Nr. 252 Erscheint täglich, mcher Sonn- und Feiertags, mit derSamstagsbeilage: GiehenerFamilienblätter Monatliche Vezvaspreife: Mk. 102.- undMK. Z.- Trägerlohn,durch dieDost Mk. 125.-.auch beiNtcht- erscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gemalt.- Fernsprech- Anschlüsse: fürdieSchrift- kthtng 112; für Verlag exb Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Bietzen. poslsche^konto: Krmtifurt a. DL 11686. 172. Jahrgang Donnerstag, 26. Oktober 1922 GietzenerAiizeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick und Verlag: Vrühl'fche Umv.-Vuch- und SteiMbruderei R. Lange. Schriftlettung, Seschaftrftelle und vruckerel: Schulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Dreis für 1 mm höhe für Anzeigen v 27 mm Breit« örtlich 600 Pf., auswärts 800 Pf.; für Reklame» Anzeigen von 70 mm Dreite2800Ps. Bei Platz- Vorschrift 20 , Aufschlag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Dietzen. Um die Krise herum. Der Reichspräsident hat die Mahnung ausgesprochen, „bi» groben und wertvollen Kräfte unseres Volkstums zusammenzufassen und zu- sammenzuschlieben tn dem uns allen Gemeinsamen". Die Politiker werden das tn dem Sinne verstehen, dah hierbei vor allem auch an die Erweiterung der Koalition, an die dringend notwendige Stützungsaktion für die auf allzu schwacher Basis ruhende Regierung gedacht ist. Diese Möglichkeit oder richtiger gesagt Rotwendigkeit aber hängt ab von der Beseitigung der anderen, noch schwebenden Krisen. Um die eine von ihnen scheint man schon herumgekommen zu sein, nämlich um die Getreideumlagekrisis. Als der volkswirtschaftliche Ausschub des Reichstags statt der von der Regierung vorgeschlagenen dreifachen Erhöhung des Preises für das Umlage- gctreide einen vierfachen Aufschlag beschlob, drohten die Sozialdemokraten unter dem Einfluh des unabhängigen Flügels mit einer Abwanderung aus der Koalition. Fetzt hat das Plenum mit 236 gegen 160 Stimmen die Vorlage in dritter Lesung angenommen, und es ist zunächst nichts geschehen, obwohl der unabhängig gebliebene Ledebour den ^Reichskanzler diktatorisch aufforderte, den Reichstag aufzulösen und an die Wähler zu appellieren. Die Volksvertretung aber hat Ledebours Ultimatum abgelehnt und s i ch b is zum 7. Rovember vertagt, damit innerhalb dieser 14tägigcn Frist die innerpolitifche Krise beigelegt werde. Das ist allein die M a r k k r i s i s, die im Grunde schlechthin die Krisis ist, der gegenüber die anderen Krisenerscheinungen an Bedeutung verlieren. Die Erkenntnis hat sich jetzt allenthalben durchgeseht, dah man die Dinge nicht weiter gehen lassen kann, wenn Markentwertung und Teuerungskatastrophe nicht zu dem grohcnKlabde- radatsch führen sollen, den die Pessimisten schon für diesen Winter prophezeien. Die Devisen- notverordnung hat, wie das nicht anders zu erwarten war, sich als ein Schlag ins Wasser erwiesen. Der innerhalb des Reichskabinetts geführte Streit, „Aushebung oder Verschärfung der Devisennotverordnung", der vor allem zwischen Reichsfinanzministerium und Reichswirtschasts- ministerium geführt wurde, ist nunmehr im Grundsatz dahin entschieden worden, bah die Rvtver- vrdnung durch ein Gesetz erseht werden soll, welches dem leg-timen Handel gewisse kontrollierte Erleichterungen bringt, bei der Spekulation aber schärfer zupackt. Man ist sich jedoch darüber klar, dah em noch so erfolgreiches Vorgehen gegen die Devisenfpefu'ation zwecklos ist und den seit der Devisennotverordnung eingelretenen Abstieg der Marl nicht aufzuhalten vermag. wenn nicht gleichzeitig eine positive Währungspolitik g;tri*ie.i wird (nich. blüh eine auf die Ausgabe von Goldschahscheinen be- scheäntte), über die nunmehr zunächst mit Bank- und anderen Cxuteerftänbigen verhandelt wird. Man will sich nicht auf die einheimischen Sachverständigen beschränkest, sondern die Reichsregierung hat auch eine Reihe hervorragender Finanzkenner des Auslandes nach Berlin eingeladen, um mit ihnen darüb er zu beraten, welche Mahnahmen für eine Stabilisierung der Währung ergriffen werden könnten. Es darf gesagt werden, dah die Einberufung dieser Konferenz nicht ohne vorherige Fühlungsnahme mit den in erster Linie interessierten mafcgcb.nben ausländische Stellen erfolgt ist. Unabhängig davon bat die Reparativ ns- k o m m i s s i o n beschlossen, sich nach Berlin zu begeben, um mit der deutschen Regierung über Mahnahmen zu verhandeln, die zum Ausgleich deS Budgets und zur Stabilisierung der Mark führen sollen. jedenfalls wird das Reichskabinett der ReparationSIommission klar machen müssen, bah. wenn es nicht durch eine großzügige Hilfsaktion, an der sich wohl oder Übel auch die alliierten Gläubiger Deutschlands werden beteiligen müssen, gelingt, der deutschen Mxlutakata- strophe abjiibelfcn, daß bann der Stundung der Reparcttions- und Ausgleichszahlungen auch die der Sachleistungen wird folgen müssen. Und am Ende nicht nur die Stundung! Die Berliner Besprechungen. Berlin. 26. Oft Rach dem „Vorwärts" bienten bei den gestrigen Verhandlungen der Sozialdemokratie mit der Reichsregierung die Beschlüsse der sozialdemokratischen Reichstags- fraktion vom letzten Dienstag als Grundlage. Als wichtigste Voraussetzung für die Gesundung der Wirtfchastsverhältnisse sei eine planmäßige Aktion zum Schutz e-ber Mark erforderlich Zu diesem Zwecke soll ein Devisenfond bercitgestellt werden, um den tatsächlichen Bedarf der deutschen Wirtschast innerhalb der nächsten drei Monate zu beliebigen. Dafür soll ein Teil des Goldbestandes der Reichsbank in Anspruch genommen werden. Die Sozialdemokraten sind für die Aufrichter Haltung der Devisenverordnung. Dem weiteren Fallen der Mark forme aber nur Einhalt getan »werden, wrnn auch die Devisenkontrolle verschärft wird. Um den Kapitalbesitzern Gelegenheit zu geben, ohne in fremde Devisen flüchten zu müssen, ihre Kapitalien gegen Entwertung zu sichern, wird die Ausgabe einer toertbeftän» big en Anleihe* durch die Reichsbank verlangt. Reben den eigentlichen währungspolitischen seien auch sinanz- und wirtschaftspolitische Mab- nahmen notwendig. 3n bieiem Zusammenhang verlangt die Fraktion erneut beschleunigte Steuereinziehung und Unterbindung der Luxuseinfuhr. Es dürfe nicht zugelassen werden, dah Kartoffeln und Getreide für die Erzeugung von Trinkbrannt- wein verbraucht werden. Auch die Forderung auf vollständige Erfassung der wichtigsten Lebensmittel wird die Fraktion erneut der Regierung gegenüber vertreten. Eine endgültige Ordnung unb Gesundung unserer Wirtschaft forme nur her- beigesührt werden, wenn die Verhandlungen mit der Reparationskommission zu einem günstigen Abschluh führen. 3m Anschlub an die Besprechung mit den sozialdemokratischen Führern fand die Konferenz der Berliner Bankfachleute unter dem Vorsitze des Reichskanzlers statt. Die Besprechungen. die gestern noch keine Beschlüsse zeitigten, werden heute fortgesetzt werden. Heute abend wird die Besprechung zwischen dem Reichskanzler und den Führern der Koalitionsparteirn sowie der Deutschen Dolkspartei statt- finden. Hierbei werden die Vorschläge des Reichs- Wirtschaftsministers zur Abänderung der Devifen- verordnung erörtert. Die bevorstehenden Beratungen der Reichsregierung mit den ausländischen Finanz- sachverständigen werden sich, dem „Bert. Tageblatt" zufolge, in der Form abspielen, dah die Reichsregierung zuerst die Ansicht der einzelnen Vertreter anhören wird und bann eine allgemeine Finanzkonferenz der deutschen und ausländischen Sachverständigen sowie der Regierungs- Vertreter veranlassen wird. Reichsfinanzminister Dr. Hermes wird dieser Tage aus Kissingen zurücllehren, um an den weiteren Finanzbesprechungen und den wahr- scheinlich am Dienstag beginnenden Verhandlungen der Reparationskommission teilnehmen zu können. Das Reichsfinanzministerium dürste bestimmte Vorschläge für die Stabilisierung der Mark unterbreiten. Die Ar betten für diese Vorschläge sind gegenwärtig noch in vollem Gange. 3n "den letzten Tagen hat auch die vom Reichswirtschaftsrat eingesetzte Kommission täglich Sitzungen abgehalten. 3n der gestrigen Sitzung machte ein Vertreter des Reichsfananzministeriums längere Ausführungen über die Frage der inneren Volksanleihe. Die Rcparationskommission in Berlin Paris, 25. Oft. (WTD.) Havas zufolge sind für den Aufenthalt der Reparationskommission in Berlin 10—14 Tage vorgesehen. Auster den ersten Delegierten Barthou, Dradbury, Salvago. Raggi und Delacroix reifen die zweiten Delegierten sowie der Generalsekretär der Kommission und einige Beamte, im ganzen etwa 15 Personen, am Sonntag abend nach Berlin ab. Had) dem „D. T." sind- zur Teilnahme an der Berliner internationalen Finanz- sachverständigen-Konferenz be i eit 3 Professor 3. M. Keynes aus London, Prvseftor Gustav Cassel aus Stockholm und der Präsident der Riederländischen Dank Vissering in Berlin eingetroffen, ßav.t „Voss. Ztg." hatte der Reichskanzler 1?eute vormittag tir.e längere Unterredung mit Dissering Den Blättern zufolge ist vor einiger Zett bei der Reichsregierung eine Rote eingetroffen, in der die Aeparationslommifsion eine Steigerung der deutschen Kohlenlieferungen verlangt. Die Regierung hat mit Sachverständigen bie Rote einge end beraten unb will, wie bie „Germania" schreibt, versuchen, mit ben Alliierten zu Ve Handlungen zu kommen, um dabei ihren Standpunkt zur Geltung zu bringen. Trotzdem bie deutsche Regie ung nur mit dusterster Anst rengung und durch empfindliche Schädigung der eigenen deutschen 3nteressen die bisher gemachten Kohlenlieferungen ausführen konnte, fordert jetzt bie Repaationskommission eine Mehrlieferung von über 200 020 Tonnen Kohlen monatlich Sämt'ich? Blätter erklären die Forderung für unerfüllbar. Die weiter fortgeschrittene Entwertung des beutschen Gelbes habe jetzt bie Einfuhr englischer Kohle unmöglich gemacht. 