Erstes Blatt 172. Jahrgang Montag, 21. März 1922 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Orud unö Verlag: vrühl'jche Univ.-Vuch- und Sleindrnckerei R. Lange. Schnftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulftratze?. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höbe für Anzeigen v 34 mm Breite örtlich 90 Pf, auswärts 120 Pf. - für Reklame Anzeigen von 70 mm Breite 350Pf. Bei Platz' Vorschrift 20',Aufschlag. Hauptschnftleiter: Auq Goetz. Verantwortlich für Politik Aug. Goetz; für den übrigen Teils Karl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Nr. 75 Der Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonn, und Feiertags. Monatliche Bezugspreise: Nlk l1.50 einschl Träger» lohn, durch die Post Mk. 14. - einschl. Bestellgeld, auch bei Rrchterschei» nen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt, ^er nsprech -Anschlüsse: »urdieSchriftleitung 112; für Druckerei, Verlag und Geichastsslelle 51. Anschrift für Drahrnoch. lichten Anzeiger Sietzen. postscheclfonlo: fironLurt a. M. 11686. Jur Entstehungsgeschichte des Versailler Vertrages. Dasz Lloyd George sich gerade die kritische Zeit dieses 25. Marz her- ausgesucht hat, um daran zu erinnern, wie er schon vor genau drei Jahren vor zu weitgehender Gewaltanwendung gegenüber Deutschland gewarnt habe, hat natüilid) eine ziemlich scharfe, politische 'Bedeutung. Seine in einem Teil unserer Samstag-Nummer bereits inhaltlich wiedergegebene Denkschrift hat in Paris die erwartete Wirkung gehabt. 3m „Echo Ra- iional" veröffentlicht L a r d i e u die damalige Gegennote Clemenceaus. Es geht aus diesem ganzen Meinungswechsel der Gewalthaber hervor, daß Frankreich und England durch gegenseitige nackte und brutale Intcressenwirt- schast die besseren Instinkte erstickt haben. And der Tiger Clemenceau war genau so vernichtungswütig wie der Leu Poincar«. Lloyd George will jetzt wohl der Welt sagen, daß gegen die bestialische Derranntheit Frankrclcpr, ua=» malS nicht aufzukommen gewesen sei. Er beruft sich anscheinend auf eine ähnliche Art von Erfüllungspolitik, wie der Reichskanzler Dr. Wirth. Die Zeit solle die Hebel heilen u^d beseitigen, die Erfahrung solle dann den besseren Weg weisen. Aber der „Temps" hält dazu dem britischen Premierminister peinliche Erinnerungen unter die Rase. Es war denn doch eine Politik voller Widersprüche und Inkonsequenzen, wenn man die Marksteine betrachtet, die Lloyd George gesetzt hat. Die innere Unwahrheit, die seinen dock immer noch durch Gewalt-, nicht Friedenspolitik führenden Mittelweg beräucherte, kommt jetzt an den Tag. Wir werden sehen, ob auch er sich am Ende der Erfüllung angelangt sieht so gut wie Herr Dr. Wirch! Das Memorandum Lloyd Georges. London, 25. März. (Wolff.) In dem be» i eitS gemeldeten Memorandum LloybGe- n r g e s heißt es u. a., wenn man auch Deutschland seine Kolonien nehme, seine Wehrmacht auf die Stärke einer Pvlizettrüppe bringe und seine Flotte zu der einer fünffiaffigen Macht mache — trotz alledem werde Deutschland, wenn es fühle, dah es durch den Frieden von 1919 ungerecht behandelt werde, Mittel finden, Vergeltung an seinen Defiegern zu üben. Ungerechtigkeiten und Anmaßungen, bewiesen in der' Stunde des Triumphes, würben niemals ixrg-'ffen und vergeben werden. W-iter heißt cs: ..Wenn wir Uug sind, so bieten wir Deutschland einen Frieden an, ber zwar gerecht ist, den aber alle vernünftigen Leute der Möglichkeit des Bolschewismus Vorlieben. Ich werde daher in dem Frieden an die vorderste Stelle sehen, daß, wenn Deutschland unsere Bedingungen annimmt, ihm die Rvhstrs'c ^Hüi-ftc der Welt offen stehen unter den gleichen Bedingungen, wie wir sie haben, um dadurch alles zu tun, um dem deutschen Volke zu ermöglichen, wieder auf die Füße zu kommen. 2vir wnnen Deutschland nicht zum größten Teil zum K r u f) p e l machen und gleichzeitig ver- langen, daß es zahle. Schließlich müssen wir «Dingungen anbieten, von denen man erwarten x ^ne verantwortliche Regierung in Deutschland fte du rchz u s ü h r en imstande ist." (Hemenceaus Antwortnote. AcfontrHJ i's' lMolfl.) '5 a r b i e d Veröffentlicht im „Echo Qlationar* eine Vote Ele- menceaus vom 29. März 1919 in D^ntwor- q k turdIl<^ veröffentlichten Denlfchrift ?lohb Georges, in der dieser seine Ansichten rcher die allgemeinen Richtlinien des. Friedens nieberlegte Tarbieu zählt bei Der Veröffent- uf)eit, die einen schlechten Einfluß auf die Rachknegsbeziehungen ber Alliierten untereinander Haden könne und die noch viel wichtiger seien als die Rachkriegsbeziehungen Deutschlands zu den Alliierten. Es wäre auch ungerecht, die Lasten der Deutschland aufzaer- legenden Kompensationen denjenigen alliierten Ländern aufzubürden, die am schwersten die Röte des Krieges getragen Haden. Diese Länder könnten nicht auch noch die Kosten des Friedens auf sich nehmen. Es sei wesentlich, daß sie die ilcberacugung hätten, bafo der Frieden gerecht sei, sonst werde nicht nur in Mitteleuropa der Bolschewismus zu befürchten sein, denn er faste, wie man gesehen habe, am leichtesten in den Ländern Fuß, die nationale Enttäuschungen erlebt haben. ♦ Paris. 26. März. (WTB.) Der „Temp s" bespricht in seinem heutigen Leitartikel das Memorandum Lloyd Georges tont 25.März 1919 und die heute erfolgte Antwort Clemenceaus. Rach der Ansicht des Blattes bedeutet die Er- ilärung, die der „Daily Chronicle" dem Memorandum gibt, daß das Abwmmen von Doulogne vergessen ist und daß Lloyd George verlangt. daß man den Versailler Vertrag r e v i d i e r e. Er wolle für Genua dazu die Mittel liefern. Das Blatt meint, wenn man di.scs Programm diskutieren wolle, fehlten die Argumente nicht um es zu bekämpfen. Im Dezember 1918 habe Lloyd George Wahlen unter dem Rufe gemacht: „Hängt den Kaiser und laßt Deutschland bezahlen!" Habe er das vergessen? In Lloyd Georges Memorandum von 1919 sei der beherrschende Gedanke die Furcht, Damals habe Lloyd George Angst davor gehabt, daß Deutschland bolschewistisch werde und sich 'Rußland anschließe. Diele Angst erscheine in dem! Memorandum als Leitmotiv. Ein Jahr nach der Abfassung dieses Dokumentes, wie es der „Daily Chronicle" nenne, sei Deutschland nicht von dem Bolschewismus, sondern von dem monarchistischen Staatsstreich von Kapp bedroht worden. Das bewiese, daß man als Prophet auch außerhalb des eigenen Landes nichts gelten könne. Lloyd ©corge wolle, daß Deutschland ihm verzeihe, Sieger zu fein. Er wolle in Genua auf dem Gebiete der außenpolitischen Lage eine Wahlplattform schaffen „Hoffen wir", so schließt das Blatt, „daß diese Kombination v^der Europa noch unseren englischen Alliierten teuer zu stehen kommt." "Ein amerikanischer Druck auf Frankreich. Paris. 26. März. (WTB.) Rach einer Hava^meldung aus Washington haben die Vereinigten Staaten den alliierten Regierungen eine neue Rote zugehen lassen m der erklärt wird, die Behandlung der amerikanischen Forderung betreffend die De- sahungskosten wert>e nicht von der Möglichkeit berührt, daß die französische Desahungs- kostenrechnung noch nicht völlig beglichen sei. Das „Echo de Paris" bemerkt hierzu die Rote scheine zum Ausdruck zu bringen ' daß Amerika auf Frankreich einen Druck auszuüben beabsichtige, um eine Herabsetzung der Rüstungen durchzusehen. ! General Nollet besteht auf der Einschränkung der deutschen Ordnungspolizei. Berlin, 25. März. (WTB.) Dem Reichs- Minister des Auswärtigen ging am 24. März folgende Rote des Vorsitzenden der interalliierten Militär - Kontrollkommission in der Ordnungspolizeifrage zu: Ich beehre mich, den Empfang Ihres Schreibens vom IJj. März betreffend die deutsche Polizei zu bestätigen. Indem sich die Kommission daraus beschränkt, zu gewissen Puntten der in diesem Schreiben enthaltenen geschichtlichen Darlegung alle Vorbehalte zu machen — Punkte, die nicht immer mit dem Inhalt der aus- getauschten Schreiben oder mit den Kontrollberichten über einstimmen — wird sie sich nur mit den Maßnahmen als solchen befassen, die vorgeschlagen werden, um den Entscheidungen der alliierten Mächte Genüge zu tun. Ohne die Bedeutung dieser Maßnahmen zu verkennen — besonders hinsichtlich des Materials und der Auflösung der technischen Einheiten — weist die Kommission auf die darin enthaltenen Lücken und wichtigen Auslassungen hin. In erster Linie erhellt daraus nicht, daß die Gesamtheit der deutschen Länder entschlossen ist, der staatlichen Polizei den Charakter zu geben, den sie 1913 hatte. Die Kommission kann sich nur dann dazu verstehen, eine Ausdehnung der Verstaatlichung im Vergleich zu dem Stand von 1913 in Erwägung zu ziehen, wenn alle Länder das von den alliierten Regierungen durch die Roten von Doulogne und Paris ausdrücklich in Erinnerung gebrachte Prinzip der Rückkehr zur Organisation von 1913 a n erkennen. Es ist deshalb wesentlich, daß die Annerkennung dieses Prinzips von allen Ländern des Reichs formell zum Ausdruck gebracht werde. Die Kommission beehrt sich barum zu ersuchen, daß ihr dies bis kommenden 5. April zugesichert wird. Die Ausdehnung der Verstaatlichung wird natürlich nur als eine Abweichung von der Organisation von 1913 angesehen werden können. Sie muh deshalb in jedem einzelnen Falle den Gegenstand eines schriftlichen und begründeten, an die Kommission gerichteten Antrages bilden. Des Ferneren enthält das Schreiben keine genauen Angaben übet die Zahl der Schuhpolizei-Einheiten, deren Auflösung es vorsieht. Es müssen alle vorhandenen Einheiten, die in der Organisation von 1913 nicht bestanden, verschwinden. Die einzigen genehmigten Zusammenfassungen sind diejenigen, welche in der Organisation vorhanden sind. Die Vermehrung der Zahl kann nur in der gleichen Weise zugelassen werden, wie die Abweichungen, von denen oben gesprochenn ist. Schließlich sind in dem Schreiben folgende Fragen erwähnt: 1. Die Maßnahmen, die bezwecken, das Anstellungsverhältnis bei der Polizei gesetzlich zu regeln. 