rhvlt.) Nno man 'VN sich Minister -asteh. Ö b o u» uti> einer -wird Nr. 71 Der «iehener 21njtf$et rrlcheint täghd), außer Sonn- und Feiertags. Monatlich, vezuarpreise: TUt 11.50 emjchl. Träger- lohn, durch die Post OTr. 14 - emlchl Bestell« geld, auch bei Nichterschei« ntn einzelner Nummern infolge Haderer Gewalt. Fernsprech; Anschlüsse: jürdieSchrlftleitung 112; für Druckerei. Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahrnach. richten Anzeiger Liehen. roftfdieatonlo: firanfiurf o M. 11686. \U. Jahrgang Freitag. 24. März <922 GietzenerAMger General-Anzeiger für Gberhesien vrnck und Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- vnd Stetnbrutferci R. Lange. Zchriftleitung, Geschäftsstelle und vrr.ckerei: Zchulftratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verdindl'chkeu Preis für 1 mm Höhe für Anzeigeno 34 mm Breite önlich 90 Df, auswärts 120 DL für Neklame. Anzeigen von 70 mm Sreite350Df Bei Platz, vorichr-.ft 20 , Aufschlag. HauvtfchriNleiter • Aug Goetz Verantwortlich für Politik Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Karl Wal:her; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Dietzen. und i J) H 1 1 2 1 2 1 S 1 1 3 1 Vüter« 1 liegen oerliags )es ®t- unb des hr 1921: sehungen I Ziüei- t> Eigen- chte), die zsgesehes n findet 1 Ahr, mit dem Tibungen »en btt- ,. Pap'^ ß du«« - \ ung wetV ile» lande* . Die Entscheidung der ReparaLionskommission. B e r l i n. 23. März. (Wolff.) Das „B. T." meldet: Die ReichSregierung hat beschlossen, zunächst einige Nachfragen nach Paris zu richten, um nähere Aufklärungen über einzelne Punkte der ReparationSnote ,i zu bekommen. Dic Besprechungen beim Reichskanzler. (Berlin, 24. März. Bei den gestrigen Besprechungen mit Len Parteiführern hat laut dem D. L. der Reichskanzler drei Vertreter der deutschen Industrie, Geheimrat Düch.-r, Dr. Jturt Sorge und Geheimrat Deutsch, empsangen. Sie legten im einzelnen eingehend den Standpunkt der deutschen Industrie zur Tdote der Reparations- tvmmission dar und erklärten, daß die Aufbringung der geforderten 60 Milliarden neuer Steuern unmöglich fei. Berlin, 23. März. (WTD.) Heute nachmittag fanden im Reichstag Besprechungen zwi- -chen dem Reichskanzler und allen Reichs- 'agsfraktionen statt, welche die durch die Mitteilungen der Repaiationskommis ion e tstan- dene parlamentarische Lage zum Gegenstand hatten. Der Reichskanzler gab davon Kenntnis, daß die Reichsregierung erst nach älebergabe des vollständigen amtlichen Textes der Rote der Re- oarationskommission in der Lage sei. dazu S:el- 1 [ung zu nehmen und sich im Reichstag verantwortlich zu äußern. Alle Fraktionen waren einig Darüber, daß sie selbst erst an Hand des amt- Ilchen Textes, den ihnen die Regierung so schnell wie möglich zugehen lassen wird, in eine genaue Prüfung der in der Rote aufgeworfenen Fragen dntreten könnten, und daß es deshalb toün» tchenswert fei, die Reparationsfrage im Parlament erst dann zu behandeln, wenn die Regierung eine abschliessende Erklärung abgeben könne. Der Reichskanzler sagte dies für die erste i Sitzung in der nächsten Woche zu. die auf Dienstag !n Aussicht genommen ist. Alle Reichstagsfrak- !tonen haben sich damit einverstanden erklärt. Die Delegierten für Genua. Derlin. 24. März. Wie eine Korrespondenz fwrt, werden der deutschen Delegation für Genua, die von dem Minister des Aeußern, Dr. R a t h e- nau, geführt wird, Finanzminister Dr. Hermes, der Staatssekretär im Reichssinanzministerium Schröder, sowie der Reichswirtschaftsminister Robert Schmidt angehören. Der Sturz der Mark. London, 23. März. (WTD.) Der auf« srhenerreqende Sturz der Mark und die hier vorliegende Meldung, die deutsche Regierung beabsichtige, zurückzutreten, finden iir der Abendpresse große Bedeutung. Es wird hervorgehvben, daß die B e d i n g u n g e n der Reparationskommission in Berlin ftr vollkommen unannehmbar angesehen werden, und daß die deutschen politischen Führer Ver Befürchtung Ausdruck geben, daß die'Re- parationsfrage zum politischen Chaos führe. Einheitsfront der Kommunisten und Unabhängigen. Berlin. 24. März. Die Reichsleitung der kommunistischen Arbeitsgenrein- ' $ a f t veröffentlicht in der , Freihei t“ einen Aufruf, in dem sie ihren 11 ebertri11 zu der U. S. P. bekanntgibt. Die Mitglieder der Kommu- ristischen Arbeitsgemeinschast werden aufgefor- bert. sich gleichfalls mit der U. S. P. zusammen- ^schließen. Auch die Mitglieder der K. P. D. mb die Anhänger der M. S. P. werden in dem Aufruf zur Herstellung einer Einheitsfront des Proletariats aufgefordert. Dem ,Vorwärts" zufolge wird der Reichs- ausschuh der TI. S. P. heute im Reichstag zu- ’ammentreten, um über die Schwierigkeiten nnerhalb der Partei zu beraten. Wie ixts Blatt mitteilt, soll der Austritt der rechtsgerichteten Redaktionsmitglieder der »Freiheit" wwermeidlich sein. Die Notlage der Presse. Berlin, 23. März. (Wolff.) Der Reichste r band der deutschen Presse weist erneut auf die von Der Regierung and dem Parlament längst anerkannte Rotlage der Presse hin. ®r fordert die Aushebung der ©onder befteu^rmg der Presse, eine ihren bercchttgten 3ntereften ent- Iprechende Berücksichttgung