m. 302 Erscheint iü glich, trafen Sonn» und Irieriogs, mit berSamstagibeilage: GtetzenerFomckienblLtter Monatlich« B«)oaspr«lle: 380 Marli und 20 Marli Irügerlohn,durch dxPost 400 Mort»,auch bei Nicht» erscheinen einzelner Nummern infolge höherer Bemalt.- jernlpred)» Anschlüsse: für dieSchrtft» lellung 112 ; ftr Verlag und (öeschüslsstelle 51. Anschrift für Drohtnach- richten HwirigerKietze». Poftschedlont«: grantsurt •- M. 11686. (Elftes Blatt 172. Jahrgang Samstag, 23. Dezember 1922 GiesjenerAnzeiger General-Anzeiger für Oderhessen vrvS mb Verlag: vrühl'sche Univerfitalr-Vuch' nnb Stelnörudcrci R. Lange in Sietzen. Zchrislleitung und Geschäftsstelle: Zchnlftratze 7. Annahme von 21 n t uit für die laqtsnumn er bis zum Nachmittag vorher ohne jebe Verbindlichkeit. Srets ttir 1 mm höhe sur njeigeno 27 mm ‘Brette örtlich 16 Mk, aufwärts 20 Mk.; für Reklame» Anzeigen von TU mm Breite 60 Mk. Bei 'Platz» Vorschrift20“ .Aufschlag. Houpischriftleuer. Auq. Goetz Pernntwortlich für Politik: Aug. Boetz, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans "bedi, sämtlich in Wieben Weihnachten. Die dreitägige Ruhepause des bevorstehenden Festes ist für das deutsche Voll eine Gelegenheit, noch einmal die Blätter der rauhen Vergangenheit zu ordnen. Die richtende Hand der Völkerpolitik hat da, ob sie eS ursprünglich wollte oder nicht, in der letzten Zeit tüd)tig vorgearbeitet: au her den Franzosen spricht kaum noch jemand von dem schuldigen Deutschland, und in den englisch-amerikanischen Erörterungen spielt jetzt sogar das „Vergessen- deS Vergangenen eine gewisse Rolle. Wir aber wollen nicht vergessenl Die innerpolitisck-en Rotwendigkei- ten liegen im allgemeinen heute klar auf der Hand; eS gibt im Grunde wenig Anlaß, sich darüber zu ereifern. Die Grundsätze und Theorien liegen wie stumpf gewordene Instrumente in ihren Futteralen, während der Sturm der Rot die kleinen AlltagSschmerzen zurückdrängt und übertönt. Aber rings um uns her liegen die Trümmerhaufen und bieten den stummen Anblick größerer, äußerer Gewalt. Ganze Stände sind zusammengebrvchen, manche Im StaatSinteresse notwendige Arbeit stocüt, mancher Betrieb wird eingestellt, und LuxuS wird nur in sehr geringem Maße noch getrieben, wenn man einiges Wohlleben sogenannter „Reichen" in Kleidung und Nahrung über normalen Verbrauch hinaus nicht noch so nennen wckl. Unb noch immer ist eS nicht genug! Der Rachbar im Westen will uns über die Schwelle, um sich mit Pfändern und Kontributionen „bezahlt zu machen". Kann eS uns genügen, daß tm Auslande die Einwendungen gegen schroffste Militärpolitik sich mehren, daß man fich dort anschickr, die härtesten Hiebe gegen ein wehrloses Volk abAufangen? Ost das der Sieg der Liebe in der Welt, daß in den besser gestellten Ländern jetzt für unsere Armen und Unter ernährten gesammelt werden soll, als wäre eS eine ausgemachte Sache, daß den Deutschen nicht Recht und Gerechtigkeit, londeru Almosen gebührten, und daß auch weiterhin der Schleier der Vergessenheit die Fehler und Untaten der Siegermächte bedecken müsse? Dieses Christfest, von vielerlei Unterhaltungen über vernunftgemäßen Abbau der unerfüllbaren Zwangsverträge urnklungen, von Moral- und Rützlichkeitöpredigten, Ueber- redungSkünsten und Kommissionsplänen, erscheint doch vor dieser Welt der Berechnungen als das Gegenteil leuchtender Christgemeinschaft. Om besten Falle soll ein Bankieraus- schuß der Weisheit letzten Schluß herbeifuh- ren. Man mißt die übrig gebliebenen Kräfte des kranken Reiches, um das Maß seiner Lasten zu bestimmen. Und darüber sollen wir uns freuen, daS soll daS Wohlgefallen der Menschen bedeuten, daß der Wert der Mark um ein paar Stufen steigt, daß die Regierungen ihren ungeduldigen und bangenden Völkern gegenüber einen Lichtstrahl der Milde und Rücksichtnahme in die Finsternis herein- lassen? — Das ist wahrlich nicht der Weg der Hirten unter dem Stern Bethlehems. Wir erblicken den Stern der Verheißung nicht über den noch recht dunkeln Beratungen von Washington. Roch ist es nicht dahin gekommen, daß der siegreiche Geist der Wahrheit und eigentlicher Wiedergutmachung den Hebel zur Gesundung Europas ansetzt. D.e Wahrheit bedarf eines freudigen und unbestochenen Willens, um sich durchzusetzen und Frucht zu bringen. Die jammervolle Gegenwart bestätigt uns in dieser Beziehung sv j^d)t, was uns nicht nur das Evangelium lehrh- sondern auch in den Buchern der großen deutschen Geisteshelden zu finden ist. Der junge Goethe schrieb im Aufblick zum Werk deS großen Friedrich einige VerSzeilen, denen wir heute sehnsuchtsvoll nad-f nnen können, weil sie wahrlich ein Schlüssel sind zur Erkenntnis und Wendung der gegenwärtigen Weltlage: »Willst du aber die Meinung beforschen, beherrsche durch T a t sie, nicht durch Geheiß und Verbot: der wackere Mann, der beständige, der den Seinen und sich zu nutzen versteht und dem Zufall klug sich beugt und groß dem Zufall wieder gebietet, der den Augenblick kennt, dem unverschleiert die Zukunft in der stillen Klause des hohen Denkens erscheint, der, wo alle wanken, noch steht, der beherrscht fein Volk und gebietet der Menge der Menschen." Wohl ist es heute für deutsche Staatsmänner schwer. Taten zu ersinnen, weit vor- auszuschauen in die Zukunft — aber wir müssen, wenn, wir von Knechtschaft befreit sein wollen, doch wieder einen Willen gebären, der daS eigene Voll beherrscht und der Menge der Menschen gebietet, damit das unterdrückte Recht aufsteige und nicht Unzulänglichkeiten und Halbheiten aufgerichtet werden. Darum soll man nicht vergessen, daß die Ursachen deS großen Weltkrieges und seine Sühnung in dem Gericht der Sieger- Dächte in lügnerische Fehlsprüche gemünzt wurden, auf denen die Zukunft nimmermehr aufgebaut werden kann. Wir sind eine gute Strecke Weges weitergekommen, Indem vor allen Dingen das deutsche Voll selber die falschen Zweifel fallen läßt, die eS am Kriegsende in die Falle der Feinde eingehen ließ. Das deutsche Gewissen atmet wieder eine reinere Atmosphäre. So können wir unö trostvoll versenken in das heilige Erlebnis der Hirten auf dem Felde, die ja nicht selbst lenkten und herrschten, sondern vertrauten und anbeteten. Die Winternacht im Freien, unter der die Sterne glitzern, ist wie ein Symbol des Deutschen Reiches in Kälte und Armut: im ärmlichen Stalle zu Bethlehem wurde aber der göttliche Wille geboren. Auf Stroh gebettet, in einer Krippe lag der „Herr in der Stadt Davids": wie seltsam geht hier alle Hoheit des Menschlichen und Göttlichen von schlichter Hablosigkeit aus! Das sind doch Bilder, die uns heute innerlichst erwärmen müssen, der Zug der heiligen Familie in all seiner anspruchslosen Dürftigkeit, diese Geburt in bettelarmen Verhältnissen! Mnb wie hat unser Dürer diese trauten Gestalten gebildet in feinen unvergleichlichen Holzschnitten, diese Odylle von Anspruchslosigkeit. die dod) von Feinheit, Frische und Lebensmunterkeit durchpulst sind. Entzünden wir an der lieblichen Glut altdeutscher LebenS- fülle, an der wiedergewonnenen Flamme des reinen deutschen Gewissens diesmal unsere Weihnachtskerzen! Es ist ein von Gefahren mannigfacher Art umlauertes Fest. Die Pläne des Herrn Poincare sind ernster und bestimmter als die englisch-amerikanischen Hemmungsversuche. Eine Ration bedarf eben eigner Kraft und selbständigen Willens, um sich durchzusetzen. Dieser Gedanke darf die Deutschen nicht wieder verlassen. Der bittere Gedanke, daß gerade ihr junger Rach- wuchS so hart bedroht wird — gestern wieder ist der MUd)preiS um 50 Mark pro Liter gestiegen — darf und kann sie nicht In Friedensseligkeit erschlaffen lassen. Morgen kann ein neuer bethlehemiiischer r -Ij m o be r ner Praxis gegen uns ins Werk gesetzt werden. Das Fest besiegle darum uns den inneren Frieden und stärke und für Kampf und Rot! Die Berliner Neparalionsbesprechungen. Berlin, 23. Dez. Bei der gestrigen Besprechung der Reichsregierung mit len Parteiführern wurden die Vertreter der Demokraten, des Zentrums und der Deutschen Vollspartei vom Reichsfinanzminister Dr. Hermes empfangen, die anderen Parlamentarier vom ReichSminister des Aeußern von Rosenberg. Die Reichsminister macksten Mitteilungen über ihre weiteren Pläne in der Reparationsfrage. Om Anschluß daran fanh eine Kabinettssitzung statt, die sich aber dem „B. T." zufolge nicht mit dem Reparationsproblem beschäftigte. „Lokal-Anzeizer" und „Vorwärts" wollen wissen, daß die deutschen Vorschläge erst nach den Weihnachtsfeiertagen fertiggestellt werden können. Allerdings sei man laut dem „Lokal-Anzeiger" im Laufe des gestrigen Tages einen guten Schritt vorwärts gekommen, so daß sich bereits ein bestimmter Plan erkennen lasse. Der „Vorwärts" will wissen, daß hauptsächlich Differenzen darüber beständen, welche Summe angeboten werben solle, und welche Garantien sonst zu leisten seien. Der Repcrrntfonsausschutz und die Sachlieferunqsfrnye. Paris, 22 Dez. (WTB.) Die Repara- tlonskommisfion beschäftigt sich heute nachmittag mit dec Sachlieferungsfragc. 2Iut ®mib des Moratoriums vom 21. März hatte Deutschland im Laufe des Jahres 1922 für 95) Millionen Sachlieferuigen an Frankreich und fü 500 Millionen an die anderen Staaten zu liefern Frankreich hat nicht entfernt seinen Anteil in Anspruch genommen, anders die übrigen Beteiligten. Die Repara'.ionskommis'ion untersucht heute nachmittag, ob durch die Sachlielerungen an die anderen Staaten als Frankreich der Gesamtbetrag von 500 Millionen Mark gedeckt ist. Wenn nicht, solle der Restbetrag festgesetzt werden. Rach dem „Temps" wünschen schon jetzt verschiedene Mächte, an den restlichen Lieferungen beteilig, zu werden. * Pari-, 23. Dez. (WTB.) Eine französische Kommission hat in Berlin über die Liefern ig von Stick st offdüngemitteln für t ie f onzösi- lchen Landwirte für das Jahr 1923 verhandel' Der Berliner Berichterstatter des »Echo de Pa iS" meldet hierüber, die französische Delegation ba'e ihm vor seiner Abreise mitzeteilt, die deutsche Regierung habe erllärt, es sei ihr unmöglich, au Repavativnskonto auch mir geringe Men;en vv Sitckstoffdüngemitteln zu liefern. Die deutsche Regie .mag habe der französischen Delegat ron geantwortet, die deutschen Erzeuger könnten Frankreich gewisse Wengen liefern unter der Bedingung, daß die abgefchlosienen Verträge der deutschen Landwirtschaft g.nügend Vorteile bieten. DaS Verlangen der fran.ösifchen De eiation bade sich auf den zehnten TeU der deutschen Erzeugung erstreckt. Der Plan eines amerikanischen -Ausschusses. Paris, 22. Dez. (WTB.) Rach einer Havasmeldung aud Reuyort telegraphiert der Washingtoner Korrespondent der „Assoc Preß": Obwohl bis jetzt keine offiziellen politischen Verhandlungen stattgefunden hätten, so bestünde in zuständigen Kreisen durchaus die Ansicht, daß die Vereinigten Staaten, England und Deutschland geneigt seien, ihre Zustimmung zur Bildung eines Ausschusses von amerikanischen Geschäftsleuten zur Regelung der Reparationsfrage zu geben. Der Korrespondent bemerkt weiter, offizielle Persönlichkeiten, die anfangs nur In unbestimmter Form hätten vernehmen lassen, daß man nach Möglichkeiten suche, die Regelung der europäischen Fragen zu erleichtern, wären nicht abgeneigt, das Projekt des amerikanischen Ausschusses zu diskutieren, das bereits ausgearbeitet wäre. Schließlich habe, nach dem Korrespondenten, Staatssekretär Hughes in einer Rote erklärt, daß die Regierung keinerlei Vorschläge in dieser Hinsicht gemacht habe, jedoch habe man weder im Staatsdepartement, noch in der Handelskammer die Rachricht dementieren wollen, in der der offizielle Plan auseinandergeseyt und erllärt wurde, er sei der Regierung mitgeteilt worden. Reu York, 22. Dez. (WTB) Funlspruch. Wie der „Reuhork Times" aus Washing- t o n gemeldet wird, war es die Handelskammer der Vereinigten Staaten und nicht, wie eine Londoner Depesche mitteilte, eine deutsche Handels- kommission, welche mit dem Plan hervorgetreten ist, daß ein Komitee amerikanischer ©e- schäftsleute bei der Lösung der Reparationsfrage mitwirken sollte. Cs heißt, daß der Handelskammerpräsident Barnes in den letzten Tagen mit Hughes konferiert habe, und daß Barnes es gewesen fei, der HugheS jenen Plan vorlegte. Der Entschluß Frankreichs für eine „vermittelnde" Lösung. Paris, 26. Dez sWTB.^ Die „CreRouvelle" schreibt, die französische Regierung habe sich nunmehr für eine vermittelnde Lösung der Reparationsfrage entschieden. Hierbei solle nicht mehr von einem Moratorium, sondern von einer Folge von kur' frist igen Zahlungsstundungen die Rede sein. Bis zu jedem dieser Termine müsse Deutschland gewisse Verpflichtungen erfüllen. Hede Verfehlung werde automatische Sanktionen nach sich ziehen. Die Harten dieser Strafbestimmungen würden progressiv gestaltet. Das Watt nennt diese Form l „raifonable". Berlin, 22. Dez. (WTB.) Der „Reuyork Herald" meldet aus Washington: Das Staatsdepartement erhielt von Paris die Bestätigung der Blättermeldungen, daß Frankreich sich zur Zeit nicht mit dem Plan trüge, zu Anfang Oanuar das Ruhrgebiet z u besehen. Staatssekretär Hughes sei von Paris aus inoffiziell davon in Kenntnis gefetzt worden, daß Frankreich in der Reparationsfrage keine gewaltsamen Schritte unternehmen werde, bis die schwebenden Verhandlungen zwischen den alliierten Premierministern einigermaßen einen Abschluß erhalten hätten. Gleichzeitig wird laut ..Reuyork Herald" in Washington dementiert, daß die Vereinigten Staaten ihre Truppen vom Rhein zurückziehen würden, wenn die Franzosen weiter nach Deutschland einrückten. - - Die Lausanner Konferenz. Lausanne 22. Dez. (WTB.) Heute vormittag hatten Lord Curzon, Barrere und Marquis Garroni eine neue Zusammenkunft mit 0 Smet Pascha On unterrichteten Kreisen wird erllärt. daß über den ersten Teil der strittigen Punkte die Derständipingsbemü- hungen erfolgreich waren. Dir türsifche Abordnung veröffentlicht heute den Text einer Erklärung, die sie in der Sitzung vom 20 Dezember ab geben wollte, die jedoch nicht in das amtliche ßommuniqul ausgenommen wurde. Sie hat folgenden Wortlaut: Osmet Pascha erllärt, daß er, um Mißt-erständnissen über die Befug- ni se der interalliierten Meerengenkommifsioi auszuweichen, über folgenden wesen'sichen Punkt einen Erklärung zu geben wünsch': Aus den gestrigen und beutlaen Erklärungen geht klar hervor, daß in liebetcinftimmung mit dem Problem über die Fage der Meerengen die Kommt sion ausschließlich die Aufgabe haben soll, sich barüber zu veigewissem, ob die Bestimmungen über die Kriegsmittel brachtet werden. Ausserdem bilden die Punkte, dir die türkisch: Abordnung angenommen hat und die Punkte, in denen sie eine Abänderung verlangt, ein unteilbares Ganzes Der französisch: Devollmächiste Barrere wird morgen abend nach Paris zurückkehren, um dort die Feiertage zuzubringen und dem Mi- nisterpräst:«nten Poincarc- über dir Arbeiten der Konferenz zu berichten. Lausanne 22 De;. (WTB.) Der Unter- aussch ß für die Minderheitenfragen hielt heute zwei Sitzungen ab, die zu keinem Ergebnis geführt haben Zwar wurde er gestrige lebhafte griechisch-türkische Zw.schen- «all dadurch beigelegt, daß die Türken das Auswanderungsrecht zugestanden, aber in allen anderen Fragen wie Amnestie und Z i v i l st a n d behielten sich die Türken die Entscheidung vor. während sie andere Voischlüge glatt ablehnten, so den Vorschlag der Alliierten, der auf völlige Befreiung der Minderheiten vom Militärdienst verzichtet, aber entw der eine zeitweilige Befreiung ober einen Militärdienst der Christen in bestimmten, rein christlichen Format innen unter ch ist sichen Offizieren anregte Ebenso lehnte die türkisch.' Abordnung einen neuen Vorschlag über eine Kontrolle du ich den D filier« bund ab. Frühere Vorschläge bezweckten, daß die Türken die Ernennung der Inspektoren für den Minderheitenschutz durch den Völkerbunds, al ein Mitsprecher recht hätten Die Tkitrvtcr der Dal- kanstaaten ihrerseits protestierten gegen die türkische Forderung, wonach sie genau a>ie Griechenland die Grundsätze des Minderheitenschrines in der Türkei auch in ihren Ländern durchführen sollten. Sie rech.fectigten ihre Haltung damit, daß sie bereits Verträge über den Minderheitenschutz unterzeichnet hätten. — Die heutige Sitzung hinterließ In den Kreisen der Konferenz einen pessi- mistischen Eindruck. Der neue Staatssekretär des Auswärtigen. D c r l i n, 22. Dez. Wie