2. Die Abschaffung der Verwaltungsdienst st eilen bei der Schutzpolizei. 3 Die Abschaffung der Stäbe, die unter verschiedenen Formen bei den Zivilbehörden gebildet sind 4 Die Verabschiedung der militärischen Kadres bei Sicherheitspolizei, die in der jetzigen Polizei erhalten geblieben sind und 5. Das Verbot militärischer Hebungen, da die Polizeiangestellten gemäß Artikel 162 des Friedensvertrages nur im Cin- zelgebrauch der ihnen zur Verfügung gestellten Waffen unterrichtet werden dürfen. Die Kommission besteht darauf, daß es notwendig ist, die Lücken auszufüllen und die oben angeführten Auslassungen nachzuholen. Sie beehrt sich zu verlangen, daß dieser Rotwendigkeit schleunigst Rechnung getragen wird, derart, daß die deutschen Länder spätestens zum kommenden 25. Mai alle Ausführungsbestimmungen erlassen, die zur Sicherstellung und Umgestaltung ihrer Polizei unentbehrlich sind. Die Rechtsverletzung an der Weichsel. Berlin, 25. März. (WB.) Die Botschafterkonferenz in Paris hat beschlossen, die Ausführung des Beschlusses ber Dotschafterkonferenz in der Weichselfrage vorläufig auszusehen und zunächst die Grenzkommission um Mitteilung der Gründe zu ersuchen, die zu ihrem Beschlüsse führten. Alsdann wird sie prüfen, ob die deutsche Depu- tation angehört werden soll. Ein Nachspiel zu dem Petersdorfer Zwischenfall. Berlin, 25. März. Die Interalliierte Kommission in Oppeln hat dem dortigen deutschen Bevollmächtigten folgende Rote übergeben : „Die Interalliierte Regierungs- und Plebiszitkommission in Oberschlcsien beehrt sich, der deutschen Regierung davon Kenntnis zu geben, daß die interalliierten Justizbehörden, denen die ^Untersuchung ton Angriffen übertragen ist, wel- d)en die französischen Truppen am 30. Januar in Petersdorf zum Opfer gefallen sind, Veranlassung gegeben haben, Haftbefehle gegen die zwölf nachgenannten infolge des Petersdorfer Zwischenfalles flüchtig gewordenen Personen zu erlassen. Diese zwölf Personen werden sämtlich beschuldigt, Straftaten im Sinne des deutschen Reichs st rafgesehbuches begangen zu haben. Sie werden beschuldigt: 1. Sechs Personen mit Rainen Kokender, alzek, Ianoska, Konrad. Schoßtek und H e y n e r t der vorsätzlichen und mit lieber- legung ausgeführten Tötung (Mordes), des Aufruhrs, erschwert durch die Verursachung von Körperverletzungen, sowie der Bildung bewaffneter Banden (§§ 111, 115, 118, 127 des deutschen Reichsstrafgesehluches). 2. Fünf Personen mit Rainen Schlettwein, Langer, Labihke, PieSka und M e y e r der Bildung bewaffneter Banden (§ 127) und der Beihilfe zum Aufruhr, wie sie dem Kolender und Genossen zur Last gelegt werden. 3. Eine Person mit Qtarnen Pechmann der Drihllfe guv Bildung bewaffneter Banden und der Beihilfe zum Aufruhr, wie sie dem Kolender zur Last gelegt werden. Die von der Staatsanwaltschaft angeftelltcn Ermittlungen haben ergeben, daß diese Personen in Deutschland Zuflucht gesucht haben. Die Interalliierte Kommission beehrt sich, der beut schen Regierung anliegend eine Liste zu übermitteln mit der Bitte, mit größter Beschleunigung alle Maßnahmen zu ergreifen, die geeignet sind die genannten Personen festzunehmen und in die Hand der Interalliierten Behörde in Oberschlesien au6)ultefcm. Die Kommission glaubt erinnern zu feilen, daß in allen Fällen, in denen ein bimi deutschen Strafgericht unterworfener Verbrecher nach Oberschlesien gelangt ist. sie nicht verfehlt hat, dem Antrag ber deutschen Regierung stattzugeben. Sie erwartet mit Recht von bei Reichsregierung volle Gegenseitigkeit und beschleunigte Auslieferung der Beschuldigten." Der Rote ist eine Liste der bereits bezeichneten Personen mit ihrer letzten Wohnung bei gegeben. Die Reichsi-egierung hat, bevor sie in eine Prüfung dieses Ersuchens um Auslieferung eintritt, dir Kommission zunächst um Ueberfenbung der Unterlagen ersucht. Der Waffenftillftandsvorfchlag ffir den Osten. PariS, 26. März. (WB.) Rach einer HavaS- melbd-ng aus Athen hat die griechische Regie r a n g heute ihre Antwort auf den Wafsen- stillstandsvorfchlag ber Alliierten an deren Gesandtschaften übermittelt. Griechenland nimmt den Vorschlag an, macht jebod) einige Voi'behalte technischer Art über die militärischen Bedingungen Die Epidemien in Rußland. Berlin, 25. März. (Privattel.) Der Präsident der ukrainischen Sowjetrepublik, Rakowsky, der sich als Delegierter nach Genua begibt, hat sich im Verlaufe einer Unterredung mit dem Vertreter der „Vossischen Ztg." über den Umfang der in Ru ßland herrschenden Epidemien geäußert und gesagt, daß der Typhus etwa 10 Millionen Einwohner hinweggerafft habe. Infolge der Hungersnot hätten die Epidemien, die im Winter 1920 21 etwas eingedämmt waren, einen größeren Umfang angenommen. Gleichzeitig mit dem Typhus sei die Cholera aufgetaucht. Lenin schwer erkrankt. Berlin, 25. März. (WTD.) Rach einer Meldung der „Reuen Derl. Ztg." aus Moskau soll der Zustand Lenins, der an einem Krebs- leiden erkrankt fein soll, so ernst sein, bah an eine weitere Teilnahme LeninS an der Regierung nicht zu denken sei. Aus dem Reiche. Die demokratische Merbewoche. Köln, 26. März. (WTD.) Bei Eröffnung der Werbewoche der beutsch-demokra- tischen Partei sagte heute ReichSminister a. D. Dernburg in einer stark besuchten Versammlung u. a., daß die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands bedroht sei. Die Zugeständnisse der Entente könnten nicht als Moratorium bezeichnet werden, da. sie uns neue Lasten auferlegen, die selbst bei einer Finanzkontrolle und bei weiteren 60 Milliarden neuen Steuern nicht geleistet werden könnten. Das Gebot der Stunde sci daher, den Alliierten die Unerfüllbarkeit dieser Forderungen klar zu machen und damit den Weg zu vernünftigen Verhandlungen frei zu machen. Was uns not tue, et ein wirkliches Moratorium, bad eine Atempause von 5—10 Jahren vorsehe, in ber ber eigene Wieberaufbau vorgenommen und Unterlagen für die Kredite und internationalen Anleihen geschaffen werden könnten. Dies müsie auch in Genua deutlich gesagt werden. Für die Erlangung des Kredites sei aber noch ein besonderer Vertrag mit dem Auslände nötig, und dieser könne nur erlangt werden, wenn wir an der Er f ü 11ung s p o li t i k festhalten, soweit wir.können. 2file diejenigen, die die Er- üllung ber eingegangenen Verpflichtungen ablehnen, betreiben Sabotage mit dem Kredit des deutschen Vaterlandes. Der gute Ruf des braunschweigischen Ministeriums. Braunschweig, 25. März. Sepp Oerter richtete heute erneut A n g r i f f e gegen die Mikgfleder des braunschweigischen G e» amtministeriumS, denen er ähnliche Vergehen vvrwirst, wie diejenigen, deren er selbst geziehen wird. Wie die Braunschweigische Landeszeitung erfährt, hat das braunschweigische Staatsministerium die Einsetzung eines parlamentarischen UntersuchungSauS fchusfes in dieser Angelegenheit beantraot. wurden 2050 MI. bewilligt. W fpd. -Zum Schluß noch einige — nicht zum erjfen Male gemachte — Randbemerkungen: Ist es denn einen: Teil der Zuhörer wirklich nicht mögltch, Pünktlich zu kommen? Und must denn unbedingt währeiid dec Zwischenaktsmusik Ko v:rsatton gemacht werden? Diese Musik gehört zum Spiel. Verehrteste, und wer das nicht versteht, ist einmal unmusikalisch und 'hat zudem wenig Takt, beides Eigenschaften, die man, wenn man sie schon hat. nicht unnötig zeigen sollte. - -r kago. spendete auf den Tünnen seiner beiden minderjährigen Kinder Margot und Hans Werner je 2000 Mk.. also 4000 Mk. Kirche und Schule. Deutscher Gewerbeschultag. Frankfurt a. M., 24. März. Die 29. und berühmt wurde, hat er noch eine stattliche Anzahl von Operetten erscheinen laf.en, dre beim Publikum teils mehr, teils weniger Erfolg hatten, ihn selbst aber immer als einen feinsinnigen Musiker erscheinen liesten. Lehär ist unter den zeitgenössischen Operettenkomponisten