3n den letzten Monaten habe Deutschland für 8—9 Milliarden Mark monatlich ausländische Kohle einführen müssen. Samstag wird bie Regierung erneut mit ben 3nbuftvielten über die Kvhlenfrage beraten. Das Abkommen über die AnssilcichSzahlnnsieu. 03erHn, 25. Oft. (Wolff.) Das von den Vertretern des Reichsausgleichsamtes mit ben Vertretern der alliierten Ausgleichsämter am 21. Oktober unter Vorbehalt der Ratifikation vereinbarte Abkommen über bie künftige Regelung der Zahlungen im Ausgleichsverfahren hat im wesentlichen folgenden 3nhalt: Deutschland ist bis zum 10. Juli 1923 von sämtlichen Barzahlungen im Ausgleichsverfahren befreit. Zur Begleichung der noch ungedeckten beutschen D b.t albeberc i Umfang t>r "läufig im Wege bes Kompromisses aus 24^ Mill. Psirnb Sterling geschätzt wird, verpflichtet sich die deutsche Regierung, Schatzanweisungen in Höhe dieses Gesamtbetrags auszustellen, die vom 10. Juli 1923 an bis »um 10. Oktober 1928 in monatlichen, von 300 000 Pfund allmählich bis 500 000 Pfund ansteigenden Teilbeträgen fällig sind Die Schahanweisungen werden bei der Reichs bank hinterlegt, die als Treuhänder der alliierten Ausgleichsämter die Beträge bei Fälligkeiten einzieht. Stellt sich im weiteren Verlauf des Ausgleichsverfahrens heraus, bah bas deutsche Gesamtdebetsalbo 24.2 Mill. Pfund Sterling übersteigt, so werden über den Restbetrag weitere Schatzanweisungen ausgegeben, die vom 10. Rov. 1928 ab tn Monatsraten von 500 000 Pfund fällig sind. Erweist sich dagegen der Gesamtbetrag des deutschen Debets als geringer, so werden die zu feiner Deckung nicht erforderlichen Schatzanweisungen Deutschland zurückgegeben und etwa zu viel geleistete Barzahlungen in bar zurückerstattet. Eine Bürgschaft für die Schatzanweisungen oder eine anderweitige Garantie ist nicht vorgesehen. Das Abkommen soll zunächst der Repara- tirnskommisfion mitgeteilt werden. Für -ben Fall ihres Einverständnisses ist eine Frist vom sechs Wochen für die Ratifikation der beiderseitigen Regierungen vorgesehen. Ob deutscherseits ratifiziert werden kann, wird davon abhängen, ob die Regelung der Reparationsfragen die Möglichkeit der Erfüllung des Abkommens offen läfjt. Eine neue Rede Lloyd Georges- London, 25. Ott (WTD.) Lloyd George legte in seiner Rede auf der heutigen Zusammenkunft der Rationalliberalen Partei die Politik seiner Abhänger bar. Großbritannien komme an erster Stelle, jede Partei, selbst seine eigene, dagegen an zweiter oder sogar an letzter Stelle. Ein Grohbritannien, das auf Weltkonferen.zen mit einer Furcht vor seinen Verantwortlichkeiten gehe, würde von diesem Augenblicke an aufhören zu zählen. Die englische Politik müsse friedliebend, jeboch nicht furchtsam sein. Er habe an zahlreichen internationalen Konferenzen teilgenommen. Er habe niemals persönliche Differenzen mit irgend einem Minister irgend eines ßanb-eS gehabt unb hierbei nehme er keineswegs gewisse Ramen aus, die sich einem sofort aufbrängten. Aber dabei habe er Grobbritannien niemals fallen gelassen. Er gebe seinen Anhängern den Rat, feine Vendetta gegen früheres Unrecht zu üben. Welche Regierung auch an der Macht sei, man dürfe ihr keinerlei parteisüchsige Opposition entgegenstellen. Man müsse eine Politik des Friedens unterstützen. Dies sei der" einzige Weg zum Wiederaufbau der Welt. Man müsse für die traditionelle Politik Englands einstehen, Mähigung in der Behandlung internationaler Fragen üben und nach besten Kräften mit allen unseren Alliierten zusammenwirken. England dürfe sich nicht an den Wagen irgendeines anderen Landes binden lassen. Wenn in der Frage der Meerengen England seine Aktion unb seine Politik vollkommen von seinen Alliierten abhängig gemacht hätte, so würbe bie Freiheit der Meerengen verloren fein. Bezüglich der Reparationsfrage sagte Lloyd George, man solle nicht versuchen, Deutschland irgendeine Zahlung aufzuerlegen, die feine Leistungsfähigkeit übersteige. Was jedoch innerhalb seiner Leistungsfähigkeit liege, müsse Deutschland [«zahlen. Wenn man, um die Zahlungen innerhalb der Leistungsfähigkeit Deutschlands zu halten, bie Forderungen ermäßigen müsse, so wolle er dazu clEiären, er sei vollkommen dafür. Aber es dürfe nicht ausschlieblich auf Kosten Grobbritanniens gehen. Er sei für Fair play, auch für England. Die Engländer feien schwer besteuert und hätten riesige Opfer im Kriege gebracht. Solange nicht alle Rationen Europas und die Vereinigten Staaten im Völkerbunbe seien, könne dieser nicht feinem vollen Zwecke dienen und werde nicht die nötige Autorität und Macht haben. Das Zusammenwirken mit den Vereinigten Staaten von Amerika müsse eines der Hauptziele jeder englischen Regierung fein. 3n der inneren Politik müsse das Hauptziel notwendigerweise bie Förderung des Handels und Erwerbs fein, lieber die gestrige Rede Mac Kennas sagte Lloyd George, Mac Kenna sei ein Schauspieler und zwar nicht einer erster Klasse. Llotch George fuhr bann fort: Wenn die Arbeiterpartei bie Mehrheit erhalte, so wisse er boch, dah Clynes, Henderson unb Thomas ferne Revolutionäre seien. Die C-esahr sei bie, bah sie von einer aus Fanatismus getrieb nen Rücksichtslosigkeit getrieben würben. Er wolle auch Donar 2a© nicht einen Reaktionär nennen. Es seien aber zwei ober drei andere Persönlichkeiten in prominenten Stellungen vorhanden, die er als Reaktionäre brandmarken würde. Lord Curzon habe sehr grobe Fähigkeiten, er habe ihn jedoch niemals als ein Bollwerk gegen die Reaktion angesehen. Man müsse daher eine genügend starke Gruppe im Unterhause haben, um es jeder Regierung unmöglich zu machen, England in das Extrem zu treiben, sei es nach rechts oder nach links. Lord (Hrcy über die errglifchc Politik' London. 25. Oft (WTD.) Lord Grey erklärte gestern abend in einer Rebe bei einer groben liberalen Kundgebung in Drabford, bie Art, in der die bisherige Regierung die politischen Angelegenheiten geführt habe, emiebrige das ßanb im 3nnern unb gefährde es im Auslande. Er würbe eine gerade konservative Regierung einer Rückkehr zur früheren Koalition vorziehen. Das Land wolle Ruhe und Stetigkeit in den poli- tifchen Angelegenheiten. 3folterung sei eine Lage, die nicht sicher sei, selbst für ein so starkes Reich wie Grohbritannien. Der englische Einfluh, den bas Land früher gehabt habe unb der auf bie Tatsache zurückzuführen sei, dah man sich auf bie britische Politik habe verlassen können, sei geschwunden. Es sei kein Grunb vorhanden, warum es nicht möglich fein forme, bah Englanb zu einer auswärtigen Politik zurückkehre, die auster- halb der Parteipolitik stehe. Der kommende Krieg müsse jetzt abgewehrt werden durch Verminderung des Anwachsens der Rüstungen. Grey sagte, er -habe seine Ansicht nie geändert, dah der letzte Krieg vorsätzlich vom preussischen Militarismus her beigeführt worden sei, und dah er mit Leichtigkeit im Jahre 1914 hätte vermieden werben tonnen, wenn in Deutschland der Wille zum Frieden vorhanden gewesen wäre, der in anderen Ländern vorhanden war. Diese seine Ansicht sei heute noch stärker als im Jahre 1914, aber er sei rückblickend auf bie Ereignisse der Meinung, bah, wenn bie Rüstungen ebenso anwachsen würben wie 1914, von neuem irgendwo ein preußischer Militarismus da sein werbe, und zwar wenn nicht in Preußen, sv doch irgendwo anders. Die Rüstungen könnten nur in einer Weise niedergehalten werden, indem die Macht des Völler- bundes so entwickelt werde, dah die Rationen ein Gefühl der Sicherheit erhielten. • . * Glasgvw, 26. Ott. (WTD.) Sir R v b er 1 Home erklärt tn einem Driese an feine Wähler, es gebe keine MeinungSverschiebeicheilen zwischen ihm und Donar Law bezüglich der großen politischen Fragen. Die Fortsetzung eines Dündnisses mit ben Ä oa l i t i o n 81 i b c- ralen schliche keineswegs ben Verzicht auf bie unionistischen Grunbsähe in sich. Hörne appelliert an bie Unionisten unb Liberalen des Wahlkreises, damit sie Hand in Hand arbeiten, mit der Begründung, dah es feine Regierung geben könne. Die ihre Obliegenheiten in konstitutioneller Weise erfüllen könne ohne das Zusammenwirken der Unionisten und Liberalen. London, 26. Oft. (WTD.) 3n einer Versammlung der nationalbemokratischen Partei wurde eine Resolution angenommen, in Der die Partei sich verpflichtet, eine Regierung zu unterstützen, deren Politik den von Lloyd George befanntgegebenen Grundsätzen entspricht. Die Resolution tritt für die Lösung der Arbeitslosenkrise durch das System der Versicherung ein und gibt die Ansicht kund, bah einq Kapitalabgabe den Lewünjchten Ergebnissen nicht entsprechen werde. London. 