Dienstag, 26. September 1922 122. Jahrgang auf seinen Protestantrag zu vereinigen, unj) Die Verschmolzenen. Nachdem der Augsburger Parteitag der Mehrheitssozialisten das neue Organisations-- ftatut für die Vereinigte Sozialdemokratische Partei sowie das Einigungsprogramm einstimmig und vorsichtigerweise ohne Debatte angenommen hat, ist jetzt auch vom Geraer Parteitag der Unabhängigen die Verschmelzung mit den feindlichen Brüdern gutgeheihen worden, und jo haben sich die beiden sozialdemokratischen Hälften, die beim Beginn des Weltkrieges auseinanderfielen, weil dir einen für die Bewilligung der Kriegskredite, und die anderen, die sich als Anabhängige auftaten, dagegen stimmten, wieder zusammengefunden. Auf der Geraer Tagung ging es nicht ganz so glimpflich zu wie auf Lvr Augsburger, wo man die Politik mit der Diplomatie zu vereinigen verstand. Ledebvur ritt eine heftige Attacke gegen die Einigung, warf der Partei Verrat an der Arbeitersache vor und drohte mit der Gründung einer Gegenpartei. Aber er vermochte nur ganze sieben Stimmen lach emr hat Da. Kandidatur nn zurück, "dert, ge. Die Hungersnot in Ruhland. Genf, 23. Sept. (WTD.) Dem Ober-» kommissariatNansens wird mitgeteilt, daß nach den letzten Schätzungen die Ernte in Rußland und der Ukraine höchstens 2000 Millionen Pud Getreide betragen wird, während sie im Jahre 1916 fast das Doppelte betrug. In der Südukraine, der Krim und Teilen des Gouvernements Domara, wie auch in den Gouvernements Saratow, Tscheljabinsk, Lzaritcin, wie auch in der Republik Baschkir und dem Gouvernement Diatka und dem Nordkaukasus wird daher die Hungersnot weiter wüten. In den Provinzen Iekate- rinoslaw, Nikolajewsk, Odessa und Alexan- drewsk leiden mehr als eine Million Menschen H un ger. Das ukrainische Rote Kreuz fordert dringend Nahrung und Geld für die aus dem Wolgagebiet geflüchteten Kinder Wahlen in Polnisch-Oberfchlesien. Beuthen, 25. Sept. (WTD.) Vorläufige Wahlergebnisse aus Pvlnesch^Oberschlesien: Kö- nigshütte-Stodt: Deutsche Partei 8072, Deutsch.' s ozialdemvkratische Partei 5963 Korfantyblock 5506, Katholische Vollspartei 4805, Nationale Arbeiterpartei 2691, polnische Sozialisten 1063, Kommunisten 937, Polnische Volkspartei 42. Kö- nigshutte-Land, Tarnowih, Lublinitz, Schwien- tochlvwih: Korfantyblock 30 893, Katholische Volkspartei 30 406, Deutsche Partei 12 362, Deutsche Sozialisten 7842, Rationale Arbeiterpattei 7722, Kommunisten 3278, Polnische Sozialisten 1933, Polnische Dolkspattei 806 Stimmen. nähme, daß Moskau fordern werde, daß die drei Sowjetstaaten Georgien, Ukraine und Moskau auf der Konferenz vertreten seien Eine englische Kabinettssitzung. London, 25. Sept. (WB.) Heute mittag hat das Kabine11 eine etwa zweistündige Unterredung abgehalten, bei welcher Lloyd George den Vorsitz führte. Lloyd George beglückwünschte Lord Curzon zu dem Ergebnis einer Pariser Reise. In der Sitzung wurde die gesamte Lage int Rahen Osten erörtert. Die Vlätter melden, daß keine weitere Zusammenkunft des Kabinetts in Aussicht genommen fei. Lloyd George wird wahrscheinlich heute auf das Land zurückkehren. Mustafa Pascha hat noch nicht ge- anlwottet. Man erwartet jedoch zuversichtlich daß sehr bald eine günstige Antwort eintreffen und daß sofort nach ihrem Empfang der Zeit punkt für die Konferenz festgesetzt wird. Als frühester Termin wird der 16. 10. bezeichnet Wahrscheinlich wird die Konferenz in Venedig iattfinden. he ftet neu Die geeinigte internationale Sozialdemokratie werde in allen Ländern eine Macht darstellen, die letzten Endes auch die vom kapitalistischen Imperialismus diktierten Friedensverträge beseitigen und die Völker zusammenführen werde zu einem wahren Völkerbund und zu einem wahren Volkerfrieden. (Beifall.) — Wels brachte das von beiden Parteien vereinbarte Aktionsprogramm für die vereinigte Partei zur Abstimmung, welche eine einstimmige Annahme ergab, und teilte mit, daß Karl Kautsky zum Vorsitzenden der Kommission zur Ausarbeitung des neuen Parteiprogramms bestimmt wurde. Einstimmig wurden auch die von beiden Parteien getroffenen organisatorischen Vereinbarungen angenommen. Ebenso fanden die Vorschläge für die Besetzung des Parteivorstandes und der übrigen Patteiinstanzen die Billigung des Parteitages. Zu Parteivorsihenden wurden einstimmig Müller, Crispien und Wels gewählt. Wels begrüßte die vielen aus den europäischen Ländern und aus Amerika schienenen Vertreter der sozialistischen Parteien. In ihrem Ramen sprach lebhaft begrüßt Ammon- England. Er feierte die Einigung der rem uni) den anderen Funktivnärposten soll die U. S. P. immer nur ein Drittel bekommen. Die Übereinstimmung ist also durch die — Ueberstimmung gesichert. Nürnberg, 24. Sept. (WTD.) Im Riesensaal des Herkules-Velodroms, worin die aus Augsburg undGera zusammengekom- menen Deleg iert en der beiden sozialistischen Pa rteien die auf den Sonderpatteitagen schon beschlossene Einigung der Sozialdemokratie besiegeln wollen, waren schon lange vor Beginn der Sitzung viele Arbeiter anwesend, die sich einen Platz sichern wollten. Auf Vorschlag des Altersvorsitzenden Pfannkuch wurden Wels, bisher SPD. und Diitmann, bisher USPD., einstimmig zu Patt eivorsitzenden gewählt. Als Referenten des Parteitages wurden Hermann Müller und Arthur Crispien bestimmt. Müller, der bisherige Vorsitzende der SPD., bejahte die Frage, ob die Einigung von Dauer sein werde. Crispien, der bisherige Parteivorsihende der Unabhängigen, betonte besonders die Bedeutung der Einigung der deutschen Sozialdemokratie für die Einigung der Sozialdemokraten aller Länder. Heutiger Stand des Dollars 10 Uhr vormittags' Berlin 1405—1410, Frankfurt 1410—1415, Türkische Kavallerie in der Tschanak-gone. Loudon. 25. Sept. (WTD.) Reuter meldet aus Konstantinopel: Die türkis chen Kavalleriestreitkräfte, die sich gestern aus Frenkoj in der T schana k - Zone unter dem Schuhe einer weißen Flagge zurückgezogen hatten, jinb wieder in vermeHtter Stärke von schätzungsweise 2000 Mann zurückgekehrt. Erne britische Abteilung hat eine Stellung halbwegs gegenüber Frenkoj eingenommen und ist für jede Eventualität Bereit. Eine wettere heute nachmittag 5,30 Uhr aus Konstantinopel abgesandte Reuter- Meldung besagt, daß die provozierende Aktion der Türken, die in die neutrale Zone von Tschanak zurückgekshrt sind, diesmal mit Maschinengewehren, eine ernstliche Bedrohung für die friedliche Regelung des Ottentpro- blems bedeute. Der britische Oberbefehlshaber Sir Harrington habe dem nationalistischen Vertreter in Konstantinopel mitgeteilt, er müsse Reustafa Kemal ersuchen, die Zurückziehung der türkischen Streitkräfte zu veranlassen. Eine angemessene Zeit sei zugestanden, damit diese Mitteilung den türkischen Kommandeur in den Dardanellen erreichen könne. Wenn er trohöem au seiner Herausforderung gegenüber den Alliierten beharre, so würden die Folgen auf die Kema- listen fallen. General Harrington verfügt jetzt über Flugzeuge, die bei Gewaltmaßnahmen mitwirken könnten. E ■ wer '« 'ed ch ü umrckhr'ch, in* lich gehalten, daß die Türken e? bis zum Aeuher- sten kommen lassen werden. Wie verlautet, vermittelt der französische Oberkommissar ebenfalls bei Reustafa Kemal. Die Forderungen der Sowjet regierunqen. London, 26. Sept. (WTD.) Die „Times" meldet aus Konstantinopel: Die Alliierten stehen der Schwierigkeit gegenüber, daß die bolschewistischen Regierungen darau ' bestehen, auf der kommeirden Friedenskonferenz vertreten z u sein. Die Kema- listen seien durch Vertrag l ei Pflich tet, darauf zu beharren, und es bestehe Grund zu der An? löl _..a ic d»* 1» 8800 Annahme von Anzeige für die Tagesnummer b: zum Nachmittag vorhc ohne jede Derdindlichke.! Preis für 1 ram höhe fü Anzeigen v. 27 mm Breil örtlich 300 Pf., auswärts 400 Pf.; für Reklame Anzeigen von 70 mni Breitel200Pf. Bei Platz Vorschrift 20 °/0 Aufschlag Hauptschriftleiter: Aug Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz für den übrigen Teil Ernst Blumschern; für de , Anzeigenteil. Hans Beck, sämtlich in Gießen Hornhaut iidier, öabd itigen, dann S'e oder e,ärzl- kostet nur Ms anöerei nidits eben- iS mülionen- nicht, öann Hege ' tut Du iefuKhtbai 1 Kukkrol- jol • Fußbad n der Fuße auf en. «- ioe unö ürte- je". Die Zu- )urdi dio lze85 llr. 226 Erscheint täglich, aufecr Sonn, und Feiertags, mit derSamstagsbeilage: GießenerFamilienblätter Monatliche Bezugspreise: Mk. 75. - und Mk. 5. - Trägerlohn,durch diePoft Mk. 75.