vielleicht der einzige, per sich einen besonderen Ton geschaffen hat. (Auch seine „Dl a u e Mazur" verrät in der musikalischen Erfindung wie namentlich in der Instrumentation die Hand des. gewandten und geschmackvollen Tondichters, der wohl auch — notgedrungen — Zugeständnisse an das groste Publikum machen must, der es aber daneben versteht, auch dem musikalischen Feinschmecker Leckerbissen zu bieten, blnterslüht wird er bei seinem gestern aufgeführten Werk durch ein recht gelungenes Textbuch, daS wesentlich über dem Durchschnitt steht, und in dem Leo Stein und Bela Ienbach in gut geschürzter Handlung den Grafen Fuljan Olinski und seine schöne Gemahlin Dlanka, deren Ehe schon in der Hochzeitsnacht m die Brüche zu gehen droht, sich beim „Blauen Mazur" wiederfinden lassen. Eingre glücklich getroffene Nebenpersonen vervollständigen die Handlung. Gießener Stadttheater. ,»S>ie blaue Mazur". Operette von Franz Lehär. Gissten, den 2?. März 1922. Seit Franz Le här mit der „Lustigen itwe" feinen durchschlagenden Erfolg errang bs. AusdermittlerenWetterau, 25. März. Noch einmal hat der Winter die Herrschaft an sich gerissen. Der H a f e r ist zum größten Teil gesät, immer mehr zeigt sich der Schaden an Weizen. Immer noch fallen einzelne Keimlinge um und werden welk. Desto größer ist die Nachfrage nach Sommerweizen. Auch der Klee hat viel Schaden gelitten, da er schwachpflänzig einwinterte. Raps blüht nicht, da er vollständig auSgewintert ist. Als Ersatz wird Mohn angebaut werden. Starkenburg und Rheinhessen. wd. Offenbach, 25. März. Die Stadtverordneten- Versammlung beschloß gestern die Errichtung einer Main- Badeanstalt. Die Herstellungskosten werden sich auf insgesamt 1 319 000 Mk. belaufen. Das neue Bad wird ein 80 Meter langes, 25 Meter breites und 1,50 Meter tiefes Bassin haben. — Zur Behebung der Woh- n u n g.d n d t beschlossen die Stadtverordneten, die Beteiligung der Stadt an der Gemeinnützigen Baugesellschaft auf 1 500 000 Mk. zu erhöhen. Von den Darstellern must diesmal an erster Stelle und mit ganz besonderem Lobe Ilse W i s s e n d o r f genannt werden, die schlechthin eine Mustecleistung bot. Namentlich ihr Solo im Zwischenspiel zeugte gesanglich wie darstellerisch von reifstem künstlerischen Können. Kurt Richter schien uns in seiner Rolle in einzelnen Szenen noch nicht ganz sicher zu sein, bewährte sich sonst aber als Graf Olinski. Richard H e l l b o t n fügte seinen bisherigen Darbietungen gestern erneut eine köstlich gelungene Type als „Engerle" an; im Verein mit ihm spielte Käte Otte ein allerliebstes Gretl. Zu nennen sind ferner Rudolf (3.011, dessen wie stets sein ausgeglichenes Spiel höchste Anerken- nung verdient, Paul M e h n e r t und KarlV o l >hr Solo .toie darsiel- öraien. fort olle in rinder za sein, nslr. Richard x Drrduran- ungrne Type ihm spielt- Za nennen i tote stets rte Anerlen- >farl3o[ten, > ""tottaen ^elleich: ter r, i*tcai ■ "omentiich 'VM>!ea n auch R das grvhe cht M ersten n: Ist es denn nicht möglich. im unbedingt Mfatlon g- t jutn 2ptel, M, \\\ ein* wenig Satt, xim man fie te. -r ischer ag. Der Eoan« , brachte seine chluh, nachdem die geistliche Hof" be- ien abgelehnl -de auch 'wch cter festgelegi ner firanteiv nn nahm man die Verhalt' scheu 2anM= i mit Inlereffe st der Antrag tcrfaflefln' " der W dberkvnfistortM' Ausführungen Üt-’ä* *Ä kS? der Mtfch' lietzung.etn -sr* Men Jg ¥ Ascheben LT SK r»,»5 ntu^^.-lifdicn >t evange"'^ fvw)e h dauer' tneue^Ain- -hnngLiM en ^""heiligen llen ftuf eine Äf e bra*1; usfprK'"^ a> Vermischtes. Feuer ht der Münchener Löwenbräuerei. München, 26. März. (WB.) 3m Äeticr- fxiaß der Löwenbräu eret brach heute früh au8 unbekannter SIrsache Gr oßfeuer aus. Der Brand zerstörte meh.-ere Hallen und deren Dach- stühle. Durch das Eingreifen der Feuerwehr konnte der Brand begrenzt werden. Der an- gerichtete Schaden ist beträchtlich, jedoch durch Versicherung gedeckt. Der Brauereibetrred erleidet keine Llnterbrechang. und 36 weltliche Vertreter gewählt werden sollen, 6 weitere Mitglieder werden durch die Kirchenbehörde auS den Kreisen des kirchlichen Lehrstandes jeder Art, und der freien kirchlichen Vereins lätigkeit berufen. Der Antrag Kahl ick, nunmehr die Kirchenvertretungen „Landeskirchen- rag". Landcskirchenausschu') Dekanat «tag und De- kanatsausschuh sowie den Zentralllrchenfonds Landeskirchenkasse zu benennen, findet gegen fünfzehn Stimmen Annahme. Die ganze Verfassung ist damit verabschiedet. Die Tagung wird nach Erledigung einiger weiterer Anträge nach dreiwöchiger Dauer geschlossen. jungen V)aiLbeständen wachsenden Salweiden Der Landbevölkeruna mü bösem Beispiel voran. — Die Schafzucht, die vor dem Kriege im Vogels- berg stark zurückging, lebte in der KriegSzeit neu auf. Fast jedes Dorf hatte wieder seine Schafherde. Da nun wieder Wolle ohne .Bittgänge" zu erhalten ist, beginnt die Schafzucht erneut zurückzugehen, zumal den Schafhaltern mancher Gemeinden die älnterhaltung von Gesellschaftsschäfereien oder das.Eintreiben" in auswärtige Schafherden au kostspielig wird. 3n Dörfern mit Gemeindefchäsereien hält man nach wie vor an der Schafzucht fest, denn für ein Mutterschaf mit Lamm werden zur Zeit 1600 bis 1800 Mark bezahlt. X Aus dem Riddertal, 23. März. Die Blutfinken sind wieder da! Aach den schönen Dorfrühlingstagen ist wieder rauhes, kaltes Wetter eingetreten, vom Vogelsberg her grüßen die mit Schnee bedeckten Berge. Besser jetzt, als später, sagt der Landmann. Die Ob st bäume und Beeren st räucher sind besser durch den Winter gekommen, als man weithin befürchtet hatte. Aur hier und da hat der strenge Frost Schaden angerichtet; die Bäume sehen im allgemeinen gut aus und haben Aum arohen Teil Fruchtknospen angesetzt. Die Schädlinge sind hoffentlich zum guten Teil vernichtet. Umsomehr gilt es, dem wieder massenhaft auftretenden Blutfinken, einem sehr schönen Vogel, dessen prachtvolles Gefieder manchen zur Barmherzigkeit verleitet, energisch Leibe zu rücken. Er pickt die Knospen der Obstbäume und Beerensträucher ab und vernichtet oft ganze Ernten. Darum Vorsicht und Abwehr! Can b wirf fefraft. F. Bekämpft die Blutläuse! 3m vergangenen Jahre trat die Blutlaus, eines der gefährlichsten Schmarotzertiere der Kernobstbäume, so massig in den Ritzen, den größeren Wunden und an den jüngsten Astabschnitten auf, daß cs dem Baumfrcunde angfl werden konnte. 3n dichter Schicht bedeckte diese Wollaus die kranken Stellen der Kernobst bäume. — Aun muh der Kampf mit diesen Schädlingen beginnen. Mit Leiter, Daumkratze, Stahlbürste, einem scharfen Messer und Holzteer ausgerüstet, gehe man in seine Baumanlage und kratze und bürste zunächst das Astgerüst und den Stamm des Baumes Sodann suche man alle großen und rlcincn Wunden und Verletzungen der Rinde auf, schneide sie bis auf das gute Holz und die gefurec Rinde aus und überstreiche diese Stellen mit Teer. Man wundere sich nicht, wenn man keine der weißwolligen Läuse antrifft. Die Stammütter sitzen norf) wohlgeborgen in der Erde an den Wurzeln. 3m Frühling verlassen sie ihre Winterquartiere und beziehen ihre Sommerwohnungen am Stamm und den A.slen. Man vereitelt ihnen den Einzug, indem man so verfährt wie angegeben. bs. Langd, 25. März. Bei der Verpachtung der Pfarräcker wurden enrvme Preise erzielt. So kam ein kleiner Morgen guten Landes auf 2400 Mk. Auch für Wiesen wurden hohe Preise angelegt. eb. Aus dem Vogelsberg, 25. März. Die VogelS berger Rindviehrasse schien vor dem Kriege dem Untergänge geweiht. Eine Gemeinde nach der andern ging zur Zucht der Simmentaler Rasse über; denn der .Schotte- ner Sommermarkt" brachte eine starke Rachfraae nach Simmentaler Zungvieh. Reuerdings genietzt daS Vogelsberger Vieh wieder größere Wertschätzung. denn die letzten Zähre mit ihrer großen Dürre und Futterknappheit haben klar erwiesen, daß das Vogelsberger Rind, wie kein anderes, in unsere Gegend paßt. 3n Gesundheits- und Futter- zustand, als Zug- und Milchvieh übertrifft es in knappen Zeiten jede andere Rasse, und nach Dvgelsberrer Vieh herrscht jetzt große Rachfrage. Diele Gemeinden sind wieder zur Zucht der heimischen Rasse überaegangen, die Simmentaler gehen stark zurück und das hie und da eingeführte Friesländer Vieh ist gänzlich verschwunden. — 3n der Zeit der hohen Holzpreise sind die Gemeinden mit heckenreichen Gemarkungen glücklich daran. Gin großer Teil des Holzbedarfs ist in diesem Winter durch »Heckenhol z", meist Hainbuchen, gedeckt worden. Sofern es sich um mitten in Grundstücken wachsende Hecken handelt, ist ihr Ausroden zu begrüßen. Das an Acker- in tuen und Hutwciden wachsende Buschwerk mühte aber im 3nteresse der Landwirtschaft, des Heimat- und Vogelschutzes geschont werden. Für Behörden und Schulen wäre es eine dankbare Au gäbe, ausklärend einzugreifen, denn die mitten in der besten Wiese wachsende, den Grasertrag beeinträchtigende Dornhecke findet eher Gnade vor den Augen des Vogelsberger Dauern als die am Bachrand stehende keinen Schaden verursachende, dem Bienenzüchter aber sehr nützliche Salweide. Leider geht noch mancherorts die Forstbehorde mit der Vernichtung der in Handel. — Vom Wiederaufbau der Hamburg-Arne rika-Linie. Man spricht viel von einem mächtigen Aufschwung des Schifffahrtsgewerbes, von einer Verdoppelung des Schiffsraumes, ohne dabei recht zu betonen, welch ein winziger Teil es ist, der vermehrt wurde. Ein Richts oder wenig mehr war es, was uns der Friedensvertrag gelassen hatte, der insbesondere den großen deutschen Reedereien eigentlich das gesamte Handwerkszeug raubte. Die Ham- burg-'Amerika-Linie behielt von ihrer ileberfee- flotte nur ein fahrtbereites Schiff von über 1000 TonS zurück: den Heinen Dampfer Frankfurt. Dagegen besaß die Reederei vor dem Kriege nach einem Aufschwung ohnegleichen eine Flotte, die 1360 360 Dr.