drvck und Verlag: vrühl'sche Umv.-Vuch- und Steinbrucferei H. Lange. Zchriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstrahe 7. D.M Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit derSamstaysbeUage: GietzenerFamilienblätler Monatlich« vezugrpreise: Mk. 22.50 und Mk. 2.50 Trägerlohn,durch diePost Mk.25.—.auchbei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech- Anschlüsse . fürdieSchrift- leitnng 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Sietzen. poftscherttonto: freirffurt o. M. 11686. Erstes Blatt 172. Fayrgmg ... '< Montag, 24. Zull 1922 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer btni GletzenerAnzeiger ■ General-Anzeiger für Oberhefsen Ms Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Die Finanzkontrolle. Don unserem Berliner k-Mitarbeiter wird zmS geschrieben: DaS Reichskabinett hat, wie man weih, Len in dem Memorandum des Garantiekomi- Zees ausgestellten Forderungen grundsätzlich izugestimmt, und auch im Auswärtigen Ausschuß sind die Wortführer der Koalittvnspar- leien, wenn auch eine Beschlußfassung nicht stattgefunden hat, in den Hauptpunkten den Ausführungen der Regierungcheigetreten. Der Grund hierfür liegt vor allem in der Erkenntnis, daß die in dem Memorandum aufgestellten Forderungen auf Grund«des Art. 248 des Versailler Vertrags zum Schluß erzwungen werden könnten. And es mag wohl als klüger gelten, freiwillig zuzugestehen, was man anderenfalls unfreiwillig einräumen müßte. Es kommt weiter die Erwägung hinzu, daß, wie ja auch die Regierung im Auswärtigen Ausschuß ausdrücklich festgestellt hat, die Zustimmung zu der Finanzkontrolle nur im Zusammenhang mit dem Moratorium zu denken sei; falls dieses nicht zustande kommt, wären mithin auch die Vereinbarungen mit dem Garan- ttekvmitee hinfällig. Wir brauchten vorhin das Wort Finanzkontrolle, und es hat keinen Zweck, diesen terminuS technicus zu vermeiden. Denn was das Garantiekomitee der deutschen Regierung zumutet, ist schlechthin Finanzkontrolle, da es eine Aufsicht über die Finanzgebahrung des Reiches inbezug auf die Einnahmen und Ausgaben, auf die schwebende Schuld und den Ausfuhrhandel einschlieht. Ob das, was das Komitee verlangt, schon ein Durchbruch der Finanzhoheit ist, mag als Dok- tvrfrage gelten. Jedenfalls bieten die 'Bestimmungen Handhaben genug, um bei „weitherziger" Auslegung den Versuch der Erweiterung des A u f s i ch t s r e ch t e s zu einem Einspruchsrecht zu begünstigen. Amso- mehr, da die Stellung der beiden Delegierten Les Garantiekomitees beim Reichsfinanzministerium in den bekannt gegebenen Bestimmungen keineswegs hinreichend präzisiert ist. Das wird - noch nachgeholt werden müssen, wobei man sich auf die zwei Urkunden des Garantiekomitees vom Mai 1921 berufen kann, in denen bestimmt wird: „Das Garantiekomitee hat nicht das Recht, in die deutsche Verwaltung einzugreifen." Sorgsam wird auch darauf gesehen werden müssen, daß der Buch- und Be- triebsprüfungsdienst, der im Zusammenhang mit den Maßnahmen zur Kontrolle des Außenhandels und zur Bekämpfung der Kapitalflucht vorgesehen ist, nicht zu der berüchtigten Fabrikspionage ausgebaut wird. Wie ja auch die Regierung versichert hat, daß bei der Ausführung der Konttolle besonderer Rachdruck auf den Schutz des Steuergeheimnisses gelegt werden soll. Was im übrigen die Bestimmungen zur Verschärfung des K a p i t a l f l u ch t g e s e tz e s betrifft, so liegt Las natürlich auch im deutschen Interesse. Eine wirksame Kontrolle wäre aber hier nur durch internationale Gegenseitigkeitsverträge möglich, und davon wollen die neutralen Staaten leben nichts wissen. ünffar ist der Sinn der verlangten täglichen Rachweise der schwebenden Schuld; denn die Dekadennachweise werden ja ohnehin bereits veröffentlicht. Im übrigen vergessen die Gläubiger Deutschlands dabei, daß die Inflation nicht Ursache, sondern Wirkung ist, nämlich die Wirkung der Reparationsüberlastung. Daher können auch die vom Garantie- komttee verlangten Maßnahmen nur dann zu einem Erfolg führen, wenn es gelingt, die Mark zu stabilisieren, was aber nicht durch das 'Verbot des Rotendruckens, sondern durch einen 'Abbau der Finanzüberlastung auf dem Wege des Moratoriums, verbunden mit einer langfristigen Anleihe und vor allem mit einem entsprechenden Reparativnsnachsah zu ermöglichen ist. Es bedeutet daher schlechthin eine Sabotage her Arbeit des Garantiekvmitees, wenn Präsident P v i n c a r e fn seinem Schreiben an den Vorsitzenden der Reparations- komnttssion nur einem Zahlungsaufschub bis zu sechs Wochen zusttmmen und diesen noch dazu von weitgehenden „Sankttonen" abhängig machen will. Es hat somit im Grunde wenig praktischen Wert, über die Finanzkvnttolle zu streiten, so lange man nicht klar darüber sieht, welcher Art das Moratorium sein soll, was aus den Anlecheverhandlungen wird, und wie die alli- ierten Regierungen endlich über deren Grundlage, nämlich über den Reparattonsnachlah, denken. Wenn man in Frankreich der Erörterung dieser Frage», die ja mit dem interalliierten Schuldenausgleich eng zusammenhängt, noch gern aus dem Wege geht, so beruht das eben nicht zuletzt auf der Befürchtung, daß fettens der Union und Englands am Ende auch eine Konttolle der französischen Finanzwirt-' jchaft verlangt werden könnte im Hinblick darauf, daß die französische . Schuld seit dem Kriege um nicht weniger als 140 Milliarden Papierfrancs, gleich etwa 47 Milliarden Goldmark, gewachsen ist, und zwar nicht etwa durch den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete, denn der ist noch nicht erfolgt! ! ------- .»TOICTO«! Eine englische Warnung an Frankreich. London, 24. Juli. (WTD.) Der „O b * ferner“ schreibt: Die erhoffte Qlenberung in der französischen Politik ist noch nicht da. Die Rote Poincares an den französischen Vertreter bei der Reparatirnskommission fällt unter dieselbe Kategorie von Illusionen wie die zahlreichen Manöver, die die gegenwärtige Krise verursacht haben. Es ist Tatsache, daß die Mark endgültig im Begriff steht, in die Tiefe z u gleiten und daß sie dabei nicht ohne Gesellschaft bleiben wird. Poincares Rote zeigt keinerlei Bewußtsein für den Ernst der Lage, der Europa gegenüberst cht. Das Moratorium ist jetzt ein notwendiger Schritt. Daran ist kaum zu zweifeln, itnb es ist möglich, daß die britische Regierung die Annullierung ihrer Forderungen an Frankreich durch die Annullierung von deutschen Schulden an Frankreich erörtert. Wir sind aber nicht der Meinung, daß diese beiden Maßnahmen den gleichen Wert besitzen. Die Deutschland auferlegten Schulden gehen nach der allgemeinen Auffassung der europäischen und amerikanischen Finanz- leute über feine Zahlkraft hinaus und wurden außerdem unter militärischem ..D ruck diktiert. Die französische Schuld aber ist eine freie Vrrpslichtung von einem ganz anderen ®£arafter. Deutschland mußte erklären, daßes nicht imstande sei. mehr zu zahlen, als einen gewissen Teil der Entschädigungszah- lungcn, ohne seinen Kredit zu beeinträchtigen. Wenn Frankreich, wie es der „Temps" vorschlägt, feine Schuld rundweg verleugiren würde, würde das heißen, daß die französische Regierung nie wieder einen Krieg oder eine ähnliche Rot- (age durch auswärtige Anleihen finanzieren tönnte, besonders nicht durch eine' britische Anleihe. Tatsächlich gibt es niemand in England, der nicht tic Annullierung der französischen Schulden wünscht, vorausgesetzt, daß Frankreich bereit sei, als Gegenleistung zu geben, was man als Bonserie <• bezeichnet, daß die von Frankreich wissentlich ober unwissentlich den Wechselkursen und dem Handel Europas auf erlegte Sperre beseitigt werden müsse. Durch eine Her - a bsetzung der Reparationen von ihrer märchenhaften Höhe aus eine vernünftige Summe würde die Rcporati-onsanlrih? erleichtert werden, die für Frankreich ein wahres und dringliches Bedürfnis sei und den deutschen Zahlungen eine feste Grundlage gebe. Das ist ine Frage, die auf die Erörterung mit -Poincaro wartet. Will aber Frankreich Geld und die älnterjochung Dettschlaads, dann Ut die Konferenz überflüssig und das Reparattons- Problem unlösbar. Wenn Poincare noch hofft, die Krisis durch das einfache Herauspressen sämtlicher Garantien aus Deutschland zu lösen, dann wird die britische Regierung vor eine endgültige Tatsache gestellt. Die Ereignisse dieser Woche werden uns vielleicht zur Erwägung zwingen, ob es notwendig ist, unsere Aktionsfreiheit wiederzugewinnen. Die Entente komme zwangsläufig zu dem Punkt, wo sie entweder erneuert oder ihren letzten Schein der Einigkeit verlieren wird. Poincarss Reise nach London. Paris, 23. Juli. (WB.) Wie die Agentur Havas berichtet, wird boni Quai d'Orsay bestätigt. daß sich Ministerpräsident Poincare bereit erklärt hat, mit Lloyd George in den ersten Tagen des August in London über die Frage des deutschen Moratoriums zu verhandeln. Die englische Regierung sei vfsi- ziell verständigt tooüben, daß Ministerpräsident Poincare vom 1. August ab für eine Beratung zur Verfügung stehe. Rach dem „Temps" scheint es so gut wie sicher zu fein, daß die Beratungen der beiden Ministerpräsidenten am 1. August in London beginnen und daß sich an ihnen beteiligen werden Lord Balfour, Sir Robert Home, de Lastehre und der politische Direttor im französischen Ministerium für auswärtige Angelegenheit Graf Peretti della Rocca. Der Temps über die Neparcrtionssrage. Paris. 