den Blättern mit« geteilt wird, übernahm der neue Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Freiherr v. M a 11 - zahn, die Geschäfte. Die deutsch spanischen Handclsbezicßn iigcn. Berlin 22. De^ (Wolfs) Wie ben beteiligten Handels- und Ondustriekreifen bekannt ist, ist das modus viver^di-Abkommen, daS bisher unsere Handelsbeziehungen zu Spanien regelte, mit dem 20. Dezember abgelaufen Leider war es der deutschen Regierung unmöglich, bis zu diesem Zeitpunkt mit der spanischen Regierung zu einem neuen Arrangement zu gelangen, das wenigstens den dringendsten deutschen Ontei elfen genügt hatte. Die Verhandlungen zwischen Berlin und Madrid gehen indessen fort, und es besteht Aussicht, schon in den nächsten Tagen zu einer Verständigung zu gelangen, die uns wenigstens über die nächste Zeit hinweghilft. Es besteht bo gründete Hoffnung, daß die Verzollung be »ach dem 20. Dezember tn Spanien eint reffen c en Waren nach dem spanischen Maximaltarif vermieden tvi»d Die russisch-türkische Freundschaft. Moskau, 22. Dez. (WTB.) Russische Telegraphenaaentur. Bei der lleberreichung des Beglaubiaungsschreibens hielt der neu» erannte türkische Gesandte. Machtar Bey. eine Ansprache, worin er darauf hinwies, baß ungeachtet der Dersuck>e ausländischer Mächte, eine gegenseitig? Annäherung zwischen dem russischen und türkischen Volle zu verhindern, beide Völler einander gefunden und verstehen gelernt hätten. So habe sich die russisch-türlische Freundschaft entwickelt, die durch ben Moskauer Vertrag von 1921 ihre Weihe erhalten habe. Der Gesandte versicherte, er werde alles daran setzen, die enge Freundschaft zwischen ben beiden Böllern weiter zu festigen. On seiner Antwort gedachte der Präsident des Allru'si'chen Zentralvollz'g'ausfchussc^, Kall Gin, der Lausanner Konserenz. die der beste Beweis für die Schwierigkeiten des der Türkei bevorstehenden Kampfes sei, bei dem nur die Sowjetrepubliken der Türkei zur Seite ständen. Das flämische an brr (öenter Ihnvrrfttnt. Brüssel, 22. Dez (WTB.) Die Kammer hat tn zweiter Lesung mit 89 gegen 83 Stimmen bei 9 Stimmenthaltungen den ersten Artilei l es Gesetzentwurfs, nach dem an der G e n t e r Universität Vorlesu igen In flämischer Sprache gehalten werden sollen, angenommen Der ganze Entwurf über die Flamis:erung der Genter Unioerfität wurde sodann in zlveiter Lesung mit 89 gegen 83 Stimmen bei 7 Stimmenthaltungen angenommen. Brüssel, 22. Dez. (WTB.) Mel'rm'e taureni> Studenten der Universitäten und Hochschu en deS Landes demonstrierten in den Straßen gegen die Annahme des Gesetzes über die F kam i sie» ru n g derGenter Universität. A > dein Gebäude der deputiertentammer kam es zwischen Demonstranten, die die Sperre durchbrechen wollten, und Polizei zu einem Zusammenstoß Ein Polizeibeamter und ein Student wurden verletz! Uns Dem Reiche. Eine Spende für daS Rheinland. Königsberg, 23. Dez. Die Stabt- verorbnetenversammlung von Königsberg i. Pr. hat 100 000 Mk. als Spende für bas besetzte Rheinlanb bewilligt. Rene Lohnforderungen der Bergarbeiter. B e r 1 i n, 23. Dez. Den Blättern wird auS Bochum gedrah et, daß d e Ortsgruppe Bergbau des ReichSverbanbeS bei deutschen Onbu- strie ben vier Bergarbeilerverbänden auf ihren Antrag, Verhandlungen zur 2leufestietzung der Löhne einzuleiten, erwibert hat, die Beran werksunterneymer wünschten nicht vor dem 10. Januar 1923 zu verhandeln. Gegenüber einem scharfen ©infptud) deS De re ins Deutscher Stahl- und E.senindustrieUer gegen eine weitere Lohn- und KohlenpreiSerhöyung beim Reichsarbeitsminister betonen die vier Berg» arbeiterverbände auch dem ReichStoirtschaflS» Minister gegenüber, daß sie infolge der fortschreitenden Teuerung auf Lohnverhandlungen noch vor Ablauf deS.Dezember nicht verzichten können. Die Dotlage der freien Berufe. Berlin. 22. Dez. Die Zentrumsfrak- tion deS Reichstages hat der ..Germania" zufolge einen Antrag eingebracht, wonach der drückenden Notlage der freien Berufe— Rechtsanwälte, Aerzte. Schriftsteller, Redakteure — dadurch entgegengewirkt werden soll, daß arbeitsfähige Angehörige dieser Berufe, die eine Familie zu versorgen haben, in geeigneten Verwaltungsstellen statt der dort tätigen unverheirateten Aushilfskräfte beschäftigt werden, soweit dies ohne Benachteiligung anderweit entbehrlich gewordener Beamter usw. geschehen kann. Personalvermindenmgen bei der Eisenbahn- Verwaltung. Berlin, 22. Dez. Wie der .Lokalanzeiger" hört, beabsichtigt die ReichSeisenbahnver- toa 11 u n g eine beträchtliche Verminderung des Personals durchzuführen. Dis 31. März sollen 5500 Werkstättenaroeiter und ausgebildete Lehrlinge entlassen werden, ferner soll 20 000 Bediensteten die Kündigung aus dem Staatsdienst zugehen; hiervon werben 6570 Arbeiter und Angestellte sowie 13 370 Beamte betrossen. Besonders sollen solche Bedienstete die Kündiguig erhalten, die sich als unbrauchbar oder arbeits- u'.lustig erwiesen haben. Mil dem verminderten Personal soll unbedingt ausgekommen werden. Revision im Harden-Prozeh. Berlin, 22. Dez. Die „CB. 3- am Mittag" meldet, daß der Rechtsbeistand H a r d e n s beim Reichsgericht Revision in dem Prozeß gegen Weichardt und Grenz, die den Anschlag auf Harden verübten, eingelegt habe. Gegen ein Kaiserdenkmal. Gera. 23. Dez. 3n der gestrigen Stadtratssitzung in Gera wurde, wie das „B.T." meldet, mit 25 Stimmen der Kommu -- nisten undSozialisten gegen 2 4 Stimmen der Bürgerlichen beschlossen, das bronzene DenkmalKaiserWil- helms I. abzubrechen und die Bronze- re cke zu verkaufen. Das Reichsbahnwerk Nied. Während des Krieges und in den folgenden Jahren ist in Ried a. W., zwischen Frankfurt und Höchst a. M., eine Lokomotivausbes- serungswerkstätte entstanden, die. nach einem Bericht der „Köln. Ztg." sowohl hinsichtlich ihres Aufbaues als auch ihrer technischen Gestaltung als ein Musterwerk bezeichnet werden darf. Während die Wicderherstellungsfristen vor dem Kriege 90 bis 100 Tage und nach dem Kriege bis zu 200 Tagen betrugen, sind heute nur noch 30 bis 90 Tage notwendig, obschon die eisernen Feuerbuchsen aus der Kriegszeit wieder durch kupferne ersetzt werden müssen. Durch die An- tocadung eines neuen Verfahi-ens. Erlaykessel ein- bauen, ist die Ausbesserungszeit aber »och weiter auf 4 0 b i S 50 Tage vermindert worden Mit seinen 72 Lokomotivständen, mit 1800 Arbeitern und 120 Beamten ist die Leistungsfähigkeit" dieses Reichsbahnwerks sehr erheblich Das technisch Bemerkenswerteste ist die Ausbildung rationeller Arbeitsvei-sahren in d'e- sem Wert, worin man auch für die Prtvalindustrie Vorbildliches geschaffen hat, so daß sehr häufig Oberingenieure bekannter Lokomotivfab.iken sich in Ried einfinden, um hier Studien zu machen. Durch Ausstudieren der Arbeitsweise, haust; mit Hilfe von zahlreichen photographischen Aufnahmen und der Verwendung Ser Mtch-ophorographie, arbeitet man fortdauernd daran, für jeden Arbeitsvorgang das denkbar geeignetste Werkzeug bereitzustellen und die AcbeitsmafchL.len zu vervollkommnen. Weiterhin arbeitet man in Ried daran. Material, insbesondere das hochwertige Kupfer, aber auch F ußeisen und anderes einzu- fparen. um dadurch den Gesamtbedarf zu vermindern. 3n manchen Fällen ist eS gelungen, durch Verringerung dec verspanten Rohstoffe, z. B. durch Ersatz des Sch'.mpp-ens durch Schmieden, bis zu 35 v. H. Rohstoffe zu sparen. Der Ab- teilungsl iler R giecungSbaurat Sutzma m zeigte sehr beach enswerte Proben solcher Rohstoffersparung. die im Gegensatz zu vielen Kriegsmah- nahmen ohne jede Verringerung der Güte vor sich geht, zum Teil geht sogar durch die Veränderung des Verfahren- eine Rohstoffprüfung vor sich. Die Arbeitsweise innerhalb dieses Werkes hat auch gegenüber den Veehä.t.üssrn in derartigen Staatswerkstätten vor dem Kr ege Veränderungen erfahren. Ein Werksdireltor mit erheblicher Selbständigkeit steht heute an der Spitze, OberregierungS- und Daurat Bergmann. Dor allem aber ist zu erwähnen, daß in dem Werk durchweg Akkordarbeit geleistet toub, und daß ein ins einzelne ausgeprobtes Prüfungs- Verfahren jede schlechte Leistung seftstellt. Die Lohnzettel werden erst nach Erledigung des Prüfverfahrens angewiesen. Dadurch ist man zu einer wesentlichen Verbesserung der Arbeitsleistung gekommen, aber auch zu einer bemerkenswerten Ab i s.rcudtgleit der Be egscha.t die sich auch darin äußert, daß die einzänen Arbeiter technischen Vervollkommnungen, an denen fortwährend gearbeitet wird, mit Interesse gegen- übersteHen und selbst dabei mithelfen. Vielerlei wäre noch über technische Einzelheiten zu sagen; es genügt hier hervvrzuheoen. daß ein sinnreiches e'etisheS Schweißte fallen einge ich'et ist, um jeden Bruch an den Gußtciien der Maschine wieder zu heilen. Dähreird man früher Zylinder und ähnliche wertvolle Teile der Maschine wegwarf, die heute Werte von mehreren hunderttausend Mark darstellen. werden di se heute unter der Einwir'u ig des elektrischen Lichtbogens zusammengeschw.iöt, so daß oftmals wenige tausend Mark genügen, einen Zylinder oder derartiges wieder voll verwendungsfähig zu machm Aus allen Teilen Deut chlands kommen nach Ried di de geborstenen Tei.e von Lokomotiven, um hier Wiede rhergestellt zu werden. Man kann nur hoffen, daß die günstigen Erfolge di.-ses Reichsbrtriebs allen übrigen zur Aach- eiferung dienen. Aus Stabt und Land. Gießen, den 23. Dezember 1922. Weihnachten. Weihnachten, das Fest der Liebe, ist wieder da. Wie wollen wir es feiern? Sonst war es leicht, andern seine Liebe zu zeigen und ihnen ein schönes Weihnachtsgeschenk zu machen. Aber dieses Jahr? Bei dieser drückenden Teuerung allüberall? Bei dieser furchtbaren Dot ringsum? Man möchte wohl geben, aber man sieht sich die Hände gebunden. Nicht einmal denen, die Weihnachten im Vordergrund stehen und ein besonderes Anrecht auf Weihnachtsfreude haben, den Kindern, kann man ein frohes Fest bereiten. Ein zu trauriges Weihnachten, Weihnachten im schweren Winter 1922! Aber eins können wir auch dieses Jahr tun. Ein Elternpaar war dabei, seinen Kindern den Weihnachtsbaum auszu- putzen. ES fehlten nur noch die Lichter. Während der Vater die Lichter auf den Zweigen befestigte, ging die Mutter prüfend um den Baum herum, um zu sehen, wo noch eins fehle. „Komm her, hier ist noch eine dunkle Stelle, hier gehört noch ein L ich t hin", rief sie. Dieses Wort traf den Mann tief. Er fing an nachzudenken: Wieviel dunkle Stellen gibt es doch (Siebener Stadttheater. Kain. Sdr mythisches Gedicht tn 5 Auszügen von An ton W i l d g a n S. Gießen, 23. Dez. 1922. Die alttestamentliche ileberlieferung von dem ersten Verbrechen, das in Gestatt des grauenvollen Brudermordes den dunklen Trieben des menschlichen Herzens entsproß, ist ein Stoff, der begreiflicher Werse zur dramatischen Bearbeitung anlvckt. Eine starke Kraft mir darf es wagen. Gestalten dec ältesten Menschheitsgeschichte mit Fleisch und Blut erfüllen zu wollen, ohne bei dieser schweren Aufgabe die Grenzen des Möglichen und Erträglichen zu verletzen. Anton W i l d g a n s' Weck ist zweifellos von eindringlicher Gewalt, wenn auch die klare Linie in dem Ausbau des Problems nicht immer gewahrt bleibt Kam ist der Sohn der Schlange, er wurde unter dem Fluche Gottes gezeugt, als die ersten Menschen das Paradies verlassen mußten. Reid, gesteigert zu Haß, verzehrt ihn beim Anblick der licht- und fteudevollen Gestalt seines Bruders Abel, den Gott, Eltern und selbst die lebende und lote Ratur lieben. So wuchert der furchtbare Gedanke auf, oftmals wieder erstickt von edleren Regungen, die in merkwürdigem Widerspruch zu der Gesamtcharakteristik des Brudermörders auch dieses finstere Gemüt erhellen. Aber als nun die schreckliche Tat geschieht, da sind eS nicht so sehr die dunklen Leidens chiiten, die das Böse gebären, sondern prometheischec Trotz fordert den Gott heraus, seine Macht zu zeigen, ilnb Kain triumphiert: Straflos hat er den Menschen, die Schöpfung und das Ebenbild Gottes, vernichtet. Richt Gott gebietet über Leben und Tod. sondern der Mensch ist zu Gott geworden. Kain weiß nun, daß er Leben geben und nehmen kann Doch nicht in diesen Prometheusgedanken klingt das dramatische Gedicht aus Die letzten beiden Aufzüge zeigen erst ganz klar, daß die symbolische Darstellung des ewigen Kampses zwischen Gut und Böse die Absicht des Dichters gewesen ist. 3n den Klagen der Eltern, besonders in den Weherufen der Mutter Eva und in dem geilen Frohlocken Kains wird prophetisch die Leidensgeschichte der Menschheit verkündet Ommer wieder wird das Edle und Schöne im Menschen geboren werden, aber niedere Triebe und unedle Leidenschaften sollen iich als d»e Stärkeren erweisen. 3n diesen Schlußworten dcs Dramas kehrt das heimische Baldur- und Sieg- siiedmotiv wieder, dessen furchtbaren Pessimismus erst die christliche Weltanschauung gemll- dert hat. Richt die sprachliche und gedankliche Kraft des Werkes allein ist imstande, den modernen Zuschauer zu vollster Anteilnahme hinzureißen. *'-<3.8 wird in hohem Maße eine Aufgabe des Regisseurs bleiben. Und in dieser Beziehung ist Adolf Teleky, der für die Spielleitung verantwortlich zeichnete, uneingeschränkte Anerkennung zu zollen. Er schuf Bühnenbilder, die eine stumme, aber gewaltige Sprache redeten. Den starken Eindruck vertiefte eine höchst wirkungsvolle Beleuchtung. Die Darstellung selbst hiett sich ebenfalls auf wahrhaft künstlerischer Hohe. Karl Juhnke verkörperte in Kain die dämonische Gewalt des Bösen mit faszinierender Furchtbarkeit, während der Abel Hans Frommanns in sonnigem Frohsinn den ausgeprägtesten Kontrast )u dem von finstersten Leidenschaften gepeitschten Bruder bildete. Auch die beiden Eltern wuchsen über die rein körperliche Gestaltung hinaus. Paul Schubert und Auguste M a r ck s verstanden es, Adam und Eva zu Sinnbildern der Menschheit werden ».n lassen, die in den Fesseln ihres Wesens das Ideal als unerreichbares Ziel ihrer Sehnsucht erkennen muß, denn das Paradies ist verloren. Das Publikum schien sich nur langsam für brt>bleinaii|tf>en Stoff erwärmen au wollen, doch darf man der ausgezeichneten Aufführung mit voller Berechtigung regsten Besuch waa,cyca. tr. je. Eine Freundin Goethes. (Aus Briefen der Gochhausen.) Der Rame der Hofdame der Herzogin Anna Amalie von Weimar, Luise von Gochhausen. ist für Immer mit der Goethe- Forschung verknüpft, denn ihrer fleißigen Hand, die so gerne die Werke der Großen In ihrer Umgebung abschrieb, re - danken wir die Erhaltung de 3 Urfaust es, und ebenso stammt aus ihrem Besitz das einige Exemplar des ,Buhe3 Ann'tte", bai die fiü'e'en Dichtungen aus Goethe; Leipziger Zeit enthält. Aber nicht nur durch diese kostbaren Gab n. die sie der Rachwett hinterließ, lebt die kleine, verwachsene, aber außerordentlich geistvolle und lebendige Hofdame fort, sondern »TI u nelda" ober »Thusel" — wie der boshafte Soitzname lautete, den man ihr wegen ihrer durchaus nicht heldenhafte» . Erscheinung verliehen — hat auch im tn Der Wem 'Man braucht gar nicht wen zu gehen. Gibt es nicht genug dunkle Stellen im eigenen Hause, im Familienleben, in unserm Gemeinschaftsleben, zwischen Rachbarn und Freunden, Arbeitgebern und Arbeitnehmern, zwischen den einzelnen Schichten und Ständen unseres Volkes? Dunkle Stellen, die häßliche Flecken an unserer Volksgemeinschaft sind? Da gehört Licht hin. Könnten wir es nicht fein, die Licht bringen, hier In ein dunkles Haus, dort In ein dunkles Herz? Könnten wir nicht dazu beitragen, daß ein wenig da und dort das Dunkel der Rot, der Sorge, der Verzweiflung, der Verbitterung, des Haffes, des gegenseitigen MißttauenS schwindet und es heller wird in den Herzen und in den Häusern? So können wir auch in diesem Jahre Weihnachten feiern und dazu beitragen, daß die Menschen um uns wieder glauben lernen an Menschen» und Gottesliebe. * ** Anordnungen zur Ausführung des Reichsmletengesehes im Bezirk der Stadt Gießen veröffentlicht der Oberbürgermeister im Anzeigenteile unseres heutigen Blattes. Unter Bezugnahme auf diese Anordnung fordert das Städtische Wohnungsamt alle Vermieter von Wohnungen auf, spätestens am 19. Januar 1923 dem Wohnungsamt anzuzeigen, was ihnen über die Höhe der Friedensmieten der Wohnunaen bekannt ist. Man beachte die Bekanntmachungen mit voller Sorgfalt. Oberhessische r Kun st verein. Am nächsten Mittwoch (3. Feiertag), vormittags 11 Uhr. findet im Oberheifischen Kunstverein die Verlosung von Anrechtscheinen statt, an der jedes Unter dem Zreiheitsbaum. Am 1. Januar neu h'nzutretende Bezieher Titel soeben erschienenen Arbeit von (Hara viebig die in außerordentlich fesselnder Schreibweise ein packendes Zeitbild skizziert, das in manchen Punkten heute eine wahrheitsgetreue Auslage in den deutschen Westmarken erfährt, beginnt heute im Gießener Anzeiger. Am 1. Januar neu hinzu tretende Bezieher erhalten die bisher erschienenen Abschnitteder Erzählung auf Wunsch nachgeliefert. Mitglied ohne besondere Deitragsleistung tdl- nlmmt. An diesem Tage ist die Ausstellung nur Mitgliedein und deren Angehörigen zugänglich. 