-.auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewall.- Fernsprech. Anschlüsse: sürdieSchrift. leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen. postscheülonto: Hranksutt a. HL 11686. $1® -i«" 11 S ’S" en &c □ ÄUI " Art Ermutigung zum Revanchekrieg darstelle und daß die Alliierten, wenn sie Deutschland einen Nachlaß oder Zahlungsaufheben gewährten, ihm sozusagen gleichzeitig die Möglichkeit zur Finanzierung eines Re- vanche kri eges geben. Frankreich wünsche einen Garantiepakt, der jedoch nur Wert habe, wenn er von den Hauptmächten unterzeichnet sei. Gine Rede des französischen Ministers der öffentlichen Arbeiten. Paris, 25. Sept. (WTD.) Wie der „Temps" meldet, hat der Minister für die öffentlichen Arbeiten, LeTrocauer, bei der Einweihung eines Denkmals in Dinano gestern auch über die Repn- rationsfrage gesprochen und dabei besonders die jüngsten Abmachungen Stinnes—de Lubersac erwähnt, deren älrheber er sei. Diese Abmachungen bedeuteten für Frankreich einen Wert von 20 bis 25 Milliarden an Arbeiter- und Materiallieferungen. Es sei darin für Frankreich eine Möglichkeit, einen Teil seiner Forderungen an Deutschland sich zu verschaffen, enthalten. Der Minister kam dann auch auf die Saar gruben zu sprechen und teilte mit, daß diese Gruben, feit sie unter Leitung französischer Ingenieure ständen, ein bedeutsames, beträchtliches Erträgnis brächten. Der Minister teilte noch mit, daß es .gelungen sei, mit Hilfe der Saargruben Hüttenkoks herzustellen, dessen Wert dem Ruhrkoks gleichkomme. Außerdem gewinne man jetzt aus dem Destillat des Saarkoks Petroleum, eines hochwertigen Erzeugnisses von großem Reichtum. Durch diese Förderung könnte Frankreich eine der größten, wenn nicht die größte verhüttende Ration der Welt werden. Die neue ReparationsKonserenz« Paris, 25. Sept. (WTD.) Wie die „Etoile Delge" meldet, ist es jetzt sicher, daß die Repa - rationskonferenz vor Ablauf dieses Iah- res in Dr üssel stattfinden wird; indessen hätten die Besprechungen über diesen Gegenstand zwischen den Kanzleien noch nicht begonnen. Man könne voraussehen, daß die Konferenz in der zweiten Hälfte des Dezembers ihren Anfang nehme. Eine erfolgreiche Auseinandersetzung mit der südslawischen Regierung. Belgrad, 25. Sept. (WTB.) Diedeutsche Regierung richtete an die B elgrader Retz i e ru n g eine Rote, worin auf die ernsten Folgen weiterer Viehlieferungen an Süd- slawien für die Ernährung des deutschen Volkes verwiesen und die Bereitwilligkeit der deutschen Regierung ausgedrückt wird, sogleich in Verhandlungen wegen der Feststellung einer entsprechenden Menge von Maschinen, vorwiegend für den Gebrauch der Landwirtschaft, zu treten, die an Stelle des restlichen. Teiles nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages von Deutschland zu liefernden Viehkontingents überwiesen werden soll. Die deutsche Regierung ersuchte die südslawische Regierung, ini Falle der Annahme des deutschen Angebotes die Reparationskommission von dem getroffenen liebereinkommen in Kenntnis zu setzen. Da sich die Transpottkosten für deutsches Vieh zu hoch stellten und der Viehbedarf im Lande ziemlich gedeckt ist, bes chl o h das Kabinett Paschitsch, das Angebot der deutschen Regierunganzunehmen. Aus Dem Reichs. Beschlüsse des sozialpolitischen Ausschusses des Reichswirtschaftsrates. Berlin, 25. Sept. (WTB.) Der sozialpolitische Ausschuß des Reichswirtschaftsrates hat sich heute mit dem Gesetzentwurf über die Arbeitszeit bei der Beschäftigung an verschiedenen Arbeitsstellen oder bei der Ausübung eines Nebenerwerbs beschäftigt. Er wurde mit 22 gegen eine Stimme in einer Fassung angenommen, nach welcher ständig beschäftigte Arbeiter und De- triebsbeantte ständige Beschäftigungen bei anderen Arbeitgebern nur übernehmen dürfen, wenn die Arbeitszeit zusammen die zulässigen Grenzen nicht überschreitet. Die Schutzbestimmungen für Kinder und jugendliche Arbeiter und Arbeiterinnen wurden nach dem Vorschlag des Arbeitsausschusses angenommen, in bezug auf die Arbeitszeit und die Pausen unter Erweiterung der Vorschläge der Regierungsvorlage. Die Strafbestimmungen des Gesetzes wurden mit dem Hinweis, daß die Geldstrafen der Markentwertung anzupassen sind, gebilligt. In der Gesamtabstimmung wurde der Entwurf mit den vorgenommenen Aenderungen einstimmig gebilligt. Schließlich wurde der Gesetzentwurf über die Verlängerung der Geltungsdauer von Demobilmachungsvervrdnun- gen mit der Maßgabe angenommen, daß die Geltungsdauer bis 31. März 1923 verlängert werden soll. Die Zollfragen. Berlin, 25. Sept. (Wolff.) Der Reichs» rat hielt heute mittag eine Sitzung ab, die in bar Hauptsache der Beratung des Entwurfs der Verordnung über die Zollerhöhungen gewidmet war. Die Prohibitivzölle für gewisse Luxusartikel erfuhren eine nochmalige Zoll- erhöbung um 50 Prozent. Betreffend Tabak- ,vll für Rohtabak erwarten die Ausschüsse des Reichsrats von der Regierung, daß sie über diese wichtige Frage eine besondere Vorlage an den Reichsrat richten werde, damit die Angelegenheit besonders und nach gründlicher Prüfung erledigt werden kann. Das Plenum hat sich dem ange- schlossen. denn Qt Perri «Ä 5 Vax. JUt aeuer «'Ne nnb. '"Darin, Mberef" scheine fen kvird, der Ae- Dies ate anr «im der bet ^stlritnrg andes. en bag Dmisle» tbe ein» her geltenden angepaht wird, so eingerichtet, daß die Verschmelzung sich in Wahrheit als eine Aufsaugung der Tlnabhängigen darstellt. Von den drei Vorsitzenden, den drei Kassie- den materiellen Inhalt des abzuschließenden Vertrages grundsätzlich geeinigt und vereinbart, Anfang Oktober in Berlin erneut zusammenzukommen, um einen Vertrag abzuschließen. Die Wünsche und Aengfte Frankreichs. Paris, 26. Sept (WB.) Wie Havas aus Pvition meldet, sagte der Präsident der Deputiertenkammer Rault Peret in einer Rede anläßlich seiner Wiederwahl zum Präsidenten des Generalrates der Vienne, Frantteich habe verschiedenen aufeinanderfolgende Herabsetzungen seines Guthabens zugestimmt. Jetzt sei jedoch jeder Franzose der Ansicht, daß der Augenblick gekommen sei. eine endgültige Regelung z u fordern. Der älngewißheit müsse ein Ende gemacht werden. Dies sei auch der Wunsch der interessierten Völker, deren Regierungen begreifen mühten, daß es keine völlige Sicherheit in den internationalen Beziehungen geben werde, wenn die abgeschlossenen Abkommen straflos in Stücke gerissen würden und wenn nach der Verletzung des gegebenen Wortes die Sanktionen sich auf bloße Drohungen beschränkten. Es sei klar, daß diese Straflosigkeit für die ehemaligen Feinde eine GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univ.-Such- und Stetir-ruckerei H. Lange. Schrtftlettung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstrahe 7. i>ei diesem Prozeß scharfe Angriffe gegen die mtfohornufhrtM- Kommunisten gerichtet. Ledebvur hätte viel- EiN Weiterer lyteoeraUJDaU- leicht eher Aussichten, bei der K. P. D. in Gna- Vertrag iN Sicht. •ben ausgenommen zu werden, aber zunächst I -zz « xr; » 93 Sevt (WTB ) Der Ver - »rrD er wohl den freilich ziemlich aussichts- Be\\naUi »aub e t r i ebe teilt mit: S fU^ ^üiachen, m einem eigenen auf den 22. inKöln vereinbatte Zusarn- sem Partersuppchen zu kochen.Doch ^enkunft der Vertteter des Ak tionskomi- cö wird Hm mißlingen.denn es fehlt Hm das, teeS der zerstörten Gebiete Nvrd- was nun einmal zum Kriegfuhren wie zum frfln[reAJ vertteten durch den Büraer- ^rteibetrieb gehört, nämlich das Geld. Dieser von Rei^s Herrn Roche dkn Be - ÄeIter letzten Xen X Que7tin H?rrn Grisel 5*^%der un$ $rc Mitglieder Grumbach und Cor- Mitteln äu verfieaen und zu verfaaen Eben I Oeffentlichkejt beider Länder kritisierten toeil 1bie® £ ®oSft“nbie Statteten schwächen des Abkommens Stinnes-Lubersac noch beseitigt und unter Ausschaltung des privaten n- das O^n-sationsstatust da- ihrem bis- | ^^nstteb^stch m erst»^^^ On° die Interessen des Deutschen Reiches einstellt. Die Vertreter beider Länder haben sich über deutschen Sozialdemokratie als einen Erfolg für den internationalen Sozialismus. Bei seinem —, , —. - - , । Aufenthalt im besetzten Gebiete habe sich seine die Resolution Crispien wurde mit Lieberzeugung verstärkt, daß diese Zustände be= allen gegen neun Stimmen angenommen. Ein I endet werden müßten. Compere-Morel. der ganz besonders bitterer Schmerz widerfuhr gleichfalls die Einigung mit großer Freude be= Ledebvur. als sein sonst so getreuer Sekundant grüßte, führte aus, der schreckliche Krieg Jet von Rosenfeld im letzten Augenblick umfiel und den Kapitalisten ber g-n-en Welt -nts-sse i M°r> machte. Allerdings mit einer Begründung, die I ^antiiDert. Die Arbeiterschaft aller Länder stutzig machen muh und Fingerzeige für Die ^lle dem Beispiel der deutschen Sozialdemokratie Kämpfe gibt, die sich nach der Einigung in- I folgen und sich vereinigen, um mit ihrer Kraft nerhalb der Partei abspielen werden. die trügerischen Gelüste von Kronenträgern oder Dr. Rosenfeld erklärte, er mache mit, weil kapitalistischen Republiken nach dem Muster HiidieResvlutiouDihmann überzeugt Frankreichs ein Ende zu machen. Wels ber» habe, daß die Grundsätze der A. S.P.D., also las darauf ern Manifest der neu zu - der Unabhängigen in der neuen Partei stark SchfaV^^wies"^!?