Nr. 25 Der -tehtner Hnjetoet erscheint täglich, außer Sonn» und Feiertags. Monatliche vezugspreife: Mk. 9.50 einschl Träger» lohn, durch die Post Mk. 10. - einschl. Bestellgeld, auch beiNichterschei» nen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech - Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Druckerei, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Eiehe». postschecüonw: Frankfurt a. M. 11686. Erstes Blatt 112. Jahrgang Zreitag, 21. Januar 1922 GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck und Verlag: vrühl'fche Univ.-Vuch- und Steinöruderci N. Lange. Sdfriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer dis zum Nachmittag vorher vhnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigern, 34 mm‘Breite örtlich 70 Pf, auswärts 90 'Pt; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 360Pf. Bei Platz. Vorschrift 20 ', Aufschlag. Hauprschriftleiter: Ang. Goetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Karl Walther; für den Snjeigenteil: Han» Beck, sämtlich in Dietzen. Pressestimmen zur Reichskanzlerrede. Berlin. 27. Januar 1922. Die gestrige Bede deS Reichskanzlers (siehe 2 Blatt) wird von der Mehrheit der Blätter als ein parlamentarischer Erfolg Dr. Wirths bezeichnet. Die „Dvssische Zeitung" sagt: Die sehr eingehende Polemik des Kanzlers gegen die Regierungserklärung Dvincarös war im Ton sehr maßvoll, in der sachlichen Abwehr aber sehr bestimmt. Mit Bezug auf die Erklärung des Kanzlers, das) die deutsche Regierung jeder französischen Regierung gegenüber dle gleiche Politik betreiben werde, die darauf hinausgehen müsse, dje Interessen Frankreichs soweit zu befriedigen', als es nur immer möglich sei, schreibt das Blatt: Wir hoffen, daß diese Erklärung in Frankreich den Widerhall findet, den die Ausführungen des Kanzlers verdienen, und das) nunmehr endlich die ruhige Heberlegung der Volkswirte in den Vordergrund tritt, gegenüber der leidenschaftlichen Erregung und den parteipolitischen Interessen der „nichts als Politiker". Auch die „Germania" knüpft an die Bemerkung des Reichskanzlers an. daß d e Poli'.ik Tr. Wirths die Befriedigung der Interessen Frankreichs erstrebe, soweit dies in Deutschlands Mächt stehe und fährt fori: Mehr hat der Frie- densvettag nicht statuiert, mehr kann auch Frankreich nicht verlangen! Um so grober aber ist unser Recht, auf diesem Gebiete die Anerkennung unserer tatsächlitzen Lei ungen xu verlangen. In dieser B ziehu-g hat Dr. Wirch eine Frstigkeit der Sp ache gezeigt, die aufs neue beweist, 7>ah die Politik der Erfüllung nichts weniger tft als eine Politik der Schwäche fand Phrase. Wahrheit und Recht sind unsere einzigen Waisen gegenüber dem ®'$ner, die zu geb ccuchen wir uns keinen Qlugentiltd zu scheuen haben. Man redet mit gutem Recht so viel von der weltwirtschaftlichen Vernunft, die nun endlich in den internationale.! Beziehungen die Oberhand gtomne.i mässe Die finanziellen Anstrengungen!, die wir nun machen, beweisen jedem, der sehen will, daft "Deutschland keineswegs ein Hindernis, sondern vielmehr geradezu ein Pionier auf dem Wege dahin tft Der „Vorwärts" führt aus, dah die Polemik Dr. Wirths gegenüber dem neuen französischen Kabinett streng im Rahmen des Sachlichen geblieben ist und der Möglichkeit einer späteren Verständigung nicht die Tür verriegelt hat, was in den Reihen der Sozialdemokratie angenehm berührte. Der Kanzler setzte sich in glücklich gewählten Wendungen sehr richtig niit dem Wesen der Erfüllungspvlitik auseinander, die nicht die Erfüllbarkeit des Londoner Finanzdiktals behaupten, sondern im Gegenteil durch einen sachlichen Er- füllungsverfuch seine tatsächliche Unerfüllbarkeit beweisen will. Die „Freiheit" meint: Es ist im wesentlichen die Politik, die wir in ihrer Grundlage stets gefordert haben: Eine Politik der Offenheit, Ehrlichkeit und des gesunden Menschenverstandes. Die Entgegnung Wirths auf die Rede des französischen Ministerpräsidenten war glücklich und würdig. Die »Zeit" nennt die Abrechnung desReichs- fanterS mit den Unrichtigkeiten Poincar^s sehr milde und vorsichtig in der Form, vernichtend ober in der Sache. Es werde der französischen Presse schwer fallen. Stichhaltiges gegen die Ausführungen Wirths vvrzubringen. Auch der „Lokalanzeiger", der im übrigen an der Red? mancherlei auszusetzen hat, betont, dah die Rede Dr. Wirths auf die Anschuldigungen Poincares. soweit sich diese auf Gegenwart und Zukunft beziehen, eine ausreichende Antwort erteilt hat. Das Steuerfcompromi&. Berlin, 26. Han. (WTB.) In einer interfraktionellen Besprechung der bürgerlichen Parteien und der Sozialdemokratie wurde vereinbart dah die Zwangsanleihe nicht bis zu einer Milliarde Goldmark, sondern in Höhe dieses Betrages aufgelegt werden soll, lieber die Verzinsung soll entschieden werden, wenn die Frage zur Beratung steht, und wenn sich die Geldverhältnisse einigermaßen übersehen lassen. Die Sozialdemokraten verlangten, da ihnen die Befreiung der Genossenschaften von der Umsatzsteuer nicht zugestanden wurde, die Besteuerung der Genossenschaften nur in der bisherigen Höhe. Unter dieser Voraussetzung waren sie bereit, für 2V2 Prozent Umsatzsteuer zu stimmen. Die bürgerlichen Par t e i e n lehnten diese Differenzierung ab. Infolgedessen kam es zu dem Kompromiß: 21/« Proz. Umsatzsteuer. dafür 40 Proz. Kohlensteuer und 50 Mk. Zuckersteuer für den Doppelzentner. Voraussetzung für die Zwangsanleihe ist, dah ihr Erträgnis nur zur Decllmg des außerordentlichen Bedarfs verwendet wird, nicht aber zu Zuschüssen zu den Betriebseinnahmen (Post und Eisenbahn). An dieser Beratung nahmen die Deutschnatto- nalen nicht teil. Zusammentritt des Auswärtigen Ausschusses. D e r l i n. 27. Jan. Wie die Blätter melden, tritt der ReichStagsausschuh für Auswärtige Angelegenheiten heute vormittag 11 Uhr zusammen zur Entgegennahme einer Erklärung des Reichskanzlers über den Garantie-und Reparationsplan, der heute abend oder morgen früh in einer Rote der ReparattonSkom- rnifsion mitflcteilt werden soll. Englische Stimmen zum deutschen Stcucrkompromift L o n d o n, 27. Jan. (WTB.) Der Pariser Berichterstatter des „Daily Telegraph" erfährt aus Ententekreisen, die Antwort der deutschen Regierung auf der von ihr bezüglich der finanziellen Reform der Garantien und Reparationen im allgemeinen geplanten Grundlage werde als befriedigend angesehen werden. Das Zustandekommen eines annehmbaren Steuerkompromisses sei ein großer Sieg für Dr. Wirth, dessen Prestige während der letzten Tage bei der Behandlung der äußerst schwierigen Frage sehr zugenommen habe. In einem Leitarttkel schreibt „Daily Ehronicle", dah Deutschland mtt dem Steuerkompromih eine Höchstleistung gemacht habe, die nicht bald wiederholt werden könnte. Die Politik Frankreichs. P a r i s. 26. Jan. (WTB.) Der Vorstand der republikanischen demokratischen und sozialistischen Partei (Partei Ionnatt) hat ejne Tagesordnung angenommen, in der er für die Durchführung der Friedensverträge, besonders ihrer Reparations- und Abrüstungsbe- stirnrnungen als Voraussetzung jeder Befestigung des Friedens und des wirtschaftlichen Wiederaufbaues von Europa eintritt und es für Frankreich als unbedingt notwendig bezeichnet, dah Deutschland in jeder Form, die sich mit den Forderungen seiner Wirtschaftslage verträgt, die ihm zur Pflicht gemachten Zahlungen in vollem Umfange leistet. Der Abschluß des französischenglifchen Sicherheitsabkommens wird von dem Parteivorstand als wünschenswert erklärt, müsse aber durch methodische Behandlungen vorbereitet werden. P a r i s. 26. 3an. (WTB.) Der diplomatische Berichterstatter des „Paris Midi" Philippe Millet schreibt, es fei nur zu flar, dah die öffentliche Meinung Amerikas in diesem Augenblick Frankreich nur wenig günstig gestimmt fei. Die Situation fei in Wahrheit sogar schlimmer als sie scheine. Wenn die Kundgebungen der Mißbilligung nicht zahlreicher seien, so deshalb, weil die amerikanische Regierung mit aller Kraft die Presse und den Kongreh zurückhalte. Der Abgeordnete H e r r i o t sagt in der „Information" : Roch niemals feit dem Waffenstill- ftand war die Konfusion in unferen auswärtigen Angelegenheiten so grvh wie jetzt. Wir müssen erkennen, dah man unserem Land Argwohn entgegenbringt, der unseren Interessen ernsthaften Schaden zufügt, besonders unseren Handelsinteressen. Zur Zeit des Krieges hatte man nicht genug Lyrik zur Verfügung, um uns zu feiern, heute wirft man uns vor die Hunde! Selbst Amerika spricht zu uns mit harten Worten.