3n den ersten Tagen des Januar wird eine Ausstellung von Werken des süddeutschen Jllustratto- nen-Dundes. Münchener Künstler, eröffnet werden. Diese Werke ftnb von einer Jury auSgewählt und nur für eine Ausstellung in Gießen über- lassen. Von hier aus gelangt diese Ausstellung in einem Münchmer Kunstsalon zur Ausstellung. Außer anderen angemeldeten Künstlervereinlgun- gen und geplanten Kollektiv-Ausstellungen bekannter Künstler beabsichtigen auch die Künstler Ob^srhessens eine Frühjahrsausstellung zu veranstalten. Rähere Auskunft über diese geplante Ausstellung werden Kunst bild Hauer Köd- Ding- (Sieben, Kunstmaler Fries- Ortenberg und die Gejchästsstelle dcs Kuustveceins erteilen. * Die Brotmarkenausgabe findet am nächsten Donnerstag und Freitag statt. DähereS ist aus der Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil ersichtlich. " Die EinlösungStermine für die 2. Hälfte der Theaterabonnement S werden im heuttgen Anzeigentell bekanntgegeben. ** Die Bestimmungen der Vergnügungssteuer werden in einer Be- gcsellschastlichen Leben der llasslschen Weimarer Zeit deutliche Spuren hinterlassen, unb immer wieder stößt man auf ihren Ra men, mag es sich nun um das Geben Goethes, Schillers, Herders oder Wielands, mag es sich un Feste oder Geselligkeit überhaupt handeln. Freilich husch.e bisher die Gestalt dieses geistvollen Irrwischs mehr tote ein Schemen durch die bunten Maskenseste Alt-Weimars, denn man hörte sie selbst nur toenlg sprechen, und obwohl sie in diesem Zeitalter des guten Briefes als Briefschreiberin berühmt war und Wieland von ihren Schreiben sagte, daß sie dem größten Schriftsteller Ehre machen würden, fehtte bisher eine Sammlung des weitverstreuten 2Naterials. Prof. Dr. Werner Deetjen, der Direktor der Weimarer Landes- Bibliothek, läßt nun soeben unter dem Titel »Die Göchhaufen" bei E. S. Mittler und Sohn in Berlin eine Auswahl ihrer wichtigsten Briese erscheinen und verschafft damit dieser Freundin und Helferin Goethes erst den ihr gebührenden Platz in der Literaturgeschichte. Ein großer Teil dieser Briefe war bisher ungedruckt, und sie vereinen sich zu einem höchst lebendigen Bilde der Weimarer llassischen Zelt während ihrer Hochblüte in den Zähren 1778—1807. »Thu'nelca" half nicht nur den »Musenhof" der Herzogin Anna Amalie mit schaffen, sondern sie war auch bei den Theater auftüh rangen der Hofgesellschaft In Tiefurt und Ettersburg eine wichtige Persönlichkeit und sammette selbst um sich an den „ Freundschaststagen" einen Eli efrelS, den Goethe in eine Art wunderlichen »Minnehof" verwandelte. Zu Gvethe stand die Gochhausen überhaupt in einem engen Verhältnis; sie redet ihn nicht nur »Edelster" oder »Liebster alle'- ®er-et*^n Räte" an, sondern auch »Be^e? und er hott sich m Fragen des Hoftons bei ihr Rat, etwa wie er fich bei einer Pcmzeniau.s zu verhalten habe, und was er dazu und wem er Trinkgeld geben muffe. DcfonverS stolz war sie, wenn fie ihm einmal eine wissenschaftliche Auskunft vermitteln konnte, oder wenn Ihr der Dichter einzelne Werke, wie -. D. die »Vögel" oder »Paläophrvn und Reoterpe", diktierte, da fie eine wundervolle Handschrift besaß. In ihren Briefen an die Frau Rat, mit der sie eine innige Freundschaft verband, erzählt sie viel von Goethe als Schauspieler. So beschreibt sie z. D. eine Aufführung des Moliöreschen »Arztes wider Willen" auf dem neuerbaulen Ettersburgschen Theater, bei der »Dr. Wolf" sich besonders hervortat. Zum Rachspiel wurde dann fein »ZahrmarktSfest von Plunders» Tarrnrmad)img des Anzeigenteils erneut der sorgfältigen Beachtung empfohlen. ** Fe st genommene Diebe. Ein Haus' bursche entwendete seinem Arbeitgeber 5 Tl|ch° decken und setzte sie an einen All Händler um. Ein Wäschedieb entwendete au3 einem Garten in den Eichgärten Wäsche und versuchte sie an eine Alt- Händlerin umzuletzen, dabei wurde er festgenom- men. Ein Bettler entwendete beim Betteln aus einem unverschlossenen Korridor Damenlleidec. Die Bestohlenen kamen wieder In den Besitz ihrer Sachen. *,* * ** 3U <5 H g ft e H u n g. 3n unserem gestrigen Bericht über die Stadtvervrdneten-Sitzung vom Donnerstag mußte es bei dem Referat über die Erhöhung der Schlachthosgebüh- r e n richtig heißen, daß von der erhöhten Gebühr auf das Pfund Fleisch von Großvieh ettoa 6.2 5 Mk. (nicht 20 Ml.) entfallen. Bornotizcn. — Tageskalender f ü r öamÄtag. Das6 Leib, heute und morgen 8 Uhr: Konzert und humoristische Dorttäge. — Astotto^Lichtspiele heute und morgen: »Der rote Schatten"'üud »Tom Mucger. der Bankräuber". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, heute und morgen: »Der Traum" — Palast-Lichtspiele, bis einschließlich Montag .Atlantide", 1.2dl, und »Gefangene der Liebe" — Tag e s ka l e n de r für Montag. Städtheater, 7 Uhr: .Kain". — Eaf6 Leib, heute und morgen 7 Uhr: Konzert und humoristische Dortrage. — Astorla-Lichtspiele, ab beute: »Verbotene Frucht" und .Fatty als Bühiienheld". — Lichtspiell)auS, Bahnhofstraße, ab heule: »Die Deichte einer Ausgestoßenen" und .Der Bienenstich". — Tages kalen der für Dienstag. Stadttheaier, 3>/z Uhr: »Die Hamburger Filiale"; 7 Uhr: »Der letzte Walz>er". — Palast- Lichtspiele, ab heute: .Atlantide", 2. Teil, und »Eine Dame der seinen Gesellschaft". — Der Turnverein von 184 6 hält am 1. Feiertag tn der Turnhalle feine Weihnachtsfeier ab. Für dn schönes Programm ist Sorge getragen, insbesondere werden alle Abteilungen ihr turnerisches Können zeigen. (Siehe gestrige Anzeige.) — Der Cvang. Arbeiterverein HSV am 2. Wdhnachtsseicrtag im Bereinslokal seine Weihnachtsfeier ab. (Siehe Anzeige.) .Wettervoraussage für Sonntag: WoMg, dn-elne Regensälle, weslllche Winde ldchte Rachtfröste. Der große Sturmwirbel über dem Meer Hw sehr an Kraft verloren und wird nur noch geringen Einfluß auf die Witterung haben. «Jür die Feiertage besteht Aussicht auf besseres Wetter. Kreis AlSfew. * Mücke, 21. Dez. Das ehemalige Kurhaus Waldesruh führt jetzt den Ramen „B t b e l h e i m Waldesruh". Gegenwärtig werden bauliche Veränderungen in demselben getroffen. Das eine Gebäude wird als Erholungsheim für ruhebedürftige Prediger der Ehrischonamisfion eingerichtet. Das andere dient dem Inhaber und seiner Familie als Wohnung. Im Festsaal sollen religiöse Versammlungen abgehalten werden. Starkenburg und Rheinhessen. tob. Mainz. 22. Dez. Der jüngste Monatsbericht der Allgemeinen Orts- krankeitkasse Mainz enthält folgende, für die deutschen SlendSzustände charakteristische Schlußbetrachtung: Aus den Berichten der Kontrolleure geht hervor, daß es bei manchen Kranken in zunehmender Weise an allem Röttgen fehlt. Bei den Heutiger Stand des Dollars 10 Uhr vormittags: Berlin 6780, Frankfurt a. M. 6800. Wellern" gegeben. »Dr. Wols spielte alle fdne Rollen über alle Maßen trefflich und gut, hatte auch Sorge getragen, sich mächliglich, besonders als Marktschreier, heran Szuputzen." Ebenso meldet sie von der Aufführung der »Iphigenie" bet der Goethe »seinen Orest meisterhaft gespiett hat. Sein Kleid, sowie des Dylades seins, war griechisch und ich hab ihn in meinem Leben noch nicht so schön gesehen." »Gestern hat unS der Herr Geheime Legationsrat," heißt eS In einem andern Dries, »ein Schauspiel »Die Laune des Dcrliebten" hier oufgefühn, das ec In seinem 18 Jahre sagte gemacht zu haben und nur wenig Veränderungen dazu getan. Es wurde recht sehr gut gespielt, und wtr waren den ganzen Tag fröhlich und guter Dinge." Als Goethe nach Italien geht, ist sie eine der begeistertsten ßeferinnert seiner Briefe. »MemeS Erachtens werden seine Briefe immer besser," schreibt sie an Merch .je mehr alles das Große und Herrliche, was mit einem Male auf Ihn zuströmte, sich bei Ihm ruhig fetzen anfangt Sein Genuß steigt täglich." Auch ihr war es bald danach vergönnt, mit der Herzogin und Herder Italien zu besuchen, und sie hat von dieser Reise prachtvolle Briefe geschrieben. Goethe erweckte In Ihr auch naturwissenschaftliches Interesse und half, ihre kleine Sammlung von Mineralien und Fossilien ordnen. »Goethe hat schon diesen und vergangenen Winter mit allerlei über Mineralogie gelehrt “ schreibt sie an ihren besonders intimen Freund Knebel. »Ich habe eine kleine mineralogische Sammlung, die mir viel Unterhaltung geschasst hat" Von den naturwisscnschastlichen Vorträgen, die Goethe später hiett. und die auch »Papa Wieland" zuweilen besuchte, ist sie sehr entzückt Der Dichter wird von ihr auch als Modeberater angerufen. So schreibt sie an ihn tm Januar 1798: »Edelster aller Geheimen Räte und immer treu befundener Freund in der Rotk Es hat sich eine kleine Gesellschaft schöner Frauen und Jungfrauen abermals beigehen lassen, auf künftigen Redouten sich auf das zierlichste zu produzieren; da sie aber auf keine Weise ohne Ihren Rai zu Werke schreiten wollen und können, so geht die einstimmige Bitte an öie, sich bewegen KU lassen, morgen3 oder abends nach dem Schauspiel. wenn eS Ihnen am gemütlichsten ist, ihnen Ihre Gegenwart zu schenken. Die beste Schoko- labe oder nach Zeitumständen Punsch soll Ihrer warten. Um ein freundliche- Responsum bUMf Ihre Gochhausen." —-- Tristen Kranken ftnb 'Mich und Fleisch unbekannte Dinge. Die Kohlenkanen verfallen, weil es an Geld zum Einkauf fehlt. Kartoffel- Vorräte sind nicht vorhanden. Die Wohnungseinrichtung ist b Swctlen jämmerlich. W.'tt« und Leibwäsche fehlen hier und da gänzlich. Auch die Wohnungen machen sehr oft einen schlech- ten Eindruck, so dah die Gesundheit erst recht gefährdet wird. Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M^ 22. Dez. Hier ist eine weitere Serie falscher 500- Ma rischeine aufgetaucht, die im Druck schlecht ausgefühtt sind, unleserliche Unterschriften tragen und denen auf der Rückseite ein gut auogcführteS Wasserzeichen eingepreht ist. Die Falschscheine tragen blaue Nummern. Ihre hier festgestellte Zahl ist ziemlich erheblich. ]f Warburg, 22. Dez Bor dem Hauptzoll- amt tn bei- sog Afföllerstrahe wurde heule früh um 11 Uhr ein Staffen bot e einer hiesigen Fabrik von einem Unbekannten angehalten. Dieser warf ihm Psesser ins Gesicht, tixü ihm zugleich vor den Leib und enlrifo ihm die Handtasche, in der sich über eine halbe Million Mark befanden. Di« Polizei nahm sofort die Verfolgung des Räubers auf. Kirche und Schule. -Garbenteich, 22. Dez. Zum Dekanatstag wurde ehiflimntig geuxihlt Lehrer Heinrich W e i - s e l als Abgeordneter und Landwirt unb Unterer beber Johannes Hinterländer als Stellvertreter. 3um Landestirchentag erhielten Neuenhagen-Leun 22 Stimmen, Guhmann-Köhler 21 Stimmen, Lenz-Ausfeld eine Stimme: der zweite Wahlvvrfchlag (illlmaicn-Ortb) 20 Stimmen, der fünfte (Lampas-Diehl) zwei Stimmen. * H a u f e n, 22. Dez Zum DetanatStag wurde einstimmig gewählt Lehrer Wtlhelm Ranft als Abgeordneter und Derwaltungspiaktikanl Martin Höll als Stellverileter. Zum Landeskirchen tag erhielten: Reuenhagen-Leun 19 Stimmen, Walger-Weimar zwei Stimmen, Guh- mann-Köhler 19 Stimmen, Lenz-Aus- feld zwei Stimmen. Der zweite Wahlvvrfchlag (Ullmwin-Orth) neun Stimmen, der fünfte (Lain- paS-Diehl) zwei Stimmen, der achte (Fenchel- Dernbeck) 10 Stimmen. tL Treis a. d. L da.. 21. Dez. Bei den gestrigen kirchlichen Wahlen wurden gewählt: 1. Zum Dekanatstag durch Zuruf Wilhelm Denner, Vürgermeisler, und PH C.A m e n d III. 2 Zum Landeskirchentag: Erster Wahlgang: Neuenhagen 25. Walg« r 6. 3. Zweiter Wahlgang. Guhmann 27, Lenz 4. 4. Dritter Wahlgang: 2 Wahlvvrfchlag 1, 8. Wahlvvrfchlag 29, 5. Wahlvorschlag 1 Stimme. -^Rodheimander Horloff, 22. Dez. Unsere Kirchen aernelndevertretung besteht nach dem Wahlergebnis aus 21 Landwirten, 6 Arbeitern. 3 Handwerkern und 3 Beamten. Die letzteren Jtnb drei unserer Lehrer. Zu dem Deka n a t S t a g wurde abgeordnet Friedr. Keil I.. Stekrhetm. und als Stellvertreter Karl Hofmann, Rodheim. Ein überraschendes Ergebnis hatten die Wahlen -um Landeskirchentag. Für die beiden ersten Wahlgänge, nämlich bte Wahl deS geistlichen und des weltlichen Abgeordneten. waren nur die Stimmzettel der kirchlichen MittelpaNei vorhanden, der der Onsgeistliche an- gehvrt. Da tnele Wähler diese Partei — dte Frted- berger Kvnfer'en- — nicht wählen wollten, enthielten sie sich der Abstimmung Bei der Wahl der LandeSlisle entfiel die überwältigende Mehrheit k^r Stimmen auf den Vorschlag der Positiven Vereinigung, die kirchliche Linke erhielt eine Stimme, die Mittelpartei fünf. :: Kirchgöns, 22. Dez. Bei den kirchlichen Wahlen wurde zum Dekanatstag Bürgermeister H a n a ck, als Stellvertreter Wilhelm Eckhard gewählt. Bei der Wahl zum Landeskirchentag erhielten die Vorschläge W a l g e r 9, Neuenhagen 12, Dekan Guhmann 18, Pfarrer Lenz 3 Stimmen. — Bei der Landesliste der zweite Wahlvorschlag 2, der fünfte Wahlvorschlag 12. der achte Wahlvorschlag 7 Stimmen. wg Gedern, 19. Dez Die Wahlen zum La n de S ki r che n t a g halten hier folgendes Ergebnis: Als weltliche Abgeordnete erhielten Bür» geimeister Hofmann- illfa 20, Bürgermeister Diehl- Raiinod 11 Stimmen, als Stellvertreter Obei amlSrichtet Zimmermann- Laubach 20, Lehrei DebuS - Ruppertsburg 11 Stimmen; als geistliche Abgeordnete erhielten Pfarrer Fritsch- Ruppertsburg 2. Pfarrer Georgi- Ermenrod 29 Stimmen, alS Stellvertreter Pfarrer 6 c r i b a - -Wetterfeld 2. Hospi-ediger Widmann-Gedern 29 Stimmen. Bei der Landesliste wurden für den Vorschlag Ullmanm-Orth 3 Stimmen, für den Dorfchlag Lampas-l). Dr. Diehl 25 Stimmen, für den Vorschlag FemcheKvernbeck 2 Stimme« abgegeben; 1 Stimmzettel war ungültig. In den Dekanatstag wurden gewählt als Abgeordneter Kirchmvorsleher Ehriitian Ober beim IX., als Stellvertreter Kirchengemeindeoertretec Ludwig Frehmann II. )( Ortenberg, 22. Dez. Bei den DekanatS- wahlen zum Landeskirchentag wurden abgegeben für die Liste der Friedberger Stonfercnj Lenz- Dr. Eve r l in g 14, die der Positiven Vereinigung Dietzel-Ieckel 5 Stimmen, die geistliche Liste der Friedberger Konferenz Bär-Naumann erhielt drei, die der K. P. V. St a f b b en n - Schrimpf 1Z Stimmen, auf den fünften Wahl- voi schlag der Landeslisten Lampas-Diehl entfielen acht, aus den achten Wahlvvrfchlag Fen- chel-Bernbeck 12 Stimmen. — 3n Livberg erhielten Stimmen: Lenz-Everling 11, Dietzel° Ieckel 7, Bär-Naumann 13, Kalbhenn-Schnmpf fünf. LampaS-Diehl 17, Fenchel eine Stimme. — In dem KiEpiel Schwickartshausen wurden bet sämtlichen Wahlen die Listen der Friedberger Konferenz einstimmig gewählt, nur eine Stimme fiel auf den Wahlvorschlag Fenchel-Dern- beck. — In Usenborn erhielten die Listen der Positiven Vereinigung (Gruppe der kirchlichen Rechten im Landeskirchentag) zwei Drittel, die der Friedberger Äoaferens ein Drittel der abgegebenen Stimmen; ähnlich stellte sich das Verhältnis in her Pfarrei EelterS. Schlichtungsauöschuh der Provinz Obcrhcssen. Verhandlung vom 19. Dezember. Dem Verband der Maler und der Vereinigung der Malermeister zu ©leben schlug oer SchltchrungSausschust als Stundenlohn der selbständigen Gehilfen über 20 Jahre statt bisher 200 Mk ab 16. Dezember 1922 323 Wk. und ab 23 Dezember 1922 350 Mk. und Erhöhung der übrigen Löhne In demselben Verhältnis vor. Beide Teile erkannten den tzhiedsspruch an. Der Bad-Nauheimer Staatsquellenvertrieb. der Taunusbrunnen tn Groh-Kat- ben und der Römerbrunnen in Echzell sollen ihre Löhne vom 11. Dezember 1922 an um 60 v. Sy erhöhen. Die Streitteile erhielten eine Woche Erklärungsfrist. In zwei weiteren Gesamtstreitigketten einigten sich die St reit teile vor der Verhandlung. Für einen achtzehnjährigen Gesellen des Schlossermeisters C. Wigandt in Giehen schlug der Schlichtungsausschuh 150 Mk. S.un- denlohn ab 11. Dezember 1922 vor. Die Streitteile erhielten drei Tage Eristärungsfrist. Die Werkzeugmaschinenfab.if Heyligen- staedt & Eomp. in Giehen hatte drei Hilfsarbeitern der Girhrrri gekündigt. Die Schlich- tungsverhandlung führte zur Verständigung zwischen Det^i.