutenden Rückgang der Preise zu rechnen. Auch Eier und Butter sind in.genügender Meng« vorhanden. An der Höhe der Preise hierfür trägt das kaufende Publikum einen bedeutenden Teil Schuld, weil die Verkäufer derart überfallen werden, daß sie kaum ihre Vorräte aufpacken können, und in vielen Fällen die Marktpolizei die Verkäufer vor dem Andrang schützen muß. Die natürliche Folge ist ein Steigen der Preise. ** Eine öffentliche Sitzung des Kreisausschusses findet am 1. Juni d. 3-i vormittags 9 Ahr, im Regierungsgebäude ftatik Auf der Tagesordnung stehen: 1. Reuregelung der Besoldung der Beamten in den Landgemeinden; hier: in Ettingshausen; 2. desgleichen, hier: in Bettenhausen; 3. desgleichen, hier: in Dorf-Gill. ** Eine Sitzung der Stadtverord- neten-Versammlung findet am DkenS'ag, dem 30. Mai 1922, nachmittags 5 älHr, im Stadthause, Bergstraße (Sitzungssaal) mit folgender Tagesordnung statt. 1. Vergebung der Drucklieferung von Zinsscheinbogen zu den Stadtanleihen 1897/98 und 1907. 2. Zuschuß für die Volkshochschule. 3. Gewährung eines Zuschusses an den Verband Hessischer Derkehrsvereine. 4. Gewährung einer Beihilfe an den Kaninchenzuchtverein. 5. Erhöhung des Jahresbeitrags an das Germanische Rational-Museum in Rürnberg. 6. Gewährung von Freitischen im Gießener Studentenheim. 7. Ortssahung über die Erhebung eines Zuschlags zur Zuwachssteuer in der Stadt Gießen. 8. Anpassen der Besoldungen der städtischen Beamten usw. an die Reuregelung der Gehaltssätze für die Reichs- und Staatsbeamten ab 1. Mai 1922. 9. Erneuerung des Vertrags mit Oekonom ©ottmarm über die Eberhaltung. 10. Ernennung eines Feldgeschworenen. 11. Bewilligung eines KrÄstts für die Lohnerhöhungen der städtischen Arbeiter. 12. Erhöhung der Ruhelöhne für die städtischen Arbeiter und deren Hinterbliebenen. 13. Bewilligung eines Kredits für die Instandsetzung der Tennisplätze auf der Lie- bigshöhe. 14. Errichtung eines Stadtschulkreises. 15. Erhöhung des Schulgeldes für die höhere und erweiterte Mädchenschule. 16. Beschaffung eines Projektionsapparates für die Volksschule. 17. Teilnahme von Schülerinnen der Stadtmädchenschule an dem Unterricht der Haushaltungsschule des Aliceschulvereins. 18. Trennung des Singsaales von dem Turnsaale der höheren und erweiterten Mädchenschule; hier: Kreditbewilligung. 19. Erhöhung der Vergütung für die Tätigkeit an den städtischen Kinde.horten. 20. Bewilligung von Mitteln für die Quäkeffpeisung. 21. Desgleichen für die Kleinrentnerfürsorge. 22. Baugesuche: a) der Firma Dänninger für einen Fabrikerweiterungsbau; hier: Befreiung von Bauvorschriften; b) der Firma Gail für eine Remise auf dem Grundstück an der Sandgasse; c) der Firma A. und W. Denninghoff für die Errichtung einer Einfriedigung an der Rordanlage; d) der Firma Hehligenstaedt u. Eo. für einen Fabrikneubau an der verlängerten ßiebiqftraße. 23. Benennung der Straße an der Rvrdseite der Bahn nach Gelnhausen und des Sttaßenzuges in der Verlängerung der Bleichstraße. 24. Beschaffung von Zement für die Anfertigung von Schlackensteinen. 25. Bewilligung eines Kredits: a) zur Beschaffung von Asphalt für die Reparaturen an ©tra- ßenbefefligunqen; b) zur Beschaffung von Möbeln für das Wohlfahrtsamt; c) für die Erneuerung des Anstriches an verschiedenen Drücken. 26. Erhöhung der Gebühren für Beerdigungen. 27. Mitteilungen. ** Der homöopathische VereinGie- ß en hielt eine öffentliche Versammlung ab, in der über „Geheimleiden, Ansteckungen, Ä-Pressungen und ihre Förderung durch den neuen Gesetzentwurf" gesprochen wurde. Der Redner, Dr. med. Phil. jur. denk. Hammer (Berlin) behandelte die Mißstände, die der Gesetzentwurf zur Bekämpfung der Gesch echtskrankhe' ten im Gefolge haben könne. 3m Anschluß an seine Darlegungen wurde einstimmig folgende Entschließung angenommen: „Die anwesenden Mitglieder und Gäste des homöo- patischen Vereins Gießen mißbilligen die Regelung der ärztlichen Schweigepflicht, wie sie der Gesetzentwurf vorsieht, und verlangen, daß die ärztliche Schweigepflicht mindestens in dem bisher gebräuchlichen Maße beibehalten, wenn irgend möglich noch mehr als bisher sichergestellt wird." **SNberneHochzeit feiern am Montag den 29. Mai der Polizei-Kommissar Kimmel und seine Ehefrau Karoline geb. Schäfer, das gleiche Fest, verbunden mit dem 15jährigen Ge- schäftsjubiläum das Ehepaar Heinrich Heß und Frau Efisabeth geb. Berreß, Frankfurter Str. 19. < Für den Bäderverkehr ftnb im neuen Fahrplan ab 1. Juni die O-Züge 27/28 Berlin—Wiesbaden—Mainz über Gießen vorn 1. Juni bis 31. August vorgesehen. Durch Führung von direkten Wagen von Berlin nach Saarbrücken und zurück über die Rahebahn und von Berlin nach Trier und zurück durch das Lahn- und Moseltal — über Gießen — kann man mit diesen Zügen die bedeutenden Bäder und Erholungsorte wie Bad-Rauheim, Homburg, Wiesbaden, Kreuznach, Münster a. St., Ems, Bullay u. a. m. erreichen, ohne unterwegs umfteigen zu müssen. Frankfurt a. M. wird ebenfalls durch Kurswagen in Bad-Rauheim an die Verbindung mit Berlin angeschloffen. Die Züge, die als O-Züge die 1. bis 3. Kl. führen, nehmen ihren Weg von Berlin über Magdeburg, Sangerhausen, Rordhausen, Kassel nach Gießen, wo ein Zweig, der Lahn und Mosel folgend, über Limburg, Koblenz nach Trier geleitet und ein zweiter Zweig über Bad- Rauheim, Bad Homburg und Wiesbaden (Mainz) gefahren wird. 3n Mainz bzw. Wiesbaden werden Kurswagen mit den unmittelbar anschließenden zwischen Frankfurt und Saarbrücken über Bingerbrück—Münster a.St. verkehrenden Ö-Zügen ausgetauscht. Der für den Frankfurter Verkehr bestimmte Zugteil (l)27a und 28a) wird in Bad- Rauheim abgötteigt und über Friedberg weitergeleitet. Für die neuen Verbindungen sind fol° I aende kchrszeiten feftae'c t: D2* Berlin Pots- 1 öamer Bf. ab 8.05 V, Kassel 3.06 R., Gießen an 15.28 R., Bad-Rauheim 6.06 R. (D28a über Friedberg in Frankfurt an 6.51 R.), Homburg an 8.01 R. — D 124 Gießen ab 5.50 R., Qbab Ems an 7.46 R., Koblenz 8.13 R., Trier an 10.25 R. Rückfahrt D123 Trier ab 7.50 V, Koblenz 10.02, Bad Ems 10.36, Gießen an 12.30 mittags. 027 Mainz ab 10.07 V., Wiesbaden 10.28, Bad Homburg 11.37 (027a Frankfurt ab 11.34), Bad-Rauheim 12.25, Gießen 1.03, Kassel 3.18, Magdeburg 8.13, Berlin Potsdamer Bahnhof an 10.25 Rachm. * Müller'sche Badeanstalt. Wasserwärme der Lahn am 27. Mai: 18 Grad R. PSellervoraussage für Sonntag: Wolkig, kühler, ttocken, Rordwestwurde. Ern kräftiger Tiefausläufer mit östlicher Zug- rrchttmg zeigt sich über Skandinavien. Die westlichen Lustströmungen, die durch ihn bedingt sind, bringen uns leichte Abkühlung ohne Riederschläge. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag. Stadttheater, 61/2 älhr: „Fra Diavolo". — 3m Zelt der Deutsc^n Zelttmfsivn, Oswalbsgarten: nachm. 31/2 älhr Kinderversammlung; abends V29 il$r Evangelisationsvortrag. — Astvria-Licht- spiele, ab heute: »Die Mordmühle auf Cwans- hill" und „Die Jagd nach der Wahrheit". — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße, heute und morgen: „Die Hafenlore" und „Bobby als Detektiv". — Tageska lender für Sonntag. Reue Aust». 4y3 älhr: Wohltätigkeitskonzert für die Studenten Hilfe. — 3m Zelt der Deutschen Zelt-Mission: 11 älhr vormittags Dibelerklärang; 3 ilßr nachmittags religiöser Volksvortrag; 1/28 Hßr abends Abschiedsversammlung. — Oberhessischer Kunst verein. Die am Sonntag eröffnete Ausstellung mit Werken von Prof. v. Volkmann, Th. Esser, Karlsruhe, W. Willgeroth, Th. Toepfer, H. Heckrvth, C. Fries und der beiden Karrikatur- zeichner Fr. Koch-Gotha und F. Züttner fand allseitiges Interesse. Die Ausstellung ist täglich von II—1 Ahr, außer Samstags, geöffnet. Montag, 29. d. Mts., abends 6 Ahr, findet im Stadthaus, Bergstraße, die diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung statt. — Verein für das Deutschtum im Ausland. Wie seinerzeit berichtet hat die Ortsgruppe Gießen zu Gunsten der äleberschwemntten von Klausen in Südtirol einen erfolgreichen Vortrag von Professor Küster nebst einer Versammlung veranstaltet. Als Ergebnis konnte der Betrag von 6000 Mk. an die Gemeindeverwaltung von Klausen abgeführt werden, wofür der herzlichste Dank für die Stadt Gießen vor Kurzem eingetroffen ist. Die nächste Veranstaltung des Vereins findet gemeinsam mit dem Hochschulring am Dienstag dem 30. d. Mts. in der Reuen Aula statt. Es werden stud. Lippert aus Katharinenstadt a. d. Wolga über das Elend der Wolgadeutschen und stud. Mekler über die deutsche Rot im Baltikum sprechen (siehe Anzeige). Starkenburg und Rheinhessen. rm. Darrn ft adt, 24. Mai. Die Vertreter der Süddeutschen Arbeitsgemeinschaft der Polizeibeamten sowie der Vorstand des Landesverbandes der hessischen Pvlizeibeamten, der sowohl blaue und grüne Polizei, wie auch die Gendarmerie in sich schließt Und dem auch demnächst die Verwaltungspvlizei angegliedert wttd, tagte dahier unter Vorsitz des Polizei- kvmmissars Roth-Mainz. Es waren Vertreter aus Bayern, Baden und Württemberg erschienen, und es wurden einheitliche Richtlinien besprochen, nach denen in Zukunft Personal-, Gehalts- und Anstellungsfragen behandelt werden sollen. Der Abschluß bildete ein vorzüglich gelungener gemütlicher Familienabend. wd. Mainz, 26. Mai. Bei dem Radrennen am Himmelfahrtstage auf der Mainzer Radrennbahn kamen mehrere Radrennfahrer zu Fall und erlitten schwere Verletzungen. So zog sich der Fahrer Mingen- b a ch - Wiesbaden eine Gehirnerschütterung, der Rennfahrer Hahn- Leipzig einen Schlüsselbein- bruch und Haug- Cannstatt einen Schädelbruch zu. Dj.e beiden zuletzt genannten mußten in das Mainzer städtische Krankenhaus verbracht werden. wd. Worms, 26. Mai. Ein Wormser Bürger war am Karfreitag mit seiner Gattin nach Zugenheim an der Bergstraße gefahren und hatte, weil in dem amtlichen Fahrplan für Karfreitag keine Sonntags karten angesagt waren, gewöhnliche Fahrkarten gelöst. Unter» Wegs hörte er, daß tatsächlich Sonntagskarten ausgegeben worden seien. Bei der Rückkehr stellte er auf dem Bahnhof den Sachverhalt fest und reklamierte den -zuviel gezahlten Betrag. Der Gisenbahnfiskus hat, wie den „Wormser Rachrichten" mitgeteilt wird, die Differenz von 14 Mark tatsächlich herausbezahlt. rm. Worms, 24. Mai. Zeichen der Zeit. Bei einer dieser Tage im Kreise Worms stattgehabten Schöffengerichtssitzung war ein junger Bursche von 19 Jahren angeklagt, weil er junge Däumchen in roher Weise abgehauen hatte. Am die Höhe der Geldstrafe danach zu ermessen, wurde der Verdienst des Arbeiters ermittelt. Es stellte sich dabei heraus, daß das Einkommen des jungen Herrn wesentlich höher war, als dasjenige des die Verhandlung führenden Oberamtsrichters. Heffen-Nassarr. Ermittelte Millionenbetrüger. fpd. Frankfurt a. M.. 25. Mai. Auf Grund gefälschter Urkunden erschwindelte sich vor etwa zwei Wochen der angebliche Fabrikant Rich Linden aus Solingen bei einem Häuserankauf in Düsseldorf etwa 1 600 000 Mk. und ging damit flüchtig. Auf seine Ergreifung hatten die Geschädigten eine Belohnung von 150 000 Mk. ausgesetzt. Die Spuren des Millionenschwindlers führten nach Frankfurt, wo eine Schwester von ihm verheiratet ist. Den vereinten Bemühungen der Düsseldorfer und der Frankfurter Kriminalpolizei gelang jetzt die Ermittlung des Schwindlers und seiner Helfershelfer. Zwei der Schwindler wurden in Köln verhaftet. Jetzt erfolgte die Festnahme des Haupttäters in Tirol. 