bet der Festsetzung der Post - und Eisenbahntarife und Maßregeln gegen die ungeheuerliche Preistreiberei auf den Gebieten der Holzstoffe, des Zell- slesfes und der Papiere, sowie Sperrung der Ausfuhr von Papier und Zellstoff, solange nicht Bapier für die deutsche Presse zu erträglichen Preisen geliefert wird. Der Reichs verband hält es für Pflicht der Regierung und Volksvertretung, die deutsche Presse als hohes nationales Kultur- gut vor dem Zusammenbruche zu schützen und dem leutschen Volke in seinem schweren Wiederaufbau seine Presse als eines der stärksten Werkzeuge im Wiederaufbau und eine der beiten Waffen bet der Abwehr fremder liebergriffe zu erhalten. Berlin, 23. März. (WTD.) 3m Reichstag fand heute vormittag eine Besprechung der Vertreter aller Parteien und Q3erjegeror- üanifationen mit dem Reichswirt- 'chaftsministerium über die Frage der Vapierpreise statt. Die Verlegerverbände Schiedsverfahren ein. In einer ausführlichen Rede legte Reichsminister a. D. Schiffer den deutschen Standpunkt in der Liguidationsfrage dar, wobei er erklärte, sich sowohl auf den Versailler Vertrag als auch auf die Botschafterkonferenz zu stützen. Der polnische Bevollmächtigte, Minister O l s ch o w s k i forderte hieraus in aller Scharfe das Recht für Polen, eine Regelung des deutschen Besitzes in Oberschlesien vorzunehmen. Olschewski bestritt im Widerspruch mit feiner früheren Haltung plötzlich die Zuständigkeit der Botschafterkonferenz und des Schiedsgerichtes in der Liquidatronsfrage. Reschsminister a. D. Schiffer antwortete mit einer neuen ausführlichen Darlegung der Rechtslage. Der zu schließende Vertrag müßte sich auf alle Fragen beziehen, darunter auch auf die Ltg ridationsfrage und man könne diese Frage daher nicht vom Schiedsspruch ausschließen. Präsident Calonder 'schloß die Sitzung, indem er erklärte, daß er die Darlegungen der beiden Bevollmächtigten, sowie auch die Zuständigkeitsfrage, die OlschowsL aufgeworfen habe, prüfen werde. Die Entscheidung in allen diesen Fragen werde er gleichzeitig vorlegen. Ein genaues Datum konnte Präsident Ealonder jedoch nicht angeben. Man hat hier den Eindruck, als wenn der Schiedsspruch in der Liguidattonsfrage, wie in den anderen strittigen Fragen, wesentlich später erfolgen werde, als es noch in diesen Tagen die Absicht des Präsidenten war. Lloyd Georges gefestigte Stellung. London, 23. März. (WTD.) Der Londoner Vertreter des Wolffbureaus erfährt, daß die innerpolitische Lage, die vor einer Woche noch vollkommen unsicher war, jetzt als geflärt angesehen toerden könnte. Es werde nicht daran gezweifelt, daß, wenn der Premierminister Montag in acht Sagen im Unterhause seine Politik auSeinanderseht, das Haus durch ein starkes Vertrauensvotum zum Ausdruck bringen werde, daß der Premierminister das Land in seiner überwiegenden Mehrheit bei Befolgung seiner Genueser Politik hinter sich haben werde. Es handele sich nicht mehr um die Frage, ob die Gegensätze innerhalb der einen oder anderen Partei den Fortbestand der Koalitionsregierung gefährden, sondern um die weit wichtigere Frage, ob das Land gewillt sei, die britische Regierung bei ihrem Entschluß, Europa aus der Kriegs- hKerji _ Äi» nnn imexn fifor boan Ärniiinant lagere, herauszuführen und Europa wirtschaftlich wieder herzustellen und zu unterstützen. Die britische Regierung hoffe, daß Genua auch zwr Behebung der Arbeitslosigkeit in England und zur Wiederherstellung des damiederliegende» englischen Handels beitragen werde. Eine Besserung sei jedoch hier nicht möglich, solange nicht die politischen und wirtschaftlichen Hindernisse, die der Wiederherstellung normaler und friedlicher Verhältnisse in Europa im Wege stehen weggeräumt sind. Dies sei freilich nicht durch dw Genueser Konferenz zu erreichen, es müsse j e * doch einmal der Anfang gemacht werden. Genua bedeute daher die Einleitung einer neuen Politik des europäischen Zusammenwirkens, die die kommenden Jahre beherrschen müsse, wenn Europa nicht zugrunde gehen solle, Botschafter Wiedfeld. Rachdem Geheimrat W i e d f e l d bereits vor einigen Tagen sich bereit erklärt hatte, als Botschafter nach Washington zu gehen, ist jetzt bei der inzwischen erfolgten Zustimmung Amerikas der wichtige Washingtoner Posten nach langer Zett wieder besetzt. Botschafter Wiedfeld nimmt die Voraussetzungen für seinen Posten mit nach Washington; er kennt die politischen und vor allem die wirtschaftlichen Verhältnisse Deutsch» lands gründlich, ebenso hat er s. Z. als wirtschaftlicher Beirat der japanischen Regierung gründlichen Einblick in die Verhältnisse im Ausland bekommen. Dr. Wiedfeld steht im 51. Lebensjahre. Er ist in Thüritz im Kreise Salzwedel geboren. Rach Abschluß der Studien wurde er als Direktor der Landesgenossenschaft.bank für das Königreich Sachsen berufen; von dort trat er in die Leitung des Statisttschen Amtes der Stadt Essen ein. 1904 wurde er zum Beigeordneten der Stadt Essen gewählt; 1907 führte er mit dem Gewerberichter Premier (München) und v. Schulz (Berlin) die großen Verhandlungen im deutschen Baugewerbe und im Malergewerbe zu einem glücklichen Ende. Daraushin wurde Dr. Wiedfeld ins Reichsamt des Innern als Vortragender Rat berufen. Im Jahre 1911 wurde er beurlaubt, um als wirtschaftlicher Beirat der japanischen Regierung in die Leitung der Südmandschurischen Eisenbahn A.