- Handelssekretär Hoover läht und von Washington aus wissen, dah das System der Reparationen umgestaltet werden müsse. Die amerikanische Verwaltung scheint uns des Militarismus zu verdächtigen, so stark verlangt sie unsere Entwaffnung. Man Der- sichert auch, dah Präsident Harding, bevor er sich in Genua vertreten lassen will, die llmgeftal- tung unseres Budgets verlange, was dazu führen würde, uns unter Vormundschaft zu stellen. Der (Entwurf eines englischbelgischen Schutzvertrages. Paris 26. Ian. (WTB.) Der „Petit Pa- rtfien“ veröffentlicht den Text des geplanten eng- lisch-belgischen Schu h ve r t r a g es. Der Entwurf der augenblicklich der Prüfung des Lon- doner Kabinetts unterliegt, hat folgenden Wortlaut- Im Hinblick darauf, dah das belgische Gebiet welches zwischen Deutschland und Frankreich liegt in besonderer Weise exponiert ist, im Hinblick'darauf dah Deutschland, um Frankreich an- zugreifen, Anfang August 1914 in Belgien einbrach sowie im Hinblick darauf, dah Belgien noch unter' den durch den Einfall und die Besetzung verursachten Schäden leidet, entschlossen sich der englische König und der König von Belgien zu folgendem Abkommen: Artikel 1. Im Falle eines direkten, nicht provozierten Angriffes auf Belgien wird Grohbritan- nten Belgien sofort mit allen seinen Streitkräften zu Wasser, zu Lande und in der 2uft zu Hilfe eilen. Artikel 2. Belgien wird alle seine militärischen und Luftstreitkräste verwenden, um seine Grenzen im Falle eines Angriffes oder einer Verletzung seines Territoriums zu verteidigen. Belgien wird keinen Vertrag schließen ober kein Abkommen treffen, das mit diesem Abkommen unvereinbar ist. Die Konferenz von Genna. London. 26. Ian. (WTB.) Das Reutersche Bureau erfährt von zuständiger Seite, dah das Gerücht, wonach möglicherweise der Zeitpunkt der Einberufung der Konferenz vvnGenua aufgeschoben werden würde, vollkommen unbegründet ist. Es fei sicher, dah Lloyd George an der Konferenz teilnehmen werde. Paris, 27.. Ian. (WTB.) Ter ,Rew Port Heralö" berichtet aus Washington, dah nach Rachrichten aus D;friiellen Kreisen Präs.deut Har - ding sich weigern werde, die Einladung zur Konferenz nach Genua anzunehmen. Seit Empfang der Einladung hätten der Prätt^ dent, Staatssekretär Hughes und andere Beamte die Frage sehr sorgfältig geprüft. Ter Korrespondent glaubt zu tojien, dah sie zu dem Ent- schluh gekommen seien, es liege im Interesse Der Vereinigten Staaten, nicht an der Konferenz ttilzunehmen. Man nimmt an, dah in der heute erreichen war. du 1 429 986 Ballen. über die Lv n der Reuyorker „Sun“: „Obwohl der Handel mit Deutschland, mit dem wir noch vor gar nicht langer Zeit im Kriege standen, den Umfang vom Jahre 1913 noch längst nicht wieder erreicht hat, hat er doch bereits eine wichttge Rolle gespielt im Sinne einer Verminderung der Depression, die unser Wirtschaftsleben bettoffen hat. Vor allem in Bezug auf zwei wichtige Erzeugnisse, Baumwolle und Kupfer, stellt dre Ausfuhr nach Deutschland direkt das Linderungsmittel in dieser unserer bedrängten Lage dar. Im Jahre 1921 kaufte Deutschland bet den Vereinigten Staaten fast so viel Rohbaumwolle wie Grohbritannien, und zwar 1 416 505 Stage erstatten. bon, 26. Jan. (Wolff.) Reuter er» Deutschland als Kunde der Vereinigten Staaten. (F.P.S.) Wie wichttg allmählich wieder die Bedeutung Deutschlands als Abnehmer der Erzeugnisse der Vereinigten Staaten eingeschätzt wird, bezeichnet folgende Aeußerung fährt: Aus Wien in London eingetroffene Rachrichten erklären, derRiedergang derKrone rief ein solch ungeheures Steigen der Preise hervor. dah die Lage verzweifelt sei und Unruhen zu befürchten seien. Die Österreich'sche Regierung habe deshalb den alliierten Mächten Vorstellungen gemacht, die Lage auseinandergeseht und erklärt, dah sie, wenn nicht innerhalb der nächsten Tage Hilfe aus dem Auslande einträfe, jebe Verantwortung für die Folgen ablehne. Die „Westminster Gazette" meldet, dah die britische Regierung die Gewährung einer Anleihe von 2 Vs Millionen Pfund Sterling an Oesterreich erwäge. Als Sicherhett für diese Anleihe würden die österreichischen Zölle dienen. --- Arbeiterfragen in Dänemark. Kopenhagen, 26. Jan. (WTB.) Der dänische Arbeitgeberverband kündigt für den 3. Februar die Aussperrung von ungefähr 100 000 Arbeitern verschiedener Berufe an, mit deren Organisationen bisher eine Einigung über die Lohnherabsetzung und die Aufhebung deS Achtstundentages nicht halten und die Rotlage der Pflanzer des Südens zu erleichtern. Der deutsche Markt hat ebensoviel getan für den Kupferbergbau, der von allen Industriezweigen während der letzten Jahre mit am schwersten getroffen worden ist. Deutschland nahm 1921 nicht weniger als 212 101 469 Libras unseres Kupfers ab, d. h. dreimal so viel als England, das nur 61 158 053 Libras bei uns kaufte. Diese deutschen Käufe haben unfern riesigen Kupfervvrrat gelichtet, der solange Zeit ein unüberwindliches Hindernis für die Wiederaufnahme des vollen Bettiebs in den amerikanischen Kupferbergwerken und -schmelzen dargestellt hatte, und haben damit die Aussicht auf bessere Zeiten in nächste Nähe gerückt. Der amerikanische Baumwollpftanzer und Metallurgist werden weiterhin auf Deutschland als auf einen der Märkte für ihre Erzeugnisse blicken. Aber es bleibt noch Vieles zu tun, um für diese großen und wesentlichen Zweige des Handels den ungehinderten Verkehr zu gewährleisten." Aus dem Reiche. Ein Erlaß des ReichsverkehrsmimsterS. Berlin, 26. Ian. (WTB.) Der Reichsverkehrsmini ft er hat in der Frage des Beamten st reiks den Reichsbahnbehörden folgende Anweisung gegeben: Rach Zeitungsnachrichten beschloh der Vorstand der Reichsgewerkschaft deutscher Eisenbahnbeamten und -an- Wärter, der Reichsregierung Forderungen vorzulegen unter Stellung einer Frist, nach deren fruchtlosem Ablauf die Beamtenschaft zum Eintritt in den Streik aufgefordert werden soll. Ich habe die Reichsgewerkschaft befragt, ob die Rachricht zutrifft, uno sehe mich veranlasst, folgendes bekanntzugeben: Zeder Eisenbahnbeamte ist verpflichtet, feine volle Kraft einzufehen für den Dienst, insbesondere für die sichere und geordnete Bewältigung des Betriebes und des Verkehrs. Gegen diese Pflicht verstößt nicht nur, wer sich ohne begründete Entschuldigung vom Dienste fernhält, sondern auch, wer Arbeiten nicht ausführt, die feiner Dienststellung gemäh ihm obliegen oder von der zuständigen Stelle aufgetragen werden. Iede willkürliche Dienstverweigerung ist eine Verletzung der Amtsund Dienstpflichten, die den Beamten der Allgemeinheit gegenüber obliegen. Sie ist als Dienstvergehen strafbar. Gleichwie das Reich nicht in der Lage ist, das Anstellungsverhältnis eines Beamten unter Außerachtlassung der gesetzlichen Schutzvorschriften zu lösen, steht auch den Beamten ein Recht auf Arbeitsverweigerung nicht zu. Gegen Beamte, die dieser Warnung entgegen ihre Pflicht verletzen sollten, ist unbeschadet der Bestimmung des § 14 Abs. 3 des Reichsbeamtengesehes die Einleitung eines förmlichen Disziplinarverfahrens und die vorläufige Enthebung vom Dienste alsbald herbeizuführen. Der erwähnte § 14 Abs. 3 des Reichs- beamtengefetzes entzieht den Beamten für die Zeit einer unerlaubten Entfernung vom Dienste sein Diensteinkommen. Die Reichsbahnverwaltung weiß im übrigen, dah sich die Beamten, die einem Streik zugeneigt sind, der Zahl nach durchaus in der Minderheit befinden. Die in dem Erlaß des Reichsverlehrsministeriums erfolgte Klarstellung der Rechtsverhältnisse wird aber, wie man hoffen darf, auch diejenigen Teile der Beamtenschaft, deren Haltung zur Zeit schwankend ist, zur Besonnenheit zurückführen. Die Notlage der Kleinrentner. Berlin, 26. Jan. (WTB.) Der Haupt- ausschuß des preußischen Landtages hat heute den Anttag Christange (U. S. P.) ab- gelehnt, für Sozialrentner als Beihilfe zur Mllderung der herrschenden Not 100 Millionen Mark bereitzustellen. In der Aussprache wies der Regierungsvertteter darauf hin, dah damit auf den Einzelnen 64 Mk. entfallen, womit auch nicht geholfen sei. Doske als Warner. ’ Harburg, 25. Jan. Der Oberpräsident der Provinz Hannover, NoSke, hielt auf der Kreiskonferenz der Sozialdemokratischen Pattei eine Rede, in der er u. a. aus- fühtte: Man dürfe sich nicht über die Kraft der internationalen Beziehungen täuschen; hinter den rauschenden Reden französischer Sozialisten stehe nichts. Das Zusammenarbeiten mit dem Zentrum sei genau so gefährlich wie mit der Deutschen Volkspartei, denn es ftattfindenben Kabinettssitzung diese Rachricht offiziell werde. Emer der Haup g g^er fet der Staatssekretär Mellon, der in weitestem Matze ten Präsidenten Harding gegen jete