Ur. 250 Erscheint täglich, anher Sonn- und Feiertag«, mit betSamstaqsbeilage: GiehenerFamNienb lättei Monatliche BejnqsprtlH: Mk. 102. - undMk. 8.- Trügerlohn, durch diePost Mk. 125.-.auch beiNtchl- erscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech- Anschlüsse fürdreSchrip» leitnng 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe«. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. 172. Jahrgang Dienstag. 24. Gttober 1922 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- und Zteindruckerei K Lange. Zchristleltung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchlllstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher obne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v. 27 mm Breite örtlich 600 Pf., auswärts 800 Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Drei,e28OOPf. Bei Platz- Vorschrift 200 0 Aufschlag. Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Die Krise in der Regierung. Berlin, 24. Ott. Die Reichsregierung fetzte gestern nachmittag die CB€fprc« chung"dergesamteninnen°undsautzen- politischen Lage fort. Dabei wurde insbesondere auch die Frage des Devisenver- tehrS erörtert. Rach der Kabinettsberatung empfing derReichstanzler, laut „CßcrL Tageblatt", den Abgeordneten Stinnes zu einer längeren ätnterredung über den zwischen Stinnes und Qubersac abgeschlossenen Wiederausbauver- trag. Um 6 Uhr begann dann die Besprechung des Reichskanzlers mit den Parteiführern. Der Kanzler machte längere Ausführungen über die allgemeine politische Situation und wies auf die außerordentlich schwere Lage hin. Er warf die Frage auf. ob Deutschland in seiner ganzen wirtschaftlichen Verfassung noch in der ßagc sein werde, die Sachlieferungen im bisherigen Umrange zu lei st en. Dr. Wirth sprach Tcrner mit starker Betonung von der Rotwendig- tcit einer Zusammenfassung aller wirtschaftlichen Kräfte des Landes, um über die ungeheuren Schwierigkeiten der nächsten Zeit hinwegzukom- men. Die „Vossische Ztg." glaubt darin einen deutlichen Hinweis des Reichskanzlers auf die Rot wendigkeitderg rosten Koalition erblicken zu können. Sollte die Schaffung der grasten Koalition nicht gelingen, so liege es, wie das Blutt glaubt, in der Absicht des Kanzlers, durch die Bildung einer neuen überparteilichen Regierung aus Persönlichkeiten, die von den Parteien bis zu einem gewissen Erade unabhängig seien, eine innenpolitische Reuorientierung zu schaffen. Die im Anschluß an die Erklärungen des Kanzlers stattfindende Aussprache der Parteisüi rer drehte sich vor allem um die Frage des Deoisenverkehrs. Die der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft angehören- den Parteien waren der Ansicht, dast vor allem die wilde Spekulation verhindert werden müsse. Es dürfe aber keine Ausnahmeverordnung gegen Handel und Industrie erlassen werden, für welche die Devisenbeschaffung unerläßlich sei. Einig war man sich darin, dast eine Umänderung der Devisenverordnung erfolgen müsse. Auch der Reichs- bankprä'ident von Haven st ein erflävte, laut „Derb Tagebl.", dast eine Durchführung der jetzigen Verordnung technisch unmöglich sei. Es wurde schließlich beschlossen, eine Kommission für die Frage des Devrsenverk^hrs zu bilden. Ueber die Getreideumlage wurde in der gestrigen hrterfrat- ticnellen Besprechung nicht gesprochen. Die Besprechung des Reichskanzlers mit den Partei- s ähren soll heute fortgesetzt werden. Mehrere Blätter rechnen mit der Möglichkeit, dast der Reichskanzler in der 'heutigen Sitzung des (Reichstags das Wort zu einer Regrerungs- erilärung über die gesamte Innenpolitik ergreife. Die „Voss. Ztg." glaubt, aus den Erklärungen des Reichskanzlers an die Parteiführer erkennen zu können, dast sich der Reichstag sehr bald vor wichtige polrtische Entschei- düngen gestellt sckhen werde. Der „Vorwärts" schreibt unter der Ucber- schrift „Vor ernsten Entscheidungen": Durch öic Entst düng der Arbeitsgemeinschaft der Mitte hat sich die Parteikonstallation, auf die sich die Regierung stützt, geändert. Es ist schwer zu fugen, ob die Koalition, auf der die gesamte bisherige Regirrungspvlitik geruht hat, eigentlich noch besteht. Die Sozialdemokratische Partei fühlt, dast sich die Widerstände, die sich gegen ihre E i n f l ust- nah m e auf die Regierungsgeschäfte geltend machen, ganz austerordentlich verstärkt haben. Dast der Reichstag morgen, entgegen seinen jetzigen Absichten, sich nicht Verlagen, sondern zum mindesten noch am Mittwoch zusammenbleiben wird, ist ein Zeichen für den Ernst der Situation. De r I i n, 24. Oft. (Priv.-Tcl.) Die sozial- demokratische Reichstagsfraktion billigte gestern abend in ihrer Sitzung einmütig den ton ihren Vertretern bisher eingenommenen Standpunkt. Sie beschloß, im Reichstag eine Entschließung einzubringen, in der die restlose Erfassung der im Inlande vorhandenen Vorräte an Lebensrnitteln, die sich in den Händen der Erzeuger unb des Handels befinden, gefordert wird. Der Reichstag soll die Reichsregierung ersuchen, sofort einen Gesetzentwurf vvrzulegen, durch welchen zur Sicherung der Volksernährung die vollständige Erfassung der wichtigsten Rahrungsrnittel erIriX wird. Berlin, 23. Olt. (Wolff.) Die sozialdemokratische Fraktion des Reichstages hat in ihrer heutigen Fraktionssitzung gegenüber der vom volkswirtschaftlichen Ausschuß borge- schlagen en Vervierfachung des Preises für das Umtagegetreibe beschlossen, an der bisherigen ablehnenden Haltung festzuhalten. Der Deutsche Rrbeiterbund und die Wirtschaftslage. In der Vertrauensmännerverfammlung des Deutschen Arbeiterbundes (Gesamtverband nationaler Arbeiter-Derufsverbände) am 19. Oktober 1922 wurde auf Grund der sich täglich zuspihen- den Wirtschaftslage folgende Entschließung ge° fastt: In langen Entschliestungen versuchen die Sozialdemokratie und die mit ihr verbundenen Gewerkschaften, die augenblickliche Lage dadurch auszunutzen, dast sie einmal versuchen, von den wahren Tatsachen, durch die unsere fortschrei- tendeVereleitdung herbeigeführt wird, abzulenken, 5um anderen sich bemühen, die Rot- Wendigkeit der Erfassung der Sachwerte und dergl. zu begründen. Wir als nationaldenkende Arbeiter weisen mit aller Entschiedenheit eine solche aus agitatorischen von der Sozialdemokratie und der mit ihr verbundenen Gewerkschaften heraufbeschworene Begründung zurück. Rach wie vor stehen wir auf dem Standpunkt, dast nur das Versailler Diktat Schuld an dieser ganzen geschaffenen Lage hat. Dadurch, dast immer mehr Güter — und seien es nur die alle 8 Minuten über die Grenze rollenden Kohlenzüge — der deutschen Volkswirtschaft entzogen werden, must sich ganz von selbst im Staatssäckel bzw. in der deutschen Volkswirtschaft ein immer größeres Loch zeigen, denn die Entwertung der Mark ist eben in der Hauptsache darauf zurückzuführen, dast wir für die abfahrenden Güter keine positiven Einnahmen haben, dast andererseits das Reich selbst gezwungen ist, immer mehr wertlose Roten zu drucken, um an Stelle der umsonst abgelieferten Güter wenigstens Zahlungsmittel im Lande zu haben. Aus diesen hier angeführten Gründen verurteilen wir aufs schärfste die Erfüllungspolitik der Regierung und ersuchen unsere Regierungsvertreter um Abstellung einer solchen Erfüllungspolitik. Erheblich zu kritisieren sind dber auch die Privatabmachungen verschiedener industrieller bzw. Industriegruppen, die ebenso schädlich im Staats- und Dollsinter- esse wirken, wie die Erfüllungspolitik der Regierung selbst. Denn ob wir direkt bezahlen oder ob wir Werte liefern, die wir erarbeiten und auch obendrein bezahlen müssen, bleibt sich letzten Endes gleich. Im übrigen ersuchen wir die Regierung, von sich aus darauf hinzuweisen, dast den verheirateten bzw. Familienvätern größere Einnahmen zugesichert werden, als es bisher geschehen ist. Die Ausgleichszahlungen bis 1923 eingestellt. Berlin, 23. Oft. (Djolfs.) Die Verhandlungen mit den Vertretern der alliierten Aus-- aleichsämter wurden am Sonnabend abgeschlossen. Die Vertreter der beiderseitigen Ausgleichsämter vereinbarten ein Abkommen, wonach Deutschland bis Juli 192 3 von Zahlungen im Ausg leichsverfahren befreit i ft Das Abkommen ist den Regierungen zur Annahme vvrzulegen. Die Entscheidung der Reichsregierung wird im Zusammenhang mit der Regelung der allgemeinen Reparationsfrage zu erfolgen haben. Die Regierung bereitet eine Denkschrift über die gesamte Frage der Ausgleichsverhandlungen vor. die dem Reichstag demnächst vvrgelegt werden soll. Cine