Innaqiiu von anseiger für die Tagesnummer bi-= zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigeno 34 mm Breite örtlich 120'Pf., auswärts 150 'Pf.: für Reklame- Anzeigen von 70 nun ‘Breite 450 Pf. Bei Platz. Vorschrift 20u 0 Aufschlag Hauptschriftleiter: Äug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Karl Walther: für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in (Bieben Rr.97 Erscheint täglich, außer Sonn« und Feiertags, mit berSamstaqsbeilage: GießenerFamilienbläNer Monatliche Sezvgspreife: Mk. 16.- und Mk. 1.50 Trägerlohn,durch diePost MK.^17LO, auch bei Nichterscheinen einzelner Num» mern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech« Anschlüsse: für die Schriftleitung 112: für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehrn. Postscheckkonto: tnntffurt a. M. 11686. General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'fche Univ.-Vuch- und Stdnöruderei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstratze 7. Erstes Blatt 172. Zahrgang Mittwoch, 26. April 1922 GietzenerAMger Eine feierliche Erklärung des Reichskanzlers. Genua. 25. April. (WTB.) Spezi al - bericht des Vertreters des WTB. Dor den in Genua anwesenden deutschen Journal t st e n führte Reichskanzler Dr. Wirth folgendes auS: Mir liegt daran,eine feierliche Erklärung in Ihrer Witte abzugeben. 3n französischen Zeitungen wird die Frage gestellt, ob der Vertrag von Rapallo vollständig veröffentlicht ist, ob er geheime Bestimmungen enchält oder ob er politischen oder militärischen Zwecken als Vorwand dient. Meine Erklärung lautet: Der Vertrag ist vollständig veröffentlicht worden und enthält keinerlei Bestimmungen politischen oder mllitärischen Charakters. Dazu füge ich hinzu: Er ist nach unserer Auffassung als Friedensinstrument bestimmt und ist auch der erste wahrhafte Friedensvertrag zwischen zwei Völkern, die miteinander in .blutigem Ringen gestanden haben. Er macht mit der Vergangenheit in gewissem Sinne „tabula rasa". Worauf eS für uns ankommt, das ist, mit dem russischen Volke zu einem wirklichen Frieden zu kommen und der Handelswelt zu ermöglichen, nach Osten freie Bahn zu erhalten. Wer uns nachfolgt auf diesem Wege, ist bei uns willkommen, und wir würden eS sehr begrüßen, wenn in Genua die Weltmächte mit Rußland zu einem Abschluß kommen, der ebenso wie der Vertrag von Rapallo, friedlichen Entwickelungen die Wege ebnet. Die französischen Pläne. Paris, 25. April. (WTD.) Äoloniatmini- fter ©ar raut, der als Abgeordneter der radi- kal-fozialistischen Partei angehört, und Vorsitzender des Generalrates des Departements Aube ist, bat bei Eröffnung des Generalrates u. a. erklärt, Frankreich könne nicht zugeben, baf^ man verzichte auf die berechtigten Ansprüche, dieFrank- reich aus den feierlichen Friedensverträgen zu- stehen oder durch Abtretung dieser Ansprüll.- neue Opfer zu denen hinzufüge, mit denen es seinen Sieg bereits zu teuer bezahlt habe. Frankreich. das herausgefordert und überfallen wurde, könne kein Geschick auf sich nehmen, das schlimmer wäre als das Schicksal des Feindes, den es besiegt habe. Frankreich, das so viel Blut verloren habe, um zum Rechtsfrieden zu gelangen, könne nicht hinnehmen, morgen angesichts neuer Bedrohungen wiederum wehrlos dazust.hen, die der Revanchegeist eines Angriffes ihm bringen könnte. Die Gefahr für den Weltfrieden würde darin bestehen, daß die Schwache der Ration diejenigen unbeachtet ließ, die bereits einmal den Krieg entfaltet hätten, und denen ihre Straflosigkeit den Mut gebe, cs zum zweiten Male zu tun in der Gewißheit, dah sie nichts riskieren. Miniftcrrat in Paris. Paris, 25. April. (HavaS.) Die in Paris anwesenden Minister haben sich heute vormittag im Ministerium des Auswärtigen unter dem Vorsitz Poincarös zu einem M i - nisterrat versammelt. Der Ministerpräsident gab seinen Kollegen Kenntnis von den letzten Telegrammen der französischen Vertreter in Genua. Der Minister des Innern teilte die von den Generalräten geäußerten Wünsche mit, die eine allgemeine Billigung der RegierungSpvlitik bedeuten. Eine neue Warnung Lloyd Georges. London, 25. April. (WTB.> Die Abendblätter veröffentlichen folgende Meldung: Lloyd George sagt in einer aus Genua an England gerichteten Botschaft, die Rede P o i n c a r 6 s sei eine sehr c r n ft e Erklärung. Sie sei nicht dazu angetan, das Zusammenarbeiten der Alliierten zu bessern. Groh- britannien fei entschlossen, zu verhindern. dah Europa wieder ein Schlachthaus werde. Die Abendblätter weisen darauf hin. dah infolge der Rede Poincares die Möglichkeit der Zurückziehung Frankreichs von der Genueser Konferenz in Genua und London eifrig erörtert werde. Wenn dieser Fall eintreten sollte; so würde, einer Meldung zufolge, Lloyd George nach London zurückkehrem um das Parlament um älnterstützung zu ersuchen, und die Genueser Konferenz würde dann wahrscheinlich fortgesetzt werden. Es sei nicht wahrscheinlich, dah Lloyd George diese Fragen durch Reuwahlen entscheiden lassen wolle. Einer hier verbreiteten Meldung zufolge sollen die französischen Delegierten klare Instruktionen erhalten haben, auf den von Poincare gestellten Bedingungen zu bestehen. Sie würden ein 48stündiges Ultimatum für Ruhland verlangen oder die Konferenz verlassen. Genua, 25. April. (WTB.) (Spezialbericht des Vertreters des WTD.) Der politische Sekretär Lloyd Georges, Sir Edward Grigg, hat englischem und amerikanischen Pressevertretern gegenüber eine Erklärung abgegeben, in der er über die Rede Poincares sagte: Alles, was Poincare über die Wichtigkeit der Zusammenarbeit der Alliierten gefügt hat, findet unsere herzliche Zustimmung. Der einzige Kommentar, der für den Augenblick gemacht werden muh, ist der, dah die Rede ohne vorherige Beratung mit den Alliierten gehalten wurde. Die Worte des französischen Ministerpräsidenten, dah Frankreich eine Aktion gegen Deutschland unternehmen würde, ob die Alliierten sich beteiligen oder nicht, sind in keiner Weise geeignet, die Zusammenarbeit zu sichern. Die französische öffenlliche Meinung ist besorgt und aufgeregt über das deutsch- russische Abkommen. Dieser älmftanb übt eine Rückwirkung auf die Konferenz aus. Die französische öffentliche Meinung ist überzeugt, dah daS deutsch-russische Abkommen in der einen oder anderen Welse ein Ergebnis der Genueser Konferenz ist. Dieser Gedanke ist in Frankreich durch falsche Darstellungen in der französischen und britischen Presse genährt worden, die die Franzosen dazu brachten, zu glauben, dah Grohbritan- nicn eine Politik der Verhandlungen mit Ruhland verfolge, die den französischen Interessen widerspricht. Grigg erftärte die Meldung der „Daily Mail". Lloyd George habe eine geheime Zusammenkunft mit Krassin gehabt und ihm gesagt. Großbritannien sei bereit, alle russischen Kriegsschulden zu annullieren, für vollständig unwahr. Lloyd George habe niemals eine geheime Besprechung mit Krassin gehabt. Er habe den russischen Delegierten.niemals gesprochen auf)er in Gemeinschaft mit seinen Kollegen. Grigg fügte hinzu: Wir hegen keine Besorgnis vor einer deutschen ober russischen Drohung in Europa. Wenn Deutschland und Rußland isoliert sind, muß allerdings zwischen ihnen eine enge Freundschaft entstehen. Die britische Regierung ist entschlossen, die beiden Länder davor zu bewahren, auf die Schlachtbank geführt zu werden. Wir wollen eine offene und menschliche Politik gegenüber Rußland. Allerdings, sagte Grigg, sei die Haltung der Russen einer Regelung schwierig. Man könne sich schließlich nicht auf ein Schachern nach orientalischer Manier einlassen. Tschitscherin über die Abschaffung des (Eigentumes rechts in Rußland. Paris, 25. April. (WB.) Tschitscherin hat einem Pressevertreter in Genua u. a. folgende Erklärung abgegeben: Solange wir ans in Allgemeinheiten bewegten, konnten Die Meinungsverschiedenheiten nicht augenscheinlich werden. Sob.'-ld aber das Eigentumsrecht zur Sprache tarn, begann für uns die Debatte von Interesse ersten Ranges zu werden. Die großen Arbeiter- und Bauernmassen Rußlands sind von der Idee durchdrungen, daß der Grund und Boden, und der grabe Iirdustriedesih nationales sind Der Gtu.ch'atz der TLitionah« iieatng ohne Eittschädigung ist einem jeben rul« fischen Menschen teureParole geworden, diniere Volksmos'en sind der Ansicht, daß Land- und Industriebefitz Privi • gicn sind, ähnlich dem feudalen Recht vor der lranzöfifchen Resolution und ähnlich der Leibeigenschaft vor Alexander II. Diese ehemaligen Privilegien find aber ohne Entschädigung abgeschafft worden. So soll eS auch mit den heutigen Privilegien sein. Infolgedessen tonnen wir in diesem Punkte nicht nachgeven. Was wir Vorschlägen, ist em System, bei dem die ehemaligen russischen Eigentümer cm Vorkaufs-- Konzessionsrecht oder aber ein Recht auf Beteiligung an gemischten Gesellschaften oder Trusts erhalten würden. Die praktische Tragweite unfcieS Vorschlages ist groß. Durch un'er System soll diese neue wirtschaftliche Form entwickelt werden. Rach unserer Ansicht ist für dt» Beurteilung der Frage, ob die Forderungen der ehemalig’n Privateigentümer begründet sind oder nicht, allein die Sowjetregierung zuständig. Eine alfgenuirte Entschädigung ist aber nach unserer Meinung vollkommen ousgeschlosien. In dieser Beziehung besteht zwischm unseren Gläubigern und uns ein Abgrund, über den hinweg wir uns noch lange gegenseitig besehen können, ohne daß wir je zusammenkommen. Was die anderen Fragen anbelangt, so sehe ich keine ernsten Meinungsverschiedenheiten. Richtsdesto- weNiger sind wir nach wie vor der Ansicht, daß es eine notwandige Vorbedingung ist, Staatskredite für uns zu erlangen, wenn die Verhandlungen ein Ergebnis haben sollen. Wir könnten uns sonst nichtverpfltch- ten, unsere Vorkriegsschulden z u bezahlen. Die rechtliche Anerkennung der Scw- jetregierung ist für uns keineswegs eins Prestige- oder diplomatische Fvrmfrage. wie vielmehr eine den Handel interessierende A.'.grlegenheit. Denn wir können nicht an die Wiederherstellung der Handelsbeziehungen denken, wenn wir keine puristische Peifon sind. Rach dem Zwischenfall von gestern toarten wir die Entscheidung der 21111= ierten ab. Dieser Zwischenfall wäre aber nicht eingetreten, wenn Frankreich nicht verlangt hätte, daß gleich zu Anfang über so aufregende Fragen verhandelt würde. * Berlin. 25. April. Der Korrespondent des „Berliner Tageblattes" in Genua hatte mit Tschitscherin eine llnterrcbung, in deren Verlauf der russische Außenkornmissar betonte, mit wie lebhafter Genugtuung der Vertrag mit Deutschland begrüßt worden fei. Im Hinblick auf den Versuch, einen Widerruf Deutschlands her- beizusühren, sagte Tschitscherin: Rußland muß es dß einen gegen seine Selbständigkeit und seine Souveränität gerichteten Eingriff betrachten, trenn von gewissen Mächten versucht wird, den Vertrag zu annullieren oder zu verändern, den Rußland mit einem Dritten abgeschlossen hat. Zeder Abänderung des Vertrages würde Rußland durchaus ablehnend gegenüberstehen. Den russischen Standpunkt zur Völkerbundsfrage formulierte Tschitscherin folgendermaßen: Rur bei einer Aen- ixrung der Konstitution des Völkeroundes. der jetzt einer bestimmten Gruppe von Völkern Privilegien gibt, bei Gewährung gleicher Rechte für alle Völker sowie Schaffung besonderer Qlrbeiter- Vertretungen im Völkerbund ist für Rußland der Beitritt zum Völlerbund möglich. Ein Note der Alliierten an die Russen. Berlin, 26. 