Teilnahme an ter Konferenz beeinflußt habe. Er stehe auf dem Standpuntt, es sei nicht die Rolle der Vereinigten Staaten, sich darum za k immern, was getan werden müsse, um die Wirtschaft und die Finanzen der europäischen Staaten zr ftabili- fieren. Die in Betracht kommenden Rationen müßten sich unter sich a if eine Prozedur einigen. Andererseits kündigt man an, Präsident Harting fei der Meinung, daß die europäischen Rationen aushören müßten, fabelhafte Summen Papiergeldes auszugeben. D.e Regierung drück e ferner die Ansicht aus, die europäischen Rationen müßten anerkennen, daß die wittschaftliche Wieder- terficllung des Kon iieittZ in d r k.er D hang zur wittschaftliche.i Wiederherstellung Deutschlands stehe and eine gerechte, ras cheund räf onnablc Regelung der Reparationsfrage in sich schließe. Rücktritt des Bundeskanzlers Schober. Wien, 26. Ian. (WTB.) Rationalrat. Vor- bericht. Am Schluß der heutigen Sitzung machte der Präsident Mitteilung von der erfolgten Demission des Bundeskanzlers und der Regierung. Der Rationalrat wird die neue Regierung morgen wählen. Wien, 26. Ian. (WTB.) Der Rationalrat hat das politische Abkommen mit der Tschecho-Slowakei in namentlicher Abstimmung mit 104 Stimmen der Sozialdemokraten und der Christlichsozialen gegen 23 Stimmen der Großdeutschen angenommen. Bundeskanzler Scho ber erklärte nach eingehender Polemik gegen die Grohdeutschen, daß er der wiederholten Aufforderung der Großdeutschen Volks- Partei, zu demissionieren, unmittelbar nach Schluß der heutigen Sitzung nachkommen werde. W i e n , 26 Ian. (WTB.) ImRational - rat erklärte der Großdeutsche Dr. Dinghof er, daß die Haupturfache des österreichifchen Elends der unglückselige Friedensvettrag fei, an welchem die Hauptschuldigen Kramarsch, Benesch und Ma» sarht seien. Angesichts ber tagtä glichen Drangs a° lieiungcn ter Deutschen in der Tschechoslowakei finde es die Österreich. Regierung für richtig, gerade mtt der Tschechoslowakei als erstem Staat cm politisches Abkommen abzuschliehen und darin den Friedensvertrag von St. Germain freiwillig anzuerkennen. Der Bundeskanzler Schober sagte gegenüber einem Vorwurfe der Grohdeutschen, daß er ebenso gut deutsch fühle wie sie, und dah in feinem Herzen die deutsche Flamme ebenso rein und hell brenne. Er habe niemals den Der» fall der Entente erstrebt, aber den Beifall und das Derttauen der Deutsch-Oesterreicher. Oesterreichische Anleihe in England. London, 26. Ian. (WiTD.) Das Ersuchen Oesterreichs um eine Anleihe ist dem Schatzamt zur Prüfung überwiesen worden. Dieses wird dem Kabinett einen Bericht drohe eine nicht zu unterschätzende Katholi- sierung der Staatsämter. Der Völkerbund sei geplatzt. Wenn die Sozialdemokraten angesichts der Bedrohung durch die Siegerstaaten es nicht verständen, einen vaterländischen Ton anzuschlagen, laufen die Leute nach rechts weg. ES heiße jetzt einpacken mit allen Sozialisierungsbestrebungen, solange die akademische Jugend nicht gewonnen sei, die das wahrhafte Proletariat darstelle. Deutschland stünden Tage vermehrter Sorge bevor. Die Anspannung aller Steuern nütze schon nichts mehr, die Leistungsfähigkeit der Steuerzahler sei bereits überschritten; es set falsch, zu glauben, die Besitzenden zahlten Luvut unt -----------------------nichts. Zu einer Reichstaqsauflösung zu ttei- Ballen gegen Käufe der Engländer von den, sei falsch; dte Radikalen wurden dann 1 429 986 Ballen. Diese deutschen Käufe haben wieder gelb werden, die Demottaten zerfahren dahin gewirkt, den Baumwollpreis hochzu->und die Rechtsparteien zunehmen. rief er. hochaufatmend. »Sie ist schwer verletzt. Du wirst sie mir hüten und gesrnbpflegen . . An demselben Sage, an Leisen 2lbenb Las Palais RasumowSki ausioderte, ist ein Mann die Breite Straße in Berlin vom Schloßplatz geschritten. Gr muhte noch jung sein, aber LaS Gesicht schaute schmal aus und verhärmt, vor der, Zeit gealtert. Die Kleidung war stark abgetragen, der Gang müde, wie vom langen Wandern oder von einer schweren Fahrt. Auf der linken Seite der Straße ging er und sah scharf musternd über die Fensterreihen drüben. Bun blieb er stehen, dem Hause gegenüber, in dem Frau von Giese wohnte. Qlber grab in der Mansarde waren die RouleauS dicht geschlossen. Waren sie verreist, die Mutter und die Töchter? Fast schien eS so. Verreist — oder verzogen. Auch das letztere möglich. Was passiert nicht in drei langen Jahren? Man muh sich erkundigen. Der Fremde bih die Zähne aufeinander, wirbelte an seinem kurzen, kecken, schwarzen Schnurrbart. Aber wo erkundigen? Auf der Polizei — das war immerhin langwierig und unter Umständen bedenklich konnte zu Weiterungen führen. Man verlangte Papiere. Wer von den Flüchtenden, die jetzt nach dem Friedens- schluh aus Rußland kamen, hat Po Piere, wie fie ein preußischer Polizeisergeant zu sehen begehrt? 3m Hause drüben bei den Mitbewohnern an- pochen? Gr kannte dort niemand. Man würd- ihm die Türe weisen, würde grob werden. 3n Berlin wurde man leicht grob. Lind Grobheiten hat man bei den verfluchten Moskowitern genuc genossen- (Fortsetzung folgt) Aus Stabt unb Land. Dietzen, den 2k. Han. 1922. An Einkommen st eueranteilen wurden laut Verfügung des Ministeriums des Innern folgenden Gemeinden die ihnen für 1921 zustehenden Betrage angewiesen: Albach 100 Mk.. Allendorf an der Lahn 1100 Mk., Allendorf an der Lumda 300 Mk., Allertshausen 200 Mk., Alten-Buseck 1000 Mk., Annerod 500 Mk., Bellersheim 600 Mk., Beltershain 400 Mk., Bersrod 100 Mk.. Dettenhausen 300 Mk., Beuern 200Mt, Birklar 700 Wt., Burkhardsfelden 600 Mk., Climbach 100 Mk., Daubringen 1100 Mk., Dorf-Güll 600 Mk., Eberstadt 500 Bll., Garbenteich 900 Mk., Geilshausen 300 Mk.. Giehen 172500 Mk., Göbelnrod 400 Mk., Grohen-Buseck 800 Mk., Grohen-Linden 6600 Mk., Grünberg 3400 Mk., Grüningen 800 Mk., Harbach 200 Mk.. Hattenrod 100 Md, Hausen 600 Mk., Heuchelheim 9000 Mt, Holzheim 1000 Mk., Hungen 2000 Mk.. Inheiden 300 Mk., Kesselbach 500 Mk., Klein-Linden 4300 Mark, Langd 400 Mk., Lang-Göns 1600 Mk.. Langsdorf 500 Mk., Lauter 300 Mk., Leihgestern 2000 ML, Lich 3400 Mk.. Lindenstruth 500 Mk., Lollar 8700 ML. Londorf 1200 Mk.. Lumda 300 WL, Mainzlar 2300 Mk.. Münster 400 Mk., Müschen heim 700 ML. Rieder-Bessingen 200 Mk., Aonnenroth 100 ML. Obbornhofen 700 ML, Ober--Defsingen 200 ML, Ober-Hörgeim 500 Mk., Odenhausen 200 ML. OpppenroL 200 ML. Queck- born 600 ML. Rabertshausen I 200 ML. Rein- bardshain 200 ML, Reiskirchen 500 ML, Rod- Heim 300 ML, Rödgen 700 ML, Röthges 100 ML, Rüddingshausen 400 ML. Ruttershausen 300ML, Saasen 700 ML. Stangenrod 300 ML, Staufenberg 100 ML. Steinbach 800 Mk.. Steinheim 500 ML. Stockhausen 700 Mk.. Trais-Horloff 1000 ML. Treis an der Lumda 700 ML, Trohe 200 ML. Lltvhe 500 ML. Dillingen 200 ML. Watzenborn 3000 ML, Weickartshain 800 ML. Weitershain 400 ML, Wieseck 4300 Mk.. Winnerod 100 ML * Die Beschäftigung Schwerbeschädigter in Privatbetrieben. Das Ge° samtminisleriüm hat am 22. ds. Wts. beschlossen, datz im Interesse der noch nicht versorgten Schwerbeschädigten alle größeren staatlichen Aufträge nur an solche Firmen vergeben werden dürfen, die ihre Verpflichtung aus dem Schwerbeschädigtengefeh erfüllt haben. Dor Erteilung des endgültigen Zuschlags hat sich die amtliche Stelle, die den Auftrag vergibt, mit der Hauptfürsorgestelle in Verbindung zu sehen, um zu erfahren, ob die betreffende Firma die gesetzlich vorgeschriebene Zahl Schwerbeschädigter beschäftigL *• Anmeldungen für die Höhere und Erweiterte Mädchenschule. Für das kommende Schuljahr werden Schülerinnen nach 3 jährigem erfolgreichem Besuch der Volksschule in Klasse VII (4. Schuljahr) der Höheren Mädchenschule ausgenommen. In der Erwellerten Mädchenschule finden Aufnahmen indessen erst nach 4 jährig em Besuch der Volksschule in Klasse 4b (5. Schuljahr) statt. Selbstverständlich können in sämtliche höheren Klassen beider Schulen Kinder eintreten. (Siehe Anzeige.) ** Hasendieb st ahl. In den letzten Tagen wurden aus einem Garten in der Hammstraße dahier vier Stallhasen, ein brauner französischer Widder, ein weiß und brauner deutscher Riesen- scheck und zwei schwarze belgische Riesen, gestohlen. ** Helft den Wassergeschädigten von Klausen! Man schreibt uns: Als ich vor Jahren mit dem Rade durch die lachende Frühlingslandschaft des Cisacktales nach Bozen hinabfuhr. ahnte ich nicht, welch trauriges Schicksal dieser von der Ratur so verschwenderisch ausgestatteten Gegend bevvrstand. Ich meine nicht die bangen Kriegsjahre, denn die Südtiroler waren von unerschütterlichem Glauben an die Festigkeit der nahen