22. Juli. (WTD.) Ohne sich mit den Instruktionen, die Poincare vorgestern dem französischen Vertteter in der Reparationskommission erteilt hatte, im einzelnen zu beschäftigen, wendet sich der „Temps" in einem Leitartikel gegen die, welche die beabsichtigten Verfehlungen Deutschlands zuerst festgestellt haben wollen, die also Sanktionen als ihr Ziel betrachten. Frankreich habe in der Reparationskommission nur eine Stimme. Wenn es die sofortige Feststellung einer Verfehlung Deutschlands verlange, wäre es nicht sicher, ob es auch nur zwei Stimmen hieraus vereinigen würde. Das Blatt sagt weiter: Der Zweck, den Frankreich im 2huqe haben müsse, fei die finanzielle Sanierung, die Anleihe und die Zahlungen. Wenn -Deutschland dem im Wege stehe, umso schlimmer für es selbst. Dann würde es die Verantwortung und die Folgen tragen. Sobald Deutschland sich trotz des Moratoriums vom 21. März für zahlungsunfähig erklärt, müsse ihm ein umfassendes Sanierungsprogramm auf- genötigt werden, ©eine am meisten geprüften Gläubiger mühten die Gewißheit erhalten, durch ein anderes Mittel zu Einnahmen zu gelangen. Man müsse vor allen Dingen zur Streichung der interalliierten Schulden, zur Priorität für die verwüsteten Gebiete und zur unfehlbaren Ausgabe — wenn nötig, unter Garantien — von einer deutschen Ausländsanleihe gelangen, die die Schäden an Sachgütern deckte. Wenn zur Verwirklichung dieses Programms die Suspendierung einer oder zweier deutscher Monatszahlungen nötig fei und wenn sich herausstellte, daß bann mehrere Jahre hindurch die Barzahlungen durch die Crttägnisse deutscher Ausländsanleihen erseht würden, welcher Franzose von gesundem Menschenverstand würde dieses zusammenhängende Ganze von Kombinationen ablehnen? Die französische Regierung trachte also danach im Interesse aller, positive Ergebnisse zu erzielen. Sie habe kein leichtes Arbeiten angesichts des Vertrages, den sie in Händen halte. Wenigstens zweimal in der letzten Zeit habe sie dem französischen Vertreter in der Reparationskommission bedeutsame Instruktionen Angehen lassen. Bevor sie ihm die Anweisungen erteilt habe, die heute erörtert werden, habe sie ihn an die Bestimmungen erinnert, die die vorzugsweise Verwendung aller deutschen ^Einnahmen zur Bezahlung der alliierten Forderungen anordnen. Diese Waffen dürften nicht unbeachtet bleiben. Die französische Regierung werde diese Politik der Festigkeit und der Realisierung fortsetzen. Möge man im Auslande von ihm nicht verlangen, die Festigkeit aufzugeben: möge man in Frankreich selbst von ihr nicht verlangen, die Realitäten außer acht zu lassen. Ein neues Ientrumsprogrmnm. Berlin , 23. Juli. Rarnens des Vor- standes der Zentrumspartei erlihl der erste Vorsitzende Marx einen Aufruf, in dem es u. a. heißt: Die Vereinfachung und Vereinheitlichung unseres Parteiwesens ist eine Lebensfrage für Deutschland. Wir brauchen eine starke Pattei, die durch Zielsetzung, Haltung und Zusammensetzung eint. Diese Partei muß die großen sozialen Ausgaben der Gegenwart meistern, die Trennung nach Klassen überwinden, die Stände und Konfessionen zu ausbauender politischer' Arbeit znsanimensüh'ren und treu zur Verfassung stehen. Die hier- beschriebene politische Linie ha« die Zentrumspartei tatsächlich ein gehalten, ©i? ist deshalb geeignet, sich zu dieser großen starken Mitte auszuwachsen und insbesondere auch den Kem der in der letzten Zeit viel besprochenen Arbeitsgemeinschaft der verfassungstreuen Mitte abzugeben. Es wird dann weiter angekündigt, daß bei den nächsten Wahlen eine größere Zahl von nichtkatholischen Kandidaten aufgestellt werden sollen und zwar ohne Rücksicht darauf, ob diese eine entsprechende Anzahl von Wählern ihres Bekenntnisses hinter sich haben. Bayern und das Reich. Gitt Konflikt. Austritt der demokratischen Minister aus dem Kabinett. Berlin, 24. Juli. Rach einer Meldung der ..Montagspost" aus München soll das Staatsministerrum mit Stimmenmehrheit beschlossen haben, eine Verordnung zu erlassen, durch die die bayrische Staatsregierung das materielle Recht des Reichsgesetzes zum Schuhe der Republik übernimmt, jedoch den Vollzug den bahttschen Staatsanwälten und Volksgettchten überträgt und damit für Bayern d i e Wirksamkeit der Reichsbehörden und des neuen Staatsgerichtshofes ausscha11et. Die Mehrheit des bayttschen Staatsministeriums glaubt sich bei diesem Vorgehen aus A r t i f e l 4 8 derReichs- Verfassung stützen zu können, in dessen letztem Absatz den Landesregierungen das Recht eingeräumt wird, wenn Gefahr im Verzüge ist, die zur Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit nötigen Maßnahmen zu treffen. Die Mehrheit des bayrischen Kabinetts hat ferner beschlossen, das Reichskriminalgesetz nicht als rechtsverbindlich anzuer- kennen und seine Anwendung in Bayern nicht zu gestatten. Die demokratische Partei in Bayern erachtet durch diese Beschlüsse das bisherige Regierungsprogramm für durchbrochen und erklärt die Regierungskoalition für gesprengt, da die beschlossenen Maßnahmen mit der Reichs- iznd Landesverfassung nicht vereinbar seien. Der demokrattfche Handelminister H a mm hat daher dem Ministerpräsidenten Lerchenfeld seinen Rücktritt angezeigt. Da die Beschlüsse des bahttschen Staatsministeriums die Unter» stützung der Deutschnationalen und der Deutschen Volkspattei finden werden, wird die Regierung über eine Mehrheit verfügen. Der bayettsche Dauembuno wird am Montag zur Lage Stellung nehmen. * Berlin, 22. Juli. (WTB.) Bayrische Blätter und telegraphische Rachrichten aus Bayern verbreiten, die bayrische Regierung habe bei der Reichsregierung die Abberufung eines Vertreters der Re i ch s r e g i e r u n g in München, des Gesandten Grasen Zech, verlangt. Es ist ttchtig, daß der bayrische Ministerpräsident Lerchenfeld in einem Schreiben au den Reichskanzler unter Hinweis auf die aus der bayttschen Presse bekannten Angttffe gegen Zech in Verbindung mit dem Prozeß Leoprechllmg. die auch zu einer Interpellation der Bayrischen Volkspartei geführt haben, die Wberufung von Zech nahelegte. Zech war heute zur Berichterstattung beim Reichskanzler in Berlin anwesend und kehtt morgen aut seinen Posten nach München zurück. Die Meldung, daß die Qlbberufung Zechs erfolgt fei, ist unrichtig Der Hochverräter Leoprechting und seine Beziehungen. Berlin, 22. Juli. (WTD.) Von zuständiger Seite wird uns geschrieben: In zwei Veröffentlichungen des „Mihttscheu Kutters" in München . vorn 18. und 20. werden zu der Angelegenheit des wegen Hochverrats verurteilten Leoprech- t i n g Behauptungen 'aufgestellt, welche die diesbezügliche Erklärung des Wölfischen Telegraphen- burcaus vom 1. Juli sowie die Erklärungen des Vertreters der Reichsregierung in München entkräften sollen. Es handelt sich dabei um eine ganz einseitige Darstellung, die ein völlig falsches Bild ergibt. Demgegenüber kann nur nochmals auf die bereits gegebene ausführliche Darstellung der Beziehungen der Reichsstellen zu Leoprech- ting vom 7. Juli hingewiesen werden. Insbesondere muß wiederholt werden, daß der R e ichs- kanzler keinerlei Beziehungen zu Leoprechting gehabt hat. Die Mitteilungen Leoprechtings sind ihm sowie den übrigen Mitgliedern der Reichsregierung überhaupt nicht zur Kenntnis gekdmmen. Diese Mitteilungen haben niemgls füer die Ansichten und Entschlüsse der Reichsregierung nur die geringste Rolle gespielt. Es sei auch zum wiederholten Male festgestellt, daß Leoprechting weder für sich iroch gar für die Tätigkeit, die zu seiner Verurteilung geführt hat, von einer Reichsstelle Geld erhalten hat. Leoprechting stand in keinem irgendwie gearteten Aufttagsverhältnis za einer Reichsstelle. Ob er sich unberechtigter Weise etwas Bries- formularc mit dem Aufdruck des Auswärtigen Amts verschafft hat, ist nicht mehr fe)i- zustellen. Die Befugnis, solche zu benützen, hatte er selbstverständlich nicht. Er hat nicht nur m der Presse-Abteilung des Reichsregierang, sondern auch in der amtlichen bayrischen Pressestelle verkehrt. Hieraus Vorwürfe g?g2n die Regierung ol^aleiten, beweist nur die völlige Hm EenntniS des