Mittwoch, 25. Januar 1922 Erstes Blatt (12. Jahrgang ten Vorschriften des neuen Gesetzes beantragt werden könnte. Auch hier ist die Frist für Aachversicherungen so bemessen, daß sie bis einschl. 31. Dezember 1921 beantragt werden konnten. Herstellung unseres Landes und die Wiedergute machungen der Ungerechtigkeiten, die uns 1914 zugefügt worden sind. Ohne die Reparationen ist kein dauerhafter Friede möglich. Belgien braucht das Ausland, um zu leben. Alle Länder sind in wirtschaftlicher Beziehung solidarisch. Darum must eine gemeinsame Lösung für die gemeinsamen Hebel gesucht werden. Die Zulassungsbedingungen zur Konferenz von Ger^ua schliesten jede Zweideutigkeit aus. Brüssel, 24. Jan. (Havas.) Der belgrsche Deputierte Meschelunck brachte in der Kammer eine Interpellation über die Ausführung des Friedensvertrages ein. Ministerpräsident Theunis erwiderte, da die Gesamtverhandlungen noch nicht beendet feien, sei Aus dem Reiche. Sin Dorstarrdsbeschluß des Deutschen Städtetages. Breslau, 24. Jan. (WTD.) Der Vorstand des Deutschen Städtetages hat gestern behufs Wiederherstellung der finanziellen Anabhängigkeit der Städte und ihrer Vertreter sowohl dem Reichsfmanzminister, wie dem (Reichsrat und dem Reichstag gegenüber einen Ausschuß gebildet, der aus den Oberbürgermeistern Dveß-Derltn, Adenauer- Köln, Dlüher-Dresden, Glässing-Darmstadt, Lucher-Sssen und .Mitzlaff, früher in Drvm- berg, besteht. In Übereinstimmung mit Dem von dem Wohnungsausschust des vorläufigen Reichswirtschastsrates gefaßten Beschluß hält der Vorstand des Deutschen Städtetages trotz aller volkswirtschafllich entgegenstehen^n Bedenken die Erhöhung der 'Reichswohnungsbauabgabe auf hundert Dozent der Friedensmiete für unvermeidbar. Ferner wurde zum Beamtenrätegesetz und ArbÄtS- nachweiSgesetz Stellung genommen und über die Vvrarbellen zur Gründung eines Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohn» jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigeno 34 mm Breite örtlich 70 Pf., auswärt» 90 'Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite 360 Pf. Bei Platz. Vorschrift 20" , Aufschlag , Hauptschriftleiter: Aug • Goetz. Verantwortlich für Politik- Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Karl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Fragen der Gliederung des Reiches. < Berlin, 24. Jan. (WTB.) Die Zentralstelle für die Gliederung des Reiches hat in ihrer Vollsitzung vom 24. Januar außer zur Frage „Groh-Hamburg" zu Den Fragen „Hohenzvllern" und „Waldeck-Pyrmont" Stellung genommen. Hinsichtlich Hvhenzollem beschloß Die Kommission mit Stimmenmehrheit, Daß Die Entwickelung der Frage GrvhschWaben zunächst abgewartet werden müsse, ehe über Die Zukunft Hohenzol- lerns em abschließendes Urteil gefällt werden könnte. Bezüglich Waldeck-Pyrmont wurde einstimmig folgender Beschluß gefaßt:. Die Zentralstelle stimmt der Angliederung Phr- nronts an Preußen zu, sie hält aber auch das Weiterbestehen des Landes Waldeck, das ohnehin schon seit- 45 Jahren eines selbständigen Ledens als Land entbehrt, nicht als im Sinne der Reichsverfassung liegend. Sie empfiehll dem Reichsminister des Innern, alsbald unter Anhörung der Waldecker Bevölle- rung Verhandlungen wegen der Vereinigung Waldecks mit Preußen herbeizuführen. Amerikas Bedingungen für eine Teilnahme an der Konferenz in Genua. London, 25. Ian. (WTD.) »Daily Mall" meldet aus Reuyork, das Washingtoner Kabinett sei zu Dem Schluß gekommen, daß die Teilnahme der Bereinigten Staaten an der Wirtschafts- und Finanzkonferenz in G e n u a am 6. März unter den bestehenden Umständen keinen nützlichen Zweck haben könne. Präsident H a r d i n g würde persönlich gern Amerika in Genua vertreten sehen, wenn irgendeine Aussicht bestehe, daß die Konferenz zu guten Ergebnissen führt. Handelssekretar Hoo v e r und Staatssekretär M e l l o n teilten die Ansicht des Präsidenten, der verschiedene Konferenzen über diese Frage mit Staatssekretär Hughes und Senator Lodges gehabt habe. Das Ergebnis dieser Konferenzen sei eine'Mitteilung, daß das Kabinett gegen eine Teilnahme an der Konferenz von Genua ist, bevor nicht 1. Rußland sich bereit erklärt, den größten Teil der Roten Armee zu entlassen und wirkliche Zusicherungen seiner Fähigkeit und Entschlossenheit gibt, sür eine stabile Regierung zu sorgen; 2. F r a n k r e ich da s Heeraufseine Friedens st ark ehe r ab» se h t und fein Budget, das jetzt mit Rüstungen schwer belaßet ist, ins Gleichgewicht bringt Sehr stark soll sich Hughes der Beteiligung Amerikas an der Konferenz von Genua widersehen. Er sei der Ansicht, die Konferenz könne, solange der Geist der französischen Politik keine Aenderung erfahre, die Wrrt- schaftsprvblerne, die auf Europa und der Welt lasten, nur politisch in 2lnariff zu nehmen such^m London. 24. Ian. (Wolff.» De Sektion der Bereinigten ©traten der i n t e r a m c r ita n i - scheu Oberkornmission, deren morschen er Undelsselretär Hoover ist, hat einen Bericht veröffentlicht, in dem es heißt bervr ein endgültiger Fortschritt in der Richtung einer dauernden wirtscha.tlichen Wiederherstellung Europas oder der Welt erhofft werden kann, müßten zwei Hauptprobleme gelöst werden: 1. TieReure gekungderdeut schenReparation s- zahlungen auf einer Grundlage innerhalb der praktischen Zahlungsfähigkeit tes deutschen Bolles, und 2 : Eine Termin». Derunfl der von gewissen Rationen auf Dem europäischen Kontinent jetzt aufrechterdultenen bewaffneten Streitkräfte. Tie „Times" berichtet hierzu, es könne kein Zweifel darüber bestehen, daß alle Teile des amerikanischen Dolles mit Der Erklärung übereinstimmen. Eine Rede des belgischen Ministerpräsidenten. Theunis schloß, Belgien habe sich bemüht, seine Allianzpolitik mit Frankreich und England zu vervollständigen. Wir stehen in dieser Angelegenheit vor dem Ziel. (Allgemeiner Beifall.) Die Interpellation über die Politik der Regierung auf Der Konferenz in Cannes wurde auf ein späteres Datum verschoben. Die Frage des englisch- französischen Schutzvertrages. Paris, 24. Zan. (WB.) Ter Londoner Korrespondent des emps" be ich'.et, es gebe in London eine lcb!;a,te Opposition gegen eine Ausdehnung des französisch-englischen Garantie- Paktes über zehn Zähre. Bestenfalls werde man ein Abkommen von 20—25jästiger Tauer hin- nehmen Der heikelste Pu ft der Di kussron fei Die Frage, auf welche Gebiete sich die Garantien erstrecken so le i. Ein besonderes Mi t auen zeige sich, gegenüber Polen. Französischer!eits dürfe man nicht versuchen, die Kieseln allzu streng zu fassen. Der Gedanke, daß die Engländer Den Shutprkt aus a d reu Motiven als sentimentalen abschlössen, sei eine gefährliche Illusion. Der Korrespondent sagt an einer S eile seines Artikels, es gebe Engländer, Die Die Gefahr nur von französischer S ite kommen sähen. Tas sei eine Der Folgen Der Besetzung von Frankfurt unD Tarrn ft aDt im April 1 920. — Die Verhandlungen zwischen Dem französischen Botschafter in London und Lord Curzon über Den Schutzvertrag sollen am Donnerstag beginnen. Die Fragen des nahen Ostens. L o n b o n, 24. Ian. (WTD.) Das Reutersche Bureau meldet aus Konstantinopel, die Berhand- lungen zwischen Frankreich und Großbritannien über die Probleme des nahen O st e n s seien so weit vorgeschritten, daß Lord Curzon eine Rote unterbreitete, in der die Bedingungen Großbrllannieus auseinandergesetzt werden. Es verlautet, daß die Räumung Smyrn^ zugestanden werde unter angemessenen Bueg'yaf- ten für die griechischen Minderheiten, Darunter insbesondere Die Ernennung eines griechischen Generalgvuverneurs und einer Abänderung Der Grenze von Thrazien die — wie oorgeschlagen werde y- etwas südlich von Midia am Schwarzen Meer Beginnen, über Tschorlu verlaufen und bei Rodvsto am Marmarameer endigen Jolle Dre Grenze werde jedoch sowohl in französischen aL5 auch in türkischen, greifen als strateglsch mangelhaft und als eingegeben von Dem Wunsche, die Angestellten- und Lebensversicherung. Zahlreiche Anfragen aus Angeftellten- kreisen, die der reichsgesehlichen Dersiche- rungspflicht unterliegen, tun dar, in wie hohemGrade über diese FragenUnllarheit besteht. Der folgende Aufsatz, Der insbesondere die Möglichkeit Der Befreiung von Der Bersicherungspflicht behandelt, gibt Darüber Aufschluß. Ein Gesetz vom 13. Dezember 1921 hat sehr wichtige Reuerungen für die Angestellten-- versicherung in der Frage des Verhältnisses von Angestelltenversicherung zu Lebensversicherungen gebracht. Es ist bekannt, daß auch früher schon in gewissem Umfang die Möglichkeit vorgesehen war, eine Befreiung von der halben Beitragsleistung auf Grund des Abschlusses einer Lebensversicherung zu erwirken. Dieser Gedanke ist jetzt auch für die im vorigen Sommer erfolgte Heraufsetzung der Versiche- rungspfllchtgrenze auf 30 000 OHL aufgegriffen worden. Das neue Gesetz gibt nämlich die Möglichkeit einer solchen Befreiung für sog. Reuversicherte und Wiederversicherte, wenn für sie ein Lebensversicherungsvertrag mit folgenden Maßgaben vorliegt. Der Abschluß des Vertrages muh spätestens am 10. Juni 1921 bei einer öffentlichen oder privaten Versicherungsunternehmung beantragt worden sein. ES ist also nicht nötig, daß er schon damals abgeschlossen war. Weiter müssen die Prämien eine bestimmte Höhe haben; es muh nämlich der ZahreSbetrag der Beiträge für die Lebensversicherung einschl. der Beiträge für etwaige Rachversicherungen am Tage des Befremngs- antraaeS mindestens dem Deitragsanteil gleichkommen, den der Verstcherte entsprechend fettem ZahreSarbeitSverdienste nach Dem Gesetz vom 23. Juli 1921 zu tragen hätte. We- senllich ist also hierbei besonders Der Umstand, daß bei der Berechnung dieser Gleich- wertigkett schon die durch das oben erwähnte Gesetz vom 23. Juli 1921 neu eingeführten Gehalts klassen in Den höheren Gehaltsstufen in Betracht kommen. Wenn infolgedessen eine spätestens am 10. Juni 1921 bei der Lebensversicherung beantragte Hauptversicherung keine ausreichend hohe Prämie hat, so konnte noch eine Nachversicherung genommen werden, und zwar konnte der Antrag hierfür bis zum 31. Dezember 1921 bei der Lebensversicherung gestellt werden. Auch hier ist also wesenllich, daß nicht notwendig der Abschluß selbst bis zu diesem Tag vorliegen mühte, sondern daß die Stellung des Antrages bei Der Lebensversicherung genügte. Zu unterscheiden hiervon ist nun der Antrag auf die Befreiung selbst. Dieser muh besonders gestellt werden. Er ist an die Ausgabestelle der Angestelltenversicherung zu richten und muß späte st ensbiszum31. Januar 1922 gestellt sein. Die Entscheidung trifft die Reichsversicherungsanstalt; sie kann aber auch der Ausgabestelle selbst Die Entscheidung übertragen. Im letzteren Falle ist gegen eine ablehnende Entscheidung der Ausgabestelle binnen Monatsfrist Antrag auf Entscheidung der Reichsversicherungsanstalt selbst zugelassen. Sind solche Befreiungen bewilligt, so bestimmt das Gesetz, dah doch eine Grenze für Die Befreiung insofern besteht, als sie, falls Die DerstcherungSpflichtgrenze gesetzlich weiter erhöht werden sollten, nur solange wirken, als der ZahreSarbeitSverdienst von 30 000 Mk. nicht überschritten wird. ES bedarf noch einer kurzen Erwähnung, was unter Dem Begriff „W lederver- Bezüglich Rußlands, sagte Der Minister- ■ Präsident, habe Die Regierung keinen Augenblick Die Interessen