Ur. «5 Erscheint itfgtid), an%tt Sorm» uwb Feiertags, mit txrSamstagsbtiloge: HiehenerFamilienblätler THoRallt^t vezuorpreise: •rPh. 20 — und Mb. 2.— Trägerlohn,durch diePost -stk.22.—, auch bei Nicht- erscheinen einzelner Num« mern infolge höherer Gewalt. - Fern sprech- "lnschlüsse: fürdieSchrift» leilung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- i ichten: Biutlgcr ftiefje«« Poftfmetflonto: 5rantsurl o. M. 11686. ?■ Zrettag, 25. Juni 1922 Erster Blatt 172. Zahrgang Annahme von Anzetae» für dir Tagesnummer oi» 3um Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Dreis für 1 mra höbe füt Anzeigenv. 34 nun Breit» örtlich 150 vs.,auswärtL 180 'Pf.; für Reklame« Anzeigen von 70 mm Breite 500'Pf. Lei Platz. vorschrist20 „Aufschlag. Hauptschriftleiter: Aug. Ooetz. Verantwortlich für Politik. Aug. Goetz, für den übrigen Teil, flarl Walther; für den Anzcigentetl: Hans Beck, sämtlich in Gießen. General-Anzeiger für Oberheffen drvck nnb Verlag: vrühl'fche Univ.-Bud): und Steinbruderei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle Ed Druderei: Schulstratze 7. Dos Todesurteil der Besatzungspolitik. # Mr F. TB. <81 n c n . ber rBerfaffcr nachstehenden Bcricbtc*. lebt in Cincinnati, Ohio, und fh c't eine hervorragende Atolle unter den deu t s ch- a rn e r i ka - nifchen Journalisten. Gr ist Herausgeber der ^Cincinnati Freien Presse" unb steht In engsten Beziehungen ju den führenden Persönlichkeiten ' der Republikanischen Partei. Im Mai dS. Is. hat Herr Glven eine längere Reise durch die besetzten Gebiete im deutschen Westen unternommen. Das Ergebnis dieser Reise, das Resultat der von Herrn Glven in den Rheinlanden, in der Pfalz und im Saargebiet angr- stellten ilntersuchungen, seine. Beobachtungen und Eindrücke ist nachstehender Artikel. ein Artikel, der die Leiden unserer geknechteten Brüder, die ganzen entsetzlichen unhaltbaren Zustände des besetzten Westens mit einer Deutlichkeit, Tlrffauliif i, Rucks chts osigkeit und u t«t crbittlicfcen Schärfe schildert, aufdeckt und ans Licht der Oeffentlichkeit zieht. Heute habe ich eine zehntägige Tour durch das rheinische 'Besatzungsgebiet zum Abschluß gebracht. Ich war in Duisburg, Düren, Jülich, Eusiirchen, Trier, Saarbrücken. Speyer, Wiesbaden, Langenschwalboch. Mainz, Koblenz und Ems Ich habe Rücksprache genommen mit Männern in öffentlichen Stellungen, die mit der Lage wohlvertraut sind; habe rauen und Mädchen ihre Erfahrungen mit den fremden BcsatzungStruppen berichten lassen^ habe Gefchastsleulc, Geistliche und an* Mx Persönlichkeiten, von denen ich zuverlässige Informationen erwarten durfte, auf- gesucht; und hör allem habe ich mich durch den ''lugenschein überzeugt, daß die in den Ber billigten Staaten so ost und bis in die Neuzeit hinein gehört«- Behauptung, es gebe keine 7eger am Rhein, auch heute noch hinfällig fL 2Ibcr das ist nicht von großer Bedeutung. 9ton ist im B sanungsgebiet durchaus. nicht überzeugt, daß die Reger schlimmer sind, als Nc andersfarbigen Truppen; im Gegenteil, in manchen Städten hat man beispielsweise mit den Marokkanern schlimmere Erfahrungen ge- n'.acht, als mit den Regern, und d i e w e i h e n Franzosen sind u in lein Haar besser, als die farbigen, vielfach sogar noch schlimmer. Die beiden ersten schweren Verbrechen, die zu meiner unmittelbaren Kenntnis gebracht wurden, wurden von einem weißen Franzosen und einem 'Belgier begangen. In Duisburg wurde ein fünfzehnjähriges Mädchen am Tage vor meiner Än- lunft von einem belgischen Soldaten in brutaler Weise vergewaliigt; ich habe das Mädchen gesprochen, der Bericht des 'Arztes, der es unmittelbar nach dem älebcrfall untersuchte, befindet sich in meinem Besitz. Am Tage vorher wurde ein anderes Mädchen von einem weihen Franzosen Überfallen, und auch in diesem Falle habe ich mir die Tatsache von dem Opfer selbst bestätigen ^lassen. Die Zahl dieser Berbrechen ist auch heute noch sehr groß. Sic kommen nur weniger häufig als früher zur Kenntnis der Behörden, weil die Opffer sich scheuen, mit der ihnen angetanen Schmach in die Oeffentlichkeit zu flüchten, und weil sic die Drangsalierungen fürchten, denen Zeugen ausgesetzt sind, die vor den französischen Behörden zu erscheinen haben. Man hat es häufig erlebt, daß Mädchen und Frauen, die als Ankläger gegen französische Soldaten, erschienen, wegen Beleidigung der französischen Armee vor Gericht gestellt und verurteilt wurden, weil sic außerstande waren, aus den ihnen vorgeführtcn Soldaten den Attentäter herauszufinden; obschon ja wahrscheinlich auch die französischen Behörden begriffen hatten, daß das unter den gegebenen Umständen unmöglich war. Wo eine Verringerung solcher Gewaltakte stattgefunden hat, ist das lediglich auf die Tatsache zu- rückzuführen, daß Frauen und Mädchen nach Eintritt der Dunkelheit die Sttaße grundsätzlich meiden und auch am Tage nur unter den zwingenden Umständen ohne Begleitung ausgehen. Es gibt keine Bcvöllerungsklasse, deren weibliche Angehörige nicht schlimme Erfahrungen mit den fremden Soldaten gemacht haben; die Frauen und Töchter auch der besten Gesellschaftsklassen sind von ihren unsauberen Händen ebensowenig sicher, wie die Frauen und Mädchen aus dem Bolke. Neuerdings bekunden besonders die farbigen Franzosen die Neigung, Knaben zur Befriedigung ihrer viehischen Gelüste zu benützen. In Euskirchen ist auf diese Weise ein nicht unbettächtlicher Tell der Schüler des Gymnasiums verseucht worden und zwar in solchem Umfange, daß die deutschen Behörden sich mir dem Gedanken vertraut machen muhten, die in Frage kommenden Knaben aus der Stadt zu entfernen, was ihnen indes bisher nicht gelungen ist, weil die französischen Behörden darauf bestehen, sie als Zeugen fcstzuhalten. Die Versen- chnng der Bevölkerung durch an- steckende Krankheiten hat solchen Aman g angenommen, daß es immer schwerer wird, Mittel und Wege zu finden, dem Verderben Grenzen zu ziehen. Daß es die fremden Soldaten, in erster Linie die französtschen Soldaten sind, die für diese Bersenchutzg verani- wonsich gemacht werden müssen, ergibt sich leicht, wenn man Vergleiche zieht zwischen benachbarten Städten, von welchen die eine Stadt Besatzung hat und die andere nicht. Das Hebel wird dadurch wesentlich verschlimmert, daß jede Dirne sich des besonderen Schutzes der französischen Offiziere erfreut. Sie bringen die Dirnen in ihre Privatwohnungen, wo die übrigen Hausbewohner Zeuge der wüstesten Orgien sein müssen. Billige Vorstellungen der deutschen 'Behörden finden keine Beachtung. Als in einem Falle die Vorstellungen sehr dringend wurden und der französische Kommandant nicht wohl wagen konnte, die zu seiner Kenntnis gebrachten Tatsachen zu bestreiten, erklärte er, er sei der Ansicht, daß seine Soldaten deutsche Frauen und Mädchen haben sollten. Im ganzen Besayungsgebiet herrscht infolge der umfangreichen Beschlagnahmungen ganzer Häuser oder der besten Teile derselben große Wohnungsnot. Für die fremden Offiziere und ihren Anhang müssen die besten Räume hergegeben werden. Die deutschen Hauseigentümer müssen schon froh sein, daß man sie nicht ganz und gar aus die Straße wirst und ihnen wenigstens ein dürftiges Unterkommen läßt. In den meisten Fällen steht nur eine Küche zur Verfügung, die dann selbstverständlich zuerst von den cinguartierten Damen oder Weibern beansprucht wird. Von den dadurch für die Hauseigentümer entstehenden llnzuträglichteiten kann man sich nur bann eine Vorstellung machen, wenn man ihre Klagen selbst gehört hat. Auch hier ist das Verhalten besonders der Franzosen, ganz und gar auf Schikanierung eingestellt. Den deutschen Frauen bleibt nichts anderes übrig, als sich zu fügen, und wenn sic sich beschweren, laufen sic Gefahr, wegen Beleidigung der ftanzösi- schen Armee bestraft zu werden. In solchen Fällen gelten immer die Angaben der Franzosen. Die Deutschen sind rechtlos, einerlei, wie begründet ihre 'Beschwerden fein mögen. Man hat cs erlebt, daß einer deutschen Frau in ber gemeinsam benutzten Küche von ber Französin die Salatschüssel wcggewor- fen und ber Salat in den Ausguß geschüttet wurde, weil die Dame die Schüssel brauchte, um die schmutzigen Strümpfe ihres Gatten darin zu waschen. Die Aufzählung solcher und ähnlicher Vorkommnisse liehe sich ins Endlose fortset- gen. ES liegt Sy st em in diesen Quälereien. Man will ber Bevölkerung immer von. neuem zu Gernüte führen, daß jene, von benen btefe Quälereien ausgehen, die Herren sind und als solche Rücksichten nicht zu nehmen brauchen. Frankreichs Vorbehalt ans Sonderaktionen. Die Note Poinear^s — Englands Gegnerschaft. Paris, 22. Juni. «Wolfs.) Havas: Der „Petit P a r i f i c n" schreibt, Poincar 6 habe vor feiner Abreise nach London an die britische Regierung eine Rote geiittet, in b?t er für Frankreich das Recht fordere, unter geListen Um- sländen allein gegen Deutschland vorgehen Diese Forderung werde begründet durch die Tatsache, bah man englischerseits vorgebe. Frankreich habe bei der Besetzung 'Frankfurts darauf verzichtet, vereinzelt zu handeln. Die französische Antwort sei in der Tat weiter nichts als die von Frankreich eingegangene Berpflichtung, bei wieder eintretenden Fällen nicht so vorzugehen wie bei der Besetzung von Frankfurt. Keinerlei Sanktionen seien durch den Versailler Friedensvertrag vorgesehen, aber Paragraph 18 Anh. II des Versailler Vertrages sehe vor, bah im Falle von Verfehlungen Maßnahmen ergriffen werden lönnen, welche die betreffenden Regierungen für nützlich erachten. Die französische Auffas um fei, bah diese Klausel unter Umständen die ergriffenen Sanktionen ohne Mithilfe ter Alliierten rech fertigen würde. Das bedeute icdoch nicht, dah Franl- rcich wünsche, dah man ihm die Initiative lasse. Cs werde im Gegenteil nur danach greifen, wenn festgestellt sei «was glücklicherweise nicht zu befürchten fei), dah die Alliierten zötzerten, Fraitt- reich in der Durchführung der von ber Reparationskommission getroffene i Entscheidungen zu unterstützen. Die Reparationskomnnssttn 'e b t fei ein interalliiertes Organ, und wenn die Alliierten sich weigerten, ihre Ansicht zu fördern, so würden sie sich selber Lügen strafen; mit anderen Worten: die französische Regierung habe, wie e$ scheine, rufen wollen, dah für den Fall, dah sie nach- in ihrer Rote den Alliierten nur in Erinnerung geben. Frankreich sich das Recht wahre, allein vorzugehen. Daraus ergebe sich aber nicht, dah dieses Rachgeben der Alliierten von Frankreich als wünschenswert oder wahr- I s(peinlich betrachtet werde. Mithin könne dies zu keinem Mißverständnis Anlaß geben. Paris. 22. Juni. (Wolff > Der diplomatische Berichterstatter der .Havas Agentur" erfährt. bah im Lause der letzten Woche mehrere Roten von dem »Foreign Office“ an b t e französische Regierung gesandt worden seien. Eine davon führe den treuen britischen Gesichtspunkt an, ber jeder isolierten Handlung bei der Durchführung der Friedensverträge feindlich gegen- ü b c r ft c b c , in Gemäßheit der von der britischen Regierung früher ausgedrückten Grundsätze an- lählich der Besetzung Frankfurts. Eine wettere englische Rote erhebe Wider spruch gegen die Suh- missionsarbeiten im Hafen von Tanger. Bekanntlich habe bereits das Oktroi, das Frankreich im Juni 1921 zugesagt worden fei, Gegenstand eines Protestes der britischen Regierung gebildet. IS Monate militärische Dienstzeit in Frankreich. Paris, 23. Juni. e des Garantiekomitees besprachen fick gestern mit der Regierung über die rückständigen Kohlenlieferungen. Eine Verständigung wurde angebahnt. Diele Verständigung ist nicht möglich gewesen, ohne der deutschen Industrie erneut schwere Opfer wegen der Koßlenversorgung auf-verlegen. aber wir mußten uns zu gewissen Lieferungen bereit erklären, da wir ja stark im Rückstände mit den Lieferungen waren. 'Formell ist noch nichts festgelegt. Die Zwangsanleihe int Lteucrausschust. Berlin, 22 Juni. (WTB.) 3m Steuer- ausfchuh wurde § 1 des Gesetzes betreffend die Zwangsanleihe mit einem Zusatz, der die Zwangsanleihe auf 60 Milliarden Papier- mark festsetzt, vom Ausschuß angenommen. Die 2 und 3 wurden nach dem Wortlaut der Regierungsvorlage ebenfalls an; e?. cm men. Hiernach beträgt der Zeichnungspreis der Zwangs- anleihe 10? Pro-, des Rennwertes, lieber die Zwangsanleihe werden Schuldverschreibungen auf den Inhaber ausgegeben. Gintragungen in das Reichsschuldbuch sind ausgeschlossen. Zu § 4 wurde ein Antrag Dr. Becker-Hessen (D. Bvt.) angenommen, wonach festgesetzt wird, daß die Zwangsanleihe bis zum 31. 10. 1925 unverzinslich ist, vom 1. 11. 1925 an bis zum 31. 10. 1930 in Höhe von 4 Pro;, und vom 1. 11. 1930 an in Höhe von 5 Prozent jährlich verzinst wird. Die Regierungsvorlage hatte ursprünglich nur 21/z resp. 4 Proz. zugebilligt. Die Zinßrn werden hall»jährlich am 1. 5. und am 1. 11. (zum erstenmal am 1. 5. 1926) fällig. Rach Erledigung dieses Paragraphei: vertagte sich der Ausschuß. Die Konferenz im Haag. Haag. 22 Juni, l Wolfs Amtlicher Bericht über die Haager Konferenz > Die erste Unter* k o m Mission sprivale Eigentümer) der nicht* russisch:» Kommission hielt beute morgen ihr» erste Sitzung ab. Die Besprechungen bezogen sich auf allgemeine «Fragen der Arbeite m erhoben. Wetter fand zwischen den Delegierten ein Austausch- von Informationen hierüber statt. Haag. 22. Juni. < Wolfs.) lieber den An- kunflstag der russischen Kommission ist bisher nichts RähereS bekannt geworden. In Äon- ferenzkreisen wird jedoch angenommen, daß Litwinow als Vorsitzender der russischen Kommission fungieren wird. Marschall Wilson erschossen. London, 22. Juni. (Wolfs.) Havas meldet: Auf Marschall Wilson wurden zwei Revolver* schüsse abgegeben, die ihn töteten. Zwei Verhaftungen sind bereits vorgenommen worden. L o n d o n, 22. Juni. (WTB.) Zu dem lieber» fall auf Wilson teilte Chamberlain im llnterhause mit, daß zwei bewaffnete Männer in das Londoner Wohnhaus des Generals einbrachen und ihn erschossen. Drei Polizisten wurden ebenfalls erichossen. 'Beide Täter wurden verhaftet. Die Mitteilung rief im llnterhause Bestürzung hervor. Es beschloß, sich zum Zeichen der Trauer zu vertagen London, 22. Juni. (WTB.) Die beiden Mörder des Marschalls Wilson haben durch Revolverschüsse zwei Polizisten schwer v e r lau n bet. Einer davon ist gestorben. — Der König hat wegen der Mordtat das für morgen anläßlich des Geburtstages deS Prinzen von Wales geplante Galadiner abgesagt. Eine (Erklärung (tzriffithS. London. 23. Juni (WTB.) Dor Präsident des 3 ail ©iteann, Griffith, gab gestern abend der Presse gegenüber folgende St tlä *1 runfl ab. Ich weiß nicht, ob öS sich bei bet; Ernwrdung des Marschalls ^Wilson um einen Racheakt handelt oder um ein politisches Verbrechen. Aber In zivilisierten Rationen hat stets die Ermordung polttischer Ggner für) ein nicht zu rechtfertigendes Verbrechen gegolten. Hir Henry Wilson hatte Ansichten, öie denen» der großen Mehrheit unserer Landsleute diametral entgegengerichtct waren, doch weiß ich. daß diese Mehft^it das Verbrechen, dem er zum Opfer gefallen ist, nicht billigen wird. Neue Ziele der polnischen Nationalisten. Konsarths Gruß an die „unerlöften Brüder". Warschau, 21. Juni Korsanth veröffentlicht in der ,Rzeczpospolita" einen Gruß an die Polen Deuisch-Oberschle* f i e n S, worin es u. a. heißt, daß eine unverständliche Entscheidung internationaler Machtfaktoren zwar Hundert tau sende polnischer Brüder unter dem Preußenjoch gelassen habe, doch werde das polnische Volt sie n i ch 1 vergessen. Es sei die Pflicht der polnischen Regierung, mittels diplomatischer Waffen ihren Landsleuten Hllfe und Beistand zu leisten. Rie werde eS - eine polnische Regierung geben, welche diese ihre Pflicht nicht gewissenhaft erfüllte. Der Ausruf schließt mit den Worten: „W i r grüßen euch, u n e r lö ste Br über!