Donnerstag, 2s. November 1922 Cunos Gefchäftskabinett. I Hessen, der die äußerste Rechte des Kabinetts Der Reichspräsident an die scheidenden Minister. Paris, 22. Rov. (WTB) Rach dem „Ternps" wird die Reparationskommission nunmehr nach der Bildung des Ministeriums Cuno die Frage erörtern, obderneueReichskanzler die Vorschläge seines Vorgängers aufrechterhalten wird. In diesem Falle werde die Reparationskommission unverzüglich die begonnenen Derhand-- - « • । lungen über die der deutschen Regierung zu er» der Deutscyen teilende Antwort auf ihre beiden Roten wieder ““ :"e " aufnehmen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v 27 mm Breite örtlich 8 Mk, auswärts 10 Mk. - für Reklame Anzeigen von 70 mm Breite 32 Mk. Bei Platz. Vorschrift 20 "/„Aufschlag Hauptschriftleiter: Aug Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Die Konferenz in Lausanne. Lausanne, 22. Rov. (WTB.) Die Frie- denskonferenz hat heute mittag folgen» des am tllche Communigue herausgegeben: 2*^ sür die territorialen und rnili- ta-tschm »ragen hielt heute morgen 10i/2 älhr leine erste Sitzung ab. Er begann mit der Prüfung Der europäischen Gren-e der Türkei. Is- me t P a scha forderte im Aamen der türkischen Abordnung für die Surfet die Grenze von 1913, uiDenx er die Gründe für diese Forderung angab. Er verlangte eine Volksabstimmung in West- rtzrazien. Auf Sinladung des Präsidenten erklärte Ismet Pascha, daß er später die notwendigen genauen Angaben über die Grenzen Westthra» zierrs machen werde. Veniselvs legte dar, warum die griechschr Abordnung nur die Dr.-nze vvn 1915 annehmen könne. Darum sei sie der Ansicht, daß die westchrazische Frage auf der Die sozialdemokratische Interpellation im bayrischen Landtag. München, 22. Rov. Landtag. 3n der Debatte über die sozialdemokratische Interpellation tetr, die Rationalsozialist en führte Drosius (Mittelpartei) u. a. aus: Die Versammlungen rechtsstehender Verbände und Parteien wurden zu Dutzenden vvn sozialistischem Seite gesprengt. Himmelhoch über der Revolution von 1918 steht die französische Revolution, die bei allen Scheußlichkeiten Dtxfj. noch einen natro- nalen Schwung fatte. Das fehlte im Rovemtex 1918. Darum hat der Sozialismus ausgespielr. Abg. Link (Dem.) sagte, Minister Schwäher habe als reiner Parteiminister gesprochen und geradezu eine Verteidigung der Rationalsvzia- Usten versucht. Engelsberger (Bauernbund) erklärte: Es ist die Pflicht der Regierung, die bis zur Explosion gesteigerte Spannung zum Abbau zu bringen. Es besteht der Verdacht, daß Die Nationalist ischr Bewegung Freunde und Förderer bis weit in die Kreise der Regierung hinein hat. Das Treiben der RationalsoKialisten must letzten Endes zum Bürg eist liege führen. Aenderl (Kom.) meinte, die Rativnalsozialisten lebten von den Millionen der Schwerindustrie und teispiels- loser Iudenhehe. Arnold widersprach der Meinung Klinglers (Soz.), Daß in Koburg grohe Erbitterung gegen Bayern herrsche. Staatsminister Sch weher erklärte, Mg Aenderl habe in feiner Rede ein System verherrlicht, *a8 nichts anderes sei als die Erhebung des Terrors zum staatlichen Grundsatz. Er habe Angriffe gegen die katholische Kirche gerichtet, die nicht unwidersprochen bleiben dürften. Auer habe vielfach Material vorgebracht, es aber abgelehnt, seine Gewährsmänner zu nennen Die Angaben Auers ü er die Bedrohung des Betriebs gebäudes der „Münchener Post" sei nicht zutreffend. Er habe, nachdem die sozialdemokratische Abordnung bei ihm gewesen sei und ihm mitgeteilt habe, daß das Gewerkschaftshaus gestürmt werden solle, Hitler selber kommen lassen und ihm Vorhaltungen gemacht Hitler habe ihm ehrenwörtlich versichert, dast ihm etwas derartiges nie in den Sinn kommen würde. Ihm, dem Minister, fable es nicht ein, die Hitlerleute zu verteidigen. Zu einem Verbot der nationalsozialistischen Versammlung in Regensburg habe kein Anlah bestanden weil Vorsorge getroffen wurde, dast die Teilnehmer unbewaffnet abreisten. Eine bedenkliche Tatsache ater sei es, dast die Betriebsräte mit Sabo- t a g e und S treif gedroht und erklärt hätten, dast der Zug auf keinen Fall nach Regensburg kommen würde, da sie Rachrichten hätten, daß die Schienen bei Regensburg aufgerisfen wären einem Blutbad kommen könnte. Die Regierung weise den Vorwurf zurück, dast sie ihre Pflicht versäumt habe oder dast die Polizei ter schweren Aufgabe nicht gewachsen gewesen sei. — Auer wandte sich hierauf in einer persönlichen Bemerkung gegen die Auffassung des Ministers, dast er es abgelehnt habe, der PolizÄ seine Gewährsmänner zu nennen Nk. 276 Erscheint täglich, außer Sonn, und Feiertags, mit derSarnstagsbeilage: GießenerFamilienblätter Monatliche vezuasprelfe: Mk. 185.- u. Mk. 15.- Trägerlohn,durch diePost Mk.200. - »auch beiNicht» erscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. - Fernsprech, Anschlüsse: fürdieSchrifl- leiiung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. Konferenz nicht gestellt werten dürfe. Ismet Pascha behielt sich die Antwort auf diese Bemerkungen vor. R i n t s ch i t s ch (serbisch-kroa- tisch-slowenisches Königreich) appellierte an den der Abordnungen und sprach den Wunsch aus, dast die Grenze an der Marttza- ^nre festgesetzt werten möge entsprechend Der □tote ter alliierten Mächte vom 23. September, wobei eine auf beiden Seiten dieser Grenze zu bestimmende Zone vom Schwarzen bis zum Aegaischen Meer entmilitarisierst werten müsste. • Plan Der Volksabstimmung i1 ihrazien oder jede andere Veränderung Etraaes von Reuilly. Duca (Rumänien) fch.ost sich den Erklärungen Ritschitschs an. Die k Delegation wird heute nachmittag 5 älhr über die Frage des wirtschaftlichen Zugangs Bulgariens -um Aegäischen Meer vernommen werten. La ufa n ne, 22. Rov. (WTD.) Heute abend gab die Konferenz folgende amtliche Mitteilung Der Ausschuß für territoriale und mili» tarische fragen setzte um 4 älhr nachmittags die m Der Morgensitzung begonnene Debatte fort. ®ie bulgarische Delegation legte ihre Auffassung über den wirtschaftlicher Zugang Bulgariens zum Aegäischm Meer Dar. Lord Curzon Tarrcre und Marquis Garoni setzten die Ansicht ihrer Regierungen über die in ten Morg-en- und Rachmtttagssitzungen aufgeworfenen Fragen aus» einander. In Ergänzung zu dieser Mitteilung erfährt m Jena getan haben? Es ist uns eine gute Grenze garantiert worden; man hat sich Dazu vei pflichtet, man hat sie uns versprochen. Wir haben sie nicht bekommen. Ich habe Lloyd George eines Tages direkt gesagt: Ich möchte den Rhein haben, und ich gab ihm eine schriftliche Darlegung meiner Grünte. Zwei Tage später sagte er mir: Wenn S ie auf den Bhein verzichten wollen, so werde ich Ihnen andere Garantien schaffen Ich verspreche Ihnen, daß ich. bei Wilson mein Bestes tun will, um dies auch von ihm zu erreichen. Wilson sagte sehr verständig, er wolle dem seine Zustimmung geben, aber Die Angelegen heit unterliege natürlich ter Genehmigung durch den Kongreß. Indessen bedeutet die Tatsache, daß die Vereinigten Staaten der Ansicht Wilsons sich nicht angeschlossen haben, nicht, daß das Versprechen nicht hätte gehalten zu werden brauchen. Glauben Sie, daß wir, weil unsere Alliierten ihr Versprechen nicht gehalten haben, wirklich Weggehen und unsere Grenzen offen lassen? Rem! Rem! Die Hauptfrage ist für jetzt, ob Amerika es m irgendeiner Weise übernehmen könnte, Die Aussprache mit England und Frankreich zu erneuern. Bei Der Veröffentlichung ter Rete ©lernen* ceaus verweilen Die Blätter besonders bei ter Anspielung Clemenceaus auf ten angeblichen türkisch-deutsch-russischen. Vertrag und bei seinen Befürchtungen, daß die deutschen Militaristen Die deutsche Demokratie vernichten konnten. „Reuyork World" überschreibt ihren Bericht: „Clemenceau zankt Amerika für Frankreichs Fehler aus." Wenn ich Ihrem Wunsche mit dem teigefügten Erlasse entspreche, so tue ich es im Gefühl aufrichtigen Bedauerns über Ihr Scheiten und in dankbarer Anerkennung Ihrer Verdienste um das Reich. 0ie. haben, in parlamentarischer Tättgkeit und als Finanzminister unseres gemeinsamen Heimatlandes bewahrt, in schwerer Zeit als Reichsminister ter Finanzen und dann als Reichskanzler dem Vaterlante große Dienste geleistet und an ter Spitze ter Regierung in schwerer Zeit ziel- bewußt und tatkräftig Die innere und äußere Politik des Reiches geleitet. Ernste Stunden, die an Ihre Entschlossenheit unD Amsicht Die höchsten Anforderungen stellten, blieben Ihnen nicht erspart. Das teutsche Volk wird Ihnen für das, was Sie ihm in diesen Jahren mühsamen und eMsagensreichen Wiederaufbaues gewesen, Dank wissen. Ich drücke die zuversichtlicte Hoff» nung aus, daß Ihre Arbeitsfreudigkeit und politischen Gaben auch weiterhin ein reiches Feld der Betätigung finden mögen, und bin mit ter Versicherung ausgezeichnetster Hochachtung Ihr sehr ergebener Ebert. Lausanne, 23 Rov. (WTB.) Musso- lini ist gestern nach Rom abgereist. Lord Eurzon und Barrere sowie Die italienische xolonie von Lausanne waren am Bahnhof er» f^icnen. OSor ter Abreise wies ter italienische JliiniiterDrafitent rn einem Gespräch mit alliierten Pressevertretern auf die Brüsseler reiL$ 16in- aus ter Italien eine tot (y 11 g e Rolle spielen werde. Dabei er» Harte er auch daß Deutschland bezahlen könne und auch müsse Lausanne, 22. Rov. (Wolff.) Der russische Scwgetvertreter in Rom, Worowski, ist geftera Vier eingetroffen. Gleichizettig kamen verschi >dcne Sowietbeamte aus Berlin hier an. Als Führer der russischen Delegation nennt man in Konferenz- kn-lsen Tschitscherin und Karakhan. @in Znsanimeiischlttft der vier Balkanftanten. L a u s a n n e, 23. Rov. (WTB.) Die Führer ter Delegationen Der vier Balkan» staa ten, Jugoslawien, Serbien, Rumänien und Griechenland, hielten unter Dem Vorsitz des jugoslawischen Miri sl er p raidenten eine Konferenz ab, um die Möglichkeit eines gemeinsamen Vorgehens' unter anderem in Der thrazischen Frage' SU Prüfen. In ter heutigen Sitzung wird zunächst die Frage eines bulgarischen Ausganges zum Aegäischen Meere behandelt In der Heu» ttgen Sitzung soll die Frage des Regimes in Ostthrazien geprüft werten. Der Versuch des Zusammenschlusses dervierBal» fanftaaten erregte hier beträchtliches Aufsehen. Eine nette Vorbesprechung in der R'Parationsfrage? Paris, 22. Rov. (WTB.) Rach dem In- tranfigeant sei es wahrscheinlich, daß in Den ersten Tagen tes Monats Dezember eine Unter- r e D u n g zwischen Donar La w, Poin- carö, Mussolini und Theunis in Der Reparationsfrage stattfinten werde. Frankreich fetzt sich in Nordsyrien fest. L o n d o n, 22. Rov. (Wolff.) Einer Dlät- termeldung aus Kairo zufolge wird dort offiziös mitgeteilt, daß Frankreich beschlossen habe, Rordshrien zu behalten und es den Kemalisten nicht abzutreten. Aus Aleppo wird die Errichtung von BerteiDigungsanla- gen gemeldet. Dieser Beschluß Frankreichs ist, wie verlautet, das Ergebnis der letzten Llnter- redungen zwischen Princare und Lord Curzon. Berlin. 22. Rov. (WTB.) Heute nachmittag fand in ter Reichskanzlei -eine gemeinsame Sitzung Dss alten unD des neuen Reichskab inetts statt, in ter Dr. Wirth die Geschäfte Dem neuen Reichskanzler Dr. Cuno übergab. 3m Anschluß am Die gemeinsame Sitzung tagte Das neue Kabinett. Der neue Minister des Auswärtigen. Berlin, 22. Rov. (WTB.) Zum Reichsminister Des Auswärtigen ist Der bis» frerige Gesandte in Kopenhagen v. Rosenberg ernannt worden. Der neue Reichsminister des Innern. Berlin, 22. Rov. (WTB.) Der Landes» Hauptmann der Provinz Sachsen, Mitglied tes Preußischen Landtags, Oes er, ist zum Reichsminister des Innern ernannt worden. n, V-n’J2’ (WTB.) Der Chef der Reichskanzlei, Staatssekretär Dr. Hemmer und ter Ctef .der Presseabteilung der Reicksregierung, Ministerialdirektor Oskar Müller haben Dem Reichskanzler Dr. Cuno bei dessen Am^antrltt ihr Amt zur Verfügung gestellt. Der Reichskanzler hat nach einer Aussprache unter Anerkennung ter dargelegten Gründe die Gesuche am Enthebung von Den Aemtem angenommen. Zum Chef ter Reichskanzlei wurde ter frühere bayerische Handelsminister unD Reichstagsabgeordnete Dr. Hamm in Aussicht genommen. -Meter Die Besetzung des Postens des Chefs ter Pressoabteilung ist eine Entscheidung noch nicht getroffen worden. Berliner Prcsseftimmen. Lieber den neuen Reichskanzler schreibt ter Berliner „Lok.