-Rea.-To., nahezu ein Viertel des gesamten deutschen Schiffsraumes, umfaßte. Stufe um Stufe zogen die Ereignisse der letzten Jahre sie von dieser stolzen Hohe herab. Aus diesem Zustand grenzenloser Vernichtung heraus wurde zum Wiederaufbau geschritten, allen Widerwärtigkeiten zum Trotz, denn der Wille zur Arbeit war ungebrochen. Und innerhalb der Schiffahrt brachten die Jahre der Rot eine erfreuliche Konzentration. 3m Augenblick des Wiederaufbaues, wo alle Kräfte in einer Richtung zum allgemeinen Ruhen einsehen muhten, hat diese Bewegung bedeutsame Fort- schr-itte gemacht. Die Deutsche Levante-Linie ist ganz in den Besih der Hamburg-Amerika - Linie übergegangen. Die Hamburg-Süda mercka irische Dampffchiffahrtsgesellschaft hat sich durch Austausch von Vorzugsaktien mit der Hamburg- Amerika-Linie gegen Ucberfrcmbung gesichert. Soweit die ZeitveryLltnisse es erlaubten und geboten, wurde die Zusammenarbeit auch mit auswärtigen Reedereien aufgenommen. Mit den amerikanischen Harriman-Konzem wurde im Zahre 1920 ein Vertrag über einen Gemein- schastsdienst geschlossen, der es ermöglichte, die regelmäßige Schiffahrt von deutschen Häfen aus, wenn auch vorerst nur mit amerikanischen Schiffern wieder aufzunehmen. Die gleiche Beteiligung beider Vertragsparteien auf allen Linien, die vor dem Kriege von der Hamburg-Amerika-Linie befahren wurden, ist für den Passagierdienst auf der Hamburg—Reuyork-Route inzwischen erreicht worden. Auch die anderen Linien, auf denen vor dem Kriege die Hapag ihre Schiffe in alle Welt sandte, werden wieder mit deutschen Schiffen befahren. Der Ostasiendienst ist vor einigen Wochen in Gemeinschaft mit dem Rorddeulschcn Lloyd und den englischen Reedereien von ©Herman und Holt eröffnet worden; nach Afrika finden monatlich 4 Abfahrten der in diesem Dienst zusammengeschlossenen Reedereien, der Hamburg- Amerika-Linie, der Woermann-Linie, der Deutschen Ost-Asrika-Linie und der Hamburg-Bremer- Olfiifa-Cinie, statt. Rach Südamerika fahren zwei Passagier- und fünf Frachtdampser der Hapag und die Deutsche Levante-Lin je, die einige neu erbaute Dampfer in Dienst stellen konnte, unterhält einen lebhaften Dienst nach den Häfen des Mittelmeeres, nach der Adria, nach Rordafrika und Kleinasien. Frankfurt a M., 27. März Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld Brief Datum: 24. März. 25. März. Amgd.-Rotterd. 12487,50 12512,50 12187,80 12212,20 Brüssel-Antw. . 278 >,80 2787,83 2/07,25 2713,75 Christiania . . . 5804,15 581 ,85 5779,20 S79.-.80 Kopenhagen . . 7042,95 70o7,05 6823,15 6836 35 Stockholm. . . . 8641,35 865s,6a 8416,56 8433 45 HelstngforS. . . 714,25 715,75 669,30 670 70 3talien 1668,80 1671,70 16 8, 0 1661'70 London 1146,05 1448,95 1411,05 14 3,95 Reuyork 326,67 32?,33 321,17 321,83 Paris 2972,- 2978, - 2917, 5 2922,45 Schweiz 637«,60 63.11,10 6283,70 6296^30 Spanien 6-94,90 5105, 0 5024,95 503.»,US Deutsch-Oesterr. 4,18 4,22 4,28 4,32 Prag 569,40 570,60 569,10 570,60 Budapest .... 37,71 37,79 36,36 36,44 Buenos Aires . 120,35 120,65 117,35 117,65 Bulgarien . . . 219,75 220,25 Züricher Devisenmarkt. 25.3. 27.3. Wechsel auf Schweizer Frank«, Holland 100 Fl. — 191.4,> 194.50 Deutschland 100 Mk.' — 1,59 1.58 Wien 100 Kr. — 0.07 0.07 Prag 100 Kr. — 9.10 9.15 Paris 100 Fr. — 46.45 46.45 London \ £ = 22.54 22.39 Italien 100 2. = 26.30 26.30 Brüssel 100 Fr. = 43.25 43.45 Budapest 100 Kr. — 0.55 0.59 Reuyork 100 $ — 514-- 514.25 Agram 100 Kr. — 1.55 1.60 Warschau 100 Kr. — 0,13 0,135 Marknotierungeu. -o?. Für 100 deutsche Marl wurden gezahlt: Datum: 1.7.14. 24.3. 25.3. Zürich Fr. 125 40 1,52 1,58 Amsterdam Fl. 59.20 0,78 0,82 Kopenhagen Kr. 88.80 1 40 1,50 Prag..........Kr. 117.80 16,12 Stockholm Kr. 88.80 1,15 Wien Kr. 117.80 London Sh. 97.80 7,35 7.07 Pari» Fr. 125.40 3,30 3 50 Reuyork $ 23.80 -.30 -.31 • 12 Millionen bprvzenrtgc otc« bener Stadtanleihe mit April, Oktober - Zinsen werden zum festgesetzten .VerkauiSkurfe von 98V, Prvz. »um Verkauf gebracht. «Räheres siehe Dekannimachung im heutigen Anzeigenteile.) (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Eine Denkschrift Lloyd Georges vom Marz 1919. London. 25. März (WTD ) Heute wurde als offizielles Dokument eine Denks christ 1919 der Friedenskonferenz vorgelegt hatte, veröffentlicht. Die Denkschrift ist überschrieben: .Einige Erwägungen für die Friedenskonferenz vor der endgül igen Redaktion der FriedensbeUngungen." Im Text heillt hs u. a. Der Friedens vertrag dürfe nicht wieder, wie der von Frankfurt, einen neuen Krieg mS Auge fassen, sondern er müsse einen dauernden Friedern sichern. Die vrlchledenen Rassen müßten sobald wie mög.ich iixrem Mutterland zugeführt werden. Aber Deutsche und Ungarn sollten den neuentstandenen Staaten nur cinver* leibt werden, wenn sich keine andere Lösung finden lasse. Die Zahlung der Reparationen müsse womöglich mit dem Verschwinden der der Kriegsgeneration beendet sein. Die Deutsche Regierung müsse beim Unterzeichnen des Frirden S v e r t ra g e s das Bewußtsein Haden, daß die übernommenen Verpflichtungen von ihr erfüllt werden könnten. Sobald Deutschland die Friedensbedingungen angenommen habe, müßten diesem die Weltmärkte auf der Grundlage der Gleichberechtigung geöf.net Weden. Sein wirtscha,tlicheS Wiederaufleben müsse mit allen Mitteln erleichrrl werden. Ferner enthäll das Dokument noch Auslassungen über die bolschewistifche Gefahr und einen Hinweis auf die Rotwendigkeit einer amcrikanisch-e. g ischen Garant e für Franl- reich, bis der Völkerbund imstande sei, den Frieden und die Freiheit der Well sicherzustellen und aufrechtzuerhalten. Abfahrt nach Genna. Berlin, 24. März. Wie der .Lokalanz.' meldet, toirb die deutsche Delegation für die Genueser Konferenz nach den bisherigen Anordnungen a m 8. April nach Genua fahren. Ter Terror in Oberschlesien. Berlin, 24. März. Wie der „Berliner Lvkalanzeiger" ans Breslau meldet, wurden bi der Rächt zum Donnerstag tn Ra tib or ein Oberwachtmeister von der 3. Hundertschaft der Polizei Oberschlesiens und seine Frau von zwei unbekannten Männern durch R e - vvlverschüsse niederge st reckt. Cs steht fest, daß Raubmord nicht in Frage kommt, da bei den Leichen Wertsachen nicht abhanden gekommen sind. ES sei daher an- zunehmen, daß eS sich um einen politischen Mord handelt. Arteilsspruch im Braunschweiger Attentatsprozeß. Braunschweig, 24. März. (WT2.) I» dem Prozeß wegen der D y n a m 11 a 11 e n t a t e in Braunschweig ist heute das Urteil verkündet worden. Der .Braunschweigischen LandeSzeitung" zufolge wurden Gehrmann und Lange zu je 6 Zahlen Zuchthaus und Stellung unter Polizeiaufsicht verurteilt, Pätz zu 5V2 Jahren Zuchthaus und Stellung unter Polizeiaufsicht, Burtche zu 51/« Zähren Zuchthaus, der Sohn des früheren braunschweigischen Präsidenten M e r g e s zu 5 Zähren Zuchthaus, Engemann zu einem Zähre Zuchthaus u^d Dusch, die frühere braunschweigische Kultusministerin Faßhauer und Reuler zu je neun Monaten Gefängnis. Korpulenz und Krankheit. Vie Krankheiten der reiferen Alters. Bei den meisten Menschen stellt sich schon vor dem vierzigsten Znhre irgendein Merkmal des beginnenden Alterns ein, meistens in Form einer unliebsamen Leibesfülle. Korpulenz irrt die Einleitung für allerlei Ge- brechen und Schwächen der reiferen Zahre. Sie ist Lvlge der Verzögerung des Stoffwechsels und Blutumlauf^ und steht im Zusammenhang mrt me.cn körperlichen Leiden und Beschwerden, it e Leute korpulent werden, desto langer bleiben sie jung, frisch, leöensmutig und leistungs- fahlg. DsnA^rgerderHauswäsche ersparen Sie durch Ausgabe als Naßwäsche. Großwäscherei Edelweiß Sehütr.en*traöe 12 ,nD Telephon 1487 I Vermietungen Pension Brand! i 3. a: öbl. Zimmer mit zwei Belte«. Bote Verptl»ging | Mietgesuche | Sbevaav mit 1 Kind sucht ZinMrn..Wt. Lchriftl. Ang. unt. O'SOO an den Gien. Anz. erbet. Geschaiisntann sucht 1-2 Mbl. Simmet. Schriftl. ?lnneb. unt.OUftl an den Gietz Änz.erbeten. Möbl. Zimmer für 3 Wochen aeiucht. 