des Thü. f’ WOOOßofe 'langenden - ff .^"^ums ^tes Hessen ^sgten Per. ’ ^WiMch ' W\fy& 3U. CfiW Ewndiguna gestattet. 91 ^inbessischen * Wer De- ist ein in '""-Ä ^sgten De,. ^Miehsich wischen 3u= Kr W Aen Landes- ^Hinterbliebene i. Reihe der und Tenesungs- iiebene zu ver- ates Hessen zu lehnijgten Der- rk (4,166 Mark be> ausgegeben - hessischen Zu- Main hessischen öc hessischer De- ertrieb ist ein in gerissen, Papier, bürgersteige und tut die Straßen mten hervorge- > dergleichen zu , Dir erwarten, lebelstand abzurasanzeigen vor- ngen. mit vait M»”S ie” •&s !-gleitu«S Args»-; M hü®®te bÄS lilfl E. Ur. 113 Erscheint täglich, außer Sonn, und Feiertags, mit derSamstagsbeilage: GießenerFamilienblätter Monatliche Bejugspreife: MK. 22.50 und MK. 2.50 Trägerlohn,durch diePost MK. 25.—, auch bei Nichterscheinen einzelner Num- »ern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech. Anschlüsse: fürdieSchrift- leitung 11*2; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. postschecUonto: Zrankfurt a. M. 11686. Erster Blatt X12. Jahrgang Mittwoch, 26. Zlllt (922 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck und Verlag: Vrühl'sche Univ.-Vuch- und Zteinöruckerei H. Lange. Zchrifüettung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigenv.34 mm Breit« örtlich 150 Pf., auswärts 180 Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 500 Pf. Bei Platz- Vorschrift 20 °/0 Aufschlag. Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen TeU: Grnst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Der bayrische Landtag für den Widerstand gegenüber dem Reiche. München. 25. Juli. (WTB.) 3n der heu- tigen Rachmittagssitzung des Bayerischen Landtages gab Ministerpräsident Graf Lerchenfeld außerhalb der Lagesordnung eine Erklärung der bayerischen Staatsregierung über ihre Rot- vervrdnung betreffend den Schutz der Republik ab. wobei er u. a. ausführte: Die bayerische Regierung habe alle verfassungsmäßigen Mittel erschöpft, um die von der Reichsregierung vorgelegten Gesetzentwürfe dieses ihres Charakters zu entkleiden und sie zu brauchbaren Werkzeugen im Kampf für die verfassungsmäßige Staats- fvrm des Reiches zu machen. Die bayerische Staatsregierung sehe in dem Gesetzentwurf zum Staatsgerichtshof nach wie vor ein durch nichts bekundetes Mißtrauen gegen die bayerischen ordnttlichen Gerichte und einen Eingriff in die Iustizhvheit der Länder, ja die Gefahr einer Aushöhlung der Unabhängigkeit der Richter und einer Politisierung der Rechtsprechung. Eine Gefahr schlimmster Art bilde nach der Lleberzeugung der bayerischen Regierung das Aeichsbeanrtengesetz, weil es Gesinnungsschnüffelei mit allen ihren schlimmen Folgen für unser Beamtentum züchten werde. Bezüglich des Reichskriminalpolizeige- s e h e s erklärte der Ministerpräsident, daß wegen der Bedenken, die damals die Länderregierungen geltend machten, der Gesetzentwurf liegen blieb. Die bayerische Regierung sei der Auffassung, daß mit diesem Gesetz die Axt an die Polizei- Hoheit der Länder gelegt werde. Die bayerische Regierung sei mit den Bedenken, die sie g'gen diese Gesetze überhaupt und gegen das Reichs- kriminalpolizeigesetz im besonderen geltend gemacht habe, leider nicht durch'edr ingen. Hinsichtlich des Leoprechting-Prozesses erklärte der Ministerpräsident: Wenn Leute, die das besondere 'Settrauen maßgebend.r Persönlichkeiten genießen, monatelang tf)rc Informativ nen über Bayern von einem Mannebeziehen. derinfranzösrschem Solde stehend, sich zur Aufgabe gemacht hat, zwischen Bayern und dem Reiche Mißtraue_fäen, so Unn es nicht ausbleiben. daß auch an den entscheidenden Stellen schließlich eine Stimmung ent st eh t. wie wir sie leider zu beklagen haben. Die bayerische Regierung beklagt im Interesse des Reiches nicht weniger als im eigenen Landesinteresse die Gestaltung der Gesetze, wie sie schließlich geworden ist. Sie erblickt in dem gegen ihren Einspruch erfolgten Eingriff in die Justiz- und Poltzei- ho.heit der Länder eine Vergewaltigung Bayerns, die mit dem Sinne und der Strrktir der Reichsverf. ssung im Widersprach steht. Gegen diese Vergewaltigung Bayerns durch das Reich protestiert die bayerische Regierung auf das entschiedenste. Sie betrachtet den Kampf gegen die Gesetze mit deren Annahme durch den Reichstag nicht für erledigt. Sie hält diesen Kampf viämehr für einen Zeugen um die Leb en s - interessen des eigenen Staates, der durch Majoritätsbeschlüsse des Reichstages nicht entschieden werden kann. Diese Auffassung ist im bayerischen Volke fest begründet. Die älnruhe, jg die verzweifelte Stimmung, die sich in den letzten Wochen weiter Kreise unseres Volkes bemächtigt hat, ist auf die Besorgnis zurückzuführen, daß Stück um Stück der bayerischen Staatlichkeit verloren gehen und schließlich Bayern zu einer Provinz herabgedrückt werden möchte. Die bayerische Regierung ist der äleberzeugung. daß diese trostlose Lage des Reiches der Reichsregierung hätte nahelegen müssen, einheitliche und geschlossene Zusammenfassung des ganzen Deutschen Reiches sich zur Aufgabe zu machen und alles zu vermeiden, was Zwiespalt erzeugen uruh. Mit dem Augenblick der Annahme der Gesetze durch die gesetzgebenden Körperschaften des Reichstages war die bayerische Regierung als Hüterin verfassungsmäßiger Zustände vor die Aufgabe gestellt, den Vollzug so einzuleiten, daß irgendwelche Rückschläge gegen Ruhe und Ordnung im Lande vermieden würden. In der Frage der Iustizhvheit könne sich die bayerische Regierung aus Rücksichten der Staatsnot- wendigkeit dem Mehrheitswillen nicht beugen. Hier befinde sie sich in einem R o t st a n d und habe deshalb die vorliegende Verordnung erlas- sem ohne von dem Boden der Verfassung abzugehen. Die bayerische Regierung werde dafür sorgen. daß der verfassungsmäßige Schuh energisch und loyal ausgeführt werde. In diesem Zusammenhänge, so fuhr der Ministerpräsident fort, lege er auch Wert auf die Feststellung. daß alle auf die Verfolgung der Ra- thenaumörder und auf die sogenannte Organisation C bezüglichen Verhandlungen an das Reichsgericht abgegeben worden seien. Der Grundsatz, daß die Abwehr sich auf das unbedingt Rotwendige beschränken müsse, habe auch dazu geführt, den Geltungsbereich der Verordnung auf das rechtsrheinische Bayern zu beschränken. Die Pfalz bedürfe in diesen Zeiten der Gewähr eines doppelten Zusammenhanges mit dem Reichsganzen, also der Verankerung mit dem Reiche durch Bayern. Die Abwehr der bayerischen Regierung sei aus die Grundsätze w a h r e r Demokratie und auf die föderative Grundlage des Reiches eingestellt. Die bayerische Regierung sei in erster Linie berufen, das Wohl ihres Staates mit allen Mitteln zu pflegen und gleichzeitig das Wohl der Reichsgemeinfchaft nicht aus dem Auge zu verlieren. Völlig fehl gehen deshalb alle Besorgnisse, die in den Maßnahmen der bayerischen Regierung eine Abkehr von dein allzu fest gehaltenen Grundsätze der Reichstreue oder einen Beginn der Abkehr vom Reiche erblicken wollen. Der Ministerpräsident schloß: Die bayerische Regierung hat einen Weg beschritten, den zu gehen sie nur in der Lage ist, wenn sie die Mehrheit der bayerischen Volksvertretung hinter sich hat. Ich darf das hohe Haus um eine Entscheidung bitten, ob es gewillt ist, die Regierung zu unterstützen. Im Anschluß an die Erklärung des Ministerpräsidenten Lerchenfeld folgten die Erklärtmgen der Führer der einzelnen Fraktionen. Abg. Held (Bahr. Vp.) führte u. a. curs: Es handelt sich jetzt für den bayerischen Staat um die Erhaltung des letzten Restes seiner Eigenstaatlichkeit und feiner Hoheitsrechte. Die Eisenbahnen, die Post und unsere gesamte Finanzverwaltung haben wir bereits an das Reich abgegeben. Run greift man auch noch herüber auf die bayerische Iuftiz- und Polizeihvheit. Wenn hier nicht Widerstand geleistet wird, wird auch Bayern in den Strudel der Entwicklung hineingezogen. Die Treue seiner Partei zum Reiche stehe fest, fest stehe aber auch, daß das ganze Verhalten feiner Partei nicht das Geringste zu tun habe mit den Bestrebungen, die auf eine Wanderung der verfassungsmäßigen Zustände hinarbeite. Held schloß, er habe die Kleber- zeugung, daß. wenn man in Berlin ruhig überlege, was man anrichtete. man auch in Berlin einen Weg finden werde, der den Einzelstaaten ihre Rechte läßt und dem Reiche gibt, was des Reiches ist. (Lebhafter Beifall bei Ster Bayr. Dp.) Im Auftrag der mehrheitssozialdenrokratifchen Partei erklärte Mg. Timm, die Verocdmmg der bayerischen Regierung stelle einen Treubruch gegen das Reich und eine Verfassungsverletzung dar, die beispiellos in der Geschichte sei. Seine Partei lehne es ab. über die Verordnung der bayerischen Regierung in diesem Landtag in eine Erörterung einzutreten; das Wort habe der Reichstag uird die Reichsregierung. Das Vertrauensvotum für die bayerische Regierung lehnen wir ab. Wg. Hilpert (Bahr. Mittelpartei) erklärt namens der Fraktion der Bayrischen Mittelpartei und der Deutschen Dolkspartei, daß sie die bayerische Regierung in ihrem gerechten Abwehrkampf um die föderative Grundlage der Reichsverfassung und im Kampf um die Wahrung der Polizei- und Iustizhvheit unterstütze. Wg. R i e k i s ch (ÜISP.): Die Erklärung der bayerischen Regierung täuscht nicht darüber hinweg, daß sie mit ihrem Vorgehen den Weg des Reichs- und Hochverrats beschritt. (Stürmischer Widerspruch und Entrüstungsrufe rechts; Präsident Königbauer ruft den Redner zur Ordnung. Zwischenrufe rechts: Sie sind ein Hochverräter!) Wir erwarten, daß sich in Bayern kein Beamter finden wird, um diesen Der- fassungsbruch zu vollziehen. (Erneuter Ordnungsruf.) Wir .erwarten, daß die Reichsregierung alle Mittel anwenden wird, um verfassungsmäßige Zustände auch in Bayern zu schaffen. Das Vertrauensvotum lehnen wir ab. (Zwischenruf rechts: Räteminister!) Abg. Dirr (Dem.) erklärt namens der demokratischen Partei, der Reichstag, der Reichsrat sowie die Reichsregierung hielten in ihrer überwiegenden Mehrheit es für unerläßlich, die Sondergesetze zu erlassen, die ordnungsmäßig und verfassungsgemäß beschlossen worden seien, und damit für das ganze Reichsgebiet, also auch für Dahern, rechtsverbindlich sein müßten. An dieser unzweifelhaften Feststellung könnten keinerlei Deutungen etwas ändern. (Lebhafte Zustimmung links. Wg. Held ruft: Wenn nun der Reichstag beschließt, daß der bayerische Staat aufgehoben wird?) Das jetzige Vorgehen der bayerischen Regierung könne seine Partei nicht billigen und daher auch dem Antrag der Bayerischen Vollspartei auf ein Vertrauensvotum nicht zustimmen. Die staatsrechtliche Begründung der Regierung werde auch von maßgebenden Staatsrechtslehrern als unhaltbar angesehen. Diese ganze Politik gerade im gegentoärtigen Zeitpunkt bei der furchtbaren außenpolitischen Lage Deutschlands müsse man für bedauerlich und gefährlich halten. Abg. Stäbele (Bahr D.-B.) erklärt im Auftrage feiner Partei, daß sie die Haltung der bayerischen Regierung billige. Abg. Au weg (Komm.): Die konununistische Fraktion sieht in dem Vorgehen der bayerischen Regierung einen Bruch der Weimarer Verfassung (Rüge des Präsidenten) und spricht ihr das Mißtrauen aus. Präsident Königbauer erllärt: Es ist kein Mißtrauensantrag eingegangen! (Große Heiterkeit.) Schließlich erklärt Abg. Burgherr (Bayr. Mittelpartei) für seine pfälzischen Kollegen, daß ste den jetzt unternommenen Schritt der bahe- rrschrn Regierung nach schwerer reiflicher Tleber- legung nicht billigen und sich der Stimme enthalten werden. In der darauffolgenden Abstimmung wurde der Dcrtrauensantrag derDaye- rischen Dolkspartei mit den Stim- men dieser Partei, des Bayerischen Bauernbundes und der Bayerischen Mittelpartei angenommen. Hierauf vertagte sich das Haus. München, 25. Juli. (WTD.) Das Handelsministerium wird für die Zukunft dem Ministerium des Auswärtigen angegliedert. Eine offiziöse Berliner Erklärung. Berlin, 26. Juli. (WTD.) Die Weigerung der bayerischen Regi.erung, das Reichsgeseh zum Schuhe der Republik durchzuführen, sowie die Verordnung der bayerischen Regierung haben eine ernste politische Lage geschaffen, mit welcher sich die Reichsregierung in mehreren Sitzungen befaßt hat. Es ist verständlich, daß auf die Anwesenheit sämtlicher Reichsminister besonderer Wert gelegt wird, ehe endgültige Entscheidungen getroffen werden. Die Mitglieder der Reichsregierung werden voraussichtlich im ßaufe des morgigen Tages alle in Berlin eintreffen. Reichsernährungsminister Fehr hat bereits an dec heutigen Sitzung des Kabinetts teilgenommen, während Reichswehrminister Gehler erwartet wird. Die Reichsregierung wird in ruhiger Entschlossenheit die Interessen und Rechte des Reiches zu wahren wissen. Deutsch-polnische Abmachungen. Berlin, 25. Juli. (Wolff.) Die deutsch- polnischen Vorbesprechungen in Warschau haben am 20. Juli zur Unterzeichnung eines Protokolls folgenden Inhalts geführt: 1. Deutschland und Polen einigten sich über das Programm für die bevorstehenden deutsch-polnischen Verhandlungen. Aas den 25 Punkten dieses Programms seien hervorgehoben: Die Frage der Liquidation des deutschen Eigentums in Polen, die Fragen, die sich aus Ar- tikel 256 des Friedensvertrages (Uebergang des deutschen Staatseigentums an Polen) ergeben and unter die besonders auch die durch das polnische Vorgehen gegen die Ansiedler entstandenen Fragen fallen; zahlreiche Wrechnungsangelegenheiten und die Entschädigungsansprüche Polens an Deutschland und umgekehrt; das Wirtschaftsabkommen, die Liguidation des polnischen Moratoriums, die Regelung der and dem polnischen Va.kttagc.setz vom 20. Rovember 1919 sich ergebenden Fragen sowie die Regelung der Militär- und Zwilpensivnen und zahlreiche andere Fragen. 