“ Danzig, 21. Juni. Wie „Gazeta (Sbondta* meldet, sandte der Sejmmarschall dem Abgeordneten Korsanty nach Kattowitz folgendes Telegramm: Heule, wo der Weiße Adler wieder feine Schuhflügel über Oberschlesien ausbreitet, grüßt unter Sejm die oberschlesischen Brüder in einem Augenblick, der das Ende ihrer moralischen Leiden bedeutet. Von nun an wird die polnische Republik euch vor den Verbrechern, die besonders in den letzten Tagen eine Qual für die polnische Bevölkerung waren, schützen. Laßt uns nie vergessen, daß der Feind nur auf unsere staatliche Schwäche und die Hn- gcschicklichisit der Regierung lauert I Mit vereinten Kräften wollen wir für die Ordnung sorgen Es bedarf einer gewissenhaften Arbeit, um die Schäden der Gefangenschaft tolebet gut zu machen. Zeigen wir ber Welt, daß das polnische Volk unbeugsam sein kann, wenn es sich um baß Wohl der polnischen Republik handeltk Es lebe das neue polnische Oberschlesien k $lar!tnbec($d und Calonders (Einführung. D e u t h e n, 22. Juni. (Wollf.) In den festlich geschmückten Räumen des Landgerichts Death e n sand brüte mittag die feierliche Einführung des Professors Kaeckenbeeck als Präsident der Schiebsgerichtskvmmission statt. Der Feier wohnten außer dem Präsidenten C a l v n d e r noch die Herren bei. die an der Kattowiyer Feier teilgenommen hatten: ferner waren erschienen ber Landgerichtsprästt e.tt Döring (Druthen) und eine grohe Aa-ahl Richter mit ihren Damen. Dr. Lewald kezrüßteKaeiLn- beed in deutscher Sprache, worauf der polnische Generalkonsul von Oppeln K e s z y ck i in polnischer Sprache Begrühungsworte an den Präsidenten richtete. Äaedenbeed erwiderte in längeren Ausführungen. Der gemischten Schieds- geri-chtskommisi ton gehören außer Kaeckenbeeck von deutscher Sette Oberlandesgerichtsrat Schnei-, der an und von polnischer Sette Minister: S e y d a. RattDtot22. Chnri ('2xrorff.) Heure vor- mittag fanb in her Baugewerksschule. dem jetzigen Ratsgebäude der Woiwodschaft, die feierliche Einführung Calonders statt, des Präsidenten der gemischten Kommission. Don deutscher Seite erschienen Herr Letoald, Le- gativnsrat v. Mo11ke, Dr. Lukaschek, Diplom-Ingenieur Bormann und von polnischer Seite Generalkonsul Keszycki- Oppeln, Di- plom°2k g mieu c Grabinowski^ Kattowitz Re-chtsanMOlt Wolny, das Mitglied des Außenministeriums 2Doiw.de Ryne r, der Präsident des Oberlaridesgerichts Dvchochenaki. Oberbürgermeister G o r nik und Legationssckretär Morawski. Aach einer kurzen Begrüßung durch den polnischen Generalkonsul ergriff Dr. Letoald das Wort, worauf Cal onder in längeren Ausführungen in französischer Sprache erwiderte. Der gemischten Kommission gehören als Mitglieder von deutscher Seite v. Moltke und Lukaschrk und von polnischer Seite Wolnh und Grabianvwski an. Das Wirtschaftsabkommen mit dem Memelgebiet. Berlin, 22. Juni. (Wolff.) Der tm Rkar mit den Vertretern des M e me l gebiets vereinbarte Entwurf des Abkommens zur Regelung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen dem Deutschen Reich und dem Memelgebiet wurde bisher noch von keinem der Dertragsteile unterzeichnet, da die Memeler Delegation nur zur Erörterung der Vorbereitung des Vertrages bevollmächtigt war und bei den Verhandlungen bestand ein Einverständnis darüber, daß es zweckmäßig sein würde, einen Teil der 'Bestimmungen des Vertrages bereits vor der Unterzeichnung und der Ratifizierung durch eine Anordnung auf dem Verwaltungswege in Kraft zu sehen. Der direkte Absatz der deutschen Waren in den Randstaaten würde beeinträchtigt, weil die für den eigenen Bedarf des Memelgebietes bestimmten deutschen Waren dorthin unter besonders günstigen Bedingungen befördert werden konnten, dann aber vielfach nicht im Memelgebiet verblieben. Zur Wahrung der Interessen Ser hiervon betroffenen deutschen Handelskreise war schon lange beabsichtigt, das System der Berechtigungsscheine aifzuheben. Die*e Reu- regeluirg durch eine vorläufige Inkraftsetzung schon ;etz't in Kraft zu setzen, ist leider nicht möglich. Äe Überei twilligkeit der deutschen Regierung war dazu bereits ausgesprochen, aber der Entwurf des Vertrages muß erst von der Botschafte-rkon- fererrz begutachtet werden. Dir Prüfung durch die Botschafterkonferenz wird Hof entlrch bald erfolgen. Auch von deutscher Seite wird geprüft werden, inwiefern bis zur Ra'ifizierung des Abkommens Verhältnisse grschasfea Weden können, die den beiderseitigen Interessen entsprechen. DieBeratungenüber die Umlage. Gehaltsvoraus ahlung an die Beamten. , Berlin, 22. Iunk. iWolff.> Der Volkswirts chastliche AuSschu ß der Reichstags setzte die Beratung des Gesetzentwurfs über die Getreideumlage in einer ast gemeinen Arrssprache fort und beschloß, die gesamten Fragen dem Unterausschuß zu über- l weiser. Im. Beamtenausschuß des Reichstags teilte Regierungsrat v. Hagenew mit, daß das 7 Kabinett gestern beschloß, der Rot der Beamten Rechnung zu tragen und die Bezüge für ' Juli am 24. Juni außzahlen zu lassen. Der : preußische Finanzminister traf dieselbe Anordnung und es sei anzunehmen, daß die übrigen Länder folgen werden. Aus dem Reiche. Der preußische Ministerpräsident gegen die Schuldluge. Berlin. 22. Juni. (Wolff.) Im Preußischen Landtag ergriff der Ministerpräsident zu der Frage der Alleinschuld Deutschlands, am Kriege das Wort und sprach nachdrücklich ft e Verwahrung gegen Feuilleton. Das erste Kirchenbild. Der Schmuck des Gotteshauses ist Jahrhunderte lang die wichtigste Aufgabe der Kunst gewesen und hat die herrlichsten Meisterwerke des Mittelalters und der Renaissance hervorgerufen. Die Verschönerung der christlichen Kirchen durch Bilder war durchaus nichts Selbstverständliches; das alte Gebot Jehovas, daß sich der Mensch kein Bild machen solle von seinem Gott, herrschte auch noch in der Frü'hzeit des Christentums, und erst allmählich hat man dieses strenge Verbot aufgegeben. Die Aufstellung des ersten Kirchenbildes war jedenfalls eine große Kulturtat, deren weitreichende Folgen wir noch heute verspüren. Welches war nun dieses erste Kirchenbild? Darauf gibt Prof. 3. Wittig in einem Aufsatz der »Deutschen Revue" die Antwort. An der Geburtsstätte des Christentums, in Rom, ist auch das Kirchenbild geschaffen worden, und zwar ist das erste Kirchenbild die Christus-Darstel- lung an der Apsis der Laterankirch,e. Die Lateran-Basilika wurde als Erinnerungsdenkmal zum Dank für den Sieg Konstantins des Großen über Marentius erbaut, der zugleich den Lieg der christlichen Religion brachte. Christus, in dessen Zeichen der Sieg erkämpft war. galt als der eigentliche Triumphator und wie die Laterankirche der erste' abendländische Kirchenbau. so nrnfj auch dies Christusbild das erste Kirchenbild sein. Aber früher stand dieser Aimahme die Tatsache entgegen, daß das Apsis-Mosaik die mittelalterlichen Heiligen Franz von Assisi und Antonius von Padua zeigt und daß sich als der Schöpfer des Bildes ein mittelalterlicher Meister inschriftlich nennt: „Jakob Toriti, der Maler, hat dies Werk geschaffen." So hielt man denn das Werk der Laterankirche für eins der vielen mittelalterlichen Mosaiken und dachte nicht einmal daran, daß es sich hier um eine altchristliche Arbeit handeln könnte. Erst durch die umstürzenden Forschungen Wilwerts. der die Kenntnis der frühchristlichen Mosaiken in seinem großartigen Werk auf eine ganz neue Grundlage stellte, ist festgestellt worden, daß das Mittelstück des Mosaiks, das Brustbild Christi, aus dem altchristlichen Apsis Mosaik ziemlich unversehrt in das mittelalterliche Werk übertragen wurde, well man an eine wunderbare Entstehung dieses Christ, usbildes glaubte und seine Zerstörung scheute. Amr auch die übrige Komposition ist im wesentlichen eine getreüe Wiedergabe des altchristlichen Bildwerkes, Deutschlands Allein schuld aus. dir d e Grundlage der ungeheueren Reparationsforde- rungen der Alliierten sei, und worauf der ganze Versailler F- iedensvertrag basiere. Der Ministerpräsident berief sich besonders auf Lloyd George und den ehemaligen Ministerpräsidenten Ritti, als Beweis dafür, daß Deutschland nicht der Alleinschuldige am Weltkriege sei. Lloyd George erklärte in einer Rede am 23. Dezember 1920, daß die Parteien gewissermaßen in den Weltkrieg hinein gestrauchelt sind; Ritti schreibt, daß die Behauptung, Deutschland.sei allein schuld an dem Weltkriege, nur als eine Kriegsmache ausgestellt wurde. Der Versailler Friedensvertrag führte der Ministers)räsident aus, habe den Haß in der Well weiter geschürt und den Boden für die französische Gewa;tpoli iE im Saargebiet geschaffen. Das Saargebiet habe keine Volksvertretung bekommen und sei weiter vollkommen der französischen Gewaltpolitik ausgeliefert... Sv wie früher im Balkan der Rubel rollte, so rollte jetzt im besetzten Rheingebiet mit demselben Ziele, die Bevölkerung zu korrumpieren, der Franken. Aber die Rheinländer hallen in unentwegter Treue zum Reiche und sehen mit Verachtung auf die Wenigen, dir sich einfangen lassen. Der Ministerpräsident begrüßte die zu Deutschland wieder zurückgekehrten Gebiete Oberschlesiens und gedachte der scheidenden Teile mit warmen Worten. Zum Schluß versprach des Ministerpräsident, alles, bei der Reichsregierung dahingehend zu unter-' nehmen was zum Hvecke der Klärung der Schuldfrage am Weltkriege erforderlich sei. Die Gründung des Allgemeinen Deutschen DeamtenbundeS. Derlin. 23. Juni. Der Bundesvorstand des Deutschen DeamtenbundeS hat in seiner gestrigen Sitzung festgestellt, daß die Reichsgewerkschaft Deutscher Eisendahnbeamter sich durch ihre Beteiligung an der Gründung des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes außerhalb des Deutschen Beamtenbundes gestellt habe. SoHalistische Einheitsfront in Sachsen. Dresden, 22. Juni. (WTD.) Bei der heutigen Beratung des Finanzetats tm Landtag gab die kommunistische Fraktion eine Erklärung ab, in der sie ihre Bereitwilligkeit betonte, dem Finanzetat zuzustnnmen und die sozialdemokratische Regierung zu unterstützen. Die K P. D. fordert Die beiden sozialistischen Parteien auf. gemeinsam die Auflösung des Landtages vorzunehmen und in geschlossener Front für die Arbeiterforderungen einzutreten. Demnach ist bei der in nächster Zeit bevorstehenden Verabschiedung des Gesamtetats mit dessen Annahme durch die drei Linksparteien zu rechnen. Berufung im Offenburger Prozeß. Offenburg. 22.Juni. (Wolff.) Die Offen - burger Staatsanwaltschaft hat gegen das freisprechende Urteil in dem kürzlich vor dem Schwurgericht Offenburg verhandelten Prozeß gegen Kapitänleutnant v. Killinger Berufung eingelegt. Aus Hessen. Abg. Dmgeldeh über die politische Lage. 6 Darmstadt, 22. Juni. In der Hauptversammlung der hiesigen Ortsgruppe der Deutschen Volks Part ei sprach gestern Landtagsabgeordneter Dingeldey über die politische Lage in Hessen und im Reich. Er wies die Darstelmng der Zentrumspartei, daß die Deutsche Dolkspartei bei der Regierungsbildung in Hessen „ Kata ftrvphenpolitik" treiben wolle, entschieden zurück. Der Standpunkt der Partei sei klar und eindeutig für alle, die es verstehen können. Dann wurde der Geschäfts- und Kassenbericht erstattet. Die Versammlung dankte dem Generalsekretär, der am 1. Juli nach Berlin übersiedelt, für seine Ar bell. (Sine Entschließung w-irde angenommen, die stärkere Fürsorge für die Kleinrentner fordert und in einer weiteren Kundgebung angesichts der Wiederkehr des Jahrestages des Versailler Diktates entschiedener Einspruch gegen das Unrecht am deutschen Volle und gegen die und glücklicherweise ist vor seiner Zerstörung bei den baulichen Veränderungen unter Leo XIII. von dem Altmeister der christlichen Archäologie de Rossi eine gewissenhafte und vorzügliche Kopie des Bildes gewonnen worden. Auf Grund dieser ilcberrefle ist es möglich, das erste Kirchenbild in seiner ursprünglichen Form wiederherzustellen. Der Meister des ersten Kirchenbiwes hat bereits die Komposition in verschiedenen Zonen durchgeführt, die die ganze christliche Vorstellungswelt wesentlich beeinflußte und die Kirch en - bildkunst bis Raffael und über ihn hinaus bestimmte. Das Mittelbild mit der Christus-Dar- stellung beherrscht das Ganze. Lieber ihm, das von zwei oder vier Engeln umgeben ivar, muß die Hand Gottes sichtbar gewesen sein, die die oberste Zvne, das Reich des unsichtbaren Gottvaters, an» deutete. Von dem Christusbllde schwebt nieder zur zweiten Zone die Taube als Symbol des heiligen Geistes; von ihr geht eine Strahlenflut aus in deren Licht ein Triumphkreuz sichtbar wird. Don der Höhe eines Berges, auf dem das Kreuz steht, fließen die vier Paradiesesströme, die die vier Evangelien bedeuten. Auf der blumenreichen Au zur Rechten und Linken des Berges stehen die großen Heiligen des christlichen Altertums. Maria und Johannes, Petrus und Paulus, Johannes und Andreas. Auch die Idee des Weltgerichtes war bereits auf diesem ersten Kirchenbild angedeutet. Aus seinem Schema hat sich das mittelalterliche B§eltgerichtsbild entwickelt, und es ist auch die unmittelbare Vorlage für die Disputa Raffaels. So führt vom Airbeginn der christlichen Kunst ein direkter Weg bis zu ihrem Höhepunkt. Bei welchen Temperaturen gibt es noch Leben? Die wichtige Frage, welche Temperaturen von Lebewesen ohne Schädigung ertragen werden können. beantwortet Dr. G. Rahm aus Grund neuer eigener Forsch rngen in der „11 mscha i“. Die Grenze der höchsten Temperaturen fällt mit der Gerinnung der Eiweiß körper zusammen. Da aber die Temperatur, bet der die verschiedenen Eiweißkörper gerinnen, durchaus nicht die gleiche ist, gibt es keine einheitliche Grenze. Im allgemeinen gilt, daß nur wenige Lebewesen eine Wärme von mehr als 30 Grad C. vertragen können. Man hat zwar in heißen Quellen Algen und niedere Tiere gesunden, die noch bei Temperaturen von 64,Z Grad C. und sogar von 81 Zrad C. ihr Geben frasteten. Das sutö aber Ausnahmen, die nur bei Pflanzen und Tieren Scyuldluge erhoben. Die bisherigen Mugrteder des Parteiarisschufses wurden wiedergewählt. Rach erledigter Tagesordnung hielt Oberstleutnant a. D. von Hag en einen sehr interessanten Vortrag über die Schlacht an der Marne 1914. Der Redner fand lebhaften Beifall. Aus StGÖt und Land. Gießen, den 23. Juni 1922. Wettervoraussage für Samstag: Bedeckt, leichte Riederschläge mit Gewittererscheinung. 