Montag, 25. Gktober 1922 1Z2. Jahrgang GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vrvck nnö Verlag: vrühl'fche Univ.-Vnch- und Steindnickerei H. Lange. Zchriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeige» für die lagcsnummer bis zum Nachmiltag vorher ohne jede Verbindlichkeit Srels für 1 mm höhe für «zeigen o 27 mm Breite örtlich 600 Pf., auswärts 800'Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Dreite2800Pf. De, Platz. Vorschrift 20 „Aufjchlag. HauptjchrifUeiter: Auq. Goetz. Derantwortlicb für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Bech sämtlich in Gietzen Er. 219 Erscheint täglich, außer Sonn» und Feiertags, mit derSamstagsdeilage: Gießener Familienblätter Monatliche Sezuarpreife: Mk. 102 - undMK. 8.- Trügerlohn,durch dieDost Mk. 125.-,auch beiRlcht. erscheinen einzelner Rum. mern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech- Anschlüsse: für dieSchrift. leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe». posischeltlonto: $raitf#rt a. m. 11686. Eine Rede Lloyd Georges. London. 21. Oft. (WTB.) Lloyd George erklärte in einer Rede vor der Ver- fannnlung der ÄDalitiondübcmlen in Leeds, in der er die Politik feiner Regierung im Kriege, beim und nach dem FriÄ>ensschlusse rechtfertigte, und das Land vor den Gefahren einer extrem- fonfervativen Regierung uxrrnte, u. a.: 3m Carlton-Club wurde das Danner der Parteikärnpse gehißt. Die Kombination, die zum Siege im Kriege verhalf und die auS den Schwierigkeiten heraus allmählich aber sicher zum Frieden führte, ist beendet, weil die Partei nicht genug dabei herausschlagen konnte. Das englische Boll muß entscheiden, ob die Partei oder die Ration an erster Stelle kommt. Ich trete für das Volk ein. Ich arbeitete nie so schwer wie in den letzten sechs Jahren. Jetzt habe ich mehr Zeit, da ich zu den Erwerbslosen gehöre. Ich bin bereit, das Roll entscheiden zu taffen, ob ich ihm gut gedient habe oder nicht. 3m Kriege hat die Regierung alles getan was sir tun konnte, wenn die Heimat cenMui verliert, so wiederfpiegelt sich das Dild auf dem Schlachtfeld. Das was im 3nlande gesagt wird, wirkt aus die Soldaten im Felde zurück. Das ist einer der Gründe, weshalb Deutschland zu- s a m m e n g e b r o ch e n i st. Die Deutschen waren tapfere Soldaten, das muß anerkannt werden; aber die deutschen Soldaten haben Berichte über Hunger, Entbehrung und Elend zu Hause erhalten. Das hat ihren Geist und ihren Mut untergraben. Es war von vitaler Bedeutung für die englischen Minister, den Geist zu echalten, welcher dem Frieden den Weg ebnete. Die Regierung hat im Kriege ihr Bestes getan, um die Einigkeit im Lande und unter den Streitkräften zu fördern. Lloyd George erklärte sodann, auch im Frieden habe er etwas Leleistet. Der Der trag von Versailles se: heute die Freiheits- urkunde für Millionen von Menschen geworden Die ersten Destimmungen des Versailler Vrr- ttages hätten den Völkerbund errichtet. Eine Militürdienstpslicht in Mit eleurova keste'e nicht mehr. Das Riefenheer, wohl das größte in der Well, das den Horizont in Europa wie eine Gewitterwolke verdunkelt habe und Europa unter- wühlte, sei verschwunden. Obwohl Europa noch nicht ganz von den Lasten der Rüstungen befreit sei, so fei doch der Versailler Friedensvertrag der erste Qltt in dem großen Drama des Friedens. Die Demokratien Der anderen Länder würden nicht sortfahren, die Lasten der großen Rüstungen zu tragen, wenn sie Mitteleuropa von diesem Drucke befreit leben. Wenn der Vertrag von Versailles auch Unvollkommenheiten und Kompromisse enthalte, die unvermeidlich seien, well man so viele Rassen und Rationen berücffichtigen mußte, so sei er doch ein großes menschliches Doku ment, das in seinen Wirkunnei reichen Gewinn bring » ti erde, ni t nu für uropa softer: auch für oie mensch.ichen Rassen der gefamten Well. In der Industrie herrsche jetzt Frieden. Wenn hier die Lage nicht sorgfältig ungefaßt worden wäre, hätte alles mögliche geschehen können. Die Regierung habe die Wiederherstellung des nationalen Kredites in die Hand genommen und England bleibe das einzige Land in Europa, das sein Budget vollkommen ausgleiche. England beginne eben dem Dollar auf gleichem Fuße ins Auge zu sehen und England werde den Geldmarkt der Welt wieder gewinnen Der englische Kredit sei so gut wie je und besser; England sei wieder hochgekommen. Dies sei in großem Maße der Staatskunst von Männern wie Chamberlain und Horne zu verdanken. Die Zerstörung der Kombination, die den Handel und den Kredit Englands in der ganzen Well wieder hochbrachte, sei ein Verbrechen gegen die Ration. Wenn Balfour nicht zu einem Rüstungsabkommen mit den Der. Staaten gelangt wäre, so wäre ein Rüstungswettbewerb entstanden und mit ihm eine riesige Vermehrung der Steuern, die erdrückend geworden wäre. Die Legierung beschloß den Frieden mit der irischen Rasse. Seine Anschauungen seien demokratisch und fortschrilllich, das finbe jedoch bei gewissen Leuten fernen Anklang Donar Law habe sich in die Lage eines Reiters gebracht, der dasPferdnicht am Zügel, sondern am Schwänze halte. Alle erfahrenen Männer seien der Ansicht, daß, bis die Ration die Schwierigkeiten überwunden habe, es besser sei, daß alle stetigen QHänner ohne Unterschied der Parteifärbung zuscmnnenhalten müßten, bis die Schwierigkeiten vorüber sind. Das Zusammenhalten sei jetzt vorsätzlich beendet, trotz des Rates aller jener großen Männer wie Balfour, Chamberlain undHorne. Die reaktionären Meuterer. die im Carltonclub dominierten, würden, wenn sie bei den Wahlen die Stimmenmehrhell erhielten, und er sei ernstlich besorgt wegen des Ergebnisses der Wahlen, wenn sie erst einmal besser im Sattel säßen, ohne Rücksicht darauf, was sie vor Zyzn Wahlen sagten, ihr extremes Programm durchführen wollen. Dies würde zu einer Stärkung der aus den Umsturz gerichteten Elemente führen und könnte katastrophale Folgen nach sich ziehen. Lloyd George schloß, er trete stets für einen geordneten Fortschritt ein und verspreche dem englischen Dolle, daß er keine Rolle spielen werde, die des Vertrauens, das in ihn gesetzt worden sei, unwürdig sei. Die neue Partei. London, 21. Oft. (WTD.) In einer Versammlung des nationalenliberalen Rates wurde Lloyd George zum Präsiden- t e n und Churchill zum Vizepräsidenten gewählt. Die Rcparationssraqe. Paris, 21. Ott Der Pariser Sonderberichterstatter des »Daily Herold" erwartet unverzüglich den Rücktritt Dradbuchs von fei cm Posten in der Reparation fom nifiion aN F'» ge tec Ant rv t de fra zisis.,en Teg'.e u.ig auf feinen Dorsch.ag. Deutia-umd ein Mora.o- rium zu gewähren Dradbury fei ü erzeugt, daß die Ablehnung seines Vorschlags und die Annahme der französischen Genmoorsch äze so katastrophale Folgen für* ganz Europa haben würde, daß er sich verpflichtet fühle, nachdrücklich jede Verantwortung für das, was dadurch bewirkt würde, abzu.'e.)nm. London, 21. Oft. (WTD) Die .Times" schreibt in ihrem Leitartikel, die neue Regierung müsse das retten, was noch von den Ergebnissen des Sieges übriggeblieben sei, und die Politik des britischen Reiches auf dieser Grund age sü.ren. Der näch te Verbündete Englands sec F r a n f- reich gewesen. England müsse, da es mll Frankreich den Krieg gewonnen habe, auch mit Frankreich den Steg gewinnen. Deutschland und seine Nachbarländer befänden sich in einer ernsten Wirt- chaftskrise, deren Auswirkungen weit über Europas Grenzen hinaus gespürt würden. Wenn Europas selbständige politische und wirtschaftliche Einheit wiederhergestellt werden solle, so könne dies nur geschehen durch eine vereinte Aktion Englands und Frankreichs. Die internationale Arbeitskonferenz und die deutsche Sprache. Genf, 21. Oft. (Wolfs.) 