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Dank. 3m Namen 3030 Heuchelheim, 27. März 1922. tt Bahnhofstr.60. Tel.1097 somC 3045 erwartet. 03198 wacher Dort in jenen sel’gen Höh’n Werden wir uns wiederseh’n. J. Wohlgeruch, 15 Neue» Baue 15, Hinterbliebenen: Familie Wilh. Jung Familie Konr. Velten Familie Wilh. Binz. Lacke Leinöl Streichfertige Seefische August Wallenfels 17 Marktplatz 17 der trauernden Hinterbliebenen: fiaWutina Körnet geh. Beulfflling Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verlust sowie für alle Ehrungen, die zahlreichen Kranzspenden und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers, sagen wir auf diesem Wege unfern herzlichsten Die trauernden Familie Gg. Binz I. Familie Karl Binz I. Familie Otto Binz Beginn des neuen Schuljahres. Tages- und Abendkurse. Prospekt frei. Anmeldung täglich. Privat- Handels- Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres teueren Enschlasenen sagen wir allen auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. Elisabeth Wagner Wwe. und Kinder. Flaschensturz! Zahle noch diese Woche die seitherige« boben Preise für Rlnfdjcn! Emil Nosenzweig, Annahmestelle Wilhelm Haas, Bleichstr. 18. ü3‘“ Stadttheater Leltnag: E. Stelnooetter, Dienstag, 28. März: Aufier Abonnement. Bet NW. Von Goethe. Anfang 7, Ende 9% Uhr. ff Kaufe getragene Herren- und Damenkleider, Schube und Wäsche und zahle die höchsten Preise.01v7e L. Rosenzweig Giesten,SelterSweg58I Heute u. morgen erhalte frische viingekalk lose und in Säcken, jede Menge zu haben. Carl Haas jnn., Gießen, Frankfurter Str.59, Tel. 1682. Mia fett Preise für Gold- und Silber- gegenstände , Ketten, Ringe, Bestecke, sowie zerbrochene llbren aller Art erzielen Sie bei Uhr- Die Beerdigung findet statt: Dienstag, den 28. März, nachm. 31/* Uhr. 03202 Todes-Anzeige. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß unser lieber, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager, Onkel und Pate Johannes Binz VI., Schuhmacher nach langem, schwerem Leiden im Alter von fast 75 Jahren am 25. März, nachmittags 4 Uhr, im Glauben an seinen Heiland und Erlöser sanft entschlafen ist. Alte (Wie alte Mel olle WserMe elfes Mellon, olles M kaust zu höchsten Preisen Kunsthandlung Hirz SelterSweg 22. Pinsel usw. empfiehlt Drogerie Vinterholl ä v Kreuzplatz 9 u.10 Prima gelbe Kohlrüben emvstehlt [3035 H. Trechsler Tel. 1581 Stelnetr. 73 Pa.feine Kabeljau ohne Kopl Mine Schellfische,, „ Pa. leine Fischkollelels heute zu billigen Preisen ein getroffen. C. G. Kleinhenn Tel.66 mu BaWiclsLr.M Obstbäume Zwergobst Ziersträucher vaumpsähle Kostorstricke Raffiadast vaumwachs Oöflüanm - Sarhollnenm empfiehlt 3Mec ffi.Btlte.se Q»fh Telephon Nr. 12. 1 Kinderbett, | 1 Sitz-Liegestuhl zu verk. Schulstr. 11 II. I ^ÄutgSsuelis I Itürifl. 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MtS. «ns f Seine Freunde. 1 IHeanifenioitroe. m. zwei ’M Kind., 36 I. alt, evgl.. sucht die Bekannt sch. eines gut situierten Be amten, möglichst Eisenbahner, zwecks späterer Heirat. Schr. Angeb. u. 03188 aa den Giefi Anz. erbeten. Schwze. Dtsche. Srbäier Hündin, auf den Namen „Lotti" hörend, entlaufen. Gegen gute Belohnung abzugeben bei Karl Schmand, Zimmermeister, 03170 Steinberg. Bor Ankauf w. gewarnt Verloren ein schwarzer, ovaler Anhänger mir Silberverzierung und Kettchen von Jobanneskirche bis Diezstrafie. Gegen Belohnung abzugeb. bei 8011 G. A., SelterSweg 56. $trloten Sonnt, goth. Uettenarmband auf dem Wege zur Hardt oder Hardt. Abzugeben geg. hohe Belohnung ans dem Polizeiamt. 303t, | Vereine | Hl. Ortsgruppe Gießen. Der Vortrag unseres Herrn IV oa Wiesbaden findet NUN bestimmt am Iienstog, 28.3., obeiA 8 lllir, statt. Zahlreicher Besuch «vietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) toütbe es daS nie bezahlen können. Wenn das Reich die Hälfte übernimmt, so karrn man sich darüber freuen. Der D.schtuh 'Batt -ns i t nichts als eine Demonstration. Das sollte man nicht tun, sondern pralli ch suchen, die Schuld zu bcdcn Die Dank hat nun zu eurem sehr ungünstigen Zrit- punkt die Schuld aafgckiffen, d. h. alS der Fran- len sehr schlecht stand, solche angekuust. Redner verliest hierzu zwer Schreiben der Dank, und fügt hinzu, tah er sich eines Urteilt hierüber enthalten wolle. Rach meiner Arsicht fch de L.K. die Schuld von 19 Millionen üb rnehmen Die Regierung hat, da sie eine Sicherheit für diesen Bankkredit nicht übernehmen kann, sich bereit erklärt, der L.K. das unbeschrunlte Umlageret- fahren für diesen Fall zu crLilen. Rach einer Denkschrift der 2.5t. sind in etwa 20 Jahren pro Mitglied 4000 Mk. c-uszubrtngen. Dieses Umlage- recht soll zunächst nur eine Sicher heitsmast- nahme sein. Es ist nicht gesagt, da ; die Schalü dadurch ganz aufgeb acht werden soll. Ich vite, dem Antrag der Au.schuhmehrheit zuzuftimmen, der die Reinen Betrag: bis zu 5000 Ml. freilassen will. Unsere Fraktion stellt den Zu'atzantrag. bah der Rest der Umlage erst dann in Anspruch genommen werden wird, toeiui al'.e anderen Wege sich als ungangbar ernx-i’en. (Bravo!) 2lbg. Obena uer (Dem.): An der Beunruhigung in der Bevölkerung ist der Borstand der 2 K feQrft schuld, weil er es unterlaflen hat. alsbald nach Belanntwerden der Ang.lege h it für die erforderliche Aufklärung zu forg n. An der Schuld,rage darf man nicht vor B:rgehe i. Man muh doch fest stellen, bah tatsäch.i ch das Resch der Staat und auch der L.K.-Vorstand schuld sind. Danach must Me Berpslichiung der Schuld en- tilgung beurteilt werden. Wenn das Reich die Bezahlung verhindert hat. so hat es spekuliert. Diese Spekula ion ist allerdings mißglückt. Dus Reich ha« unbedingt eine moralische De Pflichtung, zur Tilgung b.izut.agen. Der Staat hat eben- salls eine dahingehende Pflicht, weil er es unterlassen hat, sich um die Rechnungen und Sitzungen der Landwirtschattskammer zu kümmern. Den Dorstand der 2.5t. trifft insofern eine Schuld, als er im geeigneten Augenblick, als das Reich Devisen für die Zwecke der Ablösung solcher Derpslichtun- gen zur Dersügung stellte, die Schuld nicht aif das Reich übertrug. Auch die Anlegung des Geldes aus dem Erlös des Vie!)es bei (der Bank war falsch. Die Schuld hätte sofort in Franken umgewandelt und als solche b i der Dank hinterlegt werden müssen. Rechtlich ist natürlich der Dorstand der 2.5t. nicht verantwortlich zu machen. Dem Recht der Sonderumlage kann ich nicht zustimmen und bitte, dem Antrag v. Helmolt zu- zustimmen. Die Wetterberatung wtrd alebunn auf Dienstag, 10 Llhr vormittags, vertagt. — Schluh nach 1 illjr. Gießener Strafkammer. Diesten, 21. März 1922. Der Hetzer Wilhelm M. von Saasen hatte Geld nötig. Er bearbeitete daher den Hetzer Wilhelm W. von Calbach so lange, bis dieser ihm das Haus emes reichen Calbacher 2and- wirts zeigte und ihn über die Verhältnisse im Innern des Hauses genau unterrichtete. Der Einbruch selbst sollte am Tage der Calbacher Kirch- weihe stattfinden. M. zog noch den oft vorbestraften Maurer Eduard P. von 5tleinwalde hinzu und beide brachen dann am 4. 9. 21 tn der geplanten Weise ein. P. erhielt wegen schweren Diebstahls im Rückfalle 2 Jahre Zuchthaus, M., der ebenfalls vorbestraft ist, 2 Jahre Gefängnis. W. wegen Beihilfe 6 Monate Gefängnis. Den beiden ersteren wurden auch die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren abgesprochen. Der ehemalige Wachtmeister der Schu Polizei Sch. hatte am 3. 11. 21 den Strafgefangenen St. von Buhbach nach Darmstadt und zurück zu transportieren. Entgegen den ihm bekannten Bestimmungen fuhr er mit St. (beide trugen Zivil) 2. Klasse, rauchte selbst und lies) St. rauchen, liest sich von ihm Zigaretten schenken, duldete, dast der Strafgefangene einen Derwandten besuchte und Bekannte telephonisch an die Dahn bestellte, besuchte mit ihm Wirtschaften und versuchte schliestlich auf Grund einer von St. ausgestellten Bescheinigung von der Strafanstalt 253 Mark zu erhalten, während seine Auslagen höchstens etwa 216 Mark betrugen. Das Gericht erblickte hierin den Tatbestand der Beamtende st echung und verurteilte Sch. zu 3 Monaten Gefängnis und St. zu 1000 Mark Geldstrafe. Der 23jährige Schneiderlehrling Friedrich Sch. von Einartshausen stand am 24. 11. 21 vor dem Schöffengericht 2aubach unter der A klage, zusammen mit seinen 2 Brüdern mit Explosivstoffen gefischt zu haben. Als er sah, dast fein I 2eugnen gegenüber den bestimmten Angaben des Fvr>lwarts M., der sie erui-cht hatte, zweckl. s , war, äusteile er, gerade als ».as Gericht in das j Bcratungszimmcr cinketen wollte, der Zeuge fei fähig, einen Meineid zu leisten. Wegen dieser D e- [ t ewt i? i g u n g war er von dem Schöfie gericht ! 2aubach am 12. 1. 