'Der nördliche tiefe Druck drängt das Hochdruckgebiet über Europa und der Dlscaha weiter zurück. An seinem Rand werden verbreitete Gewitter mit leichten Riederschlägen auftreten. ** Deutsche Volkspartei. Arn Dienstag fand eine gut besuchte Versammlung der Frauen der D. V. P. stall. Rach einleitenden Worten von Frau Pfaff berichtete Frl. M. Birnbaum, M. d. L., von dem Provinzial- parteiitag der D. V. P. in Dingen und den teils niederdrückenden, teils erhebenden Eindrücken, die sie dort empfangen hatte, ‘darauf referierte sie über die Tagung des Reichsfraunausschusses der D. D. P. in 'Berlin, von der sie soeben zurückgekehrt ist. Auf Anregung von Frau Pfaff versprach SrL Birnbaum, einen Antrag um Verbilligung von Butter und Zucker einzubrinaen. — Zuletzt sprach eine Dame über Zweck und Ziel des Klein-Rentnerbundes. Infolge ihrer beredten Schilderung der Rot der Klein-Rentner wurde folgende Entschließung einstimmig angenommen: „Die durch die Geldentwertung verursachte Teuerung trifft die Klein- und Sozialrentner von allen Volksschichten am härtesten, ohne daß sie in der Lage sind, sich aus eigener Kraft genügend wehren zu können. ES ist daher Pflicht der Regierung, ihnen durch gesetzliche Maßnahmen zu Hilfe zu kommen. Die ‘Frauen der D. D. P. Gießens fordern daher ihre Fraktion int hessischen, Landtag auf, sich mit allen Kräften für eine baldige und wirksame Linderung der Rot der Klein- und Sozialrentner einzusetzen." ** Teilstreik in der Gießener Zigarrenindustrie. In einer großen Anzahl der Betriebe des Bezirks Gießen sind die Arbeiter der Zigarrensabriken in einen wilden Streik getreten. Wir kommen auf die Beweggründe und den Fort- bzw. Ausgang der Bewegung noch zurück. ** D ie Astoria-Lichtspiele Sellers- weg bringen zur Zeit ein sehr gutes Programm. Der Film „Die eiserne Faust" zeigt den italienischen Lieblingshelden Luciano Albertini in einer vorteilhaften Rolle, wie er in der Rolle ein'es Detektives einer gefährlichen Verbrecherbande nachspürt. Der Film ist an aufregenden Szenen sehr reich, neben hochinteressanten Dressur- szenen von Löwen und Bären sind besonders beachtenswert die fast unglaublichen Bravourstücke eines dressierten Assen. Das Gesellschastsdcama „Violet" spielt im Gebirge und ist nach dem gleichnamigen bekannten Roman von Kurt Qlram verfaßt. Die Photographie ist tm Hochgebirge ausgenommen und sehr Kar. Bornotizen. Tageskalender für Fr er tag. Reue Aula, 8V4 Uhr: Vortrag der Gießener Hvchschulgesellschaft. — Goethe-Feier. Auch für Gießen hat der Goethe-Bund anläßlich des diesjährigen Wetzlarer Goethe-Jahres eine (Sebenffeier vorgesehen, die am nächsten Sonntag tm Saale des Gesellschastsveveins (Sonnen straße) stattfindet. Das Programm läßt eine eiirdrucksvolle Feier erwarten. Frl. Karla Keller vom Kurtheater Bad- Rcruheim wird aus Goethes Iugendwerken t»n 1Z48—1ZZ2 eine Reihe von Dichtungen bortragen, die für die einzelnen Zeitabschnitte besonders charakteristisch sind und eilt Bild von der dichterischen Enw-cklung des jungen G elle geben werden. Die Festansprache hat Univsrsitats- bibliothekar Dr. L t st übernommen: Wetzlars Bedeutung für Goethes irtenschliche Entwicklung. Zur Uebernahnte des musikalischen Teils hat sich Prof. Feuer bereit erklärt. (Siehe heutige Anzeige.) möglich sind, die bis zu einem gewissen Grade aus trocknen und in einem scheintoten Zustand die Lebensvorgänge auf ein Minimum beschränken. Rur in solch scheintoten, d. h. lufttrockenem Zustand, können niedere Tiere, z. D. die Bärtierchen, sogar Temperaturen von 151 Grad C. über Rull kurze Zeit aushalten; haben sie aber int Wasser ihre volle Lebenstätigkeit wiedergewonnen, so so sterben sie sofort nach dein Erstarren des Eiweißes, was bei Temperaturen von 44 bzw. 43 Grad C. über Rull der Fall ist. Anders liegen die Verhältnisse bei den liefen Temperaturen, und hier ergibt sich die merkwürdige Tatsache, daß es überhaupt teilte untere Grenze des Lebens gibt, sondern daß Lebewesen die allerstärksten Kältegrade aushalten. Früher glaubte man, daß bei Temperaturen, die unter dem Gefrierpunkt des Walsers liegen, alle Lebewesen getötet werden, wenn sie nicht durch Bekleidung, Gehäuse usw. gegen die Kälte geschützt sind. Aber dann beobachtete man, daß Fische, die steinhart ge- ftonen traten, wieder auflebten, wenn das Cis auftaute, und bei Fröschen fand man durch Versuche, daß sie Temperaturen bis — 28 Grad C. schadlos ertrugen und erst bei — 30 Grad C. getötet wurden. Riedrigere Tiere hielten noch höhere Kältegrade aus, so Infusorien und Rädertiere — 90 Grad C., Schnecken sotzar — 120 Grad C. Danach stellte der Schweizer Biologe Plotet den Grundsatz auf, je einfacher ein Lebewesen gebaut sei, desto widerstandsfähiger sei es auch gegen äußere Einflüsse. Die Eier der Insetten erwiesen sich als noch viel fester gegen Kälte und lebten bei —180 Grad C. weiter. Cs zeigte sich dann aber, daß auch Bakterien und Kieselalgen die Kälte der flüssigen Luft, also Temperaturen von —190 bis — 200 Grad C. überstehen. Kulturen der verschi d nftrn D ck erien hielten sich viele Tage, ja sogar 6 Monate in einem Bad von —190 Grad C., ohne abzusterben. Reuerdings frai mm Rahm niedere Tiere, wie Bärstierchen, Fadenwürmer und Rädertierchen, noch viel tieferen Temperaturen ausgesetzt. Er brachte die Tierchen mit flüssigem Helium in Temperaturen von — 2Z1,5 Grad C., und die Versuchstiere blieben unbeschädigt auch noch "bei diesen ungehe irea Kältegraden, die hart am sogen, absoluten Rullpunkt liegen. Die Tiere hielten sich drei Monate lang in dieser Kälte und existierten nachdem Auftauen ungefchwächt weiter. Die Vers uchstiere konnten sogar einen plötzlichen Temperatursturz von über 350 Grad C. In der Trvckenstarre schadlos überstehen, und es ist damit gezeigt worden, daß, während die obere Grenze des Lebens ziem- Die Männer und Frauenver» einigungderMatthäasgemeinde veranstaltet zusammen mit der Kinderkirche am kommenden Sonntag einen Familientag im P h i» lvsvphenwald. Musrkeli 1J <., gesangliche, deklamatorische Darbietungen, Ansprache Spiele der Kinder und anderes werden am Rachmittaa reichlich Unterhaltung bieten. (Siehe Anzeige.) — Die Kirchengesaug vereine des D ekana ts Gießen veranstalten am Sonntag, 25. Juni d. I. in Annerod ihr diesjährig«^ Gesangsfest, das, wie immer, unter der bewährten Leitung von Musikdirektor Trautmann (Gießen) steht. Wenigstens 400 Sänger und Sängerinnen wirken mit. Der Gottesdienst, in dem Pf. Decker (Gießen) die Predigt hält, wird durch vier Gesamtchöre sowie durch Einzelchöre des Kirchen- gesangvereins Gießen und der ‘Frauenchöre zu Annerod und Wieseck ausgestattet sein, (©lebe Anzeige.) - Landkreis Gießen. --- Hungen, 22. Juni. In richtiger Gr- tcimtnid der dringenden Rotwendigleit hat der hiesige Gemein de rat beschlossen. drer Wohnhäuser zu erbauen, trotz der riesigen Baukosten, die dieselben jetzt verursachen. Damit wird dec herrschenden Wohnun^-not gesteuert und einer berechtigten Forderung eines großen Teils der hiesigen Bewohner Rechnung getragen. Der Dau der Häuser ist durch Submission einer Gießener Firma übertragen worden und die Der- messungs- und Aushebungsarbeiten haben bereits begonnen, so daß mit der Fertigstellung der m schönster Lage der Stadt erstehenden Hauser tm Rohbau noch vor Eintritt des Winters gerechnet werden Bann. Kreis Friedberg. * Dad-Äauheim. 22. Juni. Dis gestern.betrug der Gesamtbesuch 16 381 Personen. Starkenburg und Rheinhessen. Kirschen zu 5 Mark das Psturd. * Mainz, 22. Juni. Wie der „Mainzer Anzeiger" zu berichten weiß, sind die Preise für Kirschen in Kamp am Rhein auf 5 Mark das Pfund heruntergegangen. Wir wollen nur hoffen, daß auch in unserer Gegend das Obst, das doch in diesem Icchre in Hülle und Fülle vorhanden ist, bald etwas billiger wird, damit es sich jeder leisten Tarnt. * • Offenbach, 22. Juni. 3nt Parkhote! Degenhardt fand eine stark besuchte Versammlung der Deutschnationalen Volts- Partei statt, die von dem O r t s s ra'uena u s - schuß der Partei einderufen worden war. Rach- dem Frau Prof. Heraeusdie Erschienenen und besonders die Rednerin des Abends, Frl. Hannah Brandt, vom Reichsfrauenaurschuß der Partei begrüßt hakte, führte Frl. Brandt in ellva einstündigem Dortrage u. a. folgendes aus: Dem deutschen Volke wird, teils mit Recht, oft jede politische Veranlagung abgefprochen. und wenn wir die Erfolge der Zweckmäßigkeitspolilii des Femdbundes jetzt täglich vor Augen haben, wird uns die Erkennung der unpolitischen Art des deutschen Volkes zu schweren Sorgen Veranlassung geben. Wir können als Deutsche die Politik nicht getrennt von dem wirklichen Leben des Volkes, seiner seelischen Einstellung auffassen. -Wir empfinden, bewußt oder unbewußt, in unseren Po litischen Handlungen alle die weltonscharnngs- mäßigen Gebundenheiten von Recht und Unrecht, Sitte und Moral, die z. B. das-»engllsche Volk in Behandlung der öffentlichen Angelegenheiten einfach beiseite legen tarnt. Besonders schlagend tritt diese Verschiedenheit der völkischen Veranlagung hervor in dem Benehmen des deutschen Volkes nach dem Fri:dcmss nkuß von Frankfurt tm Jahre 18Z1 gegenüber der Haltung des französischen ‘Volkes und Jei .er Regierung nach dem sögenannten Friedensschluß von Versailles. Eine Lösung dieses Konfliktes zwischen Weltanschauung und Tag:spOli.ik wird dem Deutschen nicht gelingen dadurch, daß er einfach- die dem Staatsleben Westeuropas abge^je» nen Formen auf das staatliche ßcben des deutschen Volkes überträgt. Rur die übereinftinf mung von Weltanschauung utb politischem Han lich begrenzt ist, eine untere Grenze überhaupt nicht bestehtt. Eine imbskannte MLnchhcmseu-Geschrchte. Münchhausen, der ' geniale Aufschneider, ist uns in seinen luftigen Geschichten hauptsächlich durch das Buch bekannt, das Bürger über ihn zusammenstellte und das seitdem zum Volksbuch geworden ist. Es waren aber auch sonst noch Erzählungen von dieser vor 150 Jahren so überaus bekannten Persönlichkeit verbreitet, und eine dieser im Volksmund umgehenden Geschichten erzählt Adolf Reuter in dem dem Jubiläum von Corvey und Höxter gewidmeten neuesten Heft von „Riedersachsen". Es handelt sich um eine um den Köterberg lokalisierte Geschichte. Danach begleitete der vormals russische Rittmeister ‘Baron Hierony- nrus Karl von Münchhausen, der auf Bodenwerder das geruhige Leben eines Landedelmannes führte, mit seinem Freund, einem Leutnant, den Schiffsherrn Dr. aus dem Dorf Heinsen an der Weser, der bei den Mönchen in Marienmünster Eichenholz Laufen wollte. Da der Pnor in Marienmünster eine sehr würdige Persönlichkeit ist, die man nicht zu stark anlügen darf, so mußte der Rittmeister auf dem Ritt über den Köterberg versprechen, daß er sich mäßigen wolle. „Weißt du. was ich tun will," sagt sein Freund, der Leutnant, „ich will, sobald ich etwas merke, mit dem Messerrücken dreimal auf den Tisch klopfen, dann höre auf oder lenke ein." „Wohl." verletzt Münchhausen. ..danach will ich mich richten." Beim Mittagsmahl, als Küche und Keller des Klosters ihr Bestes hergegeben haben, erzählt Münchhausen von einem russischen Kloster; dem gegenüber sei das doch gewiß stattliche Marien- Münster nur ein Mauseloch: »Das Hauptschiff der Klosterkirche war 400 Ellen hoch. 600 Glien lang und ..." Da ertönt das warnende Klopsen Münchhausen verstummt. Die Mönche lauschen, was weiter kommen wird, aber Münchhausen schweigt. Da beginnt lächelnd der Prior: „Sie haben uns, Herr' Rittmeister, zwar die Hohe und Länge beschrieben, aber wie breit war denn das Wundergebäude?" Kleinlaut versetzt Münchhausen: „Zwei Fuß." „Zwei Fuß?" ruft der Prior. „Rur zwei Fuß?" wiederholt der Guardian. und „nur zwei Fuß?" die Klosterbrüder am ganzen Tisch, „das war ja nur ein enger Gang!" ..Ei was." fährt es da Münchhausen ui.wlllig heraus, „märe nur nicht das verdammte Klopfen gekommen, bann hätte ich ihm wohl die gehörige Breite gegeben.“ ' aus 5 Marl das ' mir hoffen, Obfl, da- doch in 8AK terbanben ist Xlmit eS sich jeder ,«nto7?m bm* en ein n> ', ®Mtfe .LMz “SSjF* ä.sS ehen. ^.richtiger ik, d-b 2* »“tat LeZ Ä^flen. Du und die Der. ® ktei boeiii AstÄu^ der tn Wert gerecht rerg. • 22. 3unt Zis tvesuchiszzi ^einheßev. das Pfvlld. int 3m Porthotej isuchte Jersamw onalen lolti- rtsfraiieno -r- dorden Var. Lch- )ie Erschienen inch Kends, §tt SyrM Mcschiist der Pariei Staubt in etva folgende- Men 2irt bei beit* borgen TerÄastang tsche die Pol'Ust nicht i Leden des Sollt#, ajffüffa- -Dir cm- dgt, in nfertn Dt>- ’c tpdtani^cun^ n Lechl Lib ih* -. L. Drgetszrn- n tarn. Selonbed hiedenheii der oöffi- n dem Sc-cbr.cn M . Friebenssdbh » axrjriibev der M' lies und.setei ^' Mten 'Zrie^ü chU M dieses ÄoniLl ti t bGbird), bah er ein Wrnropas adg^ idx Leben des UTdie ^-'brmnstm- ^pMchen^a^ ^S^üdÄEt hh <> BegelSberger Chronist schreibt ..Bom Iten Mai biß 13ten Zuli, als der Margareta Tag, hat eS nicht geregenl. Das Gerste Zeld war biß dahin noch ganz schwarz. Die erste Gerste wurde auf den Schrrter Herbstmarkt, als auf den 2lten rctdr. gebunden. Aus Alargareta Tag, als den 13. Iuli. wurde da» Kraut gesetzt, auch Lein und Lommersaamcn gesäet und ist bei der spaten Srndte noch alles wohl gerathen." ed. Aus dem Dogelsderg, 21. 3unL Ein schlechtes Houigjahr ist ein gutes Schwarm fahr — fagl der Bienenzüchter. Obgleich die Völker infolge deS ungünstigen Frühjahrs sehr in der Entwicklung zurückgeblieben waren, lind Anfang Iuni zahlreiche Schwärme gefallen. ?ic Honigernte wird aller Voraussicht nach s e h r s ch l c ch t. da hier die Wielen die letzte ausgiebige Bicnenweide lind «ad die Hcucinic nun bald einsctzi Sic Obstbäume, die so reich blühten, wie cs kaum je beobachtet wurde, lieferten gar leinen Honig. Der Winterraps, unsere Hauptsaugpflanze, war völlig aus- gcwintert. Trotz ter schlechten Bienenjahre — 1918 war hier das letzte gute Honigjahr - entstehen überall neue Bienenstände. .Mrcie Wetzlar. • Krofdorf, 22 Juni •er hiesige Ge - An der Herrichtung de» s.h Platzes wird zur Zeit rüstig geatL..... ---- Vorkehrungen für einen gasllichen Empfang ter fremden Vereine und Gast- werden getroffen. vermischtes. « Die Bolschewisten tn den Zaren- Gräbern. Das .Pariser 3mimaT* berichtet nach einer angeblich wohlinformienen QueUc, datz die Bolschewisten die Gräber ter Zaren ausgebrochen und ihnen Kostbarkeiten entnommen haben. So wurde das Grab PeterS d. Gr. in der Peter- Pauls-Kathedrale geöffnet; man wagte aber nicht den Leichnam anzutasten, der sich zum groben Erstaunen im Zustand vortrefflicher Erhallung befand. Dagegen wurde der Silbersarg, in dem die Leiche ter Kaiserin Anna Iwanowna lag, fvrt- gebracht, und aus dem Sarg ter Kaiserin Katharina d. Gr. wurden ein kostbares Halsband und zwei wertvolle Ringe sortgenommen. Das Grab deS Zaren Alexander I., ter gegen Aapoleon kämpfte, wurde leer gefunden. Man bringt dies tn Zusammenhang mit einem seit langem in Rutz- land umlaufenden Gerücht, daß dieser Zar nicht zu Taganrog gestorben ist, wie die Geschichte meldet, sondern datz er noch viele Iahre als Mönch in einsamer Zurückgezogenheil in einem sibirischen Kloster lebte. kennzeichnete sich selbst, indem er behauptete, wenn er wollte, könnte er üble Dinge über die Frau angcben. die ihm neuerdings von seinem Arbeitskollegen zugetragen Worten seien, eine heimtückischer Ehrabschneidung gleichkommente Kampsesweise. die von dem Vorsitzenden sofort zurückgewicsen warte. Da die Tat scharf an Aotzucht grenzte und die Ehre ter. wie dem Angeklagten bekannt, verheirateten Frau wie auch die Rücksicht auf die öffentliche Sicherheit eine empfindliche Sühne verlanglen, wurde die Strafe dem Antrag der Staatsanwaltschaft entsprechend auf zwei Monate Gefängnis erhöht. Ein wenig mehr als 18 Iahre alter Bursche, der in Glashütten mit sechs verdorbenen Schulmädchen unzüchtige Handlungen verübt hatte, erhielt ein Iabr. ein junger Lehrling von Gießen ter zur Verdeckung eines Geldverlustes einen Frachtbrief verfälscht hatte, fünf Tage Gefängnis. oöe- ZK« Mitte der L'adl für Bureai! tt fort zu fflitOT. ßtsM Sckrinl- Angebote unter W82v an den Gieh. Anz. s'4 Jahr alter, sehr wachsamer 0T* Wolfshund *W billig abzuneben. Zu erfragen in der Geschäftsstelle deS G'.en. An». 06338 Gutgehende Wirschaft au verk. Sckr. Äiigeb. unt 5988 an den Gi-tz. AnzetL Eine G a st w i r t i n auS Alss Schöffengericht daselbst wegen Kuppelei zu einer Woche, ihr Geschäftsführer zu zwei Wochen G-esängnis wegen Kuppelei t>ciurteilt Worten. Um drei junge Leute, die mit erheblichen Geldmitteln von Frankfurt nach Alsfeld zum Kärtoffelkauf gekommen waren, zu erleichtern, hatten sie ihnen ein Zimmer zur Verfügung gestellt, wo fie bet Sekt und „Süifcnbliit“ (einer Mischung aus Sekt., Rotwein und Kognak > in fröhlicher ..Damenge- sellschaft machen könnten was sie wollten — es krähe fein Hahn danach". Der Geschäftsführer hatte ten jungen Leuten »roch praktische Anwet- fungen gegeben, wie sie die Damen ^scharf machen" könnten. Zu eigentlich unzüchtigen Handlungen war cs 'allerdings nicht gekommen; zum Tatbestand ter Kuppelei genügt es aber, wenn ganz allgemein ter Anzucht ..Vorschub geleistet" wird. Die Berufung ter Angeklagten wurde ver- worfen. auf die 'Berufung der Staatsanwatt-- schäft erhiett die Angellagte weiter eine Geld strafe von 4500 Mk. - srtsprechend etwa dem Betrag, der ten jungen Leuten in ten Zechgelagen ab genommen worden war. Die Staatsanwaltschaft verfolgte Berufung gegen ein Urteil des Schöffengerichts Alsfeld durch das ein Bergarbeiter wegen Beleidigung zu.600 Mk. Geldstrafe- verurteilt worden war. Er hatte auf offenem Feldweg eine alleingehente Frau angepackt and ihr ein giub unsittliches Ansinnen gestellt. Erst als sie schrie, ließ er von ihr ab und rief ihr zu, er w)lle sie ja bezahlen. Die Frau war vor Aafregang und Schreck wochenlang krank. Der Angeklagte 8tbr»Att SjnlStin ju kaufen gesucht. Tchr. Angebote unter 06350 an bett «Siebener An-etaer. fangverein Germania (eiert am nächsten Son tti i s m 8 0 jährigcs Stiftungsfest. des s.hr schön aclcgenen Fest- eit rüstig gearbeitet und alle zx ^fürmittlere Vtsl H oiaur, fast I LI neu. auf XJ Seite gearbeitet. zu verkauf, x« echineubers. Weg 58 L Möbl. Zimmer von Ebevnar aus § bis 3Wochen gesucht. Schristl. Onncb. mit Preis unter 06324 an den Gietz. An». Suche für | Marburg. 