fit. 96 Erscheint täglich, anher Sonn- uni* Feiertags, mit berScmstaQSjeilage: GiehenerFamilienblätter Monatliche Ve;ugrhreise: Mi,. 16.- und Mk. 1.50 Trigerlohn,durch dicPoft Mk. 17.50, auch bei Nichterscheinen ein,ein i Nummern infolge höherer Gewalt. - Fern! prech« Anschlüsse, für die Schrift« leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Slehen. Poslscheäionlo: $rcnffurt a. M. 11688. Erster Blatt Dienstag, 25. April 1922 172. Jahrgang Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorder ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigenv 34 mm‘Breite örtlich 120 Pf.auswärts 150 Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Dre,te450Pf. Bei Platz. Vorschrift20 ^Aufschlag HauptschrifHeiter: Aua Goetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil Karl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Viehen GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrnhl'sche Univ.vnch- und Steinbrutferd R. Lange. Lchristleitung, Geschäftsstelle und Vruckerei: 5chulstratze 7. Unklarheit der Lage. Während der französische Ministerpräsi- bent im Lande herumreist und aufpeitschend-.' unb gegen Deutschland hetzende Reden hält, und für Ende Mai eine Sonderaktion Frankreichs androht — falls die übrigen Mächte sich nicht mit ihm einigen wollten —, wird aus Genua gemeldet. Lloyd George und Dar- Ihou hätten eins private Aussprache gehabt, in der ein versöhnlicher Geist zum Durchbruch gcfomrtien sei. Allerdings stammt die Meldung von der Havas-Ageptur, und da darf man schon mehr als ein Fragezeichen dahinter machen. Lloyd George wolle in einigen Tagen aus Genua abreisen, um beim Königsbesuch in Belgien nicht zu fehlen, so lautet eine weitere Nachricht. Präsident Facta wolle aber seine weitere Anwesenheit, und so werde die Genueser Konferenz offiziell am 2. Mai beendet werden. WaS über einen geplanten feierlichen Schluhakt noch hinzugefügt wird, deutet wiederum darauf hin, dah eine wirkliche Verständigung zwischen den Hauptbcteiligten noch keineswegs erreicht ist und wir noch vor unerwartete Ereignisse gestellt werden können. Genua, 24 April. (WTB.) Amtlicher Konferenzbericht. Die erste Untcrfommiffion der Wirtschaft slkommission hat heute vormittag halb elf Tlhr unter dem Vorsitz des französischen Delegierte r Volrat eine Sitzung ab, in der zunächst auf Grund des Gutachtens der in der vorigen Sitzung ernannten Sachverständigen der Wortlaut angenommen wurde, der an die Stelle der Artikel 46 und 49 des Londoner Sachverständigenberichts treten soll. Die Llnterkvm- Mission überwies ferner Artikel 41 des Londoner Sachverständigenberichts, der sich auf das Protokoll der Konferenz von Porto Rose bezieht, dem Redaktionsausschuh und vertagte alsdann die Besprechung der Zolltariffrage auf Dienstag vormittag halb 11 U&r. Die endgültige Fassung, die an die Stelle der Artikel 46 und 49 des Londoner Sachverständigenberichts treten soll, hat folgenden Wortlaut: 1. Wie bedeutungsvoll auch die von gewissen Staaten in Anbetracht ihrer auhergewöhnlichen Verhältnisse die für die Auf- rechterhaltting oder die Einführung von Ein- und Ausfuhrverboten oder -beschränkungen ins Feld geführten wirtschaftlichen und finanziellen Gründe sein mögen, so wird anerkannt, dah diese Qfiafmafrmen eines der schwersten Hindernisse darftellen, das dem intern itionalen Handel zur Zeil entgegensteht. Man solle daher nichts scheuen, um dieses Hindernis mit möglichster Beschleunigung auf das absolute Minimum zu beschränken; 2. Ausnahmen von diesem Grundsatz müssen besonders hinsichtlich monopolisierter Güter oder für den Fall vorgesehen werden, daß es sich um die Befriedigung von Lebensbedürfnissen des Volkes, den Schuh der öffentlichen Gesundheit, der Sittlichkeit oder die Sicherheit oder den Schuh von Tieren und Pflanzen gegen Seuchen handelt. Welches aber auch ihre Gründe sein mögen, so hemmen derartige Ein- und Ausfuhrbeschränkungen den internationalen Handel in einem solchen Maye, dah man die ttnzuträg- 1 Weiten dieses Svstems mit möglichster Beschleunigung durch Erlaß von Bestimmungen ke- Ichränken sollte, ai Hand deren die Geschäftswelt im Vorhinein mühelos die Bedingungen feststellen kann, unter denen Ausnahmen für sie erhältlich sind. 3. Es besteht somit Einigkeit darüber, dah die Bewilligung von Ausnahmen anerkannt wird. Die Bedingungen, unter denen sie erhältlich sind sind zu veröffentlichen und klar zu formulieren. Das System der Aufnahmen soll möglichst einfach und beständig sein Es muh dafür gesorgt werden, dah die an Behörden oder an sie als zuständig gerichteten Gesuche um Bewilligung de^ Ausnahmen mit Beschleunigung geprüft werden. Eine Sitzung der alliierten und russischen Sachverständigen. Genua, 24. April. (WTB.) (Spezialbericht des Vertreters des WTB.) Sn der heutigen Sitzung der alliierten und russischen Sachverständigen, in der die Frage der Entschädigung für das beschlagnahmte Eigentum zur Sprache kam, wurde russischerseits erklärt, eine Rückerstattung oder ein Ersatz des privaten Eigentums könne nicht erfolgen, da alles nationalisiert fei. Dagegen verlangte Ruhland die ^Auslieferung des Geldes der vormaligen russischen Regierungen, das sich noch in französischen und englischen Banken befinde. 2lus den englischen Einwurf, wie man denn eine Rückerstattung fordern könne, wenn man selbst keinen Ersah leisten wolle, erwiderten die Russen, das sei darin begründet, dah es in Ruhland kein privates Eigentum mehr gebe, wohl aber in England und Frankreich. Die Russen schlugen vor, dah die Alliierten sich an staatlichen Aktiengesellschaften mit ihrem Kapital beteiligen sollten, die binnen kurzem gebildet werden würden. Private Aktiengesellschaften seien dagegen in Ruhland nicht zulässig. Der französische Vorsitzende e-Härte darauf, die Diskussion fei sehr nützlich gewesen; er verstehe jetzt den russischen Standpunkt. Für den Augenblick aber halte er .eine Fortsetzung der Erörterungen sür unzulässig. Die Sitzung wurde daraus .vertagt mit der Begründung, dah die Frage ohne ioie Russen erörtert werden müsse. Morgen wird eine Versammlung der Sachverständigen ohne die Russen abgehalten werden. Sn französischen Kreisen wird behauptet, die Russen verlangten eine Anleihe von 5 Milliarden Goldrubel, ferner ein 30jähriges Moratorium und lehnten den Ersatz der Kriegsschulden ab. Sn englischen Delegationskreisen ist man dagegen der Ansicht, dah es sich bei den russischen Forderungen um Höchstsorderungen banbclc. Von einem russischen Ultimatum sei leine Rede Es sei gewih ein ernster Umstand, dah die Russen so viel verlangten. Aber man müsse Geduld haben; sie würden schon von ihren Forderungen zurückgehen. Uebrigens lägen keine neuen russischen Forderungen vor. Cs handele sich nur um eine Wiederholung einzelner Punkte, die in dem nichtamtlichen russischen Memorandum enthalten seien. Eine private Unterredung zwischen Lloyd George und Barthou. Genua, 24. April. (Havas.) Die Entspannung, die sich geltem in Konferenzkreisen bemerkbar machte, trat heute noch deutlicher zutage. Sie toir^ besonders in den Kreisen der Entente und ter kleinen Entente gewürdigt, wo ix: allgemeine Eindruck h^ntte abend zum Optimismus neigt. Wenn heute auch keine offizielle Sitzung der Konferenz stattsand^ so fand doch während dem Frühstück, das zu Ehren des britischen Bevollmächtigten von der französischen Delegation vevanstattet worden war, eine wichtige private Unterredung zwischen Lloyd George und Barthou statt. Der Vertreter der Havasagentur glaubt zu wissen, dah die Zusammenkunft sehr herzlich war. Lloyd George habe zuerst seiner Ueberzeugung Ausdruck gegeben, dah kein Abkommen und keine Regelung, die in Genua getroffen würden, zum Ziele führen und dauerhaft fein könnten ohne die Entente zwischen Frankreich und England, die gewissermaßen der Schluhstein des europäischen Gebäudes sei. Unter diesen Gesichtspunkten hätten die Führer der britischen und der französischen Delegation die Prüfung der groben Probleme, die der Konferenz vorliege, unternommen. Sie hätten einmütig die Rvtwendigkeit anerkannt, eine gemeinsame Haltung anzunehmen. Der Ha- vasberichterstatter sagt dazu, das sei eine interessante Entschliehung, die für die eingeleiteten Verhandlungen einen entscheidenden Einfluh haben könnte. Dic juristischen Sachverständigen. Paris, 24. April. (WB - 'Der „Temps" lünbigt wiederum an, dah höchstwahrscheinlich morgen dir juristischen Sachverständigen der Repavationskvmmissivn ihren Bericht über den deutsch-russischen Vertrag von Rapallo in seinen Beziehungen zum Fr'.edensverttng von Versailles der Kommission vorlegen werden. Die Untersuchung erstreckt sich, dem Blatte zufolge, auf den Ginfluh, den der Vertrag von Rapallo etwa auf die Ausführung der Artikel 236, 248 und 260 des Versailler Vertrages haben könnte. Poincares Rüstung. Paris, 24. April. (WTB.) Bei der Eröffnung des Generalrates des Maas-Departements hiell heute vormittag Ministerpräsident P o i n c a r e als Vorsitzender in Dar-le-Duc eine Rede, in der er darauf hinwies, dah es die Mitglieder des Generalrats gewesen sind, die ihn kmergelt aufgefordert haben, wieder einen Sih im Senat anzunehnren. Sie hätten ihm die zerstörten Häuser, die verwüsteten Felder und die verminderten Vorräte gezeigt und verlangt, dah er seine ganze Ueber^eugungsfraft in den Dienst des verwundeten Frankreich stelle. Der Gedanke dieses Departements habe ihn stets gerührt. Er habe sich immer mit seinen Bewohnern identifiziert. Er sei Lothringer, mit einem Wort, ein Franzose der Grenze. Und trotzdem wir, so fuhr Pom are fort, Franzosen der Grenze sind, waren wir bis zum Augenblick des deutschen Angriffs dem Frieden tief ergeben und selbst, wenn es den Verleumdern jenseits des Rheines gefallen sollte, wir haben alles getan, um den Krieg zu vermeiden. Weil wjr Franzosen der Grenze sind, haben wir sckwn immer dir Gefahren eines bcfca'fr.ctcn Angriffes erkannt. Wir hatten insofern mehr Grund als jeder andere, die Schrecken eines Einfalles zu befürchten. Uebergehend zum Friedensschl'.h sagte Poin» cate, der Friedensvertrag von Versailles habe bestimmt, dah die Kriegskosten zu Lasten der siegreichen Völker bleiben; aber wenigstens habe er festgelegt, dah die von den Feinden auf den franröf scheu Gebieten verursachten Schäden und die Pensionen der Witwen und Verwundeten zu Lasten Deutschlands gehen. Es wurde auch bestimmt, dah Deutschland entwaffnet und zur militärischen Ohnmacht verurteilt werde. Wenn diese Klauseln regelmäßig angenommen worden wären, würde sich Frankreich befriedigt erklären, denn es würde dadurch zum größten Teil seiner ernsten finanziellen Schwierigkeiten ledig