Belgiens aus Den Augen verloren. Er fuhr Dann fort: Damit Deutschi anD Die Entschädigungen, auf Die wir Anspruch haben, bezahlt, ist es nötig, Dah es s eine frühere Wohlfahrt bis zu einem gewissen GraDe wieder erlangt. Da Davon auch Die unfrige abhängt. Diese Wohlsahr: steht im Zusammenhang mit Den allgemeinen Problemen Der wirtschaftlichen Wiederherstellung Europas. Wir sind nach Cannes gegangen, weil Deutschland» erklärt hatte, es könne Die von Den Alliierten geforderten Zahlungen nicht leisten. In Cannes hat man uns ersucht, in Der Frage unserer Prioritätsrechte Entgegenkommen zu zeigen. Wir haben uns niemals geweigert, dies zu tun. Aber Der Geist Des Entgegenkommens Darf uns nicht hindern, Die vitalen Interessen Belgiens zu ocrteiDigen. In London hat man versucht, Erleichterungen zu finden, Die Deutschland gewährt werden könnten. Für Belgien itft es schwierig, Zahlungen in Waren anzunehmen. Die Lage unserer Industrie verbietet Das. Wir mußten mit Dem Memorandum von London, in Dem neue Bedingungen vorgeschlagen werden, rechnen. So sind wir nach Cannes gegangen. Aus Der Konferenz hat es bewegte und fieberhafte Tage gegeben. Wer der in Cannes herrschende Geist.war nicht schlecht. Wir sind nach Cannes gereift in Dem Bewußtsein, Dah unsere Sache gut ist. Die Sachverständigen haben anerkannt, dah es unmöglich sei, von Deutschland im gegenwärtigen Zahr» Die 1921 festgesetzten Summen zu erhallen. Wir haben es erreicht, dah die in London festgesetzte Zahlung von 250 auf 580 Millionen erhöht wurde. Diese Lösung ist offenbar nur eine vorläufige, da die französische Regierung demissioniert hat. Aber Deutschlano hat bereits Die erste Zahlung der in Cannes festgesetzten Summe geleistet und diese Summe ist Belgien übergeben, worden. Theunis fügte hinzu, Belgien brauche alles Geld, was ihm zustehe. Die Gesamtheit des belgischen Guthabens müsse unverletzt bleiben. Es sei notwendig, dah dieses Guthaben weitere Garantien erhalte als bisher. Die ersten Zahlungen, Die Belgien erhalten sollte, seien nach Dem Waffenstillstand mit Hypotheken belastet worden. Untere finanzielle Lage nötigte uns dazu. In Cannes habe ich mich damit beschäftigt, alte Schulden, die wir auf uns genommen haben, zu konsolidieren. Wir haben von England Frist für die Regelung unserer Schuld erlangt Ich bin überzeugt, dah uns auch von den Bereinigten Staaten dieselben Erleichterungen gewährt werden. Eigenliebe der Griechen nicht zu verletzen, angesehen. Man hoffe daher, dah Die Grenze so ab- jeänbert werde, dah sie auch die Dardanellen umfasse mit einem Regime für Westtbrazien nach Abhaltung einer Volksabstimmung. Das türkische Kabinett hoffe, bald konkrete Vorschläge unterbreiten zu können. Die nicht nur annehmbar seien, sondern auch Die Grundlage für ein Einvernehmen mit Den gemäßigteren Elementen in Angora bieten werden, wo in Der letzten Zeit eine ernstliche Spaltung entstanden und Die diktatorische Haltung Mustapha Kemal Paschas aus Widerstand gestoßen fest Die Schwierigkeiten in der Steuerfrage« Derlin, 25. Jan. Die gestrigen interfraktionellen Besprechungen über das Steuerkompromiß haben zu keiner Einigung geführt. Während den Verhandlungen ergriff der Reichskanzler wiederholt das Wort, um die Lage zu beleuchten und Hie Dringlichkeit des Kompromisses hervorzuheben. Die Sozialdemokratie gab hie Erklärung ab, dah sie auf einem sichtbaren Opfer des Besitzes bestehen mühte, sei es auf dem Wege der Zwangsanleihe oder auf irgend einem anderen Wege, auf dem Dieses Ziel erreicht werden könne. Die bürgerlichen Parteien haben diese Erllärung zur Kenntnis genommen, ohne zu ihr Stellung zu nehmen. Insbesondere hat sich das Zentrum weder für noch gegen die Forderung der Sozialdemokratie feftgelegt. Zentrum, Bayerische Volkspartei, Deutsche Volkspartei und Demokraten werden heute vormittag in einer gemeinsamen Sitzung zu der Haltung der Sozialdemokratie Stellung nehmen. Der volksparteilichen „Zeit" zufolge kann man sagen, dah die Fraktion der Deutschen VolkSpartei die sozialdemokratische Forderung einer Zwanasanleihe ablehnen wird. Im Anschluß an Die Beratungen Der bürgerlichen Fraktionen soll erst eine interfraktionelle Besprechung mit Den Sozialdemokraten stattfin- den Die Blätter befürchten, daß, wenn eS zu keiner Verständigung kommen sollte, die Stellung des Kabinetts Wirth ernstlich gefährdet Beu ci'^fanMrea^ 09* an id morgen: »ohne roBfilm n Iti tisgegeben .. 6 Akte. ;hen rk in 6 Akten, rstae: große Chef. Pflichtversicherungs-Verbandes der Stadt- gemeinden Mitteilung gemacht. Die Spaltung in der Kommunistischen Partei. Deriin, 2$. San. Nachdem aus der kommunistischen Partei noch die Abgeordneten Geyer junior, Eichhorn, Malzahn, Braß, Fries, Plättner und Berthels ausgeschieden sind, ist die K o m m u n i st i s ch e Arbeits- gemeinschaft.zu der die Ausgetretenen übergingen, auf 1 5 Mitglieder, und so zur Fraktionsstärke anaewach- s e n. Die übrig gebliebenen elf Mitglieder dagegen haben die Rechte, die den Fraktionell zustehen, verloren. Preußischer Landtag. 92. Sitzung vom 24. Januar. Dor Eintritt in die Tagesordnung beantragt Abg. Ebersbach (Deutschnatl.) die sofortige 'Beratung eines Gesetzentwurfs, der den preußischen Beamten und Lehrern die gleichen 2wsgleichszulagen gewähren soll wie sie den Reichsbeamten bewilligt worden sind. Der Antrag wird widerspruchslos in allen drei Lesungen de- battelos angenommen. Die von allen Parteien mit Mrsnahrne der Kommunisten beantragte Verdoppelung der Teuerungszuschläge für Notare, Rechtsanwälte und Gerichtsvollzie- yer wird gegen den Widerspruch der Kommunisten in erster und zweiter Beratung angenommen. Dann wird die Aussprache über die D e r - yältnisse im besetzten Rheinland fortgesetzt. Der Staatskommissar für Vollsernährung berichtet über die Maßnahmen, mit denen die Regierung den schiften Ernährunasverhällnissdn im besetzten Rheinland abhelfen will. Die Futter- mittelernte sei dort völlig mißraten, die Kartoffelernte zum großen Teil. Abg. Haas (Soz.) wendet sich dagegen, daß die Gemeinden im besetzten Gebiet selbst einen großen Teil der Desatzungszulagen aufbringen sollen. Abg. Dankler (D.Dp.) richtet an die Regierung die Ditte, die Minister und Räte möchten recht oft das besetzte Gebiet besuchen und mit den an der Wirtschaft 'Beteiligten in rege persönliche Fühlung treten. Abg. Frau Dönhoff (Dem.) schließt sich namens ihrer Fraktion den gestellten Anträgen an und beklagt die besonders in den kleinen Orten zutatze tretenden üblen Wirkungen der Drsetzung. Abg. Ulmer (11©.) wendet sich gleichfalls gegen die liebergriffe der Desatzungsbehörden, behauptet aber unter dem Widerspruch der Mehrheit, daß viele Lehrer tatsächlich den Unterricht nicht im Geiste der Völker versöhnung treiben. Zur Beratung kommen dann zwei deutsch- nationale Anträge, in denen verlangt wird, daß den durch die Polen von ihrer Scholle vertriebenen Ansiedlern eine Entschädigung gewährt wird. . und dann die aus dem besetzten Gebiet vertriebenen Landwirte bei der Neuverpachtung der preußischen Domänen nach Möglichkeit berücksichtigt werden. Die 'Beratung wurde abgebrochen, und es folgte die namentliche Abstimmung über den An- t trag der Geschäftsordnungskommission auf Ge° 7 nehmigung zur Strafverfolgung des kommunisti- fdjen Abgeordneten Schönbeck. Der Antrag auf Genehmigung wird mit 176 gegen 133 Stimmen der drei sozialistischen Parteien bei drei Stimmenthaltungen angenommen. Das Ergebnis wird von den Kommunisten mit stürmischen Pfuirufen ausgenommen. Die dann folgende namentliche Abstimmung über den Fall Eberlein ergibt mit 263 gegen 45 Stimmen der Unabhängigen und Kommunisten die Genehmigung zur Strafverfolgung des kommunistischen Abgeordneten. Die Genehmigung zur sofortigen Berbaftung wird mit 172 gegen 134 Stimmen der drei sozialistischen Parteien beschlossen. Dagegen stimmen auch einige Deutsch- Demokraten. (Lebhafte Pfuirufe der Kommunisten begleiten die Verkündigung des Abstimmungsresultats.) Abg. Dr. Reinhard (Dntl.) tritt für die deutschnationalen Anträge ein, deren Beratung hierauf wieder ausgenommen wird. Abg. Hoff (Dem.) spricht den vertriebenen Landwirten die Sympathie seiner Freunde aus und erkennt an, daß Preußen In erster Linie die Ehrenpflicht habe, sich dieser Märtyrer des Deutschtums anzunehmen. Er stimmt den deutsch- nationalen Anträgen zu. Die ‘Beratung wird hierauf abgeschlossen. Der Antrag über die Fertigstellung der Königsberger Hafenanlage geht an den Derkehrsausschuh. Das Haus vertagt sich. Nächste Sitzung Mittwoch 10 Uhr Dorrn. Einbringung des Etats durch den Finanzminister. Schluß 6Vt Uhr. Aus Hessen. rm. Darmstadt, 24. Zair Der Minister des3nnern v. Brentano läßt den Blättern auf die bdannten Angriffe eine Erklärung zü- gehen, in der er zunächst bestreitet, daß er jemals mit Leuten in Verbindung gestanden hätte, die Deutschland zu zerstückeln beabsichtigen. Er bezweifelt im übrigen, daß man diese Annahme aus dem. (Briefe des Grasen Dothmer herauslesen könne. Aus der Tatsache, daß er einmal vor zwei Jahren ohne seine Veranlassung mit Graf Dothmer sprach, könne die Verbindung nicht hergeleitet werden. Das damalige Gespräch habe sich um die sehr aktuelle Frage der Gründung der „Rheinischen Republik' als deutschen Gliedstaat, völlig unabhängig von Frankreich gedreht. Der Gedanke einer hessischen Rep ublik Hessen-Nassau als b e u 11 dj, e ©lieb» staat fei noch heute in der Ueberfcug ;ng vieler Deutscher ein g-t.r, weil er Lints-Hes en trauflösbar mit dem rechtsrheinischen ©.biete verbinden würde, v. Br. sprach damals öfter die Ansicht aus, den Rhein als trennenden Strom durch eine möglichst feste und lange Brücke, etwa durch das ßanb Worms-Dingen und rechts bis Rüdes- heim, zu überwinden u d die links- und rech s- rheinischen Teile zum Heile Deutschlands zu verankern." Aus Stadt und Land. Gießen, den 24. Han. 1922. Der St. Paulstag. Der 25. Januar bildet einen wichtigen Feiertag unserer katholischen Mitbürger. Er ist dem Gedächtnis des Apostels Paulus geweiht, der an diesem Tag? im Jahre 36 von einem Saulus sich zu einem Paulus bekehrte und aus dem strenggläubigen, die Jünger Jesu verfolgenden Pharisäer selbst zum Christen wurde. Wie die meisten kirchlichen Feste, ist auch der St. Paulstag, der nach alten Dokumenten schon im 9. Jahrhundert gefeiert wurde, mit allerhand Gebräuchen verknüpft. Sv wurde dieser Tag beispielsweise in der Oberlausitz als die „Hochzeit der Vögel" gefeiert, wobei die Kinder am Vorabend einen Teller mit allerhand Süßigkeiten vor das Fenster setzen. Natürlich durften die Kleinen, was die Vögel nicht aufgezehrt, am nächsten Tag selbst vernaschen. Auch für die Witterung legte man dem St. Paulstag große Dedeu- tung bei, die in allerlei Bauernregeln ihren Ausdruck fand. Vor allem wünscht sich der Landmann am Tage des Heiligen klaren Himmel und Sonnenschein, dann darf er auf eine gute Getreideernte und auf ein Gedeihen des Weins hoffen. Wind am St. Paulötage soll zahlreiche Regenfälle im Gefolge haben, auch Rebel ist am 25. Januar nicht gern gesehen. Mit dem Tage der Bekehrung Paulus haben wir nach der An- stcht der Dauern die Hälfte des Winters hinter uns, wenigstens läutet ein alter Spruch: Pauli Bekehr — halber Winter hin, halber Winter her. * * Der Annahmeschluß bei der Gütern bf ertigung wurde, um die Verladung und Abbeförderung