21. Iuni. 3n ter gestrigen Siadiverordnetenlihung wurde ter autzerortentlicte Voranschlag für 1922 mit 15 684 500 Mk festgesetzt und eine Anleihe dazu genehmigt. Die Etnstellung von 500 000 Mark für Einrichtung eines städtischen Fuhrparks fand Ablehnung, ebenso hielt man die gleiche Summe für Errichtung einer Brücke an Stelle eines schadhaft gewordenen Holzstegs bei der Gasfabrik für viel zu hoch. Es soll ein anderer Holzsteg gebaut werten, ter „nur“ 200000 Mk. kostet. In enter gestern in den Stadtfälen abgehaltenen Versammlung deS hessischen Bauernvereins wurde nach ter Berichterstattung über die Umlageverhandlungen in Berlin beschlossen, unentwegt an ter von der gesamten deutschen Landwirtschaft vertretenen Forderung der Aufhebung ter Getreidezwangswirtschaft festzuhalten. Aus feinen Fall soll jedoch die Vollsemährung gefährdet werden. |[ Aus dem Kreise Marburg, 21. Iuni. Bei tem kürzlichen Gewitter wurde in Wollmar infolge Blitzschlags das gesamte Gehöfte deS Landwirts Martin Seip völlig einge- I Gut möbliertes Wohn- und Schlafzimmer (mit 2 Betten», Stürben; benutjunc, von Tonkün't- ler für längere Zeit bei netten Leuten gesucht. Wilke, Schanzenitratze 1, bei Georges. Ma» Büchcrtisch. — Der bronzene Gott. Roman aus deut kommunistischen Ungarn von Karl Wid- mal er. Der Roman zeigt die Wandlung einer Künstlerseele aus spielendem Aesthetentum zu tatenzeugentem Zeitverständnis durch das tragische Erleben fremder Selbschingabe. Ein tiefes Hineinhorchen in die Seele unserer Zeit uni> ihrer Menschen, eine logisch und psychologisch fest geführte urtb zugleich nervenspannende Handlung, knapp und scharf umrittene und plastisch greifbare Gestalten, episch ausladende Schilderung unb ein dramatisch geschliffener Dialog, rundender Realismus und tiefgehende Symbolik vereinigen sich in dem Werte zu voller Harmonie. ~ — Die Weltwanderer. Don Karl Gjellerup. Romandichtung in drei Büchern. Dieser Roman ist keine leichte Kost: er stellt an den Leser Anforderungen. Aus tem Gedanken ter Wiedergeburt erfand Gjellerup hier eine . Doppelhandlung, deren magischer Zirkel zauber haft verwirrt, um uns schlietzlich die Ewigkeit, die Unsterblichkeit unserer selbst fühlen zu lassen. Vergangercheü und Gegenwart strömen einander zu und fliehen schliehltch ineinander. Gjellerup- tiefe Weisheit, feine indisch klare Erkenntnis, seine Fabulierlust dazu, die aus blutwarmer Phantasie kommt, seine Menschenliebe und die Güte, die alles umsaßt, sttahlt hier im hellsten Lichtp. — Die Praxis der Volksbücherei. Ein Ratgeber für die Einrichtung und Verwal tung kleiner volkstümlicher Büchereien. Von Dibliocheksdirektor Walter Hofmann. Das Buch ist ein unentbehrlicl-es Hilfsmittel für jeden Bibliothekar an einer mittleren oder kleineren Volksbücherei. Hofmanns Llusführungen erstrecken sich auf die Aufstellung und Katalogisierung der Bücher, auf die Ausleihkontrolle und Ausleihorganisationen. Ein Abbildung anhang mit Erläuterungen ermöglichen jedem, die für die Verwaltung erforderlichen Bücher und Kartho- theken anzulegen. Kirche und Schule. • tofl. Gedern. 22 Juni. Der Gemeind«- r a t bewilligte ter hiesigen Privat -(H o f - kaplanei) Schule eine vorläufige Unterfriih- ung in Höhe von 6000 Mk. Äuratorium und Schulgesellschast beschlossen den Verhältnissen entsprechende Erdöhungen des Schulgeldes, und »war ftaffcltDcifc nach tem Einkommen der Eltern ter Schüler. Als Mitglieder tee Kuratoriums wurden wieteraewählt Forstmeister Klingel- höffer, Uhrmacher Homburger. Prokurist Bergmann - Hirzenhain, ncugetnä< Dr. mcd Dinsack und als Vertreter ter Gemeindever- waltuna Bürgermeister Müller. Ferner wurde die Anstellung einer- zweiten Lehrerin Im Hauptamt beschlossen, da die vorhandenen Lehrkräfte bei ter stark gewachsenen Schülerzahl nicht mehr ausreichen Außer te» Gesangvereinen der näheren und weiteren Umgebmia beteiligt sich auch eine Abordnung des tnwrogcnten Es euer Männergesangvereins, zu d?ff«nMirglietern ein geborener Kros- dvrser zählt. (Siehe Anzeige.) Hesseu-Nasfau. Frankfurt als Flughafen. mc. Frankfurt a. fUL, 22. Juni. Durch die Aushebung des Flugverbotes am 5. Mai d. 3- ist Frankfurt wieder in die Lage versetzt, feinen ausgedehnten Flughafen am Reb- stöckerwald in Benutzung zu nehmen, den man feit der Revolution der Landwirtschaft dienstbar gemacht hatte. Der Flughafen soll nach der diesjährigen Ernte mit einem Kostenaufwand von 740 000 Mk. wieder hergestellt werden. Außerdem werden größere Flugzeug- schuppen und Reparaturwerkstätten errichtet, um vor allen Dingen die technischen Möglichkeiten für einen Knotenpunkt des Luftverkehrs zu schaffen. Schließlich plant man noch im Anschluß an daS Fluggelände die Bereitstellung mehrerer Sportplätze, da nach solchen nach wie vor große Nachfrage besteht. Für 170 000 Mark Margarine unterschlagen. fpd Kassel. 22. Iuni. Der 19jährige Hand- «kn wird bem herrischen Bollv ten kicheoen Gr mV ‘ jur Smcicr jng geben die für ms er Volksleben ] «in dringens Gebot ist. Zur Befestigung dieses i Grundes muß vor allen Dingen tic 2ügc de- i feittgt weiten, auf ter sich jnier jetziges Staats- ; und WirtschastSIrben ajfte it: Der Vertrag von : Barsnil les mit sI.cr" Grundlage von der Lüge ter deutschen Schuld am Strieme. — In rii.ei lebhaften Aussprache trat die Zchimmtng der - Versammlung za diesen A^sfühcungen zu Tage. ch. Auerbach a. d. Bergstr.. 22. Iuni. Hier tagten die in dem »Evangelischen Verband zur Pflege der weiblichen Iu g e n b“ zusammcngefaßten evangelischen Mädchen vereine von Helsen. Mehr als 2000 Mädchen waren in tem schönen als Kur- unb Aus fbigSott bekannten Dörfchen der Bergstraße versammelt. Aus Oberhessen waren ter Evangelische Mädchenbund Djeßen unb ter Evangelische Mäbchenverein Münzen berg vertreten. Die Zusammenkunft wurde eingeleitet durch eine stimmungsvolle Abendandacht in der idyllisch gelegenen Auerbacber Kirche. Wegen des drohenden Reaens mutzte bet Festgottcsbienst anstatt, wie beavsichtigt, im Walte, in ter Kirche ftaft- ffnten. Besonders eindrucksvoll war hierbei die Einführung und feierliche Verpflichtung unserer ncu.n Verbands>ae bpflegerin, Frl. Hein aus Reinheim, deren Aufgabe es sein wird, nunmehr die einzelnen Dereine te« öfteren zu besuchen und ihnen mH Rat unb Tat zur Seite zu stehen. Bei schönstem Wetter bewegte sich am Rachmittag unter Dovantritt des evangelischen Posaunen- chors Gustavsburg und unter Gesang von Wan- terüetern ein schier endloser Zug frischer, froher, mit Rosenkränzen geschmückter Mädchen nach dem nahen gürftenlager. wo die Festversammlung stattfand Dort wechselten Ansprachen von Führern, gemeinsame Gesänge und Chöre einzelner Vereine, Gedichtvorträge von Milgli^>em und das Spiel des PosaunenchorS in bunter Reihenfolge miteinander ab. Besonders gehaltvoll war die Begrüßungsansprache des Ortsgoistlichen, Pfarrer G h l i n g e r, ter in anschaulicher Weise »eigte. was rechte Freute unb christlicher Ernst tn einem Mädchcnleben bebeutet. Eine weitere Ansprache hielt die neue Iugendpslegerin, Frl. Hein, die chr Programm für ihre Arbeit ent- wickette. ^im Schluß sprach noch, in Vertretung deS Vorsitz enden deS Verbandes, Pfarrer Strack, Wallemhausen, und berichtete über seine Eindrücke bei der diesjährigen Tagung deS Gesamt verbautes tn Potsdam. Die Zwischenpause wurde auSgefuM mit Reigen und Spielen einzelner Vereine. So nahm Die diesjährige Tagung des Verbautes Hessen einen in allen Teilen schönen Verlaus Kreis Lauterbach. rr Pfordt. 22. Juni. Unter tem Pferde- beft a n b des hiesigen Landwirts Hühn ist eine aesährliche. bis Dahin in Deutschland noch wenig belannb' unb erforschte Gchirnkranlheit auSgebrcxchcu Der vor einigen Monaten auf dem Hosgut Rud'o^ nci Lauterbach zahlreiche Pferde zum Opfer uc4allen sind Landwirt Hühn hat bereits den D-.rlust dreier wertvoller Pferde zu beklagen Hoffen llich gelingt es. ter Seuche Einhalt zu tun und unsere Landwirte vor großem Schaben »u bewahren. rr S l' y. 22 Iuni Der hiesige seit 30 Iahren bestehende Vorschutzvereiu hat in einer auhervlb.nttichen Geneialversamm'ung einstimmig feine Auflösung besch o sen. nachdem infolge Begr indung einer Bezirlssparkasse unb fortgesetzt s e-v.enter Berwaltungslosten eine Ersprießliche T.' igleii nicht mehr möglich war. ir R i ed c ' - S t o 11, 22. Qurtt In unserem deinen Dorflirchlein wirb demnächst eine an ter Orgel angebrachte ovale Ehrentafel, die rechts und linLs von Kränzen umrahmt wird, die Rainen un'orer Gefallenen Hinten. Die weiteren drei freien Felder an ter Orgelempore werten Aur Ausnahme dreier kleiner Tafeln mit ten Ramen al! unserer Teilnehmer am Weltkrieg Verwendung ,inten. Mit ter Atrsführung des Planev wurde Kirchenmaler Veite in Rieder» Ramstadt betraut. Mveiö Schotte«. ed Ober Seibertenrod, 22. Juni. Aochdem hu Früti thr hier und un benachbarten älnter-Seil!-nrod ci. Wasserleitungen tu Benutzung genemme x wurden, sind nun auch die HaaSans chlüsse für die elektrische Lichtanlage in beiten Dörfern soweit fertig- gestellt. Im Lause des Spätherbstes hofft man mit Licht versorgt zu werten. eb. Aus dem Vogelsberg, 22. Iuni. Trotz zahlreicher Gewitter, bie in ten letzten Tagen über ter. v>oqcI8berg zogen, fehlt no^) immer ein burchwcichenber Regen. Das .dürre Iahr 1 922 h.ttgroßeAehnlichkeitmtt dem „Dürren" Iahr 1822, von dem em Zylinder (53—50t, 2 steife Hüte. Zimmer und Knchen- Waslamve. Trockengettell. eii. Brat n. Kochtöpfe abzugeben 5998 Goethe»traße 52 p. 1 einfache Stütze, 1 Kochlehrmädchen g-fucht. Ootel Victoria. Mänhiüts Rftchki für kl. Haushalt b. flitter '■•hiUtbluHR Tvrau M. I-iickbach. Borü. abds. v. 7—9 Ubr. Braves Mädchen da:> kochen kann, iur Bäckerei gesucht- ltsllepn reif sind, das steht auf einem andere» Dlaite und wird sich erst durch die weitere Entwicklung erweisen. „Ich hotte die Auswahl, wohin ich ihm die Abfuhr setzen wollte, und da ich ihm einen ehrlichen Schmist ins Gesicht nicht gönnte, so stoch ich ihn im zweiten Gu.ige auf einen yandsesten Brus!hieb ob Mit dem konnte er wenigstens Hinte:her nicht renommieren. „Mein Kompromcnt wurde abgeführt, um geflickt zu werden, ich bandagierte mich aiä i:S erspähte die eiste Gelegenheit, mich still zu d.ücken Ich fuhr nach Harfe inb setzte mich wieder an die Arbeit, auf die ich mich seit dem Tage des Abschieds von Helene mit einer noch gröberen Verbifsenhät g warfen hotte, als früher. Aber wägend ich sonst mich darin versenken konnte, dost ich auf Ständen hi.raus alles in mir und Mein Vetter IJofua. Ao man von Dichard Skowronnek. hotte ich in feinem Winkel meines Hirns oder HerzeirS an ein andres Wcib gedacht ,Es war ja gävist sehr lächerlich dast ich mir gell bl hatte, Helene die Treue zu bewahren, auch nachdem ich sie für immer verloren hatte — aber, ich meine, fast jeder Mensch hat in seinem Allcriimersten eine Stelle, wo nicht das klare und nüchterne Denken herrscht sondern eine Art von abergläubische: Nigrsng, tast von den Li halten gewisser Gelübde oder Vorsätze die Erfüllung mancher Wünsche ab bangt, di: zu verwirklichen sonst nicht in seiner Macht steht. So hatte auch ich in einer jener Stunden, wo ich vor Schmerz und Zorn und Verzw iflung nicht m0* wäter wustte. das Gelübde g-tan. He.enr für immer die Treue zu halten — vielleicht dast ich dadurch die finsteren Mächte versöhnte, die uns ais- einanbergetiffen bitten. Ich w.ist es, ich stellte mich damit auf eine Stufe mit unfern Litauern dol-eim. die auf ein Hahr oder mehr das SchnapS- trüden verschwören, damit ihnen das kranke Kind oder die verhexte Kuh im Stade wieder gesund werde, aber - ich kann mir nicht helfen - auch jetzt noch manchmal, wenn mich das schwarze Elend fastt, bann denke ich. ich hätte Helene trotz allem und allem vielleicht noch wiLdergewonnen, wenn ich nicht gleich der ersten Versuch rng iie mir nahte, erlegen, wäre. Das eine stth! j dmsalls fest: das mit der Amerikane sin damals hat ihrem armen gequälten S^elchm den letzten Fang gegeben, und meine Shild ta an wird bar im richt geringer, dast ctgentltd) liefe Teufelin es war, die den Stoh führte — ich hatte ihr ja selbst die Waffe dazu in die Hand gebrütft . . . »An jenem Abend freilich — wenn mir da einer getagt hätte, dast ich mich ein paar Sage später diesem Weib auf Leben und Sterben ber- ichreibeu würde! Es gelang mit sogar, die Anfechtung zu überwinden, das Heisti, ich siegte im Rückzugsgefechte, rist vor ihr und mir selber aus und begab mich in die kleine Kneipe in der Kochst raste, wo ich siche: war, ein paar von meiner Tischgesellschaft zu finden. „Icp war dort ein so seltener Gast, dast ich das Bedürf ii fühlte, mein Erscheinen zu entschuldigen: Ich wäre g krmmen um zur Feier meines glorreichen Sieges eine kl ine Bowle zu schmeisten. (Fortsetzung folgt) Der Volksentscheid in Sachsen. Aus Dresden wird uns geschrieben: Zum ersten Mal seit der Revolution wird in Deu schlanb ein Volksentscheid durchgesührt werben und zwar tm Freistaat Ö a d) f e n. Gs soll dadurch der Weg geebnet werben sür die Beendig ng der chronischen Krisis, die im Grunde genau solange besteht,s wie die aus den beiden sozialistischen Parteien, den Mehrbeitesozialtsten und den Unabhängigen gebildete Negierung, die und da liegt der Hase im Pfeffer — eine Minderheitsrogjerung ist. Dadurch war von vornherein ein unhaltbarer Zustand geschaffen. Wenn _'ic ReichSverfassung vorschreibl, dast die Länder Negierungen haben sollen, welche vom Vertrauen ihrer Parlamente getragen find, so traf das für ras sächsische Kabinett nicht zu, das im Landtag von Niederlage zu Niederlage schritt und sich nur dadurch hielt, dast die Kommunisten sich zum Schlust immer wieder dazu entschlossen, die Ne- cicrung zu stützen. Nicht etwa, aus irgendeiner Sympathie heraus, obwohl die Unabhängigen untc: bet Führung des erzradikalen Innenministers Lipinski den überragenden Ginslust im K.nlsinett hatten, und obwohl auch bet den Mehr- heitssozialisten die radikale Richtung unter Füst- -ung des Wirtschaftsministers Fellifch den Ausschlag geb Vielmehr hat der Führer der Äommur.iftcn für die Unterstützung der Negierung die bezeichnende Erklärung abgegeoen, sie müsse im Amte b.cibcn, um sich noch mehr zu blamieren! Um aus den. wie betont, unhaltbaren Verhältnissen herauszvkommen, hatten die beiden N c ch t s pa r t e i e » den Eintrag auf Auslö hing des Landtags eingebrachi, der viber mit 48 Stttnmen der beiden sozialistischen Parteier vnb der Kommunisten gegen 47 Stimmen der stüroerlichen Parteien, also mit äuherst knapper Mehrheit, abgelehnt wurde. Die Deutsche Vollspartei und dieDeutschnationale Volkspartei stellten daraus beim Ministerium den Antrag auf Veranstaltung des Volksbegehren s zwecks Hcrbei- sührung eines Volksentscheides iiber die Auflösung des Landtages. Die Negierung suchte sich zuerst um diese ihr sehr unbequeme Sache herumzudrücken, sah sich aber zum Schlust. da sie, ohne schroff wider dem Geist des '"Parlamentarismus zu sündigen, nicht gut anders konnte, genötigt, dem Antrag stattzugeben. In der Zeit vom 6.