unb es hätte die Freude, namentlich seine Sicherheit garantiert zu wissen. Mehr würde es nicht verlangen. Es sei ein ständiges Thema in den vergebenen Ländern. Frankreich als Smperialist en anzuklagen und ihm eroberungslustige Hintergedanken zuzuschieben. Es gebe keinen einzigen französischen Politiker, der jemals von Annexion geträumt habe. Keiner von uns würde sich jemals entschlossen haben, den Krieg zu beendigen, ohne Elsah und Lothringen wieder zu erlangen. Aber keiner hätte den tollen Gedanken gehabt, gegen ihren Willen fremde Bevölkerungen Frankreich einzuverleiben. Alles, was Franöejch jetzt verlange, sei dic Ausführung des Friedensvertrages. ! Richt durch überstürzte Gesten oder unüberlegte Bedrohungen könne man diese Ausführung er» 1 zielen, sondern nur durch eine beharrliche und methodische Aktion. Aber schlichlich müsse 'Frankreich das doch erreichen. Es handele sich um den Frieden Europas, um Frankreichs nationale Prosperität, um Frankreichs Zukunft. Um die Industrie, den Handel und die Landwirtschaft zu heben, habe Frankreich den Wunsch und die Absicht, so viel wie möglich die militärischen Lasten zu verringern. Aber wer werde nicht selbst jvad) dem Abschluh des Abkommens von Rapallo die Unllugheit empfinden, die darin bestehe, zu rasch abzurüsten. Er bezweifle nicht, dah die Mehrheit der Kammer eine glückliche Eingebung gehabt habe, dah sie jüngst in der Frage der nationalen Verteidigung der Regierung ihr Vertrauen ausgesprochen habe. Schon seit längerer Zeit hätten sich zwischen den Deutschen und den Bolschewisten dunkle Sympathien angeknüpft, bte seit dem Abkommen von Rapallo ins Helle Sonnenlicht gerückt worden seien. Wie viele Leute, die aus ihrer Ruhe ausgescheucht worden seien, würden nun erkennen, dah das Kabinett Recht gehabt habe, für den Augenblick an der achtzehn- monatigen Dienstzeit festzuhalten. Wenn wir aufmerksam das verfolgen, was sich bei unseren östlichen Rachbarn ereignet, sehen wir immer noch auf dem Gebiete des Deutschen Reiches Polizei- ftreitfräfte, zusammengesetzt aus ehemaligen Unteroffizieren, die vollkommen bereit find, sich vom Abend zum Morgen in militärische Kadres umzubilden. Sn Oberschlesien hält die interalliierte Kommission noch auf eurige Wochen die Gewalt in Händen, da man dort Waffendepots, die aus den deutschen Provinzen dort zusammengetragen worden-seien, unter tragischen Umständen entdeckt habe. Die Rachforschungen, fuhr Poincars fort, hätten Attentate hervor- gerufen, die augenblicklich Gegenstand einer gerichtlichen Untersuchung seien und die strenge Sanktionen erforderten. Alles vollzieht sich mit einem Wort, als wenn die Alldeutschen die Gelegenheit erforschten, um früher oder später in einer der Ostprovinzen Unruhen hervorzurufen und durch Gewalt die Deutschland durch den Friedensvertrag von Versailles Polen zugesprochenen Gebiete zurückzuerobern. Welchen Eifer auch die von General Rollet geleitete lieber« wachungskommission entwickelt habe, ihre Arbeiten seien noch nicht vollendet, und es sei gewih unerlählich, dah die Alliierten in Deutschland noch umfangreichere Kontrollmittel über die Luftschiffahrt, die militärischen Organisationen und die Bewaffnung unterhielten. Er, Poincaro, könne nicht genug wiederholen, dah Frankreich mit ganzem Herzen auf den Augenblick warte, an dem es entwaffnen könne. Aber Deutschland müsse zuerst und vollkommen entwaffnet sein. Was die Reparationen anbetreffe, von denen nicht nur das Schicksal der verwüsteten Departements, sondern die Wiedererhebung ganz Frankreichs abhänge, so nähere man sich einem Verfalltag. Vor dem 31. Mai habe Deutschland die Verpflichtung sich dem Programm unter» zuordnen, das Sie Reparationskommission ausgestellt habe, d. h. sich verpflichten, einen Komplex von neuen Stellen zu votieren unb eine i.nteralliicrteÄontroIIeüber seine Finanzen anzunehm n Wenn Deutschland widerstehe und wenn zur festgesetzten StunSe die Reparationskvmmission ein freiwilliges Verfehlen Deutschlands feststclle. hätten die Alliierten das Recht, und infolgedessen auch die Pflicht, zum Schuhe ihrer Snteresseu Mahnahmen zu ergreifen, von denen es unzweifelhaft wünschenswert wäre, wenn sie nach gemeinsamem Abkommen unter ihnen angenommen und angewendet würden, die aber nach dem Wortlaut des Ve träges nötigenfalls auch von jeder der interessierten Mächte allein unternommen werden könnten, und — dazu habe sich Deutschland durch den Vertrag von Versailles verpflichtet — es nicht als einen Akt der Feindseligkeit anzusÄhen brauche. Sch wünsche sehnsüchtig, fuhr Poincar6 fort, bei dieser Gelegenheit die Zusammenarbeit aller Alliierten aufrecht zu erhalten. Aber wir werden in voller Unabhängigkeit die französische Sache verteidigen, und wir werden auch nicht eine einzige der Waffen fallen lassen, die uns der Vertrag an die Hand gegeben hat. Wir werden es nicht dulden, dah unser unglückliches Land unter dem Gewicht der Reparationen zusammenbricht. an der Seite eines Deutschland, das nicht die notwendigen Anstrengungen machen will, um sich seiner Schuld zu entledigen. Was sich in Genua ereignet hat, bestätigt in seltsamer Weise alles, was wir über den Geisteszustand eines großen Teiles des Deutschen Reiches gehört haben, und worüber ich mich in den letzten Sagen noch vor der Kammer ausgesprochen habe. Seit welcher Zeit hatte Deutschland einen Vertrag mit den Sowjets vorbereitet? Gestattet die Veröffentlichung, die gemacht wurde, den ganzen Vertrag zu erkennen? Sst der Vertrag — ja oder nein — von geheimen Klauseln begleitet? Gilt er als Schutzwand für politische oder militärische Abmachungen? Auf alle Fälle aber vollzieht er eine Annäherung, die morgen eine direkte Bedrohung gegen Polen und eine indirekte Bedrohung gegen Frankreich werden kann. Die öffentliche Meinung Frankreichs, sagte Poincare weiter, habe begriffen, dah die Hinnahme dieses Vertrages, besonders unter den Bedingungen, unter denen er erfolgt sei, eine Svannung der Konferenz von Genua sofort nach sich ziehe. Die 2llliierten hätten indessen ihre Liebe zur Ruhe und Mähigung soweit vorgctricben, bat) fic das Unmögliche gvtan hätten, einen Bruch zu her meiden Die franzöfische Delegation selbst habe noch einmal ihre Loyalität zur Mitarbeit gezeigt und sich der nachgiebigen Aktion angeschloften die man gegen Deutschland unternommen l)W Als sich das gegenwärtige Ministerium gebilbet habe, fei die Konferenz von Genua cinberufen gewesen. Frankreich habe sich unter den einladenden Mächten befunden. Die Regierung habe im Einverständnis mit der Kammer geglaubt, ihr Wort nicht zurückziehen zu können. ($ie habe aber Dorsichtsmahregeln für eine klare De grenzung des Programms der Konferenz getroffen, die sie nicht aufgeben werde, namentlich keine der Vorsichtsmahregeln in bezug auf die Wieder herstellungs- unb Entwaffnungr frage. Unter gewissen Reserven habe Frankreich feinen Verbündeten aufrichtige Teilnahme an den Verhandlungen versprochen, um der Welt einen Beweis seines guten Willens zu geben. Die Entente der Russen und Deutschen, so ernst sie auch sei. fei den französischen Delegierten nicht als ein Akt erschienen, dessen Verantwortlichkeit man auf die gesamte Konferenz hätte zurückfallen lassen können, und sie hätten nicht geglaubt, dah die von zwei der eingeladenen Mächte ergriffene Sni- tiative eine vollständige und sofortige Ausgabe des begonnenen Werkes rechtfertige. Frankreich habe sich unter diesen Umständen nicht von England, Stallen, Japan, 'Belgien, Polen, der Tschecho-Slowakei, Rumänien, Südslavien und Portugal getrennt. Wenn die französische Delegation in Genua ihren friedlichen Geilt und ihre entgegenkommende Absicht nicht durchführen tonne, bann werde fie es bedauern, eine Mitarbeit an ein rrKon- ferenz nicht fortfehen zu können, für die sie wenigstens versucht habe, den Erfolg vori- zubereiten und sicherzustellen. Aber wie immer auch die Haltung Deutschlands und Rahlands sein möge, es sei nunmehr eine politische Sb tuotion geschaffen, die geeignet erscheine, das e u - ropä ifche Gleichgewicht zu kompromittieren und vielleicht um zu stürzen, der man nicht mit Hilfe von wirtschafte lieben oder finanziellen einfachen Formeln, selbst nicht durch große internationale Verhandlungen begegnen könne. Weder Bantkonsortien noch auch noch so gelehrte Empsehlangen über die Wechselkurse und Transportfrage könnten auf einer dauerhaften Grundlage den Weltfrieden aufrechterhalten. Der Handel arbeite ohne Zweifel für die Annäherung der Menschen und bringe fie tatsächlich einander näher. Aber es gebe, doch mo- ralifche Kräfte, gute oder schlechte, nützliche oder schädliche, die man klugerweise nicht vollkommen übersehen könne. Ministerpräsident Poincare glaubt, eine der treibenden Kräfte bet ei :i großen Tgen das Faustrecht zu finden. Mit dieser Entwicklung dec Größe des Stadtgebietes geht das Wachsen des inneren Wohlstandes und der Machtfülle Hand in Hand, nachdem die zunächst durch einen eigenen Magistrat verwaltete Reustadt um 1330 mit der Altstadt unter einer Regierung vereinigt war. Die Stadt ging nun Bündnisse mit den benachbarten 'Machthabern ein und erfocht in zahlreichen Fehden Zuwachs an Reichtum und Krafr Auf dem Gipfel ihrer Macht stand sie, als sie dem großen Städtebund von 14 mitteldeutschen Städten anSachverständigen zu Einzelvefprvchungen über die Londoner Vorschläge zusammen. Die Russen, die ihre Rote den Verhandlungen zu Grunde legen wollten, wurden überstimmt. Die Sachverständigen erledigten darauf die Artikel 1 bis 7 des Londoner Memorandums. Billigung der Richtlinien Lloyd Georges durch das Londoner Kabinett. Berlin, 25. April. Wie die Blätter aus Genua berichten, hielt der gestern aus Loudon in Genua eingetroffene Lord Birkenhead an die Pressevertreter eine Rede, in der er mitteilte, daß das amtliche England durchaus die Richtlinien Lloyd Georges aus der Genueser Konferenz billige un- unter st ü h e. Das ganze englische Kabinell stehe unbedingt hinter Lloyd George. Hinsichtlich Rußlands entarte Birkenhead, England stehe auf dem Standpuntt, daß jedes zivilisierte Land berechtigt sei, sich selbst feine Verfassungsform zu geben. Die- russische Regierung sei vom russischen Volke gewählt und vertrete daher das russische Volk. Da jetzt die Sowjets zu Kompromissen bereit seien, liege kein Grund vor, sich von ihnen abzuschließen. Birkenhead schloß mit einem Appell an Lllnerika. Die Konferenz von Genua sei ein großes weltgeschichtliches Ereignis und eine Etappe zum Frieden der Welt. Ein Druck der Reparations- Kommission aus Bulgarien. Paris, 24. April. (WB.) Rach dem „Zoar- nal des Debats" hat die Reparationskommisston vor einiger Zeit eine Rote an die balgarische Regierung gerietet, um den Zahlungsplan der bulgarischen Reparationen fest- zusehen. Diese Rote hat in Sofia ein gewisses Erstaunen hervorgerufen, wo man der Meinung gewesen sei, daß die Zahlungen für drei Jahre aufgeschoben würden. Die Kommission habe für die Antwort der bulgarischen Regierung eine Frist bis zum 30. AP il festgesetzt. Die Regierung habe versucht, einen Aufschab za erlangen. mit der Begründung, daß die Angelegenheit der Sobranje unterbreitet werden müßte und verlangt, daß die Reparationskommission ihr bis zum 20. Mai Zeit zur Beantwortung lasse. Die Re- pavationskommission soll, dem Blatte zufolge, auf diesen Wunsch nicht eingehen wollen. Aus dem Reiche. Dom demokratischen Deamteutag. Berlin, 24. April. (Priv.