3m Ausschuß für Umgestaltung der Geschäftsordnung der internationalen Arbeitskonferenz beantragte Iouhaur, der französische Arbeitnehmerdelegierte, die Einführung der d e u t s ch en Sprache als gleichberechtigte Amtssprache der internationalen Arbeitsorganisationen. Rach einer längeren Aussprache, in der sämtliche deutsche Delegierte und die jugoslawischen, schwedischen und englischen Arbeitervertreter für die Einführung der deutschen Sprache eintraten, wurde der Antrag mit 14 gegen 12 Stimmen ab- gelehnt. Genf, 21. Oft. (WTD.) 3m Ausschuß für die Abänderung der Geschäftsordnung der internationalen Arbeitskonserenz forderte, wie bereits gemeldet, der französische Delegierte Iouhaux, daß die deutsche als gleichberechtigte dritte Amtssprache neben der französischen und der englischen eingeführt werden solle. Der Regierungsvertreter Spaniens, Calcaclos, und der Arbeitgebervertreter Italiens, Olivetti, forderten bemgegenüber die Einführung ihrer Sprache, während die jugoslawische Vertreter, Stern, die Wahl der slawischen ^Sprache verlangte, wobei er besonders auf die Möglichkell des Beitritts Rußlands zur Arbellsorganitation hinwies. Der deutsche Regierungsvertreter Dr. Cabmann forderte nachdrücklich die Zulassung der deutschen Sprache als Amtssprache. Der deutsche Arbeitervertreter Wissel faßte in einer langen eindrucksvollen Rede nochmals alle Gründe für die deutsche Sprache zusammen und wies, wie schon Iouhaux auf die rein praktischen Erwägungen hin, aus denen heraus die Sprache von 10 Millionen Arbeitern zugetassen werden müsse. 3n erster Linie würde die internationale Arbeitsorganisation aus der starken (Beteiligung der deutschsprachlichen Welt den größten Ruhen ziehen, da Deutschlands organisatorische Erfahrungen und Leistungen nutzbar gemacht werden könnten. Der Vertreter der deutschen Arbeitgeber, Kommerzienrat Vogel, widerlegte ebenfalls die Einwände, die gegen die Einführung der deutschen Sprache geltend gemacht wurden. Der Arbeitervertreter Ast (Jugoslawien) trat in deutscher Sprache ebenfalls für die Einführung der deutschen Sprache ein, da sie von zahlreichen nichtdeutschen Arbeitern gesprochen werde Achnlich äußerte sich der englische Arbeiter- belcgicrte Tillet, der hervorhob. daß die deutsche Sprache nicht nur in Mittel- und Osteuropa gesprochen werde, sondern in Skandinavien. Rußland und von einem großen Teil der amerikanischen Bevölkerung. Auch der schwedische Arbeitervertreter Th o r b e r g fordert die Einführung der deutschen Sprache. Gegen die Einführung der deutschen Sprache sprach sich nachdrücklich der japanische Delegierte Adatsch aus. der vor allem auf den Wert des Esperanto hinwies. Der französische Arbeitervertreter Ivuhaur trat dann nochmals in einer großen Rede für die deutsche Sprache ein. Gründung einer russisch-deutschen Handelsgesellschaft. Moskau. 21. Oll. (WTD.) Die Russische Telegraphen-Agentur meldet, durch ein von Lenin unterzeichnetes Dekret des Rates der Dolkskommissare sei der Vertrag mit dem deutschen Konsortium Otto Wolff, welcher einige große deutsche 3ndustriewerke. darunter Phönix, Rheinstahl u. a. bereinigt, bestätigt worden. Rach dem Vertrag werde eine r u l s i 1 ch - deutsche H a n d e l s g e' e lisch a f t mit einem Kapital von 3 00 000 Gold- rubel gegründet, welche Han de l s ko n z e s - sion für 3mportund Export e. halt. Das Konsortium gewähre der neuen Gesellschaft einen Warenkredll von 7,5 Millionen Goldrubel, an die Regierung außerdem von 5 Millionen. Die I Gesellschaft werde der Kontrolle des Außenhandels ko mmissariats unterstellt. Die russische Re- I gierung und daS Konsortium würden ihre Vertreter in der Direktion der Gesellschaft haben. Der Gewinn werde beschränkt. Moskau. 19. Olt. (Russische Telegr.-Agen- tur.) Der Rat der Volkskommissare prüft gegenwärtig die Vorlage einer Eisenbahn-Ko n- vention zwischen den russischen, deutschen, lettischen, litauischen und estnischen Staatsbahnen. Gin Tiroler Heimattag. Innsbruck, 22. Oft. (WTD.) Heute fand h.er nach einem achttägigen Preis- schießen der dritte Gautag der Tiroler Heimatwehren statt. Ein Festzug, an dem etwa 500 Heimatwehrleute aus ganz Tirol sowie Abordnungen ähnlicher Organisationen aus den Rachbarländern sich beteiligten, bewegte sich durck) die Stadt zum Berge Isel, wo er von Landeshauptmann Dr. Stumpf begrüßt wurde. Am Denkmal Andreas Hofers wurde ein Kranz niedergelegt. Mit dem Absingen des Andreas HoferliedeS schloß die Feier Aus dem Reiche. Der Entwurf eines neuen SchankeeseheS. Der , >n 2 .Oft (VLB.) ImReich ? wirt° schastsrninisteriurn wurde nach der „Deutsch n Allgemeinen Zeitung" der Entwurf des Schanlgesetzes ausgcarbettek und den 3nter» essentenverbänden zugesandt Rach dem Gmttourf soll der Bedürsnisnachweis allgemein für alle Gast- und Schankwirtschaften sowie für den Kleinhandel mit Branntwein eingeführt werden. Bei der Konzessionserteilung sollen die Gemeinden oder Vereine zur Bekämpfung des Alkohol- mißbrauches das Vorzugsrecht gegenüber den anderen Bewerbern genießen. Rach dem Entwurf soll ferner durch ein Lande^eseh angcordnet treiben können, daß auf Verlangen von mindestens einem Zehntel der wahlberechtigten Ge- meinbcmitgtie'.er cine Abstimmung darüber stattzufinden f>aL ob in der Gemeinde die Erlaubnis zum Betriebe neuer Schankstätten geistiger Getränke noch erteilt werden darf. Wetter soll eine Abstimmung über die Frage möglich sein, ob in der Gemeinde der Dranntweinausschank überhaupt verboten werden soll. Schließlich enthält der Entwurf eine Reihe polizeilicher Vorschriften, insbesondere über die Schluß stunde. Es ist auch vorgesehen, daß durch eine Abordnung der Landesregierung die Polizeivorschriften ganz oder teilweise auf Vereine und geschlossene Gefell- schiften in öffentlichen Schankstätten ausgedehnt werden können. Die Getreideumlage. Berlin, 21. Oll. 3m Volkswirt- schaftlicken Ausschuß des Reichstag e s erklärte zu Beginn der Sitzung Deichs- ernahrungsminister Fehr, daß er sich nicht auf den Boden der gestrigen Beschlüsse stellen könne. Er äußerte auch Bedenken gegen den Eventualantrag des Zentrums, der eine Vervierfachung der ursprünglichen Peift^wr- sieht. Zu diesem Anttag müsse erst die Stellungnahme des Kabinetts erfolgen. Dr. H e r tz (S.) erklärte, daß beide Anttäge für seine Partei völlig unannehmbar seien und eine politische Kr se Hervorrufen mühten. 3n der Oeffentlichkeit könne der Eindruck entstehen, daß man einen Bürgerblock gegen die Arbeiterklasse etabliere. Bon Guerard (Z.) bestritt dies. Hierauf zog das Zentrum die gestern angenommenen Anträge zurück und brachte nunmehr den erwähnten Eventual- anttag, der einen Roggenpreis von 28300 Mark vorsieht, als Hauptantrag an. Nunmehr nahm die Bayerische DolkS- partei den ursprünglichen ZenttumSantrag auf. Schiele (Dntl.) und Hepp (D. Vp.) schlossen sich dem an. Berlin, 1. Okt. (WTB.) 3m volkswirtschaftlichen Ausschuß des Reichstages wurde der von der Bayerischen Volkspartei wieder aufgenommene ZenttumSantrag bei Stimm- enthaltung des Zentrums gegen die Stimmen der Linken abgelehnt. Der neue Zentrumsantrag mft einem Roggenpreis von 2d300 Mark wurde angenommen; ebenso ein weiterer Anttag des Zentrums auf Ermäßigung der Umlage gegen die Stimmen der Linken. Angenommen wurde ferner ein Antrag der Sozialdemokraten, der für das Am- lagegetreide Düngemittel zu verbilligten Preisen bereitstellen will. Schließlich wurde mit den Sttmmen der bürgerlichen Parteien ein Anttag angenommen, wonach bei jeder Veränderung des Brotpreises angegeben werden soll, wie hierbei das Verhältnis zwischen 3nlandS- und Auslandspreis in Betracht kommt. Die Deamtenbefoldung. Berlin, 21. Oft. (Wolff.) Der Haus- Haltsausschuß des Reichstags beschäß- tigt: sich mit der siebenten Ergänzung des Besoldungsgesetzes und nahm von 9700 Mk. in der ersten Gruppe bis zu 42 000 Mk. in der dreizehnten Gruppe aus steigende monatliche GrundmindestgÄälter an. Dir Grund Höchstgehälter betragen in der ersten Gruppe 12 800 Mt. und in der dreizehnten Gruppe 62 000 Mi Ferner wurden die Ortszuschläge zu diesen Grundgehältern festgesetzt und beschlossen, daß ab 1. Oktober 1922 zu Grundgehalt. Diäten, Ortszuschlag und Kinderzuschlägen 3 Prozent und ab 17. Oktober 11 Prozent treten. Hierzu kommt ein Frauen- zuschlag von 1000 Mark für die in § 17 Abs. 2 des Besoldungsgesetzes genannten Beamten Die Abgeordnetendiäten. Berlin, 21. Okt. (WTB.) Der von den großen Parteien eingebrachte Gesetzentwurf über die Erhöhung der Entschädigung für die ReichStagsrnitglie Der wurde vom Reichstag debattelos in allen drei Lesungen erledigt. Die Entschädigung wttd danach vom 1. Oktober an auf m d n a t lich 35 000 Mark bemessen, wozu die bei den Deamtengehältern vorgesehene allgemeine gleiche prozentuale Teuerungszulage kommt. Dementsprechende werden die Abzüge erhöht, ebenso die Vergütungen für die Teil nähme an AuSschußfttzungen. 