—19. Juni haben jetzt die Listen zur Eintragung in das Volksbegehren zwecks Herbeiführung eines Volksentscheiden au»-- gelegen. Um das Volksbegehren wirksam zu machen, must laut Vorschrift der sächsischen Der- sassung ein Zehntel der bei der letzten Landtags- Wahl Wahlberechtigten sich in die Listen eintragen, und das Zehntel beträgt rund 2 9 7 0 0 0 Stimmen. Diese Stimmenzahl ist bet den Eintragungen nicht nur erreicht, sondern wesentlich überschritten worden: die sozialistischen Parteien und die Kommunisten hatten ihr'. An° Hänger aufgefordert, sich nicht an den Eintragungen zu beteiligen, und diese Parole ist natürlich auch befolgt worden. Nachdem jetzt das Volksbegehren angenommen worden ist, must sich der Landtag erneut mit der Angelegenheit befassen, weil die sächsische Verfassung in Art. 36 Abs. 3 vorschrcllch dast sich der Landtag nach Annahme des Volle,- begehrens zu entscheiden hat, ob er diesem gutwillig stattgeben will. Da dies angesichts der Zi-simmenetzung der Volkssvertretung nicht geschehen durfte, wird allo der Volksentscheid vor sich gehen müssen, bei dem über die Frage entschieden wird, ob der Landtag aufgelöst werden soll oder nicht. Wenn sich die Hälfte aller Stimmberechtigten an Lern Volksentscheid beteiligt und von den Abstimmenden sich die einfache Mehrh:it für Ja erklärt, würde also die Auflösung t.eß Landtages erfolgen; im anderen Fall würde es beim alten und die Krise chronisch bleiben. Wirklich behoben könnte sie freilich auch fvrtzusctzen? Wolle er von Devifenlcistungen ab- sehen und sich nur auf Sachleistungen beschränken? Habe er auch einen Plan oder wolle die Negierung einfach fortwursteln? Dann würde das deutsch. Volk vH l ch n Erschöp nngsd.l r en ausgesetzt sein, wir wir sie jetzt bei dem unglücklichen Oesterreich beginnen sehen Die Parteien der Er- füllungSpotitik würden bald uqcbcn müllen, dast der Beweis für die Unmöglichkeit der Sntcntc- forberungen durch die an dem zuckenden Körper deS deutschen Volkes vvrgenvmmenen Vivisektionen erbracht sei. Abg Hempel (Z.> stimmt dem Sachliefe- rungsabkommen zu. betont aber, dast damit daS Neparationsproblem noch nicht gelöst fei, auch eine auswärtige Anleihe bringe nich die Lösung der Fragen, sondern nur eine Mehrarbeit des deutschen Volkes Bezüglich de. ferner beden- lungSvillen und schwierigen Problems der Frage der Volksernährung müstten wir eine Mittellinie zu finden suchen, welche den Interessen der Erzeuger und denen der Konsumenten gerecht werde. Darum müstten wir in dieser schweren Zeit daS Einigende voranstellen. (Beifall.) Abg. Dr. Breit scheid (11.): Seitdem die Franzosen mehr mit der Peitsche als mit dem Zuckerbrot die Besetzung der Rheinlande au*>- üben, sind die Sympathien für Frankreich dort auf den Nullpunkt gesunken. Weder mit Gewalt iwch durch eine Volksabstimmung la" i heute das Nheinland von Deutschland loigerissen weiden. Diel schlimmer steht es an bei Saar. Wir erheben schärfsten Einspruch gegen eine derartige Gewaltpolitik. Dori feiert das französische Industriekapital seine schlimmsten Triumphe. Redner verlangt, dast Deutschland Oesterreich gegenüber wenigstens wirtschaftlich alles tut. um dieses heroisch kämpfende Volt zu unterftü1 en. E' stimmt dem SachlieferUngsabtommen im Interesse einer Verständigung zu .bedauert aber, dast die in der Interpellation seiner Partei gestellten Fragen rur sehr unvollkommen beantwortet wurden. Wir belommen die internationale Anleihe zunächst nicht Aber- die Begründung der Absage sei beinahe wertvoller als eine Zusage; denn die Finanz- oertreter der ganzen Welt hätten die Notwendigkeit eines Abbaues der Reparationslasten betont, ebenso aber auch die Notwendigkeit einer Stabilisierung der deutschen Finanzen aus eigener Kraft des dorischen Volkes. Von dem Desch.'id der Negierung in diesem Sinne hänge die Stellung seiner Partei zur Regierung ab. Redner schliefst seine Ausführungen lyit heftigen Angriffen auf den Reichs wehrministei Dr. Gestler. der Rcgi° mentsfeiern monarchlstischen Eharlater dulde und Gegner der Republik wie Löwe.sieidt zu Sh M tommanbanten mache Er nennt ihn bte schlimmste Gefahr für die Republik. Abg. Dauch (D. Vp.) protestiert gegen die Behandlung des Reichstages beim Abfchlust des Wiesbadener Abkommens. Dies wäre durch die Umwandlung der Gel'l Ltungen in Sachleistungen ein Vorteil, wenn diese Sachleistungen unserer Wirtschaftskraft angepastt würden. Dies sei aber nicht der Fall. Es würde ja b«ch über uns bald, die Schwachen, rücksichtslos hinweggegangen. Das zeigten die Rheinlande und das Saargeoiet. Mit der Ersallung der Sachwerte würden nur die Klassen gegeneinander gehetzt. Arbeitgeber und Arbeitneymer get)örten zusammen. Des c inen Verderb sei auch der des andern. Im Rahmen des Unmöglichen führten Abkommen nicht vorwärts, sondern verzögerten die Katastrophe nur um ein geringes. Deshalb lehne seine Partei die Verträge ab. Gegen 7 Uhr wird die Wetterberatung auf morgen nachmittag 2 Uhr vertagt. Auherdem' Kleine Anfragen und Vorlagen. Schlust 83/1 Uhr. Der zu Beginn der Sitzung dem Ausschuh überwiesene Aut ag der Unabhängigen fordert, dast alle der Körperschaftssteuer unle.liegenden Köip^.schasten ihre Kapital-mlage um ein Drittel zu erhöben und dieses Drittel dem Reiche abzutreten haben. Auf jedes inländische Grundvermögen wird zugunsten des Reiches an erster Stelle eine Grundschuld in Höhe eines Viertels des angegebenen Wei tes eingetragen. Vvm Erbrecht sollen die Verwandten der dritten und folgenden Stufe ausgcschloffen sein und lür den Reick>s- fiskus ein gcs.tziiche- Erbrecht eingeführt werden. Bei ErbanfäUen über 100 000 Goldmark erhält das Räch einen Erbanspruch auf den Ueberschust. Industrie und Eilenbahn. Eine neue Tariferhöhung der Eisenbahnen mit entsprechender Produktionsvcrteur- r.uag und Erhöhung aller Kosten der Lebenshaltung wird hallximtlich zum 1. Juli in folgender Form anqcfünbigt; Während von einer Erhöhung der Ver- fonentarifc mit Nsickficht auf den augenblicklichen starten Erhelungsreisevertetzr Abstand genommen werden soll, werden die Güter-, Tier- und Erprehguttarife zum l.Zuli um 2ä r H. erhöht. Das Versagen der deutschen Eisenbahnen, die zahlreichen Mängel in der Verkehrsoerwalvrng haben im e.iufc Der letzten Zähre zu inmrnr lebhafteren und berechtigeren 'Beichwerden A'ilast gegeben. Denn nicht nur Industrie und Handel sind hierdurch den schwersten Schädigungen ausgesetzt, auch die Besorgung der groben Städte mit Koh- len und Nahrungsmitteln wird infolge der unzureichenden Wagengestellung gesahrdä DerReich-- verband der deutschen Industrie sah sich deshalb veranlastt, von führenden Industriellen und Kennern des Verkehrswesens, unter ihnen der durch seine grostzügigen Reformvorschläge schon bekannte Reichstagsabgcordnete Dr. Quaal), ein Gutachten über die Ursachen des Zusammenbruches der Eisenbahnen und die Möglichkeiten ihrer Gesundung ausarbeiten zu lassen. („SHe Deutsche Sifen- bahnf rage “ Verlag Karl Siegisnuind, Berlin SW. 11.) Hienn wird festgestellt, dast der Lechungsgrad der Reichsbahn gegenüber dem Hahre ■ 1913 auf weniger als die Hälfte gesunken ist. Als Ursache wird mangelnde A-srustung des mechanischen Apparats. der starke Rückgang des Verkehrs, über- mästiges Anwachsen der Personalbc-stäirde, zu geringe ArbettSintensität unb schliehlich auch zu spätes Einsetzen der Tariferhoblurgen angegeben. Kaufmännisch ausgedrückt: Der Umsatz sei zu gering, die Selbstkosten dagegen zu hoch und die PreiSstellung unrichtig. Darauf hatte der ReichsverkehrS' Minister in einem Rundschreiben an die Han- delskammern. l en Iickmst i i - rnd Handelstag und Dc.t Reillsverband der dmllchen Ind.lltäe feine Tarifprlllu ;u '.echtfertigen versucht. Die Tar's- ertohungat b.ieben hinter de- allgemänen Aier- Teuerung zuruck Au) alcn Gcbüteu der Verwaltung würden überdies unabläfilg die äustersten Anstrengungen gemacht, um die Ausgadetr zu vermindern. Bzüglich der Persvnalpolittt wurde och 'Bel^aupkung ansg.st-I t, dast lir auf diesem Gebiet zu er i I.'nben Ersparnisse in der Regel überlchätzt ttü deu. D es.m Ru ds l r iben deS Ve ck Hr smi istrrS tritt nun der Reichst» erband der beut • f eben Industrie i> einer Erwid.mmg entgegen. Hierin wird betont, dast die Balancierung des R^ichsba'metatS m erster Linie durch eine Erhöhung iXr Leist uiigs r hi tät, ei e wirtschaftlichere Gestaliurg der gesamten Ve Wallung und 3>anb in Hand damit durch Ersparnill^ jeder Art angestrebt werden müsse. Die Kosten für Ne zw-eifelloS rotwendige Wi-.l-eri standse.'w g bexi technischen App ^rutes sollen nicht tu ch l meube Einnahmen, sondern durch belo-rbere itre" ite aufgebracht werden. Wester hin wird au_gäührt. das) die hm igm Bä i b ci angen auch mi: einem um etwa 303 030 Köpfe üerrrgertvnt Personal erzielt werden könnten. Oegenüber dem Versuch des M mist erst, auf Grund von S'atistikcn nachzuweisen, bal") die von ihm vorgenommenen Tariferhöhungen stack geic-iÜDcr der alle.em inen Geld- en'wertung zurückg bLieben feien, müsse der Reich-- verband der deutschen Industrie Verwahrung dagegen einlegen, dast mit unzuverlässigen Zahlen, die grösttenteils auf freier Schätzung beruhten, in einer für das Wirtschaftsleben so wichtigen Fage .Schon bei der ersten Hondr ichung, die ich ihr leistete, machte sie den Versuch, mit mir ein Gespräch anzusangen. Ich antmoriete kurz, beinah« un^flich, beim ich war damals fast schon ebenso menichenscheu, tmc bzute, unb hatte auch wahrhaftig kä e Lust, banale Tischg sp äche zu führen Am liebsten war es mir. wenn ich mich ganz ungestört in meinen Kummer vergraben tonnte. .Zu meiner Verwunderung sah ich. wie es bei meiner Antwort in den Augen meuter Nachbarin aufblir.te. Einen Auseitblick lang zerbrach ich mir den Kopf, was das wvl/l bedeuten mochte, und hatte das unangenehme Gefühl, als wenn sie tm stillen sich über mich luftig machte, ©te hat mir später die AufNärung selblt gegeben. In dem Augenblicke totste sie den Entschluß, mir zur Strafe für mein wenig höflich^ Verhalten den Kops zu verdrehen! Nach einer kurzen Pause sprach sie mich wieder an. Was sie sagte, weih ich heute nicht mehr cs war jebenfallä derart, dast ich es bei einer'kurzen Antwort nicht bewenden lassen konnte, und so gerieten wir allmählich in eine Unterhaltung, zu der sie frellich das meiste beisteuerte. Sie plauderte über alles mögliche, und Zwar so gewandt, zuwcilen geistreich dast auch ich lebhafter wurde unb meine Zu rückhalt rng immer mehr aufgab. Als wir beim Braten anlangten, war die Unterhaltung bereits vom Allgemci.-en auf das 'persönliche geraten, sie erzählte mir, bat) (te drüben drei halberwachsene Ktt'.der besähe, zwei Mädchen unb ei een ungezogenen Hungen^ eigenlsich asio eine recht alle Frau sei. Ich tot ihr den Gefallen, ungläubig mit dem Kopfe zu schütteln unb ein banales Kompliment zu Lustern. Da lachte sie leise auf und in ihren Augen erschien wieder daZ seltsame Aufleuchten. .Nach dem Kaffee stand sie auf. schüttelte mir, wie einem asten Bekannten, die Hand, grüstte die übrigen mit einer leichten Neigung des Kopses und zog sich zurück. Unwillkürlich folgte ich ihrer schlanken Gestalt mit den Augen. Sie muh es DeuLicher Reichstag. 232. Sitzung, 2 Uhr nachts. Berlin, 22 Zuni Vor Eintritt in die Tagesordnung wird ein Dringlichkeitsantrag der Unab./äng gen auf Einleitung einer allgemeinen Finanzreiorm nach bestimmten Lettsätzen sofort einer Kommission übzr- wiesen. Es folgt die Besprechung der gestern be- gründ ten cu' e pst s Inte p lla tonen. Abg. S t ampfer (Soz.) ertlärt, dast seine Partei bemüht sei, im Verein mit den ausländischen Bruder Parteien das schamlos gebeugte Recht am Rhein unb an der Saar wieder h:r- zustelien. Die Sozialbemok eatie billige ces da. d die Erklärung der Rrihsregierung Die GefMr einer Lo^trenirung des Rheinlandes fei wohl tm allgemeinen nicht grost. Bedenklich aber sei das Auftreten gewisser rheini cher La:bwirie, welche in ihrem Kampfe gegen die (Setreibeumlage fogar Verbindung mit der Interalliierten Kommission suchten. Sch irken, die in ter Wahr ung ihrer berufsegoistischen Interessen vor Landesverrat nicht zurückschrecken gibt eS in jedem Stande Das beweist ein Schreiben des Grostagrarieri' von Oldenburg vom 12. April 1915 an den damaligen Minister des Innern Löbell, In dem et erklärt, dast er trotz der Hmigerblockave wegen der vielen unangenehmen Beiordnungen 500 Morgen Getreidrielcer nicht bestellen wolle. Di< sei Oldenburg läuft heute mit dem Eisernen Ki^euz 1. Klasse herum Als Herr Hesiferich bei seinem Stampf gegen das Londoner Diktat gefragt wurde. waS beim nach der Ablehnung geschehen solle, spvach er die historischen Worte: „3a, daS wird sich dann eben entwickeln!" Er hat also gar keinen Plan und toill uns in die Zukunft bi nein tappen lassen, wie wir in den Krieg hinein- getappt sind Dir begrüsten das Wiesbadene' Abkommen, well wir bann den ersten Schritt zur Lösung des französisch-deutschei' Problems sehen. Der Deutschnationale Dr. Reichert aber spricht dem völkerrechtlichen Begriff zuwider noch immer von .Feinden". Demnach müstten alle diejenigen Landesverräter sein, die vvm 'Feinde Geld atmehmen. wie der ehemalige Kaiser, der KrvTtpiinz unb Ludendorff. Für uns sind nur die Kriegshetzer in allen Ländern die Feind?, unb wenn es zur großen Auseinanderseh ung mit diesen Mächten der Reaktton kommt, werden die Mllllonen des Volkes unS folgen. Abg. Gv 1hein (Dem.) bedauert, dast der deutschuationale Reduer Dr. Reichert die Würde so wenig bewahri stabe. Auch feine Partei halte die Sachlieserungsabkommei keineswegs für ideal, sehe in ihnen aber doch einen Fortschritt gegenüber dem Zustand nach dem Londoner Ultimatum. Ueberhaupt sehen wir seit London zweifellos eine gerade Linie des Fortschritts vor uns. Auch der Spruch der Anleihekommillion sei ein Vorteil für unS, da er gegen die französisch-militaristische Politik sei. Er bezweifele aber, ob Dr. Reichert durch seine Rede eine für die Anleihe günstige Atmosphäre geschaffen habe. Der Redner- polemisiert sodann gegen die Ausführungen Dr. Levis und tritt der Illusion entgegen, als ob die Reichen allein die Forderungen der Entente erfüllen Bunten Ein Wegsteuern des Kapitals führe zur Stillegung der Pwduktion. Ohne die E^öhung der Arbettszeit im Ruhrredier würde die Produktion an der Kohlenarmut zugrunde geben. Damit würden auch die Anleiheaussichten sehr verminderi. An der letzten großen Teuc- rungswri'e sei die unerträgliche Tarifpolitik schuld. Der Völkerbund dürfe sich nicht länger zum Büttel für das furchtbare Unrecht machen, das unserer deutschen Bevölkerung im Saargebiet angetan werde. 2lbg Emminger (Bayer. Vp.) betont die (Sinigfät des ganzen Volkes mit der Regierung in der Veiurieilung des Unrechts, das im Rheinland und im Saargel'iet dem deutschen Volke und der deutschen Wirtschaft angetan werde. Bei dem Scuhlieferungsabkommen sollte die Regierung daraus achten bat) auch die süddeutsche Wirtschaft dabei zu ihrem Recht komme. Wie lange gedenkt der Reichskanzler noch den Versuch der Erfüllung .Ich verbot mir gereizt die A: u.k^ng. cr unterfing sich, einen neuen Scherz aus meine ( vtlll ...