-An z": Ein Richt- parlarnentarier, geschult in Der Laufbahn des deutschen Beamten, zugleich ein Mann, Dem staatsmännische Eigenschaften nachgerühmt werten, und der vvn ter deutschen Wirtschaft als einer ter Ihrigen begrüßt wird. Von der ihm erteilten Freiheit bei ter Kabinettsbildung hat er, tote feine Ministerliste zeigt, einen Gebrauch ge» mae^t, Der sich immerhin sehen lassen kann. Db- sonDers begrüßt das Blatt Die Eimennung des fruyeren hessischen Finanz Ministers Dr. Decker- rV n Reichswirtschaftsminister. Dr. Bek- kers Eigenschaft als hervorragender Fachmann auf Dem Gebiete Der Finanzen und Wirtschaft sei nicht zu bestreiten. Das „Tageblatt" sieht in ter Ernennmg o te r s ^urn Reichsminister des Innern einen großen Vorteil für das Kabinett Cuno. Das Reichskabinett des Innern verlange einen Wann, ter tee zahlreichen gerate jetzt geknüpften Fäden , «I^^Oebungs- und Verwaltungsmahnahmen zum Schutze ter Republik fortsetze, der insbeson- dere Dafür sorge, daß Die im Interesse ter Deut- Kten Einheit notwendige Harmonie mit ten Län- tu teren Regierungen Die Sozialdemokratie 'itzt, aufrecht er Hal ten bleite. Oeser sei eine ausgeprägte Persönlichkeit, Die sich auch innerhalb der Gesamtpolitik des Kabinetts (Mtung ter- far fen werte, und er bedeute endlich als hervorragender Wirtschaftskenner ein Gegengewicht gi^-l ten neuen Wirtschojisminifter Decker- Clemenceaus Propaganda in Amerika. Paris, 22. Rov. In feiner Rede, die er gestern in Äeuyork in ter Metropolitan Opera hielt, sagte Clemenceau nach einem Havas- bericht u. a, er sei ohne Mission gekommen. Die Amerikaner behaupteten, Frankreich sei militaristisch und imperialistisch, dabei fei es seit Menschen gedenken zweimal überfallen Worten. Erstes Blatt <72. Jahrgang GletzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhessen Omrf vnd Verlag- vrühl'sche llnwersttS.5-8«ch- und Steindruck-r-i N. rang- in Sietzen. Schriftieitnng und SeschSs.sftelle: Schuistratze 7. Dem Generaldirektor der Hapag ist die c Auch ter „Vorwärts" nennt Oeser einen Kabinettsbildung erst beim vierten Anlauf ge- ehrlichen Republikaner. Das Blatt schreibt dann hingen. Die ersten drei Versuche ( aroße .P1 2lufchluh an längere Ausführungen an Die von Koalition" — „Kabinett der Persönlichkeiten" S Einstellung des beide mit Einschluß der SozialdemottZe^. und Kn aRÄTÄ«? scheiterten Wirtschaftspolitik zu befürchten. Wir warnen schetterten, und so mußte er sich zum Schluß davor. Die unerträgliche Teuerung hat Die Geduld mit dem bescheideneren Geschästsmini- ter Massen auf die schwerste Probe gestellt Den st e r i u m begnügen. Diesen Ausdruck hat Preisen Halt zu gebieten und alle Mittel in Be- Herr Cuno selbst geprägt. In der Tat kann es toegung zu sehen, um wieder zu stabilen Verhält- sich nach Lage Der Dinge nur um ein Kabinett m Ju Atomen, muh Aufgabe jeder verant- handeln, das zunächst einen liebergang •!ci’L°£?rclic- toicb an schasst, bis sich die parteipolitischen Verhalt. ift Saz? OTZiniftpriiim oininprm n11n I tagssitzung zur Entgegennahme ter Regie» ^ 31!fammen^8Tr6rbiran^|etÄnU6e; au, Freitag 2 plhr anzuberaumen. Arbeitsgemeinschaft der Mitte, Zentrum, Die Politik Deutsche Volkspartei und Demokraten, darin Reparationsansschnsses. ziemlich gleichmäßig vertreten sind und vor allem der Reichskanzler selbst als überparteilich gelten kann. Daß er jede Einseitigkeit nach rechts oder links vermeiden will, ist sinnfällig dadurch zum Ausdruck gebracht, daß feine beiden „Sekundanten" aus den verschiedenen Lagern stammen. Denn Vizekanzler und Sprechminister ist Dr. Heinze, L._ 7___ Volkspartei angehörend, zu deren linken Flügel er zählt, ein Mann des Ausgleichs, der unbedingt auf dem Boden der Verfassung steht, während der Demokrat Hamm, der frühere HandelSminister im Kabinett Kahr, i n,.rIin 99 - . /(TO Staatssekretär der Reichskanzlei und somit der \ p ? c; ^Äst) Der AdlatuS Cunos ist, der ja als homo novus auf r Sn-r*S. L1 ? E nf/ ^,an,, parlamentarischem Gebiet einen Teil dieser bessen Ausscheiden aus dem Arbeit au, die Herren Heinze und Hamm ?Äfan5lelanü Schreiben ge- abzuschieben genötigt ist. ricyrei. w , , , Wenn sich auch alle Parteien freie Hand Ae.chzkanzleri ÄäMSä&S । « der Demokraten sowie der Deutschen und der Bayerischen Volkspartei sicher, die über 195 Stimmen im Reichstag verfügen. Das ist freilich nur eine Minderheit, und so wird es darauf ankommen, wie sich die Sozialdemokra» ten mit ihren 173, beziehungsweise die Deutschnationalen mit ihren 67 Stimmen verhalten. in Dieb..ich gekauft), zu dem heutigen Pflanzen- lekf/jum den Grundstock legten. Der kleine ©arten wurde durch Hinzukauf von angre.rzenden Ländereien und Gärten nach und nach vergrößert. Zur damaligen Zeit lag dec Palmengarten noch nicht so eingeengt in Straßen und Häuser, und heute ist ec zu einem Terrain von 23 Hektar an» gewachsen, das etwa 90 Beamte, Angestellte und Arbeiter beschäftigt. Don ganz besonderer Bedeutung ist dec dem PalmrnHarten angegliederte Botanische Versuchsgarten (tnt Aeugarten des Palm.engartens), dec mit seinen Züchtungen und Veredlungen von Pslanzenkulturen sehr gute Resultate zu verzeichnen yat. Interessant ist die Schau Der Kolonialpflanzen aus den einstmals deutschen Ueberfeebesitzungen, die ein fast lückenloses Bild der Flora unserer Kolonien gestattete, dazu die seltenen Exemplare der insektenfressenden Pslanzen, und ckis bemerkenswerte botanische Seltenheit ist zu verzeichnen, daß unter den alten Palmenbeständen einzelne Mutterpflanzen neue Blütenstände bilden konnten, die hier zur Reife gelangten. In den Sommermonaten, bevor der katastrophale Markst urz eintrat, besserte sich die schlechte smanzielle Lage des Palmengartens durch den Fremdenbesuch, der sich bei günstiger Witterung auf 2000—2500 Personen bezifferte. Die Einnahmen beliefen sich täglich auf 35 000 bis 40 000 Mark, bei einem Eintrittspreis von 25 Mark für Reich ^deutsche und Deutsch-Österreicher und 100 Mark für Ausländer, aber was bedeuten diese Einnahmen, die ja mit Eintritt der schlechten Hus dem Reiche. D«re Unruhen in Braunschweig. Braunschweig, 22. Rov. (WTD.) Heute kam esinBraunschweig wieder zu Unruhen. In den späten Rachmittagsstunden zogen wieder größere Trupps durch die Stadt, ohne daß eS ulnächst zu Ausschreitungen gekommen wäre. Um öie sechste Abendstunde kam es aus dem Steinweg zuc Plünderung dec Schau'enster und Auslagen eines Geschäfts. Bedrohlich wurde auch die Sage auf dem HaHenmarkt. Wie die „'Braun- schveiglsche Landeszettung" meldet, muhte auch an diesem Tage eine Schuhabteilung teilweise wieder mit blanker Waffe gegen die Menge vorgehen. Ein Beamter der Schuhabteilung und mehrere Zivilisten erlitten Decletzungen. Aus Hessen. Dom Landtag. rm. Darmstadt, 22. Rov. Der Hessische Landtag wird voraussichtlich zu einer einwöchigen Tagung am Dienstag, dem 12. Dezember, zusammentreten. Die Tagesordnung ist noch nicht genau festgesetzt. Der GesehgebungSauSschuhistzu einer Beratung auf Mittwoch, den 29. November, eingeladen. Der Finanzausschuß tritt am Dienstag, dem 5. Dezember, zusammen und wird am folgenden Tag gemeinsam mit dem Gesetz- gebungSauSschuh des Landtags einen Besuch zur Besichtigung der Zellenftrafanstalt B u tz- bach vornehmen. Aus Stadt und Land. Gießen, den 23. Rovembec 1922. Rückgang der Eheschließungen in Hessen. Die fortwährende Verschlechterung der Wirtschaftslage hat auch zu einem erheblichen Rückgang dec Eheschließungen geführt. 3m Jahre 1920 wurden in Hessen noch 19 315 Eheschließungen verzeichnet, im Jahre 1921 dagegen nur noch 15 761. Die meisten Männer, die bn Jahre 1921 die Ehe schlossen, standen im Alter von 25 bis 29 Jahren. Aber auch in den Altersklassen unter 20 Jahren fanden sich im Berichtsjahre schon 83 heiratslustige Männer und 856 Frauen. Im Alter von über 60 Jahren wagten noch 121 Männer, sich eine neue Lebensgefährtin zu sichern, und unter den Auserkorenen befcuiden sich rwch 8 Frauen über 60 Jahren. Parallel mit dem Rückgang der Eheschließungen zeigt sich auch ein solcher dec G e b u r t s z i f f e r. 3m Jahre 1920 wurden in Hessen 32 549 Geburten verzeichnet, 1921 nur noch 31 050. Erfreulicherweise ist aber auch die Säuglingssterblichkeit zurückgegangen, und zwar von 10,1 auf 9,2 Prozent. , ** Die amtliche Feststellung des Ergebnisses der Stadtverordnetenwahl wird im Dekanntmachungsteile unserer heutigen Anzeigenspatten zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Unsere Mitteilungen über den Wahl- ausfals, die wir am Montag brachten, werden durch die amtliche Verlautbarung bestätigt. Die Dehan dlun g der Kartoffeln. Der Reichsausschub dec deutschen Landwirtschaft teilteeine Reihe von beachtenswerten Ratschlägen für chie Behandlung dec Kartoffeln diesjähriger Senfe mit Ec schreibt: Die etwas geringere Haltbarkeit der Kartoffeln infolge der nassen Witterung dieses Jahres birgt Derlastgefahren in sich, die bei achtsamer Behandlung durchaus vermieden werden können. Man lagere die Kartoffeln trocken und kühl und nur unter matter Belichtung. Man vermeide möglichst direktes Tageslicht Rässe sowie warme uid dumpfe Luft iufert Fäulnis hervor: deshalb achte man darauf, oah die Temperatur im Lagerungsraum nicht 10 Grad Celsius übersteigt: also vor allem Borsicht bei Zentralheizung. An frostfreien Tagen sorge man für gute Lüftung. Die Lagerung muh lose und luftdurchlässig fein; nicht höher als 50 Zentimeter aufschütten: keine geschlossenen Kisten oder Säcke Die Kartoffeln lagern am besten auf Lattenrosten, also möglichst nicht unmittelbar auf dem Fußboden, auch nicht zu dicht an der Wand. Verletzte und kranke Knollen suche man vor der Lagerung heraus zu sofortigem Verbrauch, bann ist Fäulnisgesahr bei Befolgung der Ratschläge nicht zu befurchten. Solange die Kartoffeln sich gesund zeigen, lasse man sie in Ruhe. Unnötige Störung schadet nur. Zeigen sich kranke Knollen, müssen sie sorgfälttg mit der Hand ausgelesen werden, wobei unnötiges Wersen und Stoßen der Kartoffeln zu vemeiden ist. •* D ie Gedenkfeier für die Gefallenen findet, wie aus dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich ist, am Totensonntag, norm. 111/2 Uhr Pünktlich, auf dem Reuen FriZhofe statt. An den Eingängen der Friedhöfe werden Spenden für den VoUsbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge gesammelt werden, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Hinterbliebenen von Gefallenen bei Aufrechterhaltung dec Verbindung mit dem Grabe behilflich zu sein. Seine Tätigkeit ist durch die Rot der Zeit in Frage gestellt, wenn nicht geholfen wird. Es wird deshalb auf diese Sammlung ganz besonders hingewiesen. ** D i e Pflegegeldsähe in der Landes-Heil- und Pflegeanstalt und dec Heilstätte für Rervenkranke sind neu festgesetzt worden. Sie betragen vom 1. Rov. bzw. vom 1. Dez. ab täglich: I. In der ersten Klasse: 1. für Hessen 240 Mk. (360 Mk.), 2. für Richtheisen 400 Mark (600 Mk.). II. In der zweiten Klasse: 1. für Hessen 160 Mk. (240 Mk ), 2 für Richthessen 300 Mk. (450 Mk.). III In der 3. Klasse: 1. für felbst- zah'en^-e Hessen 100 Mk. (153 Mk.). 