22 zu 500 Man Geldstrafe j verurteilt worden: seine Berufung wurde von der S r i lamm r ve rworfen. Ci.i e ien mädchen von Melbach hatte versucht, seine 2eibesfrucht abzutreiben und -aa. nut Hilfe eines in demselben Ort bediensteten Knechtes. Das Mädchen, wurde zu 2 Monaten, der Knecht zu 1 Monat Gefängnis verurteilt. Aus dcm Amtsvcrkündigungoblatt. " Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 40 vom 24. März enthält: Die 'Wahlen zum Provinzialtag. — Be ug les Reich g se b et es. Das Dolksschulweieu im Dolksstaut Hessen: hier: Die Bildung und Zusanunensehung der Schulvor.ä'de — Erw.rbslos nfürforge — Die :ri-elmng ör.licher Kirchen steuern. — Die Ünter- ;iü„u tg no le.dender Kleinrentner. — Kieis» Abdeckerei: hier: D-shwecde w g-.m Richtabholen von Tierkadavern. — Au.glriu,sstock: hier: bte Beschaffung der zur Deschlui-sassung über die Gewährung von Zuschüs en ermord r.ich n Unter- lagen. — Dienst Nachrichten. — Feldoereinigung 2 ich Die Wahlen zum Provinzraltag der Provinz Oberhessen. Das am 31. August 1919 gewählte Mitglied des Provinzialtags, Professor Dr. Martin Schian zu Diesten, hat fein Amt als Provi zial agsmi glie) nie.er- gelegt. — Die Proviuzialwahlkommission hat in ihrer Si ung vom 10. März 1922 feftgcftellt, dast Ferdinand Pfannstiel, 2and- u ib Gastwirt in Ulächstein, an die Stelle des vorgenannten ausgeschiebenen Proviitzialstagsmitg iedes tritt. Die Erhebung örtlicher Kirchensteuern. Die Deckung der Fehlbeträge der örtlichen Kirchengemeinden erfolgen für 1920 derart, das; nach Dereinbarungen der oberen Kirchenbehörden mit dem Lanbesfinanzamt bezüglich der evangelischen Kirchengemeivden besondere Ern- lommensteuerzuschlage und bezüg.ich der katholischen Kirchengemernden zusammen mit der allgemeinen Kirchensteuer ein einheitlicher (Sin- tommensteuerzuschlag erhoben wurde. Die entsprechenden St ucrertruge werden hiernach den evangelischen Kirchen wohl in Kürze übermittelt werden, während sich die katholischen Kirchen mit dem bischöflichen Ordinariat in Verbindung sehen müssen. Soweit bekannt ist, sind die Fehlbeträge der katholischen Ki chen für 1920 gedeckt. Das Landes finanzamt hat ferner angeordnet, das) de in 1920 erhobenen Steuerzuschläge vorläufig auch als Steuerschuld für 1921 anzusehen und eiirzu- ziehen sind. Dis zur endgültigen Steuerveranlagung für 1921 wird mithin nach Eingang der Steuererträge für 1920 festzustellen fein, ob letztere die voranschlagsmäligen F.hlbeträge der Kirchen für 1921 decken. Berneinendensalls wäre, nach vorherigem Denehmen des Kirchen Vorstandes mit dem Finanzamt, bet Einkommen steuerzuschlag für 1921 durch Deschluh der Kirct-enveriretung entsprechend zu erhöhen. Mit den Gemeindeumlagen werden sonach auch für 1921 kirchliche Umlagen nicht erhoben. Kirche und Schule. * Freie Lehrer st eilen. Erledigt ist: eine mit einer evangelischen Lehrerin zu besetzende Schulstelle zu Dietzenbach (Kreis Offenbach), eine mit einem evangelischen Lehrer! zu besehende Schulstelle äu Landenhausew (Kreis Lauterbach), mit der Stelle war früher Organistendienst verbunden: die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Schwabenrod (Kreis Alsfeld): eine mit einem evangelischen Lehret zu besehende Schulstette zu Eifa (Kreis Alsfeld): zwei mit katholischen Lehrkräften zu besehende Schulstellen zu D ü r - sta d t (Kreis Bensheim), die eine soll mit einem Lehrer, die andere mit einer Lehrerin besetzt werden. Turnen, Sport und Spiel. Futzball-Landerwettkampf Deutschland—Schweiz 2:2. Frankfurt a. M , 26. März. Der Länder- Fuhballwettkampf Deutschland gegen Schweiz, das erste internationale Treffen zweier Ländermannschaften in Deutschland nach dem Kriege, hat eine weit über den Rahmen der eigentlichen sportlichen Detanstaltungen htaaus- gehende Bedeutung erlangt. Am Rachmittage setzte eine wahre Völkerwanderung nach dem Ein- tracht-SporstPlatz ein, unb als kurz nach 4 Uhr der holländische Schiedsrichter Boas das Zeichen Nr. 73 Zweites Blatt Hessischer Landtag. 8t. Darin stadt, 24. März 1922 (Schluh der 6. Sitzung.) Es folgt die erste Beratung der a) Regie- rungsvorlag'.', Abänderung des Artikels 42 des Eefetzes vom 16. Mai 1936, die Landwirtschafts- fammer betr.; b) Regierungsvorlage, Gesetzentwurf, Abänderung des Artikels 42 des Gesetzes vom 16. Mai 1936, die Landwirtschaftskammer betr. 3n Derbindung hiermit: 1. Antrag der Abgg. Rinl und Ebner, Millionenverluste der Landwirtschaftskammer betr., 2. Antrag der Abgg. Rink unb Ebner, Deckung des Millionenverlustes der Hessischen Landwirtschaftskammer bett., 3. Er- gänzungsantrag der Abgg. Rink. und Ebner, Millionenoerluste der Landwirtschaftskammer be- ireffend, 4. Antrag der Abgg Hoimann-Seligen- ftebt, Wagner, Blank und Gen., Millionenverluste der Landwirtscha Iskummer betr., 5. Anfrage der Abgg. Obenauer unb Reiber, die Millionenverluste der He fischen Landwirtschaftskammer betr. Abg. v. Helmolt (Bbd.) bespricht zunächst die Angelegenheit der Milliorrenschuld der Landwirtschaftskammer. Die wichtigste Frage in dieser Angelegenheit ist die der Schuld und der Deckung. Leider hat die Landwirtschaftskammer damals versäumt, sich die Deckung durch die Reichsregierung zu sichern. Man kann den Landwir.schaflskammer-Dorstand Mcht haftbar machen, weil ihn etwa ein Verschulden trifft, immerhin hat er unvorsichtig gehandelt. Es wäre besser gewesen, den Fehler zuzugestehen und sich nicht durch scharfe Auslassungen zu verteidigen. Heute handelt es sich darum, den Schaben gutzumachen. Die L.-K. hat unbedingt im Interesse der Allgemeinheit gehandelt. Sie hat das Vieh im Interesse ber Dolksernährung gekauft unb hat damals, obwohl sie bad Geld hatte, im Interesse der Reichsfinanzen die Zahlung hin- ausgeschoben. Das Reich hätte die Pflicht, hier mehr (Sntgege’ifommen zu zeigen: es scheint aber, als ob man es ber hessischen Landwirtschaft Immer am Entgegenkommen fehlen lasse, das hat sich auch bei dem älmlageverfahren gezeigt. Die Schuld ist nun einmal da und muh abgedeckt werden. Eine Schuld an ber Höhe der Summe trifft auch die Darmstädter Dank, die es ebenfalls an Entgegenkommen hat fehlen lassen. Dah die Erregung so grob geworden ist, das liegt im wesentlichen daran, dah die Landwirtschafiskammer es nicht verstanden hat, den erforderlichen Konnex mit ber Bevölkerung herzustellen unb zu halten. Ich hoffe, dah bie heutige Aussprache dazu führen wird, dah das besser wird, unb bitte um Annahme unseres Antrages auf Hebernaljme der Schuld aus die Staatskasse. Abg. K ö h l e r (D. Dpt.): Es handelt sich hier um eine Summe, die denn doch als etwas ungewöhnlich bezeichnet werden muh. Sie ist so ungeheuer gewachsen durch die Valuta. Es ist richtig, dah die grobe Beunruhigung im Lande auf den Mangel an Popularität ber L. K. zurückzu- führen ist. Reoner rekapituliert bann die Tatsache der Entstehung der Schuld. Von dem eingeführten Vicch, 296 Stück Rindvieh und 118 Ziegen, ist der gröhte Teil dem Kleinbefitz zugute gekommen. Der Preis betrug 700 000 Franken, die auch wieder durch den Verkauf eingebracht wurden. Der Erlös tourbe bei der Dank angelegt, weil die Bezahlung durch eine ReichSverprdnung unterbunden war. Die L. K. versuchte darum, Ausfuhrgenehmigung für Gegenstände nach der Schweiz zu erhalten, um dadurch die Schuld abzutragen. Das wurde ihr ebenfalls unmöglich gemacht. Dadurch ist dir Schuld so erheblich grob geworden. Es ist dann nach Schuldigen gesucht worden, und gegen L. K., Reich und Staat wurden Vorwürfe erhoben. Es sollte bedenllich machen, dah die starke Konkurrenz in der Schuldfrage sich geltend machte. Man sollte überhaupt nicht von einem Schuldigen sprechen. Die Vorstände der L. K. sind keine Bankiers: ihre Sachkenntnis liegt auf anderen Gebieten. In ber *ehr schwierigen Frage aber haben selbst Bank- Sachverständige sich geirrt In anderen Staaten ist ähnliches eingetreten, und man hat nirgends nach Schuldigen geschrien. Wie die L. K. selbst die Schuld decken soll, ist nicht zu flärren. Der Vorstand der L. K. hat ein Verfahren gegen sich beantragt, die Regierung hat das aber abgelehnt. Zivilrechtlich bleibt die Schuld demnach eineSchuld der L. K. Wenn Abg. v. Helmolt nun beantragt, diese Schuld auf den Staat zu übernehmen, so ist bas allerdings unverständlich, denn der Staat hat {einerlei Verpflichtung dazu. Die Anregung zur Einführung des Viehs war vom Reich ausgegangen. DaS Reich könnte also die Schuld übernehmen. 2lber es tut es nicht, well es die Weiterungen mit Recht scheuen muh. Es sind sehr viele Anregungen ähnlicher Art aus Gründen bet Landesverteidigung ergangen, und wenn bas Reich alle daraus entstandenen Dalutaverluste tragen sollte, Die Pforte der Paradieses. Roman von Ingeborg Dollquartz. Berechtigte Ueberse-rrng an3 dem Dänischen. 19. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) „Ich werde dort aewih vernünftig, Mutter," oersichertc Orla. „Ich freue mich geradezu auf das friedliche Städtchen und bis ich in dem ländlichen Garten herumspaziere und meine Pfeife rauche. Vater hat einmal gesagt, der Garten sei sehr groh und habe eine Mauer rund herum — nicht nur so ein Gitterzäunchen, wisst ihr — nein, eine richtige Mauer mit Spalierbäumen daran unb oben drauf Dachziegel. Dort ist man auch nicht nur ber gewöhnliche Heringsbändiger, nein, wir haben auch Speichet voll Korn unb so." „Das muh ja geradezu tounberbar fein, Orla!" rief Malwine begeistert. .Wunderbar —" .Orla wirb niemals bas Erbe seines Groh- vaters antreten,“ erklärte Tante Rota nachdrücklich. .Handelt es sich denn ums Erben, liebste Inger?“ fragte Malwine unb ihre hellbraunen Augen glänzten von Wohlwollen. .Hast bu benn gar nichts andres im Kops. Malwine?" fragte Tante Rora unb schaute Malwine streng an. .Ich meine, man sollte sie zuerst ruhig sterben lassen, ehe man vom Erben redet." „Aber ich — ich meine — behüte mich Gott ich habe doch gar nicht an Tante Ellinot gedacht, liebste Rora, das wäre mir nie eingefallen — nein, niemals — nie n i e m a l s." „Mutter!" rief Mogens, der den Kopf zur Tür hereinsteckte. .Der Herr Doktor läht sagen, bu möchtest sofort hinaufkommen zur Tante Clli- nvt. Er sagt, es eile." Siebentes Kapitel. Tante Ellinor wat tot. Der gute, ehrliche Mensch, die welterfahrene alte Dame, bie in ben letzten Jahren Frau Inger eine so treue Freundin gewesen war, hatte bie Augen geschlossen. Frau Inger betrauerte diesen Todesfall tief und aufrichtig: sie, bie seither immer andern eine Hilfe gewesen war, hatte tn der letzten Zeit öfters gefühlt, dah sie einer Stühe bedürfe, unb bei Tante Ellinor hatte sie sich jederzeit Kraft und Hoffnung geholt. Der Hauptmann hatte während der Zeit, wo Tante Ellinor mit ihnen dasselbe Haus bewohnte, nicht sehr viel von ber alten Dame gesehen. .Sie hat ja Inger," pflegte er zu sagen, denn er war immer etwas eifersüchtig auf die Menschen, die Frau Inger lieb hatte und die »ihre Zeit in Anspruch nahmen", wie er sich audbrütfte. Er fühlte sich darum nicht ganz frei von Gewissensbissen, als Tante Ellinors Sachwalter ihm an ben Tag des Begräbnisses mitteilte, bah sie ihm breifngtaufenb Kronen vermacht habe. Er hatte Wohl jederzeit getouht, bah Jantz Ellinor wohlhabenb sei, aber weder er noch sonst jemand von der Familie war auf den Gedanken gekommen, bah sie die D uders kinder ihres Mannes in bieder Weise bedenken werde. Tante Rora erhielt fünsundzwanzigtausenb Kronen, jedoch mit ber Bedingung, bah s e nur die Renten beziehen, während das Kapital nach ihrem Tode an Orla, Mogens unb Ellen fallen sollte. Malwma Munk erh'clt sechshmb'rt Kronen jährlich, so lange sie lebte, unb auch Tante 6[Lino rd alten Stenern waren Legate ausgesetzt, sowohl für bie alte Marthe hier wie für ihre alten Dienstboten, die noch in Westinbirn lebten. Inger hätte nie gedacht, bah ihr Mann so groben Wert auf dieses Geld legen würde, und darum war sie Tante Ellinor doppelt dankbar für ihre Gabe, da sie sah, wie neubelebt sich der Hauptmann fühlte beim Gedanken, bah nun durch ihn — durch feine Verwandtschaft — etwas Freude in das Heim kam, das nicht nur er durch seine Schwermut häufig verfinstert hatte, sondern in das auch beständige Gelbsorgen viele Schatten geworfen worben waren. Seit er pensioniert war, hatte er sich pflicht- schuldigst um jede Stelle beworben, die nur cinigermahen au-sah, als ob sie für ihn Pasten könnte, aber er hatte es immer ohne alle Hoffnung getan und Absagen stets zwar als etwas ganz Selbstverständliches, aber doch mit einer gewissen c umpfen Bitterkeit entgegengenommen. Frau Inger muhte sich darum herzlich freuen, wenn sie sah. wie eifrig er darauf aus war, dieses Geld auf das nützlichste anzuwenden, und de- sonders rührte es sie, bah er sofort begehrte, sie solle ihr: Mus kstunden auf geben. E grntlich hätte sie diese eigene Einnahmequelle gerne behalten, aber sie füg'e sich seinem Wunsche sofort, als sie sah, wie stolz er darauf war, ihr diese .Bürde" abnehmen zu können. In andrer Hinsicht war sie dagegen nicht mit ihm einig, bah er nämlich Orla dar n unterstützte, er brauche bie Stelle in dem Geschäft von Ionas Trystruv nicht anzunehmen. S e bestand darauf, sie könnten diese- in jeder Hinsicht vorteilhafte Anerbieten, dah sie selbst DeranIaht hatte, nicht ablehnen, aber Orla verschob ben Entschluh, ob er bie Stelle annehmen wolle ober nichts von einem Tag zum anbem, unb erst einen Monat Montag, 27. März y)22 jum Beginne des Kampfes gab, waren eS über 30000 Zuschauer, die mit lebhaftem Interesse dem oeamp'e folgten. Dieser war v sonders in ber erüen Halbheit reich an spannenden Momenten unb den Zuschauern wurde Fuhball in höchster «uollendung üorgciübrt. Am deutscher Seile gtänz- ien besonders bie Leute ber S p i e l v e r e i n i - gung Fürth unb von tonen wieder besonders Lohrmann im Tore unb die beiden Stürmer S e i b c r c r unb Franz, bie auch in der 27. und 36. Minute die bciben Dore für Deutichland erzielen konnten. Auch der d.u.sche Aui)enftürmer Retter von ben Stuttgarter Sportfreunden zeigte hervorragendes Können und außerordentliche Schnclliglelt. Mit 2 zu 0 für Deutschland wurden die Seiten gewechselt, doch bald nach Beginn wurde der deupche Tor- n>ächter Lohr mann bet einem ung üetlichen Zusammenprall mit einem Schu-.izer Stürmer verletzt, so bah der famose Torhüter der deutschen Mannschaft bas F lb verlassen muhte. Während bie deutsche Man s hast dadurch etwas beprimiert war, zeigten sich jetzt die Schweiezr von ihrer besten Seite u ib legten eine austerorbentltche Schnelligkeit an den Tag, die es ihnen ermöglichte, den Vorsprung bei Deutschen aufzuholen u.ib ba 6 Spiel unentschieden z u gestalten. War auf deutsch r Seite die Kombination ber ausschlaggebeube Faktor, so lag die Stärke der schweizer Mannschaft in ihrem au'erordentlich forschen unb schnellen Flügelspiel, verdunben mit energischem Schuh vor dem Tore. Darin zeigte sich b.son ers bie linke schweizer Seite au 3, währenb gerade auf ber deu.scheu linken Seite es nicht so gut klappte, wie bei dem Gros ber Mannschaft. Es ist zweifellos, bah Deu.sch and einen eintoanbireua Steg baD-ongetragen hätte, We rn bem sympathi ch?n Fürther Tornrann Lohrmannn ber Unfall nicht zugestoben wäre unb bie beutsche Mannschaft bas Spiel hätte komplett zu Enbe führen können. Ier^ensalls aber sin> bie von allen Teilen Deutschla b <,ugc irömten Zus -aue. v ll ar, rhre Kosten gekommen, denn sie beto nen ci i Fuhball- spiel zu sehen, wie man nicht oft 'Gelegenheit hat. Rach dem Spiel waren bie beiden Mannschaften, die Spitzen ber bru schen unb der s chvxtierischen Fuhbul.verbände, sowie bie De. tret er der Stadt unb ber Presse bei ei ;em Bankett noch eine Zeit gemütlich versammelt, bis gegen Mitternacht bie Abfahrt ber lieben Schweizer Gäste ber wohlgelungenen Veranstaltung ein Ende machte . * * Fuhballwettspiel L i ch--H u n g e n. Am Samstag hatte ber Licher V. f. R. (1. Mannschaft) die Hungener 1. HNannsch.rst als Gäste. Dis Halbzeit führt Hungen 3:0, Endresultat 3:2, Ecken 8: 2. — Gröbere Westdeutsche Fuß baller e i g n i s s e. Im Frühjahr trägt der Westdeutsche Spi lverband mit feiner Verbandsrnann- schaft zwei Spiele gegen den Verband 'S r a n - denburgischerDallspielve reine (Berlin) und gegen O st h o 11 a n d aus. Das Tressen gegen Berlin findet am 23. April in Köln statt und soll von einem süddeutschen Schiedsrichtergeleitet werden Der jährlich wi oberkehrende Kampf We st deutsckland — Ost Holland wird bestimmungsgemäh wieder in Düsseldorf zum Auftrag gelangen, und zwar am T4. Mai. Als Schiedsrichter wird Hirrle-Dasel -a3QUV5-uvqqn£ uegaa.m uapg^ß kampf Deutschland- Holland am 2. Juli ist vom Verbands-Fuhballausschuh in das München-GladbacherStadion verlegt worden, da in Köln schon ba& Spiel Westdeutschland—Berlin stattsindet. Die Wahl von München-Gladbach ist deswegen zu begrühen, weil das dortige Stadion wohl die meisten Zuschauerunter allen Plötzen Westdcutschlands (etwa 40 000) saht und mit einem Massenbesuch gerechnet wer den muh. Die Leitung des Spiels wird ein holländischer Schiedsrichter übernehmen. — Die Internationalen Hellas» kämpfe. - E i n neuer 1000-Meter- Weltrekord. — Bei gutem Besuch wurden am Freitag im Magdeburger Wilhelms- bade die internationalen Einladuirgskämpfe eingeleitet. Mit Ausnahme des Ungarn Eperjessh, des Schweden Thor Hehhing und des Holländers van Sylsauth waren alle gemeldeten Ausländer am Start erschienen. Mit grober Spannung sah man dem ersten Start des Schweden Arne Borg entgegen, der im 1000-Meter-Schwimmen mit dem Kölner Skamper zusammentraf. Trotzdem Skamper keinen ebenbürtigen Gegner für Borg abgab — ber deutsche Meister endete um weit mehr als 1 Minute geschlagen als Zweiter — verbesserte Borg den von ihm mit 14:19 gehaltenen Weltrekord ganz beträchtlich, indem er das Rennen in 14:07,4 beendete. nach Tante Ellinors Tod wurde es Inger eines Abends tlar, dah ber Hauptmann