--— — ---------- Kosten zu machen unb da lies mir de Galle sein mit der Amerikanerin oder die Mensur, über, ich erklärte ihm, er sei in meinen Augen ein ^e' mi; das 3tui uöh ein bißchen warm ye- ganz dummer Zunge. macht hatte, kurz, ich war nicht imstande, meine .6r wollte sich mit der Bemerkung entfernen, Gedanken bei dem Thema^ das ich Damals traf» dast das übrige sich finden würde, da sagte einer I iiertt, zu ve.stunmrin. Sie e rlichteriertm bei aus unsrer Gelellschasi, ein Inaktiver eines Ter- allem möglichen umher, inb wem fie eine Zeit- (iner Korps dem das Vergnügen an der He^e lang in der Berga, geah i gew.llt batten mtt aud den Augen leuchtete: ,M..ine Herren, ich ll ihrer Bitternis unb Trübsal bann ertappte ich fabe zwar von feiner Seite einen Auftrag, aber ' ' * r ~ 1 *" es ist ein so schöner angebrochener Rachnrtttag, wozu cHfc die Sache bis morgen lassen? Ich will mich verpflichten, den ganzen Ap a.aiuö binnen einer Stunde von meinen Korpsbrüdern nach dem Paullokal in der Koppenstratze zu be° operiert werde. Die Tartf«chvhungen überträfen besonders bei Wegfall von Ausnahmetartfen die Preiserhöhungen der beförderten Güter bei weitem. So feien Daumwollfrachten bis auf das LVfache, Eisenfrachten bis auf das 227fache der Vorkriegszeit gestiegen, währrnid die Preise von Baumwolle und Eisen etwa das 80—lOOfache der Vorkriegszeit ausmachten. Das Schreiben des Reichsverbandes an ‘"ben Reichsverkeyrsminister schließt mit dem Hinweis, bah gerade die letzte Leit eine Reihe von Anzeichen dafür erkennen lasse, dah die deutsche Wirtschaft einer kritischen Lage entgegentreibe. Zur Ueberwindung der zu erwartenden Krisis bedürfe es der Anspannung aller Kräfte. Verringerung der Selbstkosten und Erzielung der größtmöglichen Wirtschaftlichkeit werde die Losung sein. Die Industrie wie die .gesamte am Verkehr beteiligte Privatwirtschaft erwarte, daß sich die Reichsbahn, als der größte Staatsbetrieb und das wichtigste Verkehrsmittel, dieser Forderung der Stunde nicht verschließen werde. Schöffengericht. Gießen, 20. Juni. 3m April d. 3- warf ein vielfach vor- bestrafter Schlosser geselle aus Cs s en abends ggegen IO1/® Hfjr in dem Augenblick, in dem die Wagen 6er elektrischen Straßenbahn die Weichen am Marktplatz fuhren, mit einem Stein ein.e Scheibe des Schaufensters eines Kürschnermeisters in der Warktstraße dahier ein. Dann ging er, seine Zigarette rauchend, ruhig seines Weges weiter, als ob nichts geschehen sei. Gr war aber von einem jungen Kaufmann beobachtet worden, der ihm nacheilte, ihn mit Hilfe eines Soldaten festnahm und zur Polizeiwache mitnahm. Dort erklärte er, er sei mittellos und habe deshalb die Scheibe eingeworfen, um ein Obdach zu bekommen. Heute dagegen behauptete er, ein Herr in Köln habe ihn veranlaßt, gegen Zahlung von 5 0 0 Mark die Scheibe einzuwerfen, und sei zu diesem Zweck mit ihm hierhergefahren. 300 Mk. habe er ihm schon in Köln gegeben, den Rest hätte er nach vollbrachter Tat erhallen sollen. Das Gericht glaubte diesen Märchen nicht, war vielmehr der Lleberzeugung, daß der Angellagte die Scheibe nur zu dem Zweck eingeworfen habe, um s p ä t e r in der Rächt die in dem Erker hängenden wertvol len Pelze stehlen zu fönnen. Auf den Antrag des Staatsanwalts, ihn zu einem Hahr Zuchthaus und zu 5 Jahren Ehrverlust zu verurteilen, erllärte Angeklagter, er sei damit einverstanden. Als dann das Urteil auf I Jahr 6Monate Zuchthaus. 5 Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht verkündet wurde, rief er dem Vorsitzenden drohend: „Sie sind ein milder Richter, ichhatte gedacht, ich bekämemehr, auf Wiedersehen, denn wir sehen uns doch noch einmaL“ Wegen Fahnenflucht wurde ein Reichswehr soldat von hier zu einer Gefängnisstrafe von 9 Monaten verurteilt. Gleich» zeillg wurde auf Dien st entlass u n g erkannt. Da es ihm bei der Reichswehr nicht mehr gefiel, fuhr er nach Koblenz und stellte sich dann nach einiger Zeit wieder in der Hoffnung, bestraft zu werden und auf diese Weise von der Reichswehr hrszukvmmen. Ein Elektromonteur cruS Forbach । unb^eme Ehefrau haben hier eine Reihe von Diebstählen z. 11. ihrer Vermieterin und Peines hiesigen Hotelbesitzers, bei dem die Ehefrau als Wäscherin tätig war, begangen. Sie ♦ stahlen zum Teil mittels Einbruchs in der Hauptsache Wäschestü cke im Wert von mehreren tausend Mark, die sie an eine hiesige Althändlerin verkauften. Letztere, die wegen Hehlerei angeklagt war, mußte mangels genügenden Beweises freigesprochen werden, während der Elektromonteur zu 1 Jahr und seine Ehefrau zu acht Monaten Gefängnis verurteill wurden. 3m Besitze des ersteren wurden ein großer Bund mit teils gefeilten, teils geänderten Schlüsseln und Dietrichen uni) ein Gummistempel mit dem Rainen einer Schotten er Firma, den sich der Angeklagte wenige Tage vor feiner Festnahme halle anfertigen lassen, vorgefunden. Eine Frau von hier lernte im Gefängnis dahier ein Dienstmädchen aus Dillenburg kennen, das sie nach feiner Entlassung zu ihrem Manne schickte, damit es diesem den Haushall führen könnte. Während seiner Anwesenheit daselbst entwendete es ein Hemd und einem Arbeiter einen Damenmantel. Des Diebstahls mehrerer Handtücher und eines Fünfmarkscheins konnte es nicht ausreichend überführt werden. Die rückfällige Diebin wurde zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Eine Reihe anderer Sachen ist ohne Interesse für die Oeffenllichkell. Schlichtungsansschutz der Provinz Oberheffen. Verhandlung am 22. Juni 192 2. Dem Derband der Böttcher, den Weinhandlungen Inderthal Gebr. Schwan, Wallenfels & Sohn, Küchel, I. Kann und A. Austerlitz und der Essigfabrik Silbereisen in Gießen wurden folgende Wochenlöhne durch Schiedsspruch vorgeschlagen: Gelernte Küfer über 25 Jahren (bisher 620 Mk.) ab 19. Juni 850 Mk und ab 1. Juli bis mindestens 31. Juli 900 Mk.: Hilfsarbeiter über 25 Jahren (600 Mk.) 800 Mk. und 850 Mk., Arbeiterinnen über 21 Jahren 375 Mk. und 400 Mk. Vorarbeiter und Meister jollen 50 Mk. mehr erhallen. Die Rheinische Elektrizitäts-A.-G. soll in ihrem Daugebiet Alsfeld und Lau t e r- bach die Mailöhne ab 1. Juni um 20. v. H. erhöhen. Die Elellrornonteure über 24 Jahren erhalten hiernach 20,05 Mk. Stundenlohn, die Hllfsmonteure 18,72 Mk. und die Hilfsarbeller 16.80 Mk. Die geforderte Erhöhung der Auslöhnung von bisher 28 Mk. für den Kalendertag für die Ledigen und 30 Mk. für die Verheirateten wurde abgelehnt. Darüber, daß die Lohnregelung noch ab l.Iuni für den Monat Juni e^olgen sollte, waren die Parteien einig. Die Parteien erhielten in beiden Sachen eine Woche Erklärungsfrist. Fünf Arbeiter der Ober» f 6 r ft e r e i Oberrosbach wurden mit ihrem etwaigen Anspruch auf Lohnzulagen für rück- liegende Zeit auf. den Rechtsweg verwiesen. Landwirtschaft. Die Dullenhaltung im Kreise Gieße». Von sachkundiger Seite wird uns geschrieben: Der Rähr- und Gesundheitszustand der Dullen ist in den meisten Orten des Kreises Gießen ein guter, trotz des herrschenden. Futtermangels. 3n den Gemeinden, in denen die Haltung der Bullen nicht befriedigt, kommt als Ursache meist eine schlechte, durchaus nicht zeitgemäße Entschädigung der Halter in Frage. Diese können bei der heutigen Teuerung ihren Pfleglingen noch nicht einmal das Erhaltungsfutter reichen, geschweige denn die Futtermenge, welche nötig ist, um die.Tiere vererbungsfähig zu erhallen. Daraus folgt die Richttgkeit der gesetzlichen Bestimmung, daß die Vergebung der Faseltiere an Faselhalter als Ausnahme, die Haltung in eigner Verwaltung der Gemeinde als Regel zu gelten habe. Falsche Sparsamkeit, rächt sich stets. Man mutz zugeben, daß heutzutage eine Umstellung der Faselhaltung mit bedeutenden Kosten verknüpft ist, aber wo ein Wllie vorhanden ist, findet sich immer ein Weg. So,hat sich z. B. eine Gemeinde für den Verzicht auf ein Ueberwandlungsrecht einen Faselstall erbauen lassen. Zum mindesten muß soviel Verständnis für die Tierzucht vorhanden fein, daß unter allen Umständen eine ausreichende Fütterung der Dullen sichergestellt wird. Scheut eine Gemeinde die Ausgabe großer Summen minderwertigen Papiergeldes, so mag sie — wie dies bereits vielfach mit gutem Erfolg durchgeführt ist — allen Viehbesitzern aufgeben, für jedes Muttertier soviel Körnerfuller (Hafer) an den Halter abzuliefern, daß eine ausreichende Kraftfütterung der Bullen gewährleistet ist. Das nötige Heu kann auf gleiche Weise oder von Gemeindewiesen beschafft werden. Datürlich muh dann gegebenenfalls die Fütterung überwacht werden, damit nichts „an den Hecken hängen bleibt“. Diese Ueberwachung ist Sache des Ortsvorstandes, insbesondere des Bürgermeisters, und es muh leider gesagt werden, daß gerade in dieser Hinsicht in manchen Gemeinden in unverantwortlicher Art und Weise gefrevell wird. Wem die Kuh ist, der greif ihr an den Schwanz, sagt der Oberhesse. Demgemäh hat vpr allem die Gemeindevertretung nach dem Rechten zu sehen. Allerdings hat sie dabei nur dann ein gutes Gewissen, wenn sie auf der anderen Seite für eine ausreichende Entschädigung der Faselhaller sorgt. Wer sich waschen will, muh sich nah machen. Das war immer so. Und auch die Uebergescheiten unter den Gemeinderäten, die gewöhnlich keineswegs bescheiden sind, wenn s i e etwas zu fordern haben, sollten bedenken, dah man nicht mit einer Handvoll Guano einen Morgen düngen kann. Oft wird schon beim Ankauf der Dullen gesündigt. Richt der Zuchttoert, sondern der Karf- Mitglieder der Ankaufskommission angehören, deren Urteil durch Sachkenntnis nicht beeinflußt ist, und die lediglich möglichst billig Einkäufen preis gibt den Ausschlag, well mitunter solche wollen. Mit dem Ankauf sind nur wirtlich sachverständige Tierzüchter zu betrauen; entgegengesetzten Falles bekommt die betreffende Gemeinde den schönsten .Lade.ch.tter" aufgehängt und Schaden und Spott bleiben nicht aus. Gute Zuchtware kostet immer Geld. Was die Vergebung der Faseltt^re anlangt, so erfolgt sie leider oft an den Mindestnehmenden, und man hört bei Beanstandung der jährlichen Entschädigung die Antwort: „Ci, e hott jao nit mih belangt!“ Dieser Standpunkt ist grundfalsch. Richt derjenige ist der beste und billigste Halter, der am wenigsten fordert,' sondern der, welcher erwiesenermahen Guft und Liebe zur Sache hat, sich redlich Mühe gibt, seine Pflicht gu tun und dabei auf dem richtigen Standpunkt steht, dah gute Arbeit entsprechend bezahlt werden soll. In der Tierzucht und Tierhaltung sind Pfuscher nicht zu gebrauchen. Dr. St. Turnen, Sport und Spiel. — „Sport—Turnen—SpieI.“ Die gesamte Sportliteratur ist auf der Deutschen Spvrt- ausstellung (.inhett'.ich vertreten. Aus diesem Anlaß ist ein fast erschöpfender Katalog der Literatur erschienen. Der Katalog ist zu beziehen von der Sportbuchhandlung August Reger Berlin RW. 7 Dorotheenstr. 23, gegen Einsendung der Dersandkosten von 3 Mart. — Tennis-Kampfspiele Das Hauptinteresse der im Rahmen der Deutschen Kampf- Grunewald rüstete sich auch am Mit woch aif spiele stattfindenden Tenniskämpfe auf den prachtvollen Plätzen des Lawntennis-Turnier-Club im die Begegnungen tm Herren-Einzelspiel. Besonders interessant war der Kamps zwischen H. Kleinschroth und Windeis, den der Münchener erst nach drei Sätzen 2:6, 6:1, 6:0 gewinnen konnte. Auch 'das Spiel vrn Karl Lange gegen den Deutschschweizer Holzboer 6:3, 6:2 entbehrte nicht interessanter Momente. Einen Doppelerfolg hatte Graf Mattischka verzeichnen, der Ötibbe 6:1, 6:1 und Wronka 6:0, 6:0 schlug, v. Dersdorfs erlitt eine unerwartete Riederlage durch Gast mit 1:6, 3:6. Don den Doppelspielen ist der Erfolg von Froitzheim—Kreuzer über die beiden Grafen Salm 6:4, 8:6 und über Rahe—Uhl 6:4 nadjäutragen. — Leipziger Sport- Club Sieger im Kampfspiel Hockehturnier. Im Deutschen Stadion wurde am Mittwochnachmittag die Entscheidung im Kampfspiel-Hockehturnier zwischen dem Leipziger Sport-Club und dem Club zur Vahr-Bremen gespielt. Beide Mannschaften lieferten sich einen technisch und taktisch vollendeten Kampf. Die Leipziger konnten durch denen die Bremer bis zur Pause mit Hilfe ihr schnelles Stürmerspiel drei Tore vorlegen, ihrer fitnfen Läuferreihe den Ausgleich entgegensetzten. 3m wetteren Verlaus des Spieles war der gute Leipziger Torwart ausschlaggebend, der jedem Ansturm der Bremer gewachsen war. Zwei weitere Tore für Leipzig stellten den Sieg der Mannschaft mit 5:3 sicher. — Fuhballkampf Heer gegen Marine 2:2 (2:0). Im Rahmen der Fuhball- kampfspielwoche wurde am Mittwoch im Deutschen Stadion ein Fuhballkampf zwischen zwei Auswahlmannschaften des Heeres und der Marine zur Entscheidung gebracht. Dem Ereignis wohnte eine zahlreiche Zuschauermenge bei. Als Vertreter des Reichswehrministers war Generäl v. Seeckt, der Chef der Heeresleitung erschienen, während für den Admivalstabsches Admiral Mommsen dem Kampfe beiwohnte. Beide Mannschaften lieferten sich gutes und schnelles Spiel, das jedoch bei dem Heere das Zusammenspiel vermissen lieh, verursach durch die starken und langen Stöhe, über die diese Mannschaft verfügt In der ersten Hälfte spielle die Marine gegen die Sonne. Dadurch konnte das Heer etwas drücken und ging in der 20. Minute in Führung, um 20 Minuten später den Vorsprung auf zwei Tore zu erhöhen. Halbzeit 2:0. Rach der Pause kamen die Matrosen auf und hatten das Heft in der Hand. Gleich nach dem Anpfiff konnte der Linksaußen eine schöne Flanke bon rechts zum ersten Tore durch Kopsball verwandeln, dem in der 17. Minute der Ausgleich folgte. So blieb es bis zum Schluß. Auf beiden Sellen war die Verteidigung besser als der Sturm. Dej den Matrosen find besonders die Außenläufer zu erwähnen. Allgemein fiel auf, daß auf beiden Seiten unverhaltnismähig viel mit Kopsbällen gearbeitet wurde. General v. Seeckt sprach den Mannschaften nach Schluß des Spieles seinen Dank für den schönen Kamps aus. Kirchlich? Nachrichten. Israel. Religivnsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 24. Juni 1922. Dovabd. 7.45. Morg. 8.30. Predigt. Abds 9.00 und 9.40 Uhr. Israel. Religions - Gesellschaft. Sabbatfeier den 24. Juni 1922. Freitag abd. 7.40. Samstag norm. 8.00. Predigt. Rachm. 4.30. Sabbatausgang 9.40. — Wochengottesdienst: morg. 6.00. abds 7 30 Uhr. Sandel. * Einfuhrzölle in ^Bulgarien und Lettland. Das Institut für Weltwirtschaft und Seeverkehr, Kiel, besitzt den vollständigen Wortlaut der neuen bulgarischen und lettländi- schen Zolltarife. Es ist bereit, Interessenten über die für deren Waren in Betracht konnnenden Zollsätze Auskunft gegen Kostenerstattung zu erteilen Anfragen, die möglichst genau umschrieben fein müssen, sind zu richten an die Rachrichten- abteilung deS Instituts, Kiel. Berlin, 22. Juni. (Wolff.) Börsen- stimmungsbild. Heute vormittag setzte sich die Aufwärtsbewegung der Devisenkurse bei fast völlig fehlendem Angebot fort Der Dollar erreichte 331. Mit Beginn der offiziellen Börse trat ein Tendenzumschwung ein auf englische und französische Meldungen, wonach beide Länder ein baldiges Zustandekommen der internationalen Anleihe für Deutschland anstreben. Der Dollar senkte sich auf 322. Der Effektenmarkt zeigte bei Beginn eine unsichere Haltung bei lustlosem Geschäft. Die ersten amtlichen Kurse zeigten große Unregelmäßigkeit bei lustlosem Geschäft, namentlich für Maschinenfabrilaktien. Im späteren Deila fe trat ein leichtes Abbröckeln dec Kurse ein. SHuckertaktien waren vorwiegend fester. Taat- akllen kaum verändert. Ausländische Renten waren fast durchweg etwas abgeschwächt. Deutsche Anleihen waren ruhig und nicht ganz einheitlich Der Dollar zog im Verlaufe wieder etwas an. Im Einklang mit der Erholung der Devisenkurse schloß bei- Effektenmarkt leicht befestigt, aber nur ungarische Gold ente und türkische Zollanleihe wurden etwas lebhafter gehandell. Frankfurt a. M., 22. Ö-int Börsen- stimmungsbild. Die Börse stand auch heute wieder unter dem Einfluß großer Geschäftsstille. Die Devisenbewegung blieb ohne Einfluß, 51- mal sich auch hier kein regeres Treiben bemerkbar machte. Der Dollar wurde ansängllch 323 bis 331 und später 327 bis 322 genannt. In amtlich nicht notierten Werten war die Tendenz bei ruhigem Geschäft gut behauptet. Es fanden keine größeren Kursveränderungen statt. Benz 450, Deutsche Petroleum 1975. Der plötzliche Rückgang des Dollars verstimmte und gab Anlaß zu größerer Zurückhaltung. Der Marti der Montanaktien war bei Schwankungen Nicht einheitlich. Interesse zeigte sich für Mannesmann, auch Phönix waren gcjrxig'cr und höhrr. Gebessert gingen Zuckersabrikuktien hervor. Chemische Werte unterlagen Schwankungen. Anilinwerte gaben mäßig nach. Heimische Anleihen erniedrigten ihr Kursniveau. Bankaktien erfühlen teilweise Abschwächungen. Der Kassamartt zeigte eine unregelmäßige Haltung. Die Börse schloß ftUL Privatdiskont 4x/3 Prozent. Sranlfurt a. M, 23. Juni. Börsenkurse. Frankfurt Berlin Schluß- Sch'uh- Schluß- Schluß- Kurs Kurs Kurs Kurs Datum: 21.6. 