Front getragen, aber den Zusammen- bruck. die Fremdherrschaft. die die Deutschsüd- tiroler zwangsweise zu Angehörigen des ihnen völlig wesensfremden ttalienischen Dolles machte, mit dem sie bisher jede Gemeinschaft ablehnten. Roch heute dünkt den Südtirolern diese sinnlose Wucklichkett unfaßbar. Sie wird ihnen noch fühl- barer durch das wirtschaftliche Elend, denn der bessere Stand der italienischen Geldwerte vermag den Schaden nicht aufzuwiegen, den jene Gegenden durch das Ausbleiben der Wanderer aus Deutsch- land und Oesterreich erleiden. Aber nicht genug an den nationalen und wirtschaftlichen Röten, die Zahl der Prüfungen noch vermehrt durch das Wüten der Elemente: ein Wolkenbruch läßt etn«i Gebirgsbach zum reißenden Strome anwachsen. der Eisack staut die Wassermassen auf, bte das freundliche Klausen überfluten und kein Haus unverschont lassen. So ungefähr war der Hegang der H o ch wa s s e r ka t a st r o p h e, die sich im August vorigen Jahres ereignete. Die Einwohner von Klausen vermögen den ihnen erwachsenen Schaden aus eigenen Mitteln nicht zu decken; von dem ihrem Volkstum fremden Staate, dem sie jetzt angehören, erhalten sie keine ausreichende Llnterstützung. Da wenden sich ihre Blicke auf die Volksgenossen im Reiche, die zwar selbst die Röte des Krieges noch nicht überwunden haben, aber immer bereit sein werden, verstoßenen Volksgenossen nach bestem Können zu helfen. In allen deutschen Gauen wird denn auch für die Klausener gesammelt. Auch Gießen will nicht zurückstehen. Am 9. Februar wird Professor Küster einen vom Verein für das Deutschtum im Ausland veranstalteten Vortrag über die heimgesuchten Gegenden halten, dessen Ertrag den geschädigten Klausenern zufließen wird. Möge ein reger Besuch unserer Gießener Mitbürger zeigen, daß sie an dem harten Geschick der Deutschsüdtiroler Anteil nehmen. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Stadttheater. 61/? Hßr: „Die Tanzgräfin". — Katzh. Dereinshaus. 8l i Uhr: Hauptversammlung des Mietervereins. — Astoria-Lichtspiele: „Der große Chef". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Was tat ich dir" und „Jacks Geheimnis". *• Aus dem Stadttheaterbureau Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die heutige Aufführung der „Tanzgräfin" die letzte dieses Werkes ist. — Es sei ferner nochmals ausdrücklich auf die Schülervorstellung von „R a - than der Weise" am kommenden Samstag hingewiesen. Das Werk wird genau in der Besetzung und Ausstattung gegeben wie in den Abonnementsvorstellungen. Hm auch von auswärts Besuch zu ermöglichen, ist der Anfang auf Rachmittags 4 llßr festgesetzt worden. Das Ende erfolgt gegen 7 lUjr. — Das Gastsviel des Ballets „Petz-Kain er" bringt nach allen Pressestimmen, sowie nach den übermittelten Photographien etwas ganz eigenartiges, weil Ellen Petz, Tänzerin von Ruf und Eigenart, und Kainer, dessen Begabung Kostüme und Dekorationen schuf, in dem Ballet etwas zeigen, baß Anspruch darauf erheben darf, als vollwertige künstlerische Eigenart gewertet zu werden. — Die Vereinigung der Freunde des Humanistischen Gymnasiums hat für kommenden Dienstag, abends 8'/2 älhr, im großen Hörsaale der Hniüerßtät eine Aussprache über die Frage: Reun oder acht Klassen höherer Lehranstalten? angefeßt (Siehe heutige Anzeige. - — Der Raturheilverein macht im Anzeigentell seine Mitglieder auf die am Sonntag. 29. Januar, nachmittags 5 ältyr, von der Volkshochschule veranstalteten Vorlesungen von Prof. Dr. Dürker im Physiologischen Institut über „Verdauung und Ernährung" aufmerksam und bittet, diese recht zahlreich au besuchen. — Der Wartburg-Verein veranstaltet am Sonntagabend im großen Saale des Hotels Einhorn ein Wvhltätigkeitskonzert, bei dem Werke von Schubert. Mozart. Mosgkowsii und Chopin zum Vortrag kommen, und das nach dem uns vorliegenden Programm wegen der reichen Abwechslung von Solos und Gesamts viele sehr genußreich zu werden verspricht. Fräulein Aenne H o ch h u t h vom Konservatorium Frankfurt a. M., der ein guter Ruf als Sängerin vorausgehl, wird mit den Liedern „Ave Mana" von Schubert, „Meine Liebe ist grün“ vonDrahms. „Drossel und Fink" von D'Lllbert und „Arie aus Carmen" von Bizet zur Ausgestaltung des Abends beitragen. Für gute Heizung des Saales ist gesorgt. Landkreis Gießen. L Ettingshausen, 26. Jan. In der kommenden Woche soll dahier eine öffentliche Pro test Versammlung der an der Strecke Lich—Grün berg liegenden Gemeinden stattfinden, au der die Orts Vorstände von Rieder- und Oberbeningen, Münster. Ettingshausen. Harbach und Queckborn erscheinen werden. Es ist aber dringend erwünscht, daß auch die übrigen zahlreichen Interessenten aus den genannten Dörfern sich einfinden. Es soll die Schädigung der Gemeindeinteressen durch die Butzbach-Licher Dahnverwaltung besprochen werden. Dabei werden sehr interessante Belege dafür gegeben werden. auf welche Art die Dahnleitung zu ihrer „älnrentabilitäts"rechnung kommt. Man hofft durch ein geschlossenes gemeinschaftliches Vorgehen die Regierung zur Unterstützung der hier vorliegenden Eisenbahnwünsche (Abend- und evL Frühzug) zu gewinnen. Auch die Wiedereinstellung der Bahnpost Lich—Grünberg soll besprochen werden. Eine Anzeige über Zeit und Ort der Versammlung erscheint in der Samstagsnummer des „Gießener Anzeigers". Die Ortsvorstände sind gebeten, vorher in einer ©e- meinderatssitzung die Dahnfrage zu besprechen und ihre Wünsche protokollarisch festzulegen. * Großen-Duseck. 25. Jan. Vermißt wird seit dem 24. Oktober abends Heinrich Wagner von hier. Er entfernte sich mtt seinem Fahrrad, und es steht zu befürchten, daß er sich unter Umständen ein Leid angetan habest könnte. Nachrichten über den Verbleib des Genannten werden erbeten an die Bürgermeisterei Großen-Buseck. Personalbeschreibung: Alter 22 Jahre, Gestalt: schlank. Größe: 1,68 bis 1,70 Meter, Augen: braun, Haar: schwarz, Schnurrbartanflug: dunkelblond. Besondere Kennzeichen: Rasenzucken, durch welches die Stirne in Falten kommt. Bekleidung: dunkelgrünes Oberjäckchen, schwarze Hose, braune Mütze. Das Fahrrad, das er mit sich führte, trägt die Marke ..Brestow" und ist von schwarzem Farbanstrich. th. L i n d e n st r u t h. 26. Jan. Eine nachträgliche Weihnachtsfreude wurde den bedürftigen Kindern der hiesigen Gemeinde zu° leit Lehrer Dolp an der deutschen Schule in Mexiko, der von hier gebürtig ist. und vor seiner Ausreise in Lollar tätig war. übersandte seinen Eltern eine namhafte Summe, die ihm von seinen Schülern in Mexllo zur Unterstützung bedürftiger deutscher Kinder übergeben worden war. Herr Volp hat bestimmt, bau die Summe entsprechend der Größe der beiden Orte hier und in Lollar zur Verteilung gelangt Geber sowie Hebermittler können gewiß des herzlichsten Dankes aller von der Gabe Betroffenen versichert fein. Kreis Lauterbach. △ Lauterbach. 26. Ian. Eine in wellen Kreisen des Hessenlandes bekannte Persönlichkeit. Rechnungsrat t R. Johannes Sri eß, ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Er war Kriegsteilnehmer von 1870/71 und hat viel für das Kriegervereinswesen im Kreise Lauterbach gearbeitet Lange Jahre war er Vorsitzender des Hassia-Bezirks Lauterbach-Schlitz. Mehrere Kriegervereine der ilmgegenb nahmen an der Beerdigung teil. rr. Schlitz. 26. Jan, Die letzten Tage standen in unserem Städtchen unter dem Zeichen der Kinvaufführung von „Tischlein deck b t ch" nach dem bekannten Märchen von Grimm. Die Aufnahmen hierzu waren im vergangenen Jahre von einer Berliner Filmgesellschaft in unser Stabt unb deren reizvollen Gegend gemacht worden. So kam auch in der Darstellung der Zauber einer deutschen Kleinstadt mit ihren Türmen und Burgen als Zeugen vergangener Zeiten wirksam zur Geltung, unb wurde dadurch dem Geist des Münchens gerecht. Abgesehen von den Hauptdarstellern waren die Mitglieder durchweg Schliherländer. namentlich die weibliche Jugend in ihrer kleidsamen Landestracht. Sv war es kein Wunder, baß ble zahlreichen Vorführungen des Films, darunter auch zwei Schülervorstellan- aen. sehr stark besucht waren. Die gelungenen Bilder fanden lebhaften Beifall. Richt an die Enge eines Bühnenhauses gebunden, hat hier deutsche Filmtechnik ein Märchen glaubhafte Wirklichkeit werden lassen. — Linser altertümliches Städten aber wird der Film weithin bekannt werden lassen im deutschen Vaterland. Wettervoraussage für Sams tag: Wolkig, leichte Riederschläge, Rachtfrvst, Tag etwas milder. Winde aus südlichen Richtungen. Der Einfluß des all antischen Tiefdruckgebiets macht sich in unserem Beobachtungsgebiet durch Zunahme des trüben und milden