darum seinen Schn so ungern in dem „alten Geschäft" wissen wollte, weil er die Erinnerung an seine Kinder- Heimat immer noch nicht ertragen konnte. älebrigens hatte ber Hauptmann seine Frau am selben Abend noch auf andre Weise tn Erstaunen verseht. Der Erbschaft wegen war er mit Tante Rora bei Frau Ellinors Sachwalter gewesen, und zu Frau Ingers grobem Erstaunen Hut en Bruder und Schwester diesem ehrlichen alten Manne mitgeteilt, das Geld solle künftig von einem jungen, umtriebigen Sach Verwalter, Hothcr Firnt- Iensen, der in derselben ^kitfion wohnte w» Tante Rora, verwaltet werben. Auf welche Weise Tante Rora ihren Bruder dazu gebracht hatte, diesem gänzlich unbekannten Mann ihr und fein ganzes Erbe anzuvertrauen, verstand Inger nicht gleich. Se hatte zwar gewisse Ahnungen von Tante Roras Zukunfls- träumen unb kannte ihren Mann gut genug, um zu wissen, bah er sich überreden lieh, ie nachdem ihm Rora die Sach? vorstellte. Aber wie es nun auch ,-ugegangen fein mochte, jeben- fals war es ihr sehr unangenehm, bah die Verwaltung des Geldes dem alten Suchverwalter, ber keinerlei Grund zur Klage gegeben hatte, genommen werden sollte. Sie meinte auch, so etwas sehe Jens gar nicht gleich, unb als er ihr auf seine etwas unbestimmte Art b'e'en Entschluß mitieilte, sagte sis offen ihre Mei u g, und ba ihre Worte mehr an Rora, als an i r en Mann Keichtet waren, wurde der Ton vielleicht etwas scharf. ^Fortsetzung folgt) Die unterzeichneten Banken bringen MK. 12000 000 5°/oige (Bießener Stadtanleihe von 1922 mit April/Oktober-Jinsen zum festgesetzten Derkaufskurs von 987-7° netto zum Verkauf. Die Anleihe ist bis 1932 unkündbar. Dank für Handel und Industrie, Niederlassung Gießen Deutsche Gereinsbank, Filiale Giehen Direetion der Disconto-Gesellschaft, Zweigstelle Gietzen Gewerbebank zu Giehen e. G. m. b. H. Mitteldeutsche Creditbank, Filiale Gießen. Statt Karten 03186 elnnetroffen. Gießen, den 21. März 1922 Südanlage 14 Ostanlage 9 Zu Hause: Mittwoch und Donnerstag nachmittag. Stoffe Telephon 16 Haltestelle der roten Li1 ie. von der Stadt Giehen. 2943 Behördliche Anzeigen die Direktion, 03176 und Regler 554A Achtung! Siedlung! Eisengießerei. Zahnräder. Hebezeuge. Dießen, den 20. März 1922. 3018B Der Oberbürgermeister. 3. CB.: Krenzien. Büdingen, den 25. März 1922. 3023D 2966B GsWsirs Ns. 5 nutzte auf EÖ vvo GiürS evhöhL werde«. DaWZ rauchen (Hße die bekannte sute Mo. s aus edeistenDeiensiaSaZen. 2. Teil und Schluß. Verstärktes Orchester! Anfangszeiten 4, 6 u. 8 V* Uhr. Karten werden nur ausgegeben •owelt Sltepltttze vorhanden. Meine Verlobung mit Fräulein Gwendoline (Borbon, Tochter des verstorbenen brittschen Hauptmanns a. D. und Direktors auf Iohannisbrunnen. Zollhaus Herrn Charles Aberdeen Eordon und feiner Frau Gemahlin Johanna geb. Deiß- mann, beehre ich mich bekanntzugeben. Dr. lur. Ludwig P. Schmahl. Die Verlobung meiner Tochter Gwendoline mit dem Gerichtsreferendar und Leutnant der Reserve a. D. des Königlich Preutz. Mägde- burgisch. Drag.-Regts. Rr. 6 Herrn Dr. iur. Ludwig P. Schmahl gebe ich bekannt. Frau Johanna (Borbon geb. Deißmann. Liebhaber wollen sich bis zum 8. April 1922 bei dem Vormund Wilhelm Römer in Lang-Göns ober bei Johannes .Philipp XII. in Steinberg melben. Hessische Arbeitsgemeinschaft für Siedlungswesen. Hausen, den 25. März 1922. Hessische 'Bürgermeisterei. Happel. ££ia gelbes Speife« Aohlrüben vis desühmir -QAMMszjsaseiSr Bekanntmachung. Die Stadwerordneten-Bersammlung hat durch Beschluß vom 9. März 1922 für das Gebiet zunächst der Werkzeugmaschinenfabrik von Heyligen» staedt & Co., QL»®., einen Bebauungsplan auf gestellt. Der Plan steht auch eine teilweise Abänderung des am 7. Mai 1908 festgestellten Bebauung s- ,planes für das Gelände nordwestlich des Aul. Weges vor. Der Plan liegt bis zum 8. April d. IS. beim Stadtbauamt. Afterweg 9 zur Ginstcht offen. Sin- Wendungen dagegen sind bei Meldung des Aus- schluffeS innerhalb der gleichen Frist schriftlich bei mir vorzubringen. statt. Am Klavier: Michael Koaliert. Prelle der Ptttie: Mk. 14.—, 10.—, 8.50 und 6.50 einschl. Steuer bei Ernst Challier und abends an der Kasse. Studentenkarten Mk. 4.50 einschl. Steuer beim Hausverwalter der Universität gegen Vorzeigung der Ausweiskarte. Wl*v Die tflr das abgesagte Kontert gelösten Karten sind unter Zusahluag der Steuer umsutauschen. die vor- gemerkten Plätse erneut sn bestellen. Kosten-Anschläge bereitwilligst. BrteMHa®ateCo.,6ota Jagd - Verpachtung. Dienstag, den 28. März 1922, nachmittags 27« Uhr, wird die Gemeindejagd Hausen bei Giehen iFeld- und Waldjagd) unter den bei der Verpachtung bekannt gemacht werdenden Bedingungen auf 6 Jahre öffentlich verpachtet. Hausen liegt an der Bahnstrecke Giehen-Gelnhausen und kann von beiden Stationen Schiffenberg und Garbenteich sofort in das Jagdgebiet eingetreten werden. Gießener Konzertverein Mittwoch, 5. April 1922, abends 8 Uhr, In der Universität*-Aula findet das abgesagteSonderkonzert des Kammersängers HEINRICH HENSEL Vv " 'V- -• V‘v 7/ertinigte Handels- Lehranstalten GIESSEN Leiter: J. Kunzeimann Selters weg 73 Diplom-Kaufmann und Diplom-Handelslehrer 2. Mai Beginn d. neuen --------- Schuljahres. Auskunft u. Anmeldung täglich bei der Hansa-Schule Seltersweg 73 Tel. 821 Oder 2770a Vogtschen Handelsschule Goethestr. 32 Tel. 2064 Ulühlen- Verpachtung. Wegen Sterbefalls und Vormundschaft minderjähriger Kinder soll die Mühle nebst landwirtschaftlicher Hofreite und ca. 20 Morgen Acker- und 6 Morgen gutes Wiesenland, eine Obstanlage mit viel veredeltem Obst, welche fast jährlich einen großen Gewinn abwirft, verpachtet werden. Die Mühle ist 1916 neuzeitlich eingerichtet, eignet sich für Kunden- und Handelsmüllerei Sie liegt an der Main-Weser-Dahn, 15 Min. von der Station Lang-Gons, l8/* Stunden Flaschen! Kaufe wieder Klascken. Sohle für V ein- und Äognofflafdicn 2 Mk. pro Stück, nur einige Tage. Sützkind, Steuenwcg 29. Televbon 1517. Kein Veiten. Telephon 1517. für Herren- und Bamen-MeMung Qualitätsware mh Keichhaltige Auswahl Bauer, Tuctatog, Moltkestr. 22 Wrrmi. Grabenstr. 7. Tel. 1313. i. Michael Bohnen / Deutschlands stärkster Sportsmann, in d k einer Br® < 6 Akte e (Santa Maria) 6 Akte J i. Hände hoch! (■ Kriminalfilm in fünf Akten, hergestellt x mit Unterstützung der Berliner .Sipo“ und Kriminalpolizei. 3)22c W In Vorbereitung: Der Welt bester Film j Lady Hamilton £ Bekanntmachung. Durch die städtische Fürsorgestelle können Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene von dem Brennst offamt bis zu 20 Ztr. Holz zum ermäßigten Preis sofort beziehen. Aäheres ist durch die Fücsorgestelle zu erfahren. 3050 Giehen, den 27. März 1922. Städtische Fürsorgestelle für Kriegsbeschädigte und Krieg h nterb.irbrne, Asterweg 9. .Metne ftrau war über 50 Jahr» m. etvkr hlhllchen Aeln aefunbt» JJltrfrfjen hatte Cie auf dem Selbe Durch Zucker’» Patent Medlzinal-Seife wurden die sttechlen In 3 Wochen beseitigt. Diese Seife Ist Tausende wert E.D " Dazu Zuckooh-Creme ntchtsettend und fetthaltig). In allen Apotheken, Drogerien und Parfümerien erhältlich. An Wieben In derDroa. Minterboft, Kreuzvlny 9 10, Vöwen -Drogerie und Victoria-Drogerie. Herrn. Plank Witwe und P. ?koi. MöbS. Wasserkraft jeder Art und Größe wird voll ausgenutzt durch Hamnwerk-Tirblm An alle Siedlungsfreunde, Landbewerber, Vertrauensmänner und Interessenten! Vortrage über die Siedlungsftagen pp wird der Dundesvor« sitzende des Reichsbundes für Siedlung und Pachtung Herr Hoeft aus Berlin hallen: a) am Samstag, dem 1. April 1922, vormittags 10 Uhr, In Friedberg, im Saalbau, Bismarckstr.; b) am Sonntag, uem 2. April 1922, vormittags 10 Uhr, in Alsfeld, im Saale des Hotels Deutscher Kaiser; c) am Montag, dem 3. April 1922, vormittags 10 Uhr, im Fürstenhofsaale in Büdingen. Wir laden hiermit alle Freunde und Gönner des Siedlungswesens höflichst ein. - Freie Aussprache! Keiner darf fehlen! 3n allen diesen Versammlungen werden auch die Gesetze über Volksabstimmung besprochen. Zur Klärung der Verhältnisse erhalten auch die Siedlungsgegner in diesen Versammlungen volle Redefreiheit und werden hierdurch besonders eingeladen. Paul Berthold Guthmann und Frau Clara geb. Michel zeigen die Geburt einer Sohnes an. Wiesbaden, Kapellenstrahe 35. ,„ec Auf dem Oswaldsgarten ! vom 26. März bis 2. April a nach langen Jahren wieder eingetroffen * Freimuths berühmte t iKunstolashlösereli J Vornehmste und interessanteste * ♦ Familienschau am Platze. :Vor den Augen der Zuschauer werden die ♦ zier ichsten Kunst-Gegenstfinde aus Glas ♦ Y geblasen, modelliert und gesponnen. Die I X Gegenstände, welche an gefertigt werden, J X sind käuflich zu haben. X ♦ Täglich von 3 bis 10 Uhr abends geöffnet, j ♦ Um gütigen Zuspruch bittet 1 i Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 80Ho f// Heute bla einschl. Donnerstag: f Das Mobile total