IM8 Der Stehener Snznon erscheint täglich, außer Sonn, und Feierioos. Monatliche vezugrpreise: Mk. 9.50 «inschl. Träger, lohn, durch die Post Mk. 10.- einld)L Bestell- gelb, auch bei Nichterschei. nm einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. 3 ernlprech-Anschlüise: türdieSchristleituna 112; für Drucherei, Äerlag und Gechaflsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Poftfdiedtonto: ftranffart a. M. 11688. Erstes Blatt 172. Jahrgang Samstag, 25.5edruar 1922 GietzenerAmeiger General-Anzeiger für Gberhefsen druck nnö Verlag: vrühl'sche Unw.-Vuch- und Ztelndnrckerel R. Lange. Zchnstleitung, Geschäftsstelle und Vruckerel: Schulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede 'Verbindlichkeit. Preis hir 1 mm höhe für Anzeigen o 34 mm ‘Breite örihd) 70 Pf, auswärts 90 Pf.; für Neklame« Anzeigen von 70 mm Breite 3 OPf. Dei Platz. vorfchrist20" ,Auf chlag. Hauptschriftleiter Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Karl Walther; für den Anzeigenteil: 3an5 Leck, sämtlich in Gießen. Wochenrückblick. Der französische Ministerpräsident wirc beute in Boulogne eine kurze Zusammen- !unft 'mit Lloyd George haben, in der zwei- felloS die strittigen Fragen über die Konferenz von Genua endgültig gelöst werd?', sollen. Beide Staatsmänner wollen sich, einigen; keiner von ihnen denkt vorläufig an einen Bruch. Und doch sah es anfangs so aus, als könnten die Gegensätze, die durch Lloyd Georges WeltversöhnungSidern aufge- taucht waren, niemals überbrückt werden. Man sah voraus» daß es dem isolierten Poincare nicht werde gelingen können, die Wirrnisse, in die er sich verstrickt hatte, zu übersteigen. Und nun gelangt man doch dazu, die Beharrlichkeit und (Entschiedenheit seines Willens zu bewundern, der übrigens auch sein zögerndes Dolk wieder ganz in die alten Dahnen nationalistischer UeberspannungSpo.llic zurückgeführt hat. Es hat fett Cannes zwischen London und Paris mancher Meinungsaustausch stattgefunden, der wie ein langes, dumpfes Gewitter- zrvllen ohne Entladung sich vollzog. Wenn man die französische Presse von gestern las. in der in zuversichtlicher Sicherheit noch ein» mal alles aufgezählt wurde, über was man sich angeblich geeinigt halte: Berschiebung der Konferenz, Ausscheidung aller Diskussionen über die bestehenden FriedenS- oerträge und sogar auch über den Kern des Diederherstellungsproblems — so schaute man mit verwunderter Spannung auf Lloyd George, der zu einer kurzen „privaten" Unter-» Haltung mit seinem französischen Widersacher nach Boulogne fährt. Lloyd George ist ein wandelbarer Taktiker, von dem man Manches gewöhnt ist. Kann er denn aber wirklich seine Friedens- und Weihnachtspredigt, deren tönende Phrasen uns noch so voll in die Ohren klingen, so schnell vergessen, daß er mit der angedeuteten „Einigung" sich end- güllig abfindet? Oder muh man annehmen, bah er nach Boulogne reift, um Herrn Poin- car6 unter vier Augen fernen letzten, schroffen Entschluß kundzutun? Dein, eS wird heute in Boulogne nicht zu einem offenen Konflikt kommen. Lloyd George hat diese kurze persönliche Besprechung gegen die ursprünglichen Absichten Pvincar^s durchgedrückt. seine Methode will gegenüber den alten diplomatischen Gepflogenheiten einen eindringlicheren Schacher, eine Derständigung mit Konzessionen auf beiden Seiten. Poincarv hat der von ihm angenommenen Taktil jedenfalls einen äußerst wirkungsvollen Hintergrund zu geben gewußt. Die Sicherheit und Entschiedenheit in der Sprache der Pariser Presse wurde noch Überboten durch die Kammerverhandlungen vom letzten Donnerstag, über die wir gestern ausführlich berichteten. Die Unterhaltung über die spröden ; Finanzschwierigkeiten schwang sich auf die höchsten Gipfel nationalistischer Vermessenheit. DichtS Reues zwar wurde vorgebracht, aber die alten Schwüre wurden erneuert: das verhaßte Deutschland muh zahlen; es wird chm non den in London ausgerechneten 132 Milliarden Goldmark nichts geschenkt, und neue „Sanktionen" müssen herbei, um endlich die Durchführung des Dertrages zu erzwingen. Der neue Finanzminister De Listehrie sprach non 80 Milliarden Franken Vorschuß, den Frankreich uns Deutschen geleistet habe, in der Hauptsache als Unterhaltungskosten für das DesatzungSheer. Was dieser Moloch an deutschem Gut bisher verschlungen hat, davon wissen die deutschen Bewohner am Rhein ein Lied zu singen. Prof. Dr. Max I. Wolff, der bekannte Verfasser einer Shakespeare- und Noliere-Biographie. hat in seinem Büchlein »Tartarin am Rhein" (Dom-Verlag Berlin) den französischen Heldengeist im besetzten deutschen Gebiet mit bitterer Satyre beleuchtet. Er gab dem neuen Tartarin immerhin die be- üinnten menschlichen Züge, die Daudet vorzeichnete; in Wirklichkeit ist dieser Tartarin II. etwas durchaus Unmenschliches. Aber dieser „Genius Frankreichs" ist tatsächlich vorhanden. Er streute allzu sichtbar und greifbar 'eine großen Taten über uns aus. Er schleppt seine Frauen und Kinder herüber ins beherrschte Land, auf daß es ihnen gut gehe in den beschlagnahmten Wohnungen, bei der luxuriösen ..Kulturmission". die der Boche bezahlen muh. r Der neue Sproß aus Tarascon tummelte sich g nun auch nach Kräften im ftanzösischen Parlament. Wird Lloyd George im Einver- V nehmen mit dem überspannten und abenteuer» I licken Siegesrittertum am Tische von Genua erscheinen wollen? In Washington hat Tartarin keine Lorbeeren gepflückt; aber diesmal, in Genua, will er vorsichtiger ‘ sein, besteht er auf einem gut ein- , studierten Stück mit entsprechender Bühnen- eiirrichtung. Cs ist uns nieüt möglich, zu über- > l sehen, wie weit französische oder englische Einflüsse bei den Schwierigkeiten des ^ita- j l i e n i s ch e n Kabinettswechsels mitspielen. Herr PoincarS hat aber mit einiger Aussicht auf Erfolg die „kleine Entente" aus die Deine gebracht, als deren Sprecher Herr Dr. Deneff aus Prag die französische und die englisch. ( Hauptstadt bereiste. Mit allen Mitteln such: man in Paris den Geist von Versailles lebensfähig und siegreich zu erhallen. Es nxu nicht ohne Reiz, einen britischen Parlamentarier Herrn Lloyd George fragen zu hören, tu welcher Weise das auf das linksrheinisch deutsche Gebiet gerichtete Annexionsbedürfn'? Frankreichs seinerzeit zum Ausdruck gekomme. sei. Lloyd George machte beschwichtigende Ausflüchte, er will im gegenwärtigen Augenblick nicht laut sprechen. Wir aber sind uns über die Absichten Clernenceaus, die auch Herr Poincare noch unverfälscht im Herzen .rägt, völlig klar. Während die Franzosen alle Herde heizen, um ihren Teufelsbraten der sogenannten Wiedergutmachung aller Welt schmackhaft zu nachen, richtet das Kabinett Wirth seinem Volke nur eine schwach dampfende bünn; Wassersuppe an. Die Schussel der Erfüllungspolitik ist erkaltet. Wan hat bei der letzten Regierungskrisis große Töne vom Vertrauen des Auslandes, das der Reichskanzler besitze, geredet. Run, Herr Poincarä und die ftanzösische Kammer halten sich in kalter, weiter Entfernung und behandeln Herrn Dr. Wirth wie eine Rull. Diel besser sieht auch der Respekt in ßonbon nicht aus. Wir wollen diesen Umstand gewiß dem Reichskanzler nicht zum Vorwurf machen, Denn wir sind der Meinung, es geht nicht um freundschaftliche Beziehungen, sondern um einen Kampf der Gerechtigkeit, bei dem uns Achtung und Ansehen nur Dann beschert sein wird, wenn dieser Kampf mit Ernst, Kraft und Würde für unser Doll geführt wird. Es ist höchst betrüblich, daß bei uns der nationale Ofen so kalt steht, während die anderen Böller, vier Wochen vor der Genueser Konferenz, ein leidenschaftliches Wollen entfalten. 3n unseren deutschen Parlamenten ereifert man sich über das Wohl und Wehe der Mörder des spanischen Ministerpräsidenten Dato. Die Parteimühle muß immer etwas zu klappern haben. Man nörgelt über mangelndes inner- politisches Rüstzeug Der Republik und vergißt, daß Deutschland ringsum noch von furchtbarsten Gefahren umgeben ist. Wir haben in Der jetzigen Lage nicht den geringsten Grund, eine Regierung zu loben, Die nach außen hin nur mangelnde Energie gezeigt, erkaltende Gleichgültigkeit geschaffen hat, und im Innern die größte Pflicht versäumt, alle dem eignen Lande Wohlgesinnten zu einer starten und wirkungsfähigen Front zu- sammenzuschließen. Poincarv und Lloyd George. Paris, 24. Fedr. (WB) Havas Drmmliert Die Mitteilungen Der Morgenblätter üLer Die Borbeceitu gen für Die Zusammenkunft zwischen Lloyd George und Poincare bei der Unter- prafektur von Boulogne. Der Ort Der Zu- fammenlunft sei noch nicht endgültig bestimmt. Paris. 24. Febr. (WB ) Der „£embd“ schreibt in feinem Leitartikel, Lloh> George nxrDe im Verlause Der Konferenz von Genua Die Abrüstungsfrage au fo rf en oder doch a f • werfen lassen. Es handele sich um einen zweiteiligen Plan. Zunächst tour Den die in Gen.ia versammelten Mache, jede für sich, Die Verpflichtung übernehmen, day keine provozierten Angriffe gegen ih e Rachbarn unternomme 1 to r- Den. Dann würde auf Grund dieser Verpflichtung die Konferenz beschließen, daß die Land- Heere vermindert werden müßten und man würde einen Vertrag abfas ei, nach welchem die Land- Heere bt Eu opa so beschränkt foü dm, wie Der Washingtoner Vertrag die Seerüstungen be- schränkt habe. Darauf würde man erfliret, datz Die Konferenz von Genua die m [töt schon Ausgaben Europas vermindert und auf d ese Weise mächtig zur Wiederh r, e lang Des fo rtschrs l.chcn Gedeihens beigetragen ba'e. Frankreich wolle und könne sich nicht gleichgültig zu einem solchen Plane stellen. au»h toenn er in Progr- mm von Genua nicht vorgesehen sei. Ter Vertrag von Washington verlange die Ab.üstung zur See. Er könne aber nach Ansicht des Blattes nicht als Muster Dienen, weil sein Artikel 22 Den Vertragsmächten erlau"*e, sich bei Ausbruch ?ve3 Krieges ih er De'.psllc'itung-n leDin z r c tlärm, abgesehen von Den untoirf Urnen B st mmungen Der Alt. 13 u. 17. Der V.rtrag von Wa Hengton sei also mir in FriÄ>enszetten gültig, d. h. solange, wie Die Rüstungen für alle Welt ungefährste seien, abgesehen von Dem Budget des betreffenden Landes. London. 24. Febr. (WTB) Zu Dem morgigen Zusammentreffen zw.schcn Lloyd George und Poincare in Boulogne schreibt der Londoner Berichterstatter des ^ManchesterGuardian", obgleich geographisch gesprochen, die Zusammenkunft in Frankreich stattfinde, sei es, poststsch gesprochen, Poincare, der d.e größereReise zu machen habe. London, 24. Febr. (WTB.) Lloyd George bat anläßlich der Schlußfeier zum ersten Schuljahre des französischen Instituts^ in den von dem englischen Staat zur Verfügung gestellten Räumen an die Festgaste eine Botschaft • cric^tet, In der es heißt: 3n den trübften Stunden des Krieges sei eine Freundschaft wischen Frankreich und England erstanden, eine Freundschaft, die durch die Gemeinsamkeit Der Anstrengungen und Opfer befestigt wurde. Sie sei auch heute für die Zukunft der beiden Länder ebenso notwendig, wie sie es unter jener 1 rohen Prüfung gewesen sei, die ihre Zivilisation l.edrohte und das Weltall erschüttert habe. Gr erblicke in den Mitgliedern des französischen 3n- ttituts Hüter der heiligen Flamme dieser Freundschaft. Siuntänien im Schlepptau Frankreichs? Paris, 24. Febr. (WTD.) Rach einer Havasmeldung aus Bukarest steht die rumänische Regierung auf dem Standpunkt, daß die Konferenz von Genua licht vor Ablauf von zwei Monaten stattfin- )en könne. Dieser Aufschub sei für die Ausarbeitung des Programms notwendig. Außerdem finden in Kürze die Wahlen statt und erst rach dem Zusammentritt des neuen Parlaments könne Dratianu, der persönlich den Der i.u n j? beiwohnen wolle, sich nach Genua begeben. Das italienische .Kabinett. Rom, 24. Febr. Facta hat heute abend dem König erllärt, daß er die Dildung des Kabinetts übernehme. Rom, 24. Febr. (WTD.) Stefani. Der Rame Tittvnis wurde bis Mitternacht in parlamentarischen Kreisen im Zusammenhang mit der Kabinettsbildung genannt und fand großen Anklang. Gegenwärtig hält man ihn aber im Hintergründe für den Fall, daß die andere Kombination, die in der Kammer ihren Stützpunkt hat, scheitert. Für eine solche Kombination ist Facta sehr tätig, der, wie gemeldet, vom König