^chmals auf die vertreten sein wurden. In besagter Resolution historische Bedeutung des Einigungsbeschlusses tvurde erEIari, „daß die Politik der Koalition hon Nürnberg hin. Wels erinnerte an den mit den bürgerlichen Parteien der Einigung Orientkrieg und die Gefahr, die sich daraus ergebe, der Arbeiterparteien bisher am meisten hin- nur Toren könnten aus dem englisch-französischen dernd im Wege stand". Das Merkwürdige ist Konflikt Vorteile für Deutschland erwarten. In nun, daß dieser Antrag zurückgezogen wurde, dem furchtbaren Winter, der uns betrorfiebe. Wenn sich der bisher so unentwegte Rosenfeld ü>a.^nc die SozialDemokratie bie 21 r= frnhhom harniIF bprief fn beweist das wvbl beiter davor, sich von den komnvmistrsch^ 20,„nhFührern zu unüberlegten Schritten hinreiben zu bab die Dißmann, Rosenfeld und Genossen Nachmittags veranstalteten die Rürn- m der geeinigten Partei als Sprengkolonne st^rger Sozialisten eine Massendemonstration, wo- Wirken wollen. Hat Doch Herr Dißmann sogar 6ci mich ausländischen Führer sprachen, versichert, daß er auch die K. P. D., die Kvm- _ ,. _c _ __r munisten, gern in die Einigung mit einbeziehen e r}1 n * ^ept. Einer Dlatterrnel- wolle. Das Letztere wird ihm freilich nicht ge° ^ung zufolge stnd auch Adolf Soff mann lingen, denn für die Kommunisten find die u.n^ -f * b Mehrheitsfvzialisten einfach „eine reaktionäre zialdemokr^ifchen Partei Deutschlands be>» Masse", von der sie auch bisher schon die An- getreten Die Vefolgschaft Lebebours biwen abhängigen nicht ausgenommen haben, ge- den bekannteren Unabhmtglgen nur noch schweige denn jetzt. Ist doch Dr. Nvsenfeld Abgeordneter Ob-ich und Theodor Lieb- einer der Verteidiger der angeklagten Sozial- t n e q) t. revolutionäre in Rußland gewesen, und er hat ----------- —-— Der Parteitag spricht' SS bei den n ent en dieses Gme Spende des Reichspräsidenten. Weimar, 25. Sept. (WTB.) Der Reichspräsident bewilligte zur Unterstützung notleidender deutscher Schriftsteller und Schriftstelle- nmren der im Jahre 1859 gegründeten deutschen f tung in Weimar. deren durch die Geldentwertung verminderte Mittel der stei- gendm Rot nicht mehr gewachsen sind, aus einem ihm für Zwecke der Wissenschaft und Kunst usw. Die Herweghs. Eine rechtsrheinische Geschichte von Liesbet Dill.*) (Rachdruck verboten.) »Und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird Euch frei machen/ Am 1. Oktober neu hinzutretende Abon- erhalten die bis dahin erschienenen Teile Romans aus Wunsch nachge liefert. Gießener Anzeiger. \Ml Hä rend Mama mit dem Jüngsten hinter der spanischen Wand in dem Hinterzimmer schlief. Lutz hatte ein schmales Gelaß neben dem Badezimmer, das für die seltenen Stunden, die er zu Hause zubrachte, genügte, und Ernst bewohnte droben in der „Eisregion" eine Mansarde Kleber die Hängelampe hatte jemand in genialer Weise ein Stück kirschroter Seide drapiert, das einen Lampenschirm ergeben sollte, aber vorläufig mit Stecknadeln zusammengesteckt war. Der Kanarienvogel schlief bereits in seinem schwebenden Käfig über dem Rähtisch. er trillerte Gott sei Dank nicht mehr, denn er hatte die Gewohnheit, nur dann seine Stimme zu erheben, wenn andere sprachen. Auf dem offenen Klavier fuhren Roten herum, Couplets und „Die Hoch» zeit von Trollog", die einzige Frucht von Lutz' elfjährigem Klavierunterricht, und zwischen den Gedecken lagen verstreut die Blätter der Familie. Mamas Wiener Mode, ein illustriertes Sportblatt, Lianes „Revue hebdomadaire“ ein CBanb „Teddys neunzehntes Abenteuer", mit einem Titelbild, auf dem ein Mann mit gespanntem Revolver über mondbeglänzte Dächer stieg, und Trinas „Ratgeber für christliche Iungfnruen", der als Untersah für die Teekanne benutzt murde.' Aus dem Sofa lag der „Kurier". Ernst mar etwas enttäuscht, dah er an seinem GÄ>urts- tag niemand von seiner Familie vorfand, die er den ganzen Tag noch kaum gesehen hatte An Samstagen speiste man. Trinas wc^en in der Stadt in den ..Drei Hasen", dem Stammlokal Fräulein Schmidts. Man hatte ihn einfach vergessen. Dah sich sein jüngster Bruder, der Tertianer. noch jetzt auf der Strahe Herumtrieb ärgerte ihn. an das Extemporale glaubte er ebensowenig wie Trina. aber dieses „Produkt verfehlter Erziehung" hatte er aufgegeben. Es war cm Rachkommling. an dem irgendein Stabsarzt bei der Geburt einen Herzfehler entdeckt halte, und er wurde von Mama verwohnt. Es war überhaupt nichts zu machen. Weder bei Lutz noch Liane, und am wenigsten bei Mama. Es hatte einmal eine Zeit gegeben, kurz nach dem Tod seines Vaters, der so jung, als Major. an den Folgen einer Dlinddarmoperatton gestorben war, da sich Ernst als Senior der Familie gefühlt und sich bemühte, eine etwas straffere Ordnung in diese Familie zu bringen. Aber seine erzieherischen Versuche hatten nur Austritte unter den Geschwistern verursacht, und seine Mama liebte den häuslichen Frieden. Ihre Kinder sollten sich in Freiheit entwickeln. Das Erziehen war ein undankbares Geschäft. Rach dem Tod des Baters, der sie in der Garnison Saarlouis ereilt batte, waren die Her- res, nun schweigen die Winde. -aber es schweiget mir nie im inneren Busen der Kummer, Sondern um jenen vergeh' ich in Glut . . ." Es war das Erotikon von Hensen, er erkannte OfnfKX hunderten hätte er „ihren" Wischlag herausgehört, diese perlende Geläufig- A^ve und das Temperament ihres vi» 'fc® maßvolle Klarheit, mit der bic Begleitung die Melodie trug sah, werd' ich der Liebe Emer los Kassandra . . ." Er artete nicht bchen Fab 7 Ns Arb. ^'^en Mqi Tindün gM da her von Sdn ;y,9eri. Die 1 zugeführt dö. Höchst ü.^bekannt l ""Sels geno; l Entlöhnen il500 ^01(x I r«n. 5te I^^eichsbank j ^ürkenh i«. fcjÄ'1 ".'Ichn7^ IlMerrnn itoei |s Nl IMr ? irn L U Ot ^ben j direttor Ma tthias seine Anerkennung über den guten Berlauf dieser Hebung und über das : gute kameradschaftliche Verhältnis dieser gemein- nutzigen Korporattonen aus mit dem Hinzufügen baö die Feuerwehr und Sanitätskolonne sich auch ferner freiwillig in den Dienst der Rächsten- liebe stellen mochten. Bürgermeister Kren zier aab ebenfalls seiner Anerkennung über die Hebung Lllisdruck die zu seiner vollen Zufriedenheit ausgefallen sei. . , Hm Fröbel»Seminar des Alice, schulder eins fand am 19. und 20. ds Mts Etliche Prüfung von 12 Kindergärtnerinnen und 2 Kinderpflegerinnen statt. Die Zeugniffe der Anstalt sind auch in Preußen und neuerdings m Württemberg anerkannt. Die Ausstellung der Schülerinnenarbeiten im Kunstverein, zu deren Begutachtung die Regierung einen Sachverständigen entsandt hatte, war an 5 Tagen außerordentlich stark von Einzelpersonen und ganzen Schulklassen besucht und zeigte eine Menge sehr guter Arbeiten Das Lichtspielhaus. Bahnhoffl raße. bietet seinen Besuchern*Bis einschl. Donnerstag eine Film-Operette, deren erste Auf- suhrung gestern vor ausverkauftem Hause vor sich Der Film ist ein guter Unterhalttmgs- fd) lager vor dem jede Griesgrämigkeit weichen muß. 5)a8 Publikum fand denn auch gestern T^^^emrßreiche Stunden, die durch die den Film begleitenden flotten Gesangsvorträge schlagender Operettenmelodien noch wesentlich gewannen. Em recht humoristisches Beiprogramm, bei d«n die Lachmuskeln tüchttg in Bewegung gesetzt werden, bietet eine willkommene Zugabe Wettervoraussage für Mittwoch: _ Trüb und regnerisch, südliche Winde, warmer. cr _ Die kräftige atlanttsche Depression beeinflußt bereits die Witterung in Frankreich und wird im Laufe des Tages auch Westdeutsch, land in ihren Bereich ziehen. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Die Sttand- nixe. — Palast-Lichtspiele: Das Größte in der Welt. — Astvria-Lichtspiele: Der Roman einer armen Sünderin. Landkreis Gießen. . „ E.^ten-Duseck, 24. Sept. In nächster Zeit oll die hiesige Postagentur in eine Posthilfs. teile umgewandell werden. Das wird ganz be- onbers schmerzlich für die Rentner sein, die dann chre t^buhren in Wieseck abholen müssen, denn unser Dorf soll der dorttgen Agentur zugeteilt werden V Ettingshausen. 26. Sept. Der älteste Mann unserer Gemeinde, Altbürgermeister und Kirchenvorsteher Jakob Gornert I ist in Hohem Alter gestorben. Vor zwei Monaten onnte er noch in guter Rüstigkeit seinen 90 Geburtstag feiern. Dis in die letzten Stunden feiles langen Lebens erfreute sich, der Greis so daft fern Tod trotz des hohen Alters überraschend kam, abg. Grünberg, 25. Sept. Auf Veranlassung des hiesigen Volksbildungsvereins ver» anstattete am 24. September die Madrigal- Darmstadt unter Leitung von $r‘rys?nä?(^5.'2Z^>aJf ein Konzert, in dem sie Volkslieder und Madrigale aus alter Zeit, sowie 2^der aus neuer Zeit unter allgemeinem Beifall 3U Gehör brachte. Ganz besonders haben die alteren Lieder gefallen. tt. Treis a.d.Lda , 25.Sept. Herr Förster Binq und Frau dahier feierten gestern das Fest der silbernen Hochzeit. - Von gestern abend bis heute morgen versagte dahier und im ganzen oberen Lumdatal das elektrische Licht, o daß viele Familien, die keine Ersatzbeleuchtung haben, im Dunkeln sitzen mußten. + ^ieseck, 24. Sept. Der 75jährige Schreiner- meister Gottlieb Barthel, von dessen Unfall beim Obstabmachen wir berichteten, ist h^ute seinen L$tD/t,en Verletzungen erlegen. Qjr hatte die Wirbelsäule und mehrere Rippen gebrochen. weghs auf Veranlassung des Generals von Lud- wiger, emes allen Freundes der Familie i» drau von Herweg Hs Heimatstadt zw-ückgekehrt an ihren geliebten Rhein, nach dem sie in affen ^l^ichen Garnisonen Heimweh aehabt und Ernst, der seiner Mutter helfend zur Seite stand hatte den Umzug geleitet 5 nrr,rf7ntC mS^md“9 sich mit allerlei Un- glutfen und in einem großen Durcheinander und £2. d?nc el?em nächtlichen Diebstahl gekrönt m7a&oT^&CUte no<^ aufgeklärt war. Der Möbelwagen war gerade fortgefahren, man hatte ISU0 9“t 65 9tn9. auf Sofas und Sesseln für die eingerichtet, als kurz nach Mitternacht Frau von Herwegh plötzlich das Haus alarmierte, sie hatte ein Geräusch im Salon gehört war ausgestanden und fand ihren Schreibtisch geöffnet und aus der Kassette zweitausend Mark gestohlen. Der Dieb hatte die Schublade nicht zu erbrechen nötig gehabt, denn der Schlüssel hing daran. Da es September war und noch warm hatten die Fenster nach der Strahe offen gestanden, der Einbrecher war offenbar über den Vorgartmi durch das Fenster eingeftiegen und batte sich auch auf diesem Wege lautlos entfernt. Es mußte ein guter Turner gewesen fein öenn er hatte nicht einmal Fußspuren im Gartmi- sand hinterlassen. Alles kam zusammengelaufen in Rachtkleidei^ unb Pantoffeln ÖeneraW und die Hausbesitzerin Fraulein Schmidt erschienen, letztere in ihrer Rachthaube um entsetzt die Tatsache zu kon- statierm daß in einem ihrer Häuser eingebrochen war Der Dieb 6heb spurlos verschwunden, ob- wohl der General sich bei Morgengrauen mit Ernst auf die Pollzei begab, und Frau von Her- wegh leitete die Ursache ihres Herzleidens, das in starkem Herzklopfen bei jeder Gemütsbewegung bestand, nur aus jenen Tagen der gerichtlichen Vernehmungen und der Besuche von Wacht- melstern und Kriminalbeamten her. Es kam nur em fremder Dieb in Betracht, das Haus hatte keine Hausmannsleute, Generals waren ohne Kochm, und Trina stand über jedem. Verdacht erpaben ba; sie war ein frommes Mädchen, das keine Messe versäumte, und die Hausbesitzerin lebte mtt ihrer Katze allein im zweiten Stock und hielt sich keine Bedienung. Dieser Diebstahl bedeutete auch einen großen ■Rln®m V1 das Budget der Majorin, die auf ihre Pension und die Zinsen ihres Kapitals angewiesen war, und er hatte Ernsts sorgsame Berechnungen über die Vermögensverwaltung über den Haufen geworfen. Es war seitdem nie mehr zu einem ordentlichen Abschluß gekommen sie wirtschafteten so gut es ging. (Fortsetzung folgt) 3m allgemeinen kümmerte sich Ernst von Herwegh nicht darum, was in der Mainzer Straße vorging. Er hatte es immer so eilig, toemt er des Morgens, die Mappe unterm Arm. die Handschuh zuknöpsend. auf das Bureau des Iustizrats Ehrlich lief, und des Abends muhte er sich erst recht eilen, um noch ein paar Arbeitsstunden für sich zu erübrigen, denn er bereitete sich auf den Assessor vor. Heute war es besonders spat geworden, sein Freund Stolzenberg in der BadHausgasse hatte neue Roten bekommen und er hatte noch rasch hn Kursaal den Schluß der Don-Juan-Sinfonie angehört. Als er in die neblige Strahe einbog, brannten die Laternen dicker Rheinnebel kroch zwischen den erlaubten Kastanien und in dem letzten Eckhause strahlten die Fenster hell in die Rächt hinaus, dort wurde Klavier gespiell, wie jeden Abend, und auf dem Bahnhof schickte sich eben die Lokomotive mit einem langen Pfeifen an, ihre Fahrt nach dem Taunus anzutreten. Unwillkürlich verlangsamte et seine Schritte bem Klang des Klaviers und blieb unter erleuchteten Fenstern stehen, um zu lauschen »Sieh, nun schweigen die Wellen des Mee- Reue Deavtten-Grundgehalter. Derlin, 26. Sept. Am kommenden Donnerstag finden im Reichsfinanzministerium Verhandlungen mit den Spitzenor-- ganifationen der Beamten und Arbeiter über eine neue Festsetzung der Grundgehälter und Kinderbeihilfen statt. Gngere Zusammenarbeit der demokratischen Minister. Berlin, 26. Sept. Die in Braunschweig versammelten demokratischen Minister des Reiches und der Länder chaben beschlossen, eine engere Zusammenarbeit aller demokratischen Minister herbeizuführen. Aus Hessen. Der Landesparteilag der Demokratischen Partei Hessens, über dessen Verlauf wir gestern berichteten, faßte u. a. folgende Beschlüsse: Aus Anttag Korell: Der Parteitag ersucht die Landtagsfraktion, für Ausgabe von Sonntagsfahrkarten auch an kleineren Plätzen einzutreten, namentlich in den Wald- und wasserarmen Gegenden des Landes. Der Parteitag der Deutschen Demokratischen Partei Hessens erklärt zur Frage der Bildung einer parlamentarischen Arbeitsgemeinschaft zwischen den Frakttonen der Demokratischen Partei, des Zentrums und der Deut- feten Dolkspartei im Reichstage, daß er angesichts der außerordentlichen CBebeutung und Tragweite dieses Schrittes für die künftige Entwicklung der Partei und damit auch für die Gestaltung der politischen Verhältnisse im Reiche für zweckmäßiger und richtiger gehalten hätte, wenn die Frattion ihre Entscheidung erst nach Anhörung des Parteitages getroffen hätte. Nachdem die Fraktion die Entscheidung, wozu sie allerdings formell berechtigt ist, selbständig getroffen hat, gibt der Parteitag der Erwartung, aber auch dem Vertrauen zur ^Fraktion Ausdruck,' daß das Zusammenarbeiten der Parteien der Arbeitsgemeinschaft weder die Lebensinteressen der deutschen Reiniblik, noch die Ziele und Aufgaben der Deutschen Demokratischen Partei außer acht laßt, vor allem aber nicht zu dem Wieöer- c.ussiban der unüberbrückbaren Trennung zwischen .Bürgertum" und Sozialdemvkratte füfyrt, die in dem alten Staat eine so überaus Verhängnis volle Rolle gespiell Hat. Die Herweghsche Haustüre stand immer offen. Sie hatte bas so an sich. Und es nutzte auch nichts, dah die Generalin, die im ersten Stock auf Ordnung hielt, sie hinter den Hinausgehenden wieder zuschloh, und die Hausbesitzerin, Fräulein Schmidt im zweiten Stock, sechs Hausschlüssel hatte machen lassen. Sie waren ja doch immer verlegt oder verloren. Da die Wohnungstüre gleichfalls offen stand, versetzte der mit Mappe unb Roten bepackte Referendar dieser gastlichen Psorte einfach einen Fußtritt. Er legte die Sachen in der engen Diele ab, und da der Kleiderständer mit Mänteln. Schirmen und Hüten bereits überfüllt war, stülpte er einer lächelnden aus Gips seinen Filzhut über und betrat das Wohnzimmer. Es war leer. „ Die Lampe strahlte über einem halb abgerahmten Eßtisch und niemand kam, ihn zu begrüßen, als der Terrier, der von dem Sofa auf ihn zusprang. Er schellte Sturm, denn er hatte Hunger. Daraufhin erschien Trina mit einem Teetablett aus dem einige verdeckte Schüsseln standen. Die Frau Major is in der .Freischütz'" erklärte" sie während sie dem warmen Kartoffelsalat noch ewige in heißem Wasser schwimmende Wiener Würstchen hinzusügte und der dicken braunen Teekanne die violette Bischofsmütze aufstülpte Es war zwar heute nicht „ihr Tag", aber die Frau General hatte heruntergeschickt, sie habe das Rähmädchen und könnte nicht ins Theater gehen, „und man will die Kart' doch nit verderbe lasse." „Hnb Fräulein Liane?" _ »Die ist bei ihrer Iräfin. die hat heut ihren 3our.