Wetters langsam geltend. Kirche unb Schule. X Wieseck, 26. Ian. Der Widerspruch aller Beteiligten nötigte den Gemeinde rat, in seiner letzten Sitzung sich nochmals mit der Frage derDenuhung derSchulräume durch verschiedene Körperschaften zu befassen. Längere Erkrankung seines Vorsitzenden hatte den Kirchenvorstand bisher nicht zur Verhandlung des Gegenstandes kommen lassen: dem Evangelischen P,arr- amt lieh aber die Zentralstelle zur Förderung der Volksbildung und Jugendpflege in Darmstadt durch ein Schreiben an die Bürgermeisterei ihre Unterstützung. Zunächst bis 1. April wurde nun dem Frauenchvr, dem Stenographenverein unb der kirchlichen Vereinsam beit unb Jugendpflege die Benutzung des Rathaussaals gestattet: für Heizung haben sie selbst zu sorgen, unb ber Anteil der Kosten für Licht soll auf sie ausgeschlagen werden. Gegenüber der schroffen Ablehnung vom Dezember immerhin ein Entgegenkommen! Wirtschaftlich ist nun die neue Regelung insofern nicht bei der großen Kohlennot, als die früher" benutzten Schulräume durch die Fortbildungsschule bis 7 llhr benutzt waren und eine besondere Heizung für den Abend nicht nötig war. llnvollständig ist dort auch die Beleuchtung und es fehlt an Tischen fast ganz. Wie man hort, will die Stenographenvereinigung, deren Schwester-Vereinigung in Gießen die schule benutzen darf, in einen Wirtsraum gehen: sie unterrichtet auch schulpflichtige Knaben unb Mäbchen. Es wirb sich fragen, ob diese Losung ben Beifall ber Schulbehörde findet. Unfer Gemeinde rat hat schon allerlei Kommissionen, vielleicht bildet er auch einmal eine solche für weniger materielle Dinge, die mit ben einschlägigen Instanzen sich in Verbindung setzt. Dann wird es nicht mehr Vorkommen baß Körperschaften, die das Beste der Gemeinde wollen mit hohen Zielen und Idealen, plötzlich vor vollendete Tatsachen gestellt und Beschlüsse gefaßt werden, die doch wieder einer Revision unterzogen werden müssen. Die Hessische ßanbeswanöer» bühne in Oberhessen. Man schreibt und: Die Kunstreise unserer Landeswanderbühne durch das verschneite Oberhessen war ein Triumphzag. Gut Ding wlll Welle haben. Hatte die Landeswanderbühne im ersten Jahre ihres Bestehens mit mancherlei Arten von Mißverständnis und Mißtrauen zu kämpfen, so findet sie heute überall im Hessenland das herzlichste Willkommen. In Oberhessen gab es überall dichtbesetzte Zuschauerräume: die an jedem neuen Orte" vor Beginn ber Aufführung seitens des Direttors Hassin - ger an das Publikum gerichteten Dearüßungs- worte und Einführungserläuterungen sorgten in glücklichster Weise für richtige Einfühlung und Einstimmung von Bühne und Publikum Berell- willigste Mitarbeit wurde seitens aller Vertrauensleute geleistet unb gastliche Aufnahme von ber Bevölkerung gewährt. Don wellher strömten bie Äunftbegierigen herbei, aus entlegenen Dörfern und Weilern über schwierige und verschneite Wege. Keine Unbill der Witterung hielt sie ab. unb faßen sie dann vor dem leichten Gerüst der Schaubühne, so brachten sie ihren Darbietungen die herzlichste Bereitschaft entgegen, ein empfängliches Gemüt und ein sehr schätzbares Verständnis. So lieferten sie auch ben Künstlern jene Antriebe, bie die Leistung immer wieder mit Leben Unfällen und verhindern, daß sich Ermüdung oder Gleichgültigkell einschleichL Es ist nicht zu vergessen. daß das Tägliche von Ort zu Ort, das immer neu gestellte Problem der Quartiere, der Garderoben, der verschiedenen HllfsmitteL an die gesamte Organisation unb an die Künstler die größten Anforderungen stellt. Selbst Ratur- aewallen werfen sich ihrer Arbett manchmal in Den Weg: die Landeswanderbühne hatte gerade in Oberhessen GelegenheiL Studien au machen über die Zusammenhänge zwischen Kunst unb Witterung, als einmal ber Anhänger ihres Lastautos im hochgetürmten Schnee stecken blieb und am Tage darauf mühsam herausgeschaufell werden mußte. Glänzt aber bann von innerlich erhellten Gesichtern der Widerschein der künstlerischen Leistung zur Bühne hinauf, spricht lautlose Stille für die seelische Ergriffenheit der Zuhörer, bewegen sich bei Amaliens Klagen leise die Taschentücher zwischen Hand und Augen — dann ist volle Entschädigung da. Den Menschen ergreifen, ihn- für Erschütterungen zugänglich au machen, die seinem Inter-- essenleben fern sink, ihn so herausreißen, aus dem Ring täglicher Affekte, und ihm eine allgemeinere Welt auftun, bie doch seine eigentliche Heimat ist — wie vieles ist geleistet, wenn das gelungen ist! Die Landeswanderbühne hat tüchtig an solcher Ausschließung der Seelen gearbeitet unb kehrt reich belohnt durch den Hank von vielen Tausenden an ihren Standort Darmstadt zurück: nicht zum Ausruhen, sondern zur Vorbereitung ber neuen Stücke, mit denen sie in wenigen Tagen ihre zweite Rundreise beginnen wird. Turnen, Sport und Spiel. — Winterkampfspiele in Gar- m i sch.DasAuSscheidungSrvdeln zur Deutschen Kampfspielrodelmei st er schäft, das am Dienstag auf der 1500 Meter langen Dahn des S. C. Rissersee ausgefahren wurde, sah den baye< rischen Meister Seebacher-Oberaudorf in 2:13 als Sieger vor Langer-Wien 2:18,6, v. Osterroth-- Homburg v. b. H. 2:18,8 unb Scheimpflug-Wien 2:20,2. In den Eisläufen dominierten wieder die österreichischen Teilnehmer. Kofler-Klagen- furt Holle sich die 500 Meter in 49.6 Sek. vor seinem Landsmann Bombig, der mit 50,2 Sek. ebenfalls die deutsche Rekordzell von 50.8 Set. unterbot 3m 1500-Meter-Lauf kehrte Bombig den Spieß um und siegte in 2:39.1 (deutscher Rekord 2:39,6). Zweiter wurde Kosler mit 2:48. Driggl-Klagenfurt wurde in beiden Läufen Dritter in 52 Sek. resp. 2:47,8. Dann erst folgten die Deutschen Müller. Reusttster, Grund usw. Das Hauptkunstlaufen ergab ebenfalls die Heb erlegen- beit der österreichischen Teilnehmer, von denen Weltmeister Kachler, Döckl unb Dr. Oppacher- Wien die drei ersten Plätze vor dem deutschen. Meister Ritberger belegten. Im Eishockey traten die Leistungen der Oesterreicher dagegen in ben Hintergrund. Der deutsche Meister M T. B. München schlug Wien mit 1:0. Berliner Schlittschuh-Club unb S. C. Charlottenburg spielten 0:0, während der Münchener Hockey-Club die hohe Riederlage von 18:1 vom B. S. C. hinnehmen mußte. Die Blüchermchten. Roman von Hanns von Zobeltih. 14. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) r,,Eec Hauptteil des riesenhaften Gebäudes glich nun einem einzigen lodernden Flammenmeer, schvn griffen de Gluten auch aus die Reben» gebaube über, ab und zu huschten noch immer, eüeno, einzelne Gestalten und Gruppen von Flüchtenden an ihm vorüber, irrten, schien es, fast ohne Vesmnung durch bie breiten Parkwege. Befehle au'- bie Spritzen mehrten sich, Die 415af|ecschlauche wurden angeschraubt, ihre Strah- «W«1 lich zischend und wir- rungslos mit den Flammen ?nl>?rn S^te' des langen Bretterstapels faß; em junger Mann, de Brust doll Orden: dahinter hartten. mit Ruy und 'Schutt bedeckt, ein paar Höflinge in golbstrohenden ■Uniformen. Vor dem Gebieter aber stand ein Greis unb rang in Verzweiflung die Hände. Dicke Trä- nen rannen üb?r die Backen, von denen sie die Schminke längst abgewaschen hatten. Elend ver- fallen sah er aus. »Wie war es möglich, Cyrill?" frag'e der 5ar streng. Hart tönte seine sonst so einschmeichelnde Stimme. „Du hast unsägliches Un! il verschuldet, Cyrill!" Der Greis brach in die Knie. „Was kann ich dafür, Majestät? Ich bin schwer genug b^ »Pah — du bist reich genug, dir einen neuen Palast zu bauen. Aber ich fragte: Wie war das Unglück möglich? S’törft du nicht? Sprich, was bu weiß*" Aufschlachzte der Greis. „Es soll an der Luftheizung gelegen haben. Verflucht der Baumeister —" Graf Martinez hörte das alles nur wie von fern her. Er mußte endlich einen Entschluß fassen Wo mochte die zierliche Frau sein? War sie überhaupt gerettet ? Sollte er die Geliebte nach dem Hotel bringen? Das lag weit ab. Ein Wagen? Ein Wagen! Endlich entschloß er sich, hob Luise wieder auf, schritt mit der holden Bürde dem Park- auägang za, durch bie langen Reihen der Wasserträger, die Eimer auf Eimer za den Spritzen brach-- ten, durch den Kordon der Truppen . . Zu seiner Mutter wollte er. Sie schlief schlecht, war meist bis nach Mitternacht auf mit ihrer Gesellschaftsdame. Sie würde Luise auf das liebevollste aufnehmen, das wußte er. älnd sie wohnte nicht allzuweit, nahe der Belvedere. Bis zu ihr konnte er Luise auf feinen Armen tragen. Er fühlte sich stark genug. Zur Mutter! War's nicht das Gegebene, das einzig Richtige? Wie hatte er zögern können? Tie Straßen waren dicht gefüllt. Halb Wien schien zusammeng. strömt Eltern, d e