-Tel.) Auf dem demokratischen Deamtentag sind heute die Richtlinien angenommen worden, in denen es über die Steluingnahme der demokratischen Beamten zur Streik - frage heißt: Wenn der Beamtenschaft der Machtkampf um ihr Einkommen nicht gestattet sein soll, so muß ihr ein Rechtsmittel gegeben werden. Es ist deshalb mit Beschleunigung eine Schieds- oder Schlich- tunZsstelle zu errichten, bei der die De- amtendertretungen Berufung einlegen können, wenn eine erträgliche Einigung zwischen ihnen und der Regierung nicht zustande kommt. Zum Eisenbahner streik wurde eine Entschließung angenommen, die an die demokratische Reichstagsfraktivn das Ersuchen richtet, dafür Sorge zu tragen, daß bei Durchführung der Maßregelungen unnötige Härten vermieden werden. Eine weitere Entschließung fordert ein einheitliches Reichsbeamtengesetz. Ferner wird die möglichst beschleunigte Verabschiedung des Beamtengesetzes verlangt. «Schließlich wurde unter lebhaftem Beifall eine Resolution angenommen, in welcher der 'Deamtentag der Kwllegen im «Saargebiet in Treue gedenkt und sie bittet, allen Gefährnissen zum Trotz auszuhalten bis zur endgültigen Wiedervereinigung mit dem Deutschen Reiche. Die parlamentarische Lage in Sachse». Der Landesausschuß der Demokratischen Partei in Sachsen hat in der Angelegenheit veS von den Deutschnationalen und der Deutschen Volkspartei etngeleiteten Volksbegehrens auf Auflösung des sächsischen Landtages beschlossen, zunächst ein Schreiben an die mehrheitssvzialistische Landtagsfraktion mit der Frage zu richten, ob sie bereit sei, die Bildung der verfassungsmäßigen Regierung sofort in die Wege zu leiten. Lehne die sozialdemokratische Fraktion das ab, dann sei die demokratische Fraktion verpflichtet, das Volksbegehren auf Auflösung des Landtages zu un- techützen. Wahlen m Schaumburg-Lippe. Bückeburg, 24. April. (WTD.) Bei den gestrigen Wahlen zum Schaumburg- Lippeschen Landtage wurden im ganzen 24 301 Stimmen abgegeben. Davon erhallen die Sozialdemokraten 12 349 und die Bürgerlichen 11 952 Stimmen. Die Cinzelergebnisse stellen sich wie folgt dar: Mehrheitssoziallsten 10 783, Unab- hängige 1566, Deutsche Vollspartei 3615, Deutschnationale 2506, Wirtschaftsvereinigung 396, Parteilose 545, Landbund 1857, Handwerkerbund 1771, Demokraten 1992, Rationalsozialistische Vereinigung 140. Das Stärtcverhällnis im Landtag bleibt, wie es gewesen ist. Die Sozialdemokraten behalten die Mehrheit. DerKölnerMännergesangverein in Berlin. Berlin, 25. April. (Priv.-Tel.) Der Kölner Männergesangverein ist gestern abend in Berlin eingetroffen. Die Kölner wurden auf dem Lehrter Bahnhof von einer nach Tausenden zählenden Menschenmenge empfangen und von allen dem Berliner Sängerbund angehörenden Gesangvertz einen mit dem Gesang des „Sängergruh" begrüßt. Oberbürgermeister Boes hieß in einer Ansprache die Gäste willkommen und erklärte, daß er die Sänger als Vertreter des Rheinlandes, des besetzten Gebiets, dessen Rot uns allen schwer auf dem Herzen laste, begrüße. Oberbürgermeister DoeS 'schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf das alte yeilige Köln und den Kölner Männergesangverein. Der Präsident der Kölner «Bänger, Hilfert, erwiderte mit einem Hoch auf die «Stadt Berlin. Mit Wechselgesängen der Berliner und der Kölner schloß die Begrüßungsfeier auf dem Bahnhof. Aus Stabt und Land. Gietz en, den 25. Aprll 1922. ** Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurden: Oberkriegsgerichtssekcetär Aug. S p i e h bei der Geschäftsstelle des Finanzgerichts beim Landesfinanzamt Darmstadt zum Obersteuer- sekretär: die Zollsekretäre Adolf Sommer beim Hauptzollamt Offenbach, Philipp B e r t a l o t h, Jakob Schuchmann und Philipp Welker beim Hauptzollamt Mainz, Hermann Kaak zu Ridda und Wllhelm Fischer zu Lauterbach zu Oberzollsekretären. — Ernannt wurden am 18. April die Lehrer Karl Hey l zu Merkenfrih, Josef Leilich zu Mühlheim, Levnhard Volk zu Airlenbach, Heinrich Wagner zu Reu-Isenburg, Heinrich Weber zu Reuters zu Lehrern an der Volksschule zu Offenbach: der Lehrer Karl Wagner zu Dietesheim mit Wirkung vom 1. April 1922 ab zum Rektor an der Volksschule zu Dietesheim, Kreis Offenbach: der Schulamtsanwärter Hans B ü r n e r aus Darmstadt zam Lehrer an der katholischen Volksschule zu Groß- Zimmern, Kreis Sieburg. ** Für d i e sozialdemokratische artei sprach gestern in öffentlicher Dersamm- ng Minister a. D. Dr. Strecker. Auf der Tagesordnung stand: „Genua und die Sozialdemokratie". Wer aber erwartet halle, daß der Redner die Stellung seiner Partei zu den großen und für Deutschland lebenswichtigen Fragen, die augenblicklich in Genua behandelt werben, entwickeln würde, sah sich getäuscht. Dr. Strecke r ging auf die Konferenz irberhaupt erst im letzten, kleinsten Dell seiner Ausführungen ein, den Hauptteil seiner Rede bildete ein Rechtfertigungsversuch der Politik seiner Gesinnungsgenossen vor, während und nach dem Kriege, der gespickt war mit den gewohnten Ausfällen gegen das alte Deutschland, gegen Ludendorff, gegen den „Militarismus", gegen die Vaterlandspartei, gegen die Orgesch, gegen Sünnes usw. ad Infinitum — eine Agitationsrede also in rein parteipolitischem Sinne da, wo man eine sachliche Stellungnahme zu weltpolltischen Fragen von außerordentlichster Bedeutung erwartet halle und erwarten mußte. Außer für eingeschworene Parteifreunde Herrn Streckers war der Abend kein Gewinn. — Heber Genua selbst sagte der Referent — und hier konnte man ihm in manchen Punkten beipflichten —, daß die Konferenz das erste Fundament für ein neues Europa bilde, daß der deutsch-russische Vertrag, den nach des Redners Ansicht nur die Regierung Wirth schließen .konnte, was man auch im einzelnen gegen ihn einwenden könne, im ganzen gesehen ein’n «Schrill vorwärts dar stelle und daß man auf dem eingeschlagenen Wege zielbewußt weiterschrellen müsse, um durch eine Politik der Vernunft die französische Politik des Hasses zu übexwinden. Es gilt, so schloß Dr. Strecker seine Darlegungen, jetzt Deutschland und mit ihm Europa vor dem Tode zu retten durch eine ehrliche, auf Frieden zielende Politik der Konsolidation. — Tageskalender für Dienstag Astoria-Lichtspiele: „Dappho" und «Eine Minute vor 12". — Aus dem Stadttheaterbureau. Eine eigenartige Darbietung wird unsere Bühne am kommenden Sonntag und Montag bringen, indem an diesen Abenden das russische Bala- leika-Orchester gastieren wird. Der Gesellschaft, bestehend aus 24 Personen, geht ein ausgezeichneter Ruf voraus. Sie ist nicht zu verwechseln mit kleineren Truppen, die unter demselben Ramen da und dort auftreten. ^Wettervoraussage für Mittwoch: Fortdauer der unbeständigen Witterung. Las Tiefdruckgebiet über der Rordsse füllt sich auf. Südlich der Alpen ist ein neues Tiefdruckgebiet erschienen, das sich nordwärts ausdehnt. Das unbeständige Wetter hält an. Kreis Schotten. hg. Hoherodsropf, 23. April. Gestern tagte hier der Gesamtvorstand des Vogelsberger Höhenklubs, der unter der Leitung seines ersten Vorsitzenden, Dr.Druch- Häuser- Ulrichstein, eine überaus reiche Tagesordnung in nahezu sechsstündiger Beratung erledigte. Zu Beginn der Tagung würdigte der Vorsitzende die Verdienste der jüngst verstorbenen V. Sy C.-Mitg ieder Bürgermeister Stöpler- Lauterbach und Ritter- Laubach um die Sache des Vereins. Die Versammlung erhob sich zu Ehren der Heimgegangenen von ihren ©Uten. Reu gegründet hat sich em Zweigverein Lumdatal mit dem Sitz in Mainzlar. Dem 2. Vorsitzenden, Lehrer Karl L i n ck - Rüdings'- Hain wird vom Gesamtvorstand eine Ehrung anläßlich seines 60. Geburtstages dargebracht. Für die Wiederherstellung der Klubhäuser sind bis jetzt durch Zeichnung von Anteilscheinen rund 60 000 Mk. eingegangen. Da mindestens der doppelte Betrag nötig ist, wird den Zweigvereinen nahegelegt, mit aller Kraft für weitere Zeichnungen zu wirken. — Die Verlosung zugunsten der Klubhäuser ist von dem Hess. Ministerium genehmigt worden. Zur Unterstützung der Forde^ rung der Zugendherbergesache i i O ber- hessen hat das Hess. Landesamt für DildungS- wesen eine einmalige Beihilfe von 5000 Mk. oe- toiüigt Verschiedenen Herbergen werden Zuschüsse zur Einrichtung und inneren Ausgestaltung bewilligt. Reu eröffnet wurde eine Zugendherberge in Fulda. Von dem Plan, das alte Schweizerhäuschen auf dem Hoherodskopf als Zugendhe berge herzurichten, mutzte aus zwingenden Gründen Ab'tand genommen werden. — Die folgenden Beratungen befaßten sich mit den zahlreichen aus vielen Zweigvereinen vorliegenden Anträgen zur Hauptversammlung in Fulda, die am 27. und 28. Mai d. Z. stall - finden wird. Abends um V*9 Uhr fand dann in den Räumen des neuen Klubhauses eine Dis* mar (ff eiet statt. Rach einer Begrüßungsansprache durch den 2. Vorsitzenden Linck hielt Herr W e st f a h l - Wieseck die eindrucksvolle Dis^ marckrede, nach der die Teilnehmer begeistert das Lied „Deutschland über alles!" anstimmten. Die Dismarckfeier 1922 auf 'den höchsten Höhen des Hessenlandes hat gewiß bei allen Teilnehmern eindrucksvolle (Erinnerungen hinterlassen. gehörte. Aus diesem Gefühl der Kraft heraus suchte nun Quedlinburg auch der Abtei gegenüber, unter deren Schutzherrschaft die Stadt stand, ihre Selbständigkeit zu behaupten. Aber die damalige Aebtlssin Hedwig rief ihre Brüder, die Wettiner Herzöge Ernst und Albrecht von «Sachsen zu Hilfe, und diese eroberten die Stadt nach tapferer Gegenwehr, plünderten sie furchtbar aus, stürzten den Roland, das Sinnbild der Stadtfreiheit, auf dem Markt um und zwangen der Stadt eine Verfassung auf, durch die sie unter die Herrschaft der Stiftsäbtissin geriet Damit war die Glanzzeit des freien Quedlinburg dahin, und sie bat sich erst nach Zahrhunderten von dieser Riederlage erholt, um nun als Handels- und Industriestadt neue Bedeutung zu erlangen. Einen Ruf besah von altersher das „Quedlinburger Korn": die