26 Oft. (WTD ) Die Arbeiterpartei veröffentlicht ein Manifest, in dem sie ihr offizielles Programm auseinanderseht und unter anderem für die Errichtung eines besonderen Fonds zur Amortis.ierung der Kriegsschulden eintritt. Diese Amortisierung soll durch Abgaben.von ben über 5000 Pfund (Sterling betragenden Vermögen erhoben werden, um 3n- buftiie und Handel von den auf ihnen liegenden Lasten zu befreien. Die Lage im Orient. Konstantinopel, 26. Oft. (WTD ) Die französischen Truppen sind in Abrianopel eingetroffen unb bie Engländer haben Mu - raDli und Gallipoli besetzt. Frankreich unb Rußland. Paris, 25. Oft (WTD.) Poincarä hat heute abend den Abgeordneten H e r r t o t empfangen, der ihm Mitteilung über das Ergebnis seiner Studienreise durch Ruhland machte. Eine Havasnote besagt, die Politik der französischen Regierung gegenüber Rustlanb bleibe anveränbert. Den Kaufleuten und 3nbustriellen, die in Rust- land Handel treiben wollten, würden Erleichterungen gewährt werden. 3nbeffen erfolgten alle Geschäfte auf die Gefahr der Deteiligten. Die internationale Arbeitskonferenz. Genf, 25. Oft (WTD.) Der schweizerische Delegierte Schürch brachte auf der internationalen Arbeitskonferenz einen Antrag ein, der die Einführung der deutschen Sprache als dritte Amtssprache für wünschenswert bezeichnet und zur Verwirklichung dieses Zieles die notwendigen Mahnahmen fordert. Genf, 25. Oft. (WTD.) Der Ausschuß für Arbeitslosenfragen beschlob heute nachmittag, auf Grund der in dem Sonderbericht des Arbeitsamtes aufgestellten Richtlinien in die Beratung des Arbeitslosenproblems einzutreten und zunächst bie Schlußfolgerungen bes Berichts zu prüfen. Die ersten drei Punfte dieser Schluh- folgernngen, die eingehenbe statistische Untersuchungen der Arbeitslosenfrage unb bie Veröffentlichung ber Ergebnisse fordern, wurde mit geringfügigen Aenderungen angenommen. Der schweizerische Arbeitnehmervertreter Schür gh beantragte, da bie Konferenz von Genua die Hoffnungen der Arbeiter nicht erfüllt habe, die Einberufung einer neuen internationalen Konferenz, deren Mitglieder aus Arbeitnehmerkreisen, aus Arbeitgebern, den Regierungen, der Finanzwelt unb auch dem Genossenschaftswesen angehören sollen, unb bie auch bas gesamte Problem ber Arbeitslosigkeit zu prüfen hätten. Die Einberufung der internationalen Konferenz solle der Völkerbund übernehmen, aber auch bie nicht dem Völkerbünde angehörenden (Staaten als gleichberechtigt einlaben. Der deutsche Arbeitnehmervertreter Wissel trat lebhaft für biefen Vorschlag ein, der an ber Spitze aller Beschlüsse der Kommission stehen müsse, da alle bisher ins Auge gefahten Matz- nahmen nur Palliativmahnahmen wären unb eine wirksame Regelung des ernsten Problems nur erzielt werden könne, wenn der freie Handel tn der Welt wiederhergestellt fei Aus dem Reiche. Sie Beamtend esoldung. Berlin, 25. Oft. (WTD.) Die von einem Berliner Abendblatt gebrachte Rachricht über eine unmittelbar bevorstehende allgemeine Erhöhung der Dezügeder Beamten, Angestellten unb Arbeiter des Reiches trifft nicht zu. Die Erhöhung der Deamtengehälter ist bereits durch bas am Montag vom Reichstag angenommene Gesetz, dessen Vollzug schon verfügt worden ist, erfolgt. Gleichzeitig ist die Zahlung der entsprechend erhöhten Angestellten- bezüge angewiesen worden. Zur Zeit schwebst im Reichsfinanzministerium Verhandlungen mit ben Organisationen der Reichsarbeiter über bie neue Lohnregelung, die von vornherein für diesen Zeitpunft in Aussicht genommen war. Anschließend wird unverzüglich eine ergänzende Regelung für die Orte getroffen werden, bei denen eilte »allgemein getroffene TRegelmtg Den besonderen Ortsverhältnissen nicht entsp^cht. Gin neues Urteil des Eiaalsgerichtshofes. Leipzig, 25. Oktober. (WTB.) Der GtaatSgerichtshof verurteilte den 21» jährigen Landwirtschaftseleven Rudolf fiepte» Greifswald zu einer G e f ä n g - niSstrafe von insgesamt 9 Monaten, von denen 3 Monate auf die Untersuchungshaft angerechnet werden, weil er in Schönhausen a. d. Elbe anläßlich des Rathe- naumordes den gegen die Mörder erlassenen Haftbefehl abgerissen und dafür ein Spottgedicht angeklebt hatte. Rückgang des Passagierverkehrs nach und von den Vereinigten Staaten. (FPS.) 3n der Zeit vom 1. Januar bis 30. September sind in sämtlichen atlantischen Häfen der Vereinigten Staaten auf transatlantischen Dampfern insgesamt 268 173 Passagiere eingetroffen: das sind um 204 822 weniger als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Abgereift sind in den neun Monaten dieses Jahres 287 892 gegen 381 563 in der entsprechenden Zeit des Vorjahres, so daß der entsprechenden Zeit des Vorjahres gegenüber die Schiffahrtsgesellschaften insgesamt einen Rückgang um 298 493 Passagieren zu verzeichnen haben. Der Rückgang ist in erster Linie zurückzuführen auf die Eintvanderungs» gesetzgebung. Verschiedene Schiffahrtsgesellschaften fangen bereits an, gewisse Dienste zusammenzulegen, um so einige ihrer Schiffe freizubekommen für die üblichen Wintervergnügungs- reisen nach wärmeren Meeren und Ländern, wie solche in großer Zahl bereits angekündigt sind. Ein Teil ihrer Dispositionen dürfte aber durch die Ereignisse im nahen Osten noch gewisse Abänderungen erfahren. Gegen den Plan einer weiteren Einschränkung der Einwanderung, der dem Ginwanderungskomitee des Repräsentantenhauses bereits vvrgelegt worden ist, haben die Arbeitgeber eine Bewegung ins Werk gesetzt, um zu erreichen, daß künftig die Zahl der nach den Vereinigten Staaten Zugelasseneit über die Quote von 3 Prozent Wiedel heraufgeseht werde. Den Stahlwerken, den Kupferbergwerken und -Schmelzen und anderen Industrien, die vorzugsweise zu- gcwanderte Arbeiter beschäftigen, ist es sehr um eine stärkere Beschickung des Arbeitsmarktes zu tun — sehr begreislicherweise, nachdem es ihnen immer schwerer fällt, ungelernte Kräfte für die schwere Arbeit in ihren Betrieben zu gewinnen, die auch unter den absolut noch immer iecht zahlreichen Reuankömmlingen wenig Gegenliebe mehr findet. Hierin ist auch die Erklärung zu suchen für die zum 1. September, wie es schien, ganz aus freien Stücken erfolgte unvermutete Lohnerhöhung des Stahltrustes für seine sämtlichen Arbeiter. Es stellte sich nämlich heraus, daß der Trust einer- steits eine Abwanderung von Arbeitern fest stellen und andererseits mit der nicht mehr sehr fernen Wiederkehr einer Hvchkonjunkturperiode rechnen mußte. Als einziges Mittel, seine ungelernten Arbeiter zu halten, blieb ihm nur die Lohnerhöhung. Aus Stadt und Land. I Gießen, den 26. Oktober 1922. 7 Svprozentige Erhöhung der Gütertarife. WTD. Durch die erhebliche Derschlech- lterung der Mark sind auch bei der Eisenbahn die sachlichen und persönlichen Aus- «gaben ungeheuer gestiegen. Die geltenden Eisenbahngütertarife werden deshalb zum 1. November um50 Prozent erhöht. Reisegepäck, Handgepäck und Traglasten. Die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. macht darauf aufmerksam, daß als Reisegepäck nur solche Gegenstände abgefertigt werden können, deren der Rersende zu seiner Reise bedarf. Lebensmittel, Obst, Kartoffeln, Mehl u. dgl. werden als Reisegepäck nicht angesehen. Das Reisegepäck muß durch feine Verpackung — in Koffer, Reisekörbe, Reisetaschen, Hutschachteln, handliche Kisten und dergleichen — als solches kenntlich sein. Handgepäck (leicht tragbare Gegenstände) darf in die Abteile der Personenwagen mitgenommen werden, wenn der Raum unter und über dem Sitzplatz des Reisenden zur Unterbringung ausreicht. Die Sitzplätze selbst dürfen durch Handgepäck nicht ausgenutzt werden. Traglasten im Gewicht von höchstens 50 Kg. können nur in die 4. Wagenklasse mit- Die Herweghs. Eine rechtsrheinische Geschichte von Liesbet Dill. 23. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Wie das Geld schlecht machte, wie es erniedrigte. Goldenberg bleib seine letzte Hoffnung. Der alte geriebene Wucherer war zwar teuer, aber er war wenigstens diskret, und darauf kam es jetzt an. Zum Unglück war Goldenberg über die Feiertage verreist, seine Wohnung war abgeschlossen. Ernst wartete in fieberhafter Ungeduld. Er hatte die Fürstin bis zum dritten Feiertage vertröstet. * Am Dienstagmvrgen nach dem Fest ließ sich Fräulein Müller-Güth, die Hochdramatische des Königlichen Opernhauses, bei Herwegh melden. Die stattliche Dame rauschte, bis an das Kinn m einen skunksverbrämten Sealmantel gehüllt, in sein Bureau, das rote Haar tief in die Augen frisiert und für Tagesbeleuchtung etwas stark gemalt. Ernst kannte sie natürlich längst. Isoldes Liebestod- von der Müller-Güth war eine unerreicht schauspielerische und gesangliche Leistung. Sie übertraf darin noch die Sucher. Fräulein Müller-Güth nahm dieses Urteil nicht ungnädig auf, denn wann hätte eine Künstlerin über ihre Leistungen jemals genug Lobes gehört! „Mit was für amüsanten Bildern Sie sich umgeben!" Die Künstlerin betrachtete mit der Loranete interessiert feine gesammelten Wagnerkarikaturen an den Wänden. „Berlin in der genommen werden. Jeder Reisende darf nur eine Traglast mit sich führen. Bei Nichtbeachtung der Bestimmungen hat der Reisende die Nacherhebung der erheblich teuereren Expreßgutfracht zu gewärtigen. Die Preisbildung für handwerkliche Erzengnisfe. Die Hessische Handwerkskammer teilt uns mit, daß eine in Darmstadt stattgehabte Versammlung von Vertretern sämtlicher Landesfachverbände des hessischen Handwerks sich eingehend mit der Preisbildung für handwerkliche Erzeugnisse beschäftigte und folgende Entschließung annahm: „Die wirtschaftlichen Verhältnisse, unter denen das Handwerk genau so schwer zu leiden hat wie andere Berufsstände, die stetig steigenden Kosten der Lebensführung, die schwankende Konjunktur, die unausgesetzte Erhöhung der Löhne und Besoldung der Angestellten zwingen die handwerklichen Organisationen zur Aufrechterhaltung der schwer bedrohten Existenz, sich dauernd mit der Preisbildung zu befassen. Besondere Kommissionen innerhalb der einzelnen Innungen haben die selbstverständliche Pflicht, ständig die Marktlage der Rohmaterialien und die Lohnbewegungen zu beobachten, die Endpreise für handwerkliche Erzeugnisse in Einklang zu Bringen mit den beständig sich ändernden Verhältnissen und die Mitglieder der Innungen stetig zur ordnungsmäßiger Kalkulation zu erziehen. Das organisierte hessische Handwerk ist sich seiner Verantwortung gegenüber der Bevölkerung als Produzent lebenswichtiger Bedarfsgegenstände voll und ganz bewußt und weist daher die gegen das Handwerk erhobenen Vorwürfe der Bewucherung mit aller Entschiedenheit zurück. Von den Behörden, Preisprüsungsstellen, den Kreis- und Stadtverwaltunggen und von der Oeffentlichkeit darf erwartet werden, daß sie den Lebensinteressen des Handwerks Verständnis entgegenbringen und insbesondere den Grundsatz anerkennen, daß das organisierte Handwerk sich in gleichem Maße mit der Preisbildung für seine Erzeugnisse beschäftigen muh, wie das von anderen Grwerbsgruppen, von Industrie, Handel und Landwirtschaft, von Arbeitern, Beamten und freien Berufen rastlos und unbeanstandet geschieht. Die Vorschriften der Gewerbeordnung, vor allem § 100 q, stehen dem keineswegs entgegen. Die Vertreter der Landesfachverbände verpflichten sich, ihre Unterorganisationen wie seither auch weiterhin zur ordnungsmäßigen Aufstellung der Kalkulationen anzuhalten. Die Korporationen sollen ihre revidierten Preisberechnungen jeweils der zuständigen Preisprüfungsstelle zur Kenntnisnahme vorlegen. Die Preisprüfunasstellen werden gebeten, wenn erforderlich, mit Den zuständigen Organisationen zwecks gemeinsamer Nachprüfung in Verbindung zu treten.“ •* Amtliche Personalnachrichten. DaS Gesamtministerium hat am 16. Oktober 1922 mit Wirkung vom gleichen Tage dem Rechtsanwalt Dr. Eckhard zu Darmstadt die Dienstverrichtungen eines Dolmetschers und beeidigten UeberseherS der italienischen Sprache' für den Geschäftsbereich der sämtlichen hessischen Gerichtsbehörden übertragen. — Ernannt wurden: am 19. Oktober die Forstassessoren Reinhold Maul aus Ossenheim, Philipp Job aus Bad-Naaheim, Emil Vogt aus Butzbach, Wilhelm Henzel aus Büdingen und Karl De sch aus Laubach, sämtliche vom 1. Oktober ds. Is. an, zu Oberförstern. — In den Ruhestand verseht wurde am 5. Oktober der Förster der Forstwartei Glashütten, Oberforsterei Nidda, Förster Karl Z i in- mer zu Glashütten vom 1. Oktober ds. Is. ab. — Ernannt wurden: am 21. Oktober der Mini» sterialoberrevisor bei dem Ministerium der Finanzen im Daudienst Ferdinand Hansel vom 1. Oktober 1922 an zum Rechnungsrat bei dem Ministerium der Finanzen im Baudienst: am 23. Oktober der Oberstudiendirektor an der Ober» realschule am Friedrichsplah in Offenbach Karl H e n s i n g zum Oberstudiendirektor an dem Realgymnasium in Gießen, der Oberstudiendireltor an der Obe:-realschule in Gießen Dr. Heinrich Schn e l l zum Oberstudiendirektor an der Oberrealschule am Friedrichsplah in Offenbach, beide mit Wirkung vom 16. November 1922 ab. — Verseht wurde der Regievungsrctt Merz vom Finanzamt Groß- Gerau zum Landesfinanzamt, Abteilung für Besitz- und Verkehrssteuern, Darmstadt. ** Zur Stadtverordnetenwahl am 19. November sind auf dem städtischen Wahlamt fünf Wahlvorschläge eingereicht worden, und zwar von der Zentrumspartei, der Kommunistischen Partei und der Freien Arbeiter- und Angestellten-Bereini- gung, von der Deutsch-Demokratischen Partei, Der Bereinigten Sozialdemokratischen Partei, und schließlich von der Bereinigten Bürgerliste der Deutschen Volkspartei, der Deutsch- Unterwelt", „Leipziger Charivari 1844“, „Offenbach als Heldentenor", „Madame Schröder-Deo- rient als stille Beobachterin der Dresdener Barrikaden", die Parodien auf Lohengrin aus der Petersburger „Iskxa“, Burlesken und Apotheosen des Pariser Theaterdirektors Pasdeloup. Wie hatte die Presse ihm Opposition gemacht und wie hatte sie gegen die finanzielle und moralische Untevstützung des Baireuther Unternehmens gekämpft. Aber er hatte alles überwunden, auch solche Karikaturen. „Dieser „Mann mit dem hohen C“! Köstlich! Sie sind antiwagnerisch gefirmt?" „Gewiß nicht," sagte Herwegh. „Diese Zeichnungen geben uns aber den gewaltigen Kamps Wagners wieder und die Mittel» mit denen man diesen Zauberer zu bekämpfen suchte." „Zauberer! Da haben Sie recht." Die Mül- ler-Güth warf Herwegh einen prüfenden Blick äu. „Sie haben gewiß auch kämpfen müssen, um sich durchzusetzen. In der Kunst meine ich. Herr Stolzenberg hat mir erzählt, daß er mit Ihnen musiziere. Sie haben etwas in Ihrer Stimme, das einen warmen Tenor verrät." „Ich finge nur zu meinem eigenen Vergnügen," sagte Ernst. „Aber ich begleite leidenschaftlich gern." Die Müller-Güth griff nach den Notenftohen, die auf einem Stuhl lagen. „Das spanische Liederbuch? Ah! Ausgabe für Alt, das ist gerade meine Lage. .Wunden trägst du, mein Geliebter'." Sie blätterte in den Heften. „Spottlied aus Wilhelm Meister." Sie trällerte ein paar Takte, während sie mit der Lorgnette die Worte suchte. „,Heiß mich nicht reden', das mag ich weniger... 2lh, hier steht ja auch ein Klavier. . .“ nationalen Bolkspartei und des Dürgerver- eins. Eine Listenverbindung ist bis jetzt amtlich noch nicht angemeldet, die Frist hierzu läuft erst am 5. November ab. ** Militärrentenzahlung durch das Postamt. Infolge Erhöhung der Militär- verforgungsgebührnisse erhalten die R.- und H.-Empsänger am Samstag, den 28. d. Mts. für den Monat November Den dreifachen Betrag des in den Stammkarten angegebenen Monatsbetrags. Für Dezember und die folgenden Monate wird der doppelte Betrag gezahlt. Der nach der Erhöhung auszuzahlende Gesamtbetrag wird auf volle Mark aufgerundet. Den Empfängern, welche erhöhte Beträge erhalten, wird in diesen Tagen durch die Drief- befleUer ein Quittungsvordruck überbracht, auf welchem der November betrag vermerkt ist. Die auf diesen Vordrucken ausgefertigten Quittungen sind bei der Abhebung der Beträge vorzulegen. ** Die Dienststellung der Beigeordneten in den Landgemein- d e n. Veranlaßt durch eine Reihe von in letzter Zeit vorgebrachten Beschwerden weist das Kreisamt im neuesten Amtsverkündigungsblatt die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises darauf hin, daß die Beigeordneten Sitz und Stimmrecht im Gemeinderat haben. Das Kreisamt empfiehlt den Bürgermeistereien, sowohl die Beigeordneten wie auch die Gemeindevertretungen auf die Bestimmungen in Artikel 105 der Landgemeindeordnung hinzuweisen und nach diesen Bestimmungen zu verfahren. ** Vergehen gegen das Reichs- fleischbeschaugesetz. Das Kreisamt hat den Gendarmeriestationen des Kreises zur Kenntnis gebracht, daß sehr viele Gastwirte des Kreises die von ihnen geschlachteten Tiere nicht durch die zuständigen Fleischbeschauer untersuchen lassen. Die Gendarmerieflativ'.ren sind beauftragt worden, Erhebungen anzustellen und Verstöße unnachsichtlich zur Anzeige zu bringen. ** Richtig adressieren und Absender angeben. Bei der Ober-Postdirektion Darmstadt mußten im Jahre 1921 etwa 15 600 im Gebiete des Freistaates Hessen aufgelieferte Postsendungen, darunter 6080 Briefe, 9200 Postkarten und 312 Drucksachen vernichtet werden, die infolge ungenügender Anschrift weder dem Empfänger ausgehändigt, noch an Den Absender zurückgegeben werden konnten. Wieviel Anannehmlichkeiten mögen hierdurch den Absendern und Empfängern erwachsen sein, und wieviel ungerechtfertigte Vorwürfe sind wohl gegen die Post Verwaltung und ihre Beamte erhoben worden! Ohne genaue und vollständige Angabe des Empfängers und des Absenders, zu der bei größeren Orten außer dem Vor- und Dem Zunamen, der Stand, Die Straße und die Hausnummer gehören, ist Die richtige Bestellung Der Postsendungen selbst den finbigften Bestellern nicht immer möglich. Es wirb daher von neuem empfohlen, auf