Betriebes einer Pressestelle Mi! Aufzeichnungen und Denkschriften hat Leoprech fing die in Frage kommenden Stellen in allerdings übergroßer Zahl bedacht. Er wurde auch aus Rückficht aas seine tellweise vorhandenen Beziehungen mit bayrischen Kreisen soweit aIA möglich empfangen. Jedoch wurde seinen za HI reidten Anregungen and üräbefo obere den immer wiederkehrenden Bitten um finanzielle Hnterstühung feiner journalistischen Tätigkeit niemals Folge getriftet. Politische Informationen erhielt Leoprechting sowohl in der Presseabteilung der Reichsregierung als in der bayerischen Pressestelle . Die Darlegungen des „Bahttschen Kuriers", die sich auf eine ganz einseitige und lückenhafte Kenntnis der Vorgänge stützen, stellen sich als Versuch dar, weitere Beunruhigung in die bayerische Bevölkerung hineinzutragen. Dies geschieht in einem politisch besonders kritischen Zeitpunkt. Die Absicht ist ohne weiteres erkennbar. Man will aus den Beziehungen von Leoprechttng zu Berliner Stellen, die für den Prozeß von untergeordneter- Bedeutung waren, eine Staatsaktion machen, um auf diese Weise die bestehenden sachlichen Meinungsverschiedenheiten zwischen den Regierungen zu verschärfen und zu vertiefen. Dies kann im Interesse der inneren Einigkeit des deutschen Volkes nicht scharf genug verurteilt werden. Die Erhöhung der Beamtenbezüge. Berlin, 23. Juli. (Wolff.) Die am Samstag vormittag im Reichsfinanzministerium bcgon-' nenen Beratungen der Regierung mit den Spihenorganisationen, über die Er-' Höhung der Bezüge der Beamten, Angestellten und Arbeiter haben heute in früher Morgenstunde zu einer Verständigung geführt. Unter Berücksichtigung einerseits der Steigerung der Lebensh-altungskosten, andererseits aber »der ernsten Finanzlage des Reiches einigte man sich mit dem Vorbehalt der Zustimmung bc? Rcichs- labinetts und der gefetzgebmden Körperschaften bei ben Beamten- und Angestelltenbezügen dahin, daß der allgemeine Teuerrngsz schlag vom 1. Juli ab um 55, also von 105 auf 160 Prozent, vom A.rgust ah um SO. also auf 185 Prozent erhöht werden soll. Das bedeutet eine Erhöhung der bisherigen Gesamtbezüge für Juli um rund 24, für August am rund 34 Prozent. Entsprechend dieser Regelung erfolgt dir Erhöhung der Arbetterlöhne. 'Dir Verhandlungen foi:rüter werden morgen fortgesetzt. Die Auszahlung der erhöhten Bezüge soll mit größter Beschlcunigrng erfolgen. Die deutsch-polnischen Verhandlungen. Berlin, 22. Juli. (Wolfs.) Zwischen der deutschen und der polnischen Regierung ist am 20., Iulr ein Dorabkommen geschlossen worden, das im wesentlichen folgenden Inhalt hat: Cs ist zunächst ein gemeinschaftliches Pr 0 g ettoa 10—11 000 Mk. Nach den bisherigen schwankenden Aussagen des Mörders ist eine Mittäterschaft nicht unwahrscheinlich, der Verdacht spricht besonders gegen den älteren Bruder, der auch noch in Haft ist. Die Ermittlungen wegen evtl. Mittäter werden noch fortgesetzt. wd. Mainz. 22. Juli. Die kürzlich in Main?, gegründete Ortsgruppe des deutschvölkischen Bundes'ist durch eine Verfügung As hessischen Ministeriums des Innern auf ®runb der Reichsvervrdnung zum Schuh bei Republik aufgelöst worden. Die interalliierte Rhemlandkommission hat die Durchführung der genannten Reichsvervrdnung im besetzten Gebiet gestattet. Hessen-Nassau. Der Umbau der alten Marnbrücke. spb. Frankfurt a. M, 23. Juli. Die Q3er* e Handlungen der Stadt mit dem preußischen Staat wegen Erhöhung der Kosten zum Umbau bei alten Wainbrücke haben jetzt zu einer Vereinbarung geführt. Der Staat zahlt anstatt der borgefebenen 1,35 Mill. Mk. nunmehr die Hälfte der tatsächlich entstehenden Baukosten einer 14 Meter breiten Brücke an die Stadt. Die Baukosten stellen sich heute auf etwas mehr als 50 Millionen Mark. Die Bauarbeiten, die feit mehreren Jahren wegen dieser Finanzstreitig- keiten ruhten, werden jetzt mit allem Nachdruck aufgenommen. Noch in biefem Jahre sollen die meisten Pseilerfundamente fertiggestellt fein. Dis zum 1. Dezember hofft man den sog Müllermain wieder offen zu haben. Der Gesamtbau dürfte dann in knapp zwei Jahren beendet sein — Ob dann die 50 Millionen Mark reichen? Der abgelehnte Schiedsspruch. spd. Franks urt a. M, 23. Juli. Die kaufmännischen Angestellten haben die ihnen vom Schlichtungsausschuß für den Monat 3uli zugebilligte Gehaltserhöhung als zu niedrig einstimmig abgelehnt. Jahrhundertfeier. fpd. Da d Ho m b u r g v. d. H., 23. Juli. Hier tourbe heute die 300jähr. Wiederkehr der Gründung derLandgrafschaft Hes s e n- Homburg durch Festgottesbienst und schlichter Festfeier in der ehemaligen Schloßkirche und dem Museum feierlich begangen. Der erste Landgraf war Friedrich I., der die Landgrafenschaft durch einen Vertrag von seinem Bruder, dem Landgrafen Ludwig von Hessen-Darmstadt, erhielt und nach einer Regierung von 1h, zum Teil äußerst drang- vollen Kriegsjahren, im 54. Lebensjahr- 1638 verstarb. * j| Gladenbach. 22 Juli Am Donnerstag wurde bet dem Bahnübergang bei Erdha isrn der Einwohner Hvh. Gg. Rauh aas Mornshausen mit feinem Fuhrwerk überfahren. R ist jetzt infolge der Verletzungen gestorben. △ Königsberg am Dünsb^rg, 22. Juli Gestern wurde die elektrische Leitung eingeschaltet. Die Bürgerschaft veranstallete aus diesem Anlasse eine sogenannte Lichtkirmes. Unser Ort ist an das Elektrizitätswerk Marburg an geschlossen. Auch die Nachbarorte Hohensolms, Erda und Altenstädten haben dieser Tage elektrische Beleuchtung erhalten. Ji Marburg, 22. Juli. Hier mißte em Einwohner, der durch gerichtsseitige Anird» nung hin die Wohnung räumen sollte, unter Anwendung von Gewalt aus derselben entfernt werden. Als der Hausbesitzer mit dem Gerichtsvollzieher erschien, gab er einen Schuß ab. Die durch Schutzpolizei verstärkte hiesige Polizei, die das Haus umstellt hatte, drang bann mit Gewalt in dieses ein und nahm den Mieter und seinen Sohn in Schutzhaft, während die übrigen Familienmitglieder anderweitig untergebracht toir- ben. Eine vor Aufregung erkrankte Tochter wurde von der Sanitätskolonne geholt. Der Gerichtsvollzieher ließ dann die Wohnung rn imon. Kirche und Schule. Die Feier des 75jährigen Bestehens der hessischen Realschule zu Oppenheim am Rhein fand am 19. 3uli statt. Die Begrüßungsrede des Studiendirektors Görtz, die Ansprachen der Vertreter der verschiedenen Aemter und der alten Schüler, die Gedichte, Lieder und Tänze, die von den Kindern zur Darbietung gebracht wurden, nicht zuletzt endlich der stürmische Beifall, der jedesmal ein» setzte, wenn der deutsche Charakter der Veranstaltung betont wurde, — alles zeigte mit zweifel- freier Deutlichkeit, daß hier und im ganzen Kreise das Liebeswerben der Besatzung wie bic Machenschaften der Sonderbündler auch nicht die Spur eines Erfolges zu verzeichnen haben. 3a, es schien ben auswärtigen Gästen, die alte Beziehungen zur Schule aus dem unbesetzten Gebiete nach der Feststadt geführt hatten, daß man unter dem Druck und Zwang der fremden Herren deutscher denken und fühlen gelernt habe, als es früher und als es im übrigen Deutschland oft der Fall ist. Die Beteiligung früherer Lehrer und Schüler sowie der Bürgerschaft war äußerst lebhaft. Mit der Vertretung des Landesamtes füi das Dildungswefen war Oberschulrat Geheimrat Dr. D o r f e l d beauftragt, dessen zwölfjährige Direktorentätigkeit in Oppenheim noch in aller Erinnerung steht. Von den schriftlichen Festgrüßen erregte vor allem der des früheren Finanzmmisters Dr. Becker lebhafte Freude, weil er eine „Beckerstiftung" für Handwerkersöhne, die die Realschule besuchen, in Höhe von 25 000 Mk. ankündigte. Eine starte Stütze für die zur Zeit von 218 Schülern und Schülerinnen besuchte Anstatt wird künftig der am Festtage begründete „Verein ehemaliger Oppenheimer Realschüler" bilden, dessen Vorsitz Weingroh- händler O. S i 11 m a n n übernommen hat. Vermischtes. Ein AutomobilunglLck. Be r l i n, 24. 3uli. Auf 'ber Chaussee Ebers- walbe-Derlin stieß ein A u t o m o b i I, als es einen anderen Wagen überholen wollte, gegen einen Daum. Die Insassen, zwei Herren und zwei Damen, wurden kopfüber aus dem Wagen geschleu^ ' bert. Der Steuermann des Wagens -erlitt einen* schweren Schädelbruch und wurde in hoffnungslosem Zustande in das Eberswalder Krankenhaus gebracht. Die anderen Insassen erlitten leichtere Verletzungen. G Eifel-Rundfahrt 15. Juli 1922 5 Runden ä 33,2 km = 166 km mit 1300 Kurven und 12—15% Steigung Sieger @ Fernfahrt Berlin-Amsterdam 10./11.juii 1922 Betriebsstoffverbrauchs-, Zuverlässigkeits- und Schnelligkeits-Prüfung. 760 km Sieger • Baden-Badener Automobil-Turnier 10./1& jun 1922 1 um den Batschari-Wanderpreis Sieger PETERS UNION Zahnrad-Reifen Reifen der Gegenwart! 