3n der an schließenden zweiten Beratung der Vorlage über das Versicherungsgesetz für Angestellte bat Arbeitsminister Dr. Brauns den Reichstag, die GehaltSgrentze für die Versicherungspflicht wieder einzufuhren und die lebenslängliche Ernennung der Direktoren der Versicherungsanstalt wiederherzustellen. Derschärftrng der Devlsrnverordnung? Nach einer Mitteilung der „Montags- poft" hat der Reichskanzler die Führer der Parteien für heute nachmittag zu sich gebeten, um mit ihnen den Zusammenbruch der deutschen Währung und die damit zusammenhängende ungeheuere Teuerung zu beraten. Die Fraktionen werden vorher im Reichstag Besprechungen abhalten. Dem Blatt zufolge plant die Regierung, die Devisenverordnung zu erweitern und zu verschärfen Es wird sogar von einer grundsätzlichen Neuregelung des Devisenverkehrs gesprochen, wobei, wie das Blatt schreibt, sogar bis zu einer Beschlagnahme der Devisen geschritten werden soll. Der Attentat-plan gegen den Reichskanzler. Berlin, 22. Oft. Zu dem geplanten Attentat gegen den Reichskanzler berichten die Morgenblätter, daß Oberreichsanwalt Dr. EHerrn a y e r, der gestern in Berlin eingetroffen ist, die Leitung der älnterfuchung in die Hand ge nomme-n hat. Der in Hagen Verhaftete ist auch vom Oberreichsanwalt vernommen worden, wobei er die Angabe wiederholte, daß er von anderen Personen zur Ausführung eines Attentats auf den Reichskanzler a n g e ft t f t e t worden sei. Die (Beamten der politischen Polizei sind noch mit der Prüfung dieser Angabe beschäftigt, die keineswegs zweifelsfrei er scheint. Der Oberreichsanwalt, der nach In formationen der „Deuttchen Allgemeinen Ztg." hauptsächlich zur Teilnahme an der Tagung des Fürsvrgevereins für entlassene Strafgefangene nach Berlin gekommen und am Samstag abend wieder abgefahren fein soll, hat alle zuständigen Stellen: das Reichs- und Staatskommissartai für öffentliche Ordnung sowie die politische Abteilung der Brrllner Polizei aufs strengste verpflich'.el. keinerlei Einzelheiten über die mit aller Energie fortgeführte ülntersuchung in die Oeffentlichleit gelangen zu lassen. Zeitungsverbot. Berlin, 21. Oft. (Wolff ) Die „R ord. Häuser Allgemeine Zeitung" ist, wie der am'liche preußische Pressedienst mi teilt, wegen eines Artikels, der das UrteU inj Rat Henau- Prozeß als parteiisch angreift, vom Oberpräsidenten der Provinz Dachsen auf Grund des Ge setzes zum Schutze der Republik für die Zett vom 19. Oktober bis 8. November verboten worden. Deutscher Reichstag. Berlin, 21. Oktober 1922 261. Sitzung, 2 älhr nachmittags Ein deutschnationaler Antrag aus Aufhebung der I n se raten st euer im llmsatzsteuergesetz wird dem Steuercrusschuß überwiesen, ebenso ein deutschnationaler Antrag auf Herabsetzung der Kohlen steuer von 40 auf 30 Prozent und Zurückvergütung der Kohlensteuer für Hausbrand an Minderbemittelte. Abg Löffler (S.) bezeichnet den Antrag als den Ausdruck des deutschriationalen Agi- tationsbedürfnisfes. Abg. L a u s ch e r (Z.) entt-fiehlt einen Anttag der wirksame Abwehrmaßnahmen gegen die lieber!tafang der deutschen Eisenbahnen durch valutastarke Ausländer verlangt. Dagegen sollte ein annehmbarer Dalutazuschlag zu den Eisenbahn- ta'rifen ins Auge gefaßt werden. Der Antrag Lauscher wird ohne wettere Debatte einstimmig angenommen, ebenso ein vom Abg. Stres emann lD. Bpt.) ein gebrachter Gesetzentwurf zur Verlängerung der 3ucferungdfrift der Weine des Zcchrgangs 1922 in 1. und 2. Lesung. Es folgt die 2. Beratung des Gesetzentwurfes euf Erhöhung der Grenze des pfändungsfreien Loyneinkommens auf ICO000Mk. Ein sozialdemokratischLr Anttag, der die Grenze auf 180 000 Mark heraufsehen will, wttd im Hammelsprung mit 87 gegen 86 Stirnen ab- gelernt. Die Abstimmung ergibt also Beschluß- Unfähigkeit des Hauses. Reue Sitzung 5 Minuten später. In der neuen 262. Sitzung wird der Gesetzentwurf Über die der Geldentwertung entsprechend Erhöhung der Gebühren für Zeugen und Sachverständige in 2. und 3. Lesung angenommen, ebenso ein Anttag der großen Par- Entfernung des etwa 20 Meter langen, armS» dicken Wur^elgeflechteL lauft die Quelle wieder in alter Starke, so daß von der geplanten Erweiterung des Wasserwerkes, die über eine Million Mark gekostet hatte, glücklicherweise abgesehen werden kann. — Für die Ge- meinderatswahl sind bis jetzt zwei Wahlvorschläge aufgestellt worden, einer von dem hiesigen Bauernverein und ein sozialdemokratischer. Kreis Lauterbach. * Lauterbach, 23. Okt. (Drahtbericht des ©referier Anzeigers.) Bei der gestrigen Bürge r m e i st e r ü> a h l wu cde Stadt : au meister Hermann Walz von Vilbel zum Bürger- meiner gewählt. Don 2800 Stimmberech.igten übten 2165 ihr Wahlrecht aus. Baumeister W a l z erhielt 1155, Iustizinsp.kto. Kanngieher von hier 98-1 und Dürgermeifter Jahreis -- Sonneberg 18 S.immen. 8 Zettel waren ungültig. (Baumeister Walz wurde von Der Verein igten Sozialdemokratischen Parte.i zur Wahl vorgeschlagen Er wurde am 16. April 1887 in L i chgeboren und war seit dem 15. April 1912 als Sladtbaumeister in Vilbel tätig. Dort hat er die Kanalisation gebaut und die Strahenpflasterung und die elektrische Lichtanlage durchgesührt, daneben noch die städtischen Betriebsanlagen verwaltet. Walz soll erst nach der Revolution zur Sozialdemokratischen Partei übergetreten sein. D. Red.) Kreis Büdingen. * Ridda, 21. Okt. Rachdem Verhandlungen der politischen Parteien zur Herbeiführung eher Einheitsliste für die Gemeinderatswahl erfolglos geblieben waren, ist jetzt aus der Bürgerschaft heraus ein Wahlvorschlag entstanden der allenthalben im Bürgertum Zustimmung gefunden hat. Die politischen Parteien, mit Aus> nähme der Sozialdemokratie, sind zugunsten diese, Liste zurückgetreten. Kreis Friedberg. 4 Bad-Rauh eim, 22. Oft Für die Stadtverordnetenwahl sind nicht weni- ?er als neun Wahlvorschläge mit zusammen etwa 20 Kandidaten eingereicht worden. Von den politischen Parteien haben Zentrum, Deutsch- nationale Vollspartei, Deutsche Vollspartei, Sozialdemokraten und Kommunisten je eine Liste aufgestellt. Die Demokraten gehen nicht selbständig in den Wahlkampf, haben aber mehrere ihrer Mitglieder auf den mehr wirtschaftlich orientierten „parteilosen" Listen untergebracht Mit eigenen Listen treten die Privatangestellten (Reformbund und Bankbeamte) und die Handwerker auf. * Dad-Rauheim, 20. Oft Der Deutsche Musiker-Derband, Ortsgruppe Dad-Rauheim, gibt bekannt, dah er die Kaffeehausmusik ein« gestellt hat Als Grund nennt er die Richt- bew-illigung der von ihm geforderten Gehaltssätze — Die 50Pfennig--Scheine der Stadt Rauheim sind bis zum 14. Rovember zur E i n° löfung bei der Stadtkasse vorzulegen Spätere Anträge auf Einlösung werden nicht berücksichtigt. Hessen-Nassau. Frankfurt a. M., 21. Oft. (Wolff.) Rach- dem in letzter Zeit bei der Wucher stelle des hiesigen Polizeipräsidiums zahlreiche Anzeigen darüber eingegangen waren, baß die Landwirte in Riederursel nicht genügend Milch ablieferten, sondern sie zu hohen Preisen an Schleichhändler abgeben, veranstaltete die Wucherstelle gestern abend unb heute früh mit einem Aufgebot von 15 Beamten eine Kontrolle. Schon gestern zeigte die Einwohnerschaft Rieder- ursels dabei eine sehr erregte Stimmung und nahm eine drohende Haltung gegen die Beamten ein. Als die Beamten heute morgen ihre Kon- irolltätigfeit fortsehen wollten, sahen sie sich plötzlich einer größeren Menschenmenge gegenüber. Mit Hilfe eines bald- darauf eint', effenden Aufgebots der Schutzpolizei und eines weiteren Kommandos der Kriminalpolizei wurden etwa 10 Führer der Menge, größtenteils selbständige Landwirte, fest genommen und in das hiesige Poli- zeigefängnis eingeliefert. — llnfer fpd.