den Auftrag zur Kabinettsbildung erhalten hat. Er wird heute nachmittag mitteilen, ob er die Kabinettsbildung übernehmen wird. Tittoni ist selbst für diese Lösung, und, um sie zu erleichtern, will er sich bereit erklären, den Vorsitz der italienischen Delegation auf der Genueser Konferenz $u übernehmen, ohne Mitglied des Ministenums zu sein. Als Präsidenten des Senats würde Tittoni das Recht zustehen, auf der Konferenz den Vorsitz zu führen. Facta beriet sich heute mit den Vorständen der parlamentarischen Gruppen und sicherte sich bereits die Unterstützung und Teilnahme der Demokraten. Wegen autifranzösischer Propaganda verhaftet. Berlin, 25. Febr. Rach einer Meldung des ,.Derl. Tageblatts" hat die elsässische Pvlizechehörde in Kvlmar und Forbach 13 Personen wegen antiftanzösischer Propaganda verhaftet. Gegen die Verhafteten wird ein Strafverfahren wegen Landesverrat anhängig gemacht werden. Die deutsche Beschwerde über die Ermordung des Wachtmeisters Busenberg. D e r l i n, 24. Febr. (Wolff.) Das Auswärtige Amt hqt am 23. Februar durch Den Vertreter des deutschen bevollmächtigten in Oppeln der Interalliierten Kommission folgende Rote übergeben: „Am 19. Februar ist in Gleiwih der deutsch? Pol ze.Wachtmeister Paul Rufenberg, während er sich in Ausübung seines Dienstes befand, von drei betrunkenen ftanzösischen Soldaten tätlich angegriffen und erschossen worden. Die deutsche Regierung darf erwarten, daß mit gri>&- tem Rachdruck ei re ilnterfudjung des Vorfalls ein» geleitet wird und die Schuldigen Der verdienten Sühne zugeführt werden. Sie ist bereit, ihrerseits Zeugen für Den Vorfall namhaft zu machen. Die deutsche Regierung bittet, ihr über Die Ergebnisse der Untersuchung Mitteilung zu machen. Sie muß sich alle Rechte auf eine angemessene Genugtuung, insbesondere auch Schadenersatz für die Hinterbliebenen Des Ermordeten, Vorbehalten." Das deutsche Flugwesen. Daris, 24. Febr. Der „Temvs" berichtet, da die Kontrollkommission für das Flugzeug- m:fen sestaestellt habe, daß die Ausführung Der Klauseln des Vertrages, die das Flugwesen betreffen, beendet sei, habe sie in ilebereinftirmnung mit der Do!schäfte, lamerenz Der deutschen Regierung bclanntgcg eben, daß die Herstellung und die Einfuhr von Flugzeugmate- rial für Zivilflu z uge am 5. Mai 1922 wieder aufgenommen werden könne. Das Blatt fügt hinzu, daß zur Zeit Seine Mitteilung gemacht werden tonne über die Art, in Der nach Auf- Erdung der Kontrollkommission Di? Leberwachung Des deu.schen Flugwesens ausge^ührt werden soll. Zw's/ ?.t den Re?iriungen schweren gegenwärtig Dechandiungen darüber, und es sei zu Hosier, daß LiJc oemnächst befriedigender Weise abge-- schlo sen würden. Die sranzösische Rr^zicrung habe bei diesen Vechaudianaen immer den Standvu:ckt vertreten, daß auch für die Zukunft eine wirksame üleberwachung deS deutschen Flugwesens ftchrraestellt werden müsse. Essen, 25. Febr. Dlättermeldungen zu- folge haben die K r u p p w e r k e in Essen sämlliche 52 abgehende Schüler der Flugzeugabteilung Dcä Technikums in Franken- '.ausen als Flugzeugingenieure nach Südamerika verpflichtet. Lohnvcrminderttngeu in der österreichischen M» tallinduftric. Wien, 24. Febr. (WTB) Die f,Albefter- zeitung" bezelchmt das Bor e'e.i D?t Metallindustrie als einen offenen De tragLbi-uch. Wenn auch der Geschä^tsgMig Der Zni ustiie etwas schlechter geworden sei, so Dürfe doch der Reallohn ohne einen Abbau der Lebensmittelpreise nicht geküi-zt werden. ES hänge von den linier- nehmem ab, wie sich Die Dinge gestalten. Die bürge sichen Blätter mahnen die §ühier der Arbeiterschaft, auf diese einzuwirken, denn Die Unter- nehm er seien angesichts des (3 tu zes der Aus- lantS ahita nicht mehr kvnlu rem'ä )ig Sie b itten feinen anderen Ausweg, als Ne Umentabi.l äl Der Betrieb durch eine Lohnverminderung wettzumachen. Eine ©.illcgung der Beliebe trü.ce Die Arbeitrlvsigteit tenneh en und das österreichische Sanierungsweik gelährden. Die Kreditgewährung an Oesterreich- London, 24. Febr. (WTB.) Der Finanzausschuß des Völkerbundes hat sich heute nachmittag mit der Frage der Kreditgewährung an Oesterreich befaßt und wird die Beratungen morgen fortsetzen. Die Eisenbahnerbewegung. Berlin, 25. Febr. Nachdem Der Reichs- verkehrsministeres abgdebnt hat, mit dem Vorstand Der R.ichsgewerkichrit deutscher Eisen- babnbeamten und -Anwärter über Die Frage Der Urheberschaft am Streik der Gisenbahnbeamten zu verhandeln, begab sich gestern nachmittag eine Komnft.s vn Der Eisenbahnbeamten, geoen Deren Mitglieder keine Disziplinarvelsah. en schweben, zum Reichsveikehrsminister. (53 wurden eingehend Die Richtlinien über Die Maßregelungen Du chgesprochen. Den Blättern zufolge erklärte Der Reichsverkchrsminister, daß er keine lei Erleichterungen in Der Frage der Disziplinie ungen zusagen könne, er werde aber bestrebt sein bei der Ausführung Der Maßregelungen Milde walten zu lassen. Das „'Seit Tageblatt" weih aus den Vorstandssitzungen Der Reichsgewe.kschatt vom 16. und 17. ds. Mts., die hinter verschl. ssenen Türen stattfanden, ciiige Einz.'lh.iten m t.utclei. Ter erste Vorsitzende Menne eiilärtc am Schluß seines Te ichts über den Streik, daß xDec Kampf nur abgebrochen wurde, aber keineswegs be.mdet sei. Der neue Kampf, Der von der Reichs- gewerkschaft nicht allein geführt werde, werde einen Kampf zwischen Arbeite schäft und Kapital bringen. Dieser Kamps werde aus jeden Fall gewonnen werden. Dabei wolle er auch das Reparationspivblem au'rollen und lösen, wozu Anregungen vom Auslände vorlägen. Menne erklärte sich gegen jedes Verhandeln mit dem Reichsverkehrsministerium über die Frage der Maßregelungen und sagte, man müsse das Ministeriumzwingen, aus Furchtvor den Eisenbahnern nachzugeben. Er schloß seine Ausführungen mit den Worten: Wir haben die Macht und wir balcen die Zügel in Den $ärtDen. Mit ähr.l chen Worte r versu h:e Der Lokomotiv.üh eScharfschwerdt au. Die Versammlung einzuwin'en. Die Ve.treter der gemäßigten Rich ung kamen erst am zweiten Tage zu Wort. Sie wiesen vor allen Dingen Darauf hin, daß der Streik entgegen den ausdrücklichen Bestimmungen der Satzungen an'eo.d iet wor en sei. — Wie das gle'che Blatt weiter mit eilt, soll Menne kürzlich im Deutschen Beamten'.u id e llärt haben, daß es möglich geree'en wäre, die Regierung ?u zwingen, wenn die gesamte Beamtenschaft sich geschlossen hinter die streikende Reichs- gewerkllchaft gestellt hätte. Berlin, 24. Febr. (Wolff.) Wie von zuständiger Seite mitgeieilt wird, trifft die Meldung des , Lokal-An Zeigers", daß der Reichskanz- l e r gestern die Vertreter der R e i ch s g e w e r k- schäft der Deutschen Eisenbahnbeamten uni -Anwärter empfangen habe, n i ch t zu. Die Kommission, wurde von einem Barmten der Reichskanzlei empfangen, Dem sie ihre Wünsche vortrug. Aus dem Reiche. Die Frage dss EteuerkompromrsseS. Berlin, 25. Febr. (Priv.-Tel.) lieber Den Stand der interfraktionellen Besprechungen über die Frage des Steuerkompro- misses weiß die „Börsenzeitung" mit- .511 teilen, daß die Parteien der Mitte einschließlich der Sozialdemokratie und der Deutschen VolcSpartei noch am Steuerkompromiß fe st halten, und daß der einzige Verhandlungsgegenstand nur noch die sogenannten persönlichen und fachlichen Garantien der Deutschen Vvlkspartei sind. Die Besprechungen darüber sind sowohl von Seiten der bürgerlichen Regierungsparteien als auch von der Regierung in der Person des Reichs- ftnanzMinisters Hermes gestern vormittag be- -onncn worden. Die Fraktion der Oeut^en Vollspartei konnte fich gestern abend bereits mit Den Ergebnissen Dieser Besprechungen befassen. Dem Blatt zufolge nimmt man tn parlamentarischen Kreisen an, das) nach lieber» Windung der letzten Schwierigkeiten eine Einigung bis zum Ende der nächsten Woche erzielt werden toirb; Berlin. 24. Febr. Bei den gestrigen Besprechungen der Kvalitionsparteien über das Steu erkornpronilß ergab sich, daß der vorliegende Entwurf des Mantelgesehes sich aus zwei Hauptbestandteilen zusammen'eht, nani- lich aus den Steuergesehen und aus dem Teil, der sich auf die Zwangsanleihe bezieht. Hier ist besonders das sogenannte Ermächtigungsgesetz hervorzuheben, durch welches die Aeichsregierung in die Lage versetzt wird, die Anleihe durchzu- führen. Laut dem „B.T." hat nach dem Entwurf dieses Gesetz etwa folgenden Wortlaut: Die Reichsregierung wird die Mittel für die Kredite, die durch das Rrichshaushciltsgrieh für das Hahr 1922 bereitgestellt sind und nicht für die Der- kehrsanstalten bestimmt sind, im Wege einer in Reichsmark einzuzahlenden und in den ersten drei Jahren unverzinslichen Zwangsanleihe tn Höhe des Gegenwertes von einer Milliarde Gold» mark flüssig macheit. Wie das Matt weiter mitteilt, soll der Zinsfuß für die Anleihe nach Ablauf der drei Jahre in einer Besprechung der Parteien festgesetzt werden. Das KörperschaftSsteuergefetz. B e r I i n, 24. Febr. (WTB.) 3m Reichs- tagSausschuß für Steuerfragen wurde heute das Körperschafts st euergesetz verabschiedet und darauf die zweite Lesung der Ao- volle zum Timsatzsteuergesetz begonnen. Die Tabaksteuer für Zigaretten. Berlin, 24. Febr. (Wolff.) Durch eine Verordnung des ^eichsministers der Finanzen vom 23. Februar wird die Tabak st euer für Zigaretten im Klcinverkaufspreis von 25, 30, 40 und 50 Pf. pro Stück mit Wirkung vom 15. März dieses Jahres ab um 20 d. H. ermäßigt. Aus dem Auswärtigen Ausschuß. Berlin, 24. Febr. (WTB.) Der Auswärtige Ausschuß des Reichstags besprach heute die Organisation der Sachleistungen, die im laufenden 3ahr auf Reparationskonto von Deutschland zugunsten der Entente ausgeführt werden müssen und deren genaue Feststellung durch eine Vereinbarung mit der Entente noch zu geschehen hat. Staatssekretär Dr. Mü'ler vom Wiederaufbauministerium machte ausführliche Darlegungen über den Gegenstand. In der hierauf folgenden Besprechung sprachen die Abgeordneten Helfferich (D.-Aatl.), Gothein (Dem.), Dauch (D. Vpt.), Klöckner (Ztr.), Dr. Heim (Bahr. Dolksp.) und Mi l er-Franken(Svz.). Zum Schluß faßte der Vorsitzende S t r e s e - mann die Resultate der vertraulichen Ausführungen für ein Protokoll zusammen. Eintritt der Kommunisten in die sächsische Regierung? Berlin, 25. Febr. (Privattel.) Wie die »Deutsche Allg. Ztg. aus Dresden meldet, schweben seit längerer Zeit Verhandlungen der sozialdemokratischen Parteien in Sachsen über einen Eintritt der Kommuni st en in die sächsische, aus Mehrbeitssozia'.isten und Unabhängigen bestehenden Regierung. Die Kommunisten sollen sich bereit erklärt haben, einen Minister zu stellen. Aus Stabt und Land. Dießen, den 25. Febr. 1922. •* Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurde am 17. Februar der Polizei- wack?tmeister auf Probe Karl Friedrich aus Offenbar a. M. zum Polizeiwachtmeister beim Pclizeiamt Offenbach mit Wirkung vom 16. Februar 1922 an. — Ernannt wurde am 21. Februar der Kanzlelgehilse Wilhelm Peter» mann auS Darmstadt zum Kanzleiassistenten bet dem Ministerium des Inr.ern mit Wirkung vom 15. Feb uar 1922 an. — Uebertragen wurde am 20. Februar dem Dchulamtsanwärter Georg Strauch auS Heppenheim eine Leh^rstelle an der Volksschule zu Löhrbach, KreiS Heppenheim. — Am 21. Februar 1922 wurde der Oberbau» sekretär Wilhelm Reeg zu Darmstadt auf sein Aach suchen vom Tage des D ienstauStrittS an aus dem Staatsdienste entlassen. ** Hur noch zwei Briefbestel- lungen. Vorn 1. März ab werden, wie uns von amtlicher Seite mitgeteilt wird, die Ortsbriefbestellungen in Gießen um 71/. Mr vor- mittags und 2 Mr nachmittags beginnen. — Die Post setzt also ihre Tarife hinauf und ihre Leistungen herab. Der Fortfall der bisherigen Bestellung am Spätnachmittag erscheint namentlich im Interesse der Geschäftswelt bedauerlich. •• Kapitalkleinrentner, die die Fürsorge in Ansp uch nehmen wollen. werden in einer amt' chen D kan tmochu g im Heu i ei An^elg^n- teile ausgefordett, sich bis zum 6. März im Stadthause zu melden oder ein schriftliches Gesuch an das Woil.ahrtsamt einzureichen. ” Ve rkauf des Hotels Einhorn. Wie uns mitgeteilt wird, hat Herr S e e b o 1 d sein Anwesen „Hotel Einhorn" an eine Frankfurter Grvßfirma