2 für selb.p.ahl. Richthessen 200 Mk. (300 Mk.), 3. für hessische Fücsorgeverbände, Krankenkassen und die Lan- desversichrrungsanstalt Hessen 120 Mk. (180 M.), 4. für nichthHsische Fürsorgevecbände, Krankenkassen und sonstige Landesversicheiungsanstalten 170 Mk. (255 Mk ), 5. für Miliiärrentenempfänger, 40 Mk. (60), für ledige Militärrentenempfänger, denen eine Derforgungspflicht für Familienangehörige nicht obliegt 40—50 Mk. (60—75 Mk.). In der Heilstätte für Rervenkranke in Gießen werden die Kranken nur in erster und zweiter Klasse verpflegt. Es zahlen in der 1. Klasse: Hessen 350 Mk. und mehr (500 Mk. und mehr), Richthessen 500 Mk. ujb mehr (750 Mk. und mehr), in der 2. Klasse: Hessen 300 Mk. und mehr (450 Mk. und mehr), Richthessen 400 Mk. und mehr (600 Mk. und mehr). Für Fürsvroe- verband?. Krankenkassen und Minderbemittelte: Hessen 200 Mk. und mehr (300 Mk. und mehr), Richthessen 250 Mk. und mehr (375 Mk. u. mehr). *• Die städtische Festsetzung des Mietzuschlages von 614 Prozent zur Grundmiete ist am Montag den Parteien (Ha.us- besitzerverein und Mietervecein), sowie dem Kreisamt von der Stadtverwaltung zugestellt worden. Gegen diese Festsetzung ist ein Einspruch innerhalb 14 Tagen möglich. "Eine reueErhöhungder Kohle n- preise tritt mit dem heutigen Tage in Kraft. Räheres teilt die amtliche Bekanntmachung im Anzeigenteile unseres heutigen Blattes mit. ** Bei der Bieb ertalbahn treten ab 1. Dezember weitere Tariferhöhungen ein. (Siehe Anzeige.) ** D ie Sperrzeit für Tauben dauert vom 24. Rovember bis 10. Dezember. (Siehe Bekanntmachung.) ** Dec Kleinkinderbewahranstalt konnten von dem Erlös der von der Mädchenabteilung des Wartdurg-Vereins veranitalteten Lichtbilderadende im Marku-saal, wobei Gartenrnspekwr R e h n e l t einen Vortrag üoer Ceylon hielt, 2400 M k. überwies en werden. ** Volksspiele des Malers Walter Dlachetta. Echte deutsche Volkskunst wurde in den beiden Stücken geboten. Die Darsteller leisteten ohne Ausnahme ihr Bestes. Heber ein ganz hervorragendes Stimmenmaterial verfügt die Darstellerin der Mutter in dem Spiele „Des Kindes Tod". Ebenso künstlerisch durchzearbeitet wie der Gesang war ihr Spiel. Ihr ebenbürtig zur Seite stand dec Darsteller des Todes. Feine Ratürlichkeit und wundervolle Geschlossenheit gingen von allen Mitwivkenden aus. Rach dem Erfolg des gestrigen Abends dürften auch die folgenden Spiele ihre Anziehungskraft in noch gesteigertem Maße auf die Gießener Bürgerschaft ausüben. Bornotizen. — Tageskalender für Donners- t ä g. Kath. Veceinshaus, 8 Ubr: Volksfpiele Dlachetta. — Reue Aula, 8 Uhr: Märchen-Abend der Vortragsvereinigung. — Großer Hörsaal des Physikal. Instituts, 8V4 Uhr: Vorträg des Oberh. Geschichtsvereins. — Astocia-Lichtspiele, ab heute: „Seepiraten", 4. Teil, und „Fatty im wilden Westen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Wild-Afrika". — Palast-Lichtspiele, ab heute: „Durch Kerker und Paläste", 3. Teil,: »Stürzende Mächte". * Wettervoraussage für Freitag: Leichte Bewölkung, wechselnde Winde, ziemlich milde Witterung. Der Hochdruckrücken liegt noch immer von Frankreich über Deutschland nach Rußland, und es werden wechselnde Winde mit milder Witterung anhalten. ♦ Wahlnachklänge. v Darmstadt, 22. Rov. Rach dem endgültigen amtlichen Resultat der Darmstädter Stadtvecocdnetenwahl sind einige Berichtigungen des gemeldeten Ergebnisses vorzunehmen. Die Deutsche Vollspartei hat nicht 21, sondern 22 Sitze erhalten, die Deutschnationale Volkspartei zählt nicht 5, sondern nur 4 Mandate. Hiernach entfallen von den insgesamt 60 ManDer Frankfurter Palmengarten in Not. AuS Frankfurt a. M. wird uns geschrieben: Wer Frankfurt kennt, kennt auch seinen Pal- mengarten, und wem von ihnen allen, die jemals oen prächtigen Garten besuchten, bleibt nicht der geradezu überwältigende Eindruck des großen Palmenhauses, der blühenden/Pstanzenhäuser mit ihrem Reichtum an anheimischen und exotischen Pflanzen und Blumen, dec wundervollen Blüten- galerie oder der unerreichten malerischen Partien und lauschigen Plätze des Gartens, dec Rosen- Hügel in vollem Schmuck, das Schweizerhäuschen mit dem großen Weiher, als einer der sehenswürdigsten Schätze Frankfurts in Erinnerung? Zu jeder Jahreszeit bietet der Palmengarten dem Besucher des Schonen übergenug, und diese „Perke unter allen europäischen Gärten", der Stolz der alten Kaiserstadt am Main, der Lieblingsaufenthalt der Frankfurter, sieht sich vor die Rot- wendigkeit der Schließung gestellt, weil man das Geld für die Heizung der Palmen- und Pflanzenhäuser nicht mehr aufbringen kann. Die Ausgabe des Palmengartens, der in rastloser fünfzigjähriger Arbeit sich einen Weltruf erwarb, bedeutet für Frankfurt einen unersetzlichen Verlust Der Palmengarten wurde vor fünfzig -Jahren geschaffen, und -war waren es die berühmten Wintergärten des Herzogs Adolf von Nassau, die (von Frankfurter Bürgern um 60 000 Gulden bei der Auflösung dec Herzoglichen Hofhallung baten auf die Demokraten 5, die Deutschnationalen 4, die Deutsche Dolkspartei 22, die Handwerkec- t>etcintgung 3, die Vereinigte Sozialdemokratische Partei 20, die Kommunisten 3 und das Zentcam 3 Sitze. * Mainz, 22. Rov. Durch das nun sest- geftellte amtliche Wahlergebnis der Stadtverordneten wähl erfährt das gemeldete Resultat.eine Korrektur. Dte Stimmen verteilen sich wie folgt: Demokraten 3196, Zentrum 10 697, Deutsche Volkspartei 3684, Deutsch- nationale Volkspactei 2462, Wirtschaftliche Vereinigung 1035. Ver. Sozialdemokratische Partei 14 431. Kommunistische Partei 1462. Hiernach erhielten Sitze: Demokraten 5, Zentrum 18, Deutsche Volkspartei 6, Deutschnativnale Volkspartei 4, Wictschattliche Vereinigung 1, Vereinigte Sozialdemokratische Partei 24, Kommunistische Partei 2. Gewählt ist also noch vom Zentrum Herr Peter Eisenhauer, Schreiner. * Hungen, 22. Rov. Zur Gemeinderatswahl stimmten von 1061 Wahlberechtigten 742 ab. 18 Stimmen waren ungültig. Von den 724 gültigen Stimmen erhielten: Sozialdemokratische Partei 251 (4 Sitze), Unparteiischer vereinigter Mittelstand 215 (4 Sitze), Unparteiischer Wahlvorschlag 258 (4 Sitze). * Landkreis Gietzen. tt. Treis a. d. Lda.» 22. Rov. Zwei lehr- und genußreiche Abende verschaffte uns gestern und heute die Liga für deutsche Kultur durch Vorführungen von Lichtbildern, die Herr Echternach -Gießen mit den nötigen Erklärungen versah. Am ersten Abend wurden Rothenburg ob der Tauber, das Leben im Wassertropfen und die Porzellanfabrikption gezeigt, am zwriten wurden wir zunächst in die Kohlenbergwerke und Eisenhütten Oberschlesiens geführt und der bärtige Betrieb eingehend erläutert. Sodann sahen wir uns eine ausführliche Darstellung der verderblichen Folgen des Lügenvertrags von Versailles, dec hauptsächlich an unserer gegenwärtigen Rot und Teuerung schuld ist. Besonders wurde auf die Bemühungen Frankreichs hingewiesen, das besetzte Gebiet mit einem Reh von wirtschaftlichen und militärischen Organisationen zu überziehen, um es wirtschaftlich, militärisch und politisch von Frankreich abhängig zu machen. Zuletzt wurde die ungerechte, dein Vertrag von Versailles ins Gesicht schlagende Teilung Oberschlesiens behandelt und gezeigt, welche ungeheuren Rachteile dem deutschen Wirtschaftsleben daraus erwachsen. Kreis Friedberg. * Dad-Rauheim, 22. Rov. Die Kraft- wagenpost Dad-Rauhenn—Usingen—Rod a. d. Werl hat gestern wegen Unrentabilität den Betrieb eingestellt. Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M., 22. Rov. Dor einigen Tagen wurde aus dem Betriebshauptlager der Eisenbahn eine K a s s e t t e mit mehr als einer halben Million Mark ae - stohlen. Als Diebe ermittelte die Polizei den bereits seit 25 Jahren in dem Lager tätigen Vorarbeiter Wilh. Zingler, geb. am 25. Marz 1868 in Mainz, und dessen 26jah- rigen Sohn Johann Zingler, beide wohnhaft in Griesheim a. M., sowie den bekannten Lvffelf chlucker Heinrich Gockel aus Kelsterbach. Das Trio hatte nächtlicherweile die Kassette aus der Wand gebrochen und mitgenommen, nachdem es vorher auf dem Tisch zwei Zettel mit der Aufschrift: „Besten Dank!" zurückgelassen hatte. Diese Zettel wurden zum Verräter, da die Polizei an der Hand von Schriftvergleichen mühelos die Drei als Diebe ermitteln konnte. Die Kassette fand man auf dem Griesheimer Kleingartengelände in einem Wasserfaß versenkt vor, ihren Inhalt in einem ausgemauerten Versteck unter der Kellertreppe des Zinglerschen Hauses in Griesheim. Aus dem Versteck holte man ferner ein ganzes Lager anderer gestohlener Sachen heraus, u. a. auch einen scharf geladenen Revolver mit etwa 100 Patronen. Der Anstifter zu dem Einbruch war der alte Zingler. Der Löffelschlucker Göckel war erst vor wenigen Wochen aus der Irrenanstalt Eichberg entwichen und hatte sich' seitdem verborgen gehalten. fpd. Frankfurt a. M., 21. Rov. Rachdem erst vor einigem Tagen zwischen Frankfurt-West und Eschersheim, (größere Mengen Leitungsdraht gestohlen worden waren, kamen dieser Tage auf der Hf Inger Strecke bei Haufen umfangreiche Diebstähle vor. In diesem Falle gelang es, den Dieb zu erwischen. Es handelt sich um einen jungen Mann aus Haufen, dec einen schwer gefüllten Sack mit Draht nach Frankfurt bringen wollte, aber bereits auf dem Homburger Bahnhof von der Polizei in Empfang genommen wurde. < fpd. Frankfurt a. M, 22. Rov. Das hiesige Finanzamt verurteilte zwei hiesige Witterung und Abflauen des Fremdenverkehrs fühlbar zurückgingen, gegenüber den von Tag zu Tag fteigenbcn Ausgaben? Für die Heizung der Gewächshäuser, die in Friedenszeiten eine Summe von 35 000—40 003 Mark erforderte, find allein 10 Millionen amgefeht, die bei dem neuerlichen Anziehen dec Kohlenpveise kaum reichen werden. Die letzte Generalversammlung brachte die wenig erfreulich: Tatsache, daß die Abfchluhrech- nung ein Defizit von 235 000 Mark aufwies, so daß über die Hälfte des Attienkapitals zur Deckung verwendet werden mußte. In Erkenntnis der großen Rotlage hat die Stadt ihren bisherigen Zuschuß von 80 000 auf 150 000 Mark erhöht, ebenso hat das Landwirtschaftsministerium dem Palmengarten eine Zuwendung gemacht, aber es langt nicht, seitdem dec Dollar um 7000 steht. Die paar Hunderttausende sind wie ein Tropfen auf den heißen Stein; und wenn Hilfe gebracht werden soll, müssen es Millionen fein. Wenn nicht über Rächt ein Wunder geschieht, wird das drohende Unheil schwer abzuwenden fein. * * * Der Prerrßenkaplan.*) In einem Buch, das vor vielen Jahren die Anteilnahme weitester Kreise fand, das heute noch seine Geltung hat — es trägt den Titel Roman von Karl Reurctth, Verlag von Grethlein & Co. in Leipzig. Geschäftsinhaber wegen unrichtiger 'Füht- rungderGeschäftSbücherzu den höchsten, bisher erkannten Geldstrafen, nämlich auf 1 250000 bzw. vier Millionen Mar 5 Ferner geht es jetzt gegen die illegitimen Buchmacher des hiesigen Rennplatzes mit größter Schärfe vor, indem es sie mit dem fünfzigfachrn Betrage der jeweils hinterzogenen Wettsteuer bestraft. wd. Wiesbaden, 22. Rov. Ein deutsch amerikanisches Ehepaar aus Boston, das gegenwärtig hier weilt, hat zur Unterstützung des notleidenden Mittelstandes und der Kleinrentner, sowie für Kindererholungsfürsorge 1 100 000 Mark zur Verfügung gestellt. Kirche und Schule. ** Erledigte Schul stellen. Erledigt sind sechs Schulstellen für evangelische Lehrer unb zwei Lehrerinnenstellen für evangelische Lehrerinnen an der Volksschule inGiehen. Familien- Wohnungen sind schwer zu beschaffen. Gießener Strafkammer. Gießen, den 21. Rov. Der wegen Eigentumsvergehens vorbestrafte Handlungsgehilfe F. W. von hier hat sich als Angestellter einer hiesigen gärma durch eine Reihe von Betrugs-- und Unterschlagunasfällen, verbunden mit tilrkundemälschungen Geldbeträge von nicht erheblicher Höhe verschafft. Das Gericht berücksichtigte zu seinen Gunsten, daß er sich in bedrängter Lage befand, 3U feinem Rächtet die Vocbestrafungen und die große Zahl der Fälle. Er erhielt eine Gefängnisstrafe von einem I a H r. Ein hiesiger Arbeiter wurde von der Anklage, einem Kollegen einen Koffer unterschlagen: zu haben, mangels ausreichender Beweise s r ei- gesprochen. Dem Anträge der Staatsanwallschaft entsprechend aufgehoben wurde ein Urteil des Schöffengerichts, durch das ein hiesiger A>rmer wegen Preistreiberei zu einer Geldstrafe von 1000 Mark und Einziehung des übermäßigen Gewinns von 1450 Mark verurteilt worden axir. Er hatte vorübergehend eine Tabakfabrik betrieben und einen Ballen Tabak, den er im Frühjahr 1921 für 4500 Mk. gekauft hatte, ein Jahr später für 10 500 Mk. weiterverkauft. Ein als Sachverständiger vernommener Tabakfabrikant von hier bekundete, daß der Preis zwar hoch schttne, aber sehr niedrig sei, wenn man die inzwischen eingetretene Geldentwertung und den wahren Wert des Tabaks berücksichtige. In Wirklichkeit sei die Ware dreimal mehr wert gewesen. Unter diesen Umständen konnte sich das Gericht von dem Vorliegen einer Preistreiberei nicht überzeugen und sprach den An- gefiagten frei Zwei Berufungen gegen Schöffengerichts- «tteile wurden verworfen, da die Angeklagten, die sie eingelegt hatten, unentschuldigt aas- geblieben waren. Eine Anzcchl falscher Geldscheine wurde ein« gezogen. Büchertisch. — Thekla von Gumpert: Töchteralbum, 68. Dd. (1922.) Herausgeg. von Josephine Siebe. Mit zahlr. Abbild (Verlag von C. Flemming und C. T. Wiskott, A. G B.