-Dericht- erftatter meldet zu diesem Vorfall noch folgendes: Wie die Ortsbauernschaf tRiederursel mitteilt, haben die Dauern einen Teil ihrer erzeugten Milch an Frankfurter Einwohner zu einem erheblich billigeren Preise abgegeben, als es das städtische Lebensmittelamt tut. Der Preisunterschied soll 17 Mark betragen. Außerdem 'haben die Dauern nach ihrer Darstellung auch den bei ihnen während der Kartoffelernte beschäftigten Hilfsfräften Milch abgeben müssen, wenn sie überhaupt Arbeitspersonal haben wollten. Gegen die verhafteten Dauern wird nach den Mitteilungen der Polizei eine strafrechtliche Verfolgung eingeleitet. spd. Frankfurt a. M., 21. Oft Rach Mitteilungen der städtischen Rachrichtenstelle ist für Ende Oktober mit einer Verdopplung des augenblicklichen Brotpreises zu rechnen. Die Ursache dieser Verteuerung ist in der durch die Erhöhung der Getreideumlage bedingten Mehlpreiserhöhung zu suchen. Außerdem muh die Reichsgetreidestelle beim Ankauf von Auslandgetreide sehr erhebliche Mehraufwendungen machen, die in allen ihren Rückwirkungen wiederum den Verbraucher treffen Kirche und Schule. X Der Ober hessische Verein fü» Dasler Mission hielt im Matthäussaal zu Gießen seine Jahresversammlung, die, gut besucht auch von auswärts, der Vorsitzende Dekan Guh- mann- Kirchberg mit Gebet und Schriftlesung eröffnete. Sein Jahresbericht zeigte ein Wachstum auf 88 Gemeinden. Geplant ist ein Missionsinstruk- rionskursus in Friedberg für 1923, durch den der Verein besonders auch die Kandidaten des Predigerseminars anregen will. Die von Pfarrer Vogel- D uchenbrücken torgetagene Rechnung wurde gutbefunden. Der Iah.-eebeitrag soll künftig mindestens 5 Mk. fein. Der Missionsinspektor der Basler Mission, D. Würz, hielt den Hauptvortrag: „(Sin Blick in die Weltmission". Dankbar begrüßt wurde eine Zugabe des Vortragenden .über seine Eindrücke auf der letzten Reise der deutschen Missionsvertreter nach England, die ihnen Gelegenheit bot, auch ihre patriotische Pflicht in der Dortigen Oeffentlldjteit zu erfüllen. leien cküs Erhöhung her monatlichen Entschädi- äung dec Reichstagsabgeordneten auf 33 000 Mk., dazu kommt noch der prozentuale Teuerungszu- Schlag wie bei den Deamtengehältern. Die 2. Beratung der Rovelle zum Dersicherungsgeseh der Angestellten eröffnet Reichsarbeilsminister Drauns, indem er die Rotwendigkeit einer Ausdehnung der Dersicherungsgrenze durch die allgemeine Geldentwertung und die zählungsmäßige Steigerung der Gehälter begründet. Der Reichstag wolle aber entgegen den Ausschuhbeschlüssen bie in der Vorlage vorgesehene Gehaltsgrenze wieder einführen, denn der Versicherungszwang sei nur für diejenigen nötig, die nicht selbst in der Lage wären, für die Zukunft ihrer Familien zu sorgen. Außerdem bittet der Minister den Reichstag, die lebenslängliche Anstellung der Di- veftorialmilglieder der Versicherung wieder einzuführen, im übrigen stimmt er den Ausschußbeschlüssen zu. Abg. Giebel (Soz.) beantragt, daß die Arbeitgeber 2/s. die Angestellten 1Z3 der Beträge zahlen sollen, und empfiehlt Verschmelzung aller Dersicherungsgruppen sowie Beseitigung der Hilfsgrenzen. Aba Lambach (Dntl.) stimmt namens eines Teiles seiner Freunde dec Mrfhebung der Ge° Haltsgrenze zu, will aber die Anaestelltenver- sicherung aufrecht erhalten wissen. — Abg. Thiel (D. Vpt.) stimmt gleichfalls gegen die Verschmelzung der Versicherungen und wendet sich gegen alle Dir-ellierungsbestrebungen der Sozialdemokraten. Frau Abg. Teusch (Zentr.) schließt sich dem an und tritt für die Aufrechterhaltung der Gehaltsgrenze ein. 3m übrigen stellt sie den Antrag, die Gehaltsgrenze der Geldentwertung entsprechend festzusetzen. Abg. Erkelenz (Dem.) lehnt den Ver- ichmelzungsgedanken ab, ebenso die Aufrechterhaltung der Gehaltsgrenze. Die Beratung wird sodann abgebrochen. (Singegangen ist eine Interpellation der Koa- lftionspartcien, welche Einspruch erhebt gegen den Eingriff in die deutsche Rechtspflege durch die Rheinlandskommifsion im Falle Smeets. Montag nachmittag 2 Ahr Weiterberatung. — Schluß 61/3 Mr. Aus dem besetzten Gebiet. Die Recht swillkür. Berlin, 21. Oft. (Wolff.) Die Rhein- landkommission erlieft Ende Mai cineVcr« vr dnung, durch die sie sich die Befugnis beilegt. unter gewissen Voraussetzungen die Durchführung von Gerichtsbeschlüssen auf ®rmtb des Paragraphen 15 der deutschen Strafprozeftord- nung zu untersagen. Paragraph 15 bestimmt, daß im Falle einer Verhinderung der an sich zuständigen Gerichte das nächst höhere Gericht die Ülntersuchung und Entscheidung dem Gericht Qes anderen Bezirks zu übertragen hat. Gegen diese Verordnung lieft die deutsche Regierung durch den Reichskommissar für die besetzten rheinischen Gebiete in Koblenz protestieren mit der Begründung, daß bereits gegen bie als Voraussetzung für ihre Anwendbarkeit angeführten Verordnungen der Rheinlandkommission deutscherseits Einspruch eingelegt worden sei, weil die Rheinlandkommission durch Erlaß dieser Verordnungen den Rahmen ihrer im Rheinlandabkommen festumschriebenen Befugnisse überschritten habe. Die neue Verordnung bilde ehren besonders schweres Eingriff in die deutsche Rechtspflege. Die Rheinlandkommission hat jetzt den Einspruch des Reichskvmmissars mit folgender, auf das Wesen j^er Sache selbst nicht eingehender Erwiderung a b- gelehnt: Der Wortlaut ihrer Verordnung sei erst nach eingehender Prüfung der Materie erlassen worden und zwar in Ausübung der Vollmachten, die sie auf Grund des Rheinlandabkom- mend besitze. Keiner der in d^m Schreiben des Reichskommissars ausgedrückten Gründe sei dazu angetan, die Rhei nlarchkommission zu einer Revision ihrer Entscheidung zu veranlassen. .Berlin, 21. Oft (WTB.) Die Kvali- tiönsparteien brachten eine 3nterpellation über die Eingriffe der interalliierten Rheinland- kommission in die deutsche Rechtspflege im Falle des Separatisten Smeets ein. Die amerikanischen Desatztmgslruppen. Paris, 22. Oft. (WTB.) Rach einer Meldung aas Washington, die der „Matin" weiter- gibt, erklärte der Kriegssekretär Weeks, die amerikanischen Desatzungstruppen am Rhein würden wahrscheinlich erst zu Beginn beä Winters zurückgezogen werden. Aus Stabt und Land. Gießen, den 23. Oktober 1922. Unserer Anzeigenkundschaft zur gefl. Beachtung. Infolge der schwierigen Verhältnisse im Zeitungsgewerbe muß der Annahmeschluß für Anzeigen pünktlich eingehalten werden. Die Entgegennahme von Anzeigen findet bis zum Abend vor dem Anfnahmetag statt; Anzeigen für die Samstagsuummer müssen spätestens bis Freitag mittag aufgegeben sein. Geschäftszeit von 8—12V2 Ahr und von 2—5l/2 Ahr. Verlag des Gießener Anzeigers. • Wiedereinführung der Znckerkarte. Anschließend an die Neuregelung der Zuckerwirtschaft wird die Zuckerkarte vom 1. Dezember an wieder eingeführt. Die Zuleitung des Zuckers geschieht von den zwangskartellierten Fabriken an die organisierten Großhändler, von diesen an den Einzelhandel, soweit er der „Zedeka“, der Zentrale deutscher kaufmännischer Genossenschaften mit den ihr angeschlosse- nen Genossenschaften und dem ReichSver- band deutscher Kolonialwaren- uni) Lebensmittelhändler angehört; außerdem an die genossenschaftlich organisierte Verbraucherschaft. ES wird eine Kontrolle der Lie- feiungen mit vorgeschriebenen Lieferungsanzeigen durchgeführt. Dem Kleinhandel ist ver- boten, die Abgabe von Zucker von dem Zukauf anderer Waren abhängig zu machen. Wegen Ausgabe von Einmachzucker, sowie von Sonderzuweisungen für werdende und stillende Mütter und Säuglinge ergehen besondere Verfügungen. An Apocheken, Anstalten, Gastwirtschaften und Pensionen darf der Großhändler gegen Empfangsbescheinigung Zucker abgeben, ab 1. Dezember jedoch nur gegen Ablieferung eines von der Kontrollstelle ausgestellten Bezugsscheins. Hierzu wird uns von amllicher Stelle in Gießen mltgetcllt: Irgendwelche Verfügungen über die Zuckerverteilung sind bis heute nicht ergangen, so daß auch jede Maßnahme, wie Eintragung in Kundenlisten usw., völlig verftüht ist, da nicht feststeht, ob die Verteilung durch Kundenlisten ober, wie sie seither gehandhabt wurde, auf Marken vorgenommen wird. Es ist daher zwecklos, in dieser Richtung irgend etwas zu unternehmen. Man warte ruhig ab, bis eine amtliche Bekanntmachung über die Zuckerverteilung erfolgt. Keine Zulassung weiterer Viehhändler zunr Viehhandcl. Das Presseamt beim Staatspräsidenten teilt mit: Zur Vermeidung jeder unnötigen Verteuerung des Fleisches