deutsch-französische Wiederausbaukonferenz. Berlin, 24. Oft. (WTB) Unter dem Vorsitz des sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten Silberschmidt und des französischen Senators Charpentier begann gestern die deutschfranzoss f e Wiederaufbau- Konferenz, an Le, unter anderen Delegierte der zerstörten Gebiete Rvrdfrankreichs, der Vertreter des französischen Dauarbeiterverbandes, Mitglieder des d rutschen Verbandes für soziale Baubetriebe und der Sekretär der Bauarbeiter- Internationale Keppler teilnahmen. Don der deutschen Delegation wurde daraus hingewiesen, daß die Reparationskommission die Lieferung von 1 600 000 Tonnen aus 1 954000 Tonnen zu erhöhen beantragt habe. Wenn diese Forderung wirklich ausrechterhalten werden sollte, so würden, wie die deutsche Delegation betonte, alle Lieferungen und Sachleistungen für die zerstörten Gebiete wie alle bisher abgeschlossenen Verträge hinfällig werden, da es ganz ausgeschlossen sei, daß von den deutschen Berg- arbeitem höhere Leistungen als die bisher gefahrenen Ueberschichten verlangt werden konnten. Die französische Delegation schloß sich diesen Ausführungen an. Sie gab die Erklärung ab, daß sie sofort nach ihrer Rückkehr nach Paris der französischen Regierung die Tragweite der Kohlenfrage klar machen werde. Die Beratungen der Konferenz werden heute fortgesetzt. Der Kamps in der Reparations- Kommission. London, 23. Oft. (WTB.) Der Pariser Berichterstatter der „Times" schreibt, in der Re- parationskommission sei eine große Schlacht über die einander widersteitenden Pläne Barthous und Dradburtzs im Gange. Der britische Abgeordnete verheimliche nicht feine feste Ueberzeugung, daß, wenn nicht irgendeine entscheidende Aktion aus der von ihm angegebenen Grundlage unternommen werde, dex Ruin bald erfolgen würde. Es würde nicht mehr länger eine Reparationsfrage geben, sondern, wie im Falle Oesterreich, nur noch die eine Frage, was die Alliierten im eigenen Interesse und im Interesse des Allgemeinwohls Europas opfern müßten. Bei einer nichtamtlichen Zusammenkunft am Samstag habe Dradbury der Kommission klar gemacht, daß keine Zeit verloren werden dürfe für die Ergreifung praktischer Maßnahmen, wenn diese nicht zu spät kommen sollen. Der französische Plan scheine das^Problem beiseite stellen zu wollen. Rach Ansicht der Engländer würde jeder Versuch der Kontrolle der deutschen Finanzen den Zusammenbruch nur beschleunigen. Dem Berichterstatter zufolge fehlt es nicht an Anzeichen, daß sowohl die D e l g i e r als die I t a » liener der französischen Auffassung stark zuneigen. Auf der Sitzung am Samstag war der Hauptpunkt der Ausführungen Dradburys, daß der Errichtung der von den Franzosen angeregten Kontrollmaßnahmen juristische Schwierigkeiten entgegenständen, da die Befugnisse der Reparationskommission und des Garantiekomitees streng beschränkt seien. In dem . Mantel des Versailler Vertrages werde ausdrücklich erklärt, daß sich die Kommission nicht in die innere Verwaltung Deutschlands einmischen könne. Der Beschluß der Alliierten vom 5. Mai 1920 scheine diese Auslegung der Alliierten-Dollmachten zu betätigen. Es sei wahrscheinlich, daß, wenn der französische Standpunkt siege, die britische Delegation die Verantwortung für die von ihr nicht gebilligten Maßnahmen ablehnen werde. D^s würde zu einer Schwächung der Stellung des Garantieausschusses führen. Das deutsche Ansehen in Stockholm. Stockholm, 22. Oft. (Wolff.) Das Linienschiff „Hannover" hat heute mittag Stockholm verlassen. Gestern nachmittag hatte der Kommodore p. Rosenberg an Bord zu einem Empfang eingeladen. Am Äbend fand in Anwesenheit des Königs in der Oper eine Fest- vorstellung statt. Auf dem an die Vorstellung anschließenden Empfang beim deutschen Gesandten sprach Sven Hedin namens der schwedischen Gäste und schilderte die Eindrücke seines letzten Besuches in Deutschland, man müsse die Deutsche Ordnung, den Fleiß, "die Energie und die Treue bewundern uni> er lei von einer glücklichen Zukunft Deutschlands überzeugt. BonarLawsUnterstützung durch die Konferenz derKonservativen. London, 23. Oft. (WTB.) Die heutige Konferenz der Konservativen im Hotel Cecil, nach deren Beendigung Bonar Law erklärte, daß er die Aufgabe der Regierungsbildung übernähme, begann mit einer Rede Sir George Boungers, der die Wahl Donar Laws zum Führer der fonservativen Pqr- tei warm befürwortete. Hierauf wurde die Wahl Donar Laws von Lord Curzon vorgeschlagen und von Stanley Daldwin unterstützt. Die Wahl erfolgte einstimmig. Donar Law erklärte, die Aerzte hätten ihm gesagt, daß er die Last des Amtes des Premierministers übernehmen konnte. Seine Politik legte er mir kurz dar. Als die führenden Punkte bezeichnete er, wen iger len der Welt und größeres Zusam» Abenteuer in den verschiedenen Tei- menwirken mit den Alliierten. Donar Law sagte noch, anscheinend bezugnehmend auf die Tarifrefvrm, es sei jetzt nicht die Zeit, große Pläne vorzubringen, die für das Reich förderlich sein könnten, wenn sie ihm auch nicht so sehr am Herzen lägen. Man müsse eine Periode der Ruhe statt heftiger Streitigkeiten erhoffen. Die Einzelheiten seines Programms werde er erst am Samstag in Glasgow mitteilen. An der Konferenz nährn keiner der unionistischen Führer teil, die Lloyd George unterstützt hatten. Donar Law drückte jedoch die Hoffnung aus, daß die Unioniflen, die in der Sitzung im Carlton-Klub für die Koalition stimmten, sich mit den unionistischen Drüdern zusammenschließen und als vereinigte Partei vor das Land treten würden. Er appellierte an alle Richtungen der konservativen Partei, zusammen- zuarbeiten und erklärte, sie hätte sehr gute Aussichten, bei den nächsten Wahlen eine beträchtliche Mehrheit davonzutragen. London, 23. Oft. (WTD.) Dem „Star" zufolge geht in politischen Kreisen das Gerücht um, daß Donar Law beschlossen habe, die Wahlen am 15. Rovember stattfinden zu lassen. „Daily Expreß" zufolge wird der Absicht des ehemaligen Schahkanzlers Mac Kenna, für Donar Law einzutreten, ein großer Einfluß auf den Ausgang der Reuwahlen in der City und im Lande beigemessen. Die Orientfriedenskonferenz. London, 23. Oft. (WTD.) Reuter veröffentlicht eine Information, in der erklärt wird, es sei unzutreffend, daß die brittsche Regierung den Aufschub der Orientfriedenskonferenz, die auf den 13. Rovember festgesetzt war, und die in Lausanne stattfinden sollte, vvrgeschlagen habe. Die britische Regierung werde einen Antrag auf Vertagung nicht stellen, außer wenn unvorhergesehene Ereignisse eintreten. Internationaler Freihandels- Kongreß. Frankfurt a. M., 23. Oft. (WTD.) Der Internationale Freihandelskongreß wurde heute vormittag im Bürgersaale des Römers mit einer Degrüßungsansprache des geschäftsführenden Vorsitzenden des Deutschen Frei- Handelsbundes Dr. Kvtzenberg (Frankfurt a. M.) eröffnet, in der er mit besonderer Wärme den greifen Lord Sheffield begrüßte, der zuerst die Inttiattve ergriffen habe, um diesen Kongreß nach Deutschland einzuberufen, der auf eine Verständigung im internationalen Wirtschaftsleben gerichtet sei. Unter lebhaftem Beifall wurde dann Lord Sheffield auf einen Vorschlag von Staatssekretär a. D. Dernburg zum Vorsitzenden der Tagung gewählt. Den ersten Vortrag hielt, nachdem Lord Sheffield in seinen Dankes- Worten dem Wunsche Ausdruck verliehen hatte, daß die Welt endlich zum Frieden gelangen möge, Reichstagsabgeordneter Keinath über die Freiheit der Wirtschaft, in dem er die Forderung aussprach, daß die nationale Wirtschaft von den ihr auferlegten Fesseln befreit werden müsse. In Genua sei ein Meilenstein in der Erkenntnis der Staatsmänner erzielt worden, jetzt müsse ein Fortschritt in der Erkenntnis der Volker erzielt weiden. An Stelle des verhinderten Sir Hugh Dell verlas Mr. Hobson Ausführungen Dells über Inter national Free Trade in Relation to International Obligation^, während Reichsminister a D. Goth e i n über Valuta und Freihandel sprach. Rach- dem noch Lord Deauchamp m einem ausführlichen Referat Anti-Dumping-Maßregeln erörtert hatte, wurde ein schriftlicher Bericht von F. W. Hirst über Freihandel und Kriegsschulden an Amerika zur Kenntnis genommen. An der Diskussion beteiligten sich besonders Staatssekretär Dr. Dernburg, Minister Südekum und Professor Dr. Dietzel- Bonn. Aus dem Reiche» Die Ruhegehaltsverhältnisse des Reichspräsidenten. De r l i n, 23. Oft. (WTD.) DerReichS- rathat die Gewährung eines Ruhegehaltes für den Reichspräsidenten beschlossen, und zwar im