-rlin.) Das befarmte vielseitige MädchmunkerHaltungsbuch zählt zu seinen Mitarbeitern u. a. Marie Diers, Dr. Agnes Gosche, Josephine Siebe, Friedr. Lienhard, Dr. Ludw. Finckh, Else ßetoin und viele mehr. — Felix Salten: „Künstlerfrauen . Verlag Rudolf Mosse, Berlin SW. 68. — Wie die Entwicklung des Künstlers von dec Wahl seiner Lebensgefährtin bestimmend beeinflußt werden kann, zeigen diese kleinen Romane, die ganz verschiedenartige Gestalten aus dem Leben höchst lebendig schildern. Schlichtungsansschntz -er Provinz Obcrheffen. Verhandlung am 21. Rovember. Ein Angestellter des Daubureaus Als» seid dec Rheinischen Elektrizitäts- A.-G. rief im Einspcu chsverfahren nach §§ 84 ff. des Detriebsrätegeseyes gegen Kündigung den Angestelltencat des Hauptbetriebes in Alannheim an und versäumte dadurch die rechtzeitige Anrufung des zuständigen Angestelltenrates in Alsfeld. Der Schlichtungsausschuß wies feinen (Sin- spcnlch daher als unzulässig wegen $riftuerfäuir.- nis ab. Ein Angestellter des Gießener städti» schen Gaswerkes hatte selbst gekündigt, wollle die Kündigung aber wieder zarücknehmen. Heutiger Stand des Dollare 10 Uhr vormittags: Berlin 6225, Frankfurt a. W. 6300. „Rembrandt als Erzieher" — heißt es einmal: „Die eigentliche Bedeutung der deutschen und aller Kunst überhaupt liegt im Typischrn, im Persönlichen und Rationalen." Karl Reuraths Roman „Der Preußenkaplan" ist typisch, persönlich und national. Das Buch behandelt unbeschadet feiner Verinnerlichung Grundfragen deutscher Entwicklung und Kultur. Der Dichter schaut auf historisch Gewesenes zurück, aber sein Weck ist weit mehr Ausblick auf siegreiches Ringen und Streben deutscher Kraft. Durch die wcitgesponnene Handlung hin gibt der Dichter Poesie, ohne die Ebene der Wicklich^it zu verlassen. Wo er bei Einzelheiten verweilt, immer sind die Elemente, die Glieder des Ganzen zu spüren. Der Roman ist im besten Sinn unterhaltsam und spannend. Die komplizierte, in ihrem Kern rein ideale Ratur des Helden hat der Dichter in eine Fülle von Licht gestellt. Fest, frei und stark steht Wolfgang Hochgefandt auf dem Boden des Rherngaus, dem sein Herz, seine Liebe gehören. Wir verstehen ihn im Affekt seines Handelns, daS ihn vom Kaplan zum Beruf des opferbereiten Arztes führt. Ueoerall gewinnt der Dichter über Parteien und Parteisucht hinaus die Hohe reiner Anschauung. Die Menschen denken ihre eignen Gedanken, bie Geschehnisse wachsen aus gegebenen Verhältnissen heraus. Der Reflexion wird gebührender Platz eingeräumt. Alles in allem ein Hochzefang vom Rhein, der heute mehr denn je in unseren Herzen Widerhall findet. 1 Suslin Neuenweg" zahlt gfflS ä * S-S SfeSü Artz 25 Ml für WO HA 4 Infolge trtjö Frachtsätze für Kc oember 1922fo©i Unkosten, werd« Jrfchluhderftädt vom 20. fJlooeml Vorschriften der bestimnmngen der Kohlenwirtfä mit Wirkung 001 folgt festgesetzt: tzütstnäkohlen. Ftttnvhkohlen . FUlkohlin, melie l^nufjhofjltn . . Änt^azit.... Stemkohlenbriket Jrannkohlendrik Zechenkoks, grob Zechenkoks, nutz Die Preise di wagen in Fuhre Käufers ober fn Händlers für bi Warenuinfatzsteuei Zuschläge bür1 den Zentner. l.fürbasfEinwn stoffes oon bei Mer. , , 2. Für bas Hintr stoffes von bei Mer. . . 3. Sei Lieferung Körben bis zi vonlLZentnen wagen in den . 4 Sei Abholung 1 vlah des kohl D höchstmtngei ö-vei Lieferung bls vor bas ho Koks und Bnk Dn Lieferung würden bis ju oon 15 Zentneri dttkohienhänd für Koh Snketts . . ..Werben £ Bet»» „ ÄS frunginfo Ändere öer Q U, Aussicht Är von T< «diel 39 ih . sr>Ä; am^28Unit^en Dampfer „KleoPatra" zusammen. „Sigrun" erhielt ein grobes Leck und sank. Die Mannschaft konnte sich rechtzeitig retten. Der deutsche Dampfer wurde nur geringfügig be- schädiat und konnte seine Fahrt fortsehen. Der Verkehr im Kanal ist nicht behindert. Meuterei im Zuchthaus. Essen, 22. Rovbr. 3m Rheinbacher Zu chthaus meuterten gestern die Gefangenen. Sie sperrten die Wärter ein und versuchten zu entfliehen. Hierbei wurden drei Gefangene von anderen ZuchthauSdeamten erschossen. Kirchliche Nachrichten. 3fr. Religionsgemeinde. Gottesd. i. d. Synaa (Südanl.). Samstag, 25. Rov. Vorabd. 4,30, morg. 9. Abds 4,40 u. 5,20. - 3fr. ReligionSgefellfchaft. Sabbatfeier 25. Rov. Freitag abd. 4,05, Samstag Vormittag 8,30, Rachm. 3,30, Sabbaiausg. 5,20. Wochen- gottesdienst morgens 7,00, abdS. 4,00. Gegen Fußschweiß und Wundlaufen KukirobFußbsd! Dron erle Wallenfels, Marktplatz 21. Millionenfach bewährt I Momhaur.bchwielen u. Warzen beseIHgt schnell, sicher u. schmerzlos «/ Z • /3 stiwto vchSrdlichc Anzeigen Pilo folgt festgesetzt: 1243 für fiDrienP Teppiche Mk. 9.- 15.- 20.- des 10.- 35.- in Gießen. 10166 Diskretion. Barzahlung. 5978c Ad. Kein!», Gießen. 7. 8. Becker, Georg, Bauunternehmer Vullenverkauf . MUMM s. Die Gemeinde beabsichtigt einen uw tauglichen' Vogelsberger Bullen auf Hammstraße 14 Telephon 2081 Stürzende Mächte KIMMM einzusehen. [10250c § Süsfinö llllllllllllllllllllllllllllllllllll Ferner: Patronen u.Oefen FallyimwildenWesieii Edgar Dorrmann, Etsenhandtung. 1473 1741 1798 732 1663 1878 10. 11. 12. 5. 6. Anthrazit...... Steinkohlenbriketts. Braunkohlenbriketts Borgmann, Dr. Wilhelm, Professor der Forstwissenschaft Schwieder, Theodor, Apotheker Wenzel, Fritz, Dreher, Stadtverordn. Kling, Georg, Lehrer, Stadtverordn. „ 50.- der Be- bis vor das Haus für Kohlen, Koks und Briketts .... 6. Bei Lieferung in Sacken ober Körben bis zu Höchstmengen von 15 Zentnern ab Lagerplatz des Kohlenhändlers bis in den Keller für Kohlen, Koks und Briketts........ Beschwerden über Mängel bei für 5. Kiel, Alfred, Landtagsabg. 6. Vetters, Friedrich, Redakteur 7. Maier, Fosef, Kanzleiaffistent 8. Diener, Franz, Geschäftsführer Konsumvereins Gießen, den 18. Rovember 1922. Hessisches Amtsgericht. fieferung und Preisberechnung sind beim städtischen Brennstoffamt vorzubringen. Giehen, den 22. November 1922. [l0M9B Der Oberbürgermeister. 3. D.: Dr. Seib. Wieseck, den 23. November 1922. Hess. Bürgermeisterei Wieseck. Schomber. Warenumsatzsteuer. Zuschläge dürfen erhoben werden WWnoMtf "aÄaMell Anssigklull" iiHrelu Lpreiswerl öle Brfiöllifie Mo.Dnurrcet. H. Lause. Gletzeu. SSulM. 7. MetaVetten Stahllnatr., Kinder- betten, dir. an Prio., STnt. 31N ftet Elsen- rafibeUsbr. 80 LTh. Horn, Wilhelm, Kaufmann Kramer, Wilhelmine geb. Engel, Ehefrau, Stadtverordnete Krailing, Karl, Schlosiermeister, Stadtverordneter Wer- llSWoslhim über 3 Millionen iin Gebrauch, noch zu vorteilhaft. Preisen auf Lager bei oiot« Anton Breuer, Lindenplatz 8. wagen in Fuhren bis vor das Haus des Käufers oder frei Lagerplatz des Kohlenhändlers für den Zentner einschließlich 9. Martin, Marie geb. Lich, Kriegerwitwe, Hausfrau 10. Moosdors, Kurt, GewerkschaftSbeamt. 11. Schmidt, Hermann, Lehrer. Von dem Wahlvorschlag mit dem Kennwort Vereinigte Durgerltste der Deutschen Dolksvartei, der Deutsch- nationalen Dolkspartei und deS Dur- gervereinS, beginnend mit dem Damen Prvfeffor Krausmüller: 1. Krausmüller, Dr. Georg, Professor, Stadtverordneter 2. Raumann, Minna geb. Thorwart, Ehefrau, Stadtverordnete 3. Schmahl, Karl, Amtsgerichtsdirektor, Stadtverordneter 4. Winn, Heinrich, Stadtverordneter Zahle 35 m rar %-£ller- WM Siisklnd i Neuenweg 29. Bekanntmachung. 3n unser Handelsregister Abt. B wurde am 28. September 1922 bezüglich der Firma Tonwerke Abendstern, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Giehen, eingetragen: Das Stammkapital ist auf 300000 Mark erhöht. 102228 Giehen, den 20. Rovember 1922. Hessisches Amtsgericht. Bekanntmachung. 3it unser Handelsregister Abt. A. wurde eingetragen: Am 8. Rovember 1922 die Firma Karl Rühl, Lebens-, Futtermittel- und Landesproduktengroßhandlung in Lang-Göns. Inhaber ist der Kaufmann Karl Rühl in Lang-Göns. Am 10. Rovember 1922 bezüglich der Firma Heinrich A. Junker, Giehen: Die Firma ist erloschen. Am 14. Rovember 1922 bezüglich der Firma S. H. Cohn, Rixdorf: Die Ärma ist erloschen. Am 15. Rovember 1922 die Firma Carl und Jakob Stein, Climbach. Gesellschafter sind die Kaufleute Carl und Jakob Stein, beide in Climbach. Die offene Handelsgesellschaft hat am 15. Juni 1922 begonnen. Am 16. Rovember 1922 die Firma Astoria - Lichtspiele, Alwin Haberland, Giehen. Inhaber ist Alwin Haberland Bekanntmachung. In unser Genoffenschaftsregister wurde heute bezüglich der Heuchelheimer An- und Verkaufsgenoffenschaft, eingetragenen Genoffenschaft mit beschränkter Hastpsiicht zu Heuchelheim, eingetragen: Josef Gentner zu Heuchelheim ist aus dem Vorstande ausgeschieden, an dessen Stelle ist Philipp VolkmannV. daselbst gewählt. Zu weiteren Vorstandsmitgliedern sind Karl Wald- schmidt und Friedrich Steinmüller IV., beide zu Heuchelheim, bestellt. 10168B Giehen, den 15. Rovember 1922. Hessisches Amtsgericht. KiMiWei Süsklnd i Neuenwea 29. Pilo glänzt im Nu und erhält die Schuh. Brnchkrarrke können ohneOverat. u.Berufsslör.geheilt werden. Svrechstdn. möleßenb ©rbtoflb, Hot. Felsenkeller. am 27. Nov. v. 9-1 Uhr. I>r. mcd. Knopf, Spez.-Arzlf.Bruchl. raufiiosu. Suman- WIM, MW bei Dürbeck, Kaiserallee 5. oloee* IlllllllllllllllllllllllllillllllUI Submissionswege zu vergeben. (Es ist pro Zentner Lebendgewicht einzureichen, und sind Offerten bis zum Samstag, den 25. d. Mts., vormittags 10 Uhr, auf dem Geschäftszimmer der Bürgermeisterei abzugeben. Die Bedingungen sind dortselbst Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. B wurde beute bezüglich der Firma Swhr & Co., Elekttizitatsgesellschast mit beschränkter Haftung in Giehen, eingetragen: Julius Stohr in Giehen ist zum Liquidator bestellt. Die Gesellschaft ist nach Beschluh der Versammlung vom 24. Oktober 1922 aufgelöst. 10167 B Gießen, den 14. Rovember 1922. Hessisches Amtsgericht. Der beste Rasierapparat der Welt tociite-Extra mit immerwährend. Klinge. EnormGeld sparend. 1. Verletz. unmögl.,2.Schmerz- los spielend nimmt d. Messer d. Bnrt ab und bleibt Jahrelang ohne Sehlelfen haarscharf. Warnung: Die echten Klingen sind B nlento gesternp. Druckschrift: Ratschlägef.Selbstrasierer gratis. 2SÜLCUT0-Bas!ermesser?aLrlk, Solingen, Hammerwerk, Hohlschleiterei. Fabrikniederlage: Stahlwaren-Geschäft Lrbittenpostwendende Eilangebote an Ali Almas9 München Gabelsbergerstr. 59. Telephon 57898. fÜr 10M7 Bekanntmachung. 3n unser Handelsregister Abteilung B wurde am 20. Rovember 1922 eingetragen: Martin Schwersenz, Dank-Aktiengesell- schäft, Filiale Lich, vormals Sicher Sparund Credit-Aktiengesellschast in Lich. Die Hauptniederlassung befindet sich in Berlin. Gegenstand des Unternehmens ist der Betrieb von Bank-, Börsen- und Credit- geschästen aller Art. Das Grundkapital belrägt 10 023 600— Mark. Vorstand ist der Bankier Martin Schwersenz in Berlin. Dem Fritz Wagner, dem Ludwig Dörmer und dem Christian Roth, samt, lich in Lich, ist Prokura derart erteilt worden, dah je zwei derselben zur Vertretung der Firma für die Filiale Lich ermächtigt sind. Der Gesellschaftsvertrag ist am 22. September 1889 festgestellt, am 29. Dezember 1899 neu gefaßt und am 15. März und am 22. Juni 1922 geändert. Besteht der Vorstand aus mehreren Per- tonen, so wird die Gesellschaft durch ein zur Alleinvertretung ermächtigtes Vorstands- Mitglied und einen Prokuristen vertreten. Richt Eingetragenes: Das Grundkapital ist zerlegt in 118 Ramensattien Über je 200 Mark und 10000 Inhaberaktien über je 1000-Mark. Der Vorstand besteht aus einer oder mehreren vom Aufsichtsrat zu bestellenden Personen. Die Berufung der Generalversammlung erfolgt durch Bekanntmachung im Deutschen Reichsanzeiger, in dem auch alle sonstigen von der Gesellschaft ausgehenden Bekanntmachungen erfolgen. Lich, den 20. Rovember 1922. Hessisches Amtsgericht. 