und der Fleischaxiren muß. so- jxit irgend möglich, erreicht werden, daß das Schlachtvieh auf dem Wege von dem Erzeuger zum Metzger nicht durch etne mehr ober weniger große Kette von Zlvischenbändlern gebt, von denen jeder den größtmöglichsten Gewinn beim Wiederverkauf zu erzielen sucht, was beute bei dem Mißverhältnis zwischen Angebot und Rachfrage im allgemeinen nicht schwer fällt In dieser Beziehung triefen besonders schädlich bie sogenannten „wilden" Händler, d. h. Leute, welche die nach dem Gesetz erforderliche Erlaubnis zum Diehhanbel nicht besitzen und sich über alle den Dichhanbel betreffenden gesetzlichen Bestimmungen hinwegsehen. Das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft, Abteilung für Ernährung und Landwirtschaft, führt deswegen die Bestimmungen des Gesetzes über die Aeischversorgung vom 18. April 1922, welches den Verkehr mit Vieh und Fleisch regelt, in der schärfsten Weise durch, und Ic'rynt unter anderem jeden nicht ganz besonders begründeten neuen Antrag auf Zulassung zum Diehfendel ab. aus der Erwägung heraus, daß bei dem derzeitigen Umfang dÄ Geschäftes im Diehhandel ein Bedürfnis zur Zulassung neuer Viehhändler in keiner Welse besteht. Es empfiehlt sich daher lediglich nur in besonders gelagerten Fällen mit Reo- anträgen auf Zulassung zum Viehhanbel an die In Frage kommenden Behörden heranzutreten. Höhere Brennftoffpreise für den Landkreis Gießen. Infolge Erhöhung der Zechenpreise, der Frachten und der allgemeinen ÜnEoften sind mit Wirkung vom 12. Oktober ab für den Landkreis Gieften folgende höhere Drennstoffpreise festgesetzt worden: FettstücSohlen.........Mk. 522.- Fettnuhkohlen......... „ 531.50 Fettkohlen (meliert)....... „ 460.70 Eßnuhkohlen....... . „ 573 50 Anthrazit........... 629.70 SteinkvhlenbrikettS....... „ 594.50 Braunkohlenbriketts (rheinische) . . „ 278.60 Zechenkoks (grob)..... „ 595.— Zechenkoks (fein)........ „ 666 — per Zentner. *• Amt li che Personalnachrichten. Ernannt wurden am 14. Oktober: der außerplanmäßige außerordentliche Professor Dr. Paul C e r- mak zu Gießen mit Wirkung vorn 1. April 1922 ab zum außerplanmäßigen außerordentliche Professor in der philosophischen Fakultät der Lanbrs- universität ®iefen; — der Studienassessor Ludwig Stoppler aus Darmstadt zum Studienrat an der Realschule in Gernsheim mit Wirkung vom 16. Oktober 1922 ab; — der Rektor der Städtischen Haushaltungsschule zu Darmstadt Heinrich Schäfer mit Wirkung vom 1. April 1922 ab zum Rektor der Mädchenfortbildungsschule zu Darmstadt; — der Fachlehrer an der Gewerbeschule zu Alsfeld August Pabst vom Tage seines Dienstantritts ab zum Fachlehrer an der Fortbildungsschule zu Alsfeld; am 16. Oktober: der Diplom» Ingenieur Karl Rothert zu Hamburg mit Wirkung vom 1. Oktober 1922 ab zum Regierungsbau» rat bei der mechanisch-technischen Materialprüfungsanstalt an der Technischen Hochschule zu Darmstadt; — der Lehrer an der Donlfatiusschule zu Erbach 1.0. Emil Lamper t h zum Lehrer an der Volksschule daselbst; am 17. Oktober: der Studienrat an der Staatlichen Daugewerkschule in Kassel Professor Max Hummel zu Kassel mit Wirkung vorn 1. Oktober 1922 ab zum planmäßigen ordentlichen Professor der Baukunst an der Technischen Hochschule zu Darmstadt. — Entlassen wurden am 17. Oktooer 1922: der Polizeiwachtmeister Otto Ehrenfeld in Darmstadt auf fern Rachsuchcn aus dem Staatsdienst mit Wirkung vom 1. Rovember 1922 an; — der Lehrer an der Volksschule zu Dieber (Kreis Offenbach) Karl Scharf auf sein Rachsuchen mit Wirkung vom 1. Oktober 1922 an aus dem Schuldienst ; — die Lehrerin an der Volksschule zu Bieber (Kreis Offenbach) Agnes Hirschmann auf ihr Rachfuchen mit Wirkung vorn 1. Rovember 1922 an aus dem Schuldienst. ** Reue Züge auf der Strecke Gießen — Fulda. Rach Mitteilung der Reichsbahndirektton Frankfurt a. M. ist in Aussicht genommen, die in der Fahrplankonferenz In Lauterbach vom 29. September festgelegten Züge auf der Strecke Gießen—Fulda ab 25. d. Mts. verkehren zu lassen. Der neue Zug der Richtung Fulda—Gießen würde ungefähr um 1/z2 Ahr nachmittags in Fulda abfahren und kurz nach 4 Ahr in Gießen ankommen; der neue Zug der Richtung Gießen— Fulda ungefähr um 3.40 nachmittags in Gießen abfahren und kurz nach 6 Ahr in Fulda ankommen. Damit soll für das weggefallene Eilzugspaar 227/228 der von der Eisenbahn- Verwaltung zugesagte Ersatz geschaffen werden. ** 1 0 000 Mark für ein Zwanzigmark stück. Der Ankauf von Gold für das Reich erfolgt in der Woche vom 23. bis 29. d. Mts. zum Preise von 10 000 Mark für ein Zwatuigmarkstück, 5000 Mark für ein Zehnmarkstück; für ausländische Goldmünzen werden entsprechende Preise gezahlt. * * Der Ankauf von Reichssilbermünzen erfolgt bis auf weiteres zum 250fachen Bettage des Rennwertes. ** Das Gesamtpersonal des Stadttheaters hat in der Versammlung der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger, Ortsverband Gießen, am 16. d. Mts. einstimmig beschlossen. Ende Rovember oder Anfang Dezember unter Verzicht auf eine Tagesgage der ledigen Mitglieder, 3/< der Tagesgage der Verheirateten ohne Kinder und l/2-^agesgage der Verheirateten mit Kindern eine Vorstellung im Stadttheater zum Besten des Baufonds der Stadt Gießen zu veranstalten. Die Mitglieder des Theaters wollen damit beweisen, daß sie mittragen helfen wollen an den der Stadt durch die Wohnungsnot entstandenen Lasten. ** D i e Vortragsreihe von Rechtsanwalt Dr. (Berg aus Reustrelltz über trennende Fragen der Weltanschauung wurde gestern nachmittag im (Safe Leib durch das Thema: ,,Christentum und Sozialismus" eröffnet. Richt als Parteimenn sondern als Mensch und als Thrift setzte sich Redner in tiefgründiger, geistvoller Weise mit den beiden mächtigen Geistesbewegungen autteinanber. Vom Gemeinsamen beider zum Trennenden übergehend, führte er die gespannt lauschende, zahlreiche Zuhörerschaft auf hohe Warte, indem er in scharf umriffenen Linien bet dem bibelglaubigen Christen in Aussicht stehenden, wahren Zukunftsstaat zelchne'e. in welchem Gerechtigkeit u.nb Friedö die Herrschaft haben werden. — Am Abend sprach Dr. B e r g in der dicht besetzten, fast überfüllten Stabtkirchc über das aktuelle Thema .Die fommenbe Weltkatastrophe". Den überaus interessanten, von tiefem Ernst getragenen Ausführungen folgten bie Zuhörer mit großer Spannung, zumal sich wie Redner ausführte, heute kein denkender Mensch der Gewißheit verschliefen kann, daß wir einer Web tentoznbe unentrinnbar entgegen treiben. Aber das Endergebnis der tommenfen Katastrophe ist fern Redner nicht das Chaos, fonbern das. was als Ziel der innersten Sehnsucht in jedes Menschen Herz lebt. Dem aufmerksamen, wahrheitssuchenden Zuhörer hat sich bt diesem Vortrag eine Perspektive eröffnet, welche ihn mit großer Spannung die Weiterentwicklung des vv.n Dr. Dxrg an» gekündigten Programms erwarten laßt. ** Der Alice-Frauen-Dereln „Bienenkorb" bittet uns, auf die Handarbeits-Ausstellungen in den Schaufenstern der Firmen Julias Dach und Fritz Rowack aufmerksam zu machen. Der Dach sieht man eine reiche Auswahl von feinen Spitzenstrickarbeiten, Deckchen in Schmelzmalerei und Teewärmer in verschiedenen Techniken. Die Ausstellung bei Rowack zeigt die heute so sehr beliebten Woll- und ©eiben» strickerelen, Jumpers in verschiedensten Ausführungen, Kleiber usw., außerdem Kinderkleidchen und Knabenanzüge. Die Ausftellungesn ergeben ein anschaulich^ Bild der Entwicklung des „Dienenkorb" unb legen Zeugnis ab für bie Tätigkeit der emsigen „Dienlein". Sämlliche Gegenstände ftnb Unverkäuflich ba sie für einen Dasar in Holland bestimmt sind. Die deutsche Kolonie Rotterdam beabsichtigt, dadurch ähnliche Vereine in Deutschland in banEendroerter Weise zu unterstützen. Bornotizen. — Tageskalender für Montag. Stadtkirche^ 8 Ahr: Oeffentticher Vortrag über ^Glückliches Cheleben". — Astoria-Ltcht- spiele, ab heute: „Das Geld auf der ©träfe“ und „Haß“. — Lichtspielhaus,. Dahnhofftr., ab heute: „In Wahn und Wirren“ und „Der Schatten der Vergangenheit“. — Palast-Lichtspiele, ab heute: „Anser gemeinschaftlicher Freund, 2. Teil, „Charly Chaplin“ und „Ren4 Olfen“. — Dorn Konzertverein wird uns ge» schrieben: Die bieswinterliche