ersten Jahre nach seinem Ausscheiden, im sogenannten Liebergangsjahr, drei Viertel seiner Dezüge, mit Ausnahme der Repräsentationsgelder, weiterhin die Hälfte der Dezüge. Die Bezüge der Hinterbliebenen werden nach dem Beantten- hinterbliebenengesey geregelt. Hugo Stinnes. Derlin, 24. Oft. Mehreren Blättern zufolge hat HugoStinnes etwas mehr als ein Drittel des zur Zeit etwa 110 Millionen betragenden Aktienkapitals der Berliner Handelsgesellschaft erworben. Dankbeamtenftreik in Hamburg. Berlin, 23. Oft. (WTB.) Die Ham- burger Bankangestellten sind heute nachmittag in den Üeber stunden st reif getreten, um eine Aufbesserung der Oftober- gehälter über den Schiedsspruch hinaus zu erzwingen. Der Streifparole wird von dem größeren Teile der Angestellten Folge geleistet. Trotz der Schwierigfeiten sind die Danken bemüht, solange als möglich dte Danfbureaus für den Verkehr offen zu halten. Sie lehnen bis auf weiteres die Ausführung von Giroüberweisungen unter je 100 000 Mark ab. Ein Verfahren gegen Pfarrer Traub? Derlin, 24. Oft. Der Sozialdemokratischen Korrespondenz zufolge ist vom Oberreichsanwalt beim Staatsgerichtshofe zum Schutze der Republik gegen den Pfarrer Traub ein Verfahren wegen Beleidigung des Reichspräsidenten eingeleitet worden. Deutscher Reichstag. 263. Sitzung, nachm. 2 llfjr. Berlin, 23. Oft. Auf der Tagesordnung steht eine Interpellation aller Parteien, mit Ausnahme der Kommunisten, die Einspruch erhebt gegen das Vorgehen der interalliierten Rheinlandskommission im Falle Smeets. Die Interpellation fordert die Reichsregierung auf, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln daraus hinzuwirken, daß das von der Rheinlandskommission ausgesprochene Verbot rückgängig gemacht und die deutsche Rechtspflege im besetzten Gebiet in Zukunft vor Störungen und Vergewaltigung geschützt wird. Rachdem sich Reichskanzler Dr. Wirth zur sofortigen Beantwortung bereit erklärt hat, begründet Abg. S o l l m a n n (Soz.) die Interpellation. Es sei ein unerhörter Zustand der Rechtsunsicherheit, wenn die Ehre der Republik und ihrer Vertteter schutzlos einem Zeitungsmanns preisgegeben sei, der über einen Schuhbrief der Desahungsbehörden verfüge. Die rheinische Bevölkerung könne die Gewaltherrschaft der Besatzungsarmeen nicht mehr ertragen. (Beifall.) Abg. Dr. Lauscher (Ztt.) bezeichnet die Zustände im besetzten Gebiet als aller Kultur und allen Rechtsbegrisfen hohnsprechend. Gegen die Willkürherrschaft der Rheinlandskommission erhebe die rheinische Bevölkerung vor der gesamten Kulturwelt laut und feierlich Protest. (Beifall.) Abg. Dr. Woldenhauer (D.Dpt.> schließt sich dieiem Protest an. Unter der Herrschaft der Rheinlandskommission sei im besetzten Gebiete die Souveränität des Rechts tatsächlich auf gehoben. Angesichts der Förderung aller Hochverräter durch die Rheinlandskommission könne man die französische Versicherung nicht mehr ernst nehmen, daß Frankreich nicht die Lvsreißung der Rheinlande erstrebe. (Deifall.) Abg. Dr. Mumm (Dntl.) begrüßt es mit großer Freude, daß in dieser Frage von nationaler Bedeutung eine Einheitsfront von rechts bis lmks hergestellt fei. Das Auswärtige Amt solle die auswärttge Presse darüber aufflären, daß die rheinische Bevölkerung allen LosreißungS- plänen den schärfsten Widerstand entgegensetze. Die hier geschaffene Einheitsfront sollte sich auch bei der Abwehr der uns angesonnenen Finanz- skaverei bewähren. (Deifall.) Abg. Erkelenz (Dem.) bezeichnet die Entscheidung der Rheinlandskommission als einen glatten Rechtsbruch aus politischen Gründen und einen Schlag ins Gesicht für die rheinischen Richter. Die gaiize Well sei jetzt darüber aufgeklärt. Safbte ryettiMM^PcwSkfteKvewegung nvr unter dem -Schutze französischer Bajonette gedeihen könne. Die chemische Bevölkerung wende sich mit grober Verachtung von den Vaterlandsver- rfiter» ab. 2lbg. Deerman (Bahr. Vpt.): Je mehr die chemische Bevölkerung bedrückt wird, um so lauter wird in ihren Herzen der Ruf hallen. Fest steht und treu die Wacht am Rhein! Reichskanzler Dr. Wirth: Auch die Regie- «rung betrachtet die Entscheidung der Rhcinland- kommisswn als einen schiveren Eingriff in die Freiheit und Unabhänigkeit der deutschen Rechtsprechung, der nicht widerspruchslos hingeiwrnrnen werden kann. Durch diese Entscheidung wird die Ehre des Reichspräsidenten auf deutschrrn Boden preisgegeben. Es wurde eine Rückkehr zur Kabi- nettsjustiz vergangener Jahrhunderte sein, wenn eine Politische Körperschaft das Urteil eines unabhängigen Gerichts anullieren könne. Dic Reichsregierung hat bei den Regierungen der alliierten Mächte nachdrückliche Vorstellungen gegen die Entscheidung der Rheinlandkoinmission erhoben und daraus hingewiesen, daß der Reichspräsident sich dadurch nicht nur in seiner Eigenschaft als Staatsoberhaupt, sondern auch als Staatsbürger verletzt fühle. Ebenso wurde Einspruch erhoben gegen die Beleidigung der Richter, welche in der Entscheidung der Kommission liegt. Eine Antwort der alliierten Regierungen steht noch aus. Ein kommunistischer Antrag cmf Besprechung der Interpellation findet keine Unterstützung. Angenommen werden sodann die R o v e l l e zum Reichswahlgeseh, wonach die Stimmzettel die Parteibezeichnung enthalten dürfen und ebenso die Abgabenordnung über den Kaiser-Wikhelm- Kanal in allen drei Lesungen. Es folgt die zweite Beratung zur Ergänzung des Besoldungsgesetzes und des Rachtragsetats. Rach längerer unwesentlicher Debatte wird in der Frage der Ortszuschläge die Regierungsvorlage wieder hergestellt, vn übrigen wird die Vorlage nach den Beschlüssen des Ausschusses angenommen. Angenommen wird weiter eine Entschließung, wonach bei der Ausbesserung der 'Bezüge bk Beamten in den Grenzgebieten besonders berücksichtigt werden sollen. Die Vorlage wird sodann auch in dritter Lesung angenommen und hierauf die am Samstag abgebrochene Debatte über die Angestellten- Versicherung fortgesetzt. Abg Giebel (Svz.) beantragt über die Aufhebung der Gehaltsgrenze und über den Antrag. daß Zweidrittel der Beiträge vom Arbeitgeber zu leisten sind, namentliche Abstimmung. Antrag Teusch (Zentr.) auf Wiederherstellung der Gehaltsgrenze wird mit 173 gegen 164 Stimmen angenommen. Demgemäß setzt der Reichsarbeitsminister mit Zustimmung des Reichsrats die Iahresarbeitsverdienstg lenze fest. Angenommen wird weiter ein Antrag der Volkspartei, wonach weiblichen Mitgliedern bei ihrer Verheiratung bk Hälfte der eingezahlten Beiträge zurückerstattet wird. Ein Antrag Dauert (Zentr.) auf lebenslängliche Anstellung der Direktoren und höheren Beamten wird mit 230 gegen 126 Stimmen abgelehnt. Die Mitglieder des Direktoriums werden somit auf höchstens 12 Jahre vom Reichspräsidenten ernannt, während die sonstigen Beamten des höheren Dienstes lebenslänglich angestellt werden. Antrag Giebel, den Arbeitgebern Zweidrittel der Beiträge aufzuerlegen, wird mit 202 gegen 144 Stimmen ab- gelebnt. Ein volksparteilicher Antrag, das Gesetz am 1. Rovember in Kraft treten zu lassen, wird angenommen. Die endgültige Ächstirnmung erfolgt in der dritten Lesung. p Sodann wird die zweite Beratung des Gesetzes über Veränderung der Loh npfän- dungsgrenze mit ber Maßgabe erledigt, daß die Pfändungsgrenze mit 120 000 Mk. bestehen bleibt. Es folgt die zweite Beratung des Gesetzes über die G e t r e i d e u m l a g e. Rach den Ausschußbeschlüssen beträgt der Preis für das erste Drittel ber Umlage für Roggen 28 300 Mk., für Weizen 30 300 Mk., für Gerste 27 000 Mk., für Hafer 25 500 Mk. je Tonne. Das zweite und dritte Drittel der Umlage soll anstatt in zwei Fristen in vier Fristen geliefert werden. Abg. Krätzig (S.) beantragt eine Entschließung, wonach die Regierung sofort restlos die wichtigen Rahmngsmittel in den Händen der Erzeuger erfassen soll. Abg. Herne ter (D.-R.) begründet einen Antrag, wonach nicht nur Original-Saatgut, sondern auch anerkanntes Saatgut von der Umlage frei bleiben soll. Reichsminister Fehr unterstützt diesen Antrag soweit, als Saatgut für die Frühjahrsbestellung in Frage kommt. Abg. Koenen (K.) beantragt, die Umlage auf 41/2 Millionen Tonnen zu erhöhen und den Umlagepreis nicht zu steigern, sondern vielmehr für das ganze Jahr festzusehen. Der Antrag Demeter wird sodann mit der ihm vom Minister Fehr gegebenen Einschränkung angenommen und die Vorlage sodann in ber Ausschußfassung unter Ablehnung aller übrigen Die Herweghs. Eine rechtsrheinische Geschichte fron Li esbet Dill. 21. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) „Hawe Sie's gehört, Frau ©ilbereifen ?“ toanbte sich Fräulein Schmidt, welche keine Gelegenheit, Ernsts Ruhm zu verkünden, unbeachtet Vorbeigehen lieh, zu der Servierfrau, welche Kaffee einschenlte. Alle wunderten sich, weniger über die Gröhe ber Steine einer russischen Fürstin, als daß diese Dame Ernsts feuerfesten Schrank für sicherer hielt wie em Stahlfach beim Bankier, und noch am selben Abend sickerte die Geschichte von dem fürstlichen Schmuck weiter durch die vielen kleinen Aederchen und unsichtbaren Leitungen wie das Quellwasser, das die Stadt speist. Der 24. Dezember wurde stets bei Herweghs in c^r Marnzer Straße gefeiert. Frau von Her- wegh hatte schon wochenlang vorher Marcipan und Lebkuchen gebacken, das Haus duftete nach Pasteten, in ber Küche half ber Lümmel Trina Karpfen putzen. Im Salon steckte Lutz, der zu den Festtagen aus Marnz herubergekommen war. die Lichter auf den Baum, Liane sah im Frisiermantel in ihrem Zimmer und kämmte ihr goldenes Vlie« Sie sah zerstreut und schon im voraus etwas ermüdet aus von den kommenden Familie Am ersten Feiertag war man bei Kolkins, am zweiten bei Generals, am dritten bei f>m jungen Ehepaar. Sie hatte der Tessy abschrelden müssen: Anträge angenommen. Auch den Ausschuhent- schliehungen stimmt bas Haus zu, lehnt dagegen die Entschließung ber Sozialdemokraten auf Erfassung ber wichtigsten Äahrungsmittel bei ben Erzeugern ab. Rachdem das Gesetz über die Lohnpfändung dann noch in dritter Lesung angenommen ist, vertagt sich bas Haus auf morgen vormittag 11 Uhr: Anfragen und ausgefallene 3. Lesungen, darunter auch die ber Getreideumlage. Schluß 81/2 Uhr. Aus Stadt und Land. G i e h e n, den 24. Oktober 1922. Zur Einschränkung des Brotkartenbezugs. Sine wichtige Erklärung des Reichsernährungsmini st ors. Rach einer Auskunft des Reichs- ernährungs Ministers ist es unzulässig, gegebenenfalls strafbar, wenn Haushaltungen, die nach den Bestimmungen der Verordnung über den Bezug von'Marken- brot auf freies Brot zu verweisen sind, für ihre Hausangestellten Brotkarten in Anspruch nehmen. Die Haushaltungen sind entweder in Gesamtheit mit Markenbrot zu versorgen, oder in Gesamtheit zum Bezüge freien Brotes verpflichtet. Dis Haushaltungen, die nicht markenbrotberech- tigt sind, müssen auch auf Brotkarten für ihr Hauspersonal verzichten oder sie, soweit sie sie schon erhalten haben, zurückliefern. Was braucht der Reisende beim Grenz- üvertritt nach und von Deutschland? A. Bei ber Einreise a) Als Ausländer: Paß und beutschen Sicht vermerk, als Deutscher: Paß. b) Für. Zahlungsmittel über 20 000 Mk. und Metallgeld eine Bescheinigung der Grenz- zollstelle. c) Für nicht einfuhrfreie Waren Einfuhrbewilligungen. d) Für Gegenstände von größerem Wert, besonders Schmuck, Bescheinigung bec Grenzzollstelle. B. Be i der Ausreise. a) Pah und deutschen Sichtvermerk oder, sofern ber Reisende in Deutschland seinen Wohnsitz oder dauernden Aufenthalt hat, statt des Sichtvermerks eine finanzamtliche Unbedenklichkeitsbescheinigung b) Für Zahlungsmittel über 20 020 Mk. und Metallgeld Bescheinigung ber Gcenzein- gangszollstelle (f. oben unter A QI Df. b) ober schriftliche Genehmigung eines deutschen Finanzamts. c) Für nicht ausfuhrfreie Waren eine Ausfuhrbewilligung. d) Für bei der Einreise mitgeführte Gegenstände von größerem Wert. Bescheinigung der Grenzeingangszollstelle (f. oben unter A Qlbf.d). ** Der Minister des Innern von Brentano besucht, wie uns mitgeteilt wird, in diesen Tagen die Provinz Oberhessen, um durch persönliche Fühlungnahme mit staatlichen Behörden und gemeindlichen Vertretungen Eindrücke über die derzeitigen Verhältnisse in Stadt und Land zu gewinnen. Solche Informationsreisen können zweifellos geeignet fein, die Ausgaben der Verwaltung von Land. Provinz und Gemeinden zu fördern. Die Reise beginnt heute in der Pro- vinzialhauptstadt Gießen und erstreckt sich aus die Kreisstädte und größeren Ortschaften der Provinz. < D i e neuen Züge auf der Strecke Gießen—Fulda, von denen wir gestern berichteten, verkehren nicht vom 25. ds. Mts-, sondern erst vom 3 0. O k t 0 b e r ab. Der Zug Fulda- Gießen fährt in Fulda 1.26 Uhr ab und trifft um 4.27 Uhr in Gießen ein. Der Gegenzug fährt ab Gießen um 3.40 Uhr und kommt um 6.30 Uhr in Fulda an. Die Züge halten auf allen Stationen. ** Eine weitere Erhöhung der Kohlenpreise und die Freigabe von Kohlenmarken werden im heutigen Anzeigenteil bekanntgegeben. ** Von der P 0 st werden fortan Freimarken zu 30 Mark in Bogen in brauner Farbe mit gelblichem Unterdrück ausgegeben. Die Postanstalten haben vom Reichspostministe- rium Mitteilung erhallen, daß sie die neuen. Freimarken von der Reichsdruckerei beziehen können. — Die Gebühr für die Anstellung umfangreicher Nachforschungen im Post-, Postscheck- und Telegraphenbetrieb ist auf 56 Mk. für Leistungen bis zur Dauer einer Stunde er- ■JBwcwBWiii im»; „Ich muß Familie simpeln." Plötzlich läutete das Telephon, und sie hörte ihre Mutter im Hausflur sprechen. Dann kam diese herein, ganz blaß und verstört. „Liane " sagte sie, „ich weiß nicht, mir ist so angst . . .“ Liane drehte sich um und sah ihre Mutter an, die noch die weiße Backschürze trug. „Warum angst?" „Ich weiß es nicht . . . Vorhin klingelt das Telephon, und mir war, als hätte ich Ernsts Stimme gehört, aber es war nur der Fischmann, ber fragte, ob die Karpfen eingetroffen wären." „Run, das ist doch kein Grund zum Erschrecken," sagte Liane, während sie das Licht unter der Brennschere anzündete. „Ich weiß nicht, mir ist so angst, es sei Ernst etwas geschehen. Es gibt Ahnungen." „Dann ruf ihn doch einfach nochmal an," riet Liane. Das hatte sie ja auch schon getan, aber feine Antwort erhalten. „Er wird stark beschäftigt sein heut, Mama." Frau von Herwegh schüttelte den Kopf und ging wieder nach bet Küche. Man.wartete schon seit einer Stunde auf die jungen Herweghs. Die Lichter am Baum wurden wieder ausgelöscht Liane stand am Fenster und schaute auf die neblige Straße. Der Tisch war festlich gedeckt und Frau von Herwegh ging unruhig hin und her. Lutz saß in der Sofaecke, rauchte eine Zigarette nach der andern und las ..Morale galante ou l’art de bien aimer", ein Buch, dem man ansah, daß cs schon andere Leser intcr- cssd.-i t hatte. In ber Bratpfanne zischte die Weihnachtsgans. und bas Punschwasser fang unter höht; darüber hinaus wird für jede angefangene Viertelstunde der Betrag von 14 Mark angesetzt. Im Fernsprechbetrieb kommt diese erhöhte Gebühr bereits seit 1. Oktober infolge der allgemeinen Erhöhung der Fernsprechgebühren um 600 Prozent zur Anwendung. A Zentrums Versammlung. Im Katholischen Vereinshause fand am Sonntagabend eine öffentliche Zentrumsversammlung statt, in der Landtagsabg. Hoffmann-Alzey über die Zentrumspolitik im Reich und in Hessen berichtete und auf die Bedeutung des 19. Rovember für Gemeinde, Kreis und Provinz hinwies. Er streifte Lurz die Pvlitii des Reichskanzlers Dr. Wirth und beutete auf die innerpolitische Lage hin, die durch den Rathenaumord verursacht worden ist. Im weiteren Verlauf seiner Rede täm er auf die Stellungnahme des Zentrums zum Fall Borne- mann. zum Schulausfall am 1. Mai und zur Erweiterung der Koalition durch Eintritt ber Deutschen Vvllspartei zu sprechen. Hinsichtlich des Vorgehens gegen die Abgg. Dingeldey und Osann sei kein Wort scharf genug, um solche Vorkomnmisse zu kennzeichnen. Leider aber sei durch diesen Vorfall die Kluft zwischen Sozialdemokratie und Deutscher Volkspaltei wieder vergrößert worden, so daß wohl in nächster Zeit kaum an eine Erweiterung ber Koalition nach rechts zu denken sei Uebcr die Kommunalwahlen erstattete Stadtv. Goerz Bericht und wies beson- jberö auf die Schwierigkeit des diesmaligen Wahlaktes hin, da gleichzeitig drei Wahlen zu tätigen seien. Rur größte Aufmerksamkeit könne eine Verwechslung ber entsprechenden Stimmengattung und Umschläge verhindern. In ber barauffolgenden Aussprache kritisierte Kaufmann Weißbäcker das Verhalten der Stadtverordnetenversammlung wie auch der Verwaltung Hinsichtlich des Wohnungsbaues, ber Straßenreinigung und der Müll- abfuHr. Er regt an, die aus den Kaminen des Gaswerkes unnütz heransschlLwenden Flammen zu Hcizungsz wecken öffentlicher Gebäude zu verwenden. Aus diese Einwendungen ging ber Leiter der Versammlung, Stadtv. Goerz näher ein and berichtigte sie. In seinem Schlußwort richtete er einen Appell an die Zentrumswähler, am Tage der Wahl ihre Schuldigkeit