verkauft. Die Uebergabe erfolgt am 31. März. 4 Beneidenswerte Gemeinden. Gemeinden, die sich heute in glänzender finanzieller Lage befinden und sich keine Gedanken um Bilancierung ihres Haushaltes zu machen brauchen, durften heute zu den größten Seltenheiten gehören. Da klingt es geradezu märchenhaft, wenn von der einen oder anderen Landgemeinde die Kunde kommt, daß ste trotz der Aot der Zeit keine Gemeindeumlagen zu erheben braucht. Bekannt ist das schon lange von Ettingshausen in unserem Kreise. Das Dorf wird als die wohlhabendste Gemeinde Oberhessens angesprvchen. Der Wohlstand zeigt sich nicht nur darin, daß keine Gemeindesteuern erhoben werden, sondern daß daneben noch großzügige Kulturaufgaben ihre Erledigung fanden, eine Anlage von Wasserleitung und elektrischem Licht und Erbauung eines modern eingerichteten Schulhauses; außerdem ist noch die Errichtung einer Klein» kinderschule geplant. Zur Steuerfreiheit kommt noch die angenehme Uebervaschung, daß jeder OrtSbürger eine bettächtliche Menge Brennholz zum niedrigsten Tarifpretse erhält; in diesem Jahre handelt es sich um 4 Raummeter Buchen- und um 4 Raummeter Fichtenholz. Die Quelle des Wohlstandes der Gemeinde Ettingshausen ist der große Waldbesitz, der in diesem Winter allein schon rund eine Million Mark für Bau» und Werkholz abgeworfen hat. — Ettingshausen hat nun ein Seitenstück im Kresse Friedberg gefunden. Dort ist die Gemeinde Langenhain-Ziegenberg im Taunus durch ihre Einnahmen, über die toir_ gelegentlich schon berichtet haben, in die glückliche Lage gekommen, dem Finanzamt Friedberg auf seine Anfrage nach der Festsetzung der Gemeinoe- umlagen hin mitzuteilen, daß man von der Erhebung von Gemeindesteuern absehen könne. Die Einnahmen der Doppelgemeinde setzen sich zusammen aus den reichen Erträgnissen des Waldes, des Gemeindeobstes und der Jagd; die letztere bringt allein 63 000 Mk. ein. "Von der Ortsgruppe Gießen der Gewerkschaft hessischer Gemeinde- beamten wird unS geschrieben: Zu der Rotlz über die Gewerkschaft der hessischen Gemeindebeamten und deren Bestrebungen in Ar. 46 des Gießener Anzeigers muß folgendes gesagt werden: Die he.sische Eemcindebeamtenschaft hat sich im Frühjahr vergangenen Jahres zu'ammenge- schlossen, um ihre wi.tichaftlichen und geistigen Interessen in gemeinsamer Arbeit zu fördern. Sir umfaßt neben den Städ'ebc amten alle übrigen Landgemeindebeamten des F.eistaates Hessen. Die Bezirkssparkassebeamten sind ihr als Fachgruppe angeschlofsen. Der Ortsgruppe Gießen gehören weiter an die Beamten der Kreis- und Provin- zialverwallung. Die Gewerkschaft • ist politisch völlig neutral. Reben Orga .i a.ionssragen bildet seit Monaten die Revision der Desoldungsord-- raing den Hauptgegenstand langer Verhandlungen. Obwohl das Reich und der Freistaat Heisen ihre Besoldungsordnung schon seit langer Zeit mit Erfolg einer Revision unterzogen haben, befinden sich die hessischen Gemeindebeamten in dieser Beziehung noch in einem empfindlichen Rachteil dadu. ch, daß die Revi'ion der Besoldungsordnung der Gemeinden bis jetzt noch nicht durchgeführt worden ist. Die Be Handlungen mit den übrigen Interessentenverbänden, als dem Bund der technischen Angestellten und Beamten. Gau Hessen, dem Deutschen Werkmeister-Verband, dem Verband Deutscher Beim sfeuerwehrmänner, dem Verband Deutscher Techniker, dem Landesverband der Polizei^-e.'waltungsbeam'en Hessens, der Gewerkscha't der Polizeibeamten und der Landesgruppe Hessen des Be ufsvereins der höheren Kommunalaeamten, ve?.ögerten sich dadurch, daß die Interessen der cinzel.ien D ru,so ganisationen zunächst in gern, infame Anträge zusammengesaßt werden mußten. Durch gemeinsame Beratungen zwischen u .serer Gewerkscha't und den angeführten übrigen Beamtenorgani'ationen einerseits und den otäbtct-ertDcI u igrn Hessens anle seits ist der Entwurf eines Mantel a. iss zustande gekommen, der noch der Genehmigung bedarf. Durch die fortschreitende Geldentwertung leiden die Gemeindebeamten in ihrer wirtschaftlichen Lage aufs empfindlichste, zumal i£e Beamten des Reichs und des Staates bereits in den Genuß ihrer Bezüge der revidierten Be'vl ungsordnunz gelangt sich, worauf die Gemcindebeamtrn noch heute zu warten haben. Es ist eine falsche Auffassung, daß die Gewerkschaftslri ung eine wesentliche Höherstellung der Städtebeamten erstrebt. Die Gewerkschaft erwartet lediglich eine Besoldungs-Regulierung innerhalb der Reichs- bzw. Staatsbesol- dungSordnung. Die tatsächlich bestehenden besonderen De hältnisse wie überhaupt die Eigenart einer größeren Gemeindeverwal ung erheischen nach Auffassung der Gewerkschaft selostverständlich Berücksichtigung. *♦ Der Mitteldeutsche Sä na er- verband hielt am Sonntag im Hotel Kobel seinen zweiten Dertretertag seit dem Ende des Krieges ab. Große Lücken hat der Krieg auch in die Reihen der Verbandsvereine gerissen. Aber Liebe zum Gesang und Treue zu dem deutschen Volksliede haben die Sänger wieder zusammengeführt, und so wurde die Tätigkeit mit erneuter Zuversicht wieder ausgenommen. Die Satzungen wurden vereinfacht und den neuen Verhältnissen angepaßt. Da der Verband sich in der Hauptsache aul vberhessischen Vereinen zusammen^eht, wurde der Aame in „Oberhessischer Sängerverband" umgeändert. Die Vorstandswahl hatte folgendes Ergebnis: Vorsitzender: Rektor Val. Muller (an Stelle des als Polizeidirektor nach Offenbach berufenen Regierunas- rates Dr. Sieg ert), Chormeister: älniv.-Mu'ik» dlrektor Prof. Trautmann (wie seither), Schriftführer: Hans Götz, Vorsitzender der Konkordia Gießen; das Amt des Rechners blieb in den bewährten Händen des Lehrers Römer- Großen-Linden. Dieser engere Gefchäftsvorstand fügt sich ein in den Gesamtvorstand, der aus Vertretern der dem Verbände angehörenden Bünde und Vereine usw. besteht, älnterstützt werden die Bestrebungen der Vwbandes weiterhin durch eine Reihe dem Musikleben nahestehender Persönlichkeiten in Gießen und anderen Städten Oberhessens. — Am 14. Mai unternimmt der Verband eine Sängerfahrt nach Lollar; deren Einzelheiten werden durch einen am 26. März daselbst stattfindenden Sängertag geregelt werden. Die Ausführung des Festes hat, wie wir schon gemeldet haben, die Sängervereinigung Lollar übernommen. ** War tburgverein. Auch das zweite Wohltätigkeitskonzert nahm trotz der fast beängstigenden älebersüllung des Iohannessaals einen recht befriedigenden Verlauf. Daß es dem Mandolinen- und Guitarrenverein auch gestern in gleicher Weise wie am Vorabend gelang, die Aufmerksamkeit der Zuhörer zu gewinnen, bewiesen die zahlreichen Einlagen und Zugaben, mit denen die Spieler die stürmischen Beifallskundgebungen beantworten durften. Unter anderem wurde die Wiederholung des Potpourri aus £er Oper „Martha" mit großer Begeisterung ausgenommen, ebnso das anmutig-zierliche „Stelldichein" von Aletter, dem im Ausdruck die Stimmung wundervoll abgelauscht war. äleberhaupt konnte man an dem im reichen Maße vorhandenen Einfühlungsvermögen in Eharakter und Idee beS betreffenden Musikstückes seine Freude haben. Dabei überraschte beim Dortrage der italienischen Volkslieder die deren weicher Stimmung angevaßte harfenartige Begleitung der Guitarren und bei dem den Abschluß des schönen Programms bildenden ungarischen Eharakterstück Die rhythmischen schwierigen Stellen durchaus gewachsene Klangfülle der Mandolinen. Im Mittelpunkte des Abends stand eine Phantasie für Harte. Sie wurde vom Harfenisten Wigger in technischer Fertigkeit und künstlerischer Vertrautheit mit der hehren Schönheit seines Instrumentes zum Vortrag gebracht, so daß ihm ein nicht geringes Verdienst an dem schönen, wohl- gelungenen Abend gebührt. So konnten die Zuhörer sowohl in dem Bewußtsein, einer guten Sache verdiente Beachtung geschenkt zu haben, als auch in dem freudigen Gefühle, einen musikalisch genußreichen Qlbenb verlebt zu haben, nach Hause gehen. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag. Stadttheater. 4 Mr: „Wilhelm Teil". — Hörsaal 44 des Dorlesungsgebäudes, 8V2 Mr: Vortrag des Oberhessischen Geschichtsvereins. — Astoria-Lichtspiele, heute und morgen: „Der Zirkuskönig" 2. Teil: „Der Kassenraub im Zirkus King". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, heute und morgen: „Danton" und „Rummel u. Eie." — Tageskalender für Sonntag. Stadttheater, 3 Mr: „Sneewittchen und die sieben Zwerge".; 61/2 Mr: „Mascottchen". — Reue Aula, 5 Mr: Achtes Konzert des Gießener Konzertvereins. — Hotel Einhorn, 5 Mr: Oefsentliche Versammlung der Sozialdemokratischen Partei. — Gießener § t u d en t e n h i l s e. Die angekündigte Uraufführung des „Laws" zum Besten der Gießener Studentenhilfe soll ein Auftakt zu der im Sommer geplanten Aufführung des König Oidipus von Sophokles bilden. Der Verfasser hat die Vorgeschichte, die Sophokles für seine Zuhörer voraussehen konnte, die aber vielen heutigen nicht mehr geläufig ist, dramatisch gestaltet. Professor Dr. Henle wird die beiden Stücke durch Schuberts wundervolle E-Moll-Sonate verbinden. Die Spielleitung hat Dr. von Faber du Faur übernommen. — Dem Bühnenvolksbund, der erst seit kurzem hier eine Ortsgruppe besitzt, ist es nun auch gelungen, eine Theatergemeinde zr gründen. Man bittet uns, darauf hinzuweisen, daß es außerordentlich wichtig ist, daß sich Teilnehmer baldigst melden, da die erste Theater» tojtel.ung, bei genügender Beteiligung, schon am 13. März flattfin.en soll. (Siehe Anzeige.) — Die Frauengruppe der Deutschnationalen Dolkspartet hält am kommenden Mittwoch im Postkeller eine Der- sammlung ab. Lieber Jugendpflege spricht Frau Pros. Kramer, Über Bodenreform Frau Dr. Adolf, Über Steuern Frl. Rennert. Landkreis Giestcn. = Albach, 25. Febr. Zu dem gemeldeten He berf all auf ein Mädchen von hier wird weiter mitgeteilt: Die Gendarmerie der ganzen Umgegenb ist in eifriger Tätigkeit, am die Schandbuben zu ermitteln. Trotz ihrer schweren Mißhandlungen seitens der Llmnenschen konnte die üebevfallenc jetzt nähere Angaben machen. Der eine der beiden ilebeltäter ist ein kleiner Mensch mit einer Patschkappe. Beide sind hinter einem Stoß Wellen Im Walde berborg.'fommcn. haben das Mädchen überfallen, und nachdem sie es in viehischer Weise mißbraucht hatten, mit Schlägen auf den Kopf traktiert und seinem Schicksal überlassen. Daß die Täter die Absicht hatten, das Mädchen zu töten, steht zweifellos fest, denn der eine hatte gesagt: „Laß sie mir liegen, sie ist tot!“ Sie warfen das an Händen und Füßen mit Stricken gebundene bewußtlose Mädchen in einen Wassergraben. Als es später zu sich kam, konnte es sich mit vieler Mühe bis auf die Wiese schleppen, wo es die Kräfte verließen. Auch ihrer Barschaft war das Mädchen beraubt worden. f X Wieseck, 24. Febr. Ho ch betagt wurde heute unser langjähriger früherer Sch fer Johannes Stumpf zu Grabe gebracht. 1842 in Beuern geboren, wurde er Schäfer in verschiedenen Dörfern der Wetterau und ging 1868, wie andere Hessen, als Straßenkehrer nach Paris, wo et tn der deutschen evangelischen Gemeinde getraut wurde, in die Pfarrer Friedrich von Bodelschwirgb. der sp tere D g ün'er der Bielefelder Anstalten, frisches Leben gebracht hatte. Bei Kriegsausbruch ausgewiesen, ging er als Schäfer nach Wohnbach und Echzell, und zog 1876 hierher, wo er sich in seinem Dienst und auch nach DeMen Riederlegung (1E94) großer Wertschätzung erfreute. Auch die Kirchengemeindevertretung verliert ihn ihm ein reges Mitglied; in ihr tritt an feine Stelle Frau Luise Kirchner, das dritte weibliche Mitglied der Körperschaft. Kreis Friedberg. 