bedeutende «Schweinezucht trug ihr bet mißgünstigen Rachbarn den Spottnamen „Schwineburg" ein. Durch ihre seit dem Anfang des 19. Zahrhunderts immer mehr ausgedehnte «Samenzucht wurde Quedlinburg die größte Blumen st adt Deutschlands und liegt heute in den buntblühenden Feldern wie ein Zuwel im edelsteinfunkelnden Rahmen. Als herrlichstes Vermächtnis seiner uralten «Geschichte hat Quedlinburg seine Baudenkmalsr bewahrt, unter denen die Fachwerkbauten einzigartig sind. Sv stolz auch die Stiftskirche, ent» standen über dem noch von Heinrich I. gegründeten Bau, prangt, so stolz die andern Kirchen und das schöne Renaissance-Rathaus emporragrn, seine künstlerische Bedeutung verdantt die Stadt doch seinen Holzbauten deren Stll sich von den Anfängen bis zur reichsten Entwicklung verfolgen läßt. Zn Quedlinburg befindet sich das älteste Fachwerkhaus Deutschlands, dessen Ständer bis zum Dache durchgehen, weil man noch nicht die Kunst kannte, Sllckwerke aufeinanderzusehen. Ein solch ehrwürdiger Hohbau ist auch das Klopstock-Haus, das heute in einem eindrucksvollen Museum die Reliquien der Quedlin- burgfdien Geistesgeschichte umfängt. Rirgends sonst ist der urdeutsche Volksbaustil noch so prachtvoll erhalten wie in dieser Stadt, und überall umweht den Besucher der Hauch eines dem deutschen Wesen eigentümlichen Wohnungsbaues, dem kein anderes Volk etwas Aehnliches an die Seite zu setzen hat. Prächtige Zeugen der alten Geschichte sind auch die im „Ritter", der Schatzkammer der «Schloßkirche, bewahrten Reliquien, besonders die aus dem 12. Zahrhundert stammenden Knichfteppiche mit ihren großartigen Dildern, die Reliquienkästen, Evanqelienbücher usw. Die jetzt mit der Gymnasialbibliothek verbundene Stiftsbibliothek birgt eine ganze Anzahl frühmittelalterlicher Handschriften, so eine Pergament- Handschrift aus dem 9. Zahrhundert, eine der wichtigsten Handschriften des „Sachsenspiegels", chinesische und arabische Manuskripte, handschriftliche Gebetbücher mit wunderbarer Gold- und Silbermalerei. 3m Stift sind auch die „Quedlinburger Jahrbücher" entstanden, eine der wichtigsten deutschen Geschichtsquellen des Mittelalters. Hervorragende Frauen haben an der Spitze des Stiftes gestanden, von der ersten Aebtissin Mathilde, der Tochter Ottos I., bis zu der durch ihre tragische Liebschaft mit dem Freiherrn von Trenck bekannten Anna QImalie von Preußen, der Schwester Friedrichs des Großen. Unter den großen Söhnen Quedlinburgs verdienen neben Klopstock in erster Linie der Bsgründer der deutschen Turnkunst Guts Muths und der Schöpfer der vergleichenden Erdkunde Karl Ritter genannt zu werden. * Frankfurter Uraufführung. Arnvlt Bronnen: „Datermord". Frankfurt a. M, 23. April. Das Frankfurter Schauspielhaus brachte in seinem Zyklus moderner Dramen „Vater- m o r d" von Arnvlt Bronnen zur Uraufführung, ein — im Thema kühnes — Werk, mit dem sich die Theaterleitung an ein „ausgesprochen reifes Publikum" wenden wollte. Bereits während der Vorstellung wurden deulliche Zeichen der Mißbilligung laut, die sich am Schluß noch verstärkten und gegen Beifallklatschen und Bravorufe ankämpften, ohne daß es einer der beiden Parteien gelungen wäre, die andere niederzu- ringen. Der leidenschaftlichen Befehdung wie 6er rückhaltlosen Hingabe verleihen die unzweifelhaften großen Vorzüge des Schauspiels und seine ebenso sicheren Mängel ein gewisses Recht. Grundthema ist der Gegensatz zwischen Vater und Sohn, wie er im Drama feit den Griechen wieder und wieder verwendet wurde, bis ihn dann ganz besonders die jüngste Generation zum Hauptinhalt ihrer dramatischen Produktion erhob. Auch bei Bronnen drosselt ein Vater das Eigenleben des Sohnes, und langsam keimt in dem Achtzehnjährigen der Entschlub, den Vater und Feind zu töten. Für die Mutter fühll der pubertätsgequälte Jüngling Begehren und Grausen. Dom Strudel seiner Sinnlichkeit mitgerissen reizt sie ihn zur Tat, dann kehrt er sich von ihr — auch sie zahlt au den Allen. D«n Dichter, der uns gegen Schluß hin langweilt — die magere Handlung ist im zweiten Teck unendlich langgezogen —, ist es zweifellos im ersten Teil gelungen, uns zu fesseln und. vielleicht nicht zu erschüttern, aber furchtbar au quälen. 3n dem Charakter des Vaters zeigt sich eine starke Gestaltungskraft: auch der «Sohn ist wahrhaft erlebt, aber von liebendem Auge idealisiert. Die Technik verrät noch dramaturgische Unbeholfenheiten in überflüssigen Rebenfiguren und Unmotivierthellen. Der kräftige 2Iaturalismus der Sprache wird leider an einigen Stellen durch schwülstige Pa- thetik abgelöst. Der Autor, dessen Werk sicher von reinem Wollen befeelt ist, hat Beobachtungsvermögen und die Gabe, eine Handlung in Fluß zu bringen, aber noch nickt die, sie weiterzuleiten. «Seinem starken Talent steht einstweilen noch Schwulst und Langatmigkeit außer dem technischen Ungeschick im Wege. Eine Glanzleistung der Uraufführung war Robert Taubes Vater, Hans Baumann gab dem Sohn Gepretzthell unb unsichere Unreife, Gerda Müllers kraftvoller Ratur entsprach die Rolle der Mutter nur an Höhepunkten der Explosion, wo sie über die Aufgabe hinaus- wachsend, ihre Leidenschafllichkeit voll entfalten formte. Dr. Harnisch, der als Gast Regie.ühctc, zeigte feines Verständnis und liebevolle Einführung. Anhängern und Befehdern seines Werkes konnte sich der Dichter am Schluß wiederholt mit den Künstlern zeigen. 3. V.: p. sch. Hessen-Nassau Etat Verdachtsmomente an einen Morde im Marz 1919. • Frankfurt a. W., 24. April. Belanntlich waren in den Len len Sagen des Monats März auf dem Börneplatz hier Unruhen auSgebrochen, m deren Verlauf bei Matrose Rödel vom damaligen Marinesicherheitsdienst In den Main geworfen worden war, wo er ertrank. Ein Weitz- binder namens Georg Kttvel aus Egelsbach war damals als bei Haupttäter ermittelt und zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Dun haben sich auf einmal durch ein Wirtschasts- gesprüch in Riederrad neue Verdachtsmomente ergeben, die zu der Verhaftung eines gewissen Ritter geführt haben, der den Matrosen mit in den Main schleudern hals. Die näheren Untersuchungen der Kriminalpolizei werden ergeben, wie weit die neuen Verdachtsmomente berechtigt sind. Em Konflikt in der Kasseler Stadtverordnetenversammlung. Kassel, 24. April. (WTB.) 3n der heuti- Sitzung bei Stadtverordnetenversamm- l u n n stand die Abstimmung über die Besetzung des Stadtvatpostens des früheren Stadtsyndikus £/ o b e r auf der Tagesordnung. Die Sozialdemo- fraten sind für die Äichtausschreibung der Stelle, während die bürgerlichen Darteien geschlossen auf dem Standpunkt stehen, das) die Stelle ausgeschrieben werden mühte, für die die Sozialdemo- fraten ihren Parteiangehörtgen Wittrod cms- erfehen Haden. 3n der Abstimmung wurde die Aichtausschreibung der Stelle mit 37 sozialdemokratischen gegen 32 bürgerliche Stimmen beschlossen. Daraus verliehen die bürgerlichen Parteien geschlossen den Saal und beschlossen, bei der zuständigen Stelle sofort die vorzeitiae Auflösung der derzeitigen Staotver- ordnetenversammlung zu beantragen. Land wirtschaft. • Vorträge der Landwirtschafts- lammet. 3n Retnhardshain (Oterh) findet am Sonntag, dem 30. April, nachmittags 21/2 Uhr tm Gasthaus des Herrn Roth ein Dortrag der Landwirtschaftskammer über »Rationeller Olde r ba 1“ statt. Referent: ßanb- wt i t sch-Rat Trautmann. Landwirt sch. Schule Grünberg (Oberb.). Am gleichen Tage nachmittags 3 tlhr spacht in Heuchelhelm u ach-Dortnuind, Schriftführer, Verg-Ehlert-Altenburg, Kassierer. • Berlin, 24. April. Rach einer Meldung deS „D. T." aus Krefeld ist in bie Krefelder Znnungsbank eingebrochen worden. Die Einbrecher öffneten mit einem Autogen-Schweistapparat den Gelbschrank unb stahlen 300000 Mark, 400 holländische Gulden und eine goldene Herrenuhr. Don den Einbrechern fehlt jede Spur. ' DaS Urbild der .Mignon". 3n der zweiten Hälfte des 18. ZaHrhundettS lebte ein Dem hannoverschen Adel angehöriger Freiherr Emst von dem Dusche in heimluchrr Doppelehe. AuS der einen Ehe hatte er einen Sohn, Wilhelm, dem er den Zunamen Schubstern (umgedreht aus .Dusch" und .Ernst") gab; aus der anderen Ehe eine Tochter, Maria von dem Tusche. Diese beiden lernten sich als Erwachsene — er war Rechtsanwalt in Lemgo — kennen unb heirateten sich, ohne zu wissen, dast sie Halbgeschwister waren. Der Ehe entsprossen zwei Kinder, Wllhelm und Zohanna Auguste. Eines Tages kam bie Doppelehe des allen Freiherrn ans Licht. Die Geschichte ging burch alle Zeitungen unb tarn so auch zur Kenntnis Goethes, ber dadurch zur Mignon- Geschichte in »Wilhelm Meister" angeregt worden sein fett Der Rechtsanwalt Schul st crn verschwand unb galt bann als verschollen, weine Halbschwester unb zugleich Frau zog sich, um sich unb ihre Äinber vor unliebsamen Folgen bes Skandals zu schützen, in bas oldenburgische Lanbstäbtchen Delmenhorst zurüd, wo sie später ein Meistwaren» geschäft betrieb. 3hr Sohn endete in jungen Zähren aus unbekanntem Grunde durch Selbstmord. Da Selbstmord damals als schwere Sünde galt, erhielt er fein ehrenvolles Vegräbnis, sondern wurde an ter Arme-Sünder-Ecte des (jetzigen Alten) Friedhois eingesenkt. 3hre Tochter heiratete den Auk> ionsVerwalter Heye. Auch sie starb srüh, unter Hinterlassung eines Sohnes Ernst, der Rechtsanwalt (Obergerichtsanwall, das heitzt Anwalt am Obergericht) wurde. Dieser Obergerichtsanwalt Heye hatte zwei Söhne, Wilhelm und Adolf, bie Offiziere wurden. Ein Sohn des letzteren, somll ein tlrenkel des Urbildes ber .Mignon" (Zohanna Auguste Heye, geb. Schub- ftccrt) ist der (in Giehen wohnhafte) Schriftsteller Günther Heye. Das Urbild der „Mignon" liegt begraben im Heyeschen Erbbegräbnis auf dem Alten Friedhof zu Delmenhorst. Turnen, Sport und Spiel. • Der Gau IXa des Bundes Deutscher Radfahrer hielt am Sonntag fein erstes diesjähriges Stratzenrenneii und zwar über 50 Kilometer ab. Trotz des schlechten Wetters starteten 58 Fahrer, Von Denen 52 innerhalb der vorgeschriebenen Zell das Ziel erreichten. Die Rennstrecke führte über Lollar, Sichertshausen nach Marbu g unb zurück. Ga^merster August Deibel vom G. R.V. 1885 zeigte sich bald als bester Mann unb übernahm bereits nach 12 Kilometern allein bie Spitze, um als Erster Den Wendepunkt in Marburg (25 Kilometer) dicht gefolgt von Kleikamp zu erreichen. Hier schlos en sich beide zu ommen um mit vereinten Kräften Dem Ziel zuzusteuern, daZ sie auch zusammen erreichten. 3n scharfem Endspa t belegte dann Deibel mit einer guten Radlänge vor Kleikamp den 1. Platz. Als dritter traf 21/g Minuten zurückliegend E. Roll, Kirchhain, ein. Dann folgte eine G rnppe von 10 Mann, die sich in schönem Endspurt den 4. bis 13. Platz teilten. 