der aufgelieferten Güter noch am Tage der Auflieferung sicherzustellen, von heute ab auf 4'/> Uhr nachmittags festgesetzt. Um ehre schleunige Abfertigung zu erreichen, empfiehlt es sich, die Güter nicht brrz vor dem Annahmeschluß, sondern in den Vormittagsstunden anzuliefern. Hierdurch wird auch einer sonst nötigen weiteren Früherlegung des Annahmeschlusses bor gebeugt. * Verbesserungen in der Schal-- terbedienungan derDahn. Eine Neuordnung der Fahrkartenausgabe regt ein Ministererlaß des Reichsverkehrsministeriums allgemein an. Bekanntlich ist von Reisenden vielfach darüber Klage geführt worden, daß die Zahl der Fahrkartenschalter auf den Bahnhöfen zu gering ist. Bisher waren die Fahrkartenschalter derart eingerichtet, daß jeder Beamte der Fahrkartenausgabe in der Regel seinen eigenen Schalter hatte, der also während der Zeit, in der der Beamte nicht im Dienst ist, auch geschlossen bleibt Durch die Neuordnung kann der Schalter durch Verwendung drehbarer Schränke mehrfach besetzt werden, so daß auch die Zahb der Schalter durch Einsetzen neuer Beamten in den Stunden des Hauptverkehrs vermehrt werden kann. Ebenso sollen auch Fahrkartendruckmaschinen in größerer Zahl als bisher Verwendung finden. Feuilleton. Archur Dikisch f. Leipzig, 24. Jan. (Wolff.) Professor Arthur N i k i s ch ist in der Nacht zum Dienstag an Grippe und Lungenentzündung gestorben. • Arthur Nikisch wurde am 12. Oktober 1855 zu Lebendy-Szentmiklos (Ungarn) geboren. Sein musikalisches Talent trat so frühzeitig hervor, daß er bereits 1867 mit feinem Studium am Wiener Konservatorium für Musik begann. Zwei Jahre später, als 13jähriger, errang er bereits dort als Komponist die Goldene Medaille, sowie einen ersten Preis als Geiger und einen zweiten als • Klavierspieler. 1878 kam er zum erstenmal nach Leipzig und zwar als MusiDirektor am Stadttheater. Bold begann er auf Kunstreisen seinen steigenden Ruhm zu mehren. 3m Zahre 1889 gab er die Tätigkeit in Leipzig ganz auf und unternahm eine mehrjährige Konzertreise durch die Vereinigten Staaten an der Spitze des Bostoner Sinfonie-Orchesters. Erst 1893 kehrte er wieder nach Europa zurück, wo er nunmehr Leiter der Kgl. Oper in Budapest wurde. Jedoch schon 1895 kehrte er wieder nach Leipzig zurück, als Direktor der ©ewandhauskvnzerie und Lehrer am dortigen Konservatorium. Seit 1898 war er gleichzeitig Dirigent der Philharmonischen Konzerte in Ber Leipzig, und zwar als Musikdirektor am Stadt» 1901 wurde ihm der Titel Professor verliehen. ’ 1 ♦ Frankfurter Theater. Frankfurt, 23. Jan. Don den Frankfurter Schauspielbühnen ist, was das Niveau der Aufführungen angeht, durchweg Erfieuliches zu melden. Schmerzlich berühren muß jedoch den Theater- und Kunstfteund zweierlei: daß Gerda Müller und Karl Ebert, diese beiden Hauptträger des tragischen Spiels, deren Individualität schwer ersetzbar fein wird, unser städtisches Schauspielhaus verlassen wollen, und daß ferner die, Frankfurter Kammerspiele", die, vor l1/. Jahren begründet, vorwiegend volkstümlichen Bestrebungen zugewandt waren, mit Ende der Sommerspielzeit, wie verlautet, auherkünsllerischen Zwecken dienstbar gemacht werden sollen. 3m Neuen Theater wurde Shakespeares »Zähmung einer Widerspenstigen" mit prächtigen Einzelleistungen und in trefflichem Zusammenspiel aller Kräfte in Georg Herweghs sprachkräftiger Uebersehung gegeben, und das alte Stuck, dem das märchenhafte Vorspiel beigegeben war, hatte einen großen ehrlichen Erfolg. Der trotzigen blonden Katharina Hilde Walls trat, nicht minder eigensinnig, der Petrecio Karchows gegenüber, der das Erwachen eines ganz anderen, weiblich dienenden und demutvollen Katchens glaubhaft zu machen wußte. Das Szenenbild, mit guter Absicht ganz einfach gehalten und nur auf leichte Andeutungen im Dekorationswechsel gestützt, entsprach fcem ‘Begriff „Sha'espearebühne", die Aufführung machte dem ©astspielleiter Dr. Wolfgang Hoffmann Harnisch alle Ehre. Bei einem großen Teil der Hörer fand Paul Kornfelds Tragödie „Himmel und ** Bettriebene aus den ehemaligen deutschen Ost Provinzen. 3n allere nächster Zeit tritt die Vorprüfungsste >e für Der- drängungsschäden, die in den ehema igen deutschen Ostprovinzen (Ost- und Westpreußen, Posen, Schlesien sowie Schleswig-Holstein) entstanden sind, in Tä tgieit. Verdräng e aus den bezeichneten .Gebieten, welche ihre Schäden noch nicht eingereicht haben, seien da aus arsmerksam gemacht. daß die Frist zur Schadenanmeldang am 1. Zum d. ablaust. D.e Dotprüsmg liegt in den Händen der jeweiligen 3nteressenvertretun- gen; im angeführten Falle also ist der „Deutsche Ostbund" die berufene Vertretung. Die Vorprüfungsstelle Tarmstadt ist für alle im Freistaat Hessen wohnenden Flüchllinge zuständig. " Viehhandelserlaubniskarten. Das Kreisamt weist daraufhin, daß die Gültigkeit der für das Kalenderjahr 1921 ausgestellten Diehhandelserlaubniskarten bis zum 28. Februar 1922 verlängert ist. a D ie Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde veranstaltete gestern abend in dem großen Hörsaal der Universität ihren ersten Vortragsabend. Herr Töpelmann wies darauf hin, daß dies feit dem Kriege die erste 2kre anstaltung der Gesellschaft sei, und gedachte mit einem warmen Nachrufe des verstorbenen ersten Vorsitzenden Geheimrat Prof. Dr. Sievers. Hierauf ergriff Professor Klute das Wort zu seinem Vortrag über den Kilimandscharo, den er durch ausgezeichnete Lichtbilder veranschaulichte. 1848 wurde der Berg zum ersten Male durch den Missionar Rebmann erstiegen. Umgeben ist der Kilimandscharo von einer spärlich bebauten Steppe, in der noch große Wildherden hausen. Hier wohnt der Stamm der Massai, ein kaukasischer Vollsstamm, der sich mit Viehzucht beschäftigt. Mit der von Deutschland erbauten Eisenbahn gelangt man in 12 Stunden von der Küste an den Berg. An den unteren Abhängen wohnen die ackerbautreibenden Watschaggas, die etwa 100 000 Seelen zählen. Hier haben sich auch Europäer niedergelassen, die hauptsächlich Kaffee pflanzen 1912 hat der Redner zusammen mit Eduard Oehler das Gebirge durchforscht, das ein Gebiet von der Ausdehnung etwa von Marburg bis Darmstadl und vom Hoherodskopf bis Gießen umfaß t. Allmählich schoben die Forscher ihr Lager mit den eingeborenen Lastträgern auf 4400 Meter- Höhe empor. 3n 4200 Meter Höhe hatten die Forscher eine Wetterwarte errichtet. Zuletzt gelang es ihnen, die höchste Spitze des Kibo zu besteigen und wertvolle Beobachtungen und Aufnahmen zst machen. Die Tierwelt in den Regionen des Gebirges ist arm, die Ellenantilope, einige Assen- und Vogelarten, das ist so ziemlich alles. Die Ursache liegt wohl darin, daß die Wasser- terhältnisse ungünstig sind. Die Lichtbilder, die der Dorrragende zeigte, veranschaulichten in bester Weise seine Schilderungen. Nach lebhaftem Beifall dankte Herr Töpelmann dem Redner und forderte die alten Mitglieder auf, dem Verein treu zu bleiben und neue Mitglieder für die Gesellschaft zu werben. ' W. Michel über Hölderlin. Man schreibt uns: Am Freitag sprach W. Michel aus Darmstadt vor geladenem Zuhörerkreis über „Hölderlin als Ueberwi nder der Antike". Hölderlin, der Griechenschwärmer, ist aus der Literaturgeschichte jedermann bekannt: daß Hölderlin in den Jahren bester Reife von Hellas den Rückweg in sein nordisches Vaterland gefunden hat, war der leitende Gedanke des Vortrags. Hölderlins 'Verhältnis zur Antike war dadurch gekennzeichnet, daß sich der Dichter mit unerreichtem Ernst dem Griechentum hingab, die Gotter des Olymps in sich gleichsam neu entstehen ließ, und das Leben der Antike wirklich erlebte. Seine völlige Hingabe an das Griechische gibt dem Wandel, Den sein Verhältnis zur antiken Welt erfährt, besondere Bedeutung: die Antike überlebt sich in ihm und stirbt für ihn. Auf dem Wege einer gleichmäßig vorschreitenden Entwicklung kommt er von den allmählich verblassenden griechischen 3bealen zu einer entschlossenen Bejahung seiner eigenen abendländischen Bedingtheiten, und findet er von Hellas zu dem Reich zurück, in dem er die starken Wurzeln seiner nordischen Kraft weiß, zu Deutschtum und Christentum. Hölderlin als Führer zu einer abend- ländisch-deutschen Lebensform erkennen zu lernen, war der Hauptgewinn des Abends. Die Erschienenen dankten dem Gaste für feinen gedankenreichen, formvollendeten Vortrag mit herzlichem Beifall. ** 3n der letzten Stadtverord- netensihung stimmten einige Mitglieder der Freien Vereinigung gegen die Vorlage der Stadtverwaltung über die Gebühren für Straßenreinigung und Hauskehrichtabfuhr, nicht die ganze Vereinigung, wie man aus unserem Bericht entnehmen könnte. Vornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater, 7 Uhr. „Die Schmetterlingsschiacht". — Astoria-Lichtspiele. .Goliath Armstcv'g' und „Menschen". — Lichtspielhaus, Dahrhosttraße: „Tas große Radiumgeheimnis". — (Sin Bunter Abend mit Sonder- tonzert findet morgen abend im Cafe „Ernst Ludwig" unter Mitwirkung von Frl. Willen dorfs und Richard Hrilborn vom Stadttheater ftatt; der Reinertrag soll wohltätigen Zwecken zage führt werden. — Volkshochschule. Am kommenden Sonntag 29. Januar, beginnt eine neue Vor tragsreihe aus der Plchsiologie. Prof. "Dr. Türker wird an der Hand von Versuchen über das interessante Thema ,Verbauang und Ernährung" sprechen. Alles Nähere über Ort, Zeit, Gebühren usw. enthält eine An zeige in dieser Nummer, auf die hingewiesen wird mit dem Bemerken, daß selbstverständlich jedermann, nicht bloß die seitherigen Besucher der Volkshochschule, Zutritt haben. — Ter Mie terverei n hält am kom menben Freitag im großen Saale des Kathol. Vereinshauses seine Hauptversammlung ab. — 3m Gemeindefrauenverein wird Pfarrer D. Cremer--Potsdam am kommenden Freitag, abends 8 Uhr, im Zohannessaal sprechen über das Thema: „Recht undPflicht bereigenenberufsständigenDertre- tung ber evangelischen Hausfrauen". Es handelt sich um die Organisation der evang. Hausfrauen. Der Hausfrauenberuf wird heute in seiner Bedeutung immer mehr als vollwertiger Berus anerkannt. Die evang. Hausfrauen müssen daher eine Vertretung haben, es ist Zeit, die christlichen Hausfrauen zu sammeln unb den ihnen gebührenden Einfluß im öffentlichen Leben zu sichern. Mitglieder anderer Frauenvereine sind eingeladen. (Siehe heutige Anzeige.) Kreis Schotten. a. Ober-Lais, 24. Zan. Am letzten Sonntag unternahm der neugegründete Zweigverein des D. H. C. seine erste Wanderung unter Führung von D. H. C.-Druder Louis Wer ner. Sie führte fast alle Mitglieder bei schönstem Winter weiter über Cichels achsen— Zwies alten- Streithain nach Steinberg. 3n St'-eithain wurde dis Ziegelei besichtigt, wobei D. H. C.-Druden Simon die Anlagen fachkundig erklärte. Nach kurzer Rast bei Gastwirt Bechtold-Steinberg ging es über Glashütten zurück nach Ober-Lais, wo man sich in. bester Stimmung über den schönen Verlauf des Nachmittags mit einem fröhlichen „ Frischauf" trennte. — Die zuerst geplante Wan berung auf den Hoherodskopf wurde auf später verschoben. Dem kürzlich an dieser Stelle gemeldeten Vorstand des Vereins gehört als zweite, Vorsitzender auch Bürgermeister Schauermann an. o. Aus dem südlichen Vogelsberg 24. Han. Bei einer kürzlich in Nidda abgehaltener Holzversteigerung wurden bisher nock nicht dagewesene Holzpreise erzielt. Das Mete? Scheitholz kam auf 300 Mark. Kreis Friedberg. fpd. 5 r i e b b e r g, 24. Zan. Ein bis jetzt nrch ermittelter, etwa 40jähriger Radfahrer, der meistens eine Postmütze trägt, hat sich als Spezialitä den Diebstahl von Telegraphenlei tungsdrähten erkoren. 