2. Bezüglich der Ausfuhr wird Deutschland künftig Polen ebenso behandeln wie andere Länder und auch die Preise für die nach Polen aussuführenden Waren nach denselben Regeln fixieren, die anderen Ländern mit niedrigem Wechselkurs gegenüber angewandt werden. Eine Wirtschaftskommission, die bei den Verhandlungen gebildet werden wird, wird die Einzelheiten festsehen. 3. Deutschland wird davon absehen, von den Pferden, die es gemäß dem Wiesbadener W- tommen vom 3. 6. 1921 an Polen liefert, diejenigen Pferde zurückzubehalten, die Polen den aus Polen abwandernden Optanten abgenommen hat. Dafür wird die Frage, ob Polen ein Recht hatte, die Optantenpferde zurückzubehallen, bei den deutsch-polnischen Verhandlungen von einer juristiischen Kommission entschieden werden und zwar mit rückwirkender Kraft. 4. Polen erklärt sich bereit, die Durchfuhr deutscher Waren nach Rußland und der Ukraine durch fein Gebiet zu gestatten; Einzelheiten werden von der Wirtschaftskommission bei den deutsch-polnischen Verhandlungen festgesetzt. 5. Polen wird unverzüglich Maßnahmen ergreifen,'um das Dromberger Abkommen vom 2. 11. 1920, auf Grund dessen Polen eine Anzahl Schiffe an Deutschland zurückzugeben und bestimmte Zahlungen zu leisten hatte, völlig durchzuführen. Endlich wurde auch ein Reglement für die deutsch-polnischen Verhandlungen vereinbart, wonach zunächst sechs Kommissionen gebildet werden sollen. Die Verhandlungen beginnen am 1. September in Dresden. Die polnische Ministerkrise. W a r s cha u, 25. Juli. (WTD.) In der polnischen Ministerkrise ist insofern eine Wendung eingetreten, als das Zentrum sich berett erklärte, sich mit der Linken über die Grundlagen für die Bildung eines aus Vertretern beider Gruppen bestehenden Kabinetts zu verständraen. Als künftiger Ministerpräsident wird der frühere österreichische Wgeordnete Dr. Stecklowicz genannt. — Die Reise Poincarss nach London. .Ppris, 26. Juli. (WTD.) Havas teilt mit, daß die englische Regierung sich noch nicht bamit einverstanden erklärt habe, den 1.August als Zeitpunkt für die Zusammenkunft zwischen Lloyd George und Poincare anzunehmen, wie es letzterer vorgeschlagen habe. Der Londoner Korrespondent des „Temps" berichtet, man nehme an, daß Lloyd George heute den französischen Vorschlag beantworten werde. Möglicherweise werde er Poincare ersuchen, erst am 5. oder 6. August nach London zu kommen, weil am 4. August sich das Hinterhaus vertage und $u hoffen sei, daß die italienische Ministerkrise bis dahin beendet sein werde. London, 26. Juni. (WTD.) Rach einer Havasmeldung aus London soll Balfour an Poin- gate ein Telegramm gerichtet haben, das erllärt, daß die französische Regierung glücklich sei, in der kommenden Woche, wie er es vorgeschlagen habe, Poincare in London begrüßen zu können. Die gegenwärtige italienische Kabinettskrise werde aber leider Italien verhindern, zu einem so nahen Zeitpunkt einen Vertreter zu entsenden. Außerdem sei die Anwesenhett von Vertretern von Spanien und Belgien nötig angesichts der ver- schiedenen Fragen, die im Laufe der Konferenz diskutiert würden. Die Konferenz werde voraus- sichllich eine Woche bauern, I Ein deutsch-holländisches Abkommen. Berlin, 25. Juli. (Wolff.) Rach einer telegraphischen Meldung aus dem Haag wurde am 24. Juli von dem dortigen deutschen Gesandten und holländischen Minister des Aeußern ein Abkommen zur Regelung des Luftverkehrs zwischen Holland und Deutschland unterzeichnet. Ein Attentat in Tiflis. T i f l i s, 25. Juli. (WTB.) Der gestern abend in Tiflis vorübergehend anwesende D j e m a I Pascha ist mit seinen beiden Adjutanten auf der Straße erschossen worden. Man nimmt an. daß die Attentäter armenische Terroristen sind. Dr. Breitscheid in Paris. Paris, 26. Juli. (WTD.) Der unabhängige Wgeordnete Dr. Dreitscheid ist hier ein- Betroffen und wird am Jahrestag der Crmor- u n g Iaures bei einer Gedenkfeier das Wort ergreifen. Die sranzösische Bevölkerungsziffer. Paris, 26. Juli. (WTD.) Die französische Bevölkerungszifser wird neuerdings mit 39 209 666 angegeben. Ein merkwürdiger Protest. Berlin, 25. Juli. „D. A. Z." meldet auS München: Gegenüber anderslautenden Rachrrchten können totr auf Grund von Erkundigungen an amtlicher Stelle versichern, daß die französische Regierung dieser Tage zu dem Hochverratsprozeß Leoprechting einen diplomatischen Schritt bei der bayerischen Regierung unternommen hat. Wie wir vernehmen, ist der französische Gefand te in München, Herr Dard, bei der bayerischen Regierung vorstellig geworden und hat insbesondere gegen die öffentliche Führung des Prozesses Leoprechting sowie auch gegen den Inhalt der vorläufigen Urteilsbegründung Einspruch erhoben. Brantings Rededrang. Stockholm, 25. Juli. (WB.) Rach et rem Bericht des Par s?r Korrffpondrntecl von „Göteborgs Hand, lttid.ringen" äußert Mr.äste Präsident Branting in einem Interview mit dem „(3ve Rouvelle" daß Ebert und Wirth ihn ge beten hätten, fernen Einfuß bet der französischen Regierung dahin g'Ifcnb zu machen, daß sie für Deutschlands Zahlungs- fähigkeir Verständnis zeige. Drcutting habe hinzugefügt, Poincare besäße genaue Kenntnis der deutschen Zu stände. Er zweifle nicht an dem guten Willen der deutschen Regierung, aber er bcjch ll- bige sie einer zu großen Schwäche gegenüber der Rechten und wisse genau, daß er alles tun müsse um die liberalen und friedlichen Elemente Deuffchlands zu ftütjen. Aber, wie solle er auf die Okkupation verzichten, wenn die deuffche Rc^ierung sich so schwach zeige! „Aftonbladet" „Stockholms Dagblod" und „Svenska Dagbladet" greifen Branting wegen dieser neuen Parteinahme, insbesondere, f otoeit sie die Okkupationsfrage betrifft, heftig an. „Svenska Dagbladek" findet Dransings eigen» tümlichen Rededrang umso auffallender, als er während des Krieges eine unglaublich einfeittge Empfindlichkeit bei einem vermeintlichen Mangel an Reutralitat zeigte. Aus dem Reiche. Dcutschnationaler Protest gegen das Memo* randmn des Garantiekomitees. Die deutschnationale Reichstagsfraktion hat der „Deutschen Tageszeitung" zufolge eine Erklärung an den ReichstagspräsidentenLöbc gerichtet, in der sie gegen die Annahme des Memorandums des Garantiekomitees durch die Reichsregierung schärfsten Einspruch erhebt und bemängelt, daß die Reichsregierung die Zustimmung des Reichstags zu diesem Schritt, der wichtige Souveräni- tätsrechte preisgebe, nicht eingeholt hat. Die deutschnationale Fraktton verlangt angesichts dieser Sachlage die sofortig«! Einberufung des Reichstags. Eine Geheimorganisation in Altona. A l t o n a , 25. Juli. (WTD ) Wie der Poll, zeipräsident Attonas mitieilt, ist der Atonaer Polizei vor etwa 14 Tagen die Aufdeckung einer nationalistischen Gehei morganisa- tion gelungen. Bis jetzt wurden zwei Personen verhaftet. Die Akten wurden durch den Oberstaatsanwalt von Wtona bereits dem Staats- gerichtshof zum Schuhe der Republll übergeben. Beamten der Altonaer Fremdenpolizei war es aufgefallen, daß außerordentlich viele frühere russische Offiziere nach Altona tarnen, um im Hafen Arbeit zu nehmen. Sie gaben an, auf Veranlassung des Rittmeisters Raben nach Wtona gekommen zu sein. Die Russen wurden inzwischen ausgewiesen. Raben war im Daltikum Adjutant des Fürsten Avaloff-Bermondi, mit dem er freundschaftliche Beziehungen unterhielt. Er entsprach mit der Unterbringung der Russen in hiesigen Arbeitsstellen dem Wunsche des Fürsten. Raben unterhält und leitet eine Geheim- Organisation namens „Rächende Hand", die aus früheren Angehörigen seines Freikorps besteht Der Politzeib«ncht veröffenllicht die Statuten des Vereins, in welchen u. a. gesagt ist, es sei Hauptaufgabe des Vereins, die deutsche Republik zu stürzen und die Monarchie zu errichten. Raben war am Kapp-Puffch aktiv beteiligt, gehörte dann der Brigade Ehrhardt an, entfloh nach Ungarn, kehrte nach der Amnestierung zurück und war bann zunächst in der Orgesch und hierauf im vberfchlesischen Grenzschutz tätig. Die Löhne der Bergarbeiter. Berlin, 26. Juli. Wie die „Sozialderno- kratische Korrespondenz" berichtet, wurde gestern im Reichsarbeitsministerium ein Schiedsspruch gefällt, der die Löhne der Bergarbeiter tin Ruhrgebiet durchschnittlich um 65 Mart pro Schicht einschließlich des Soziallohnes erhöht. Bon dieser Summe erhalten die 'Bergarbeiter der Reviere Riederschlesien 85 Prozent, Oberschlesien 90 Proz., Freistaat -Sachsen 94 Prvz., Aachen 87 Proz., Bayern-Pechkohle 90 Proz. und Bayern-Steinkohle 90 Proz. Die Lohnerhöhungen für die anderen Reviere und auch für die mitteldeutschen Bergwerke werden wahrscheinlich am Mittwoch festgesetzt. Ein Totengraberftreik bei der Beerdigung der Mörder Rathenaus. D e r l i n, 25. Juli. Bei der Beerdigung der Mörder Rathenaus auf dem Friedhof des Dorfes Saaleck lehnte laut dem „Lokalanzeiger" der zuständige Totengräber ab, dos Grab auszuheben. Die dadurch entstandene Verlegenheit wurde erst beseitigt, als Studenten, die aus Leipzig, Halle und Jena erschienen waren, sich daran machten, das Grab auszuheben. Schließlich wurde das Grab von einem Arbeiter aus Saaleck', der sich noch im letzten Augenblick zur Verfügung stellte, fertig ausgehoben. Zeitungsverbot. H ild b u r g ha u s e n, 25 Juli (WTB.) Der Rcgierungskommissar von Meiningen hat auf Grund des Paragraphen 21 des Gesetzes zum Schutze der Republik das Erscheinen der „Dorfzeitung" wegen elned Leitartikels über die neue 'hreuhische Verwaltungspraxis auf vierzehn Tage verboten. Auslosung einer sozialdemokratischen Ortsgruppe. fpd. D a d E m s, 25. Juli. Infolge innerer 'Streitigkeiten, die schon den Ausschluß der Führer der Mehrheitssozialisten, Gebr. Kaffine, durch den Bezirksvorstand zur Folge hatten, sind 'jetzt auch fünf Stab tverordnete aus der sozialdemokratischen Fraktion ausgetreten und haben sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen. Rach einer stürmisch verlaufenen Versammlung der sozialdemokratischen Ortsgruppe wurde diese von dein Sekretär Kaernisch für aufgelöst erklärt. Aus Hessen, Aus dem Finanzausschuß. rm. Darmstadt, 25. Ha'i Sc: Finanzausschuß des Landtags beriet heute nachmittag zunächst das Gesetz über die hessischen Wasserstraßen. Es fand Annahme mit dem Wunsche, daß entgegen d:r Bestimmung des Reiches, welches Hessen unbrrücksichtigt läßt, v.i Mainz eine Wasserbaudirektion errichtet wird. ---- Aus dem besetzten Gebiet. Inspektionsreise Marschall Faholles Lurch das Rheinland. Grz. Paris, 25. Jul-, Wie verlautet, macht Marschall F a y o l I e gegenwärtig eine Inspektionsreise durch das besetzte Gebiet. Gr hall sich augenblicklich in Mainz auf und wird am Montag seine Reise sortsehen, um die Luftstreitkräfte am Rhein zu besichtigen. Aus StßM' und Land. Gießen, den 26. Juli 1922. Einkommensteueranteile Her Gemeinden des Kreises Gießen. Die Beträge für die Einkommensteueranteile für das Rechnungsjahr 1922 sind wie folgt festgesetzt- Albach 400 Mk.. Mendorf a. d Lumda 900 Mk., Allertshausen 800 Mark, Alten-Buseck 2100 Mk., Annerod 1600 Mark, Arnsburg —, Bellersheim 3600 Mk., Beltershain 1600 Mk., Bersrod 250 Mk., Bettenhausen 1200 Mk., Beuern 700 Mk., Birklar 2900 Mk., Buibhardsfelden 2400 Mt., Climbach 500 Mk., Daubringen 3200 Mk., Dorf-Güll 2300 Mark, Eberstadt 4300 Mk, Ettingshausen —.