6908m ffen tal- pesDltat 2. Mähler 3. Conzen auf 6 P. S. Aga , 6 P. S. Fafnir * 6 P. S. Körting , 8 P.8. Opel iefet faSBJ* il allein LT iallen di? SehönlieitskoiilniFFßnz a. Tourenwagen 1. Behrens auf 28/95 Mercedes b. Sportwagen 1. Gen.-Dir. Hof auf 28/95 Mercedes 2. Schröder auf 14/30 Benz 3. Hofmann auf9/30Presto c. 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M eilten Haben die » S den Monat "dvhung als avgelehnt. iiet. Wiederkehr der MchaftHessen. dienst und schlichter chlohkirche und dem erste Lanbgras "dgrafenschast durch >er, dem Landgrasen 't, erhielt und nach Teil äußerst drang- ebensjahr 1638 der- Inden Einzel- • konkurrenzen wurden auf Peters Unien Zalwrad- Reifes erzielt: BßFOproloDg Klasse I 1. Dr. Tigler auf 6/16 Benz 2. Frhr. v. Thüna auf 6/25 Mercedes 3. Dir.Wendt auf 6/18 Dixi Klasse II I.Walb auf 10/30 Benz Klasse IV 2. Ing. Kappler auf 24/60 Benz 3. Romerauf 17/o0 Austro- Daimler rge detaW i hier nutzte em richteseitige Anard- . jmcn s)llte, unter r derselben entfernt - mit dem Gerichts- nen Schutz ab. Sie hiesige Polizei, die ig dann mit Gewalt Mieter und seinen > die übrigen Fa- untergebraÄ wrr- infte Tochter warde olt. Der Gerichte mng rärmen. V, Mit diesen 3 grossen Siegen ist endgültig der Beweis erbracht, dass der iutt 2m gang bei Erdhais rr liauh aus Morns' überfahren. 2. grn gestorben. Zünsd-rg, 22. Juli. Start 7 Fritz w. Opel auf 8/25 Opel .... mit Peters Union Zahnrad ® Start 8 F. Oumont auf 5/15 P.S. Wanderer mit Peters Union Zahnrad Bis 8 P.S. Bis 10 P.S. res. SS Nötigt Ab A 6ttt zum aa, . Dieder Ä U. In den Einzelklassen 6. Zustrassen A wurden auf Peters Union 7- Gildemayer W Zahnrad-Reifen errungen: 0 9. HocKenneuner. Ing. Kappler auf 24/60 P. 8. Benz mit Peters Union Zahnrad zugleich Gewinner des Batschari-Wanderpreises 1922. Zeitung eingeschaltet. :e aus diesem 2Lt- i rmes. ilnfer Ort chule. üährigen De» Realschule zu 6 Studiendirektors Vertreter der ttr* m Schiller, bie ®c* w ben Kindern Z * !“* der jedesmal ein» ^rderMranstal' Miflte mit zveB lesührt 0^ c^mden sS MS ion den! frühere" r lebb^^rker- ' fut von ucheu-.' sMe sür e ^ Schüleria"^ m und ^stiage oppen^E aliger Hxjugroh Dor^hat. cherno^ Ing. Stuhr auf 8/24 Oürkopp mit Peters Union Zahnrad ® erhielt großen Preis und große goldene Medaille für beste Zeit und geringsten Brennstoffverbrauch — 73 1 für 760 km. 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In unser Genossenschaftsregister wurde heute bezüglich der Spar- und Darlehnskasse zu Grüningen, eingetragenen Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht, eingetragen: Vorstandsmitglied KarlFriedrich Leidich in Grüningen ist verstorben. An dessen Stelle ist Jakob Leidich. Landwirt in Grüningen, Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. B wurde heute bezüglich der Firma Buderussche Eisenwerke Aktiengesellschaft, Wetzlar, Zweigniederlassung Lollar, eingetragen: Durch Beschluß der Generalversammlung vom 18 März 1922 sind öie §§ 4 — Beginn der Dividendenberechtigung neuer Aktien, Einziehbar- keit von Vorzugsaktien —, 8, 9, 15 — Anstellungs- bedingungen und Festsetzung der Bezüge des Vorstandes, Zustimmung zur Erteilung von Prokuren und Handlungsvollmachten —, 12 — Höchst, und Mindestzahl des Aufsichtsrats —, 13 — Aeuwahl eines Aufsichtsratsvorsihenden, Einladungen zur Auffichtsratssttzung —, 14 — Beschlußfähigkeit des Aufsichtsrats —, 18 — Hinterlegungsfrist für Aktien zur Generalversammlung, Abstimmung der Stamm- und Vorzugsaktien —, 20 Abs. 1 — Fortfall der gesonderten Aktienabstimmungen bei Wahlen - geändert, § 22 Abs. 2 — Zustimmung der Generalversammlung zu jeder Ausgabe von Teilschuldverschreibungen — gestrichen. In der Generalversammlung vom 3. Mai 1922 wurde beschlossen, das Grundkapital um 57 250 000 Ml. zu erhöhen Diese Erhöhung hat stattgefunden. Das Grundkapital beträgt nunmehr 106 000 000 Mk. Durch Beschluß der Generalversammlung vom 3. Mai 1922 ist der § 4 des Statuts entsprechend der Erhöhung des Grundkapitals — Spalte 4 - geändert worden. Wechsel auf Holland....... Deutschland . . . . Wien........ Prag........ Paris........ London ....... Italien ...... Brüssel....... Budapest...... Aeuhork....... Agram....... Warschau..... Gießen, den 17. Juli 1922. Hessisches Amtsgericht. - - - - oi*-iycit8bau m", der erstmalig in „^leberLandundMeer" (Deutsche Verlags- anstalt Stuttgart) zum Abdruck gelangt, fesselt in seinem weiteren Fortgänge die Leser mehr und mehr. In der Eifel, der Heimat der Dichterin spielend, schildert er das grotesk-romantische Räuber- leden des Schinderhannes, dessen tollkühne Bande fahren. *#• Nii iWrta. 01 *4 n. s neuer Roman „un Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. Ä wurde am 12. Juli 1922 eingetragen: Die Firma Obst- und Gemüsekonservenfabrik Elisabeth Kröck in Gießen. Inhaberin ist die Wilhelm Kröck Ehefrau, Elisabeth geb. Rinn zu Gießen. Dem Wilhelm Kröck in Gießen ist Prokura erteilt. Gießen, den 22. Juli 1922. 6935B Hessisches Amtsgericht. (3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Falscher Alarm aus Wiesbaden. Wiesbaden, 22. Juli. (WTD.) Die von einem Teile der deutschen Presse und auch zum Teil von ausländischen Blättern gebrachte Rotiz über die Verhängung des Belagerungszustandes in Wiesbaden und ein Aufenthaltsverbot aus den Straßen nach 11 Ahr abends ist durchaus salsch. Währ ist nur. daß die Interalliierte Rhein land- kommrssivn in Koblenz zunächst auf Grund der in der Verordnung vorgesehenen Bestimmungen dem französischen Delegierten in Wiesbaden Sondervollmachten erteilt hat, die sich auf das Verbot von Sitzungen und Kundgebungen, welche die Sicherheit der Desahungstruppen $u geführten geeignet sind, beziehen. Der Kreisdelegierte hat aber bis HÄtte noch keine Veranlassung gesunden, von dieser Sondervollmacht Gebrauch zu machen. Das deutschfeindliche Australien. Paris, 22. Juli. (WTB.) Aach einer Havasmeldung aus Melbourne hat das Ministerium sich geweigert, der Ernennung eines deutschen Konsuls für Australien zuzustrmmen. Hughes habe erklärt: Ich sage nicht, dach die Handelsbeziehungen nzjt Deutschland niemals wiederhergestellt werden können, aber das australische Kabi - Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld Brief W und Wtnfldjfyn 2262,16 507,86 4254,65 9667.85 7890,10 1 38 108^60 31,96 184,50 322*55 1.7.14. 125.40 59.20 88.80 88.80 117.80 117.80 Datum: Zürich .... Amsterdam . Kopenhagen. Stockholm . . Wien..... Prag..... London. . . . Reuhork . . . Paris..... GerrchtsfQen. cm. Darmstadt, 23. Juli Wegen Landesverrat verhandelte am Samstag die hiesige Stvaskammer unter Arsschl^ß der Oeffentlich- keit gegen den 20 Jahve alten Studenten der Aechte T. F., den Sohn eines städtischen Beamten verlangten die französischen Offiziere dann nachbarten französischen Garnison in Verbindung und übergab diesem zunächst zwei gefälschte älr- hmben über angebliche geheime Verbindungen. Als sich dann die Fälschungen herausgestellt hatten, verlangten die französischen Offizier edann wirklich echte Papiere; in der Bedrängnis benutzte der Leichtsinnige seine Ortskenntnis, schlich sich in das Zimmer des Oberbürgermeisters und entwendete daraus wiederholt verschiedene Schriftstücke, für die er mehrmals Geldbeträge erhielt. Schließlich wurde er erwischt. Er wurde wegen Einbruchsdiebstahls i. Verrat militärischer Geheimnisse in eine Gesamtstrafe von drei Jahren und drei Monaten, abzüglich vier Monate Untersuchungshaft, verurteilt. 500 Mark die er erhalten hatte, werden vom Staat eingezogen. vor 100 Jahren eine wahre Schreckensherrschaft rm Rheinlande führte. Ein ganz anderes Milieu beleuchtet die daneben laufende und soeben beginnende neue Erzählung „Abla" des bekannten Forschungsreisenden und Schriftstellers F. R. Rord. Im Iran, jenem Lande, das als Wiege der Menschheit gilt, kämpft ein von religiösen und politischen Wirrnissen zerrissenes Volk, nur im Haß gegen fremde Ausbeuter vereint, einen V«»r- ^weiflungskampf gegen die übermächtig anschwel» tenbe Fremdherrschaft. Reben der Fülle unterhaltender kurzer Geschichten und interessanter Berichte aus allen Gebieten findet man in „Lieber Land und Meer" einen ^usammenfassenden Lleberblick über praktische Reuheiten und Ersindungen, die das tägliche Leben in Haushalt und Berus erleichtern sollen. — DieWeggendorfer Blätter bringen in Wort und Bild, in Reim und Prosa die heiteren Seiten des täglichen Lebens zur Geltung und wissen mit Humor und Satire den komischen Kern jeglicher Begebenheit zu finden und allen Zeitgenossen sichtbar zu machen. Die Tatsache, daß nicht nur der Alltag an sich, sondern stets auch bte wichtigeren Zeitereignisse solch heiteren Betrachtungen unterworfen werben, verschafft jeber Rümmer neben allen anberen Borzügen auch noch besonderen aktuellen Reiz. Da eine politische Stellungnahme für irgendeine Partei stets vermieden wird, braucht kein Leser zu befürchten, innerlich in Opposition mit diesem echten Familienwih- blatt kommen zu müssen. — Der Mann von der Straße. Von Paul Oskar Höcker. Verlag ÜHfteir, Berlin. - Ein großer Roman auS dem Deutschland unserer Tage, der alles ri hellstes Licht hebt, was noch ungestaltet die Zeit erfüllt. Der Osten. Berlin, Thüringen, die Alpengipfel, das sind die Schauplätze der Handlung. Offiziere, die der Krieg aus ihrer Dahn geschleudert hat, Revolutions» gewmnler, Wohnungsschieber, Valuta-Fremde, Arbeiter, religiöse Schwärmer; jede dieser Menschengruppen, die zum Bild der Gegenwart gehören, ist bei Höcker zu finden. Ursula Die glücklich verlaufene Geburt eines prächtigen | Mädels Zeigen m dankbarer Freude an Stilb iertrat Dr. Rudolf Blank und Frau Elsbeth Blanl. geb. Rabe \ ............