3n den Monaten No- vember und Dezember schnitt er bei Ober» unk Niedererlenbach die Leitungsdrahte ab. 3n der letzten Zeir entwendete er an den Bahnstrecken fcc Gießen, Butzbach und Friedberg die Kabelkästen für den Post- und Dahntelegraphen und nahm auch die Luftleerpatronen, die sog. Blitzableiter, in denen sich wertvolle Platinstifte befinben: Zur Ausführung der Drahtdiebstähle benutzt der ©air ner sogar Steigeisen. Starkenburg und Rheinhessen. rm. Babenhausen, 24. Jan. Bei dem vor einigen Tagen bei Heigenbrücken stattgehabten Dahnzusammenstoß wurden bekanntlich zahlreiche Güterwagen beschädigt. Durch einen Zufall blieb aber ein Wagen, in dem sich ein Rennpferd, das auf etwa 000 Mark bewertet wird, unversehrt. Eigentümlich ist, daß bis jetzt der Eigentümer des Pferdes nicht festgeftellt werden Forinte. rm.. Stadecken t Rheinh., 24. Jan. Ein seltenes Pfandobjekt hat sich das Kreisamt in der hiesigen Gemeinde gesichert, indem cs die Streitfrage wegen einer dem Kvmmunal- verband für eine Fleischlieferung aus der Kriegszeit zu stehenden Forderung kurzerhand durch Pfänoung des Gemeindebullens erledigte. ß. Mainz, 24. Jan. Ein „schwerer" Diebstahl. Bor einigen Tagen wurde im Nachbarort Nackenheim in einer Kapselfabrik erngebrvchen und sämlliche Treibriemen sowie vier Zentner Zinnblocks gestohlen. Der hie- sigew Kriminalpolizei gelang es, die aus mehreren Personen, darunter zwei Mädchen, be- stehen.de Einbrecherbande zu ermitteln und festzunehmen. Als Hehler kommt ein Mainzer Handwerksmeister in Bettacht. Höll e“, die im Schauspielhause erstmalig gegeben wurde, willige Gefolgschaft, während zahlreichen anderen der Weg und das Verständnis zu ihr verschlossen blieben. Gehemmt wird die brama» tische Wirkungskraft dieser Dichtung, die sich die hohen Ziele eines Menschheitsdramas seht, durch manche mystische Dunkelheiten und die wahre „Ueberfülle der Gesichte", die gestattet werden sollten. Paul Kornfeld tritt mit eigenem Kunst- Willen das Erbe Schillerschen Schwunges und Schillerscher Sprachtönung an. ohne dabei die Befruchtung durch die Bibel, Strinbberg, Dostojewsky oder die Einflüsse der zeitgenössischen Literatur verleugnen zu können Seine Sprache findet mühelos den Aufstieg von der Prosa zum Vers, und die Diktion übersteigt überall die Ausdrucksweise des Alltags. Vieles ist groß und kühn gedacht, aber eine gewisse Hypertrophie mindert oen Eindruck der Handlung: zudem erregt der Gras Umgeheuer, um dessen Seelenrettung der Vorwurf geht, wenig 3ntereffe, weil er selbst keine handelnde Person ist, sondern durch die Güte von drei Frauengestalten zu Faustschen Höhen emborgeleitet wird. Gesviät wurde die feltfame Dichtung von Gerda Müller, Ebert und Fritta Brod, der geistesverwandten Frau des Dichters, geradezu vollendet. Weicherts Regie ging den 3deen der Tragödie mit feinstem Nachempfinden nach und hall auch — über den Dichter hinaus — dem Theatermaßigen zu seinem Recht. Dr. Georg Schott. — Witzwvrte von Gril.l pa^zer. Grillparzer, der als tragischer Dichter sein Höchstes geleistet, war im gewöhnlichen Leben sehr witzig. Wie Wilhelm Scherer erzählt, „belebte ein ganz eigener Humor und gutmütige 3ronle, gegen sich selbst und gegen andere, seine Rede". Einige solche Bonmots des Dichters feien_ bei der 50. Wiederkehr seines Todestages angeführt. So sagte er von einer Französin, die ihm in einer Gesril- schaft von Wiener Damen schwärmerisch huldigte: „Diese Dame hat es sehr viel leichter als die anderen, denn sie versteht kein Deutsch und glaubt, daß ich ein Dichter ersten Ranges bin." Als man üjm bortoarf, er habe für alle mittelmäßigen Dichter, die um sein Urteil bäten, ein gutes Wort, meinte er: »Wissen S' wenn man jemand nur nicht gesagt hat: du bist ein Esel! so geht er hin und erzählt, ich hab' ihn gelobt." 3m hohen Alter war er ins Herrenhaus berufen worden und man erkundigte sich bei ihm, ob 'er bei seiner Schwerhörigkett immer richtig zu stimmen wisse. Da antwortete er: „3d) schau' nur immer auf ben Fürsten Windischgrätz: steht der auf, so bleib ich sitzen, bleibt er sitzen, so steh ich auf." — Einsteins Expedition nach den Weihnachtsinseln. Albert Einstein, der Schöpfer der Relativitätstheorie, wird, wie Londoner Blätter wissen wollen, selbst an der Expedition teilnehmen, die zur Nachprüfung feiner Theorie bei der nächsten Sonnenfinsternis nach ber Weihnachtsinsel im 3ndischen Ozean aus gerüstet wird. Einstein wird nach diesen Angaben sowohl mit der britischen wie einer holländisch-deutschen astronomischen Expedition arbeiten und die einzelnen Beobachtungen und Derechnun- gen kontrollieren. Andere Cxs>editionen, die zu diesem Zweck veranstattet werden, gehen von den Bereinigten Staaten und von 3ndien au& Dörseur-rle. 1-U1 23.80 Züricher Devisenmarkt. 25. L Schweizer Franken 187.50 Datum: 924,05 923,95 421,55 422,45 Eine ältere Eta 200000 mark teil lind Prämien Asterweg 53. 88555 Schluß der Bewerbung 31. März 1922. Verlanget beim Händler kostenlos Werbebogen. Vermietungen | 1-2 Zimmer | Vermietungen | für Bureauzwecke geeig- A all fl* für Bureauzwecre ge M. Zirner 12-2 Uhr. 892 100 100 100 100 100 100 28,97 72,65 133,85 100 Fl. 100 Mk. 100 Kc- 100 Kr. 100 Fr. 1 £ Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Prag Stockholm . Wien.... London.. . Paris. . . . 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Mtzobleiler. in We befinden: Zur M benutzt der Sa» Nebenberuflich ob. bauet- beruflich, eotL bei festem, steinendem Monatsgehalt, finden »trebeame Herren aus allen BeoölkerungS- schichten gute Einnahme. Schrifll. Angebote mit Lebenslauf unter 0996 an den Gießener Anzeiger. 884,10 885,90 861,60 863,40 möflL mit Gleisatifchluh und Hallenbenubung. zu mieten gesucht. Schrifll. Angeb, u. 909 a. b-G. Anz. oder fast 14 Iahrc. Diese AiesenerlnnerimgS» ker»e ist von italienischen Waisen zum Andenken an den großen Sänger dargebracht worden, dem sie ihre Auferziehung verdankten. Sie ist von italienischen Arbeitern in Reuyork an« gefertigt und soll ein Meisterstück der Kerzen« fabrikation darstellen. zu einem Ehevaar für sofort gesucht. Näheres m für Sprechstundenzwecke geeignet, f. einige Worben io fort gesucht. ..Schriitl- Ang, u.0971 a. d.Gieh. Anz. L. ----- Fr. =* Är. = $ - Är. — Kr. = Amsterdam-Rotterd. 7427,55 7442,45 7792,20 7807,80 Brüstel-Antwerpen. 1563,43 1566,60 1623,35 1626,65 Christiania.....3206,75 3213,25 3326,65 3333,36 Kopenhagen.....4090,90 4099,10 4225,70 4234,30 Stockholm......5084,90 5095 10 526 ',70 5280,30 Helfingfors..... 381,60 382,40 404,55 405,45 Italien..... London .... Reuyork.... Paris..... Schwei- .... Spanien .... Wien (altes) . Deutsch-Oesterr. Prag...... Budapest. . . . Buenos Aires Bulgarien. . . Konstantinopel Provisions- Reisender oder Vertreter für eine leistungsfähige Kontrollkassen - Fabrik sofort gesucht. Schrifll. Anged. unter 0976 a. d. Gieß. Anz. 204,0» 204,46 1628,351631,65 Wechsel auf Holland....... Deutschland .... Wien........ Prag........ Varis........ London ....... Italien....... Brüssel....... Budapest...... Reuyork....... Agram....... Warschau...... 5,48 5,5: Geld Brief Geld Brief 23. Fan. 24. Jan. 4115,85 4124,16 3151,80 3158,20 Die General- Vertretung für die Provinz Oberhessen und einzelne Kreise derselben meines mehrfach im In- und Ausland patent feuer- und einbruchsich. Geheim-Wandschrankes ist zu vergeben. Solvente Bewerber, betten an einer fol. Tätigkeit gelegen ist, belieben sich sofort mit mir in Verbindung zu setzen, da einer meiner Herren in den nächsten Tagen in Gießen anwesend und hierbei Gelegenheit zur persönlichen Rücksprache geboten ist. 882id E. F. Bleichmar, Stuttgart. Rosenbergplatz. Handel. Berlin, 24. Januar. Börsenstim - mungsbild. Die für Deutschland zur Zeit schwierige außenpolitische Lage und die Ungewißheit über den Verlauf der Verhandlungen zwischen den Parteien hinsichtlich einer Verständigung über die Steuervvrlagen haben die Devisenpreise auch veranlaßt, durch den erneuten Markrückgang in Reuyork ihre Steigerung fvrtsetzen, so daß der Dollar bis 215 genannt wurde. Die Rückwirkung auf den Effektenverkehr war aber nicht groß. Es machte sich, wie schon gestern, ausgesprochene Zurückhaltung, besonders seitens der Börsenkreise bemerkbar, wogegen das Privatpublikum wieder am EinheitSkurs-Zndustriemarkt etwas mehr Kauflust zeigte. Die Kursbesscrungen für die marktgängigsten Papiere betrugen bis zu 25 Proz. und vereinzelt auch darüber. Lebhafte Umsätze fanden in Kaliaktien bei einer Kursbesserung bis zu 75 Prvz. für dies? und in ungarischen Rentenwerten statt, von denen 1910er, 1913er und 1914er Renten auf angebliche starke Prager Käufe um 15 bis 25 Prvz. stiegen. Valutarenten folgten der Devisensteigerung nur zögernd. Heimische Renten lagen überwiegend fest. Wesentliche Derande- rungen traten im Kursstand im weiteren Verlaufe nicht ein. wenn auch hin und wieder mäßige Abbröckelungen erfolgten. Frankfurt a. M, 24. Zan. (Börsen- st immungsbild. Tie Haltung der Börse entsprach bei Eröffnung vielfach nicht den gehegten Erwartungen, da gerade die gestern bevorzugten Papiere nicht so fest emsetzten, wre man erwartete. Ter Verkehr der Auslandsweite war etwas lebhafter, was mit der Aufwärts- Bewegung des Tollars in Zusammenhang gebracht wurde, welcher zwischen 209, 212, 215 umgeiegl wurde. Im freien Verkehr fanden wieder Chemische Rhencmia größere Beachtung, 1015. Ferner wurden noch zu folgenden Kursen gehandelte Teutscbe Petroleum 1900, Wansfeldrr Kuxe 25 000, Inag 840—845, Benz-Motoren 640, Zunge Bo° veri 425, (Sebr. Fahr 650. Reu eingesührt kamen Tückerhoff und Widmann-Dietrich-Aktien mit 650 in den Verkehr. Ilsa nannte man 225—230, Rastatter Waggons 730. Bei den ersten laufenden Votierungen zeigten Montanaktien eine unregelmäßige Tendenz. Begehrter erschienen wiederum Buderus, welche mit 949 einsehten. Auch Harpen er und Phönix fanden anfänglich mehr Beachtung. Chemische Aktien hatten einen ruhigen Verkehr, dock) ist die Stimmung hierfür gut. Scheideanstalt 1500. Ekektrizitätsaklien sind bei bescheidenen Um ätzen leicht besestigt. Fetten und Guilleaume. Lahmeher, Sch ufert, Siemens und Halske eröffneten höher. Maschinen- und Mctaltaktien bei. ziemlich fester Tendenz wenig verändert. Reckarsulmer 1275, + 25 Prozent. Schwach lagen Oesterreichische Kreditanstalt. Ungarische Goldrenten erhell. Mexikaner fest. 3m weiteren Verlause blieb der Verkehr ruhig, zumal der Dollar etwas zurückging. Die Börse sch lost bei vorwiegend gut behaupteten Krrsen. PrivatdiskoM 4^2 Prozent. Frankfurt a. M.. 25. Januar. Berliner Devisenmarkt. 0.15 10.025 41.85 21.71 22.50 40.10 0.70 514.- 1.70 0,17 werden verteilt beim großen Propaganda-Werbe-Aussehreiben für Schuhputz Nigrin und Seifenpulver Schneekönig 2 nicht sehr große Zimmer f. Bureauzwecke Ludwig- straste 47 I ab^uneden. Evtl, nuch nut möbliert an gebikd. ölt. Herrn ob. Dame zu nenn. Mögt. Dauermieter. Besichtig. 