-G. in Tokio einzutreten. Von dort kehrte er dann in den Kommunaldienst der Stadt Essen zurück und 1919 trat er in das Direktorium der Kruppschen Werke ein, dem er bis heute angehörte. Professor Einsteins Einladung nach Paris. Paris, 23. März. (Wolff.) Das „Echo de Paris" teilt mit, daß die Entscheidung, Professor Ein st ein zu Borträgen aufzufordern, vom „Cvllöge de France" nur mit zwei Stimmen Mehrheit getroffen worden sei, unter der Bedingung, daß die Entscheidung geheim gehalten werde und daß Professor Einstein hinter verschlossenen Türen nur voreingeladenenGästen spreche. Da das Geheimnis nicht gewahrt worden sei, sei die Professorenversammlung heute sehr beunruhigt, da sie Manifestationen befürchte. Es scheine sogar, daß die Gelehrten durchaus entzückt sein würden, wenn Professor Einstein irgendeinen Grund finden würde, um augenblicklich nicht nach Paris zu kommen. Ein deutsches Kulturamt in Rumänien. Die Hauptlettung des Verbandes der Deutschen in Grobrumänien beschloß am 15. Februar auf einer Sitzung in Hermannstadt, einem Antrag des Hauptanwalts Dr. Roth zufolge, die Errichtung eines Kulturamtes des Verbandes der Deutschen in Grohrumänien, für den ein ausführliches Programm vorgelegt wurde. Die näheren Ausführungen werden auf der nächsten Sitzung Ende März in Bukarest beschlossen werden. Wie wir hören, wird mit der Leitung des Kulturamtes Herr Professor Dr. Csaki betraut, der als Organisator der Ferienhochschulkurse in Hermannstadt weitesten Kreisen bekannt geworden ist. Aus dem besetzten Gebiet. Hamborn, 23. März. (WTD.) Wie gegenüber der Darstellung der „Agence Beige _ letzt bekannt wird, haben sich die Vorgänge in Hamborn (falsch gemeldet war der Ortsname Hamern) folgendermaßen abgespielt: Zwe iDeam t e der Schutzpolizei, die sich auf Patrouille befanden, benutzten die Straßenbahn Wahrend der Fahrt wurden sie von zwei belgischen Krimi n a l b e a m te n, von denen der eine namens Schmitz als sehr gewalttätig bekannt ist, angesprochen. Schmitz fragte die beiden Beamtm: Was machen £ie, wo wollen Sie hin? Einer der deutschen Beamten erwiderte, sie befanden sich auf einer Gasthauspatrvuille. Als derselbe belgische Beamte den Ausweis verlangte fragte verdeutsche Beamte: Weshalb? Wir sind im Dimist. Darauf packte Schmitz den deutschen Beamt e n a n d e r D r u st und zog mit ber anderen Hand die Wasser Der S^nte belgiut > Beamte machte ebenfalls ferne Waffe schußfertig und zog das Rotsignal. Als der Wagen zum Harten gebracht war, rissen die beiden Belgier den deutschLi Beamten auf die Straße heraus und erschossen ibh sofort. Ein Kampf fand nicht statt; der Erschoßene hielt sogar noch die glimmende Zigarette im Mund. Die belgischen fi*rhnuioIEw«mi.e - fach auch sachlicher Statur, die den 21-nderim. oen des Reichvgesetzes angepatzt und durch diese Erhöhung der Steuersätze nachgeholfen werden Er- für bah Normende Jahr mit einem Fehlbetrag von über 300 Millionen rechnen müssen. Das gebnis der Einkommensteuerveranlagung 1920 berechtigt jedoch zu der Annahme. man für 1922 üb->r die vom Reich gesehenen Beträge hinausgehen darf. Gewiß haben sich auch unsere eigenen Einnahmen, wie z. D. aus Holzverkauf, gegen das Vorjahr vielfach verdoppelt und, soweit eine Vermehrung nicht automatisch eintritt, wird durch eine i|i in ver leyien >,verkennen. Die alten Frachtbriefe dürfen im Verehr von und nach Ostpreußen mach Inkrafttreten des Durchgangsabkommens nicht mehr verwendet werden. ** Falsche Einkommen st euer- marke n. Rach einer amtlichen Mitteilung ist an verschiedenen.Orten versucht worden, gefälschte Einkomme nsteuermarken in Hmlaufzu fetzen. Es handelt sich hierbei meist um die Markenwerte von. 10 und 20 Mark. Die gefälschten Marken sind von den echten leicht dadurch zu unterscheiden, dah das Papier, auf dem sie gedruckt sind, kein Wasserzeichen enthält. Die Ausführung des Drucks (Steindruck) ist minderwertig iitnb weist kleine Abweichungen von den echtes Marken auf. Es ist ratsam, die Cinkommansteuermarken nur von den amtlichen Verkaufsstellen, also von Postämtern, zu kaufen. •* Schutz den Anlag en! In letzter Zell werden die öffentlßchen gärtnerischen Anlagen wieder durch Abreihen von Zweigen und Betreten der Rasenflächen stark beschädigt. Sache jedes Bürgers ist ers, den Anlagen der Stadt seinen besonderen Schutz angedeihen zu lassen. Die Polizei- und Sicher j.eitsorgane sind nach einer Bekanntmachung des Polizeiamtes angewiesen worden, bei voikommenden Beschädigungen gegen die Täter unnachsichllich vorzugehen; auf das Verbot, Hunde in dem Anlagen frei Herumlaufen zu lassen, wird dabei besonders aufmerksam gemacht. ** Die Enthüllung einer Gedenktafel zu Eh^en der Gefallenen der israelitischen ReligiomSgemeinde Gießen findet am nächsten Sonmtag, vormittags 10 Hhr, in der Synagoge (Sstdanlage) statt. Vorvotrzen. — Tageskale^nder für Freitag. Stadttheater, 7 Hhr: „Der keusche Lebemann". — Johanneskirche, 8Hhrö Meisterbllder-Andacht. — Hotel Grobherzog, 8 Hhr: Mitgliederversammlung der Deutschnatiomnlen Vclkspartei. — Gasthof Sauer, Oswaldsgapten. 