-bsleitung und Betriebsrat über eine Aibeitsstreckung unter Weiterbeschäftigung der drei Arbeiter. In einer weiteren Antragssache des Heh- ligenstaedtschenDetriebsrateS erging folgende Endgültige Entscheidung nach § 93 des Betriebsrategesetzes: 1. Bei dem verhältnismähig geringen räumlichen unb betrieblichen Umfang der Hehligenstaebtschen Fabrik kann dem Betriebsrat eure unbeschränkte Mitbenutzung der Fernsprech- etnrichlung nicht zugestanden werden. Jedoch ist dem Betriebsrat im Rahmen seiner Ausgaben in Angelegenhelte», die den Betrieb unmittelbar angehen, tn dringenden Fällen auf fein Ersuchst die Mitbenutzung zu gestatten, soweit nicht die eigenen Interessen der Betriebsleitung entgegen« stehen. 2. Die Erledigung schriftlicher Arbeiten, soweit von der Firma Protokollabschriften verlangt werden, oder Ausfertigungen von Akkordvereinbarungen für die Betriebsratsmitglieder der einzelnen Abteilungen in Betracht kommen, oder soweit der Betriebsrat auf behördliches Ersuchen Auskünfte erteilen (Fragen beantworten) muh, ist in bisherigen Weife durch das Bureau der Fabrik vorzunehmen. Gichener Strafkammer. Giehen, 19. Dezember. Der Korbmacher L. P. in Grohen-Linden war durch Urteil des Schöffengerichts Giehen wegen Störung einer gottesdienstlichm Handlung zu einer Gefängnisstrafe von 6 Monaten verurteilt woiden, wogegen er Berufung verfocht. Der Angeklagte, der behauptet, über den Pfarrer Sch. in Grohen-Linden aufgebracht zu fein, well dieser die Unterbringung seines Kindes in Zwangserziehung veranlasst habe, hat in mehreren Fällen seine Mißachtung gegenüber dem Pfarrer dadurch zum Ausdruck gebracht, dah er bei Deerdigungsfetern aus dem F.iedhof, wahrend die Srauergemelnbe bereits versammelt war und nachdem der Gesangverein ein Lied gelungen hatte, entweder im Augenblick, als der Pfarrer die Leichenrede beginn« wollte, oder sie sogar bereit« begonnen hatte, an das Grab trat, fein« Hut abnahm, einige Augenblicke in daS Grab sah und sich bann durch die Trauerversammluna Hindurchfchreitend entfernte. Durch die eingehende Beweisaufnahme erachtete das Gericht als festgestellt, dah durch das Verhalten deS Angeklagten, daS in weiten Kreis« der Gemeinde die gröfjtc Empörung her- vorrief, infolge der bei der Trauergemeinde verursachten Unordnung, die zu einer Unterbrechung oder doch Behinderung des Beginns der Rede deS Pfarrers führte, eine Störung einer gottesdienstlich« Handlung im Sinne des § 167 StGB, gegeben fei, deren sich der Angeklagte auch bewusst war. Mit Rücksicht auf die Gefühllosigkeit des Angeklagt« gegenüber den Leidtragenden, die, wie die Beweisaufnahme ergab, sich verletzt fühlten, nam«tlich aber Im Hinblick aus den Zweck des Gesetzes, ungehörige äufrere Störungen gottesdienstlicher Handlungen zu unterbind«, erkannte daS Gericht aus eine Gefängnisstrafe von drei Monaten. (BerichtsfaaL Berlin, 22. Dez. Das Bolksgericht Kämpten verurteilte den aus der Provinz Brandenburg gebürtigen Raubmörder Hermann Schmidt, der in der Nacht zum 4. November in Ronsberg feinen Arbeitskollegen, den Schreinergehilfen Albert Benz, erschlagen und auf die herbeieilendc Frau des Meisters geschossen hatte, und sodann mit dem Gelde und den Kleidern des Erschlagenen flüchtete, wegen vollendeten Mordes zur T o - des strafe, wegen der übrigen Delikte zu acht Jahren Zuchthaus. Vermischtes. Dampfer-Zusammenstoß. Hamburg, 22. Dez. (WTB.) Ein von Hamburg kommender Dampfer der Slvman-- Linie rammte bei starkem Nebel einen auf der Reede von Brunshausen vor Anker liegenden australischen Dampfer. Dem Sloman- dampfer wurde an der Steuerbordseite über der Wasserlinie dte Bordwand aufge- rissen. Er muhte vor Anker gehen. Der australische Dampfer wurde gleichfalls schwer beschädigt. Auf See m Flammen. Hamburg, 22. Dez. (WTB.) Don Borkum ist die funkentelegraphischr Nachricht eingetroffen, dah die Ladung des von Ostasien nach Hamburg bestimmten englischen Dampfers „Mansut" in Flammen stehe. Als das Schiff nachts vor Blankenese eintraf, fuhren dem brennenden Schiffe mehre .e S;r tz n ambfec ent e en kes e t Sisen- rumpf an einigen Stellen bereits in Glut stand. Der Dampfer muhte unter Wasser gesetzt werden. Mord. Königsberg, 22. Dez. In ihrer im Dorvrt Iu bitten liegenden Wohnung wurde die sechzigjährige Bahnasslstentenwitwe v. Oldenburgg mit gefesselten Händen und Beinen unter dem Bett ermorde t aufgefunden. Da anscheinend nichts geraubt ist, bleibt der Beweggrund zur Tat noch unklar. Kirchenbrand. Quebec, 22. Dez. (Wolff.) Sine heftige Feuersbrunst ist in der Kirche Notre Dame ausgebrochen, die reiche Kunstschatze enthält. Die gesamte Feuerwehr bemüht sich, das Feuer zu löschen. Heute morgen wurde mitgeteilt, dah das Feuer um sich greift. Man befürchtet, dah die ganze Kirche ein Raub der Flammen wird. " Der letzte deutsche Menschenfresser. Man hat zwar in letzter Zeit bei verschiedenen furchtbaren Mordtaten gemunkelt, daß der Verbrecher sein Opfer gegessen habe, und besonders wurde dies von dem Frauenmörder Großmann behauptet. Aber das sind nur Märchen. Der letzte erwiesene Fall von Kannibalismus in Deutschland ereignete sich, wie in „Lieber Land und Meererzählt wird, vor 150 Jahren. In der Nähe des idyllischen Städtchens Berka an der Ilm schnitt nach zeitgenössischen Berichten im 3. April 1772 ein Kuhhirt aus Eichelborn, namens Gvldschm dt, einem 11jährigen Mädchen die Kehle ab, schlug es mit einem Beil vol- lenbs tüt, zerhackte den Körper tn einzelne Stücke, kochte und ah diese, wie er selbst im Verhör zugestand. Sr wurde zum Tode durch das Rad verurtellt und am 22. Juli 1772 in Anwesenheit von vielen Tausenden Zuschauern hinaerichtet. Lieber die Entdeckung dieser Scheußlichkeit wird noch berichtet, dah das Mädchen, die einzige Tochter einer Witwe, zunächst lange vergeblich gesucht wurde. Da beobachtete eine Frau, dah Goldschmidt eines Sonntags während der Kirchzeit etwas verdeckt aus seinem Hause über den Hof in den Keller trug, und gewahrte dabei einen Zipfei von dem Kleide des verschwundenen Kindes Dies führte zur Verhaftung des Llnmenschen, der erklärte, er habe von dem Fleisch auch seinen Hund gefüttert, und als Berveggrunt für den Mord angab, es habe ihn sehr danaci' gelüstet, einmal Menschenfleisch zu essen. * Schadenersatz für Warten am Telephon. Ein Rechtsanwalt in der Stadt Minneapolis George S. GrimeS hat von einem Gerichtshof, der aus sieben Frauen und fünf Männern bestand, einen Schadenersatz von 1000 Dollar wegen schlechter Bedienung am Telephon zugesprochen erhalten. Seine Forderung war allerdings gröher, denn er beanspruchte 3000 Dollar für die Zeit, die er in den Jahren 1917—1920 dadurch verloren hat, dah er am Telephon warten muhte, falsche Verbindungen bekam oder versehentlich .in» gerufen wurde. Die Nordwest-Bell-Telephvn- Gesellschaft hatte den Anspruch des Rechtsanwaltes abgelehnt, weil sie erklärte, für Schaden nicht verantwortlich zu fein, denn der Telephondienst sei so gut, wie er unter den vorhandenen Limständen sein könne. Der Gerichtshof aber war anderer Ansicht und verurteilte die Gesellschaft zu der Summe von 1000 Dollar.' In seiner Rede vor Gericht sagte Grb meS, es sei ihm nicht um das Geld zu tun, son dern er kämpfe für Gerechtigkeit und Anstän digkeit. „Die Leute von Minneapolis," erklärte er, „haben durch den schlechten Tele Phondienst in den letzten fünf Jahren Millionen Dollar verloren, wenigstens 20 000 Geschäftsleute haben ebensogut Anrecht auf Schadenersatz wie ich, und sie sollten ihre Ansprüche einklagen!" Spiclvlan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Montag, 25. Dez., nadyn 3 Llhr: Zar und Zimmermann; abends 7 Llhr La T>aviata. Dienstag, 26.: Aida. Mittwoch. 27.: Hoffmanns Erzählungen. Donnerstag, 28. La Tiaviata. Freitag, 29.: Martha. Samstag, 30 : Madame Butterfly. Im SchumanntHeater Der Troubadour. Sonntag, 31., nachm. 3 Llhr Lindine; abends 6»/. Llhr: Die Fledermaus. Mon tag, 1. Januar: Lohenarin. Dienstag, 2.: Der Rosenkavalier. Mittwoch. 3.: Der Waffenschmied — Schauspielhaus. Montag, 25. Dez nachm. 3V3 Llhr: Alt-Heidelberg; abends 7 V.-? Llhr: Gyges und fein Ring. Dienstag, 26., nachm 3Va Llhr: Des Esel» Schatten; abends 71/2 Llhr Mohrenwäsche. Mittrooch, 27.: Ein Sommer nochtstraum. Donnerstag, 28.. Gyges unb sein Ring. Freitag, 29.: Mohrenwäsche. Samstag, 30.. Gyges und fein Ring. Sonntag, 31., nachm. 3Vs Llhr: Alt-Heidelberg; abends 7 Llhr. Mohrenwäsche. Montag, 1. Januar, nachm. 3>/2 Llhr: Die berühmte Frau; abends 7>/r Llhr: Des Esels Schatten. Dienstag, 2.: Die lustigen Vagabunden. Mittwoch 3.: Gyges und fein Ring. Drteskaften der Redaktion. SchwerkriegSbefchadlgter. Der Deamtenschett> geniefU blefelben Vorrechte, wie ein Ziviloer- sorgungsschrin, somit ist auch die Möglichkeü gegeben, in dieselben Stellen, die den Militär anwärtern offen find, hinelnzukommen. Näheres enthalten die Anstellungsfatzungen, die vor etwa einem Monat erfchienen find. CebtnsmiUel. Wenden Sie sich an das Ehe misch: Llntersuchungsamt für die Provinz Ober Hessen in Gief-en. Wenn noch nicht geschehen, dann senden Sie sofort 1850 Mark durch Snblfnrte an Lützetwerk. Codtenz. Postfcheckkon 0 Slolii 11248. (5? in Ihr eigener Nutzen: Sie erhallen unverztialich brt-1 schöne Liivel'EnliübrunaSvaket Nr. 8 mit acht Seisen-Erzeuanisfen: ,Vnvendet-Bade-Scise, Note Nofen-Seite. Nafier-Seiie. Luzclln Edel-^ei,e. Okult-Seifenflocken, l^ette ^ranz-Leife. Luzil- Setsenvntvernnd^uzza'Schenervutver", alle) fcinitc Qualiints-Erzenanisse furB?oschtisch. ^nd und HanS ball. Biele Dankschreiben nnd Nachbejtcllunaen. Besteslfrin verlängert bis 31. 12,22. I11004D >1., 2. und 3. 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Der 2lad bei der Anloagslellt ijn erbringen. Sem Dermieter mjeigen. 68 soll da H Iber die Höhe der '«den, um unangem II. Gr Die Derechmmg Ü4 auf der Trum i R Prvz. der für die thronten Dietzel! tenimtete) zu verstehe tft Don tem Hestifchen frflgckht trotten unö & tetr^tofter. un ’etiungilolten , W j mit enthalten toar, sii Jöar'nuMflfrixtlt 'n Abzug zu bringen, miete am 1. Zull i I>4 dir ©runteniele a W ter Irietensm : Antrag eines Tkrtra, ' ^'Ssamte festzustellm Höhe möglich jEiveNrag, QHiel=Q ^r Qlame und Öligen Mlers ar iwwa» t N Ml. fff»; Ä“' litem ■>nltoac,' oder I lrgenötoei£c,k °de j Inders tilgst? (h «rote 3nf|v'i Förtttocrnen nt.»L2 I *** auf dem Hausbesitz ruhenden Lasten und der Kosten für die Instandhaltung des Hauses im Innern und Qleufyzrn ermöglicht Das Gesetz schreibt ausdrücklich vor, daß die Zuschläge für Betriebskosten und Kosten der laufenden InstcmdsehungSarbeiten der jeweiligen Höhe dieser Kosten Rechnung tragen müsse. IV. Betriebskosten. Die Betriebskosten umfassen Grundsteuern, DrandversicherungSbeiträge, Haftpflicht- Versicherung, Wasserschadenversicherung, Kanal- gebühren und Derwaltungskosten. Nicht ein- geschlossen sind demnach WassergeD, Schornsteinfegergebühren, Wohnungsbauabgabe, Treppenbeleuchtung, Spiegelglasversicherung. Das Wassergeld ist wie seither nach der Kopfzahl der Bewohner zuzüglich der Zahl der Wohnräume umzulegen. Dabei ist der Wasserverbrauch für Tierhaltung, Dadeemrichtung, Gärten und gewerbliche Betriebe besonders zu Ixrücksichtigen. Zur 6rläu^ tenmg fet auf folgendes Beispiel verwiesen- Erdgeschoß 4 Z. u. 6 Bewohner — 10 Einheiten 1. Obergeschoß: 5. ,3 „ = 8 2. , 5 „ „ 7 „ = 12 Dachgeschoß 3, , 7 „ — 10 . Summa: 40 Einheiten Bei einem Wasserverbrauch von 800 Mark entfallen auf den Anteil 800:40 — 20 Mark. ES haben demnach zu zahlen: das Erdgeschoß 10x20 — 200 das 1. Obergeschoß: 8x20 — 160 „ . 2. . 12x20 — 240 „ . 3. , 10X20 — 200 w Summa: 800 Ji Bei dem obenerwähnten erhöhten Wasserverbrauch wäre von der Wassergeldrechnung vorweg hierfür ein entsprechender Betrag in Abzug zu bringen. Im Streitfälle wird das Wassergeld von dem Mieteinigungsamt festgesetzt. Die Schorn- sternfegergebühren werden entsprechend der Höhe der Miete auf die einzelnen Wohnungen umgelegt. Zur Erläuterung der Verteilung der Schorn- sternfegergebühren sei auf folgendes Beispiel hingewiesen: Erdgeschohmiete (Laden) 3000 1. Stock 2000 „ 2. , 1000 „ Gefamtmiete: 6000 -M Die Schorn st einfegerrechnung betrage 300 Mk. Es entfallen dann auf je 20 Mk. (6000:300) Miete 1 Mk. Schornsteinfegergebühren, fo daß zu zahlen haben: Erdgeschoh 150 1. Stock 100 n 2. . 50 „ Zus. 300 V. Zuschlag für laufende 3 n fl a n b - fetzungsarbeiten. Die laufenden Instandfetzungsarbeiton sind von dem Vermieter auf feine Kosten vvrzunehmen, mit Ausnahme der unter § 4 der Anordnungen vom 16. November 1922 auf geführten laufenden Instandfetzungsarbeiten des Ausputzens, Verkittens und Schwärzens der Oefen und Herde, der Unterhaltung der den Mietern überlassenen Gärten und der Sicherungen bei Lichtleitungen innerhalb der Wohnung: die Kosten dieser Arbeiten muh der Mieter tragen. Die Zuschläge für laufend« Instandfetzungsarbeiten sollen der Unterhaltung der Wohnungen im Innern (Tapezieren. Oel- (mflricb Deckv> ißen u’a> > dienen Die Ansprüche, die früher an den Zustand der Wohnräume gesteckt wurden, Cöimen jetzt nicht mehr aufrechterhalten werden. Es war daher notwendig, bestimmte Zeiträume, innerhalb deren eine Neuinstandsetzung als gewöhnlich notwendig und angemessen zu bezeichnen ist, festzulegen. Diese Fristen wurden festgesetzt: Für Küchen auf 8 Iahre^ für Wohn- und Schlafzimmer auf 14 Jahre für sonstige Nebenräume auf 15 Jahre. Wesentlicher Grundsatz muß fein, daß einerseits der Vermieter die für laufende Instandsetzung von dem Mieter bezahlten Beträge ausschließlich für Reparaturen in der Wohnung des Mieters verwendet, daß andererseits der Mieter gröbere Ansprüche nicht stellt, als mit dem be^rdlich festgesetzten Instandsehungszuschlag gedeckt werden können. Es liegt daher im beiderseitigen Interesse, wenn Mieter und Vermieter sich darüber verständigen, wie und für welche Arbeiten der für lausende Instandsetzungen von dem Mieter zu zahlende Betrag zu verwenden ist. Nicht unerwähnt darf hierbei gelassen werden, daß an sich nach den Mietbestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches der Vermieter die Kosten sämtlicher notwendigen Reparaturen in der Wohnung tragen muß. Es wird jedoch eine Hinaufsetzung dieser Zuschläge für Instandsetzungearbeiten unausbleiblich sein, wenn die Ansprüche der Mieter Höhe?