3n Wirklichkeit handelt es sich um die Gebrüder Richard und Arthur Dchonnefeld, die nach Verübung der Schwindeleien von Düsseldorf nach 1 Frankfurt reiften und von hier weiter flüchteten. I 3n Köln wie auch in Frankfurt konnte noch ein erheblicher Teil des erschwindelten Geldes beschlagnahmt werden. ♦ mc. Fran kf urt a. M.» 26. Mai. Am Festhallengelände sollte nach amerikanischem Muster ein Hochhaus errichtet werden, wogegen das Katharinenstift als benachbarter Anlieger und ein Dutzend Villenbesitzer gerichtlich Einspruch erhoben. Vor dem Gericht kam nun ein Vergleich zustande, wonach das Haus etwas niedriger als geplant erstehen soll, außerdem sollen Grundriß und Pläne dem Hvchbauamt und der öffentlichen Kritik unterbreitet werden, um allen unästhetischen Bedenken zu genügen. Das erste Hochhaus wird also in Franffurt erstehen. rm. Frankfurt a. M.,.. 26. Mai. Schwerverunglückt ist heute früh in der Nähe der Station Mainkur mit seinem Auto der Geh. Dr. L. © an ß von hier. Anscheinend hat das Steuer versagt, so daß das Auw gegen einen Baum fuhr und in Stücke ging. Dr. G. erlitt Verletzungen am Kops und anscheinend einen Beinbruch; auch der Wagenführer wurde besonders durch die Glasscheiben stark verletzt. ][" Marburg, 24. Mai. Wie in bet gestrigen Stadtverordnetensihung mitgeteilt wurde, tritt bei dem Kostenanschlag der Lahnregulierungsarbeiten nach dem heutigen Stande der Löhne und Matericckpreise eine Erhöhung von 2 auf 31'2 Millionen Mark ein. Dadurch erhöhte sich auch der Zuschuß aus bat Mitteln der produktiven Erwerbslosenfürsorge von 180 C00 Mk. auf rund 430 000 Mk. Ferner genehmigte man die Gehalts- und Lohnerhöhungen für bie städtischen Deam- t e n, Angestellten und Arbeiter und übernahm auch die beantragte Mirgschäft über die auf die Stadt Marburg entfallenden 4 150 C00 Mk. für das vom Staate und dem Elektrvverband zu errichtende große Dampfkraftwerk in Borken, das die Versorgung mit Elektrizität auf alle Fälle sicher stellen soll. Eine Anfrage der soz. Fraktion wegen der Aufführung des Skagerrakfilms wurde vom Oberbürgermeister dahin beantwortet, baß die Jugendfürsorge zwar keine Mittel dazu gegeben, aber auch nichts dagegen einzuwenden habe. Ablehnung erfuhr ein Antrag der gleichen Fraktion, daß die Stadt 500000 Mk. zum Ankauf von Zucker bereitstellen und die Verteilung des Zuckers in die Hand nehmen möchte, damit der Preis sich in angemessener Weise regele. Es wurde dabei auf die üblen Erfahrungen hingewiesen, welche die Stadt bei der Lebensmittelbewirtschaftung machte, während die Gegenseite auf der Behauptung stehen blieb, daß die Aufhebung der Zwangswirtschaft die Hauptursache der hohen Preise sei. Kirche und Schule. Wa Idgo t te sd ie n st. 3m vorigen Jahr fanden auf Veranlassung hiesiger evangelischer Vereine in unseren Wäldern einige Waldgvttesdienste statt, die jedesmal außerordentlich stark besucht waren, und den Wunsch auffommen ließen, solches öfters in den Sommermonaten zu wiederhwlen. Am morgigen Sonntag, 28. Mai, morgens um 8 Ahr, findet nun auf Veranlassung des Evang. Arbeitervereins in Verbindung mit dem Evang. Bund und dem Wattburg-Verein und unter Mit- wittung des Pvsaunenchors von Watzenborn und des Frauenchvrs von Wieseck ein Waldgottesdienst auf dem Schiffenberg statt. (S. Anzeige.) ri. Lich, 26. Mai. Hunderte von Teilnehmern aus allen Orten zwischen Lich, Steinbach und Reiskirchen hatten sich am Himmelfahrtsfest in der sogenannten Meilbach im Wald eingefunden, um das beliebte.QUeil» bachsest zu halten. Die Pousaunenchöre von Bersrod und Oppenrod begleiteten die gesungenen L'.eder. Eine feierliche, von Stiftspfarrer Schvrlemmer-Lich mit den Rieder-Bes- singer Schulkindern gesprochene Liturgie war die Einleitung. Missionar Walther aus Beuern sprach über das Licht der Welt, das die Herzen daheim und draußen in der Heidenmission hell und warm macht. Sttstsdechant Lenz-Lich hielt eine Himmelfahttansprache und sprach die Schlußgebete und den Segen. ra. Waldgirmes, 26. Mai. Das christliche Waldfest, das am Himmelfahrttage unter der tausendjährigen „Dicken Eiche" abgehalten wurde, war auch diesmal vom Wetter begünstigt und über Erwarten stark besucht. Festprediger Pfarrer Grundier aus Wilsbach gründete seine Ansprache auf die Schriftstelle Apostel-Geschichte 1, 5 bis 12. Außerdem hatten sich die Geistlichen sowie mehrere Posaunen- und gemischte Chöre aus den Rachbargemeinden in den Dienst der schönen Feier gestellt. CanbtttfrtkftafL * Als nächste Störtermine für ba5 Pferbestammbuch sind für den westlichen Teil von Oberhessen folgende Daten festgesetzt worben: 30. Mai Butzbach und Rieder-Wöllstadt; 31. Mai Reichelsheimt i. d. Wetterau und Dauern- heim; 1. Zuni Ulfa und Berstadt; 2. 3-int Langsdorf, Lich und Gießen (4 tthr nachmittags am Biehmarktplah); 3. Zum Düdelsheim und Groß-Karben. Oberhesstscher Kunstverein. Gießen, 27.Mai 1922 Rach dem Müden und Schwächllchen, das bie beiden letzten Ausstellungen brachten, bietet bie derzeitige erfreulich Frisches und Eindringliches. Sie hat ferner den Reiz, baß gerade die stärksten der vertretenen Künstler mit größeren Kollektionen anwesend sind. H. R. v. V 01 k m a n n-Karlsruhe beherrscht die Ausstellung. Seine landschaftliche Stimrnungs- Funfi mit ihrer gemütvollen Anteilnahme an der Ratur hat hier mit Recht zahlreiche Freunde. Am stärksten ist er, wenn er den dekorativen Einschlag, den er manchmal schon bei der Wahl seiner Mvttve bekundet, zurückdrängt, oder wo er in impressionistischer Weise alle Einzelheiten seines Bottrnrrfs vereinfacht und der Gesamtstimmung unterer bnet, wie es zum Beispiel bei dem kleinen. aunetCTi 'IHnx^CTi „nieder tm Bvrfrühllng" der Fall ist. Sonst seien noch genannt: .J2Uif- flärenver Wend", „2tm Zöraenbühl". „«Grünen- des Land", .Hochgelegene Felder^, .Stiller Septemberlag" und »Bemooste Steine". Th. Esser- Karlsruhe wirkt neben Volk- mann merkwürdig kühl. 2hm geht es hauptsächlich um malerische Probleme. Die Votive werden danach gewühlt und lassen an sich gleichgültig. Sehr reizvoll von diesem Standpunkt aus sind seine »Boote im Teich" mit ihrer famosen Tiesenwir- fung. Sonst fesseln von ihm noch.Kircheninneres" und .Frühstückstisch". Besonder- zu öftere Walweise und Motivwahl im Gegensatz steht H. Heckroth -Giehen. Seine spr-de und in manchem noch tastende Art spricht wohl selten auf den ersten Blick an. Ts besteht aber kein Zweifel, dah hier eine grvhe Begabung am Werk ist. Er ist in erster Lime Zeichner. Man beachte die Strichführung in dem wirkungsvollen „Bildnis eine- Lhinesen". 3n dem »Bildnis eines Mediziner-" beruht ja die merkwürdig starke Eindringlichkeit ebenfalls in dem Faltensluh des weihen Operationsmantels. Auch dort, wo er eine Farbe dominierend klingen läht, wie etwa in dem blauen Kleid eines Damenbildnisses, spielt immer die lineare ^Imreihung der Farbfläche im Zusammenspiel etwa mit dem Schwung einer düngenden Kette ehre entscheidende Rvkle Man betrachte daraufhin auch die übrigen Bilder, bis auf die Einzelheiten, wie etwa den Tisch mit der Lampe aus dein Bildnis des Knaben mit Ball. HL. Willgerodt -Dillenburg zeigt dekorative Landschaften, die teilweise von gröhtem Reize sind. z. D. »Verschneites Dorf". E. Töpfer- Frankfurt a. M. hat unter einer Anzahl von Stilleben ein brillantes Stück geschickt: »Kognak und Pralines", C. Fries- Ortenberg einige Landschaften, davon besonders ansprechend di« »Kirschblüte". F. Hüttner- Wvkfenbüttel und F. K v ch - Gotha wandeln ihre brannten Stoffe in bekannter Weise ab. E. Co nsen tiu s - Berlin zeigt stark japanisierende Tierftudien und G. Schaumann- Giehen eine Reihe Dleistiftstudien in schöner, entwicklungsfähiger Technik. W. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Vemeinde. Sonntag, den 28. Mai. Craadi. 3n der Stadttirche. Torrn. 8 LIHr, zagl. Ehristenlehre f. d. Ve^konsinn. a. d. Markusgem.: Psarrassist. Becker. 9'..: Pfr. Mahr. 11: Kinderkirche f. d. Matthäusgem.: Pfr. Mahr. — Montag. den 29. Mai, abdS 8: Bereinig, d. toitf. männl. Hageird d. Matthä usgem. 3n der Iohanneskirche. Vornr. 8 Uhr, zugl. Christenlehre f. d. Reukonfirm. a. d. 3d- tonneSgem.: Pfr. Ausfeld. 9* Psarras ist. Müller. 11: Kinderkirche f. d. Lakasgem: Pfr. Dechtolsheuner. Deichte and Feier d. hl. Abendmahls: Am 1. Psingstfeiertag in der Zohanneskirche: am 2. P.ingstfeiertog in der Stadrkirche, ledeSmal im Haaptgotlesdienst. Donnerstag, 1. 3dm, abds. 8 Uhr im 3d- hannessaal: Versammlung der kirchl. Vgg. der Zohonnesgem. Vortrag von Med.-Rat Dr. 'Staiger über „Das Wirken des Hl. Geistes". Wies eck. Sonntag, 28. Mai, norm. 8Llhr: Frühgottesdienst aus dem Schiffenberg (5r^: Christenlehre: darauf Andacht. ।