10242D Billiges Fleisch. Berkaufe bis auf weiteres erstkiassines M-MWMWWM. la WslkW 180 M. la WWW 240 Uli. MWlMsl 300 W. LeoIacgb.Grohen-viiseck. Telephon 31. 10220D ES w.aebcten.Pavier mitzubring. Außerdem ein erstklassig. Beiprogramm. Beginn derletsfen V orstel- lung 8.30 Uhr. Bekanntmachung. Bei der am 19. Rovember 1922 vor- genommenen Wahl zur Stadtverordneten- Dersammlung sind folgende Stimmen abgegeben worden. Für den Wahlvorschlag mit dem Kenn- wort Zentrumspartei: 621 Stimmen. Für den Wahlvorschlag mit dem Kenn- wortKommuntstischeParteiDeutsch- lands und Freie Arbeiter- und Angeste llten-Vereiniguüg: 922 Stimmen. Für den Wahlvvrschlag der Deutschen Demokratischen Partei, beginnend mit dem Namen Martin Fischer, Kreissttmlrat: 1277 Stimmen. Für den Wahlvorschlag der Vereinigten Sozialdemvkr. Partei: 2,983 Stimmen. Für den Wahlvorschlag mit dem Kennwort Bereinigte Bürgerliste der Deutschen Dolkspartei, der Deutsch- nattvnalen Dolkspartei und des Dürgervereins, beginnend mit dem Namen Prvfeffor KrauSmuller: 5262 Stimmen. Rach der Reihenfolge auf den Wahlvorschlagen sind gewählt: Dom Wahlvorschlag mit dem Kennwort Zentrumspartei: 1. Goerz, Heinrich, Stadtverordneter 2. Schwab, Franz, Hotelier. Dom Wahlvorschlag mit dem Kennwort Kommunistische Partei Deutschlands und Freie Arbeiter- und Angestellten- Dereinigung: 1. Haupt, Karl, Angestellter 2. Seng, Karl, Fräser 3. Bierau, Albert, Dachdecker. Dom Wahlvoischlag der Deutschen Demokratischen Partei, beginnend mit dem Namen Martin Fischer, Kreisschulrat: 1. Fischer, Martin, Kreisschulrat 2. Biermann, Emma geb. Dernburg.Ww. 3. Höhn, Heinrich, Bauobersekretär 4. Mayer, Leopold, Kaufmann 5. Simon, Emil, Lokomotivführer. Dom Wahlvorschlag der Bereinigten Sozialdemokratischen Partei: 1. Beckmann, Georg, Reichstagsabg. 2. Mann, Albin, Landtagsabg. 3. Goß, Hermann, Installateur 4. Lorenz.Elisab.geb.WollrathLausfrau den Zentner: 1. für das Einwerfen des Brennstoffes von der Strafte in den Keller......... 2. Für das Einträgen des Brenn, stoffes von der Strafte in den Keller......... 3. Bei Lieferung in Säcken ober Körben bis zu Höchstmengen von 15 Zentnern ab Eisenbahnwagen in den Keller. . . . 4. Bei Abholung von dem Lagerplatz des Kohlenhändlers bis zu Höchstmengen von 15 Ztr. 5. Bei Lieferung ab Lagerplatz Zechenkoks, grob . . Zechenkoks, nutz . . ........ Die Preise verstehen sich ab Eisenbahn- Fettstückkohlen . . . 1423 Mk. f. d. Zentner Fettnuftkohlen . . . 1451 , , , „ Fettkohlen, meliert Eftnuftkohlen . . . 13. Löber, Wilhelm, Bäckervbermeister 14. Gottmann, Heinrich, Gutspächter 15. Müller, Valentin, Rektor, Stadtverord. 16. Kirchner, Hermann, Privatangestellter 17. Rumps, Ernst, Landgerichtsregistrator 18. Loh, Johannes, Hausverwalter 19. Schenck,Amelie geb. Cellarius, Witwe 20. Appel, Georg, Fnstallationsmeister 21. Siebert, Ed., Lokomotivf., Löberstt. 12 ES wird dies mit dem Anfügen bekanntgemacht, daß während dreier Tage, nämlich den 24. Rovember, den 25. November und den 27. Rovember 1922 das Wahlprotokoll nebst den zugehörigen Schriftstücken auf dem Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Rr. 12, wahrend der Dienststunden zur Einsicht der Sttmmbe- rechttgten offengelegt sein wird, und daß wahrend dieser Frist Einwendungen gegen die Wahl oder gegen die Gewählten von jedem Stimmberechtigten bei Vermeidung des Ausschlusses bei dem unterzeichneten Stadtwahllommiffar vvrgebracht werden können. 10231B Gießen, den 22. November 1922. Der Stadtwahlkommissar: 3. 3.: Dr. Seid. Bekanntmachung Sperrzeit für Tauben. Die schlechte Witterung hat eine Verzögerung in der Herbstbestelluug und insbesondere der Aussaat zur Folge gehabt. Mit Rücksicht darauf fordere ich die Besitzer von Tauben unter Hinweis auf Artikel 39 Absatz 1 Ziffer 2 des Feld- strafgesehes vom 13. Juli 1904 erneut auf, ihre Tauben in der Zeit vom 24. No- vember bis 10. Dezember 1922 einzuhalten, wenn sie nicht Besttafung und den Abschuß der Tauben durch das Feldschutzpersonal gewärttgen wollen. 10232B Gießen, den 21. November 1922. DerOberbürgermeister.F.V.: Dr Rosenberg. Bekanntmachung. Infolge Erhöhung der Iechenpreife und Frachtsätze für Kohlen und Koks ab 15. November 1922 sowie der allgemein gestiegenen Unkosten, werden die Höchstpreise gemüft Beschluß der städtischen Brennstoffdeputation vom 20. November 1922 auf Grund der Vorschriften des § 17 der Ausführungsbestimmungen sum Gesetz über Regelung der Kohlenwirtschaft vom 23 März 1919 mit Wirkung vom 23. November 1922 wie Palast-Llchtspleli — Ijlndenplats — Gröfltes B.¥ornehnis!esThealer am Platze .MnWGchMickr (Viebertalbahn). Mit Wirkung vom 1. Dezember ds.Js. tritt wie bei der Reichsbahn eine weitere Erhöhung der Personen-, Tier- und Gütertarif satze ein. Nähere Austunst erteilen die Dienststellen. 10221D Berlin, den 20. November 1922. Allgemeine Deutsche Kleinbahn-Gesellschaft, Aktiengesellschaft. Beate bis sinsehUeBl. Sonntag: Eddie Polo io Seepiraien Heil. Bekanntmachung. Der Nachttagsvoranschlag der Israel. Religionsgemeinde Gießen für 1922 Rj. und der Nachtragsvoranschlag der Land- judenschast der Provinz Oberhessen für 1922 Rj. liegt acht Tage lang in der Wohnung des Unterzeichneten zur Einsicht der Beteiligten offen. 10199D Gießen, den 21. November 1922. Der Vorstand der Israel. Religionsgemeinde Gießen. Moritz Strauß. Ächtung! erzielt man die 1$ r höchst. Preise für 'wU • jMen,Eisen, knEs.WierMWWe MM? Bei - 25 mk. für 106M SokMWM. WOiil. moderne [10253ss Oelgemälde nur allererster Meister werden zu höchsten Tagespreisen gekauft Ab heute: Durch Kerker und Paläste 3. Teil Süstinb Neuenweg 29 zahlt 25 Mk. Das beste Fatty-Lustspiel der Produktion. 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Friedberg (Hess.) undRentner finden durch Besuch bereits vorhandener Kundschaft großer Der- sicherungs-Aktiengesellschaftguten Nebenverdienst. Angebote erbeten u. A. V. 6316 a. Invalidendank, Annc-Cxped. Frankfurt a.Main. SWerwz Die für den25.(November anaesetzLc Abend - Llnteehal^ Lung fbibct am 2. Dezember Bulggk. Major jetzt Student, sucht ein gut möbl. Zimmer evt!. mit Pension. Schrift!. Augeb. unter 010673 an d. <"«rcß. An;, erb. Altpapier u. Metalle werden zu sehr hoben Preisen angekauft Ludwigstraße 6 _ Vaden.' .oMsh Televhon 890. abzugeben, anzusehen bei Hugo Möhk Todesanzeige. J1^ Oo^ gefallen, meinen lieben Mann, meinen herzensguten Vater, Schwieger Die unterzeichneten Vereine mit Fahnen sammeln sich pünktlich um 11 Uhr am Friedhofseingang. Verabschiedete Offiziere erscheinen in Zivil. Dolksbund Deutsche KriegsgrLberfürsorge. llnf.-Rgt. Nr. 15 (Regts.-Stab und I. Val!.). Reichsbund und Reichsverband der Kriegsbeschädigten und Krieger- Hinterbliebenen. Kriegerverein. Verein ehem. 116er. Artillerie-, Garde-, Kavallerie-, Marine-, Pionier-, Veteranenverein. Deutscher Offizierbund. Osfizier- verein 1914. Offiziervereinigung ehem. 116er und ehem. ß. I. R. 116. Rcgimentsvereinigungen ehem. ßeibgardisten, ß. 3 R. 116, 3. R. 118, 3. R. 168, R. 3. R. 222, Drag. 23 und 24, Artillerie 25 und 61. Wir erfüllen hierdurch die traurige Pflicht, die Kameraden von dem Ableben unseres langjährigen treuen Kameraden Wilhelm Flamme in Kenntnis zu setzen. 10227D Die Beerdigung findet Freitag, den 24. Nov., nachm. 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. Zusammenkunft 2" .Uhr am Portale des Friedhofs. Uniform: Tuchrock, Helm. Das Kommando: C. Wenzel. Fr. Wenzel. Achtung! Weihnachtsgeschenk! Neue elektrische Beleuchtungskörper Stadttheater Freitag, 24. Nov.: LFrelW-M.-VoM. MnwfiWl Hierauf: Sie jtoolominl Ans. 7, Ende 10 Uhr. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgänge unserer lieben Entschlafenen, besonders für die zahlreichen Kranzspenden und das ehrenvolle Grabgeleite, sagt auf diesem Wege herzlichsten Dank [010669 im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Lehrer Pfaff. Die Beerdigung findet statt am Samstag, dem 25. November, nachmittags um 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus. 10230D Doppelschraubendampfer „Manchuria11 . 16 Doppelschraubendampfer „Mongoiia". . . 30. Dreischraubendampfer „toennekahda“ . . 6. Doppelschraubendampfer „Ittanchuria“ . 20 Doppelschraubendampfer „Mongolia“... 3, Frachtdampferi Hamburg - Baltimore Hamburg - Boston Hamburg - Philadelphia Auskunft erteilen: (flclmit. Schlosser) und einen ioshd Jüngerer Zeichner der nach kurzen Angaben flott und sicher zeichnen kann, für sofort oder spätpstens I. Dezember gesucht. Persönliche oder schriftliche Bewerbungen erbeten an [ ,S*°D Scbunk&Ebe,Windhof American IM Hamburg, Börsenbrücke 2 Vertreter: Wilh. Jullmann, Gießen, Bahnhofstr. 65. 7361A ’ Am Totensonntag dem 26. November,vormittags pünktlich 111/? Uhr, findet auf dem Neuen Friedhof eine gemeinsame Trauerfeier sürunsereim Weltkrieg gefallenen Volksgenossen statt, zu der die unterzeichneten Verbände und Vereine die gesamte Einwohnerschaft Giehens, insbesondere auch ihre Mitglieder und die Hinterbliebenen der Gefallenen \ Roßhaare neuen, alte, Scdwcine- baare, Frauenhaare, wollge- strickle Vnni« vewgewöhn- licke Vitm« | nen, Scknei- deneuiuch. zahle nuster- gcwöhnlich hohe Preise, lohnende । Posten wer- I den ebne« I holt. Nur Süskind 9l6itenroen29 Tel. 1517. Regelmäßige Passagier- und Frachtdampffer Hamburg - Hewyork Passagierdampfer: Doppelschraubendampfer „Wlongolia« ... 25. November Dreischraubendampfer „Minnekahda« . . 2. Dezember Lichtspielhaus / Ä Alelier gefront Schr. Ana. n. 010677 an den wie ft. 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Ju jung des Arltlels. da stehender CBcamtei < muß“, in das Tebu verweisen. Deiche Tatsaä anlassung zur Dersq andere Anstalt aegetx geführten Dorkommr die Entscheidung der licher Dedeutur l.der Direktor hat seinen direüen Vor seiner innigen An verlesen und damr Staatsoulvri 2.6t Hai das Simpli geduldet, das in d< Verhöhnung des i gewertet werden mi dem Herzen zur R los ist, die Äusfassi zu teilen, dah der OhnMcht Deutschs hat er dazu seine Schian findet sie in welche die deutsche l mit einer Schuld de und Legierung beho Lni)er inrsen dei weitere Dersehi gesehen worden, die keinem Dort be 3. Der Direktor ist nii Lehrer, der entgcgi fugung am Lotengl wmgsrede eine Rev 'J.'Stt Direktor har ei "Aschen 3U « nicht bekamst .^Schublade liegen 51 hat u, einer Lehr standia als Parieima rer schwer beleidigte AM Ärislstü. Charakter eben S^W-ngenat 'ÄÄ ?,^'chte iAichlsst bet > Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Äoeryefsen) Donnerstag, 25. November (922 " — " > ' 1 .......................... «t. 276 Zweites Statt Die „Vorgänge an der Oberrealschule in Gießen". Don Prof. Weißgerber, Studienrat. Unter oben flehen der Ueberfd>rift hat Herr Prof. 6 chic» n am Samstag — 1 Tag vor den Wahlen! — einen Artikel hier gebracht, der auch nach der Wahl noch einer Erwiderung bedarf, weil darin die Vorgänge falsch dargestellt sind, die Bürgerschaft aber, wie Herr Prof. Schian richtig bemerkt, erfahren muh, wie die Tatsachen wirklich gewesen frnb. Zunächst: in wvchenlanger, juristisch geführter Untersuchung find die gegen Direktor Schnell erhobenen Beschuldigungen geprüft worden. Es ist falsch dah diese Untersuchung unter dem Zeichen .Maßnahmen zum Schuhe der Republik" gestan- oc,n habe: man hat die neuen Derordnunden nicht angewandt, weil die Verfehlungen vor Dem Erlaß derselben liegen. Andernfalls Ware das Urteil natürlich viel schärfer ausgefallen, und dann hätte Herr Prof Schien vielleicht ein subjektives Recht gehabt, von einer .ernsten Maßregelung' zu sprechen. — Die Versetzung des Direktors war keine Strafversetzung, sondern erfolgte üft Interesse des Dienstes: es war für ihn, wie allgemein bekannt ist, eine gleichwertige Anstalt in Rheinhessen in Aussicht genommen. Erst als die Franzosen ihn ablehnten, erfolgte die Der- ietzung an die Oberrealschule in Offenbach. Wenn der Direktor nun diese Stelle verschmähte und die Pensionierung vvrzog. so war das doch ein Akt seines eigenen freien Willens. Statt von einer Härte kann man viel eher von einer M ilde der Regierung sprechen, die nicht — wie es im alten Staat ui^weiselhaft geschehen wäre — die Alternative stellte: Antritt Der an gebotenen Stelle oder Dienstentlassung! Vielleicht hat auch die vorgesetzte Behörde Die pädagogischen Verdienste des Direktors nicht ganz s o hoch eingeschäht wie Herr Prof Schian. der doch auch in diesem Punkt nur die Ansichten einer getreuen Anhängerschaft wieüergibt. Auf alle Mlle ist die Bemerkung des Artikels, daß „ein in der besten Kraft stehender Beamter aus dem Dienst scheiden muh", in das Gebiet bet Stimmungsmache zu verweisen. Welche Tatsachen haben nun weiter Veranlassung zur Versetzung beS Direktors an eine andere Anstalt gegeben? Von den im Artikel an» geführten Vorkommnissen sind nur zwei für die Entscheidung der Regierung von wesentlicher Bedeutung gewesen: 1. bet Direktor hat einen Schmähattikel gegen seinen direkten Vorgesetzten unter dem Ausdruck feiner innigen ^Freude daran im Lehrzimmer verlesen und damit die Achtung vor der Staatsautorität schwer geschädigt. 