7 Hhr: Versammlung des Hessischen Wanderg-ewerbeverbandes. — Asto- ria-Lichtspiele: „Der Ich «Wen Ä! hat o-y Tur» IV ytfd WS ISS |Sti Nach Ba- [hüfint'en, Lohrr- uirsils über Obfr id ^Bctn'mthing die UeüannnlunQ er-Eirhn einen )bsisc>rten für bei tbrn von ßMüer Kartenpläden und DermischteSe Schnee und Kälte. Berlin, 22. März. (Priv.-Tel.) Meldungen aus Karlsruhe herrscht in ^.?neldeS soll Wv agS, Gtö^um dS 7 Hr 6in. 5 Aasen vom wschen Kaiser Jubiläums Vereins. Lonn- m Tum. 2or> Mittags 1 Hi Feier auf dem ion torischen Srup- Der Kreis, rtenbau hielt । Dc. ßlamn-.' rt besuchte M. de angeregt, eint LandivirtichastS' Turnen, Sport und Spiel. — Der bandsspiel in (31 e t> € n. 2Lm Son n tag, den 26. März, vormittags 10 116 r, treffen sich zu einem e n t sch e rde n ° den Derdandstvettfpiel um die Mei st erschuft in dec E ° Klasse die IV. Maanschiften von F. C. Wetzlar und der Spielvcrciaigung 04 (Sieben auf Dem Uniber- fttäts-eportplag. Es wicd ein harter Kampf um die Punkte geben, da sich beide Mannschaften iv gleich tatter An ffellung gegenübertieten. Das Vorspiel gcxcuxn Sp.-V. 04 mit 3:0. — Zum Fuhball-Länderkampf Deutschland — Schweiz An Sonntag ge.t i» Frankfurt a. M der achte Fußball indcr- kämpf Deutschland—Schweiz vor sich, der zu einer machtvollen Kundgebung für den Sport werde., wird. Die Vorbereitungen durch die Turn- und Äportgemeinüe Eintracht sind in jeder Beziehung 23. März. Sei im hiesigen Se- e Surcbfrfinitte- 180-200 M. Mpprl 70—100 in ‘SamranettL it zur ^ersteige- Bürger vetteill tuShaitung zirka . März. Sie 2n o aus bm hie icke hat m W iq gewonnen. Dar für AuM aub r an bem öie 3c<’ S^erHürenMc Preise für ™ en und Lbuvi^n Milse für Vic eit als £eb ihren Lehr« 2°'. s Seine E rtatbe PS-brachl. dnWÄ 21 trat er m «35 S •* lAitz n. XhQ5 rutbk ZZL L* leine ®Qfi Denbual 1 Die De- X gelitten d--L°Ä«ki" - ^eineinbe - durch heran. veitblickenben! ^ferioiingkn Hessischer Evangelischer Landeslrrrchentag. rm. Darmstadt, 23. März. Der evangelische LandeSkirchentag erledigte heute nachmittag den Doranschlag des Zentral- NrchenfondS in zweiter Lesung mit verschiedenen, vom Nusschuh vorgeschlagenen Abänderungen. Auf Antrag Hermann wird beschlossen, daß 63 Geistliche in den Städten und solche in schwierigeren Aemtern, wenn sie 12 Dienstjahre hinter sich haben, in die erhöhte zweite Gehaltsklasse einrücken sollen. Heitere Stimmung rief der Dorschlag des Abg. Dr. Sell hervor, die nichtverheirateten Pfarrer, die noch nicht so hohe Unkosten haben und vieles ersparen können, langsamer In die höhere GehaltSklasse aufrücken zu lassen (Iunggesellensteuer), doch wurde der Antrag mit grvher Mehrheit abgelehnt. — Die Beratungen werden am Freitag fortgesetzt. Landwirtschaft. ** Der Gießener Frühjahrs- Pferdemarkt, verbunden mit einer Prämiierung des besten Pferdematerials, findet am 29. März statt. Nach den bisher eingegangenen Anmeldungen scheint wieder eine rege Beteiligung, insbesondere aus den Kreisen der Landwirte, bevorzustehen. Wie wir hören, soll diesmal auch wieder bei der Abteilung 5 (Pferde im Besitze von Landwirten) ein Dorfahren von Wagen stattfinden. Die Städtische Pferdemarkt-Deputation wird hierfür einige Preise vorsehen. grssl S*1 sn.ss.fl )jnb-^K^31 zggb immer A unbl Singe" - ö.-aI .ft fein cr’ e.nfd ,e, * js**-* j den und Württemberg seit gestern ununterbrochener heftiger Schnee sturm. Der Derkehr erlitt durch den hohen Schnee Stockungen, die Telephon- und Telegraphen- leitunaen sind vielfach gestört. Die Kalte steigerte sich heute früh bis 10 Grad. * Die Frauen werden Erfinder. Die immer wachsende Zahl weiblicher Erfinder und chre Tüchtigkeit wird in einem Bericht des englischen Patentamtes hervorgehoben. Die Erfindungen der Frauen sind fast so zahlreich wie die der Männer, und sie bewegen sich nicht selten auf Gebieten, die die männlichen Sachverständigen nicht richttg bewerten können. Man will deshalb bet dem Postamt von jetzt ab auch weibliche Sachkenner anstellen. „Frauen sind besonders tüchtig im Erfinden praktischer Gegenstände für den Haushalt", sagte der Sekretär des Amtes. „Sv hat §ine ein ausziehbares Bett erfunden. das sowohl für ein Kind wie für einen Erwachsenen bestimmt ist; eine andere einen Dortrcf fliehen Nähtisch usw. 3m allgemeinen sind die Erfindungen der Frauen sehr praktisch und können es sehr wohl mit denen der Männer aufnehmen.