‘ Es war einer vom Theater dort, „Mater- dewskh oder so —“ als Rheinländerin "war es Trina unmöglich, einen Ramen zu behalten Er deklamierte Zöthe." „Und Herr Lutz?" ,,£01 war schon seit sechs Uhr mit dem Hausschlüssel fort, er hatte Kommers und als ..Erst- schangiertei oder wie bat hieß", die Arrange- mangs zu treffen. Und der Kleine, setzte sie rasch hinzu, da sie aus Herrn Ernsts Sttrn Wollen ausziehen sah. der war nur mal rasch zu einem Freund gegangen .vegea dem lateinischen Extemporale . Damit entfernte sich Trina Ernst tafelte allein. 3n diesem Zimmer, das mit schweren geschnitzten Eichen- und zierlichen Mahagonimöbeln vollgestellt war. waren zwei Einrichtungen zusammengekommen. die nicht Aueinancer paßten. Der Salon nebenan trat verschlossen und talr er tourbc nur Sonntags geheizt, und das Balkonzimmer halle sich Liane genommen, wäh- Mittel, um die Rot, die gerade er zu lindern sich zum Ziele seht, zu beheben, zu Helsen, wo eine geistige Erkrankung den minderjährigen Kindern den Ernährer nimmt, den hilfsbedürftigen Kleinen die Mutter, dem allen Mütterlein den fleißigen Sohn oder die besorgte Tochter, die seines Alters Stühe sind, und was immer für Sorge mehr es geben mag. die Hilfe heischt. Denn gar zu häufig sind die Mittel der dazu berufenen Helfer auch nur beschränkt! Aus den für seine Zwecke un ganzen Lande und in allen Volksschichten durch feine rührigen Vertrauensmänner gesammelten Beitrügen konnte der Verein von 1914—1919 136 658 Mk. an Unterstützungen bewilligen. Die Rachkriegszeit stelll erhöhte Anforderungen! Leider hat bei den Kollekten die Geberzahl ständig abgenommen, ein betrübliches Zeichen für bai gesunkene Interesse an den Menschen freundlichen Zielen des nunmehr 48 Jahre bestehenden unb in unserem engeren Vaterlande so segensreich wirkenden Vereins. Möchten diese kurzen Ausführungen dazu beitragen, an den Verein zu erinnern und zu versichern, daß er auch mit jeder ®abe zufrieden ist. wenn nur recht viele ® ede r mit ihr zeigen, dah sie den Bestrebungen des Hilfsvereins — jeder nach seinem Können — sympathisch gegenüberstehen. Der Verband der Kriegsbeschädigten und -Hinterbliebenen, b«n Landeskriegerverban dH a s s i a angeschlossen ist. hielt am Sonntag in Samt« Aadt seine Landesverfammlung ab. Aus allen M^ei Provinzen waren die Vertreter der einzelnen Bezirke erschienen. Der Vorsitzende des Landesverbandes. Lehrer Ihrig, leitete die Verhandlungen. Kamerad Ruck ward, der Fürsorgeleiter ber Hassia, wies darauf hin, wie wichtig es fei, baß die einzelnen Bezirke richtige Meldungen erstatteten Wer die Zahl der Altrentner, deren Witwew die Kriegsbeschädigten. Kriegshinterbliebenen, Kriegerwitwen, Waisen und Kriegereltern, da im Oktober die Wahlen zu den Beiräten der einzelnen Dersorgungs- und Fürsorgeämter vorgenommen würden. Geschähe die richtige Meldung durch Vereine und Bezirke nicht, so könne man nur geringen Anspruch für Vertreter zu obigen Beiräten stellen. Aus der Ludendvrff- und der Rationalspende würden auch für das Land Mittel vergeben, da das Land 1 435 000 Mk gesammelt habe. Winterbeihilfen und Teueiungs- zuschüsse könnten beantragt werden, das Reich gestelltste 3U Vorschüssen zur Verfügung Kamerad R ü d ö> a r b 'hielt dann einen Vor- ttag über „Das Reichsversorgungsgesetz 211t» rentnergefei} unb neueste Testimmungen über Versorgung und 'Fürsorge". Der Unterstühungs-2llt- fonds vergebe Mittel für sämtliche Altrentner au« Kriegs- und Friedenszeiten, für Altveteranen unb ihre Hinterbliebenen, die in Rot geraten feien. Er bchttndelte ferner den Ruheparagraphen kostenlose Heilbehandlung. Hausgeld. Vermißte' Elternrente, Witwenrente, Bezüge für Halb- unb Vollwaise, Gliedere rsay, Rentenübertragungen, Kreditbeschaffung, 2Ebfinbung, Teuerungszuschüsse usw. Lehrer Ihrig sprach über „Das Dersor- gungsgerrcht und das Verfahren bei diesem". Der weitere Ausbau der Orgarrifation wurde Tnerauf eingehend besprochen. Die Organisation Nach Kreisen wird gewünscht. Die Renten aller Versorgungsberechtigten sollen — laut Antrag -- der Mark-Entwertung angepaßt werden. △ ** Amtliche Personal nachrichten. Ernannt wurde am 13. September der Professor Dr. Wilhelm Stepp aus Gießen mit Wirkung oom 1 Olpril 1922 an zum planmäßigen außerordentlichen Professor für Medizinische Polillinik an der Landes-Universität Gießen. — Am 16. September wurde der ehemalige Obergärtner im Hofdienst. jetzige Kanzleigehllfe Emil Witt zu Darmstadt vom 1. April d. Hs. an zum Kanzleiassistenten bei dem Hessischen Hochbauamt Darmstadt ernannt. — Ernannt wurde am 18. September der Lehrer Georg Schmitt zu Beedenkirchen, Kreis Bensheim, zwn Lehrer an en I öladl U 2 von d neugcgnQ IlhülerM Schüler -m SvU> ine ,4 §cr folgen X * ^Jungen jui Jad-N- Wtn, io w« „isidnetei rueitn im 3' $n. Jede P> liiei sollen ao »Mnde weitg' in Bevölkeru- H politischen! n unparti Sge bet Mr Mn ansgej 7 öfter Stelle • (k Auch die ■ jB[ besuchten H ri dein Hinweis «Imvahl für sie Bni 6s wurde ^rünöet und ei, kkurbeiten für chen soll. chr.Duhbül | n 16. l. W. «mßaltung dii ücse gestern, 23.1 ^leichtgeschürzt Mwthdar" in taten unb ;a nicht leichten •innen bem inho mzvvüe Selten cherte uns noch wch einen fefllic sirbenpröchtig uileres schmuckei ridsahrergruppe. nsche Jugenbabt Mn sich zu ei I knzen zusamm- chn sich der 2 , 1'4 aus. Auf 'arbe von Seifei IMem, die um irefen, dch man ach bet lörpn ‘;:gen hatte. Q .Zuführungen u die getvih 'li’rberge Hing, i der Volksschule zu Allertshofen-Hoxhol. — Er- : namtt wurden am 20. September die Derwal- tungstraktikanten Ludwig Heim zu Darmstadt : und August Heinz zu Darmstadt zu Verwaltungsobersekretären bei der Hessischen Haupt- sürsorgestelle der Kriegsbeschädigten- und Kriegs- binterbliebenenfürforge; die Derwaltungspralli- kanten Karl Heim zu Heppenheim unb Karl Schuster zu Darmstadt zu Derwaltungsober- fefretären beim Hessischen Oberdersicherungsamt zu Darmstadt, sämtlich mit Wirkung vom 1. April 1922 an. — In den Ruhestand versetzt wurde am 29. Juni der mit den Rechten eines Volls- schullehrers angestellte israelitische Religionslehrer zu Erfelden. Kreis Groß-Gerau, Max Halle, auf sein Rachsuchen unter Anerkennung feiner bem Staate geleisteten Dienste vom 1. Juli 1922 an. ** Feuer. Gestern abend 10 Uhr lief auf der Feuerwache Oswaldsgarten die telephonische Meldung ein, es brenne eine Feld scheuer am Wiesecker Weg. 10 Uhr 1 Min. wurde bann auch der Feuermelder Ecke Wiesecker Weg und Marburger Straße abgewogen. Die Wache rückte sofort aus unb zugleich wurden die Ringleitungen der beiden freiwilligen Feuerwehren angekurbelt. Beim Eintreffen auf der Brandstelle fand die Wache eine dem Herrn Gottmann gehörige Feldscheune am Wiesecker Weg in vollem Feuer nor, so daß, wie dies bei Scheunenbränden! durchgängig der Fall ist, an eine Erhaltung des Gebäudes und des Inhalles nicht mehr zu denken toar; trotzdem wurden zwei Schlauchlinien vorgenommen, um das Feuer zu dämpfen und das Flugfeuer zurückzuhalten, da das Hauptaugenmerk darauf zu richten war, bie Ür der RLhe befindlichen Scheunen Schuppen des Landwirtschaftlichen In- sttttits vor Schaden durch Flugseuer zu bewahren 10,18 Uhr trafen die ersten Geräte der Freiw' Feuerwehren ein, eine sehr gute Leistung, wenn man die Lange des Weges unb die Schwere der von Hand bewegten Geräte bedenkt. In Tätigkeit brauchten die Feuerwehren nicht zu treten unb konnten alsbald wieder abrücken. Als grober Unfug muß cs bezeichnet werden, daß von 10 7 Uhr ab etwa 1/2 Stunde lang an allen Ecken der Stadt Feuermelder betätigt wurden, obwohl die Meldenden ganz genau wußten, daß in der Räche dieser Melder kein Feuer ausgebrochen sei. Zu allem Ueberfluß ertönten gegen 1/»U Uhr auch ".och die Sirenen, die der Zenträlwächter auf eine falsche