2. Er hat das Simplizissimus-Bild auf dem Gang geduldet, das in der Tat als eine beabsichtigte Verhöhnung des Reiches und der Regierung gewertet, werden mußte. Wenn jemand, der mit dem Herzen zur Republik steht, nicht so harmlos ist, die Auffassung des Herrn Pros. Schian zu teilen, daß der Zeichner „nur die furchtbare Ohnmacht Deutschlands" schildern wollte, so hat er dazu seine guten Gründe. Herr Prof. Schian findet sie in seiner eigenen Parteipresse, welche die deutsche Rot nicht ohne 'Verknüpfung mit einer Schuld der jetzigen Regierungsform und Regierung behandeln tarnt. Außer diesen beiden sind aber noch einige weitere Verse hlungen als belastend angesehen worden, die aber in dem Artikel m i t feinem Wort berührt werden, so: 3. Der Direktor ist nicht eingeschritten gegen einen Lehrer, der entgegen einer ausdrücklichen Verfügung am Totengedenktag statt einer Verfoh- mmgsrebe eine Revancherebe hielt. 4. Der Direktor hat eine Verfügung betv. Verbot der „Deutschen Zugendgemeinschaft" in der Schule nicht bekanmtgegeben, sondern einfach in der Schublade liegen lassen. 5. Er hat in einer Lehrertonferenz, in der er vollständig als Parteimann auftrat, auch einen Lehrer schwer beleidigte, tztn von Kollegen unterzeichnetes Schriftstück entgegengenDuimen, das den Charakter eben dieses Lehrers, Der in der vorausgegangenen Untersuchung als Zeuge vernommen worden war. anzweifeln und den Verkehr mit ihm unmöglich machen sollte. Ausgeschieden war bei Der Beurteilung des Falles ganz und gar die Fahnen- geschichte (Richtflaggen am Lage der Beisetzung Rathenaus), der berüchtigte Schüler- a u f s a h, das Tragen verbotener Abzeichen Die Herweghs. Eine rechtsrheinische Geschichte von Liesbet Dill. 44. Fortsetzung. (Rachbruck verboten.) Ich hoffe, mit diesen Widerlegungen glücklich gewesen zu sein und stelle Dir frei, jderzeit in unser gastlich geöffnetes Haus zurückzukehren, in dem alle Türen offen stehen, so daß ich gestern eine unbekannte Gesellschaft in Deinem Salon Vorland, die sich dort häuslich niedergelassen hatte, in der Meinung, sie seien in einem Cafs. Ich habe sie hinausbefördert, worüber fie sehr entrüstet waren. Ich gebe mich der angenehmen Hoffnung hin, daß dieser Brief Dir meine aufrichtige Reue beweist, was sollte ich Dir sonst beweisen, und schließe, denn soeben erscheint die Köchin, deren Rarnen ich vergessen habe, um mir an Stelle der Hausfrau zu kündigen." Arn selben Abend befand sich Grete wieder zu Hause. Der letzte Sah des Briefes hatte ihr Blut in Wallung gebracht und sie eilte Heim, um zu erfahren, wer die Dreistigkeit gehabt hatte, in ihre Häuslichkeit einzudringen und eine neue Köchin zu suchen. Ernst faß ihr toieber an bem runden Tisch im Eßzimmer gegenüber, der aus einem benachbarten Delikateßgefchäft reichlich bestellt war, und tot, als sei nichts vvrgefallen. Dann wünschte er ihr gute Rächt und zog sich in das 'Fremdenzimmer zurück, in dem er sich nun eingerichtet hatte. Seitdem wußte Grete, daß es zwischen ihnen auS war. Wenige Tage später lernte sie im Kurhaus einen Marineoffizier kennen, der Lutz ähnlich sah. • Im Lauf der Jahre hatte sich Herweghs Praxis immer mehr ausgebaut. Er war Mode geworden, alles lief zu ihm, und seine Vorzimmer durch Schüler und die Karikatur aui den | Reichspräsidenten, alles Dinge, die Herr Prof. Schian in größter Breite vorträgt. Der Aufsatz selbst «hat bei der Untersuchung überhaupt keine Rolle gespielt, sondern mir das Verhalten des Direltors, der leineswegs für eine strenge Bestrafung des Schülers Sorge trug, sondern die Sclftebung des Falles aufs rein pädagogische Gebiet billigte. Die „strenge Bestrafung" mit zwei Stunden Arrest wurde Dann ja auch vom Dildungsamt wesentlich verschärft. Es ist betrübend, daß sich in den gebildeten Kreisen der Stadt wirklich Leute genug gefunden haben, die das Gerede, die Versetzung des Direktoi-s sei hauptsächlich infolge des Sckmleraufsahes erfolgt, gläubig hrngenommen haben. — Auch einige weitere Bemängelungen wurden fallen gelassen, da man sie als Imponderabilien wertete. - M i t b e st i m- mend für die Entscheidung der Behörde war aber das Vorgehen des Direktors gegen einen Zeugen. Der Direktor hatte sich schon aus diesem Grunde ander Anstalt unmöglich gemacht. Rach alledem aber darf man wohl fragen; Wie wäre eine vorgesetzte Behörde im alten Staat mit einem Derartig belasteten Verwaltungsbeamten verfahren? Und zudem: das Edikt von 1920, das einen hessischen Beamten jederzeit zu entlassen ober in den Buhesland zu versehen gestattet, ist formell noch nicht aufgehoben. Der Versuch den Direktor zum Märtyrer zu stempeln, ist wirklich ein Versuch am untauglichen Objett. Aus Raummangel muß ich mir die Richtigstellung einiger weiterer Einzelheiten, die entweder falsch ober schief dargestellt sind — auch durch mehrmalige Wiederholung wirb Falsches nicht richtig —, versagen. Rur zwei Punkte seien noch berichtigt. Das Tragen von Abzeichen wurde nicht von bem Lehrer entdeckt, den Herr Prof. Schian im Auge hat, sondern von einem anderen Herrn, der auch bem Direktor Anzeige machte; und weiter ist von der erwähnten Karikatur von dem betr. Lehrer bem Klassenführer Mitteilung gemacht worden, der auch für die Beseitigung sorgte. Soviel zum Tatsächlichen. Ganz entschieden aber zu verurteilen ist die Methode, die Herr Prof. Schian anwendet, um den verhaßten Lehrer in der Öffentlichkeit bloßzusteilen. Immer ist es ein einzelner- Kollege, der die Beobachtung gemacht hat, und „bann erfolgte die Anzeige in Darinstadt". Mit anderen Worten: Der Mann ha! jahrelang im Geheimen Beobachtungen gemacht und dann oben denunziert! Auch dies entspricht nicht der Wahrheit. Die Untersuchung wurde cmgeleitet 1. auf Grund der Vorkommnisse bet Der Rathenaufeier, die in öffentlicher Versammlung besprochen worden waren: 2. infolge einer Rotiz in einem Darmstädter Blatt über das Simplizissimus-Bild: 3. auf eine Eingabe D:ö hiesigen Gewertschaftskartells. Mu diesen Dingen hat bei so liebevoll Denunzierte nicht das geringste .zu tun gehabt. er Hot nur während Der Untersuchung pflichtgemäß wie andere auch, und zwar als letzter, seine Aussage gemacht. Ich stelle ausdrücklich fest: Dor Begin n Der Untersuchung hat keiner Der auf republitanischem Boden stehenden Lehrer einen Einzelfall bei einer maßgebenden Stelle zur Airzeige gebracht, wenn auch so manches Vorkommnis ihre Gefühle schwer verletzen mußten. QHs bann der Stein urs Rollen tarn — der Direktor hat ihn selbst bei der Rathenaugedenkfeier ins Rollen gebracht —, haben sie natürlich über alles ausgesagt, was äut Chavatterisierung des Geistes der Schulleitung dienen konnte. Hätten sic aus Gründen der viel- berufenen Kollegialität geschwiegen, so hätten sic die Pflicht als republikanische Staatsbürger verletzt, die sie auch innerlich als eine zwingende Gc wissenspslicht embfinben. Zum Schluß aber eine Frage: Wie konnte es geschehen, daß Herr Pros. Schian in seinem Artikel genau dieselben Dinge vorträgst die als bösartiger Klatsch in Der Stadt verbreitet werden? Wo es um Die Ehre eines Menschen geht, hätte er sich doch um exakte Erkundung der Wahrheit bemühen müssen. Wäre das geschehen, Dann hätte er wohl erfahren, daß am 10. Rovember eine Lehrerkonferenz stattgesunden hat, in Der zw ei Vertreter des Bildungsamtes, Ministerialdirektor Urstadt und Oberschulrat Dorfeld, an der Hand der Akten Ursache, Verlaus und Ergebnis Der Untersuchung darlegten unDinberin ausgiebiger Aussprache die Wahrheit sest- gelegt wurde, besonders auch in bezug aus den angefeinDcten Lehrer ■ 11 ■ ■ 1111» H BBBKMMMMBrigaBKfWtaaMCTMKV.HKaKHMa.'iMUJCTBJ glichen den Wartesälen wichtiger Eisenbahnknoten- puntte, sie waren überfüllt. Seit man des unsteten Anwalts nur noch selten habhaft werden konnte, suchte man Den Bureauvvrsteher, Herrn Gimpel, wenigstens feftzuhalten, aber in diesem •Bureau schien niemand mcljr Zeit zu haben. In Eppenhausen wurde eben die neue Bahn gebaut, und die Arbeiterkvlonie, bereit hübsche stattliche Häuschen man ganz nach den Mustern der Stuttgarter Bauausstellung eingerichtet hatte, war eben fertig geworden, jeder Arbeiter sollte seine Wohnstuk«, sein Bad. sein Gärtchen haben, das er bepflanzte, statt abends ins Kino zu Igufen. Die Eppenhausener zogen in ihre neuen Häuser ein und verlangten Lohnerhöhung. Die Direktoren, Der ewigen Streiks müde, schlugen vor, Polen ober Italiener kommen zu lassen, aber Herweg h widersetzte sich. „Sie arbeiten zuviel mit dem Gefühl, Herr Doktor, sagte ihm der erste Meister, „wenn die Fabrik zugrunde geht, können Sie keinem mehr helfen." Herwegh schlug vor. die Arbeiter mit einem Gewinnanteil zu interessieren, dann sahen sie vielleicht eher ein, wie hoch sie mit ihren Forderungen gehen konnten, aber Da stieß er wieder auf heftigen Widerstand des Aufsichtsrats. Seine Stellung war durch diese Kämpfe erschüttert. ,($r fühlte es. Die Arbeiter waren enttäuscht, daß er sich nicht durchzusetzen wußte, die Aktionäre mißtrauten ihm. Gr war ein Jurist, die verstanden alles besser, und vom Geschäft hatten sie keinen blauen Dunst. „Mußt du denn ausgerechnet Den Eppen- hausenern den Kram machen?" sagte sein Schwiegervater: er fand es an der Zeit, daß Emst das Kapitol dort herauszog. Aber das hätte sich der als Fahnenflucht an- gerechnet. Gerade jetzt mußte man am 'Ruder bleiben. Täglich flogen ihm Briefe ins Haus von empörten und beunruhigten Aktionären, sic wollten sich nicht mehr von Frühjahr za Frühjahr Dabei wurde auch mitgeteilt, daß Die Versetzung des Direkt ors auf einstimmigen Beschluß Der Schulabteilung erfolgt ist. Meine Ausführungen gründen sich auf diese amtlichen Feststellungen. Anmerkung der Redaktion: Die „Tatsache n", die Herr Prof. Weihgerber hier als wesentlich bedeutend für den Beschluß der Schulabteilung anführt, können uns keineswegs zu der Schlußfolgerung bewegen, daß die Entfernung des Direktors Ecknell oon seinem Posten angebracht oder notwendig gewesen wäre. Es bleibt der Eindruck zurück, dah Kleinlichkeit und Gesinnungsriecherei hierin der Tat ein übles Stück Arbeit verrichtet haben. Bezüglich des Simplizissimus-Bildes muh man die Meinung des Herrn Prof. Schian doch wohl gelten lassen, daß eine Verhöhnung der Republik dahei nicht in Frage kam. Von den übrigen „Fällen", die Prof. Weißgerber nennt, kann man sich, solange Einze.h i.en darüber fehlen, kein rechtes Bild machen. Am ernstesten erschiene vielleicht die erwähnte Verlesung eines Schmähartikels „gegen den direkten Vorgesetzten" — aber es wäre möglich, daß hier, wie beim SimplizissimuS--Bild, nur verschiedene Auffassungen vorliegen und der Hergang objektiver geprüft werden mühte. Es ist der Oeffentlichkrit auch nicht mit dem kargen Hinweis gedient, daß „das Vorgehen dc§ Direktors gegen einen Zeugen" mit- bestimmend gewesen sei und „der Direktor sich schon aus diesem Grunde an der Anstalt unmöglich gemacht" habe. Das klingt sehr hart und weckt nützliche Empfindungen. Vielleicht erfahren wir über die „Fälle" doch noch einiges! Die Darmstädter Gewalttätigkeiten vor Gericht. rm. Darmstadt 22. Rov. Die Demonstrationen nach dem Rathenaumord am 27. Juni in Darmstadt haben zur Anttage und teilweisen Verhaftung von etwa 65 Personen geführt, die jetzt in verschiedenen Gruppen, teilweise vor der Strafkammer am 22., 25., 27. und 29. Ro- t>ember, teils vor Dem Schwurgencht am 5. und 15. Dezember zur Aburteilung lomme-i. Den Anfang macht die erste Gruppe von 17 Angeklagten, die heute Mittwoch, vor der Strafkammer unter Vorsitz des LanDgeiichtsdirettors Stein, sich wegen Landfrtobensdruches, Zusammenrottung, 5chrpei.Verletzung, Sachbeschadiguag und Beleidigung zu verantworten haben. Die Angeklagten sind. Der 20 Jahre alte Schlosser Karl Eberhardt, ledig, unbestraft, aus Weiterstadt, Schmied Christian Schmidt, 19 Zähre alt, vorbestraft, aus Eberfiadt, Der 25 Jahre alte, unbestrafte Schuhmacher Georg Hei- s e l aus Ober-Ramstadt, Der 26jährige, vorbestrafte Mechaniker Heinrich Schaaf aus DarmstaDt, die i; Zähre alte Arbeiterin Frieda Sämann, unbestraft, aus Darmstadt. Der 17 Jahre alle, unbestrafte Dachdecker Karl Kroll aus Darmstadt, Der im April 14 Jahre alt gewesene Formerlehrling Ludwig Schneider aus Cberstadt, Der unbestrafte Hilfsarbeiter Georg Stoller, 17 Jahre alt, aus Gr.