3n ber Klasse Senior 1 'blieb ber vorzüglich fahrende Fr. Möller vom Radf.-Derein Metzlar Sieger, während in der Klasse Senwr h der sieggewohnte Altersfahrer Ad. Au müller, Marburg, den 1. Platz belegte. Außerdem vollbrachte in dieser Klaffe der zum ersten Male sah ende Altersfahrer Sauer von der Cirzei- fohrervereinigung eine Danz vorzügliche Leistung, indem er in Der guten Zell von 1 Stunde 59 Minuten den 2. Platz erreichen tonnte. Ergebnis: Zunioren: 1. Aug ®dtel, Radf.-Verein 1835 Giehen, 1 Std. 36 Min. 2. E. Klellamp, Wissen bei Siegen. 3. E. Roll, Kirchhain. 4. C. Reu- ning, Radf.-Derein 1885 (Sieben. 5. W. Zinsser, Radi.-Verein 1885 Dietzen. 6. Ck Rddiger, JWb* Elub Germania Dietzen. 7. W. Muvi, Rad- Elub Germania, Giehen. 8. H. Fader. Rad- Elud Germania, Dietzen. 9. M. Zacob, Rad-Elud Germania Dietzen. 10. K Magner, Rabs.-Verrtn Witzmar. 11. E. Hetz, Radf.-Verein 1885 Dietzen. 12. H. Pausch, Kirchhain. 13. O. von Eiss, Radf.- Verein 1885, Dietzen. — Senioren 1: 1. Fr. Möller, Radf.-Derein Metzlar, 1 Std. 49.40 Min. 2. O. Komps, Radf.-Derein 1885 Dietzen. 3. 2L GMer, Rad-Elab 1885 Marburg. — Senioren II: 1. Ad. Aumüller, Marburg, 1 Std. 54.20 Min. 2. Gg. Sauer, Cinzelfahrerveretnigung Dietzen. — Deu tsche Fuhballmeisterschaft. Don den sieben ÖanbeäDcrbänbcn des Deutschen Futzballbundes haben bis jetzt zwei ihren Meister ermittelt. 3n Westdeutschland ist es der Kölner Ballspielclub, Im Dalien-Derbanb ber D. f. D. Königsberg, ber am Sonntag in Dan .ig im Miede. Hollingsspiel dem pommei üd>cn. Rteister Lllaina-Stettin mit 1:0 das Rachsehen gab. Die Spiele um die mitteldeutsche Meisterschaft sahen am Sonntag in Halle den Sportverein 98 über Fortuna Magdeburg mit 2:0 erfolgreich, in Glauchau unterlag Concordia Plauen gegen die Spielvereiniaung Erfurt mit 1:2 unb in Chemnitz behielt der Ballspielclub gegen Ring Dresden mit 1:0 die Ober Ixurb. — Mestbeutschlanb schlägt "Berlin 3:2. Am Sonntag mutzte in Köln eine stark durch Ersah geschwächte Berliner Fuhballmann- schaft durch bie Els des Westdeutschen Epielver- lanbcS en; 3:2-Riebe lag; hinnehrnen. Dait Spiel fand bei sehr guten Mit.erungSverhällniisen statt unb war von ca. 15 000 Zuschauern besucht. Mestdcutschlanb erzielle bas erste Tor durch Günther. Berlin stellte burch Montag ben Ausgleich her. Bald darauf verschaffte Günther den westdeutschen Farben burch Elfmeter toieber einen Vorsprung, doch auch Berlin war ein zweites Mal vor der Pause erfolgreich. TrotschinSii schotz dieses Tor. Rach dem Seitenwechsel dauerte die älebcrlegenheit Westdeutschlands weiter an, die Mannschaft bot eine bessere Gesamtleistung. Das siegbringende Tor fiel durch Claus-Oehler. Dec beste Teil der Berliner Mannschaft war die Verteidigung und die Läuferreihe mit Ausnahme von Düllnard. Der Schiedsrichter Müller- Hamburg war sehr gut. — Deutschland schlägt Oesterreich im Fuhballänderkampf 2:0 (0:0). Der 6. Fuhballänderkampf zwischen Deutschland und Oesterreich ging am Sonntag in Wien auf dem Platz an ber Hoben Warte vor 65 000 Zuschauern vor sich, ein Riesenbesuch, wie er in bem fufjball" freubtgen Oesterreich bisher nicht zu verzeich'- n war. Der beutschen Mannschaft war es zum ersten Riale vergönnt, gegen bie Oesterreicher einen Erfolg im Länderkampf ba 'omutraqen. Oesterreich hatte ben Anstotz, kam aber über den ersten Anlauf nicht hinaus. Die ausgezeichnete deutsche Läuferreihe Kall», Riegel. Metzel erfttdtc die gegnerischen Angriffe im Angriff. Trotzdem Oesterreich mehr vom Spiel hatte, kam es zu feinem Erfolge, ba zu viel kombiniert wurde. Bis zur Pause verlief der Kampf torlos. Rach dem Wechsel verhalfen zwei Durchbrüche ben Deutschen zu zwei Toren, die von Weihenbacher bzw. Zäger geschossen wurden. Der ungarische Schiedsrichter Gerö-Budapest leitete fein Amt in umsichtiger Weise. — Preuhen Berlin in ber Schweiz siegreich. Der Abstecher deS Berliner Fuhball elub Preuhen am Sonntag nach ber Schweiz war von Erfolg gekrönt. Die Berliner spielten in Bern gegen ben borkigen Fuhballclub unb gewannen mit 4:2. Die Mannschaft trifft am Dienstag 9 Ufjr abends auf bem Anhalter Bahnhof ein. Behördliche Anzeigen Bekanntmachung. Ausgabe von Kohlenkarten für das Wirtschaftsjahr 1922/23 (vom I.Wai 1922 bis I.Wai 1923). ») Kohlenkarten für Haushaltungen an die Empfangsberechtigten ber Anfangsbuchstaben A—H am 27. April 1922, 3-Q am 28. April 1922, R—Z am 29. April 1922 von 8 bis 12 ilbr vormittags unb 2 bis 6 Uhr nachmittags in den bekannten Bezirksfiellen. b) Kohlenkarte für Kleingewerbe an die Empfangsberechtigten ber Anfangsbuchstaben A—L am 27. April 1922, M—Z am 28. April 1922 von ZV> bis 12 ilbr vormittags unb 21/? bis y/s Ubr nachmittags im stäbtlschen Brenn- istof samt, Asterweg 9, Zimmer 3. c) Bezugscheine für gröbere Verbraucher Montag, ben 1. Mal 1922 und Dienstag ben 2. Mai 1922 von 71/s bis 12 Hfcr vormittags unb 21/« bU 51/, Uhr nachmittags im stäbtlschen Brennst v f f a m t. Asterweg 9, Zimmer 3. Die Ausgabe erfolgt n u r an erwachsene Personen gegen Vorzeigung bet Lebensmittelausweis- forte. 3952B Gietzen, ben 22 April 1922. Der Oberbürgermeister (Brennstoffamt). Bekanntmachung. Aus den Waldungen der Stadt Gietzen, Bezirk des Försters Geisel, Giehen, unb zwar aus Den Abteilungen 56, 58. 59, 110, 111, 113 sollen am Mittwoch den 26. April 1922, vormittags 9v? Uhr beginnend, versteigert werden: 54,2 Bm. Kiefemschell 3 Rm Fichtenscheit 16 Rm Kiefern nüppel 14,3 Rm F ch ertfnüpi>el 3 Rm. K cf rn knüppel reisig 6 Rm Kie ernstöcke 39.8 Rm Fichtenstöde. Das Holz in der Abteilung 111 wird nicht vorgezeigt; vorherige Besichtigung deshalb empfohlen. Zusammenkunft: Alter Steinbacher Weg. Maideingang. 399c B G ieh en, den 22. April 1922. Der Oberb., rg ?rmeifter. 3. D. I)r. Rose n b e r g. □□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□ 3ro«en MM wert 8i2 bcM'iröe unnL-JüuH2C2L n. tum. jtiejea Holzversteigernng Näa sten Freitag, den 28. L TL, soll im hiesigen Demeindewald nachstehendes Holz versteigert werden: 1 Eichenstamm 8. Klasse 0,40 Fstm. 2 Eichenstämme 4. „ 0,98 „ 4 Eichenstämme 5. „ 1,56 „ 11 Eichenstämme 6. „ 1,41 „ 22 Kiesernstämme 3. r 22,76 „ ) teilweise 6 Kieternstämme 4. „ 3,77 „ !■ Schnitt- 1 Kiefernstamm 5. „ 0,50 „ | stämme 12 Nm Eichennutzscheit 2,5 und 1,25 Meter lang. 16 „ Kiefernnutzscheit 1,25, 1,75 u. 3 Meter lang. 7 „ Fichtennutzscheit 3 Meter lang. 12 „ Fichtennutzknüppel 3 Meier lang. Zusammenkunft mittags 1 Uhr in ber Jäger- schneise (Distrikt Dirkenstock). Grohen-Linden, den 22 April 1922. teslD Dürgermeisterei Grohen»Linben. Lang. Stammholzverkauf. Unter ben für den Submissiorrsholzverkauf aus ben hessischen Staatswaldungen geltenden Bestimmungen soll folgendes auf gearbeitete Stammholz verlauft werden: Eiche: 13,33 Fstm 4. KI., 11.34 Fstm 5. Kl., 24L6 Fstm 6. ÄL; Kiefer: 2,34 Fstm. 2. Kl., 6,46 Fstm 3. RL, 6.90 Fstm 4. ÄL, 18,21 Fstm 5. Kl.: Fichte: 2,22 Fstm 2. RL, 1,29 Fstm 3. ÄL, 4,09 Fstm 52-Kl., 49,07 Fstm 5b-ÄL Das Stammholz ist ohne Rinde gemessen. Gesl. Gebote, getremtt nach Klassen — andere Angebote werden nicht angenommen —, sind bei unterzeichne.er Stelle einzureichen bis Freitag, den 5. Mai, Dorrn. 10 Uhr. Eröffnung ber Gebote 11 Uhr im Beisein ber etwa erschienenen Bieter. Wettere Auskunft erteilen die Ober- forderet und bie Herren Förster Bing zu TreiS a. d. Lda. unb Wagner zu Grohen-Dused. T r e l S a. d. Lda., ben 24. April 1922. Hessische Oberförsterei Treis. 4068D ©tfinöetsec UfetOe-Bsrfldjetnngs-Bneln ©rünberg (Hessen). Die ordentliche Mitgliederversammlung findet Sonntag, den 30. April, nach«. 21/, Uhr, im Gasthaus von Adolf Repp statt. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht. 2. Rechnungsablage. 3. Vorstandswahl. 4. Annahme der neuen Satzung. 5. VerettiSangelegenheiten. Die Mitglieder werden um ihr Erscheinen gebeten. Gründerg, ben 22. April 1922. 4053D Der Direktor: Schäfer. Soofmioeielo Wen n. Ilm e. @. m. 6.6. An unsere WüziieSei! Die AngeWlen nMs Bersins w brsWW. den 1 lol ßls M« ZN besetzen. Jie SetteilnngMtzen bleiben bestzülb gesthlüssen. Mr Men nnsere Miiziieber, itzren Vnrenbebnrs om Zreling onö Sninslng einznbellen. Ser Botftanö. dd□□□□□□□□□□□□□naaa□□□□□□□□□□□□ Ihre Hühneraugen werden Sie sicher los durch | Hühnernueen-Lebewohl Hornhaut an der Fußsohle heseitint Lebe woh i- Bal len-Sch eiben Kein Verrutschen, kein Festkleben am Strumpf. In Drogerien undApotheken Blechdose 5.— und 7.50 Mk. 6*ss Verlanj-en bie ai sdrüeklich: ..I, e b e w o h l“. □□□□□□□□□□□□DOUD□□□□□□□□□□□□□□□ mou-fommh KreuzplafzS Glessen, Volkshodiidiule Liehen Gefchaftsstelle Loberstratze 26h Beginn bes 1. öemefters lliontrg, 1. Wal. Anmeldungen von Mittwoch, 26. April, ab in der Oberrealschule (7—‘/^ Ahr). Alles Aähere über Kurse, Einschreibung, ®c« bühren usw. Hm Programm des 7. Semesters das in den Buchhandlungen, in den durch Aus- Hang bezeichneten Geschäften und auf der Geschäfts« stelle kostenlos zu haben ist. 4050v Babnbosstrabe 27. 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Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Kätchen Schott geb. van Bashuisen Elisabethe Schott geb. Zwick Karl Schott Mariechen Schott. Gustav Freiherr Schenk zu Schweinsberg zugleich im Namen aller Hinterbliebenen. 8 W Die Beerdigung findet statt: Mittwoch, den 26. April, nachm.4 Uhr. 4063Q Klavier oder Flügel gebraucht, zu kaufen gesucht. Schr. An geb. tun äuherstem Preis unt. 3526 an den Gies;. Anz. Sehr gut erhaltener FBäsgel au verkaufen. Schriftliche Angebote unter 4041 an den Gieft. Anz. erbeten. Getr. Frack u. Weste zu verk. rraadliirivr Str. 111. 1 ledern. Mädch.-Schul- ranzcn, 1 Paar aebr amerik. ArbeitSschube^ Gr.41, IP.neue,braun« Wickelgamaschen, 1 P. kl.Falirradaamajch.auS Segeltuch, sowie 1 fast neuer schwarzer, steifer Hut preiswert au verk. «onh Steinstrafte 19 III. spate Heute verschied sanft nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, mein guter Sohn, unser treuer Vater, Schwager und Onkel Kaufmann Karl Schott Vereinigte Handels- Lehranstalten GIESSEN Leiter: J. 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Namens aller Hinterbliebenen: In tiefem Schmerz: Frau Elisabeth Rinn geb. Weller. Klein-Linden, den 23. April 1922. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 26. April, nachmittags 3y2 Uhr, vom Trauerhause Wetzlarer Seltersweg 59 kaufen Sie de„J ff besten Kaffee-, « ersatz, nur halb! i 80 teuer wie Bohnenkaffee Kränze i | KaufflesüchfT] 3» fünfen oeMjt! Häuser mit Wirtschaften Bäckereien Konditoreien Mengereien Kolouialwarengcsch. Knrzwarenaeschäftcn Geschäften Emilie Mm Scheak zu tteterg geb. v. Grolman in ihrem 70. Lebensjahre. Selters weg 73 Tel. 821 Oder 356Sa Vogtschen Handelsschule Goethestr. 