« sind, als mit den festgesetzten Instandsetzungszuschlägen gedeckt werden können. Es liegt daher auch im Interesse der Mieter, daß der Betrag der festgesetzten Instandsehungszuschläge bei Reparaturen nicht überschritten wird. Der Vermieter ist verpflichtet, dem Mieter bzw. der Mietervertretung auf Antrag die Verwendung der Gelder nachzuweisen. Unterläßt der Deimietet die Ausführung notwendiger laufender Instandsetzungsarbriten, oder verwendet er die Gelder nij>i sachgemäß, so greift auf Antrag eine bei dem Mieteinigungsamt errichtete Jn- standsetzungsstelle ein Sie kann veranlassen, daß die notwendigen Arbeiten sachgemäß ausgeführt werden, insbcsondere, daß die Mieter einen entsprechenden Teil des Mietzinses nicht an den Vermieter, sondern direkt an d.e Instandsetzungs- stelle zahlen. Mit Rücksicht auf die durch die Verhältnisse bedingte, vielfach mangelhafte Unterhaltung der Häuser m den letzten Jahren wird es unausbleiblich fein, daß die Zuschläge für die laufenden Instandsetzungsarbeiten zur Deckung der Kosten aller Wünschenswerten Reparaturen nicht aus- reichen Es wird daher notwendig sein, daß zunächst diejenigen Instandsetzungsarbriten ausgeführt werden, dre xur Erhaltung der Wohnung als solcher notwendtg sind und daß erst nach deren Erledigung an sogenannte Schönheitsrepa- taturen gleicht werden kann Bei einigem guten Willen wird es möglich sein, eine Verständigung der Mieter imb Vermieter über die Verwendung der Gelder herbeizusühren. Schwierigkeiten dürften sich bann ergeben, wenn der Mieter selbst in den letzten Jahren auf eigene Kosten die Wohnung hat inftanbfeßen lassen. Cs wäre unbillig, wenn in diesem Falle der Mieter den Instandsetzungszusch.'ag zahlen müßte, ohne daß der Vermieter beim Fehlen der Notwendigkeit von Ausbesserungsarbeiten ihn für die Wohnung verwendete, ihn vielmehr für sich behielte. Das Gesetz sieht eine Regelung nicht ausdrücklich vor. Es dürfte aber angebracht sein, daß in einem solchen Falle der Der- mie er dem Mieter den nachweislich für Reparaturen aufgewendeten Betrag unter Berück! ich tigung der Abnutzung vergütet. In Streitfällen dürfte hier für die Instandsetzungsstelle ein geeignetes Gebiet gegeben fein, um einen Ausgleich herbeizuführen. (Schluß folgt.) Aus 5taöt und Land. Gießen, den 23. Dezember 1922. Der Söaffcnficbrniitf) der hessischen Polizei und (tzcndarmcrc. Die Ortspolizeibehörden sind beauftragt worden, das ihnen unterstellte Polizetpersonal auf die vom Ministerium des Innern erlassene Dienstvorschrift über den Waffengebrauch i n der heffif che n Polizei und Gendarmerie hinzuweisen und e nsprechmd zu belehren. In den Bestimmungei heißt es: I. Der Polizeibeam e darf zur Durchführung der ihm obliegenden Aufgaken, namentlich zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung, Ruhe und Sichrrchrit, von feiner Waffe erst dann Gebrauch machen, wenn alle anderen zur Verfügung stehenden Mittel re.sagen. Der Wafseiigebrauch hat vechtzeitig und mit dem erforderlichen Nachdruck alec nur insoweit zu geschehen, als er zur Erreichung des gewollten Zweckes erforderlich ist. Für jeden Waffengebrauch, der nicht auf Befehl eines Borge etzten erfolgt, ist der Beamte selbst verantwortlich. Die Schußwaffen oder Handgranaten find nur anzuwmden, wenn andee Waffen unzureichend erscheinen. Ihre Anwendung gegen Kinder ist unzulässig. Dem Gebrauch der Schußwaffe muh, wenn irgend möglich der Anruf „Halt, oder ich schieße!" oder »Hände hoch oder ich schieße!" erfolglos heran gegangen fein. Bei dem Gebrauch der Waffe ist jede Gefährdung -Unbeteiligter, besonders in Straßen und in geschossenen Räumen nach Möglichkeit zu verhüten. Sind Verletzungen entstanden, so ist, soweit dies ohne Gefahr geschehen lann, dem Verletzten Beistand zu leisten und ärztliche Hilfe herbeizurufen. lieber jeden Fall des Waffengebrauchs ist von dem Beamter unverzüglich (gegebenenfalls telephonisch) eine Meldung zu erstatten. II. Der Polizeibeamte ist insbesondere in folgenden Fällen zum Waffengeörauch berechtigt und verpflichtet: 1. zur Abwehr eines Angriffs oder einer Bedrohung mit gegenwärtiger Gefahr, von fich, einer zu schützen den Person oder Sache: 2. xur Brechung oder Verhinderung eines ihm bei der Durchführung dienstlicher Aufgaben entgegengesetzten oder drohenden WiderstandeS: 3. zur Erzwingung des Gehorsams, wenn der Beamte zur Ablegung der Waffen oder anderer zum Angriff oder Widerstand geeigneter Werkzeuge ausfordert und dieser Aufforderung nicht sofort Folge geleistet wird, oder die abgelegten Waffen und Werkzeuge wieder aufgenommen werden: 4. zum Anhalten einer auf frischer Tat ertappten Person, die sich der Feststellung oder Festnahme durch die Flucht zu entziehen versucht, sofern es sich nicht um offensichtlich geringfügige Verfehlungen handelt: 5. zur Verhinderung der Flucht von förmlich Verhafteten oder vorläufig feftgenommenen Personen Festgenommene Personen sind unverzüglich daraus hinzuweisen. daß bei Fluchtversuch von der Schußwaffe Gebrauch gemacht werden kann. III. Anweisung für Führer geschlossener Verbände: 1. Treten geschlossene Verbände bei Störung der öffentlichen Ruhe durch Ausfchi-eilungen von Volksmassen in Tätigkeit, fo ist allein der Führer zur Auswahl der Kampfmittel, insbesondere zur Bestimmung des Waffengebrauchs befugt. Er allein entsch idet darüb r, welche Waffe zur Anwendung zu kommen hat. 2. Ist ein geschlossener Verband zum Einschreiten mit der TJta.fe gegen eine Menschenmenge gezwungen. so Hal der Führer vorher die Menge durch deutlich vernehmbare Ankündigung zum Auseinandergehen aufauforiyern und für den Weigerungsfall Waffengewalt anzudrohen. Diese Forderung ist zweimal zu wiederholen. Wird der dritten Aulforderung nicht Folge geleistet, fo erfolgt Befehl zum Gebrauch der Waffe. 3. Wird der geschlossene Verband angegriffen oder wird ihm tätlicher Widerstand entgegengesetzt, fo ist er nach Anordnung deS Führers befugt, ohne weiteres von der Schußwaffe Gebrauch zu machen. Die Ehescheidungen in Hessen. Die Zahl der Ehescheidungen ist wie in den übrigen Ländern auch in Hessen nach dem Kriege außerordentlich in die Höhe gegangen, von-207 in den Bvrkriegsjahren 1912—1914 auf 331 im Jahre 1919 und 529 im Jahre 1920. 3m Jahre 1921 ist ihre Zahl ein klein wenig niedriger (516). Der Rückgang seit 1920 würde stärker in Erscheinung treten, wenn nicht die rechtskräftig gewordenen, sondern die beantragten Scheidungen zum Vergleich stünden. 3n einzelnen Teilen Hessens macht sich der Rückgang bereits stärker bemerkbar, so in der Stadt Mainz, wo ihre Zahl seit 1920 von 144 auf 89, und in der Stadt Worms, wo sie von 50 auf 37 gefallen ist. An dem Rückgang sind hauptsächlich die Ehescheidungen rein katholischer Chen beteiligt (88 gegen 119 des Vorjahres), ferner solche Ehen, d e 5—10 Jahre gedauert haben (162 gegen 198), und ebenso Ehen, in denen entweder die Frau (92 gegen 117) oder beide Teile schuldig gesprochen worden waren, endlich die Ehen, in denen als Grund der Scheidung Ehebruch vorlag, und zwar sowohl seitens des Mannes (81 gegen 104) wie seitens der Frau (104 gegen 129), und Verletzung der ehelichen Pflichten seitens der Stau (73 gegen 101), 3m Vergleich zum Reich und zu manchen Ländern oder Landesteilen liegen die Verhältnisse in Hessen noch ziemlich günstig. Auf 100 C00 E.nwohner kamen Ehescheidungen im Jahre 1920 im Reiche 59,1, in Brandenburg 97,5, in Schleswig-Holstein 89,2, in Sachsen 68,5, in Vaden 50,9, in Bayern 50,0. in Hessen 40,1, in Württemberg 34,4, in Westfalen 30,0 und in Posen-Westpreußen 11,7. Woher kommt der ^roftqefdjmncf der Kartoffeln? Von landwirtschaftlicher Seite wird uns geschrieben: Die Kartoffelernte ist in die'em Herbst von vorzeitigen Frost überrascht worden. Vielfach hat die Nachprüfung der als erfroren bezeichneten Kartoffeln aber ergeben, daß diese nicht erfroren, auch nicht einmal angefroren waren sondern nur den unter dem Einfluß niederer Temperaturen f d) regelmäßig einstellenden Frostgeschmack (süßen Geschmack) angenommen hatten. Der süße Geschmack der Kartoffeln wird immer noch irrtümlicherweise als Kennzeichen dafür angesehen, daß die Kartoffeln erfroren sein sollen. Er wird bedingt durch eine Zuckeranhäufung in der Knolle. Die Knolle atmet wie jeder lebertbe Pflanzenteil, und das Produkt, das sie zu ihrer Atmung verbraucht, ist Stärke. Bevor die Stärke jedoch »erahnet wird, wird sie in Zucker übergeführt und die Verzuckerung erfolgt durch die Vermittlung eines Enzyms, der Diastase. Die beiden Stoffwechselprozesfe gehen nun nicht immer gleichzeitig vor sich und ihr Verlaus erfolgt nicht gleich schnell. Die Umwandlung der Stärke ist bei niederer Temperatur zwar verlangsamt, die Atmung dagegen ist unter dem Einfluß niederer Temperatur sehr stark gehemmt. Die naturgemäße Folge davon ist die Zuckeranhäufung in der Knolle und ihr süßet Geschmack. Der Gebrauchswert der Kartoffeln hat durch diesen Vorgang indes nicht gelitten, und aus dem Gesagten ergibt sich ohne weiteres die Maßnahme, durch die man den unangenehmen, süßen Geschmack ohne Schwierigkeiten beseitigen kann. Q2lan bringt die Kartoffeln einige Tage vor der Verwendung im Haushalt in einen warmen Raum. Hier setzt wiederum eine erhöhte Atmungstätigkeit ein, der angehäufte Zucker wird verarbeitet und der süße Geschmack verschwindet. Werden die geernteten Kartoffeln vor dem Verbrauch länger gelagert, so wird der süße Geschmack bei vorschriftsmäßiger frostsicherer Einwinterung der Kartoffeln durch die lebhafter einsetzende Atmung in Keller und Miete im Verlauf von 14 Tagen ohne Zutun des Erzeugers oder Käufers verschwunden sein. * ** DieTllgungber3'/r Pro z. Anleihe derProvinz Oberhessen vom 12. Mai 1 902. Zur Rückzahlung für den 1. April 1923 sind folgende Schuldverschreibungen auSgelost worden: Lit. A Nr. 9, 23, 94 und 104 = 4 Stück ä 2000 Mk., Lit. B Nr. 21, 52, 80 und 157 = 4 Stück ä 1000 Mk., Lit. C Nr. 36, 74, 110 und 137 = 4 Stück ä 500 Mark, Lit. D Nr. 27, 55, 73 und 159 - 4 Sluck ä 2Q0ML, Lit.LNr.30 u.33-2Stck. ä lOOMk. Die Verzinsung dieser Schuldverschreibungen hört Ende März 1923 auf. Die zum 1. A p r i l 192 1 auSgelosten Schuldverschreibungen' Lit. A Nr. 49 = 1 Stück ä 2000 Mk., Lit. 0 Nr. 44 — 1 Stück ä 500 Mk., und die zum 1. April 1 922 auSgelosten Schuldverschreibungen Lit. A Nr. 5 — 1 Stück ä 2000 Mk., Lit. C Nr. 104 = 1 Stück ä 500 Mk., Lit. C Nr. 144 = 1 Stück ä 500 Mk., Lit. D Nr. 40 = 1 Stück ä 200 Mk., Lit. D Nr. 113 = 1 Stück ä 200 OHL, Lit. E Nr. 53 = 1 Stück ä 100 Mk. sind noch nicht zur Euüöfung vor- gelegt worden. ** Unfälle, Unf allverhü tung und Unfdllentfcbäbiguna. Im Anschluß an das bereits erörterte Eindringen von Fremdkörpern in das Auge wurden im 6. Vortrag weitere Verletzungen desselben t>urd) stechende und schneidende 3n|trumente sowie durch stumpfe Gewalt und die erste Hilse'e.Üu.tg bei Serarri.ien Beschädigungen besprochen un) durch Licht i der er- läuiert. Darauf erklärte der Vortragende den Dau des Gehörorganes und des Nas.m.nneren und veranschaulichte die'Beseitigung von Fremdkörpern aus dem äußeren Gehörgang und der Risenhöhle sowie Trvmmelfellpersorationen, insbesondere unter der Wirkung des Luftdruckes bei Eiplosio- nen Zur Erkennung herabgesetzten 5ömermögcn3 wurde die Prüfung desselben mittels der Flützer- spiache vorgesü;rt Daraus folgte u 1er Benutzung von Lichtbildern eine Darstellung des Baues der Muskeln und ihrer Anordnung und Wirkung am Skelett sowie eine Besprechung über häufig in gewerblichen Betrieben Dörfern men De Muskel- Verletzungen und deren erste Behandlung •• Silberne Hochzeit feiern am 23. Dez. Peter Kühn und lebte Ehefrau. Nahm Ursberg 12 und am 26. Dezember Ober-Postschastner Hemrictz Rück und Frau Elisabeth geb. Rühl, Riegelpfad 17: Wilhelm Seibert und Frau Just ine geb. Müller. D i e persönliche Leistung an Stelle der mechanisierten Arbeül Eine erfreuliche Entschließung in diesem Sinne hat die Dezirksgruvpe Süddentsch-Iand te3 Bundes der Hotel-, Restaurant- und Caf6-Angestell:en auf ihrem jüngsten Bezirkstag in Koblenz angenommen. Man hörte dort ein Referat über „den Berufsgedanken" und nahm im Anschluß daran eine Entschließung an, in der es u. a. heißt: .Für den Bund steht die Pflege des BerufsgedankenS bn Vordergrund der Tätigkeit. Dieser stehl im Gegensatz zum Klafsenkampfaedan- ken. Nicht die objektive Anforderung an Sie quantitative Arbeitsleistung ist maßgebend füi die Möglichkeit des beru-lichrn Empfindens, sondern bi allererster Linie die persönliche Hingabe des Arbeitnehmers an sein? Tätigkeit. An Stelle der mechanisier tenArbeit muh die berufliche und perfönliche Lei- stung deS EinzelnLrr treten und entsprechend A iter rdfahrt 22 i Peters Union )chener Fahrt Strecke von entspricht m 28000 und rauch befind- ibigt 10968a n\ Hllgert fauh. (in. Ofrrfir & unllrid.vllm- Viiichr ii.wjie ichil.Prcm.^ Rosenzweig len.Siiliri*-581 adttheater nnttfctbttie 11. i'rfitrlMl- W. r-nCtfln. ß. Kkierm>- *es -«K -.M «Lr* *6'1. Ubr: Ss Ä. ’Ä*’ WZ Hr. 502 Zweiter Blatt Das Reichsmietengesetz barteten, unter Ausschaltung der vorher ange- I Allgemeines DaS ReichSmietengesetz ist am 1. Juli d. I. tn Kraft getreten Es gilt jedoch ntchto.)ne weiteres für alle aus dem Nktrivcrhaltnt se sich ergebenden Rechtsbeziehungen: tn^b'ipnoere ist dteS bei der Höhe des Mieymfes ntcht der SulL Um die „gesetzliche ANete her^izu- fübrtn, muß tn jedem einzelnen Fall ber CHtieier ober Derinieter dem anderenTetl gegenüber er- Kören, daß die Höhe deS Mtetztnses nach den Dorichriften deS Rcichsmietengesehes berechnet werden soll die Erklärung muß schriftlich sein (UuieiW.-üt!) Die gesetzliche Mete gilt dann von dein Zeirpunkt ab, für den die Kündigung nach dem BGS zulässig toire: bei vierteljährlicher Mieizahlung ist die Erklärung spätestens am brieten Werktage deS Kalendervierteljahres für dessen Schluß, bei monatlicher fpätestenS am 15 des Mvivats für dessen Schluß, bei wöchent- ^cher spätestens am ersten Werktag der Woche für deren Ende abzugeben. Der dritte Werktag bn erster, Z^alenderoierteljahr 1923 ist der 4 Januar. Diese Termine gelten auch bei langfristigen Verträgen, ohne Rücksicht auf etwa vereinbarte abweichende Kündigungsfrlsten oder den Deretnbanen Aurschluß der Kündigung. Eine Aushebung deS Vertrages tritt damit jedoch nicht ein. sondern nur eine Aenderung der Hohe des Mietzins eS. ES ist zuläfstg, daß zwischen den Miet- aebenen formellen Vorausfetzungen der gesetz- Itchen Miete, fteiwillig ein Mielzins in Hohe des Betoages der gesetzlichen Miete vereinbart wird: dieS ist auch baim möglich, wenn vorher >ie »gesetzliche Miete" gegolten hat. Eine d r» »rüge Vereinbarung erscheint jetzt nicht mehr schwierig, weil die Derech lung der gesetzlichen Miete feststeht und sie meist von jedem selbst porgenommen werden kann. Mit dem Vermeiden deS Aniufens des Mieteinigungsamles zur Festsetzung der gesetzlichen Miete wird Zeit und Geld *ür die Parteien und die Stadt gespart. Können uch die Parteien über die gesetzliche Miete nicht einigen, dann ist das Anrufen des Mieteinigungs- -«mts richtige Weg: es hat jedoch, wie oben rrusgesuhrt, das rechtzeitig gegenüber dem Mieter bzw. Vermieter ausgesprochene schriftliche V e r- langen der gesetzlichen Miete zur Voraussetzung Der Nachweis dieses Verlangens ist bei der Antragstellung dem Mieteinigungsamt zu erbringen. Dem Vermieter ist die Verpflichtung auferlegt, Mietzinsvereinbarungen dem städtischen Wohnungsamt auf oorgefchriebenem Vordruck an- tujeigen. ES soll damit eine gewisse Kontrolle über die Hohe ber Mietzinsbildung ausgeübt werden, um unangemessene Mietzinssteigerungen zu vermeiden. II. ®runbmiete. Die Deoechrnung der gesetzlichen Miete baut sich auf der Grundmiete auf. Darunter sind 8D Prvz. der für die mit dem 1. Juli 1914 beginnenden Mietzeit vereinbarten Miete (Frie- venSmiele) zu verstehen. Der Abzug von 20 Proz. tst von dem Heffifchen Gesamtministerium generell festgesetzt worden und gliedert sich in 5 Proz. *ür Betriebskosten und 15 Prvz. für Instandsetzungskosten: falls Ientralherzung in der Miete mit enthalten war, find noch weitere 9 Prvz. unb bei Warmwasserverforgu -.g noch weitere 3 Proz. tn Abzug zu bringen Betrug z. D die Friedens- Miete am 1. Juli 1914 500 Mk., so berechnet sich die Grundmiete auf 400 Mk. Besteht über die Höhe der FriedenSrniete Streit, so ist sie auf Antrag eines Vertragsteiles von dem Mieteini- gungöamte festzustellen Hierbei sind Dewe se für deren Hohe möglichst gleichzeitig beizubringen (Mietvertrag, Miel°Quittungzbuch), msbesondere ,75 8n,75 4% Ternletdjeit —550,— 435. - 600,- 3'/»% Dergleichen 260,— 270,- 200,- 2-0,- 37» Ternleicbcn 1100,— 12/5— 1200, - 13; O,— Dlfch Svnr-'llrä>n.'?lnl. 14&— 140,— 134 — 134,— 4'7, Preunüche Konsuls — — 160,— 170,— 173, — 4"/. Hessen......... 120 - 120,- 110,- -,- 3'///° Hessen 10510 Ilk- 3% Hessen 125,- 125,- 150,- 4% flofitfirfen 640Q- 6875,- 630k- 7000,- 5% Goldmerikaner ——,—821oo. —83500 — Berliner Handelogef. 12000- 13000, - LlcOft- 14400,- Connnerz- n. Priualbk 1800,— 1750,- 1850 — 1800,— Darmü.u.Nationalöank2050 — 2030,— 2000, - 2015 — Denlsche Bank 620k- tf-Oft- 6100,- 6000,- Denische BcrcinSbank 075,— 100',— —,— —,— DiScouio Commandtr 277 2850. -2825,— 2925 — Metallbank........ 12500, 1200K- —,- -,— Mi'teldent. Creditbnnk 1750,— 1700,- 1725,- 1700,— Oestcrr. Crediianstnlr 1650.— 1505,— >»50,— 160.), — Bochumer Gutz .... 20000,- -,-17500,-19500,- Buderus 95U0.-10300,-IOOjO,-11000,- (£aro 7550,- 895'.- 777.5,- 88U0,- Tenllch-llnrembnra. . 17600,—18O00,-17800,-1^003,— Getsenk8900,- 20i0l- Hnrvelter Scrnbau. . 58000,-58200,— .59000,—60000,— SinluverkAschersleben 8000.—'.»4 5,— -,-10500, - .Onliwerk 2Seiteregeln 10200,—1170a -*10400.— —,— raurahlitte.......12j0ft-l2U00.-l 000 -1175K- Cbeibcb.irf 1 -5dft-12000,-10 J00-11500,- Pliönir Bergbau. . .. 17(XK),-19uOJ,-1825a- 1850G,- stiheimtahl........ 17000,-10 0 ',-15700,-167 A- 8t u betf '.uiontntt . . . 3350»,—335JO,—317.0J,—34500,— TeUuS Bergbau . . . 4000.— 4103,— ——,— \ omhinn:2hncr. Pakei 705ft— 77 0 — 7490,— 7800,— Norddeulscher Lloyd . 385).- 4175,- 3895,- 4200,- .^enientiverkHetdelberk 8l^0K— 90X),— ——,— Philtov Hvlzmann . . 4450.— 4445.— 4500.— Analo.Eont .Mnano. . .19000,-2170 >.-19800.-fWO- Babische Anilin..... 