: Zünglings-Kongiegation. Abds. 81 •: 3m Vereinshadse Telpivduing wichtiger Gemeindesragen. — Dienstag abend 8: Mataadncht. — Donnerstag. Freitag u. Sains tag abds. 8: Miffionsandach:. Freitag 7: Segensntekse. Diaspora-Gottes di en st am 28. Ma». Grünberg, vvrm. 9* > Hhr. Kathol. Gottesdienst. 28. TLt. L> ch, vvrm. > »8, nachm. '/j3 Hhr. — Hangen, vvrm. > ?io Hin ist die beste Seife SBxxftßr Bei Kopfschmerz Färberei Gebt*. 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Täter achten Denn besondl oder Q scheuer komme äuherl ist. da eigene die der den 6l In tiefer Trauer: Familie Wilhelm Volk II. nebst allen Angehörigen. Ande Küste 3c tourf i fach g entgcg' N « ih-n 1 013 055 95 Die Rechnung liegt ab heute 8 Tage bei Herrn Rechner Schäfer offen. .Je Bericht des Aufsichtsrates über Revision und Erteilung der Entlastung des Vorstandes. Beschlußfassung über Verwendung des Reingewinnes. Bekanntgabe des Revisionsberichts. Festsetzung der Kreditgrenze für Mitglieder. Wahl eines Kontrolleurs. Auszahlung der Anteilzinsen. Verschißenes. Die Rechnung liegt vom 1. (Zuni an 8 Tag« Einsicht der Genossen Im Geschäftszimmer Erich Beyer Juwelier, Gießen, Bahnhofstr. 1. flung WeQ 6änoemöttt^rtKonserv.-Glasöffn. „Bnmmieohatzer', iiiuim Jöffnen Doaen u. Bläser spielend leicht. Gasanzünder „Zündnteinsparer“. Stein erneuern mühelos. Wflscheleinenspanner „Leine- Straff“ spart Arbeit Nur bei Carl Hemel, Walltorstraße 10. [7124c Adr. 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Dem Dorentwurf war von der Kritik ein sehr wichtiger »Gegenentwurf" 1911 entgcgengestcftt worden Der neue Entwurf ist für unS von grötzter Bedeutung, denn wir müssen in ihm die Grundlage eines neuen Strafgesetzbuchs sehen. Es ist eine alte Erfahrung der Gesetzgebung, bat) sie sich selten ganz von den Gedanken eines ersten Entwurfs frei machen kann. Unter Strafrecht aber schreit nach einer starken Entwicklung. Ueberall gärt es: Unter heutiges Strafgesetzbuch von 1870 ist noch stark im Banne der Ideen, die zuerst int französischen Gesetzbuch 1810 festgelegt wurden: aber sehr bald schon begann der Ansturm gegen die allzu formalistische Betrachtung: man erkannte, das) man mehr Rücksicht auf die Eigenart der Täter nehmen und die Mittel der Einwirkung auf sie besser entwickeln müsse. Und das ist überall in der Welt gleich Das Strafrecht hängt mit Verhältnissen zusammen, die überall dieselben oder doch sehr ähnlich sind, individuelle und soziale. So arbeitet die Schweiz seit 1894 an einer Erneuerung und zugleich Vereinheitlich- ung ihres Strafrechts: ihr letzter Entwurf stammt aus 1918. Oesterreich arbeitet an der Reform schon feit 60 Jahren: seine letzten Entwürfe sind kurz vor dem Krieg ans Parlament gegangen. Unsere deutsche Entwicklung ist der dieser beiden Länder stets gefolgt: alle drei Entwürfe sind miteinander verwandt: man sagt, dah Oesterreich )eht auf unser Dorgehen warte, um bann sich euerem Recht anzupassen*). Eine Annäherung bes Straf rechts kulturverwandter Völker kann nur erwünscht fein. Ebenso hat Dänemark Entwürfe herausgebracht, deren letzter 1917 sich ebenfalls stark den anderen germanischen Vettern nähert. Schweden ist erst im Anfang der Reform, es geht Dietleichi etwas mehr eigene Wege, aber es folgt doch den allgemein angenommenen Grundgedanken. — Alle diese Entwürfe beruhen noch auf dem Gedanken, dah der Mensch moralisch für sein Tun verantwortlich, die Strafe daher eine Vergeltung fei; sie haben diesen Gedanken zwar schon sehr abgeschwächt; sie erkennen alle an, dah man nebkn dem schuldhaften Täter auch den gefährlichen Menschen beachten müsse, was bisher viel zu wenig geschah. Wenn jener bestraft wird, bedarf dieser einer besonderen Behandlung als Geisteskranker oder Minderwertiger, als Trinker oder Arbefts- scheuer oder als Gewohnheitsverbrecher. Und vollkommen einig sind wir darüber, dah eine rein äuherlich-sormale Vergeltung recht wenig wert ist, dah sie nicht nur weiteste Rücksicht auf die Eigenarten der Taten, sondern viel mehr noch aus die der Täter nehmen muh. Daher liegt heute in den Strafgesetzbüchern das Schwergewicht viel weniger in den fein ausgebildeten einzelnen Tatbeständen, als in der Darbietung der Dehand- lungsmittel und in der Charakterisierung und Gruppierung bet Täter. Manchem Konservativen gebt das schon zu weit; er fürchtet schwächliche Rücksicht aus die »Schlechtigkeit“ und sieht eine Gefahr im Verlassen der strengen, wesentlich auf die äuhere Tat und die Allgemeinheit achtenden Vergeltung. Anderen schliehen unsere Entwürfe noch viel zu schwächliche Kompromisse; sie weisen auf den neuesten italienischen Entwurf hin, dessen erster Teil 1921 m italienischer-, englischer, französischer und deutscher Sprache (!) yeraus- fam und völlig den Gedanken moralischer Selbst- verantwortung verwirft, da wir die ihr zugrunde liegende Willensfreiheit nicht feststellen könnten. Ohne die Sätze der Sittlichkeit irgendwie zu verlassen, will Ferri, der Verfasser dieses Entwurfs. die Täter nur nach ihrer Gefährlichkeit behandeln. Danach allein sind seine Mahregeln gestaltet, wenn sie auch vielfach unseren Strafen äuherlich gleichen**). Ob wir diesen Gedanken jemals voll verwirklichen können und werden, weih ich nicht; aber wir neigen entschieden dabin, fett Jahrhunderten langsam, in den letzten Jahrzehnten immer stärker. Das ist eine ungeheuer schwere, die tiefsten Gründe des Menschenlebens •) Die österreichische kriminalistische Vereinigung hat soeben 1922 eine höchst wertvolle kritische Arbeit zu unserem Entwurf veröffentlicht. **) Genaue Betrachtung zeigt, dah der Entwurf trotz seines modernen Ausgangspunktes vielfach ganz verallet ist. berührende Frage. Dabei muh das Strafrecht die Anschauungen des Dolles beachten, selbst wenn es diese nicht mehr für voll berechtigt hält, denn sie wurzeln zu fest, als dah sie einfach auszurotten wären. Aber es darf und soll feine Bestimmungen so elastisch fassen, dah sie eine der allmählich besseren Erfahrung und Einsicht angepahte Ausgestaltung zulassen. Das Gesunde und sicher Bleibende am Schuldgedanken verkümmert dabei nicht. Die Kraft der Strafverfolgung und ihre Gerechtigkeit gewinnen dabei zweifellos, und damit kann das Ansehen des Strasrechts im Dolle wieder steigen (wozu freilich auch noch anderes gehört!), und das Strafrecht dient einer besseren sittlichen Auffassung. Rur davor muh immer wieder gesamt werden, dah man glaube, das Strafrecht könne jemals das Unrecht ganz aus der Welt schassen; dazu ist dies zu sehr von Derhältnissen bringt, auf die wir keinen nennenswerten Ein- fluh haben! Das Strafrecht verallgemeinert nur den ewigen Kampf des Menschen mit den bösen Trieben in der eigenen Brust! Wie einfach axir doch ehedem die Aufgabe des Strafr.-chtsprak- tikers. den die Seele des Täters so gar nichts anging — und wie grob und sctzver. nahezu unerfüllbar ist sie heute, da wir danach streben, dem Innen, eines Menschen nahzukommen und den Bann, in dem es oft gefangen liegt, zu lösen. Dah ein mit diesen Problemen belasteter Strafgesch- entwurf nichts vollkommenes fein kann, ist klar. Aber der unsere hat sich redlich bemüht, etwas brauchbares zu schassen. Es hängen ihm noch viele Schlacken an, er könnte manches Alle über Bord werfen und wird, sollte er nicht noch entschieden bereinigt werden, sehr bald wieder dem Fortschritt nicht mehr entsprechen. Aber er ist eine Grundlage, aus der wir Weiterarbeiten können, und schllehlich darf nicht das Streben nach dem Besseren das Gute hemmen. Wir müssen aber endlich einmal aus dem Dann des alten Strafrechts heraus und freiere Luft atmen können, in der dann die Gedanken der Entwicklung in der praktischen Betätigung sich besser entfalten werden. als bei aller papierenen Erörterung. So also ist der Entwurf zu begrüben, aber es ist auch dringend zu fordern, hab die Kritik willig gehört werde. Ich suche die groben Linien der Entwicklung auszuzeigen. Dorweg die Bemerkung, hab ein Strafgesetz heute in seiner Fassung auf das allgemeine Verständnis und die Volksrichter Rücksicht nehmen must. Unser Entwurf steckt noch zu sehr in dem Dann juristischer Tüfteleien, seine Sprache ist noch nicht klar genug; allerdings darf niemand erwarten, hab ein Gesetz jemals so einfach wie ein Roman zu lesen sein werde. 1. Der Entwurf versucht, das sogenannte Polizei - undDerwaltungs strafrecht zu verselbständigen. Jeder gibt gern zu. das) man die Uebertretung einer Polizeivorschrift anders beurteilen und behandeln muh, als einen Diebstahl oder eine Körperverletzung. Aber einmal ist doch recht schwer zu sagen, was alles reines Verwaltungsrecht ist — z.D. der heutige Sozialwucher, die Preissteigerung? — und welche Besonderheiten da gelten sollen, ob man auf die Schuld weniger Rücksicht nehmen soll, ob Gefängnis auszuschlieben ist, wie es der Entwurf vorschlägt. Und dann stecken in diesen Taten oft ganz erhebliche gesellschaftliche Gefahren, die bei oberflächlicher Behandlung leicht übersehen werden. Drum wird es wohl dabei bleiben, dah man zu diesem Kreis nur bestimmte geringfügige Taten zählen wird, wie es vorläufig auch der Entwurf tut. Aber eins ist richtig: bei sehr vielen Taten muh man noch mehr als sonst darauf achten, dah mit der Strafe allein so gut wie nichts geholfen ist; gerade hier ist die Strafe nur ein Hilfsmittel für Die Verwaltung. 2. 