4 Butzbach, 24. Febr. Die seither für 675 Mk. verpachtete Markjagd der Gemeinden Cleeberg und Weiperfelden am Hausberg erzielte bei der Reuverpachtung einen Preis von 15 300 Mk. Starkenburg und Rheinhessen. rm. M ü m l i n g - G r u m b a ch i. O^ 24. Febr. Tödlich verunglücks ist der in den hiesigen Gummiwerken tätige Werkmeister Meckbach. Er kam durch ^Vorsichtigkeit in eine Maschine und wurde von den Walzen erdrückt. wd. Mainz, 24. Febr. Im Laufe des gestrigen Nachmittags hat sich der Streik der Metallarbeiter weiter verschärft. Nunmehr ist die gesamte Arbeiterschaft in der Metallindustrie der Bezirke Mainz und Wieöbaden-Rheingau ausständisch. In hiesigen Bezirken streiken etwa 15 000, und im Bezirk Wiesbaden-Rheingau etwa 3000 Metallarbeiter. — Heute vormittag ist die Stteiklage unverändert. Kreis Wetzlar. ra. Wetzlar, 24 Febr. Der Finanzausschuß unserer Stadtverwaltung ist dahin schlüssig geworden, zur Förderung des Wohnungsbaues 5 Prozent des Kapital- nuhungswertes vorzuschlagen. Man rechnet mit einer Summe von 41—42 000 Mk., die zur Finanzierung von Reubanten Verwendung finden soll. — Auf wiederholten Antrag findet demnächst eine Nachforschung in den Wohnungen statt, um der herrschenden großen Wohnungsnot zu steuern. Hessen-Nassau. mc. F rankfurt a. M., 24. Febr. An der Hauptwache stieß heute vormittag ein auswärtiger Kraftwagen miteinerAuto- droschke zusammen. Die Droschke wurde vollkommen zerttümmert, die beiderseitigen Fahrer schwer verletzt. Sin Tell des einen Wagens ist ausgebrannt. Der Schaden, der durch das Rasen der Autos in den Straßen entstanden ist. beträgt mindestens 200 000 Mk. — An der Ecke der Hohenzollern- und Mainzer- Landstraße wurde heute mittag ein Mann von einem Lastauto zur Seite geschleudert und l e - benSgefährlich verletzt. Das Auw fuhr weiter, ohne sich um den Derletzten zu kümmern. rm. K l. - O st h e i m, 24. Febr. Bon einem Zuge Überfahren wurde der Bahnarbeiter Ioh. Pfeifer in der Nacht zum DonnnerStag. Er war sofort tot. Die Ursache ist nicht bekannt, doch wird Selbstmord vermutet. ra. Biedenkopf, 24. Febr. Dem hiesigen Elektrizitätswerk wurde aus städtischen Mitteln einDarlehenvonl05 930 OK t bewilligt. Das Werk nimmt dafür die städtischen Kriegsanleihestücke im Nennwert von 11? iOO Mk. zu SO Prozent in Zahlung. * Kirchen, 24. Febr. Mißglückter Raubüberfall. Eine Bande von drei maskierten Männern versuchte,--Hie hiesige Bvlksbani auszurauben. Die Betzdorfer Polizei war jedoch von dem Plan benachrichtigt worden und hatte sich in dem bedrohten Hause versteckt. ES gelang, zwei der Banditen, die aus Betzdorf stammen, sofort, den dritten später, festzunehmen. Wettervoraussage für Sonntag: Dunstig, vorwiegend trocken, mild, südliche Winde. Das über Frankreich gelegene Hochdruckgebiet hat sich in östlicher Richtung verlagert. Sonst ist keine wesentliche Aenderung in der Luftdruckverteilung eingetreten. Die bestehende Witterung wird anhalten. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag, 26. Februar. Estomihi. In der S t a d t k i r ch e. Norm. 9 V? Mr '. Pfr. Decker. 11: Kinderkirche f. d. Mar'usgem.: Pfr. Decker. Abds. 6: Pfr. Mahr. Drichie u. Feier d. hl. Abendmahls f. Matthäus- u. Markus- gemeinde. — Montag, 2?. Febr.. abds. 8: Bereinigung d. kons. männl. Jugend d. Matthäus- gemeinde. — Montag, 21. Febr., abds. 8: Bereinigung d. kons. weibl. Jugend d. Markusgem — Dienstag, 28. Febr., nachm. 4: Frauenmissionsverein. — Mittwoch., 1. März, abds. 6: Passionsgottesdienst. Psr. Decker. In der Iohanneskirche. Borm. 91/2übt Pfr. Ausfeld. 11: Kinderkirche f. d. Zohannes- gemeinbe: Pfr. Ausfeld. Abds. 6: Pfr, Dech- tolshelmer. Deichte u. Feier d. hl. Abendmahls f. Lukas- u. Iohannesgemeinde. Abds. 1' <>: Bereinigung d. konf. männl. Jugend d. Iohannes- : Bereinigung d. kons. Mädchen d. IohannesgeTneindr. Wies eck. 26. Febr., vorm. 9s/<: Gottesdienst. 11: Kinderkirche. — Donnerstag, 2. März, abds. 8: Iugendnbend (männl. Abteilung^ Sonntag, 26. Febr., vorm. 10: Kirchber g. t- Nach m. iy2: Mainzlar. Katholische Gemeinde. Samstag, 25. Febr., nachm 5 u. abds. 3 Xityr Gelegenh. z. hl. Deichte. — Sonntag, 26. Fcbr. Qutnquacefima. Vorm. 61/2* Gelegenh. z. Deichte. 7: Hl. Messe. 8: Austeilung d. hl. Kommunion. 9: Hochamt m. Pr. 11: Hl- Messe m. Pr. Nachm 3: Christenlehre; Darauf Andacht. Abds. 8: Abenc- unterbaltung des Vesellenveoeins. — Mittwoch, 71/4 Mc wird die geweihte Asche ausgeteilt. — Freitag abend 6 Uljc ist Fastenandacht. Diaspora-Gottesdienst am 26. Fcbc. G r ü n b e r g, vorm. 91/2 älhr. Kath 0 l. G 0 ttesdienst. 28. F chr. L i ch, vorm. 10 und nachm. 2 ilfyr. — Hungen, vorm. 8 Ähr. — 1. März: Aschenweihe In Lich. Vermachtes. Diebe im marttschen Mvsrum. Berlin, 24. Febr. (WTB.) Im märkischen Museum ist gestern während der Besuchszeit eine Ditrine erbrochen worden. Die Diebe erbeuteten wertvolle goldene und silberne Münzen, im ganzen 23 Stück. Einige Münzen sind von ziemlicher Größe. Die wertvolle Sammlung besteht aus Freund- schaftsmedaillen, Medaillen zu kirchlichen Festen usw. Die Diebe werden vermutlich versuchen, sie. in Schmelzen oder bei Althändlern zu verkaufen. Die Flucht des Doppelmorders Grup^n. Berlin, 24. Febr. (Wolff.) Ueber die Flucht des Doppelmörders G r u p e n aus dem Hirscbberger Untersuchungsgefängnis berichtet die „B. 3.“: Das Gitterfenster der im zweiten Stock gelegenen Zelle wurde mit feinen Sägen durchschnitten; Grupen ließ sich an einem Sttohselle herab, kam auf das Dach des Dorgebäudes, das direkt an der Bergsttaßc । liegt, hat vermutlich das Riesengebirge er-1 reicht und kann nachts noch über die böhmische Grenze gegangen sein. Mit Grupen sind auch seine zwei Zellengenossen, die man , mit ihm zusammenbrachte, weil er schon einmal einen Selbstmordversuch unternommen hatte, mit Hilfe eines Sttohseils entflohen. Sie stellten sich heute morgen freiwillig, wodurch Grupens Flucht bekannt wurde. Grupen trug Gefängniskleidung. Man vermutet, daß er gleich nach seiner Flucht mit anderen Kleidern versehen wurde. Don der Gefängnisverwal- tung, der Polizei und der Staatsanwaltschaft sind umfangreiche Maßnahmen zur Wiederergreifung des Flüchtlings ergriffen worden. Zusammenstoß mit einer Räuberbande. Deuthen, 24. Febr. (WTD.) Heute abenbj] gegen 7 Mr Drängen fünf Banditen In ein Zlgarrengeschaf t in der Ärafauer StraßeJ ein und raubten einen größeren Geldbetrag, sowie andere Wertgegenstände. Der Heberfalli' wurde von einem Apo-Beamten bemerkt,: der sich den Verbrechern entgegenstellte. Die Banditen gaben Feuer. Durch die Schießerei wurden weitere Beamte aufmerksam, die Jagd auf die Banditen machten. Hierbei wurde ein Verbrecher getötet und ein anderer schwer verletzt; zwei konnten fest genommen werden, wähbend einer BSr WfÄ tpiirbt 3ÄS SSS venins. - MlUwr 1C Me ausgeleiil. - 5afieaanba(6t sdjenst am 26. JiD Tnft. » =•» ■ - Hungen, vom. mveihe In M. chrichten. emeinbe, ar. Ssiomlhi e. Dom. 9y. Uhr e f. b. Hat'aigfln. • Mahr. Dichik i 'aithcus- d. Hartum rebr., abbi. S: 3er- lgead b. Matthäus, rebr., abM. 8: Der. jenb d. Harhisgem. aachnr 4: ^raarn- s V Diärz, abbi, 6. Mer. rche. Torrn. S'^UHr rche d. Johanne-' 2lbM. 6: Psr. Tzt- ’t b. hl Abendmahst inbe. Ab)-. LTer- fugend d. lZohaanes' l $tbr., ab bi. ?>>< Sgemembe (ctibl Ab März, abbi. 8: Stint* nntigememte im > März, abbi. 5> -: Ter d. Ivhanneigemelnbr. VVM. y/(: Sstte?1 Sonnetitag, 2. Mo mnl Abteilung^ M. 10: Xirdfberg. Danksagung. Allen denen aus Nah und Fern, die uns während der Krankheit und dem Begräbnis unseres lieben Entschlafenen ihre liebevolle Teilnahme bewiesen, herzlichen Dank. Ferner danken wir noch dem Kriegerverein Hausen für die erwiesene letzte Ehre, sowie Herrn Pfarrer Lenz, Watzenborn, für die trostreichen Worte am Grabe. Die trauernden Hinterbliebenen. In deren Namen: Sophie Schlag Wwe. geb. Walb. Kuntt und Wissenschaft. Frankfurter Uraufführung. Friedrich Wolf: „Samar*. 3m Zyklus moderner Dramen, den da- Frankfurter Schauspielhaus diesen Win er veranstaltet, wurde „Samar" von Friedrich Wolf zur Uraufführung gebracht. Ein biblisch-mythischer Stofs ist hier in der Art und Weise erpressionistischer Dichtungen gestaltet: so lugt hinter den prirni- stSS. enMvstum. (WTD.s 3m ma €ftcm wahrend 6. ^rbrochenM. n werwolle nsÄ ÄSK rh mit feine" lk ®"lt’ J V* «' sÄsr .C?£5 rS-JÄ? Ä-’SS Ä n vemu Widern ;*S*sS ÄS lgS cr? J,tbanlx- . -.MO W tD - Jb ein‘ eyt' Statt jeder besonderen Anzeige. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! Heute morgen 11 Uhr entschlief sanft, im Glauben an ihren Erlöser, nach' längerem Krankenlager meine liebe Schwiegermutter, Großmutter,Schwägerin undTante Frau Marie Schmidt geb. Amend im 81. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen. Aliendorf (Lahn), KL-Linden, Lützellinden, den 24. Februar 1922. 02699 Die Beerdigung findet Sonntag, den 26. ds. Mts., naebm. 3 Uhr, vom Trauerhause aus in Allendorf statt Utzh 7* «G LW "'b-'uAtz ^^SlüStet drei "»ÄJ . l'ch In dem bt. gelang, zwr, J** Mw »sage aj: E, füinfr. tzmsl Ist '^de Witterung wird entkommen ist Don den Avo-Beamten wurde ein Mann verletzt. • Der Fall Kähne. 3n der Angelegenheit der GutSbesitzerSfamilte v. Kähne, über die wir berichteten, haben Vertreter des Potsdamer Regierungspräsidenten erneut eine Daffensuche auf dem Besitztum der KähneS abgehalten worden. Auster bereits neulich von Landjägern beschlagnahmten Schuhwaffen wurden im Besitze der Gutsherren keine weiteren Gewehre und Pistolen gefunden. Beim GutSinspektvr, Hauptmann a. D. Hellwig, und einem Kutscher wurden drei Jagdgewehre beschlagnahmt. Die Abgabe der Waffen vollzog sich ohne Widerstand. Was die Jagd- und Waffenscheine der Familie Kähne betrifft, wurde festgestellt, dast Kähne junior einen Jagdschein besitzt, der Gutsbesitzer Hauptmann Kähne dagegen hat weder einen Waffen- noch Jagdschein, so dast gegen ihn Anzeige wegen unerlaubten Waffentragens erstattet werden dürfte. — Rach Meldungen verschiedener Blätter soll übriaenS die ganze Angelegenheit stark aufgebauscht worden sein. Sine eingehende Klärung durch amtliche Stellen bleibt jedenfalls abzuwarten. Todes-Anzeige. Heute morsen um 9 Uhr tot unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Elisabetha Harber geb. Schmitt Hebamme a. D. Im 67. Lebensjahre nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden sanft entschlafen. Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Ludwig Karber VI. Ruttershausen, den 24. Februar 1922. Die Beerdigung findet Montag, den 27. Februar, nachmittags 3 Uhr, statt Verschiedenes! saubere Flickerin erb. Lcbrisit. Änncbote unter t2 37 an den Giest. 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Die Münchener konnten nur ein Ehrentor erzielen, daS kurz vor Schlust fiel, während die Schweden schon vorher nach überlegenem Spiele sechsmal die Scheibe in daS Tor bto M T. D München gesandt hallen ha■ ■ MW WW verleiht retlgt». Jugendfrlichei H fWj 11K3 II • Anl|lU u. ein rrosrv,,Murk. Au» tröge inur von Wiederverkäuierni schon letzt erbeten. Emil Fiebermann. Frank fort am Main Niesten, SelterSwcg58l Gebrauchte Säcke aller Art ,»« lauft au höchsten TageSvreiten KUNStzlslkll Sackgrolrftandlung (ließen Celtersweg 83. Möbei-Versand-Haus Conr.Maner Söhne.fl.HLb.H., Fulda Hübe tabrlk mit EampLetrieli. Unsere Riesenvunäie in [19a2A Schlafzimmern ill Hiebe, Kirsih- banm, ßellammter Birken-Mabagonl, Eßzimmern In Jeder Preinlnee, Herrenzimmern und Küchen biet. günst. Kaufgelegenheit, dn solche noch zu Herbstpreisen kalkuliert sind. Für Frühjahr u. Sommer treten infolge der fortgesetzt steigend. Preise (.Löhne, Holz. Kohlen u. alle sonstig. Materialien ganz bedeutende Preiserhöhungen ein. 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Das Recht ist nau- dein Wortlaut das gleiche ge'Iteben. hat aber dem Staate au bier.cn, uejen Grundlage andere geworden sind. Wer nicht Gcsimairgsrepu Ulaner ist, sollte sich wenigstens mtt lern geschichtlichen Vorhandensein der .zte^u^li! ab l iben. Der Re.ner bestreitet, dah er oder der foji-I emvkrat.sche Pa tritag die T-eseitigung der Unaosetzba.