- Hessen-Nassau. j[ Marburg, 22. März. Die Stadtverordneten genehmigten die Erhöhung der Ziegen st euer von 20 auf 22‘/j Mark. Zur Hebung derMilchver- s o r'g u n g genehmigte man in Erwartung des Reichszuschusses von 108 300 Mk. zur Der- billigung der Futtermittel einen vorläufigen Kredit von 81000 Mk. Die Futtermittel werden den Hauptmilchlieferanten zur Derfügung gestellt. Die Derwendung der Baukostenzuschüsse, wofür einschließlich deS durch die Wohnungsabgabe kapita.i ierten Betrags von 5 Millionen Mark insgesamt 6 145 000 Mark zur Derfügung stehen, wurde dem Finanz- und BauauSschuh übertragen. — Unter großer Beteiligung wurde heute im Freid- hofschen Saale die Prüfung der Land- wirtschaftSschüler abgehalten. Die Zahl derselben stellt sich in beiden Klassen aus 82, davon waren 66 aus dem Kreise Marburg und 16 auS anderen Kreisen. fpd. F r a n k f u r t a. M., 23. März. Auf Schwanheimer Gebiet wurde die L e i ch e eines MannesauSdemMaingeländet. ES handelt sich wahrscheinlich um einen Nieder- rader Einwohner, der während der Frosttage zwischen Griesheim und Niederrad beim Niedergang über den Main einbrach und er- trank. • Frankfurt a. M„ 23. März. Die TranSportarbeite r haben neue Lohnforderungen gestellt und der SchlichtunasauSfchuß, der sich mit diesen Forderungen beschäftigte, hat einem Teil der For- öerungen zugestimmt. Der Schiedsspruch deS Schlichtungsausschusses wurde darauf von den Arbeitnehmern angenommen, aber die Arbeitgeber sind mit dem Schiedsspruch nicht einverstanden und haben denselben abgelehnt. Nach der Auffassung des Ortsausschusses des Deutschen TranSportarbeiter-DerbandeS ist der Ausstand nunmehr unvermeidlich. '-Dorf entarte* Frankfurt -Berlin Schluß- öqjLub’ Schlutz- ocbluB- Kurs Kurs Kurs Kur« Datum: 22.3. 2d. 3. 2_. 3. 23. 3. 5°/ Doch. KrieaSanl. 77,50 77,50 77,50 77,50 4'oDtfch.ReichSanl. 94.50 94.25 94 25 94 25 3°. Disch. Reichsanl. 128,- 128,50 128,- 129,- 4•/. Preuß. KonsolS 76,50 75,- 76,25 7 ,75 tzamburg-Daketf.. . 512.- 610.- 512,- 612 Norddeutscher Lloyd 392, - 385,50 390*50 386,- Co mm. u. Privat bank 333,- 3 2,- 337,- 334,- Darmstädter Dank . 335,- 335,— 335’- 33»,- Deutsche Dank . . . 3 6,50 599,50 5.8'- 593,- Discvnto-Gesellschaft 495, - 4,4,- - ' - 493 - DreSdner Dank. . . 363,— 345,- 366, - 3 r»'- Mitteld.Ereditbank. SOI.- 3)1,- 301,— 3)L- Nationalbank f. D. . 343,- 316,— 347,- 345*60 Doch. Gußstahlwerke 1250,- 120j,- 1265,- 1215 - Dud.» Eifenw.-Akt.. 980,- 961, - 985,- 961 ’ — D.-Luxemb. Dergw.. H50,- 1150,- 1150,- 1136* — Gelsenkirch. Dergw.. 1200,- 1181,- 1190,- 1194 - Harpener Bergbau. 1650,- 1840,- 1840,- 1853 - Obcrschl. Gisenb.-D. 1> >0,- 1155,- 11 u,- 1145'— Oberschles. Eisenind. 90n,- 912 - 900,- 920*- Phönir-Dergb.-Akt. 12' 0,- 1240,- 1242,- 1256,- Dad.Anilin-u. Soda 769,- 761,- 7a6,- 745 - Höchster Farbwerke. 725,- 706,- 718,- 70 > - Allg. Eleltr.-Des. . . 825,- 810,- 822,- 810,- Felten L Guilleaume 1055, - 10. 0,- 1085,- 1170,- Schuckert-Werke. . . 760,- 762, - 770,- 750, - Adlerwerke 685,- 561,- 578,25 570,- Daimler 552,- 645,50 540,25 540, - 4° 0 Hess. Staatsanl. 76,- 76,50 75,50 74,75 Electron Griesheim 928,50 920,50 91G,- 915,- Dtsche. Dereinsbank 244,- —-,- Berliner Devisenmarkt. Geld Dries Geld Dries Datum: 22. Marz. 23. März. Arnilü.. Aotterd. 11'88,90 1161 ',601248 ,50 12512 50 Drüstel-Antw. . 2 9 ,40 2 >97 60 278 ,80 2787*80 Christiania . . . 5354, ,0 536o.4O 5804,15 581 >85 i^openhagen . . 6 >33,15 6546 >5 70.2 95 70o7*05 Stockholm. ... 804 ,95 8058 05 8641,35 865^.65 HelsingforS. . . G5\30 6 4,70 714,25 715,75 Italien 1548,15 1551,55 1 >68,82 1671,70 London 134 i,l 5 1343,85 114G,')5 1148,95 Neuyork 304, 9 304,81 376,67 327,33 Paris...... 2747,25 2752,75 2972, - 2978, - Schweiz 5914,05 532 ,95 637 ,60 63)1,10 Spanien 4710,25 477 ,75 6-94,90 5105, 0 Deutsch. Oesterr. 3,93 3,97 4,18 4,22 Prag...... 524,45 526,55 569,40 570,60 Budapest.... 3b,06 50,14 37,71 37,73 Buenos Aires . 111,72 112,02 120,35 120,65 Dulgarien ... -,- -,- 219,75 220,25 Märkte. Frankfurter Schweine- und Klemdiehmarkt. Frankfurta. M^ 23. März. (Amtlich.) Marktverlauf: Gedrückter Handel; bei Schweinen verblieb äleberstand. 3m einzelnen ist zu bemerken: Aufgetrieben waren 1011 Kälber, 401 Schafe und 443 Schweine. An Preisen wurden angelegt p. Ztr. Lebendgewicht: Kälber beste Qualitäten 1900—2100 Mk.» mittlere Qualitäten 1700—1850 Mk., geringe Qualitäten 1450—1600 Mk. Schafe von 1000 bis 1550 Mk. Schweine unter 80 Kilogr. Lebendgewicht 1700—2200 Q2ZL, von 80—100 Kilogr. Lebendgew. 2200—2400 Mk.» von 100—120 Kilogr. Lebendgew. 2200—2450 QRL, von 120 bis 150 Ä.Iojr. Lebendgew. 2200—2400 Mk.; Fettschweine über 150 Kilogr. Lebendgewicht 2200—2400 Mk. Außerdem wurden 113 Rinder (einschließlich 88 Rinder aus der Tschecho- Slowakei) ohne amtliche PreiSnvtierung gehandelt. Die Preise liegen um so viel über Den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Hänülergewinn in sich schließen. als mustergültig zu bezeichnen. Den etwa ZOO im Extrazug aus der Schweiz erscheinenden Sporls- leuten wird sich ein Bild bieten, das dem deutschen Sport alle Ehre machen Witt». Bereits am Sonntag vormittag beginnt der Reigen der das Hauptereignis umrahmenden Festlichkeiten durch eine Kundgebung am Romerberg, wo Vertreter aller Körperschaften zu Worte kommen. Der rein sportliche Teil des Tages interessiert in allen deutschen Gauen ungemein, und auch im Auslande sieht man dem Ausgange des Spieles mit erhöhtem Interesse entgegen. Gegen die Schweiz trug das deutsche Team bisher sieben Spiele aus. Das erste gewann die Schweiz im Zähre 1908 mit 5:2, dann kam Deutschland viermal an die Reihe und behielt mit 1:0, 3:2, 6:2 und 2:1 die Oberhand. Die Schweiz gestaltete dann die beiden letzten Spiele mit 2:1 und 4:1 siegreich, so daß die deutsche Mannschaft alles Daran- letzen muh, will sie einen vierten und ausgleichenden Sieg der Schweiz verhindern. Die Mannschaften halten s'.ch so ziemlich die Wage. Sie treten unter Leitung des bekannten holländischen Schiedsrichters Boas-Haag in folgender Aufstellung an: Deutschland: Löhrmann: Möller, Wellhöfer: Hagen, Edy, Lang; Retter, Franz. Seiderer, Hutter Allvater. Ersitz: Schnörle Schweiz: D.'ssibourg: Gottenkieny, Siegrist; Probst, Schmiedelin. Pollih; Ramseyer, Sturzenegger, Leiber, Merkt. Minder. Der Lauset Pollih wurde bei einem Derbandsspiel am letzten Sonntag verletzt und muh erseht welchen. Deutscher Reichstag. 