— Garbenteick 4300 Ml., Geilshausen 1200 Mk.,' Gießen 866 400 Ml., Göbelnrod 1300 Mc.. Großen- Linden 20 300 Mk., Grünbecg 13 600 Mk., Grü- nIngen 3700 Ml., Harbach 800 Ml., Hallenrod 500 Ml., Hausen 2300 Mk., Heuchelheim 30 900 Mart, Holzheim 6200 Ml., Hungen 16 300 Mk., Inheiden 1500 Mk., Kesselbach 1400 Mk., Klein- Linden 10 700 Mk., Langd 1600 Mk., Lang- Göns 7500 Mt., Langsdorf 2000 Mk., Lauter 1100 Mk., Leihgestern 6900 Mk., Lich 13 500 Mk. Lindenstruth 1000 Mk., Lollar 18 900 Mk., Londorf 3400 Ml. Lumda 1200 Mk., Mainzlar 3600 Ml. Münster 1500 Mk., Muschenheim 2400 Mark. Rieder-Bessingen 1000 Mk„ Ronnenroth 500 Ml., Obbornhofen 3600 Mk.. Ober-Bessingen 900 Mk., Over-Hörgern 3800 Mk., Odenhausek 700 Mk., Oppenrod 600 Mk., Queckborn 2400 Mark, Rabertshausen 900 Mk., Reinhardshain 900 Ml., Reiskirchen 1700 Mk., Rodheim a. d. Horloff 1000 Mk , Rödgen 2200 Mk., Röthges 500 Ml., Rüddingshausen 1200 QHL, Rullers- hausen 1200 Mk., Saasen 2800 Mb, Stangenrod 1100 Mk., Staufenberg 450 Mk., Steinbach 3000 Mark, Steinheim 1500 Mk., Stockhausen 2500 Mark. Trais-Horloff 2600 Mk., Treis an der Lumda 2300 Mk., Trohe 800 Mk., Lllphe 2400 Mark, Villingen 800 Mk., Watzenborn-Steinberg 13 200 Mk., Weickartshain 2100 Mk., Wellers- Hain 2100 Mk., Wieseck 12 900 Ml., Winnerod 450 Mk. Zusammen 1 155150 Mk. Neue Bezeichnungen bei der Eifenbahnverwaltung. „Reichsbahnbirektion". abgekürzt RBD, heißen in Zukunft die Eisenbahn-Generaldirektionen und Eisenbahndirektionen. Der Ortsname wird nach einer Verfügung des Reichsverkehrsmini- steriums beigefügt z. B. „Reichsbahndirellion Berlin". Die eyemals landesherrlichen Gene- raldirektionen Dresden, Stuttgart, Karlsruhe und Schwerin haben damll eine einheitliche Bezeichnung mit den ehemals preußischen Direktwnen gefunden. Die übrigen Stellen, d. h. die zentralen Aemter, Detriebsdireltionen, Inspektionen usw., sowie die Dienststellen, bei denen die Zugehörigkell zur Reichsbahn nicht aus der Bezeichnung hervorgeht, führen vor ihrer bisherigen Bezeichnung die Worte „Deutsche Reichsbahn", z. CB.: Deutsche Reichsbahn Eisenbahn-Betriebs- amt Berlin 1. Die Anschriften an den Gebäuden, insbesondere die Schilder, sind damit sofort in Üeberernstimmung zu bringen. Bei alten Schildern genügt es nicht, Bezeichnungen, wie Königlich preußisches, zu überstreichen. Es muh das ganze Schild neu gestrichen oder neu angefertigt werden. Sind mehrere Stellen in einem Gebäude untergebracht, so genügt bei zusammmen- stehenden Anschriften „Deutsche Reichsbahn" einmal. Die Zusätze über die Zugehörigkeit zu den Ländern sind zu beseitigen. Die Dienstsiegel und Dienststempel der Reichsbahndirektionen sind sofort zu ändern. Die Fernsprechgebühren nach dem Ausland betragen jetzt nach dem Satze von 100 Mk. für den Franken mit Dänemark 150—525 Mk., Litauen 25—400 Mk., Luxemburg 75—325, den Riederlanden 75—350, der Schweiz 23—363, Ungarn 150, Belgien 94—238, Frankreich 56 bis 1350, Italien 275—700, Rorwegen 638—863, Schweden 338—1013 Mk. Es kostet nun ein einfaches Tagesgespräch zwischen Frankfurt a. M. und Kopenhagen 525, Amsterdam 225, Basel 263. Brüssel 238, Paris 300, Stockholm 713; zwischen Hamburg und Kopenhagen 375, Amsterdam 225, Basel 313, Brüssel 238, Paris 400, Kristiania 788, Stockholm 563 ML Wettervoraussage für Donnerstag Vorwiegend heiter und troffen, etwas wärmer, westliche Winde. Vom atlantischen Ozean her naht eine neu-: Depression, die wahrscheinlich, wieder eure Verschlechterung des Wetters veruißachen wird. » ** George Seibel, ein Förderer des Deutschtums in Amerika. Vor 50 Jahren wanderte der Hesse Seibel aus Dutenhofen nahe bei Gießen nach Pensylvanien aus und gründete sich dort yne Existenz. Er lebt noch heute hoch- betagt. Sein Sohn George hat sich in Amerika nicht nur als Dichter und Dramatiker, sondern auch als Förderer des Deutschtums einen Ramen gemacht. Sein Schauspiel „The Aper" ist in vielen Stäben der Vereinigten Staaten mit starkem Erfolg aufgeführt worden. Reben seinen Dichtungen, worin auch die Lyrik einen hervorragenden Platz einnimmt, sind George Seibels Bücher „Bacon versus Shakespeare", „The Fall", „The Mormon Saints" und „The Wine Dills of Omar Khayyam" mehrfach aufgelegt worden. Als Rezitator wird George Seibel nutzt minder geschäht. Unter seinen Vorträgen, die die verschiedensten Wissensgebiete berühren, nehmen seine Vorlesungen über Goethe, die deutsche Literatur, über deutsches Wesen die erste Stelle ein, wie denn Seibel unermüdlich tätig ist, die Kenntnis der deutschen Psyche unter dem amerikanischen Voll zu vertiefen. — Dienstjubiläum. Der in der Eisen- bahn-Rebenwerkstätte beschäftigte Heinrich Oßwald, Lahnstraße 5 R., kann heute auf eine 25jährigeTätigkeitm diesem Betriebe zurückblicken. ** Westdeutsche Studienfahrt „Lahn — Mose l". Die Gießener Veranstaltungen unter der Leitung von Professor Dr. Ernst Küster wurden am 25." Juli mit einem Ausflug auf den Schiffenberg beschlossen. Der überaus zahlreich versammelten Lehrerschaft aus dem Rorden und Osten des Vaterlandes einen Genuß besonderer Art zu bereiten hatte Professor Küster die Gießener Waldbühne gebeten, den Gästen Riebergalls unvergänglichen Datte - Wichtige neue Ausgrabungen in Griechenland. Von den neuesten bedeutenden Fanden, die bei den Ausgrabungen dieses Jahres auf den llassi- schen Stätten des alten Hellas gemacht wurden, ist bereits Einiges bekannt geworden. An der sog. Mauer des Themistokles in Athen wurden einige Skulpturen sreigelegt, die die schönsten Beispiele der- archaischen Plastik irr Attika sind. Man forschte an dieser Stelle weiter und fand noch einen dritten Marmorblock, der aber kein plastisches Relief, sondern eine Malerei enthalten hatte. Aus den Spuren, die noch erhalten waren, konnte man fest stellen, daß nur die Vorderseite -geschmückt worden war und baß hier eine sitzende Gestalt im Profil sich befunden hatte. An den Seiten der Gestalt und hinter ihr waren zwei Anschriften. Die Gestatt sowohl wie die Inschriften sind sorgfältig mit einem Instrument mit scharfer Spitze ausgekraht worden. Deshalb ist von der Inschrift nur wenig zu entziffern. Rur so viel steht fest, daß. sie der zweiten Hälfte des 6. vorchristlichen Jahrhunderts angehört. Ein Seil der Inschrift scheint .in Hexametern verfaßt gewesen zu sein; der andere Teil enthält die Signatur des Künstlers, und zwar ist der Rame besS berühmten Bildhauers Endeies noch zu lesen. Rach all dem ist es sckhr wahrscheinlich, daß das Gemälde entweder den Tyrannen Peisistrates oder einen seiner Sohne, Hippas oder Hipparch, dar- flellte. Wenn es eine sitzende Figur der Athene gewesen wäre, so würde kein Anlaß gewesen Jein, das Bildnis abzu kratzen; dagegen ist es bei dem Vorträt eines Tyrannen leicht begreiflich-, daß man nach der Vertreibung der verhaßten Peisistratiden ihr Andenken vollständig auslöschen wollte und daher die ihnen gewidmeten Denkmäler nach Möglichkeit vernichtete. Dies geschah auch in Rom noch dem Tode unbeliebter Herrscher. Die wichtigste Tatsache, die aus diesem neuen Funde hervvrgeht, ist die. daß Endeies schon unter Peisistratos geschaffen hat. Bisher wußte man nur. daß er in der Zeit nach der Vertreibung der Peisistratiden arbeitete. Wahrscheinlich war die Statue, die auf diesem Marmorblock ursprünglich gestanden hat, ein Werk dieses Bildhauers. Weitere Ausgrabungen beschäftigten sich, wie der Berichterstatter des Manchester Guardian aus Athen mitteilt, mit der griechischen Vorgeschichte. Die Italiener veranstalteten Grabungen an der Südwestecke der Akropolis in dem Gebiet, das im Altertum „Pelargikon" hieß. Man wollte Spuren der frühesten Kultur entdecken, die im alten Athen bestanden hatte. Die Ergebnisse waren überraschend. In der Rahe der Stoa des Eumenes fand man Lleberreste einer Ansiedlung aus der jüngeren Steinzeit; ebenso wurden grotze Mengen von Scherben aus Oxhdian und Ton aufgedeckt. Die Tongefahe gehörten zu einem Typus, der bisher tn Mittelgriechenland noch nicht bekannt war; die Scherben zeigten einen polychromen Dekorationsstil, wie er in T^ssalien gefunden worden ist. Die Ureinwohner von Athen scheinen also zu den Völkern be£ Rordens in Beziehung gestanden zu haben. Die Engländer haben in Mazedonien an der Chauchllsa genannten Stätte Grabungen veranstattet. und deckten einen Friedhof der älteren Eisenzeit auf. In rich vorzusühven. Die Darstellung löste starken Beifall aus. Herr Rasp als Datterich hatte die Führung der Handlung mit wirklicher Meisterschaft übernommen und stattete die dankbare Rolle mit hundert drolligen Zügen aus. Die Aufführung fand im Freien statt wobei sich die Romantik des Klosterßoses und die wandernde Szenerie als äußerst wirksam erwiesen. ** Haltet die Straßen rein! Sell neuerer Zell ist wieder die Unsitte eingerissen, Papier, Obstschalen, Obstkerne und sonstige Abfälle auf Bürgersteige und Fahrbahn zu werfen. Schon das ReinlichkeitSgefühl sollte jeden von einem solchen Lun abhalten. Doch müssen sich diese Gleichgülttgen vor allem einmal klar machen, welche Gefahren für den Verkehr durch die auf der Straße liegenden Obstreste usw. entstehen. Schon mancher ist durch solche Nachlässigkeiten eines Mitmenschen zu lebenslänglichem schweren Schaden gekommen. *'* * Für die Anmeldung von Brän- öen und Unfällen gibt eine Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil sehr beachtenswerte Anweisungen. ** Der Schorn st einsegerbezirkGie- h e n I ist an den Schornfteinfegermeister Alexander Takacs in Gießen übertragen worden. ** Paketverkehr mit Oberschlesien. Mit dem 25. Juli wird bet Paketverkehr sowohl von Deutsch-Oberschlesien als auch vom übrigen Deutschland nach Pvlnisch-Oberschlesien und in umgekehrter Richtung ausgenommen. Weitere Auskunft erteilen die Postanflatten. ** Flugpost gebühren nach Rußland. Die Absender von Flugpostbriesen und Flugpostkarten nach Rußland werden erneut daraus hingewiesen, daß der Flugzugschlag für solche Sendungen nicht 40 Pf. wie im sonstigen Auslandsflugpostverkehr, sondern 8 Mk. für Postkarten und für jede 20 Gramm eines Briefes beträgt. Außerdem werden die gewöhnlichen Aus- ttnbr gebühren erhoben. Es kosten also eine Flugpostkarte nach Rußland 3,50 Mk. gewöhnliche Gebühr und 8 Mk. Zuschlag, zusammen 11,50 Mk., ein Brief bis 20 Gramm 6 Mk. und 8 Mk. Zuschlag, zusammen 14 Mk., ein Brief über 20—40 Gramm 9 Mk. und 16 Mk. Zuschlag, zusammen 25 Mk., ein Brief über 40—60 Gramm 12 Mk. und 24 Mk. Zuschlag, zusammen 36 Wk. usw. T^rnotrzen. — Tageskalender für Mittwoch. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das schwarze Kuvert" und „Charly Chaplin". Landkreis Gießen. Ej Grünberg, 23. Juli. Heute morgen schlug der Blitz in d i e elektrische Leitung der hiesigen Steinrnühle (Besitzerin Heinrich Zimmer Witwe). Jedoch wurde fein weiterer Schaden angerichtet. — Die landschaftliche Schönbell unseres ,.B r u n n e n t a l s" ist sehr beeinträchtigt worden durch die Veränderung der „W ildcn Grub c", deren Damm durchbrochen wurde Der schilfverwachseneWasser- spiegel dieses Teiches, am stillen Rande des kleinen Waldes, bildete früher einen prächtigen Tlbschluh der schönen Anlagen. Ungern entbehren die hiesigen Spaziergänger das stimmungsvolle frühere Landschaftsblld. Da die „Wilde Grube" (woran sich auch die Sage vom „Wildemann" und der „Wildesrau" knüpft) auch für rationelle Fischzucht, insbesondere Forellen, früher ergiebige Gelegenhell bot, so dürfte eine Wiederherstellung des Dammes sich löhnen. Die Kosten der Wiederherstellung sind allerdings hoch. Jedoch dürfte eingerneinsarnesVorgehenberInter- e f s e n t e n einen schönen Srfölg versprechen. Die hiesigen Bewohner hoben sich ja niemals llein- lich benommen, wenn es galt, etwas für die Allgemeinheit zu tun. Wo ober ein Wille ist, da ist auch ein Weg! * Saasen, 25. Juli. Zu Ghrenfeld- schützen unserer Gemeinde wurden Ludwig Schmitt III. aus Dollnbach und Georg Glatthaar II. von hier verpflichtet. Kreis Friedberg. am. Rieder-Florstadt, 25. Juli. Am letzten Sonntag hatten wll hier einen hervorragenden musllalischen Genuß. Herr Musikdi- rettor Müller- Friedberg war mit seinem Männerchor zu einem K irchenko nzert erschienen. Außerdem wirkte eine Solistin aus Frankfurt mit. Sämtliche Darbietungen 'befriedigten in hohem Maße die zahlreich Erschienenen. Der Reinertrag von ungefähr 1000 Mk. fließt dem Fonds zur Errichtung eines Kriegerdenkmals zu. am. Staden, 25. Juli. Am letzten Sonn- tag röurde in hiesigem Orte für die evangelische Altershilfe gescunmett. Das Ergebnis war für die nur 332 Evangelische zählende Gemeinde recht befriedigend, war doch eine Summe von 412 Mark zusammengebracht. am. Stammheim, 25. Juli. Die Haussammlung für die evangelische Altershilfe erbrachte in hiesigem Orte 485 Mark. im ■hm iiiiii................. , «—» den Gräbern befanden sich Gegenstände aus Ton, Bronze, Gold und Eisen mit Schmuckformen, die mit dem „geometrischen" Stil von Südgriechenland eng Zusammenhängen. In der Rähe dieser