3m übrigen geht alles auf eine Verfeinerung der Schuldbehandlung hinaus. Schuld ist Pslichtwidrigkeit und liegt vor, wenn jemand vorsätzlich — absichtlich, willentlich — oder fahrlässig handelt. Daran ist nicht viel zu ändern. Aber im Einzelfall ist es furchtbar schwer zu sagen, dah ein Schaden von einem willentlich oder fahrlässig oder schuldlos angerichtet ist; das kann jeder täglich feststellen. Der E. sucht hier durch genaue Anweisungen zu helfen, die brauchbar sind. Aber in einem Punkt ist er nicht glücklich: Wie steht es. wenn jernanb nicht weih und nicht wissen konnte, dah sein Tun verboten ist? Dann trifft ihn keine Schuld! Das wird mehr und mehr anerkannt, besonders da heute oft der Jurist sich nicht mehr im Gesetz aus kennen kann. Aber der E. fürchtet, die klare Anerkennung dieses Satzes möchte dem Staat manchen Hnrechttuer durch die Lappen gehen lassen, und so verklausuliert er ihn so juristisch, dah niemand versteht, was da gesagt fein soll. Das muh geändert werden. (§§11—14.) — Untere psychologische Beobachtung hat uns nun gelehrt, dah die Schuld von so viel Verhältnissen abhängt und solche Verschiedenheiten aufweist, dah der Richter sehr sorgfältig vorgehen muh. Hier steht der E. im wesentlichen auf dem Standpunkt der fortgeschrittenen Erkenntnis. Gewih wird bann mancher freigesprochen oder milde beurteilt. Aber leiden wir nicht an einem ilebermab wahllos vorgeschriebener, äuherlich gleicher Strafen? Entspricht nicht die Verfeinerung der Schuldauffassung dem Fortschritt sittlichen Emvsindens? Es ist irrig zu meinen, dah damit die Forderungen der Sittlichkeit oerringert würden. Die Entwicklung weist uns nur gebieterisch darauf hin, dah wir mit anderen Mitteln als mit der Strafe helfen müssen und besser helfen. Das beachtet auch der E.. wenn auch noch vieles daneben zu tun sein wird. Strafrecht, Verwaltung und freie soziale Arbeit müssen zusammmenarbeiten. 3m E. sind eine Reihe von Derwaltungsmahnahmen geregelt, die neben ober statt ber Strafe anzuwenden finb, so bie Unterbringung in Heil- ober Pslegeanstalten, in Trinkerheilanstalten, Arbeitshäusern, Terwah- rungsanstalten, bie Schutzaufsicht und bie Erzie- hungsmahregeln bei Jugendlichen. Die er Hinweis auf bie gemeinsame Arbeit ist ein grober Fortschritt. Zu begrüben ist. das) bie Verminderung ber Zurechnungsfähigkeit bei ben geistig Schwachen, den Zurückgebliebenen oder in den Rerven schwer Geschädigten anerkannt ist, im Gegensatz zum heutigen Gesetz. Diese Forderung war allgemein gestellt; aber mancher derartig Minderwer.ige wird dann statt ins Gefängnis in eine Heilanstalt wandern oder sonst unter Schutzaufsicht gestellt werden, was oft wirkungsvoller sein wird. Und nicht jeder, der heute »nervenschwach" ist, darf glauben, dah er nun als minder schuldig angesehen werden müsse! Hier mag auch noch erwähnt werden, dah ber E. einen wichtigen Entschuldigungsgrund erheblich erweitert hat, den sogenannten R o t st and, dessen Regelung heute ganz unübersichtlich und ungenügend ist. Aber auch da ist er noch zu zaghaft und viel zu formalistisch! Rach ihm handelt in Rrtstand oder in Rothilfe, wer unter pslicht- mähiger Berücksichtigung der sich gegenüberstehenden 3nteressen eine mit Strafe bedrohte Handlung begeht, um von sich (einem andern) die gegenwärtige, nicht anders abwendbare Gefahr eines erheblichen Schadens abzuwenden, ben zu tragen ci (oder der andere) rechtlich nicht verpflichtet ist; die Gefahr darf von dem Täter nicht verschuldet sein; hn zweiten Fall darf die Tat nicht gegen ben Willen des andern begangen werden. Wie schwerfällig ist das! Viel einfacher und brauchbarer sagt der Schweizer E.: Die Tat, die jemand begeht, um sein ober eines andern Gut .... aus einer unmittelbaren, nicht anders abwendbaren Gefahr zu erretten, ist fein Vergehen, wenn dem Täter ben Umständen nach nicht zugemutet werden konnte, das gefährdete Gut preiszugeben. Besondere Beachtung muh dem S ch u 1 d m a h geschentt werden, und auch hier zeigt der E. Fortschritte. Er kennt im Gegensatz zum heutigen Recht bei jedem Fall mildernde Umstände. Und darüber hinaus erlaubt er dem Richter in vielen Fällen, die als »besonders leicht" gelten, b. h. wo ber verbrecherische Wille gering unb nach ben Umftänben entschulbbar ist unb die Folgen der Tat unbedeutend finb, bah bie Strafe nach freiem Ermessen gemildert werde, ja in einigen Fällen sogar, dah das Gericht ganz von Strafe absehe! Und hierher gehört auch, dah ber Richter bie Vollstreckung von Gefängnis unb Einschliehung auf zwei bis fün Jahre, von Hast auf ein bis zwei Jahre, aussehen kann, wenn er annimmt, dah ber Täter be- fonbere Berücksichtigung verdient unb bah er auch ohne Vollzug der Strafe sich künftig wohl verhalten werbe, regelmähig nur bei noch nicht in einer Strafanstalt gewesenen. Dieser Ausbau der heute schon durch Verordnung überall eingeführten sogenannten bedingten Begnadigung ist sehr zu begrüßen; die Erfahrung hat uns gelehrt, dah bei vielen die Schuld wirklich nur gering war, dah sie durch den Urieilsspruch und die Drohung seines Vollzugs schon genügend getroffen sind, dah die Allgemeinheit auf die Ausübung der Vergeltung bis zum letzten verzichten kann. Es wäre nur zu wünschen, dah diese Strafaussetzung auch für die Geldstrafe gelte. Rach dem E. kann z.D bei Mord bis zu Zuchthaus von 10 Jahren herab- gegangen werden, während heute ausschliehlrch die Todesstrafe zulässig ist. bei Tötung auf Verlangen, heute Mindeststrafe drei Jahr Gefängnis, ist ein Tag einfacher Einschliehung möglich! Anderseits aber geht der E. bei schweren Fällen auch entschieden vor, er berücksichtigt viel häufiger die ungewöhnliche Stärke und Verwerflichkeit des ver- br«herischen Willens; er beachtet den Rückfall bei Freiheitsstrafen, ber bisher nur ganz selten beachtet wurde, ganz allgemein. Bei vielfach rückfälligen gewerbs- ober gewohnheitsmähigen unb für Die Rechtssicherheit gefährlichen Verbrechern läht er schwere Strafschärfungen unb baneben eine langbauembe Verwahrung zu. Bei Gewinnsucht kann stets neben ber Freiheitsstrafe auf Geldstrafe bis zu 100 000 Mark erkannt werden. Und ganz allgemein weist der E den Richter an, die Strafe ber Eigenart bes Täters, allen Verhältnissen, ber Art feiner Schulb, feiner ganzen Gesinnung anzupassen Er stellt ihm vielfach mehrere Strafarten zur Auswahl hin. Dabei werben dem Richter freilich schwere Ausgaben gestellt! Er oll prüfen, ob durch bie mindere Strafe schon „der Straf zweck" erreicht werden könne! Was das aber ist, sagt er nicht, so bah jeder Richter sich etwas anderes dabei vorstellen kann. (Diese gutgemeinte, aber kaum durchführbare Bestimmung steht schon im Gesetz über die Geldstrafen vom 21. Dezember 1921 ) Man wird sagen müssen, dah damit die Strafjustiz stark etbifiert wird, und dah jeder Strafrichter ein fein durchgebildeter Psychologe sein muh. will er seiner Ausgabe gerecht werden! Gewih kann diese Freiheit des Richters mih- braucht werden, aber sie weckt auch neue Kräfte unb entspricht allein unserer heutigen Anschauung. Aber begreiflich, dah die Neuerung viele Gegner hat, auch unter ben Richtern selbst. (3m Stras- prozeh entspricht ihr eine gröbere Freiheit ber Staatsanwaltschaft.) 3ch glaube, bah diese Bestimmungen das Strafrecht sehr veredeln und ihm eine erheblich stärkere Wirkungsmöglichkeit geben werden. Und unsere Justiz wird der Aufgabe gewachsen sein! Deutscher Reichstag. (219. Sitzung ) Berlin, den 26. Mai 1922. Präsident Löbe eröffnet bie Sitzung mit einem Rachruf für den plötzlich verstorbenen Abgeordneten Matten (Z.). Eine volksparteiliche Anfrage behandelt ben Fall ber Studienassessvrin Wollin, bie als Studienrätin an bas Gymnasium Traben-Trarbach gewählt war unb ber von ber französischen Mili- tärbehorde bie Einreiseerlaubnis mit der Begründung verweigert worden war, dah Leute aus Pommern und Ostpreuhen als ber Entente gefährlich anzusehen seien. Die Antwort des Reichsministers des Innern stellt fest, dah bie Rheinlandkvmmission sich durch Art. 4 ihrer Verordnung Rr. 27 das Recht beigelegt habe, gegen bie Ernennung jedes für daS besetzte Gebiet bestimmten deutschen Beamten ein Veto einzulegen, falls sie diese Mahnahme aur Sicherung des Unterhalts und der Sicherheit der alliierten Streitkräfte für nötig hält. Die Rheinlands kvmmission hat in neuerer Zeit wiederholt von ihrem Veto gegen beamtete Lehrpersonen wegen ihrer Herkunft aus den ostpreuhischen Provinzen Gebrauch gemacht. Die Reichsregierung ist fortdauernd bemüht, diese unberechtigten Eingriffe in die durch das Rheinlandsabkommen gewährleistete deutsche Verwaltung abzuwehren. Heber die Ablehnung ber ©tubienrätin Wollin ist ber Reichsregierung ein Bericht noch nicht zu- gegangen. Sollte sich die Ablehnung bestätigen, so wird auch dieser Fall bei den zur Zeit schweben- den allgemeinen Verhandlungen über diese Angelegenheit erörtert werden. Rachdem sodann die Verlängerung der Pacht- schutzrrdnung in allen drei Lesungen angenommen ist, folgt die zweite Beratung des Haushalts des Reichstags. Abg. Höll ein (K.) führt Beschwerde über den Direktor des Reichstags dem er Gesinnungsschnüffelei und ungebührliche Behandlung bes Personals voranrft. Präsident Löbe bedauert, dah ber Redner Angriffe gegen einen Beamten gerichtet habe, der sich nicht verteidigen könne. Rach längerer Debatte wird eine Entschlie- hung Morath (D. Dpt.) auf Gewährung einet Ausgleichszulage für bie Reichstagsbeamten sowie eine Entschliehung auf ihre Besserstellung angenommen und der Etat bewilligt; ebenso das Etatgesetz, die Gesetzentwürfe über die Ausprägung von Hartgeld. Besteuerung der Deamten- dienst Wohnungen und die Verordnung über die Preiserhöhung für Elektrizität, Gas und Wasser. Hm 51/« älhr vertagt sich das Haus; am Samstag mittag 1 Hh-r: Dritte Lesung des Haushalts. Tunten, Sport und Spiel. • Die diesjährigen Frühjahrs- Vereinsmeisterschaften des Giehener V. f. B. fanden am Sonntag auf dem Sportplatz Trieb statt. Die gezeigten Leistungen ber V. f. B- Leichtathleten berechtigen zu aussichtsreichen Hoffnungen für die kommende Spielzeit. Die Ergebnisse sind folgende: Jugendliche: 100- Meter-Laus: 1. Weisel, Karl, 2. Gartenschläger- Willi, 3. Wilker, Hch.; Hochsprung: 1. Kreiling. Arthur. 2. Pannecke, Fritz, 3 Rah, Erwin; Kugelstoßen: 1. Gartenschläger. Willi, 2. Weisel, Karl. 3. Stein, Fritz; 300-Meter-Laus: 1. Pannecke, Fritz, 2. Kreiling, Arthur, 3 Blumenthal, Ick; Weitsprung . 1. Kreiling, Arthur, 2. Weisel, Start, DieSakramentshex. Roman von Marie Kerschen st einer. 29. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Qene “ Hub er an. »vertrau mir dein Herz. Erzähl mir, was mit den Dörflern unb btr gewesen ist. Manch ungereimtes Zeug hab' rch da drunten erfahren und aus deinen Anspielungen so manches entnommen. Aber es gab mir kein klares Bild. Jetzt muh ich wissen, wie das alles sich oerhälL“ . _ Er bemerkte, wie sie erbebte, deshalb nayrn er sie fest in die Arme, bettete ihren Kopf an feine Brust unb sagte: »Du wirst sehen, Lene, fo gehfs. Latz dir nur Zeit, ich wrll geduldig warten unb dir helfen aut jeden Fall." Ern paar flatternde Ansätze und Wiederver- fhrmmen. Dann fing sie zu erzählen an. Verworren. abgerissen zuerst, Kar, Rammen gerafft weiterhin. Hnd jedes Wort war ein Strich zu einem ganz aus Herzblut gemalten Bild. Längst hatte sie sich Hemers Armen entrissen und stand vor ihm, ihre Worte mit heftigen Gebärden und leidenschaftlichen Gefühlsausbrüchen begleitend. Sie lebte noch einmal die ganze schmerzvolle 3nnenfeitc jener Begebnisse bu ch. Hnd als sie geendet hatte, schüttelte sie die hochrrhodenen Fäuste wild gegen das Dorf hin, während sich die Zöpfe ihrer Haarkrone losten und ihr über dtacfen und Rücken rollten. Dann schlug sie die Hände vors Gesicht in tränenlosem Schluchzen. Langsam Dergrollte so das Hngewitler in ihrer Brust. Jetzt nahm Heiner ihr leise die Hände von de» Augen, sah sie, stumm vor Mftleid. an. 3hrc Lebensgeschichte hatte den Wunsch, sie zu besitzen, selbstloser gemacht. Er dachte in diesem Augen - blia -nur an sie. Rur daran, durch doppelte Liebe gegen sie die Lieblosigkeit der andern zu sühnen. Annes " Hub er nach einer Welle des Schwergens an. »Doch jetzt, da du es dir vom Herzen gesprochen hast, wollen wir das Schreckliche begraben. Wallen gar nicht mehr an das Vergangene denken, nur an das, was vor uns liegt. Wir haben ja ein neues Leben angtfangen!“ „Hnb“ fahr er fort, »jetzt sollen sie gut machen, die im Dorf, Jetzt sollen sie dir die Hände unter die Fühe legen! Dienen sollen sre dir! Hnd wenn es mit nicht gelingen sollte, sie zu lehren dich zu lieben, dann sollen sie we- nigftend mich fürchten lernen!“ Sie schüttelte den Kopf. »Die meinen, ich sei ein Böses, bas treibst du denen nit aus." »Hnd," fuhr sie bitter fort, »well sie's immer gesagt haben, hab' ich's fast selbst geglaubt Bis das Wunder gekommen ist, da hab' ich gewusst, dah es nit wahr sein kann!" „Hnd weil das Wunder über dich gekommen ist, werden auch die Dörfler letzt einfehen. datz sie dir Hnrecht taten,“ spann Heiner rhre Gedanken fort, sich ihrer eigenen Ausdrücke bedienend, wcll er sah, k»tz sie rhn so am besten verstand. Er ahnte nicht, wie treu sie der Ausdruck ihres ganzen Innenlebens waren. Zweifelnd sah Lene zu ihm auf. "Sie volle Zuversicht die dort geschrieben stand, lieh sie einen Augenblick schwanken. Doch Das alte Mitz- trauen war gleich wieder da. Ich glaub's halt nit! — Die machen, datz das "Gute wie bös hersieht und das Böse wie gut! — Hnd das Wunder, Heiner, verstehen die nit! — ES könnens nit alle verstehen. Sie sicher nit!“ »Hnd schliehlich kann es uns gleich fein,“ meinte Heiner. »Wenn wir kernen Augenblick auf hören daran zu glauben! Richts kann ans widerfahren, sondern wir fühlen, datz es uns zaubrig hält!“ Dies letzte Wort hatte ein lautes Echo in Lenes Brust erweckt. Hätte Heiner das rechte Wort gefunden, die leise au flennende Gläubigkeit in Lene zu bestärken, bevor das Echo verllang, er würde ihren Widerstand in diesem 2lugen- blick besiegt haben. Doch Heiner schwieg. Er sah das Streiten der Gefühle auf ihrem Gesicht und wagte nicht, es zu stören. Der Mut sank ihm, als Lene jetzt in jähem Entschlutz gleichsam sich vor sich selbst zu retten, ihr Kind aufgriff und Heiner die Hand hinbot: »Jetzt geh' ich heim! Ade Heiner!" »Lene!" rief Heiner schmerzlich aus. »Hnd ichDenkst da gar nicht an mich?" »Grad weil ich an dich denk', drum geh' rch nit ins Dorf. — Beim nächsten Vollmond komm' ich wieder übers Moor, und jedesmal, wenn's Vollmond is, so lang der Sommer dauert. — Wir sind auch ohne das Dorf schon glücklich gewest, Heiner!“ »Dächtest du wirilich an mich, du würdest onbcT3 sprechen! — Aber well du deine Furcht nicht überwinden kannst, deshalb gibst du mich preis, Lene, ich hätte gedacht, du würdest tapferer fein, als du bist! Die Dörfler . . .“ »Es is nit wegen denen," fiel sie ihm verächtlich ins Wort. »Das Wehren kann ich, da brauch ich nit einmal dich! — Was anders fürcht' ich!" „Was fürchtest du denn?“ .Mich.“ .Dich?" Sie nickte traurig mit dem Kopf. Die Hand auf die Brust gelegt, Hub sie an: »Da drinnen sitzt mir was, das sich nit kommandieren lätzt!... Solang das schläft, is alles gut Aber wenn es aufwachen tut, dann kenn' ich mich selbst nit mehr. Dann reiht mich's fort, als wie der Wind» Dann weih ich nit, was ich tu . . . Hnd Die vom Dorf sind halt so bvs, du weiht noch nit, wie arg. Aber ich weih es, ich hab's erlebt! ... Rit ruhen täten die, bis sie das Böse in mir aufgerüttelt hätten . . . Hnd ging mir der Gart durch, an wem liehen sie's aus —*t An dir and dem Büble da . . . Drum geh' ich nit mit!" Wie sie das sagte, mit dieser unbeirrbaren Bestimmtheit, halte Heiner das klare Gefühl, dah sie recht hatte. Datz er, wollte er ganz selbstlos sein, verzichten müsse. Aber da war nicht nur sein Herz, da war auch das Kind! Da war baä Versprechen, das er seiner Mutter feierlich gegeben und baä er nicht brechen durfte, wollte er nicht zum Schurken werden. — Rein, Lene muhte ihm helfen, seine Pflicht zu tun gegen das Kind und gegen die Mutter. So. wie es in dem Lied hi eh: Hnd Freud und Leid, und Glück und Rot treu miteinander tragen! Das war das Wesen der Liebe und ihre höchste Blüte dir Aus- opserung. Auch von ihm verlangte das Opfer Verzicht und Ertragung mancherlei Art. das gab ihm das Recht, auch von Lene das Liebesopfer der Duldung und Selbstbeherrschung zu fordern. (Fortsetzung folgt) 62-),50 LOO, - 27.5» Wechsel auf Schweizer Franken 1,30 3,6» 3,75 [cnamit. Auf dem Markte der später 280 gi notierten ODi un Kaffee wird billiger erte blieb die Umfahtätigfelt auf wenige Spezialpapiere leschränTt "Bat,) 475, nationale Anleil Pc»ris, 26 Rlai. (' WM 24. w ai. 26. Mai. 6346,70 6303,3» 5316.66 3Sm j 'ä'ah,»11« rechte Yahnpflegemittel«. 215,30 118» i 6 4005, - 750 9 0 970* 1786 780' 1085' 72?., 630, 640, 100 100 100 100 LOO 1 100 1(10 100 100 Zürich . . . Amsterdam Stoßen bauert Stockholm . Wien.... Prag.... London. . . Reu York . . Pairis. . . . 605,- <80,- 410,- 80,- 720,- 210,-- 204.- 1.80 0.05 10X55 47.90 23.35 27.15 44.35 0.635 524.50 1.875 0,12 26. 5. 1,80 0.89 1,61 1,35 2596,— 17 90 1.29 1,63 1,33 Holland. . . Deutschland Wien . . . . Prag Paris. . . . London. . , Platten . . . Brüssel . . . Budapest. . Reuyork. . , Agram . . . Warschau . (3h einem Lei! der Auflage wiederholt.) Die Richtlinien de« Ausschusses für di« mter. . . 100 Kc. . . 100 Kr. €s erhöht die Jtusgie bigkeit, kräftigt die färbe, veredelt das Jfromct des Qet rankest 6347 95 7474,35 698,75 1511,90 V92,u5 2 i0,<7 2 io.3,35 558 ,95 4560,70 665,2) 35, j5 Der der Datum. Amstd -Rotterd Brüstel-Antw. Christtanta. . SXopcnbagcn . Stockholm. . . Helstngsor». . Ptalien .... London .... Reirvork. . . . Paris..... Schweiz.... Spanien. . . . Deutsch-Oesterr 2L5. 77,50 94,10 115,- 84,- 401.- 310, — 302,- 297,- 593,- 432,- 317,- 260,- 299,- 641, 651, 850, 626, 491, 427, 78, 765, 212 1.7.14. 125.40 59.20 88.80 88.80 117.80 117.80 97.80 23.80 125.40 6292,90 7 58 1.0 1506,90 130 s,65 293,37 2663,35 1680,85 556,70 106,65 21.;,30 139,75 40 j6. - Fl. = Mk. = Str. = Str. - Fr. ----- <£ ue Ö. =□ Fr. ---- Str. = $ ----- 6332,05 ?45ö, >5 597,25 150t«, IQ 18',35 290,12 2646,65 552.1,05 454 , .0 3,90 553,80 34,95 Korrekt leitete. 4 Goetz-Wanderung der D. T. Kurs Kurs 203.70 1.76 0.05 10.06 47.625 23.29 27.35 44.05 0.625 523.50 1.875 feO,L3 26.5. 77,59 97,2' 135,- 83 50 385,- 302,- 300,- 297,- 570,- 432,- 317- 260.- 300 - 1095, - 742,- 620t— 625,- 76">,- 599,50 483,- 408, 78,- 700,- Boch. Gußstahlwerke 1000, Bud.-Eifenw^Akt.. 790, D.-Luxenlb. Bergw.. 966, Gessenkirch. Bergw.. 995, Harpener Bergbau. 1820, Oberschl. Gisenb.-B, 810, Overschkef. Wsenind. 630 Kurö 24. 5. 77,50 95,10 115,50 85, - 39-5, - 305,25 300, - 298,50- 588, - 432, - 322,- 261,- 300,- 1040,- 775,- 951,- 999,- 1810,- 800,- HertiLgung der Baben und rabcnai’tiiie Gebührenordnung für Hebammen. Sturts 26. 5 77,50 98 25 13 - 84, 389,50 300 - 301,- 296, - 580,- 44t,- 322,- 260,- 299,- 1000,- 730, - 920,- 968,- 1783,- 765, ~ AuS form AmtSvcrkuudiqttttgSblatt. •• Das A m t S v er kü n d i q u n q s b la t t Ar. 66 vom 26. Mai enthält: Brewisi >N ersornung der HnuShirltungert, der Landwirtschaft und <, Kleingewerbes in den Landgemeinden des Streifet . . Fr. . . Fl. . . Str. . . Str. . . Str. . . Str. . . Sh. . . $ . . Fr. Büchertisch. — Führerdurch daS Hauptwegeneh des Sauer lande« (Amtl. Ausgabe 1922 mit grosser Wegekarte). Herausgegeben vom Hauptvorstand des 0. G. V. (Sauerland-Verlag, Iserlohn.) 24. 5. 1.78 Felder und Rcifekvstenvergütumi der Ortsvor- slaudSpcrsonen. — Branddekäiiwfung auf dem 21 i»7O 137,75 3843, - 1110,- 751,- 640,- 683, — 795, - 620,- 500,- 421,- 76.60 765.- Bad.Aüilin-u. Soda .Höchster Farbwerke. Allg. Elektr.-Ges. . . Selten & Guilleaume Schuckert-Werke. . . Adlerwerke...... Daimler....... bei Verwendung von Webers (karlsbader xa/feo-gowürg. 1385,75 \ 1414,25 11235 *0 11264,10 2141,90 2448 10 2126,95 24 3,0a 53 >.'3O 5346,70 5303,35 5 " "" Bogel -Tafle- Börsenkurse. Frankfurt Berlin Schlu!)- Schluss-- Schluh- Schluß. Datum: 5>o/., Disch. Striegsanl. 4"/qDisch, Reichsanl. 3"/„Disch. AeichSanl. 4°/o Pretch. StvnsolS Hamburg-Pakets.. . 'Rorddeutscher Lloyd (Somiu. u^Peiva Iba nf Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . . Disconto-Gesellschast Dresdner Bant. . . Mitleid. Greditbank. 7lationalbank s. D. . ^hnmelfaforttag ist feit vielen 3a breit Wandertag der D. T. Gr gilt dem Gedächtnis deS getreten, die sich noch folgenden Sichts- Punkten lxHV,ic!;ert solle: 1. (Seirauerc ilmfd>ra- Durfl des deutschen Ci i« Itum« .lnd der de itfdien Prodattivität und der Ginflutt innerer jnb äu- Beter Aktoren auf diese Produktivität. 2. Besch leilmng der deutschen 3al/u ig-iyäM f it .tnab- vängig vcmr Londoner blitng.sv(\rn u>d anderen bestehenden Abnco^u ,>m. 3 airmitg et re ai-. --------------- itberten Gintretens auf die deutsche Produktivität t Kreuz-Drogerie« Bahnhofstraße 51 Phöuix-Bergb.