194. Sitzung nachm. 2 Uhr. Berlin, 23. März 1922. Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung des KohlensteuergeseheS. Die Regierung will die biehcrige Kohlensteuer von 20Prvz. verdoppeln. Der Ausschuh hat dem zugestimmt. Die Deutschnationalen beantragen 30 Prozent. Die Unabhängigen wollen Haus- brandkohlen für Personen mit einem Jahreseinkommen unter 50 000 Mark steuerfrei lassen. Staatssekretär Z a p s erklä t die Bereitwilligkeit der Regierung, in einzelnen Fällen bestimmten Industrien bei besonderen wirtschaftlichen Bedürfnissen Steuerfreiheit für Kohlen zu gewähren. Abg. Leopold (D.-Nat.) empfiehlt den Antrag seiner Partei, da eine Annäherung der Kohlenpreise an den Weltmarktpreis erst möglich sei, wenn sich die deutsche Wirtschaft befestigt habe. Eine Verbilligung des Hausbrandes für ärmere Bevölkerung sei praktisch leider nicht durchführbar. Abg. M e r h 0 f (11.) tritt für den Antrag seiner Freunde ein und fordert die Konsumenten auf. gegen die Preisdcklatur der Kohlenzechen mobil zu machen. Abg. Fröhlich (5t) bekämpft die ganze Vorlage die den breiten Massen neue Lasten auferlege, während die Industrie unerhörte Gewinne einheimse. Abg. Löffler (S.) stellte fest, dah die auhenpolitische Lage leider die Erhöhung der Kohlensteuer auf 40 Prozent unvermeidlich mache. Auch die Verbilligung des Hausbrandes fei wegen der daraus für die Kohlenlieferung art Frankreich entstehenden Folgen nicht durchführbar. Abg. Lind (D.-Äat.) verweist auf die schädlichen Wirkungen, welche die Erhöhung der Kohlensteuer auf bte Erzeugung der künstlichen Düngemittel ausüben wird. Abg. Imbusch (Ztr.) betont, dah uns die Erhöhung der 5(ohlensteuer gegen unseren Willen aufgezwungen werde Daher sollten wir uns hier nicht herumschlagen, sondern uns gemeinsam gegen die wirklichen Ursachen unserer Not wenden. Abg. Graf Kanih (D. Ntl.) fordert eine Entschliehung, dah die Regierung binnen weniger Menote einen Gesetzentwurf zur Unterstützung des schwer leidenden ostekbischen Wirtschaftslebens vor legen möge. Nachdem Abg. Köhnen (St)'Ne gegen eine Steuerfreiheit für den Hausbrand geäußerten Bedenken als eine Ausrede bezeichnet hatte, wird die Vorlage nach den Auöschuhanträgen angenommen, mit der Awrderung, dah die Steuererhöhung ab 1. April in Kraft treten soll. Angenommen wurde auch die Entschliehung zrr Ilnterslützung Ostprouhcns. Alle übrigen Abcn- derungsantrage werden abgelehnt. Während der Abstimmungen komm es zu Lärmszenen, als die Abg. Fröhlich und Höllein (K.) noch nach ge- schlof ener Au' spräche das Wort verlangten und namentlid) der letztgenannte Abgeordnete die Wrrtverweigerung mit tauten Verwünschungen gegen den Präsidenten und die Mehrheit beantwortete. Er wird'deshalb zweimal zur Ordnung gerufen. ( Die Abgg. Köhnen (K.) und Beckmann (älSP.) lehnen die Leuchtmittelsteuer als eine Antikultursteuer ab. Nachdem ein Versuch der Kommunisten, vor der Abstimmung tie Besch uhfährzkett a zuzwci- feln, mißlungen ist, wird die Leuchtmittelsteuer- erhohung angenommen, ebenso die Zündwaren- isteuerer^hung. c Die Diersteuer soll nach der Ausschuhfassung gesteigert werden, und zwar sollen für jedes Hektoliter der Zahres- erzeugung erhoben werden: Von den ersten 2000 Hektolitern 41 Mt.» von den folgenden 8000 „ 42 , . „ „ 10 000 „ 43 „ . „ „ 20 000 „ 44 „ „ . „ 30 000 „ 46 ., . . 60 000 „ 48 „ » » Medrerzeugnis sen 50 „ Nach weiteren he ttgen Au ernande setzungen zwischen den Abgg. Höllein (Komm.), Keppler (öoa.) und Köhnen (Komm.), welche sich gegenseitig vorwerfen, durch ihr Verhalten tm Ausschuh die vierfache S.euer der Diersteuer erwirkt zu haben, wird bte Diersteuer nach drn Ausschuhbeschlusfen angenommen. Sie soll mit dem 1. Mai in Kraft treten. Die Mineralwassersteuer soll bei den Mineralwässern selbst auf 10 Pf. für den Hektoliter erhöht werden, bei Limonaden auf 20 Pf., bei konzentrierter Kunstlimonade auf 2Ml. uno bei den Grundstoffen zu deren Herstellung auf 40 Mk. Unter heftigstem Protest der äußersten Linken wird die Vorlage in der Ausschuhfassung angenommen. — Es folgt die Erhöhung der Tabaksteuer. Während die Regierungsvorlage sich auf eine Erhöhuttg der Steuer für Tabak beschränkt, ha^ der Ausschuh auch die Steuer für hochwertige Zigarren und Zigaretten erhöht. Danach beträgt die Steuer für Zigarren zu 300 Pfennigen und darüber 1200 Mark für 1000 Stück mit einem Zuschlag von 200 Mark für 1000 cd tu cf für je 50 Pfennig, um die der KleinverkausZpreis von 300 Pfennig überschritten wird. Die Zigarettensteuer soll betragen für Zigaretten zu 50 Pfennig das Stück oder mehr 250 Mark