—...............................— Gießener Strafkammer. Gießen, den 18. Juli 1922. Die Dienstmagd I. W. aus Obermörlen hatte ein Verhältnis mit einem jungen Menschen, sür den sie das diesem wegen einer Verletzung zustehende Krankengeld abhob. Als der junge Mann zur Verbüßung einer Gefängnisstrafe in die Zellensttas- anflalt Butzbach kam, versuchte sie auch weiterhin das ihm nun nicht mehr zuftehende Krankengeld zu erheben und fälschte die Unterschrift des behandelnden Arztes auf dem Krcmkenzeugnis. Trotz ihrer Vorstrafen wurden ihr in Anbetracht des geringen Betrages (108 Mk.) noch einmal mildernde Umstände zugebilligt, und sie in eine Gefängnisstrafe von 3 Monaten verurteilt. Der Landwirt H. H. aus Eudorf muhte Mitte Dezember v. I. eine Kuh nvtschlachten. Der zur Fleischbeschau zagezogene beamtete Tverarzt stellte fest, daß das Fleisch erheblich minderwertig war, und sprach die vorläufige Beschlagnahme aus. Trotzdem verkaufte es der Angeklagte cm den Viehhändler L. St. von Alsfeld, der es in Alsfeld an einen Metzger weiter absetzte. Beide erhielten einen Strafbefehl wegen Vergehens gegen die Bestimmungen des Fleischbeschaugesetzes. Auf ihren Anspruch verurtellte das Schöffengericht Alsfeld den H zu einer Geldstrafe von 150 Mk. und sprach 0t frei, weil er von der Beschlagnahme nicht in Kenntnis gesetzt worden war und die Stempel schlecht zu sehen gewesen waren. In der heutigen Berufungsverhandlung wurde der Freispruch des St. beflättgt, hingegen die Geldstrase des H. auf 1000 Mk. erhöht. Der Metzgermeister G. G. aus Ulrichstein pflegte.seit langen Jahren einen Teil des Mei- sches, den er bei einer Schlachtung in dem kleinen Orte nicht absehen konnte, an Gießener Metzger zu schicken. Er setzte also an Wiederverkäufer ab und hätte für diese Art des Geschäftsbetriebes der Grobhandelserlaubnis bedurft. Wegen Richtbesitzes dieser Erlaubnis hatte er einen Strafbefehl über 600 Mk. erhalten. Das Schöffengericht Ulrichstein - ber sprach ihn frei, weil er in einem unverschuldeten Irrtum gehandelt habe, stellte jedoch fest, daß an und für sich ein Verstoß gegen das Gesetz vvrliege. Die Strafkammer bestätigte dieses Urteil. muß der deutschen . Fr. . Fl. . Är. . Kr. . Är. . Är. Handel. Berlin, 22. Juli. B ö r s e n st i m m u n g s° bild. Am Devisenmärkte erreichten die Umsätze heute bei nicht besonders ins Gewicht fallenden Schwankungen keinen großen Umfang. Im freien Verkehr ruhte die Geschäftstätigkeit für Effekten nahezu gänzlich. Für Zolltürken, Ungarische Gold- rente und einige Montanwerke wurden höhere Kurse als gestern zum Schluß genannt. Fra n kf u r t a. M., 24. Juli 1922. Markrwtterrmgen. 2464,40 12495,60 13183,50 13216,60 1006,70 1009,30 1063,66 106635 2267,15 "" ----------- Neben herrlichen landschaftlichen Aufnahmen diehervorragendsteSensation. Ferner: Charles Chaplin Ab 7. Amjust: Fridericus Rex! Der Rachtragsvoranschlcrg der Gemeinde Winnerod für Rj. 1921 liegt von Montag, den 24. Juli bis einschließlich Montag, den 31. Juli 1922 auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters offen. Während dieser Frist können Einwendungen erhöbe werden. Zu der Erhebung der Umlage haben auch die Ausmärker beizuttagen. Bersrod, den 20. Juli 1922. Hessische Bürgermeisterei Bersrod. Becker. 6914V Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 eoo»c Züricher Devisenmarkt. 22.7. -rKM Vermischtes. tob. Köln, 22. Juli. Wozu Sensationslust und Gespensterfurcht am Hellen 'Tag führen, zeigt folgender Fall. Auf dem Hauptbahnhof wurde eine Frau auf Veranlassung ber argwöhnischen und ein großes Geheimnis witternden Mitteisenden von der Polizei zur Wache gebracht, weil ihr Koffer einen merkwürdigen Leichengeruch verbreitet hatte, der einen Mord vermuten lieh. Man öffnete den Koffer und förderte ein paar recht fette Limburger Käse zutage. maschine ölen zu müssen. Poineares Vorschlag zur McrratorimnSsrage. London, 22 Juli. (WTB.) Der Pariser Korrespondent der „Times" schreibt, Poin- cares Rote, in der er ein Moratorium von 4 — 6 Wochen vorschlägt, müsfd als eine einstweilige Maßnahme angesehen werden. In der Zwischenzeit würde eine Zusammenkunft der Ministerpräsidenten Englands und Frankreichs die Alliierten instand setzen, sich über ihre allgemeine Politik zu verständigen. Oesterreich und die Reste, ationskommission. Wien, 22. Juli. (WTD.) Das Ministerium des Aeußeren erhielt gestern nachmittag eine Depesche des österreichischen Gesandten in Paris, nach der die Reparationskommission in ihrer gestrigen Bormittagssitzung beschlossen hat, dem Antrag der österreichischen Regierung auf Freigabe der Pfänder Folge zu geben. Die Repara- tionskommission hat jene Pfänder, die für die Zwecke der neuen österreichischen Rvtenbank erforderlich sind, auf die Dauer von 20 Jahren, bekanntlich die Dauer des Rotenbankprivileges, hingegen jene Pfänder, die als die Grundlage der geplanten ausländischen Anleihe dienen sollen, ohne zeitliche Einschränkung freigegeben. Die Formulierung dieses Beschlusses wird die Repara- tionskommiffion in ihrer heutigen Rachmittags- sihung vornehmen. Wie die „Politische Korrespondenz" hierzu erfährt, kommen für die Aotenbank Zölle und die Erträgnisse aus den Forsten, Domänen und Salinen und für die zu erwartende ausländische Anleihe neben Zöllen, die Einnahmen aus dem Tabak Monopol in Betracht. Streik der Telephoubeamlen in Stockholm. S t o ckh o l m , 22. Juli. (WTD.) Der T e l e- p'honbeamten streik umfaßt 2000 Telephon- beamte. Der Jnnenverkeihr ist teilweise wieder ausgenommen. Die Regierung wttd sich mit der Angelegenheit besoffen. Starkenburg uns Rheinycssen. wd. Mainz, 22. Juli. Rach der soeben herausgegebenen D e r w a l t u n g s r e ch e n s ch a f t des Oberbürgermeisters der Stadt Mainz für das Rechnungsjahr 19 19 betragen die gesamten Einnahmen der B^triebsrechnung 78 250 765,50 Mark; die gesamten Ausgaben beliefen sich auf 76 370 769,37 Mk. An dem Überschüsse im Betrage von 1 879 996,37 Qllnrf sind in Abzug zu bringen an besonderen Ausgaben, Ausständen usw. 1 279265,81 Mk., so daß ein wirklicher Rechnungsüberschuh verbleibt von 600 730,53 Mk. Einer Schuldenlast von 122 743 068,45 Mark steht ein Vermögen von 166 077 532,31 Mark gegenüber, wobei das Vermögen der Städtischen Sparkasse und der Reservefon^ des Pfandhauses nicht mit eingeschlossen sind. Hessen-Nassau. Neues Industrie-Gelände. mc. Frankfurt a. M.. 23. Juli. Die Aach frage nach Jndusttiegelände ist außerordentlich stark. Die Stadt hat deshalb beschlossen, das Osthafengebiet mit einem Kostenaufwand von 4 Millionen abermals z u erweitern. Auch eine Bilanz. mc. Frankfurt a. M., 23. Juli. Der Inhaber einer großen Gartenwirtschaft in Oberrad hat im letzten Monat 60 Gläser, 44 Bestecke und 52 Teller eingebüht, di? ihm von Gä st enge stöhlen wurden. Außerdem vermißt er noch zwei Tischtücher, zehn Weingläser und eine Steingutbowle. mc. Frankfurt a. M., 23. Juli. Der am 13. Juli 1876 geborene Maler Hermann Brauer wurde Samstag vormittag an der Auhallee in Bornheim erschlagen aufgefunden. Die Tat muh zwischen 2 und 3 Ahr nachts ausgeführt worden sein. Die Leiche war völlig beraubt. Anscheinend ist der Tat ein Streit voraufgegangen. Der Mord wurde mit einem stumpfen Jnsttument auSgeführt. Ueber die Täter fehlen noch nähere Anhaltspunkte. Amstd-Rotterd 18377,- 18423, - 19725,30 19744,70 ----- 3890,10 3899,90 -*019 95 4630,06 8039,90 8060,10 8564,25 8585 (6 10387,- 10413,— 10911,30 10938’70 werden angefertigt, Gestelle können zugegeben werden. [föOOa WsS Beste Legerass., Knochen- aä'ilen nnd Brutapparate, Katai. frei. GoflCnelpart I. AaerbathlBlTEejsen.