Meldung von privater Seite hin irrtümlicherweise betätigte. Durch den Feuerschein und den Großfeueralarm, auf den hin auch die Freiwillige Santtätskolonne in außerordentlich schneller Weise zur Stelle war, wurde eine ungeheuer große Menge von Zuschauern angelockt, deren Schulust jedoch kaum Mif ihre Kosten gekommen sein dürste. Rach Zurücklassung einer kleinen Brandwache rückte die ständige Feuerwehr 12 Uhr 45 Min. auf der Feuerwache wieder ein. ”* Die beiden freiwilligen Feuerwehren unb die Freiwillige Sani- tätskolonne hielten am Sonntag vormittag gemeinschaftlich ihre diesjährige Schlußübung ab Um 11 Uhr sand in Anwesenheit des Provinzial- direllors Matthias, des Bürgermeisters Krenzien. des Oberst Wöllwarth, des Landgerichtsdirektors Wiener unb der Stadtverordneten die Aufstellung tm Hofe der Zeug- Hauskaserne statt. Rach Vorführung der Geräte und CinzelWungen an diesen erfolgte in der Ost- anlage die Alarmierung. Rach ANttmft der Wehren unb der Sanitätskolonne wurde den Kornmann bauten von Branddirektor Braubach bekaimt- gegeben, dah nach dem Uebungsplan im Mittelbau des Amtsgerichtsgebäudes Feuer ausgebrochen sei, das Treppeu'haus verqualmt, so daß rechts und links die Ausgänge nicht mckhr passierbar seien. Die Kommandanten der Wehren unb ber Führer der Sanitätskolonne gaben nun die erforderlichen Befehle weiter. Bei Anrücken der einzelnen Löschzüge und Santtätskolonne konnte i man mit Befriedigung feststellen, daß ein flottes, 1 sicheres und vor allem ruhiges Arbeiten vor- | Händen war. Rach ber Hebung sprach Provinzial- ' Antrag Loos, Rcch, Fischer, Heibebroek, Spieß: Parteitag spricht der hessischen Land- tagsfraktion Dank unb Vertrauen aus Aus StaM und Land. Gießen, den 26. Sept. 1922. Das Notgeld für die Provinz Oberhessen totrb in den nächsten TagQi ausgegeben. Die . Ausgabestelle ist die Mitteldeutsche Creditbank Fttiale Gießen. Vom Hilfsverein für die Geisteskranken in Hessen. Man schreibt uns: In nächster Zeit wird der „Hilssverein für die Geisteskranken i n Hessen" an die Bewohner unserer Stadt herantreten mtt der Ditte, ihr Scherflein für Icme wohltätigen Zwecke zu spenden. In unseren bedrängten Tagen bedarf er immer größerer e Wtx, tonbeetn. Ulrich mth estdeiusch. S-t M Wieben. M 1>Mng| $a Zr Ä * erste qm, J bot sich söaldmgz, " deich» i gestern die den NM- -ch güvan- MLA, bei XWg 8 Ätzllbe. rllSta^. Straub« dtemdv ‘Xoruan ichßa ZE ivMfs, i ganz be» l. die bann Um, denn eilt werden. Der älteste leister unb l. ist in l NonatN nSV.Te. n Sürnbai der Giris 1 trotz des Aus Der- rrms der« drigal' Zeitung ton n dem lie fcti, fotoit m Deiftll haben die irsterSing s Fest der abend bis n ganzen cht, so daß mg haben, : Schreinu« InjaH beim te seinen hatte bie n. von 2u> imilie, i« stckgelchrt, ,e in allen ^tzeunloch ytlfaib zur lerlei Un* ander und I gekrönt, vor. Der man W eln für die Amnacht uii olat* n gehört, chreibtisch ard Work abc nicht Schluss^ und noch -atze oft« überden legen und utlos ent- vcscn sein, m Garten- chtlleidq'» iMerm in threr , in fo”* itM & uiicn nlu von Her' ns, das ^vegung ^richtlichen . Dacht' ■ fam nur £ 'S Ä*s etpdun& Ml sorgst Mtn J* gekonch'^ Kreis MSfelv. o Alsfeld, 24. September. Die Darmstädter Madrigalvereinigung unter Leitung von Privatdozent Dr. Roack fand mit einem Konzert am Samstag außerordentlichen, an Jubel grenzenden Beifall. Die Künstler brachten Volkslieder und Madrigale aus alter Zeit, sowie Lieder aus neuerer Zeit zu Gehör. Kreis Friedberg. sf. Friedberg, 24. Sept. Heute besuchte der Deschichts- und Altertumsverein Hanau unsere Stadt und besichtigte unter Führung des Vorstandes des hiesigen Vereins, der Herren Pro- fesior Dreher und Dr. Blecher, die geschichtlichen Sehenswürdigkeiten unserer Stadt. Der Besuch galt hauptsächlich dem Museum, der Stadtkirche, dem Judenbade und der Burg. Die Gäste waren über- rascht von der Reichhaltigkeit und der Schönheit dessen, was unsere Stadt aufzuweisen hat. — Der neugegründete Verein ehemaliger Augustinerschüler beschloß, jedes Jahr in der ersten Hälfte des Juni eine größere Zusammenkunft früherer Schüler der altehrwür digen Schule zu veranstalten; dieselbe soll an einem Samstag stattfinden und soll am Tage ein Sportfest abgehalten werden, dem sich am Abend eine festliche Zusammenkunft anschliehen soll. Der folgende Sonntag soll dann in einer noch tu bestimmenden Form an die Feier angeschlossen werden. Roch in diesem Monate werden über 2000 Einladungen zum Beitritt an frühere Schüler verschickt. <£ Bad-Nauheim, 25. Sept. Wie vor drei Jahren, so werden auch die kommenden Stadt- Verordnetenwahlen nach Vereinbarung der Parteien im Zeichen der politischen Parteien stehen. Jede Partei will eine eigene Liste aufstellen, dabei sollen aber die Interessen der wirtschaftlichen Verbände weitgeh end berücksichtigt werden. Nicht in allen Bevölkerungskreisen will man sich jedoch mit der politischen Wahl befreunden. So ist jetzt schon eine unparteiische Bürgerliste, auf der einige der kürzlich aus der sozialdemokratischen Fraktion ausgeschiedene jetzige Stadtverordnete mit an erster Stelle zu stehen kommen, beschlossene Tatsache. Auch die Handwerker lehnten in einer stark besuchten Versammlung die politische Wahl ab mit dem Hinweis, daß die kommende Stadtverordnetenwahl für sie nur wirtschaftlich betätigt werden könne. Es wurde eine Handwerkervereinigung gegründet und ein Vorstand gewählt, der sofort die Vorarbeiten für die kommende Wahl in die Hand nehmen soll. chr. Butzbach, 24. Sept. Während am Samstag, 16. l. Mts., eine Konzert- und Rezitationsveranstaltung die sog. Festwoche einleitete, erfuhr diese gestern, 23. September, eine Fortsetzung, indem die leichtgeschürzte Muse in Mosers Schwank: „Der Bibliothekar" in ihre Rechte trat. Die jungen Damen und Herren, welche die verschiedenen, meist gar nicht leichten Rollen übernommen hatten, gewannen dem inhaltlich nicht gerade wertvollen Stück^ reizvolle Seiten ab. - Der heutige Sonntag bescherte uns nach dem heftigen Wolkenguh doch noch einen festlichen Hochgenuß zunächst in einem farbenprächtigen Festzüg durch die Straßen unseres schmucken Städtleins. Eine Reitertruppe. Radfahrergruppe, Sport-, Gesang, und Turnvereine, frische Jugendabteilungen und die Wandervereine hatten sich zu einem abwechslungsreichen, schönen Tanzen zusammengefunden. Ganz besonders hübsch nahm sich der Festwagen des Taunusklubs Butzbach aus. Auf dem Sportplatz des Lustgartens wurde von Reitern, Radfahrern, Turnepn.Stafetlen- läusern, die um die gestifteten Preise rangen, be° Viesen, daß man nicht nur der Festesfreude, sondern auch der körperlichen Ertüchttgung Rechnung getragen hatte. Ein bunter Abend mit turnerischen Vorführungen und Tanz beschloß die Veranstaltungen, die gewiß auch zum Besten der Jugendherberge klingenden Erfolg aufweisen dürften Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a M., 25.Sept. Wie verlautet, planen die Stadtverwaltungen von Höchst a. M. und Mainz, sich von dem Hessen-nassauischen und Hessischen Städtebund zu trennen, um ihre Milchnersorgung künftig selbst in die Hand zu nehmen Beide Städte wollen zu diesem Zweck mit den Milch- «rzeugern selbst Lieferungsoerträge abschließen. 3n der Hauptsache richtet sich der Schritt, so hört man, gegen die Stadt Wiesbaden, die durch ihre Preisüberbietungen die Milchverforgung den anderen Städten sehr erschweren soll. fpd. Frankfurt a. M., 25. Sept. 3n der chemischen Fabrik Griesheim-Elektron wurden sechs Arbeiter, die mit dem Reinigen von chemischen Behältern beschäftigt waren, durch das plötzliche Eindringen giftiger Gase überrascht. Es | gelang, da der Unfall sofort bemerkt wurde, mit Hilfe von Schutzvorrichtungen die Vergifteten zu bergen. Die Verunglückten wurden dem Kranken- hause zugeführt wd. Höchst a. M., 25. Sept. Die Farbwerke machen bekannt, daß sie infolge des Bargeld- inangels genötigt sind, um ihre Arbeiter und Beamten entlöhnen zu können, Rotgeld in Scheinen Don 500 und 100 Mk anzufertigen und zu verausgaben. Die Hinterlegung des vollen Wertes bei her Reichsbank sei in die Wege geleitet. Starkenburg und Rheinhessen. ‘ Darmstadt, 24. Sept. Das „Darmstädter Tagblatt" schreibt in seiner heutigen Ausgabe: „Der Verlag des Darmstädter Täglichen Anzeigers ist, wie wir hören, in andere Hände übergegangen. Wenn auch die erste Rachricht. daß der Verlag der Hessischen 1 Landeszeitung der Käufer sei, nicht zutrifft, so steht , jedenfalls doch fest, daß der Verlag des bisherigen 1 offiziellen Organs der Deutschen Volkspartei in i deutschnationalen Besitz übergegangen ist." ' Darmstadt, 25. Sept. Zur Behebung des gegenwärtigen Mangels an Zahlungsmitteln ist auch der Stadt Darmstadt die Ausgabe von Notgeld gestattet und dessen Laufzeit zunächst auf zwei Monate festgesetzt worden. Die Herstellung von Scheinen im Werte von je 100 und 500 Mark wird möglichst gefördert, so daß Rotgeld \ wohl schon i m Laufe dieser Woche in den I Verkehr gegeben werden kann. .Kirche und Schule. * Erledigte Schulstelle. Erledigt ist eine Lehrerinstelle für eine evangelische Lehrerin an der Volksschule in Laubach, Kreis Schotten. y Lollar, 25. Sept. Das Missionsfest des Oberhessischen Vereins für Basler Mission fand gestern mittag in der Kirche zu Kirchberg flott. Es war durch das ungünstige Wetter beeinträchtigt. Missionar S p a i ch - Frankfurt redete zu der Gemeinde von der Missionsarbeit auf den verschiedenen. uns entrissenen Gebieten und den neuen übernommenen (Südborneo). 