eifenzeitlichen Begräbnisstätte wurde eine große An- siedlung ausgegraben. Die Drvnzeornamente und auch die goldenen Fundstücke gehörten alle zu einem vorgeschichtlichen Typus, wie man ihn an der Donau gefunden bat. Die Spuren der Eisen- zell waren in der Ansiedlung nur gering, und unter der schmalen eisenzelllichen Schicht traten sehr bedeutende Funde der Dronzezell zutage, die durch das plötzliche Auftreten der Eisenzeit ein jähes Ende genommen balle. Diese Stücke der Dronzezell zeigten einen engen Zusammenhang mit den nördlichen Balkanprovinzen. Von diesen Grabungen aus fällt Licht auf die frühe mazedonische Geschichte. Die Kultur der Eisenzell drang hier um etwa 1000 v. Ehr. in eine Wett, die sich noch ganz in der Dronzezell befand. Das Doll dieser Drvnzekuttur wurde dann weller südlich nach der eigentlichen griechischen Halbinsel gedrängt. * — I n einem englischen Duchladen. Ein in England lebender Holländer hat sich in einer holländischen Zeitschrift über den englischen Buchhandel geäußert, und ein interessanter Absatz wird in der „Deutschen Verleger-Zellung" wiedergegeben. „Vergeblich suche ich nach echtem DuchHandel in Liverpool oder sonstwo in England," heißt es da, „nach einem Duchladen, der international ist, wo man herumschnüfseln und alles finden kann. Das gibt es hier einfach nicht. Die Duchhandlungen sind angefüllt mll Dickens und Kreis Scharren. o. Schotten, 25. Juli. Am vergangenen Sonntag fand hier unter großer Beteiligung zahlreicher Gesangvereine der Umgegend der 1. Säng ertag des Riddatalsänger b u n d e s statt. Rach vorherigem Probesingen und Vortrag eines wirkungsvollen Massenchors vor der Kirche setzte sich der Festzug nach der Turnhalle in Bewegung, woselbst nach Begrüßungsreden des Bundesvorsihcnden Schäfer, Lehrers Li.ick und Bürgermeisters Menget das Wertungssingen der Vereine unter Leitung des Musikdirektors Kern (Frankfurt) begann. Die gelungenen Lieder legten Proben von der eifrigen Gesangstätigkeit in den 'Vereinen und von der ! erfreulichen Wiederbelebung und Pflege des i>euh schen Aedes ab. — Dem Schülerturnen wirL j neuerdings hier besondere Ausmerksamkell geschenkt. Reben dem Turnen in den Schulen erfolg! . die weitere turnerische Ausbildung in verschiß denen Knaben- und Mädchenabteilungen burch ben hiesigen Turnverein. Die Stabt hat für bas !■ Schülerturnen eine Reihe von Geräten (Bock. Schülerbarren usw.) auf eigene 'Kosten beschafft. wg. Gebern, 26. Juli. Eine lebhafte Bautätigkeit entwickelt sich hier seit etwa einem Jahr. Auf bem früheren Pfarreigelände „Brühl' welches zur Behebung der Wohnungsnot an bi. bürgerliche Gemeinde verlaust wurde, wurde eine neue Straße angelegt. Bis jetzt sind 8 Wohnhäuser fertiggestellt. Die Eisenbahnverwaltung wird demnächst mit dem Bau eines großen Wohn hauscs für Eisenbahnangestellte beginnen; außer dem werden noch 2 Gendarmerie-Wohnungen er-- richtet. - Der hiesige Leseverein, welche- nahezu 50 Jahre lang bestand und feine Mi! glieder mit guten illust.i.rttn Zcitschri.ten vc sorgte, muhte sich leider austösen, da die Preu: für die Zeitschriften unerschwinglich geworden sind wg. A l r i ch st e i n, 2H. Juli. Das Iah resfest des Schotten er Zweigvereins der Gustav- Adolf-Stiftung wird voraussichtlich am 20. August hier gefeiert werden. Starkenburg und Rheinhessen. Dudenhofen (Kr. Offenbach), 24. Juli. Seit dem 26. Juni d. Is. wird der am 4. Juni 195Z in Stockheim geborene Georg F u ß m a n n r> e r =; \ mißt Rachrichten über seinen Verbleib werden an die hiesige Bürgermeisterei erbeten. Der Vermißte ist an folgenden Merkmalen zu erkennen. Schmales Gesicht, hellblondes Haar, graue Augen Bekleidung: Rormalhemd, graugestreifte Tuch- jc.de, blaue Hose (Lappen auf dem Knie). tob. Worms, 25. Juli. Die gestrige Stadt verordnetenversammlung eröffnete de Vorsitzende Oberbürgennci er Köhler mit ein?- Gc-dächtnisansprache zum Tode Watt r Rathenaus. Während dieser Ansprache hatte sich b c Versammlung von ihren Si,.en erhoben Von fo’ zialbemokratischer Selle wurde ein Antrag gestellt, bic Kaiser Wilhelm-St'.ay: in Walle - Rcllhcnau-Straße umzutaufen unb schwarz-ro'.- go(bcnc Fahnen für bie städtischen Gebäude za beschaffen. Weller wurde von gl-.icher Selle b:r Antrog gestellt, gegen einen städ.ischen De am - ten, der sich anläßlich der Ermordung Wolter Rathenaus geäußert haben soll: ..Das ist noch nicht genügend, es müssen noch mehr herunter * eine Äntersuchang einzll iten. Der Wohnmgt- kommrssion wurde einmütig das Vertiarea ber Stadtverordiretenve- sammlui g ausgesprochen. Währenb der Aussprache wurden dirch lie verschiedenen Kommissionsmitglieder erschütternd' Bilder des herrschenden Wohnungsele.ides enthüllt unb ber Appell ai bie Bevölkerung gerichtet, helfend durch F eimachung entbehrlicher Räume einz.'greifen. Während vor kurzem rocd 750 Wohnungen fehlten, ist iie Za'^l der notwendigen Wohnungen jetzt aif über 903 gestiegen. Um einen früheren Wohnungsbouplan der Stab'- Verwaltung borchzuführen, Hütte c3 5 10 Iah:- bedurft, um einigermaßen einen Ausgleich ;i schaffen. Rach ber jetiicn Statistik braucht man aber, wenn auf Derselben Basis welle'gebaut würbe 20 Jahre, um diesen Ausgleich herbei- zuführen. Die übrige Tagcsorbnung wurde oh": wcsentliche Debatte angenommen, so auch ki? wcr- terc Erhöhung ber Fahrpreise für bi elektrische Straßenbahn. Hessen-Nassau. Straßen-Llmbenevmmg in Frankfurt. mc. Frankfurt a. M., 25. Juli. Der seitherige Theaterplatz wird künftig Walter-Rathenau-Platz heißen. Der Dahnhofsplatz erhalt voraussichtlich den Aa- men „Platz der'Republik". Außerdem gibt es noch eine Erzberger-Straße, deren Lage noch nicht bestimmt ist. Rotwohnungen in einer Kirche. mc. Frankfurt a. M., 25. Juli. Die alte Karmeliterkirche, die seither als Koulissenmagazin des Schauspielhauses Dienste tat, soll jetzt teilweise in Notwohnungen umgebaut werden. Scott in Leder, Halbleder, in Rot, Grün oder Violett, in Halbleinen, Leinen usw., und auf ben Ladentischen Prangen die letzten dreihundert spannenden Liebesgeschichten neben .den Magazinen mit zwölf vollständigen Geschichten für ein Schilling (Art: Sherlock Holmes), bie zahllosen Bück er ' über den Hausgarten, die fürchterlich Volkstum- - lichen „ilmriffe der Wissenschaften" und die nur Aum Prunken gebrauchten Kleinigkeiten an Ge- schenkbüchern. Sprachen kennen die Lcutehiernach! Bestellt man in einer Buchhandlung ein nicht englisches Buch, so mu.ß man den Titel buchstabieren. Goethe? Davon haben sie kaum etwas gehört. Schopenhauer? Wer ist baS? Riehschc — das ist der verd . . . Hunne, der mit Schutt * am Kriege ist (denn das sagen die Zeitungen' Oh! England ist in mehr al8 einer Beziehung eine Insel." • — Der Omnibus in der Wüste. Ein regelmäßiger Automobilomnibusverkehr ist zwi- fchen Bagdad und Aleppo eingerichtet worden, obwohl der angelegte Automobilweg offlliell un= beschützt ist. Die Omnibusse, die acht Sitze für Passagiere enthalten, fahren über Mosul und legen eine Strecke von etwa 800 Kilometer zurück. Die Fahri geht durch die Wüste und dauert I fünf Tage. Bisher ist der Verkehr ohne Lieber- fälle durchgeführt worden, denn man hat sich mit den arabischen Schecks in Verbindung gesetzt, und sie haben gegen bestimmte Summen versprochen, die Omnibusse nicht zu behelligen. Wen. < Aw k. Ivber :^a‘lan vWSft I^ben bDnTnn:( Sic ^inen J^oen y£?& ZM 11>SÄK ÄäA«iS ääRÄl Üägat ^Eie ürK^Dchn1 äsSä ' -$' 3dli. ®agQQt tener 3teei8bC?’. ■ -0. August hier ge: d Rheinhessen. Kr Ostenbachj, 24. Juki. der am 4.3uni M ^0 Fuf;mann verlernen Ictbleib toetbcn lstnei erbeten. Der 2er- Werkmalen zu edennen.. Es Haar, graue Augen ™, gruugestreiste Lu-h- n auf dem Knie). uli. Die gestrige Stadt- rnmlung rechnete der n:i er Kahler mit erner n Lode Toller M:-- Achpmche halte sih o - 6i,,en erhoben. 5on f?> tDutie ein Antrag ge- hÄrn-Strah: in Mi.ie- tajfcn und schtvarz-ro'- e städtischen Drdäude ze j? ton glelchrr Seite der einen siäd.ischen Perm- ter Ermordung Daltcr ifccn solle .Das ist noch en noch mehr herunter! s il iten. Der Dohn inge- ütig ba$ ÄerttE her \[ung cjzgHrrxi)». e L jrben d-rrch Vv. w' mMeder erschüttern^' Dvhmungsele.tdes l ai die TeoöLrang gc- § eimachM eulbrhrlichu während vor kar-em o» ist die Zahl ta*iv ' aii über 903 gestiegen. nmzebAplM der Stadl- m, hätte el 5-10 Mtz to’.i einen Aarglrieh i' Vl Statistik braucht man [b:n Tasis »ätoyluJt Hefen Äisglat) h:rb^ ^lesordnang ward: )lr- j.-ommat, f) auH tt- ve> : Fahrpreise für di Nassau. mmg in Arankfm ■ t D. 25. M ®J‘ mir» (“"W ®°i AW bchtiMt ist. t «?4Ä* des .. j^Iotvvh' teiwelse m u twerde"' .—«« eher, m -oL ?l den Leinen Ändert sM- n neben P2IL ;n erb’1' Ä ' ha^LÄ-h^' M ist^Zt 6N Ä»«S' ehr aw - *L Suwvl^ dieses Gießen Der Bibliothekar. «7SV1 07212 entlaufen. StbAHfleben Polizeiamt. Sauber! Schnell! Gut! Reell! preiswert Trauringe Landwirtschaft. Kartoffelkrcmkheiten. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. ** Das Amtsverkündigungsblatt Ar. 83 vom 25. Juli enthalt: Wahlen zum Pro- vinziallaudtag. — Auflösung des deutsch-völkischen Schutz- und Trutzbundes. — Medizinischer Ausklärungsfilm. — Einkommensteueranteile. — Schornsteinfegerbezirk Giehen I. — Erwerbslosen- △ Aus dem Kreise Giehen. 24.Juli. Die ersten Kvrnhaufen sind auf den Feldern erstanden, denn der Schnitt des Roggens hat begonnen. Die Landwirte sind mit dem Stande d«s Roggens zufrieden, die Ernte dürfte gut ausfallen. Leider ist das regnerische und kühle Wetter für die Ernte recht ungünstig. Der Anbau von Wintergerste hat in den letzten Jahren stetig zugenommen, da sie sehr gute Erträge liefert und gegen Frostgefahr fester ist als Weizen. Die Wintergerste ist bereits geschnitten, vielfach sogar schon gedroschen. Ohroninger Wintergerste und Kirsches Wintergerste haben sich sehr bewährt. § Aus dem Ohmtal, 24. Juli. Als ob die Rapsfelder im Frühling blühten, so vollkommen leuchtet jetzt das Gelb des Sommersamens aus dem satten Grün der Felder. Dadurch erhalten die Dienen noch eine Tracht, die sie im Verein mit der reichlich Brillanten fGold-SilberX Plafinbruch M ZahngebisseÄ Gg.Gtimblein BruchstM9 furforge — Leserversammlungen. — Wasserwerk der Gemeinde Röthges. — Vermißt. — Dienstnachrichten des Kreisamtes. — Reinhallen der Straßen. Heinrich Zinn, Maurer, Landenhausen (Kreis Lauterbach) ist an die Stelle des aus- geschiedenen Prvvinzialtagsmitgliedes Privatier Wilhelm Schimmel, Heuchelheim, getreten. Ich ersuche, die aus der Bibliothek des T isellschaftsvereins entliehenen Bücher ibts spätestens 1. August zurück zu geben. Die Bibliothek bleibt vom 1. August hßs 15. September geschloffen. und zeitweise garnicht zu haben.-, Da empfiehlt es sich, anstelle der teuren Eier Dr. Oetker’s Milcheiweiß-Pulver zu verwenden. Dies ist natürliches, aus der Milch gewonnenes Eiweiß, ist nahrhaft und leicht bekömmlich, und eignet sich vorzüglich zur Bereitung von Pfannkuchen, Klößen, Kuchen, Torten u. s. w? Man verlange umsonst das Rezeptbuch „C." in den Geschäften. Wenn vergriffen, schreibe man eine Postkarte an: Dr. A. Oetker. Bieleffeid. Gesunden LoniUrMiltel auf der Strane von Giehen nach Hausen. 072,0 Näheres in Hause». Garbemeicher Straße 10. Bad-Nauheim den 25. Juli 1922 an denen sich ein Pilz ansiedelt, der die schwarze Färbung und das Absterben der Stengel verursacht. Cs gibt dagegen nur ein Mittel, nämlich die befallenen Stauden nebst den Knollenanlagen auszureisten und von den Aeckern zu entfernen, da sich die Pilze sonst aus andere Pflanzen übertragen und weiteren Schaden verursachen. Auch der Drahtwurm, die Larve des Saatschnellkäfers, wird vielfach beobachtet. Die Stauden sterben ab. sie sind entweder in oder direkt über der Erde abgefressen oder ausgehöhlt. Gegen diesen schlimmen Schädling läßt sich kaum etwas unternehmen. Am besten ist Gemüse oder Rüben zu bepflanzen, die nicht es, einige Jahre den betreffenden Acker mit so leicht von ihm befallen werden. Aus diese Weise verzieht sich dann der schädliche Geselle. Der Drahtwurm ist gelblich, etwa so dick wie ein Streichhölzchen und zeichnet sich durch einen festen Körperbau aus. Die Maulwurfsgrill, fast fingerdick und dunkelbraun bis schwarz in ihrer Farbe, findet man vielfach in der Gegend von Lich und Laubach. Sie sristt die Stauden ab und höhlt die Knollen aus. Man fängt sie, indem man quer zu ihrer: Gängen Latten legt und an die Enden der Latte je einen Topf mit Wasser in die Erde stellt. Auf ihren Gang nach Rahrung stöht sie an die Latte, geht an ihr entlang und fällt in den halbgefüllten Topf. An den glatten Wänden kann sie nicht emporklettern, so das) sie ertrinken muh. A Von Kartoffelkrankheiten treten Hahr besonders stark auf die Dlattroll- krankheit und die Schwarzbeinigkeil. Letztere zeigt sich an den unteren Stengelleilen, Teppiche aller Art und Größe, Möbelstoffe 5 Tapisserien, Kleidungsstücke, Felle rehillgen und färben in bester, sachgemäßester Ausführung l Braubach & Fischer1 , Neuenweg 4 Seltersweg 79a Tel. 1553 oegr. 1848 TeL 627 Di« Zehntausendmarkscheinfabrik fpd. § r a n k f u r t a. M., 25. Juli. Die polizeilichen Ermittelungen inder Falschmünze r- ,i n g c l c g e n h e i t in der Kaiserstraste 58 haben rrunmrhr zur restlosen Aufdeckung der Sinzel- 1 freiten, namentlich zur Festnahme der Haupttäter, i-efuhrt. Als solcher wurde der 31jährige, als Falschmünzer schon lange bekannte Georg Schiemer aus Pfungstadt ermittelt und verhaftet. Als fpeüercc Beteiligter wurde der 28jähriae Wirt "2lax Markiewicz aus Ried bei Höchst a. M. k'rst genommen. Dieser hatte auch die 30 003 Mark lüc die Beschaffung der Steinhanddruckpresse her- .