24.1 2,42 1,20 2,40 (3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Die Konferenz für Fragen des Rahen Osten». London, 24. Zan. sWB.) ^Times" bc-' richtet, Poincarü hat der Konferenz der Außenminister Grobbritanniens. F crnkccichs und Italiens über die Frage des Rahen Ostens z u g e st i m m t. Man erwartet, daß diese in Paris im Verlause von ungefähr einer Wocho stattfinden wird. Rationale Wirtfchaftskonferenz in Washington. London, 24. Zcrn. (WB.) „Times" meldet aus Washington, dah die tx>m Präsidenten Har ding gestern eröffnete nationale Wirtschaftskonferenz in ihrer heutigen Sih ung sich mit der europäischen Lage als einem der Faktoren, die zu der Rot der amerikanischen Landwirtschaft beitrage be« fassen wird. 24.1. 77,50 88,- 103,50 "2,- 440.- 324,- 292,- 276,- 490,- 411,- 324,60 294,- 282, 949,- 925,- 942,- 1445,- 805,- 715 - 1090,- 629,- 93»,50 920, 1440,- 1450,- 794, - 700,- 1041, - 640, 600,- 712,— 970, 670,- 639,51 537, - 72,- 775,- ®atum: 5°/, Dtsch. Kriegsanl. 4' ,Dtsch. Aeichsanl. 3'/o Dtsch. AeichSanl. 4e/0 Preuh. KonsolS Hamburg-Pakets.. . Rorddentscher Lloyd Comm.u.Privatbank Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . . Disconto-Gesellschaft Dresdner Bank. . . Mikteld. Creditbank. Rationalbank f. D.. Marknotierungen. Für 100 deutsche Mark wurden gezahll: IWkiges Ulflöflen sofort gesucht. 0*62 Marktttratze 18. LrdcntliAS MäWen per sofort ob. 1. Februar gegen hohen Lohn gesucht. Bast, Kirchenolay 10, 0907 Laben. Boch. Gußstahlwerke 1080, Bud.-Gisenw.-Akt.. 929, D.-Luxemb. Bergw.. 938, Gelsenkirch. Bergw.. 940, Harpener Bergbau. 1435, Oberschl. Gisenb.-B. 790, Oderschles. Msenind. 640, Phönix-Bergb.-Akt. 1080, Bad.Anilin-u. Soda 618, 1.7.14. . Fr. 125 40 . Fl. 59.20 . Str. 88 80 . Är. 117 80 . Är. 88.80 . Är. 117.80 . Sh. 97.80 . Fr. 125.40 Pessen-Nafsav. mc Fran kf u r t a. M, 24 Zan. Das hielte Lebensmittelamt, daS in seinen Glanzzeiten ' über 1000 Personen an Personal hatte und jetzt noch ungefähr hundert Arbeitskräfte beschäftigt, soll in der nächsten Zeit gänzlich abgebaut werden. Man weint ihm hier keine Träne nach Vermischtes. • Ein Land ohne Titel. Kanada hat vor einiger Zeit sämtliche Titel und Auszeichnungen von Staats wegen abgeschafft und damit der menschlichen Citelleit, die ja in Kanada nicht weniger groß ist als anderswo, einen schweren Schlag versetzt. Sn Quebec, wo die französischen Ansiedler an Yen aristokratischen Traditionen des alten Frankreich festhalten, ist denn auch sogleich eine Protestbewegung in.s rLeben getreten, und diese Stadt hat verlangt, das) das Titelverbot wieder aufgehoben würde. Aber die Männer von Quebec, die noch in den Idealen des vorrevolutionären Frankreichs leben, sind mit ihrer Forderung nicht durchgedrungen. Die Titelkvmmission, die die Regierung zur Durchführung des Gesetzes bestellt hatte, hat einstimmig ein Eingehen auf die Wünsche von Quebec abgelehnt. Diejenigen Kanadier, die sich bereits im glücklichen Besitz von Titeln, Orden oder anderen amtlichen Auszeichnungen besinden, dürfen sich ihrer erfreuen, solange sic leben. Reue Ehrungen aber werden nicht mehr verliehen, und so wird denn binnen kurzem Kanada das erste Land sein, in der es überhaupt keine Titel mehr gibt. • Eine Riesenkerze. Eine Kerze, die bis zum Jahre 6922 brennen soll, ist in einer Reuhorker Kirche zum Andenken an Caruso ausgestellt worden. Diese Mammutkerze wiegt 1000 Pfund, und auf ihr ist eine ChristuSfigur angebracht sowie die Ramen aller der Personen, die sie gestiftet haben. Die Kerze wird jedes Jahr nur einmal am 2. Rovember, dem Geburtstag Carusos, angesteckt, und bei dieser Verwendung enthält sie genug Wachs, um 5000 Jahre auszuhalten. Hintereinander würde sie 120 000 Stunden brennen 3966,- 3974,- 3031,95 3038,05 fpd. Frankfurts M., 24. Zan. 3m Laufe •Vr letzten Zähre wurden in Dahem, Hessen ?xinttemberg und Thüringen zahlreiche Fuhr werkesamt den Pferden und Geschir- en gestohlen. Der Diebesbande war es ganz gleich, ob es sich um elegante Zagdwagen, Ackerwagen oder Bauernwagen handelte. Der bayerischen Polizei gelang es nunmehr im Zusammenarbeiten mit zahlreichen anderen Behörden die Mitglieder der Diebesbande zu ermitteln und fest- ,unehmen. Es Handeft sich um die Hauptdiebe Schürger, Läpple und Ripp stein. Bis jetzt konnten 32 Wagen nebst Pferden und Geschirren wieder ihren Besitzern zugeführt werden. Für mehrere Wagen konnte der Eigentümer noch nicht ermittelt werden. ' Höchst a. M, 24. Zcm. Zwei Gauner schwindelten gestern einer allein tm Hause weilenden Bauersfrau in Weilbach unter der Angabe, sie seien ‘Beamte des Finanzamts und hätten den Auftraig, das dem Finanzamt nicht angegebene Vermögen zu beschlagnahmen, 160 Mk. in Gold ab und verschwanden 'amU. Rach dem heutigen Goldpreis der Reichebant hat die Familie einen Verlust von über 6200 Mk. zu besingen. st Marburg, 24. Ian. Bei den Angestelltenwahlen erhielten im Stadtbezirk die Liften des D. H. B. und der kommunalen Verbände Z und die des Allgemeinen freien Angestelftenbundes (Afaf zwei Sitze. Sn Marburg-Land stelft sich das Ver- häftnis auf 5 zu 1. — Sonntag nachmittag veranstalteten Marburger, Gießener und Frankfurter Burschenschafter einen Umzug durch die mit Fahnen geschmückte Stadt. 3n den Stadtsälen schloß sich dann zur Feier der Reichsgründung ein Kommers an. Ein hier abgehaltener zweitägiger Ver- t re ter tag des „Kurh. Landbundes" faßte eine Entschließung, die sich dagegen verwahrt, daß die neue Brotverteuerung der lZandwinschast in die Schuhe geschoben wird. Ferner wird gewünscht, daß die zur Milcherzeugung notwendige Kleie den Landwirten prozentual zu einem den Getreideumlagepreise entsprechenden Satz zuruckgegeben wird und hinNigefügt, die Getreideumlage für das kommende Wirtschaftsjahr nicht zu wiederholen. Die Hebung der Erzeugung soll mit allen Kräften gefördert werden. fpd. Kassel, 24. Zan. 3n einer Wohnung des Wazienweges erlosch plötzlich das Licht. Die Bewohner waren zunächst geneigt, als llrfadje eine der häufiger vorkommendrn Lichtstörungen anzunehmen. Als aber die Finsternis längere Zett an hielt, ging man der Sache auf den Grund und merkte zum größten Erstaunen, dah der städtische Lichtzähler kunstgerecht abmontiert und regelrecht g e st o h - l e n war.-- Turnen, Sport und Spiel. — Skikvnkurrenz im Vogelsberg. Unter den überraschend günstig gewordenen Schneesportverhäftnifsen hat sich in diesen Wochen im Vogelsberg der Skisport rasch aus dem Dornröschenschlaf der letzten Zahre erhoben. Besonders am letzten Samstag und Sonntag hätte sich ein reges Geben entwickelt, wobei sich der Skiklub Wintersport Gießen mit einer erfreulichen Anzahl oder und neu hinzugekommener Mitglieder sehen ließ. Hm endlich wieder skisportliches Können zu zeigen — es wurde dafür bereits eifrigst geübt —, wird der Club am kommenden Sonntag auf dem Hoherodskopf ein Rennen seiner Mitglieder heranftalten. Es sollen stattfinden: Langlauf, Sprunglauf, Kunsttauf und Damenlauf. Mftglleder, die sich zu den Konkurrenzen melden wollen, Eönnen dies beim Vorstand am Freitag abend im Cafe Astoria und am Samstag auf dem ClubhauS Hoherodskopf tun. Selbstverständlich find auch Meldungen von Richttnitgliedern außer Konkurrenz erwünscht und willlornmen. Besprechung am Freitag abend halb neun pünktlich im Cafe Astoria. Auf rechtzeitige Bestellung der Zimmer auf dem Hoherodskopf wird dringend hingewiesen. (6. Anzeige in heutiger Rümmer.) — Für den Fuhballkampf Süddeutschland—Riederösterreich am 26. Februar in Rürnberg schickt der Süddeutsche Fußballverband mit Ausnahme des Rechtsaußen die gleiche Manrrschaft ins Treffen, wie sie der Büchertisch. — DantesDivinaCommediain deutscher Uebertragung von Konrad Falke Mit einer Einleitung. „Wie sollen wir Dante lesen?" und einem Kommentar. 1921. Zürich, Max Ratch?. Verlag, A.-G. — Konrad Falles Hebertragung ist die neueste vollständige und zugleich die erste schweizerische ^lebersehung dieser größten Dichtung des Mittelalters. Sie verzichtet auf dcn Reim und sucht vielmehr den bannenden Reiz des Originals durch möglichst genaue Wiedergabe der wörtlichen Prägung und durch ein rhythmisches Eigengeseh einzufangen, das die Terzinen, wenn nicht als Reimgruppen, so doch als gedanlliche Gebilde respektiert. tn Hamburg. — Zum Fuhball-Länderkampf Deutschland—Schweiz, der am 26. März in Frankfurt a. M. stattfindet, wurde am Sonntag in Zürich ein Hebungslpiel zwischen den Mannschaften der Oft- und Zentralschweiz abgeh allen. Die Seiten wurden mit 11 gewechselt, die Zentralschweiz siegte jedoch schließlich mit 4:2. Rach bern Ergebnis dieses Treffens wird die Schweizer Rationalmannschaft ausgestellt werden. — ZumLeichtathletik -Parlament, der 25. Wahlversammlung der Deutschen Sportbehörde für Leichtathletik, die am 12. Februar im Berliner Stadtverordneten-Sitzungssaale des Rathauses vor sich geht, wird jetzt die Tagesordnung bekanntgegeben. Zu dieser Zubiläumstagung sind als Festredner Staatssekretär z. D. Exzellenz Dr. Lewald und Hauptprediger D. Dr. Ehr. Geyer gewonnen worden. Die Tagesordnung hat folgendes Aussehen: 1. Feststellung der Anwesenheitsliste: 2. Erstattung des Jahresberichts: 3. Erstattung des Kassenberichtes und Bericht der Kassenprüfer: 4. Entlastung des Vorstandes: 5. Reuwahl des Vorstandes und zweier Kassenprüfer: 6. Genehmigung des Voranschlages: 7. Festsetzung der Meisterschaften: 8. Ort der nächsten Wahlversammlung : 9. Deutsche Kampf'piele 1922; 10. Ernennung des Zahrbuchauöschusses; 11. 0r° gcmisationsfragen; 12. Zugendfrage- 13. Werbe- tättigteit, Werbeschriften ufto.; 14. Geräteeichung: 15. Internationale Angelegenheiten: 16. Erledigung von Anträgen: 17. Verschiedenes. — Ein Preisausschreiben der Deutschen Sportbehörde. Zur Erlangung künstlerischer Ehrenurkunden ha t die Deutsche Sportbehörde für Leichtathletik ein Preisausschreiben erlassen und dafür einen Betrag von 10 000 Mark zur Verfügung gestellt. Es ist zu hoffen, daß die den Sportvereinen angehörigen Künstler sich recht rege an diesem Preisausschreiben schon im Interesse der guten Sache beteiligen. Bedingungen sind bei der Geschäftsstelle der D. S. B. München, Marienplatz 25, zu erhalten. — Die Zahreshauptversammlung des Deutschen Tennis-Bundes findet am 19. März in der Harmonie zu Leipzig stall. 2hr geht eine Vorstandssihung am 18. März voraus, die sich u. a. mit der Reueinteilung der Bundesbezirke zu beschäftigen hat. Die Tagesordnung der Hauptversammlung enthält neben den üblichen Jahresberichten Satzungsänderungen und Anträge zu den Spielregeln. 13.1. 77,50 88. — 103,75 71,75 442 - 335, — 292 - 270 - 475,- 412,- 324 - 294,- 283, - Rheinheyen. , 24. > 'Sei dm igenbrüden ,vh wurden bekannt beschÄigt. Snrch cMn Men. in W 'l$ ?? Z %w*4 KLSL einer dem WWJ. !. Et" "I ’s» im i JttiWMlt» f»«* «Ä * er komm , DetrM-^ Ilers feti Qo tagte ÄS KA; Men 6 ein Sselltz •t-gft 5^ l>c" SS 23.1. 2.50 1,34 2 50 27,50 2,05 8,70 6,06 -,48 I I 9en ck!e ?.& I en. Allez if M eine An! Mr bm" 0vhaunez,2al e5‘unbJlti^i ^SenAertre- '.?o«frauen Mn der et>an9: ft >°ird vollwertiger Hausfrauen müssen ? Ä M, fa dm ihnen IWWn Leden orauendrieine smd "zeige.) tten. Am lehten ßonti- Ele Zveigver- ftß 'Sanierung ömderLouis Der Wieder bei schönstem rchsen-Zwirsalten- >n ktreilhnin tnui\ bei D.H.C.-Drudr. iinbio erklärte. Dach Hiold-Steinberg ging nach Ober-Lais, a» ig über den schönen nit einem fröhllchen uerst galante Dcm )f wurde auf fpäw n bleiet Llelle ge nS gehört als Miie: Misker Schauer- Für jungen verheirateten Beamten unseres Verlages Kinderlos, suchen wir 1-2 möN Wii« möglichst mit Kochgelegenheit für sofort oder später. 