22.6 21.6. 22.6. 5°/, Dtsch. KrtegsänL 77 50 77,50 77,50 77,50 4°/oDtsch. Äeichsanl. 108,50 109,— HO — 109,- 3°^Dtsch. Reichsanl. 148 - 148,- 148,- 148, 4°/0 Preuh. KonsolS 80,50 83,» 82,- 82,50 Hamburg-Pakets.. . ^86, — 393 — 3a2, - 388, — Norddeutscher Lloyd 291,— 290,25 286,50 287,50 Comm.u.Privatbank 298,— 297,- 297,— 296,- Darmstädter Bank . 286,- 286,— 288,— 288,- Deutsche Bank . . . 550, — 530,— 550, 550, Disconto-Gesellschaft 417,— 4)8,— 417,— 416,— Dresdner Bank . 308,— 309,— 315, — 316, — Mitteld. Creditbank. 248,- 248,- 248,50 248,75 Äationalbank f. D.. 288,— 286.- 288,- 288,— Boch.Gußstahlwerke 997,- ’üll,- 1020,- Bud.-Eisenw.-Akt.. 660,- 615,- D.-Luxemb. Bergw.. 960,— 955,— 957,— 959,— Gelsenkirch. Bergw.. 1000,— 1005,— 990,— 990,— Harpener Bergbau. 1785,- 1792,— 1792,- Oberschl. Eisenb.-B. 770,- 795,- 775,- 775,- Oberschles. Gisenind. 586,- 592 - 582,- 582,- Phönir-Bergb.-Akt. H30,- 1175,- 1140,- 1146,- Bad.Anilin-u. Soda 719,— 710,— 711,— 711,— Höchster Farbwerke. 621,- 620,— 620,— 816,— Allg. Glektr.-Ges. . 640,- 631,- 626,- 633,- FeltenL Guilleaume 745,- 740,- 756,- Schuckert-Werke. . . 607,50 625,- 625,- 631,- Adlertoerke 430,- 425,- 434,- 430,- Daimler 406,- 397,- 4 5,- 404.- 40 ° Hess. Staatsanl. 79,- 79,50 79,10 79,20 Electron Griesheim 727,50 725,— 727,“ 730,— Dtsche. Vereinsbanj 194, ~ 190 — “#* “,— Berliner Devisenmarkt. Brief Datum: 1 6413,20 5426,80 6172,75 6968,70 8350,45 700,90 1597,- 1444,‘jO 325,66 6941,30 8329,55 699,10 1593,- 1438,20 324,«4 Brüssel-Antw. . Christiania . . . Kopenhagen . . Stockholm. . . . HelstngforS. . . Italien London Reuyork Paris Schweiz Spanien Deutsch-OesterL Prag Budapest.... Buenos AireS . Bulgarien . . . Japan Rio de Janeiro 2683,85 5456,85 620,20 38,86 115,97 216,70 156,25 4469,- 6961,25 8369,50 711,10 15:43,- 1453,15 328,08 282^,95 6242,t5 5108,60 2,08 622^20 33,05 116,97 217,20 157,- 4469, - 6978,75 8300.50 712,90 1597,- 1456,35 328,92 2836,05 6257,85 5121,40 2,12 623,80 33.15 117,27 21730 158,- <48!,- 5086,35 2,29 629,80 33,95 116,27 217,30 157,25 4481,- 2826,45 283 ,55 6157.25 ------ 5073,65 2,25 Geld Brief Geld 21. Juni. 22. Juni. Amstd.-Rotterd. 12484,35 12515,6512484,35 12515,65 ------ 2676,65 2683,35 2676,65 ----- 5413,20 5426 80 5+43,15 Marknonerungen. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Stockholm . Wien.... Prag.... London. . . Reuyork . . Parts. . . . 1.7.14. Fr. 125.40 Fl. 59.20 Kr. 88.80 Kr. 88.80 Kr. 117.80 Kr. 117.80 Sh. 97.80 r 23.80 Fr. 125.40 21.6. 22.6. 1,60 1,60 -.79 -.79 1.46 1,47 1,22 1,20 16*32 15*92 1,45 1,45 -,30 -,30 3,55 3,52 Züricher Devisenmarkt. 22. 6. 23. L Wechsel auf Holland 100 Deutschland 100 Wien 100 Prag 100 Parts ... 100 London 1 Italien 100 Brüssel 100 Budapest ...... 100 Reuyork. ...... 100 Agram 100 Warschau 100 Schweizer Franken Fl. — 203.50 203J3U Mk. => 1.62 1.61 Kr. — 0.03 0.035 Kr. = 10.075 10.175 Fr. = 44.45, 45.20 £ = 23.34 23.31 L. = 25.625 25.35 Fr. = 43.10 42.90 Kr. = 0.54 0.53 r = 527.25 527.- Kr. = 1.75 1.7» Kr. - 0,12 0,117 Markte. Frankfurter Schweine- und Kleinviehmarkt. Frankfurt a.M, 22. Juni. Marttver- lauf: Gedrückter Handel. Ochweine hinterließen fletnen Ueberstand. 3m einzelnen ist zu bemerken: Aufgetrieben waren 251 Kälber, 149 Schafe und 261 Schweine. An Preisen wurden angelegt per Zentner Lebendgewicht für Kälber beste Qualitäten 2900—3400 Mk., mittlerer Qualitäten 2400 bis 2800 Mk., geringe Qualitäten 2000—2300 Mk., für Schafe 900—2300 Mk., für Schweine unter 80 Kg. Lebendgewicht 4400—4800 Mk., von 80 bis 100 Kg. Lebendgewicht 4800—5100 Mk., von 100 bis 120 Kg. Lebendgewicht 4800—5200 Mk., von 120 bis 150 Kg. Lebendgewicht 4800—5100 Mart, für Fettschwerns über 150 Kg. 4800—5100 Mart Außerdem wurden 38 Rinder ohne amtliche Preisnotierung gehandelt. Die Preise liegen um so viel über den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Händlergewinne in sich schließen. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Sie Frage einer „unabhängigen Aktion" Frankreichs. London, 22. Juni. (WTB.) Der fron* zbsische Berichterstatter des „Daily Telegraph" schreibt aus Paris, gestern abend sei dort bekannt geworden, daß. P 0 i n c a r 6 vor seiner Abreise nach London in der letzten Woche der britischen Regierung eine Rote über die Frage der unab^ä g gen Aktion übermittelt habe, Frankreich steheauf demStandpuntr, daß es berechtigt sei, zu einer solchen Aktion zu schreiten, falls ein de 11- scher Verzug von der Reparativnsrommission entsprechend den §§ 17 und 18, Anhang 2. Teil 8 des Versailler Vertrages ordnungsmäßig festgestellt werde. In der übermittelten Rote legte Poincarä dar. daß entgegen den von britischer ö ite ausgestellten Drhauptimgen Mille rand vor April 1920 niemals auf das Recht Frankreichs auf eine eventuell« unabhängige Aktion Verzicht geleistet h.'vbe. Das Ergebnis der Londoner Zusammenkunft. London, 22. Juni. (WTB) Der ksiplv- matische Berichterstatter der „Daily R e ws" schreibt zu dem in der Pariser Presse gekennzeichneten, saft einstimmigen Begeisterung über die Unterredung zwischen Poin- cartz und Lloyd George in der Downing- Street, sin Interesse der Tatsache müsie fe^lgefielt wertes daß die Unterredung zwischen den beiden Premierministern nicht eine einzige Frage gefördert habe. Alle wichtigen Fragen seien bis zur neuen Zusammenkunft. die für Ende Juli geplant sei, verschoben worden. Der borg shlagme englisch-fran- zösischePakt fei von beiden Premierministern nicht erörtert worden. Der Pakt fei auch nicht zur Sprache grtormnen und werde in diesigen amtlichen Kreisen als augenblicklich nicht innerhalb des Erörterungsfeldes liegend angesehen. Diese Frage sei bis nach der Juli-Zusammenkunft verschoben worden. Die Möglichkeit einer Verlängerung bet De» satzurrgSfristen für das linke Rhenmfer. P a r i s, 22. Juni. (WTD.) Das „I 0 u r» naI“ berichtet über die gestrige Sitzung des Senatsausschusses für Auswärtige Angele- genhetten bezüglich der bereits in dem HavaS- bericht erwähnten Frage der eventuellen Verlängerung der Desat- zungSfristen für das linke DHeinufer, Poincar6 habe dem Vorsitzenden des Ausschusses, Doumergue, die Mitteilung gemacht, dah der Ober sie Datkeine Entscheidung dahin getroffen habe, die Fristen für die Besetzung des linken DheinuferS könnten hinausgeschoben werden, falls Deutschland seine Verpflichtungen nicht erfülle. Driand habe vor dem Ausschüsse erklärt, Spuren dieses Abkommens mühten vorhanden sein. P 0 i n c a r 6 aber habe festgestellt, daß nur ein französisch- englischer Sachver st ändigen-Berich t vom Juli 1921 vorhanden sei, in dem die Sanktionen, von denenBriand gesprochen habe, als möglich bezeichnet werden. Eine Schrift des Obersten Dates liege nicht vor. Verantwortlich für den politischen Teil: 3. 03.: Karl Walther. BAD-NAUHEIM Samstag, 24. Juni, In HuptelteKiiiM-KasIno Tanzabend 34630 Anita Berber vom NELSON-THEATER, BERLIN, und das übrige Künstlerprogramm. Eintritt 20 Mark. Dauerkarten 10 Mark. Nr. M Dritter Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen)Samstag, 24. Juni {922 danken innerlich in Anspruch Genommen, der sie mehr beschäftigte, als unser Gespräch. „Plötzlich iaf> sie mich fest an und sagte mit gedämpfter Stimme, so dast niemand von den andern es hören tonnte: .Gestehen Sie es, Mr. Daumlehner, 'Sie haben einen großen Liebeskummer aas dem Herzen?' „^Betroffen wandte ich mich zu ihr am ind wider meinen Dillen entschlüpfte mir das Ge- ftdnDntd: ,Der l)at Ihnen das erzählt, gnädige Frau?" „Riemand/ erwiderte sie ruhig .ich las es in Ihrem Gesichte und in Ihrem ganzen Dc- nehmen. Lind wenn Sie mir einen großen Beweis Ihres — Vertrauens geben wollen' — vor dem' Wort machte sie eine Pause and sah mich an, bat> es mir Heist durch die Rerven zackte so erzählen Sie mir, wie Sie dazu gekommen sind?!" „So viel von meinem bessern Selbst war doch noch in mir lebendig, dach ich in diesem Augenblicke einen Widerwillen dagegen empfand, zu diesem Weibe von Helenen zu sprechen. Ich erwiderte daher ganz kurz, fas! raah: .Sie täaschen fid\ mir ist nichts derartiges passiert." .Sie schüttelte mit dem Kopie. _.e.e lagen nicht die Wahrheit Lind ich bin hartnäckig Ich werde nicht eher nachlassen mir Fragen, bis oie mir es erzählt haben!' „.Aun denn meinetwegen," sagte ich .ich habe das Unglück gehabt, mich in ein jungem Mädchen, zu verlieben, mit dessen Brä rtigam ich von Korps wegen fechten muhte, and der junge Mann ist dann an den Folgen der Mensur gestorben.' „,£> versetzte sie und. wahrhaftig, in ihren Augen schimmerte es feachtglänzend, .das ist lehr trati'.ig. Aber Sie müssen wieder Mat fassen. Sie sind noch viel zu jang, um einer solchen Sache wegen Ihr ganzes Leben zu vertrauern.' .Damit hörte unsre Unterhaltung auf. Wir schwiegen beide, bis der Äa'fcc tarn. In mir war allmählich der Wunsch aafgestiegen. den Ilachmittag in ihrer Gesellschaft 511 verbringen, und als wenn sie es --äs meiner Stirn arlelen hätte, sagte sie beim Ausstehen: .Heute nachmittag muh ich Briefe schreiben, nach Hause, an meinen QHoim und meine Kinder, sie warten darauf. Wollen Sie mich jedoch heute abend ins Theater begleiten----?‘ .Ich war so betroffen, dast ich lern Wort her ausbringen, sondern meine Bereitwilligreit nur durch eine stumme Verneigung ausdrücken konnte. ..All right/ sagte sie kopsnickend und gab mir die Hand, .dann holen Sie mich ab, wenn es Zeit ist. Good bye: —---* . Den Tlodymittag über trieb ich mich auf den Strasten und in ein paar Kaffeehäusern umher, herumlungernd and zertang lesend, bis es endlich Zeit wer. wieder zum Hotel zu gehen. „Maggie empfing mich, bereits zum Ausgehen gerüstet. Wir fuhren nach dem Residenz- tOester. Ich nahm zwei Logenplätze. Es wurde irgend ein französisches Stück gegeben, das eine Ehebruchsgeschichte behandelte — von wem es war, habe ich vergessen. In atemloser Spannung folgte Maggie des Borgängen auf der Bühne. Ich sah wenig davon, sie satz halb vor mit. meine Augen hingen an ihrem Profil, ich beobachtete, wie die feinen Flügel ihrer Aase in nervöser Erregung vibrierten, von Zeit zu 3eit streifte mich ihr Fast oder ihr rauschendes Kleid, traf mich ihr Atem, wenn sie sich amwandte, um eine Bemerkung zu machen. Als das Stück zu Ende war und wir das Theater verliehen, nahm Maggie meinen Arm. Sie stand noch ganz unter dem Banne des eben Gehörten und Gesehenen. ...Der Mann hatte recht, sagte sie, .wenn er sein treuloses Weib aus dem Hause stietz. Ich, wäre ich ein Mann, würde ebenso handeln!' „Etwas verwundert sah ich sie an. Wie, wenn ich mich in ihr tauschte und sie mich nix als ein lustiges Spielzeug betrachtete, gut genug, um damit ein paar Wochen tändelnd zu verbringen und es hinterher überdrüssig in ehre (Säte zu werfen? (Fortsetutna frjoi Ium 28. Juni. Don feiten der Frauengruppe der Deutschnationalen Dolkspartei werden wir um Abdruck folgender Erklärung gebeten: Zum 3. Jahrestage der Unterzeichnung beS Versailler Vertrages, der mit un- verhüllter Drohung kamt seinem schimpflichen §231 (Schuldparagraphe -) einer Reichstag m h beit ausgezwlügen wurde, erklären wir de l t s ch n a - lionalen Frauen, im Geist eins mit Hundert taufen den von deutschen Frauen und Müttern: 1. Die verflossenen drei Jahre haben deutlich gezeigt, was besonnene rechtsstehende Männer und Frauen schon damals erkannten: dast die Unterzeichnung des Versailler Vertrages nicht eine Vermeidung, sondern eine Herausbeschwörung von Schrecknissen und Gewalttaten aller Art, eine Untergrabung der deutschen Volks- und Wirtschaftskraft und die Herabdrückung Deutschlands auf den Stand eines Sklavenstaates bedeutet. Die Politik der Erfüllung, die die "Regierung unbelehrt durch alle Folgen weiter anstrebt, fuhrt uns immer tiefer ins Elend. 2. Da sich der Versailler Vertrag, nach Llovd Georges ausdrücklichem Ausspruch, auf Deutschlands „angebliche Schuld am Kriege" stützt, diese Schuld aber auch in den verflossenen drei Jahren keineswegs erwiesen wurde und im Gegenteil die Schuld der bemühten Herbeiführung des Krieges bei den .Völkern der Entente sich immer deutlicher enthüllt, — so entbehrt der Versailler Vertrag in seiner jetzigen Form jeglicher Rechtsgrundlage. Roch der Eis- nerprozest in München hat gezeigt und dies wurde auch von ausländischen Sachverständigen anerkannt, — das) die verdammenswerten Ilm- fälschungen Eisners im Sinne einer Kriegsschuld Deutschlands .zu der Ausgestaltung des Versailler Vertrages als ©trafbertrag die Hauptstütze abgegeben haben. Zugleich hat der Richterspruch in diesem Prozest sestgestellt, dast es das gute Recht jedes Deutschen ist, gegen den auf unwahren Voraussetzungen aufgebauten und die Gesamtheit des deutschen Volkes wie jeden Einzelnen schädigenden Versailler- Vertrag anzu- kämpfen 3. Richt Fl i ckwerk und kleine Abmilderungen können uns genügen, die das feindliche Ausland selbst schon als notwendig erkennt, um die katastrophalen Folgen der Auswirkung des Versailler Vertrages vom eigenen Leibe ab gi wehren Richt die karitative Hilfe des Auslandes lann die Wurzel des körperlichen und sittlichen Q?iebergang# unserer 3ugenb beseitigen. Schon bezeichnen italienische unb englische Stimmen den Vertrag als Grund der Friedlosigkeit Europas, als Verpester der Luft Europas: auch die Reutralen bur<< schauen das schnöde 'Spiel der Entente. Wir verlangen endlich Gerechtigkeit Wiederherstellung unserer nationalen Eyve und eine gründliche Revision des Der- tvages von Versailles. Wir verlangen vor allem von unserer Regierung den moralischen Mut unb'öie Erfüllung der einfachen Pflicht, die Ergebnisse der Kriegsschuld- sorschungen unb insbesondere die Ergebnisse des EiSnerPrvzesses in nachdrücklicher, 0 ffe n t- licher Form dem eigenen Volke wie dem AuSlande zu unterbreiten unb bei der Entente auf die endlichen Beweise jener Theorie von der Schuld Deutschlands am Kriege zu bringen, auf der sich der Versailler Vertrag aufbaut. Wenn die verantwortlichen Stellen Deutschlands nicht diesen moralischen Mut auf bringen, fo können wir auch nicht, ir ic eS die Moral von England verlangt, erwart en, „dast England den moralischen Mut habe, den Irrtum cin-.ugestchen, den es mit der Zustimmung zur Schuldlüge begangen hat und das auf ihn begründete Anrecht wieder gut zu machen". Wir fordern Wiedergutmachung am deutschen Volke und Einsetzung einer Wiedergutmachungs-«Reparation S)-Kommission in diesem Sinne. Wir fordern Revision des Versailler Vertrages. Wir verlangen energische Geltendmachung dieser Schuldfrage bei allen Regierungsverhandlungen der Entente. Wir wollen mit unfern Kindern nicht an einer Lüge unb bem Mangel an moralifchem Mut zugrunde gehen! Jur Frage des Alkoholverbotes in den Vereinigten Staaten. Von einem in (Sieben wohnenden deutsch- amerikanischen Kenner erhalten wir über eine hochrnlece'tante Frage, nämlich die Unzweckmässigkeit eines Alloholverbvles, das bekanntlich seit zwei Jahren in den Vereinigten Staaten besteht, folgende, auf Grund dieser zweijährigen allgemeinen Erfahrungen beruhenden Ausjührungen: Das Alkoholverbot hat in den Vereinigten Staaten feit feiner Einführung eigentlich nicht die erwarteten günstigen Reul t a t e gezeigt. Ganz zu Anfang des IahreS 1921 konnte man eine bedeutendeZunahme von Erblindungen unb anderen Krankheiten feststellen, die alle mehr