-Zimmern, Der 16 Jahre alte Schrei- ncrlehrling Georg BinstaDt aus Darmstadt, Theodor Bauer, 18 Jahre alt, Fabrikarbeiter aus Riederbeerbach, Wllh. Fuchs. Dachdecker, iS Jahre alt, vorbestraft, aus Darmstadt, Richard M u n d 14 Jahre alt. Mechanikerlehrling, ass Frankftu t a. M., Wilhelm Schwarz, 19 Jahre alt, Hilfsarbeiter aus Darmstadt, Christian Schwarz Witwe geb. Hermann, 18 Jahre alt. Dannßadl, Hob. Degenhardt, Arbeiter, IS Jahre alt. aus Eberstadt, vorbestraft. Franz K o ck Schlosferlehrling, 16 3af)ve alt, aus dem Elsaß und Franz Schmitt 17 Jahre alt, Schlosse'. aus Annweiler, wohnhaft in Darmstad, Die drei zuletztgcnannten sind beschuldigt, Möbel und Hausgerät des Zustizrates Dr. Osann, des Privatiers v. Helmolt Der Druckerei , des „Sägl. Anzeigers" und Der Firma Thiele und B ö t i n g e r beschädigt zu haben. Sie sind gemeinsam anaeklagt, nach Dem Demonstrations- zuge am 27. Juni, in toclcbem SchilDer mit ber vertrösten lassen, da steckte man ja besser sein Geld in den Strumpf. Run brauchte man wieder Geld zu Den Arbeiterhäuschen. und Herwegh sollte es schassen. So war er schließlich darauf getommen, das Geld der ewig verreisten Witwen ohne Adressen, das aus seinem (Bureau lagerte, In Eppenhausener Aktien — es wurden jetzt junge herausgegeben — anzulegen. Die mußten ja steigen, sobald die Papiere einmal an der Börse eingeführt waren. Es wurde Den Damen mitgeteilt, und es traf nie eine Antwort darüber ein, sie hatten scheint's nichts dagegen. Aber das wußte vr j--tzt, obwohl er nicht mehr rechnete und nicht mehr über seine Zukunft nachdachte, wenn die Ziegelei Bankrott machte, dann san? er nicht alleine, sondern viele, viele andere mit ihm. Lind deshalb arbeitete er, um sie hochzuhalten mit allen Kräften. Selbst in feine Musik schlichen sich diese Gedanken ein. Während er schottische Rhapsodien spielte, suchte er bornierten Witwen den Unterschied zwischen einer Aktie und einer Obligation begreiflich zu machen, bei Den Dachschen Allemande» sprach er zu Den Eppenhausenern, um ihre Dickschädel mit Der Ueberzeugung zu durchdringen. Laß ihre Forderungen die Preise der Ziegel sinnlos in die Höhe schraubten, und mitten in einem Rondo von Dvorak, zu Dem ihn Herr Stolzenberg auf dem Cello begleitete, konnte er aufspringen und ans Telephon eiten. „Entschuldigen Sie, lieber Stolzenberg, einen Augenblick, ich muh .Herrn Gimpel erinnern, daß er mit Goldenberg zur Versteigerung fährt." Sein guter Freund Stolzenberg senkte Dann Den Vogen wie einen Degen und wartete geduldig. Der arme Kerl, dachte er, und sah sich in seinem kostbar eingerichteten Musikzimmer um, was hat er nun von seinem Leben! Es war kürzlich vorgeiommen, daß eine Witwe sich am Zinstag pünktlich einfand, aber niemand da war, um ihr dieses Geld auszuAusschrift „Aus zum Gichberg-KommanDanten", „RicDer mit Osann und Dingeldey", „Rieder mit Der Reaktion, die Henker-Kommission", rote Galgen, ein rot angestrichenes 'Beil und andere ausreizende Sinnbilder getragen wurden, zunächst in die Wohnräume des Privatiers v. Helmolt und Dann in die Räume des Qlbg. Dr. Osann mit Gewalt eingebrungen zu sein und dort ebenso, wie in den Druckereien des „Tägl. Anzeigers" und Der „Hess. Landeszeitung" alles nach Möglichkeit zerstört und viele Gegenstände geplündert zu haben. In Der Stadt wurden viele Hoslieferanten- schilder unter Anwendung von Gewalt beseitigt. Abg. Dingeldey wurde unter Todesdrohungen zwei Stunden lang durch die Straßen oer Stadt geschleppt und in letzter Minute durch die Polizei aus der Gefahr, durch die wilde Meute aufgehängt zu werden, am Marktplav gerettet. Bei dem Falle Osann sind b sonders . ie Angeklagten Eberhardt Schmidt, Heisel und Scr-aaf beteiligt, die die Tur mit Gewalt gesprengt und das ganze Möbel demoliert haben Die Frieda Sämann hat sich trotz ihres jugendlichen Alters ganz hervorragend durch aufreizen.de Reden beteUigt; sie Dar in Der vordersten Reihe, zerschlug das Porzellan, zerschnitt die 'Betten und Polster möbel', so das', der Inhalt in der- Wohnung und auf der Straße umher flog. Auch in den Zeitungen hat fip sich hervorragend beteUigt. Dauernd hat sie noch gdheht, als die Polizei ernschritt. und hat zum Widerstand aufgefordert. Die übrigen Angeklagten haben sich in ähnlicher Weile bei Der Demolierung hervorgetan, die Witwe Schwarz hat eine zusammengeschlagene silberne Schale als der Wc./nuug Osanns an sich gebracht und sirr etwa 3000 Mk. verkauft. Degenhardt hat sich auch bet bei- Verwüstung in den Wohnungen Helmolts und Dingeldeys beteiligt. Zu der ersten Verhandlung sind außer Der Familie Osann noch etwa 20 Zeugen geloben. Als achtzehnter Der Angeklagten wird außerdem gegen den 23 Jahre alten Schlosser Philipp au bah aus Darmstadt verhandelt, der sich ebenfalls bei den Vorgängen bei der Demonstration und Den Plünderungen zu Gewalttättg- foiten, Sachbeschädigungen usw. hat hinreihen lassen. Er hat insbesondere in Der Fabrik (Bchn- bedarf), in Der er beschäftigt war, ein großes Beil unfertigen lassen unD rot angestrichen, das er im Demonstrativnszuge trug und mit dem er Türen und Fensterscheiben einschlug und Per- scnen verletzte. Die Verhandlungen hatten zahlreiche Reugierige herbeigeführt, Die aber meist nicht ihre Rechnung fanden, da nur etwa 60 Karten für die vorhandenen Sitzplätze abgegeben wurden. Das Zustizgebäude ist befonbers in den 3imenräumen scharf bewacht, doch lag bisher zum Einschreiten De Sicherheitsorgane keinerlei Der anlas. ung vor. Die Antia gebäntc find mit den meist jugendlichen Angeklagten dicht besetzt. Die Angeklagten werden von den Rechtsanwälte.! Garnier und S t ä d e l vertreten. Die 'Vernehmung der Angeklagten, die sich im Lause des Vormittags in verhältnismäßiger Kürze vollzieht, ergibt wenig Interessantes. Die meisten geben ihre Beteiligung an der Demonstratton unumwunden tu, wollen aber angeblich durch andere verführt oder durch die Menge in die Häuser mitgedrängt worden sehr. Charakteristisch iß die kaum 17 Jahre alte Frieda Sämann, die ziemlich ungeniert ihre Beteiligung und Aufreizung, die Beschädigung der Betten, Dillter usw. zugibt, aber für die Ursache zu ihren Taten keine Antwort weih. Einzelne der Angeklagten suchen ihre früheren Geständnisse abzuschwächen Lächeln erregt das Auftreten des kommunistischen Stadtverorb- neten Schreiners BinstaDt. Der zur Entschuldigung seines mitangeklagten 16 Jahre allen Sohnes anführt, daß das Geständnis seines Sohnes über seine Beteiligung ihm von den Kriminalbeamten abgepreßt worden sei, da ihm der Vorsitzende erwidert, Daß Der Angeklo gte V. ja heute selbst Die ihm vorgehaltene Veschuldigung zugegeben habe. Bewegung herrscht im Saale, als ter geschädigte Abg. R.-A. Dr. O s an n, als Zeuge vernommen, eine Drastische Schilderung des Vorganges und Der in feinem Hause Durch die ungezügelte Masse vorgenommenen Verheerungen gibt,- die nach Angaben Don Augenzeugen mit Worten gar nicht zu schttdern sind. Dir Beweisaufnahme ist gegen 7 illjr beendet, worauf Die Plädoyers begannen. Rach 8 Ahr wurde Die Ve'. handlrnig auf Donnerstag vertagt. händigen, Herwegh plädierte gerade auswärts und Herr Gimpel war verreist, sie wurde gebeten wiederzukommen Als sie wiederkam, fehlte Das betreffende Aktenstück, in Dem fie Eintragungen gemacht haben wollte, unD man begann in fieberhafter 5)afi alle Schränke zu durchstöbern, ohne es zu finden. Am nä^ften Morgen fand eine Scheuerfrau beim Aufräumen hinter dem Klavier den All der Witwe Schnabel in den Schumann- schon Myrtenliederkreis eingeklemmt. Bald darauf verschwand toieber ein Hypothekenakt. Diesmal suchte man gleich die Roten- stöße durch, aber ohne Erfolg. Herwegh setzte fünf Mark Belohnung aus, das ganze Bureau wurde ausgeräumt und, siehe da, der Akt fand sich unter Den Kleinbauberech aungen Der Eppen- hausener Ziegelei. Als bald daraus wieder ein Attenstück verschwand, hieß es: einen Taler, wer den All Meyer- gegen Gollenberg wiederfindet, und eine allgemeine Razzia begann. Es war eine Art Gesellschaftsspiel geworden m dem Bureau, an dem sich besonders die jüngeren Schreiber mit Eifer beteiligten. Wäre Herwegh ein Menschenkenner gewesen, so hätte er gemerkt, dah man ihm auf.bem Gericht nicht mehr mit derselben Achtung begegnete wie früher. Die Kollegen waren sich darüber einig, mit Herwegh bereitete sich etwas vor. Ehrlich grüßte ihn kaum noch, die anderen vermieden sichtlich ein Zusammensein am dritten Ort mit ihm. Eine besonders kühle Atmosphäre wehte ihm aus den Richterkreisen entgegen, die Staatsanwaltschaft begann Herwegh „zu schneiden". Aber dieser schien viel zu beschäftigt, um das zu empfinden. Alles, was mit seiner Zukunft zusammenhing, war für ihn wie mit einem liebel Durch die sich türmende Arbeit, Plädoyers, Aufsichtsratsitzungen und Sorgen um fremde An- Ans Siebt «nd Land. Rieften. Den 23. November 1922. Anzeigen-Annahme. Sie Sntgegeimahme vou Anzeigen findet bis znm Absud vor dem Anfnshmetag statt; An- zeigen für die SamstagSwLMMer müssen fpä* tötens biS Freitag mittag aufgegeben sein. Geschäftszeit da» 8—12»/° Mr und do« 2—S'/s Mr. Die Kohlenproduktion in Heften. Die monatliche Statistik der Kohlenprodut- tarn des Dollsstaates Hessen weist für den Monat Oktober 1922 die folgenden Zahlen nach. Ar SotbcaunlD’iIen wurden gefördert 51166 Tonnen, acriaufi. wurderr dawn 19 741 Tonnen der größte Teil der Rohkohle wurde weiterverarbeitet oder war zur weiteren Verarbeitung bestimmt. Olite» den verarbeiteten Rohkohlen wurden neben Schwelereiprol ulten erzeugt: 28tiö To. Drauir- kvhlenbrlle 1s, Z31 To. Raft preft steine. Au her dem wurden inHessen erzeugt IOZ8ST0. Striuprehkv^en. Bluter Ve.ücksichtigung der au: Vormonaten übernommenen DrstänX, sowie de - A tatze? u d äxckbstoerbvauchs. verblie.en am Jtio. aUfd)U6 absatzfähig: 5923 To Rohkohlen, 2249 To. Raft- -retzsteine, zusammen 8163 To. Braunkohlen und Braunkvhlenprodukte im Gesamt'verle von '20 251 430 » . *• Amtliche Perfvnalnachrichten. (Krncmat wurden: am 11. 2lot>an':cr der HOssouf» 'iLher Kari Brvo zum Gtrofanstaltsoberwacht-- meister am Landgerichtsgefangnis in Mainz: am 13. November der Scrafans1altsoberwaW1'..:eistrS -an der Zellenst vafwn ft alt Butzbach Georg 5v unz zum Strafanstaltshauptwachtmeistcr an der Zellen- Tlrafanftali Butzbach; am 20. 