'Lie stoiiette oertag 1000 Mk. Diele Schriften wurden verkauft. Aus den Ausführungen des Vorsitzenden des Oberhessischen Vereins, Dekan Gahmann, ergab sich, daß z. Z. 80 Gemeinden diesem Verein angeschlossen sind. i. Ettingshausen, 25. Sept. Vergangenen Sonntag fand für das Kirchspiel Ettingshausen — Hattenrod eine r- deutliche Kirchenvisitativn durch Dekan Röschen statt. Die Gemeinden bezeugten durch regen Gottesdienstbesuch ihr Interesse. Zugleich wurde das 400jährige Bibelju- b i l ä u m gefeiert. Die Kollekte für den DibelfoudS ergab über 1000 Mk. Berlin, 25. Sept. (WTB.) Die preuh. verfassunggebende Kirchenversammlung hat mit 100 gegen 81 Stimmen bei vier Stimmenthaltungen beschlossen, daß die Wahl der Provinzialsynode entsprechend dem Vorschläge des Verfassungsausschusses unter Ausschaltung der Gemeindekörperschaften durch die Kreissynoden erfolgen soll. Weiter wurde mit 105 gegen 89 Stimmen ein Antrag angenommen, nach welchem der Vorsitzende des Kirchensenats ein von der Generalsynode auf Lebenszeit gewählter Geistlicher sein soll. Schließlich wurde das Wahlgesetz zur Generalsynode nach den Vorschlägen des Dersassungsausschusses angenommen. Turnen, Sport nnb Spiel. * Robert-Sommer-Wande-preis. Austragung 1 922. Sieger: August Wallenfels, Gießener S. C. 1 900. Man teilt uns heute mit: Der vom Geh. Rat Prof. Dr. Sommer für alle Leibesübungen treibenden Vereine der Stadt Gießen gestiftete Wanderpreis wurde am Sonntag, 17. Sept., auf dem Platz des Gießener S. C. 1900 an der Hardt in Form eines Dreikampses (100-Meier-Laitt, Weitsprung mit Anlauf, Kugelstoßen 7^i Kilo) ausgetragen. Am Start waren nur vertreten: Gießen 1900 mit 10 Teilnehmern und der Katholische Jünglingsverein mit 7 Teilnehmern. A. Wallenfels wurde mit den Leistungen: 100 Meter in 12 Sek., Weitsprung 5,60 Meter und Kugelstoßen 9,10 Meter mit 123 Punkten 1. Sieger. Zweiter: Luft, 1900, mit 104 Punkten, und Dritter: C h m a a n. 1900, mit 100 Punkten: den 4. bis 8 Platz belegten wiederum Mitglieder des S.C. 1900 in der Reihenfolge : Sigurd Lange, Schäfer, Birken- ft o cf, W. Seipp, W. Schmidt, den 9. und 10. Platz Jersch und Schwab vom Katholischen Jünglingsverein. Der Wanderpreis, eine kunstvoll ausgeführte große Plakette, geht erst nach zweimaligem Sieg in den Besitz Betreffenden über. Vermischtes. DenkmalschLrrdmrg. Berlin, 26. Sept. Wie die Blatter aus Gelsenkirchen berichten, ist das dortige Denkmal Kaiser Wilhelms I. von bisher noch unbekannten Tätern beschädigt worden. Der Kaisersigur wurde die rechte Hand abgeschlagen und das Haupt verstümmelt. Handel. Berlin, 25. Sept. (Wolff.) Dörsen- stimmungsbild. Der Devisenmarkt verharrte in Geschäftsstille bei ziemlich belanglosen Schwankungen. Der Effektenmarkt setzte in recht fester Haltung ein, da die Besorgnisse wegen der Geldverhältnisse zum Ultimo nachgelassen haben. Besonders Montanwerke waren begehrt und vielfach über 100 Prozent höher, so Deutsch-Luxemburger, Essener Steinkohlen, Laurahutie. Ferner erzielten wesentliche Besserungen einige chemische Werte wie Anglo Guano und einzelne Maschinenfabxiken, so Berliner Maschinen, Deutsche Waffen, Karlsruher Maschinen und Orenstein u. Koppel. Später ließ das Geschäft nach und die anfänglichen Gewinne konnten meist nur zum Teile aufrecht erhalten werden. Die Schifffahrtsaktien sind vorwiegend um 10 bis 30 Prozent gebessert. Bankaktien behaupteten ihren Kursstand, Balutapapiere wiesen im allgemeinen wenig erhebliche Schwankungen auf. Von deutschen Anleihen waren 4proz. und 3'/zprvz. Reichsanleihen anziehend. Frankfurt a. M., 25. Sept. Börsen- stimmungsbild. Dollarkurs im Frühverkehr 1395, im Verlaufe 1400 An dem Devisenmarkt blieb das Geschäft im allgemeinen ruhig. Vorbörslich wurden notiert: London6200—6300,Paris 10 700 -10 820. Holland 54 700, Neuhorl 1400 bis 1420. Ausländische Renten lagen ruhig Rumänen standen heute mehr im Vordergrund des Interesses. Türkenwerte lebhafter. An den Effekten- toerten war die Haltung fester. Die Kapitalverdoppelung der Anilingruppe fand in Anbetracht der neuen Belastung des gegenwärtig angespannten Geldmarktes geteilte Aufnahme, immerhin reizen die günstigen Dezugsrechte. Ss setzten Höchster 15, Elberfelder Farben 10, Badische Anilin 10, Griesheimer 15 Proz.höher ein. Auf dem Montanaktienmarkt machte sich ziemlich feste Haltung geltend. Höher stellten sich Gelsenkirchen, Mannesmann, Deutsch-huremburg. Rorddeutscher Lloyd 500. Höhere Kurse erreichten anfänglich Maschinenfabrik Augsburg, Badenia, K'eyer.Zell- f.nff Aschaffmburg ^lektrizitätswerle blieben im großen und ganzen fester. Felten und Guilleaume- uj.iie blieben sehr fest. Dollarnatierung um 1 Uhr 1410. Züricher Devisenmarkt. 25.9. 26.9. Wechsel auf Schweizer Franken Holland IvO Fl. --- 207.40 207.25 Deutschland 100 Mk. --- 0.38 0.38 Wien 100 Kr --- 0.0075 0.0075 Prag . .. 100 Kr. — 16.75 16.80 Paris 100 Fr. ---- 40.80 »0.75 London \ £ =» 23.64 23.64 Italien 100 2. -> 23.52 22.65 Brüssel 100 Fr. -- 38.50 38.45 Budapest 100 Kr. — 0.21 0.21 Reuyork 100 $ = 535.- 535.- Agram 100 Kr. ----- 1.80 1.82 Warschau ICO Är. — 0.07 0.06 Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Stockholm . Wien Prag.... London. . . Reuyork . . Pari8. . - . Marknottermrgea. 1.7.14. Fr. 125.40 Fl. 59.20 Kr. 88.80 Kr. 88.80 Kr. 117.80 ..... Kr. 117.80 ......6h. 97.80 ......1 23.80 ......Fr. 125.40 23.9 -.38 -.18 -.37 — ,28 0,032 -.07 0,94 25. 8. - ,38 -.18 -.37 -.28 5360,— 0,032 0.07 0,92 DSrfevkrrfe. Frankfurt Berlin Schluß- Schluß- Schluß- Schluß- Kurs Ämß Kurs Kurs Datum: 22.9 25.9. 22.9. 25.9. 5°/, Dtfch. Kriegsank. 77,50 77.50 77,50 77,50 4°/,Dtsch.Reichsanl. *65,- 120,— 138,- S°/,Dtsch. Reichsanl. 460,~ 448<“ 451.- 460,- 4*/<> Preuh. KonfolS 80,25 79,- 77,- Hamburg-Paketf.. . 665— 715,- 667,- 731,— Norddeutscher Lloyd 498,- 510,- 498,— 502,- Eomm.u.Privatbank 315,- 310,— 314,- 314,- Darmstädter Bank . 218,— 298,- 301,- 301,— Deutsche Bank 601,- 610,- 585,- 600,- Disconto-Gesellschaft 407,— 407,- 409,- 409,- Dresdner Bank. . 330,— 330,— 332,50 332,50 Mitteld. Creditbank. 300,- 300, - 300,- 300,- Rationalbank f.D. . — Doch. Gußstahlwerke -,- 2400,- -,- 2400,. Dud.-Eifenw.-Akt.. 1228,- 1300,- 1250,- 1309,50 D.-Luxernb.Bergw.. 2347,- 2400,- 2325,- 2399,- Gelsenkirch. Bergw.. 2425,- 2500, - 2400,- 2485,- tzarpener Bergbau. 4800. - 4825. - 4675,- 4850, - Oberschl. Eisenb.-B. 1N9,- 1160,- 1144,- 1200,- Oberschles. Eisenind. 1022 - 1060,- 1010,- 1070,- Phönir-Bergb.'Akt. 2890,- 3035,- 2950,- 3025,- Bad.Anilin-u. Soda 1600,- 1625,- 1600,- 1660,- Höchster Farbwerke. 1195,- 1210,- 1200,- 1239,- Allg. Elektt.-Ges. . . 770,- 790,- 760,- 793,- Felten L Guilleaume 1090,— 1140,- 1100,- 1150,— Schuckert-Werke. . . 1095,- 1110,- 1115,- 1125,- Adlerwerke 440,- 480,- 443,- 480,— Daimler 472,— 498,- 461,— 505,— 4°. Hess. Staatsanl. 76, - 75, - 70,50 73,80 Electron Griesheim 1215,- 1230, • 1189,- 1220, — Dtsche. Vereinsbank 224,50 213,50 Berliner Devisenmarkt. , .5 Gero Brief Geld Brief Datum. 23. September 25. September Amstd.-RotterV. 54232,10 54367,90 54531,75 54668,25 Brüssel-Antw. . 10112,3010137,70 10162,25 10187,75 Christiania . . . 23470,60 23529,40 23770,25 23829,75 Kopenhagen . . 29088,55 29161,45 29363,25 29436,75 Stockholm. . .. 