«geben, während der flüchtig gegangene, eben- fvlls als Falschmünzer bekannte Früh Schwabe uaß Frankfurt die Presse besorgte. Es verdient ribrigens hervorgehoben zu werden, dast Schiemer ,md Schwabe, die noch längere Strafen wegen .Falschmünzerei zu verbüsten hatten, von der Staatsanwaltschaft aus dem Gefängnis beurlaubt noaren Die beiden Falschmünzer hatten also ihren .'Irlaub zur Einrichtung einer neuen Werkstätte Neiruht. Hramieir für ausländische Kohleulieferungen. mc. Frankfurt a. M., 25. Juli. Der Magistrat zahlt künftig für jeden Zentner ausländischer Kohle, der von Händ- Uem eingeführt und zum Zwecke des Haus- snrandes verlauft wird, eine Sondervergütung von 2 Mk. pro Zentner. fpd. Frankfurt a. M., 25. Juli. Im Dor- ffct Riederursel überfuhr heute abend gegen fr llhr ein in rasender Fahrt nach Dad-Hombrrrg tr d. H. fahrendes Automobil den 13jährigen Lohn des Kaufmanns Kuntz, Hohemarkstr. 8, umb tötete ihn auf der Stelle. [] Marburg 25. Juli. Vergangene Rächt Mrzte ein 18 Jahre alter Lehrling aus Pfaf- samdors am Rhein, der sich jedenfalls zu weit tuas dem Fenster feines Schlafzimmers ge- lafrat hatte, in die Tiefe und brach das Genick. Statt Katten! ^ür die anläßlich ihrer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten danken herzlichst Hartmann Loth und Frau Lina geb. Witkowski Gießener Stadttheater. Ein idealer Gatte. Komödie in 4 Allen von Oskar Wilde. Ideal und Leben bleiben immer zwei De- fl-iffe, die sich nicht zu einer Einheit verschmelzen küssen. Diese uralte Weisheit hat der irische Pieter Oskar Wilde in das farbenprächtige Drwand einer Komödie gehüllt. Eine junge Frau a. !au6t in ihrem Gatten einen Menschen zu lieben, Mfen Wollen und Handeln stets frei von Schuld u tb Fehle geblieben ist. älnd nur in dieser sitt- HHen Äollwmmenheit sieht sie die bis zur Qln» Mung gesteigerte Gröste ihrer Liebe begründet. 5re muh die bittere Enttäuschung erleben, dast and) ihr Gatte der menschlichen Schwäche feinen Tribut bezahlte, indem er sich einstmals zu einer -drenrührigen Handlung hin reisten liest. Ilnb erst bodurch, Last sie ihren Mann auch trotz seiner Der- iehlung noch mit der gleichen Stärke lieben kann, icbringt sie den Beweis für die Wahrheit ihrer Sameigung. Der Dichter hat dieses Motiv in lorem Aufbau durchgeführt. Die Handlung steigt n wachsender Spannung bis zum höchsten Kon- 'Ii!f und bringt nach schwersten Erschütterungen bi-t befreiende Lösung. Die beiden Hauptpersonen Eden scharf hervorgehoben durch Gegenüberstellung mll Menschen, die durchaus anders geartet sind. Dem Manne, der durch erfolgreichstes Wirken im Dienste der Allgemeinheit den Anschein der älnfehlbarkeit erreichte, wird ein Freund zur Seite gestellt, der sich in keiner Weise hervorgetan, sich aber auch keine schwere moralische Schuld aufgeladen hat. Gerade diesem gelingt es, alles zum Guten zu wenden. Und der Frau, die in ihrem Gatten das Ideal erblicken will, tritt ein Mädchen gegenüber, das an ihren zukünftigen Gemahl gar keine Ansprüche stellt. Auch die übrigen Personen sind, soweit sie Einflust auf die Handlung haben, scharf umrissene Charaktere, die nur ein Menschenkenner zeichnen konnte. Eine Fülle von geistreichen Bemerkungen wird in dem Drama ausgesprochen. Fast kann man sagen, dast diese Menschen etwas zu geistreich sind. Dast sie philosophisch sehr durchgebildet sind, ist gewiß nicht unwahrscheinlich, aber dast sie auch in Augenblicken, wo das Gefühl allein zu herrschen und der Verstand ausgeschaltet zu sein pflegt, die tiefsinnigsten Betrachtungen anstellen können, erscheint nicht eben lebenswahr und stört die darstellerische Wirkung. Darunter litt auch manchmal die gestrige Aufführung, die unter Adolf Telekhs Leitung alles herausholte, was an Feinheiten in dem Stucke steckt. Else K o ) p hatte sich mll vollster Innigkeit in das Seelenleben der ihrer Illusion beraubten jungen Frau eingefühlt. Der Triumph der Liebe wurde in ihrer Darstellung vollkommen. Ihren Gemahl, den älnterstaats- sekretär Sir Robert Chiltern, spielte Karl Z u h nk e, doch zum vollen Erleben kam er nur selten. Als beste Leistung des Abends ist unbedingt das Zusammenspiel zwischen Karl Dolck und Karl Lambertin als Earl von Caversham und fein Sohn Discount Goring anzusprechen. Das gespannte Verhältnis des alten übellaunigen Aristokraten zu seinem heiter gelassenen Sohn kam mit der ganzen gewinnenden Komik zum Ausdruck. Auch die Rolle des rettenden Freundes wurde von dem letzteren sehr ansprechend durchgeführt. Cläre Türk stellte als Mabel Chiltern in ihrer frohen Lebensbejahung den treffendsten Kontrast mit Lady Chiltern her. Ganz besonders hervorzuheben ist noch Odette Orczy als Mrs. Cheveley. Sie führte ihr? Rolle als Perfonifizierung des Bösen meisterhaft durch. Kall und rücksichtslos verfolgt diese Frau ihre egoistischen Pläne und offenbart die ganze Erbärmlichkeit ihres Charakters, als sie einen Augenblick in feiger Angst für sich Gefahr befürchten muß. Die Rebenrollen des Vicomte de Ranjac (Fred Schüler), des Mr. Montford (M a x Ma n n), der Lady Markby (Auguste M a r ck s), der Mrs. Marchmont (Karla Kel- l e r), der Gräfin von Basildon (Else Engel), des Mason (Heinz B e ch st e i n), des James (Hermann Stichel) und des Phipps (Paul M e h n e r t) zeigten glücklich gewählte Besetzung. Das ziemlich gut besuchte Haus folgte mit Interesse und hielt mit Beifall nicht zurück, tr. Bur Stoppelfaat: Saaterbsen, Saatwicken g993o Gelbsenf, Niesen-Spörgel GelbeLupinen, Herbstrüben empfiehlt in guter Qualität und preiswert ÄNtzlMW MM AW ^ehnbofttrnste. Ecke Wolkenggsse. Tel. 1403. 20 OOO Mark 6966c als gute 2. Hypothek auszuleiben. Hansbefitzer- vercin, Babnhofürahe 46. LMeTAsettünöiii ZahnPraxis Dentist J. Honig fflllhlstraße 33 Ecke Westanlage Sprech stunden für Zahnleidende: Werktags von 9-12 und 2-6 Uhr Sonntags 10—12 Uhr ! Telephon 924. 6982h oonendste Behandlung. Mäßigste Preise. 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Faustkmll- Mannschaft des Turnvereins von 18 4 6 Giehen (Gaumeister für 1922) war es wiederum vergönnt, ihr Können zu zeigen. Anlählich der Spiele um den Wanderpreis im Faustball des Turn- und Sportvereins von 1860 in Marburg der in diesem Jahr zum ersten Male ausgetragen wurde, konnte Giehen in der Ausstellung: Geismar, Grimm, Loh, Freitag und Philipp den Wanderpreis in der A-Klasse gewinnen. Die Giehener Mannschaft wurde in hartem Kampfe gegen Turngemeinde Marburg um 11, gegen Wetzlar um 7, gegen Friedberg um 1 und gegen Turn- und Sportverein von 1860 Marburg um 26 Bälle siegreich. Besonders der erst 17jährige Hans Geismar als Anschläger leistete Vorzügliches. Hoffentlich ist es Giehen im nächsten Jahre abermals vergönnt, den wertvollen Pokal in sein Turner heim zurückzubringen. Der Pokal ist im Blumenhaus Dietz ausgestellt. — Handballwettspiel des Männer» Turnvereins Giehen gegen Turnverein 1860 in Pad-Rauheim. Am vergangenen Sonntag weilten die 1. all. Mannschaft sowie eine Iugendmannschaft des hiesigen Männer- Turnvereins in 'Bad-Rau heim, um gegen den dortigen Turnverein 1860 ein Gesellschaftsspiel im Handball auszutragen. Um 2.30 Uhr begann das Spiel der Zugendmannschaften, das von Giehen mit 6:0 gewonnen wurde. Anschliehend standen sich die 1. all. Mannschaften gegenüber. G. hatte Anwurf, und es entwickelte sich sofort ein schönes und interessantes Spiel, das aber leider infolge des stark einsehenden Regens vorzeitig mit 2:1 für Giehen abgebrochen werden muhte. K Reit- und Fahrturnier in Marburg. Bei dem am Sonntag in Anwesenheit von 10 000 bis 12 000 Zuschauern abgehaltene Reit- und Fahrturnier des Reit- und Fahrvereins Marburg errang bei der Eignungsprüfung für Reitpferde W. Löb er-Giehen den 3. Preis, bei der Dressurprüfung in Klasse A Dr. G. Gail- Giehen (Reiter Bieler aus Giehen) den 2. und W. Löher- Giehen den 7. Preis. Ferner bei der Eignungsprüfung für Wagenpferde in Klasse D (Karossiers-Zweispänner) E. Riemann - Gießen den 1. und bei der Gewandtheitsprüfung Dl G. Gail-Gießen den 6. Preis. Vermischtes. Explosion im Oppauer Werk. wb. M a rr n h e i m, 25. Zuli. Durch die Wucht einer infolge eines Wasserr)hrbruches erfolgten Explosion wurden i i dem Ma'chineng chäuds des Werkes Oppau, in dem vier Turbinen und zwei Komprellvren stationiert sind, die Maschinen in den darunter liegenden Keller geschleudert. Ein Mcmn wurde bei dic-sem Anglückssall schwer verletzt und zwei Leute leicht. Die Fensterscheiben des Dacheö und die Settenwände sind zersprungen. Wie gesagt: WirMch vorzüglich schmeckt der Kaffee, seit meine Frau nur „Quieta" verwendet, die köstlichen Mischungen mit 10°/o» 25°/0 und 40% Bohnenkaffee. Darum: Trinke Quieta! 'V I M V\»aWU Gastwirte - Interessen - Vereinigung Lahn- u. Nachbargebiete 5itz Gießen Auf die Mitteilung der verschiedenen Brauerewerbände Bierpretterhöhung betreffend ersuchen wir sämtliche Witte dringend, bis auf weitere'- kein Bier zu dem erhöhten Preise anzunehmen! Gießen, den 25. Juli 1922. («»-I)) Der Vorstand. MU! MV! Kaufe Lumpen, Eisen, Knochen, Papier und alle Metalle zu den höchsten Tagespreisen; sowie Wein- und Kognall-Flascher pro Stück Mk. 7.50. H. Schneider, Neuenweg 6 Bedeutendes Unternehmen der Holzindusttte sucht ■ mögt, von im Orte gut eingefühtten Holzhändlern B holzlagerplätze • mit Anschlußgleis, mit oder ohne Inventar und H Fahrpark zu erwerben oder langfristig zu mieten. H Bisherige Besitzer und Angestellte können in m festem Gehalt übernommen werden. (BcfL Offerte n mit genauer Beschreibung des Objektes, des bis- ® herigen Kundenkreises u. Geschäftsganges erbeten A unter A. T. 249 an Rudolf Moste, Gaffel. [68l7ss K HMHMMBWBMWIIHiHWIBHIlii TilH ’S Gröhe mindestens 7; zu kaufen gesucht. 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Wir bitten herzlichst dankend von Beileidsbesuchen absehen zu Heute früh entschlief sanft nach jahrelangem, schwerem Leiden unsre liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Minna Habenicht geb. Friese im vollendeten 60. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Friedrich Habenicht. Statt Karten. Mietgesuche | Nr. Jj3 Swettes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Mittwoch, 26. Juli (922 Die große politische Aussprache im hessischen Landtag. 