allen Postsendungen stets Namen und Wohnung des Absenders handschriftlich oder durch Abdruck eines Stempels anzugeben, Damit Dem AbsenDer Die Sendung im Falle Der iin- bestellbarkeit wenigstens zurückgegeben werden kann. ** Verdorbene Eier verkauft. Ein auswärtiger Händler lieh auf einem der letzten hiesigen Wochenmärkte durch seine Tochter 120 gänzlich verdorbene, zum Teil vollständig eingetrocknete Eier zum Preise von 18 Mark pro Stück verkaufen. Da hier zweifellos eine betrügerische Handlung vorliegt, wurde Anzeige erhoben. ** Diebstähle. Anfangs dieses Monats wurde aus einer hiesigen Klinik ein Wasserkifsen, am gestrigen Bormittag gegen 11 Ahr ein vor der hiesigen Ortskrankenkasse aufgestelltes Fahrrad, Marke „Diamant", gestohlen. ** Ein altes Wahrzeichen der Stadt Gießen. Der Ambau des Hauses des Herrn Bette, Mäusburg 10, ist in seinem ganzen Amfang vollendet. Das Gebäude, welches unter Denkmalschutz steht, ist im Jahre 1460 erbaut; es ist somit eines der ältesten und auch höchsten Häuser der Altstadt. Die Jahrhunderte sind auch an diesem Bau nicht spurlos vorübergegangen. Allmählich hatte sich bemerkbar gemacht, daß sich im Innern der Geschäftsräume Dalken senkten, die das Alter zermürbt hatte, und hierdurch war ein Ambau unumgänglich notwendig geworden. Es waren bei diesen Arbeiten große technische Schwierigkeiten zu überwinden, die dem Architekten gestellte Aufgabe wurde aber ttefflich gelöst. Auch das Aeußere des Hauses hat ein neues Kleid bekommen; alle Anebenheiten sind durch Aufflicken beseitigt und die Wandflächen mit „Ich habe es mir gemietet, um Darauf zu üben, es ist ein guter Ivach" Ernst spielte ein paar Takte aus „Tannhäuser". Er hatte sie vergangene Woche als Venus gehört. „Hin zu Den kalten Menschen flieh!" Die Müller-Güth zog Die Handschuhe aus und warf ihren Sealmantel über einen Sessel. „Das ist nur eine kleine Rolle," sagte Die Künstlerin. „Ich finge sie nicht einmal gern. Erstens liegt es mir nicht, diese entfliehenden Männer Durch allerlei Künste zurückzuhalten, mag er Doch in Gottesnamen laufen, Denke ich jedesmal, und Dann hat Die Rolle Das an sich, daß ich mich regelmäßig Dabei erkälte. Es zieht fürchterlich auf unserer Bühne, un£ so war ich Dann richtig am Freitag zur Leonoke im „ Fidelio" heiser und man muhte einen Gast aus Mainz herbeitelephonieren, die Lützelberger. Haben Sie etwas gehört?" „Nein," sagte Emst, „einen unbekannten Gast höre ich mir nie an.“ „Da haben Sie recht Daran getan,“ sagte Die Müller-Güth, „Denn es war ein Reinfalk. Sie tremulierte entsetzlich und Detonierte schon beim Dritten Sah. Schauen Sie her! So hat diese Dame die Leonore gesungen." Sie schlug ein paar Takte an mit kräftiger, geübter Hand, „lind beim Höhepunkt, „Töt erst fein Weib", hat ihre Stimme offenbar berfagt, weil sie sich vorher abgeschrien hatte — ein Fehler aller Dilettantinnen, Denn ich muh sie eine solche nennen, wenn sie so singt." Fräulein Müller-Güth erhob ihren mächtigen Mezzosopran: „Töt erst fein Wei—b." Im Nachbarbureau fuhren Die Schreiber vor Schrecken von ihren tlluftrierten Zeitschriften tnxf. Hatte nicht jemand um Hilfe ge- fdmen? einem Edelkratzputz versehen worden. DgS Ganze macht jetzt einen guten Eindruck. ** Oberhessischer Kun st verein. Die angemeldeten Werke für die hessische Wander-Ausstellung für bildende Kunst sind soweit eingettoffen, daß die Eröffnung der Ausstellung am nächsten Sonntag vormittag 11 Ahr erfolgen kann. ** Briefmarken zu 100 Mark hat die Reichsdruckerei jetzt hergestellt. Sie zeigen das große breite Zahlenmuster wie die Marken zu 5 und 10 Mark. Die Marke ist braunviolett auf rahmfarbenem Papier gedruckt. Das Papier zeigt noch das alte Rautenwasserzeichen. 8* Ant erbrechung des Flugpost- Dienstes Königsberg (Pr.) — Moskau. Die Flugpost Königsberg (Pr.) — Smolensk — Moskau wird wegen Unterbrechung dieses Flugdienstes vom 1. November an bis auf weiteres eingestellt. Im Oktober verkehren die Flüge noch planmäßig. Nach Eintritt Der Frostperiode in Rußland soll der Flugdienst wieder ausgenommen werden. "?er Dollar als Index. Unter dieser Uebcrschrift bringt die „Offenbacher Zeitung" Den folgenden, leider nur allzu sehr berechtigten Stoßseufzer: Der Dollar steigt und steigt — und jedes einzelne Erzeugnis unseres Wirtschaftslebens bemüht sich, mitzullettern. Die Hausfrau, die Lebensrnittel einkauft. Der Familienvater, Der für feine Kinder Schuhe oder ein Kleidungsstück ersteht, quittiert nur noch mit Seufzen die traurige Tatsache, daß die Preise von heute auf morgen sich ändern — well der Dollar steigt. Nur Die Zeitung hält Dabei nicht Schritt. Nur sie, die doch auch alle Materialien nach Dem Dollarstand einkaufen muß, kann nicht regelmäßig die Preisschraube drehen, und werm sie sie schüchtern anzieht — dann nur von Monat zu Monat. Aeberall ist der Dollar der Maßstab für den Preis — und nur hier hinkt Die Zeitung, Die Doch sonst immer das Neueste zuerst hat, lläglich und veraltet hinterdrein. ** Der Ruderklub „Hassia" beging am Samstag in Der Turnhalle am Oswaldsgarten fein 16. Stiftungsfest, das sich eines außerordentlich starken Be uchs zu erfreuen hatte. Nach einer kernigen Begrüßungsrede durch Herrn C a ft e i n bereiteten Darbietungen Der verschiedensten geselligen Art den zahlreichen Desuckrecn eine angenehme Unterhaltung. Zur Ve^chönerung des Abends führte Der Gießener Radklub „Germania" einen wohlgelungenen Ler-Neigen sowie Radballspiele vor. Durch diese se'hr schön gelungenen Darbietungen veranlaßt, überreichte Der 1. Vorsitzende der „Hassia", Herr Schußler, dem 1. Vorsitzenden des Radklub „Germania“, H. Rö° D i g e r, die GhreimadF Der „Hassia". Bei frohem Tanz blieb man noch manches Stündchen beisammen. Vornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Stadtkirche, 8 Ahr: Oeffentlicher Vertrag über „Hat Beten Zweck?" — Astvria- Lichtspiele, ab heute: „Eddie Polos 3. Aden- teuer im Wilden Westen", „Der Fuhrmann des Todes" und „Freddy spielt Hamlet". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Graf von Monte Ehristo", 3. Teil; „Eroberungen in Paris" und „Er" und 20 Minuten Angst". — Palast-Lichtspiele, ab heute: „Die siebente Nacht". Wettervoraussage für Freitag: Heiter, trocken, kalt, Nachtfrost. Der hohe Druck hat sehr an Intensität verloren, doch beherrscht er noch immer unsereWetter- lage. — Heute morgen wurden folgende Temperaturen festgestellt: Gießen — 4 Grad, Lauterbach — 6 Grad, Darmstadt — 3 Grad. Kreis Schotten. F~I Laubach, 23. Oft. Nachdem in diesem Sommer die W e 11 e r f e ID e r und die G o n- terskircher Straße durch Neubauten nicht unbedeutend erweitert worden sind, wird nunmehr auch die Ruppertsburger Straße weiter ausgebaut werden. Oberhalb des „Hällenberges" sind verschiedene Neubauten von Privaten in Aussicht genommen und vom Gemeinderat genehmigt worden. Kreis Friedberg. sf. Friedberg, 22. Oft. Zu Beginn Der letzten Stadtverordnetensihung wurde die Mitteilung gemacht, daß Herr W. Strauß in Neuhork 35 000 Mk. für wohltätige Zwecke überwiesen hat. — Für die Kleinrentner Hilfe Heutiger Stand des Dollars 10 Ahr vormittags: Berlin 4350, Frankfurt a. M. 4400. Herr Dantelmann beruhigte sie, die Müller- Güth sei Drin. UnD sie beruhigten sich. Drinnen tönte nun das Klavier, Lieder erklangen, bald von einer Frauenstimme, bald von einem Tenor, und bald fangen beide Stimmen zusammen . . . Die Wartenden im Vorzimmer lauschten. Es war fast wie ein Konzert. „Sie begleiten ja wundervoll," lobte die Müller-Güth, und griff über Ernsts Schuller, um ihre Stimme anzudeuten. „Nehmen wir das „In der Frühe", es ist herrlich. . . Ganz ohne Vorspiel, die Begleitung stets piano, innig und zart. Nur die Morgenglocken müssen Rar herausklingen. Es liegt nur etwas tief für mich —“ „Das macht nichts, ich kann es transponieren." „ Um so bester." „Kein Schlaf noch kühlt das Auge mir," begann die Sängerin, getragen und schwer. „Dort gehet schon Der Tag herfür an meinem Kammer- fenfler — Es.wühlet mein verstörter Sinn, noch zwischen Zweifeln her und hin unD schaffet Nacht- gespcnster.“ Ihre herrliche Stimme stieg sieghaft: „Aengst'ge, quäle dich nicht länger, meine Seele. Freu Dich, ^schon find Da unD Dorten .Morgenglocken wach geworden." Die Klienten waren vergessen. „Wahrhaftig, mein Repetitor könnte sich ein Beispiel nehmen, wie Sie sich einer Stimme an- schmiegen," lobte Die Künstlerin, „älnd alles vom Blatt, Sie transponieren ohne Schwierigkeiten. Werm ich zurück bin, müssen wir oft zusammen musizieren. Ich bin Mittwoch abenDs zu Hause" (Fortsetzung folgt) 8$ * Sfc Lgn num Ewn schev te eine der brivgE 1 roeid)$in w». Ä heutig^ nehmet W a-ng^dO reichend f« besW nut die nötig^ M die der wähl sind Dorsch^! Mischen Mlspariei baten und werter, die Mrschläge * La! gen besteh mr staatlic! unb von Pr Mverdmgs 1 forschunc fer Anstalt i ♦ Suhl ratSsihui nach Dem a and Kar! gebet nicht von der ( Kops der h nmg des lln Mark bei unverzinslich zahlbar fein, Mung mit sogar bis ; Verden. Fall genannten 3 der M < ftohlenlo Lause des" teste ohn öungdes. füllen. Sm 2 der Dohr falls Amahr ::Pvh aer Woche bei einem C derschrünte t ist setzt schor ÄiÄM vu der Deigan! stöhlen. Star tob. 5), Automol den Rhön rmg zu er 6- Ävdembe Ärgern uni pichen Dor! sollen 8hr> Allerhand Mr übemi Jub wird a durch 6intet *ate motz .. spd. 2 loschen ft Dgnete der suSAeuho "VN A spd. (5 Oppenh Zmkemd? Kennst Uen zur ?