Konzertäison wirb Sonntag, ben 29 Oktober, mit einem Klavierakenb eröffnet, für welchen ber ausgezeichnete Pianist Eb. Erbmann gewonnen ist, welcher in btefem Jahre auf bem Tvnkünstlerfeft zu Düsseldorf unb fern Regerfest in Breslau sehr gefeiert wurde. Das Programm bringt eine intcreffante Zusammenstellung aus ber vorklass.schen Zeit (Kan- zonen von Ioh. Kaspar Kerll, einem Orgel» unb Klavierkomponisten bes 17. Jahrhunderts), ber Zeit ber Romantiker (Felix Menbelssohn-Dar- tholby, Fran, Schubert) sow'.e zwei H ine mobeme Stücke (Glazcunow, ©criÄbine), ein in -eher Hinsicht interessantes Programm. Eintrittskar en finb bei Ernst Challier zu .haben, bie Abonnements finb bis zum 27. Oktober abzuholen. Wettervoraussage für Dienstag. Borwiegenb heiter, trocken, schwache nörb- liche Winde, Rachtfröste. Ein schmaler Ho chbrudrücken erstreckt sich von Island quer durch Deutschland nach Orten Das trockene Wetter hält an. Durch schwache Bewölkung finb Rachtfröste bebingt * Landkreis Gießen. X W i e s e ck, 23. Okt. Bürgermeister S ch 0 m- ber unb seine Ehefrau Katharine geb. Weller feiern morgen ihre Silberne Hochzeit. * Saubringen, 21. Okt. Dem hiesigen Kleintierzucht verein ist vom Ministerium deS Innern die Erlaubnis erteilt worben, zur Hebu n g ber Kleintierzucht eine Verlosung von Gegen stäuben zu veranstalten. Es dürfen bis zu 5000 Lose ausgegeben werben. Als Ziehungstermin ist ber 2 6. Rov. bestimmt worben. i. Ettingshausen, 18. Okt. Ein von Westfalen hierher verzogener Industrieller beabsichtigt, eine Schmirgel- und Wehst e i it f a b r i f in unserem Dorfe zu errichten. Die Verhandlungen mit der Gemeinde über den Kauf des Bauplatzes find im Gange. Da in der nächsten Amgegend Bauxitwäschereien, Bauxitgruben und Steinbrüche betrieben werden, können eine größere Anzahl Ortö- einwohner am Platze Arbeit finden. tt. T r e i S a. d. Lda., 20. Okt. Die Frage der Erweiterung unserer Wasserleitung hat eine überraschende Erledigung dadurch gefunden, daß sich bei eingehender Untersuchung der Quellenfassung durch den h'.esigen Wasserwäiter und Feldschützen Decker herauSstellte, daß die Leitung vorher durch Wurzelwerk von Wasserpflanzen fast zugewachfen war. Rack Heutiger Stand des Dollars 10 Ahr vormittags: Berlin 4300, Frankfurt a. M. 4300. WlW Der Sie SA" glßfo * t* St*! 3» Vrr Äeiburg ga< M Welt in der W teeibcn. um spruch des, lä-bsrälegef lUEÜdWifti1 war. c Sinbigtmg. fpb. 2D schreitun^ lichrn Stre verübt tvucd mehrtägigen Schwurgench! ew-c 10 Per der TeHufch ung und te d>d gemach! ncinitn samt richt zu ein. klagten ki umfangreich? Prozesses la den - Derb kurz vor den Dnurteilrmg Tie Kun Sine Zettln rich Schief Faches vohlb Sebieje dec gwben Aus! schäft in B Vertretern d> tDätiigat blp trelern der bun et ba ( teiluna Vvn machte, bie: Gesetze, die auf die 2Be; gen antoaa «ms der $u die Satwickt technik". Es als um die Wainigun schinenteilen ®nergiet>< fand Schief JL3tMn9< ■oeiDcgung b: Mangen u[ »ns Anweri ganze Zunächst ton 8 &WU« ir 4tbeamu . Verlieb Den-ge nravcherlei Ste Drittel Aefehen t Achleöener KcuMose Witen n Fe? Fe? Site 'n?,1 w sS R VHNÄtusg-aEchuh Der Provinz Lberhcficn. Terbonbümg vom 19. Oktober Di- Molkerei ..Oberhessische Milchzentrole" In Rreder-Wöllstadt soll vom 16. Oktober an chren Arbeitern in der Spitze 75 Tu. ^Stundenlohn zahlen (ftatt bisher, seit dem 1. Oktober 1922 . 65 TU.) und die übrigen Lohne in demselben Verhältnis erhöhen. Die Sachbezüge (Milch) sollen tote bisher bestehen bleiben Der Borsitzende verhängte 100 TU. Geldstrafe gegen tie Molkerei wegen unentschuldigten Ausbleibens. Wit den Bauritgetoinnungsuntemehmungen Mühleise u. Eo.. Oberhesfisch- Grubengesellschast und Gewerkschaft Rabenau vereinbarte der Rerband der Bergarbeiter eine Lohnerhöhung auf der Grundlage des Schiedsspruches vom 10 Oktober 1922 in seiner Lohnstreitsache mit dec Vereinigung hessisch-^ Vauxitgruben und den Unternehmungen, die der Bauxit AG. angehören. Auch in der Antragsache des Scntral- i^rbandes ter Lkngestellten gegen die Verlagsbuchhandlung Emil Roth in G leben wegen nilohnung der Angestellten nach dem Daris des Gutzener Grobhandels teilten die Beteiligten Der- sländigung mit Der Holzgrotzhandlung I. Hrmmelsbach in Freiburg gab der Schlichtungsausschub die Entlohnung eines Aussehers bä ihrem Sägewerk in Ä i dda nach dem oberhessischen Werlmeister- tacif auf. Dieselbe Firma hat einem kausmänni- sck/m Angestellten in Aidda gekünl^gt, weil er tn der irrigen Meinung, unter Taris entlohnt zu werden, um ein höheres Gehalt bat. Den Einspruch des Angestellten ^rach §§ 54 ff. des Ve- tri bsläregesehcS muhte der Schlichtungsausschutz zurückwcisen, weil er einen Tag zu spät eingelegt war. Er empfahl aber die Zurücknahme der Kündigung. Gerichtssaal. fpd. Wetzlar. 22. OZt Die groben Ausschreitungen, die während des vielwöchent- lichm Streiks im Frühjahr 1921 hier verübt wurden, bildeten den Gegenstand einer mehrtägigen Verhandlung vor dem Limburger Schvurgericht. Die Anklage richtete sich gegen etwa 10 Personen, die sich bei der Anwesenheit der Technischen Rothilfe der Körperverletzung und der Freiheitsberaubung schuldig gemacht haben sollten. Die Geschworenen oer- ncinten sämtliche Schuldfvgcn, so dah das Gericht zu einem Freispruch aller Angeklagten kommen muhte. Dieser Ausgang des umfwrgreichm und autzervrdentlich kostspieligen Prozesses kam vollkommen überraschend, selbst den — Verteidigern, die zum gröhten Teil noch kurz vor dem Spruch der Geschworenen mit der Verurteilung gerechnet hatten. Kunst und Wissenschaft. Dine epochemachende Erfindung. Berlin, 22. Oft. (WTB.) Ingenieur Heinrich Schiefer st ein, allen Wannern seines Jaches wohlbekannt durch seine Tätigkeit aus dem Gebiete der Funkentelegraphie, hielt im groben Ausstellungssaal der Huth-Funkengesell- schast in Berlin einen Vortrag vor geladenen Vertretern der Reichs- und Staatsbehörden, auswärtigen diplomatischen Vertretungen und Vertretern der tn« und ausländischen Presse, in dem er der Öffentlichkeit zum ersten Wale Mitteilung von einer bahnbrechenden Entdeckung machte, die ihm dadurch gelungen ist, dah er die Gesetze, die m der Funkentelegraphie herrschen, aus die Welt der mechanischen Bewegungen anwandte. Sein Thema lautete. »Erkenntnisse aus dec Funkentelegraphie als Bahnbrecher für die Entwicklung der Maschinen- und Apparate- technll". Es handelt sich um nichts geringeres, als um dre Ausmerzung der durch die Tiaffen» befchlcunigung bei hin und hergehenden Maschinenteilen entstehenden ganz bedeutenden Encrgieverluste. Das Mittel dazu sand Schwerstem durch die Umwandlung der zwangsläufig hin« und hergehenden Bewegung von Maschinenmas en (z. D. Kolben, Gestängen usw.). in schwingende Bewegung. Das Anwendungsgebiet der Entdeckung ist in seinem ganzen Umfange noch nicht zu übersehen. Zunächst wurde der neue Gedanke auf alle Arten (Siebener Stadttheater. Q3e:I ebte ßeute. Operette in drei Akten von Haller und Rideamus. Musik von Eduard Künneke. Giehen, 23. Ott. 1922. Verliebt find sie allerdings sämtlich, bis auf wenige Ausnahmen, diese Leutchen, deren Lebenszeit Haller und Rideamus, weil es aus mancherlei Gründen ganz gut patzte, in das erste Drittel des vorigen Jahrhunderts datierten. Abgesehen von der ausführlichen Erörterung der verschiedenen Herzenszustände geschieht in dem anspruchslosen Werkchen nichts Weltbewegendes, und vielleicht findet mancher diese Liebesange- legenheiten nicht einmal so absonderlich und aufsehenerregend. Doch auf die Handlung kommt es ja auch hier gar nicht in erster Linie an Das Libretto einer modernen Operette muh eben die traditionellen Ingredienzien besitzen, vor allem einige humoristische Episoden auftoeitat; und wenn dann dazu eine recht flüssige Musik geschrieben ist, ferner mehrere hübsche Tänze eingelegt sind, so lätzt sich dem Werke mit unfehlbarer Sicherheit eine stattliche Zahl von Aufführungen bei gut besetzten Häusern voraussagen. Bei der Operette »Verliebte Leute" sind alle diese Vorbedin- gungen erfüllt Eduard Künneke hat sich euch hier wieder alS ein Tondichter von bestem Geschmack erwiesen. In wohltuendem Gegensatz >u manchem Opus dec gleichen Art lehnt er