U>ie Kinder auf dem Wunderfest wußten. Kinder, die um ihre Ellern sorgten. Rcugierige aus allen Volks- klassen. neben den kostbaren Pelzen der derbe Arbeiteranzua. neben dem bordierten Hat das kleine Häubchen der Zofen, der Wäscherinnen. Schweigsam, von der Größe, der niederzwingenden Gewalt des iUnglücks gebannt, standen, die Zehntausende. Man machte Martinez respektvoll Platz. Man sah ja die Frau in seinen Armen, an feiner Brust. Manchmal schlag ein leiser Ton des Mitgefühls an fein Ohr. Einmal fragte ein stämmiger Arbeiter: „Soll ich tragen helfen. Euer Gnaden?" Er schüttelte den Kopf. Aber er sah doch wie neidvoll, wenn einer ober der andre Wagen, ein Kaiserlicher Hoischlitten etwa, vor über sauste. Es hatte zu schneien aufgehört. Leuchtend, Har und kalt, stand der Mond am Himmel. Ein einziges Mal hatte ßuife gesprochen. Wie im Traume, mit lallenden Lippen, fast wie ein Kind. „Weh. . . weh. . „Gleich sind wir zu Haus, Liebste. Dann werden wir dir helfen —" Run noch eine Querstraße — endlich das Haus der Mutter. Ober leuchtete noch Licht aus ihrem Zimmer. Gottlob — Er mußte Luise in dem einen Arm halten, den Hausschlüssel, den er zufällig bei sich trag aus ber Tasche lösen zu können, um die Tür zu offnen. Tie Veränderung ihrer- Lage schien ihr neue Schmerzen zu machen. Sie stöhnte auf, wimmerte dann — „Gleich — gleich, du Liebe —" Er schellte stark, als die Tür sich geöffnet hatte. Es wurde lebendig im Hause. Der alle Diener kam die Treppe herunter, stand erschrocken Dis in diese friedvolle Straße war die Künde von dem Unglück noch nicht gedrungen. „Still. Alvis. Fass' hier an. Vorsichtig —" So haben sie Luise die Stiege ßlnangetragen. Oben, auf dem Podest, stand bereits die Mutter. Es war fast, als hätte sie gewartet. „Mama, ich bringe dir das Liebste, was ich auf der Welt habe — meine Braut — Luise!" , $ot>e feff. @3' Ci* I Tort '©SM Äeü eine einen w« 1 V,-selben NE > aber iÄgen, denn v ■ei einer andern fllMcherbA * Derliv, 2 zungSbild. ■ simbegekvmmne Eckenden Ungel imrpolitische x herrschte cm der vorgesehenen Zn> fig beabsichtigt, Smnd der Sinsch Zerlegt werden haste Lerstimmi nachhaltigen Abs auf nahezu allen Matton realisier' tauften Papiere, Lenden Unlust, turSrüägänge t Prozent ergäbet doch 90 Prozen Prozent ein. Di« in engen Grenz Serien, die lvi Zarpener. Hohe Kutsche Kaliakt Ausdehnung. D jtn bis nur der viderstandsfähic wen gut gehal rtlvaS höher. L Denig verändert )ei unverändert iliflerrmgen toefr wen Sold- un «stere, neuerding nach kräftige Vormittag eine tr Frankfurt IlimmungibiL Wdl Fischen Samstag, -e» SV Uhr, solid" bei Säst °"fnN verpacht^ Hetsborf. bei M Sltgi au?* 001 den 26. --^Kst«rL Hoizv ^steigert öt! 01$ Donn „ ,öem Distrikt ( Allongen i Rtiüppei25^ I A" *le| «üe, 54 fr S . y' 34 I an jte1 der <ße de herrl. jjj hbt* 2i pÄ ’M G tr8tb< fytl Zs feAb^Jt ^re ihres 'SZKr '*?S? euen «* ZirchvüA %9btn icrt^tüen ?J I * n • :^äuteZ®epbung^. ichtige Gvih'iRt ®en w t«« ^egenS? EL.LL §ÄÄ «6 r» s™^® » L ^ir?nn?Un9 vdrr . Laicht w vrr. ■ tn>n °rt 8u Ort, der Quartiere, der Hllssinillel, an u^rran die Anstier die stM Selbst Aatur. r Arbeit manchmal in üerbuhne Halle gerade i. Studien »u machen - fischen Kunst und c Anhänger ihre- Last. Schnee stecken blieb und herausgeschauselt Mer- dann von innerlich er- iderschein der künstleri' hinaus, spricht lautlose grissenheit der Zuhörer, ienL Klagen leise die mb und Äugen - bann KL usen, ihn- für Srschüüe. lchen, die seinem Inter- n so herWsreihen. au# elte, und ihm eine all- die doch seine eigentliche i ist geleistet, Venn bei Zvanderbühne hat lüchti!! I der Seelen gearbeitet l durch den Sani Don een Standort Darmstadt rhen, sondern zur Sot- tücke, mit denen sie in ife Äundreife beginnen t und Spiel, sspiele In Vak« .rodelnrurDeutscher. I eisterschaft, daö am I Meter langen Dahn de# I en wurde, lab den w i m-Oberaudors m EM Dien 2:18.6, ».OstmB- z und SchcimPflug'Dieo II isen dominierten wieder> lnehmer. 1 Meter in nbig, der mit 50,2 Oft I Rekordzeit von 53.8 Alls die I Leilnehm^ Ww dem dwtlchea ^Tichvckeh.U^ w0 - ben werden würde. Die offizielle Mitteilung über die An two rt der Bereinigten Staaten auf die Einladung zu der Konferenz von Genua werde in dieser Woche erfolgen. Man erwartet, daß die Antwort auch nur eine ein» geschränkte Anna hme bedeuten würde Ss wird sogar vermutet, daß die Antwort Stellen enthalten werde, die deutlich genug feien, um den Franzosen die Kluft zu zeigen, bie zwischen der augenblicklichen französischen Politik und einer Politik bestehe, die die Bereinigten Staaten unterstützen könnten. Protest der amerikanifchen Arbeiterschaft gegen Genua. London, 26. Zan. (WTB.) Reuter meldet auS Washington, der Präsident des amerilam- Ende des sächsischen GisenbahnerstreikeS. Dresden, 25. Ian. (WTD.)Die Eisenbahner beschlossen heute nachmittag mit ungefähr 3000 gegen etwa 30 Stimmen, die Arbeit morgen früh wieder aufzunehmen. Die Eisenbahnverwaltung sagte zu. daß niemand wegen des Streiks gemaßregelt wird. Eine SrNarung des hessischen GesamtministerimnS. Darmstadt, 26. Ian. Aus bie in letzter Zeit von mehreren Zeitungen gegen ben Mi nister des Innern v. Brentano gebrachten Angriffe erklärt das Gesamtministe- rium nach eingehender Prüfung es als eine glatte äl n wa y rheit, daß Minister v. Brentano .mit den Leuten verhandelt habe, die Deutschlands Zerstückelung beabsichtigen". Die erhobenen Borwürfe entbehrten jefccr Unterlage. behördliche Anzeigen! Fischereiverpachtnng. Samstag, den 11. Februar ds. Is., nachm. am 2 Uhr, soll die Fischerei in der Gemarkung Höckersdorf bei Gastwirt Müller auf weitere 12 Jahre öffentlich verpachtet werden. Höckersdorß den 26. Januar 1922. Hess. Bürgermeisterei Höckersdorf. ______________Philippi.___________957D Bekanntmachung. Die Holzversteigerung vom 23. L DL ist ge- «hmigt. Ausgabe der Abfuhrscheine durch die bete. Hebestelle von Dienstag, den 31. L SIL ab. Gießen, den 25. Januar 1922. 959D Oberförsterei Schiffenberg. Trautwein. Holzversteigerung. Versteigert werden: Donnerstag 2. Februar ans dem Distrikt Libschenhain 1b, 9a, 10a und 13: Reisstangen, Fichte, 468 Stck. mit 1,06 Fstm.; Nutzscheiter, Kiefer, 2 Rm. (1,25 Mtr. lang); Fichte, 4 Rm 1,25 Mtr. lang); Scheiter, Buche, 2 Rm.; Knüppel, Luche, 69 Rm., Eiche, 6 Rm., Erle, 6 Pm., Aspe, 4 Rm„ Kiefer, 51 Rm., Fichte 1. KI., 4 Rm., 2. Kl., 18 Rm.; Stammreisig, Buche. 408 Rm., Eiche, 54 Nm., Erle, 50 Rm., Fichte, 171 Rm. (Schichten); Knüppelreisig, Kiefer, 22 Rm., Fichte, 4 Rm.; Reisig, Buche, 38 Rm.; Stöcke, Buche, 6 Rm., Kiefer, 34 Rm., Fichte, 16 Rm. Beginn der Versteigerung vormittags 8'/, Uhr am Waldeingang der Abfahrt der Sttatze Rüddings- hausen - Weitershain. Das wenige Holz in 10a wird nicht vorgezeigt. Weitere Auskunft durch den Frei- l)trrl. Forstwart Kornmann zu Rüddingshausen. Gießen, den 26. Januar 1922. 969D Freiherr!. Obersörsterei Rabenau. Trautmann, Geh. Forsttat. i 3u dem am Samstag, dem 25. jebruar, im neuhergestellten Saale der „Stadt Gießen" zu Londorf stattfindenden purim-Vall ladet ergeben# ein foflS Komitee. Anfang abends Z Uhr. 950D Verschiedenes 0863 Matz, an Jedermann. EleeiatbelMr. SäM LTfc. I Gievener Anzeiger. Stabldrabtmatrave« für jede Bettstelle nach an der -LTHkk „Schönen ÄuS- stcht" »u verkaufen ober ju veroachlen. 0864 (Sim, Fricdrichstr. 14 L Angebote mit Bild, welch. . .... t , ehrenwörtl. »urürferitatt Katalog freu 21A roirb, unier 0852 an den SnWWMM W8K8K8K wett ölr SMl'sLe Uülo.-Lniaeret. L £ana?. ibiejen Achtung! Achtung! Jetzt ist es Zeit, floß Sie Ihre Platin-, Gold-, Silber- und Juwelengegenstände verkaufen. Zahle stets die höchsten Tagespreise, wenn auch zerbrochen. Unverbindlicher Besuch in Ihrer Wohnung. Gg. Koch, Uhrmacher - Goldarbeiter Mühlstraße 2, nächst der Bahnhofstraße Haltestelle der Elektrischen, Rote Linie. Heirat. 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Bei der Anmeldung sind vorzulegen: Geburtsschein, Impfschein und Abgangszeugnis der zuletzt besuchten Schule. Anmeldungen nach dem oben festgesetzten Tage können nur berücksichtigt werden, soweit noch Platz in den einzelnen Klaffen vorhanden ist. Gießen, den 21. Januar 1922. 945D Dte Direktion der Höheren und (Erweiterten Mädchenschule. _________Oberstudiendirekior l)r. Roller._________ Mn Sie meine ptahrbhkiü- Land-Leber- und -Blutwurst sowie erstkl. Dörrfleisch u. Schinken Lebensmittel-Haus Weisel Harktatrafle 14 (»gl MarktatraOe 14. Achtung!! Mettel, cuuWrle, Mahnen Wieder eine große Sendung starker Arbeiterhosen eingetroffen in folgenden Sorten: eisenfesten, gwirn, feldgrauen, feldgrünen, blauen, Sport- und Manchesterhosen, besonders starke feldgraue u. eine schwarzeTuchhose. Ferner kommen noch zum Verkauf: fierten- nnö Domennelöet, Oerren-Ulftet, -nonlel foroie gute AcveileMirse. ElisabrthStorkWw. Dietzen, Neustadt 22. MM Hr.25 Leihgestern, Groß-Rechtenbach, den 26. Januar 1922. 