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Ti gezogen, wie Landwirtschaft geschieht dies: gegenüber? ? bat, die mant ihrer Spitze LatKasi, des bevuhtsein d die Landwii machen, tvas samtinteresse wollen die E Zwietracht zl interessen in sondern eine samten hessis 19. Dah entstammt oi dah er feine sicher Berufe toeift feine i 3af)tenbcrcd)n wirt ttft 502 lerßrönung j: Morgen Land seines Betrieb- und dabei no Bodenwelle h auch der Beit dm fraglichen sei,der ist w^ zig Morgen 600 000 QRari einschließlich wir noch am 12,000 Dark, größeren M opser, das, wj kommen soll • bMen, w^m entspricht. Ijc ?enn sich aus b«s Folgen j geben, beim i , 'Dje die' ' W ober au, werden. „ Sollte die Eem durch u Ä der Zahl 'chlMch^ 2K $ /Abtragung t durchs "achBerAs Die Montan c 121 Tvttfetzunl Hab Hjjjj Hörle i sah nichts woiseilk t?001 SS Nt lQ9e? A* und sr ^Stu^lt <<2? 2 E" wi Av®i mSk Nm >N tot - 'N Nach kurzer, schwerer Krankheit verschied heute nacht im Alter von 69 Jahren meine geliebte Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau FannyOppenheimer geb. Eulau. Todes-Anzeige. Gestern nacht entschlief sanft nach kurzer, schwerer Krankheit meine innigstgeliebte Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elisabeth Ruhs geb. Schneider im Alter von 36 Jahren. Die tieftrauemden Hinterbliebenen: Heinrich Ryhs und alle Angehörigen. Lollar, den 25. Januar 1922. 888 Die Beerdigung findet Donnerstag, 26. Januar, nachm. 4 Uhr statt. Danksagung. Allen, welche uns beim Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen ihre Teilnahme bekundeten, sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. Elisabeth Weißbach Wwe. und Kinder. L^eißdampf- Lokomobile mit cn. 50 P. S Nor> madeiftunn- zu kau fen gesucht. 905D J. 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Mühlstein Sackgrohhandlung Gieheu, SelterSweg 83 Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß verschied heute morgen 5 Uhr nach sehr schwerem Leiden auch unser ältester heißgeliebter Sohn, Bruder, Enkel und Neffe Die Beerdigung findet Freitag, den 27. Januar, nachm. 2'/, Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 0995 Lieb, den 24. Januar 1922. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 26. Januar, nachm. 3 Uhr, in Lieh von Bahnhofstraße 24 aus statt. 0988 In tiefer Trauer: Jakob Stein und Familie Wilhelm Stein und Frau Friedrich Reitz und Frau. Aktenmappe mit Briefschaften auf dem Wege Bahnhofttrahe — Ludwigsplatz bzw. 5kep- lerstrahe abhanden gekommen. Gegen Belohnung abzugeben 0802 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teil, nähme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen, sowie für die zahlreichen Kranz- und Dlumenspenden, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers und für die liebevolle Pflege der Krankenpflegerin dankt auf diesem Wege recht herzlich im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Kar! Stolzenhauer. Füllfederhalter gefunden. Geg. Jul.-Geb. abzuholen. Banke, E -frankfurter Str. 76. Am 21. Januar entschlief sanft nach kurzem, schwerem, in Geduld getragenem Leiden meine liebe Schwester Anna Balfer. Kaufe getragene Herren- und Damenkleider, Schube Die Austraggedrr Heiner Verkaufs- Anzeigen werben cebe'en, unter allen Derart gen 9Ingeboten ihr« Adressr (Straf}?, 5auenummeruib Stock» wirkt zu veröffentlichen. Solloie Ubrthe oer Dtdit bleiben. Io wolle man ^christliche Angebote unter her Wnjeigeiuuimmer fordern. Auskunft itber Adressen n. f. f. durch öle Geschäft»stell- kenn nicht erteilt werden. Lexikon u. a. gr. Werke kauft 899 Br. Herold, Soden a. 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Januar 1922. 857D Gießen, den 23. Januar 1922. 0949 Im Namen der Hinterbliebenen: Bernhard Oppenheimer. Gießen, den 24. Januar 1922. 879D Am 17. Januar starb nach schwerem, zweitägigem Kranksein meine Assistentin Sie war eine fleißige, tüchtige, äußerst gewissenhafte Mitarbeiterin, meiner Familie und mir eine liebe Hausgenossin. Wir werden ihr in unserem Herzen ein treues Andenken bewahren. Jin Thea Roth M Butzbach, Wilhelm Probst, Apotheker, Grün berg (Hessen). 956D NMmksurta.m. seWndige Win mit guten Zeugniffen zum 1. od. 15. Febr. gesucht. | Kleiner Haushalt. Hausmädch. Vorhand. Off.u. F. K. B. 2194 an Rudolf Moknc, Frankfurt a. Main. von Oesterreich, um den Preutzenkön.g: dort um eine der unerkannten Schönheiten des Kongresses Ueppig gekleidete Diener in grober ®ala, gut gespulte Kosaken in Uniform, kaukasische Lakaien schritten auf leisen Sohlen geräuschlos von Gruppe zu Gruppe, boten Erfrischungen an. Champagner, Sorbet, eisgekühlte Früchte, Konfitüren aller Art. Der Raum war aber von so ungeheuerlichen Abmessungen, Mb auch die größte Gesellschaft ihn nicht füllte. Graf Martinez fand schnell eine kleine Laub-, dicht von Hecken umgeben. „Hier, Baronesse! Run ruhen Tie erst . . es war so unheimlich heib im Tanzsaal, dab ich mich um Sie zu sorgen begann . . . dann gestalten Sie mir, zu sprechen .ach. ich hätte Ihnen ja so viel, so unendlich viel zu sagen . . ich glaube, nie könnte ich damit fertig werden —“ Wie das Herz klopfte und pochte . . . Er winkte einen Kosaken heran, lieb ihr eine Schale Sorbet reichen. Sie schlürfte die kalte Speise mit 'Segler; sie war am Verschmachten. Es war wirklich sehr heib. glühend heiß im Sanzsaal gewesen. Auch bis hierher schlugen die Hitzewellen, trotzdem einige mächtige Fontänen bis zur Decke sprühten. Ganz still fab sie. das Gesicht gesenkt, mit verschränkten Händen. Schwer und hastend za- glcictz ging ihr Atem. Einmal dachte sie: „Mutzt ich nicht glücklich sein und mich freien? %£ «5 nicht unrecht, Mb ich mich sorge? Hab' ich ihn denn nick' lieb — lieb über alles in der Welt? Warum diese verzehrende Angst vor etwas Kommendem?" , r (Fortsetzung folgt! li ,nd Abendkurse! r0Speki“: Aufnahme. . ^senzLupin4 lge6Änlllll6*«i MAL» kteinbetflLrr- gelb? fffiblii An' Ke"-L Hab-b- ?• pjjinl*®' 1^UÄ ®flrtäv <6' S>«'IU0» Mittagstiilh chr. Slngeb. mit Urei? t.0978 an b. Sieh. An> »efattflueteiu 50 Saniert in bex iibaren NÄe Aieixens Minuten von Babn- ttonl sucht einen lüdr en. erfahrenen mir ■entlieh erprobten Dirigenten 3tl fotort. Zchr Slngeb. lit LerBlunMnspruch. i§ fDateiten^SI. nt, 0967 an b. ffltei!-jllr lltiitt toi W Lokal «L u ÖC?V Qü?berfjronf infa4e%?n S ^TöeriSiÄ^P - gegen den W« aifet ;n heiberi * M ülauerit als »’ Wtvahk jurtt«' fheodor Gre* So?,: .HeZ°ld. vormittags 10 Uhr. u»WWm S,tl' 1 Wagen Kartoffeln Rechnung dessen, bett angeht, öffentlich mejlt- lend, gegen Bmnb- ifl venteigett. 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Hierbei muß allerdings berücksichtigt werden, daß der Landwirt mit Staats- und Gemeindesteuern mehr belastet ist, wie die genannten Verufsgruppen. Diese Zahlen sollen vorerst genügen, um der Oeffenttichkeit einmal ein wirkliches Bild davon zu geben, welche Beiträge die hessischen Landwirte zu ihrer Berufsorganisation leisten. So wirkt die vom Verfasser bekämpfte Notverordnung über das unbeschränkte Umlagerecht für die Landwirtschaftskammer, ohne die es der Landwirtschaftskammer nicht möglich wäre, eine Kapitalaufnahme vorzunehmen. 20. Wenn der Verfasser die Vorlage der Regierung, die RotverorDnung. als unannehmbar bezeichnet, dann ist dies wiederum ein Beweis dafür, daß der Verfasser die Verhältnisse nicht kennt, datz er nicht weih, aus welchem Gedanken- gang heraus diese Verordnung erschienen ist. An 'anderer Stelle haben wir bereits darauf hin- gewiesen, datz die Erhöhung der Umlage der Landwirtschaftskammer für technische Maßnahmen und Verwaltungszwecke auch nicht annähernd der Geldentwertung entsprechend erfolgt ist, und wir dürfen immer wieder auf den Preisunterschied für ein Paar Stiefel im Frieden Hinweisen gegen heute zum Beweis dafür, daß eine Erhöhung der Umlage der Landwirtschaftskammer ebenso wie auch bei allen anderen Organisationen, eintreten mutz. , , , . , Die vorstehenden Zahlen haben aber bewiesen, wie wenig die grobe Mehrheit der hessischen Landwirte durch die Umlagen der Landwirtschaftskammer belastet werden, und zwar einschließlich der Aufbringung für die Schweizer Schuld, sofern diese restlos durch Umlage zu decken wäre. Die von der Regierung aber dem Landtag vorgelegte Verordnung ist eine unbedingte Rotwendigkeit, um die hessischen Landwirte noch vor weiteren Schädigungen zu bewahren, die entstehen können, wenn der Landwirtschaftskammer das unbeschränkte Um- lagerechl nicht verliehen wird. Der Geldgeber wird, besonders dann, wenn er sein Geld mündelsicher anzulegen verpflichtet ist, eine ausreichende Sicherheit für die Bereitstellung der Mittel verlangen Dah die Landwirtschaftskammer diese Mittel auf dem billigsten Wege beschaffen muß 'st selbstverständlich. Sie muh auch die Mittel aus Gründen der Solidität und d?r Zinsenersparung in Form langfristiger Darlehen zu erhalten suchen. Zu diesem Zweck dient das unbeschränkte Umlagerecht Die Abtragung der so aufgenommenen Mittel ist eine Sache für sich und erfolgt entweder auf dem Wege der Umlage nach und nach ober, wie es beabsichtigt ist, durch, von der Reichöregie- rung unterstützte geschäftliche Mahnahmen in Verbindung mit anderen Säubern. Wer also gegen diese Verordnung der Regierung Sturm läuft, schädigt die Interessen der hessischen Landwirte ______ Kirche und Schule. * Zwecks Aufstellung einer Auto ä r t e r l i st e der technischen Lehrerinnen ergeht an die bis jetzt noch nicht zur Verwendung gekommenen Anwärterinnen, die sich für Schule und Fortbildungsschule zur Verfügung stellen wollen, die Qlufforberung, entsprechende Gesuche bis spätestens l.März d. I. bei dem Landesamt für das Dildungswesen einzureichen In Betracht kommen in erster Linie Anwärterinnen, die mindestens zwei Prüfungen (für Handarbeit und Hauswirtschaft) abgelegt haben. Den Gesuchen sind Zeugnisabschriften und Lebenslauf beizusügen. Frühere Meldungen sind zu erneuern. x Wieseck, 24. Ian. Mit den beiden Aufführungen des Märchenspiels „Weihnachts- Schneeflocken" von Ilse Posseldt am Samstag und Sonntag zeigte unsere Kinderkirche den zahlreich Erschienenen, wie sleihig sie unter der Leitung ihrer Helferin seit Wochen geübt. Was Frau Auguste Burk in Reigen und Bildern, zum Teil felbstschöpferisch, den Kindern gelehrt, konnte sich sehen lassen, und man konnte an diesen lebendigen Schneeflocken, Christkind, Engeln, Frau Holle, dem Rikolaus und den Bauersleuten und Kindern in Tracht nur seine Freude haben. Auch für die Schaffung einer schönen Szenerie hatten sich willige Hilfskräfte gefunden. Selbstlos stellte sich auch ein gutes Instrumentalquartett zur Verfügung in Otto Becker, den Brüdern Karl und Otto Pfeiffer und Gustav Weller. Rach Abzug der Unkosten werden dem Glockenfonds wieder einige hundert Mark zufliehen. a Ober-Lais, 24. Ian. Aus dem Kirch spiel Ober-Lais - Glashütten berichtet die kirchliche Statistik für 1921 folgendes: Die Zahl der evangelischen Trauungen betrug 16, die der Getauften 31. Konfirmiert wurden 23 Kinder, verstorben sind 10 Gemeindeglieder. — Die allgemein erhobenen Kirchenkollekten (in diesem Jahre 16) betrugen 1394 Mark. Die Gesamtsumme der milden Gaben an Vereine und Anstalten evangelisch-christlicher Liebestätigkeit ergab 1354 Mk. An Opfern und Gaben für örtliche kirchlich: Zwecke gingen ein 1150 Mk. Somit betrug