^ \ .fiorm ju trnpftMeii 10 Zacker's Patent-Medizinal Seife gegen unrrtne ©ort. Ab beete Aas bedeat. deeteebe Pregraxm: , Der Roman der Christine v. Herre Das Schicksal einer deutschen Fürstin 6 Akte. 2. kisMMMl (Die Tragödie eines Staates) 5 Akte. 6910c Sichern Sie sich zeitig Plätze! SSÄSS WH L.'qnQ[ti. DklA' Bleute bi* clnschl. Donnerstag: Harry Piel in seinem neuesten und besten Sensationsfilm, in OasscliwzeKmrt Bekanntmachung. Infolge der außerordentlichen Steigerung der Preise für Kohlen sind die Strompreise ab 5. August d. IS. erhöht worden. Ab 5. August d. Js. gelten folgende Sttompreise: für Beleuchtung Mk. 12.— f. d. Kwst. , Kraft „ 8.- „ „ „ Gießen, den 22. Juli 1922. 6915c Direktion der Elektrizitätswerke und Straßenbahn der Stadt Gießen, st ölte. Turnen, Sport und SpieL — Zum Entscheidungsspiel a m die Deutsche Fußballmeisterschaft am 6. August in Leipzig sind bereits 12000 Vorbestellungen auf Plätze eingegangen. Die Sitzplätze find vollkommen ausverkauft. Es stehen an Stehplätzen insgesamt 40 000 zur Verfügung. — Internationales Fußball-Pokal t u r n i e r in B ad Kissingen. Auf dem neu angelegten großen Turnierplätze in Bad Kissingen veranstaltet der dortige Fußballklub am 29. und 30. Juli -ein großes Fußball-Pokal- furnier. Leider konnten infolge der hohen Kosten die Meldungen des hvllänbischen und schwedischen Meisters nicht aufrechterihalten bleiben, so daß an dem Darnier teilnehmen werden: Spielvereinigung Fürth, Wiener Athletik-Sportclub, Tennis Borussia-Berlin und Kickers-Würzburg. Am ersten Tage spielen Spielvereinigung Fürth- gegen Tennis Borussia-Berlin und W. A. C.-Wien gegen Kickers-Würzburg, während die beiden Sieger am Sonntag nachmittag kämpfen. — Die internationalen Leichtathletikkämpfe in Stettin, die bei gutem Wetter vor 4000 Zuschauern vor sich gingen, brachten interessante Entscheidungen. Die gemeldeten Staffelmannschaften aus Stockholm und Malmö waren indessen nicht vollzählig ejnge- trofsen. Aus Stockholm beteiligten sich nur Lindstrom und Weffnarth, aus Malmö Kvarnby, so daß die erwarteten scharfen Staffelkämpfe mit den Schweden ^rusblieben. Die Schweden liefen in der 3mal 1000-Meter-Staffel zwar außer Konkurrenz mit, formten hier aber nur den vierten Platz belegen. Preußen-Stettin gewann dank des vorzüglichen Endspurts des Schlußmannes Peltzer. Die Ergebnisse: 100 Meter. 1. Senftleben (Ehar- lvttenburg) 10,7; 2. Zirpel (Eharlbg.) 11,3; 3. Krüger (Eharlbg.). 300 Meter: 1. Renell (Berlin) 37 Sek.; 2. Weijmrrth-Stockholm 38,5. 800 Meter: 1. Horn-Stettin 2:08. 1500 Qltter: 1. Volkmann- etettin 4:21,9; 2. Gericke-Berlin 4:31,5. 5000 Meter: 1. Kvarnbh-Malmö 16: 48; 2. Stockmann - ötetttn 17:20; 3. Blankenburg-Berlin 17:28. — 4mal 100-Me1er°Staffel: 1. S. C. CHarl. 44,6 Sek.; 2. Deutscher S. C.-Berlin 8 Meter zur. Schweden- stassel: 1. S. C. Gharl. 2:08; 2. Deutscher S. C- Berlin. — 3mal 1000-Meter-Staffel: 1. Preuhen- Stettin 8: 39,6; 2. D. S. C.-Berlin; 3. Komet-Stettin. — Kugelstoßen: 1. Tomaschewski-Derlin 12,21 Meter; 2. Gustavson-Stetttn 11,35 Meter. Diskus: 1. Gustavson-Stettin 36,80 Meter'; 2. Toma- fchewSki-Derlrn 33,80 Meter. Hochsprung: 1. Lind- ström-Schaden 1,775 Meter; 2. Köpke-Pommern 1,726 Meter. Speerwerfen: 1*Thöns-Stettin 43 Arzt Dr. S" W Zockoob-Creoe(niif|l|elienb u.feai)aUlB).3n(iCtn^olh Drogerien, $arfümmt< u. jrileurgefdjäflen uiälM Kiei.cn in der Trog. Wintcrüoft, flreiw Q10, Löwen-Trogene undBittoria-DEne, Hcrm. Z'lank WUwc [y e r gcfrd .. nimmt noch rVkaU Kunden an im fiste 5. MtM eiriftl «b-I-M Lastauto ssW Änfragea mit fc la Wetterauer WM» billigst. Wiederverkäufer nnb Großverbraucher Borzngspreise. oTiea Weise i Petri Grabensttabe7. Tel. 1313. uuuuuücsaangfflMnnonnoB Metallbetteu Stahlmatt., Zttnderbett., dir.apPriv., ftaL31Nfref. Elsenmöbslfbr. ©ublfTb.) rss L Rosenzweiq TuMTelterswetz^i Kr. m äNettes Slatt Gießener Anzeiger (Eeneral-Mzerger für Oberhesfen) Nontag, 24. Juli 1922 1II . J^. U. uu IWP'E irynnwnw^^-rfMTTTWWmmiTmwniWTHMnMJTJ—■■~~m■mniQiLL -■■■ummiuni■■■ Die AntWorL derNeichsregierung an das Garantiekomitee. *3 e r I i n , 22. Juli, «Wolfs.) Die heute den: Präsidenten der Delegation des Garantie- rv m i t e e s in Berlin übergebene Antwortnote des Reichskanzlers vom 21. Juli hat folgenden Wortlaute „Herr Präsident! 3n Erwiderung des Schreibens des Garantiekomitees vom 18. Juli, durch welches mir das Ergebnis der Beratungen des Garantiekomitees mit den deutschen Vertretern über die von der Reparationskornmission gewünschte Nachprüfung der Einnahmen und Ausgaben und der schwebenden Schuld sowie über Maßnahmen gegen die Kapitalflucht und wegen der statistischen Erhebungen mitgeteilt worden ist, beehre ich mich, folgendes mitzuteilen: Trotz der schweren Belastung, welche die vorgesehenen Maßnahmen für Deutschland bedeuten, will die deutsche Regierung es auf sich sich nehmen, sie fürdie Dauerdes Moratoriums durchz u führen. Wenn sie sich hierzu nach eingehender Aeberlegung entschlossen Hat, so war für sie die Erwägung bestimmend, daß durch die im Memorandum vorgesehenen Maßnahmen die in dem Notenwechsel vom 21. März bis 14. Juli behandelten Kragen ihre abschließende Regelung finden und daß damit gleichzeitig für die Reparationskommission die Grundlage einer Entschließung geschaffen wird, welche der gefährlichen wirtschaftlichen und finan- ziellen Lage Deutschlands, wie sie in der Note vom 12. Juli dargelegt ist, Rechnung trägt. Die deutsche Regierung gclyt davon aus, daß die in dem Memorandum erwähnten Maßnahmen über die Nachprüfungen in Aebereinstimmung mit den Grundsätzen zur Ausführung gelangen werden, welche bei der Abfassung der Bestimmungen leitend waren, nämlich Währung der Sou- ve r ä n i 1 ä t des Reiches, Aufrechterhaltung des ungestörten Ganges der Verwaltung und Schuh des Steuer- und Geschäftsgeheimnisses. Was die Bekämpfung der Kapitalflucht anlangt, so sieht die deutsche Regierung sich gezwungen, die Notwendigkeit zu betonen, daß die Entschließung des Obersten Rates der alliierten Mächte vom 18. August 1921 setzt duochgeführt wird. Sie bittet das Garantiekomitee in geeigneter Weise darauf hinzuwirken. Genehmigen Sie, Herr Präsident, die Versicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung. (gez.) >Dr. Wirt H." Die deutschen Kohlentteferrrngen. Berlin, 22. Juli. (Wolff.) Die Reparationskommission hat entschieden, daß Deutschland vom 1. August d. 3. ab monatlich 1725 000 Tonnen Kohle gegenüber einem bisherigen Soll von 1 916 000 Tonnen Kohle an die Entente abzuliefern hat. Hierin sind enthalten 620 000 Tonnen Koks, 100 000 Tonnen Koks- Steinkohle und 125 000 Tonnen oberschlesische Kohle, die Deutschland von Polen kaufen soll. Sortenmäßig sind daher die dringend verlangten Erleichterungen gegenüber dem bisherigen Programm nicht eingetreten: meng m mäßig srnd die Ermäßigungen durchaus unzureichend, indem die deutsche Forderung auf Herabsetzung des *Soll um rund 600 000 Tonnen nur zu einem Drittel berücksichtigt ist. Diese Forderung war wohl ^begründet durch den Verlust Oberschlesiens und -.den Rückgang der Ruhrförderung, die z rsammen einen monatlichen Kohlenverlust von 3 325 000 Tonnen ergeben. Dieses neue Programm, das angesichts der verschmälerten Kohlenbasis dre deutsche Wirtschaft rwch stärker- belastet als das bisherige, dessen Andurchführbarkeit sich prat- tifch ergeben hat läßt die im Friedensvertrag vorgeschriebene Berücksichtigung der deutschen Wirtschaft völlig vermissen. Nach dem Urteil aller Sachverständigen ist die Erfüllung des neuen Programms unmöglich. Die bisherigen Sachleistungen aus dem Friedensvertrag. N. f.H. Ommer noch stellt die Ententepresse, und insbesondere die französische, die Behauptung auf, daß Deutschland so gut wie nichts getan habe zur Erfüllung der Friedensvertragsverpflichtungen. Daß diese Behauptungen in vollkommener, wohl zum Teil absichtlicher Ankenntnis erhoben werden, be- wefft die nachstehende Aebersicht über die Sachleistungen, die bis Ende März d. Is. auf Grund des Telles VIII (Wiedergutmachungen) des Versailler Vertrages seit Beginn des Waffenstillstandes von Deutschland an die Ententemächte getätigt wurden. Es wurden geliefert Farben für Medizinische Präparate für Kohlen für Kohlennebenprodukte für Viehlieferungen für Loewener Bibliothek für Bilder für Belgien für Lieferung des Reichskommtssars für Wiederaufbau einschl. Straflieferung 66 688jj zusammen 1 321 641 IC Außer diesen Leistungen wurden in dei gleichen Zeitraum u. a. noch 150 00 Wagen und 5000 Lokomotiven h Werte von 1,10 Milliarden Goldmark geliefert. An sogenannten Rücklieferunge wurden ausgeführt: 1. Vieh für 23 501 722 Goldmark, 2. an Maschinen und Industriematerial für 265 861000 Gvldmark, 3. an Beutewagen 97 307 000 Goldmark, 4. an Rückgabe von Werten a) an Frankreich 8 233 661 973 Fr., h) an Belgien 1 717 168 479 Pap.-Mk., 8 456 373 Fr. Insgesamt sind daher vorläufig Sachleistungen im Werte folgender Beträge bewirkt worden: 1. 