2lpril. Wie die „Dossische Zeitung" aus Genua meldet, wurde in Besprechungen mit den Hauptdelegierten der Alliierten nach französischer Quelle gestern nachmittag beschlossen, an die rusiischen Delegierten ein Schreiben zu richten, in dem eine sofortige Antwort auf zwei Fragen verlangt wird. 1. ob Rußland sämtliche Schulden bedingungslos anerkennen wolle, und 2. ob es für die bcwingungslose Herausgabe des nationalificrten Privateigentums einsteh»n wolle. Die Besprechung der Alliierten befaßte sich weiter mit ber Formulierung der Resolution über den europäischen Frieden. Eine Einigung über den Wortlaut konnte noch nicht erzielt werden. Die Beratung darüber soll fortgesetzt werden. Aus der Wirtschaftskommission. G e n u a, 25. April. (WTB.) In der -Unter» ausschuhsitzung der Wirtschaftskommission wurde der Entwurf einer Entschließung vorgelegt, in der es heißt, daß der wirtschaftliche Wiederaufbau nur unter der Mitarbeit derHand- und Kopfarbeiter aller Völker erfolgen könne, dah aber deren Mitarbeit besonders in den valutaschwachen Ländern durch die Teuerung stark gefährdet sei. so daß die Produktion und die Konsumkraft vermindert würden. Diesen Zustand könne nur die Wiederherstellung des finanziellen und wirtschaftlichen Gleichgewichts zwischen den Völkern beenden. Es wird in dem Entwurf deshalb vorgeschlagen: 1. beim Kampf gegen die Arbeitslosigkeit a) b:c vmhrndene Arbeitsge egenheit imWege der rationellen Arbeitsvermittelung auszunuhen und zwecks Ausgleichs des Arbeitsmarttes zwischen den Ländern Entgegenkommen zu zeigen. b) die öffentlichen Arbeiten für die Arbeits- lofenfürforge auszunutzen. c) die Mittel der Erwerbslosenfürsorge für die Bereitstellung neuer wirtschaftlich wertvoller Arbeiten zu verwenden: 2. durch Vermittlung des internationalen Arbeitsamtes die gesammelten Erfahrungen auszutauschen und gegenseitig nutzbar zu machen. Genua, 25. April. (WTD.) In der Sitzung der zweiten Unterkommission der Wirtschaftskommission wurde ein von der deutschen Delegation eingebrachter Antrag zur Erörterung gestellt, der sich auf die Behandlung ausländischer Firmen und Einzel- fau Heute im Inlande bezieht. Dem An- tiag liegt der Gedanke zugrunde, da') alle Staaten die Ausländer im allgemeinen und in gleicher Weise zu Handel und Gewerbe zulassen wie die Inländer. Aach sollen die danach zugelassenen ausländischen Kaufleute in steuerliche.' und anderer Hinsicht grundsätzlich auf gleichem Fuße mit den Inländern behandelt werden. Der Grundsatz der Gleichbehandlung soll ferner für die Schiffahrt gelten. Zu einer eingehenden Verhandlung kam es nur über die auch in dem Londoner Sachoer- ständigenvorschlage behandelte Frage der Beteuerung. Dabei entstanden lebhafte Mcinungs- verschier^nheiten über die grundlegende Frage, ob die Zulassung etwaiger Ausnahmen von der steuerlichen Gleichbehandlung der Ausländer mit den Inländern an die Voraussetzung geknüpft werden sollte, dah derartige Ausnahmen allen Qiationalitäten gegenüber gleichmäßig an gewendet werden und dah also eine unterschiedliche Behandlung der Angehörigen der einzelnen fremden Staaten ausgeschlossen ist. Diese Voraussetzung wurde schließlich von der Mehrheit der in der Unterfominifnon vertretenen Delegationen als notwendig anerkannt. Mit Deutschland stimmten dafür England, Zapan, Oesterreich und Spanien; dagegen namentlich Frankreich. Italien und Rumänien. Die Beratungen über die weiteren Punkte des deutschen Antrages sollen morgen fortgesetzt werden. Die Wäbrnngssrage. Genua, 25. April. (WB.) In der Sitzung des Sonderausschusses, der die aus den Währungsschwankungen u.b den Währungsunterschieden der verschiedenen Länder für den Eisenbahnverkehr sich ergebenden Schwierigkeiten erörtert, ist nach längeren Ausführungen der Finanzsachverständigen festgestellt worden, daß der Ausschuß nicht imstande sei, das Währungs- Problem zu lösen, und daß es der in Artikel 5 des Resolu io sooischlages borg | chri denen technischen Konferenz der Eisendahnverwaltungen über[affen werden müsse, eine für die Praxis erträgliche Lösung zu suchen. Demgemäß wurde von der ersten Kommisiion beschlossen, in Artikel 5 des Resolutionsvorschlages die Währungs- frogc als eine der ersten and wichtigsten Aufgaben der demnächst ein^iberufenben technischen Konferenz von Eisenbahnve^walta g.m auedrrck- lich anzuführen. Zu Artikel 6 gab Staatssekretär Stieler namens der deutschen Regierung die ErNärung ob, daß die i'm Re° solutionsvorschlcg vorgesehene Fällung ii)t annehmbar erscheine. Er schlug vor, den Artite! wie folgt zu fassen: <5ofcrn es angezcigt erscheinen sollte, daß die beteiligten Regierungen die Fortschritte überwachen, die in Durchführung der in den vorstehenden A titeln vor geschriebenen Maßnahmen von den einzelnen Staaten gemacht wurden, werden die Vertreter der beteiligten Staaten'unter voller Gleichberechtigung tn Genf zu- femmentreten. um von den technischen Einrichtungen des Völkerbundes G brauch macken za tönnen. Der deutsche Gegenvorschlag fand feine Annahme, jedoch wurde auf denVorschlag des ungarischen Vertreters noch eine Textabänderung des Resolutionsvorschlages in dem Sinne vorgenommen, daß die Vertreter dc> an dem Völlerbund nicht beteiligten Staaten volle Gleichberechtigung mit den den technischen Organen des Vö.kerbu Ves ang hörigen Vertretern genießen sollten. Hierauf wurde die 6t.>ung geschlossen und die Aufgabe der ersten Kommission als beendigt erklärt. Benesch und Barthou. Genua, 25. April. Havas meldet. Der tschechv-slowakische Ministerpräsident D e n e s ch hatte eine Unterredung mit B a r t h o u über den europäischen Vertrag, der die Angriffe unterbinden soll. (Englische Pressestimmen. London. 25. April. (Wolff.) Die Rede Poincares in Dar°le--Duc findet in der Presie große Beachtung. Während die „Time s" schreibt, die ErNärung sei frei von Drohungen, nennt die „Westminster Gazette" die Rede eine an Deutschland gerichtete Drohung. Ser „Daily Herald" überschreibt feinen Leitartikel über die Rede mit „Kaiser Pomcarö" und gibt den europä ischen Staatsmännern den Rat, Poincare zu igno vieren und ihren Weg weiter zu verfolgen. Wenn Poincare seine Stellvertreter aus Genua zurücl- ziehen wolle, sollten sie um Himmelswillen gehen Sie seien dort nur eine Plage. Poincars sei eine Gefahr, weil er ernst genommen werde. Sobald sein Bluff enthüllt fei, werde er aufhören, Europa zu verpesten. — „Da i lh Rews" schreibt, Poincarr rede wild von Mahnahmen, die, toenn nötig, allein zu treffen feien, um Deutschlands Kassen zu leeren. Das bedeute, dah er wisse, Grohbritannien wer di ins Ruhrgebiet nicht einnrarschieren. Es bedeute aber auch die moralische Isolierung Frankreichs die für alle offenkundig fei. -- „Daily Ehrv nicl e" schreibt in einem „Poincares Säbel" überschriebenen Leitartikel: Die seltsame Aktion ber französischen Delegation in Genua am letzten Samstag, die versuchte, eine neue Krise aus dem alten Material zu erzeugen, von dem jedermann gehofft habe, dah es erledigt sei, wurde von den in Genua anwesenden Personen auf das Treiben Poincares zurückgeführt. Dieser Eindruck werde jetzt durch die unglückliche Rede beftätigt, die Poincare gestern in Bar-le»Duc gehalten habe. Sie enthalte die Drohung, dah Frankreich die Alliierten unberücksichtigt lasten und den Säbel allein schwingen werde, wie es ihn in Frankfurt a. M geschwungen habe. Die Alliierten Frankreichs fönnten nur antworten, was sie damals sagten. Ein Besuch der Mailänder Messe. Genua, 25. April. (WTB.) Die Vertreter fast aller in Genua anwesenden Delegationen haben sich gestern auf Einladung ber italienischen Regierung nach Mailand zum De such der dortigen Messe begeben. Dem schcrseits nahmen Staatsrat von Meine! und Geheimer Regierungsrat Rorden an der Veranstaltung teil. Den Vertretern ber Delegationen wurde von der italienischen Regierung, dem Bürgermeister Mailands und ter Messeleitung ein sehr herzlicher Empfang bereitet. Rach einem Gang durch die Messe, der Gelegenheit bot, die Leistungen und Fortschritte ber verschiedenen italienischen Industriezweige zu bewundern, sand ein gemeinsames Frühstück statt, bei welchem die Gäste durch den Präsidenten ber Messe. Senator Rava, sowie durch Bürgermeister Filip- petti und den Präfekten Lugignoli mit herzlichen Worten begrüßt wurden. Die Ausführungen des Präfekten schlossen mit einem Aufruf zur Herstellung eines wirklichen Friedens. Arn Rachmittag wurde der Besuch der Messe fortgesetzt. Es sind ungefähr zweitausend Firmen als Aussteller vertreten, und zwar in überwiegender Zahl italienische Geschäftshäuser, daneben auch deutsche, englische, amerikanische und ungarische Fabrikanten. Ein besonders eindrucksvolles Bild bot die Automobilausstellung. Das Geschäft auf der Messe wird von den beteiligten Firmen als recht gut bezeichnet. Aus dem Reiche. Die Deamtenbesoldungsvorlage. B e r l i n, 26. April. Wie die Blätter Mitteilen, beginnen die neuen Svnderver- handlungen über die Beamlenbesoldungs- vorlage mit den Gewerkschaftsvertretern am 1. Mai im Reichsfinanzministerium unter Hinzubeziehung der Mitglieder des Reichs- tagsauSschusseS für Deamtenangelegenheiten. Die Neuregelung der Drsatzungszulage. Wie die Blätter melden, haben tm Reichs- ftnanzministerium Verhandlungm mit den Spitzen- Organisationen über Sie Neuregelung der Be - satzungszulage ftatigefun.e^. Es kam folgendes Ergebnis zustande: Die Besatzungszulage beträgt in Ortsklasse A bis 31. 12. 1921 225 Man, ab 1. 1. 1922 450 Mark, Ortsklasse b 160 and 370 Mark, Ortsklasse C 135 und 290 Mark, Orte- Haffe D 135 und 290 Mark. Diese Sähe gelten für Arbeiter, die das 18. Lebensjahr vollendet haben. Zugendliche erhalten vom 17. Lebensjahre an 50 Prozent dieser Sätze, .lieber Jugendliche unter 17 Zähren wird noch verhandelt. Arbeiterinnen erhallen 75 Prozent der Sähe für die männlichen Arbeiter. Dieses Ergebnis unterliegt noch der Zustimmung der Fr- nanzministerkonferenz in Würzburg. Die Erhöhung tritt sodann mit rückwirkender Kraft ab 1. 1. in Kraft. Sme Schlagerei in der Berliner Stadt- verordnetenvers tnnmhmg. Berlin. 26. April. (WTD.) Die Stadtver- Drimetenbcrfannnlung lehnte den Antrag der drei sozialistischen Fraktionen, den 1. Mai in den städtischen Betrieben als Feiertag gelten zu lassen, mit 10 6 gegen 102 Stimmen ab. 'Bei der Beratung der Magistratsvorlage über die Erhöhung der Löhne für die städtischen Arbeiter und über die Erhöhung der Werktarife Lun es in der Stadtverordnetenversammlung zu einer großen Schlägerei. Der Stadwerord- nete Dr. Koelitz (äl.S.P.) nannte den Oberbürgermeister einen Lümmel, worauf die Rechte die Entfernung Koelitz' aus dem Sitzungssaal verlangte. Die Unabhängigen und Kommunisten stürmten nunmehr zu dem Rednerpult, vor dem sich eine regelrechte Schlägerei entwickelte. Stadtverordneter L e u p o l d (Kommunist) ergriff einen Stuhl und schlug damit auf die Menge ein. Aach einer viertelstündigen ungeheuren Aufregung im oaale gelang es schließlich dem Stadtverordneten- vvrsteher, einigermaßen die Ruhe wiederherzu- stellen. Koelitz wurde nunmehr von ihm zur Ordnung gerufen. Der Antrag auf lieber Weisung der gesamten Borlage an einen Ausschuß wurde endlich mit 101 gegen 89 Stimmen angenommen. Konferenz der deutschen Finanzmmister. De r [ i n, 26. April. (WTB ) Aus der Tagesordnung der am Donnerstag in Würzburg beginnenden Konferenz der deutschen Finanzminister steht die F age der Der- teil'ung der Reichssteuem zwischen dem Reiche, den Ländern und den Gemeinden, sowie die Frage, inwieweit die Vorschüsse des Reiches an die Länder und Gemeinden für die Erhöhung ber Beamtenbesoldung vom Reiche, den Ländern oder den Gemeinden übernommen werden feien. Reichsfinanzminister Dr. Hermes wird auch an den Verhandlungen teitnehmen. Die Arbeitsgemeinschaft der deutschen Presse. Berlin, 25. April. (WTD.) Die Arbeitsgemeinschaft der deutschen Presse ist auf der Grundlage des von den beauftragten Kommissionen fertiggestellten Entwurfs vom 16. Dezember 1921 am 25. April von den Bevollmächtigten des Arbeitgeberverbandes für das deutsche Zeitungsgewerbe und des Veichsverbandes der deutschen Presse abgeschlossen worden. Zugleich wurde für die dem Entwurf angefügte Vereinbarung die Erklärung der Allgemeinverbindlichkeit durch das Reichsarbeitsministerium beantragt. Der 1. Mm in Thüringen. Berlin, 25. April. Aach einer Meldung des „Vorwärts" aus Weimar hat der thüringische Landtag nach heftigen Redekämpsen mit den Stimmen dec drei sozialistischen Parteien gegen die Stimmen der Bürgerlichen beschlossen, den I.Mai als gesetzlichen Feiertag zu erklären. AUS HesseN- Politifcher Lehrgang für Frauen. Man schreibt uns: Die Deutschnatio- naleVvlkspartei Hessens veranstaltete vom ' 20.