32 Tel. 2064 Prospekt frei. j Diele WHä Seefische zu günstigen Preisen, löglidj sdslhe Hnudiroaren. Ferner empfehle: Echten Schweizerkäse, Holländer, Edamer, Eamemberts, Kräuterkäse, ,b5r Neue Salzheringe. 8afflhopger Fischliaodlg. Bergingenieur, mit reicher Erfahrung in allen Zweigen des Bergbaues, mit oberhessischen Verhältnissen bekannt, sucht Wirkungskreis als 4058h Betriebsleiter. Gefl. 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Man kann wohl sagen, dah damit im Laufe von noch nicht einem Jahre eine Leistung vollbracht Worten ist, die völlig über die wirtschaftlichen Kräfte Deutschlands hinausgeht. Die Leitenszifcrn. durch die die Aufbringung ter baren Gold Milliarde belegt ist, lassen daran nicht den geringsten Zweifel. Die ,,5tab.HfierungH der Wechselkurse. In ter englischen Presse wird mit leicht begreiflichem Eifer seit einiger Zeit eine neu* „Ökonom sche Zaatersorm l erörtert, lie — w e so manche schon — der aas den Fugen gegangenen Weltwirtschaft wieder aif"bie Beine helfen soll Sie bei >t: »Die Stavilisieru ig der Wech'et- kurse." Dem jetei geregelten Ha.ltelöverlehr zwischen den ciazelnen Nationen hemmenten, ewigen und gänzlich unterechenba en Auf und Ab de. gegenf-.-i.igvn Geldwertes mochte man ein Ente machen, wieder eil Tausch- und Zahlungsmittel schaffen, dessen Q3e 'taategt.it und allgemeine A - ertemrung in jedem Lande zu jeter Zeit eine Kalkulation des Warencin- und Be kaufes über and innerhalb ter Landesgrenzen ermvg iJ)t Das ist bekanntlich heute in den meisten <5.aalen nicht ter Fall Nehmen wir mir als Beispiel das Wertverhält. i3 von Mark u ib Sc Har. Bor dem groben Wirtschaftt-chaos, d. h. vor dem Weltkriege, war mit geringen Schwankungen nach oben oder unten 1 Dollar —. 4,20 Mk. wert. Der deutsche Importeur omeri a ischer Waren konnte auf den Pfennig genau und sicher die Frage beantworten, was i>n an allen A-.kosten die fremde Ware kosten würdr, und zu welchem Preise ei sie mit Nu ten an deutsche Käufer ab- setzen könne. DaZ We.Wer hält tis stand fest, e5 galt heute wie morgen, wie in 10 Jahren. Der Krieg hat das alles von Grund auf geändert. Er hat auch im Wi tschattlichen mit dem Begrift des „(Steigen und UntoanMbaren“ g ü blich aufgeräumt. Die Goldmark geriet ins Rutschen, aus ihr wurde die Papiermark, und wie sich das Verhältnis von Papier zu Gold im Inlande einschneidend und schmerzlich fühlbar änderte, |o auch das Wertverhält äs von Papi rmark zu fremdem Gelte. Gerate die letzten Wochen haben uns unerhörte Verschiebungen und Schwa.k engen dieser Wertrelation georacht, statt 4,20 Mt. alten Stils mutzten wir 300, 345, 330, 319, 304 usw. für 1 Dollar bezahlen! Was hier am Dollar geschi htz wdrrfährt auch den englischen Pfund, dem Schweizer Franken, ter schwedischen Krone usw. Kein Kaufmann Weitz, was er morgen für die gleiche ausländische War: bezahlen soll. Das lähntt natürlich Hantel und Wandel in ständig wachsendem Matze. Niemand getraut sich recht zu kaufen, niemand zu berfaifen, drr Dertmaftstab ist vollkommen unzurerläs ij geworden. Das merkt begreiflicherweise ein vorwiegend aus den internationalen Handel angewiesenes Volk wie das englische am deutlichsten und schwersten, wenn auch die anderen, z. B. wir, ein Lied von der Veränderlichkeit der Valuten fingen können. So sucht man nach Abhilfe und Hellung. Die soll die „Stabilisierung ter Wechselkurse", d. h. ter verschiedenen Geldwerte, nm bringen Man will den reitenden Gieftbach ter Dal tta- schwankmgen aufhalten durch einen Damm, ter ten wilden Strudel zum gleichmäßigen, stillen, friedlichen See verwandeln soll. And zwar soll dies geschehen durch eine Art Hochstprels- politll in Währungen, d. h.. man will sich mit dem nun mal Gegebenen abfinden, es ater dadurch ins Gleichgewicht bringen, datz man ein von nun an geltendes „feste s" Wertverhältnis dekretiert. Sagen wir also, der Sol» Iftr „soll" fortan 300 Mk. wert Lin. Der Gedanke hat viel Aehnlichkeit mit dem Ei des Kolumbus: llar, einfach und anscheinend prat- tisch. In Wirllichkeit aber liegen die Sing: nicht so einfach. Es ist nur ein papierener Damm, ten man dem Gieftbach ter Geldentwertung entgegensetzen will. Er wird ihn mühelos zerreiften. Die Arsachen der allgemeinen Währangszerrüt- tung liegen viel zu tief und sind noch viel z i mächtig, als datz eine solche Vereinbarung der Staaten auch nur einen Augenblickserfolg haben könnte. Noch sind alle Dinge Diel zu sehr im Flust und viel zu mdurchsichtig, als dass man bereits mit solchen Maßnahmen vorgehen könnte. Warum sollten wir uns beispielsweise mit einem Wertverhältnis von 1 Dollar — 300 Mk. einverstanden erklären, wenn wir aus irgendwelchen Gründen ter Hoffnung sind, das Verhältnis werd: " ■ in absehbarer Zeit wieder zu unseren Gunsten ändern: Haden wir doch in der Nachkriegs-! zeit bereits 50 Mk. für 1 Dollar bezahl:! Ja, > wenn wir mit einiger Sicherheit wüssten, day der Dollai uns bald auf lange Zeit 400, 6.0, 800 Mk. tosten wird, - dann vielleicht! Aber wer weist das! Sollen wir aus demselben Grünte daraus vernichten, bei einem rnögl.che i Steigen des Markwertes aus ter Ausfuhr unserer Waren mehr SoLartpeile heraus- zuholen, als wir cs gegenwärtig vermögen ? Nein, dies Rezept ist untauglich, wie so viele andere. Es erweckt nur trügeriiche Hoffnungen und führt zu bitteren Enttä ischungen. Will man das lotende Meer ter weltwirl- schaftlichen 3cm.t u g glätten und Wied r für mehligen Handels e kehr fahrbar machen, so entferne man die Vullane, die immer von neuem _ic Wasser aufwühlen und jedes S hifs mit Anterga g bedrohen, die sog Reparationen teJ Versailler Vertrages! Erst wenn man den Wirtschaftsverkehr Europas aus ti sen Fe sein befreit hat, wird in dem alten Organismus das Blut wieder ruhig pulsen and bai Fieber vertreiben. Nur wenn mal den „natürlichen" Wirt- schasttg s tzen , u fxi n Wi. .ung ve hi f, kann man auf Gesundung rechnen. Mit Linitliben Quacksalbereien wttd das Hebel nur vergröftertl Aus und Pont). (Sieben, ten 25. April 1922. •< Lieferfristen bei der Eisenbahn. Mit Wirkung vom 1. Mai ab werten infolge der besseren Bctriebsvcrhältnifte bei der Eisenbahn feste Lieferfristen eingll-hrt. Der Lauf der Fristen ruht während der Zollabfertigung, bei Betriebsstörungen, die ohne Verschulden der Eisenbahn eintreten, bei Sperrmastnahmen, sowie für die Dauer der Aufenthalte, die durch Mast- nabmen ter Besatzungsbehörden ter besetz.en Gebiete oder infolge von Kontrvllnrahnahmen, die mit der Belegung zusammenhängen, bei ter Beförderung entstehen. Für jeden in ten Lauf des Gutes fallenden Sonntag verlängert sich die Lieferfrist um einen Tag ** Das Studentische Wohnungs- a m t des Siebener Asta bittet uns nochmals, dringend auf d i e Wohnungsnot der Studierenden hinzuweisen. Auf den Aufruf vom 19. ds. Mts. hin haben sich nur ganz vereinzelte Wohnungsinhaber gemeldet, so datz nach wie vor das Studentisch: Wohnungsamt nicht weist, wie es die vielen Wohnungssuchenden uaterbiiigen soll! Keine Kammer ist zu klein und ein» fach, umsieheuteleerstehenzulassen. Wie manche Familie kann noch einen dankbaren Mieter unter ten wohnungsuchenten Studenten finden. Deshalb ergeht an alle Giestener Bürger nochmals die dringende Ditte, möglichst jedes entbehrliche Zimmer dem Studentis-Hen Wohnungsamt (Vorlesungsgebäute, Zimmer 42) zur Verfügung zu stellen. ** Anlagckonzert am Donnerstag, ten 27. April. Spielfolge: 1. Per aspera ab astra, Marsch von Arach. 2. Ouvertüre „Pique Same" von Supps. 3. Fantasie aus ter Over „Stratella" von Flotow. 4. „In lauschiger Nacht", Walzer von Ziehrer. 5. „Nichts schreckt uns zurück", Marsch von Blankenburg. Landkreis Gicsren. • Beuern, 24. April. Am vergangenen Samstag feierte das Ehepaar Pfarrer Wagner und Frau das Fest der silbernen Hochzeit. Sireie Friedberg. fpd. Friedberg, 24. Äpril. Für die Ausschmückung der Augustiner- schule hat ein ehemaliger Schüler der Anstalt. Gustav Fürth in Neuyork, 30 000 Mark gespendet. ch. Münzen berg, 24. April. Arn Mittwoch und Donnerstag vergangener Woche tagte hier der Gau Hessen der „Deutschen I u g e n d", also des Zweigs ter deutschen Jugendbewegung, ter sich, aus dem „Wandervogel" hervorgegangcn, nach ter völkischen Seite hin weiter entwickell hat. In gastlicher Weise nahmen die Einwohner von Münzenberg und Trais-Mün- zenberg, wie schon so manches Mal, die feiernde Jugend auf und gaben ihr Anterkunft in Häusern und Scheunen. Den Höhepunkt ter Tagung bildete das Anzünten emes Feuers am Donnerstagabend im Burghof der Ruine Münzenberg. Bei Gedichtvorträgen, Gesängen und Reigentänzen vergingen die Abendstunden rasch, während eine dichtgescharte Zuschauermenge ten brennenden Hvlzstoft umlagerte und sich an dem bunten Treiben ter Jugend erfreute. Starkenburg und Rheinhessen. rm. Darmstadt, 24. April. Die ordentliche Hauptversammlung des hessischen Richtervereins, aus ganz Hessen gut besuch,. tagte im Strafkammersaale unter Vorsitz tes Landgerichtsrates Sr. Schneide r- Mainz Den gLschäjtllchen Verhandlungen ging ein lehrreicher Vortrag tes Pros. ^P r i o n - Colin aus Köln voraus, der über „5 i n a nx- Politik und Echeingcwinne" sprach. Es wurden dann noch berutliche Fragen erledigt, der Jahresbericht entgegengenommen und der Vorstand ergänzt. Ein gemütliches Zusammensein schlost sich an. rm. Bensheim a d V . 24. April. V c r- m i h t wir) seit Samstag nach nittag der 6? Jahre alte Wilhelm Pecoroni von hier Man befürchtet, dast ihm ein Anglück zugestosten ift wd Mainz, 24. Ap il. Die Vorarbeiten für die Erhebung der Eohnungsbau- □ b gäbe für das letzte Viertel bh$ Rechnungsjahres 1921 sind soweit gediehen, bah demnächst mit ter Gr Helm tg b.gonr.ca werden kann, sobald die von ben Kreier,usschüs en noch zu te- schliestente Hö e der ,.u chläge seststoht, die für die Woh a ig-ü r ä te oder G m i iden zugleich mit ter staatlichen Abgabe erhoben werden sollen. Hcsscn-Rassan. spb. Frankfurt a. M., 24. Aprll. Während der letzten Einfuhrinesse haben Taschendiebe, die • offenbar einer internationalen Ba n d e angeboren, grobe Beute gemacht. Nicht toentger als 60 goldene Taschenuhren im Gesamtwert von rund 600 000 Mark wurden ter Polizei während ter Messetage als gestohlen gemeldet Die Kriminalpolizei konnte drei Mitglieder dieser Bande verhaften und bei ihnen eine erhebliche Anzahl der gestohlenen Ähren beschlagnahmen. Auch a"f tem vor einer Woche ftittgefunbenen Cä :c f-i b If ic Teu sch änd—Lchw iz hat sich i .e gleiche Bande beiädgt und vier den Zuschauern 20 goldene Ähren gestohlen. — Der Kraftdroschkenfl.hcer Heinrich Jakob wurde von einem Fahrgast, den er nach Nieterrab fahren sollte, rücklings angeschossen und leicht verletzt. Der Gast flüchtete, als Jakob um Hilfe rief.