za tun. ** Einreiseerleichterung nach Polen. Während bis vor kurzem die polnischen Konsulate Anträgen von Ausländern zur Einreise nach Polen erst nach vorheriger Zustimmung des polnischen Außenministeriums in Warschau stattgeben durften, ist. wie eine Rachrichtenstelle mitt.ilt, diese Bestimmung seit kurzem dahin ab- ge .rtbert worden, daß die polnischen Konsulate mqewiesen worden sind, solche Einreifeanträgs selbständig zu entscheiden und bei nachgewiesener rein geschäftlicher Reise, welche dem Handelsverkehr zwischen Polen und dem Auslande bienen soll, weitestgehendes Entgegenkommen zu bezeigen. ** Das Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, bringt in seinem gegenwärtigen P-ograinm zwei Filme zur Vorführung, die von ©eelenleiben schuldlos in Rot und Bedrängnis geratener Frauen handeln. Mazda Sonja bietet als Hauptperson in „Wahn und Wirren" die ergreifende Darstellung des Untergangs einer unglücklichen Frau. „Der Schatten der Vergangenheit" erzählt ebenfalls von großen seelischen Qualen, führt aber nicht zu einem tragischen Ende, sondern schließt mit der Aussicht auf ungetrübtes Glück für die Heldin, die von Gertrud Welker lebenswahr verkörpert wird. Borrwtizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater, 7 Uhr: „Der Düvgergeneral" und „Der eingebildete Kranke". — Stadttirche, 8 Uhr: Oesfentlicher Vortrag über „Die Rätsel der Welt-> legierung". — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „In Wochn und Wirren" and „Der Schatten ber Vergangenheit". — Aus dem Stadttheaterbureau. Auf vielseitigem Wunsch ist noch für Oktober eine Kindervorstellung angeseht worden unb zwar für Sonntag, den 29. Oltober. nachmittags 3 Uhr. „Frau Holle", weil dieses Märchen noch ziemlich in der alten Besetzung, in ber es vor zwei Jahren so sehr gefallen hat, gegeben werden kann. — Grillparzers Trauerspiel „Des Meeres und ber Liebe Wellen", das seit der Spielzeit 1913/14 hier nicht mehr gegeben worben ist, kommt am nächsten Freitag in neuer Einstudierung zum ersten Male zur Wrfführung. Die Rollen ber Hero und des Leander werden von Fräulein Keller und Herrn Fromman, dem neuen jugendlichen Helden, gegeben. — Zu einem Vortrag über die Volkshochschule, ihr Wesen und ihr Ziel am Mittwoch abend im Kaufmännischen Vereinshaus haben in unserer gestrigen Ausgabe der Deutfchnationale Handlungsgehilsenverband, ber Gewerkschaftsbund der Angestellten und der Zentralverbanb der Angestellten eingelaben. — Volksunterhaltungsabend. Der Evangelische Arbeiterverein, dessen vorjährige Aufführung von Anzengrubers „Meineidbcmer" iitwur» ■■Hin la«««™ der Teemaschine. Plötzlich klingelte es wieder, und Emsts Stimme war am Telephon hörbar. Er bat um Entschuldigung, er habe eine wichtige Abhaltung gehabt, sie kämen in einer halben Stunde. Ohne weitere Erklärungen zu geben, brach er ab. Liane und Lutz sahen sich an. „Eheliches Zerwürfnis, erster Akt," bemerkte Lutz. „Wie stehn sie denn eigentlich miteinander in puncto amons?“ Liane zuckte die Achseln, „Gretes Wohlbefinden hängt von dem Gelingen der Unverzagtschsn Toiletten ab, und von einem Philister wie unserem Ernst kann man nur erwarten, daß er sich im Schoße der Familie glücklich fühlt." — „Ra ja," meinte Lutz, vertieft in die Geschichte der Donna von Avales, der Prinzessin aus Reapel, die von ihrem Gatten, dem Prinzen von Benusa, der sie mit ihrem Geliebten, dem Grasen Andriane, überraschte, getötet wurde. „Die waren grausamer wie wir. Ich bin Überzeugt, Emst würde milder denken." „Wenn du dich nur nicht darin täuschest, Lutz," meinte Liane, die ihren Rägeln rosige Farbe verlieh. Lutz schwieg. Die Korrespondenz mit seiner Schwägerin war eingeschlafen, feit er interessantere Gegenstände in Mainz für seine Verehrung gefunden hatte. Immerhin freute er sich auf Grete. Es bestand zwischen ihnen eine Gemeinschaft, die man nicht erklären kann, nicht einmal durch das abgedroschene Wort von den Gegensätzen, sie sich magnetisch anziehen. „Das ist auch so eine falsche Münze, die man über die Liebe geprägt hat," sagte Liane. „Diese Gegensätze! In eine lebenslängliche Ehe verpflanzt, können sie nur Reibungen und Kämpfe ergeben, weiter nichts." noch in Srtnnerunc steht, wird am oonrtrag einen ähnlichen Volksunterhaltungsabend veranstalten, wobei Gerstäckers Drama „Der Wilderer" zum Besten der Elisabeth-Kleintinder- schule zur Aufführung gelangt. (Siehe Anzeige.) Wettervoraussage für Mittwoch: Meist trüb und wolkig, trocken, falt, nördliche Winde, Aachtfrvst. Der hohe Druck hat wieder ostwärts Raum gewonnen, so daß das Wetter trocken bleiben wird. Doch rufen' die Randbildungen des tiefen Drucks über Frankreich Trübung hervor. ' Landkreis Gietzerr. gck. G r 0 ß e n - B u s e ck. 23. Ott. Bei der unter starkem Andrang auch von auswärts -- stattgehavten O b st v e r st e i g e r u n g wurde ein Erlös von etwa 150 000 Mk. erzielt. Vielfach wurde die preissteigernde Wirkung der Händlergebote mißliebig bemerkt. Durch Reuümpflanzun- gen in den letzten Jahren ist die Gemeinde bestrebt, diese ergiebige Einnahmequelle zu verstärken. - Unter Leitung von Frl. Mutsch I e r begann heute ein Haushaltungs- turfuö, an dem 20 Mädchen teilnehmen. Angesichts der Bedeutung dieses Unternehmens füi Die Fortbildung der weiblichen Jugend übernahm die Gemeinde bereitwilligst die Kosten für die Heizung. — Zu den Gemeinderatswah len wurden zwei Listen eingereicht, eine von der Sozialdemokratischen Partei, die andere von dem Dürgerverein. rt Lich, 23. Oft. In der Dorbereitung der Gemeinderatswahl gehen hier die Interessen sehr auseinander. Außer der sozialdemokratischen Liste und dem bürgerlichen Wahlvorschlag soll es noch eine besondere Beamtenliste und eine Einheitsliste geben. * Münster, 23 Ott. Der in unserem Orte geplante Schul st reif als Protest gegen die Besetzung der hiesigen Lehrerstelle durch einen nickst genehmen Herrn ist nicht zustande gekommen. Heute, beim Wiederbeginn des Unterrichts, waren alle Kinder zur Stelle. rt. Rieder-Bessingen, 23. Ott. Die hiesige Einwohnerschaft hat sich zusammengetan, um sich auf einen Wahlvorschlag für die Gemeinderats wah l zu einigen, da sie der Ansicht ist, daß in einem kleinen Orte eine Einigung bei gutem Willen nicht schwer ist. A Rvnnenrotk), 22. Ott. Hier fand der Bezirkstag des Hassiabezirks Lich statt. An Stelle des verstorbenen Fabrikanten Reger- Lich wurde Tierarzt Dr. Walter- Lich zum Vorsitzenden gewählt. Ue&er den Hassia- verbandstag In Darmstadt erstattete Rory- Muschenheim Bericht. Die Derban dH Organisation für Kriegsbeschädigte und -Hinterbliebene soll im Bezirk weiter ausgebaut 'werden. Kreis Lauterbach. rr. Schlitz, 20. Ott. Für die Kreis- tagswahl Lauterbach haben Bauernbund, Detttsche Dolkspartei und Deutschnationale auf einen gemeinsamen Wahlvorschlag sich geeinigt. Da auf ihm aber der Stadt Schlitz, die bis dahin im Kreistag zwei Vertreter besaß, nur einer zugebilligt wurde, ist von hier aus noch ein weiterer bürgerlicher unpolitischer Wahlvorschlag eingereicht worden. — Für die hiesige Gemeinderatswah l sind drei Wahlvorschläge eingereicht worden, und kwar von den vereinigten bürgerlichen Parteien, den vereinigten sozialistischen Parteien und ein unpolitischer von der Deamtenvereinigung. Kreis Schotten. Si Friedrichshüt ce b. Lauterbach, t. Die Rach richt verschiedener Blätter, daß die hiesige Eisengießerei (Inhaber Adolf Römheld li. Sohn) ihre Tätigkeit eingestellt habe, ist bahin. einzuschränken, daß nur vorübergehend eine Unterbrechung der Gießerei stattgefunden hat. Dies ipurbe durch den Marbel an Rohmaterial veranlaßt. Vor einigen Tagen ist jedoch ein Waggon Roheisen eingetrosten, so daß in kommender Woche wieder gegossen werden kann. □ Laudach. 