für 1030 Stück mit einem Zuschlag von 50 Mark für je 10 Pfennig Mehrerlös beim Kleinverkauf als 50 Pfennig. Für feing fchn.ttmeRauchtabake werden 166.euer- stufen eingeführt, die beginnend bei einem Klem- verkaufspreis bis zu 10 Mark für da« Kilogramm in der ersten Stufe 3 Mark Steuern für das Kilogramm ergeben und in der 15. Stuke bei einem Verkaufspreis von 240 Mark sich bis auf 120 Mark für das Kilogramm steigert. Für Pfeifentabake sind ähnliche Abstuttrngen vorgesehen, die bei einem Kleinverkaufspreis bis zu 5 Mark mit einer Mark beginnend und bei einem Verkaufspreis von 100 Mark auf 30 Mark an- steigen Auch für Kautabak wird ein Satz von 20 bis 40 Pfennig erhoben. Abg. Geyer (Komm.) forbert die Aushebung der Kontingentierung der Zigarettenfabriken, die zum Schaden der Arbeiter lediglich den Fabrikanten unbeschränkte Profite garantiere. Abg Heidemann (Komm.) fordert die Aufhebung der Tab itfteuer überhaupt. Die Vorlage wird schliehlich gemah dem Aus- schuhantrage angenommen und ein Vertagungsantrag der Kommunisten um 3/J0 Ubr abgelehnt. Es folgt der Entwurf über die Zollerhöhungen. Der Ausschuh beantragt, bei Kaffee und Kakaopulver den von der Regierung geforderten Sah von 200 Mark für den Doppelzentner auf 160 Mark zu ermäßigen; für Schokolade soll es bei einem Satze von 200 Mark bleiben. Abg. Remmele (Komm.) verbreitet sich in langen Ausführungen über die Zollpolitik der Mehrheit und nennt unsere jetzige Steuerpolitik ein Verbrechen und die Abgeordneten, die sie mitmachen, Verbrecher. Er wird dafür vom Präsidenten Loebe zusr Ordnung gerufen. Degen 11 Uhr nachts spricht er noch fort. Morgen mittag 1/,1 Ufjr: Kleine Vorlagen und Weiterberatung. Berlin, 23. März. Börsen st immun g Sb ild. Die Forderungen der Depa- rativnskommission beschleunigen den fortschreitenden Verfall der deutschen Währung in verhängnisvoller Weise. Die Devisenkurse sttebten in raschen Sprüngen neuen.Höchstkursen zu, wobei die Nachfrage so groß und der Vorrat so klein war, daß die erstere ttotz der hohen Preise nicht voll befriedigt werden konnte, so daß sich verschiedentlich Teilzuwei- sungen notwendig machten. Die Rückwirkung der Devisenhausse auf die deutsche Wirt- schaftS- und Ernährungslage läßt sich noch nicht ermessen. Deshalb beobachtete die Börse weiter ausgesprochene Zurückhaltung, so daß sich das Geschäft wieder in engen Grenzen hielt. Anfangs überwog das Angebot, so daß bei uneinheillicher KurSbildung Mickgänge von 20 bis 40 Prozent überwogen, denen Erhöhungen ungefähr im gleichen Ausmaß ge- genüberstanden. Später setzte fick bei leicht zunehmender Geschäftstätigkeit die der Börse schon seit einigen Tagen innewohnende Widerstandskraft in einer freundlicheren Grundstimmung erneut durch. Lebhafte Amsätze fanden nur in einigen oberschlesischen Werten, "wie Kattowitzer, Laura und Hohenlohe, statt (50 bis 100 Prozent höher, Olavis plus 100, Kali- werte plus 40 bis 75 Proz^ doch war das Geschäft in letzteren weitaus stlller als gestern. An dem CinheitSkurSmarkte überwogen mäßige Steigerungen. Kolonialbahnen und AuslandSrentenwerte mtt valutarifchem Einschlag profitierten wesenllich von der Devisenhausse, so Mexikaner bis 400, Türken imb Oesterreicher in kleinerem Umfang. Heimische festverzinsliche Werte waren wenig verändert. Bezeichnend für die Unlust und Zurückhaltung war, dah der glänzende Geschäftsabschluß der Berliner Handelsgesellschaft keinen kurSmähi- gen Eindruck auf dem Bankenmarkt machte und Handelsantelle sogar 10 Prozent verloren. Frankfurt a. M., 23. Marz. Börsen- stimmungsbild. Der Dcvisenrnartt erfuhr eine neue Kurssteigerung. Schon in den Vormittagsstunden tourDe der Dollar mit 315 genannt und zog während des Verlaufes auf 320 bis 325 an und zuletzt bis 331, 328. Die Börse verfolgte mit steigendem Interesse die Mindcrbewer- tung der Reichsrnarh da man befürchtet, daß die Keurfkraft der Bevölkerung abermals nachlätzt. Großes Gesehäft war in Valutapapieren. Im freien Verkehr hielten die Aufkäufe in Kaliwerten an. Deutsche Petroleum 2200—2-50. Mansfelder Kure 29 000. Im amtlichen Verkehr fehlte es an Unternehmungslust. Montanaktien ste l en sich uneinheitlich. Für Mannesmann be a D Aogabe- neigung. Adler Werke Kleher und Daimler waren abgeschwächt. Ehern she Aktien wurden v rnach- lässigt. Von Elekt.izitätsparieren waren Schuckert und Lohmeher gebessert, sonst war die Kursbewegung auf diesem Gebiet bescheiden. Der Verkehr blieb tm Verlaufe auf wenige Paptere beschränkt. Der Schluß war ruhig bei behaupteter Tendenz. Privatdiskont 41/2 Prozent. Frankfurt a M.. 24. März Züricher Devisenmarkt. Holland 100 Fl. — 194.45 194.50 Deutschland 100 Mk. — 1,67 L52 Wien 100 Är. = 0.06 0.06 Prag ........ 100 Kr. — 8.90 9. — Paris ........ 100 Fr. — 46.55 46.55 London ....... 1 = 22.55 22.54 Italien 100 2. --- 26.25 26.25 Brüssel 100 Fr. — 43.65 43.70 Budapest 100 Kr. — O-Gl 0.66 Aeuyork 100 $ — 513-75 514.- Agrarn ....... 100 Kr. — 1.53 1.55 Warschau 100 Är. = 0,125 0,125 Marknotierunge«. Datum: 1.7.14. 22.3. 