2rovember die Re- gierungSrcitc M e i f f e n b u ch und Bühner beim LandessltUvnzamt Darmstadt zu Oberregierungsräten. ** Die Germania marken mit der Kaiserkrone sind bekannt lich seit Oktober außer Geltung gesetzt. Sie dursten noch bis Ende Oktober umgetauscht werden. Biele Besitzer hatten es aber- versäumt, sie der Post zurückzugeben, so daft sich noch beträchtliche Mengen Germania- macken In den Händen der Derwtterung befinden. Das Reichspostmii'.isterlun hat de-halb jetzt nachgegeben, dah die Marken noch bis Ende Dc- 8tiw;er gegm andere Postwert-,eichen un getauscht werden können. Dies gilt auch für drn Eintausch von Vordrucken mit gultiaem Wertslemrel und nachgekle ten Germaniamarken Di? ungetauschen Werrzeichen Werden von den Poftanilal.e i an die Oberpostkassen eingesandt. Die O erpostdire t o er sind angewiesen, die Wertzeichen zu verbrennen. " Die Paketbeförderung. Bei dem Publikum besteht vielfach die Auffassung, dah Pakete, die mit dem Verlangen der E i l b e st e l - lung zur Post gegeben werden, schneller als andere Pakete befördert werden. Dies ist im allgemeinen nicht der Fall. Die Eilpakete werden zusammen mit den gewöhnlichen Paketen — vielfach unter Benutzung der Gilgüter- und Güterzüge — versandt; die Bevorzugung vor den gewöhnlichen Paketen besteht allein darin, dah die Eilpakete anstatt mit der regelmäßigen Bestellung, sogleich nach der Ankunft den Emp- tängern durch besonderen Boten zugestellt werden. Soll Paketen eine befchleuniHteDeförde- Fung zureil werden, so sind sie als „dringend" aufzuliefern. Dringende Pakete unterliegen der dreifachen Freigebühr für gewöhnliche Pakete und werden gleich den Drieffendungen mit den schnellsten Desorderungsgelegenheiten ab- gestncht. Landkreis Gietzen. X W i e f c d, 20. Avv. Der zweite FamUlen- abend desWartburgvereins im übe füllten Saal von Braun hatte als Thema „Das deut° gelegenheiten hatte er den lieberblick Über seine eigenen Verhältnisse verloren. Zuweilen überkam es ihn Wie ein Hunger nach Musik, nach einem Orchester, dem Klang einer Orgel, Gesang. Dann warf er alles fort und ging ms Theater, in ein Konzert im Kursaal oder auch in eine Kirche, um seine Seele einmal wieder reinzubaden von dem Staub der Geschäfte. Wenn seine Bureaus leer waren und die Putzfrauen Besitz von den überfüllten Papierkörben genommen hatten, schlof) ec sich in sein Zimmer ein unb spielte Harmonium bis in die Dacht hinein. Gr störte niemand mehr damit, denn feine Wohnung oben war meist leer. Seine Frau erschien nur noch zu den Mahlzeiten und auch oft zu diesen nicht mehr. Man sah sie täglich im Kurgarten, elegant gekleidet, mit auffallenden Hüten und groben Brillanten im Ohr, im Kreise neuer Freundinnen. Sie lernte jetzt reiten und ging des Morgens, die Schlepve ihres Reit- kleides überm Arm, eine zierliche Reitgerte in der Hand, einen Straus; Blumen an der Brust, in den Tattersall. Sie hatte mit einigen jungen Frauen einen „Klub dec Vernachlässigten" gegründet, der bald im Kursaal tagte, bald auf einem Rheinschlss oder in einem Cafe. Ernst lieb sie gehen. Gr gedachte seiner verunglückten Erziehungsversuche zu Hause. Zuweilen erzählte ihm Gimpel im Vertrauen davon, denn sche diefc“ und wurde usrter AKrwkvrn-g eines Hugendorchesters und des Frauenchors (Leiter Philipp Grob) von der MädchLnadteilung mit Deklamationen, dabei einem Melodrama, bestritten. Farbenprächtige Bilder bi kleidsamer Volkstracht boten unsere Mädchen, verstärkt durch einige Gießener Vereinüschwest em, in den beiden Lie- derspielen von Rose! Kleefoth „Unter der Dorflinde" und „Das Lied daheim", die zwei Hetserinnen aus der Lehrerschaft, Fräulein Ratz uni> Stoll einstudiect. Letztere gab u. a. einige Lbnslieder zur Laute hinzu. Pfarrer Sattler hielt eine zeitgemäße Ansprache über „Das deutsche Lied". Der Reinertrag des Abends kommt dem weiteren Ausbau unserer Jugendarbeit zugute, beten nach Gießener Vorbild geplante Freundeokganisation ihren Anfang nahm. Kreis Lauterdach. * ßautc r 6 ad), 21. Avv. 2a der Aacht Aum Montag stürzte sich der in den sechziger Jahren stehende ge.fteskrankc Funk aus Lan- denyausen, der stier bei Verwandten wellte, aus dem Fenster seiner Dachstube. Er fiel auf einen Zaum, dessen Latten ihm in den Lew drangen. Am Morgen fand man den Mann als Leiche auf. * LauiorbaH. 22. Avv. Veranlasst durch das Illeber Handnehmen der Zigeunerplagc hat das ^treisamt jetzt die scharfe Bekänrpiung dec Zigeunerbanden angcorbnef. eh: Ortspolizer^ behöcten itrtb Genbarm?riesta tionen sind angr^ Diesen worden, rücksichtslos -regen diese Lante plage vorMgedm. Das 2dßem der Zigeuner in der Feldtnar: und in den Wärtern soll unter allen Umständen verhindert und ihireu cchtetlei AufenlH^ttserlaubalS erteilt 'reiten. Vor allem ist dir Beschlagnahme bon Schuss. a>affs,r durch- zufüchvsn. In ter Bevölkerung, die durch dir Banden und zahlreich: Son ihnen verübte Dieb- stichlr ichwer beunruhigt wurde, nimmt man die energischen Maßnahmen mit Genugtuung auf. Starksnburg und Nhemheftcu. Darm st adt, 21.Rov. Die Direktion des Gas° und Wasserwerks hat den GaS - und Wasser preis mit sofortiger Wirkung beträchtlich erhöht. Das Gas kostet jetzt 100 Mk. für den Kubikmeter, gegen 65 Mk. zu Anfang des Monats. Das Wasser wird mit 45 Mk. für den Kubikmeter gegen 30 Mk. am 1 Äovember berechnet. Diese aufterorten!- liche Preissteigerung ist durch die jüngste starke Erhöhung dec Kohlenvveise ausgelost worden. Mainz, 21. 'Hob. Der Vorsitzende des Mainzer Börsen Vereins, Veh. Kom- merzien.at Aug. Fein e, hat die 'Mitglieder des Vereins au einer Hilfsaktion für die not» le 1 denoe Bevölkerung au'gerufen Auf den ersten Ruf wurden folgende Olaturaimengen zur Hilfe bereitgestellt: 28 Zentner Mehl, 167 Ztr. Kartoffeln. 5 Rentner Gerste, 6 Zentner ©rieft, 10 Ztr. Erbsen, 4 Ztr. Bohnen, 1 Ztr. Linsen, 4 Zentner Hafers locken, 8 Ztr. Zucker, 8 Ztr. WalzLcrffee, 1 Kiste kondensierte Milch, 5 Pfund Kakao. Außerdem wurden bis jetzt an Bargeld 140 000 Mk. gegeben. Die Sammlung unter den Börsenvereinsmttgliedern soll fortgesetzt werden. Man ist des Empfangs so grvfter Warenmengen und Geldmittel gewiß, daft eine wirklich tatkräftige und groftzüglge Hinter stützung der Minderbemittelten erfolgen kann. Die Verteilung der Spenden soll in den Händen der Börse bleiben, die sie unter Hinzuziehung der Geistlichkeit aller Konfessionen und sonsttger In der Armenpflege erfahrener Herren vornehmen wird. Gietzener Strafkammer. Stehen, 17. November 1922. Der Buchbinder A. M. aus Kröppen bei Pirmasens hatte sich kurz vor Ostern 1921 In einer hiesigen Pension einlogiert. Nachdem er am zweiten Öfterfeiertag, ohne mit der Pensionsinhaberin abgerechnet zu haben, verschwunden war, entdeck c ein anderer Logiergast, daft ihm au3 der geiralt.am geöffneten Geldtasche, die sich in einer in einem 8000 Mark entwendet, waren Trotz hartnäckigen Ableugnnis der Beschuldigung wurde er als überführt erachtet, den Diebstahl, wenn nicht allein, so doch in gemeinsamer Ausführung mit einem noch nicht ermittelten Mittäter cmsgeführt zu haben. Ferner hat er während seines hiesigen Arif enthalte einen Zigarren Händler veranlagt, ibn als Provisivnsreisendcn anzustellen und ihm Muster von Tabakwaren im Werte von 6—700 Mark zu geben. Statt aber Geschäfte abzuschlieften, har er weiterhin versucht, unter der nachweislich falschen Angabe, daft er in Wetzlar Zigarren und Zigaretten verkauft habe, dem Zigarrenhändler zu bewegen, ihm die bestellten Waren zu übergeben. Er hat sich dadurch des Betrugsversuchs und durch die nach feinem Verschwinden von Gießen in Berlin vor genommene Veräußerung der Muster der älnterschlagmrg schuldig gemacht. Als rückfälliger Dieb und Betrüger erhielt er eine Gesamt- gefängnisstrafe von zwei Jahren unter Anrechnung der erlittenen älntersuchungShaft. Ferner wurde auf Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte für 5 Jahre crEannt In der (Jrzlehungsanstalt Steinmühle bei Ober-Erlenbach üxrren rm Laufe dieses Jahres mehrere Brände ausgebrochen, die z. T. nicht an» erheblichen Schaden an Gebäuden und Vorräten hervor tiefen. Ms der Brandstiftung verdächtig wurden die Zöglinge F. H. und M. in Haft genommen. Während letzterer auf Grund sachverständigen Gutachtens, das ihn für nicht zurech- nungsfähig erklärte, aufter Verfolgung gesetzt wurde, stand H. unter der Anklage ver schweren Brandstiftung^, in zwei Fällen. In einem Zstnlle geständig tehauptete er, im zweiten Fall sei der heute als Zeuge vernommene M. der Brandstifter gewesen, während dieser angibt, daft H. dabei mit* gewirkt und ausgepaftt habe, haft er bei der 2ln- legung deS Brandes nicht gestört werde. Das Gericht crkanntc im zweiter: Falle auf Freisprechung, da es der unbeeidigten Aussage des außer Verfolgung gesetzten früheren Mitbeschuldigten M. nicht diejenige Beweiskraft beizumessrn vermochte, um darauf eine Verurteilung zu stützen. Im ersten Falle erhall der noch nicht 18jährige H. eine G e° fän an iS strafe von 1 Jahr wegen einfacher Brandstiftung. Bttckertisch. — In der Sammlung „Schneiders Bühnens ührer" (Verlag Jran§ Schneider, Berlin und Leipzig) sind kürzlich wieder einige wertvolle Bändchen erschienen: Julius Bad: Gerhart Hauptmann, Theodor Kappstetn: Sudermann und Hanno Martin Glster: Wedekind. Aufter eine Gesamtwürdigung der Dichter bringen diese Büchlein eine sorgfältige und eingehende Erklärung ihrer Werke. Dem Theaterbesucher ist die Möglichkeit gegeben, sich an Hand dieser Schrift auf die Ausführung vorzubereiten und sich damit den ästhLtischen Genuft zu erhöhen. — Flemmings Bücher für jung und a l t (im Verlag E. Flemming und C. T. Wiskott, A.G., Berlin, fterauigegeceiT von DörrieS, Freiherr v. Münchhausen) bieten In zierlichem Bändchen abgeschlossene Erzählungen soliden Inhalts. Wir nennen: Marie Diers: Das Herz im Holze, die Geschichte einer edlen Hingabe an die Kunst, G Asmussen: Einer der es schwer hatte, ein Lebensbild düsterer Ao-V In der Groftstadt; derselbe Verfasser formt in einigen Erzählungen eine« weiteren Bandes wiederum die Lebenswege Don Industriearbeitern und Ingenieuren, Paul G r n st gibt m „Lange Rüben und Genossen" eine Anzahl lustiger „Spitzbubengeschichten". Th. Mügaes „Retter" ist eine erhebende Erzählung aus der Franzosenzeit Pommerns, „Der zerbrochene Ring" ist nach Wicherts geschichtlichem Roman ^Heinrich von Plauen" von Borries, Fryrn. v. Münchhausen für die Jugend bearbeitet worden. — Hermamr Bvussets Pastorenjungs führen ins evangelische Pfarrhaus und durch stimmungsvolle Erinnerungen aus der Knabenzeit. Hier sind auch Carl FerdmandS „Höhlenbären" zu nennen, eine rheinische Pennälergeschichte von erzieherischem Wert.—Flemmings k.eine Dreibogenbücher liefern kürzere Erzählungen bekannter Dichter, z. D. August Kopischs „Der Träumer", Fr. ®erfflie '•'S» » f',rnatrnlPr (gemalt. — Anlchlü^-l 1 jjti nnb^?r0ra^ Dis -es Kabi Zs'SS -HL ff»1 sä®: erfiämng beraten die polürfche Sozialdemokratie er bie politische 2luO Ende geM achttägige Pau/e der ber neuen Aegterung chreGeschä/tecm.urr In Erkenntnis thi neue Regierung, ton tritt, aii' ein pDfitice) sie teilt sich mit W begnügen, die das M uä auch der Soziatt ermöglichen soll Diese fühcerbesprechung Heu In einer mehrinn Jachmittag beschäitlßi kratische 5raf11f bti neuen Kadinette, i hervorgerufm hat Es folge sicher, daß die einer positiven Qkrti Dach dem „SagebL“ bürgerlichen Parteien Antrag ein^ubringen, gietung und den Inf vember billigt. ' Die ter „Lokal« hast, ob ein ÄachfolK ches Müller ernannt1 der Direktor bet *Kev schäfte übernommen, der „Aomätts" als den 'oisherigen Press und Jelchsfttmitzmkni Tcr Äm neuen Wrj Berlin, 23. wechsel im Reiche sich heute bormittac 2-lnsprachen des sche und des neuen Min sen vollzogen. Dir schloierigen Aufgab in der Vergangenh^ wurden, belvegten i ernsten, sehr ac ^c n. Ser neu? J styetdenden Kolkten sachliche Degnei j 'Uchen Feind ar sammelten State te ten öes DinjsleiW €r werde bei seine, patte.politische Ces MeititDUIen unb bQt- 'hm mit dem ÄSäy gestund schwel! zu dürfen av, . ^eber die g 52 Oofe" ,ci !°l» teA Wj1’ 1890 öer Aat Abteilung SbäS1 '"tat, ru wirken Um UK ■ Dr @n ,nÄler i giftet iS1 ^ü[ J^en’ lQni 29.; brr? 4 er