Nr. 70 Der Gtehener Änjtiaer erscheint täglich, außer Sonn» und Feiertags. Monatliche vezugrpreife: Mk 11.50 emjd)l Träger- lohn, durch die Post Mk 14. - einschl Bestell- gelb, auch bei Nichlerschei» nen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech.Anschlüsse: fürdieSchriftleilung 112; für Druckerei, Verlag und (beichaftssirlle 51. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Liehen. poftfthedfonto: Sranlfurl a. M. 11686. L । Erstes Blatt 172. Iahrgang Donnerstag, 23. März 1922 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigeno 34mm*Breit* örtlich 90 Df, ausoärh 120 Df., für Reklame- Anzeigen von 70 mir. BreiteIZODt Bei Platz- Vorschrift 20° „21ufid)lag. ^auptschriftleiter: Aug. Goetz Berantwortlich für Dolihk Aug. Goetz; für den ubngen Teil: Karl Walther; für den vruik und Verlag: vrühllche Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Lchriftleitung, Seschästsftelle und Druckerei: Schulstratze T. b'.n' Die Entscheidung der Reparationskommission. Die cor. der Reparationskommission uns zu- diktierten Zahlungspslichten, die sich zwar an die Canncr Abmachungen anlehnen, aber in ihren Garantieforderungen — schleunige Schaffung einer weiteren ErgänzungSsteuer im Betrage von 60 Milliarden Papiermark — und Kontrollasten das Ungläubigste von Deutschland fordern, haben bei unS überall, auch in den maßgebenden Berliner Kreisen Bestürzung hervorgerufen. Die deutschnalionalen Blätter sagen, die einzig mögliche Antwort auf Mi? Bote sei ein kategorisches Nein. Auch di? „3eit“ erklärt, daß man ein Eingehen auf diese Note überhaupt ablehnen müsse. 3m Gegensatz hierzu glaubt der „Vorwärts" zu Ve'Handlungen roten zu können, da die Note Möglichkeiten hierzu biete. Nach dem „Vorwärts" muh das Ziel dieser Verhandlungen sein, den Verhandlungsgegnern und der gesamten Welt darzulegen, daß die Entscheidung der Nevarationskommission von Deutschland Unmögliches verlangt, und daß es ein Tlnrecht und eine Schande für die gesamte Weltwirtschaft wäre, wenn man Deutschland für die Nichtausführung eines unmöglichen Auftrages verantwortlich machen wolle. Das Blatt bezeichnet die von der Ncvarationskommifsion geforderte Steuer von 60 Milliarden Papiermark nach Abschluß des jetzt zur Beratung stehenden Steuerwerks als eine innerpvlitische Unmöglichkeit. Auch die „Germania" hält eS für unmöglich, dem deutschen Volke eine neue Steuer von 60 Milliarden Mark aufzuerlegen. Berlin, 22. März. (Priv.-Tel., Sämtliche Blätter stimmen darin überein, bah die Entscheidung der Reparationskommission keine Erleichterung in finanzieller Hinsicht, wie man |ie auf das Stundungsersuchen der deutschen Negierung erwartete, sondern das Gegenteil bedeutet Der „ L o ka lan z e i g e r" schreibt, drr Re- parat ionsausschuh weif), bah er Deutschland wieder vor die Verpflichtung stellt, die es nicht erfüllen kann und spielt damit bewußt das ränkereiche Spiel weiter, den Krieg gegen Deutschland mit anderen Mitteln fortzusetzen. Frankreich triumphiert erneut auf der ganzen Linie. Poincare bar, die Entscheidung als eine der Stationen aus dem Wege Frankreichs zur Rheingrenze betrachten. Die „Zeit" betont, daß der Beschluß der Reparationskommission eine weitere Vereitelung des Konferenzprogramms sei, das Lloyd George für Genua aufgestellt habe. Was nach dem Diktate in Genua für Deutschland Erspriehliches herauskommen soll, sei schwer abzusehen. Gs dürfte kaum die Reisekosten unserer Abordnung decken. Das von der Reparationskommission ausgestellte Garantieprogramm bedeute, wie das ,.B. T." schreibt, nichts als das Recht der Kommission. ihrerseits bestimmend in die deutsche Etatswirtschast einzugreifen. Die Reparationskommission wäre berechtigt, von Deutschland die Ausschreibung bestimmter Steuern und die Entlassung oder die Minderbezahlung von Beamten zu fordern. Damit wäre der Zustand erreicht, der erheblich über das hinausgeht, was sich die Türkei in früheren Zeiten als die fremdländische Seite publique gefallen lassen muhte. Sie „Vossische Zeitung" hebt hervor, dast durch das Zwangsstcuerpi'vgramm der Neparationskommission die Herstellung des inne ren deutschen tubgetären Gleichgewichts ebensowenig gefördert wird, wie die Deckung des Nrparations- etats. Nichts anderes werde erreicht, als eine wertere Tvlschewisierung des deutschen Geldwesens. Sem „Vorwärts" zufolge werde die neu? Entscheidung in allen Schichten des deutschen Volkes. nicht am wenigsten in den Arbeit^rkreisen, gröstte Erregung Hervorrufen. Es gebe keinen Menschen in Deutschland, der den gegenwärtigen Zustand, wie er in der Entscheidung der Re- parativnSkommission klar zu Tage tritt, volkswirtschaftlich oder staatsrechtlich als erträglich betrachten würde. Wolle man nicht den Weg gehen, der zur völligen Aushebung der staatlichen Selbständigkeit Deutschlands führt, dann müste das Schuldverhältnis Deutschlands zu den Alliierten so bald wie möglich zu einem normalen gemacht werden, d. h. es must ein Ende haben mit den Zwangs- crefutioncn und der kaum noch verhüllten Schuldknechtschaft. Paris, 23. März. (WTD.) Sie Havas- agentur veröffentlichte gestern abend 10 Ahr den Wortlaut der Entschließung der Repara- tionskommission, der nicht einmal von sämtlichen Blättern vollkommen wiedergegeben wurde. So begnügt sich der „Malin" damit, einen Auszug von etwa 60 Zeilen zu veröffentlichen. Auch der „Petit Porisien" und das „Echo de Paris" geben die der deutschen Regierung übermittelte Note nicht im Wortlaut wieder. Berlin. 