ober weniger auf die Prohibition zurückcuiühren waren. Später muhte die Regierung einsehen, dast sie eine ganz bedeutende Stcuereinnahmensquelle verloren hatte, die nur schwer durch andere Staatseinnahmen zu decken war. Reben her sing eine grobe Masfe des Publikums an, einen sehr rassi- nkrten und weitverbreiteten Schmuggel zu treiben. Mexilo im Süden sowie Kanada im Rorden sind 3U diesen Zweckn geeignete Ginfallstore. In Philadelphia, Pa., hat sich ein ganz eigenartiges Resultat der Prohibition letzthin ergeben. Die Chemiker, die alle zu Rate gezogen worben, um solchen Kontrebande-Alkohol zu untersuchen, können gar nicht genügend Analysen anstellen und es herrscht zur Zeit eine derartige Knappheit von Chemikern, die nur in dieser Branche zu arbeiten haben, dast die Zeitungen voll von ..Ver- langt-Anzeigen“ sind, die alle Chemiker suchen für obige Zwecke, denn man möchte nicht gerne Wisly trinken, der einen vergiften könnte. Der letzte grobe Skandal in der Prvhibitions- frage kam in der Entdeckung einer Schmuggel- gesellschaft, die sich aus Ma 11 n f d) a I t e n der amerikanischen Marine, des 'Begleit- unb Derpf legungsschif fes Sirius zusammen- setzte und unter Führung eines Kapitänleutnants wurde vor kurzem in Charleston der Marine Dampfer beschlagnahmt unb die in Verdacht stehenden Leute verhaftet. Es ist kaum möglich, alle die Fälle von Heber trctu ngen desAlioholVerbots auszustellen, die besten unb allerbesten Kreise der Gesellschaft finb schon mehr oder weniger ertappt worden. Totschlag, Raub, Mord und alle ariberen Verbrechen haben so bedeutend zugenommen, dab ein Richter in Atlanta kürzlich auf der Versammlung der Georgia Dar Ahn. sagte, dab er das Prohibitivnsgesetz verdamme, obwohl er anfangs dafür gestimmt habe und es für praktisch gehalten habe. 3ebe den Menschen sonst heilige Sprache, Einrichtung oder Errungenschaft, wurde von den Verfechtern der Prohibition gebraucht und erniedrigt, nur um Erfolg zu erzielen, unb was war das Resultat von all dieser Anstrengung? Ein verstimmtes, ärgerlichs Volk, das heute, wenn es könnte, seine Gesetzgeber der Prohibition ermorden würde. Manche Senatoren und Kongrebleute haben des öfteren versucht, soge- namrte Bills im Senat einzuführen, mittels deren eine Wiederaufnahme der Debattierung der Pro- hibitivnsfrage möglich sein sollte, aber mit Ausnahme von 2>em Einreichern solcher Vorschläge haben sie weiter noch nichts erreicht. Die von den geheimen unterirdischen Gesellschaften unterstützten Vereine, besonders die Anti-Saloon-Liga, hat alle derartigen Anstrengungen zu Nichte gemacht. M^an hält allgemein die Rhodes-Gesellschaft für die verantwortliche Quelle, da erst im Frühjahr dieses IahreS in Cleveland, Ohio, ein R Hobesschüler mit einer Premiumsarbeit belohnt wurde, weil er das beste Essay über die Prohibition geschrieben hatte. Selbstredend kann es England nur sehr passen, wenn in den Vereinigten Staaten eine grobe Unruhe das Volk fortwährend m Aufregung hält, die es andere europäische Fragen in den Hintergrund treten labt, obwohl sie äuberft wichtig für die Wohlfahrt des Landes sind. Man geht somit nicht fehl, wenn man offen behauptet, dab es dieselben englischen Intriganten find, die auch Amerikas verhängnisvollen Eintritt in den europäischen Krieg veranlabt haben unb die in den allerhöchsten Kreisen Englanbs zu suchen sind. Sogar Carnegie, der Stifter des Fricdenspalastes im Haag und anderer Einrichtungen, soll ein Hauptfürsprecher für die Prohibition gewesen sein. Lord Rorihcliffes gefährlicher Einflub ist oft sehr sichtbar. Den allerletzten Skandal von geradezu ungc^ beuren Dimensionen sehen wir zur Zeit in einer Untersuchung ausgerolU, die verlang', dab oie Regierungsladvention an d.e sogenannte United Staates S i^ping Board nicht bewillig! werden soll, weil diese Schiffe, die unter amerikanischer Flagge segeln, das Alkoholverbot nicht an Bord i1 rcr Schifte durchführen unb nun gezwungen werden sollen daS doch zu tun oder aber die Regi- iima»fubi-cnrion, die sich in die Millionen von willigt werden Das wäre gleichbedeutend mit dem Ruin dieser U. S. Shipping Board, denn die Reisenden bevorzugen Schiffe, auf denen sie noch ein Glas Bier oder einen guten Kognak bei em- men können Der grobe Brauherr. Lldolphus Dusch von St. Louis Mo., beschwert sich in einem vom 15. Juni dalieiten "Briefe an die Regierung in Washington, dab die Regierung es durchsetzen solle, daf; ihre Gesetze ebenfalls an Bord der amerikanischen Schiffe durchgeführt werden sollen oder aber, es sott eine Strafe von 10 000 Dollars jedesmal auferlegt werben, tvenn diese amerikanischen Schiffe das Attoholverbot übertreten, wie der Repräsentant Edwards von Pensylvania es verlangt. Herr Oloolpbu^ Dusch hat vollkommen recht, ivenn er diese drastische Durchführung des Allohvlverbotes verlangt, denn er selbst bart kein Bier brauen, das mehr als ein Zehntel Prozent Al ? hol enthält, während die amerikanischen ! , Sfranh eich unb sag t kaufen und Weine und Kognak ebenfalls, von welchen der Staat und die Burger der Vereinigten Staaten keinerlei Verdienst haben. Entweder die Regierung gibt gleiches Rocht für alle, oder aber sie führt es durch unb bann arbeitet das U. S. Shipping Board mit einer Unterbilanz, wie cs Io wie so schon tut, da e&-einer Regierungs- subsidierung bebari. Der Vorsteher des U. S. Shipping Board Heir Lasker, schreibt in einem vom 16 Juni datierten Briese an den Präsidenten, dab es notwendig wäre, das; man ein Gesetz zur Schifts- unterstühung unbedingt bewilligen müsse, sonst könnten sie nicht mehr »veiler operieren. Congrcst- man Cattivan von Wassachusets klagt die Regierung mit dem Ausdruck „Hypocrisy an, sendet zu gleicher x3eit eine Weinrechnung des amerikanischen Schiffes zur Einsicht ein und sagt, dab das Prohibitionsgeseh entweder von allen amerr.i Nischen Staatseinrichtungen befolgt werden solle, oder aber es solle geändert werden. Unsägliches Unglüct. Arbeitslosigkeit, Verbrechen und sonstige Schikanen hat das Prohibitionsgeseh den Amerikanern gebracht, das) die Gröhtzahl heute wohl wünschen dürste, der sogenannte Dollstead Act wäre nie zur Wirklichkeit geworden. Wenigstens hätte er mit mehr Uebergangsfrist eingeführi werden sotten, um seine Brauchbarkeit zu erproben, aber das wollten ia wohl die Urheber der Prohibition nicht, sie hatten die volksvernichtenben Ziele im Auge, speziell auch die Ruinierung der deutsch-amerikanischen Drauinbustrie. Ein weiteres liebel, das die Prohibition im Gefolge gehabt hat, ist die sogenannte Rauschgiftzunahme. Fast täglich kann man Rachrichten in den gröberen Städten Amerikas lesen, dab junge Mädchen, Frauen, Tänzerinnen ober sonstige Liebhaberinnen von Heroin, Morphium unb wie die Rauschgifte alle heisten, an dem Genüsse derselben gestorben finb. Manchesmal stnbet man solche Leichen in den Schlafwagen ber groben Strecken, die von Canada hcreinkommen. Die Reuyorker Polizeibehörde muhte ein extra hergerichtetes Polizeiaufgebot einrichten, um dieses liebet zu tombattieren. Ein sehr hochbezahlter Beamter versucht auf wissenschaftlichem Wege den sogenannten „dope fiends" den Gebrauch abzugewöhnen durch langsame Verringerung ber gewohnten Quantitäten, unb wöchentlich kann man eine lange Linie solcher menschlicher Gestalten sehen, die sich bei bem betreffenden Bureau regel’ mähig melden müssen. Die Chinesen, die in der unteren Stadt Reuyorks ein Viertel für sich haben, haben noch nie in ihrem Leben mehr Opium geschmuggelt, als zur gegenwärtigen Zeit. Betrachtet man somit die seit ungefähr zwei Jahren ersichtlichen Resultate der gewaltsam ein- gefühiten Alkoholprohibition, so kann man mir zu einem Ergebnis kommen, nämlich, dah sie sich in keiner Hinsicht bewährt hat. Die Bestechlichkeit unb Unehrlichkeit ber offiziellen Beamten der Vereinigten Staaten, die daS ProbibitionS- gesetz burd)fübren müssen, ist niemals gröber ge- wesen, als wie zur gegenwärtigen Zeit. Oftmals trinken sie selbst, was sie vorher beschlagnahmt haben, unb späterhin ist kein .Beweismaterial" mehr trorljanbeie Victor I Block. Die Berufsaussichten der Theologen. Den in ben ..Leipziger Akad Rachrichten" veröffentlichten Ergebnissen einer Umfrage bei dortigen Akademischen Auskunft-steile über b l c Berufsaussichten der Theologen entnehmen wir: Im allgemeinen herrscht im Theo- logcnberuf keine lleberfüllung. Preuben und Baden bemerken sogar, bah in nächster Zukunft mit Mangel an Anwärttem zu rechnen fei, wogegen Bayern unb Oldenburg andererseits gröberen Andrang von Anwärtern als bisher ermatten. Der Tbevlogenstand nimmt unter den akademischen Ständen zur Zeit insosem eine Vor- - ngsstellung ein, als in ibm der Anwärter am stichelten eine gewisse wirtschaftliche Selbständigkeit erlangen kann Doch mub diesem Vorteil gegenüber bedacht werden, dab die finanzielle Lage der Kirche auch jetzt noch nicht überall geklärt und gesichert ist. Die Angaben über die Wartezeit (vom Bestehen der zweiten Priifung bis zur festen Anstellung im Pfarramts haben sich gegenüber bem Vorjahre kaum geändert. In Mecklenburg-Schwerin unb in Thüringen gibt es keine Wartezeit, in Sachsen, Preusten unb Braunschweig ist sie ganz kurz: Anhalt, Mecklenburg- Stielitz und Oldenburg geben 1 bis 2 Jahre an, Hessen 2 bis 4 Jahre. Bayern 2 bis 6 Jahre. In Baden erfolgt die endgültige Anstellung im Pfarramt nach 6 bis 8 Jahren, doch wird dort der „unständige" Geistliche während dieser Zeit auskömmlich besoldet Die Wartezeit wird in Anhalt, Sachsen. Thüringen, Braunschweig unb Mecklenburg-Strelitz aus das Besoldung-- unb Pensionsdienstalter überhaupt nich' angerechnet. In Hamburg wird einem Hamburgischn Kandidaten die Hälfte der Zeit nach bem E?amen angerechnet, bem auswärtigen Äanbibaten die Halste de' Zeit, die er als Geistliche tätig war. In den übrigen Ländern wird die Wartezeit vom Tage der Ordination ah angerechnet (vorausgesetzt, bah das 27. Lebensjahr zurückgelegt ist). Während des Jahres im PredigeZeminar erhalten die Kandidaten gewöhnlich kleine Stipendien. Werden sie als Hilfsgeistliche angestellt, so erhalten sie eine Besoldung, die sich nach und nach dem An- langsgehalt der Pfarrer nähert. Die Sätze sind übrigens nicht in allen Ländern genau festgelegt, werten nach ilebercmlunft gewährt ober sollen in nächster Zeit erhöht werden. Auch die Defol- d u n g der Pfarrer ist noch nicht überall end gültig festgesetzt. In Anhalt Baden. Hamburg, Lübeck, Sachsen, Bayern. Oldenburg finb die Geistlichen in die 10. und 11. Desoldungsklasse ein- gerejht, in Preusten wirb bie Uebernahine in Klasse 11 noch erstrebt, ebenso in Thüringen unb Braunschweig. InHessen, Mecklenburg-Schwerin und -Strelih erfolgt die Besoldung nach Klasse 10 ober- in Annäherung an diese. Aus dem Amtsverknndigungsblatt. •* Das AmtSverkiindiaungsblatt Rr. 74 vom 23. Juni enthält: Abänderung der Flrischbeschauvrdnung. - Ausübung des Hufbeschlags. Lausende Teuerungszuschüsse für den Monat Juli 1922. Wvhnungsbauabgabe. (Zulassung von Beamten der- kommunalen Polizei zur Landcspolizeifchule. — Entschädigung für an Milzbrand, Raust brand unb Maul- unb Klauenseuche verendete Tiere. Viehseuchen. — Feld- bereinigungen Röthges und Lumda. — Dienst nachrichten. Ansteckender Scheidenkatarrh in Gründe rg.Rüddingshausen und Stan- g e n r 0 d. Unter dem Rindvieh bestände der obigen Gemeinden ist der ansteckende Sck-eidekatarrh amtlich feffgcftellt. gelten die in befand.'rer Verordnung vorgesehenen Mahnahmen mit ber Qliahgabc, dah die Bullen bis auf weiteres zum Sprung nicht zugelasiett werden dürfen. Wilhelm Braun III. von Daub ringen wurde zum Feldschühen für die Gemeinde Dau- bringen ernannt unb verpflichtet. Mein Vetter Jolns. ‘Roman vonRichardSkowronnek. 19. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) .Das Anerbieten stieh. wie du dir denken kannst auf keinen Widerspruch, und es entwickelte sich eine reckt herzhafte Sitzung, die bis zam lichten Morgen dauerte. Als ick nach Hatse ging, pfiffen bereits die Spatzen von. Den Dächern. Weine Stimmung hatte sich zwar nicht im vieles verbessert, aber, während ich so im öden Morgengrauen meiner Wohnung zuschritt, überkam es mich wie eine innere Erleucht.ing. Was ick za tun hatte, war ja so einfach! Ich brauchte nur ein paar Tage von der Mittagstafel fortyiblci- ben dann war die Amerikalerin sicherlich abgereist, und ich hatte eine Wiederkehr der nunmehr glücklich überstandenen Anfechtung nicht zu befürchten ... Bleib weg bleib weg!' Wce eine Bekräftigung meines Entschlusses tönte es mir aas Dem mif’tönigen Spatz en geschrei entgegen, und ich legte mich nieder, zufrieden wie einer, der einen großen Sieg erfochten hatte . . ..Eigentlich unnötig zu sagen. daN ich an dem Mittag, der diesem Morgen folgte, als erster bei Tische antrat und ungeduldig auf das Erscheinen meiner Rach darin wartete. Ich kam mir dabei recht erbärmlich vor, aber gegen Mittag, als ich überlegte, wo ich meinem Beschlüsse ge mäst mein einsames Mahl einnehmen wollte, hatte es mich mit einemmal gepackt wie cm Fieber. Ich hängte der Sache natürlich vor mir selber ein Mäntelchen um, indem ich mir sagte, es sei jedenfalls männlicher, der Gefahr ruhig ins Aage zu sehen, als sich vor ihr za veririechcm, aber als ich auf meinem gewohnten Platze säst, fing ich an, mir einzugestehen, dah ich cäese Gefahr reckt ungebulbtg herbcisehnte. „Aber ich säst 41 nb fast and wartete tze.- gebens, — der Platz neben mir blieb leer, bie Amerikanerin kam nicht. Da fmg ich an mich ühw "3brr DTnÄKfriben i. > öraern — oinptn A laixöx blick lang b.fürchtete ich sogar, sie wäre vielleicht schon abqercist — dann ärgerte ich mich über mich selbst, stand schliestlick mißmutig auf unb ging nach Haase, am dort ebensowenig Rahe zu finben, wie am Tage vorher. „Der Abend war eine Wiederholung des porfjergegangenen; als ich wiQerrim ge/e.r Morgen etwas schwer heinckehrte, wurde mir klar, dast ich mich bis über beide Ohren in diese Amerikanerin verliebt hatte. Ich war aber schon so weit gekommen, dast ich nicht die geringste Spur '«on Reae Zki rüber empfanb int Gegen- teil eine Art von Angstgefühl schwellte mir bie Brust and in meinem halb trunkenen Hirn regten «ich allerhand begehrsiche Gedanken . . Dor mit selbst entschuldigte ich mich, dast mein so lange unterdrücktes Diät endlich sein Recht verlangte . . . „Am andern Mittag sah Maggie bereits bei Tische, als ich erschien. Mit strahlendenr Lächeln s'i'cst sie >nich willr'ommen uub, wie am if-r gestriges Ausbleiben za entschaldigen, er= zuk-fte sie mir, "dast sie den ganzen Tag bie ent= seolichste Migräne gehabt und ihr Zimmer nicht habe verlassen tonnen. Und leise fügte sie hinzu: .Ich war- so aufgeregt am Ihretwillen, weil mw mir gefegt hatte. Sie hätten sich meinetwegen mit einem andern HerrnAgescklagen. Und obwohl mir berichtet wurde, dast Sie anverletzt geblieben sind dem Himmel sei Dank , so fand'ich doch gestern nicht die Kra^t. bet Tische zu erscheinen. „Ich hatte das Gefühl, als muffe tch sie darüber aufklären, dast sie sich irrte, wenn sie annahm, ich hätte mich sozusagen als ihr Ritter nm ihretwillen geschlagen, sand aber, dast es gor nicht so übel war, sie in bem schonen Glauben zu lassen anb schwieg. „Die Unterhaltung, bte sich wahrend des Ellens zwischen uns entspann, ging nur mühsam weiter. Ich war befangen, ge. i.'rte mich auch ein bistchen vor meinen Freunden, bie, wenn auch oberflächlich, über meine Geschichte anter- rickte.t nx?r.pjt unb TÜnatn» schien von ei-wm Ge Zahlreiche Zweigniederlassungen in Deutschland Bankmäßige Geschäfte aller Art Der Geschäftsbericht für das Jahr 1921 ist erschienen und kann KAPITjL IIP RESESm H 1231950000 6004D IkWFI koSiannt IDrehstrom-Motore ClÄÄe«M0MGE^ßalÄFT 4. c r 7, 5/19. 5/20/25 und 30 P. S. 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