-keit der Rich er gewünscht hätten. Die wis.enschastlich? G.undlage des ^ustizstudiums taste er nicht an. Lin gurer C'u ist müsse aber auch ein Vvl.swirt sein. Dahin müsse die Re.orm gehen. Die Gewe.be- und Kausmannsge.ichte ge iehen alki-i tai vrlle Vertrauen des Vol^s. So müssen wir zu Arbeits- oerichten tommen, die den Amtsge.ich en und 5er weiteren Instanzen arzuzliedern wären. LaS Reichsgericht erfordert aLen Respekt. Das hat sogar angesichts der Kr.egsbe chuloigtenprozesse ein Engländer anc.rannt. Eine neue Amnestie für die mitteldeutschen E eignisse ist aus politischen und rechtlichen Gründen unumgänglich. Abz Vrodauf (Dem.) sichert den Hust z- minister die Unterstützung ferner Partei za. Der republikanische Richterband wolle keinerlei anderen Organisationen 5tcntur;c ’.8 machen. Aar aus republikanischer Grunalage könne Dertschland wieder aufgebaui werden. Der Redner fordert schärfere Bestrafung von Beleidigungen des Reichspräsidenten und bezeichnet es als unerhört, dab es fast zwei Zähre gedauert habe, bis der erste Kappist zur Verantwortung gezogen wurde. Das Urteil im Hel,ferichpro,eg sei nur dadurch, zu erklären, das) die Richter innerlich auf der Seite Helfserichs standen und politische Gegner Erzbergers waren. Das jetzige Verfahren bei der Auswahl der Schöffen und Geschworenen sei unsozial. Auch den Frauen müsse der Zugang zum Richteramt geösfnet werden. Abg. Tr. Herzfeld (Komm) polemisiert aufs neue g gen die Ausleerung der Tatomörd<.r. Reichs^..izmtnister Dr. Radbruch: Die Dorwürse, ein Reaktionär zu fein, rühren mich nicht. Wenn der d utsch'spanisu.e V.r rag besagt, der Mordanschlag aus ein Staatsoberhaupt sei politisch, so könne daraus noch nicht geschlossen werden, dav auch alle anderen Morde politisch sind. Das Reich und Preutzen waren sich in dieser Frage vollkommen eng. Tie Abgg. Moses (USP.) und Geck (Komm Arbeitsgemeinschaft) halten den Vorwurf der Klassenjus i; aufrecht und rich en namentlich gegen die Strafanstaltsärzte schwere Vorwürfe. Der Iustizetat wird sodann nach den Ve- schlüs en des Aufschubes angenommen. Aächste '3t>u a: Donnerstag, den 2. März, nachmittags 2 Uhr. Interpellationen, kleine Vorlagen. * Schluh gegen 7 Uhr. aesetzes die Stellung des VetriebSvbmannes deS- seloen Betriebes für erloschen erklärt. Gießener Strafkammer. Giehen, 24. Febr. 1922. In der Sitzung heute stand nur eine Sache zur Verhandlung, die übrigen waren ausgefallen. Der noch nicht 21jährige Gelegenheitsarbeiter K. L von Vonhauscu, der trotz seiner Hugend wegen zweier Diebstähle empfindlich vorbestraft ist, wurde wegen eines Betrugs und eines V e» trugsversuchS zu einer Gesamtgesäng» niSstrase von süns'Monaten verurteilt. Er sprach im Laden eines Tübinger Kaufmanns vor, behauptete, er habe eine gute Stelle bei einem Müller in Libberg, er wolle heiraten und komme im Auftrag seines Vormundes, um Kleider und Stoffe für sich und seine Traut zu kaufen. Durch diese unwahren Angaben getäuscht, händigte ihm der Ladeninhaber für über 2000 Mk. Stoffe und Kleider aus. Einige Tage zuvor hatte der Angeklagte einen ähnlichen Schwindel in einem an- beren Gaben versucht, ohne Erfolg, da der Kaufmann Verdacht schöpfte und ihn abwies. Tel der Strafzumessung tourtei die Vorstrafen erschwerend berücksichtigt. Die Untersuchungshaft wurde aufgerechnet. (BericbtsfaaL Hunderttausend Mark Geldstrafe. Frankfurt a. M., 24. Febr. Der wegen Hehlerei angeflagte Auktionator Schoinber wurde von der hiesigen Straftanrmer zu 100 000 Mark verurteilt, weil er von zwei Einbrechern gestohlene Tepviche angrfauft hatte. Die Strafe wurde unter Anwendung des im Dezember erlassenen G^s hes betr. Umwandlung von 8~ei- heits- in Geldstrafen verhängt. Die beiden Einbrecher erhielten je drei Jahre Zuchthaus. Die Teppiche stammten aus einem Einbruch in eine Villa des Aordends, wobei den Dieben Wertgegenstände für zirka 55 000 Mk. in die Hände gefallen waren. Vermischtes. Die Pflege der Tradition im neuen Heer. Wie bekannt wird, sind Testimmungen herausgegeben worden, durch die die Pflege der Tradition der Truppentelle des alten Heeres in der neuen Armee grundsätzlich geregelt wird. Es werden für die einzelnen, mit der Pflege der Tradition beauftragten Verbände — Kompagnien, Vatterien und Schwadronen — auf dem linken Arm zu tragende Abzeichen eingeführt werden, die den Verband auch nach auf)en als mit der Pflege der Tradition eines Truppenteils der alten Armee beauftragt kennzeichnen. Diese Abzeichen, die von den einzelnen Verbänden selbst beschafft werden müssen, werden an die Geschichte, an die Standorte usw. des zu vertretenden Truppenteils der alten Armee anschllehen. Schlichtungsausschutz der Provinz Oberhessen. Verhandlung vom 2 3. Febr. 1922. Die Firma Scheidhauer u. Giebing A.-G. soll in ihrem Quarzitbruch Elbenrod bei Alsfeld vom 16. Februar an die Löhne um 25 v. H. erhöhen. Der Spttzenlohn kommt hierdurch auf 8,81 Mark. In einer weiteren Lohnstreitsache verständigten sich die Parteien. In der Ginspruchsache eines Arbeiters der Mitteldeutschen Schmirgelwerke QL- Ges. in V-utzbach wegen Kündigung wurde den Parteien aufgegeben, zunächst eine gerichtliche Entscheidung darüber beizubringen, ob der Arbeiter, wie vom Arbeitgeber behauptet wurde, ,mindestens die Hälfte der ihm vorgeschriebenen Arbeitszeit durch Aichtstun ausgefüllt hat". Es soll hierdurch aufgeklärt werden, ob die Verordnung vom 12. Februar 1920 über Entlassungen aut Verminderung der ArbeLtnehmerzahl, auf die der Einspruch gestützt wurde, anwendbar ist. Dem Einspruch eines Arbeiters der chem Fabrik von Essen u. Lindenbaum in Dell r h in wegen Kündigung konnte nicht statt- gegeben werden, weil niau zur Verminderung der Arbeitnehmerzahl gekündigt worden war, die Verordnung vom 12. Februar 1920, auf die auch dieser Einspruch gestützt wurde, also nicht an- trennbar war. — Auf Antrag des Arbeitgebers wurde gemäh §§ 39 und 60 des Vetriebsräte- Spielvlan dei^Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 26. Febr.: Aida. Montag 27.: Egmont. Dienstag, 28.: Amelia oder: Ein Maskenball. Mittwoch, 1. März: D e Zauberflöte. Donnerstag. 2.: Iphigenie auf Tauris. Freitag, 3.: Fidelio. Samstag, 4.: Die Meistersinger von Nürnberg. Sonntag, 5.: Oberon. Montag. 6.: Der fliegende Holländer. Dienstag, 7.: Die blaue Mazur. Mittwoch. 8.: Violetta oder Tie blaue Mazur. —Schauspielhaus. Sonntag, 26. Febr.: Rachm 3 Ülhr: Alt-Heidelberg. Abends 7 Ubr: Der König der dunklen Kammer. Montag, 27.: Zar und Zimmermann. Dienstag, 28.: Prometheus. Hierauf: DW Geschwister. Mittwoch, 1. März: Tamar. Donnerstag, 2.: Ein Geschlecht. Freitag, 3.: Torquato Tasso. Samstag, 4.: Torquato Lasso. Sonntag, 5.: Egmont. Montag, 6.: Der alte Bürgerkapitän. Dienstag, 7.: Tamar. Mittwoch, 8.: König Richard III. Aus dem AmisvcrkünvigungsblaLt. ** Das Amtsverkündigungsblatt Tr. 25 vom 23. Februar enthält: Gle erunft von Schwellen, Telegraphenstangen, Schnittholz und Rundholz für den Wiederausbau in Frankreich. Belgien und Italien. — Das Feilhalten und den Verkauf der Weidenkätzchen. — Gebühren der Orts- und Polizeidiener. — Einkommensteueranteile der Gemeinden. — Verpflichtung zur Auskunft über militärfiskalische Gelder. — Feuer- l löschwefen. — Ausschlag der einmaligen Umlage I UU.L1MB Ull i I riWWILTMl 3)£utrdw Reichstag. 177. eLung, m'ttags 12 Uhr. Ter (in. 24 Febr. 1922. Rach Erledigung einer Reihe t.einer Anflügen wu de das Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten einem Ausfchutz überwiesen C, folgt die zweite Lesung des fünften Rach- ttagse.ats. 21’-c Steinkopf (voz.) beantrag’, die in dem Ta±trag5elat vorgesehenen WirlschasiS- deihilfen u begrenzen una nur bei einem Vr inb- gehad' bis zu 44 000 Mark zu gewäh en. Abg. 2 ch m i d t - S e..in (Dtschntl.) lehnt den sozialdemokratischen Antrag ab, da auch bei den höheren Tcamten die Rot grotz sei. Mit Ende März mühten die Teihtlfen Wegfällen aU> am 1. April eine neue Gehaltsordnung eintreten Abg. o ra t h (D. Vp.) erklärt, seine Partei könne der Vorlage nur zustimmen, wenn eine Neuregelung ter G-undgehälter eintrete. Er beteuere es, dal) nicht auch den Rudegehalts- empfangern und den Hinterbliebe: en die Wttt- 'chaitsbeihilfen gegeben wer^i so kn. Aach die '.vLpubli'. brauche Teamte, die sich als mehr jühlen, wie als blole Arbeitnehmer. Abg. Delius (Demokrat) er Urt, seine Partei stimme trotz ihrer prinzipiell ablehnenden Haltung gegenüber den Wi tschastSbeii-ilfen die'er Vorlage )U, lehne den sozialdemokrati.chen Antrag auf Tcgrenzung der TeiHilfen aber ab. Abg. Treunig (USP.) unterstützt den sozialdemokratischen Antrag. Abg. Allelotte (Zentt.) spricht sich gegen die Begrenzung der WirtschastSbelhllfe aus und bezeichnet die völlige Reuordnung der GehallS- verhältni^se als notwendig. Ein Regierungsvertreter erklärt die Tereit- willigkeit der Regierung, im Einverständnis mit dem Reichstag die Reuordnung der Tcamten- besoldung herbeizusühren. Tei der Einzelberatung bekämpft Abg. Hertz (USP.) die Position betreffend die Trihilfe für Maisverteilung. Die Teihllse fei um so bedenklicher, als die Regierung den Zufchuh für Trot» getreide abbaue und damit eine wesentliche «Steigerung der Trotpreise verursache. 2lachdem Abg. Schiele (Deutschnat.) die Treibereien gegen die Waiselnfuhr als groben Schwindel bezeichnet hatte, wird der Antrag Hertz abgelehnt, der Rachtragsetat in zweiter und dritter Lesung bewllligt, und der sozialdemokratische Antrag auf Trgrenzung der Wirtschaftsbeihilfen abgüehnt. Das Gesetz zur Abänderung des Gesetzes gegen die Kapitalflucht wird an den 10. Aus- fchub verwiesen. ES folgt die Weiterberatung deS IustizetatS. Gegen die Mitberatung eines Antrages der Kommunisten auf Rückgängigmachung der Auslieferung der Mörder Dates erhebt der Abg. Kahl (D. Vp.) Widerspruch. Abg. Dr. Teil (Z.) bezeichnet die Auslieferung der Mörder als einwandfrei. Es handele sich hier um die Anwendung bestehender Verträge. Ein erhöhter Ehrenschutz wäre durch eine Rovelle zum Bürgerlichen Gesetzbuch möglich. Tielen in ihrer Ehre Gekränkten genüge es, eine Wiederholung oer Ehrenkräntung zu verhindern. An der Bestrafung deS Beleidigers liege ihnen meistens weniger. Auch der Strafvollzug sei dringend reformbedürftig. Hinsichtlich der Ehescheidungs- reform vertritt der Redner vom religiösen wie vom sittlichen Standpunkte aus die Ansicht, dah >ic Ehe unauflöslich sei. Aber auch aus national- volitischen Gesichtspunkten müsse der Erweiterung der Ehescheidungsgründe-widersprochen werden. Tel den Strafprozessen dürfe keinerlei Rücksicht auf die Parteianschauung des Angellagten genommen werden. Die besten Richter seien für die Strafkammern gerade gut genug. Es müsse auch der Schein vermieden werden, als ob in Deutschland mit zweierlei Mah gemessen werde. Die Klassenabsonderung unserer Zuristen, namentlich in Studium und Vorbereitungsdienst, müsse auf» hören. Eine stärkere Heranziehung deS Laien- clcmentö sei notwendig. Die älnabhängigkeit und llnabsehbarkell der Richter müsse gewährleistet werden. Reichsjustizminifter Dr. Radbruch: Hinsichtlich der EH'sHeidungsg'ünde wird eine alsbaldige 2'uZspr.rche he bei e üjrt werden. Dabei werden alle Argumente aus den Kämpfen um die Frauenfrage vvrgebracht werden. Zahl- zur Deckung der nachträglich zu leistenden Vieh- verluste. — Lieferung des Restes Der Getreidc- Um ige. — Landespolizcili^e Prüfun i de> Entwurfs zur Erweilerung des Bahn o.s Till in en. — Dienst nachrichten. — Feldbere m igun g TirfTar. Einkommen st eucranteile der Gemeinden für 192 1. Laut Vcr u.ung deS MinisteriumS des Innern vom 1. d. M. ist die Hauptstaatskasse angewie'en worden den nachstehenden Gemeinden a'übaid die be gefegten Beträge abschlä^lich auf die diesen lü. 1-21 zu- kommenden Eintommcn'leueran eile zu übnwcisen: Albach 200 Mk., Alle.der, a. d Lahn 18X) Mf., Allendors a. d. Lumda 500 Ml.. Allcrlshausen 400 Mk., Mten-Tuseck 1500 Mi. Ann -ivd 70CTIL, TellerSheim 900 Mk., Beltershain 6?0 M . BerS- rod 200 Mk.. Tettenhausen 500 Ml. Beuern 300 Mk., Birklar 1000 Mk.. Turkhardsselden 900 Mk.. Elimbach 200 Mk., Daub.l ge > LCOOIiL, Dorf-Güll 900 Mk.. Eberitadt 800 Ml., Garbenteich 1700 Mk.. Geilshausen 400 Ml, Sieben 273 400 Ml., Göbelnrod 600 Mk.. Grosten-Buseck 1300 Mk., Grosten-Linden 10 400 Mk.. G.