°rk/b der bi; S Ngabe Uen .z^atzenb Men sjch ?nerMr leinen. A'Nebs o t o r» l Stil« Itzx tzZ ^Hornhaut, S Ä 9"«5 y8?8* Ernsts Äncnp.rL" es für ®w# « ;»-*** d°-,A.Ä un&jfeanun«* me^ijxn, noch 7L- >* iS Dollars gi: o. Ä- "00- Ä? 9 bDtltittQg ö?ä'ä ’ »5? >l> -.1 *r™t fip. £ 1 «Moskau. ?^olensk 2 K6* $tu,. tlXN®1 aufgenom- •*y$ KZ **«<£ die Le- m der für er- 2® die traurige °"e.«uf morgen "?gt- Aur die < JW au ®onot. J»MoB für den re-tung, die doch 'ot, kläglich und ^llta" beging Oswaldsgarien >es au^YDtbrnl« E Aach einer Hmn tzastein rsckiedenst«, g> Ochern eine an- erfchönening tti >klab,@t;7nania" n sowie Aadtall. schön gelungenen chic ter 1. 30r- chühler, dem -Mnia",HAö. lia". Del frohem Stündchen bei- ytibd toefftTe W5D00TRT betoailgt, so vay im I wrngen jetzt 420 000 Wk zur Verfügung stehen. Bin Ausschuß, der derimächst zusammentreten soll. fcrtri> sich mü der Beschaffung werterer Wittel fcefaffen. — Das Gesuch der städtischen Ar - beiter um Gewährung von lieber teue- eungSzulagen wurde vorläufig zurückgestellt. wenn man auch allgemein der Ansicht ist, baß bte hiesigen Teuerungsverhältnisse mit den Löhnen nicht tm Einklänge stehen. — Die st ä d l i - scheu Weide an la gen in der Pfingstweide, bte eine gute Heute abwerfen, sollen noch weiter ausgedehnt werden. — Dem Da uvere rn a- J>e i nT wurde ein Daukostenzuschuh für zwei Bafxnrten betodligt unter der Bedingung, daß der Verein seinerseits den Rachweis der Aus- bttngung der Baukosten beibringt. — Heber die Testsetzung der Hundertsätze nach dem neuen Leichs m te tengeseh entspann sich eine längere Aussprachen Beigeordneter LeuchtgenS wie- nach, daß die vorgeschlagenen Sätze bei der heutigen Geldentwertung keinesfalls zu hoch seien und dah die Erhöhung der Mietpreise um das sechsfache nur dem dringendsten Bedürfnisse Nachkomme. Auch der Stadtverordnete Dauunter- nehmer Morsche! begründete an der Hand eines einwandfreien RachweiseS der Preissteigerungen, dav die Erhöhung in keiner Weise ausreichend sei und nicht genügend, um den Hausbesitzer mir einigermaßen in den Stand zu setzen, die nötigen Herst ellungsarbeiten vorzunehmen. — Für die bevorstehende Stadtverordnetenwahl sind nicht weniger als neun Wahlvorschläge eingereicht worden. Auster den politischen Parteien (Deutschnativnale, Deutsche Vollspartei, Zentrum, Demokraten, Sozialdemokraten und Kommunisten), haben noch die Hand- werter. die Mieter und die Parteilosen besondere Vorschläge eingereicht. • Dad-Vauhetm, 25. Oft Der seit langem bestehenden Anstalt für Däverkünde, welche jur staatlichen Bade- und Kurverwaltung gehört und von Professor Dr. Weber geleitet wird, ist «eucrdings auch ein Institut für Quell e n« sorschung angegliedert worden. Der Leiter dieser Anstalt ist Dr. De de, ein bekannter Geologe. * Butzbach, 24. Oft In der Gemeinde- iat»ftßung wurde ein Antrag angenommen, nach dem alle Familien, für deren Kohlen- und Kartoffelversorgung ein Arbeitgeber nicht eintritt, auf Antrag Vorschüsse von der Stadt in Höhe von 2000 Mk. pro Kops der Familie erhalten sollen. Zur Finanzierung des Unternehmens soll die Stadt 8 0 0 0 0 0 Ma r k bereit ft eilen. Die Vorschüsse sollen unverzinslich und bis zum 1. April n. I. rück- jablbar fein, in Ausnahmefällen kann die Rückzahlung nut Zustimmung der Finanzkommissivn sogar "bis zum 1. Oktober 1923 aufgeschvben werden. Falls die bereitgefleilte Summe für den genannten Zweck nicht völlig gebraucht wird, soll der Rest zur Anlegung eines städtischen Kohlenlagers benutzt werden, aus dem im Laufe de« Winters Kohlen an Unbemittelte ohne Gewinn und gegen Stundung deS Kaufbetrages abgegeben werden sollen Sin Antrag auf fünffache Erhöhung der Wohnungslu^uSsteuer fand gleichfalls Annahme. :: PohI - Göns, 25. Oft. Aachdem in voriger Woche erst im benachbarten Kirch -Göns bet einem Wohnungseinbruch zwei Klei- derschrünke vollständig ausgeraubt worden waren, ist jetzt schon wieder ein Einbruch vorgekommen. Diesmal wurde In der Rächt zum Montag aus der Holzschneiderei des ZimmermeisterS Weigandt ein großer Treibriemen gestohlen. Starkenburg und Rheinhessen. tob. Darmstadt. 25. Oft. Der Hessische Automobilklub hat den Deschluh gefaßt, den Rhön segelf Negern eine offizielle Ehrung zu erweisen. Geplant ist eine Feier am 5. Rovernber in Darmstadt. Den erfolgreichen Fliegern und den Angehörigen der beiden erfolgreichen Vorkämpfer Guthermuth und v. Lvessl sollen Ehrenplaketten nach Entwurf von Künstlerhand im Rahmen einer akademischen Feier überreicht werden. Der Hessische Automobil- flub wird außerdem durch Eigene Stiftung und durch Einleitung einer Sonderaftion helfen, einen Flugbaufonds zu schaffen, der den Fliegern die Beschaffung weiterer Flugapparate ermöglichen soll. fpd. Bingen. 25. Oft. Der Protest an- iifche n Kirche in Grv ßbockenheim übereignete der Deutsch-Amerikaner Zoh. Wagner aus Reuyork für die Erneuerung eine Million Mark. Hessen-Nassau. spd. (Samberg, 25. Oft Die Geschwister Oppenheimer aus Rordamerika stellten der Gemeinde 3 5 0 000 Mark zur Beschaffung von Brenn st offenfürunbemitlelte Familien zur Verfügung. fpd. Frankfurt a. M . 25. Oft. Der städtische Rachtragsetat für 1922/23 schließt, dem Vernehmen nach, mit der gewaltigen Summe von nahezu anderthalb Milliarden Mark ab. Der Fehlbetrag soll durch Verdoppelung der bisher veranlagten städtischen Gebühren und Abgaben aufgebracht werden. — Die wiederholten sehr erheblichen Tariferhöhungen auf der Straßenbahn innerhalb zweier Wochen rächen sich jetzt in empfindlicher Weise. Der Verkehr hat ganz bedeutend a b genommen. A? Verwaltung vlant infolgedessen Betriebs ein schränlungen und auch Entlassungen von Straßenbahnern. Die Dorortbewohner. die an Bahnstrecken liegen, benutzen jetzt ausschließlich die Staatsbahn, die diesen veränderten Verhältnissen durch verstärkten Zugverkehr Rechnung trägt. Straßenbahnzüge. die sonst zwei Anhänger hatten, haben oft nur noch den Motorwagen. — Der Arbeiter Friedrich Fischer im Stadtteil Rödelheim erschoß am Dienstag nachmittag seine gleichaltrige Frau, die trotz mehrfacher Verwarnungen mit einem Homburger Mann ein Verhältnis unterhielt. AIS die Frau gestern nachmittag wiederum sich zu einem Stelldichein nach dem Rödelheimer Friedhof begab, folgte ihr der Ehemann und erschoß sie nach kurzem Wortwechsel durch mehrere Schüsse in den Kops. Der Täter, der als ein sehr ordentlicher ruhiger Mann geschildert wird, wurde vorläuffg In Haft genommen. — Aus frischer Tat verhaftete heute früh am Hamburg —Baseler l>Zug ein Kriminalbeamter ein junges Paar, daS elnfiei- genben Damen die Han dtas chen öffnete und daraus die Geldbörsen entwendete Im Besitz des Paares sand man sehr bedeutende Geldmittel. Der Beamte hatte das Paar schon feit zwei Tagen verfolgt, bis er es der Diebstähle überführen konnte. Das Paar gehört einer internationalen Diebesbande an. Gießener Strafkammer. Sitzung am 24. Oktober 1922 Der Schreiner D. B. und der Zimmermann L. K. auS Heldenbergen hatten im Mai 1922 in der Gemarkung Holbenbergen gewildert. Beide waren vom Gendarmen und sonstigen Zeugen dabei überrascht worden, als sie einen Hasen heimttagen wollten, den K. im Feld geschossen hatte. K. trug fein Gewehr in zwei Teile zerlegt unter feiner Kleidung Er widersetzte sich tätlich, als ihm der Gendarm die Waffe abnehmen wollte. Aus der Ausrüstung und dem Verhalten des K. in Verbindung mit Zeugenaussagen schloß das Gericht, daß K. nicht zum ersten Mal gewildert hatte, sondern ein gewerbsmäßiger Wilderer ist. DaS Schöffengericht Friedberg hatte deshalb gegen K. wegen gewerbsmäßiger Wilderei und Widerstands gegen die Staatsgewalt auf eine Gesamt- ftoafe von 7 Monaten Gefängnis erkannt, sowie auf Einziehung des Gewehres und des Rucksacks. D. war mit einer Geldstrafe von 1500 Mk. davon gekommen. Die Strafkammer verwarf die eingelegten Berufungen und bestätigte das Urteil. Im Sommer d. Hs. war bei Reuhaus in der Rähe von Homberg a. d. Ohm dadurch ein Eisenbahnzufammenstoß erfolgt, daß der Fahrdienstleiter es unterlassen hatte, eine Weiche in Grundstellung zu bringen. Der Personenzug fuhr infolgedessen auf einem Rebengeleis auf verschiedene Waggons auf. Zwei Personen wurden leicht verletzt. Auch war etwas Materialschaden entstanden. Der Fahrdienstleiter und der Lokomotivführer des auffahrenden Zuges waren vom Amtsgericht Homberg zu Geldstrafen verurteilt worden. Der Lokomotivführer G hatte Berufung eingelegt. Die Hauptverhandlung ergab, daß ihn kein Verschulden traf. Er hatte an der fraglichen Stelle eine Wcgekreuzu ig zu beobachten. Das Wetter war etwas dunstig. Der Ausblick war für ihn durch den vorfahrenden Kohlentender erschwert. Die nassen Schienen erschwerten