36853,85 36946,15 37253,35 37ü46,65 HelsingforL. . . 3071,15 3078-85 3091,10 3098,90 Italien 5942,55 5957,45 5942,55 5957,45 London 6217,20 6232,80 6227,20 6242,80 Reuyork 1405,75 1409,25 1405,74 1409,26 Paris 10736,55 10763,45 10761,50 10788,50 Schweig 26367, - 28433,- 26367, - 26433, - Spanien. . . . . 21523,05 21576,95 21548, - 21602,- Deutsch-Oesterr. 1,80 1,84 1,90 1,94 Prag 4394,50 4405,50 4454,40 4465,60 Budapest .... 57,92 5b,08 53,93 54,07 Buenos AireS . 489,37 490,62 494,37 495,62 Bulgarien . . . 843,90 846,10 813,95 816,05 Japan 671,65 673.35 670,15 671,85 Rio de Janeiro 167,79 168,21 167,79 168,21 Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 25. Sept. Auf dem Getreidemarkt war die ATttemehmungslust wieder gering. $er hohe Geldstand hemmt die Käufer zu größeren Abschlüssen. Regere Rachfrage bestand eigentlich nur für Roggen, ohne größere Preisbewegung hervorzurufen. Weizen und Mais lagen ruhig. Gerste, gute Ware, bleibt weiter gesucht. Weizen- und Roggenmehl findet schlanke Aufnahme. Futterstoffe wurden zu unveränderten Preisen genannt. Fest lagen Hülsenfrüchte. Entsprechend der stabilen Bewegung der ausländischen Zahlungsmittel entsprechen die Preise der Getreidearttkel der Vorwoche. Weizen 5800—6100 Mark. Roggen 5300—5400, Gerste, Sommergerste für Vrauzwecke 5800—6000, Hafer 5800—6400, Mais La Plata —, Mais Mixed 5300—5400, Weizenmehl, südd. Spezial 0 9400—9900, Waggon- bezug ab Mühlenstation, Roggenmehl 7000—7300, Weizen- und Roggenkleie 2900—3000, Erbsen je nach Qualität für Speisezwecke 10 000—11000, Linsen desgl. —, Heu, südd. gut, gesund, trocken —, Stroh von Weizen und Roggen, dichtgepreßt • 2000 Mk., Biertreber, getrocknet 3600—3800 Mark. Tendenz: fest, bei kleinem Geschäft infolge der Geldknappheit. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M, 25. Sept. (Amtlich.) Marktverkauf: Rinder ruhig, Kleinvieh lebhaft, Schweine langsam: Rinder und Schweine hinterlassen äleberstand. Im einzelnen ist zu bemerken: Aufgetrieben waren 1989 Rinder, darunter 366 Ochsen, 90 Bullen, 1533 Färsen und Kühe: ferner 179 Kälber, 223 Schafe und 986 Schweine. An Preisen wurden angelegt pr. Ztr. Lebendgewicht: Ochsen 6200—9200 Mk., Bullen 6500—8000, Färsen und Kühe 7800—9000 für beste Färsen, 4800—7900 für geringe Kühe und Färsen, Kälber, beste Qualitäten 10 400—11 000, mittlere 9500—10 300, geringe 8500—9400, geringste 6600 bis 8100, Schafe 3500—8500, Schweine unter 80 Kilo Lebendgewicht 13 000—15 000, von 80 bis 100 Kilo 15 000-17 000, 100-120 Kilo 17 000 bis 17 500, 120—150 Kilo 17 000-17 500, Fettschweine über 150 Kilo 17 000—17 500, Sauen und Eber 14 000—15 003 Mk. Der nächste Hauptmarkt findet am Dienstag, 3. Ott, statt und beginnt um 9 älhr vormittags. Die Preise liegen um soviel über den Stallpreifen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Händlergewnme in sich schließen. Dom Karloffelmarkt. fpd. Frankfurt a. M., 25. Sept. Die amtliche Rotierungskommiffion setzte für das Wirtschaftsgebiet Hessen-Rassau und Hessen für die laufende Woche die Kartoffelpreise wie folgt fest: Erzeugerpreis 290—300 Mk. rot- und weißfleischig, 300—320 Mk. gelbfleischia, ab Erzeugerstation, alles für 50 Kilo. Der Groh- handelseinstandspreis beträgt 340—345 Mk. rot- und weihfleischig, 345—365 Mk. gelbfleischig, frachtfrei Frankfurt a. M., alles für 50 Kilo. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Englische Verstärkungen für den Orient. London, 25. Sept. (WTB.) Der „Times" zufolge ist die z w e i t e ° B o o t - Flotte nach dem Mittelmeer entsandt worden. Das dritte Bataillon der Gold- strom-Garde rollt in dieser Woche aus Aldershvd nach Konstantinopel ab. Nach einer Blättermeldung aus Gibraltar sind von dort drei leichte Kreuzer und neun Zerstörer nach dem östlichen M i t t e l m e e r abgegangen. Rußlarrd macht seine Interesse« im Orient geltend. L o n d o n, 25. Sept. (WTB.) In einer Unter- redung mit dem Moskauer Sonderberichterstatter der »Daily Mail" wies der stellvertretende Kommissar des Aeuhern K a r a f a n darauf hin, daß in entern in dem russischen Archiv befindsichen, während des Krieges abgeschlossenen Geheim- vertrage die Mächte Rußland voll- ständigeSouveränitätüberKonstan- tinopel und die Meerengen versprochen haben. Rußland verlange keine derartige Souveränität, wolle jedoch seine Interessen anerkannt sehen. Es werde keine Lösung dieser Frage ohne seine Teilnahme dulden. Die kemalistische Kavallerie aus der neutralen Zone zurückgezogen? London, 25. Sept. (WTB.) Wie aus Kon^antinopel berichtet wird, soll sich die türkische Kavallerie, die in die neutrale Zone bei Tschanak eingedrungen war, ohne Zwischenfall wieder zu - rückgezvgen haben. Griechisch-türkische Dandenkämpfe in Thrazien. L o n d o n, 25. Sept. (WTB.) Nach einer Blättermeldung aus Athen ist es inThratz ien zu einigen Z u s am m e nstö h e n zwischen griechischen und türkischen Banden gekommen. Verhängung des Belagerungszustandes über Griechenland? London, 25. Sept. (WTB.) Rach einer Blättermeldung aus Athen soll das Kabinett beschlossen haben, über Griechenland den Belagerungszustand zu verhängen und in Thrazien die vier letzten Jahres- klassen unter die Fahnen zu rufen Der Völkerbund und die Hilfe für Oesterreich. fbg. G e n f, 23. Sept. (WTB.) Am Montag tritt der Fünferausschuß des Völker b u n d s r a t e s für die ö st e r r eich i s ch e H i l f e zu seiner nächsten Sitzung zusammen, in der die Vorbereitungen über alle Fragen, die mit der Uebernahme der Garantie für die österreichischen Kredite durch die Mächte zusammen- hängeir, abgeschlossen werden sollen. Die Entscheidungen darüber, welche Mächte Garantieerklärungen abgeben werden, ist noch nicht ge- ttoffen, steht aber, wie von österreichischer Seite verlautet, für die erste Hälfte der nächsten Woche in Aussicht. In der Zwischenzeit werden Besprechungen über die nach der Entscheidung des Ausschusses zu treffepden Maßnahmen stattfinden. Bundeskanzler Seipel hatte heute vormittag mit dem ungarischen Außenminister Graf B a n f f y und dem Direk- wr des Internationalen Arbeitsamtes, Albert Thomas, längere Unterredungen. Eine Eingabe zum Schutze der Tabakindustrie. Frankfurta.M.,23.Sept. (Wolff.» Die Handelskammer Frankfurt a. M.— Hanau hat an das Reichsfinanzministerium eine Eingabe betreffend die Danderolen- steuer für Tabakwaren gerichtet, in welcher eS u. a. heißt: Der Zusamiiienbruch unserer Währung hat besonders hart das Tabakgewerbe betroffen. Es fehlt dem gesamten Tabakgewerbe, und zwar Industrie, Groh» und Einzelhandel gleichermaßen das Geld zur auch nur notdürftigen Fortführung der Betriebe. Die falsche Kalkulation der Verkaufspreise, zu der die wirtschaftlich verfehlten Maßnahmen der Wuch^rbekämpfung zwingen, muhte zur Kapitalsv^rzchrung führen. Die Banderole verhindert die allmähliche Angleichung der Verkaufspreise an die Herstellungskosten neuer Waren. Die bisherigen Verkäufe waren infolgedessen Verlustgeschäfte nicht mir für den Handel, sondern auch für den Hersteller, der mit Rücksicht auf die künstlich niedrig gehaltenen Ein- j^elverkaufspreise auch für neue Waren nicht die notwendig gewesenen Preise erzielen konnte. Die Folge ist jetzt eine gewaltige Preiserhöhung für die Tabakwaren, die die Kaufkraft der Käufer übersteigt und zu einer bedrohlichen Einschränkung des Verkaufs geführt hat. Der Zusammenbruch von Industrie- und Handelsbetrieben, sowie ter m i 11 l e r e n u n d k I e i - neren Gewerbetreibenden, die bisher im Tabakgeschäft ihr Auskommen fanden, ist i n greifbare Rähe gerückt. Zahlreichen Angestellten und Arbeitern droht Arbeitslosigkeit. Wir beantragen daher, schnellstens dafür einzutreten, dah die BanderoleinWegfall kommt und die Tabaksteuer in anderer Weise erhoben wird. Ferner beantragen wir, für eine sofortige Aenderung der Ausführungsbestimmungen zum Tabaksteuergesetz besorgt sein zu wollen, die auch Händler- Vereinigungen und Tabaksteuerlager ermöglicht Wollen Sie Ihre Hühneraugen, Ihre Hornhaut ober Ihre Schwielen wirklich schnell und sicher, Oabei aber absolut schmerz- und gefahrlos beseitigen, dann kaufen Sie in der nächsten besseren Drogerie oder Apotheke das in vielen Millionen Fällen bewahrte, ärzt- jbft empfohlene Kukirol. Eine Schachtel kostet nur 5 Papiermark. 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