22. Ott. Man hatte in einzelnen Kreisen der hiesigen 'Bevölkerung daran gedacht, für die Gemeinderatswahlen im kommenden Monat eine einheitliche Wahl- lifte aufftellen zu können. Verschiedene Besprechungen und Versammlungen führten jedoch zu keinem Ergebnis. So werden nun verschiedene Wahllisten aufgestellt. Eine g e - Heutiger Stand des Dollars 10 Uhr vormittags: Berlin 4300, Frankfurt 4250-4300. ■CTMaaWWMW—■—Illi ■111 „Aber bie Liebe?" Wurf Lutz ein, dessen Gedanken nun einmal diese Richtung genommen hatten. „Ach, die geht so rasch vorbei," sagte die melancholische Liane. „Aber die Gegensätze bleiben." In diesem Augenblick läutete die Flur- schelle. Es war das junge Ehepaar. Man hörte einen erregten Stimmenwechfel auf dem Flur. Darm trat Grete ein, sie ft reifte erregt ihre Handschuhe ab und fiel Liane um den Hals. „Cs ist alles vergebens! Wir haben ihn nicht gefunden! Es muß ihn jemand gestohlen haben.' Aber ich bm es nicht gewesen." Und sie begann laut zu weinen. Frau von Herwegh suchte sie zu beruhigen, vergebens bat Ernst sie, zu schweigen. „Rein, ich will reden," rief Grete, „ich muß mich doch verteidigen! Ich habe ihn nie wieder gesehen. Ich hätte es nicht von meinem Mann erwartet, daß er behauptet, ich hätte ihn gestohlen!" „Das hab' ich nicht gesagt," erhob Ernst zornig seine Stimme. „Doch du hast es gesagt, vor allen Leuten hast du es behauptet, als du hereingestürzt kamst mit der Kassette." Und nun erfuhren Herweghs endlich daß es sich um das Verschwinden eines Smaragdohrgehänges der russischen Fürstin handelte. In das Durcheinander der Stimmen mischte sich auch Fox, freudig an Ernst hochspringend. „Ich bin auch noch da!" Und der Kanarienvogel erhob erschrocken seine Stimme und begann zu zwitschern mit ganzer Kraft. (Fortsetzung folgt.- 6200, 2875,— 2500.- L^O, 5975, lernens & Halske. . . 3700, . 810, 820,— 900,— 148L 150L- . . 2400,- 2500,- 2850, ab. 18396- 8828620 80975,- 8142^ 76276,20 71300, 114385,5011-'614,30108525, . 4371XGO 4379.40 404075 404&25 5,50 164,17 OSRAM ll) Bern mann Lchuckert. 71700. 10y075, Sauen Preise als fk Spesen I Z 4300,- 900,- 868,- Ein Hllfsarbetrer von hrer unb ferne ®betrau wurden wegen Bedrohung und Mißhandlung einer in ihrem Hause wohnenden Mieterin zu Geldstrafen von 800 und von400Mk. verurteilt. Vaurabiitte Oberbedarf Pbönir Bergbau. . . . Rheinstahl Rrebeck 'Diontan . . . TelluS Bergbau über 150 Kilo von 32 000-34 000 Mk.. und Sber von 27 000- 30 000 Mk Die liegen um so viel über den Stallpreisen, die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, und Händlergewinn in sich schliessen. Frankfurter Getreidemarkt. 5900,- 6495, 515a- 5398, 5500,— — 18304,- 29800,- 74350,- 62000,- 16900.- >z Dollars gs: 4250-43ö0. n 'orserem Ode M gegen bic -^urch einen nicht irde gelt,Hinten Erichs, waren Lldlerwerke Kleyer Daimler Motoren. Heyltgenstaedt. . . Dlcfluitt....... 23120,10 33083,10 81780.70 68-368,30 18618,60 DSrfevkurf« dranthin a. M Berlin Schluß. Schditz- Schilf- 3»W 23. Ott. Die PsammenMn. 19 für die ®e. «X da sie der Otto eine Qtrto oet iss. • Hier sand der ^ks Lich Hall, mfanten Aegec- lter-Lich,ium er den haM. 'faltete Ävii)^ nOsorganisalion cbiiebrne soll im 29950,— 75350,— 62300,- 1700a- r :Wer nur ein einziges Mal 2 sieb mit Hok-Seeaand-Mande!kInie gewaschen hat, der • möchte die zarte Freitage, das köstliche Gefühl der Er« i Irischung nicht mehr missen. Ao k - Seesand - Mandel - • kleie befreit die Haut von allen Unreinheiten, macht , sie blumenzart und jugendirisch. Ueberall erhältlich. 20079,90 TO“ 81698.30 68231,70 1858140 8811180 76123^0 Sandel. Hessischer Bankverein. Der Reingewinn aus dem abgeiaafe- nen Geschäftsjahr, das am 30. Juni endete, beträgt nach Vornahme von reichlichen Rückstellungen 2 790 147.99 Mk. (gegen 888 328.60 Mari tm Dorjahre). Der AufsichtSrat beschloß, der Generalversammlung ein« D i * vidende von 12 Prozent (gegen 10 Prozent im Vorjahre) vorzuschlagen. 3n dem Bericht über die Entwickelung der Bank während des ersten Quartals des neuen Geschäftsjahres wurde hervorgehoben, daß auch im neuen Jahre der Status ein gesundes Bild zeigt. Datum: 5*/. Disch. Reichsanleihe 4°'o Dergleichen SV,*/. Dergleichen 3*. Dergleichen Disch-Svar ^Sram. 2lnL 4°-, Preugtsche Sonfol» 3',,'/° Heilen........ 3*/d dessen 4”/. Zolltürken .... 5e/o •Molbmcntnner Berliner HandelSges. . Commerz u. Privatbk. Darmst.u Notwnalbank Deutsche Bank Deutsche 4lch .f aJtunge ’Mmcn. An Nehmens b. $S überncchw Wn für ^ttdtoab b?’ v°" hon lh M veil- . ff» X. > ^ »tzoartet. i •* 19' fleH Leuten «* SA der ■Ttauinß A e und w Frankfurter Devisenmarkt. (Telegraph ifche Auszahlung.) Amtliche Rotierungen. Datum: 2t. Oktober 28. Oktober 1975,- 3930. 850,- —. von 10 500—12 500 Mk . Färsen und Kühe vo» 12 000-14 000 Mk für beste Färsen und Kühe, von 8000-12 000 Mk. für geringe. Kälber beste Qualitäten von 14 500 16 000 Mk. mittlere von 13 000-14 400 Mk.. geringe von 11 500-12 800 Mark. Schafe non 7200- 11 500 Mk Schweine unter 80 Kilo Lebendgewicht von 22 000 bis 27 000 Mk.. non 80 100 von 28 000—32 000 Mk.. von 100—120 von 32 000—34 000 Mk.. von 120 bis 150 von 32 000 34 000 Mk., Fettschweine Berlin, 23. Oft. Börscnst immun g S b i l d Die Gerüchte von der beabsichtigten Beschlagnahme der Devisen und von der Stundung der Ausgleichszahlungen wirkten am Devisenmärkte abschwächend, doch blieb das Geschäft beschränkt. Für Effekten lagen auS der Provinz und von der Privatfundschaft Kaufaufträge beträchtlichen Umfanges vor. An den Maklerschränken standen die Börsen» Vertreter der Banken in langen Reihen; eine Verspätung der Kursfestsetzung ist daher unausbleiblich. 3n der Kursbewegung war anfangs eine gewisse Unsicherheit bemerkbar, da die Spekulation nach der vorwöchentlichen Hausse Neigung zu Gewinnsicherungen zu erkennen gab, doch gewann die Haltung sehr bald eine entschiedene Festigkeit zurück. DaS Steigen der Kurse nahm kräftigen Fortgang. Von Montanwerten waren Harpener stark begehrt und 3000 Prozent höher bezahlt, Köln-Reuessener waren zeitweilig 600 Prozent höher, Phönix 400 Prozent. Auch sonst ergaben sich Besserungen um 100—200 Prozent und darüber. Die gleiche Erscheinung wiesen die Märkte der chemischen Werte und der Elektrizitätspapiere auf. Felten & Guilleaume setzten mit einer Steigerung um 600 Prozent ein. Geringer war die Aufwärtsbewegung am Mafchinenmarkte. Don Textilwerten waren Stöhr 2500 Prozent teurer bezahlt. Valuta- papiere gaben im Einklang mit der Devisenschwächung nur zum Teil nach, denn Mexikaner waren zu einem bedeutend höheren Kurse begehrt; die 5prozentige Anleihe war um mehrere tausend Prozent höher. Auch ungarische Goldrente zog weiter an. Von deutschen Anleihen gewannen 3prozentige Reichsanleihe unter dem Einfluh ausländischer Käufe über 60 Prozent. Der Schiffahrtsaktienmarkt war ziemlich vernachlässigt. Von Danken stiegen Berliner Handelsgesellschaft 225, Commerz- und Privatbank 120 Prozent. Frankfurt a. M., 23. Oft. Börsen» stimmungsbild DvllarkurS im Frühverkebr 4400, im Verlaufe 4250—3800 nachgebend. Effekten setzten heute bereits vorbörslich bei sehr fester Tendenz ein. Es machten sich auf allen Gebieten rasch lebhafte Umsätze bemerkbar Drohe Aufträge lagen seitens des Publikums vor. Gröbere Auslandkäufe wurden in 3ndustriepapieren beobachtet. Einzelne vpeztalpapiere erfuhren ganz namhafte Kursbesserungen Kaliwerle wurden reger beachtet. Maschinen-, GlektrizitätSaktien und chemische Werte lagen durchweg weiter fest. Schisfahrtsaktien waren begehrter Die Aufwärtsbewegung beschränkte sich jedoch nicht nur auf die angeführten Aktien, sondern verbrettete sich allgemein. besonders auf Ginheitswerte bei starken r J^rbereinina * hier dir F kr sozial, bürget‘ M eine beton» e Tinheiiz. (3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Der Kabinettswechsel m England. London. 23. Oft (WTB.) Wie die Blätter melden, ist es bestimmt, bah Donar La w bei der heutigen Zusammenkunft der Konservativen einstimmig zum Führer der Konservativen gewählt werden wird. Er werde dem König unmittelbar daraus einen Besuch abstatten unb dann zum Premierminister ernannt werden. — „Daily Exprest" schreibt, bah die Kabinettsbildung längere Zeit in Anspruch nehmen werde, als vermutet worden sei, so dah die Auflösung des Parlamentes erst am 2 6. Ok t d b e r erfolgen werde. - Daily Expreh" zufolge wird der Absicht des ehemaligen Schatz- kanzlers, Mac Kenna's, für Bonar Law einzutreten, grober Einslust auf die Reu wählen beigemessen. Der amerikanische Vsffchafter bei Poinearv. Paris, 23. Oft. (WTD.) Rach der .Ehi- cago Tribüne" hat der Besuch des amerikamfchea Botschafters H e r r i ck bei Poincare und die lange Unterredung, die er mit ihm hatte, in gewissen Kreisen einige Aeberraschung hervorgerufen. Es verlaute jedoch, bah Poincarö mit Herricf Über die Zurückberufung der amerikanischen Truppen am Rhein zu sprechen gewünscht habe. Die 14 Punkte der türkische» Rationalisten. Paris, 23. Oft. iWTB.) Rach dem Konstantinopeler Berichterstatter der ^Chicago Tribüne'' werden die türkischen Rationalisten folgende 14 Punkte auf die Tagesordnung der Friedenskonferenz bringen: 1. Dardanellen und Bosporus. 2. Konstantinopel. 3. Kapitulationen. 