8»K— — 8)30,— (H ldschmidt 7625.— 8200,— 7800^- 8t ft— Griesbeiiiier Electron 6>0>- 7000,— CO3O,— 80»".—, Höchiler srarbwerke . 6500.— 7 0»,— 0603,— 720ft— VoUuerfobliing..... 64 0,- 6950,— -,— liülgerswerte 6,57000,— 6800,— 7703,— chcideanftalt..... 124UO,—LfcOft— —,— — Tina- ElektrizitZtS-Ges. 45O\— 4!»0ft- 4325,- 4975,- Beramann 5400,— 7.00,— 5500,— 7000,— Dchnckert FO 5,— 820 ,- 81 Oft- 945>,— Tiemens & Halöke. . .114,00,- —IGOUft-lsüUO,— ?ldlerwerke Silepcr. . 30JO. - 3500. — HO ft- 375K- T'niuilf’r Motoren. . . . 3'10).— 4500.- 3900,— 475ft— vci)liflenftQci>t...... 4201— 4",00. — —,— — ,— diffliitn..........50iK).— am- 520ft— 540K- Metallges. Frankfurt. 22400 -20500 - ——,— 2d)nblobvlf Herz ... 2600 -24*.>0 - -,- -,- Tichet 3490,—3600 — -.- —.- -ll'll'iofs Waldbvf ... 9900.-10903,- 10500- 11300- Zuckeriabr.Ira cken'ha! 12»)». - —.— —,— ZuckersabrikWaa^äuiel 1-500—13700,- ——,— Nttckicrtisltz. — Gustav Theodor Fechner, Das Büchlein vom Leben nach dem Tode. Mit einem LebenSabrih und Erlau ernngen von Dr. Wilhelm Platt. (Strecker u. Schröder, Vertag, Stuttgart.) — Fechner legt in diesem wenig betannlen Büchlein seine Ueberzeugung von der persönlichen Unsterblichkeit dar, von der All» beseelkheit der gesamten Qtatur. Die Ausführungen und Ansichten des Begründers der Pshcho- pfrijlU und Erpercmentalpsycholvgie bteien sehr viel Originelles unb fein Gedachtes. — Die Truhe: (MervuriuS Verlag, Leipzig.) Gottfr. Keller, Der Schmied seines Glücks. Franz Ad. Beyerlern. Sovat Agata Im Subara. Paul Rich Hensel. DaS verschlossene Tor. Annette Kispert, Tinas Einsamkeiten. — Es sind kleine Gaben m originellem Gewand aus der Truhe wertvoller literarischer Schätze. Keller und Deyor- leins bekannte Aamen und Schriften bedürfen keines LobeS mehr, aber auch die beiden anderen Rovcllenbücher sind fesselnd und der Ausnahme in einer solchen „Truhe" würdig. — „Der deutfcheRvman" deS VertagS von Friedr. Linh, Trier, bringt eine Reihe glei^ artig au-gestatteter Qleuerfd,x?inungen von Autoren, die noch keinen groben Ramen haben, aber mit offenfunbigem Talent empvrstreben. Paul Gurk, der Kleistprersträger von 1921, offenbart in seinem Roman „Die Woxe des teelfchen Hans" eine große Kraft des Erlebens und der Anschauung, und Fritz Walter BischoffS Grst- liirgslrerk „Ohnegesicht" ist el^enfalls ein sprühendes Ausstreuen von Eindrücken und Sehnsüchten In beherrschter Form. „Der Traum des Urban Straln“ und andere Erzählungen von Hans Christoph Kaergel überragen den Durchschnitt der Unterhaltungskunst. . -7 Mansred Khber: 3m Gang der ^Ih r. Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgart. — In den beiden Erzählungen, deren Charakter grundverschieden ist, zeigt der Dersasser eine ausgesproch-'n« Gabe für Milieuschilderung. Die erstere Aovelle, eine Kleinsladtgelchichte, ist übergoldet von sonnigem Humor, wähluiid die letztere von unheimlichen SchickfalMisammenhängen erzählt und in düstere Tragödie'auSklingt. — Eberhard Buchner, Aerzte und Kurpfuscher. Kultuiljistorisch tntexxHante Dokumente aus alten deutschen Zeitungen. (Verlag von Albert Langen in München.) — Erland Rordenskiöld, träum» sagen aus denAnden. Mit 10 Holzschnitten. (Vertag Strecker u Schröder, Stuttgart.) — Der berühmte schiivdische SüdameritasoZcher bietet hier In deutscher Uebeilrapung eine köstllche Frucht feiner Studien der Qlüjtljen unb Sagen. Wir sind inmitten der schönsten Märchenwelt: Schöne Jungfrauen, die In Hündinnen verwandelt werden, alte Männer, die von unglücklich verliebten Häuptlingen erzählen, dunlle Höhlen, in denen goldfunkelnde, verderbenbringende Schätze verborgen liegen. — Im Verlag „Der Bund" (Nürnberg) sind von Alfred Graf zwei flehte Bücher erschienen. „Gedichte" und „M u h, die Geschichte einer Kuh". Die Gedichte verraten zum Teil ein feines Talent, während die antififierenbe Vrzäh- lungskunst in „Muh" den im übrigen sinnige« Schilderungen einigen Abbruch tut — Gottesgarten, Scherenschnitte von Fritz Griebel in Begleitung aller Lieder (Vw> tag „Der Band", Nürnberg.) — Reisebilder auS aller Welt, für unsere Jugend. (Vertag von Julias Beltz in Langensalza.) — In den 5 Dändch-n: Deutsch» land, Europa. Asien, Afrika, die neue Welt und das Südpolargebiel findet die Jugend nicht nur geographisches Wissen, sondern aus den Quellen der deutschen Dichtung, von besten deutschen Erzählern und Geographen, abgeschlossene Lefestück« von allgemein bllbenbem Wert. Es ist lebensvolle Kleinmalerei, die sich hier ausbreitet unb zu dauerndem Besitz der jungen Leser zu werden vermag. — H C. Andersens Märchen sind in neuer, geschmackvoller Ausstattung vom Volks» verband der Bücherfreunde. Wegweisev-Derlag, Berlin, herausgegeben worden. Der 1. Band, übersetzt von M. KMHaas. enthält die schönsten dieser für die reifete unb kleinere Jugend geeigneten Märchen. Beloirder-S unsere Mädchm- ax[t kann sich kaum ein schöneres Weih»lachtS- geschenk wünschen. _!-------------------------------S Zum Weihnachts-Fest ScharlachhergÄlelsterbrand in Geschenk-Packung Uwiss Bei Kopfschmerz ^Mofevothei-erObtoee ■ ■ Frannfurt/M-S? rrovanilleb-v7»j | Zfihmchmtr«. KhIttschofka Om Witte» »um Sporen ifl \J Sußfloff. en» ent- f^nd)l 6er Süßkraft eine» Pfnnbc» Zocker. QrMime i« fir1enfol»*ct*rn«r>i —»e»»iwta. CARL STÜCKRATH ASTERWEO 47 WOHNUNGSEINRICHTUNGEN EINZELMÖBEL« PO ESTE RMÖ BEL JEDER ART ZU MÄSSIGEN PREISEN ..........................................................m Ihre Vermählung geben bekannt Ernst Ploch Minna Ploch geb. Vellof Gietzen Lollar Weihnachten 1922 .........-...................—........................—»-'-'»1. Ihre im November staitgefundene Vermählung zeigen an Dr. med. Carl Arnold Erna Arnold geb. Bähr Hannover .—.SS ..................................—................. Statt Aorten Statt Karten Verlobte Lollar, Weihnachten 1922 X Gießen, Weihnachten 1922 Vereine Lang-GSns, Weihnachten 1922 Gießen, Weihnachten 1922 f'llU Verlobte Lang-Göns, Weihnachten 1922 Statt Karten Gießen Gießen, Weihnachten 1922 Wißmar Butzbach Gießen Gießen Neuenweg 40 Neustadt 78 Weihnachten 1922 Weihnachten 1922 Ostheim b. Butzbach Statt Aorten Wißmar (Ar. Wetzlar) Weihnachten 1922 Statt Aorten Gießen daselbst: 10971V Verlobte Lollar Frohnhausen (Lahn) D Gießen Gießen (Stephanstr. 27 p), 23. Dezember 1922 UL Gießen, 22. Dezember 1922 Steinbach b. Gießen, Weihnachten 1922 LULL Statt Karten Lollar Steinbach, Weihnachten 1922 D LUV. UL Statt Aorten Statt Aorten Verlobte Gießen Gießen (Arvfdorfa Str. 32), 23. Dezember 1922 Lollar, Weihnachten 1922 ÜÜ& LLL Tilly Rau Karl Müller Elisabeth Hoß Karl Frey Auguste Schäfer Robert Brücke! Anna Größer Anton Haas Verlobte Auguste Faber Richard Luh Verlobte r Anna Battenfeld Karl Dick Anny Kasper Anton Balzer Verlobte Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Professor Dr. Karl Kalbfleisch Hedwig Kalbfleisch geb. Hübner Mariechen Schäfer Heinrich Hahn Verlobte Elisabeth Kraft (Emil Michel Verlobte Ihre Verlobung zeigen an Anny Döckner Fritz Dickorä Die Verlobung mit An. 8. krallse erkläre ich hiermit für ausgehoben. Anna Kral Buddestraße 11. Rimbach (Oberhessen) Weihnachten 1922 Gießen/Nleder-Ingelheim Weihnachten 1922 Auguste Stettes C. Müdicken, Hauptlehrer Verlobte Gesangverein Heiterkeit. Weihnachtsfeier 8. Feiert an, nfldniüttnaö 4 llbt, auf Oer Eleülgsljöhe. Nur durch DthnL einflcf übrte Gäste haben Zutritt. „t.vn Der Vorstand. Altenstadt (Hessen) Weihnachten 1922 Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Anna Keßler Wilhelm Pitz Ihre Verlobung geben bekannt Emmi Freitag August Bessert Karl Simmer Berta Simmer geb. Forbach Vermählte Gießen (Marburger Straße 98), Weihnachten 1922 Ihre Verlobung geben bekannt Paula Löhr Karl Wallenfels Marianne Schmidt Karl Wendelin Rolhermel Verlobte Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Mize Scheel Heinz Erb t Anna Rausch Heinrich Dahmer Verlobte Heinrich Westecker Ottilie Westecker geb. Ruh! Vermählte Ihre Vermählung geben bekannt Carl Birnbaum Mariechen Birnbaum verw. Otto, geb. Henrichs Schmallenberg (Wests.) z. Z. Butzbach Weihnachten 1922 Dergwerk.Unterhof Gießen Leihgesterner Weg 51 Weihnachten 1922 Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Lina Ziegler Dr. Wilhelm Mühl Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Else Fillrnann Philipp Schweikhard Lehrer seine Aundschaft, seine Freunde und Bekannten zum Jahreswechsel beglückwünschen will wählt dazu am zweckmäßigsten eine Glückwunsch-Anzeige im Gießener Anzeiger? Bestellungen der Anzeigen für die Silvester- Hummer möglichst frühzeitig erbeten. Verlag des Wietzener Anzeigers. Montaa. 8. Fan.» abds. 7 llbr, eröffnen wir in der BezirkS- frfmk (Weslantaaej einen Anfänger- Lehrgang für Tomen und Herren. — Unter- I rnbtonclb 1000 l'it I Vlnmelbn anöerrn Niä». Haicukrua- Kaiferallee 22 ob. zu | Lentiiu des Un er- I riditß erbeten. ,w83v I Gaßeisv. Skeuogr.- Berein uon 1861 unö Damenuereln.®aöel6- 1 tetfler*. AliniKftraße 21 Gießen Nordanlage 7 Weihnachten 1922 tf Aorten Amalie Gremm Franz Kloß Verlobte Baiitr'schcr Scfanpcrctn 2. Fciertaa: NWMS- feler i in Der lurn fmlt. Auiana 5 Uhr. ginr Dittnlteb. haben Zutritt. 1. Feiertag, 10'/» vormittaaS: Vereinslokal und Probe. Als Verlobte grüßen Tilli Weidenhaus Gustav Kober Unler-Feldw. 3.»31. 15, 3. Aomp. Gießen Andernach a. Rhein Duddestraße 5 Toblenzer Straße 15 Weihnachten 1922 Ihre Verlobung geben bekannt Elsbeth Rau Karl Heck, Architekt Wolsstraße 4 AaiferaBee 38 Weihnachten 1922 Wiesbaden 25. Dezember 1922 Ihre Verlobung geben bekannt Mariechen Schäfer August Haas Aaufmann Ludwigstraße 21 Gießen Asterweg 50 Weihnachten 1922 Ihre Verlobung geben bekannt Else Kaiser Georg Neuraths Gießen Alein-Linden Riegelpfad 17 Frankfurter Straße 10 Weihnachten 1922 i Weihnachts feier 3. Feiertag, abcudS 77» llbr. Nur für Milalieder n bereu eru>nrt)fcne 8nmiltcnanncbörine GD.ÜIrbcikriJcrrin 2.8cirrtng,71/$lL, BcrcinSl. (Saal): MMiMlsselek SamStag,80.Tez., adcndS 8 Uhr, Statt Aorten Anna Becher Franz Henkel Verlobte \ Seltrtag, U Uhr: Zlühschovv^ ün Caf6 Ernst Lodwig 2.$elertaa, lO'Uijr: StÜÜfÖJODPSB im Ca!6 tiebstrelt Frankiunet Straße. iM)v Der Vorstand. Männer-Gesangverein Liedertafel 2. Felertaa. abenbü 7';» Uhr . Weihnachtsfeier im Eafs Leid. Nur clnnelnbcne Gäste buben Zutritt. Gießen, Dleichstr. 27 I Obenhausen Weihnachten 1922 Hauptversammlung. 2. Zeiettag: Weih- ülnachts- «z feier BooiShautz 7 llbr. 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G., Darmstadt Kommunale Landesbank, Darmstadt Direction der Discontogesellschaft, Giehen Handels- und Gewerbebank e. G. m. b. H., Gietzen Hessischer Bankverein, Gietzen Mitteldeutsche Crebitbank, Filiale Gietzen Gebrüder Heichelheim, Frankfurt a. M. Die Zeichnung bei den genannten Stellen ist offen bis 18. Januar 1923. Früherer Schluß und Zuteilung ist dem Ermessen der vorstehenden Banken üderlaffen. Die Einführung der Anleihe an der Börse zu Frankfurt a. M. wird beantragt werden. Gietzen, im Dezember 1922. Sleichstrom- Motoren 2 bis 15 P.S. zu kaufen gesucht. Schrift!. Angebote unt. 10950D an d. Gietzener Anzeiger. wie: MMM. WllNlWen, MMOWM, WÜMWM * 3. Jan. 7. Febr. 6. Jan. 14. Feh*. 17. Jan. 28. Febr. >< JJ Bä w sowie Grundslüeke aller Art gegen bar zu kaufen gesucht. Offerten an H. ElooS, Immobilien, Regelmässige Verbindung von Bremen über Southampton. Cherbourg nach New York durch die prachtvollen amerikanischen Regicrungsdampfer der United States Lines NÄCHSTE ABFAHRTEN) Die vor einiger Zeit von uns gemeinschaftlich mit anderen Banken zum Verkauf gebrachten Mk. 100000000.— obiger Anleihe sind inzwischen ausverkauft Die Provinz hat den Anleihebetrag auf Mk. 200000000.— erhöht Wir bringen daher weitere Mk. 100900000 - zum Kurs von 98% zum Verkauf. Norddeutscher Lloyd Bremen Original-Gisßrner Oefen und Herde, Gasherde werden für jede- Brennmaterial In drei Giöiren n. i>arden anaeferitpt. Wo nicht erdältlich, uerl man direkt Angebot von h. Schön ChiscMetirita zu kaufen gesucht. 12170 „LITERA“ Darmstadt. BEKLUI WS GIESSEN Unt d. Linden 1 Th. Loos, Kjrchenplatz Bo öeloiame iE färm?lneB[|llanteii.(5olö'.5jW?r- M Mil-SegkliWSe. Hütet, ptismen-getagläfer, öoUüranö- lli|tel9iDleBnfll.3öünenJetil|le hküWUemWMUelS? Bei Georg Koch Uhrmaoierei und GOelnieiülloerwertang Mühlstratze 2 MN her MntzMM. (Brot. 1894. Reelle fachmännische Bedienuna. 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Ergänzungsbeitrag für 1922; d) an ben Verband Hess Ver- fthrsvereine, Sitz Auerbach statt 50 Mk. 100 Mk.; neten= Versammlung erfolgte am 1. Juni 1919. In der Sitzung der Stadtverordneten am 14. Juni 1919 wurden die Mitglieder in ihr Amt eingeführt und von dem Vorsitzenden verpflichtet. Von den Stadtverordneten starb vor Amtsantritt ‘Äxnfbireftor Heichelheim am 17. Juni 1919. An seine Stelle trat Vautechnikrr Grobe. Infolge Verlegung seines Wohnsitzes schied am 4. Ottober 1919 Stadtverordneter Weift aus der Stadtverordneten-Versammlung auS; seinen Platz nahm Installateur Gvfr ein. Dor Ablauf ber Wahlzeit schieben durch Amtsniederlegung bie Stadtverordneten Otter am 23. Februar 1922 und Dr. Sommer am 1. Oktober 1922 aus An Stelle des erflgcnarmten trat Verkäufer Günther und an Stelle des lefrtgenormten Rentner Schwan in die Stadtverordneten-Versammlung ein. Während der abgelaufenen Wahlperiode erledigte bie Staotverordneten-Der-- fammlung in 70 Sitzungen 1634 Gegenstände. 15 Deputationen erledigten in 714 Sitzungen 4882 Gegenstände 19 Ausschüsse unb Kommissionen ertebigten in 667 Sitzungen 7235 Gegenstände. Schon äufrerlich ergibt sich aus diesen Zahlen, mit wie grobem Fleth die Stadtverordneten-Der- sammlung an der Arbeit gewesen ist. Bedeut! man ferner, wie verwickelt und schwierig bei der Lage Deutschlands seit Kriegsende bas öffentliche Leben sich gestattet hat, erwägt man, welche Einschnürungen bie städtische Selbsttrerivaltung durch Reich und Staat teils begreiflicher- teils unbegreiflicherweise in den vergangenen Jahren erfahren hat, so wird vollends deutlich die gewaltige Arbeit, die von ber Stadtverordneten- Versammlung in der abgelaufenen Wahlperiode geleistet worden ist. Ich spreche den Stadtverordneten für diese fleiftige, opfervvlle unb verantwortungsvolle Tätigkeit namens der Stadt Unter dem zreiheittbaum. Roman von Clara Di« big. *) (Rachdruck verboten.) 1. In« Gäbchen »Sieh um dich" läuten die grofren Glocken der Stadt Bon der Pelllnger Höh' unb dem Franzens knüppchen, von dem einst Franz von Sicfmgen die Stadt beschossen, vom Grünberg durch die traubenbeftängten Reihen der Rebstöcke herab, dröhnt Äanonteren. Die Trikolore weht. Wehe dem Bürger, aus dessen Fenster nicht Fahnemuch flaggt: blauweiftrot! Die Männer tragen die dreifarbene Kokarde am Hut, bie Frauen haben sie an die Haube gesteckt. 