—22. April 1922 in Offenbach a. W. einen politischen Lehrgang für Frauen. Der Verlauf übertraf ' die Erwartungen: Diele Teilnehmerinnen aus - Hessen und den angrenzenden Ländern, glänzende Gastfreundschaft von feiten der Offenbacher Fa- , milien, ein idealer Zug in den Vorträgen und der darauf folgenden Aussprache. Von den Rednern und Rednerinnen sind zu nennen: Herr Dr.Kling- spor aus Offenbach — über die politische Lage; Frau Clara Klingspor — die Veranstalterin und Leiterin des1 Lehrgangs; Herr v. Forstner über Organisations- und Werbearbeit; Frl. Brandt- Berlin, die Hauptgeschäftsführerin, über Ver- fammlungstechnik; Exzellenz v. Kries über die „Reichsversassung" und „Bon Versailles bis Cannes"; Frau Studienrat Annagrete Lehmann, 'M. d. L.. über die Aufgaben der deutschen Frau in Familie und öffentlichem Leben; aus Gießen Fräulein E. Dingeldein, zusammen mit Frau Dr. Reinhart aus Darmstadt, über das Hausangestelltengesetz; Fräulein Rennert-Gießen über Völkerpsychologie; Fräulein Aaumann-Darmstadt, zusammen mit Fräulein Knecht aus Reu-Isenbarg, über die Pflichtfortbildungsschule. „Der Narr des Glücks". (Zu <5truenfeeS 150. Todestag, 28. April.) Es war am 28. April 1772, daß unter dem allgemeinen Zulauf von ganz Kopenhagen der Graf Johann Friedrich von Struensee, eben noch der allmächtige Minister Dänemarks, zur Hinrichtung vor das Oflertor geführt wurde. Zuerst wurde ihm die Hand abgehauen, dann das Haupt und endlich bei Körper zerstückelt. Selten wohl in der Geschichte ist so hohem Aufstieg zu schwindelnder Macht ein so jäher Fall gefolgt, und der aberteuerliche unerhörte Wechsel seines Glückes hat Struensee bald zum Helden der Dich» tung gemacht. Sin Roman von Lobedanz nennt ihn den „Rarren des Glücks", und wirklich ist wohl fetten ein Mensch so arg vom Schicksal genant worden, wie der zweifellos geniale Hallenser Pfarrerssohn, der sich zum Beherrscher eines Königreiches aufschwang, um dann wie der elendeste Verbrecher zu enden. Struensee hatte Medizin studiert, war dann Stadtphysckus in Altona geworden und erlanate durch Vermittlung des Grasen Karl zu Rantau-Ascheburg ei e S.elle als Reisearzt bei dem König Christian VII. von Dänemark, als dieser sich 1Z68 ins Ausland begab. Struensee wußte sich dem König bald unentbehrlich zu machen, wurde nach der Rückkehr von der Reise zum königlichen Leibarzt ernannt und gewann einen solchen Einfluß auf den König, daß er ihn vollständig beherrschte Auch die Königin geriet allmählich in feinen Bann, und er wurde schließlich ihr intimster Vertrauter, den sie sich sticht scheute, offen vor dem ganzen Hofe auszuzeichnen und als ihren Geliebten anzuerkennen. Bereits nach zwei Zähren hatte es Struensee so weit gebracht, daß er nach dem Rücktritt des Ministers Bemstorff zum leitenden Kabinetts- mrnister gemacht wurde, und nun begann er in aller Hast und mit dem größten Sifer weitgehende Reformen durchzusehen. Zweifellos hat er als Dollsbcglucker und Staatsve^esserer der ganz im Geiste der Aufklärung und Humanität lebte. Großes gewollt. Die Besörderung der Beamten sollte nur noch von Tüchtigkeit und Treue iw. Dienst abhängen; das Privileg des Adels wurde beseitigt. Er führte unumschränkte Preß- Eine Rede des Reichspräsidenten an den Kölner Mannergesangverein. Berlin, 25. April. Bei dem Empfang des Kölner Mannergesangvereins in der Staatsoper hielt der Reichspräsident folgende Ansprache: „Einen recht herzlichen Willkvmmens- g r u h rufe ich Ihneü zu, meine Herren vom Kölner Männergesangverein. Sie kamen vom Rhein in die Reichshauptstadt, um neue Bande zu knüpfen und um das Interesse für die Röte unserer Rheinlande zu flärfen. Groh sind Ihre Sorgen und Kümmernisse, die Sie neben der allgemeinen Rot unseres Volkes tragen müssen. Seien Sie versichert, daß auf uns dien schwer das Bewusstsein lastet, daß unsere regsamen, arbeitsfreudigen Vollsgenossen im Westen gehindert werden, ihre Kräfte frei zu entfalten und ungehemmt mitzuarbeilen an der Wjederaufrich- tung unseres staatlichen und wirtschaftlichen Lebens. Die fremde militärische Besetzung im Frieden und die Art ihrer Durch- führung ist für ein Voll von der kulturellen und wirtschafllichen Bedeutung wie des deutschen ein hartes Schicksal, ein Schicksal, das in der Geschichte wohl beispiellos ist. Ich erinnere nur an die zermürbende Wirkung der Rechtsunsicherheit, an die riesigen Kosten für die übergroße Zahl der Desatzungsstreitkräfte, an die Ansprüche auf deren Unterbringung, die die Wohnungsnot außerordentlich steigern. Dazu kommt, daß wir trotz äußerster Anstrengungen zur Erfüllung der Friedensbedinaungen fortgesetzt mit weiteren Gewaltmaßreg.eln bedroht werden. Wie soll dabei eine Atmosphäre des Friedens aufkommen? lind doch braucht die Welt, braucht jedes Volk den Frieden so notwendig wie das tägliche Brot. Ohne gegenseitiges Vertrauen, ohne friedliche Zufammenarbeit aller Völker ist das Schicksal Europas besiegelt. Diese Gefahr für die Anbahnung eines wahrhaften Friedens muh immer wieder der Well vor Augen geführt werden. Die rheinische Bevöllerung ist in erster Linie von diesen Leiden betroffen; ich bitte Sie aber überzeugt zu sein, daß wir in brüderlichem Mitgefühl ihre Last mittragen, im Gefühl unserer nationalen Zusammengehörigkeit und mit ihr unter dem Druck der fremden Gewalten leiden. Das Rheinland gab im Laufe dieser schweren Zähre immer erneut Beweise seiner Treue zum Vaterland. Den von außen in das Land bineingetragenen und von einigen phantastischen Cigenbrödlern und Aden- teuerem bedenklichster Art im Land geförderten Wahngedanken der Trennung vom Reiche wies das rheinische Volk mit Entrüstung von sich. Es hat deshalb den Mahnruf: Seid heu! nicht nötig. Für dieses unerschütterliche Aushalten danke ich allen Rheinländern von ganzem Herzen und gebe Ihnen die Versicherung, daß ebenso das übrige Deutschland stets Treue um Treue vergelten wird. Sie bringen uns nun dir Grüße Ihrer sie! erfrohrn Heimat. Die deutsche Kunst fand von jeher in jeder Form und Betätigung am Rhein eine besondere Pflege. Sie wollen uns zeigen, daß das deutsche Lied wie in besseren Tagen so besonders in dieser Zeit der Rot noch das Herz und die Sinne erheben kann. Der Kölner Männergesangverein blickt in diesen Tagen auf eine achtzigjährige überaus erfolgreiche Vergangenheit zurück. Weit über feine Heimatstadt hinaus ist sein Rus als einer der allerersten und besten Männerchöre bekannt und gefestigt. So bieten Ihre hiesigen Sangesbrüder, mit denen Sie manch edlen Wettstreit ausgefochten haben, sowie die Reichs- und Staatsbehörden Ihnen heute freudig herzlichsten Empfang. Ich wünsche und hoffe aufrichtig, daß Sie aus biefen Tagen in Ihre schone engere Heimat die Gewißheit mitnehmen: So wett deutsches Wort und deutsches Lied klingt, stehen wir in bösen wie in guten Tagen als Glieder eines Volkes und eines Reiches treu unb geeint in dem Wunsche nach Erhaltung und Wiederaufbau unseres geliebten Vaterlandes zusammen!" Berlin, 25. April. (Wolff.) Zu der Begrüßungsfeier für den Kölner Wännerge- sangverein im staatlichen Opernhause er- mit d"n Rmck^räs benten Ministerpräsident Braun die Minister Severing, Siering, •-J2. d. icq ter, -ur. Wendorf, Hirtsiefer, Giesberts und Bauer. Ferner bemerkte man den Reichstagspräsidenten Lobe, den Präsidenten des Staatsrats Dr. Adenauer, Oberbürgermeifter Boß, den Stadtverordnetenvorsteher Caspari, sowie viele Vertreter der hiesigen rheinischen Vereine. Die Kavelle der Staatsoper eröffnete unter Leitung des Intendanten Dr. Max v. Schillings mit Beethovens Ouvertüre zu „(Sgmont“ den Festakt. Dann fang die Berliner Liedertafel unter ihrem Dirigenten Musikdirektor Max Wiedemann die von Max Bruch komponierte ergreifende media in vita aus Scheffels „Ekkehard". Rachdem der brausende Beifall verhallt war, erhob sich der Reichspräsident zu der be- retts mitgeteilten Ansprache, die vielfach durch laute Bravorufe unterbrochen wurde. Den gewaltigen Sang von deutscher Treue „Hagen", ein Tongemälde von Mathieu QZaumann, brachte der Berliner Lehrergesangverein, diri- giert von Prof. Hugo R u e d e l, als Gruß an die rheinischen Sangesbrüder dar. Roch unter dem Eindruck dieses rauschenden Chorwerks würdigte in Vertretung des durch Krankheit verhinderten Kultusministers Staatssekretär Prof. Dr. Becker Berlin als Musikstadt. Mtt einer von Theodor Scheidl zum Vortrag gebrachten Ansprache des Hans Sachs aus Wagners „Meistersinger" fand die Degrühungsseier einen harmonischen Abschluß. Aus Stabt unfo Land. Gießen, den 26. April 1922. *■* * Reue Mehlpreisermäßigung. Der Rückgang der fremden Zahlungsmittel hat die süddeutschen Mühlen veranlaßt, den am Samstag auf 2100 Mark ermäßigten Preis für Weizenmehl, Spezial 0, Wetter um 25 Mark auf 2075 Mark für die 100 Kilogramm mit Sack ab Mühle zu ermäßigen. ** Rückstände an Kanalgebühren. Unter den heutigen Bekanntmachungen der Stadt Gießen befindet sich auch die Mahnung zur Zahlung des 6. Zieles Kanalgebühren für das Rechnungsjahr 1921. Die Zahlung kann an den üblichen Kassenstunden oder durch Banküberweisung noch bis zum 6. Mai ohne Kosten erfolgen. Am 8. Mai beginnt die Beitreibung, wobei die vorgeschriebenen Kosten erhoben werden. ""Schlechtes Hasenjahr. Das Jahr 1922 dürfte kein gutes Haseniahr werden. Infolge der anhaltend kalten and regnerischen Witterung im Januar und Februar haben die ersten Iunghasen sehr gelitten. Auch fehlte ihnen infolge des fbäten Eintritts der Vegetation jefce Äc-Hrung. Manche sind daher durch Kälte and Hunger emgegartgen. Manche hat man, völlig abgemagert, gefunben, mancher ist unbeachtet za Grunde gegangen. Da der Ausfall 'des ersten Satzes des Meisters Lampe für das ganze Jahr von Bedcutung ist, da die langen Häsinnen schon im gleichen Jahre Mutterpflichten zu erfüllen haben, so darf aus ein gutes Hasenohr sicherlich nicht gerechnet werden. rtwfUcn. — TageSkalenderfürMittwoch. Stadttheater, 7 Ahr: Gastspiel des Elsässischen Theaters: ,,D' Pariser Reis'". — Astoria- Lichtspiele: „Sappho" und „Eine Minute vor 12“. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Memoiren eines Kammerdieners". — Aus dem Stadttheaterbureau, lieber die Leistungen der russischen Konzertgesell- schaft, die hier am kommenden Sonntag und Montag Gastspiele gibt, haben sich viele deutsche Kunstkritiker in hervorragender Weise geäußert. Die Gäste wurden überaus herzlich gefeiert Es stehen also jedem Besucher wirklich außergewöhnliche Stunden bevor und niemand sollte diesen Abend versäumen. — Konzertverein. Als letztes, zehntes Abonnementskonzert, wird der Konzertverein am 11. Mai (mit einer öffentlichen Hauptprobe am 10. Mai) die Große Messe in si-Moll von Anton Brückner zur Aufführung bringen, worauf wir jetzt schon Hinweisen. Landkreis Giesren. ' W i e s e ck, 25. April. Landwirt Heinrich Benner und seine Ehefrau Elisabeche Katharine, geb. Weller, seierne heute ihre Silberne Hochzeit. Kreis Alsfeld. A l s f e l d, 25. April. In der Landwirtschaftlichen Winterschule ist eine Schulerfreihett ein, trat für die Abschaffung der Leibeigenschaft auf und erstrebte im Staatshaushalt größte Sparsamkeit. Der Geschäftsgang wurde vereinfacht das Gerichtswesen verbessert Aber in diesem an und für sich anerkennenswerten Streben ging Struensee blindlings unb unpsycholv- gisch vor, ohne auf die Macht des Adels und die tief eingewurzelten Anschauungen des Volles Rücksicht zu nehmen. Er machte nicht nur die Aristokraten zu seinen Todfeinden, sondern er zog auch den erbüterten Haß der Geistlichkeit auf sich, verstimmte bi' Kovenhagener durch den Eingriff in ihre Stadwer affung und brachte durch sein ungestümes Abonnieren die größte Unruhe in die ganze Verwaltung; in den 16 Monaten feines Regiments erlieft er nicht weniger als 600 Ka- binettsbesehle. Auch die gestissenlliche Begünstigung des Deutschtums wurde ihm sehr verdacht So fliegen Haft und Erbitterung gegen ihn bis aufs Aeuherste, und die Rücksichtslosigkeit, mit der er seinen Willen allein durchsetzte, begünstigte die gegen ihn angezettelle Verschwörung, an deren Spitze die Königin-Mutter stand. Am 22. Juli 1771, 14 Tage nachdem die Königin eine Tochter geboren, „Deren wahrer Vater nicht zweifelhaft war", lieft er sich in den Grafenstand erheben, vom König zu würdiger Ausstattung 60 COO Taler schenken und das Recht verleihen, Kabinettsbefehle auch ohne die königliche älnter- schrist erlassen zu dürfen. Die Verschwörer zogen nun immer enger das Retz um ihn zusammen, und am 17. Januar 1772 frühmorgens, nachdem am Abend vorher noch ein prunkvoller Ball stattgesunden hatte, wurde er verhallet Eine Inquisttionskommiffion sprach das Todesurteil über ihn aus, in erster Linie wegen seines Verhältnisses zur Königin, das er selbst zugestand. So sank der Kopf Struensees unter dem Jubel der Bevölkerung, vom Beil des Henkers gefallt Aber bald nach seinem Tode schlug die Stimmung um, und man er farmte, daft fein? Reformen fegen» bringender gewesen waren, als die Mißherrschaft, die nun einsetzte. Struensees „Glück und Ende", bald in Flugblättern und von Bänkelsängern durch Deutschland verbreitet, rief schon im 18. Jahrhundert dichterische Bearbeitungen hervor, so in dem Srarna »Friedrich ©rat von Struensee" von Ernst Bornschein (1793) und in dem Roman Bouter- wecks „Gustav und seine Brüder" (1796). Sein Andenken lebendig erhalten haben die beiden Dramen von Michael Beer und Heinrich Laube, das erstere eine der besten Leistungen des Schiller-Epigonentums, aber ohne dramatische Schlagkraft das andere ein echtes rechtes Theaterstück mit guten Charakteristiken, aber von der Geschichte ziemlich wett abweichend. Laubes viei- gespielles Stück hat die Gestalt Struensees auf der Bühne heimisch gemacht. * — Die Relativitätstheorie im alten China. Einsteins Relativitätstheorie ist das Gespräch des Ta^es, nunmehr auch in Frankreich, nachdem der große Gelehrte dort in Paris seine Anschauungen vor einem gelehrten Forum vertreten. Die Fragen, die hier wieder neu aufgeworfen werden, sind aber fast so alt wie die Menschheit