4. Austausch von Minderheit« zwischen Griechenland unb der Türkei. 5. Kurdische Gebiete im 3ran. 6. Unabbänamfeit Der arabischen Staaten. 7. Bagdadbahn. 8. Autonomie von Mazedonien mit einem Freihafen für Serbien und Einverleibung von Westthrazien mit Dede- geatsch als bulgarischem Freihafen. 9. Frage von Demotika und Dedegeatsch als Teil von Ostthrazien. 10. 3nfeln in der Rähe der cmatolisch« Küste 11. Kontrolle der türkischen öffentlichen Schuld. 12 Reparationen. 13. Kalifat. 14. Zurückerstattung der türkischen Dreadnougths ,Sultan", „Osman", „Brindisi", „Rechadieh" unb „ Freith", die vor dem Eintritt der Türkei in den Krieg von England erworben wurden. Der SündsndoÄ für de» Zusammenbruch der griechischen Armee. Paris, 23. Oft. (WTB-) Aach einer HavaSmeldung aus Athen hat die Untersuchung über die Verantwortlichkeit für die Kriegsereignisse in Kleinasien zur Verhaftung des ehemaligen Weiten Generalstabschefs der griechischen Armee, StefrotigeS, als hauptsächlich für den Zusammenbruch verantwortlich, geführt. Hamburg:'S ater. Paket 1250,— 1320,— 1260,— 1299,— Norddeutscher Llovd. . 945,— 1000,— ——,— ZementwerkHeidelberg 2000k— 2100,— — Philivv Hol-mann . . . 1430k— 1425,— 1395,— — AngIo-Eont-»Guano. . . 6500,— 6600.— 6125t— 6480.— Badifche Anilin 3100»- 3475»- 320Ü- 3575,- (9i>lbfd)mfbt 3149,— 3200,- 3050.- 3030,— Griesheimer (Electron. 2390,— 2400,— 2500,— 2500,— ■böcöiter Farbwerke . 2500,— 2700,— 2500,— 2800,— volftuerfoblunn 1750,— 1900,— —,— —,— Jiütacrdiuerfe 1905,— 1935,— 1980,— 2100,— 2d)cibeanitttlt......2700.— —,— — — — ,— Vdln- Elektrizitäts-Ges 155»- 1501,- 1475,- 1500,- M^sch,< List« enthält verschiedene btebenge Ättglieder des Gemernderats, die allen Ständen angeboren, sowie neue Mitglieder verschiedener 'BerufAirtcn Eine anbeie Liste ist von den vereinigten Angestrlttenund Arbeitern aufgeftellt worden. 3n einer gestrigen Dersamm- tung des hiesigen Ba uernb un des hat man beschlossen, ebenfalls eine besondere Wahlliste zusammenzustellen. Hiernach ist ein lebhafter Wahlkampf zu erwarten. Äreis Ariedverg. * Buh bach, 23. Oft. Die jüngste Gerneinde- ratsfttzung beschäftigte sich erneut mit der Frage der Seldbeschassung zur Fortsetzung des Hchulhausbaues. Qlad) den Ausführungen beS Bürgermeisters bereitet dieser Bau grobe ®elMorgen Don den Bauunternehmern und den Materiallieferanten liegen bereits Forderungen von mehreren Millionen Mark vor. auherdem .nüssen die Bauhandwerfer Abschlagszahlungen erhalten. Die bisherigen Berhandlungen mit Geldinstituten hoben aber bis heute noch keinen Erfolg gehabt. Deshalb tarn Beigeordneter Wittig heute auf feinen in der letzten Sitzung schon gemalten Vorschlag zurück, einen kleinen Teil besStadtwaldesabzuholzen. Hierdurch tonne man das erforderliche Geld zum Weiterbauen beschasscn, und auherdem behalte man auch noch etwas übrig für soziale Einrichtungen. Dieser Vorschlag wurde teilweise unterstützt. Dr. Werner äuherte die Ansicht, dah man auch bei äuherster Geldbeschaffung nicht in der Lage sei. das Schulhausprojekt, wie vorgesehen, zu Ende zu bringen. Man habe sich das Ziel zu hoch ge st eckt. Er rate, den Dchulhausbau nur zu einem Drittel durchzusühren. Die weitere Beratung brachte keine Klarheit, was mit diesem Schmerzenskind geschehen soü. Die Finanzlom- mission soll sich nun erst nochmal damit befassen. Starkenburg und Rheiuheffcn. Mainz, 23. Oft. (WTB.) Die französischen Besatzungsbehörden haben den Angehörigen der am 12. Hunt ds. Hs. von einem afrikanischen Soldaten der ftanzösischen Rhernarrnee ermordeten Frida G u ck e s aus Zdstein ehre vorläufige Entschädigung von sechzigtausend Mart zuweisen lassen Das Todesurteil gegen den Mörder wird In aller Kürze durch Er- schieben vollstreckt. wd. W o r m S, 23. Oft. Einbrecher stähle n in der Rächt zum Sonntag aus dem Pau- luSnwseum eine große Anzahl alter Gold» und Silbermünzen aus der spätrömischen und Merowingerzeit, Halsketten und Spangen aus Gold und Silberschmucksachen aus dem Altertum. Der Wert der gestohlenen Gegenstände beträgt etwa 2 Millionen Marf. Die Täter sind unbekannt. Heffen-Naffau. fpd. Frankfurt a. M., 23. Oft. Sämtliche am Samstag von der Polizei im Vorort R rede r u r f c l verhafteten Landwirte wurden nach ihrem Verhör am Sonntag aus der Haf t entlassen. — Die Bauarbeiter, Mauer und 'Zimmerer, sind angesichts der neuen Teuerungswelle in eine Lohnbewegung eingetreten. 1350,— 1350,- 1290,- 2bö0,- 2700,- 2900.- 2H"0,- Bochumer Guh . . Buderus (£aro 2195»— 2500,- 2000, Deui sch»Luremburg. . 5300,— 5100, Gelsenkirchener Bergw 5725»— 6700,— 5700,— 6400, Harvener Bergbau. . 12000,—15500,-11700,—15200, Kaliwerk Äschersieden 380(1— 377&— —3500. Kaliwerk Weiteregeln 2525»- 5600,- 6100, 5250- 5400,- 5500,- -- 1472,- 1525, 4150,- 4000, 4950,- 4975, 2350,- -, 4060,— 6700,- 5050, 4090»- 4300, Meiallges. Frankfurt. . 3200»- 430ü- -,- -»- 2dmbfabrif Herz.... 747,— 801— —,— —, Sichel 1500,- 1990,- - Zellstoff Waldhos .... 1700,- 1695,— IföO,- 1700, SiKferfnbr.TvtanfenibQl 2398,— 2250,— —,— —, ZuckerfabrikWag, ausel2390,— 2200,— —,— —, Geld Brief Geld Brief Antw.-Brüffel . 30019.30 '30680,70 27950,- 28100,- H oll and......175ö24,— 176176,- 16tO75- 1WW,- London VariS ...... Schweiz Spanien Italien ^issabon-Ovorto Dänemark.... ?tovmeqen . . ■ Schweden . . . ^elstnaiors.. . Reuvork — Deuckch-Oesterr. 6.V Budavest 17:5^2 ------ Prag 14485,50 14514,50 1312Ü- 13225, Sofia . . 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Zeichnungen, Arbeitsbeschreibungen und Bedingungen, sowie Angebotsunter, lagen können auf unserem Amt eingesehen werden. Angebotsvordrucke werden zum Selbstkostenpreis, solange Vorrat reicht, abgegeben. 9475D Die Angebote sind verschlossen, Porto, frei und mit der Aufschrift „Beamten. Haus Büdingen" versehen, bis zum Er- vffnungstermin am Donnerstag,dem 2. Ao- vember 1922, vormittags 10*/, Ahr, bei uns einzureichen. Büdingen, den 23. Oktober 1922. Hessisches Hochbauamt. Frey. Weitershain, den 22. Oktober 1922. Bürgermeisterei Weitershain. __________Reichert.____________ lich versahen. 3m Mai oder spätestens Juni solle der Flug über den Nordpol angetreten werden. Angeblich soll Amundsen geäußert haben, längs mäßü 5 lungs den ■ 2Intw Treibeis gekommen sei, so daß die Fährt über den Pol nach Spitzbergen wvM nicht länger als ein Jahr dauern werde. Dampfer-Zusammenstoß im Kaiser-Wilhelm- Kanal. Hamburg, 23. Oft. (Wolff.) Wie die Montagblätter melden, sind im Kaiser-Wil- Jlr. Inh' -TS auf geinc Qluff stadt wirkte, hier seine Antrittspredigt. Die erste Schulklasse sang zur Degrühung des neuen Seel- sorgers ein dreisttmmiges Lied unter Leitung ihres Lehrers Schwinn. Anter Begleitung der neuen Orgel, die der Organist Lehrer Merkel spielte, führten sind. med. Merkel (Geige), Gesangsdirigent Wilhelm Müller (Viola), Posaunendirigent Karl Boller (Flügelhorn), Paul Weber (Cello) und Kandidat Emil Weber (Flöte, z. T. auch Orgel) der Gemeinde das Largo von Händel, eine Meditation von Bach-Gounod und eine Kantilene von Goltermarm vor. Die genannten Musikfreunde hatten auch acht Tage zuvor am Erntedankfest die Gottesdienste mit ihrer Kunst bereichert. Auch die gestrige Feier hinterlieh in allen ihren Teilen einen tiefen Eindruck. ow. Ober-Widdersheim, 23. Oktober. Gestern fanden im Kirchspiel Ober-Widdersheim die Kirchenvorstandswahlen statt. Für die Muttergemeinde Ober-Widdersheim wurden zu Kirchenvorstehern gewählt: Bürgermeister Schäfer, August Jockel, Ludwig Hof- mann II. und Karl Grünbein aus Ober- Widdersheim, Bürgermeister Michel und Adam Dinding V. aus Anter-Widdersheim. 3n der Filialkirchengemeinde Dorsdorf, wo bisher nur vier Kirchenvorsteher tätig waren, wurden entsprechend den Bestimmungen der neuen Kirchenverfassung sechs Kirchenvvrsteher gewählt, nämlich: Altbürgermeister Weih, Louis Widdersheim I., Otto Dalzer I., Otto Doll I., Bürgermeister Widdersheim und Gemeinderechner Michel. rm. Rüsselsheim, 23. Oft. Auf eigene Kosten wollen die Inhaber der Opelwerke dahier den obligatorischen Fortbildungsschulunterricht übernehmen. Sie beabsichtigen, für den Anter- richt der in ihrem Betriebe beschäftigten Lehrlinge drei Fortbildungsschullehrer anzustellen. Garten in guter Lage zu kaufest gesucht. Schr. An geb. unt. 9494 an den G. Anz. Begriff seien, ... ... zu machen. Beide Forscher Hätten keine Not and wären mtt Heizung and Lebensmitteln überreich- Bekanntmachung. 