ünberg 5300 Mk.. Orüningen 1200 Mk.. Harbach 300 Mk.. Hattenrod 200 Mk.. Hausen 900 Mk.. Heuchelheim 14 200 Mk., Holzheim 1500 Ml.. Hungen 3R01iiL. Inheiden 500 Mk., Kesselbach 8.X) Mk.. Klein- Linden 6700 Mk.. Langd 600 Mk.. Lang-Gön- 2500 Mk., Langsdorf 700 Mk.. Lauter 500 Mk., Leihgestern 3200 Mk., Lich 5100 Mk., Linden- struth 700 Mk., Lollar 13 700 Mk.. Londors 1800 Mark, Lumda 500 Mk.. Rkainzlar 3700 Mk., Münster 600 Mk.. M"schenh.im 100) Mk.. Rieder- Bessingen 300 Mk.. Ronnenroth 200 Mk.. Obbornhofen 1000 Mk., Ober-Tesstngen 403 Mk., Oler- Hörgern 900 Mk., Odenhausen 300 Mk„ Oppenrod 200 Mk., Queckborn 900 Mk.. Rabertshausen 300 Mk., Reinhardshain 400 Mk. Reislirchen 700 Mk., Rodheim a. d. Horloff 500 Mk.. Rödgen 1200 Mk., Röthges 200 Mk. R iddingshausen 600 Mk., Ruttershausen 500 Mk.. Sa . cn 1030 Mk., Stangenrod 500 Mk., Staufenberg 200 Mk., Steinbach 1300 Ml., Steinheim 800 Mk., Stockhausen 1100 Ml., Lrais-Ho.lofs 1500 Mk.. LreiS a. d. Lumda 1100 Mk.. Trohe 300 Mk.. lllphe 800 Mk., TUÜngen 300 Mk., Watzenborn Steinberg 4800 Mk., Weickartshain 1200 Mk., W.i ers- hain 600 Mk., Dieseck 6700 Ml., Winnerod 100 Ml. « ' DaS Amtsverkündigung Sblatt Rr. 26 vom 24. Februar enthält: Gebühren deS zur Ausübung der Feldmehkunst bestellten Personals. - Wohnungsbauabgabe für das Rechnungsjahr 1921. — DiL an Staatsbeamte und Lehrer überlassenen Wohnungen und Dienst- grunDftüde; hier: Reufestsetzung der Mietentschädigungen. — Aufnahme von Vollsschülern in die Sexta der höheren Schulen. — Hessische Verfassung. — Feldbereinigung Hausen. — Dienst- nachrichten. ' Wagener&Schfö^ei Frankfurt a. M. — Ooefheslraße 9 u. 11 Täglich Eingang der letzten Neuheiten Frühjdhrs-Mdntel u. Kostüme in nur besten Stoffqualitäten a. prima Verarbeitung. Größte Auswahl in allen Größen auch (Ur starke Damen. — Vorteilhafte Preislagen. Anfertigung nach Maß In eigenen Werkstätten. Besondere Abteilung für Trauerkleidung. Chlorodont Wslavin- Vasilllen («rf «<14)610 jut Destofttttei 6ct EUn.1- tab rtochrnhSdst, btfonttr» bd Sktzre. sssr* *' Gkhällltch le l«B «»eltitlte u. 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M Geschäftsguthaben der Genoffen.... 4 622.30 (Eintrittsgelb.......... 3- Reservefonds.......... 6 536.88 Warenvorschuhfonds.......3173.30 Lieferanten- unb Derwaltungsschulden 12 418.67 Umsatzsteuer von 1920 ....... 2 370.- Umsatzsteuer von 1921 ....... 2 857 50 Reingewinn.......... 19 710.03 51691.68 Mitglieder und Geschäftsanteile Ende 1920 . . 155 Zugang in 1921........... 5 Abgang in 1921........... 9 Stand Ende 1921...........151 Geschäftsguthaben Ende 1920 . . . . 4 186.69 Zugang in 1921 435.61 Abgana in 1921.......... — Stand Ende 1921......... 4 622.30 Haftsumme Ende 1920 .......„ 4650 - Zugang in 1921.......... 150 - Abgang in 1921......... 270.- Stand Ende 1921......... 4 530. - Steinberg, den 22. Februar 1922. Direktot. Rechner: Beisitzer: B. Häu'er XI \ B. Maid • kauen ■■Mnr ''.Steuern N Det Mittivoch, Hotel Schütz Künftlerfeft I Familienkonzert Achtung! Achtung! 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Künstlerische Leitung: Rudolf Doll. Geschäftliche Leitung: Richard Hellborn. Künstler-Konzert Stimmung — Hausball — Humor grotze Ueberraschungen. - Geschlossene Gesellschaft. = 1933c Hotel Schütz. Dienstag, den 28. Februar l&2 An*« ich de* berühmten — Triumphatorbiere* — Xur noch heute und morgen der Riesenerfolg! Oer Zirkuskönig 2. Ten DerKassenraub Im ZirkusKing Ferner da* p-oße Beiprogramm. z inger-Nähmaschinen sofort lieferbar. Aal Wusch erleicht. Zahungs- bedhüjnngei. Bel Barzahlung Rabatt — FabrikniederlttR6: Otto Beitz, Gießen Festvorstellung: DieCsärdässürstin Operette in 3 Akten. Musik von Emmerich Kalmän. Spielleitung: Rudolf Goll. Musik. Leitung: Karl Knübel. Tänze: Lina Oldini. Hierauf: Ball im Foyer. 3n den Parterreräumen: Künstler-Konzert unter gütiger Mitwirkung der Kapelle Theo Einbrodt. Kaffee-, Tee-, Kuchen-Verkauf. Tombola usw. 1. Rang: Sekt, Wein, Likör, kaltes Büfett. Ballmusik des Nauheimer Kurorchesters. 2. Rang: Bayrische Bierstube, Bauern-Kapelle, Tanz. Ausschank von hellen und dunklen Bieren, Liköre, belegte Brote, warme Würstchen usw. Eintrittspreise für Vorstellung und Fest: 1. Sperrsitz 35, 2. Sperrsitz 30, 3 Sperrsitz 25, 1. Rana und Proszeniumsloge 40, L Rang Borderplah 40, 1. Rang Mitte 35, l.Rang Rückpl. 30, Proszeniumsloge 2. Rang 25, 2. Rang Borderplah 25, 2. Rang Mitte 20, 2. Rang Rück» platz 15, Galerie 10 Mark. Eintrittskarten nach der Vorstellung 20 Mark. Festausschuß: RoseRubner,ElseKoop,KarlLöffler, Franz Bandis. Ztadttheater greitag, den Z.März 1921,7 Uhr abends. Lichtspielhaus Bahnhofstraße 31 inec Äu,.n frischen WsA- sWklsM ab Sieaerländer Station lüünnonmciie abzuneben Bergwerk- o. Baobedarl Hauptrollen: Jannings, Werner Kraus, Ferd. v. Allen, Ed. von Winterslein, Hilde Wörner. Ferner: Rummel & Cie. Lustspiel Zum Besten derGießenerSladeo^ohine Bonnersttw. den 2. Miln 1922. o6raö5 8 Utji im flathollschen Veretnshaus: Der Tor und der Tod von Hugo von Hofmannsthal. Sonate c-moll, op. posth. von Schubert, Laios Vorspiel zum „Äönig Oibipus" de» Sophokles 19610 von Walther Amelung. Mitwirkende: Prof. Dr. Henle, Llsel Dchaqhel, Ria Hochstetler, Dr. Turt von Faber du Faur, Dr. Han» Kling, Dr. GUnIher Eoldjchmiot, Ernst Holtzmann, Paul Sauer. flotten zu Mlt. 8 und 6 (sämtl. num.) bei ThalUer. fTTnTnTTffffTinfffTinTrTTrTnTTHiTnTfflTTniTTfflfTnTiWTTinnTnTrrTui7inTTTTTTTTTH Heute und folgende Tage Case Eroßherzog täglich von 4 Uhr ab großes Künstler-Konzert Billiges Angebot. Drlll-AnM HtMH-Ltoüt Samtn • Stoffe Herren* unö Dimcii-WW empfiehlt wn» MMleMI 48 I Asterweg 48 I. Billiger und wphlschmeckender Kess lefsK affe b-Ese enz. Fabrik: Kessler & Co., Gelnhausen. Gießener Konzertverein Ram*tug, 25. Februar 1922« abend* 7‘^Chr in der Aula der LnivereitAC -1 Achtes Konzert - ■ ■ PrOf. L UZlOlll (Klavier) Em. Feuormann Wie) aus Köln. PHOGHAHM: Sonaten von Beethoven, Reger und Brahms. Eintrittskarten: Mk. 9.—, 8.—, 6.—, 4.— bei Ernst Chai Her und abend» an der Kasse. StudentenkarUm Mk. A— nur im Vorverkauf Vorzeigung der Ausweiskarte beim Hausverwalter der Universität. Da* Konxert moO an*nahm*wei*e am Nnmsias »tattflnden. Achtung! Achtung! Montag, dcu 27. Nebruar d. I. trifft eine grobe Tendnng «»» lluiieföe Zelle! n. COufethönjeine ein. Berkauie diese zu billig'ien Tageovretsen. Adolf IjenriDs, he: chrl!)ciir^''°L°" Phynorol zur Vorbeugung gegen krkällungenLuLlenLeiLer- keU» Xoforrfic, Äfi eumotismus, Jscfiiaa »• Phynorol wirkt sofort, rs» lemat». tran6na6«nbe •rfältanaStrobutte tat QLafUhmg u. Qtng. u. btnat bebet 3tiältuM6fran$. vor. ®bet>eugtn Cie sich Vov oct anfrtrWiM*1 1« alten Apotheken u. Drogerien ertzLUUch. frofftnrr LUasehkra ft. 30% Fettgehalt. ^uau44-3au>&iH3 —- Dn/UYv>4nrK____ Tanzvergnügen Resiauralioi zorsuliönea IhsscM. NWLVllWMl Frauengruppe Versammlung Mittwoch, den I.März, abends 8 Uhr, Maskenball aufmerksam. (Etwaige Wünsche betr. Einladung erbitten an den Vorstand. ööboooooooooooooooooooooooooooo Fastnacht-Dienstag den 28. Februar LV2S großer Hausball im grohen Saale d. Hotel Srohherzog Es ladet ergebenft ein l958 Carl Schneider, ooooooooooooooooooooooooooooooo ZiesWWmiii ließen Samstag, den 4. Mürz 1922, abends 8 Uhr, Im Postkeller KMMOMlW Tagesordnung: Jahresbericht; Rechnungsablage; Dorstandswahl^ Wahl der Taxatoren; Festsetzung der Sprunggelder; Verschiedenes. Um allseitiges Erscheinen der Mitglieder wird gebeten. SWhWUWe Partei men (0.3.) Sonntag den.26. Februar 1922, nachmittags 5 Uhr, im Saale des „Hotels Einhorn" WWeVersiMW Tagesordnung: „Die politische Lage", leiemii: LeWeNM. Win, bä Alle Vevdlkerungskreise sind zu dieser wichtigen Versammlung eingeladen. gur Deckung der Tageskosten werden 2 Mark erhoben. <1955vl Der Dorstand. iWWWMl unter gllilaer Mttwirkung von Z» „SilhIIIAkök!" Grotze; ttonzert Anfang 4 Uhr nachmittags Sonntag und Dienstag Es ladet ergebend ein Frau Ioh. Nickel, Asterweg 12 Musitverein Harmonie Wir machen unsere Mitglieder auf den am Fastnachtdienstag 6.60 Uhr im Lass Leib Liebigshöhe Hiiiiiiminr.'riiiiiirnnnTTTniimiimiiiniiiiiiiiiiininiimiiiiiii Sonntag ab 4 Uhri Tanz-Kränzchen _______________________________________________08641 Sonntag den 26.Februar1922 lünler-, Wezierer- n.£offle!er-!Iröeiten iverdcn gut u. dlUig nu-- nrfübrt. Lchr. Änneb. u 02654 an den Gietz. An». •** Einige Maskenanzüge zu verleihen. Tammstrahe 20 1L Vienstmann Scst wohnt letzt läm ÄtttbuelnenftflRe 14, p. Nur noch heute und morsen da* gewaltige Film werk: Danton s 7 Akte nach geschichtlich. Ereiirn tosen, aJ ein Seltenstück zu „Hadunt Debarry*'. xj rieh.Schäfer MärKVoir. 2.G. ■ - ■. ,gw‘“ Es ist nicht nur das beste, sondern auch im Gebrauch billigste Waschmittel Wenig Arbeit,geringer Kohlenverbrauch, größte Billigkeit! Achten Sie auf diese Vertilge und kaufen Sie nur Pers! I WH— ■ I I Illi ..... 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Mül MI MW I.MM IlMMl-M« Um baldmöglichst die notwendige TeUnehmerzahl zu erreichen, fordern wir alle Mitbürger, die für gute Dühnenkunst Interesie haben, auf, sich bei den unterzeichneten Vereinen oder Zahlstellen alsbald anzumelden. Es wird zunächst ein Grundbetrag von MK. 10 bezahlt, für welchen in den nächsten Wochen zwei Vorstellungen im Stadttheater unentgeltlich geboten werden. In Aus- Schwindelan fälle,Schlaf- losigkeit, neuralgische Schmerzen u. Neurasthenie werden erfolgreich und wirksam in den meisten Fällen mit dem Alle Lacke und Farben für Handel und Gewerbe Leinölfirnis Fußbodenöl StreichfertigeOelfarben Bernstein- Fußbodenlackfarben liefert in einwandfreien Qualitäten zu billigsten Preisen 1622 D Nordwestdeutsctie Farben-u.Lackindustr:e ZwelDnleflerlaeenng Gießen Telephon 2134, Ploekstr. 18. 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Wagner öffentlich meistbietend versteiqert unter Bekanntgabe der Bedingungen. 3n Anbetracht der Gröhe des Festes und günstigen Lage des Festortes kommen nur erstklassige Unte nehmen in Frage. (Iim Rads.-Krcii!„Ecmaaia"Rl>lkciibcr!iW; 0> CI T 3 Ä KMuSUlM. Fnida GA Sämtl. Maschinen für Schreiner #= Wagner Sägewerke usw. I ui.? Die! Vornan dv 361 Fortsetzung .|Ä gen yu wissen, ' "P* hr TZ. Mens der K ^erdermW cs * a* । 2'^ Stufte® i LKL sc ».unmög Mbow' «S-i! Maus 6ie2 -K SSt; tet, Sie im* bezöge» W eR; S'ÄZ aK"® >urjbas Fcnc zur Abgabe ' nicht entbunl cfalenderfahr tzintommenster Dirtschasts-^ iJIimVht- ßintonnnm v verfahr 19211 Gewerbe i ruf usw. am fteu er-Erklärn Aussorderung amt kam ö. öteuererflärun einer Sintomm öer Sinfommci nottoenbifl eraä öestimWNgen). Arbeitnehi Abs.2 des Dese Arbeitslohn vr tzinkvmmensteu vom 1. April 1! den für diesc Steuerabzug < steuerbare Eir Betrag von « Sollte trotzder stiges Einkonr steuerbares Gi zur Abgabe eb gefordert wert einem Arbei icheinigung do dienstes im Kc der tn der Zett 1921 einbefalle durch Xarabfü. migen. (Diefe 3 ciMsenden.) Ak bch der Tteuera vrdnunzsMäh lchristm - Doti Arbeitnehmer r noch sonstiges I fiat er eine Eir das sonstige Ei Aach 829! gen steht jedm Änkommensteuc Madiger vteu Angehöriger eir »er mit unter 24 'u-ngsjahr 1920 'H mr 12 000 f in dieser 5 . bleuere & ""ter "der unter ellerl Silagen, .fr Trager b< Nr. §8 Drittes Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)Samstag, 25. Zedruar (922 Abgabe der Einkommensteuer-Erklärung. Don amtlicher Seite wird uns geschrieben: Die Frist zur Abgabe der Ginko in - Niensteuer-Erklärung für das Rcchnunas- jahr 1921 wurde durch den Reichsrninister der Finanzen nach der Verordnung vom 28. Januar 1922 auf die Zeit vom 15. Februar 1922 biszum 15. März 1922 festgesetzt. Abweichend von der Bestimmung im §29 der Aussühnmgsbestimmun- gen zum Einkommensteuergesetze sind zur Abgabe einer Einkommensteuer-Grtlärung für das Rechnungsjahr 1921 auf öffentliche Aufforderung des Finanzamts nur solche Steuerpflichtigen verpflichtet, die im Kalenderjahr 1921 oder in dem nach §29 des Einkommensteuergesetzes an dessen Stelle tretenden Wirtschafts-(Geschäfts-)Zahr ein steuerbares Einkommen vvnmehralS 24 000 Mark bezogen haben. Es durste anzunehmen sein, dafl die Finanzämter allen Steuerpflichtigen, die in Frage kommen, einen Vordruck für die Sinkommensteuer-Cr- klarung entweder bereits zugestellt haben oder in Kurze übersenden werden. Sollte diese Uebersen- duna etwa unterblieben sein, so wird der Steuerpflichtige auf Grund der öffentlichen Aufforderung durch daS Finanzamt (Veröffentlichung im „(Sie- ßener Anzeiger" ist erfolgt) von der Verpflichtung zur Abgabe einer Einkommensteuer - Erklärung nicht entbunden, wenn er ein Einkommen im Kalenderjahr 1921 oder in dem nach.