es ab, sich in seinen Schöpfungen an erprobte Vorbilder zu halten, sondern bietet Eigenes und auch diesmal ein ße recht gefällige Me odien, die sich leicht dem Ohre einprägen und rasch gröbere Verbreitung finden werden. Dies wird um so eher geschehen, wenn sie immer so vortrefflich vorgetragen werden, tmc man es gestern bei der Wiedergabe deS Orchesters unter Karl Knäbels Leitung feftfteHen konnte. Die Darstellung, die gesangllchen Leistungen einbegriffen, hie t sich ebenfalls auf anerkennens- Schlag- und Stampkwerkzeuge Rähmaschinen. Sägegatter, Webstühle, angewandt bei denen sehr erhebliche Snergieerspamisse gemessen wurden. In bei Elektrotechnik bedeutet das neue Prinzip die Erfindung eines oszillierenden Motors, der u. a. das Gebiet der elektrisch betriebenen Ventilatoren und Ex Haustoren auf eine neue Grundlage stellt. In der lllhrentechnit ermöglicht die Schieferstein- sche Entdeckung die Herstellung einer ankerlosen geräuschlos gehenden -1Hr; auch in Massenfabrikation angeferiigte Uhren erreichen durch sie chivnometrische Genauigkeit des Ganges. Das Droben m;t hochtourigen Kraftmaschinen dürfte durch das Schieferstemsche Prinzip gelöst sein. Eine aus deutschen und amerikanischen Mitgliedern bestehende Studiengesellschast, die „LSzi lator-Prto.'i-^oo'vrafion" in DeUin-Char- lottenburg, Kaiser-Friedrich-Strube 1, will die Erfindungen S.hiesersteins unter weitgehender Heranziehung der deutschen Industrie in die Praxis umsehen. Vermischtes. Diebstahl in der Reichsdruckerei. Von einem Lagerboden der Reichsdruckerei jxrr vor einiger Zeit für etwa eine Viertel- Million Mark Bindfaden gestohlen worden. Als Täter wurde jetzt ein früherer Postau Shelfer ermittelt. Ein Hehler, dec den Bindfaden für 100 000 TU. getauft bäte, wurde gleichfalls verhaftet. Die vergifteten Pralinees. Berlin, 21. OIL (Wolff.) Wie die »Reue Berliner Zeitung aus Leipzig erfährt, waren in einzelnen PralrnKes die an die Angeklagten Günther und Warnecke gesandt wurden, eine solche Menge Arsen enthalten, datz sie den Tod aller derer hätte herbeiführen können, die davon genossen haben. Auf die Ermittlung bzw. Ergreifung des Absenders der vergifteten Prali» nöes wurde von der Oberstaatsanwaltschaft in Leipzig eine Belohnung von 500 000 Mark ausgesetzt. Berlin, 21. Oft. Die Erhöhung des Berliner Stratzenbahntarifs von 10 auf 20 Mark führte eine so starke Verminderung der Benutzung dieses Verkehrsmittels herbei, dah beabsichtigt wird, u m f a n • reiche Verkehrseinschränkungen r ar» zunehmen. Auf mehreren Linien sollen die Anhängewagen fortfallen, auf anderen die Wagen- fvlge vermindert werden. Es wird'die Entlassung eines nicht unbeträchtlichen Teiles der Stratzenbahnangestellten unvermeidlich sein. Reue Gleisemeuerungsarbeiten sollen nicht mehr vorgenommen werden. Berlin. 21. Ott. (WTB) Aus dem Keller des Psarrgrundstückes der katholischen Herz-Jesu- gemeinde wurde eine IVt Zentner schwere Kirchenglvcke gestohlen Autzerdem wurden auf dem Gemeindefriedhof in Lankwitz von sieben Erbbegräbnissen 15 Dronzeketten int Werte von 100 000 TU. entwendet. — In Berlin und Umgebung fällt der erste Schnee bei r, h kalter Witterung. Berlin, 22. Ott. Einem amerikanischen Antiquitäten- und Bilderhändler, der kostbare Antiquitäten, Bilder, Schmuckfachen usw. in Deutschland aufgekausl chatte, wurden gestern aus seinem Hotelzimmer in Berlin, das er für lurze Zeit verlassen hatte, 12 der wertvollsten Bilder, meist Werke von Meistern aus dem 16. und 17. Jahrhundert, gestohlen. Die Bilder waren I zum Teil aus dem Rahmen herausgeschnitten, zum Teil mit Rahmen gestohlen. Die entwendeten Bilder haben einen Wert von über 3 0 Millionen Mark. Berlin, 21. Oft. In der Rächt zum Sonntag kam es in der Prenzlauer Stratze in Berlin zu einer schweren Messerstecherei. Die alarmierte Polizei fand bei ihrem Eintreffen zwei Personen mit lebensgefährlichen Verletzungen vor. Hamburg, 22. Oft. (WTB.) Gestern nachmittag brachen aus dem hiesigen Zuchthaus acht Schwerverbrecher aus. Vier davon entkamen, die anderen, von denen einer durch einen Schutz leicht verletzt wurde, konnte wieder festgenvmmen werden. Es war den Gefangenen gelungen, sich in den Besitz von Dienstmänteln, Mühen und Revolvern aus dem Polizeidienstzimmer zu sehen. Sie überrumpelten und enttoaff» werter Höhe. Rudolf Goll hatte als Spielleiter für flottes Tempo und gute Bühnenbilder gesorgt. Der Geh. Regierungsrat v. Ablfeld, der nie wutzte, „tote er sich drehen und wenden sollte", wurde von ihm mit köstlichem Humor gegeben. Luise Rammel z igle als Adelaide alle unangenehmen Eigenschaften eines wahren Hauikreuzes. Als beider Tochter Steffi war Lu Wander, die wieder eine Probe ihrer reichen stimmlichen Begabung ablegte. ein frisches junges Mädel, dem der Schalk im Racken sitzt, das aber auch einen kleinen Troh- kopf aufsehen kann. Ilse Wissendorff (Gräfin Ilse von Trachau) und Kurt Richter (Heinz von Reuhoff) waren vorzüglich bei Stimme und ihren Rollen völlig gewachsen. Auch Richard Hellborn (Leopold v. Möbius) und Karl B o l ck (General Suwatscheff) verdienen volle Anerkennung. Um den Kreis der Mit- spielenden zu schließen, so seien noch als Vertreter der übrigen Rebenpersonen CläreTürk (Jungfer Minna), Heinz Bechstein (Diener Anton) und Hermann Stichel (Baumann) lobend erwähnL Die Tänze tourben von Lina Oldini aufs beste einstudiert. Erfreulicherweise gesellte sich gestern Abend au dem künstlerischen ein finanzieller Erfolg. Ein dicht besetztes Haus spendete reichsten Beifall, der sich von Akt zu Akt steigerte und verschiedene Dacapos hervvmckef. Leider sollte mfceffen die Freude Über den guten Besuch nicht ungetrübt bleiben. Eine schon vielfach gerügte, unangenehme Erscheinung trat auch gestern toieber äuherft störend zu Tage. Man ist sich bei einem Teil bes Publikums anscheinend immer noch nicht im Haren darüber, datz Ouvertüren und Zwischenaktsmusik einen, nicht unwesentlichen. Bestandteil der gesamten Darbietung bilden, der nicht als Aufforderung zu zwangloser Unterhaltung zu betrachten ist. Sollte es nicht endlich möglich sein, datz derartige grobe Taktlosigkeiten in Zukunft unterbleiben? tr. ncten Den Poltzetl>ften, woraus fte über die Ge- fängnismauer das Freie erreichten. Ans die Wiederergreifung ist eine hohe Belohnung aus» gefetjt. Wien, 22. Ott. (WTB.) Wie die Blätter aus Klaasenburg melden, st i e tz e n zwei hinter- einanderfährende Züge mit Teilnehmern der rumänischen Krönungsfeier zusammen. Rach den bisherigen Feststellungen wurden 30 Personen getötet und etwa 50 schwer verletzt Turnen, Sport und Spiel. London, 21. Oft. (WTB.) Bei einem Segelflug-Wettbewerb in Ilford Hill stellte O l I e h um den Preis der „Daily Mail" aus einem Focker-DoppÄdecker durch eine Flugdauer von 45 Minuten einen Rekord für einen Flug mit Passagier auf. London, 22. Oft. (WTB.) Reuter. Den Preis von 1000 Pfund, den die „Daily Mail" für den längsten Gleitflug ausgesetzt hatte, gewann der Franzose Monehrolle mit einer Flugzeit von 3 Stunden 21 TI muten. Mit dieser ist der deutsche Rekord um 15 Minuten überboten. Büchcrtisch. — Die Legende vom Ting am Finger Unserer Lieben Frau. Von Ferd. Künzelmann. Verlag Kirchheim & Eo., G. m. b. H.. Mainz 1922. — Dieses Buch, in Beuron entstanden, schildert bi der Darstellung eines Achtzigjährigen ein reiches und bunte» Bürger- leben des achtzehnten Jahrhunderts, ein Leben, über das ein Wunder fein ganz besonderes Licht gieht Sandel. Hamburg, 22. Ott. 'WTB.» Am 21 Oktober fand in den Räumen der Darmstädter und Rationalbank in Hamburg die Gründung der Gebrüder Ma s ch l e r - E r w i n Koppel A-G., Breslau-Hamburg, mit einem Aktienkapital von 10 Millionen Mark statt. In dieser Gesellschaft haben sich untci Mitwirkung der Diel- schowslh-Weigert-Wel.'e ui Breslau die Getreide- firmen Gebrüder Mähler, Breslau, mit den Zweigniederlassungen d.