0859 Die Beerdigung findet am Sonntag, 29. Januar, nachm. 2 Uhr, statt im 48. Lebensjahre. Schönemühle bei Salzböden, den 25. Januar 1922. Homberg, Lieh, Darmstadt, Wonns, den 26. Januar 1922. Die Beerdigung findet Samstag nachm. 2 Uhr statt Istallenangebotel Mg. MW »»fett in etenogrneBle Veriamml. Samt- ÄA tag,28.,nehm.5U. ' I - MMMWUM sucht Stellung ver 1. IV. Dä^rt. Offerten an 953 ff > >y2^. Schrtftl. Ang. u.0867 Heinrich Weicker, Frankfurt a. M., Amdtstr. 25. | an d. Gieh. Anz. erbettn.1 Aileinhersreiler Werner • Merbx ArG. Main«, ■ Lollar, Hilden, Pittsburg, Ruttershausen, Gießen, den 27. Januar 1922. Heute morgen 7Va Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine gute Frau, unsere treusorgende Mutter, unsere innigst- geliebte Schwester und Schwägerin In tiefer Trauer: Familie Spamer Familie Heller. In tiefer Trauer: Katharina Ullmann Marie Corbett geb. Ullmann Heinrich Ullmann Elisabeth Vogel geb. Ullmann Friedrich Ullmann Karl Ullmann. für eine erstklassige Steuerfachzeitschrift, wofür großes Bedürfnis vorhanden ist, unter günstigen Bedingungen sofort gesucht. Provision wird dauernd gewährt. Offerten an gegen reine Provision als General-Vertreter mit unbeschränktem Arbeitsgebiet. Schriftliche Angebote unter 951c an den Gießener Anzeiger erbeten. sofort gesucht. Schrift!. Bewerbungen mit Zeugnisabschrift und Gehaltsansprüchen unter 968 an den Gieß. Anz. gestern vormittag Va12 Uhr im blühenden Alter von 15 Jahren sanft entschlafen ist für Kontor und kleine Reisen. Perfekt in Kurzschrift und Maschinenschreiben Bedingung. Schriftliche Angebote unter 942 an den ________Gießener Anzeiger erbeten. und Maschinenschrift, für Bureau und 2aden per 1. Zebr. zu zwei ölt- Leuten für tagsüber ges- Die Beerdigung findet Sonntag, den 29. Januar, nachmittags 2 Uhr, statt Die Beerdigung findet statt: Sonntag, den 29. Januar, nachm. 3x/2 Uhr. 0880 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Weber, Weichensteller, und Familie W E Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß nach kurzem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden unsere herzensgute Tochter, Schwester, Enkelin, Patin und Nichte Fräulein EmmaWeber Alte gut eingeführte Lebens -Versicherungsgesellschaft sucht (Eine am Platze ansässige Firma sucht für sofort oder später einen jungen, unbedingt zuuerldnigen Ultimi der mit amerik. Buchführung vollkommen vertraut ist, stenographieren und Maschinenschreiben kann, auch etwas Reisetätigkeit in der Spirituosenbranche mit übernimmt. Geeignete Bewerber wollen schriftliche Angebote unter 941 an den Gietzener Anzeiger richten. Vei 160. Frau Auguste Spamer geb. Heller Samstag, 28. Jaurrar, 8'/, Ubt: Welle Kneipe. 0853 Der Vorstand. Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche "Nachricht, daß nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden unsre herzensgute, liebe und treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Frau Margarethe Ullmann Ww geb. Ullmann am Donnerstag früh 3ya Uhr im 74. Lebensjahre sanft entschlafen ist. Zimmer einfach möbliert, s. jimgeS solides (Lvepaar mit Nind ioiort gesucht. Wenn mit Klavier, dafür Per- aiilnng noch extra Schr. Ang. u. 0865 a. d.Gieff. Anz. Schreibmaschinensabrik sucht für Platz u. Bezirk Fachvertreter bestmöglichst Firmen, welche festen Fahresabschuh tätigen. Sofortige ausf. Offerten an Generalvertreter Adolf Strack, Marburg a. d. Lahn, Wehrdaer Weg 7. Tel. 676. Telegr.: Astra. 1 niodelKdireiner 1 Ereifer und 2 bis 3 Dreher selbständige Arbeiter, zum sofortigen Eintritt für dauernde Beschäftigung gesucht. 931D Hubert gettelmeyer Maschinenfabrik, Conz bei Trier. „ßabelsbergef“ Stenogr.- Vereinigudg und Damen Abteilung Wieseck. Sonntag, 29. Januar nachmittags 3 Ubr- General- Versammlung auf der Karlsruhe. In Anbetracht unserer wichtigen Tagesordnung ift das Erscheinen sämtlicher Mitgl., sowie auch Schüler dring, erwünscht. 96ßv Der Vorstand. MW.SiMMen, WllM nsm. i in grö ;eren Mengen wieder eingetroffen in der Ausgabestelle von Bernh. u= Emma Sellheim, verl. Bismarckstrane 88. Einzige* Iteichardt- ftpezlalgeechttft. Bonbon-Dosen u. -Gläser, Keks-Dosen kauft lausend jedes Quantum 0845 Ludwig Schöck Goethestraffe 35. Fernruf 1624. Saalbau Cafe Leib Nur noch einige Tage meine beliebte Bauernkapelle Delatron Samstag: Ehrenabend im großen Saal mit vollständig. Programm und daraufsolg. Tanz. Montag im vord. Lokal: Abschiedskonzerl, wozu nochmals die Freunde und Gönner der Truppe , eingeladen sind. Ab Mittwoch, 1. Februar: Neues Programm der noch nie in Gienen gewesenen 0875 Andreas - Hofer - Truppe Echte Tiroler ttünftlerttuppe. Sonntag ab 4 Uhr: Tanz. Es ladet ein HauS Kirzinger. ff. Weizenbier. hat n* ? 2S bi Lr-L 8U 525 ®e$ fr *85 Ä » mit Todes-Anzeige Gestern abend 81/2 Uhr entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden mein innigstgeliebter, unvergeßlicher Gatte, unser guter Onkel Carl Zecher im 82. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Louise Zecher. Ä’ «'Ki fiS» Wergangs^ in bumeckche Daraus uvim» Reichsregieruni Reichs Mine Da tegterung in ’ 26. Ottobti u nmg tot bei Minen des . innere und au 1921 eingeM auch in der ne (Ä durch Obersten Mts den mar. Äch Formeln brwl und Wiederau der teittschastl Knegsschäden Nation, in der arbeit Veutschlo ren Friedens b IereiwilliM Xriedensvcrtra WM zu ei nut durch pta Dicklich sestges Weltwirtschaft! die Mit übe Aeparaüonsr denn Im Mi ^Reparation, 1 wie der inner charakteristisch lvartspvlili/ i1 Punkte incinai ander getiam die höchste fti erfordert und ' und anerkennt dem Maste b< ständnis zu fr hat m den iichste Arbeit fernen alle, u teg in den sonders und tci toi, die tzntwi trage in der fc M kurz rel Programm der im September die bn (fanuar flen an Äepara Dllleüi nicht von Engst Mutigen ftoa 500 w, itoechenden fnr “•toi. Tiefes Er mit der % rnita.- den 2rdl rufftT^toi un' S toDctoi t egt icmjyy undF< DiefL BUS SZÄ blHcn, M9*"' »«> Ecimter 3eöer-JJrinffien- roogtnju taufen oeML H. SVIcrfcnftein, Bad- Manheim, Steinkurt. Str. Suche gebrauchten Flügel Steinway & Sons gegen Barzahlung zu kaufen. Schr. Angeb. unt. 712V an den Gien. 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Es muffen die Männer der Wirtschaft zusammen- treten, nachdem die politische Atmosphäre sich geklärt und gereinigt hat. Sie müssen warten, müssen die wirtschaftlichen Tatbestände der Welt in big klären unter Zurückstellung aller nationalen Leidenschaften, um unter Voranstellung dieses einen Zieles zu einem wahrhaften Aufbau und Fortschritt zu kommen. Wir glauben uns mit allen Mächten einig, daß Die Politik der Gewalt hat durch sieben lange Krieg, pfrrc g herrscht. Die europä fche Staatenwelt ist dadurch zim groben Teil, besonders wirtschaftlich, in Trümmer gelegt, unermeßliche Kultirwertc sind zerschlagen worden. Die Politü einstiger Wacht hat auch seit dem Wasfcnstill- stand geherrscht und hat sie die grossen Probleme selbst, die aus dem Kriege geboren sind, gelöst? Hat die den Wen zum Aufbau gewiesen? Die Kräfte der Volk^wirrschaft find solidarisch auf das Att- bcwproble.n htnz'iv'dnen. Hein, die großen Probleme sind nicht gelöst. Sie sind in vielen Punkten verschärft. Die Frage, das wirtschaftliche Elend zu beseitigen, greift weiter und w.rd zur wirtschaftlichen Rot, erst bei den Siegern, und wächst sich aus zu einer großen wirtschaftlichen Weltkrise. Es liegt darin eine harte wirtschaftliche Logik. Die wirtschaftliche Vernunft Bann nicht unterbunden werden, ohne tast der fcingliedrige Organismus der Weltwirtschaft die grössten Schädigungen davonträgt. Die Welt muh die Warnung verstehen, die aus der fetzigen Arbeitslosigkeit zum Aeparationsprodlem sich ergibt. Dis Welt, alle Staatsmänner wissen, tast die Welt- wirtschi'ft untac ökonomisch unerträglichen Zahlungsverpflichtungen einmal nicht besteh n kann, sZustimmung) Wan hat vergessen, bah die Weltwirtschaft ein Organismus ist. Wie bet einem Organismus eine Erkrankung und Schwächung eines Teiles zur dauernden Schwächung des Ge- sar.rtorgarisnrus führen muh, so muh auch die Weltwirtschaft geschädigt werden, sobald ein wichtiges Glied derselben ernstlich geschäd gt ist. Ilnier der Herrschaft der jetzigen Arparationsforderan- gen kann eS nicht ausbleiben, bah der ganze Welthandel in grobe Verwirrung geraten wird. (Sehr richtig.) Die unrichtige Einstellung der Vepa rat ivnsauf gaben und die Lleberspan- nung derselben hinsichtlich ihres ilm= fa-n^s müssen unausbleiblich zu gröhtec Aot deS arbeitenden Volkes in allen Teilen der Welt führen. (Sehr wahr!) Die Politik der Gewalt kann keine Politik des Aufbaues fein. Sie wird au einer Politik der Katastrophe, wie es der Weltroieg selbst vorgezeigt hat. Welcher Weg aber bleibt zur Rettung aus der argen Rot der Zeit? (Lachen rechts.) Der Weg kann nur führen Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 17lo — ..iij'.j ,, i:-~ . r—t» Heute bis elnechl. Sonntag der wundervolle Spielfilm: „Was tat ich Dir?