§ 29 des Einkommensteuergesetzes an dessen Stelle tretenden Wir1fchafts-(Geschäfts-)Zahr von mehr als 24 000 Mark hatte Wird ein Steuerpflichtiger, der ein Einkommen von unter 24 000 Mark im Kalenderjahr 1921 hatte und der ein s e l b st ä n d i g c s Gewerbe oder einen selbständigen De- > u f usw. ausübt. zur Abgabe einer Einkommensteuer-Erklärung aufgefordert, so hat er dieser Aufforderung nachzulommen; denn das Finanzamt kann Steuerpflichtige zur Abgabe einer Steuererklärung auffordern, sofern es die Abgabe einer Einkommensteuer-Erklärung zur Aufklärung der Einkommensverhältnisse des Pflichtigen für notwendig erachtet (§ 33 Abs. 1 der Ausführungsbestimmungen). Anders verhält es sich bei einem Arbeitnehmer im Hinblick auf ArtikelIII Abs. 2 des Gesetzes über die Einkommensteuer vom Arbeitslohn vom 11. Juli 1921, weil für ihn die Einkommensteuer vom Arbeitslohn für die Zeit »om 1. April 1921 bis zum 31. Dezember 1921 durch den für diese Zeit vorschriftsmäßig bewirkten Steuerabzug als getilgt gilt, wenn das gesamte steuerbare Einkommen im Kalenderjahr 1921 den Betrag von 24 000 Mart nicht überstiegen hat. Sollte trotzdem ein Arbeitnehmer, der fein sonstiges Einkommen von über 600 Mk. und kein steuerbares Einkommen von über 24 000 Mk. hat, zur Abgabe einer Einkommensteuer-Erklärung auf- aeforbert werden, so dürfte — sofern er nur bei einem Arbeitgeber beschäftigt war — eine Bescheinigung von diesem über die Höhe des Verdienstes im Kalenderjahr 1921 und über die Höhe der in der Zeit vom 1. April 1921 bis 31. Dezember 1921 einbehaltenen und durch Markenklebung oder durch Daiabführung verwendeten Beträge genügen. (Diese Bescheinigung wäre dem Finanzamt einzusenden.) Aber nur unter der Voraussetzung, daß der Steuerabzug in der erwähnten Zeitspanne ordnungsgemäß — Kl nach den gesetzlichen Vorschriften — vorgenommen wurde. Hat ein solcher Arbeitnehmer mit unter 24 000 M. Einkommen noch sonstiges Einkommen von über 600 Mk.. so hat er eine Einkommensteuer-Erklärung nur über das sonstige Einkommen abzugeben. Aach § 29 Abs. 2 der Ausführungsbestimmungen steht jedem Steuerpflichtigen die Abgabe einer Einkommensteuer-Erklärung frei; glaubt ein selbständiger Steuerpflichtiger (Gewerbetreibender. Angehöriger eines freien Berufs, Rentner usw.), der mit unter 24 000 Mk. Einkommen für das Rech- imngsjahr 1920 veranlagt ist, zu hoch veranlagt •,u sein (bisher 18 000 für 1920, dagegen im Jahre 1921 nur 12 000 Mk. Einkommen), so kann er ebenfalls in dieser Zeit seine Erllärung einreichen. Die öteucrerflärungen sind für Steuerpflichtige, die unter Vormundschaft oder Pflegschaft oder unter ellerlicher Gewalt stehen und selständig zu veranlagen sind, von dem Vormund, Pfleger oder Träger der elterlichen Gewalt abzugeben. Aach §88 der Reichsabgabevrdnung kann, wer durch Abwesenheit oder sonst verhindert ist, die Steucrerflärung abzugeben, sie durch einen Bevollmächtigten abgeben lassen. Für einen nach De- gtnn deS Rechnungsjahres verstorbenen Steuerpflichtigen hat der Aachlaßpfleger, Testamentsvollstrecker oder der bzw. die Erben die Steuer- erflärung abzugeben. Wird ein Steuerpflichtiger von mehreren Finanzämtern -- infolge mehrfachen Wohnsitzes, Wohnjitzwechsels usw. — zur Abgabe einer Einkommensteuer-Erklärung auf gefordert, so ist er nur verpflichtet, an ein Finanzamt die Steuererllä- rung abzugeben und den übrigen Finanzämtern Mitteilung zu machen, bei welchem Finanzamt er seine Erllärung eingereicht hat. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Kriegerehrung. Auch die Stadt Gießen hat sich jetzt entschlossen, für ihre gefallenen Helden ein Ehrendentmal zu errichten. 3n einer Sitzung, an der Mitglieder der Stadtverwaltung und andere namhafte Persönlichkeiten teilnahmen, wurde beschlossen, im Laufe des Jahres Entwürfe von einer Anzahl Künstler einzufordern. An die Bevölkerung soll der Ruf ergehen, durch Zeichnung von Spenden die Möglichkeit zu geben, ein würdiges Erinnerungszeichen zu schaffen. Auch jeder, der glaubt, einen Plan gefunden zu haben, wie man den gefallenen und den noch lebenden Kriegsopfern das beste Ehrungs- und Erinnerungszeichen setzen könne, soll gebeten werden, diesen der Kommission mitzuteilen. Deshalb glaubt auch der hiesige M i e t e r D e r e i n. mit einem Vorschlag hervortreten zu sollen: Sollte es sich nicht ermöglichen lassen, das; man denen, die in dem Q3olf erringen unstreitig das schwerste Los gezogen haben, unseren Kriegsblinden und Kriegskrüppeln, eine Heimstättengruppe errichtet, umschattet von schönen Eichen- und Lindenbäumen, in deren Mitte sich ein Gedenkstein erhebt, auf dem die Aamen der Gefallenen eingegraben sind; das ganze schlicht und einfach, wie es die Aot der Zeit erheischt. Wir glauben, wenn man unsere toten Helden fragen könnte: „Wollt Ihr ein prunkvolles Denkmal oder ein schlichtes Heim für Eure verkrüppelten Kameraden?" sie würden unbedenllich auf das erste verzichten. Aus diese Weise wäre es möglich, unseren Helden ein sinniges Denkmal zu setzen und den noch lebenden Kriegsopfern einen Dank des Vaterlandes abzustatten. (Es war vorauszusehen, daß der Plan, auch in Gießen ein Ehrendenkmal für die Gefallenen zu errichten, Zuschriften für und wider Hervorrufen würde. Wir geben vorstehend, ohne uns selbst im einen ober anderen Sinne festlegen zu wollen, zur Anregung einen und zugegangenen Vorschlag wieder. Die Schriftltg.) Handel. Frankfurt a. M., 24. Febr. Börsen- stimmungsbilb. Die heutige Börse steht im Zeichen eines ruhigen Geschäfts. Auf dem De- wisenmarkte waren die Umsätze unbedeutend. Dollar 217—211. 3m Verlaufe trat eine leichte Befestigung ein, da sich Kauflust einstellte 3n Valutapapieren war wenig Verkehr. Mexikaner ruhig. Oesterreichische Kreditanstalt 83. 3m freien Verkehr wurden Mansfelder Kuxe lebhaft gehandelt, 25 750- 26 000. Benz 710. Casseler Faß 1950. Gummi-Stockicht 470, Hansa Lloyd 405. Rastatter Waggons 900. Chemische Rhenania 1080. Julius Eichel 705. Deutsche Petroleum 1900. Auf dem Monlanmarkte blieben die Umsätze bescheidener bei schwankender Haltung. Oberbedars abgeschwächt. Fester waren dagegen Harpener, Gelsenkirchener, Buderus, Mannesmann, Maschinen-, Metall- und Autowerte ruhig, vereinzelt besser. Unter den chemischen Werten sanden Elberfelder Farben Beachtung. Sonstige Werte dieses Marktes blieben wenig verändert. Die Kursbewegung blieb auch gegen Schluß bescheiden, doch ist die Tendenz als vorwiegend gut behauptet zu bezeichnen. Privatdiskvnt 4Vs Prozent. Die Blüchernichten. Avman von HannSvvnZobeltitz. 36. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) So haben sie, durcheinander, erzählt. Der Hünswanger hat artig zugehört, hat wohl auch teilnahmsvoll ndch dies und "jeneS erfragt, hat schließlich gemeint: ,3a ... die Zeiten, Wer rann wissen, tbie weit die Russen den Vicomte sNs weite 3nnere verschleppt haben, an Vie Wolga, vielleicht über das ilralgebirgc hinweg. Da mag dann jede Möglichkeit einer Verbindung aufgehört haben." Dazwischen aber hat er immer wieder nach der Tür geschielt, ganz verstohlen, wie wenigstens der Kornett zu bemerken glaubt: natürlich^ er vermißt die Lotte! Sie kam aber nicht. Als jedoch der Doktor, es dämmerte schon leicht, die Treppe hinuntersteigt, da sieht er im Halbdunkel auf dem erstrk Absatz eine schlanke weibliche Gestalt, stutzt und tieibt stehen, indem ihm das Herz schlägt: »Sie, gnädiges Fräulein..." Sehr, sehr befangen ist Charlotte. Er kann nicht sehen, wie ihr die Röte im schönen Gesicht liegt, aber er hört es am Klang der Stimme: .Hm Verzeihung, Herr Doktor . . . ich hab' mich fortgestohlen von meiner Schwester, von Zulie. sollt' 3hnen im Vertrauen eine große heimliche Bitte bringen . . .“ Steht und hat die Hände wie flehend vor die Brust gedrückt. 3m Halbdunkel sieht er es. md die Rührung will ihn packen. „Was es auch fein mag. alles will ich tun, soweit es irgendwie in meiner Macht ist.' „Daß Zulie den Vicomte sehen, sprechen lärmte . . . daß sie womöglich ihm etwas sein, ihm helfen könnte. Ach, lieber Herr Doktor, Sie helfen gewiß so vielen, vielen Menschen, Sie werden gütig sein. Es ist ein Werk der Barmherzigkeit." Er überlegte doch, obwohl sie es war, die bat. „(SS ist sehr schwer, gnädiges Fräulein, um nicht zu sagen unmöglich," meint er endlich. „Weibliche Besuche im Kriegsho pital sind streng verboten. Dun gar bei den Franzosen. Zudem, ich kann nicht wissen, ab der Blessierte der Aufregung eines solchen Wiedersehens gewachsen ist. Hnb endlich . . . vergessen Sie nicht, daß 3hr Fräulein Schwester argen Mißdeutungen ausgesetzt sein könnte." Da rief sie: „Ach . . . was verschlägt das, wenn sich zwei so recht von Herzen lieb haben!" Rief's und erschrak wohl vor sich selber. Scheu ist sie bis an die Wand zurückgewichen. Er aber ist so ergriffen gewesen, daß er ihre Hand faßte und heiß küßte. Sprach noch, nun auch mit bebender Stimme: „Es muß Rat geschafft werden!" Hub ist bann hastend die letzte Stiege hinabgeeill. Am nächsten Tage ist er wiedergekommrn, hatte schon allerorten herumgehorcht, bei der Hofpitave rwaltung. bei der Mediztnalbehörde, sogar im hohen Kriegsministerium selber. „Dem Herrn Vicomte ging es verhältnismäßig gut. Doch, mit dem Wiedersehen —“ „Was für ein Wiedersehen?" ruft die Frau Mutter scharf dazwischen. Aber die Giesemädchen wußten nun schon längst, mit den scharfen Worten der gnädigsten Frau Mama war es nicht mehr so arg zu nehmen wie ehedem, und den Worten folgten niemals die Taten, als ehedem gewesen waren Stubenarrest und Mittagkarrion, und dann und wann wotl gar eine Tachtel von der verarbeiteten derbknochi- gen Hand. Brauste Wohl biswellen auf, die Mama, wurde aber immer wieder, und zwar kehr bald, nachgiebig und milde. Zumal, wenn Luise sich zur anderen Partei schlug. Die sagte auch jetzt gleich: „Bitt' Sie, Frau Mama, lassen Sie uns doch hören, was der Herr Dvkchr meint." „Aämlich," fährt der fort, „man macht überall Schwierigleiten, hat überall Bedenken. Der Herr Vicomte bleibt doch immer Feind, Franzose —“ „Richtig — sehr richtig!" wirft der Kornett ein, kriegt aber gleich einen Rippenstoß in die gesunde Sette von Lores Heiner fester Hand. „Es ist eigentlich nur eine Möglichkeit: wenn etwa ein Haus von besonderer Distinttton den Vicomte in Privatpflcge begehrte . . .“ „Die Frau Fürstin — Tante Malchen!" ruft die Lore. Aber diesmal bekommt der Kornett von allen Seiten recht: das geht wirllich nicht; dazu ist das Palais Blücher ein zu ausgespro- Frankfurt a M.. 25. Februar, Börsenkurse. Frankfurt Berlin Schluß- Schluß- Schluß- Schluß- Kurs Kurs Äurt Kurs Datum: < 23.2 5°Dtsch. Kriegsanl. 77,50 4'<,Dtsch. Reichsanl. 87,50 3'/» Dtsch. Reichsanl. 110,- 4* g Preuh. Konsols 73,50 Hambi^g.Paketf.. . 482.- Aorddeutscher Lloyd <00, - Comm.u.Privatbank 333,- Darmflädter Dank . 330,— Deutsche Bank . . . 549,50 Disconto-Gesellschast 460, - Dresdner Bank. . . 371,— Mitteid. Creditbank. 320,— Aationalbank f. D.. 338,- Boch. Gußstahlwerke 1246,- Bud.- Eifenw.- Akt.. 1015,- D.-Luxemb. Bergw.. 1195,- Gelsenkirch. Bergw.. 1205,- Harpener Bergbau. 1790,- Oberschl. Gisenb.-B. 1350,- Ooerschles. Eisenind. 115ß- Phönix-Dergb.-Att. 1190* — Bad.Anilin-u. Soda 725,— Höchster Farbwerke. 720, - Allg. Elektt.-Ves. . . 912,- Felten & Guilleaume 1260, - Echuckert-Werke. . . 810,- Ad'erwerke 605,- Daimler 588,— 4® „ Hess. Staatsanl. 75,- Electron Griesheim 905,- Dtsche. Dereinsbank 248,75 24.2. 23.2. 24. 2. 77,50 77,50 77,50 87,50 87,90 86,- 110,- 110,- 110,- 73 50 74,50 73,80 489,- 485,- 491,— 394,- 389,- 394,- 333,- 33«,50 339,- 328,- 331,50 330,- 549,50 549,- 543,- 460,- 461,- 457,- 370,— 376,- 376,- 317,- 317,- 317,- 343,- 342,50 341,50 1265 - 1275,- 1322,- 1U50*- 1005,- 101o,- 1230 - 1185,- 1220,- 1230 - 1199,75 1130,— 1795 - 1805,- 1795,- 1330,- 1310,- 1312,- 1100,- 1090,- 10 0,- 1260,- 1200,- 1260,- 736,- 735,- 745,- 713,- 720,- 725,- 905,- 880,- 900,- 1260,- 1235,- 1240, - 630,- 600,- 825,- 600,- 590,- 600,- 589,- 589,- 587,- 75,20 75,75 74,75 909,- 895,- 910,- 248,75 Für 100 deutsche Mark wurden gezahll: Saturn: 1.7.14. 23.2. 