3nfolge einer 6O°/oigen Erhöhung der Frachtsätze für Brennstoffe und einer Lohn- erhöhnng ab 16. Oktober 1922 werden die Höchstpreise für die zum neuen Frachtsatz bezogenen Steinkohlen und Koks um Mk.39.—und für Braunkohlenbriketts um Mk. 34.— für den Zentner und die Zuschläge für Einwerfen usw. um 20% mit sofortiger Wirkung erhöht. Freigabe von Kohlenmarken: Marken 10, 11 und 12 der Haushaltungskarte (rote Karte), Marke 2 der Karte für Einzelpersonen und Marke 5 der Kohlenkarte für kleingewerbliche Betriebe werden mit je 1 Zentner Brenn. 5ubmisfion§holzverlaus. Aus dem Weitershainer Gemeindewald soll im Wege des schriftlichen Angebots nachstehendes Fichten- und Kiefernstammholz verkauft werden: Fichten: 0,75 Fstm. 2. Kl., 20,52 Fstm. 3. Kl., 18,17 Fstm. 4. Kl., 25,99 Fstm. 5a Kl. und 13,81 Fstm. 5b Kl. Kiefern: 1,95 Fstm. 3. Kl. und 1,61 Fstm. 5. Kl. Sämtliches Holz ist mit Rinde ge- messen und dann geschalt. Die Gebote sind bis 1. November l. Fibel unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen. Eröffnung der Gebote am 2. No- Ltagenhaus 3—4 Stockwerke, ev. mit Garten oder Laden,m.freiwerdender4—5-Zimmer- wohnung, gegen bar sofort zu kaufen gesucht. 3-Iimmerwohnung kann in Tausch gegeben werden. Offerten unter 2555 an Herso, M.A.-E., Plockstraffe 5. 9503h Wir such. tuns. Werkbücherei eine selbständig arbeitende Dame mit gut Schulbildung TL gut Liter.-Kenntn. Fertigkeit im Stenograph, u. Masch.-Schreiben erwünscht AusführL Angebote mit Ge- haltsansprüch. u. Angabe des frühesten Eintrittsterm. unt. dem Kennwort ,Werkbfieherel* erbeten an die MEGUIN Ä.G. Bntibeeh/Heae. Abt Sekretär. _______________,A , WW wenig gebraucht, 2,50X1,10 m, zu verkaufen. 9492 J. B. Häuser, (Sieben. Tüchtige 81®- typishn die die Kon- tinental- Schreibma- schine flott bedienen, zum sofortigen Eintritt gesackt. Angebote mit Gehaltsansprüchen und Angabe des frühesten Eintrittstermins erbeten an das Sekretariat der omoA MEGUIN U Butzbach/H. Helm-Kanal der dänische Dampfer ,KmtthfF und der deutsche Dampfer „Fritz Schindler" zu- sammenge st offen. Kurz darauf lief eia anderer deutscher Dampfer auf den am Bug des Dampfers „Knuth II" hängenden „Fritz Schindler" auf, der sinkend an die Nordböschung geschleppt wurde, wo das Schiff wegsackte. Die Kanalschiffahrt ist unbehindert. Millionendiebstahle. Berlin, 23. Oft. (Wolff.) Die „Neue Berliner Zeitung" meldet: Heute Nacht wurde am Kurfürstendamm ein Strahenpassant von Anbekannten überfallen, betäubt und der gesamten Barschaft im Werte von über einer halben Million Mark beraubt, aufferdem wurden ihm wichtige Papiere gestohlen. 'Die Ermittlungen der Kriminalpolizei blieben ergebnislos. — Bei einem Einbrüche in die Wohnung des dänischen Kaufmanns Svanholm in Char- lottenbnrg erbeuteten die Diebe Geld- und Wertsachen im Gesamtwerte von 50 Millionen Mark. — Durch einen Einbruch tourte ferner ein vergoldeter M e ff k e l ch aus der Sakristei des St. Iosephheim, im Werte von einer Million Mark gestohlen. — Aus dem Museum für Meereskunde stahl ein unbekannter Besucher einen schweren Geschühbestandteil im Werte von 100 000 Mark. München, 23. Oft. (WTD.) Bei einem Einbruch in eine Billa am Nicolai-Platze wurden Silbersachen, Wäsche und Schuhe im Gesamtwerte von über drei Millionen Mark gestohlen. Großfeuer ht Neuhork. — 14 Menschen verbrannt. Paris, 23. Oft. (Wolff.) Nach einer Meldung ter „Chicago Tribüne" aus Neuhork sind gestern bet einem Brand in einem Hause in der 110. Straffe 14 Personen umge kommen und 20 verletzt worden. Teppiche Perser und Orient-Teppiche, nur gut erhalten, verseh. Gröhe zu kaufen ges. 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Die Ginweihu ng der neuen Synagoge, die gestern stattfand, ging unter Beteiligung der gesamten Bevölkerung vor sich 3n dem alten, Neinen Bethaus in der Oberstadt sprachen Prvvinzialrabbiner Dr. Sander von Giehen und Lehrer Stein von Hungen ergreifende Abschiedsworte, und die Gemeinte vereinigte sich dort zum Abschied noch einmal, zugleich im Andenken an die Verstorbenen, zum sogenannten Kaddischgebet. Dann wurden die Gesehesrollen in langem Festzug, dem sich auch die Behörden und Geistlichen beider christlichen Konfessionen angeschlossen hatten und der von einem Dläserchor angeführt wurde, durch die Stadt zur neuen Synagoge getragen, die sich in ter Amtsgerichtsstrahe befindet. Dort zog die Festversammlung nach der Schlüsselübergabe in tes Gotteshaus ein. Hier fand zunächst der feierliche A m z u g mit den Gesehesrollen unter den Klängen des Hosiannagebetes statt, geleitet von Lehrer Dauer aus Gedern und begleitet von einem israelitischen Männerchor aus Gedern. Nach dem Einheben der Rolle in die „heilige Lade" hielt Provinzialrabbiner Dr. Sander die von warmer Degeisterung getragene, tief angelegte Fe st predigt. Nach ihm sprachen Bürger- meister Völker im Auftrag der Stadt, Stiftspfarrer Schorlemer und Dechant Lenz als Vertreter der evangelischen Gemeinde, Pfarrer S ch w e n z als Vertreter der katholischen Gemeinde. Nach einem Schluhwort und einem Vortrag des Dläserchors schloff sich die innige, fröhliche Liturgie der Degrühung des Sabbaths an, bei ter Lehrer D a u e r das Amt des Vorbeters versah. Durch die neue Synagoge ist unsere Stadt um eine Sehenswürdigkeit bereichert. Hiesige Dau- meister und Handwerker haben ihr Destes geleistet, um dem Raum ein seiner heiligen Bestimmung würdiges Aussehen zu verleihen. T Lang-Göns, 23. Oft. Gestern hielt Pfarrassistent Wilhelm L o h f i n k, der bereits zwei Jahre in der Martinsgemeinde zu Darm- Drama in 5 Aufzügen v. Friedr. Gerstäcker. Eintrittskarten für Mitgl. zu 25 u. 20 Mk. Inum.), 15 Mk.lunnum.1, Beikart.f.Angehör. 15 u. 10Mk. (num.) bet Scholz. Kreuzplatz, und 93innel, Lindenplatz, für Mitgl. and. hies.evg. Vereine 25 u. 20 Mk. (num.), 15Mk. (unn.) im Reformhaus (Scholz), Kreuzpl.. Nichtmitgl.30 n. 25Mk.lnnm.),20Mk.(imn.) bei E. Cballter, Neuenweg, Kerber'sche Buchhandlung, SetterSweg, und Schnei- der'sche Buchhandlung. Neuen Baue, än «y Abendkasse keine Ermähiguua. Eine Wiederhol, des Etflekee Ist nicht gepl.l Vermischtes. Der DrotpreiS in Berlin. Berlin, 24. Oft. (WTB.) Die Berliner städtische Grnährungskvmmission beschlvh gestern, dem Magistrat vvrzuschlagen, den Preis des Markenbrotes von 1900 Gramm vom 30. Oktober ab auf 98,50 Mark festzusehen. Das markenfreie Brot soll vom 30. Oktober ab 3 00 Mark kosten. Das Dlsrnarckdrarna „Die Entlassung". De r l i n, 23. Oft. Die „D. Z. a. M." meldet: Das Kammergericht erkannte in dem Prozeh Wilhelms II. gegen Emil Ludwig, DNsasser des Dismarckdramas „Die Gn t l a s su ng", das Necht des Dichters auf Dramatisierung zeitgeschichtlicher Persönlichkeiten an, hob das Urteil des Landgerichts auf und gestattete die Verbreitung des Buches unb die Auf f ührung des Dramas. Die Vorbereitungen zum Flug über den Mietgesuche | Hamburger Kauf- mannssohn sucht per sofort möbliertes Zimmer Schrift!. Ang. unt. 09852 a. d.Gieh.Anz. Gut möbliertes Siner mit oder ohne Pension wird gesucht. Schrift!. Angebote unter 09853 an den Gieh. Anzeiger erb. |Stellenangebote| Dnrebaus snverläsa. Rann!. Legern. Haus* arbeiten sot. od. spät, gesucht. Emil Both, Dlarbnrger Str. 20. MHMMHH öolibtt Mann als Wächter gesucht. Strack, omm Gr. Steinweg 16. iLichtspielhausi Bahnhofstraße 34. ® Heute: PA 1 In Wahn und Wirren! ET Der Roman einer unglücklichen WA Frau mit der berühmten Bühnen- Schönheit IHssda So n j a ■X in der Hauptrolle. 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Ort und Stunde der Deranstaltungen sowie Preise (Dauer- und Einzelkarten) werden _________noch bekannt gemacht. 9491D Evang. Arbeiterverein. Sonntag, 20. l. Mts., abendS 7'/, Ubr pünktlich IKnffenöffnung 7 Ubr) in der Turnhalle (Nordanlage): 9498v VolkSunterhaltungSabeud zum Besten der Elisabeth-Kleinkinderfchule. Zur Aussührung gelangt: Welcher Möbcl- fchreiner nimmt McitterSiohn (geprüfter Geselle) zur weiteren vielseitigen Ausbildung an? Schr. Angeb. u. 09850 a. d. G. Anz. Tüchtiges jungeS Mädchen sucht per bald Stellung in größerem Haushalt zur weiteren Fortbildung, hauptsächlich im Kochen ohne gegens. Vergütung. Familien- anschluh erwünscht. Schriftl. Angebote unter 09864 an den Gieh. Anz^ erbeten. VBrkäufe [ Zwei A-ick-s-u vergrabe 0Ulll kaufen 08849 Ooethsstr. 68 IL L Hühner oacurt. 00887 Seltersweg 40 Hund Wolf - Schäferhund (Bastard), sehr wachsam u. scharf, m.guter Hütte, daselbst Glasscheibe 2,10 X 0,40 X 0,06, preiswert zu verk. 09862 Lich, Butzbacher Str. 1. 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