seiest, unb schon mancher Philosoph hat der Richtigkeit des von Menschen erdachten Weltbildes fdjr zweifelnd gegenübergestanden. Auf einen eigenartigen Vorläufer Einsteins im alten China lenkt Georges Dubarbier die Auf- merksamkett in einem Qhiffaft bc£ „Temps". Es ist der Philosoph Chuang-Tsze, der wäh- renb der letzten Hälfte des 4. und der ersten Hälfte des 3. vorchristlichen Jahrhunderts lebte. Dieser Gegner des Konfutius Vertritt die Lehre vom Richtstun, das bester sei als alle Tätigkeit; der Mensch muß, wenn er glücklich sein will, nach seiner Ansicht das Leben als eine „fröhliche Reise" betrachten, die aus dem Richts in das Richts führt. Die Kenntniste des Menschen sind unendlich begrenzt, sagt er: „Was er sieht, ist unsicher, was er weiß, ist zweifelhaft." Ra-ch Chuang-Tsze sollten wir unseren Körper mit entern ©etreibeforn in einem großen Speicher vergleichen, und selbst mit diesem Vergleich tun wir uns noch zu viel Ehre an. Die Zeit, der Raum — all das sind Dinge, die relativ sind. „Die Kenntnisse der kleinen Wesen," meint er, „können nicht mit denen der größeren ^Wesen verglichen werden. Der Mensch hat die Zeit in Jahre eingekeilt. Aber was ist ein Jahr? Ist cs wenig. ist es viel? Was ist ein Jahr in der Llnendlichkett? Die Grille, die weder Frühling Wanderherberge eingerichtet worden. ES befinden sich darin 14 Betten und ein Aufenthalts- raum; 11 weitere Betten hat man in dem Dachstock der Höheren Mädchenschule aufgestellt. In den Osterferien wurde die Herberge bereits von zahlreichen wandernden Jugendlichen besucht, so trafen Gäste ein aus Offenbach, Wiesbaden, Wetzlar, 'Darmstadt usw. Kreis Schotten. A, Vom Hoherodskopf, 25. April. Schnee liegt wieder auf den Höhen beS Vogelsbergs. Am Sonntag und Montag herrschte stundenlang Schneegestöber. Im Oberwald liegt der Schnee so hoch, daß man bis an die Knöchel in den Schnee tritt. Erst an den Abhängen des obersten Gebirgsteils bei Eichelhain, Hartmannshain und Michelbach verliert sich allmählich die Schneedecke. Kreis Friedberg. * Hochweisel, 25. April.-Sin Akt großer Roheit wurde vor einigen Tagen hier verübt. Es wurden etwa 18 junge Obft-- bäume teils an den Wurzeln abgeschnitten, teils über der Erde abgebrochen oder ihnen die Aeste genommen und die Rinde beschädigt. Sie gehören meistens einem Privatmann, doch bestnden sich darunter auch einige Gemeinde- bäume. Auf die Aanchaftmachnng deü Täters ist eine Belohnung von 6000 Mk. festgesetzt. Starkenburg uns Nheurheftev. * Darmstadt, 24. April. Die Heber6 gäbe der Gesellenbriefe sand gestern vormittag im städtischen Saalbau dahier statt. Weit über 600 männliche und weibliche Prüflinge, eine bis jetzt noch nicht erreichte Zahl, nahmen an den diesjährigen Prüfungen teil, davon 400 aus dem Handwerk. 218 aus der Industrie. * Lampertheim, 25. April. Ins hie» sige AmtsgerichtsgefängniS wurden durch die Gendarmerie die beiden Straßenräuber ein geliefert, die vor einigen Tagen, wie gemeldet, auf der Hambacher Landstraße einen 17jährigen Oberrealschuler aus Heppenheim bis aufs Hemd auSgeraubt hatten. Es find zwei 22 und 23 Jahre alte Arbeitsburschen aus Viernheim bzw. Lampertheim. Die geraubten Schuhe hatte einer von ihnen noch an. Kleidungsstücke und Llhr hatten sie bereits verkauft. * Rierstein, 25. April. Mtt großer Un» versrorcnhett geht ein Spitzbube an die auf den Gebäuden befindlichen Blitzableiter und entfernt die P la ti n s p i tz e n. Sechs auf dem Schulgebäude angebrachte Blitzabletter waren in letzter Woche das Opfer des Spitzbuben. * Oppenheim, 25. April. Der Winzer- streik ist durch eine Einigung beigetegt worden. Die Arbeit wurde gestern früh wieder aufgenommen. Heycn-Naffau. * Frankfurt a. M., 24. April. Ein junger Tschechoslowake kletterte im Frankfurter Hauptbahnhof, um auf billige Weise in die Heimat zu kommen, in das Hundeabteil des O-Zuges Frankfurt a. M.—Berlin. In Fulda wurde er, als man einen richtigen Hund m das Abteil lassen wollte, entdeckt und feftgenommen. *■ Hanau, 25. April. Plötzlicher Tod. Gestern abend wurde die Polizei nach einem Hause der Rußallee gerufen, wo der Wohnungs- inftaber angab, daß eine bei ihm wohnende Frau V. seit morgens die Wohnung nich verlassen, auch auf sein Klopfen diese nicht geöffnet habe. Als man die Tür, die von innen verriegelt war, gewaltsam öffnete, sand man in dem Schlafzimmer die etwa 70 Jahre alte Frau, nur mit dem Rachtgewand bekleidet, tot vor dem Bett auf dem Fußboden liegend. Rach den bisherigen Feststellungen ist anzunehmen, daß die Frau einem Herzschlag erlag. * Wiesbaden, 25. April. Gestern nachmittag ereignete sich in einem Hause in der Taunusstraße ein schwerer älnglücksfall. Zwei Dachdecker waren mtt der Ausbesserung eines Daches beschäftigt. Als der eine dem anderen einen Eimer reichen wollte, stürzte er ab und fiel auf den Bürgersteig. Er erlitt einen doppelten Schädelbruch. Rachdem ihm ein Rotverband angelegt war, wurde er durch ein Sanitätsauto zum skädt- Krankenhaus gebracht, wo er nach kurzer Zett starb. noch Herbst kennt, der fleinc Pilz, der am Morgen ouswächft und am Abend stirbt, sie haben auch ihr bestimmtes Zeitmaß, und ist nicht viel^ leicht eine Sekunde für sie schon so viel wie für uns ein Jahr? Ein anderes Beispiel: im Süden des Deiches Tschou befindet sich ein Baum, dessen Frühling 500 Jahre dauert und dessen Herbst ebensoviel, und der „Ahne von Peng-Tscheng" (der chinesische Methulasem) wird andere Anschauung von der Lebensdauer gehabt haben als wir heutigen kurzlebigen Menschen." Wie über die Zeit, so hat auch über den Raum Chuang-Tsze seine eigenen Ansichten: „Der Himmel erschemt uns blau. Ist das nun feine wahre Farbe ober einfach das Ergebnis feiner unendlichen Entfernung ? Auch die jlnenZlidjfeit der Meere ist relativ. Man tann sich immer noch größere Schiffe denken, für die das Meer klein sein könnte. 3m Rordmoer existiert ein Fisch, eine Art Seeunge- heuer mit dem Ramen Kuen, befien Umfang viele Kilometer groß ist. Dieses Ungeheuer kann sich in die Lüfte erheben und wird dann ent riesiger Vogel namens Peng. Sein Rücken ist so groß wie das Gebirge Tai und seine Flügel sind so gewaltig, wie die größten Wolken im Himmel. CE-enn er fliegt, so hat er earne Ausdehnung von 45 000 Kilometer, und er bedeckt so den ganzen Himmel, fo weit wir ihn erblicken. Eine Wach'el aber, d'io den Riesenvogel vvrbeisiiegen sieht, könnte zu sich sprechen: wozu dieses ungeheuere Tier und dieser rasende Flug? Auch ich erhebe mich mit einigen Flügelschlägen über die Erde und fliege schnell dahin. Ich sehe keinen Unterschied zwischen dem Peng und mir, da wir beide nuriwinzig sind in der Unendlichkrit de2 Raumes." Mit solchen Betrachtungen rüttett Chuang-Tsze an allen Anschauungsformen des Menschen und si'cht nachzuweisen, daß die Dinge, wie wir sie sehen, uns nur von unserem begrenzten Standpunkt so erscheinen und daß alles relativ ist. Die Chinesen vor 2000 Jahren mögen in ihm „ihren Einstein" geschen haben, eine Feststellung, mit der Dubar- bier die wissenschaftliche Bedeutung der modernen Relativitätstheorie natürlich nicht im mindesten antasten will. » Sie tS Kp»61 cws SÄ aufrM _ Die LÄt VeisM m 1 neislerS 1922 rus der 2er Mökkrw inh Wimm mw UM die e? Krenverder Merva bei - Hi' Kückens-' Deihmül acr als sechs Tj?n auffieM aaberen §chw nen verfugt Dellrcko-d in mit 1:48,8 g< - Der Hchvimm» Deutschen ße 2& 2Zai in 2 ter breiten C Sie das 6chw vergangenen i lagen runb 6 irunfen, eine 1G., die ihn veile Derbre DhUse zu V teten Aeüur 1000 Mensch« Seh« Met . «ei 'N Be Spei Die M «cis auf Qln Mcs Dom : Dauben toi 22. April 1 zuhallen, loben, baft di Seseyes desto schuhperssnal ÄachtzL öchntz der D nachsolgenden die ersten 10 1. Geihner, 2. Hambach J H entel t 4. Kös nqer,' 5. Ävsenban 8. Achs, Lll ü. vhrna'j, 9. Lchvinter, lä Schmidt, ll. Vollmer, . G'ehen, \ «er Obrrbür- vvm 5? Delrio jq» Ano » Ästige M bä“ M»ch-r s ffonldttn r b&: iS? LK ai«6en (Beriditsfaol »rers Michel, die zu gewinnen. MilBonmlech Drogerie Noll, Bahnhofstraße 51. G.eoA Behördliche Anzeigen Vekanntmachnng •gilt' -gilt/ 4089v zu haben ist. 1, der Vorstand 4085v 41088 M>'A | Mäßige Preise! sind eingetroffen. Ofädebous^Glcrnon, 6/1 3424a Prospekt frei. Astoria-Lichtspiele Heute letzter Tag: !! Trotz des jnlM Erfolge; heate letzter Tag 0 ■ Negri in Mitteld. A.-E., Plockstrahe 5. 4110h Ferner: Bekanntmachung 4079a > Bergwerks- and Baabedarf G. m. b. H. > (Sichen. frankfurter (Sichen, frankfurter releohon^b'y. H Jr H Trotz dß3 grcösa Erfolgen hsnti & Pola Negri * k „Sappho 3. 4. Besonders hütoche ÜKvdkitkv In gefeiten, waschbaren Garten-Tischdecken Goethestraße 32 TeL 2064. i Uw )ie out ld rnt» .W Settersweg 73 Tel. 821. Jede» Q-uautum frischen hochosen- schlackensand ab Liegerländer Station waggonweise abzugeben. ßtyb rchdie über n,tDic einen nheim J füib scheit le ge. och Dl. tdber tM9a /IpofrwKcnu OroaeHcn erMiH neu zeigten ihre Fertigkett rn ber wohlgelungenen Darstellung humoristischer Stücke. Besonders gut gelungen war die Rolle eines Barbierlehrlings, den Wilhelm 3 of darst elfte Lieder und Chöre einfachsten Mitteln eine duvchaus gefällige Rasst attung der Darsteller zu erreichen wußte Aufdeckung der Maffenftrnde zugefügt worden. Die Angeklagten wurden zu Gefängnis- strafen von 2—6 Monaten und zu Geld- strafen von 3000 — 40 000 Mark verurteilt Ein Angeklagter wurde sretgesprochen. Jacken -Westen Blusen ganz besondere große Auswahl mäß. Preise. gewisse Entschuldigung in der Aervosttät der Zeit. Dem Staat seien L.hedftche Schäden durch ine ukirol beseitigt sthnell.skherund schmerzlos jhncrauQcn fafi Dach. Un f tfra &k haben. Rodheim, den 24. April 1922. Bürgermeisterei Rodheim. Kröll. für Personenauto In Her We BismontfttaBe. (biegen 3U mieten gesucht. Off. unter 2256 an Herso, 1 liegt avchri DlNs. h die Vermischtes. Eis enbahud icbftäh le. Berlin, 26. April. (DTD.s Blätterrneldun- gen zufolge sind in Erfurt der Obergülervvr- steher Paetsch, der Eisenbahnrssistent Karl Schneider und weitere Personen wegen fort’ Sesetzter, seit dem Jahre 1917 begangener iisenbahndieb stähle verhaftet worden Die Verhafteten haben Muren im Merte. von 1 Million Mark gestohlen " ..6 Akte 4101c junger nffurter in die ibteil i Fulda ai das mtn S ob. cixiar. chnende ch Der- geöffnet irriegeU 66131- mir mit in Drtt zherizen e Friu n nady in ter sjall flerung cm an- » er ab 1 eiiun ent ihm 'jt dura) aus ganzer- clegt wieder zum Sperrgebiet eraatL — 3n ber Gemeinde Riederwöllstadt (Är Friedbergl ist die Maul- und Klauenseuche erloschen. Die ang cd ebneten Spcrrmahnahmen sind aus- gehoben. — Volkshodifchule Stehen Geschäftsstelle Löberstrahe 26 ll 1921 ein genügender Schutz nicht vorhanden gewesen und es habe dir Gefahr bestanden, datz in Frankfurt die Macht tn kommunistische Hände übergehen könne. Di» Polizei rechnete damals auch mit Unruhen. Die Absicht, gegen die besteh ende Staatsordrung anzukärnpsen, habe drn Angeklagten völlig ferngelegen. 3m üb igen gaben sämtliche Angeklagte <,u, die Waffen beschafft und in die angegebenen Verstecke verbracht zu haben. Der Dertreter der Anklage, Staats- anwall Lehr, beantragte auf Grund der bestehenden Derordnungen gegen b'c Maffenverbote gegen sämlliche neun Argetlag's Ge ängnis- ftrafen von 3—8 Monaten und Geldstrafen von 1000—20 000 Mk. Der Gerichtshof ging in seinem Urteil über die Strafanträge teilweise hinars. In der Llrteilsbegründrng wurde ausgeführt, das» die Angeklagten bei ihren Handlungen von i keinem bösen Millen drsrell gewesen seien, in I der Mahl ihrer Mittel aber verfehlt gehandelt Verbindung mit dem Kongreh ist unter Beteili- I hatten. Die Tat fei bedauerlich, fände aber eine gung aller deutschen Turn- und SportvereinL nptr.iflp (SnfTrh-jTbimmn in ber Aervosttät der Zeit, eine .Deutsche Rettungswöche" vorgesehen, um im ganzen Reiche die Oeffentlichkett durch Ret- Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 **lc Alt wgen Cbft, nüeir, en die ädigt. rinde- Mers etzl. L ber» [ehern statt. Prüf- Mf. - ivl, a3n< 9)er Qolfarsturf auf dem ‘Dlarscfief Idol len Sfie Ihre Gold-, Silber-, Platingegenstände, Brillanten, Uhren, Zahngebisse noch gut Der kaufen, dann 0srkaufen^fle sofort Vereinigte Handelslehranstalten Gießen Letter: J. Kunzehnann, Settersweg 73, Diplom-Kaufmann a. Diplom-Handelslehrer. Tages- und Abendkurse in allen Handels fachem. Halbjahres- und Jahresklassen. 2 1 /f • Beginn des neuen Schuljahres • jVldl Auskunft uAnmeld täglb.der Hansa- Vogtschen Handelsschule In Vorbereitung der Welt schönster Film mit Fern Andra L d. Hauptrolle , jes Lebens and d3r Liebe Wellen“ Eröffnungstermin einzureichen sind. Zuschlagsfrist 14 Tage. Giehen, den 24. April 1922. Hessisches Kulturbauamt. 3.03.: Hauck, Reg.