24.2. Zürich Fr. 125.40 2,38 2,34 Amsterdam Fl. 59.20 1,20 1,19 Kopenhagen Kr. 88.80 2,23 2,22 Prag Kr. 117.80 27,62 26,50 Stockholm Kr. 88.80 -,- 1,75 Wien Kr. 117.80 2872,- London Sh. 97.80 v,50 9,79 Paris Fr. 125.40 5,06 5,03 Aeuvork $ 23.80 -.46 -,45 Züricher Devisenmarkt. 24. 2. 25. 2. Wechsel auf Schweizer Franken Holland 100 Fl. = 195.75 195.50 Deutschland 100 QHt = 2.34 2.28 Wien 100 Är. =■ 0.10 0.10 Prag 100 Kr. = 8.55 9.- Paris 100 Fr. = 46.90 45.95 London 1 £ =■ 22.64 22.48 Italien 100 L. = 25.75 25*95 Brüssel 100 Fr. * 44.40 43^5 Budapest 100 Kr. — 0.74 0.74 Aeuyork 100 $ — 511.- 511.50 Agram 100 Kr. = 1.55 1.55 Warschau 100 Kr. — 0,14 0,13 Mainzer Produktenbörse. Mainz, 24. Febr. Aus der heutigen Börse, die allgemein sehr fest verlief, wurden folgende Preise notiert: Weizen 1150—1225, Roggen 885—980, Hafer 880—925, Gerste 900 bis 950, Futtergerste 850—925, inl. Weizenmehl 00 1675—1700, inl. Weizenmehl, Spez. 0 1650—1700, Weizenmehl mit Auslandsmehl gemischt 1645—1750, amerikanisches Weizenmehl 1750, Roggenmehl 70prvz. 1300, Weizenkleie ohne Sack 630—675, Roggenkleie ohne Sack 640—675, Mais 850—1000, Maisschrot 870—1120, Futtermehl 700—800, ital. Luzerne 6000—7000, Probenc. Luzerne 7000 bis 7500, italienischer Rotklee 6500 bis 7000, in» land. Rotklee 6000—7600, deutsche Linsen 2000 bis 2200, weiße Bohnen 1150—1200, Viktoria-Erbsen geschält 1500—1650, Viktoria- Erbsen ungeschält 1300—1350, Burma-Reis II. 1550—1600, Haferflocken 1300—1350, Graupen 1500—1650, Wiesenheu, lose 430—550, Wiesenheu, gepreßt 490—570, Kleeheu, lose 520—530, Haferstrvh 140—160, Rvggenstroh 130—160. (3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Italien trab die Konferenz. Rom, 24. Febr. (WTB.) Die Entschei- düng über die Verschiebung der Konferenz von Genua mußte noch vom Ministerpräsidenten D v n o m i getroffen werden, weil Bo- nomt gestern ein Telegramm Tschitscherins erhielt, worin um genaue Angaben über den Zusammentritt der Genueser Konferenz im Laufe des morgigen Tages gebeten wird, da die russischen Vertreter sonst nicht am 8. März in Genua elntreffcn könnten. Die Politik der Kleinen Entente. B u k a r e st. 24. Febr. (WTB ) Der Minister des Aeußeren A i n t f ch i t f ch erklärte, die Sachverständigen der Kleinen Entente würden am 5. März im Hinblick auf die Genueser Konferenz Zusammentreffen. Diese Zusammenkunft würde wiederholt werden und zur Festlegung einci gemeinsamen Politik führen. Gäste der Frankfurter Goethe-Woche. Frankfurt a. Al.. 24. Febr. (WTB.) Ar der Eröffnung der Frankfurter G c> e t h e-W o ch i werden außer dem Reichspräsidenten, den Reichsminister des Inneren Dr. Köster, der preußische Kultusminister Dr. Doelltz, Staats felrctär Becker teilnehmen. Ferner befinden sich unter den Ehrengästen der hessische Staatspräsident Ulrich und Oberpräsident Dr. Schwan- der aus Cassel. Sozialistentagung in Frankfurt. Frankfurt a.M., 24. Febr. (WTB.) Heute Vormittag 11 llbr sind im hiesigen Rathaus tue Exekutivkomitees der Zweiten Internationale und der Internationale 21 ■ (Wiener Arbeitsgemeinschaft) unter Führung von Friedrich Adler zu einer streng vertraulichen Besprechung zusammengetreten. Flucht eines Doppelmörders. Hirschberg, 24. Febr. (WTB.) Wie der „Bote aus dem Riesengebirge" bekannt gibt, ist der Klöppelsdorf er Doppelmorder Grube, dessen Verurteilung durch die Entscheidung des Reichsgerichts rechtskräftig geworden war, in der vergangenen Aacht aus dem Gefängnis entflohen Banditen in einem Bankgeschäft. Kattvwitz, 24. Febr. (WTB.) In daS Bankgeschäft Warmann sind gestern abend gegen 7Ahr sieben bewaffnete Banditen mit schußbereiten Revolvers einge drungen und haben von den Angestellten die Herausgabe des Geldes verlangt. Cs fielen ihnen etwa 350 000 Mk. deutschen Geldes, 3 Millionen polnische Mark und kleinere Beträge österreichischer Kronen und russischen Silbergeldes in die Hände. Die Auslieferung spanischer Mmistermörder. Berlin, 22. Febr. Der Allgemeine deutsche Gewerkschaftsbund und der A f a b u n d veröffentlichen einen Protest gegen die Auslieferung der des Mordes an Dato beschuldigten Spanier. Die Unter» zeichner der Erklärung erblicken in dem Auslieferungsbeschluß eine Handlung, die ihrer Auffassung von Recht und Gerechtigkeit und von internationaler Gegenseitigkeit ins Gesicht schlage und die berechtigte Entrüstung aller freiheitlich gesinnten freute schen Republikaner Hervorrufen müsse. Ueber die Erwägungen, die dieReichs - regierunq zu der Auslieferung der beiden spanischen Ministermörder veranlaßten, erfahren die Blätter, daß zwar der deutschspanische Auslieferungsvertrag von 1879 die Auslieferung von polittschen Verbrechern auS- schließt, daß es sich aber in dem vorliegenden Falle, wie die eingehende Untersuchung feststellte, um ein Verbrechen handelt, das zu einer Kette von syndikalistischen Terrorakten gehöre. Bei dem Morde war nicht der Umsturz der Staatsverfassung das Ziel, sondern ein Akt der R a ch e. Die Regierung ist infolgedessen zu der Entscheidung gekommen, daß die Auslieferungspflicht In vorliegendem Falle nicht bestritten werden könne. ebener Ort, wär' wahrscheinlich auch dem Feld» tuarfchall nicht nach feinem Sinn . . . „Ich hab'sl" erllärte Luise. „Ich geh' gleich zu meiner lieben Frau von Dachroeden. Sie tut es uns. sie tut es mir zu Gefallen.1 Und was die Distinktion anbetrifft, so hat ihr Wort und ihre Tat Geltung in ganz Berlin. Ta kann Julie audj bin. und niemand wird wagen, Anstoß zu nehmen." Wohl räuspert sich die Mama bedenllich, schüttell den Kopf, murmelt: „Ihr Kinder! Sind das Moden?! Mein Vater selig hätte mich gesteinigt . . . Ihr macht jetzo mit mir, was ihr wollt . . ." Aber Julie verschließt ihr den Mund mit einem Kuh. und Luise hat auch schon Hut und Jäckchen und den Heinen rosa Schleier, den sie auf der Straße immer noch trug, Obschon das Brandmal kaum noch sonderllch auffiel. „Kommen Sie, Herr Tvkwr! ilnb auch Du. Julie. Dich geht's am meisten an, du mußt am besten bitten können." Die Heine zierliche Frau ist denn auch, nach einigem Hin und Her, in ihrer Güte bereit gewesen. Raum genug hätte sie in ihrem Ha sie, aus die etwaige Medisance pfiffe sie — und Mon° tauEan, der Vicomte Montauban . . . ja wahrhastig . . . sie erinnere sich. den kenne sie sogar, wenn auch flüchtig, aus feiner Berliner Zeit her, wo er Attache bei der Gesandtschaft gewe'en. „Za. aber diese Gicsemädels! Eine ganz verschlagene. hinterlistige Gesellschaft mit den kuriosesten Abenteuern. Aun gar die träumerische Zulle: Schau mal einer an: die Luise verladt, die Zulie, nxim Gott will und alles gut geht, verlobt, das Fiekchen fort, Die Core, das Kiekindiewelt, hat ihren Bause . . . bleibt nur die Lotte ... na, ich crleb’s am Ende doch noch, daß die 'fünf Mädels gemeinsam Hochzeit machen. Wozu ich mich im voraus einlabe!“ Und sie lacht, daß ihre weihen kleinen Beißerchen, die wie die Perlen stehen, unter den roten frischen Lippen blitzen: „Also, mein Herr Doktor, bringen Sie mir den Vicomte, soball» es gebt.“ Das ist nun freilich doch nicht so arg schnell gegangen. Berichte mußten geschrieben und Entscheidungen ettigeholt werden, wie es St. Dureaa- tratiuä verlangte. Das schlimmste aber lag bet dem Vicomte. Es war ja nicht anders möglich. als daß der Doktor Hünswanger tbm Eröffnungen machte. Darüber geriet er in maßlose Aufregung, fiel wieder in Fieber, mußte auf alle Weise geschont werden. Eine Woche verstrich and noch eine, ehe er ruhiger wurde, ehe er Hünswanger recht Auskunft geben konnte über so vieles, wovon er in den Fieberphantasien nur unklar gesprochen: wie es ihm ergangen, tote er auf der Durchreise in Berlin sehnsüchtig und vergeblich nach den Mansarden in der Breitensttahe hinauf- geschaut: wie er sich längst vergessen geglaubt and wie ihn dann die Pflicht wieder zu seinem Kaiser gerufen. Das eigene Glück hätt' er aufgegeben, hätt' gern bluten und sterben wollen . . . und nun, nun fei das Glück doch' da. Zum Greifen nah, und doch dünke es ihm immer noch so fern, daß er gar nicht daran zu glauben wage. Eine eigene 6djeu war plötzlich in ihm, fast als fürchte er die erste Begegnung mit der Geliebten, erschiene sie ihm plötzlich fremd als deutsches Mädchen. Heut' Bai und flehte er, Hünswanger solle ihr die Versicherungen seiner heißen, unwandelbaren Liebe bringen. Gleich daraus schüttelte er den Kops: „Es kaum ja nicht sein. Es ist ja unmöglich . . ." Tann brachte ihm Hünswanger etn Billett von Zulie, gute, schlichte liehe Worte. Er überflog sie, er las sie wieder und wieder und küßte ihre Handschrift. Seither ist er gelassener und stetiger geworden, hat ftifl gelegen, mit großen Augen zur Decke hinausgeschaut, wie in seligen Träumen befangen. Endlich konnte die Uebersühmng stattfinden, und tags daraus kam Zulie, in Begleitung von Charlotte, zu Frau von Dachroeden. Die küßte das zitternde Mädchen, sagte: „Aur Mut! Es geht ihm gut!“, nahm sie bet der Hand und führte fte an fein Lager. Viel sprechen dursten sie nicht, das hatte der Tottor ihr etttgetchärft. Und möglichst unbefangen sollte sie sich geben. Ach, sie wollte ja so gern, so gern alles tun. Aur ihn sehen — nur ihn sehen — Tapfer wollte sie fern, tapfer war sie. Don jener stillen Tapferkeit, die fie immer bewiesen In der taugen Zett des Harrens. (Fortt eyung folgt) M. 180.— Di. 170.— Erlengasse 16. 1884h R6>n -RodmNlrthe ryelbgrouc Röcke -Veldgraue Viieroten ‘500 Paar amerlk. Arbelteachnhe Lsache Sohlen, wasierdlcht..... Vene HochNchafbKchuhe 2tiicbe Sohlen.......... 100 P. neue prima Leder-Arbeiklschuhe 7 K. Grünewald, Bietzen MmerBreuerV™,'., [er Zusatz zum Kaffee uKaffeefaah Arbeiter,Landwirte! Auch die teuerste (Stfcnbnbnfci6x'i ist rentabel, meint >< i/hmprprt ^Bnernna Geld ersparen wollen. lkt hieicHUlWriCll^rUrnilig Kaufen Sie im Für 700 Mark Ein Beweis hierfür: 1 V. am er. oute Arbelttschube, :isacheSohl« M. ISO.— 1 Itaar leinene Unterhosen ÖÄ— 1 neue feldgraue Hose........ 230.— 1 guter feldgrauer Nock „ 90.— 1 guter feldgrauer Mantel...... 14ö.— Lkonwlett M. 7Ü0.— Ferner biete an ab Montag so lauge Vorrat: Di. 180.- „ 90.-r .. 80.- ^^^.MWeitzstück Koil ©rauftüÄ Jr ■ Ifl ■ ■ uur allerbester Labnkalk W MM M M von höcvftem Iettaehalt u. grötzler Crgicbigkeit stets zu haben. 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Die Fr logne, bie in werben woh geschüttelt lr Wch nicht ( Pari-, vrge ist kur- glritung von Privalsckre/är men unb frat llnlerpräfettur dräsidmi Pvi im TRunftetum und der Dvimc ren. Die btr mltteilt, ha! si Ministeiprästd. Paris, hat vor feinet Men Ooutm Ainisirrpräsid *men, jn t *t>nflituküung eine Jtonfer «yranfretefi "chmen werden W «rhanbeln.' KurhausH&fheimi.Taunus •/,Bahnstunde von Frankfurt a. bl. Wlnterkor ttr ErholaBgebe ' • •JrnilB ScfydrfdOTti ntisterbrapH] KR VPPÄ Anfrage an: Dipl.-Ing.FritZ Schilling,Gießen, Frankfurter Straße 23. WmW*> TtiMIWr-r. t TTTa Wirtscliafte- MM-L G) kraftwagen Die Unterzeichneten geben hiermit bekannt, daß sie ihre Schulen vereinigt haben und unter dem Namen Vereinigte Privat-Handelslehranstalten Gießen Hansa-Sch ule Vogtsche Handelsschule Inh.: J. Kunzeimann Inh.: Franz Vogt gemeinsam führen werden. Die Leitung der vereinigten Schulen liegt in den Händen des Diplom-Kaufmanns und Diplom- Handelslehrers J. Kunzeimann, an welchen auch alle schriftlichen Anfragen za richten sind. Der Unterricht wird wie bisher in den Räumen beider Schulen Seltersweg 73 und Ooethestraße 32 erteilt. Anmeldungen für das neue Schuljahr weraen jetzt schon entgegengenommen: Seltersweg 73 oder Ooethestraße 32 Hansa-Schule Vogtsche Handelsschule. Auskunft und Prospekte kostenfrei. Gießen, den 11. Februar 1922. J. Kunzeimann. Franz Vogt. 19ou < । 46 Neustadt 46 Telephon 689 Samen in Originalsaaten für Garten und Feld empfiehlt zur bevorstehenden Aussaal in nur bester Qualität Samenhandlung DSU Düngekalk lose und in Säcken, jede Menge zu haben. Carl Haas jnn., (Hießen, Frankfurter Str. 59, Tel 1682.1831c vernichtet txrMBffotii Drvgata, ta 1887D Unsere Geschäftsräume befinden sich seit 20. d. Mts. in unserm neuen Fabrikgebäude Sandkauterweg. Bom Bahnhof aus am besten durch die Liebigstratze und über die Bahnkreuzung bei Heyligenstaedt zu erreichen. 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