- Dieser konnte sich noch zum De.bmten seiner Wunde in das städtisch: Krankenhaus begeben. Von dem Täter fehlt bisher jede Sour. — Nach Feststellungen tes Statistischen Amtes betrug die Bevölkerungszif ser ter Stadt Frankfurt a. M. am 1. April rund 4 7 5 0 0 0. Aus dem Amtsverkündigungsblutt. ** Das Aintsverkünbigungöblatl Ar. 55 Dv't Ll. Aprll enchält: Verkeyr mit Margarine und Kunstspeisefett. — Bekanntmachung des Reichsministers für Wiederaufbau. — Allgemeiner hessischer Ougenbfeiertag. — Heben wachung tes Viehhandels und Viehverkehrs. — Erwe.bslosensürsorge. — Feld ercinigungen Allen» dorf an ter Lahn und ©rüningen. — Dienstnachrichten. Verkehr mit Ma rgarine undKunst- s p e i s c f e 11. Auf Grund des § 1 ter Bekanntmachung über ben Verkehr mit Dutter, Käse. Schmalz und beren Ersatzmittel vom 16. Juli 1916 (Reichsgesetzblatt 6.751) wird bas Nachfolgende bestimmt: In Räumen, woselbst Butter oder Butterschmalz gewerbsmäszig hergestellt, aufbewahrt, verpackt ober feilgehalten wirb, ist die Herstellung von Margarine unb Kunstspeisefett verboten. Margarine, Margarinekäse und Kunst- speisefett müssen innerhalb ter Verkaufsräume in besonderen Vorratsgefähen und an besonderen Lagerstellen, welche von ten zur Aufbewahrung von Butter, Butterschmalz und Käse dienenden Lagerstellen getrennt sind, aufbewahrt werden. In ter Gemeinte Hemmen (Kreis Lauterbach) ist die Maul- und K l a u e«n s e u ch e ausgebrochen. Die Gemarkung Hemmen wird zum Sperrbezirk erklärt. Das B:o' ach'ungsgebiet bleibt unverändert. — In Schlitz (Kreis Lauterbach) ist die Maul- und Klauenseuche erloschen. Die Gemarkungssperre wurde mit Wirkung vom 15. April wieder ausgehoben. Die Ortsgemarkung Schlitz wurde auf die Dauer von zwei Wochen zum Beobachtungsgebiet erklärt Vermischtes». wd. Simmern, 24. April. Einen ganz g c - riebenen Gaunerstreich vollbrachte ein Mann, der sich als „Antersuchungs- richter" Lamberti aasgab und ter Fraa eines in Antei-sachungshaft befindlichen Tlanntis erzählte, er sei in der Lage, gegen eine Kaution von 30 000 ihren Mann, ter seelisch furchtbar leite and in ter Gefängniszelle sich die Pulsader bereits geöffnet habe, die Freiheit toieter- zugeben. Die Frau konnte dem „Antersachangs- richter" ten Betrag nicht geben, ba sie soviel Geld nicht za .Hause hatte. Sie begleitete ihn sind! And Christine ist fort, sie ist allein! Kein Mensch ter hilft!! Atemberaubt starrt sie auf das Buch. Dann rafft sie sich auf unb sucht bas Weite, jagt, blind vor Angst, davon. Auf ter Flucht stötzt sie auf ein Hindernis, unb tote sie erschrocken aufblickt, wer steht ba leibhaftig vor ihr', Die Knusperhexe, ein Regendach in der Hand! Auftchreiend wirft sich das Kind auf den nächsten Surhl, verbirgt die Hände im Rücken unb strampelt wild mit ten Beinen. Die alte Schlupftine, denn sie war es, die unbemerkt eingetreten war, war auf solch einen Empfang nicht vorbereitet. Sie hatte Chnstinrs Abwesenheit benützen wollen, um droben 'm ter Pfarrburg ein wenig zu spionieren.' Denn die Weiber im Dorf hielten es nicht länger aus. über die Vorgänge dort droben unterrichtet zu sein. Jetzt flöfU ihr des Kindes erstaunliches Gebaren — dessen Gründe sie nicht kennt —, Anbehagen ein. Doch ben kürzeren zieht sie nicht gern. Sie langt in die Tasche und holt ernen Apfel hervor und geht damit beschwichtigerrd aui das Kinb zu. Dieses aber gebärdet sich nur um so toller, schreit bis zum Ersticken: „Geh fort, du böse Hexe!! — Fort! Fort!! Fort!!" Das wurmt die Alte nicht schlecht. And doch hält sic, eigensinnig, ten Apfel vor Lenes Mund. And die, in ter argen Bedrängnis, reift.4- die hingebotene Hand an sich und betftt hinein, baft es knackt. Ein Schmerzensschrei und bann eine wütende Wehr. Mil ten geschwungenen Regendach bringt die Schlupflinc auf Twa Kind ein. (Fortsetzung folgt.) deshcllb nach Simmern, wo sie sich von emem Dec- tDonöDen böö Geld besorgen wollte. Als bet Verwandte in Simmern vor der Auszahlung des Geldes den Rechtsanwalt des Angcllagten telephonisch anrres. verduftete der „Untersuch rngs- richter schleunigst. Am anderen Moren gegen 7 llßr sachte der Gauner in Schwarzerden b;t Gemürrden einen ander m Verwandten des Beschuldigten auf and zeigte {«><5sem ein Papier, wonach der Verwandte in Sinmrern 22 500 Mt. gezahlt hatte. Gr bat, daß ihm der Rest von 7500 Mark noch aiuSgezahit werde, damit der im Unter- suchungsgefängnis furchtbar Leidende aas der Haft entlassen werden könne. Dem Gauner wurde Glauben geschenkt und er erhielt die geforderte ounrme. Als er verschwunden war, wurden Erkundigungen ei.gezogen und da stellte sich der Schwindel heraus. * Das Volk der „P r o z e ß han s l". Während in den meisten Ländern jeder Bürger mit den Gerichten mögltchst wenig zu tun haben will und nur die „Prozeßhansl" wegen jeder Kleinigkeit vor den Kadi laufen, gibt es ein 9anb, in dem das Prozessieren als das grotzte Vergnügen gilt und man schon die Teilnahme an einer Gerichtsverhandlung als hohen Genutz empfindet. Dies seltsame Land ist Ceylon, wo die Einwohner erst verhältnismähtg kurze Zeit den Segen einer regelmäßigen Rechtsprechung und moderner Gerichtsbarkeit geniehen. Wie der Reisende Sir Verceval Philipps von seinen Fahrten in Ceylon berichtet, begeben sich die Eingeborenen zu Gerichtsverhandlungen, wie man bei uns etwa nrs Theater und Konzert geht. „Man versichert mir," schreibt er, „daß ein Bauer, wenn er sich ein besonderes Vergnügen bereiten will, Frau, Kinder und den nötigen Proviant auf seinen Ochfenkarren packt und nach der nächsten Stadt fährt, wo eine Polizeistation ist. 3n der Bähe der Polizei schlägt er sein Lager auf und nimmt NUN mit größtem Interesse an jeder Verhandlung teil. Aach einiger Zeit kehrt er befriedigt nach Hause zurück." Ilm einen Prozeß zu haben, scheuen die Leute von Ceylon sogar nicht davor zurück, irgendeine Forderung an einen Rachbar zu fäl» 'chen. Mit einem Wechsel bewaffnet, den er selbst mit der Unterschrift des andern versehen hat, begibt sich der Prvzetzhansl vor Gericht und verlangt Bezahlung. Deckt nun etwa der andere die Fälschung auf? Keineswegs. Damit wurde man ja um das Vergnügen des Prozesses fommen. Außerdem ist ein Dokument immerhin eine wichtige Sache, selbst wenn es falsch ist; man stellt dem also ein anderes gefälschtes Dokument entgegen, das eine Quittung darstellt, und mit diesen Fälschungen bewaffnet, gehen nun beide vor Gericht, worauf der in solchen Dingen erfahrene Richter ein salomonisches Urteil fällt. Büchertisch. — Die neuen Wettkampfbestimmungen der Deutschen SportbebÖrde für Leichtathletik sind soeben erschienen und von der Geschäftsstelle der D. S. D., München, Marienplah 25, zu beziehen. Die Wettkampfbestimmungen wurden vollkommen neu und unter Zugrundelegung der internationalen Wettkampfbestimmungen vom technischen Ausschuß der D. S. D. in Weimar bearbeitet. ftanbeL. ■ Berlin, 21. April. Dorfen st immu ngs- b LI b. Die Samstagskrise von Genua hatte be- k. nächtliche Derkaussaufträge der Provinz Der- Ainlaßt, worauf die Kurse erheblich niedriger ein» .setzten, da einzelne spekulative Käufe auf Grund - ber heutigen günstigeren Beurteilung der politischen Lage kein genügendes Gegengewicht boten. Moirtanwerte erfuhren besonders umfangreiche Einbußen, meist im Umfange von 50—100 Proz. Koln-Reuessener verloren sogar 115 Prvz., nur 3auraßütte stellten sich um 50 Prvz. höher und gaben später über die Hälfte davon wieder her. Auch Kattowitzer waren anfänglich ziemlich be- häuPteL Andere Industriewerte waren weniger erheblich gedrückt, jedoch Deutsche Waffen 128 Prozent niedriger. Bankaktien gaben nur wenige Prozent nach Die Rückgänge in Schiffahrtswerlen waren sehr ungleichmäßig, durchschnittlich 20 Prozent Im späteren Verlauf war das Geschäft träge und ohne Erholung bei weiteren meist geringfügigen Abbrö Gelungen. Auch Deutsche Anleihen waren nicht behauvtet 3Voproz. Preutz. Consols verloren in Fortsetzung der Abwärtsbewegung 33/< Prvz Die Devisenkurse unterlagen im Dormittagsgeschäft nicht unerheblichen Schwankungen und erstatteten späterhin entschieden. Valutapapiere gaben demgemäß nach. Die andauernde Abschwächung der Devisenkurse hinderte die Erholung des Essektenmark'es und trug dazu bei, die Abgabeneigung zu verstärken. Auch für die nur zu Einheitskursen gehandelten Industrie- werte ergaben sich zum Teil starke Rückgänge. Frankfurt a. M., 24. April. D ö rsen- stirnmungsbild. Die Stimmung zeigte auch bei Beginn der neuen Geschäftswoche ein stilles Aussehen. Es fehlte ihr infolge der noch ungeklärten politischen Verhältnisse anUn.emehmungs- lust Zu größeren Geschäftsabschlüssen kam es weder am Devisenmarkt noch auf den Effektenmärkten. Der Dollar eröffnete mit 256 und schwankte dann zwischen 259 und 261; später gab er wieder nach auf 261 bis 256. Am Markte der unnotierten Werte war das Geschäft äußerst gering. Angeboten waren unter anderen: Deutsche Petroleum 2225—2250, Benz 540, Ufa 260, Marisfelder Kure 24500. Das Gebiet der Montanpapiere blieb vernachlässigt. Die Kursverände ungen hielten sich im Rahmen von durchschnittlich 10 bis 50 Prozent Einbußen. In Maschinen- und Metall- werten entwickelten sich nur geringe Abschlüsse. Dir Stimmung hierfür war matt. Elektrizitätspapiere lagen ebenfalls unter stärkeren Kurseinbußen. Im weiteren Verlaufe trat eine wesentliche Veränderung gegenüber der ersten Börsenstunde nicht ein. Auslandspapiere zeigten eine schwache Tendenz. Auf dem Einheitsmarkte überwogen die Minuszeichen. Durch die schwankende Haltung der Devisenpreise gestaltete sich das Geschäft äußerst schleppend bei schwacher Tendenz. Privatdiskvnt 4*/2 Prozent. Frankfurt a M., 25. April. Börsenkurse. Frankfurt Berlin Schluß- Sch'uß- Schluß- Schluß- Kurs Kurs Kurs Kurs Datum: 21.4. 24. 4. 21.4. 24.4. 5°/, Dtsch. Kriegsanl. <7,50 77,50 7?,50 77,60 4°/,Dtsch. Reichsanl. 96- 96,75 96 75 96,40 3°/. Dtsch. Aeichsanl. 145,- 143,- 145,- 144,- 4*/0 Preuß. Konsols 91 - 87,- 91,- 88,- Hamburg-Paketf.. . 461,— 422.— 418,25 418, — Rorddeutscher Lloyd 356,— 339,— 352,50 326,— Comm.u.Privatbank 319,- 314,- 320,— - ,— Darmstädter Bank . 319,- 315,- 319,- 314,— Deutsche Bank . . . 625, - 600,- 625,- 6'5,- Disconto-Gesellschaft 444,- 443,» 449,- 445, - Dresdner Dank. 344,— 336,— 340,— 330, — Mitteld. Creditbank. 290.- 290,- 295,- 288,- Rationalbank f. D. . 327,- 328,- 328,- 322,- Boch.Gußstahlwerke 1160,- 1(90,- Bud.--Eisenw.-Akt. . 960 - 860,- 926,- 840,- D.-Luxemb. Bergw. 1035, — 950,— 1030,— 960,— Gelsenkirch. Bergw.. 