-r Firma Erwin Koppel in Reu stabt a H., Frankfurt a M. und Wien vereinigt. Berlin, 21. Oft. Börsen st immungs- bilb. Entsprechend dem anhaltenden Rückgang bes Markkurses im Auslande und besonders in Reuyorl schnellten hier die Devisenpreise axiter in die Höhe, wobei als besonders bemerkenswert wieder hervorzuheben ist, datz bei ständig steigenden Rachfrage keine ober nur belanglose Abgaben gegenüberstehen. Die Devisenbesitzer wollen sich angesichts der katastrophalen Entwicklung der Dinge von ihrem Besitz selbst bei hohen Kursen nicht trennen, da sie befürchten müssen, im Bedarfsfälle ihn nicht wieder oder nur zu noch höheren Kursen zurückkausen zu können Die Auszahlung Reuyorl zog in raschm Sprüngen heute Dchmittag bis aus 4300 an und wurde amtlich in der Mitte mit 4430 notiert In den Börsensälen waren die Maller zur Entgegennahme von Aufträgen und zur Abstimmung ihrer Bücher usw. zahlreich versammelt. Auch die Händler und sonstigen Interessenten waren in grober Zahl anwesend, und man hörte für alle Wertpapiere, besonders für Ausländerrenten und andere Valutapapiere, höhere Kurse nennen, die zum Teil ganz wesentlich über den gestrigen Schlutz- kursen lagen. Frankfurt a. TL, 21. Oft. Börsen- stimmungsbild. Am heutigen börsenfreien Samstag stellte sich der Dollar im Frühverkehr auf 4050 und stieg dann auf 4200, 4400 bis 4500. Im offiziellen Börsenverkehr stellte sich die Rotiz auf 4360. Devisen setzten bei starker Rachfrage ihre Aufwärtsbetvegung fort. Aus dem Effektenmarkt bestand bei erhöhten Preise starke Rachfrage. Lebhaft gefragt >' - Montan-, chemische, Auto- und sonst ge Spez alpapiere. Ausländische Werte setzten cveniallS ihre Aufwärtsbewegung fort. Del den Banken sind von feiten des Publikums große Kaufaufträge eingegangen. Frankfurter Dedifemnarft. (Telegraphische Auszahlung.) Amtliche TDtierungen. Datum: 20. Oktober 21. Oktober Geld 'Trief Geld 'Brief SlntnM'Brüficl . 24575,40 24624(10 30619,30 30680,70 Holland 139360, 140110,—175*24,- 17(5176,- Vonbon 16008,90 16041.10 20079,90 2-12110 Paris 2(5673,30 26726,70 33016,90 33083,10 Schweiz 656 54,30 65765,70 81698,30 81780,70 Spanien 55544,40 55*555,60 68231,70 68368,30 Italien 153M60 15365,40 1859L40 18618,60 Lissabon-Oporto —.— — Dänemark .... 72637,30 72772,70 88111-50 88288,20 Norwecien . . . 64635,30 64764,70 76123,80 76276,20 Schweden .... 96903,- 97097,—114385,50114614,50 Helfingfors. • . . — — — Nennork 3271,30 3678,70 4370,60 4379.40 Teutsch-Ocsterr. 5.04 5,16 6,23 6,37 Budapest 147.35 148.15 17:3-52 174.18 Praa 12057,90 12062,10 144(0,5'1 14514^0 Sofia — — —,— —,— —.— Märkte. Berliner Produttenmarkt. Berlin. 21. Ott Die anhaltende sprunghafte Steigerung der Devisenpreise lieh auch die Haussebewegung am Produktenmarkt im gestrigen Tempo erneut vorwärts gehen. Ton einem regelmätzigen Geschärt war feine Rede, und die gegen gestern stark erhöhten Preissorde- rungen gingen erheblich auseinander Angebot vorn Inland zeigte sich nur ganz wenig, und wenn solches vorliegt, werden Preise verlangt, die selbst der heutigen Marktlage vvraneilen. Bei diesen Verhältnissen hält sich die Unternehmungslust in sehr engen Greichen, zumal auch viele Händler das Rililo bei den täglich sich überstürzenden Preiserhöhungen nicht mehr zu übernehmen wagen (In einem Teil der Auslage wiederholt.) Die französische Denkschrift an die Repa- rat'tonskommiffion. Pa r is. 21. Ott. (WTB.) Barth ou überreichte gestern nachmittag der Reparation s° ko m Mission namens der französischen Delegation etne De n ks chrif t, die tm Lause des Abends veröffentlicht werden sollte. Im Gegensatz zu der Anregung B r a d b u r y s ist die französische Delegation nicht der Meinung, dah man dem Moratoriumsantrag Deutschlairds für 1923 und 1924 zuvorkommen und einen solchen Antrag veranlassen müsse. Die frarrzösifche Delegation schlägt eine strenge Kontrolle deS Haushalts des Reiches und der einzelnen Länder vor. Dieses Aussicht-recht mühte aud) bas Recht umfassen, gewisse Ausgaben zu beschiänken. zu streichen oder aufzuschieben und eine Erhöhung Der Einnahmen durchzuführen Dieses Programm müsse ausführlich festgestellt werben Die französische Delegation schlägt daher nor: 1. Der Garan- tieauSschutz müsse von der deutschen Regierung gewisse Matznahmen fordern oder verbieten. 2. Der Ausschutz wird nachBerlin verlegt, und es sind sofort Vorkehrungen zu treffen datz seine Tätigkeit wirksam wird. 3. Die Matznahmen für die Kontrolle der Einnahmen und Ausgaben und zur Unterdrückung der Kapitals- siuchl werden unverzüglich angewandt 4. Der Kontrollorganismus wird die Verpslickttung und das Recht haben, dauernd alleCinzelheite» der Finanzgebarung des Reiches und der einzelnen Länder zu kennen. Er wird alle Wittel nach Rachsorschungen an wenden, um das Mindestmatz der zu erzielenden Einnahmen und den Höchstbetrag der erlaubten Ausgaben festsehen zu können, und wird daS Recht haben, unangebrachte Ausgaben zu verbieten. Wenn die betttsche Regierung sich nicht den Weisungen des Kontrollorganismus fügen sollte, wird dieser Derstotz sofort den Mächten mitgeteift. 5 Die Anleihen des Reiches und der Länder müssen von dem Kontrollorganismus bewilligt und direkt beim Publikum untergcbrüd>t werden. Die Unterbringung von Schahanweisungen bei der Reichsbank wird ftreng verboten. Die französische Delegation ist der Ansicht, datz man der Reparationskommission nicht das Recht strittig machen könne, diese Reihe von Matznahmen mit der deutschen Regierung zu besprechen, sie festzusehen und sie durchzufüyren. Die französische Delegation schlägt weiter bor; 1. Sofort die Ftoanzverwaltuirg Deutschlands unter den vor st eh »nd genannten Bedingungen unter die Kontrolle der Gläubiger Deutschlands zu stellen. 2. Alle erforderlichen Matznahinen zu treffen, um den Haushalt ins Gleichgewicht zu bringen und das Gleichgewicht aufrechtzuerhalten, wobei progresiiv in die Ausgaben der Teil de. Reparationen eingefügt wurde, deren Zahlung nicht durch andere Mittel oder Anleihen zul Anmillierung des Kapitals aufgebracht werden kann. 3. Dem Schatzamt zu verbieten, Schahwechsel irgendwelcher Art bei ber Reichs bank zu dis ton treten, sowie jede Ausgabe von Schiuldverschrci- bungen auf kürzere oder längere Dauer der in ter alliierten Kontrolle zu unterstellen. 4. D i c Reichsbank unter d i e intcraUicrt- Kontrolle au stellen, die damit beauftiagi ist, alle von Den Alliierten geforderten Matz nahmen, die ihren Anteil erfordern, zu über wachen. 5. Die als geeignet erscheinenden Matznahmen zur Vermeidung der Kapitalflucht und Anhäufung von ausländischen Devisen im Innern durch interalliierte Kontrolle zu verschärfen 6. Sobald die älmstände es erlauben, soll mit der Ausgabe von Goldschahanweisungen begonnen werden, deren Unterbringung d.uch fis ftrlische Vorteile erleichtert werden könnte. Das Ergebnis diefer Schahwechselausgabe würde, so- wert dies notig ist, zur Derstärtoug des Metallbestandes der Reichsbank dienen und den Erfolg der Währungsreform zu sichern. Der Rest würde dazu dienen, den Teil der Reparationen^ die nicht in dem Haushalt aufgeführt sind, zu zahlen. 7. Die deutsche Regierung soll auch weiter in Gold oder ausländischen Devisen 'Beträge von mindestens 25 Proz. des Wertes der Ausfuhr erheben. DaS Ergebnis dieser Summe, die Erträge der Zölle und ber- Einfuhr und das Erträgnis der AuSsvi <65 mm zur Zeit prompt lieferbar.^,!) vampspretzsteinsabrik Elektrizitätswerk Westerwald A.-G., Marienberg, Westerwald. 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Heinrich Kehler II. zu Steinbach ist zum Vorstandsmitglied bestellt. 9483B Giehen, den 18. Oktober 1922. Hessisches Amtsgericht. Heute morgen ll1/. Uhr entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Julius Rosenbaum Metzgermeister im 73. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen-. Moritz und Ludwig Rosenbaum. Gießen (Kirchenplatz 4), Jesberg, den 21. Oktober 1922. In Giehen in der Drog. Winterboff, Kreuzplatz 9/10, Löwen Drogerie und Bictoria-Drogerie.Herm. Plank Wwe. Mittwoch, 25. Oktober, abends 8 Ubr ordenil.Generalversammlung im Bereinslokal. Tagesordnung: Jahres- u. Kassenbericht, Borstandswahl, JahreS-Programm, Ab heute bis elnsehl. Mittwoch: Zä I In Wahn und Wirren | M/ Der Roman einer unglücklichen c® Ivz Frau mit der berühmten Bühnen- Schönheit Magda Sonja in der Hauptrolle. 9472 XM Ba Ferner: ME Gertrud Welker, Erich Kaiser-Tlts tW Hy in dem Schauspiel. 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