-Akt. 1100, - — - - 750. Martuotierungen. Für 100 deutsche Mart wurden gezahlt: Dalum Märkte. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. mc. Frankfurt a. M.. 26. Mai. Das Angebot durch Erzeuger und Großhandel war auch auf Dem Mutigen Markt reichlich. 3n Spinat, Spergeln und Salaten kann mit Aeberstand gerechnet werden. - Gs wurde be- Zahlt für den Zentner Kartoffeln 250—280 Mark, für Spinat 120—250 Mk., für Rhabarber 130*—200 Mk., für Spargel das Pfund 5—$ Mk., für Suppenspargel 2—4 Ml., für Lattich 3—5 Mk., für Skopfsalat die Staude 3—5 Ml'., für Zwiebeln der Zentner 1100 bis 1300 Mk., für Rettich das Stück 2 bis 3®, in Bündeln 1,50-2 Mk., für 'Radieschen das Bundelchen 40—60 Pf., für Sauer-- ampfer das Pfund 2 3 Mk., für Sträiiter zur Sauce 5-6 Mk., für Lauch das Stuck 0,50 bis 1 Mk. Bon Südfrüchten kosteten Orangen, panische, blonde, in ^Packungen von 300, 360 und 500 Stück 1200-1500 Ml., spanische, oval, itt gleicher Packung 1500 1800 M.; Zitronen in Kisten von 300 Stück 600 -700 Mk. See- ifcho kosteten 7-11 Mk., 'Flustfische 6 bis 21 Mk. das Pfund. — Butter hatte den Preis von 85—88 Mk. im Grostverkauf. — Sier kosteten im 100 4,40—4,45 Mk. das Stück. Mainzer Produktenbörse. Mainz, 26. Mai. Auf der heutigen Dors« lag ein ziemlich großes Angebot in ausländischem Weizen vor. Recht namhaft mar auch die Anfuhr von inländischem Weiien und Roggen. Gerste war ast ohne llmfah. Das Aachgel^n der Devisen lxrt auf den Verkehr allgemein abschvächend gewirkt. (Sine stärkere Rachfrage war nach wie vor nach Kleie. Aus dem Hülfenfruchtmarkt war die Staufluft etwas angeregter. (3d notierten lokv Mainz per 100 ÄITp: Weizen 1560, Otoggeu 1200, Safer 1350, Futtergerste 1275, Inl. Wci<;emnehl 00 2300, Inl. Weizenmehl Spez. 0 2125, Weizenmehl mit AuslandSmehl gern. 2200, 70prvz«nt. Roggcn- mehl 1600, Weizeickleie ohne Sack 900, Roggen- flele ohne Sack 900, Ollais 1300, Maiöschrvt 1340, Futtermelrl 1000, 3tat. Ciyerne 8000, Provenc öiMeme 8000, Ital. Rotklee 8000, Inl. Rotklee 6500, Weiste Bohnen 1375, Bittoria-Grbsen gefch. 2150, Biktoria-Grbsen uirgesch 1650, Burma- Reis kl 2150, Auslandszucker 3350. Haserslocken 2150, Graupen 2150, Wiesenheu lose 770, Klee- Heu lose 770, Haferstroh 380, Aoggenstioh 350. I auSschuh gestern Dr. B c r g m a n n, der ihm über die Dcrl»irdlungen zwischen H.nmes und der ReHaraaonSkonmiifsion hetr. die Forderungen d«nn 31. M^ Bericht erstatte!e, davon in Stennt- ubs gesetzt habe, dait er ebecrfalls di« (3 inte 11 u n g der deu tschen Inflation und bie Herstellung de S Gleichgewichts des Budgets fordern würde. Die deutsche Regierrnig müsse also diese 'Forderungen annehmen. wie Dr. Hermes es getan habe. Die Mitglieder deS Au gchufses seien dann in d e Prüfung de r finanziellen und merzi eilen tiagc Deutschlands ein- Handel. 4 Der 59. Derbandstaa der hessischen Kreditgenossenschaften fand au Einladung der Gewerbebanl zu Giesten e. G. m. b. H. in Giesten im Hotel „Grohherzog von Hessen" unter zahlreicher Beteiligung statt. 3n der Hauptversammlung, zu der auch Regierungsrat He m- m erde als Vertreter der Proviuztaldlrektion und Bürgermeister Krenzien als Vertreter der Stadtveiumltung erschienen waren, wurde die irirtschusiliche Lage und ihre Einwirkungen au hie Genossenschaftsbanken eingehend erörtert und eie Wunsche und QCrtregunaen der einzelnen Verbandsinstitute bespi ochen. Aebeii dem 'Bericht deS Verbandsdirektors Zustizrat Dr. H a r n i e r, Kas- fei, und längeren Ausführungen des Direktors Malz von der Genossenschastöabteilung öer Dresdner Bank in <^ankfurt a. M. über banktechnische Fragen fesselt« vor allem der httereffante Vorti-ag des Anwalts der Deutschen Genossenschaften Prof. Dr. Erüger, 'Berlin, Der die Schwierigkeiten der augenblicklichen Wirtschaftslage unterstrich und zu besonderer Vorsicht hinsichtlich der Strebrtgewül)tung der Genossenschaftsbanken ermahnte. Als ein wrrksanres Mittel zcrr Verringerilng der Geldschwierig?eifen und zur Verhütung der Avtenhckmsterei bezeichnete der Redner die Wieder'einftlhrung des B^inlgeheim- irisseS, ein Sta-ndpiinkt, der auch von der Reichs- -Ixint schon lange vertreten wird. Eine entsfuechende Entschliestung wurde dann auch von Der Versammlung an die zuständige Reichsstelle Weitergel eitet. Rach mehr als sechsstündiger Beratung wurde die Dagung geschlossen. Berlin, 26. Mai. Bürseustim« m u n g S b i l d. Wenn es noch eines Anstostes zur Verschärfung der an der Börse aus bett bekannten Gründen seit langer Zeit herrschenden Unlust und Zurückhaltung bedurfte, war dieser heute durch di^Presseerürterungen über bei Der ReicbSregie-rung bestel-ende Mnftim- migkeifen persönlicher und fachlicher 2lrt in Der BehanDlung Der wegen Des herannahenDen Termins (31. Mal) breinienD geworDenen Re» paratlonsfrage gegeben. Gs erfolgten am Aktienmärkte auf Der ganzen Linie weitere Pofi- tionSlöfungett unD aud) Blankoabgaben fettens Der Spekulation. Bei Der mangelnDen 2luf- nahmelust bewirkten Diese trotz DeS verhältnis- mäßig geringen AmfangeS S^urSnachläsfe von 20 bis 40 Prozent unD vereinzelt 50 Prozent unD mehr. 2luch weiterhin bot Der 2lktien- markt bei teilweise erneut abbrückelnDen Kursen daS Bild ivollständiger (Sefchäftsstllle. Dies trifft mit gewissen Ausnahmen auch auf Die zu GinheitSkursen gehanDelten ZnDuftrie- papten? zu, wo Die S^urSschwankungen gleichfalls überwogen. 21m At'slanDSrertt en markt hat Die bisherige Lebhaftigkeit auch etwas nachgelassen. Die Kurse Der bisher' begünstigten Türken, Balkanrenten unD Lissaboner Stadtanleihe stellten sich unter Schwankungen unbedeutend niedriger. Qlnr ungarische Renten, besonders (Soldrente, stiegen bei ziemlichen Ltmsätzen weiter. Rein valutarische Renten, wie Mexikaner, gaben infolge der mastig rückgängigen Devisenpreise bis 145 nach. Der heimische Rentenmarkt lag in seiner Gesamtheit bis auf die Reichsanleihen still. Bon letzleren Umreit 3prvz. bei starker Verzögerung der Kursfeftstellung infolge beträchtlicher Auslandskäufe 25 Prozent höher genannt. Frankfurt a. M, 26. QKai. Borfen- st i m m u n g S b i l d. Die starke 3urfufbaltung, die schon ir-ährend der letzten Zelt <»rh<üt, hat ajd) heute keine Veränderung erfahren. Qtuf dem Kafsa- Zndustrlemarkte machte sich eine austergewöhnliche Geschaftsstikle bemerkbar. 'Die unklare Lage der auswärligen Politik hemmte die Unternehmungslust In hohem Maste. Dor Dollar wurde 287—290, Land«. — Schälgüter. — Dienst nachrtchten. — I Aenderung der Orlslatzung über den Bezug von Wasser aus dem Wasserwerk der Gemeind« Gr.- Linden. -- Feldbereinigungen Allendorf a. d. Lahn und Grüningen. Unter dem Viehbestände in Mellnau und Cölbe (Ä'r. Marburg) ist di« Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. — Die Maul- und Stlauenseuche in Dreisbach (Str. Marburg) ist erloschen. Die angeordneten Schtltzmast- regeln sind aufgehoben. Olichard Ql e 1 D von Inheiden wurde zum Stellvertreter des Sl'ommandanten der Pflichtfeuer tvehr von Inheiden ernannt und verpflichtet. ibe Deutschlands. ...... - — (WDV.) Die „Chicago Tribun«"' n-ill wissen, dcrtz der An leide- 6^77,10 ?56'i, 0 603,20 1503 15 1JO:*,36 292,63 2651,66 56(12,9.1 4669,15 t>,98 555,au 3i,56 106,35 13t,75 4047, lunvevgestttchen Dr. Ferdinand Goetz, des Mit- beprünb/rd und jahrz IZntelangen verdienslvoilea Fichiers der D. 'S. Die Goetz-Watrderung ist den Vereinen der D. T. zur Pflicht genuKt)t. Sie soll möglichst <>n Himmel fahr! oder den beiden be- itoibbarten ©onntagen ausgeführt werden. Dir Teilnelxnerzahlen müssen ber (Sau -und Kreis- Iciiung gem ldet werden. Später wird dann die ©efomtbctcllkTung In der D. 'S. durch die Tagespresse befimnl gegeben. Qlud) in unfeiiein Turnga.l Hessen waren diesmal trotz der groben Hitze wieder Diel Tausend Turner und Tumer'itmen mH ihren Angehörigen zu frol>er Turn fahrt unteriix'gü. Während in einigen Unterberbänben sich die 'Vereine zu gemeinsamer Fahrt mit gemeinsamem Ziele zusammen fanden, haben andere 'Bezirke m bezua <»>f Qlu^führung den 'Vereinen freie Hand ^gelassen, so bciipielSweise der 2. Behirl (Giesten). Die (Siebener Turnerschasl nafym sehr zal>lreich an Den Lurngüngen teil, die den T u r n- verein von 1 8 46 von Wetzlar nach Butzbach, den Männerturnverein auf schönen Wald liegen nach Lollar führten. Der- 5. Bezirk Des Doues batte 2 Treffpunkte bestimmt, B.i tz «• doch iinD Friedberg, von Ivo aus schöne Totinusuxtnder.ingen nach dein gern» i äameit Ziele Forstlxms Hnbert-i« sührien. QlunD 1000 Turners- leutc gaben sich hier ein ötenbidjein. Die Qk- zirksvereine iixirm fast geschlosten vertreten. Aach Der 4. 'Bezirk halte ein gemeinsames WanDrr- Atel, den H<ürtig bei üautcrlxid), eine den Turner.i d«S Hessengc Stätte. Bon ollen QUcbtuitgen strömten die Turner Des 'Bezirks in L'autcrlxid) zusammen, von wo unter Den Klängen einer Muslkk^elle gemeinsam nach dem Hainig marschiert wurde. — Eine Reihe von Qkrehhai des OXvuefl wird am nächsten Sonntag cvft die Psli 1) Iwan!>luiifl ausführen. Einig« lx»lxm sich Bad-Qlauhelm als Ziel geivählt, wo sich ihnen Veleaenbeii bietet, am Rachmitlag noch die Wettkampfe und OonDcroorfübruhgvn des dortselbst patt i d nv.m Gau-Jiauenwefi- turnens anzusehen. -Osslanschlägt Or D e n 8 i ä g e r. Ser ©tobe Preis von Hamburg, die- mit 100 000 Qllark ausgesfattetc 2200-Q)kete,-Prüfung hat die Frage, ob Össian ober Orden-säger besser isi. in einwandfreier Weise geklärt. Prachtvolles Wetter begttnl.lgte den gut besuchten Renntag Der seinen Höhepunkt eiieichte, als die prachtvollen Gestalten unlerer besten Vieftäh, ige.i Offttm, Omen, OrbeiWtäger und König Qlkidas die Q-Vibn bet inten. Die brennend« Flage wurde in klarster Weise Duburdj beanhrovtet, &ab Offlan mit einer Länge gegen OrDendiägcv getnann. dem im gleichen QTbftanb STöntg Midas vor Omen folgte. Züricher Devisenmarkt. 26. 5. 4V 0 Hess. Staatsanl. Electron Griesheim Dtsche. QZereinsbmik flnfl«oli- Paftillen .ber, 2. Breil, 3. Mohr: 200-QHctcr-L'auf: 1. O&eber, 2. Mohr, 3. Dreitwieser- Kugelstossen: 1. 