1072,— 1020, — 1 «8, — 990,— Harpen er Bergbau . 1821 - 1760,- ISiO,- 1750,— Oberschl. Eisenb.°B. 1080,- 1040,- 1091,251000,- Oberschles. Eisenind. 873,- 803 - 852,- 795,- Phonir-Bergb.°Akt. 1190,- 1110,- 1165,- 1080,- Bad.Anilin-u. Soda 773,- 740,- 769,1 725,- Höchster Farbwerke. 730,- 6o2,- 700,- 670,- Allg. Elettr.-Ges. . . 720,- 655,- 690,- 642,- Felten L Guilleaume 910,- 8 J0,- 8j5,- 751,- Schuckert-Werke. . . 665,- 645,- 660,- 603, Adlerwerke 530,— 483,— 523,- 480»- Daimler 500,— 460, - 490,56 450» — 4°«Hess. Staatsanl. 80,- 84,25 80.- 78,- Electron Griesheim 935,- 800,— 005,— 775, ~ Dtsche. Vereinsbank 238,— 235,50 —,«■ — Berliner Devisenmarkt. Geld Dries Geld Drief Datum: 22. April. 24. April. Amstd.-Rotterd. 10187.35 10212,75 9762,76 9787,25 Brüssel-Antw. . 2297,10 2302,90 219',25 2202,75 Christiania . . . 6123, >5 5'36,45 4843,45 4856.10 Kopenhagen . . 5717,80 5732,20 5448,15 5461 85 Stockholm.... 692 >, 0 6943,70 6641, iS 6658 35 Helstngfors. . . 496,85 498,15 4-6,35 4->7,65 Italien 1443,15 lt46,85 1394,25 1397,75 London 1178.5Q 1 81,50 1128,55 1 31,45 Rcuyork 266,53 267,21 255,68 256,32 Paris 2491,^5 2498,15 23 7, - 2103, - Schweiz 5^15,95 6229,05 4978,75 4991,75 Spanien 4149,80 4160,20 3j6ü, 3970, - Deutsch-Oesterr. 3,48 3,52 3,38 3,42 Prag 520,30 521,70 500,35 501,65 Budapest .... 34,85 34,95 34,85 34,95 Buenos Aires . 91,75 95,- ,- -, Bulgarien . . . 191,75 192,25 7f3.25 193,75 Japan 120, 121,20 Rio de Janeiro 3657,50 3667,50 3470, - 3470,- Marknotierungen. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Datum: 1.7.14. 22. 4. 24.4. Zürich Fr. 125.40 1,91 - ,- Amsterdam Fl. 59.20 0,98 1,(8 Kopenhagen Kr. 88.80 1,79 1 88 Stockholm Kr. 88.80 1,47 1,50 Wien Kr. 117.80 3007^- Prag Kr. 117.80 London Sh. 97.80 1 18 1,12 Reuyork $ 23.80 -.37 0,39 Paris Fr. 125.40 4,- 4.1« Züricher Devisenmarkt. 24. 4. 25. 4. Wechsel auf Schweizer Franken Holland 100 Fl. = 195. - 195.40 Deutschland 100 Mk. — 1.975 2.12 Wien 100 to. — 0.06 0.06 Prag 100 Kr. — 10.05 10.05 Paris 100 Fr. — 47.92 47.97 London 1 Jß = 22.73 22.77 Italien 100 L. = 27.92 27.97 Brüssel 100 Fr. = 44,16 44.15 Budapest 100 Kr. — 0.66 0.70 Reuyork 100 $ = 514.25 514.25 Agram 100 Kr. — 1.95 2.05 Warschau 100 Är. = 0,13 0,13 ♦ Märkte. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 24. April. (Amtlich.) Marktverlauf: Bei lebhaftem Hande! wurde ausverkauft. Im einzelnen ist zu bemerken: Aufgetrieben waren 686 Rinder, darunter 115 Ochsen, 21 Rinder aus der Tschecho-Slowakei, ferner 25 Dullen, 546 Färsen und Kühe, einschließlich 260 Kälber, 85 Schafe, 1227 Schweine. An Preisen wurden angelegt pr. Ztr. Lebendgewicht: für Ochsen 1600-2000 Mk., Bullen 1500—2700 Mk., Färsen und Kühe 2000—3000 Mk. für beste Färsen und bis 2400 für beste Kühe. Kälber beste Qualitäten 2600—3000 Mk., mittlere Qualitäten 2300—2600 Mk., geringe Qualitäten 1600 bis 2200 Mk., Schafe 1900—2100 Mk., Schweine unter 80 Kg. Lebendgewicht 2700—3000 Mk., von 80—100 Kg. 3000-3300 Mk., 100—120 Kg. 3200—3400 Mk., 120—150 Kg. 3200—3400 Mk., Fettschweine über 150 Kg. 3200—3400 Mk., Sauen und Eber 2800—3100 Mk. Die Marktpreise liegen um so viel über den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Händlergewinn in sich schließen. Frankfurter Getreide-Börse. F r a n k f u r t a. M.» 24. April. Die Getreidebörse zeigte auch heute in Anbetracht der unsicheren Haltung der ausländischen Zahlungsmittel ein stilles Geschäft. Die Umsätze hielten sich in allen Artikeln in engen Grenzen. Da es an Käu- sern mangelt und das Angebot verschiedentlich stälcker hervortrat, so stellten sich die Preise gegen die letzten Bestimmungen schwächer. Weizen und Roggen ist schwer unterzubringen, da die Mühlen sich sehr zurückhaltend verhalten. Hafer und Gerste ermäßigten ihren Preisstand. Weizen- und Roggenmehl liegen still. Hülsenfrüchte geschäftslos. Heu und "Stroh behauptet. Futtermittel vernachlässigt. Man erwartet wieder im Hinblick der ungünstigen Witterung der letzten Wochen für sämtliche Feld fruchte eine bessere Stimmung. (3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Poincare über Vas osteuropäische Problem. Paris, 24. April. (WTB.) Ministerpräsident Poincar 6 hat gestern dem Schlutzbankett beigewohnt, das der nationale Kongreß der französischen Landwirtschaft in Rency veranstaltete. Aus eine Anfrage des Boi-sitzenden desKongresses, der die Frage stellte, ob die Ruinen von Versailles und Reims nicht besser für eine Konferenz passen wurden als das Kasino von Cannes, antwortete Poincare, er höre von weitem die internationalen Propheten, die aufforbem, dem roten Feuer einer brennenden Morgenröte die Augen zuzuwenden, die im Osten Europas aufsteigen werde und die dazu bestimmt sei, in der Welt den persönlichen Besitz aller alten Vorurteile zu beseitigen; aber er bemerkte auch,' daß die Sowjets selbst geschwankt hätten, dem russischen Dauer den Besitz zu nehmen, auf den er solange gewartet und auf den er jetzt nicht mehr verzichten wollte. Er bemerkte, daß man, um das Land nicht denen zu entreißen, die es besitzen, bereits geschickte Anpassungen an den Kommunismus gefunden habe. Wenn er alle diese Umwege und diese Bastardsysteme, diese langfristigen Verträge und diese Erbietungen ins Auge fasse, mit denen sich die Bolschewisten begnügten, frage er sich, ob nicht etwa das Geheimnis des Weltdruckes indirekt und uneingestanden eine Rückkehr bedeute zu beh veralteten Grundsätzen, die es in Frankreich vor 1789 gegeben habe. Das, was man mit dem □tarnen anarchistische Resolution bezeichne, würde damit elendeste Reaktion darstellen. Hergl über die Genueser Vorgänge. Braunschweig. 23 April. (WTD.) Rach der „Braunschweigischen Landes-eitunz" hielt der Deutschnationale H e r g t in Braunschweig eine Rede, in der er auf Genua zu sprechen kam. Er erklärte, es sei nach seiner Meinung em taktischer Fehler gewe,en daß daS Abkommen mit Rußland gerade jetzt bekanntgegeben worden sei. Er sei der Meinung, das Abkommen hätte ruhig geheimgehalten werden sollen bis nach Genua. Weiter erklärte er, wenn es wegen deS russischen Vertrages mit der Entente zum Konflikt komme, werde die deutschnationale V o l k s p a r t e i sich unbedingt hinter die Regierung stellen; es handele sich um das Recht Deutschlands, das unter allen Umständen verteidigt werden müsse. Dann sagte er: Sollte Poincare sich an die Dotschafterkonferenz wenden und die Reparationskommission gegen uns mobil zu machen versuchen, kann es nur eins geben, zu sagen: „Dis hierher und nicht Weiteri" „Lieber gehen wir von Genua nach Hause und bleiben als Deutsche für uns, für uns mit unserem Recht und unserer Ehre." Schließlich forderte Hergt die Reuwahl des Parlaments und des Reichspräsidenten. Die Teilnahme Morgans als amerikanischer Sachverständiger. Washington, 23. April. Die.^ amertfa» nische Regierung hat keinerlei Einwendung zu machen gegen die Ernennung des Herrn I. Pler- pont Morgan, dem man kürzlich eine Einladung überreicht hatte, als amerikanischer Teilnehmer an der Internationalen Kommission der Bankexperten aller Länder teUzu-- nehmen, die die Reparationskommission vvmimmt. Der bekannte amerikanische Bankier wird aber nichts unternehmen ohne die Zustimmung des Kongresses und des Präsidenten Harding Morgan sucht den Ratschlag der beiden Instanzen nicht, aber in Washington sagt man Ia und Amen zu allem, was er in dieser Hinsicht tun wird, um die Anleihe an Deutschland zu organisieren. WaLD ut chland zu der Ernennung Morgans zu sagen hat, ist hier nicht bekannt, doch wurde bereits der Vertreter Deutschlands in dieser Finanzkommission bekanntgegeben. Die Internationale Kommission hat nun den Auftrag, über eine Internationale A n leihe für Deutschland zu beraten, um Deutschland zu helfen, daß es feine Reparationszahlungen leisten kann. Girre amerikanische Anleihe an Serbien. Belgrad, 23. April. Serbien hat erfolgreich am eine Anleihe von 100 000 000 Dollar bei amerikanischen Bankiers nachgesacht Diese wurden bewilligt und das Geld soll zur Rekonstruktion der serbischen Eisenbahnen dienen. Die Anerkennung der mexikanischen Regierung durch Amerika. Mexiko City, 23. April. Die offizielle Anerkennung der mexikanischen Regierung durch die amerikanische Regierung ist nur noch eine Frage von Tagen, wie der Präsident Mexikos, Obregon, sagte. Obwohl zuerst eine mächtige Gegenströmung gegen diese Anerkennung sei ens der Veoci ugten Staaten nn mexikanischen Parlament e.istierte, so ist b'e'c jetzt glücklich überwunden worden und eine Ge wndtschaft ist auf dem Wege nach Reuyork, um eine Verständigung zu überreichen. Präsident Harding inti> sein Kabinett haben bereits freundschaftlichen Austausch mit Obregons Regierung stattfinden lassen und sobald die Arrangements mit den amerikanischen Bankiers getroffen worden sind, dw die auf dem Wege nach Reuyork befindliche Kommission vorzunehmen hat, werden wohl die diplomatischen Beziehungen zw schen den beiden Ländern wiederaufgenommen werden. Beamte des amerikanischen Sta'.e-Depar- tements haben sich zu Gunsten von Obregons Regierung ausgesprochen und, daß et eine gesunde und vernünftige Poli ik betreibe, die die Vereinigten Staaten ohne Bedenken anerkennen kann. Zhklonartige Stürme in Amerika. Chicago, 23. April. Ein fürchterlicher Sturm mit zyklonartigem Charakter fand in Illinois, Indiana und Arkansas statt. Die Flüsse Mississippi und Ohio-River sind über die Ufer getreten, bis jetzt wurden 32 Tote gemeldet. An Verletzten zählt man 320; an Sigenturnschaden zeigen die festen Schälungen, daß über fünfzig Millionen Dollar angerichtet worden sind. Rew-Orleans, 23. April. Frauen und Kinder wurden letzte Rächt aus der Stadt weggebracht, da mast einen Durchbruch des hoch- gehenden Mississippi fürchtet, der einen Durchbruch der künstlichen Dämme herbeiführen dürfte und von allergrößtem Verhängnis für die Stadt sein wird. Tausende von Hilfsarbeitern wurden in Dienst gestellt, um Rotdämrne aufzurichten, um das Durchbrechen zu verhindern. Tag und Rächt wird an schwachen Punkten gearbeitet, um solche Rotdämrne zu errichten. milch PULVER X)r. Oetker Fabrikate pyjODlHG jEfWEISS puivtR sind Glanzleistungen köchenchemlscher Errungenschaften u.werden von erfahrenen Hausfrauen als Perlen im Küchenschatz bezeichnet. Die bekanntesten Marken sind: Dr. Oetker's Backpulver „Backin“ Dr. Oetker's Vanillin-Zucker Dr. Oetker’s Pudding-Pulvar Dr. Oetker’s „Gustin“ Dr. Oetker’s Milcheiweiß-Pulver Dr. Oetker’s Rote Grütze Dr. Oetker’s Einmache-Hülfe n. s. w. Dr. A. Oetker Bielefeld. Zuschneiden und Unfertigen sämtl. Damengarderobe beginnt am 8. 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