das Bremsen. Der Angeklagte wurde deshalb frei- gesprochen. Weitere Berufungssachen wurden durch Rücknahme der Berufungen erledigt. Schlichtungsansschutz vor Provinz Dbcrhefscn. Verhandlung vom 24. Oktober. Die Freiherrlich Riedeselsche Ziegelei in Angersbach soll den Detriebsarbeitern über 19 Jahren vorn 9. Oktober 1922 an 79 Mk. und vom 16. Oktober an 90 Mk. Stundenlohn zahlen (statt bisher, feit dem 6. September 1922, 60 Mk.) und die übrigen Löhne in demselben Verhältnis erhöhen. Die Lohnregelung war für die Zeit ab 16. September 1922 streitig. Der Schlichtungsausschuß lehnte aber eine Bewilligung von diesem Tage an ab. Der Wollweberei Hch. Schombert in Weickartshain gab er die Entlohnung eines kaufmännischen Angestellten nach dem Gießener Tarff auf. Der Vorsitzende verhängte 100 Mk. Strafe gegen Schombert wegen wiederholten un- entschulÄgten Ausbleibens. Dem Einspruch der Musiker des Cafö Rumpelm ayer und der Hupfeld-Diele in B a d - R a u- h e i m gegen Kündigung wegen Stillegung des Musikbetriebes konnte nicht ftattgegeben werden. Der Antrag auf Bestellung eines vorläufigen Betriebsrates beim (Safe Rumpelmaher wegen Rücktrittes des alten Betriebsrates wurde in der Verhandlung zurückgenommen. Vermischtes. Ein neuer Komet. Hamburg, 25. Oft (WTD.) Auf der Hamburger Sternwarte wurde von Dr. Baade Im Sternbild des Schwans ein neuer Komet entdeckt dessen Laus südöstlich gerichtet ist. Der Komet, der die Größe 11,5 hat, ist nur mit guten Instrumenten zu beobachten. Er erhielt die Bezeichnung „1922 C“. Ein Opfer der Nächstenliebe. Weimar, 25. Ott. (WTD.) Der bekannte Goetheforfcher Dr. Wilhelm Bode, der kürzlich von einem Wagen der elektrischen Straßenbahn überfahren wurde, als er einem Kriegsbes chä- big ten beim Verlassen des Wagens helfen wollte, 'ist gestern nacht seinen schweren Verletzungen erlegen. Aeberfall auf ein Postamt — 4'/- Millionen Mark Deute. Berlin, 25. Oft. (WTD.) Gestern abend drangen in das Postamt Hegermühle bei Eberswalde sechs maskierte Räuber ein, die die Beamten zwangen, sich in ehe Zimmer zu begeben, wo sie eingeschlossen wurden. Die Räuber packten für drei Millionen Mark Postwertzeichen und für IV» Millionen Mart bares Geld zusammen und verließen damit das Amt. Bisher konnten die Täter noch nicht gefaßt werden. Auch die Berliner Kriminalpolizei ist sofort verständigt worden. Moderne Piraten. Berlin, 25. Oft. Dem „Lokalanz." wird aus Cuxhaven berichtet, daß auf einen in Freiburg an der Elbe liegenden Schoner mehrere Rkänner eindrangen, die den Kapitän durch Schüsse schwer verletzten und die Mannschaft überwältigten. Die Piraten führten den Schoner nach der Jademündung, wo et strandete. Die Piraten konnten verhaftet werden. Tödlicher Flieaerabsturz. Tanger, 25. Oft. (WTB.) Ein Flugzeug wurde auf dem Wege von Sevilla mach Laroche über der Meerenge von Gibraltar von einem Wirbelwind erfaßt und stürzte bei Tanger ab. Der Führer und ein spanischer Offizier, der sich an Bord befand, wurden getötet. Äurs flurs 57° Disch. 5650,- ooa- 64Ä— 580.- 2300, ■ 5500, 56300, Kaliwerk Aschersleben Ltaliwerk Westeregeln Vaurabütte Oberbedarf Pbönir Bergbau. . . . Rheinitabl........ Ricbeck Montan . . . TelluS Bergbau .... Diöconio Coinmandit . MetaUbank Mineldeut. (Kreditbank Ceitcrr. Trediianstalt - Bochumer Guß .... BuderuS Earo Deursch-Luremburg. . fturs 25.10. 575, 550,- Briefkasten der Redaktion. Versammlung der WvhnungSlosen und Wohnungsuchenden Anonyme Einsendungen. auch anonyme Dersammlungsberichte, werden von uns grundsätzlich nicht aufgenommen 610,— 502, - 6300,- 292-4- 2500,- 6000,- Datum: i. ReichSanleihe 51000,- 51500, I,- 405k- - Berliner HandelSges. . 3850, Commerz- u. Privat bk. —, Tarm>t.lt.Nattonalbank — Kirchlich? Nachrichten. 3fr. ReligionSgewetnde. GvtteSd. L b. Synag. (6üöanL). Samstag, 28. Oft Dorabd. 5, morg. 9, abds. 5,20 u. 6,00. - 3fr. ReligionSgefellfchasl. Eabbatfeier 28. Oft Freitag abd. 4.45, Samstag vorm. 8.30, nachm. 3,30, Sabbalausgang 6.00. WochengvtteSdienst: morg. 6,30, abds. 4,30. flur» 24.10. 77250 250,- 150,- 800,- 82,25 92,50 79 — 6280 67,- 260,- 150,- 850,- 82,50 100,- 650,- 540.- 1900,- 400,- 1100.- 3055,- 575,- Adlerwerke Kleyer. . . 850,— 820,— (KM),— 888,— Daimler Motoren.... 90k— 820,— 868,— 830,— öeyltgenstaedt 150t— 1®L— Oieauin 2500,- 2600,- 850,- 1150, Deutsche Bank 160k Deutsche Vereinsbank. 4c/o Dergleichen 3*/i°/o Dergleichen 3"/o Dergleichen Dlfch.Sonr-Präm.-Ant 4'7) Preußische KonsolS 4°/, Hessen......... 8,/i<7o Hesien........ 3e/u Hessen 47o Holltürken 57o Goldmerikaner Handel. Berlin. 25. Oft Börsen st immungs- bllb. Die Meidunz. daß die Ententemächte die Stabilisierung der Mark anftreben. hemmte die Aufwärtsbewegung der Devffenkurse. drückte den Preisstand aber nicht erheblich. Am Effektenmarkt lagen vielfach Verkausslimite vor. jedoch zu hohem Kurse. Die einbeilliche Au'wärtSbewe- gung geriet zwar infolgedessen inS Stocken, ebte gcmze Reihe von Papieren stieg aber in scharfem Temvo weiter, von Montanwerten Harpener um ziemlich 2000 Proz., Kattowiher um 900 Prvz., Phönix um ziemlich 400 Proz. Rheinstahl um ca. 250 Prvz. und Riebeck Montan um 1303 Proz. Sehr beträchtlich höhere Kurse wurden auch für heimische Draunkohlen genannt, ohne daß es darin bei dem Mangel an Angebot zunächst zu Umsätzen kam. Bedeu end höher wurden ferner Textilwerte bezahlt, und zwar Stöhr um 3300 Proz.. Rordd. Wolle um 1800 Proz. und Hainmersen um 200 Prozent. Don Mafchinenfabrikaktien waren Böhler und Orenstern u. Koppel bei Besserungen um mehrere Hundert Prozent bevorzugt. Auch einzelne Elektrizitätspapiere zeichneten sich durch lebhaftes Geschäft aus, so A E. G.. die nahezu 600 Prvz. gewannen, während Bergmann, Alku-- mulatoten, Elektr. Licht und Kraft sowieSchuckert 200. Siemens u. Halske sogar 500 Prvz. gewannen. In anderen Gruppen von Industriepapieren überwogen die Rückgänge, die aber bei der allgemeinen Widerstandsfähigkeit des Marktes ziemlich beschränkt blieben. Lebhaft gestaltete sich das Geschäft in einzelnen Bankaktien. Deutsche Bank erreichten einen Kurs von 2000, Diskonto überschritten den Kurs von 1000. Berliner Handels- gesellschastspapiere stellten sich anfänglich auf 4175. Valutapapiere waren nicht einheitlich, aber meist höher. 5proz. Mexikaner gewannen 4000 Prozent. Deutsche Anleihen waren wenig um« gesetzt. Frankfurt a. M., 25. Oft. Börsen- stiminungsbild. Dollarlurs im Frühverkehr 4500, im Verlause 4300. Hierauf trat eine erneute Desestigung ein: 4400—4500. Devisen unterlagen ebenfalls bei ruhigem Geschäft denselben Schwankungen. Dementsprechend stellten sich AuSlandS- papiere unregelmäßig. Fest tagen Türkenwerte. Am Effektenmarkt war das Geschäft wieder rech' lebhaft, die Tendenz aber uneinheitlich. In Der- schiedenen Papieren kam es zu Realisationen. Soweit sich em Bild aus den wenigen Erstkursen »rachen läßt, stellte sich in Montanpapieren Angebot ein. Auto- und Metallwerte lagen unregelmäßig. Am Eleftroaktienmarkte gaben die Kurse teilweise nach A.E.G. setzten wesentlich höher ein. plus 300 Prozent. Chemische Aktien lagen gut behauptet. Badische Anilin zirka 100 Prozent höher. Im freien Verkehr wurden Entreprises 38 000 genannt. Bankaktien lagen ruhiger. Berliner Handelsgesellschaft test. Der Dollar wurde gegen 1 Uhr 4450 genannt. Dörfenkurfe. Frankfurt a. M. Berlin Schluß. 5 I lu6- Schluß Schluh. Gelsenkirchener Äergw 6700,— 5950,— 6400,— 6525, Harvener Bergbau. . 15500,—15500,—15200,—16600, ----- 3775,- 3450,- 3500.- 3500. 24.10. 25.10. -,- 77,50 -,- 270,- 140,- 170,— -,- 850,— —85- 105.- - ,- 76.25 65,90 -,- 65.10 5550 - 5750,- 430k- 4000 - 4000,- 4130, -,- 6200,- 4975,- 5700,- 6100*— 6600'— 6495'— 6500,' 5400,- 5700,— 5398,- 5575, 152&- 1600k— < aniburg Lliner. Paket 1320,— 1310,— 1299,— 1350,— Norddeutscher Vloob 1000,— 940,— —,— 915,— ZenienttoerkHeidelberg 2100,— 2Y5K— —,— —,— Philivv Holzmann . . 1425,— 1305,— — — 1375,— Anglo-Cont.-Guano. . . 6600,— 6700,— 6480.— 6700,— tiaditche?lnilin.....3475.— 36Ä,— 3575,— 8775,— Goldschmidt 3200,- 2900,- 3050,— 3100,— Griesheimer Electron. 2400,— 2500,— N00,— höchster Iarbwerke . 2700,— 271K— 2800,— 2800,— dolzverkobtung 1900,— 1900,— —,— ittilgerswerke 1935,— 2000,— 2100,— 2300,— rcheideanstalt —,— 2900.— —,— —,— Illg. ElekrrtzitätS-Ges 1501 - 2050,- 1500,- 2000.- Bergmann 1350,— 1475,— 1290,— 1450,— Lchuckert 270K— 3050,— 28 0,- 3000.- riemens & Halske. . . 4975,- 4800,- 4300,- 4825,- 720,— 710, 550,- 560, 1500,— 2100, Metallges. Iranksurt 430K— 4550.— —,— —, Lchubfabrik Herz... SOL— 900,— —,— — sichel........... 1990- 1500,- -,- -, .Zellstoff Malabos . . . . 1695,- 1675,- 170K- 1800, ?,ukkersabr.?vrankenlbal 2250,— 2260,— — ZuckerfabrikWag outet 2200.— 2200,— —,— — 670),— 5300,— 6200, 2875,— 2900,- 2850, 2500,— 2575,— 2755, 6200,- 5975, cmnnrarrtr (Telegraphische Auszahlu»gff Amtliche RoUerungen. Datum: 24 Oktober 25. Oktober Geld Bries Geld Brief Antw. «Brüssel . 