29.3. Zürich Fr. 125.40 1,70 1,58 Amsterdam Fl. 59.20 0,88 0,81 Kopenhagen Kr. 88.80 1 56 1,46 Prag Kr. 117.80 19 65 Stockholm ...... Är. 88.80 1,28 1,20 Wien Kr. 117.80 2295,- London Sh. 97B0 —7 25 Paris Fr. 125.40 3,63 3,33 Aeuyork I 23.80 -,3L —,31 (In einem Teil der Auslage wiederholt.) Amerikanische Beunruhigung über die Beschlüsse derReparationskommi sion. L 0 n d 0 n. 23. März. (WTB.) Der Wafhiag- toner Berichterstatter der „Times" sch-eib', die amerikanischenRegierung tret e feie, ernstlich beunruhtgt über die gemeldeten Vereinbarungen der Reparationskommission in bezug auf die deutschen Zahlungen und die Kontrolle, die die Kommission inDeutsch- land auszuüben beabsichtigt. Cs bestehe Unruhe wegen der Steilung Amerikas gegenüber Deutschland. Man sei der Auffassung, daß die Repara- tionskommisiion in Deutsch'and eine weitreichende Kontrolle errichten wolle, und die Art, in der die letzte amerikanische Forderung zur Bezahlung der Ausgaben für die militärische Besetzung aufgenommen wurde, werde als eine Andeutung der Art und Weise angesehen, in der diese Kontrolle wahrscheinlich ausgeübt werden wird, um die amerikanischen Interessen zu beeinträchtigen. Die Auffassung in Berlin. London, 23. März. (WTB) Die Blätter berichten erngeherrd über die D e st ü r z u n g, die der Beschluß der Reparationskonnnission in Berlin hervorgerufen b 62. Der Berliner Bericht- rstat- ter bei- »Times" schreibt: Die Finanzvorschläge der R'parationL kommt flon ttrrben von allen Seiten als unmöglich und bas D a • rantiesystem als mit ber Würde eines souveränen Staates unvereinbar bezeichnet. Der De.-ichterstatter fährt for\ die bedachtsamen Leute, mit denen er in Berlin gesprochen habe, hofften, daß die Reparativnskommis- fton die letzte Note nicht als Ultimatum, sondern alsGrundlagesürweitereErörteran- gen anfehen werbe. Unter Hinweis darauf, daß in parlamentarischen Kreisen bereits von der Aussicht einer Kabinettskrise gesprochen weide, schreibt der Korrespondent, die Leute, die die Lage unabhängig betrachteten, hofften ernstlich, daß es nicht dazu kommen werde. Bei allen Schwächen und Mängeln biete die augenblicklich? Koalition noch immer die größte Au sicht aas Stabllität, und jede Eventualität nach rechts oder nach links würde wahrscheinlich Deutschland und damit das gefamte Reparationsproblern m eine well schlimmere Lage bringen. Die neue Lage sei so plötzlich gelommen, baß eß nur möglich sei, thre unmittelbare Wirkung abzushwäch«^ Israel. Reliqionsgemeinde. Sonntnn, den 26. Mär, 1922. vorm. 10 Ubr: entbüttuno der vledenktafel iu Ebren der Gefallenen derior.ReligioaSgememdeGiehen.^0 ■ Gießen, den 22. März 1922. (03055 »y Die traucrnöen Hinterbliebenen Großen-Linden, den 24. März 1922. Beerdigung findet Samstag, den 25. März, nachmittags 4'/* Uhr statt. 03070 miiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiim Gießen, den 14. März 1922. 2847 B Der Oberbürgermeister. I. D.: Or. R o s e n b e r g. = = 2937D = Näheres 03069 An verknusen 03060 2933 au verkaufen 03068 4-6 Uhr bet 03061 ausschuh. 2925v fort gesucht. 2941 50—60 tüchtige Astoria-Lichtspiele 4 2940 und r,c *t-G • l”>«E-em unterzeichneten Amt eingesehen und Angebotsformulare, soweit vorrätig, zum Selbstkostenpreis bezogen werden. Die Angebote sind bis zum Montag, 3. April, mittags 12 Uhr, verschlossen mit Aufschrift „Wets^ bewerb Beamtenwohnhaus Alsfeld" einzureichen. Bewerber können der Eröffnung beiwohnen. Zufchlagsfrist 8 Tage. 2924D Alsfeld, den 22. März 1922. Hess. Hochbauamt Alsfeld. Bogt._______ Holzverkauf. Nachverzeichnetes Holz aus den Waldungen der Gemeinde Ruttershausen soll auf dem Wege schriftlichen Angebots vergeben werden: 1 Eichen-Stamm 2. Klaffe (Schnittholz) 55 Itm. Durchmesser, 1,43 Fstm. haltend. 1 Eichen ° Stamm 1. Klasse, 60 Ztm. Durchmesser, 1,98 Fstm. haltend. 5 Erchen-Stämme 2. Klasse, 50-59 Ztm. Durchmesser, 9,52 Fstm. haltend. 1'8 Eichen-Stämme 3. Klasse 40-49 Itm. Durchmesser, 24,86 Fstm. haltend. 17 Eichen-Stämme 4. Klasse, 30-7.39 Itm. Durchmesier, 17,99 Fstm. haltend. 1 Fichten-Stamm. 3. Klasse, 32 Itm. Durchmesser, 1,37 Fstm. haltend. 6 Fichten-Stämme 4. Klasse, 25 - 29 Itm. Durchmesier, 6,08 Fstm. haltend. 32 Fichten-Stämme 5a Klasse, 20 - 24Itm. Durchmesser, 19,78 Fstm. haltend. 239 Fichten-Stämme 5b Klasse, unter 20 Itm. Durchmesser, 68,27 Fstm. haltend. Die Angebote sind getrennt nach Klasie und 216= teilung bis zum 28. März, nachmittags 2 Uhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, wo alsdann die (Eröffnung stattfindet. Ruttershausen, den 22. März 1922. [2920D Bürgermeisterei Ruttershausen. Klinkel. 3ünfl. fand. MWen Ainn 15. 4. er. gesucht. »•20 Frau August Roll, Bäckerei, Mäuöburg 12. Tüchtiges WSW m tMe für leichte Arbeiten aiuii sofortigen Eintritt gesucht 2939 (5lir. Indertbat. 2kach Bad-Aaulieim tüchtiges lls-chenmädchen tür Saifonstelle gesucht. Voün 'JJif. 500 -. 29311) -______Nord-Hotel. rtiitzk ovMi-cn in Küche n. Hausarb. gut erfahren, gesucht. Zweit- niädchen vorhanden. Frau Willi Heck, Offenbach a. M.» Bahnhofstr. 43. | Stellengesuche! Nr Ina sinn in Eisen», Stahl- und Messingwaren, Werk- Aeuoen, Ban- und Diöbel- beschlügen, Haus» und Küchenger., sucht Stellung als Gfiichitntoii.gaüeriil. Schristl. 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