2luf dem Hauptpunkt, auf dem Domfreihof, vor dem Iustizgebäude tn der Dietrichsgasse ragt ein Freiheits bäum - junge, schlanke Eichen von Eifelhöhen. Die unteren Aeste sind ihnen abge- ftutzt, die oberen mit breifarbenen Bändern umwunden, ihren Wipfel krönt eine Jakobinermütze. Durchs Gäbchen .Sieh um dich" windet sich ein langer Zug; durch die Glockenstrafre. über ben Warft, durch die Fleische zur Qlagelgaffc. Munizipalität unb Geistlick^eit, Professoren unb Studenten, Vorsteher aller Remter, Lehrer,Zünfte, Schulknaben und »mädchen, hervorragende Bürger und Stadtmusikanten, alle Beamte von Stabt unb UmfreiS ziehen hinter berittenen Chasseurs zum Dekadensaal. Trompeter blasen schnetternd, Tambours wirbeln dröhnend, Waisenkinder singen Sllenb. Soldaten zu Fuft, Soldaten zu Pferd; mgfrauen, bekränzt unb in weiften Kleidern, •) Die Buchausgabe ist kürzlich bei der Deutschen Verlagsanstatt in Stuttgart erschienen. D. Schctftttg. schwenken Rosengirlanden zwischen sich, hohe Herren in schwarzseidenen Mänteln lassen drei lange Federn vom Hute wehen. Viel neugieriges Volk rund herum: Dauern im blauleinenen Kittel der Eifel, Mädchen, im festgeflochtenen, wasser- Sten Haarnest ben blanken Anschrldspfeil. Gasser, von denen man nicht weift, woher und wohin. Dazwischen Männer mit Zieaen- bäiten, denen man'S ansieht, wie sie beißen: Hrrzchen Rosenblatt, Wohses Mohnsam, Mendel Löw, Afrvm May, Itzig Rick>el, Leib Süfrllnd. And über allem ein Himmel tiefblau und schwer. Trier feierte am 1. Vendemiaire des Jahres V. (22. September 1796) des Fest ber Grün- bung ber französischen Republik: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit! Im Dekadensaal, dem einstigen Prvmotio.ns- faal der ilni&erfität, war eine Pyramide errichtet. Darauf stand eine weibliche Statue, das Symbol ö«r Republik, sie hielt in der hängenden Rechten das Bündel Stäbe mit dem herausragenden Bell, ihre, Linke hob euren Speer empor, an dem die Freiheitsmühe steckte. Huldigend verneigten sich ivie In Prozession an ihr Dorüberziehenden. Aber manch Srterer Auge blickte mit Schaudern. ®a stand zur Seite ber Republik noch so ein Weibsbild, mit Helm und Lanze, aber sonst nackt, unb das streckte gegen einen Priester, ber im t>mat zwischen kirchlichen Insignien und helligen Gefäßen am Sockel der Pyramide zu sehen war, die Zunge heraus, und bacchantische Kinder, splrnterfafemackig, trampelten auf dem Kurhat und auf 4 lern erzbischöflichen Kreuz mit bem Pallium herum O Clemens Wenzeslaus, Kurfürst von Trier, wenn du bas sähest I Doch gut, dah du nicht mehr hier bist, dachte manch Trierer Herz. Man hatte ihm manches verpacht, bem ©loben wärmsten Sani aus unb verbinde damit für jeden einzelnen Stadtverordneten die Anerken- nung, daft er nach bester Kraft und ticberyugung mit selbstloser Hingabe in gerechter Weise an dem Geschicke der Stadt Gieften mitgewirft hat. Diesen Dank bringe ich insbesondere denjenigen Stadtverordneten zum Ausdruck, die bei der kürzlichen Reu wähl der Stabtoerorbncten-Cßcrfammlung nicht mehr kandidiert haben, deren Tätigkeit als Stadtverordneter somit heute zum Abschluß kommt. Die Stadtverwaltung bedauert, auf die Mitwirkung dieser Stabtucrorbneten fernerhin verzichten zu müssen; sie bedauert namentlich bafr das bienstätteste Mitglied der Stadtterordneten-Der- sammlung, Herr Dr. Ebel, ber seit 1925 ununterbrochen der- Stadtverordneten-Versammlung an- gehört, ihr künftig seine Kraft nicht mehr widmen wirb. Als Sohn unserer Stadt unb bauernd in Gieften wohnhaft, hat Herr Dr. Ebel seine Vertrautheit mit den örtlichen Verhältnissen unb seine reiche Erfahrung volle 17 Jahre lang als Stabtverorbneter in den Dienst der Stadt Gieften gestellt. Die Stadtverwaltung schuldet ihm besonderen Dank dafür, bafr er sie während der Kriegszeit durch Ucbernabme ber Leitung ber städtischen Kriegsfürsorge unterstützt unb diese schwierige Aufgabe mit Wohlwollen unb ®e- rochtigkeit in ausgezeichneter Weise gelöst hat. Meine Damen unb Herren I Wenn ich diese letzte Sitzung ber Stadtverordneten-Versammlung hiermit schürfte, so geschieht es mit bem Wunsche, bafr den aussch.'idenden Stadtverordneten mit dem Bewusstsein treuester Pflichterfüllung eine freundliche Erinnerung atz. ihre öffentliche Wirksamkeit ali5 Stadtverordnete sich verbinden möge, unb bafr die verbleibenden Stadtverordneten mit gleichem Eifer unb Erfolg, wie bisher, auch in ber kommenben Wahlperiode ihrem Amt sich hingeben mögen. Stadtv. Prof. Dr. Ebel dankt für die freundlichen Dankesworte. Denn er hier zum letztenmal spreche, so dürfe er wohl ein paar 7'Vorte von sich selbst sagen. Gr scheide nicht leichten Herzens aus diesem Saale, sondern hier lasse er ein Stück seines Lebens zurück. Seine besten Jahre habe er der Tätigkeit für die Stabt Gießen gewidmet. Sein Rücktritt sei nicht mrs Angst vor der groben Arbeit geschahen, die jetzt ein Stadtverord-reter zu leisten habe, sondern lediglich des halb, weil er eine weitere Tätigkeit als SlaötbcrDebnetet neben seinen umfangreichen Amtspflichten nicht mehr leisten könne. Der Wiberstreit der Pflichten sei es, der chn zum Verzicht auf eine Kandidatur gezwungen habe. Er danke allen Stadtverordneten für die vielen Freundlichkeiten, die er in dieser Zeit seines Wirkens von ihnen erfahren habe. Er habe sich immer bemüht, sachlich zu sein unb irach bestem Können unb Wissen zu arbeiten. Seine Sachlichkeit 'habe auch Anerkennung gesunden durch einen politischen Gegner, und diese Bestättgung sei fein groftter Stolz. Wenn er jetzt scheide, so habe er den Wunsch: die künftige Stadtverordneten- Versammlung möge immer opfer- und arbeits- fteudige Männer finden und verschont bleiben von solchen, deren Triebfeder nur Eitelkeit oder persönlicher Eigennutz sei. Möge eine reine Sachllch feit das Kennzeichen ihrer Beratungen sein und möge Einigkeit herrschen, die wir nn deutschen Vaterland so bringend nötig brauchen. Wenn wir einig sind, bann wirb es mit Deutschland unb damit auch für Gieften wieder in bie Höhe gehen. (Beifall.) Schuft ber öffentlichen Sitzung. Die Nolhilse Hessen im Landkreise Gießen. Aus Einladung des. Kreisamts farrden in den beiden letzten Wochen in Gieften. Lich, Hungen und Grünberg stark besuchte Versammlungen ber Bürgermeistereien, Schulvorstände, Pfarrämter, sowie weiterer Dertrauenspersonen aus bem Kreise statt, in denen der Referent des Kreisamts die Grundgedanken der Rothilfsaktion unb bie für den Kreis geplante Organisation/ näher erläuterte. Hieran schlofr sich eine rege Aussprache über die zur Färberung der Hilfsaftion einzuschlagenden Wege. Wie bereits früher betont, soll sich die Sammlung auf Geld unb auf Raturalien erstrecken. Die in einer Gemeinde gesammelten Mittel sollen in erster Linie zur Linderung ber örtlichen Rot verwandt und erst etwaige Lieberschüsse den Bedürftigen in an beten Dezimen zugeführt werden. Allgemein wurde betont, daft es eine Ehrenpflicht gerade derjenigen Gemeinden sei, die bireft unter der Rot weniger schwer leiden, troh- bem nach Kräften zu dem Hilfswerk beizusteuern, mens Wenzeslaus. Wenn der nicht versippt gewesen wäre mit dem französischen Königshaus, nicht allzu gastlich ben emigrierten Adel und die verpönte Geistlichkeit Frankreichs im Kurfürstentum aufgenommen, es seinen Reffen, den Brüdern Ludwigs XVI., nicht erlaubt hätte, zu Koblenz einen Hofhalt einzurichten mit allem Trara, wer weift, ob bann das Land nicht verschont geblieben wäre vorn Mist! rauen und der Rache ber Republik Run muhte man leiden, selber ganz unschuldig, aber Clemens Wenzeslaus, der dicke Hasenfuft, der, war geflohen. Unb doch es hatte sich lange Zett fröhlich gelebt unterm Kurhut; der Krummstab war ein mildes Zepter gewesen. Weift Gott, wenn der Clemens Wenzeslaus heute wiederkäme, man würde sich wiederum einspannen vor seinen Wagen anstatt der Pferde, wie im Hahr 93 des allen Kalenders zu Koblenz geschehen war, nach des Kurfürfften Rückkehr von feiner erftet Flucht. Unb zärtlich würde man rufen: „Kommen Eure kurfürstliche 'Durchlaucht doch wieder in den Schob Ihrer treuen, nach Höchstihnen sich so timigft sehnenden Untertanen zurück, schenken Höchst sie uns den Segen Höchstihrer Rähel" Das Volk hatte Vivat geschrien unb „noch fufzig Hoahr!" Doch nun war das erst drei Hahr her und alles, alles schon so ganz anders! Man rmiftte nicht, ob man lieben oder hassen sollte, und wo unb wen. Wie war auch den Bürgern mttgespielt worden seitdem! Es war nicht einmal im Hahre 92, als die Kaiserlichen mit den Franzosen sich um Trier herumbalgten unb von ber Pelllnger Höh' aus di: Stabt beschossen würbe, ganz so schlimm gewesen. Freilich harte Zett auch da. DaS Herz hatte sich dem anständigen Menschen, der sein Vaterland liebte, umgedreht, wenn er'S erleben muhte, bafr Soldaten, die wie Plunder- Samstag, 25. vezemver 1922 um damit ben bebrängten Volksgenossen tn an-- deren Gemeinden wirksam Hilfe bringen zu können Die Sammlung soll ohne jeden Unterschied des politischen, winschastlichen, religiösen oder konfessionellen Slandpunttes erfolgen, alle Volksgenossen, bie in ber Lage sind zu helfen, sollen helfen, unb allen, die tn Rot sind, soll, soweit möglich, geholfen werden. Zu diesem Zwecke ist eine weitgehende Dezentralisation nötig. In allen Gemeinden sollen sich Hilfsausschüsse aus paritätischer Grundlage bilden, bie bie Sammlung und Verteilung der Gaben tn bie Hand nehmen. Um ein engeres Zusammenarbeiten ber einzelnen Ausschüsse und einen Ausgleich ber vorhandenen Mittel schon im kleineren Bezirk zu ermöglichen, würbe angeregt, bafr sich aus den einzelnen Ortsausschüssen je ein DezirkSauSschufr etwa für bie zu einem Amtsgericht gefrörenben Gemeinden bilden möge in bem gemeinsame Fragen besprochen unb Erfahrungen ausgetauscht werden können, und durch besser Ermittlung bereits ein Ausgleich der auskommenden Mittel erfolgen tonn. Die Bürgermeistereien Lich, Hungen, Grünberg unb Wie- feck (letztere für ben Bezirk bes Amtsgerichts Giefren-Land) bzw. bie dortigen Ortsausschüsse erklärten sich bereit, an die Spitze dieser DezLrks' auSschüsse zu treten. Für den aanzen Krei« soll bann noch em gröberer HilssauSschufr gebildet werden, ber über wichtigere Fragen allgemeiner Datur zu hören ist. Die Mitteldeutsche Creditbank in Gieften hat sich bereit erklärt, Geldbeträge bie auf das Konto .Roth11fe Hessen Landkreis Dieben" eingezahtt werden, anzunehmen und zu verwatten, ebenso sind die anderen im Kreise vorhandenen Bankinstitute gebeten worden, sich in ben Dienst ber guten Sache zu stellen. Bei ber Wichtigkeit der Angelegenheit für unser ganzes Voll unb bem Interesse, das ihr von ben verschiedensten Seiten entgegengebracht wurde, ist zu hoffen, haft es den vereinten Anstrengungen aller Kreise unseres Volles gelingen möge, das äcknterstühungswerk so auszugestalten, wie eS gedacht ist, nämlich zu einem Hilfswerk der ganzen Volksgemeinschaft für die bedrängten Kreise ber Voltsgesamtheit. Wegen etwaiger Gmzelhetten werden die örtlichen Ausschüsse gern weitere Auskunft geben. Aus dem Amtsverkündignnasblatt. * Das AmtSverkündtgungSblatt Rr. 126 vom 22. Dezember enthält: Wahlen zum Provinzialtag. — KreiStagswachlen. — Verordnung, betreffend Aufkauf von Butter unb Käse. — Bekanntmachung, betreffend die Versorgung mit Frischmilch. KirchNche Nachrichten. Evangellsche Gemeinden. Gieften. Sonntag, 24. Dez. (4. Advent). Stadt- ktrche. 97,: Plarrass. Decker. 3'/.: Weihnachtsfeier d. Kinderk. d. MarkuSgern.: Pft. Decker. 47,: Weihnachtsfeier d. Kinderk. d. WatthäuSgem., Derb, m Christvesper: Pft. Mahr. IohanneSkirche. 9V,. Pfarrass. Delp. 27«: Weihnachtsfeier d. Kinderk. b. LukaSgem.: Pft. DechtvlSheimer. 37«: Weihnachtsfeier d. Kinderk. d. Ho Hann es gern.: Pft. AuSseld. 5: Christvesper (zugl. MUitärgotteSd.): Pft. AuS- felb. — 1. Weihnachtstag, 25. Dez. StadMrche. 97,: Pft. Mahr. Deichte u. Abendmahl f. Matthäus- u. Markusgem. 5: Pft. Decker. IohanneSkirche. 97.: Pft. Dechtolöheimer. 5: Pft. Ausfeld. — 2. Weih- nachtStag, 26. Dez. StadMrche. 97,: Pft. Decker 5: Pfarrass. Decker. IohanneSkirche. 97,: Pft.Ausfeld. Beichte u. Abendmahl f. Lukas- u. Iohannes- gem. 5: Pfarrass. Delp. — Sonntag, 24. Dez. Kirchberg. 10. Mainzlar. 6. Lollar. 8. — 1. Weihnachtstag, 25. Dez. Kirchberg. 10. 11: Hl. Abendm. f. Staufenberg. 47,. — 2. Weihnachtstag, 26. Dez. Kirchberg. 10. 4: Kindergottesdienst. — Wieseck. 24. Dez. 10, 11: Kinderk. — 25. Dez. 10 u. 57,. 26. Dez. 10, 57,: Weihnachtsfeier d. Kinderk. Katholische Gemeinden. Gieften. .Samstag nachm. 5 u. 8 Beicht. — Sonntag vorm. 6", Beicht, 7 Messe, 8 Komm., 9 Hochamt m. Pr., 11 Messe m. Pr, nachm. 57, Andacht, 5 u. 8 Deicht. — Montag, Weihnachtsf. 5 Deicht, 5 Ehrifl- mette, 6 Messe, 7 Messe, 8 Komm., 9 Hochamt m. Pr 11 Messe m. Pr., nachm. 5 u. 8 Beicht, 57, Vesper m. Segen. — Dienstag, St. Stephanus. 67, Deicht, 7 Messe, 8 Komm., 9 Hochamt m. Pr., 11 Messe m. Pr. — Grünberg. Sonntag 97, u. Dienstag 97,. — Sonntag, 24. Dez. Lich. '',8 u. 7,3. Hungen. 7,10 Uhr. Montag, 25. Dez. Lich. 5, 10 u. 7,3. Hungen 7 Uhr. früh. — Dienstag, 26. Dez. Laubach. 7. Hungen. 7,10 Lich. 7,3 Uhr. mähe aussahen: die einen in Hüten, die anderen in Kosteten, diese in Pelzmützen, jene in Dauern- kappen, mancher im Lernen kittet und diele im Wollenkamisvl, wenige nur in regelrechter Uniform, die meisten ohne Strümpfe In durchlöcherten Schuhen, bafr die Sieger wurden. Sieger über die Truppen der Oesterreicher, Preu ft en und Stonbedfalber, die, wenig zuvor nur, schmuck wie zum Ball ausgezogen waren in bie Champagne zum Spaziergang nach Parts. Wehe, welche Tage in Triers Mauern! Ot Rächten, in denen man nicht schlafen konnte, sah man wiederum diese schmucken Truppen aus rucken und bann, wiederkehrend, die Stadt durchflüchten wie irre Träume. Don Tausend waren Hunderte tot. -Unb abermals Hunderte tn wenigen Wochen, durch strömenden Regen ohn' Unterlaß, durch Hunger unb Kot zu wankenden Schatten geworden, die aufs Pflaster hinsanken, nicht mehr aufsteh«' wollten. Im „Äraftnen“ schiffte man die Flüchtenden ein; was an Schiffen und Kähnen zu haben war, wurde requiriert. Die Mosel hinab, das war die Losung. Wer noch laufen konnte, lief auf eigene Faust — nur fort, fort! Aber viele Krümmungen macht die Mosel, tn unendlichen Windungen umschlängelt der Flufr felssteile Berge von allen Seiten; wer weift, wie viele, um ab zukürzen, die Fluftstrafre verkiefren und sich auf unkenntlichen Höhenpfaden verstrickten ins Dickicht noch ungelichteter Wälder unb, todmüde babin» stolpernd, verloren gingen In entlegenen Köhlerhütten. Geforscht wurde nach keinem Der lorengegangenen, ein einziges Menschenleben war heute so gut wie gar nichts. Blut war tn der Mosel, unb Seuche und Hunger an beiden Ufern unb wenig Barmherzig kett. (Fortsetzung folgt.) bet SehSrdliche Anzeigeu« geordnet: 10983B zu belegen. strafe anzuwenden ist. [10992B II. Klaffe ca. I. Wird eine andere als die gesetzliche Miele (RMG. § 1) vereinbart, so ist die Höhe des Mietzinses von dem Vermietei- binnen zwei Wochen nach dem Abschluß bei- Vereinbarung dem städtischen Wohnungsamt nach den von diesem zu erlassenden näheren Bestimmungen auf vorgeschriebenem Vordruck anzuzeigen ; Mietzinsvereinbarungen, die in der -Zeit vom l.Iuli 1922 bis zur Veröffentlichung dieser Anordnungen getroffen worden sind, sind binnen zwei Wochen, von der Veröffentlichung der Anordnungen an gerechnet, anzuzeigen. Art. 13 ADO. II. Jeder Vermieter hat binnen vier Wochen nach der Veröffentlichung dieser Anordnungen dem städtischen Wofr° irungsamt nach den von diesem zu erlassenden näheren Bestimmungen auf vorgeschriebenem Vordruck anzuzeigen, was ihm über die Höhe der das Haus betreffenden Friedensmiete (Mietzeit ab l.Huli 1914) bekannt ist. III. Zuwiderhandlungen gegen die Anzeigepflicht in Absatz I und II werden nach § 23 RMG. mit Geldstrafe bis 100 000 Mark oder mit Haft bestraft. §2. Art. 2 Ms. 2 ADO. Der Wert der bei Berechnung der Grundmiete von der -Friedensmiete ab» zurechnenden Nebenleistungen (Artikel 2 Absatz 2 AVO.) wird im Streitfälle von dem städtischen Mieteinigungsamt auf Antvag eines Streitteiles endgültig festgesetzt. des Hauses zur Bescheinigung der, Gießen, den 21. Dezember 1922. Kenntnisnahme vorzulegen. Die Der-s Der Oberbürgermeister. J.V.:l)r. Rosenberg. in Losen werden. SFstm. 58 „ 152 „ 291 „ 323 „ HO „ 6 „ 2. Für Wäsche: jährlich 10 Prvz. des Wertes, der sich aus dein Mittel des seinerzeitigen Anschafsungswertes und jetzigen Derkaufswertes ergibt, sowie den Kosten an Arbeitslohn und Waschmitteln für das Waschen. 3. Für Licht und Heizung: die nachweislichen Selbstkosten. 4. Kür Bedienung im Monat: Betrag des zehnstündigen ortsüblichen Lohns einer Putzfrau für den ersten und ben Betrag des fünfstündigen Lohnes für den zweiten und jeden folgenden Raum. 5. Für Verpflegung kann zu den Selbstkosten ein Verdienstzuschlag bis zu 20 Prvz. berechnet toerben. §9. Vorstehende Anordnungen treten mit Wirkung vom 1. Juli 1922 in Kraft. Gießen, den 16. Aovbr. 1922. Der Oberbürgermeister. 3. D.: Dr. Seib. 3. Srnatentiifl der HerzungSar Sammelheftung und Warm AMlNWW m Mm des IMsllllekeWskM. Vom 16. November 1922. Auf Grund des Neichsmietengesetzes (RMG.) vom 24. März 1922 und der Hessischen Ausführung^ - Verordnung (ADO.) vom 13. Juni 1922 wird für den Bezirk der Stadt Gießen folgendes an- Sämtliches Holz ist auf gearbeitet, sowie - mit Ausnahme der Derbstangen — ent, rindet. Das Stammholz ist ohne Rinde gemesten und, soweit erforderlich, an die Abfuhrwege gerückt,- die Derbstangen sind sämtlich mit Rinde gemessen und liegen an den Abfuhrwegen. Loseverzeichnis und Dersteigerungs- bedinaungen können gegen Einsendung von 40 Mark von hier bezogen werden. Die Versteigerung findet am Freitag, dem 5. Januar 1923, vormittags 10'' Uhr beginnend, in der hiesigen Gastwirtschaft „Liebiashöhe" (Straßenbahn rote Linie, Endpunkt) statt. Wegen Besichtigung des Holzes wen5e man sich an die obengenannten Förster. Nähere Auskunft erteilt auch die Oberförsterei Gießen. 