2HL75 292,75 29425 Holland 1747^50 175(150 1755,50 176460 London ISX'vOl 19099 199,25 20025 Paris 312, - 314- 319,50 32460 Tchiveiz 8Ute75 81X25 817,25 82476 Sonnten 672,25 675.75 68125 686.75 Italien 184- 182,- 18450 18150 I'istabon-Ovotto —,— —,— —,— — ,— Dänemark.... 875,75 88(125 898.25 902,75 Norwegen .... 795,— 79K— 79K— »02,— Schweden .... 1175»- 1184- 1197,- 120&- HelsiiigsorS. . . . —,— —,— —,— — Neunork 441425 4483.75 447875 4501,25 Deuisch-Lesterr. fk80 K01 5,89 KOI Budapest 168»- 17K- 174- 173- Prag 141Ä 142,50 14K50 147^0 Sofia —,— —>— —.— Märkte. Berliner Produktenmarkt. Berlin, 25. Oft Der Produktenmarkt ließ die Zurückhaltung der Käuier erkennen, die durch die llnsich:rheit deS Devisenmarktes vorsichtig gemacht wurden. Für Weizen blieben die Mühlen Käufer. Für Roggen konnten die hohen PreiS- forberungen nicht durchgeseyt werden. Gerste war in 03 rau Qualitäten knapp angeboten. Besonders gute Ware wurde über Rotiz bezahlt Hafer wurde bei knappem Angebot teurer als gestern bezahlt. Hierdurch wurde auch die Rachsrage für Lokomais angeregt Mehl hatte ruhigen llmsatz, anscheinend nach dem Westen. Oeifaaten und Hülsenfrüchte waren fest. Für Futtermittel wurden höhere Preise verlangt. Weizen, märkischen 10 000—10 400 Mk. (sehr fest), Roggen, märkischen 9400—9500 Mk.. pommerschm 9300—9400 Mk.. ostpreußischen 9100 Mk. (fest), Sommergerste 9600 bis 10 000 Mk.. Wintergerste 9300—9400 Mk. (sehr fest«. Hafer, märlisch^n 10 000—10 400 Wk. (sehr fest), westpreußischm 9(50 Mk., MaiS. La Plata. Loco Berlin 9<00-9800 Mk. (ruhig). Waggon frei Hamburg 9600—9650 Mk.. WeizenmHl (100 Kilogr.) 26 000—28 000 Mk. (fest). Roggenmehl (100 Kilogr.) 23 500—25 500 Mk. (fest), Weizenkleie 5000-5200 Mk. (fest), Roggenkleie 5000 bis 5200 Mt. ' est), Raps 12000—14000 Mk. (fest). Viktoriaerbfen 13 250-14 250 Mk, Kleine Erbsen 12 750—13 500 Mk.. Peluschken 9000 bis 10 000 Mk., Lupinen, blau 6200—6400 Mk. gelb 7000—7800 Mk., Rapskuchen 6000—6300 Mk, Trvckenschnihel 4500—4600 Mk — Rauhfutter Weizen- und Rrggenstroh, drahtgeb. 1700—1800 Mart, Haserstroh, drahtgepreßt 1700—1800 Mk., Stroh, strohseilgebündelt 1700—1800 Mk., Wiesen» Heu. gut, gesund und trocken, Dormahd 1000 bis 1100 Mk, Rachmahd 930-1000 Mk. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a M., 25. Oft. Getreide, Hülsenfrüchte und Biertreber ohne Sack, Weizenmehl, Roggenmehl und Kleie mit Sack. Alsbaldige Lieferung. Preis je 100 Kg. Parität Frankfurt a. M. Weizen 21 500—22 500 Mk, Roggen 18 500 bis 19 000 Mk, Sommergerste für Braugerste 20 000-21 000 Mk. Hafer 19 500-21 000 Mark, südd. Weizenmehl Spez. 0 31 000—34 500 Mk. bei Waggonbezug ab Mühlenstation. Roggenmehl 24 000-25 000 Mk, Weizen- und Roggenlleie 9000-9500 Mk. Tendenz: fest. Büchertisch. — Die Leichtathletik Eine Einführung für alle in Technik, Training und Takttk der Leichtathletik von Dr. Karl Ferdinand Ritter von Halt. Verlag Dieck u. Co., Stuttgart. — Laufen. Springen, Werfen, Stoßen mit allen Abarten werden eingehend in Wort und Bild behandelt. Das Buch bietet in Wort und Bild HochinterefsanteS und wird selbst den noch nicht Sporttreibenden von der ersten bis letzten Zeile fesseln. — Hans Reiser: Cherpens Din- scham der Landstreicher. Roman. (Verlag von Walter Seffert, Stuttgart und Heilbronn.) Ein fröhliches und ein wenig skrupelloses Buch, das mit seiner ungeschminkten Schilderung eines Dagabundenlebens nicht gerade der Jugend in die Hand entpfohlen werden kann. — Richard (Suringer: Pinkepottei und d ie Seinen. (Verlag von Walter Seifert, Stuttgart und Heilbronn.) — Ein humoristischer Roman, eine moderne Münchhausiade, geschildert von einem „Fabulierer besten Stammes" mit Phantasie und bezwingendem Humor. (In einem Teil der Auflage wtederholk) Amerika und die Gesellschaft der Rationen. Paris, 25. Okt. (WTD.) Die „Chicago Tribüne" berichtet aus Washington von einer überraschenden Einladung, Die Staatssekretär Hughes an die 5 Republiken von Zentralamerika zur Teilnahme an der Abrüstungskonferenz in Washington gerichtet hat, die am 4. Dezember beginnen soll. Sie werde als ein weiterer Schritt auf dem We^e des EinttittS der Bereinigten Staaten m die Gesellschaft der Rationen betrachtet, auf die sich die republikanische Partei festgelegt habe und deren Zweck die Aufrechterhaltung des Weltfriedens sei. Ein Eisenbahnunglück in Angarn. D u d a p e st, 25. Oft. (WTD.) Heute stießen zwei Eisenbahnzüge in der Rähe der Station K o s ch t h e I ß auf offener Strecke zusammen. Der Lokomotivführer des ersten Zuges wurde g e t ö t e 1. A ch t P a s s a- giere wurden schwer, mehrere leicht verletzt. Schuld an dem Anglück trifft den Telegraphisten, der Selbstmord beging. fiootheken u besseren Drogerien erhülrfkh Gegen Fußschweiß und Wund laufen Kuklroh Fußbad Drogerie Wallenfels, Marktplatz 21. Span - GlühköroeP Manke ■** DFei I" sparen laut technischen Untersuchung CZ -PFEIL" Bekanntmachung. Die Stadtwahlkommission hat in ihrer Sitzung vom 17. d. Mts. festgestellt, dass nach Artikel 57c der S tädteordnung an Stelle des ausgeschiedenen Stadtverordneten Geh. Medizinalrat Professor Dr. Sommer, Rentner August Schwan, der dem gleichen Wahlvorschlag, Kennwort .Vereinigte Liste, beginnend mit dem Damen Arstadt", angehört, in die Stadt- verordneten-Dersammlung eintritt. Das Protokoll, nebst den zugehörigen Schriftstücken des Wahlverfahrens, liegt vom 27. d. Mts. an 3 Tage lang während der Dienststunden auf dem Stadthause Bergstrasse 20 — Zimmer Dr. 12 — zur Einsicht offen. Einwendungen gegen die Feststellung, sowie gegen den hierdurch bestimmten Stadtverordneten, können innerhalb dieser Frist bei Meidung des Ausschlusses, von den Stimmberechtigten schriftlich oder zuProtokoll erhoben werden. Gießen, den 24. Oktober 1922. [95543 Der Oberbürgermeister. iStadtwahlkommissar). 3. 03.: l)r. Seib. Dank. 9535V Wieseck, den 25. Oktober 1922. 3m Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Karl Wferfi Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem schweren Der. lüft unsres lieben Sohnes und Bruders sagen wir allen herzlichen WMklNIM SltsglWe SleM. Dienstag, 31. Oktober 1922, abends 87, Ähr, im Saale des „Hindenburg" Vortrag »es SSrWMs Sari ötnöe, Berlin: Deutsche Not Alle nationalgesinnten Männer und Frauen ohne Unterschied der Partei, besonders die studentische Fugend, sind herzlich eingeladen. Der Borstand. WWMk U Babnbokttratze 27. «“‘a ff. Portions- und Bratschellfische Frische Bücklinge u. Rauchschellfische NeueHeringe 3 Stück, ca. 7. Pfund, Mk. Sv.- Behr. Serdux l F für Milch- und Mehl- I speisen, Saucen, Kakao, ■ Torten, Eis und als Zusatz zu solchen eingemachten Früchten,die nureinscirwaches Aroma haben, wie z. B. Apfelgelee, Marmelade etc. isü Dr. ©etker’s ^am^m-Zydcer Hiermit kann man den Speisen und Getränken auf die einfachste Weise den feinen Vanille- Geschmack und das köstliche Vanille-Aroma geben. Vielfach wird nun sog. Vanillin-Zucker zu vielleicht etwas billigerem Preise an geboten, der jedoch einen so geringen Vanillin- Gehalt hat, daß Geschmack und Aroma schon beim Lagern In den Geschäften sich verflüchtigt hat. Man achte daher beim Einkauf darauf, daß man nur 0T. ßSM'8 FMI3 mit der Schutzmarke „Oetker’s Hellkopf“ erhalt 1 ' American Line Regelmäßige Passagier- pnd Frachtdampfer Hamburg - ewyork Passagierdampfer: Dreischraubendampfer „Minnekahda“ . . 28. Oktober Doppelschraubendampfer „tflanchuria,< . 11. November Doppelschraubendampfer „fllongolia“ ... 25. „ Dreischraubendampfer „IWinnekahda“ . . 2. Dezember Doppelschraubendampfer „Manchuria“ .16. » Doppelschraubendampfer „Mongolia“ ... 30. „ Dreischraubendampfer „Minnekahda“ . . 6. Januar Frachtdampferi Hamburg - Baltimore Hamburg - Boston Hamburg-Philadelphia usw. Auskunft erteilen: American Line, Hamburg, Börsenbrücke 2 Vertreter: Wilh. Julimann, Gießen, Bahnhofstr. 65. 7361A Die fortwährende Geldentwertung hat uns eine ungeheure Steigerung der Materialpreise gebracht. Um diese Steigerung und die neuerliche Erhöhung der Gehilfenlöhne etwas auszugleichen, müssen wir auf die Richtpreise vom 10. Oktober einen Aufschlag von 95440 50% eintreten lassen. 5chuhmacher-3wang8innung im Bezirk der Statt und des Landkreises Gießen. [ Mietgesuche Student sucht sofort 1 bis 2 gut möblierte ruhige Simmet Schr. Angeb. u. 09902 an den Gieh. Anz. Junger bess. 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Ans. 7, Ende 93/«U6t. ßefpr« Derli der Parte teilen die D 3n einer cir kanzlet aus Ankunft der digen Mission pm. ihn abgeha im Deichst- eine solche Separation Vörden um; bevorstchenr er auch vo Sachlage da. suchen, eine finden, aus d nisse nowen Für die Müller-l kratischen dem Gebiete politff Den Durchgreifen kmtie in ix sammen treiei ÄtS durch den unterstrichen, Dirtschastslo liche Abkvm hoffen seien, tion zeitigen erörterte dar Mermq de macht hol? Goldes der Kampf ge, gegen^öas . Steeden als hinaus. ^21 mann, der den Stand langte, gab L l'che Larlegr M und ntc ’Jbtt oie Tä Seit. Die rK< Mlem nicn hondess. xiet Batte bet wr bür grrlü vozialdemik blei Paiteii aus bei er vvn % oranken (6 durdefchlie ... Derli ftöe des A [nittag öi€ ">en ö hie M i HÄit: * 'vcta