'Mohr. 2. Voller, 3. 'Söll; Hochsprung: 1. Vvkler, 2. Qiahn, 3. Pfeil, Weitsprung: 1. Böller, 2. Grimm, 3/ Qlabn. (Senioren: 100-QAeter-Laus: 1. Thöt, 2. Geist en- hauer, 3. Radetzttz: 200-Qll«tei--Laus: 1. Gersten- Ixiuer, 2. Thöt, 3. Radetzky: Kugelstosten: 1. Hahn, 2. Sd)äfer, 3. Gerstenhauer: .Hochsprung: 1. Thöt, 2. Köhler, 3. ©erftenfjauer; 'löeitlprung: l. Thöt, 2. ©erftenbauer, 3. Qladetzky. Offen f ft r alle: Diskuswerfen: 1. Schneider, 2. Völler, 3. Älelnte; 400-QHetcr.tiauf: l.Thöt, 2.Gerstenhauer, 3. Rahn. Olusjerdeni wurden von den Iugenlüid-en als auch von den Senioren sehr Intcreffante olympische 3mal 1000-QNeter- und 4inal lOO-QEe1ev-0taffeln «elausen, die sehr spannende Momente für die wenigen Zuschauer boten. — T i e Handballspiele am morgigen Sonntag bedeuten ein turnerisches Ereignis. Es steht nun fest, da fr folgende Äreidmeifter um Den Sieg kämpfen: Seminarturnverein Gsch- wege, Tunr- und Rasensportverein Düsfeldors, Turnverein Frankfurt a. M.-Sachsenhausen und Turnverein Suhl. Die Frage, wer die Kreisgruppe !„West" Der Deutschen Turnerschuft bei den Schlust- fämpfen im Stadion zu OZerlin vertritt, ist vollständig offen. Qlllen QHannfd)aften geht der Ruf guten Könnens und feiner Spielweise voraus. Alle Spiele finden auf dem Trieb (Spielplatz D. f. D.) statt, (Siehe Anzeige.) 4 Vom Gou Hessen, Wie In den an- Zxren Bezirken des Turngaues Hessen, so tagte auch tm 4. Bezirk, dem die Turnvereine des Östlichen und nördlichen Ol^erbessenS o.igehörert, un Anschluf) an die letzte BezirksvorturnerstunDe ein erster B e z t r k S v e r t r e t e r t o g, der sid) mit Der Wahl Der Bezirksleitung besahte. Die letztere soll Die Gauleitnng bei Erledigung der Verwoltnngsa.rl>eiten unter)tü! en. Die Tagung wurde von 'Bezikst.irnwart Bastian (Alsseld) geleitet. Qvus Der Wohl gingen hervor: Chr. ®n ntrum (Schlitz) als Bezirksvei-tretcr, Hch SchucharDt (Alsfeld) als Bezii-ksschrifi- tvort. Fr. Gode (Lcutterbach) al« QSezirkSkassen- wart. — Handball. T.-B. 1 860 Dad-Rau- heim-M.-T.-B. ©leben 0:7 (0:2). Am Sonntag trafen sich auf dem V. f. B.-Platz in ©leben die 1. Mannschaften des T.-V. 'Vad- Rauheim und des M.-T.-V. Giesten zu einem Handball-Gesellschaftsspiel. Bad-Rauheun hatte Qlnnvurf und es entwickelte sich sofort ein flottes Spiel. G. spielte überlegen, was dadurch zutage trat, das) sich der QSaQ dauernd in der Spielhälsle Der Gäste befand. Kurz nach Qkgtnn des Spiels verwirkte 05.-11. einen 11-Meter, den Giesten sicher verivandelte. Das Spiel wurde setzt offener, B.-R. machte versd)ied«ne Durchbrüche, die aber an der sicheren Verteidigung G.s scheiterten. Durch gutes Zusammenspiel konnte G. in Der ersten Halbzett nochmals einsenben. Rach Halbzeit nahm da« Spiel schärfere Formen an. Beide Mannschaften waren trotz Der drückenDen Hitze noch auf Der Höhe. B.-R. fand sich besser zusammen und gefährdete da« G. Tor oftmals: doch der Tormann verstand e« durch feine Ruhe und Sicherheit Die OSälle stets abziifangen. In Der 40. Minute konnte (V. Da« 3. Tor setzen, Dem noch vier weitere folgten. Schiedsrichter lvar H. Grimm von >B. f. B. Giesten, welcher da« Spiel sicher und durch Beibehaltung einer starken Militärmacht im Rheinland ober (Stnleilung weiterer alliierter Sanktionen. 4. Umfang der Märkte für den Absatz deutscher Waren in Der ganzen Welt und» Cinflutz Der Wechselkurse. Der Zolltarife und der deutschen Produl'lionskosten aus diese Märkte. 5. Bestimmung der Garantien, die Deutschland im- slande sei für Die Anleihe zu birken, und Der alliierten Garantien gegen ein Eingreifen in Die deutsche ProDuktion. Do8 Blatt nimmt an, dal) diese Unterfuchuw gen mindestens 5 bis 6 Wochen in Anspruch nehmen werden: Danach erst konnten die Bedingungen einer oder mehrerer internationalen Anleihen für Deittschlo^d festgelegt we d-.m. Im AuslanDe werd« anerkannt, day diese Anleihen die Umwand fung de r deutschen Kriegsschulden au« ihrem bisherigen politischen Charakter in eine reine Handelsschuld bebauten wirden., ^te B e r- antwovtung für Die Einzlehan g der Schulden würde evlc-nnbov von Den alliierten Ländern auf die Geldgeber übergehen. Der eigentliche ©cDtrnte der Mitglieder deS Aus- sch.isses sei nicht der allein, die Auflegung einer Anleihe in Der Höhe von 1 Milliarde Dollar zu begünstigen. Das mürbe nach Ihrer Ansicht lediglich eine Verschleppung bedeuten. Für sie komme eS darauf an, eine über 20 Jahre oder noch länger gestaffelte Reihe von Anleihen in Die Wirklichkeit umzusetzen. Diese Anleihen würden sich Insgrsomt dem Betrage nähern, den Deutschland überhaupt als ReparaHonen zahlen könne. Pari«, 26. Mai. (WTB.) Die „E r e R o u- velle" verbreitet unter aller Reserve das Gericht, der Anleiheausschust werde keine end" gültige Entscheidung vor dem 31. Mai treffen. Die ©fixierten glaubten tatsächlich, dast es notwendig sei, die deutsche Antwort ab-- z utoarten. Die AuSfprach« im englischen Unterhause. London, 26. Mai. (WTB.) In feiner Rede im U n t c r f) a u f e erklärte Asquith, es sei keine Konferenz mehr angepriesen worden a(« die von G e nua, aber ihre Ergebnisse seien auster- ordentlich dürftig. Asquith fragte, ob man der Wiedereröffnung der wirischaftlid^n 05«- ziehungen zwischen Rustlanb und den übrigen Ländern Europas auch nur einen einzigen Schritt nähergekvmmen sei. Es hänge alles von der Haciger Konferenz ab. lieber den Burgsriedens- tHitt er Härte sich Asquith dahin, dast tatsächlich mit Ausnahme von Rußland und Deutschland alle Olattonen lange vor der Konferenz durch den Völkerbund in viel feierlicherer und dauernderer Welse die Verpflichtung übernommen hätten, Angriffe zu unterlassen. Polen und Rußland hätten am 31. März gleichfalls eilten Vertrag abgeschlossen. Asquith fragte: WaS war der Grund, daß wir keinen wesentlichen Schriit^zur Losung der euro- päischen Differenzen vorangekommen sind? Die Richtkeil nähme der Vereinigten Staaten, führ Asquith fort, ist eine sehr ernste Sache. Die laueTeilnahme Frankreichs, dessen Ministerpräsident an der Genueser Konferenz nicht telkgenommen hat, ist ein weiterer ernfter Faktor. Ein weit unglücklicherer Umstand aber ist der, an dem wahrscheinlich aUe^ künftigen Tterßartblimgen dieser Art scheitern werden, daß nämlich vorherige Abmachungen bestanden haben, die verhinderten, sich mit dem wttk- lidxm Problent der europäischen Wirtschaft zu befassen. Welchen Zweck hat es denn, derartige Oiesolutionen zu fassen, bevor man die qruitdlegett- den Probleme der Reparattonen und der interalliierten Schulden behandelt bat? (Beifall bei der Opposition.) Der Arbeiiersschrer Clyne erklärte, er hoffe, G e n u a sei der Be g i n n e i n e « neuen Planes zur Behandlung der liebet, die durch den Friedensvertrag entstanden seien. Die Veharrlid>keit des englischen Premierministers habe die Konferenz von Genua gerettet. Der Versailler Vertrag hat zur Schaffung eines Europas geführt, da« von Heeren und KriegSgeist beherrscht ivlrd mehr als im Jahre 1914. Gme Brise PvincaroS nach London. London, 26. Mai. (WTB.) Der Paria- mentsberichterstatter des „Daily E x p r e ft“ schreibt: Poincavö werde In der tommcnDcn Woche zur Teilnahme an dem Verdun- Essen nach London kommen. Gr werde hierbei mit LloydGeorge die Frage der Reparationen und oer anderen dringenden, Frankreich und Grvß-O-rilannien berührenden Fragen erörtern Der „Daily Marl" zufolge soll Die britische Regierung Andeutungen erhalten haben. Die dahin gehen, daß Frankreich beschlossen habe, daS Ruhrgebiet nicht zu besehen. Verantwortlich für Den politischen Teil: I. V.: Karl Walther. 9r.B8hrsZ3^npillM„llr.2F vom Zahnarzt verordnet, daher 4498 Behördliche Anzeigen Bekanntmachung. SMW gorfbilöung5|(ftule fit jhttei Ser Unterricht in der städtischen 5t>rtbd- buiw-.^djute wird künftig das ganze 3ahr hindurch erteilt und beginnt für das neue Schuljahr: Montag, den 12. Juni. nachm. 2 U(ic Fortbildungsschulpftichtig smd 1. alle Knaben, die zu Ostern 1920, 1921 oder 1922 aus der Dollsschlle entlassen worden sind, 2. diejenigen Schüler einer höheren staailtchen 3d ule oder einer von der obersten Schul- bel-örde als gieidMDerrig anerkannten höheren Privatschule mit ganzjayrigem Bvllunterrrcht, die vor vollendetem 10. Schuljahr die Anstalt verlassen haben. Die Schulpflichtigen werden anfgefvrdert. sich Montag, den 2 9. oder Dienstag, den 3 0. Mai. nachmittags zwischen 3 und 6 Uhr. bei dem Rektor der Dezirksschule, West- anlage 43. anzumelden. Die Ottern forlbildungsfchvlpflichtiger Knaben oder ihre Stellvertreter, ebenso Arbeitgeber und Lehrmeister, welche Fvrtblldungsschulpflich- tige im Dienst oder in der Lehre haben, sind verbunden, diese zum Besuch der Iortbildungs- schule anzuhalten. Bei ungerechtsertigten Versäumnissen finden die in Art. 24 Abf. 3 des ®c- sehes. bett, das VvlkSschulwesen im Vvttsstaat Hessen vom 25. Oktober 1921 angegebenen Maßnahmen Anwendung. Dießen, den 24. Mai 1922. 5116B Der Dvrsiyende des Schilvvrstandes: 3. 03.: Krenzien. OSürgermeister. Bekanntmachung. 3n unser Handelsregister Ab.. A wurde heute bezüglich der Firma 3 Rickersche Universitäts- BucAairdlung (Qmft Segler) in Gießen eingetragen: Die Buchhändler Ollfred Legler und Julius Odarix Werner Legler in Gießen sind als persönlich haftende Gesellschafter in die Firma ringe- treten. Die offene Handelsgesellschaft hat am 1. April 1922 begonnen. Die Prokura des Alfred Legler ist erlofaöen. 5165 B Gießen, den 19. Mai 1922. Hessisches Amtsgericht. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde heute bezüglich der Firma Friedrich Strogmann in Gießen eingetragen Hans Burg in Gießen ist als persönlich haftender Gesellschafter in die Firma eingetreten. Die offene Handelsgesellschaft hat am 1. Januar 1922 begonnen. 5163B Gießen, den 12. Mai 1922. Hessisches Amtsgericht. Stadt. Arbeitsamt Gießen Liebigftrake IS, Leleptz. 2054» (Ff können etnaefell» loerten a, bei biciioen Arbeitgebern: 1 Schneider, Mtiei Brovisionerrlsende medrere i>armer, S Stein• bnuer, 1 23ngenlackierer, 1 Schlosser, 1 Dreher, 1 Mechaniker. ifcbrliuar: 1 örifeux. 