21. Sitzung. St. Darmstadt, 25. Juli 1922. Am Regierungstische: Minister des Innern von Brentano, Wirtschaftsminister Raab. Vizepräsident Soherr eröffnet die Sitzung um 8 Uhr 45 Min. Das Haus setzt die politisch? Aussprache zum Voranschlag fort. Abg. Dr. Werner (Deutschnatl.): Es ist im Laufe der Debatte vielfach die Rede gewesen von einer gespannten und vergifteten Atmosphäre. Es ist richtig, daß die Atmosphäre gespannt ist, aber wir wehren uns mit aller Entschiedenheit gegen die Unterstellung, als seien wir schuld oder allein schuld. Heiß- sporne gibt es links wie rechts, in allen Parteien. Redner wirft dann einen Rückblick auf die Ereignisse und die politische und wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahre einschließlich des Krieges. Cs muh einmal festgestellt werden, dah nicht die Rechte schuld ist an den Fehlern, die während des Krieges gemacht wurden, an dem Verpassen der einzigen geeigneten Friedensmöglichkeit 1916 mit Ruhland, an der Errichtung des Königreichs Polen u. dgl. m. Auch den Valutasturz und die bedrohliche Wirtschaftsentwicklung darf man nicht der Rechten in die Schuhe schieben. Ich erinnere daran, dah auch Roske anerkannt hat, dah ohne die Offiziere 1919 die Republik verloren gewesen wäre- auch die Studenten unserer Universitäten und Hochschulen haben sich um die Republik verdient gemacht. Wir stehen auf dem Boden der ver- fassungsmähigen Entwicklung und wir lehnen alle Gewalt, alle Diktatur der Straße usw. ab. Das viel zitierte Schmählied auf die Juden steht auf dem bekannten Sauherdenton der Leipziger Volkszeitung. Die rote Presse liebt erfahrungs- gemäh solche Dinge. Ich verstehe nicht, warum man nicht alsbald, als man dieses Lied, das angeblich irgendwo in der Eisenbahn gesungen worden ist, hörte, den Sänger feststellen lieh und der Polizei übergab. Wenn Sie nicht mit anderen Waffen gegen uns kämpfen können als mit d'esem Hol schweri, dann stecken Sie den Kampf doch besser auf. Redner erinnert daran, wie linksstehende Pressestimmen unbequeme politische Führer mit den fürchterlichsten Schimpfnamen belegen. Dah heute noch das Blatt des Herrn Abg. Kaul sprechen kann von gemeiner Husllz, von Rechtsbeugung i. a. m. Bisher ist tn Hessen nur einem Amtsgerichtsrat Rechtsbeugung nachgewiesen und das war ein 'Mehrheitssozialist, der gleiche, der auch die Haftentlassung des Herrn von Helmolt verfügte. Die Frcih.it tm alten Rechtsstaat ist doch wohl nicht so beschränkt gewesen. wie man es heute hinzustellcn behebt. Man durfte früher mehr sagen als heute. Die greifen auch die Universität an. Ich kann das begreifen von Ihrem Standpunkt. Die Univer- sitäten waren auch vor 100 Jahren die Träger und Verfechter der Freiheit im vaterländischen Sinne. Sie können gegen die Studenten sagen und schreiben was Sie wollen, Sie werden eins nicht aus der Welt schaffen können, dah unsere Studenten auf Grund ihrer Erziehung ein hoher und wert- gehender Idealismus beseelt, sich aufzuvpfern füt große vaterländische Ziele. Die Studenten sind auch gekommen zur Verteidigung und zum Schutze des Staates, als man sie rief, obwohl dieser Staat Republik geworden war. Sie, meine Herren, verlangen in Wort und Schrift, dah man sich in die Seele des Arbeitenden einfühlen solle. Wir verlangen nichts anderes: Achtung vor der ehrlichen Gesinnung Andersdenkender. Lassen Sie die Bekämpfung der anders Denkenden in dieser Weise, die Beschimpfung der alten Reichsfarben als „schwarz-weih-rote Schmach". Lassen Sie die maßlose Bekämpfung der Bauern, die unserm Voll durch Jahre zum Durchhalten geholfen haben, dann wird die Atmosphäre entspannt werden. Es ist herrlich weit gekommen, wenn hier im Hause von der- Regierung gesagt werden konnte, der kommunist s^e Marltplatzrcdner f i nicht schärfer gewesen als der Reichskanzler, der sagte, der Feind steht rechts. Redner wendet sich dann scharf gegen die Gesetze zum Schuhe der Republik, die sicher die Spannung erheblich verschärfen werden und eines Tages schwer auf ihre Schöpfer zurück- fallen werden. Er protestiert dagegen, das Hakenkreuz, das Zeichen einer aufwärts strebenden geistig-sittlichen Bewegung, auf eine Stufe zu stellen mit dem jüdischen Sowjetstern. Sowjet 2 Millionen Menschen hingerichtet I Wir protestieren auch gegen die Verbote der antisemitischen Vereinigungen. Wenn diese Verbote des Schuh- und Truhbundes usw. aufrecht erhalten taben, Hern toir auch die Auflösung des «F1 Ougendvundes, der jüdischen und kathvlifchen Vereinigungen gleicher Art. Wir protestieren dagegen, dah sich die Gewerkschaften Befehlsgewalt anmahen in der Politik, jetzt auch in der Kunst usw. Wohin sollen wir kommen, wenn das so weiter geht? Die „Darmstädter Zeitung" ist ein Ding an sich Die Antwort des Herrn Staatspräsidenten auf unsere Anfrage kann nicht genügen. Es handelt sich nicht darum, dah es ein Stimmungsbild Ivar, sondern darum, dah in diesem Stimmungsbild faustdicke Lügen standen. (Sehr richtig! rechts.) Der Redner kommt dann auf die Vorgänge in Darmstadt zu sprechen und verliest eine Reihe von Pressestimmen der Linksparteien, besonders des Darmstädter sozialdemokratischen Organs, das in unglaublicher Weise gehetzt habe, mehr wie je ein kommunistisches Organ in Deutschland. Es ist auch nicht zu verstehen, wie der Herr Finawminister sagen konnte, man hätte nicht voraussehen können, dah es zu Gewalttätigkeiten komme. Er scheint nicht gesehen zu haben, dah Plakate mit blutigen Btzilen, Galgen und andere schöne Darstellungen imZuge mitgeführt wurden Der Redner erörtert dann die Vorgänge in Osthofen, in Butzbach, in Giehen usw. und stellt besonders die Darstellung der letzteren durch Herrn Kiel richtig. Lebhafte Heiterkeit erregt die Geschichte von einem Butzbacher Demokraten und dem blauen Auge, das diesem die Demonstranten geschlagen haben und das dann eine politische Tteu Orientierung des Betroffenen verursachte Was diepvlitischenMorde betrifft, so hat es diese immer gegeben und wird es immer geben. Ich erinnere an Ausführungen des Zentrumsführers Windthorst und des Abg. Bebel, die glei- chermahen im Reichstage -ausführten, dah politische Morde sich nie werden verhindern lassen, dah es aber grundfalsch ist, mit solchen Morden eine politische Partei, ganz gleich welcher Art, in Verbindung zu bringen. Ich erinnere auch daran, dah die Sozialdemokraten Adler noch heute stolz den ihren nennen. Seine Tat war also den Sozialisten sympathisch. Auch in dem sozialistischen Kalender „Scholle" werden Dombenattentate gegen Polizeioberste in Ruhland verherrlicht als Freiheitstaten. Die sozialistische Presse sollte vermeiden, Schiller für sich in Anspruch zu nehmen, sie macht dabei schlechte Geschäfte. Schiller und Goethe sagen Ihnen bittere Wahrheiten. Wir haben stets den politischen Mord verurteilt und verabscheut, die sozialistische Presse aber hat ihn oft verteidigt, besonders das Darmstädter und Franksurter Organ. Redner zählt dann eine' grohe Reihe von Morden an Rechtspolitikern auf. Er wendet sich dann gegen den Abg. Reiber, der ausführte, früher haben die Rechtsparteien die Herrschaft im Reiche gehabt: das ist nie der Fall gewesen, und wenn Herr Reibw politisch älter wäre, mühte er wissen, dah wir früher unter einem Ausnahmegesetz zugunsten der Huden gestanden haben, das der demokratische Abg. Gutfleisch und der Finanzminister Gnauth geschaffen haben. Es ist auch nicht richtig, dah wir byzantinisch sind. Rur sind wir nicht so, dah wir den Fürsten nur so lange die Treue halten als sie da sind, und wenn sie gestürzt sind, ihnen den Eselstritt geben. Wie sinnlos noch die sogenannte Reinigung der Schulbücher ist, das beweist Redner durch Verlesen vom Aufsätzen aus einer Reihe von Werken von Schiller, Goethe, Wagner, Kant, Fichte und vor allem Dr. Strecker, in dessen Gedichten die Fürsten verherrlicht werden und der 1922 noch eine bearbeitete Fichte-Ausgabe herausgab, in 8er Fichte fest stellt, dah das Hudentum, auf gebaut auf den Hah ganzer Geschlechter, verschwinden müsse. (Hört, hört!) Auch Heine müsse aus den Schulbüchern verschwinden, der dem „Volke" bittere Wahrheit sagt. — Wir wenden uns gegen die Aenderungen des Deamtengesetzes: wir wenden uns dagegen, dah bei unbeschwltenen Bürgern Haussuchungen abge'fjaltcn werden: wir wenden uns gegen jede Beugung der Staatsgewalt vor den drohenden Diktaturgelüsten. Wir bekämpfen scharf den Wucher und das Schiebertum: ich erinnere daran, dah ich schon lange im Reichstage die Verfolgung und standrechtliche Erschiehung aus Grund der Reichsgesehe für Wucherer gefordert habe. Wirverlangen einedurchaus unpolitische Polizei, die jeden Staatsbürger schützt und gegen jeden Putsch einschreitet. Wir wünschen keine Rebenregierung der Gewerkschaften, wir wünschen aber auch keine Ausweisung „prominenter Renitenten", wie sie der Abgeordnete Reiber als Demokrat so liebenswürdig gefordert hat. Herr Reiber hat erklärt, er wäre mit der Ausweisung Ludendorffs einverstanden. Hätten Sie auch der Ausweisung dieses Mannes zugestimmt, als er uns von den Russen befreite? Wir werden die demokratische DanDarkeit nicht vergessen. (Sehr gut!) — Wir sind dafür zu haben, dah wir uns gemeinsam einen zur Arbeit fürs Vaterland: ater glauben Sie nicht, dah Sie unsere Ueberzeugang irgendwie unterdrücken können. Gedanken sind frei! Richt vogelfrei, und wir werden uns unsere Gedankenfreiheit zu erkämpfen wissen. Der Redner schließt mit dem Wortlaut eines Telegramms, das der Abg. Köhler einmal einem Freunde ins Gefängnis sandte, des oberhessischen Verschens- -Und sperrt man uns ein in finsteren Kerker, Das alles sind nur vergebliche Werke, Denn unsere Gedanken zerreißen die Schranken, Die Mauern entzwei. — Die Gedanken sind frei! (Lebhaftes Bravo!) Abg. Knoll (Ztr.) geht zunächst auf den Voranschlag näher ein. Auch seine Partei hätte gewünscht, dah der Voranschlag rechtzeitiger fertiggestellt worden wäre. Viele Petitionen muhten dadurch ohne Berücksichtigung bleiben. Doch sei im Finanzausschuh beschlossen, diese Eingaben durch einen Dreierausschuh in erster Linie zu bearbeiten und wieder vorzulegen. An einen Abbau der Gehälter sei noch nicht zu denken, denn die Beamten hinken noch immer mit ihren Einnahmen hinter der Teuerung her. Die Ausgaben des Etats sind erheblich gestiegen. Bei den Kapiteln für kulturelle Zwecke konnten keine Striche vorgenommen werden. Die höheren Schulen auf dem Lande dürfen nicht eingeschränkt werden. Wir halten unter allen Umständen an der christlichen Volksschule fest. Wir legen Gewicht auf die Erziehung einer Generation nach christlichen Grundsätzen. Die Verfassung der 10 Gebote muh wieder einmal zur Geltung kommen. Mit Bedenken verfolgen wir das zunehmende Defizit des Landestheaters. Wir sind natürlich für jede Unterftütjung und Förderung der Kunst, wir fordern aber dann auch, dah man nicht Kitsch mit Kunst vermischt. - Die Rotlage der Kleinrentner ist groh. Es ist richtig, dah viele dieser Leute Jidj nicht um öffentliche Unterstützung bewerben. Das liegt an der mangelhaften Organisation unseres Armenwesens. Wir verlangen, dah unser Armenunterstühungswesen umgewandelt wird in großzügige Wohlfahrtseinrichtungen. Redner äußert im weiteren eine große Reihe von Wünschen zum Etat. Er bemängelt, daß die Arbeiter und Angestellten keine öffentliche Berufsverlretung haben, fordert mehr demokratischen Geist in der Verwaltung. Die Pachten für staatliche Grundstücke müssen den heutigen Verhältnissen angepasst werden. Erhebliche Mehreinnahmen brachte die Forstverwaltung. Den Fvrstbeamten gebührt Dank für die musterhafte Bewirtschaftung. Mit den Holzversteigerungen des Abg. Ebner können wir un(? allerdings nicht einverstanden erklären. (Erregte Zwischenrufe des Abg. Ebner. — Glocke des Präsidenten.) Die meisten Steine hat der Abg. Kindt tn den Zentrumsgarten geworfen. Wenn er demReichskanzler Vorwürfe darüber macht, dah er sagte, der Feind steht rechts, so vergaß Abg. Kindt dabei die Situation, die diesen Ausspruch veranlaßte. Dr. Wirth hat nie gesagt, daß der Feind nur rechts steht. Er bekämpft jeden Feind der Republik. Heden Terror verurteilen wir auf das Schärfste, wir verlangen volle Freiheit für jeden Staatsbürger, aber wir verlangen sie auch für uns und besonders für unsere Arbeiter. Die christliche Arbeiterschaft lehnt keinen großen wirtschaftlichen Streik ab, sie streikt aber nicht aus politischen Gründen. Wirtschaftlichen Streik lehnt sie nur ab, wo die gesamten Lebensinteressen des deutschen Vvckes auf dem Spiele stehen. Wenn Herr Kiel religiöse Prozessionen mit politischen Dem)nstrationen in einen Topf wirft, so beweist er mit, daß er nicht das geringste Verständnis für das Seelenleben und innere Empfinden des Volkes hat. Zu den -Darmstädter Vorgängen stehen wir auf dem Biden der Regierungserklärung and zi der Angelegenheit Helmolt auf dem Boden der Erklärung des Hustizministers. Eine Vorbereitung der Koalition mit der Deutschen Volkspartei haben wir angestrebt, um die Verantwortung auf breitere Schultern za legen. Herr Abg. Ebner hat die Regierung angegriffen and gesagt, die Regierang habe nichts getan. Für Lenin hat er die Entschuldig ing gehabt, daß er nicht Regen and Sonnenschein in der Hand habe, unserr Regierang kann auch nicht gegen Rat Urgewalten an kämpfen. (Abg. Ebner macht fortgesetzt Zwischenrufe. Präsident So Herr ersucht ihm, das za anter- lassen. Ebner unterbrechend, besteht auf sein Recht zu Zwischenrufen. Präsident So Herr: Sie haben zu schweigen, wenn der Präsident spricht. Sie haben zwar erklärt, dah Sie als Kommunist parlamentarische Ordnung nicht lernen werden, ich muh Sie aber dringend ersuchen, das doch zu tan. — Ebner: Drava!) Redner schließt mit der Mahnung za gemeinsamem Za- i ammenari) eiten. Die Mlomeen m mos. Roman von Ernst Scheitel. 19. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) „Allerdings." sagte Perzelius ohne sich gekränkt zu fühlen, „das Ganze ist eine Wahrscheinlichkeitsrechnung. Ich füge lediglich die einzelnen Faktoren in die Gesamtformel ein und ziehe das Fcyit. Etwas andres bleibt uns Menschen nacht übrig. Aber dieses Fazit ist augenblicklich nicht ungünstig für uns. Die Entdeckung der drei Toten ist mit vielmehr ein Unterpfand dafür, daß wir uns auf der richtigen Fährte befinden. Wir sind jetzt durchaus berechtigt, auf diese eine Karie alles zu setzen. Unb wir müssen uns freien, dah uns das Schicksal diese Möglichkeit gewährt hat. Man geht sicherer, wenn man eine einzige deutliche Spar verfolgen kann, als wenn man so und so vielen undeutlichen nachlaifen muß, ehe man die rechte findet." Es blieb Eduard nichts übrig, als den Worten des Doktors zu vertrauen, wenn er auch dessen Gedankengang noch nicht zu durchblicken vermochte. Dennoch nagte die Ungewißheit an ihm und er ertrug es nicht, die Zeit mit ihm unverständlichen Maßnahmen zu vergeiden, wo jrde Minute kostbar war und man von jeder Stunde mit dem Gefühl Abschied nahm: wieder eine Stunde von den drei Wochen verflossen und dem Ziele noch nicht näher. Er hatte sich dem Doktor blindlings zur Verfügung gestellt, denn er selbst war ja völlig ratlos, was zu unternehmen sei. Er bat n in Perzeli is, ihn aufzuklären, inwiefern er in den drei Leichen eine Bestätigung seiner Vermutung erkenne „Ich habe schon gestern abend gegen den Huden Verdacht geschöpft," begann Perzelius, „und ich habe nur deshalb in jener Kaschemme solange ausgehalten. Roch ehe Hechiel den Hehud an unfern Tisch getreten war, hatte ich aus seiner lebhaften Debatte mit den Bootsleuten geschlossen, daß er ein Unternehmen vorhatte, zu welchem nicht leicht ein Schiffsknecht zu bewegen war. Denn sicherlich ist der Hude unter der Hafenbevölkerung bekannt, unb es schien mir, bah man aus irgendwelchem Grunde nicht gerne mit ihm zusammenarbeitete. Was konnte das für ein Grund sein? Etwa dah er einen zu geringen Lohn gäbe? Aber dem widersprach die recht anständige Summe, die er den Leuten bot. Soviel hatte ich schon verstanden. Also was war es dann? Ich zerbrach mir den Kopf hin und her, und wenn der Mann sich nicht selbst an uns gewendet hätte, würde ich die Initiative ergriffen haben. Dazu erschien mir die Sache wichtig genug. Run erinnern Sie sich, daß er uns erzählte, er handle mit Tierhäuten. Warum feilt? er da seine Leute besser bezahlen, als wenn c etwa Mehlsäcke transportierte? Auf die'eTie häute fiel zunächst mein Verdaut. Klarheit hierüber konnte ich mir nur verschaffen, indem ich mitfuhr. Schon aus diesem Grunde habe ich sein Anerbieten ohne weiteres angenommen, trotz des damit verbundenen Zeitverlustes. Als ich aber weiter horte, daß die Fahrt nach Oberägypten gehen sollte, tröstete ich mich sogar über das Opfer an Zeit, denn wie ich Ihnen schon auseinarchergeseht habe, glaube ich sicher, daß sich der Räuber der Baronesse nach Oberäghpten gewendet Hot." „Warum Sie das annehmen, haben Sie nur allerdings noch nicht gesagt," warf Eduard em. „Ach ja," erwiderte der Doktor, „das isl einfach. Wie ich Ihnen schon erzählte, bin ich im Lauf der Hohre zu der festen Ueberze ig ing gelangt, daß hier in Aegypten eine geheime Kultgesellschaft mit einer Unzahl von Helfershelfern besteht, und ich glaube sicher zi sem, daß das Zentrum dieser ausgedehnten Genossenschaft sich in Oberägypten befindet. Ich müßte mich sehr täuschen, wenn nicht Kom Ombo, das antike Ombos, der Mittelpunkt all dieser Greuel wäre." „Dies zugegeben," entgegnete Eduard, „weiß ich immer noch nicht, wie Sie diese drei Leichen damit in Beziehung bringen und wieso Ihr Verdacht gerade auf die mir unbekannte Trümmer- ftätte von Ombos fällt." Der Doktor fuhr also weiter: „Daß die drei Mädchen unten in Ab usir geschlachtet worden seien, halte ich für ausgeschlossen. Ich sehe, wie gesagt, in jenem unterirdischen Raum den wir besuchten, nur einen Kultbaa zweiter Ordnung, 'n einem solchen werden ober keine Opfer ge° acht. Das geschieht nur an Orten mit alters- . tauer Tradition. Ombos aber war vorzeiten der gewaltigste Stützpunkt des ägyptischen Datans- kullus. Dah nun diese drei ermordeten Mädchen gerade nach Oberägypten verfrachtet werden, ist mir nur ein Beweis auf das Exempel. Sicher ist in Kom Ombo ein großes Kultsest in Vorbereitung. Deshalb glaube ich auch bestimmt, daß die Baronesse uns schon voraus ist auf der Reise nach Ombos. Wenn wir Glück gehabt hätten, könnten wir in Sakkara gerade noch mit ihr zusammengetroffen sein. Es hat sich sicher nur um wenige Stunden gehandelt " Abg. Scholz (Disch. Dp.): Das Herz jedes Patrioten krampft sich zusammen bei der Frage, wie konnten wir, wie tonnte das deutsche Volk von so stolzer Höhe so tief stürzen? Die Antwort auf diese Frage gibt die Geschichte. Die Uneinigkeit, der Parieizwist der deutschen Stämme sind schuld. Der bisherige Verlauf der Debatte, besonders die Ausführungen der Linken, lassen nicht hoffen, dah das so bald anders wird. Cs ist ein tief tragisches Schicksal des deutschen Volkes. Der Internationalismus unb bet Pazifismus des Deutschen unterscheiden sich wesentlich von denen anderer Völker. Der deutsche Pazifismus ist bereit, fein Vaterland zu opfern, der englische versteht den ewigen Frieden so, daß England die Welt beherrscht. Daß der Internationalismus versagt hat im Kriege, weih jedes Kind Auf die Rede des kommunistischen Abg. Ebner näher einzugehen, muh ich mir versagen. Bedauerlich war die Hehpredigt des Abg. Kaul. Daß der Klassenkampfgedanke noch programmatisch weiter besteht, bestätigt soeben der „Sehr richtig!"-Zwi° schenruf der Linken. (Abg. Schildbach: Das ist geschichtliche Rotwendigkeit! Höri, hört!) Der Klassenkampfgedanke zeitigt den Klassenhaß. So stehen sich ständig deutsche Volksgenossen als feindliche Brüder gegenüber. Unverständlich ist es, wie die Sozialdemokratie so empfindlich geworden ist, sie war doch sicher nicht sehr zurückhaltend in der Bekämpfung des alten Obrigkeitsstaates. Die Delpsche Zeichnung einer Arbeiterpsyche kann nur auf den sozialistischen, nicht auf den Arbeiter schlechthin zielen, für den zu sprechen der Abg. Delp kaum berechtigt ist. Arbeiter sind in großen Scharen auch tn unseren Reihen. Die Zeichnung des alten Staates durch den Abg. Delp war ebenso einseitig. Seine Einrichtungen, seine Arbeiterfürsorge, sein Beamtentum, seine Rechtspflege waren als musterhaft anerkannt vvn der ganzen Welt. Heute noch hat der König von Spanien das alte deutsche Heer dem seinen als Muster hingestellt. Die Aufstiegsmöglichkeiten im alten Beamtenstaat waren für tüchtige Berufsbeamten besser als heute, wo parteipolitische Rücksichten maßgebend sind. Unverständlich ist auch die Schaffung von Ausnahmegesetzen durch die Sozialdemo- tratie, die früher doch Ausnahmegesetze so scharf bekämpfte. (Zwischenruf links: Sie haben doch auch zugestimmt! — Abg. Scholz: Sie wissen aber, mit welchen Bedenken, der Abg. Bomemann hat sie eingehend dargelegt. Gerade Sie sollten anerkennen, welches Opfer wir damit gebracht haben. — Sehr gut! rechts.) Es ist meine heilige Ueberzeugung, und ich erwähne das alles in der Hoffnung, daß es manchen veranlassen könnte zur Prüfung des eigenen Vorurteils, sch windet nicht der K l a s senkampf aus unserem politischen und wirtschaftlichen Leben, so sind wir verloren. (Sehr richtig!) Der Abg Kaul hat sich beklagt über die Radelstichpolitik von Seite der Rechnen. Dah er aber selbst eine sckhr empfindliche kränkende Radelst ichpolitik führt, scheint er gar nicht zu merken. — Der Redner belegt das an Hand der Rede Kauls, die er in vielen Teilen zerpflückt. — Auch die Rede des Abg. Delp zeugte davon Es zeigte sich auch bei diesen Reden die bedenkliche Wirkung der Feststellung des Reichskanzlers ,,'Ser Feind stsht rechts!". Was die Darmstädter Vorgänge betrifft, so stehen wir geschlossen hinter unseren Führern Osann und Dingeldey, die ihnen zugefügte Schmach empfinden wir als jedem von uns zugesügt. Wir sprechen auch dein Abg. Dr. Becke r-Hessen, der hier schon angegriffen wurde, unser vollstes Vertrauen aus. Wir sind stolz, einen Mann von solcher Sachkeimtnis und solcher Lauterkeit des Charakters unseren Führer zu nennen. (Schr richtig! rechts.) Das Offizierkorps muh gegen die Qlngriffe in Schuh genommen werden. Es hat seine volle Schuldigkeit getan. Die Geschichte wird das einst feststellen. (Sehr wahr! Widerspruch, Unruhe.) — Die Regierungserklärung zu den Darmstädter Vorgängen genügt nicht. Meine Fraktion hat dazu folgendes zu erklären: Die Erklärung des Gesamtministeriums vom 19. Huli, nach welcher es gerechtfertigt gef mben wird, daß der Polizeischutz am 27. Hum aif die „notwendige Mmdestzahl" bcschräNkc wurd", kann die Deutsche Vvlkspariei in keiner Weise befriedigen. Der Aufruf im „Volksfreund" zur Mobilmachung, die der Regierung zugegangenen Warnungen, insbesondere die verschiedentlich nachdrücklichst vertretene Auffassung der höheren und mittleren Polizeiorgane, daß der von dem Ministerium reduzierte Schuh nicht g.müge, mußte den verantwortlichen Ministern die Ueberzeugung bringen, dah der von ihnen in Aussicht genommene Polizeischuh nicht stark genug sei. Das Ereignis selbst hat ja auch auf das schlagendste bewiesen, dah die Ansicht des Ministeriums völlig unrichtig war am, daß der Polizeischuh nach jeder Richtung versagt hat. Stundenlang haben die Verbrechen gegen Leib „O Gott — es ist nicht auszudenken," rief Eduard gequält, „jetzt, hier könnte ich sie in meinen Arm halten . . .“ „Das ja gerade nicht," fiel Perzelius trocken ein, „wir hätten sogar strengstes Inkognito wahren müssen." „Sie wollen mich nur peinigen," sagte Eduard vorwurfsvoll, „wie können Sie wissen,' wann Silly eingeschifft wurde?" „Ich habe Gründe, anzunehmen, daß unfet Hude dazu beauftragt war und dah man ihm tn letzter Stunde diesen Auftrag entzogen hat. Ich wüßte nicht, warum er sich sonst heute mittag so hätte ausregen sollen. Vielleicht fährt fein Kahn den Leuten zu langsam. Das Opfer mutz doch noch sorgfältig präpariert werden und zwar an Ort und Stelle." „Und was werden sie mit ihr tun, bevor wir sie retten können?" stöhnte Eduard. „Sie wird gehalten wie ein heiliges Tier," sagte der Doktor ernst, „sie wird dem Gotte gleichgeachtet und ist unverletzlich bis zum Tagr der Opferung." In Eduard trar. >fte sich alles zusammen. Würden sie diesen Tag noch erreichen und würde es ihnen gelingen, den Feinden ihre Deute zu entreißen? Eine unerträgfiche Erregung bemächtigte sich seiner. „Vorwärts . . . vorwärts . . war die Empfindung, welche seine ganze Seele ausfüllte. Und bas Schiff glitt so langsam dahin, wie ein schwerer, schwarzer Strunk, der gleichgültig über die Wellen treibt. Halb ohnmächtig überließ er schließlich Perzelius das Steuer, um in einen mit wirren Traumen beladenen Schlcst zu sinken. (Fortsetzung folgt) Kurs Kurs 180, Marknotierungen. 9,10 St. 125.40 27 7. Schweizer Franken der 2342,95 2322,05 2321,95 WÄ, HEILBRONNA.N. Behördliche Anzeigen Frische Fische! der Wellen, Riemenscheiben, Ledertreibriemen »sw. JnWoiHeroOft tz. 3mhof, Mallen 1 LelLdbon 248 6641D Eisenbahn-Detriebsamt. 6951id I 6641D -,20 2,37 100 100 100 100 51. Mk. Kr. Kr. 2350, 805, 1255, -,20 2,37 1.7.14. 125.40 59.20 88.80 88.80 117.80 117.80 97.80 23.80 St. 51. Kr. Kr. Kr. Kr. Sh. r 725,- 16d0,- 825,- 740,- 759,- 840,- 750,. 490.50 451,- 74,50 8dO,- 24.7. i,05 -.51 -.95 -,7a Bad.Anilin-u. Soda Höchster Farbwerke. Allg. Elektr.-Ges. . . Felten & Guilleaume Schuckert-Werke. . . Adlerwerke Daimler 4°/0 Hess. Staatsaul. Electron Griesheim Dtsche. Dereinsbank 204.60 1.03 0.017 11.85 43.63 23.43 24.10 41.45 0.35 526*50 L70 0,085 Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Stockholm . Wien.... Prag.... London.. . Aeuhork . . Paris. . . . 425, 74,26 794,- 24. 7. 77,50 H7,5C 200,- 78,50 460.- 334,- 284,- 270,- 480,- 38d,- 288,- 244,- 273 - 2237,20 502,37 4224,70 9488,10 777b,25 1,63 1086,60 81,96 182,75 326,55 238,50 6816,- Schrot. und Mahlmühlen, schr bewährtes Fabrikat, hohe Leistungsfähigkeit, niedere Tourenzahl, daher geringe Abnutzung und keine Erwärmung des Schrot- und Mahlguts. Sofort ab Lager lieferbar weit unter dem Tagespreis, soweit Vorrat reicht. Ausführung kompletter Anlagen mit Lieferung per Zentner. Gelberüben wurden, mit 2.80 bis 3i20, Spinat mit 5 Mk., Wirsing mit 4.80 Mk., Römischkohl mit 1.80—2.00 Mk. das Pfund, Salatgurken, je nach Gröhe, das Stück 8—16 Mark, Einlegegurken das 100 40—80 Mk., Rettich das Stuck mit 1—3 Mk. im Großeinkauf bezahlt. Auf dem Obstmarkt war das Angebot von Kirschen schwächer. Heidelbeeren kosteten im Pfund 12 Mk., Dirnen 4 bis 8 Mk., Falläpfel 2—3 Mk., Johannisbeeren 12—14 Mk., Mirabellen 15—16 Mk., Pfirsich 13—15 Mk., Aprikosen 22—25 Mk., Stachelbeeren 7—8 Mk., Himbeeren 24—26 Mk. per Pfund im Großverkauf. Landbutter wurde das Pfund mit 100 Mk. bwatyt. Kurs 24. 