dic Gesamtsumme aller Gaben 3898 Mk. Auf den Kops der Bevölkerung des Kirchspiels kommt danach der Betrag von 4 Mk. - Ober-Widdersheim, 24. Ian Wie bereits in einer Reihe oberhessi'ch r Dernembn. so'l nad- Beschlutz des Kirchenvoräandes nach hier eine Evangelisation stattfinden. Evan- celifationsprediger Walther von ‘.BeuerntoirD tom 30 Januar bis 5. Februar täglich abends r.8 11 br in der Kirche zu Ober-Widdersheun Cvangelisations - Dort rüge halten Außerdem werden auch Bibelstanben gehalten werden Evangelisationsprediger Walther ist ein in weiten Kreisen bekannter und beliebter Redner, der sich überall einer sehr gtoben Zu- Hörerschaft erfreut. Gerichtssaal. Berlin, 24. Ian. (WTD.) Der frühere Kriininalwach tmeister und jetzige Privatdetektiv Louis Hauschild ift wegen versuchter Bestechung zu 3000 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Sr bot einem Finanzassistenten in Wilmersdorf 1000 Mk. für jede aus den Steuerakten des Staatsministers Helfferich ab- gesch riebene Seite an. _ Und nun sah Luise wieder wie eine Träumerin, hörte nicht auf die rauschenden Fanfaren, sah nichts von dem Spitzentanz der schonest De- moiselle Rigottmi. Dachte immer an die alte vornehme Frau drüben, hinter deren Stuhl zetzt wieder, hochaufgerichtet, der Sohn starrd. Dachte mit pochendem Herzen: „Ob id> if>r wohl mcht mißfallen habe? Sie war so gütig . . . Iah schvtz ihr dabei die Erinnerung an die eigene Frau Mutter durch- den Sinn. Gütig war die eigentlich nie gewesen. Ader mehr war sie immer: gut war sie. Hatte sich durchgerungen und durchg^qualt mit der Kinderschar, gesorgt für diese, tagaus, tagein, von früh bis spät. An ^harten . und einem gelegentlichen Iagdhied hatte es d nimmer gefehlt — doch immer waren die zur rechten Stund- gekommen. „Menschen hat ftt: a uns gemacht!" dachte Luise unb schloß m Dankbarkeit die Hande ineinander. ..Und wenn ich oer andern, seiner Mutter, heut' vielleich nicht gun8 mißfallen hab', so wird auch das wohl dein BUrt sein . Am nächsten Abend also gab der Moskowiter sein Zauberfest. Am Mittag aber wurden im „Goldenen Lamm" zwei wunderschöne Bukette abgegeben für Frau v. Dachroeden und tfrauletn Luise von Giese. Die zierliche Frau bekam wohl die kostbareren Blumen. Der Strautz für das Fräulein war Heiner; er war nur aus dunkelroten Bosen zusammengestellt — Rosen zur Winterszeit — Als der Wagen schon vor der Tür' hielt und der Herr StaatäminifUr, Exzellenz, etwas ungeduldig auf und abschreitend im Salon ©artete, tarn Frau von Dachroeden zu Luise hrnuber- aehusckt, begutachtete ihre Toilette, das rasa- feibene Kleid und die Flechtenfrisur höchst ernst- f-z-rfr ä£>o aus dem Rosenstrauß die schönste -Blute heraus, holte eine Brillantagraffe herbei und wollte die Rose in Luisens Kor'age befestigen. Die aber wehrte ab, immer heftiger, immer entschiedener. Bis Frau Dachroeden es schließlich ailfgab den Kopf schüttelte und Halo ärgerlich, bald belustigt ausrief: „Mit Pernnssion, Luise Du bist wahrhaftig ein Schaf!" Worauf sie ceibc lachen mußten. So datz der Herr von Humooldt kräftig an die Türe pochte: „Run aber wird's wirklich Zeit. Bedenkt, Latz wir doch nicht nach den Majestäten kommen dürfen." Der Majestäten gab es denn freilich/ int Pa lais des Grafca Ehr ll Rasumowski di? Menge und Masse, und der sonstigen Fürstlichkeiten, Hoheiten, Durchlauchten, Erlauchten so viel, datz von dem einzelnen kaum noch Rotiz genommen wurde. Trumps waren eigentlich nur dir schönen Frauen und schönen Mädchen, die eleganteste Toilette und die schwersten Edelsteine, die größten Perlen. Das gewaltige Treppenhaus herauf in dem ein riesiger erzener russischer 'Adler gleichsam Wacht hielt, wallt? und wogte die farbenpräck.tige Gesellschaft bis zum ersten Stock, wo die Idealgestalt der Austria, ein Meisterwert Tvmasinis aus carrarischem Marmor gemeitzett, den Abschluß bildete. Hier öffneten sich die Prunt- aemächcr, mit orientalischer Pracht ausgOltattet. von hier gelangte man in den fast ubermach.igen Lanzsaal — hier wartete Graf Martinez, um ftch Deutscher Reichstag. 158. Sitzung, nachmittags 1 Ufcr. -Berlin, 24. Ian. 1922. , Das Haus beriet zunächst eine Anzahl kleine Anfragen. „ Aus eine Anfrage des Abg. Bulle iDntl.) gibt ein Regierungsvertreter die Erklärung ab, datz angesichts der allgemeinen Lage und der Kohlenlieferungen an die Entente es leider nicht möglich sei, Tirol und Vorarlberg besser mit Kohlen zu versorgen. UebrigenS fehle es hier eigentlich nur an Qualitätskdhle. Auf eine Anfrage des Abg. Dr. R o e s i ck e (Dnts.) gibt ein Regierungsvertreter Auskunft über die zu gründende grohe Gesellschaft zum Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Alle Interessenverbände, Landwirtschaft. Konsum- vereine, Handwerk und Gewerbe würden daran beteiligt. Das Reich werde mit 25 Proz. beteiligt sein. Sodann wird die Beratung des Reichsschul- gcsehes fortgesetzt. t , Abg. Kunert (11. S.) bedauert, datz nur die Geistlichkeit, nicht aber auch die Eltern- und Lehrerschaft vorher gefragt worden sind. Der Entwurf bedeute eine Auslieferung der Schule an die Kirche. Der Religionsunterricht werde den ganzen Lehrplan beherrschen. Das wäre ein Verbrechen an dem Geiste der Kinder. Redner beantragt, über den Entwurf zur Tagesordnung über zugehen. Abg. Weih (Sem.): Die gestrige Debatte hat gezeigt, wie tief leider noch immer die ken- fessione'len Gegensätze sind. Pflicht des Staates ist, die Schulerziehung nicht nur als Wächter, sondern auch als Träger zu übernehmen. Wie verträgt sich dieser Entwurf des Staatssekretärs Schulz mit de n alten BLDungsre ormer cochalz? Es wird nicht wie früher die Konfessionsschule wieder angestrebt, sondern cuch der llnlerrich'. in anderen Fächern, wie Geschichte, soll konfessionell beeinflußt werden. Wir wollen den Religionrunterttcht nicht beseitigen, aber es gibt crack noch andere Fächer, die geistig und sittlich^ bildend sind. Das Erziehungsrecht und d e Erziehung-pflicht der E.tern wollen wir nid): beeinträchtigen. Rechte und Verpflichtungen zwischen Staat, Kirche und Familie müficn aber genau abgetrennt werden, älnser Ziel ist die nationale Einheitsschule. Staatsselretär Schulz: Bei diesem Gesetz, bas aus schwerer politischer Rot entstanden ist, ist in erster Linie der Politiker, nicht der Pädagoge der Wprtführer. Weder Lehrer noch Bischöfe lind fb:r den Entwurf'befrag! worden. Tw Regierung hat versucht einen Ausgleich zu finden. Zufrieden ist niemand. Man mag aber tic Dinge sich selbst einmal entwickeln lassen Verfassungswidrig ist der Entwurf nicht, wohl eher kann man das Weimarer Schulkompromitz verschieden ausiegen. Der Entwurf ist nicht Werl eines einzest en. Schulkonfere-zen. R.ichskabinttl und Reick r' at haben sich tage.a g mit ihn be sckättigl Trotzdem tat er mir Llnfreundttchltttten in Menge eingetragen. Aber ich werfe die Flinte nicht ins Korn. Abg. Frau Lang-Brumannn (Banv. Bpt) tann fick von de' Gemeinicha tsicku e fein rechtes Bild machen. Di- Tatsache, öae der Entwurf die Bekenntnisschule hintan etzt, genügt für ihre Partei, das Gesetz abzu'.ehrew Abg. Frau Zetkin (Komm.) hält de Vorlage für eine faule Frucht an dem faulen Baum des Schulkompromifses. Sie rühmt das Aufblühen des Volksschu'.wefens SnwietrutzlandS und appelliert an die Massen, den Kampf für das Schulideal deö Proletariats zu führen. Staatssekretä Schulz erklärt der Entwurf sei nur eine Etappe um Rcick schu geletz. ebenso wie das G.undschu ge eh, das lammende Lehrer- bildungsgefey und die Vereinbarungen der Länder mit dem Reich über die Crziehungs» deihilfe. Abg. 2Tolf Hoffmann i Komm. Arbeitsgemeinschaft) meint im Hinblick daraus, datz Staatssekretär Schulz sich e nen Volldar: habe abnehmen lassen, man müsse nich nur äutzcriich, sondern auch innerlich von ihm agen: Mensch, wie hast tu dir verändert! Als Redner sich gegen die christliche Ethik werd.tt. ru t Abg Lav.renz tTtschntl.): Uns wollen Sie cl"r an den La tei n:7:pfahl barg n' Dar.'.u erw-d.rt de 21b i Hoffmann: Wir hingen keinen, tote wollen ßte das Arbeiten lehren! — Damit schlief t die Debatte. Die Vorlage geht an den Bildungsausschutz. Morgen nachmittag 1 älhr Interpellationen, kleine Vottazeit und AusschutzbWichte. — Schlutz gegen 7 älhr. von Frau v. Dachroeden die erste Quadrille, von Luise die erste Mazurka zu erbitten. Er hatte auch weiter vorgesorgt! der Herr Staatsminister mutzte lächeln: denn am den Grafen scharten sich Bekannte und Freunde, junge Kavaliere, und bewarben sich um die übrigen L,änze. Schon klangen vom Innenraum die sützschmeichelnden Klänge der Zigeunerkaprlle, die sich'der Schlotzherr eigens für diesen Abend aus Petersburg verfchrteben hatte. 21ber die Mazurka haben Lutse ^und Graf Martinez nicht miteinander bis zum Schlutz getanzt. Sckon nach der ersten Tüinbc hielt er inne und bat: ..Baronesse, wollen Sie mir nicht ein Viertelstündchen des Plauschens schenken ? ‘ Sic nickte stumm. Das Blut wollte ihr ichon wieder in die Wangen steigen, und das Herz pochte. ^Er führte sie in den Wintergarten, der vtel- leicht das grötzke Wunder in diesem Wunderpalast war Denn er war wirklich ein Garten, ein glasüberdeckter. ricseagrotzer ©arten mitRt.sm- palmen, mit frisch grünenden Rasenflächen, mit Bosketten und Caubengäng:n. mit Nutzenden Blumenbeeten und mit Tarashecken die sttlle abgeschiedene Plätzchen umschlossen, recht zum Plaudern und zum Austausch kleiner oder grotzer Geheimnisse geschaffen — Geheimnisse der Politik, der Intrigen oder der Liebe. Cs schien denn auch, als übe der -Mnttr- garten die grösste Anziehungskraft auf dw Gesell- fchaft aus: mehr fast als der prunk«ide Tanzaal. stieb er all hatten sich Gruppen gcbifte. hier ehrfurchtsvoll um den Zaren, dort um den Kaiser 21. Der Aitikelschreiber wünscht, da" in Zukunft das Schwergewicht der landwirtschastl. Tätigkeit in die Provinzialstellen verlegt werde, um endlich das „Heine“ Bureau in Darmstadt zu erreichen. Aus dem letzten Gedanken erkennt man die Absicht des Artikelschreibers, die einheitliche Zusammenfassung aller Kräfte, die einmütige Vertretung der Gesamtinteresseii der hessischen Landwirtschaft sind ihm unangenehm. Er will haben, datz man wieder die einzelnen Provinzen gegeneinander ausspielt, datz es den entscheidenden Stellen möglich ist, nach Belieben ihre Entscheidung zu treffen, d. h. entweder die Auffassung Starkenburgs. oder die Oberhessens oder Rheinhessens sich zu eigen zu machen. Wer diesen Weg den Landwirten weist, will den Einflut' der Landwirbschaft brechen, will sie wieder zum Spielball der verschiedenen Interessen machen, der will keine einheitliche Vertretung der Interessen Der hessischen Landwirtschaft. Preutzen und andere Länder haben für viel größere Bezirke wie Hessen, nur eine Landwirtschaftskammer, nur in Hessen will man die Zersplitterung, weil man glaubt, mit den einzelnen Provinzen Spielball treiben zu können, mit der Gesamtvertretung nicht. Der gesunde Sinn unserer hessischen Landwirte und die jetzt 15jährige Arbeit der Landwirt- schaftskammer, die den ursprünglichen Gegensatz zwischen den Provinzen überbrückt hat, wird diese schädigende Absicht zu vereiteln wissen." Landwirtschaftskammer keinerlei Schuld trifft, was ebensowenig der Fall ist bei den anderen landwirtschaftlichen Körperschaften. Kommunalverbän- den und Städten Deutschlands, die sich in gleicher Laye befinden, und gegen deren Valutaschulden Diejenigen unserer hessischen Landwirtschaftskammer geringe sind. Dort kümmert sich in der Oeffentlichkeit niemand um die Valutaschulden der Genannten. Riemand wird dort so in den Kot gezogen, wie man es in Hessen gegenüber der Landwirtschaftskammer zu tun beliebt stlnd warum geschieht dies in Hessen der Landwirtschaftskammer gegenüber? Weil sie eine Entwickelung genommen hat, die manchem ein Dorn im Auge ist. Weil an ihrer Spitze Männer stehen mit Erfahrung und Tatkraft, beseelt von dem Gedanken, das Selbst- bewutztsein 6er hessischen Landwirte zu stärken und die Lan6wirtschaftskanlmer wirklich zu dem zu machen, was sie sein soll, eine Vertretung der Gesamtinteressen der hessischen Landwirtschaft. Sie wollen die Einigkeit Der hessischen Landwirte, nicht Zwietracht zwischen grotz und klein, keine Sonderinteressen in den einzelnen Provinzen des Landes, sondern eine einmütige Stellungnahme der gesamten hessischen Landwirtschaft. 