1 Qaufmann. 2 Glaser, 1 Vierer, 1 U(yvmfd)lofTer, 1 Kellner. 1 Schiibmachrr, 1 Seist bin der, 1 Schlosser. b. bei answäniOe« Ardeltaebern: 2 Tteinmetze. 10 -dauer, 1 Sieinviidhauer, 1 dluiogenschweister, 1 landnurtschaitlicher Giove, 2 Schneider, 1 Sattler, 1 Schmied. 1 Tnrn-ster und Pol,lerer, ein s>riie„r. mehrere ^seistbiuder und Slnitreicher, mehrere Maurer, 2 («ärmer. 1 Schloner. 1 Sattler und -ItDliterrv, 1 (*lefiromonttur, 1 Installateur, 1 Bäcker, 2 Schreiner. Vebrliim«: 1 Wafer. 1 Schreiner, 1 Nrifenr. ein Schlosser. 1 Sven al er u. Jmtallaicur. 1 Zigarren, sortiercr. 1 Gärtner. ($» suche« Arbeit: STauHente, Schreiber und stellende, Backer, Hausburschen und Ausläufer, Maschinenschloner, Bauichlmser, Schubmacher, 1 verb btnbro. Sfwetbt 1 Hvtmfnu-netter, 1 Sattler, 1 Polsterer, "'(acker und Pketzqer. Kellner, 1 Kitter, 1 veih. vofnitütcr, 1 Mechaniler. 2 Treber, ehr Ovttkrt, 1 Cfen’ettcr, 1 Hin» Schmied, 2 Buch' binbev, Mechaniker, 1 Wagner, 1 Müller, 1 In- stallateur und Soenaler, 1 Menteur, '.'.'iastbinmen und Heizer, 1 Schleifer, 3 Zkrasttahrer, «aubllfs- arbeitet, Grdarbeiter. t'cbrlhmet 3 Giekteomonteure, 1 Elektrotechniker, 3 «moschlosser, 2 Maschinenschlosser, 1 Mechaniker, 2 STmt »teure, 2 Schlosser- 1 Schuhmacher mit Kost und Wohnnng. Mclegenbeitsarbeiteu werden ebenfalls entgegen- nemmt men. Weibliche Abteil «na: Es können eingestellt werden: *. bei diesigen Arbeitgebern: 'Mädchen für tagsüber, Dienstmädchen, Kauffrauen und -miibdien für einzelne Tage, tiichttge Allei nutädchen. 2 Kückten- mädchen. 1 Stütze, 1 Kaffeeköchin, 1 Köchln, eine Haushälterin. t>. bei auswärtige« Arbeitgebern: 2 landwirt- sch.tfttiche Dienstmädchen, Dienstmädchen, 2lllein- mädbeu, Siminertitäbdtetu Sliidjcnmnbcücn, zwei Hmwhältermneu, 1 Köchin s. Hotel, 1 Knffeeköchln. l»O infbcii Arbeit: 2 Berkäuserianen. 3 Waschfrauen, einige VnufFranen, auch für Aachmiitagö- befcbäftlnnna, Mädchen s. tagsüber, LPüglerinnen, 1 Schneiderin als Bei Hille zu Schneiderin, zwei Brrläuferinneulebrinädchen, 1 Flickerin. 1 Kontoristin. 1 Büfettfräulein. 1 Hausbälterßt. Die Bernfebeealung und Arbcits-Vermitt- lunn für Musiker findet werktags von io bis 12 Ubr statt._____________________21708 Bekanntmachung. Dienstag, den 30. Mar l. 3.. vorm 10 Ubr. kommen auf Der Bürgermeisterei Lauter ein dienst- unbrauchbarer Eber und ein schwarzer S ch a f - zuchtbock zur öffentlichen Versteigerung. Lauter, den 26. Ma- 1922. 5182D Bürgermeisterei: 21 ff. Bekanntmachung. 3n unter Handelsregister Abt. B wurde heute eingetragen: Die Firma Berg u. (So.. Gesellschaft für Industrie-Oscnbau und Feuerungsbedarf mit beidbränher Haftung, Bergtsch-Gladbach, mit Zweigniederlassung in Gießen unter der Firma: Berg u. So., Gesellschaft für Onbuftric-Cfenbau u. Feuerung»bedarf mit beschränkter Haftung, Zweigniederlassung Gießen. Gegenstand des Unternehmens ist die Konstruktion und der Vertrieb von industriellen Fcuarungsaulagen und feuerfesten Materialien, Der Erwerb und die Beteiligung an ähnlichen Unternehmen und allen Fabrikat ions- und kaufmännischen Geschäften, die mft diesem Unternehmen in Zusammenhang stehen. Das Stammkapital beträgt 96 000 Mark. Zu Ge- chlftsfübrern sind bestellt: Erich Vogt und Ludwig .chirchbof. beide Zngemeur« in Bergisch-Glad- bach. Der Gesellschaftsverirag ist am 22. Dezember 1920 festgestellt und am 27. Hunt 1921 abgeändert. Die Vertretung der Gesellschaft erfolgt durch zwei Geschäftsführer oder durch einen Geschäftsführer in Gemeinschaft mit einem Prokuristen. Alle Veröffentlichungen der Gcselllckxrft erfolgen ausschließlich im Deutschen Aeichsanzeiger oder demjenigen Blatte, was an dessen Stelle für den Sih der Desellfchaft tritt. 5164B Gießen, den 16. Mai 1922. _____________Hessisches Amtsgericht._____________ Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Geilshausen für das Ai. 1922 liegt vom 28. Mai bis 4. Juni auf hiesiger Bürgermeisterei zur Einsicht der Intereftenten offen. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu Der auch die Ausmärker beyutragen haben. 5166D Geilshausen, den 26. Mai 1922. Hess. Bürgermeisterei Geilshausen. Wagner. "heügräsMerfteigerMg. Donnerstag, 1. Huni L 3-. vormittags 7 Uhr, wird das Heugras von den fiskalischen Wiesen in den Gemarkungen Garbenteich, Leihgestern und Watzenborn, das Gras von Schneisen, Mähplatten und den E i s - teichen in den Forstwartei en Baumgarten, Leihgestern imi> Großen-Linden in der Wirtschaft des Gg. Sommer VI. zu Wahenbo rn versteigert. GS werden nur Personen aus Ortschaften zum Mitbieten zugelassen, aus denen seither schon regelmäßig eine Beteiligung stattgefunden hat. und die das Futter in der eigenen Wirtschaft verwenden: der Zuschlag wird nur für eine den Verhältnissen des Bietenden angemessene Anzahl Lose erteilt. Weitere Auskunft erteilen die Herren Förster Menges zu Fvrsthaus Baumgarten, Seipp zu Grok^ir-Lllrden und Fvrstwart Heß z» Leihgestern. Gießen, den 26. Mai 1922. 5183D Oberforsterei Schiffenberg. Trauiwei n. Arbeitsvergebung. Unter Hinweis auf den Miniswrialerlaß vom 16. Juni 1893 und dessen Ergänzung vom 24. Februar 1911 sollen nachstehende Erd- un» Maurerarbeiten uw 2icubau von 14 Dob- pelwohnbäusern der Baugesellschast Gemeinwvdl in Dad-Aauhenn in 7 Losen durch ösfenllichm Wettbewerb vergeben werden. Losl u n b 6 je ungefähr 800 Kubikmeter ErdauShub. 140 Kbm Stampfbeton, 275 Kbm. Bruchsteinmauerwerk, 480 Kbm. Backst einmauer- tncif, 600 Odm. balbfklnftartc Wände. 500 Odm. 3emenU>lattenu?änZ)e, 957 Odm. Ginschubdeckea, 445 Odm. Schlackenbelongewölbe usw. L o S 2, 3. 4 und 5 je ungefähr 580 Kbm. Grdaushub. 95 Kbm Stampfbeton, 200 Kbm. Bruchsteinmauerwerk, 330 Kbm. Backjteir.mauer- toeir. 395 Odm. halbsteinstarke Wände, 330 Odm. 3emcntplattcnioünbe, 657 Odm. Einschubdeckeu. 315 Odm. Schlackendetongewöll^e usw L o s 3o ungefähr 310 Kbm. Grdaushub. 50 Kbm. Stampfbeton, 75 Kbm. Bruchsteinmauerwerk. 145 Kbm Backsteinnmuerwerk, 240 Odm. halbsteinstarke Wände 280 Odm. 3ementplattcn- wände, 340 Odm Ginfchubdecken, 165 Odm. Schlackenbelongewölbe ufto. Die Angcootsurtterlagen tverden vom Zweig" burcau Bad-Aauheim. Zanderstraße 9. gegen die Selbstkosten abgegeben. Pläne und sonstige Unterlagen liegen während der Dienststunden dort zur Einsicht auf. Die Angebote sind bis Mittwoch, den 7. ,3tmi 1922. vormittags 11% Uhr, bei dem Zweigbureau in Dad-Aauheim einzureichen, woselbst sie im Beisein erschienener Bewerber geöffnet werden. Zuschlagsfrist 14 Tage. Friedberg, den 24. Mai 1922 5180D Der Regierungsbaurat bei der Kreisvertoaltung. 3. E.: Haag.______________ Bekanntmachung. Zur Ausfüllung der Vorgarten der städt. Wohnungsbauten an der verlängerten Bleichst raße formen Bauschutt und sonstige Erdmassen angefabren werden. Bei größeren Mengen unö guter Erde kann Bezahlung erfolgen. Gießen, den 24. Mai 1922. 5171B Stadtbauamt Gießen. _______________3.V.: R o Id._______________ Bekanntmachung. Auf Grund deS § 363 der ReichSabgadeuord- nung wird hiermit auf Kosten des Beschuldigten zur öffentlichen Kenntnis geboacht, daß durch r-echtskräfttgen Strafbescheid der Zigarren» fabrikant Georg Wallbott VII. zu Garbenteich wegen versuchter Umsahst euerhinterzie hu ng gemäß §§ 360 359 A. O. und §43 U. St. Des. vom 24. XII. 1919 zu einer Geldstrafe von 7032 Mark, im Uneinbringlichkeitsfalle je 1 Tag Gefängnis für den Betrag von 25,00Mk. sowie in die Kosten deS Verfahrens verurteilt worden ist. Gießen, den 20. Mai 1922. Finanzamt. 5204 B M-MMM «WM NO. S'ÄSS Sendung 6173 WMWlSsWMeNrrde Slgurenteiten KW»ng'Ms»«SsürSesW«e WeMl-Mler-EllWMi«si' ptels (®eü9[|atnfflrlng?n) LüllMrljAslUes Itülitellen MMWng Sülsvssiilegs.AlMsgesilSllne GmsMeMiirösWsrs ASsIs-ZWkt-Eci«»miWMe!s (3ogbiPiiiigen-ytt58teifi) ZüSrsülsle 6.@a(hülttllia[5teD6on Sonntag, den 28. Mai Sufammentunft Ser rüszWle 1916 mit Tanz-Vergnügen. Metallbette« Stahlmliir., Kinderbett., dir. an 'öiia. Äat.31Nfiel. msvwHMlfbr. 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Die Gießener Turner schäft. Z Gäste willkommen. Infolge einer Depeschenverstümmelung verkaufe ich heute eine Sonntag, den 28. Mai d. Is., nachm. 21/« Uhr pünktlich auf Dichters Hardt bei Gießen: Heil- uni fätafcwli Programm: Sonntag, den 28. Mai 1922 hält der «M JiSM IEIn SislWsM verbunden mit Tanzbeluftigrmg ab. Zu zahlreichem Besuch ladet ergebenft ein Begirm 4 Uhr. 0SlM Der Borstatid. Ausschank u. Bl?ein:, Mosel-, Saat-- u. Abnormen ff. Biere, Spezialität in echtem Speierling Kalte und warme Speisen zu billigster Serechuung Verein für dasDeutschtum I i.Ausland u.Hochfchulring | Vortragsabend am Dienstag, 30. Mal 1922, abends 8 Uhr, in der fReuen Aula über: Das Elend der Wolgadeutschen stuck. Lippert aus Katharinenstadt a. d. Wolga; über: Die deutsche Not im Valttkum Stuck. IDledtler. Karten zu 3 und 2 Mark bei Tballier und Hausverwalter Ritter. 5193O Telegr» aus Sidrttasuiiü Am 2. und 3. Pfingstfeiertag findet in Sichertshausen Stoßes Sössersesl statt. Cs laben freundlichst ein 5153 Gastwirt wen; un- -er Varstand. M gute Soeiln ontt Setrflnte Ifl heftens geforgt. Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen r Luise Boeck Heinrich Autt, Lehrer Gießen, im Mai 1922 Westanlaye 46 Ludroigstraße 64 | — ...................— Friedel Loeb Dr. med. Felix Manko Verlobte Gießen Frankfurt-Hanau In Hause am 3. Juni 1922 | Statt Karten ; Lina Geißler Wilhelm Hofmann Verlobte I Lollar, 27. Mai 1922 ..................... -........jmh. Durmeshenn Gießen Ihre am 1. Mai in Buenos-Aires vollzogene Vermählung geben bekannt Rudolfo Haitz und Frau Lina geb. Deibel Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Hermann Schmall Hedwig Schmall geb. Heckenmann Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Albert Zirkus Minna Zirbus geb. Hamme! Gustav Hartmann Paula Hartmann geb. Hankel Vermählte | Gießen (Neuen Däne 7), den 28. Mai 1922 |f. t.............i,,,, ,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,......। - - — Z. 3t Leipzig Benndorf a. Rh. 28. 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