-Daurat. M Ml WOTtl Gröhe 25x9 Mir.. Höhe 3 Mtr., Firsthöhe 4,50, mit 10 Fenstern und 2 Türen, übernagelten Fugen und Pappdach, geeignet für landwirtschaftliche Zwecke (Heu- oder Strohschuppen), sofort zu verkaufen. 4065V Friedrich Hollmann P. äzifions-Kugellager-Fabrik Wetzlar. Kirche und Schule. * Freie Lehrer st eile. Erledigt ist eine mit einem katholischen Lehrer zu besehende Schub stelle an ber Volksschule zu Fürth t O„ Kreis Heppenheim. i. Ettingshausen, 24. April. Am gestrigen Sonntag abend fand im Sommerschen Saale der zweite Llnterhaltungsabend. Der- anstilltet von der 2. Schulllasse und der schulentlassenen Jugend, geleitet von Lehrer Michel, statt. '2lidir nur aus Ellingshausen, sondern auch aus der näheren ilmgegenb war die Veranstaltung gut besucht. Sehr beifällig wurden die Aufführungen der Heinen Künstler aus unserer zwellen Schulllasse ausgenommen. Die Schulenttafse- , « Der Doronschlag hiesiger Gemeinde für Rf. 1922 liegt vom 27. Aprll bis einschl. 3. Mai L Hs. auf unserem Amtszimmer zur Einsicht der Interessenten und evtl. Erhebung von Einwendurigeu offen. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch btt Ausmärker beizutragen 4106D » M „Unter- .Tf»2 tP ste Ä & ZK- Freitag, den 28. April, 8'/. Uhr abends tm Postbeller Nlllglieder-Versammlung. Tagesordnung: 1. Geschäftliche Mitteilungen. 2. Bericht über bet politischen Lehrgang für Frauen in Offenbach. 3. Be. richt über den deutschnalionalen Studentenlag in Detmold. 4. Derschiedenes. Um zahlreichen Besuch bittet Zahle bekanntlich die höchsten Tagespreise. 'SeorgJCoch Uhrmacher und Goldarbeiter, Mühlstraße 2, nächst der Bahnhofstraße neben dem Kaufhaus Katz. •. ftömbte. Göll, schreibt: Mer-e afrt ,ch durch ©diöciafc- Dbemtrocrl ’reMrwet. -D O _ • 0 cittttat Her Da- berg) ist die Maul- und Klauenseuche amllich fest gestellt worden. Die Gemeinde Dad- Aauheim. Wisselsheim utti> Oppertshofen wurden SCumen, Sport und Spiel. • D i e .Deutsche Spvrt-AuSstel- lung 192 2", dir vom 15. Juni bis 2. Hüll in ber groben Automobil-Ausstellungshalle am Äaiferbaaun m Beclin-Tharlot.enburg ihre Pforten öffnet, wird ein umfassendes Bild aller 3n- bust ciezwcige geben, die mit dem Sport und für diesen arbeiten. — Aach 17 Jahren ist dies die prste grobe Spezial-SportauSstellung, die zur Feit ba: deutschen Kampsfpiele 1922 eine grobe Zugkraft für das kaufende Publikum haben wird. — Sine besondere Gruppe wird der .Deutsche Reichs- d im 150-Bards-Rückenfchwimmen, den ber Amerikaner Mac Gillivray am 31. März 1918 mit 1:48,8 geschaffen hatte, auf 1:45,4. — Der 1. Deuts che Konyreh sür Schwimm-Rettungswesen wird von der Deutschen LebenSrellungsgesclSchaft am 27. und 28. Mai in Bonn abgehallen. Hier werden vor ber breiten Oesfentlichkeit alle Fragen behandell, die das Schwimmrettungswejen betreffen- — 3m vergangenen Hahre find nach stallstifchen Unterlagen rund 8000 Menschen in Deutschland er» irunfen, eine erschreckend große Sahl- Die D. L. R ©., die ihre Hauptaufgabe darin erbllckt. durch wette Verbreitung des Schwimmrellungswefens Abhllfe zu fchasfen, konnte durch Ihre auSgebil» beten Rettungsschwimmer im Jahre 1921 rund 1000 Menschen dem sicheren Tode entreißen. 3n 6. Rühl, Ludwig. Marktplatz 13. 7. Rausch Konrad, Miesecker Meg 3. 8. Shma'z, Friedrich. Diemorckslra^e 40, 9. Schomlxw. Milli, Malltorstratze 51, 10. Schmidt, Hugo, Milhelmstrahe 8, 11. Vollmer, Gustav, Frankfurter Sttahe 89. G'etzen. den 18. April 1922. 3911B Ser Oberbürgermeister. 3.V.: I)r.Rosenberg. Eschenh i.ner Londstra' e. verha d ll. . geklagten sollen sich gegen die Verordnung über gege: den Besitz von Maffen und gegen das Ent° i— —- — - waffnunasg's etz vergär gen haben. Sie machten durch die zunehmende Suchtlosig! in der Derk>mdlwrg gellend. Latz sie die Masten gen die Bestrebungen des Lehrer beschastt hätten, am bei einem eventuellen Putsch > fugend für harmlose Fröhlichkeit von lrnksra'ikaler Seite die Frank urter Polizei, Erfolg haben. Besonderen Dank für den Abend weil sie nicht über die genügende Mastenzah: gebührt aber auch FrauLehrer Michel, tne^ntit verfüge, mit den nötigen Massen versehen. Für die ordnangsli zberde Dwölke u-g sei im Jahre „EineMinutevor12" ________ 5 Akte._______________ Ab morgen: „DieibentenreriB voalloiiteGarlo“ 2.Teil:Marokkanische Nächte Anfangszeiten L/$4, 6 tu 1 j9 Uhr. Sperrzeit für Tauben. Die Besitzer von Tauben werden unter Hinweis auf Art. 39 Abs. 1 Ziffer 2 des Feldstraf- ^esetzes vom 13. Juli 1904 aufgesorderi. ihre Dauben während der Saatzeit vom 22. April 1922 bis 2 0. Mai 192 2 ein° z u h a l t e n, andernfalls sie zu gewärtigen haben, datz die Tauben Haller gemäß vorgenannten Gesetzes bestraft und die Tauben von dem Feld- schuhprrsonal abgeschossen werden. Aach § 2 des Gesetzes vom 28. Mai 1894. den Schutz der Brieftauben betreffend, gelten für die nachfolgenden Besitzer von QHilitärbrieftaubcn die ersten 10 Tage der Sperrzeit. 1. Geitzner. Erwin, Plockstvatze 9, 2. Hambach. Georg, Malllorstrahe 35. Henkel, Heinrich. Malllorstratze 27, .. Köf nger, Milh, !2andgraf-PhiliPP°Plah 5. Rosenbaum, Fritz. Löwengaffe 20, _ I „De? Stteh de? roten Ä AusSeöNg böü Beiieörofmflrfea. Auf die Bekanntmachung des Kreisamts Dietzen im Amlsverkündigungsblatt Ar. 52 vom 18. d. Mts. wird hiermit besonders hingewiesen. Die Bevöllerung wird gebeten, die noch in ihren Händen befindlichen Reifebrotmarken recht- zettig bei den Backern und in den Verkaufsstellen des Konsumvereins gegen Drotmehl oder Brot einzulöfen. Die Bäcker haben die Reifebrotmarien spätestens am 2. Mai 1922 restlos an das Lebensmittelamt, Asterweg 9, Erdgefchotz, Zimmer 3. zwecks Gutschrift der belasteten Mehlmengen, zu- rückzugeben. Aach dem 30. April 1922 belieferte Reisebrotmarken können nicht mehr gutgefchrieben werden. 4099B ® ich en, den 25. April 1922. Der Oberbürgermeister. (Lebensmittelamt.) Arbeitsvergebung. Für die Gemeinde V i 11 i n g e n sollen Montag, den 1. Mai 1922, vormittags lOVs ^hr. auf der Bürgermeisterei zu Dillingen Derschleisungs- und ©rabenarbeiten veranschl. zu rund 19 000 Mark vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen auf Hess. Bürgermeisterei offen, wohin die Angebote in Prozenten des Voranschlags verschlossen, mtt entsprechender Aufschrift versehen, pvsffrei bis zum | „Memoirew eim» Kammerdimrs" w Ab morgen ble inkl. Sonntag: Beknnntinnrtznng. Das ir.t Monat März d. 3- fällig gewesene 6. Ziel Kanalgebühren kann noch bis einschlietz- lich 6. Mai d. 3 ohne Kosten bezahll werden. Diejenigen, die mtt der S^hlllng im Rückstände sind, werden hiermit gemahnt, bis zum 6. Mai die Abgabe zu enttichten. Am 8. Mai beginnt die (Beitreibung, wobei die vorgeschriebsnen Kosten erhoben werden. 4096B Dietzen, den 25. April 1922. Stad Lasse Gießen. Die Masfenfunde tat Frankfurter Wöhler- Gymnafbttn. fpd. Frankfurt a M, 25. April. Bor der Strafkammer wurde freute tt achtstün- —---— — --—- — - — diger Sitzung gegen neun Angeklagte wegen der' verbanden die einzelnen Teile des Programms, bekannter. Maffenfunde im Möhlergynrnafium im 3m Mittelpunkt des Abends stand eine Ansprache Juli 1921 und in der Gastwirtschaft von Bonme. i des Leiters über .Schule und häusliche Ec- - - .... 2)^ > ziehuna", die die Derantworilichkeit der Ellern gegenüber ihren Heranwachsenden Kindern betonte und vor den Gefahren warnte, die der Huaend Einende Suchllosiakeit drohen. Mö- MeitterL Villers listtee-Lslenr Donfiltcrs her in jedem fparfamen Haufe, in dem man einen guten Kaffee Kocht! 3n Originaldofen u.Silbcrpakctcn. Zu hoben in den Gelchanen Zu verk.: 4 m dklbl. geitr. Voile, Scmaerhüt,Splrita» bttgoielson , Baslerappa- rai, getr. Herranschnhe (40u. 441, ash^zsi, Damen- lansaeh. (36), D.-Sttefet (40). Mietgesuche | Aelteres Ehepaar sucht gut möbliertes Wohn- nnd Schlafzimmer mit Kochgelegenheit. Schriftl. Angeb. unter 04282 au den Gieß. Anz. Cand. med. ruhiger Mieter, sucht per sosort 1 ad. 2 mbl. Shnnitr mögt im Kliniken-Biertel. Schriftl. Angeb. unter 04280 an den Gieß. Anz. Junges Brautpaar sucht per 1. Mai evtl, später 2 ms 3 ä Simmet mit Küchenbenutzung. Schriftl. Angeb. unter 4093 an den Gieß. Anz. Fräulein, tagsüber im Geschäft, sucht möbl. Zimmer mit Pension. Nähe Lud- w^gsplatz bevor». Schr. Ang, u. 04289 a. Gieß. Anz. In ruhigem Hause lod. 2 Zimmer von Dauermieter gesucht. Schriftl. Sing. unt. 04311 an den Gieß. Anz. erbet. Gesucht zum 15. Mai 1 biö 2 «Möbl. Zimmer mit Küchenbenutzung von kinderlosem jung., solidem Ehepaar. Schriiil. Angeb. unt. 04308 an d. Gieß. Anz. 1859 1909 3m Namen der Hinterbliebenen: Marie Kämmerer. Wir geben hiermit Kenntnis von dem Ableben unseres lieben Alters- kollegen, des Schneidermeisters Georg Pfaff. Leider erhielten wir hiervon nicht rechtzeitig Mitteilung, um zur Beteiligung an der bereits stattgesundenen Beerdigung auffordern zu können. Wir bitten dem Hingeschiedenen ein ehrendes Andenken zu bewahren. 4118 Der Vorstand. Gießen, den 25. April 1922. _________________________04296 Danksagung. Für die Beweise der Teilnahme beim Hinscheiden unseres lieben, un- vergehlichen Bruders W 8SNM sagen wir unseren innigsten Dank. Frische fische Aepsel «DH. 71. Kirschen tacbclbeereu „ 66. 1-' Aprikosen Orangen Bienenbonia Donnerstag früh ciutreffcud: Uns KrbklM SSj2.- SMWÄi*.- Marmelade „ 66.- „ 62.- Pfd.-Glas Mk.21.— „ 21.- „ 24.— Zwetscheu Stachelbeeren!^ 126.— Vierfrucht „ 128.— 5-Pfd.-Eimer 10-Pfd.-Eimer Mk.116.- „ 120.- W. WWkW l.udwigHtraße 71. Telephon 1685. JnsolgePlatzmangel suche Groß-Abnehinerf. meinen Damenpu tz. Postfach l 0 iVsllbarg (I-ada). or288] Grab-u. 2lckexland, ca. 3500 qm, sowie «and- grube zu verpachten Marburger Str. 22 I. Zwei .junge Lehrer suchen Bekanutsch. junger Damen zwecks Heirat. Schriftl. Angebote unter 04286 an den Gieß. Auz. Gesang-Verein Liedertafel Eietzen. Drdenll. Generalversammlg. Donnerstag. 27.1lptill922. abends präzis 8'/, Uhr, im BerelnsW. Tagesordnung: 1. Bericht. 2. Rechnungsablage. 3. Anträge. 4. Borstandswahl. 5. Verschiedenes. Recht zablr. Erscheinen unserer Mitglieder ist dringend erwünscht. 4100v Der Vorstand. Mischer W rar WL-roangel. et- iiehung In Sans und SAle. Ortsgruppe Gießen. Donnerstag, den 27. Avril, abds. 8 Uhr pünktlich, in dem IobanneSsaal: WMems« m. maflfäL Mietungen und einem Vortrag deSBundessekretärSHrn. Meyer, Frankfurt an der Oder. Thema: ChristuS,derHerr des Hauses u. der Schule. Alle euongeL Männer und Frauen sind herzl. dazu eingcladen. 4081 Vereinigter Männerehor HMoaiB-GemiitliGliiBil SamStag, d. 29. Avril, abends 8*/s Uhr: »chkrNkilüilht keumlUksammIllW im Vereins!. „Znm Lömen" wozu wir besonders uns. passiven Mitgl. einladen. 4119 Der Vorstand. M-WW KW« Sport-M v. 191 e. V Leicbtalhletik-Abteilung. Donnerstag, abdS.8Uhr, im Hesfischen Hof: Versammtyng. Neuwahlen, Einteilung der Renn- Mannschaften. Vollzähliges Erscheinen erforderlich. 4080v ^lleliidei'stvltsr Werner & Merkt AtG. Maini Nr. 97 Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Mittwoch, 26. LprU [922 m--------1 I1~l---- --- — -- ' — - ------- Die Investierung amerikanischen Kapitals im Ausland. 