10965B fvrgung. 4. Kanalaufbrüche, Beseitigung unter» irdischer Nohrbrüche, Freimachung verstopfter oder verwurzelter Kanalrvhre, Erneuerung von Klosettschüsseln und Spülkasten, Waschkesseln. Ausgußbecken und Wassersteinen, Sinüästen. 5. Erneuerung der Herde und Oefen, der Gas». Wasser-, Elektrizitäts» oder Klingelleitungen und der Blitzableiter. 6. Beseitigung von Hausschwamm, Erneuerung von Balkenlagen und Fußböden, Erneuerung bar Fußsteig-- beläge, Hofbefestigung, Einfriedigung. 7. Alle größeren Erd-, Pflasterer-, „ Hl. „ IV. u Va Vb Fichtenderbstangen I. „ II. sprechender Vermerk einzutragen. Die Anzeige ist den derzeitigen Mietern des Hauses zur Bescheinigung der Bekanntmachung. Anter Bezugnahme auf die Anordnung des Oberbürgermeisters zur Aus- fuhrung des Neichsmietengesetzes vom 16. November 1922 werden alle Vermieter von Wohnungen aufge- fvrdert, späte ft ens am 19. Januar 192 3 dem Städt. Wohnungsamt, Asterweg 25, anzuzeigen, was ihnen über die Höhe der Friedensmieten der Wohnungen bekannt ist. Die Friedensmiete ist die Miele, die für die mit dem 1. Juli 19 14 beginnende Mietzeit zu zahlen war. Gleichgültig ist es, ob die Miete im voraus — also am 1. Juli — ober nachträglich — etwa am 1. Oktober für das vorhergehende Vierteljahr — gezahlt werden mußte. Zu der Anzeige ist der vorgeschriebene Vordruck zu verwenden. Abdrücke sind im Stadthaus Dergstr. 20 (Auskunstsstelle), Stadthaus Gartenstr. 2 (Zimmer 9) und int Städt. Wohnungsamt, Asterweg 25 (Zimmer 1) erhältlich. Wenn einem Vermieter die Friedensmiete einer oder mehrerer Wohnungen nicht bekannt ist, so ist gleichwohl die Anzeige zu erstatten und in dem Vordruck ein ent- Dampf, Preßluft usw. Die nachweis- lichen Kosten sind anteilig auf die Benutzer umzulegen. III. 3m Streitfälle entscheidet das städtische Mieteinigungsamt enbgüüig über die Umlegung. §4. I. Zu den laufenden 3nstandsetzungs-- arbeiten gefroren nicht: 1. Die in § 5 bezeichneten großen In- ftandsehungsarbeiten. * 2. Ausputzen. Verkitten und Schwärzen der Oefen und Herde, die Unterhaltung der den Mietern überlassenen Gärten und der Sicherungen innerhalb der Wohnung, die hinter dem Zähler sitzen. Die bezeichneten Arbeiten hat der Mieter auf seine Kosten ausführen zu lassen. II. Der Festsetzung des Zuschlags für laufende 3nstandsehungsarbeiten ist die Annahme zugrunde gelegt, daß vollständige Herstellung erforderlich ist bei: 1. Kücheit nach 8 Jahren. 2. Wohn- und Schlafzimmern nach 14 Jahren. 3. Fluren,Aborten..Badezimmern, Speisekammern nach 15 wahren. III. Die Instandsetzungsarbeiten sind m allen Wohnungen gleichmäßig, ent- fpr^hend der Höhe der Instandsetzungszuschlage, für jede Wohnung auszuführen. §5. Art. 5 ADO. Ms große Instandsetzungsarbeiten SIten außer den in tz 5 des NMG. und rt 5 ADO. aufgeführten Arbeiten fol-- 1. Erneuerung und teilweises -Umdecken des Daches, Erneuerung der Dachrinnen und Abfallrohre, Neu verputz und Anstrich des Hauses,oder einer Hausfront — sowie Erneuerung bet Schindel-, Bretter- und Ziegelbrklei- düng — und die damit verbundenen Maurer-, Zimmerer-, Klempner-, Schreiner- und Weihbinderarbeiten und Erneuerung der Schornsteinköpfe. 2 Verkitten und Qlnftreicfren sämtliche«: Fenster und Läden sowie ihre Erneuerung. Maurer-, Steinbauer-. Zimmerer- imd Schreinerarbeiten, die zur Erh.fl- > tung des baulichen Zustandes des ganzen Anwesens erforderlich sind. 8 6. Art. 6 ADO. I. Die Instandsetzungsstelle wird gebildet: a) von dem jeweiligen Leiter des Stadt - bauamts ober seinem Stellvertreter ober einem von dem Oberbürgermeister bestimmten beamteten Hochbaufachmann als Vorsitzenden. d) einem Vermieter als Beisitzer, c) einem Mieter als Beisitzer. Der Oberbürgermeister bestimmt aus von den Mieter- und Vermieter-Organisationen einzureichenden Vorschlagslisten von je 24 Mietern bzw. Vermietern je 8 Mieter- und Vermieterbeifiher. Die Reihenfolge der Teilnahme an den Sitzungen wird durch das Los festgestellt: die nähere Regelung trifft der Oberbürgermeister. Die Instandsetzungsstelle wird dem städtischen Mieteinigungsamt angegliedert: die laufenden Geschäfte außerhalb der Sitzung führt der Vorsitzende. H. Die Instandsetzungsstelle hat die im 8 7 Abs s, Sah 4 des RMG. vorgesehene Entscheidung zu treffen. Art. 14 ADO. HL Die gemäß § 8 RMG. der Gemeindebehörde zustehenden Befugnisse werden durch das Stadtbauamt (Bau- polizeiamt) ausgeübt. §7. Art. 7 ADO. J. Gemäß Beschluß der Stadtverord- neten-Dersammlung vom 1. Dezember 1922 werden für Häuser mit weniger als drei Mietwohnungen Hauskonten nicht eingerichtet. Die Mieter haben in diesen Fällen bei Zahlung der gesetzlichen Miete den Zuschlag für große Instandsehungsarbeiden an den Vermieter zu zahlen. II. Die Einrichtung und Verwendung .des Hauskontvs ist durch Ortssatzung geregelt. 8 8. Art. 11 ADO. I. 'Die Untermiete setzt sich zusammen aus: 1. dem monatlichen Mietwert für den leeren Raum unter Derücffichtigung seiner Lage und baulichen Ausstattung, seines Flächeninhalts und des Mietwertes der ganzen Wohnung, 2. Zuschlägen für HeberlafTimg von Sin- richtungsgegenständen, Licht, Heizung, Bedienung usw. II. Für die Berechnung der unter l 2 genannten Zuschläge werden folgende Richtlinien festgesetzt: 1. Für Einr ich tung sgegenstände: jährllch 5 Prvz. des Wertes, der sich aus dem Mittel des seinerzeitigen Anschaffungswertes und des jetzigen Der- kaufswertes der Gegenstände ergibt. Gießen, den 21. Dezember 1922. Theaterbauverein. ______Der Oberbürgermeister._______ Bekanntmachung. Betr.. Vergnügungssteuer. Es liegt Veranlagung vor, auf die Einhaltung des 8 4 der Ortssatzung über die Erhebung der Vergnügungssteuer vom 4. März 1922 hinzuweisen, wonach jede steuerpflichtige Veranstaltung, wie Tanz, Konzerte, Vorttäge, Theater-Vorstellungen usw., mindestens 1—2 Tage vor der Veranstaltung bei der Vergnügungs- fteuerftetfe — Stadthaus Bergstraße 20, Zimmer Nr. 13 — anzumelden ist. Zu dieser Anmeldung ist neben dem veranstaltenden Verein usw. auch der Inhaber des Lokals verpflichtet. Letzterer darf dann erst die Abhaltung einer steuerpflichtigen Veranstaltung zulasten, nachdem ihm die von der Vergnügungssteuer» stelle ausgestellte Anmelde-Bescheini-- gung vorgelegt worden ist, auch haftet er neben dem Veranstalter für den Eingang der Steuer. Für versäumte Anmeldungen wird nach § 14 6er erwähnten Ortssatzung ein Zuschlag von 25 °/„ erhoben, falls nicht die nach § 24 angedrvhte Geld- § 1. 10 979B Art.l ADO. Gießen, den 21. Dezember 1922. Der Oberbürgermeister; Keller. Brotmarkenaus^abe. Donnerstag, den 28., und Freitag, den 29. Dezember 1922, findet in den bekannten Brotmarkenbezirken die Ausgabe der Brotkarten für die Zeit vom 1. Januar bis 1. April 1923 statt, und zwar für die Bezugsberechtigten mit den Anfangsbuchstaben A-K Donnerstag, den 28. Dezember L - Z Freitag, den 29. Dezember von vormittags 8-12 Uhr und nachmittags 2-6 Uhr. Der Bezirk 4 ist von Asterweg 9 nach Turmhaus am Brand verlegt worden. Ausgabe nur an Erwachsene und Kinder nicht unter 14 Jahren. Nicht rechtzeitig abgeholte Brotmarken können von Dienstag, den 2. Januar 1923, Asterweg 9, Zimmer 4, gegen eine Gebühr von Mk. 5, - in Empfang genommen werden. 10964B Gießen, den 18. Dezember 1922. Der Oberbürgermeister (Lebensmittelamt.) Bekanntmachung. §3. Art. 4 ADO. I. Unter die Betriebskosten fallen: Grundsteuern, Brandversicherungsbei- rrage, Haftpflichtversicherung, Wasserschadenversicherung, Kanalgebühren und Verwaltungskosten: ferner alle sonstigen öffentlichen Abgaben und Gebühren, die auf dem Hausgrundstück ruhen und ausschließlich von dem Vermieter erhoben werden. II. In den Betriebskosten sind nicht enthalten: 1. Wvhmmgsbauabgabe und Gebühren für Straßenreinigung und Müllabfuhr. 2. Wassergeld. Dieses wird auf die Hausparteien in der Höhe der nachgewie- fenen Kosten nach der Kopfzahl und - der Zafrl der Räume der Wohnungen nm gelegt; dabei ist der Wasierver- 1 brauch für Tierhaltung, Badeeinrich- hingen, für Gärten und gewerbliche * Betriebe besonders zu berücksichttgen. $ 3. Schvrnfteinfegergebühren. Diese werden entsprechend der Höhe der Miete für die einzelnen Wohnungen umgelegt. 4. Treppenbeleuchtung. Diese ist von den Mietern auf eigene Kosten zu bewirken. Bei Vorhandensein gemein- schafllicher Treppenbeleuchtung sind 'die Kosten anteilig von allen Haus- Parteien zu tragen. 5. Spiegelglasversicherung, Aufzüge, Abgabe von Wasserkraft, Ewktrizität, NutzhoIzversteigemng der Stadt Gießen. Aus den Waldungen der Stabt Gießen, und zwar aus den Forstwarteien Gießen 1 (Förster Brück, Rödgen) „ II ( „ Arft, ForsthausHochwart) n HI ( „ Geisel, Gießen) soll nachverzeichnetes Bauholz ' “ ' öffentlich meistbietend versteigert Fichtenstämme Mieter werden noch daraus h^n^ewiesen, daß eine baldige und richtige Erstattung der Anzeige wegen Festsetzung der Miete in ihrem eigenen Interesse liegt. Ein Vermieter, der die ihm obliegende Anzeige vorsätzlich nicht oder nicht rechtzeitig erstattet oder wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Geldstrafe bis zu hunderttausend Mark oder mit Haft bestraft. Gießen, den 19. Dezember 1922. Städtisches Wohnungsamt. Bekanntmachung. Stadttheater. Betr.: Theater-Abonnement. Die Einlösung der II.Hälfte des Theater- Abonnements für die Spielzeit 1922/23 geschieht an folgenden Tagen an der Kaffe des Stadttheaters (Eingang Neuen Bäue) von 10 bis 1 Uhr vormittags und von 3 bis 5 Uhr nachmittags. Für das Freitag-Abonnement: Am 28. und 29. Dezember 1922, und zwar für Sperrsitz und Logen am 28. Dezember, für 1. und II. Rang am 29. Dezember 1922. Für das Dienstag-Abonnement: Am 2. und 3. Januar 1923, und zwar für Sperrsitz und Logen am 2. Januar, für I. und II. Rang am 3. Januar 1923. Für das Mittwoch-Abonnement: Am 4. und 5. Januar 1923 und zwar für Sperrsitz und Logen am 4. Januar, für I. und II. Rang am 5. Januar 1923. Die zu diesen Terminen nicht abgeholten Abonnements können dann noch a.d.Tages- kaffe des Stadttheaters entgegengenommen werden. Letztere befindet sich an den oben angegebenen Tagen im Vestibül de? Stadttheaters. (Haupteingang von der Süd- anlage) Die fortgeschrittene Geldentwertung zwingt uns, die seitherigen Abonnementspreise mit einem Zuschlag von 200 % Bekanntmachung. Betr.: Errichtung einer ZwangS- Innung der Wagnermeister deS Kreises Gießen. Nachdem Anttag auf Errichtung einer Zwangsinnung der Wagnermeister des Kreises Gießen gestellt worden ist, fordere ich alle selbständigen Handwerker, die in dem genannten Bezirk das Wagnermeister- handwerk betreiben, auf, mir in der Zeit vom 20. Dezember 1922 bis 3. Januar 1923 mündlich ober schriftlich mitzuteilen, ob sie sich für ober gegen die Errichtung aussprechen. Die Abgabe der mündlichen Grllärung kann während des angegebenen Zeitraumes an Wochentagen von 9—12 Uhr vormittags * in den Dienfträumen des Kreisamts Gießen, Zimmer Nr. 1, erfolgen. Die Abgabe einer Aeutzerung ist auch für die Handwerker erforderlich, die den Anttag auf Errichtung einer Zwangsinnung gestellt haben. Nach Ablauf des obigen Zeitraumes eingehende Aeuherungen, sowie solche Erklärungen, die nicht erkennen laffen, ob der Errichtung einer Zwangsinnung zugestimmt wird oder nicht, bleiben un- berücksichttgt. 10962B Gießen, den 14. Dezember 1922. Der Kommissar: Kling. Referendar. Vorstehende Bekanntmachung wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Gießen, den 20. Dezember 1922. Der Oberbürgermeister: I. V.: Or. Fr ey. Mk. ww fielen Liebigftratze 16. Teleph. 2054. Kostenlose Arbeitsoermittelung und Be- russberatung für beiderlei Geschlecht, u. a. auch für Krieaerwaiseu und Kriegs- beschadtglenklnder. CS können eingestellt werden: r. bei hiesigen Arbeitgebern: Lehrlinge: 1 Friseur. 1 Backer, 1 Maler und Weissbinder, 2 Lackierer, 1 Ein- rabmer, 2 Schmiede, 2 Gartner, ein Buchbinder, 1 Schuhmacher, 1 Glaser, 1 Metzger. b.bei auswärtigen Arbeitgeber«: zwei landw. Knech e >n. Hauer, 1 verheirateter .Knecht mit alteren Kindern, 1 Schneider, 5 Metallsormer, 1 Autogenschweißer, 1 Spengler und Installateur, 3 Dreher, 2 Schlosser. ES suchen Arbeit: Schriftsetzer, Buchdrucker. 1 Schreiner, Kaufleute, Schreiber und Rersende, Backer, Hausburschen und Ausläuier, Maschinenschlosser, ein Maschinen - Ingenieur, Bauschlosser, Schuhmacher, l> Eine Dose Schuhpotx Nigrin levreid z. Weihnachtsfest macht der Hausfrau viel Vergnügen, denn etwas besseres gibt es ______________________________nicht. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde freute bezüglich der Firma Hamburger Engroslager, Alexander Salomon u. Co. Meßen eingetragen: Die offene Handels- gesellfchaft ist in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt. Dieselbecha4^m 1. Januar 1922 begonnen. Persönlich haftender Gesellschafter ist der Kaufmann Arthur Dreh- fuß in Gießen. Es sind 6 Kommandittsten vorhanden. Dem Kaufmann Emil Freund in Gießen ist Prokura erteilt Die Firma ist geändert in Modehaus Salomon Kommanditgesellschaft, Gießen. Gießen, den 15. Dezember 1922. 10976 B Hessisches Amtsgericht.________ Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. B wurde heute bezüglich der Spar- und Darlehenskasse, Akttengesellschaft zu Steinbach eingetragen: Für den verstorbenen Direttor Haas ist Jakob Krämer 11. In Steinbach zum Direttor gewählt. Als Konttolleur ist Otto Gerhard, als weiteres Vorstandsmitglied Ernst Karl Balser von Steinbach bestellt 109758 Gießen, den 20. Dezember 1922. _________Hessisches Amtsgericht__ Bekanntmachung. In unser Genossenschaftsregister ward« heute bei der Landwirtschaftlichen Bezugsund Absatzgenossenschaft e. G. m. b. H. zu Rieder-Bessingen folgendes eingetragen: Die Satzungen sind geändert. Die Haftsumme beträgt jetzt 500 Mark, lt Beschluß der Generalversammlung vom 9. November 1922. ' 11007D Lich, den 21. Dezember 1922. _________Hessisches Amtsgericht_______ Holzsubmission. Die Gemeinde Geilshausen verkauft im Wege schriftlichen Angebots nachverzeichnetes Holz: KieferN'Schnittholz 2. Kl. 6 St 5,95 fm ii » 3. „ 5 „ 3,92 „ KieferiuStämme 3. „ 25 „ 27,49 „ „ t> 4. „ 83 , 72,21 „ „ „ 5. „ 199 „ 109,11 „ Angebote find verschlossen nach Sortiment und Klassen mit der Aufschrift „Holz, submission" bis zum Mittwoch, den 27. Dezember, nachmittags 3 Uhr, auf der unter zeichneten Bürgermeisterei einzureichen, woselbst in Anwesenheit der erschienenen Bieter die Eröffnung erfolgt Die Verkaufs« bedrngungen werden vor der Eröffnung bekanntgegeben. Nähere Auskunft erteilt Förster Wallenfels. Geilshausen, 18. Dezember 1922. Hessische Bürgermeist erei Geilshausen. ____________Wagner.______10904V Brennholzversteigenmg. Mittwoch, den 3. Januar 1923, von vormittags H Ahr an werden in der Gastwirtschaft Ronthaler zu Langd aus der Försterei Langd, Forstort Hupp 12 (Webersrain), versteigert: Knüppel Rm. 11 Buche, 14 Siche, 5 Weichholz. Stammreisig Rm. 380 Buche, 15G Eiche, 20 Weichholz. Nähere Auskunft erteilt Herr Förster Büttner zu Langd. — Das Holz beliebe man vorher anzusehen. Es sitzt unmittelbar an der Hungen-Schottener Straße. Gichelsdorf, den 22. Dezember 1922. Hess. Oberförsterei Eichelsdorf. 11005V Bechtel. Kicfern-- Stammholz-Berkauf« Aus dem Gemeindewald Fellingshausen wird nachstehendes Stammholz auf dem Submissionsweg verkauft: Los 1: Echnittstämme, 11 Stück, 5—10 m lang, 34—37 cm mittL Durchm. . . . — 7,17 fm Los 2: Schnittstämme, 8 Stück, 5—12 m lang, 31—41cm mittL Durchm. . . . — 5,89 „ LoS 3: Stämme, 76 St., 6—18 m lang, 23—41 cm mittl. Durchm........— 45,02 # Los 4: Stämme, 37 öt, 4—20 m lang. 23—30 cm mitte Durchm........— 26,98 „ Los 5: Stämme, 85 St., 8—18 m lang, 15—22 cm mitte Durchm........— 33,55 „ Zusammen 118,61 fm Schriftliche Angebote sind auf jedes einzelne Los pro Festtneter bis zum 30. Dezember 1922, mittags 12 Uhr, mit der Aufschrift „Holzsubmission" auf der Bürgermeisterei zu Fellingshausen. Post Rodheim a. d. Bieber, einzureichen. Die Oeffnung der Angebote erfolgt am gleichen Tage, mittags IV, Ubr, in der Wirtschaft des Philipp Weber V. Zahlung mit ’/. beim Zuschlag, der Rest bis zum 1. Februar 1923. Auskunft erteilt Förster Wagner in Rodheim a. d. Bieber. Bedingungen können auf der Bürgermeisterei eingesehen werden. Fellingshausen, den 21. Dezember 1922 Der Bürgermeister. Muth. 10000D