19. Datz 6er Artikelschreiber nicht Fachkreisen entstammt ober, wenn es trotzdem der Fall sei, dah er keinen Anspruch hat, als landwirtschaftlicher Berufsgenosse angesehen zu werden, das beweist seine in demagogischer Weise aufgemachte Zahlenberechnung über 6ie Umlagen, die ein Land- wirt ir,:t 50 Morgen Feld auf Grund der neuen Verordnung zu zahlen hat. Wer ein Gut von 50 Morgen Land mit einem Steuerwert einschlietzlich seines Betriebskapitals von 600 000 Mk. einschätzt und dabei noch zum Ausdruck bringt, dah die Bodenwerte heute noch höher und infolgedessen auch der Beitrag zur Landwirtschaftskammer für den fraglichen Zweck ein gröberer als berechnet sei, der ist weder sachverständig noch sachlich. Fünfzig Morgerr Land sollen einen Steuerwert von 600 000 Mark haben, also für den Morgen Land einschließlich Gebäude und Betriebskapital (was wir noch annehmen wollen) nicht weniger wie 12 000 Mark. Welchen Wert haben dann erst die größeren Güter in Oberhessen, und welches Rotopfer. das, wie heute die Zeitungen bringen, neu kommen soll, müßten alle diejenigen in Zukunft bezahlen, wenn diese Einschätzung den Tatsachen entspricht. Die hessischen Landwirte können sich, wenn sich aus der Berechnung des Artikelschreibers Folgen für die hessische Landwirtschaft ergeben, beim Artikelschreiber hierfür bedanken. Wie die Belastung der hessischen Landwirtschaft aber ausfiele, möge aus folgendem ersehen weiden Sollte die Schuld von rund 38 Millionen Mk. allein durch Umlagen, die aber nicht gleichmäßig nach der Zahl der Verbandsangehörigen, sondern nach dem*Steuerwert des Grund und Bodens einschließlich Betriebskapital erhoben, gedeckt werden, und würde man ferner die Abtragung auf eine Reihe von Jahren verteilen, dann hätten für die Abtragung Der Schuld einschließlich der Verzinsung durchschnitllich jährlich zu tragen, berechnet nach der Einschätzung für 1919. die in ihren Grund- Die Hessische Landwirtschafts- Kammer und ihre Schulden. (Schluß.) 17. Der Artikelschreiber behauptet, datz die Versammlungen der Kammer, also Deren Hauptversammlung wie die ihrer Provinzialausschüsse sehr teuer feien. Die Anforderungen für die Hauptversammlung der LanDwirtschaftskammer und ihre Ausschüsse bleiben Dieselben, ob die Geschäftsstellen groß ober klein sind, denn die Versammlungen müssen stattfinden, und von den Mitgliedern der Kammer und ihren Ausschüssen kann man nicht verlangen, baß sie ohne Vergütung der Reisekosten unb bet Tagegelder an diesen Sitzungen teilnehmen. 18. Das für die Landwirtschaftskammer, wie für die hessische Landwirtschaft an sich bedauerliche Ergebnis der Vieheinsuhr aus der Schweiz während des Krieges war es Wohl in erster Linie gewesen, welches dem Artikelschreiber die vielleicht schon lange gesuchte Gelegenheit gab. nun der Landwirtschaftskammer aber einmal einen gehörigen Tritt zu versehen. Hätte er den Mut gehabt, seine Ausführungen, die er ohne Rennung des Ramens der Oeifentlichkeit übergeben hat. im Vortragslurs zu Gießen zu vertreten, dann hätte er auch Gelegenheit nehmen können, die Ausführungen, welche dort vom Vorsitzenden der Lan6- wirtschaftskammer über die Entstehung unb Entwickelung bet Schweizer Schutt) gegeben worden sind, zu hören. Cs liegt keine Veranlassung vor, auf diese Frage heute nochmals eingehend zurückzu- fommen. Man warte die Verhandlungen im Landtag ab, soweit die gegebenen Aufklärungen nicht genügen. Rur das darf betont werden, baß gelegentlich des Vortragskursus der Präsident des Landesemährungsarntes erklärt hat, daß die lagen heute noch gilt: 54 Prozent aller Verbandsangehörigen: im Jahre 1921 17 Mk.. im Jahre 1922 bis 1926 12.50 Mk., vom Jahre 1927 ab 6.90 Mark; weitere 31 Prozent der Verbandsangehörigen würden Durchschnittlich zahlen: im Jahre 1921 44 Mk.. im Jahre 1922 bis 1926 32,50 Mk., vom Jahre 1927 ab 17,90 Mk. Je rascher abgetragen wirb, um so geringer ist ber Aufwand». Denn je länger bic Schuld bleibt, desto mehr Zinsen erfordert sie, je rascher es möglich ist, nicht nur allein durch Erhebung von Umlagen, sondern, wie es in Verbindung mit Den Reichsstellen unb den anderen beteiligten Ländern babsichtigt ist, auf andere Weife die Abtragung zu bewirken, um so verhältnismäßig geringer werben die Lasten für unsere hessischen Landwirte werden. Es darf an dieser Stelle zugleich als Antwort auf die Ausführungen des Artitelschreibers einmal Darauf hingewiesen werden, wie grotz eigentlich die Beiträge der hessischen Landwirts für die „ungeheuren" Verwaltungskosten derLand- wirtschaftskammer sind. Wir machen aber sofort Darauf aufmerksam, datz diese Höchstzahlen an Beiträgen nicht nur den Aufwand an Verwaltungskosten. sondern auch diejenigen für dieDurch- sührung technischer Maßnahmen, überhaupt Den Gesamtaufwand, soweit er nicht durch sonstige Einnahmen gedeckt wird, enthalten. So zahlten jährlich bis zum Jahre 1919: 54 Proz. aller hessischen Verbandsangehörigen nicht mehr wie 2 Mk.. weitere 15 Proz. nicht mehr wie 3 QHf., 16 Proz. nicht mehr wie 5 Mk., 11 Proz. nicht mehr wie 11 Ml. Beitrag zur Landwirtschaftskammer. Mit Eintritt der durch die Geldent- behördliche Anzeigen ßmt>er w IVataer gegrnKatarrh, Husten ui। Mieter-Verein Die Gemeinde Hattenrod beabsichtigt w V •• W V. XJ u 11 U u Lf bietend öffentlich zu versteigern. A e e b, Bürgermeister. 841D 868v der Vorstand 839D Gartenfreunde und Landwirte! Sofort lieferbar Keine Kohlennot mehr! 884D Zch war am ganzen Lewem« Der Vorstand. 0982 Tüchtige Vertreter an allen Orten gesucht. M. 23.00 b.iGeorgWallenfeis^Ä;.a;: 6 Akte. Ferner: ß Akte. Sperrplatten m allen Stärken, sowie Eichen- und 384 Bnchenfurniere empfiehlt billigst Emil S. Müller, Hchmmsabrik, Kietzen., 1. 2. Di. M. Bi. Bi. M. Samenhaus Heinrich Hahn, Gießen Bahnhofstraße, Ecke Wolkengasse. Telephon 1403. Frankfurt, 25. 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U Programm: Langlauf 8 Uhr; Fugend- , und Volkslauf '/,9 Uhr: Militärpatrouillenlauf 9 Uhr: Sprunglauf ' .10 Uhr: Kunstlauf '/,!! Uhr: Damenlauf 11 Uhr; Preisner teilung 12 Uhr; Gemeinsames Mittagessen ‘/sl Uhr. Samstag abend: Gemütliches Beisammensein auf dem Klubhaus Hohecodskopf. Vorbesprechung: Freitag abend '/,S Uhr pünktlich im Gaf^Astoria. Bekanntmachung. Detr.: Ablieferung der Steuerkarten und loser Markenblätter. Die Frist zur Ablieferung der Steuerkarten und loser Markenblätter für die Zeit vom 1. 4. 1921 bis zum 31. 12. 1921 an die Steuererhebestelle ist bis zum 28.2.1922 verlängert worden. (Vergleiche Bekanntmachung vom 9. 1. 1922.) Giehen, Butzbach, Grünberg, Hungen, den 23. Januar 1922. 853D Die Finanzämter. Frische Seefische sowie geräucherte Fische Donnerstag und Freitag eintreffenb. Ferner biete an: Bis marcköeriuge. grosse Nollmäpsc, Essiggurken (grone)r if. Sauer* kraut, sämtliche seinen Kate, Pumpernickel, Preiselbeeren, lose und ausgewogen, usw. 898 C. ®. Ulernhenn, Bahnhofstr. 59, Tel. 66. Stabldrabtmatratzen für jede Bettstelle nach Mai;, an Jedermann. Katalog frei. 21A Blienmöbellabr. Sahl LTh. Gemeindesrauenverein Vortrag von Herrn Pfarrer D. Cremer, Potsdam Freitag, den 27. Januar, abends 8 Uhr im Johannesfaal. Tbcma: „Recht und Pflicht der eigenen, beruf-ständigen Vertretung der evangelischen Hausfrauen/' Um zahlreichen Besuch bittet der Vorstand. Mitglieder anderer Frauenvereine sind herzlich etngeladen.880 habe ich vmch »Cbrond) von OBertntoal Mevtztnal- d? 6 » HC* • 0 drseMst, K' frLtld!A* btS lxchtn alle andern fOWKWö» (uiQCiuanbtcn DNLel /y wwry kJ s»-' oerfaaten. Postaff. U3. / y MB Zurdtachvcvdlg. ti tft tiertfl-Crcnzc zu em- vichlea. Zu Haven irr olle» Spuitu, Drogerien u. Parfümerien An Alle! die eine wirkl. gute Ausbildung für den kauf- tnärtn. Beruf erstreben, ergeht die dringende Mahnung, sich nur an den Fachmann zu wenden und Auskunft einzuholen bei der 873a Hansa- Schule Gießen Seltersweg73. Fernr.821 Priv.'Handelslehranstalt von J. Kunzeimann, Diplom-Kaufmann und Diplom-Handelslehrer. Bis 3. Februar noch täglich Aufnahme für die neuen Kurse. Münster, den 22. Januar 1922 —.....................................Sil Schilling, Fritz Gießen. 82c Heute u. morgen erhalte frische ,„c Seefische August Wallenfels 17 Marktplatz 17 Dveutsche Volkspartei Samstag, den 28. Januar 1922, abends 8 Uhr, in der Neuen Hula: General der Kavallerie Exz.Limanv.Sanders: „VeMjchiand und England in der Türkei" Lichtbildervortrag Jedermann, besonders die Jugend, ist herzlich eingeladen. Vorstand der Iugendgruppe Vorstand der Ortsgruppe Dr. Müller. Prof. Dr. Krausmüller. Eintrittskarten zu 7, 6 und 5 Mk. in der Musikalienhandlung Challier und an der Abendkasse. Stehplatz 3 Mk. nur an der Abendkasse. Studenten- und Schülerkarten 3 Mk. bei Hausmeister Ritter, Universität. Mitglieder der Jugend» gruppe erhalten Karten zu 2 Mk. bei Kaufmann Lembke, Seltersweg 35. 781 v einen Schafbock zum Schlachten Freitag, den 27. Januar, nachmittags 1 !H>r, meistbietend öffentlich zu versteigern. 904D Volkshochschule Gießen Geschäftsstelle: Löberstr. 26IL Sres Vorträge mit Versuchen über: üertamg und Ernährung (Professor Dr. Bürker) am Sonntag, 29. Jan.. 12. und 26. Fehr, jeweils 5 Uhr nachmittag» im Physiolog. Institut, Senckenbergstr. Gebühr für alle 3 Abende 10 Mk. Anmeldung auf der Geschäftsstelle oder vor dem 1. Vortrag. Jedermann ist eingeladen. [876v Gießener Konzertverein Sonntag, 29. Januar 1922, nachm. 5 Uhr. in der neuen Aula der Universität: 7. Konzert Das Kölner Trio Prof.L.ülielU (Klavier), Prof.Bram-EllertngfVioline). B. Famraaan (Cello). Die Trios von Dvorak F-Moll op. 65, Schubert B-Dur op. 99, Brahms C-Moll op. 10L nsv Eintrittskarten: 9, 8, 6 und 4 Mk. bei Ernst Challier und abends an der Kasse, Studentenkarten 3 Mk nur im Vorverkauf beim Hausverwalter der Universität gegen Vorzeigung der Ausweiskarte. AMWVWWU Am Freitag, den 27. Januar 1922, vormittags 10 Uhr, werden im Gasthof ,3ur Traube' in Hungen folgende Gegenstände oersteigett: „ 1 Landauer, 1 Keltertrog mit Mahlstein, 6 Bienenstöcke. HolzbeutelNormalmaß), 1 Kleiderschrank, 1 Sofa, 1 Wellenbadschaukel, verschiedene Haushaltungs-Gegenstände. 902 Bustav Kohlheyer, Hungen. Heute, Donnerstag und Freitag, soweit Vorrat reicht, lebendfrische Nordsee- *»*c SeelMs n.5eeafll .L.brnMeWM. Marie Die glückliche Geburt eines prächtigen Mädels zeigen hocherfreut an Wilhelm Jung und Frau Mariechen geb. Boßler