“ Nach dem bekannten Boman von H. Court he-Mahler« Ferner: „Jacks Geheimnis“ In der Hauptrolle: Der tnit wahrhaft menschlichem Verstand Witwlrkende Affe „Jack**. 087c Herren-Arbeitsstiefel Rindbox und Roß-Chevr., breite 4 O f fl Form, gut. Strapaz.-Stiefel, extra | C billig, M.225.50, 19930, 17530 lUU Herren-Sch n ü rsti efel Besatz od. Derby, moderne Form, 4810^111 gute Q laL.vorzügl Straßenstiefel I M.395.50,32530,29830, 26530 IÜU Herren-Sch n ü rsti efel ±'?,n,pJnftemahmenarbcit'cle" 90950 gante I anrorm ■ w M. 5503 0 4853 0 465.50 fcVU Gerichtssaal. NN. Darmstadt, 26. Januar. Wegen Widerstand und Beleidigung standen heute die Brüder Christian und Franz Bohn aus Offenbach vor der Strafkammer. Ehr. B. war am 19. Juli v. I. auf dem Sportplatz am Riebererberg in stark bezechtem Zustande, so daß er zunächst mit Zivilsten in Streit geriet. Er war damals in einem derart blindwütigen Zustande, daß sogar die eigenen Brüder nicht in der Lage waren, ihn zu beruhigen. Als dann Schutzleute die Ordnung auf dem Platze Herstellen wollten und dabei vielleicht etwas scharf vorgingen, entstand von neuem ein großer Streit, bei dem zunächst von- dem einen Bohn mit einem Stock geschlagen wurde, worauf die Schutzleute mit Hilfe ihrer Säbel den Platz räumten. Währeno von Seiten der vereinigten Schutzleute bestimmt erklärt wurde, datz sie erst die Säbel benützten, alS sie tätlich angegriffen wurden, während sie den Platz raumen wollten, erklären verschiedene andere Zeugen, daß das Eingreifen der Schutzleute in dieser Form erhöhte Anruhe Herdorgerufen habe. Es wird aber festgestellt, daß Ehr. B. sinnlos betrun- kei- war, so daß seine Verfehlungen nicht fest- ftehen und er freigesprochen werden muhte, während er in der ersten Instanz drei Wochen Gefängnis erhalten hatte. Sein Bruder Fr. Bohn, der vom Schöffengericht mit 5 Wochen Gefängnis bedacht war, kam nach der heutigen Beweisaufnahme mit einer Geldstrafe von 400 Mark wegen Widerstand und 100 Mk. wegen Beleidigung davon. forrgeristen, die Kriegführenden dem Abgrund zutretben und die Hand gegen sich selbst zum Selbstmord erheben? Ja einer solch angstvollen Lage, angesichts einer solchen schweren Gefahr erheben wir von neuem den Rus nach Frieden und erneuern den dringenden Appell an die, in deren Händen das Schicksal der Rationen liegt. Dieser Appell ist damals zum Schaden der Welt nicht gehört worden. Die milde Stimme der Erkenntnis ist ungehört über den Erdball verhallt. Der Appell ist aber heute fast noch ebenso dringlich wie damals und ich möchte ihn deshalb in ebenso dringlicher Weise an alle diejenigen, von denen der Frieden der Welt abhängt, mit dem Ersuchen: „Gebt der Welt den wahren Fr irden I" richten. Das grobe Wort, das neulich in Eng- (ard> ausgesprochen worden ist, „Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen" (Llnruhe links) kann und könnte der ganzen Welt neuen Trost bringen, aber die grobe Verheißung der Chrtstnacht ist an die Bedingung geknüpft, dah der Friede nur denen beschieden ist, die guten Willens sind, die von einem festen Willen getragen sind, die sich durch eine starke ParlamentSmchrheit ausprägen, hinter der eine überwiegende Majorität des Volkes stehen soll. Diesen guten Willen haben wir gezeigt. Wir werden ihn dauernd als vorhanden erweisen, im Vertrauen darauf, datz dem guten Willen Beachtung und gerechte Würdigung in der Well nicht versagt werden kann. (Stürmischer, sich wiederholender Beifall.) Aba. Graf Westarp (Dntl.): RamenS meiner Freunde kann ich nur meinem Befremden darüber Ausdruck geben, wie man den von unS geforderten Reform- und Garantieplan im Reichstag behandelt hat. (Zustimmung rechts.) Dieser Plan und die Ginschränkuna unseres Papiergeld- umlaufes enthalten Verpflichtungen, die vom parlamentarischen System nicht eingegangen werden können ohne Zustimmung des Reichstags. (Zustimmung rechts.) Eine Prüfung nach sachlichen Gesichtspunkten ist unter diesen Umftänben unmöglich. Gegen 9 hr abends wird die Sitzung auf Freitag mittag 1 Uhr vertagt. Hansa- Schule Gießen Seltersweg73. Fernr.82l Priv.Handelslehranstalt von J. Kunzeimann, Diplom-Kaufmann und Diplom-Handelslehrer. EinzigeSchuleamPlatze, deren Inhaber Schulleit., Lehrer u. Fachmann ist. Bis 3. Februar noch täglich Aufnahme für die neuen Kurse. . Prospekt frei. w». der Aufbau Rußlands, dem auf der Konferenz von Genua besonderes Interesse zugewandt wird, nur im Einverständnis mit Ruh land ausgeführt werden kann. Vorschläge von dritter Seite, gemeinsam mit uns im Einvernehmen mit Rußland in dieser Beziehung zu arbeiten, würden wir begrüßen. Wir würden jedoch die gröbten Bedenken haben gegen eine Politik, die Ruhland wie eine Kolonie betrachtet und behandelt wissen will. (Lebhafte Zustimmung.) Keine Kolonialpolitik, sondern gemeinsame Arbeit im Verein mit den Besiegten, die leben und bluten und darben. 3n diesen Tagen hat ein QHann seine Augen zur letzten Ruhe geschlossen, dem die Herstellung des Friedens in der Welt nicht nur Ausaabe seines Amtes, sondern größtes Herzensbedürfnis und der Ausdruck seines ganzen Wesens war. 3n diesem Hohen Hause ist bereits des Ablebens Seiner Heiligkeit des Papstes Benedikt XV. gedacht worden. Zch beklage auch namens der Reichsregierung, bah Deutschland und die ganze Welt in dem Toten einen groben Völker- und Menschenfreund und den vornehmsten Förderer des Friedens verloren hat. Ich habe mich bei seinem Scheiden lebhaft an die Worte erinnert, die er noch während des blutigen Ringens als Appell an die Kämpfenden gerichtet hat, als sie sich anschickten, in das vierte Jahr des blutigen Krieges einzutreten. Papst Benedikt XV. richtete damals an die Oberhäupter der kriegführenden Völler folgenden Rotschrei: Doll denn die zivilisierte Welt nunmehr ein Leichenfeld sein, soll Europa, so ruhmreich, sich nicht bemühen, bald zu sehen, wie von einem allgemeinen Wahnsinn Romeo Schuh-Aktiengesellschaft Gießen, Seltersweg 91 9E Po <>> Wir ruhen and I uMjJx rasten nicht. 1 Warum sind wir besonders leistungsfähig? Weil wir fQr 126 eigene Verkaufsgeschflfte Schuhwaren in gröflien Mengen einkaufen N DII olnn n in unserer Zentrale München für viele Millionen Mark Schuhwaren Hüll Ulllyull Ullull aller Art, die ständig an unsere Filialen zur Verteilung kommen Für jedermann, für jeden Stand passende Schuhe od.Stiefel Unsere Preise sind staunend billig! 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Stehplatz 3 Mk. nur an der Abendkasie. Studenten- und Schülerkarten 3 Mk. bei Hausmeister Ritter, Universität. Mitglieder der Iugend- gruppe erhalten Karten zu 2 Mk. bei Kaufmann Lembke, Seltersweg 35. 781v Vereinigung der Freunde des humanistischen Gymnasiums Dienstag, 5l.3an.,abcnbs 8', Uhr, Im grotzen hörsaal -er Universität: WWW Ml öl? M?: Hierzu werden besonders die Eltern der Schüler aller höheren Lehranstalten eingeladen. 9S8v Nach der Aussprache: Mitglieder-Bersammlung mit der Tagesordnung: gusammenschluh der hesstschen Vereinigungen. S irr. 2t JSS® * . durch äs LH iS M t*i j-M S »ich! 9*11 Mittel, -u 6 gen. Dawm bung der an den beider wg und tun Den Nichsh soweit die beseitigen, d feit, die sich1 Ser AeichSk deutsche M gleiche 3n wie der Obe lllNgM^sch^l den Parteien ein Kvmpwn schliehlich au auf diese 2 msil in der schlechte Litt zustellen. in agitawris Hieuern e verschiedene des Kapital verständlich! jedoch nicht tersuchunger rangen in das bleibt Talen Patte die vollswi Konsequenz sind. AIS : Höllenrachen Korn überlie einer notdürf eststenz auc Man mag u die unseren Gedanke ein ren. fen;, erwogen toi unter den 1 Mes. Di uns die Do ^Wnuöunq Wiederher Jf® Valeria, Schäfte uns »V orlvärt Aen „Drsio »ergerei bezi der dki ^ ente nich ^fentltch pridg lurrnlich tnörl « .?k Tnd 5°der baj kann dv, verlangen, b Sn9?n sicher Ax/llchtun. • S?11 t?on i 2 00,1 die er sich er sich fh, & ist n KbDn de er,* 3to?n0" ei Ä