7km Francis H. Siffon, Vizepräsident der öuarontr) Trust Company zu Reuyork. (F. P. E.) Die Regierung in Washington hat verschiedentlich ihren S.andpuntt verlauttart dahingehend, Ltii) eine finanzielle Unterstützung von Seiten amerikanischer Banken für das Ausland nicht in Frage kommen dürfe für Zwecke, die mit dem amerikanischen Staatswohl nicht in Einklang zu bringen seien. Sie Hal angesichts der seit Kriegsende und auch schon vorher steigenden 3n- anfpruck>nahme des Reuyorter Gklomartteä durch kapitalbedüritige Staaten und Kommunen die Finanzinstiru.e des Landes neuerdings ersucht, vor der Gewährung einer Anleihe an einen auswärtigen Staat sich mit dem Staatsdepartement in Verbindung zu setzen, um zu hören, ob diese oder jene projeklierte Anleihe nach Auffassung der Regierung mit den Gesamtinteressen des Landes vereinbar erscheint. Der Standpunkt, den hierbei die Administration Harding vertritt, ist allgemein der, daß diese Anleihen mehr für 3toecfe des Wiederaufbaues und der industriellen Entwicklung gewährt werden sollen als für politische und militärische Zwecke oder zur Regelung von Budgets — eine Unterscheidung, die von cucDpäifdjen Regierungen tn der Vorderes tungS- zeit des Weltkrieges durchaus nicht geübt wurde. GS ist dagegen für diele Politik irrelevant, wo nun im einzelnen die Ergebnisse solcher Anleihen verausgabt werden. Sie brauchen nicht unbedingt und ausschließlich zu Ankäufen usw. in den Bereinigten Staaten selbst verwmdet zu werden. Raturgemäh ist dies trotzdem bisher meist der Fall gewesen und es wird auch in Zukunft angestrebt bleiben, dah die Interessen der ameri- fanifchen Industrie dadurch begünstigt werden, daß bte Bedingungen bei Gewährung einer Anleihe einen Vertrag Dorfeben über Lieferung amerikanischen Materials für staatliche oder kommunale Aeubauten, Erweiterungen oder Derbesse- iingen. Die Vereinigten Staaten als Ganzes aber werden auch ohnedies aus der wirtschaftlichen Wiedergesundung der ehemals kriegführenden Staaten und aus der Schaffung moderner Mittel der wirtschaftlichen Entwicklung in den neuen“ Staaten der Welt ihre großen Vorteile ziehen; denn es bat sich noch stets als gutes Geschäft erwiesen, einer aufstrebenden Wirtschaftseinheit Darlehen zu gewähren. Ss wäre daher eine offensichtlich unkluge und kurzsichtige Politik, den eine Anleihe ausnehmenden Staat zu zwingen, non dem Ertrag dieser Anleihe gerade auf dem amerikanischen Markte zu kaufen, wenn ihm die Möglichkeiten geboten sind, auf billigeren Märkten einzukaufen. Können amerikanische Erzeuger hinsichtllch des Preises und der sonstigen Bedingungen mit anderen Produzenten konkurrieren, io wird ihnen ein angemessener Teil des Geschäftes ganz natürlich zufallen; sind sie dazu nicht tn der Lage, so wurde eine dem Anleihe- uehmer auferlegte Verpflichtung, den Ertrag der Anleihe wiederum in den Vereinigten Staaten zu verausgaben, nichts anderes bedeuten, als den Ruhen der Anleihe herabzusetzen. Es find zudem die amerikanischen Goldreserven so groß, daß eine Fortdauer des Gold- ..ustroms möglicherweise zu einer Inslations- periode führen könnte. Anstatt diese Gefahr zu nctoärtigen, sollten, oder besser noch: müssen die Vereinigten Staaten in die Ausfuhr eines Teils ihrer Goldbestände willigen, um wenigstens einige der entwerteten europäischen Währungen aus einer Goldbasis wieder gefunden zu lassen. Die Gewährung solcher Goldanleihen seitens der Vereinigten Staaten wird, selbst wenn ihre Erträgnisse zu anderen Zwecken benutzt werden als nur dazu, amerikanische Erzeugnisse zu kaufen, dem amerikanischen Produzenten letzten Endes zugute tommen, weil vor allem durch solche Goldanleiyen die auswärtigen Valuten gestärkt und gesundet werden, deren Entwertung zusammen mit den starken Preisunterschieden zwischen den Vereinigten Staaten und außerhalb mit am stärksten dazu beigetragen hat, die Käufe amerikanischer Produkte seitens ausländischer Verbraucher ein- zuschränken. Es ist so gut wie sicher, dah die Ausfuhr eines Anleihen gewährenden Landes schließlich und endlich nicht dadurch eine Steigerung erfahren wird, dah der Ertrag dieser oder jener Anleihe ausschließlich im Kreditorenlande verausgabt werden muh, sofern die Debitorenstaaten die Möglichkeiten haben, auf anderen Märkten billiger zu kaufen. Unter solchen Bindungen übt die Anleihe kaum einen Einfluh aus auf die Annäherung der Währung des Debitorenlandes an den Dollarwert, wohingegen, wenn die auf dem Anleiheweg für den bedürftigen Staat beschafften Kapitalien exportiert werden, und zwar als Gold Die Sa kramentsh ex. Roman von Marie Kerschen st einer. 4. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Doch der Schlag fiel nicht. Denn sie fühlte es plötzlich langsam und warm über ihre Hand rieseln. Blut! Richtiges Blut! Das hob sie auS des Angeln des Gemcks. Mit einem schmetternden Lamento machte sie sich davon. Schrecken und Wut aber arbeiteten in ihr fort, bildeten an der Erinnerung herum, setzten da ein Zipfelchen an, bogen dort ein Eckchen um, und bis die Schlupfline hinter ihrem Koffee- topf Frieden gefunden hatte, spiegelte sich das Erlebte in ihrem Kopf, wie ein Bild in einem Hohlspiegel Rach Jahren noch, als das Aller die Schlupfllne bereits erinnerungsschwach gemacht hatte, wu'hte sie jedem, der ihr das Ohr lieh, immer noch dies zu erzählen, wie das Pfarrmädel damals sich plötzlich verwandelt und gar nicht mehr nach „etwas Rech.e.n" ausgesehen habe. Wie es mit greulichen Lauten auf fte losgefahren sei, um ihr ein Leids zu tun. Alle, selbst die, die ihnen Spott an der Alten hatten, glaubten ihr, well sie das Gruseln liebten. Und es gab bald auf dem ganzen Umkreis der Heide kaum einen Menschen, der der Schlupfline Gesicht nicht kannte. Rur Christine kannte sie nicht. Die lieh Stunde und ‘Sag, Sommer und Witter rn) wieder Sommer und Win.er harmlos dahin- gehen, ganz von der -Friedlichkeit der Gegenwart erfüllt und dachte an keine Zukunft, noch daran, was späterhin mit Lene werden sollte Das Mädel tiye inzwischen groß genug geworden, ober vermittelst angekaufter Wechsel auf andere Länder, der Dollarkurs dahin neigen wird, in der Währung ausgedruckt, tn der nun diese Wechsel gekauft wurden, zu sinken. Dadurch wird wiederum die Kaufkrast derjenigen (Staaten gestärkt, die als Käufer für amerikanische Erzeugnisse in Frage kommen. Diese Unterstützung auswärtiger Käufer bedeutet für den amerikanischen Außenhandel ein weit grösseres Stimulans, als wenn der Ertrag jeder einzelnen Anleihe unbedingt innerhalb der Vereinigten Staaten selbst verausgabt werden muh Die Absatzmöglichkeiten für die Vereinigten Staaten, die gegenwärtigen wie die zukünftigen, erstrecken sich über die ganze Welt und wir dürfen ihrer keine nur für sich betrachten, ohne gleichzeitig ihre Beziehung zu allen anderen zu bebenfen. Der eventuelle Rutzen, den bte Vereinigten Staaten auS der Verwendung amerikanischen Kapitals Im Auslande erwarten dürfen, bangt nicht ab von der Beschränkung auf Märkte, die begünstigt werden sollen. Die Neuordnung der Finanzsysteme in Ländern, auf die die Vereinigten Staaten als Absatzgebiet angewiesen waren und bleiben werden, muß allgemein dazu führen, die industrielle Wiedergesundung in diesen Ländern zu beschleunigen mit der natürlichen Folge wesentlich stärkerer Käufe von amerllanischen Warm. ES kann auch nicht die Befürchtung verhehlt werden, dah wahrscheinlich heute in London das Gold zu günstigeren Bedingungen als in Reuhorl erhältlich ist. Der Hauptanreiz für ausländische Anleihenehmer, sich nach Reuyork zu wenden, besteht natürlich in dem hohen Dollarstand; würde dieser Vorteil ausgeglichen werden durch lästige Bedingungen, so dürste sehr bald das Geschäft In starkem Mähe nach London abstiehen und die mit der Gewährung von Anleihen verbundenen Vorteile dürften auf diese Weise uns wieder verloren gehen. Die heutige Finanzwirtschaft ist wesenllich international und die Vorstellung, sich von den wirtschaftlichen Problemen bar Welt isolieren zu tonnen, ist schlechthin lächerlich. Die amerikanischen Investoren und die mit ihnen verbundene amerikanische Industrie sollen sich dabei freilich be= wuht fein, dah die Vortelle fortgesetzten Investierens von amerikanischem Kapital im Ausland erst in der Zukunft und mehr durch mittelbar günstige Folgen für die Wirtschaft des Landes und für sie selber wirksam werden. Aus Besuch bei der „Nothilse". Von Eduard Schreiber-Stoltz e- Frankfurt a. M. Dettingen, im April Dah hier in Dettingen, im Bezirck der Grube „Gustav" und des mit ihr vereinten Kraftwerks, das anderthalb hundert Ortschaften m.t elektrischer Energie versorgt, zur Zeil Hugewohn- liches vor sich geht, das lehrte mich auf den ersten Bllä zweierlei: Das Ausgebot landespolizei- lichen Schutzes und der — Armstreifen der ge- fchäftig dahiaeilenden Menschen, dl? nu i feit fünf vollen Wochen die von den Wecksarbci ern verlassene Kraftanlage bevölkern. „Techni che Rothilfe", so steht auf mehr denn 300 bayerischen, hessischen und preußischen Rothelfer-Armen „schwarz auf weih" gesch.i den. „Wenn sie wenigstens die „Rotstandsarbeiten" verrichtet, so viel Strom erzeugt hätten, daß Menschenleben u bedroht geb ieben wären, wenigstens den Kranken, den Aermsten der Armen, den für sie notwendigen Strom zugeb.liigt hätten, so ständen wir, weih Gott, nicht hier, Männer aus allen Berufen und vielen Lmdstrichen, um unter polizeilicher 'Beschirmung Dienst der Menschlichkeit zu ki.tcn, des en Wohltcll g robe die Kreise derer trifft, die uns gegenwärtig am ärgsten feind sind ... der ftreilenfcen Arbeiter von Zeche und Krackwert De^iigen. — Und wir dürfen — mag Hnverstan) uns noch so hart und ungerecht beschimpfen — nicht eher verschwinden, wir Rothelfer in d ittschen Landen, bis die Erkenntnis siegt: dah Leben und Gesundheit der Volksgemeinschaft heiliges, unantastbares Gut sind, das fei icr ungestraft verletzen dar f!" Mit diesen Worten geleitete mich der Führer der Rothilfe, ein schlanker, behender, auch in Gebärde und Sprache äuherst lebendiger bayerischer Rgi.ru g/bäumälter, in den Bereich seiner vorübergehenden Wictsamtell. Hnd gleich auf dem Wege zur Grube, die der UeberTonbanlage die nötige Kohlenspeise za- führt, bemerke ich, Dah ich nicht der einzige Besucher auf »Zeche Gustav" bin. Reben Vertretern der großen Presse ha! sich heute der Regie ungsprcs.dcnt, der seinerzeit den Einsatz der 'Rothilfe veranlahte, eingefunden, und was er zu den ihm lautlos zuhorchenden Rothelfern, die schwarz wie die Raben waren, sagte, waren Worte um bei dem Küster in die Schreibschule zu gehen. Aber Christtne brachte es nicht über sich, es unter die Dörfler zu geben. Sie schob den Zeitpuntt immer wieder hinaus. Erst eine neue seltsame Erfahrung stärkte ihren Entschluß: Cs war wieder ein Sonntag zum Märchenerzählen. Lene sah dicht vor ihr, ass Christine begann: .Es war einmal eine Königsfrau, so wunderschön, dah sich die Blumen vor ihr verneigten. Ihr Gatte aber, ein böser Mann, entbrannte vor Reid und er mochte es vor allem nicht leiden, wenn die Königin noch einem andern Wesen zugetan war, als ihm. Aber die Königin war nicht nut schön, sondern auch von Zärtlichkett erfüllt für alles, was in Liebe und Leid lebte. Sie litt daher unter der Eifersucht des Königs sehr. Doch als sie eines Tages eines Knäbleins genas, da war sie des Glückes so voll, dah sie vergaß, ihre Mutterliebe vor dem düsteren Gemahl zu verbergen. Der strafte sie deshalb mit fürchterlichem Zorn, so dah sie jetzt täglich in den tiefen Wald lief, um ihm zu entfliehen Tort sah sie auf einem Stein und weinte so bitterlich, dah selbst der harte Geselle sich erbarmte und ihr Trost zusprach. Gestärtt ging sie jedesmal nach Hause. Da aber des Königs Hart» nicht vermochte, sie abzubringen von ihrer Liebe zu dem Kind, beschloh der König, es zu töten. Er rief seine Knechte zu sich und versprach dem ein Schloß, der ihm den Kopf des Knäbleins -u Fühen legen würde. Als die Königsfrau dies erfuhr, floh sie, das Kind im Arm, in den Wald zu dem getreuen Stein und klagt? ihm ihr Herzeleid. Aber kaum hatte sie das letzte Wort gesprochen, da hörte man schon aus der Ferne taä Hüfthvrn der Landsk ehte, die der König zu ihrer Verfolgung ausgesandt Da riet | die schöne 5reu den Stein um Hilfe an. Und u- eingeschränkten Lobes und herz icher Ta kdar-. leit Es wu.de i-m zum Abfaried mit einem vielstimmigen „Gluck aus!" quLtieri, das dröhnend bis hinunter in da^ weite Grudengelände cr- llang, und hier durch etwa sechyig Rothelfer- kehlen weitere Verstärkung erhielt. Mich fesselte besonders der Grubenbetrieb der freiwilligen Helfer — es handelt sich um Tagebau — und zwar deshalb, weil ich mir nie recht vorstellen konnte, wie ungelernte Kräfte hier Ersprießliches teilten konnten. Das Wort „ungelernte Kräfte" werde ich nie mehr gebrauchen: denn ich mußte in derber thüringischer Mundart er- fah.en, dah ich mit meiner Meinung von den „ungelernten“ ©rubenarbeitem sehr auf dem Holzwege war. Vor mir stehl eine Hühnengestatt und setzt mir, lauter als es meine Ohren ver tragen können, auseinander, daß sie hier an die Hu.idert fachlich geschulte Bergleute haben und deu:et dabei stolz und selb tsicher auf ihre Gewand ung, die sie als richtiggehenden Mann der Grube ouswies. „Dazwischen haben wir kräftige ungelernte Kerle, deren wirs schon zeigen, wie man das schwarze Zeug aus der Erde haut." Hnd dann lenkt der Führer der Rothilfe mein Auge auf das immerfort surrende, schreiende, lärmende Gct iebe der Seilbahn, die Lore um Lore, randgefüllt mit Kohle, hinüber zum ström- erzeagendAi Kraftwerk befördert. „Sehen Sie, wir schasfen'sl" Unb wahrlich, sie schaffen'S!-- Der Arbeitseifer der blaublufigen „Helfer m der Rot" ist ohne Grenzen! Sie fteben teils bis zu den Knöcheln im fchmu igrn Gewässer, der Himmel läfjt he.u.tterregne i, was er nur irgend vermag — gleichgültig, es gibt in der Schicht keine zeitraubenden A b itspausen. Das kchlenhungrige Kraftwerk fordert sei.e Speise — oder es streikt! Und st e.Lm darf es nicht, sonst müs en Menschen leiden, wenn nicht gar sterben. Dieses an- be.i.tgtc Veranlwo.tu g g fühlst das hi r alles Tun mächtig durchdringt, bcjügelt die Arbeitslust, und lä-t a.le Hemmungen und Schwierig- teilen federleicht ertragen. „Es mutz eben gehen!", das hört man immer wieder. Wlll es nicht, so wird es eben gehend gemacht!"