2 808 210 824 Goldmark, 2. 1 753 931 288 Papiermark, 3. 8 234 691973 frz. Fr., 4. 8 456 373 belg. Fr. Die Behauptung, das deutsche Voll sabotiere systematisch den Versailler Vertrag, kann hiernach nicht mehr länger aufrecht erhalten werden, zumal die hier angeführten Summen die Barzahlungen, die Zahlungen aus dem Ausgleichsverfahren, den Wert des deutschen liquidierten Eigentums im Auslande, den Wert des Reichseigentums in den abgetretenen Gebieten, die Handelsflotte usw. — Werte im Gesamtbeträge von schätzungsweise rund 45 Milliarden Goldmark — gar nicht berücksichtigen. Demgegenüber mutet es höchst seltsam an, wenn in Beantwortung einer Frage des kommunistischen Abg. Cachin der französische Finanzminister am 4. Juli 1922 mitteilt, daß Deutschland vom Waffenstlllstand bis Ende März 1921 Sachleistungen im Werte von 2958 Millionen Goldmark bewirkt habe. Da immerhin doch angenommen werden müßte, daß dem französischen Finanzminister auch die Leistungen bekannt sein dürften, welche Deutschland bis zum 31. März 1922 getätigt hat. Aus Stadt und Land. Gießen, den 24. Juli 1922. Bon der deutschen Münzwirtfchaft. ”* Amtliche Veröffentlichungen teilten in den letzten Tagen einige sehr interessante Angaben über die deutscheGeldprägung mit, die in aller Deutlichkeit auch dem nur oberflächlich Arteilenden vor Augen führen können, wie tief unsere einstmals so blühenden Zahlungsmittelverhältnisse gesunken sind. Gold-, N i ck e l- und Kupfermünzen sind im Juni und wohl auch schon lange vorher nicht mehr geprägt worden, von den Silber- inünzen schweigt die amtliche Aufstellung überhaupt. An Gold münzen besaß das Reich Ende Juni 5 155 840 110 Mk., wovon 4 450 945 600 Mk. auf Zwanzigmarkstücke und 704 894 510 Mk. auf Zehnmarkstücke entfallen. Der Bestand an Nickel münzen belief sich zu derselben Zeit auf 100 309 907,40 Mk. davon waren 64 499 202 Mk. Zehnpfennigstücke, 35 810 705,40 Mk. Fünfpfennigstücke. Die Kupfer münzen wurden auf den gleichen Tag mit 25 102 501,89 Mk. ausgewiesen, davon Mark Einpfennigstücke. Ruhte die Geldprägung aus Edelmetall vollständig, so blühte dafür im Juni die Ausprägung aus Ersahmetall um so üppiger, übrigens ja eine Tatsache, die nicht mehr ganz neuen Datums ist. Für 1 224604,15 Mk. neue eiserne Fünfer kamen im Juni ins Dasein, eiserne Zehner wurden in demselben Zeitraum nicht hergestellt. Am Schlüsse des Vormonats hatte das Reich einen Besitz von 94 719 701,35 Mk. an Eisenmünzen, hiervon 22 050 384,30 Mk. Zehner, 72 669 317,05 Mk. Fünfer. Zink-Zehnpfennig st ücke wurden im Betrage von 3 461 568,40 Mk. neu hergestellt, so daß sich Ende Juni der Bestand an dieser Geld- soric auf 120 255 343,40 Mk belief Am stärksten zur Ausprägung herangezogen wurde auch im verflossenen Monat das Aluminium: neu für 18 046 046,50 Mk Fünfzigpfennig st ücke. Das Verlangen nach einer annehmbaren und nicht zu kostspieligen Scheidemünze als Ersah für das nun glücklicherweise verschwindende Notgeld der Städte mag wohl zu dieser starken Ausprägung den Anstoß gegeben haben. Insgesamt besah das Reich Ende Juni für 383 033 322,22 Mk. Aluminiummünzen, wovon der Löwenanteil von 382 526 074 Mk. auf die Fünfziger und der bescheidene Betrag von 507 248,22 Mk. auf Einpfennigstücke kam. Dem Geld aus Ersatzmetall, als Elendszeichen unserer deutschen Münzverhältnisse, reiht sich natürlich die Papiergeldflut ebenbürtig an die Seite. Am 30. Juni waren allein Darlehenskassenscheine im Besitz von 25 Milliarden und 82Vl> Millionen Mark ausgegeben. Hiervon befanden sich für 10 Milliarden und rund 309 Millionen Mark im freien Verkehr. Erhöhung der Entschädigungsansprüche im Güterverkehr. Der Betrag, bis zu dem die größeren Güterund Eilgutabfertigungen Anträge auf Entschädigung aus dem Frachtvertrag über die Beförderung von Gütern und lebenden Tieren wegen Verlustes, Minderung, Beschädigung oder Lieferfristüberschreitung zu erledigen befugt sind, ist von 300 auf 5 0 0 0 Mr erhöht worden. Die Zuständigkert der Aemter, Inspektionen usw. ist auf 50 000 Mk. für Entschädigungsansprüche und auf 25 000 Mk. für Erstattungsanträge in jedem Falle festgesetzt worden. Friseurgewerbe und Teuerung. Von der Hessischen Handwerkskammer wird uns geschrieben: In Verbraucherkreisen herrscht vielfach immer noch Ank'larheit darüber, daß die andauernden Preiserhöhungen für Waren und Leistungen nichts weiter sind, als der Ausdruck der stetig fortschreitenden Geldentwertung. Will der Gewerbetreibende nicht unrettbar der Verarmung verfallen, so muß er bei der Bildung seiner Preise darauf Rücksicht nehmen, daß er für den Erlös die gleichen Mengen Waren Herstellen oder einkaufen, daneben seine Ankosten decken und einen zum Lebensunterhalt angemessenen Gewinn erzielen kann. Oftmals sind aber die Geschäftsleute in der Forderung berechtigter und auskömmlicher Preise gehindert durch Rücksichten auf die Absahmöglich- reit. Dies ist namentlich dort der Fall, wo die Verbraucher sich noch Einschränkungen auferlegen können und wollen. Zu den hiervon hauptsächlich betroffenen Handwerkszweigen gehören ein Teil der Nahrungsmittelgewerbe, die sog. Luxusgewerbe und die Gewerbe, deren Tätigkeit in der Verrichtung persönlicher Dienste besteht. Besonders bei der letztgenannten Kategorie, dem Friseurhandwerk, gestatten sich die Verhältnisse immer trostloser. Stets nach den unvermeidlichen Preisauf- chlägen — veranlaßt durch die stetige Steigerung >er Ankosten und Aufwendungen für die Lebens- uhrung sowie durch die Lohnforderungen der nicht zeitgemäß bezahlten Gehilfen — wandert ein Teil der Kundschaft ab und greift zur Selbsthilfe, nicht nur beim Rasieren, sondern auch beim Haarschneiden. Am die Abwanderung möglichst zu verhüten, hat sich das Gewerbe bei der Preisbildung seither schon die .größte Beschränkung auferlegt. Es beweist dies ein Vergleich der Steigerung der Dedienungspreise im Kiseurhandwerk und der Preissteigerung auf allen übrigen Gebieten im Verhältnis zu den Vorkriegspreisen. Trotz dieser verzweifelten Bemühungen greift die Abwanderung durch die Verschärfung der Verhältnisse weiter um sich, der Friseur muß heute im Regelfälle mit einer Tageseinnahme wirt- chaften und hieraus noch Steuern zahlen, die in einem Verhältnis zu der teueren Lebenshaltung teht. Während des größten Teils des Tages wartet der Meister mit Gehilfen auf die Kundschaft. Die Ausfüllung beschäftigungsloser Zeit mit Haararbeiten, wie das früher üblich, ist jetzt nicht mehr möglich, da auch die Nachfrage in dieser Hinsicht stark zurückgegangen ist. Dagegen ist die Gehilfenhaltung unentbehrlich, weil sich in wenigen Tagesstunden der Rest der Kundschaft zusammendrängt, nicht warten will, und somit sonst weiterer Verlust an Kunden zu befürchten ist. Die Krise im Friseurgewerbe ist außerordentlich ernst: viele Geschäfte muhten bereits schließen. Von der Einsicht der Verbraucher darf erwartet werden, daß sie der durch die Verhältnisse bedingten Preisgestaltung Verständnis entgegenbringen und die von pem wirtschaftlichen Zusammenbruch bedrohten Handwerkszweige durch Inanspruchnahme und Schaffung von Arbeitsgelegenheit nach Möglichkeit unterstützen. ** Die Ernährung der geistigen Arbeiter. Der Physiologie ist es gelungen, den Stoffwechsel bei der verschiedenen Form der Muskelarbeit genau zu messen, so daß man angeben kann, wieviel der Mensch bei rungsbedarf eines Schlossers, eines Maurers Muskelruhe essen muß und wie groß der Nahoder einer im Hause tätigen Frau ist. Für die geistige Arbeit fehlte bisher ein solcher Maßstab. Nun haben Antersuchungen, die Professor Dr. Kestner und Dr. Knipping an dem.Physiologischen Institut der Hamburger Universität ausführten und über die sie jetzt in der „Klinischen Wochenschrift" berichten, ergeben, daß bei geistiger Arbeit — es wurde den Versuchspersonen (Studenten und Studentinnen) aus einem schweren Buche vvrgelesen, und die Versuchsperson muhte das Gehörte wiederholen — der Stoffwechselverbrauch und die aus ihm berechnete Kalorienzahl ausnahmslos gesteigert ist. Der Aufwand für geistige Arbeit ist also. meßbar, aber er ist außerordentlich gering, geringer als bei irgend einer gewerblichen Arbeit, die bisher gemessen ist. Dagegen stellt sich bei der geistigen Arbeit eine regelmäßige Zunahme des PhoS- phvrsäuregehaltes des Blutes heraus. Am dieser Säuerung des Blutes entgegenzuwirken, ist es notwendig, die Absonderung des Magensaftes, der Salzsäure enthält, an- zuregen. Von den gebräuchlichsten Nahrungsmitteln ruft aber das Fleisch die reichlichste und am längsten dauernde Magensaftabsonderung hervor. Der geistige Arbeiter muß daher reichlich Fleisch essen und auch so entlohnt werden, daß er es sich auch kaufen kann. ** Po ft kartenverkehr mit dem Aus- l a n d. Es wird