7. 77,50 117,25 206, - 79,- 449,- 32^,76 285,- 271,- 475,- 390.- 290,- 245,- 275,- 13,5,- 800,- 1230,- 2232,20 499,37 42z2,2C 9538,05 7785,26 1,45 1137,55 32,75 182,75 324.55 238,50 6816,- Ehristiania . . . Kopenhagen . . Stockholm HelsingforL. .. Italien London Deuhork Paris Schweiz Spanien Deutsch. Oesterr» Prag Budapest.... Buenos Aires . Bulgarien . . . Japan Rio de Janeiro 2242,80 503,63 4235,30 9511,90 7779,75 1,67 1089,40 32(04 183,25 327,46 239,50 6834,- 100 Fr. = 1 £ aa 100 L. = 100 Fr. — 100 Kr. = 100 r — 100 Kr. = 100 Kr. — Sämtliche aus der Universitäts-Bibliothek vor dem 20. Juni d. Is. entliehenen Bücher (mit Ausnahme der von Studenten entliehenen) sind bis spätestens 5. August ds. Is. zuriickzugeben. 6840D Giehen, den 20. Juli 1922. Der Direktor: Dr. Ebel. 26.7. 1,05 — ,51 — ,95 -,73 6636,- 8,90 755,- 8'0' 2255* mc. Frankfurt a. M., 25. Juli. Auch heutige Markt war aus dem Frankfurter Gebiet und von auswärts sehr stark mit Gemüse und Obst beschickt. Für den Großhandel trafen aus Holland nochmals Kartoffeln ein. — Kartoffeln hatten den Preis von 5 bis 5.50 Mk., Kernerbsen den von 7.50—9.00 Mk., das Pfund, Dohnen den von 480—780 Mark prima Nordsee-Labliau K« Seelachs ohne Kopf Brat- n«b PortiouS Schellfische Arische FischkotelettS Rauchschellfische Kieler Bücklinge, LachSbertug« Geräucherter Seelachs in Stücken Wechsel auf Holland Deutschland . . . . Wien Prag Paris ..... London Italien Brüssel Budapest Aeuyork Agram Warschau .... 2237,80 500,63 4232,80 9551,95 7804(75 1(49 1140,45 32,85 183,25 325,4? 239,50 6884,- 25.7. 77.50 116.50 220 - 79,- 452,- 332,- 280 - 270,- 477 - 388,- 284 - 244,- 270 - 1365 - Datum: 5% Dtsch. Kriegsanl. 47°*Dtsch. Aeichsanl. 37. Dtsch. Aeichsanl. 47. Preuh. Konsols Hamburg-Paketf.. . Norddeutscher Lloyd Eomm.u.Privatbank Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . . Disconto-Gesellschaft Dresdner Bank. . . Mitteld. Ereditbank. Nationalbank f. D. . Boch. Gußstahlwerke 701 1490. 810, 730, 755, 840, 790, 475, 436, 76, 820, 700, 1480, 815, 727, 760, 821, 800, 46s, Kurs 25. 7. 77,59 117,25 200,- 81,10 442,50 327,- 287,- 270,- 470,- 393,- 290,- 244,- 273,- 743,- 760,- 840,- 739,- 600,- 450,- 73,53 840,- 180,- Büchertisch. — Baedekers Hessen-Raf s au, Obe r- hesfen, der Rhein von Mainz bis Koblenz. Mit 25 Karten und 30 Plänen. Leipzig, Karl Baedeker 1922. — Das Buch umfaßt das gesamte Gebiet zwischen Weser und Main, zwischen Rhein und Werra. Die vielbesuchten Wandergebiete Taunus, Rhön, Vogelsberg, Lahntal, Westerwald, Meißner und Werratal sind in dem sehr solide ausgestatteten Buche eingehend behandelt. Don den zahlreichen Karten und Plänen wurde eine ganze Reihe für diesen Band neu gezeichnet und gestochen. Arbeitsvergebung. Anter Hinweis auf den Ministerialerlah vom 16. Juni 1893 pp. sollen nachstehende Zimmerarbeiten ohne die Holzlieferungen zum Neubau von 14Doppel- wvhnhäusern der Baugesellschaft Gemeinwohl in Dad-Rauheim in 6 Losen durch öffentlichen Wettbewerb vergeben werden: Los I rd. 3950 lfd. Meter Holz zu verzimmern, rd. 165 lfd. Meter Hauptgesims usw. (mit Holz). Los II und IV je rund 4020 lfd. Meter Holz zu verzimmern, rd. 140 lfd. Meter Hauptgesims usw. Los III rd. 4630 lfd. Meter Holz zu verzimmern, rd. 170 lfd. Meter Hauptgesims usw. Los V rd. 2630 lfd. Meter Holz zu verzimmern, rd. 110 lfd. Meter Hauptgesims usw. Lo s VI rd. 4340 lfd. Meter Holz zu verzimmern, rd.140 lfd.Mtt. Hauptgesims usw. Die Angebotsunterlagen werden vom Zweig, bureau Dad-Rauheim, Zanderstraße 9, gegen die Selbstkosten abgegeben. Pläne und sonstige Unterlagen liegen während der Dienststunden dott zur Einsicht auf. Die Angebote sind bis Donnerstag, den 3. August 1922, vorm. 117« Ahr, beim Zweig- bureau Bad-Rauheim einzureichen, woselbst sie im Beisein erschienener Bewerber eröffnet werden. Zu- schlagsfrist 14 Tage. Friedberg, den 22. Juli 1922. 6980D Der Rcgierungsbaurat bei der Kreisverwaltung. I. E.: Enge l. 25 Stück Elektroniotore 3, 4, 5 und 6,5 P. S., 220/380 und 380/660 Dott, fabrikneu, gutes Fabrikat, durch rechtzeitigen Einkauf weit unter den Tagespreisen. Adebe Für 100 deutsche Marl wurden gezahlt: Datum ~ ~ " ” Börsenkurse. Frankfurt Berlin Schluß- Schluß- Schluß- Schluß- Gebr. Berdux Bahnhofstraße 27 6990a feines Verhaltens am Demvnstrarwnstage Miß-1 trauen auszafprechen. Die Abstimmung wird ■ auf Mittwoch vertagt. Rächste Sitzung Mittwoch, 8*/2 Mr. — Schluß 2 Hfjt. Bud.-Eisenw.-Akt.. D.-Luxemb. Bergw. 1220, Gelsenkirch. Dergw.. 1325,- 13C0 - 1325,- 1360, Harpener Bergbau . 3250,— 3200 — 3275,— 3125, Oberschl. Eisenb.-B. 910,- 905,- 91C,- 900,- Oberschles. Eisenind. 735, Phönir-Bergb.-Akt. 1470, ~ - 820. Hausbesitz und damit der deutschen Wirtschaft entzogen. (Hörti Hört!) Zum Staatshaushalt übergehend meint Redner, nicht die groben Zahlen sind bedenklich, sondern die Unsicherheit ist es. Gr möchte erinnern an die alte Binsenwahrheit. daß tfute Wirtschaftspolitik die beste Finanzpolitik ist. Drei Dinge gibt es, die als Ziel alle Deutschen, alle Parteien einen könnte zu einer wahren Volksgemeinschaft. Das sind: erhöhte Erzeugung, größte Sparsamkeit und Revision des Vertrages von Versailles. (Lebh. Bravo! rechts.) Abg. Dr. Buchner (Dem.): ^Ich spreche als Zweitredner der kleinsten Pattei. Es scheint, daß die Bedeutung dieser kleinsten Pattei im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Gröhe steht. Bedauerlich ist, daß der Vorredner den Riß wieder vergrößert hat, indem er völkisch und national auf eine Stufe stellte und indem er wiederum dem deutschen Volke Mangel an nationalem Empfinden vorwarf. Das ist unrichtig und undankbar. Es wäre von der 1 Deutschen Volkspattei besser gewesen, wenn sie sich auf den Boden rein sachlicher Arbeit gestellt hätte. Vielleicht wäre dann doch eine Ar- bettsgemeinschaft zustande gekommen. Ich bin der Ansicht, daß die Staatsform an sich gleichgültig und unwichttg ist. Es kommt darauf an, mit welchem Geist das Staatsleben erfüllt ist. (Bravo! rechts.) Ich möchte übttgens feststellen, daß nur ein einziger Redner der Deutschen Dolkspartei es für notwendig hält, meine Rede anzuhören. (Höttl) Redner ktttisiett dann die Presse, die sich mehr ihrer Verantwortung bewußt sein und sich auf sachlichen Kampf beschränken sollte. Dem Abg. Kindt, der die Ansicht äußerte, daß wir Frankreich die Stirne bieten sollten, da England ihm schon in die Arme fallen würde, muß ich erwidern, daß England unser wirtschaftlicher Feind ist, wie Frankreich unser politischer. Von England haben wir nichts zu erwatten. Bekämpfen müssen wir den Luxus und das Feste- feiern. Streiks aus polittschen Gründen sind verwerflich gleichwie es verwerflich war, die Eisen- bahnen stillzulegen um politischer Ziele willen. Er befürwvttet die Einführung des Arbeits- dienstjahres. bEmpft die zu hohen Löhne der Iügendlichen usw. Es müffe alles geschehen, die Schuldfvage am Kriege aufzuklären, die Revision deS Versailler Vertrages zu erreichen, die Gr- Mungspolittk auf das Maß des Etträglichen zu beschränken. (Hört, hört!) Redner schließt auch seinerseits mit der Mahnung zur Einigkeit. Damit ist die Generaldebatte geschlossen. Ordnungsrufe. Vizepräsident Sv Herr rüst den Abg Lückel (Soz.) und den Abg. Storck (Soz.) nachträglich zur Ordnung wegen eines Zwischenrufes „Lüge" zu der Rede des Abg. Dr. Werner. Rach einer Reihe persönlicher Bemerkungen der Abg. Kindt, Lückel, Storck. Dr. Werner. Delp, Knoll, wird in die Einzelberatung eingetreten. Es liegt ein Antrag der Deutschen Dolkspartei vor, dem Minister Raab Degen Märkte. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Handel. Berlin, 25. Juli. Börsen st immungs- b i l d. Die Börse machte heute tmeber einen sehr geschästsstillen Eindruck. Im Devisengeschäft waren die Llmsähe bei leicht schwankenden Kursen ungleichmäßig, und auch tm Effektenverkehr waren öie Kursveränderungen bei im ganzen belanglosen plmsähen nicht erhebsich. Anfangs trat unter dem Einfluß von Glattstellungen der Spe- kr'lation, die anscheinend wegen der Zuspitzung der mnerpolttischen Lage und infolge des batzett- schen Sondervorgehens in Ausführung des Schuh- gesehes erfolgten, eine mässige Senkung des Kursstandes um 10 bis 20 Prvz., vereinzelt darüber, ein. Bald nach Feststellung der ersten Kurse flackerte aber am Montanmarkt die durch die allgemeinen .mißlichen Verhältnisse unter Druck gehaltene Haussewelle wieder erneut auf. Die führenden Papiere, wie Harpener, Rheinstahl, Rheinische Braunkohlen und Gelsenkirchener erfuhren beträchtliche Kursaufbesserungen. Dieser Aufschwung war aber nur von kurzer Dauer. Die erzielten Gewinne gingen größtenteils wieder verloren, und die Dorfe versank in die alte Geschäftslosigkeit. Vorübergehend machte sich die Rückwirkung der Haussesttömung am Montanmarkt auch auf anderen Gebieten bei leichten Kursbesserungen bemerkbar. Auch bei den Auslandsrenten bewirkte die eingetretene 'Geschäfts- stitte ein mäßiges Abbröckeln des Kursstandes mit Ausschluß der Llngattschen Rente und Lombarden, die weiter stiegen. Frankfurt a. M., 25. Juli. Dörsen- stimmungsbild. Am Effektenmarkt war die Stimmung uneinheitlich. Der Dollar ging von 510 auf 508 bis 505, und später auf 500 herunter. Im freien Verkehr war die Stim- mung schwächer. Becker-Stahl 515—520, Benz 510—515, Hansa Lloyd 280, Inag 395, Afa 230. Am Mvntanaktienmarkte war die Tendenz etwas fester. Chemische Aktien schwächten sich ab. Elektrizitätspapiere lagen uneinheitlich. Bei Maschinen-, Metall- und Autv- fabrikattien stellten sich die ersten Rvtierun- gen verschiedentlich niedriger. Zuckerfabrik- aktten wurden realisiert. Am Einhettömarkt blieb die Haltung behauptet. Der Schluß der Börse war ruhig. Privatdiskont 5 Prozent. Frankfurt a. M., 26. Juli 1922. Berliner Devisenmarkt. (In einem Teil der Ausiage wiederholt.) Die Spannung in Bayern. Berlin, 25. Juli. Rach einer Meldung der »Bossifchen Zeitung" aus Nürnberg sandten 21 in Nürnberg versammelte baherifche Bürgermeister ein Telegramm an den Ministerpräsidenten und den Landespräsidenten, in dem sie die dttngende Bitte aussprechen, nichts zu unternehmen, was den Verbleib Bayerns beim Reiche gefährden und über das Reich, das Land und das Volk die schwersten Erschütterungen bringen könnte. Sie bitten, heute mittag ihre Vertretung zur mündlichen Aussprache zu empfangen. Auch der Staatsrat von Rürnberg hat mit großer Mehrheit beschlossen, ein Telegramm an den bayerischen Ministerpräsidenten zu ttchten, in dem Verwahrung eingelegt wird gegen die Richtachtung verfassungsmäßig erlassener Reichsgesetze und die Regierung und ter Landtag auf das dringlichste vor einem Bruch mit dem Reiche gewarnt wird, der die Zertrümmerung Bayerns bedeuten würde. Wie der „Vorwärts" aus M ü nchsn meldet, richtet die Konferenz der sozialdemokratischen Fraktion deS bayerischen Landtages und der bayettschen Landeszentrale einen Aufruf an die Bevölkerung, in dem es heißt: Jeder Versuch die Schuhgesetze, die ein Teil des Reichsrechtes sind, für Bayern ganz oder teilweise außer Wirksamkett zu setzen, stellt einen Verfassungsbruch dar und einen Angttst auf den Bestand der Volkseinheit des Reiches. Die Konferenz erklätt es für die Pflicht aller reichstreu gesinnten Volkskreise Bayerns, vor der ganzen .Welt den Standpunkt der Reichsregie- rung zu unterstützen und die drohende Anarchie und die Rechtsunsicherheit von Bayern abzuwehren. Die ganze republikanische Bevölkerung habe sich aber für alle Möglichkeiten bereit zu halten. München, 25. Juli. (WTB.) In einer Sonderausgabe begleitet die „Bayerische Staatszeitung" die Verordnungen beS bayerischen Gesamtministeriums mit einem längeren K o mm entar, aus dem hervorzuheben ist, daß die bayettsche Staatsregierung von Äbrsang an die Rotwendigkeit erkannte, zum Schuhe der Reichsverfassung und xur kraftvollen Verfolgung politischer Mörder und der hinter ihnen stchem- den Helfer und Hetzer besondere Maßnahmen zu treffen. Die offizielle Kundgebung schließt mit den Wotten: Die bayettsche Staatsregierung legt bei ihrem Schritt den größten Wett auf ihr Bekenntnis des unerschütterlichen Festhaltens am Reiche. Sie weist ferner mit allem Ernst weit von sich, daß ihr Vorgehen irgendwie mit Bestrebungen in Verbindung gebracht wird, die auf eine Aenderung der verfassungsmäßig festgelegten republikanischen Staatsfvrm od« auf die Herbeiführung der alleinigen Herrschaft irgend einer Devöllerungsklasie abzielen. Die bayerische Regierung verbürgt nach der biShe- ttgen Führung der Geschäfte die Aufttchtigkett dieser Versicherung. Deutsche Teilnehmer