-- Demselben Arbeitseifer, der uns Deutschen leider heute gemeiniglich nicht mehr so liegt, begegne ich in dem wenige hundert Meter entfernten Kraftwerk. Dies ist der Machtbereich der Ortsgruppe Darmstadt der Technischen Rothilfe. Ich erfahre, mit welchen Mühsalen hier brave Rothelfer wieder die Voraussetzungen zur Stromerzeugung schufen. Lind doch ging das alles im Verlauf weniger Stunden! Muhte gehen! Bald rast die erste Dynamo, durchströmte wieder die Adern des weitverzweigten Rehes Rettung unb Heilung bedeutende elektrische Energie, Und tausend Lippen mögen in diesem Augenblick den unbekannten, flüten Männern der Arbeit heihen Dank gesagt hoben, und manchem sogen, „Un- belehrbarcn" mag das böse, einfältige Wort von den „Streikbrechern" im QHunbe erstorben sein, well er vielleicht irgendwo von irgendwem erfuhr, dah da oder dort ein Menschenleben vernichtet worden wäre, wenn nicht in elfter Stunde „Rothelferstrom" Befreiung aus höchster Lebensnot gebracht hätte. ... An der Schalttafel lese ich: 3000 Kilowatt! „Ein Viertel der normalen Erzeugung," belehrt mich der Rothilfe-Leiter des Kraftwerks, dem trotz noch junger Jahre infolge der fünfwöchigen „Verbannung" ein respektabler Bart gewachsen ist. „Mehr dürfen und wollen wir nicht liefern; denn über Rotstromversorgung geht unsere Aufgabe nicht hinaus." Und dann führt er mich ein Stockwerk tiefer ins Kesselhaus, in eine für empfindliche Atmungsorgane wenig erfreuliche Atmosphäre. Ich bearühe raß- geschwärzte, in Feuerschein und Qualm vor weiten Ofenmäulern geschäftig hantierende Menschen, die z. T. noch vor wenigen Tagen im säuberlichen Studierzimmer technische Probleme erwogen haben mögen. Verantwortungsgefühl unb Erkenntnis der Rot hat sie hierher gerufen und sie find zum Ausharren bereit, bis die Lebensinteressen der von dieser Tätigkeit Abhängigen wieder von den dazu pflichtgemäß Berufenen vollkommen ficher- gestellt werben. Freilich, fünf Wochen sind eine gar lange Zeit, werfen auch in der Studierarbeit zurück — aber das wäre kein richtiger „Rothelfer", der aus eigensüchtigen Beweggründen das begonnene Hilfswerk für die Allgemeinheit nicht vollends zu Ende führen wollte! Und so wird eben weitergefchafft, bis zu dem Tage, da wieder Besonnenheit und Vernunft in die Köpfe der Irregeleiteten zurückgekehrt find. . . . Ich werfe zum Schluß noch einen Blick in die Verpflegunasstätte der Technischen Rothilfe und finde hier auch weibliche Rothilfe betätigt. Zwei Damen sind gerade dabei, den Leuten aus der Grube die Kochgeschirre mit warmer Abendspeise zu füllen. Es ist auch hier alles bestens organisiert: Der Rothelfer gibt seine Eßkarte hin und erhält dafür seinen „Zug" siehe! Es wuchs aus dem Leibe des Steines hurtig ein dorniger Busch, der die struppigen Arme um die Bedrohte schlang. Ader wehe, des Königs edler Hund hatte die Fährte der Herrin aufgeschnappt. Mit Freudengebell umsprang er den Busch und verriet so das Versteck der Königin. Schon stürzten die Landsknechte beutegierig herber. Vom Klirren der Wa fen erdröhnte der Wald. Da schlug der Königin das Herz so lauß daß die Waldblumen erwachten, die schon schlafen gegangen waren. „Was ist dir, Schöne?" fragten sie. „Seht ihr nicht, daß fte nahen, mci.i Knäblein zu töten?! Helft, helft!: Ich will es euch danken, allezeit!" Und als sie so gesprochen, drang aus der Tiefe ein silberhelles Klingen. Verwundert sentte sie den Blick. Aus dem Waldboden, sah sie, stieg ein See, wie von lauter Tranenperlen zusammengetragen. Tas waren die Herzeleidtränen, die die Königin alle am den finsteren Gemahl geweint. Dre W-aldLläm ein hatten sie g etru cken und tn der Stille cusbewahrt. Jetzt spendeten sie sie zur Regung der Wanderlied i chen Frau. Höher and höher stieg der See und legte seine Decke über den Fels, den Dornbusch und die bangende Königsf . u. Umsonst durchsuchten die Knechte den Waldeswinkel. Sie sahen nihts als einen stillen See, von tieftrou-icem Anblick, daß ihn rn bang im Gemüte ward. Sie besonnen sich nicht und suchten das Write. Die Königin aber lebt seitdem mit dem Knäblein auf dem Grund d^ Herzelcidsees in Fr-uden und Seli k.it. Und wo eine Mutter in der Rot um ihr Kind zu ihr Zuflucht nimmt, da spendet sie Hilfe auf wundersame Art." 5er Eindruck dieses Märchens auf Lenr war so heftig, daß Christine erschrak. Zum erstenmal hatte das Kind begriffen, was Unrecht ift Abendessen, wie man in anderen Zeiten unter anderen Verhältnissen zu sagen pflegte, Und bi ich fein Unmensch bin. und die Damen der Rot- hilse liebenswürdigerweife ..ein Auge zudrücken", vertilge ich — selbstverständlich nur des „Studiums halber" - ohne Eßkarte gleichfalls' einen regelrechten Rotheiser-.,Zug“. Ich freue mich für die braven Helfer in der Rot, konstatieren zu können, daß „beste Küche" vorhanden ist. . . . ---Den „Unbelehrbaren", von denen schon die Rede war, empfehle ich dringend einen solchen Besuch bei der Technischen Rot Hilfe. Sie werden von manchem Vorurteil gründlich geheilt werden und gleich mir den erhebenden Eindruck mit nach Haufe nehmen, daß hier ein Teil des GeisteS waltet, der zur Führerschaft auf dem Wege zu einer besseren deutschen Zukunft berufen ift. Aus Stabt unb Land. Gießen, den 26. April 1922. * Volkshochschule. Heute beginnen die Anmeldungen zum neuen Semester. Es empfiehlt sich, die Einschreibungen möglichst frühzeitig vorzunehmen. Die Ausweis- karte berechtigt ihren Inhaber, eine Woche lang diejenigen Kurse zu besuchen, unter denen er seine Auswahl zu treffen gedenkt. Rach dieser Prvbewoche müssen dann die gewählten Kurse bezahlt werden. Die Gebühr beträgt 20 und 15 Ml. Heber Art und Zeit der Anmeldungen sowie über die Stellen, wo das Programm des neuen Semesters kostenlos zu haben ist, siehe A n z e i g e. •* Strenger Winter — kühler Som* me r. Auf eine Anfrage der „Deutschen Wein- zeitung" teilt die öffentliche Wetterdienststelle Frankfurt a. M. mit: Der vergangene Winter wird in der Witterungschronll unter die befon ders kalten gerechnet werden müssen. Sowohl in West- wie auch in Ostdeutschland lag die Mittel tempecatur der Monate Rovember biS Februar unter dem Rocmalwert. Wenn auch Wochen mll- de en Wrst e s zwischendurch au getreten find, fo hatten diese fcyt) immer nur kurze Dauer und führten rasch wieder zu einem Källerückfall. Wenn man aus den Witterungsverhällnissen der vergangenen Monate Schlüsse für diese Zukunft machen wollte, so muß man davon ausgehen, daß in der Hauptsache Winter und Sommer diejenigen Jahreszeiten sind, die sich durch einen bestimmten. . ienll ch gleich bl . ibendeu Witterungscharakter auS- zcichnen. /Frühling und Herbst dagegen stehen vermittelnd zwischen beiten und weisen größere Veränderlichkeit auf. Aus lanrj h izen Beobacht Lungen ergibt sich für die Temperctturverhältnifse eine große Hebereinfllmmung für die Monate De zcmber, Januar, ftebvuar, März, Aprll einerseits und Juli, August, September andererseits. Eine Aenderun'g des Ten'.peraturcharakters tritt dagegen ein im Oktober und Rovember oder im Mai und Juni. In diesem Zusammetchang erscheint der diesjährige kalte Frühling durchaus nicht anormal. Die Temperaturverhältnikse des voraufgegangenen Winters blechen ja, wie wir gesehen haben, konstant biS Aprll. Wir haben erst durchgreifende Veränderungen im Mai und Juni zu erwarten, die zu dem SommerthpuS überleiten. Wie wird nun der Sommer? Mit großer Wahrscheinlichkeit läßt sich aus dem vorauf gegangenen strengen Winter ein zu erwartender kühler Sommer folgern. Diefer kühle Sommertypus wird sich aber erst mit dem eigenllicheo Hauptsommer, im Juli und August ausbilden, der Juni dagegen dürste noch wärmere Witterung aufweisen. ' Die Zweigstelle des Reichsent- schädigungsamts für Kriegsschäden in Darmstadt hat nach Beendigung der Vorarbeiten und nach Bildung von drei Spruchkammern am 1. April ihre Tätigkeit ausgenommen. Aufgabe der Spruchkammern ist die Feststellung der Schaden und die Festsetzung der Entschädigungen und Vergütungen aus Grund des Kriegsschadens- gefehes vom 3. Juli 1916, des Enteignungsgesetze- vom 31. August 1919 mit den entsprechende» Richtlinien, des Aus land sfchäden- und des Der- drängungsfchädengesehes vorn 28. Juli 1921. Die erste der drei Spruchkammern wird die Schadensfälle bearbeiten, die in den auf Grund des Friedensvertrages abgetretenen Gebieten ©Ifafj-Cp- thringen, Eupen und Malmedy entstanden sind, die zweite Spruchkammer die in den abgetretenen Tellen von Ost- und Westpreußen, Pofen, Schlesien unb Schl.Swig-Holstein erwachsenen Schaden. Der dritten Kammer sind die im Auslande verursachten Schäden, die sowohl den im Aus lande wohnhaft gewesenen, als auch den im Deutschen Reiche ansässigen Deutschen im Auslande entstanden find, Vorbehalten. In den Kolonien erwachsene Schaden werden von dieser Kammer nicht Hnd fern Herz lehnte sich unbändig dagegen auf. Sie hob den heiklen Kopf zu Christine auf und drang m sie: „Sag ihm, daß er sie nicht töten soll: Er darf nU! Sag's ihm doch schnell!" Hnd fte will nichts davon wissen, daß es nur eine Geschichte sei. Geschichten sind Wirllich- leit, sie trennt die beiden nie! Sie war böse auf Christine, die das Schreckliche geschehen ließ. Hnd ihre Gedanken horten nicht auf. den schlechten Gatten zu verfolgen, und böse Wünsche wurden in ihrem Herzen [aut In der Rächt schlief fte unruhig und schrie mehrmals in Angst h llaaf. Am nächsten Morgen Derlarrg .e sie den Herzeleidsee zu sehen. Sie wollte sich überzeugen, ob die liebe Königsfrau wirklich auf feinem Grund in Freuden ihr Wesen trieb. Es half Christine nichts, sie nrußte nach langer Weigerung endlich nachgeben, denn das Kind war za tief ergriffen, aß nicht, schlief nicht and zeigte ein verstört^ Wesen. Drum nahm sie es eines Tages bei 'der Hand und führte es in den Sakramentswald hinein, trug es stundenlang mühevoll auf dem Rücken, bis sie den See erreicht hotten, am den die Sage sich wob. Hnd Lene war beglückt, daß die Geschichte alles richtig erzählt txrtte. Der See sah wirklich tiestraarig drein und in feiner Mitte ragte ein Fels, derselbe, der der Königin Freand gewesen war. Hnd Lene faß am Hfer über den Wasferspi -gel gebeugt und horchte in die Tiefe, ob der Königin Stimme zu ihr dränge. Plötzlich jubelte sie auf. Sie hatte die liebliche Stimme gehört. Jetzt war sie Zufrieden, denn sie wußte nun, daß die Körrgsfrau froh and glücklich war. Beruhigt gingen sie heim. (Fortsetzung folgt) Mtmffltel erledigt. Für solche Schaderi hessischer Stm£>e6‘ bewohner tfi vielmehr die Zweigstelle in Stuttgart zuständig. Die Zuständigkeit der Zweigstelle Darmstadt und ihrer Spruchkammern erstreckt sich auf die drei Provinzen des Landes Hessen — Starkenburg. Rh i h^sen und Oberhessen —. d. h. die Geschädigten müssen zur Zeit der Antrags stellung tn Hessen ihren Wohnsitz oder ihren ständigen Ausentchalt haben. Gleichzeitig hat die Reichsinterestenvertretung by der Zweigstelle Darmstadt des ReichLentschäöigungsamts ihre Tätigkeit ausgenommen. Slarierrvurtt und Nftctirhesten. * Mainz, 25. April. Es ist natürlich, daß durch das anhaltende ungünsuge Wetter die diesjährige Spargelernte reichlich drei bis vier Wochen später etnsetzen wird und daß sie auch in Bezug auf Quantität nicht als eine erstklassige Ernte bezeichnet werden kann, es müßte denn sein, 'daß ein Witterungsumschwung möglichst bald erfolgen sollte. Vereinzelt sind ober trotzdem schon Erstlinge gestochen worden, die mit 10 Mark bezahlt wurden. Hesserr-Nttssau. do. ‘Siebet, 29. April. Bieber wird eine selbständige Gemeinde. Am Montag hatte unser Dorf einen groben Tag. Landrat Breuer-Biedenkopf hatte Ginladunaen an die Mitglieder des Kreisausschusses und btc Bürgermeister von Fellingshausen, Königsberg und Rod- Heim ergehen lassen, um mit dem für Bieber gewählten Ausschuß zwecks Gründung einer eigenen politischen Gemeinde Verhandlungen au pflegen. Unser Dorf ist bekanntlich in seiner Verwaltung mit Haina, den drei Rachbaraemrinden Rodheim, Fellingshausen und Königsberg zugeteilt. Gr- freulicherweise nahmen die Verhandlungen einen befriedigenden Verlauf und lassen die Aussicht kSufkommen, daß der Gründung der eigenen Ge° Kietnbe allzu schwierige Hindernisse nicht ent- gegenstehen. * Limburg, 25. April. Das Limburger Finanzamt hat wieder einen SteuerdrückebergerzurStreckege- brächt. DieseSmal ist es der Landwirt und Branntweinbrenner Albert Hepp in Dauborn. Er wurde wegen versuchter Steuerhinterziehung zu 45 817 Mk. verurteilt. ra. Aus Nassau, 24. April. Am 15. Mai findet in Anspach i. T. die 7 3. I ah -- reShauptversammlung deS Gewerbevereins für Nassau statt. Für den Nachmittag sind Tagungen der verschiedenen Fachverbande vorgesehen. Der engere Vorstand tritt bereits am 13. Mai zu einer Sitzung zusammen, während eine Sitzung des Zenttalvorstandes für den 14. Mai vorgesehen ist. Ferner soll eine Ausstellung von Schlosser-Lehrlingsarbeiten der Schlosserinnung Wiesbaden stattfinden. Vermi Achtes. (F.P.S.) Die nicht englisch Sprechenden in den Vereinigten Staaten. Wie das Census-Buvsau in Washington mitteilt, sprechen nach den Ergebnissen der Zählung von 1920 1 488 984 Personen über zehn Lahre, das sind 11 Prozent der im Ausland geborenen toefjen Bevölkerung, nicht englisch, gegen 2 953 011 oder 22,8 Proz. dieses Bevöl- lerungsttils bei der letzten Zählung un Jahve 1910. Dieser Rückgang hängt letzten Endes mit den Kriegsumständen zusammen: viele der Ein- gewanderten, die 1910 noch nicht englisch sprachen, Haden seither die Landessprache erlernt oder sind gestorben oder in ihre Heimat zurückgekehrt: dasselbe ist der Fall auch bei einem großen Zeu der im letzten Jahrzehnt neu Eingewanderten, da die. Mehrzahl von Ihnen ja auf die Jahre vor Ärt gsausbruch entfällt; daß endlich unter den seit Kriegsau Zbruch noch weiter Zugewan- Üerlen der Prozentsatz von nicht englisch Sprechenden von vvrneherein erheblich geringer war als früher, ist aus naheliegenden Gründen verständlich. Die wenigsten nicht englisch Sprechenden unter den eingewanderten Weihen finden sich in den landwirtschaftlichen Staaten des Südens und im Rordwesten; die meisten in den Südweskstaaten Texas, New Mexiko und Arizona, wo die zugewanderten Weißen zu mehr als zwei Drittel aus Mexiko gebürtig sind. 41/» Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: 24.4. . Sh. 97.80 23.80 r . . Fr. 125.40 100 100 100 100 100 Fr. Fl. Kr. Kr. Kr. Kr. 1.7.14. 