vielfach nicht beachtet, daß die vor einiger Zeit zwecks Ausbrauchs alter Karten- bestünde herausgegebenen P o st k a r t e n mit den aus Linienwerk hergestellten Ergänzungszahlen st empeln zu 35 und 85 Pfg. nicht ins Ausland verwandt werden dürfen. Solche Postkarten find von fremdländischen Post- anstalten in letzter Zeit wiederholt beanstandet oder mit Nachgebühr belegt worden. Wenn auch anzunehmen ist. daß nur noch geringe Bestände von Postkarten der bezeichneten Art in den Händen des Publikums sich befinden — neu hergestellt werden sie nicht mehr —, so wird doch im Interesse der Versender erneut darauf hingewiesen, daß die Karten nur im Inlandsverkehr gültig sind ** Erleichterung des Durchreiseverkehrs durch den polnischen Korridor nach Ostpreußen. Der Durchgangsder- -kehr nach Ostpreußen in n-ichtgeschlossenen Zügen durch den sogenannten polnischen Korridor unterliegt an sich den allgemeinen Paßbestimmungen, d. h. neben einem Pah ist ein deutscher Sichtvermerk und ein polnisches Visum erforkter- lich. Nach Art. 99 des am 21. April 1921 In Paris unterzeichneten, inzwischen in Kraft getretenen Abkommens zwischen Deutschland, Polen und der Freien Stadt Danzig über den freien Durchgangsverkehr zwischen Ostpreußen und dem übrigen Deutschland genügt jedoch als Ausweis gegenüber den polnischen Behörden an Stelle des Passes ein Persvnenausweis, wie er in Hessen zum Verkehr zwischen dem unbesetzten und besetzten Gebiet von den Kreisämtern und den Polizeibehörden bzw. Bürgermeistereien ausgestellt wird. Am deutscherseits den Verkehr nach Ostpreußen möglichst zu fördern, erllärt sich der Reichsminister des Innern damit einverstanden, daß dieser Ausweis innerhalb des fraglichen Verkehrs als genügende Grundlage sowohl für den regelmäßigen Sichtvermerk wie für den An- b^enklichkeitsvermerk der zuständigen Finanz» behörde angesehen wird. Für Ausländer bleibt es bei den allgemeinen Bestimmungen. ** Die „Arbeitsgemeinschaft Deub scher Erfinderschutz-Verbände" hat, entsprechend dem Plan der „Gesellschaft zur Errichtung eines deutschen Erfindungs-Institutes", beschlossen, einen Kongreß für Erfindungswesen am 12. und 13. Oktober 1922 in Gießen zu veranstalten. Als Referätthemata sind in Aussicht genommen: 1. Internationale Vergleichung der Patent-Gesetzgebung (Referent: Herr Patentanwalt Dr. Weerth-Giehen), 2. Psychologie der Erfindungen und der Erfinder (Referent: Geheimrat Professor Dr. Sommer-Gießen), 3. Die Fortschritte der Maschinenbautechnik (Referent: noch unbestimmt). — Außerdem liegen schon Vortragsanmeldungen vor. Am Anmeldung weiterer erfindunaswissenschaftlicher Vorträge an den Vorsitzenden, Prof. Dr. Sommer in Gießen, wird bis Ende Juli 1922 gebeten. Goldmark 49 353 86' 11 558 64 987 619 01 < 21552 47! 171 816 75t 1 052 20( 12 000 00( M MMM M SMü. Roman von Ernst Scherte!. 17. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) »Das ist ja unser kleiner Gaukler von v)r- hrn," sagte der Doktor, als nun auch der Kopf des Knaben sichtbar wurde. Trotzdem wurde es schwer, ihn wieder zu erkennen. Die Züge waren verzerrt, die Augen nach oben gekehrt und Schaum stand auf den Lippen. Aber kaum waren auch diese letzten Zeichen der Katalepsie verschwunden, als Eduard, der angestrengt in den Zügen des jungen Nubiers geforscht hatte, plötzlich in den halberstaunten, halberschreckten Ruf ausbrach: .Das ist Ismais, der Knabe von Ombos." Auch Ismais schien Eduard nin wieder zu erkennen. Er sprach jedoch nichts und gab immer noch dann und warm Zeichen von Geistesabwesen- hett. Man bettete ihn hierauf, so gut es ging, auf einem der Säcke, um das Weitere dem kommenden Sag zu überlassen. Bald überfiel ein bleierner und doch un° ruhiger Schlaf die drer Genossen dieser merk- würdigen Nacht. Aber als der Morgen graute und Perzelius sich von seinem Lager erhob, war Ismais nicht mehr zu finden S e ch st e s Kapitel. Es war ein lauer Morgen, als Perzelius Vnd Eduard in Gesellschaft des a jhen ihre Her- Berge verließen. Die Sonne war noch nicht über das weiße Mokkatamgebirge hcraufgest^en. feucht und öde lag der Landungsplatz da, auf den die noch dunkeln Gassen mündeten. Perzelius hatte einen Zettel für den Baron geschrieben, worin er diesem mitteilte, daß er mit Eduard im Begriffe stehe, eine größere Reise zum Zwecke weiterer Nachforschungen angutreten, und daß er den. Baron benachrichtigen werde, weirn sich wesentliche Resultate ergeben würden' Einstweilen aber möge der Baron keine weiteren Schritte unternehmen, um sich nicht den Gegnern zu verraten. Diesen Zettel drückte er mit dem entsprechenden Bakschisch einem der Kulis m die Hand, welche sich schlaftrunken an die Arbeit machten, die darin bestand, so lange regungslos auf einem Stein oder Balten zu sitzen, bis jemand kam, der ihrer Dienste bedurfte. Iechiel ben Iehud führte seine neuen Schiffsknechte zu seinem Fahrzeug, das ohne jede Ladung auf den Wellen schaukelte. Perzelius dachte, der Jude erwarte vielleicht erst noch die Ankunft der Ware, die er verfrachten sollte, aber auch davon war nichts zu bemerken. So betrat man das Schiff. Perzelius gab sich den Anschein, als habe er nie etwas anders getan, als Taue eingezogen und Segel gehißt, und es war für Eduard git, seine geringeren Kenntnisse in diesen Dingen hinter der Geschäftigkeit des Doktors verbergen zu können. Der Jude saß am Steuer und alsbald blähte sich die Leinwand, welche an einer riesigen, seltsam gekrümmten Segelstange hing, und das Schiff fuhr langsam unter einer kräftigen Morgenbrise gegen die Strömung. Eduard fühlte seine müde Zerschlagenheit bald verschwinden, und die körperliche Arbeit gab ihm auch wieder seine -Satti aft ,nd damit Selbstvertrauen und HoffirrngsfreudigkeU. Iechiel ben Iehud trachtete die linke Nilseite zu gewinnen, an wacher er nun tn geringer Entfernung vom Afer entlang segelte. Arbeit gab es nicht viel. Der Wind behielt dauernd dieselbe Richtung bei, und so lagen die beiden Pseudo knechte scheinbar faul am Boden und sahen empor in den Himmel, dessen Blau mit steigender Sonne sich verfärbte und schließlich in eine Art Rostbraun überging. Aber trotz des Anscheins von Interesselosigkeit, den sich die beiden gaben, beobachteten sie doch genau die Handlungen des Juden und hingen ihren sich drängenden Gedanken nach. Gegen Mittag legte Iechiel ben Iehud am Afer an, ohne daß eine eigentliche Landungsstelle sichtbar gewesen wäre. Nur das niedergetretene Schilf und tiefe Spuren in dem schlammigen Boden deuteten an, daß dieser Platz häufig zu einem ähnlichen Zweck benutzt wurde. Durch das Fr ichtland zog sich ein schmaler Pfad, der sich in der Ferne im Wüstensande verlief. Auf einer erhöhten Bodenwelle thronte in gewaltigem Am riß die Pyramide von Sat- kara. Bald konnte man auch einen Zug von Menschen erkennen, welch: den Wüstenrand herabkamen und große Warenballen tr igcn. Es waren fünf bis sechs Männer, die Perzelius als Fellachen z i erkennen glaubte. Als sie sich bis auf Hörweite genähert hatten, rief ihnen der Jude ein „Salem" zu, das von ihnen erwiderte wurde. Nun fuhr eine große Lebendigkeit in Iechiel ben Iehud. Er schob die Taue auf die Seite, welche am Boden des Schiffes herumlagen und forderte den Doktor und Eduard auf, ihm dabei behilflich zu sein. Dann watete der Jude ans Land und lief den Ankömmlingen entgegen, während er die Arme in der Luft schlenkerte und schon von Ferne ein lebhaftes Gespräch mit den Eingeborenen begann. Er geleitete sie dann zu seinem Schiff, während er erregt auf sie einsprach, jedoch in entern solchen Gemisch von Arabisch und Jüdisch, daß es kaum zu verstehen war. Nachdem der Zug angenommen, mußten Perzelius und Eduard kräftig zugreifen, um die Warenballen zu verstauen. Es Warrn drei große Säcke jeder gegen zwei Meter lang und über einen yalben Meter dick. Sie schienen Tierfelle zu enthalten und waren sorgfältig verschnürt. Anterdessen redete der Jude unter heftiger Gestikulation mit dem Führer des Trupps. Es schien fast zu einem Streit zwischen den beiden zu kommen, aber so sehr sich auch Perzelius bemühte, Hinzuhören, so konnte er doch immer nur „Chutzpo, Chutzpv"ft verstehen, sowie „Nekciwo"-) und „Mijuches"3), woraus er schloß, daß der Jude erzürnt sei wegen einer Anverschämtheit, die man ihm angetan habe in bezug auf eine adelige Frau. Das machte den Dottor stutzig. Sollte ber Jude in einer Beziehung stehen zu dem Raub der Baronesse? Zumas der Tatort des Verbrechens nur etwa eine Kilbe Tagereise entfernt lag? Aber was veranlaßte ihn dabei zu dieser Heftigkeit? Denn daß er ungehalten war über bic Gesetzwidrigkeit einer solchen Handlung, schien nicht recht annehmbar-. Aber was reute ihn dann so auf? . ') Anverschämtheit Frau. 3) Adelig (Fortsetzung folgt)