125.40 59.20 88.80 83.80 117.80 117.80 Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Stockholm . Wien.... Prag.... London. . . Reuyork . . Paris. . . . London . Italien . Brüssel . Budapest Reuyork. Agram . Warschau 25. 4. 2,02 1,04 1,90 1,52 1,12 0,39 4.18 25.4. 26.4, Schweizer Franken 195.40 1*92 0.06 10.- 47.82 22.75 27.75 43.95 0.68 514.12 2.- 0,13 1,03 188 1,50 3007,- Wechsel auf Holland. . . Deutschland Wien.... Prozent. Frankfurt a M., 26. April. Züricher Devisenmarkt. Halver* Berlin, 25. April. Dorsenstim- mungsbild. Nachdem im gestrigenAbend- verkehr die Dedisentttrse einen starken Sturz erfahren hatten, griff vormittags auf Pom- car^s Dede unb auf die pessimistischere Auffassung der polittfchen Lage eine kräftige Erholung Platz, wodurch die gestrigen amtlichen Notierungen ziemlich wieder erreicht wurden. 3m Zusammenhang hiermit begann auch der Effektenmarkt bei fester Stimmung unb vor- toießenben Erholungen, allerdings mäßigen Umfangs, sich wieder zu bessern. Schwächer aber waren u. a. die meisten vberfchles Ischen Werte, insbesondere Laurahutte. Als späterhin die Londoner Meldungen Über eine Bereitwilligkeit Amerikas zu einer internationalen Anleihe für Deutschland bekannt wurden unb als daraufhin eine neuerliche Abschwächung ber Devisenkurse einsetzte, fiel der Effektenmarkt wiederum der Ermattung anheim, welche nicht nur die anfänglichen Steigerungen aufhob, sondern zum Tell auch die Papiere noch unter den gestrigen Stand hinunterdrückte. Besonders großen Umfang erfuhr bas Geschäft aber nicht, da mit Rücksicht auf die Ansicherheit der pollttschen Lage vielfach weitgehende Zurückhaltung geübt würbe. Bankaktien behaupteten im allgemeinen ihren Kursstanb. SchiffahrtSaktien stellten sich schließlich nichtiger. Valutapapiere büßten ihre anfänglichen Gewinne wieber ein unb stellten sich meist nichtiger als gestern. Der Anlagemarkt war wenig veränbert. Die Devisenkurse stellten sich nichtiger als gestern. Frankfurt a. 1, 25. April. Dorsen- stimmungsbild. Die Drohrede Poincarss wirkte auf den Devisenmarkt, wodurch die ge- stern stark verflaulen Kurse sich erholen konnten. Heute früh wurde für den Dollar rin Kurs von 244 genannt Bald darauf setzte eine weitere Befestigung auf etwa 248 bis 260 und dann auf 253 ein. Die Besserung form verrmzesten Auslandspapieren zugute. Ans den variablen Motiven war die Kureb.'wegung noch unregll- mäßig. Neben Äuri'abfijtoad).rngen t xiten auch verschiedentlich 'Erholungen ein. Di» Werte des freien Verkehrs veriehrten uneinheitlich. Es wurden folgende Kurse g.rannt;® 11(4). Petroleum220), Mansfeld er Kuxe 24 000, 2vastatler Waggons 710, Gebr. Fahr 650. Montanpapiere setzten In behaupteter Tendenz ein. Buderus lagen schwächer. Bei erster Notiz setzten Hacpener und Phönix je 10 Proz. hoher ein. Auch in Metall- und Maschinen werten hielt die lustlose Stimmung an. Elektrizitätspapiere zeigten ein ruhiges Aussehen. Etwas fester lagen AEG., aber Bergmann waren angeboten. Chemische Aktien erholten sich. Auf dem Einheitsmarkte war die Haltung vorwiegend schwach. Schiffahrtsaktien schwächten sich ab. Bankaktien tagen behauptet; ebenso Zuckerfabrik- aktien. Die Börse schloß ruhig. Privatdiskont 100 Fl. — 19.?.40 100 QM = 2.12 100 Kr. — 0.06 100 Kr. — 10.05 100 Fr. = 47.97 1 £ --- 22.77 L. --- 27.97 Fr. = 44.15 Kr. — 0.70 ) = 514.25 Kr. = 2.05 ... 100 Är. --- 0,13 Marknoticrungen. ^s tt>u über sj i-ic dv w'ähen alliiert fn K bürg) selbst f, perlte Kreise 3n Qnberci eignet. ^el vor -^vhniai ? "och "."enmg Ms Frr Jaufma politisch ? di^ der Mclt Stadtpst Ä Fh Scr fra LMe 'Wrtc hx Jagen Uder- ?'kolaj ■ und in#* Ws-H» l-itunS unb Ö Anfchn lichten: ®i schofM ein 6ic Obcrl'ch Zwar' deutsch freizuh« kein Cßcrtra veremk Sichm den 2 weien 3 Gensei balbigt nunmel nur 3o dasA Komm denn spreche W tcilig ■ Hältnir iu wer Mische! werden und zei .hin ist iung d deren baldig« 2li Genfer ätvische crnxirti schon k gezeigt Sonst l-chürst der 2 hvffnu 21nfan| 3n facigni, 1922. C aiiniei «kenGi ter 61 Ausgel Saften; ncn, d icn wi lösten isieger von al sich Hai teil 2fi stände . abhand« Mc A Olin 5-t 6 t Sprichst WR.50 Clabtbc scher F fijen e ^ige T Gleiches Geschäft in Frankfurt a. M., im Gewerkschaftshaus. 4086c Wku-SWmW Selletsioeo 31 1 früher Central-Lafe | Die beste und billigste Bezugsquelle für Schuhwaren aller Art I finden Sie nach wie vor im Wei-SWM SkllMWZI • wMl 6.01.6.9. (In einem Teil ber Auflage wiederholt.) Die juristische Nachprüfung des Vertrages von Rapallo. Paris, 24. April. (Wolff.) Der Sonderberichterstatter des »©« Nouvelle" in Genua schreibt, er könne erflären, daß England und Italien nickt ohne weiteres einwilligen würden, die Frage oeS Vertrages von Rapallo der Botschafterkonferenz zu überwei- s e n. Vor allen Dingen werde es notwendig sein, den französischen Protest wohl zu begründen, wisse man doch in Genua, daß der juristische Sachverständige des Foreign Office, Sir Cecil Hurst, den Standpunkt vertrete, oer Vertrag von Rapallo stelle keine Verletzung des Vertrages von Versailles dar. Der italienische Sachverständige, Senator Scialoja, der ehemalige italienische 2m- henminister, stehe auf denselben Standpunkt. Der iiwi i ■■ im ■■■■miiinumi in—raaMH— Börsenkurse. Kurs Kurs Kurs Kurs 1750,- 1710, Brief 25. April. Rio de Janeiro 24.4. 77,50 96,40 1+4,- 88,- 418,- 326,- 1000, 795,. 1080, 725, 670, 642, 751, 603, 480, 450, 314, 615, 445, 330, 288, 3 2, IC 90, 840, 960, 990, 24. April. 9762.75 9787.25 Bad.Anilin°u. Soda Höchster Farbwerke. Allg. Glekrr.-Ges. . . Felten L Guilleaume Schuckett-Werke. . . Adlerwerke...... Daimler....... 4° 0 Hess. Staatsanl. Electron Griesheim Dtsche. DereinSbank 9587,- 6162,70 4745, 5 5371,75 6563,20 497,65 1365,75 1.16,40 252,82 2345,45 4916,15 143,- 87,- 422— 339,- 314,- 315,- 600,- 443, - 336,- 290,- 328— 950,- 750,- 1050,12 725,- 665,- 670,- 763,- 605,— 476,- 450,- 77,- 803,- 143,- 87 25 425 - 310,56 312,- 313,- 595 — 4)5,- 320,— 283- 316,- 77,50 96 40 143,- 88,- 410, 306,- 313,- 314,- 605,- 44 325,» 28b,- 316.- 1052,- 795,- 960,- 990,- 2202,75 4856.10 5461,85 6658,35 427.65 1397,75 1131,45 256,32 2+03,- 4901,75 9563,35 2157,30 4734,05 5358,25 6546,80 496,35 136-V5 1113,60 252,18 2339,55 490 ,b5 851,- 960*- 100s- 1710- 990 - 7tf5 — 1090,- 740 - 675 - 690 - 775,- 625,- 500,- 445,- 80,- 810,- 235,50 Datum. Amstd.-Rotterd. Drüffel-Antw. . Lhristiania . . . Kopenhagen . . Stockholm. . . . Helsingfor« . . . Italien..... London ..... Reuyork..... Paris...... Schweiz..... Spanien..... Deutsch-Qesterr. Prag...... Budapest. . . . Buenos Aires . Bulgarien . . . Japan....... 219'/.25 4843,45 5448,15 6641, >5 4t 6,35 13M5 Ii2d,ö5 255,68 6t>2,— 655,- 800,- 645,- 483, - 460,- 84,35 800,— 235,50 Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld Saturn: 5°/. Drsch. Kriegsanl. 4^Dtsch. Reichsanl. 3°/,Dtsch. Reichsanl. 4e/0 Preuh. KonsolS Hamburg-Pakets.. . Norddeutscher Lloyd Comm.u.Privatbank Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . . Discvnto-Gesellfchaft Dresdner Bank. . . Mitteld. Ereditbank. 24. 4. 25.4 77,53 77,50 96,75 96.56 Fvemkfurr Berlin Schmutz- Sch uh- Schluß- Schluß Märkte. Frankfurter Obst» rrnd Gemüsemartt. c* Frankfurt a. M., 25. April. Der heutige Markt war schwach beschickt, genügte aber ber Nachfrage. Spinat war überreich vorhanden; auch in Kartoffeln verstärkte sich baß Angebot merklich. Spinat kostete beim Groß- hanbel her Zentner 480—500 Mk^ Kartoffeln 270-300 Mk., Rhabarber 200—220 Mark, Lattich Pfunb 22—24 Mk^ unb Meerrettich 12—13 Mk. Bei Erzeugern kostete Schmalzkraut bas Pfunb 17—20 Mk^ Lattich 24 bis 26 Mk., Rhabarber 2.20—2.50 Mk., bie Kräuter für grüne Sauce 12—15 Mk. Rationalbank f. . Boch. Gußstahlwerke H -<0, Bud.-Eisenw.-Akt.. 850, D.°Luremb. Bergw.. ^20, Gelsenkirch. Bergw.. 1020, Harpener Bergbau. 1750, Oberschl. Eisenb -B. 1040, Oberschlef. Eisenrnd. 803, Phönip-Bergb-Akt. 1110, ~ ' 740, 3j60, 3970,- 3930,05 3939,95 3,38 3,42 3,18 3^2 500,35 501,65 498,35 499,65 34,85 34,95 34,65 34,75 - • — e 90,12 90,37 793.25 193.75 192,75 193,25 120,« 121,20 120,05 120,95 3470,- 3+70, - 347V,- 3480,- französische Sachverständige, Frvmagevt, schein« «roch keine richtige Stellungnahme gefunden zu haben. Unter diesen Urnftänoen werde Barthous Gegen-, ffensive als Sabotageversuch aufgefaht Hierbei habe Frarrkrtich nichts zu gewinnen, wenn diese Gegenoffensive nicht als Vorspiel zu der in Paris so ersehnten 2lbreise gelten solle. Gme vernünftige englische Stimme. Berlin, 25. April. Der englische litckslibe» rale Parlamentarier Kenworth, der aus der Rückreise von Genua nach London in Berlin weilte, erklärte gestern Pressevertretern über seine in Genua gewonnenen Eindrücke, daß er hinsichtlich des Ausganges der Konferenz nicht sonderlich optimistisch sei. Wenn der Wiederaufbau Europas ernstlich durchgeführt werden solle, so müsse ohne Scheu an die Revision des Versailler Vertrags herangegangen werden. Man müsse Deutschland die Lebensmöglichkeit verschaffen, deren es nicht entraten könne, unb Auhland wieder vorbehaltlos in die europäische Gemeinschaft aufnehmen. Was bisher in Genua erreicht worden fei, fei immer nur das Ergebnis von privaten Besprechungen bei Lloyd George gewesen, bei denen Deutschland zu kurz gekommen sei. Unter solchen Umständen forme man sich nicht im geringsten fcarüber wundern, daß die deutsche^ Regierung es für richtig gehalten habe, ein direktes Abkommen mit Rußland abzufchliehen. Deutschland habe eine unbedingt ehrl iche Politik verfolgt denn es habe den Vertrag sofort nach dem Abschluß der Oeffentlichkeit bekanntgegeben. Kenworth sieht in dem deutsch-russischen Vertrag ein vorbildliches Beispiel für die Regelung her Beziehungen zwischen den europäischen Regierungen und Rußland. London, 24. April. (WTB.) Die Abendpresse, die die heutige Rede Poincares in Dar- le°Duc bereits in einem kurzen Auszug veröffentlicht, bezeichnet sie als ein Ultimatum an Deutschland. „Evening Standard" zufolge wird die streitbare Rede des französischen QKi» nisterpräsidenten möglicherweise die allgemeine europäische Lage verschärfen. Ungarn und Rußland. Genua, 24. April. (WTB.) Die ungarische Delegation bementlett formell bie Mclhung, nach welcher Ungarn eine Mllitärkonventton mit Sowjetruhland abgeschlossen haben sollte. Schwere Zusammenstöße in Berlin. Berlin, 25. April. (WTB.) Güster« tom es hi der Aula der Berliner Gemeindeschule in der Schönefelder Straße, wo der Bismarckbund der deutsch nationalen Jugend eine Versammlung abhillt, zu schweren Zu- sammenstößen zwischen den Drutschnationalrn und den proletarischeii Iugendbündlern. Ein: wüste Schlägerei, bei der Totschläger und Gummiknüppel eine Rolle spielten, begann im Versammlungsraum und w+rden auf der Straße fortgesetzt. Die Schutzpolizei nahm rnehrere Verhaftungen vor. Was hier dk Schienen, sind dort die Reifen. Betriebssicherheit muß aus« schlaggebend sein, denn das Beste ist hier gerade gut genug. Für die Last» wagenbereifung heißt dies: Nimm w Voll*Reifen Seine Qualität bürgt für Sicherheit im Betrieb und billigsten Kilometerpreis. irsfauto eecen 8 Eisenbahn!