22. Marz. (WTB.) Ser Wortlaut der gemeldeten Entscheidung der Repara- tionskommission. enthält noch folge de Best i m m ’i n g c n: Sic Sachleistungen wglch? von DTUischland zzvischen dem 1. 5. 1921 und dem 1. 12. 1922 an öine Macht bewirkt werden, welche wegen ih.er B f ihungsarmee sorderungsberechtigt ist, sollen mit Vorrang und entsprechender gleicher Be-ücksichtigunz .um Ausgleich der Kosten der Besatzungsarmeen w ihren > de.-se'ben Zeitraumes verwandt werden Nur ein etwa verbleibender Restbetrag soll gleichzeitig mit den Barzahlungen zum Au gleich der Repara'ionsannuität nach Fest-! feftung von Artikel 4 des Zahlungspla es vom 5. 5. 1921 gutgeschrieben werden. Ser Tlnterschied 1 zwischen den auf Grund des Zahlungsplanes und wegen der Desahungsarmeen geschuldeten, 1921 und 1922 tatsächlich gezahlten Summen soll zuzüglich 5 Prozent jährlicher Zinsen die Schuld Deutschlands bleiben, die über die Annuitäten des Zahlungsplanes hinaus von ihm abgedeckt werden soll, sobald es die Reparationskommission dazu in der Lage erachten wird. Ser vorstehend gewährte Aufschub soll zunächst provisorischen Charakter haben. Am 31. Mai wird die Kommission prüfen, was von der deutschen Regierung geschehen ist, um den von der Reparationskommission in dem heutigen Schreiben erwähnten Bedingungen Genüge zu leisten. Nach dieser Prüfung wird die Kommission den provisorischen Aufschub entweder bestätigen oder für unwirksam erklären. Wird er für unwirksam erklärt, so werden die auf Grund der Entscheidung vom 13. Januar 1922 und der gegenwärtigen Entscheidung vorläufig gestundeten Summen eingefor- dert werden können, und müssen in den auf die Tlngültigkeitserklärung folgenden 14 Tagen bei Vermeidung der Inkraftsetzung des in § 17 der Anlage JI des Teils VIII des Vertrages vorgesehenen Verfahrens gezahlt werden. Sollt? im Falle der Bestätigung des Aufschubs die Reparationskommission zu einem späteren Zeitpunkt eine Verfehlung Seutschlands bei Erfüllung der im einzelnen ausgeführten Bedingungen feststellen, so würde der Aufschub für ungültig erklärt und der Zahlungsplan, so wie er Seutschland am 5. Mai 1921 nutgeteilt worden ist. vom Tage der iln= gültigkeitserklärung des Aufschubs wieder in Kraft gesetzt werden. Die Deutschland auserlegten Bedingungen. Sie Bedingungen, die von der Neparationskommission an die Aufrechterhaltung des von ihr festgesetzten Z a h - IungSplaneSfür1922 geknüpft werden, find nach einer weiteren Meldung des Wolfs- Bureaus die folgenden: 1. Was das Budget anbetrifft: a) Alle in der Note der deutschen Regierung vom 28. Januar angeführten Maßnahmen, für die ein Zeitpunkt festgesetzt ist, müssen zum fe st gesetzten Datum ergriffen werden. Sind diese Fristen verstrichen, dann müssen alle Maßnahmen innerhalb vierzehn Tagen erfolgen. b) Die neuen Steuern und Lasten, die im Programm vom 26. Januar aufgeführt sind und die in Deutschland unter dem Namen Steuerkompromiß bekannt sind, müssen vor dem 30. April angenommen und in Kraft gesetzt sein. c) Die deutsche Regierung muh unmittelbar einen Zusatz st euerentwurf ausarbeiten und in Kraft setzen, durch den im Laufe des Budgetjahres 1922/23 eine Summe von mindestens 60MilliardenPapier- mark aufgebracht wird. Dieser Gesetzentwurf muß vor dem 31. Mai angenommen und in Kraft gesetzt sein und muh den Eingang von,40 Milliarden Zusatzeinnahmen vor dem 31. Dezember 1922 sicherstellen. Diese neuen Steuern muh die deutsche Regierung aussucken, jedoch wünscht die Reparations- kommission, dah ein System geschaffen werde, das, wenn möglich, eine neue und komplizierte Steuerveranlagung vermeidet. Deshalb fordere di? Kommission die deutsche Regierung auf, ein System anzunehmen, durch das der Belastungsschlüssel automatisch sich im Berhältnis der zukünftigen Erhöhung der deutschen ^Schuld gegenüber der Reichsbank und im Verhältnis des Sinkens der Kaufkraft der Marl auf dem inneren Markt erhöht. Umfangreiche Kontrolle. 2. Was die Kontrolle anbettifft: Alle gesetzgeberischen und Berordnungs- mahnahmen auf Grund der getroffenen Entscheidungen der Reparationskommission sind dieser sofort mitzuteilen. Heber die Ausführung der Mahnahmen steuerlicher Art, die nach Realisierung des vorgeschriebenen Programms aufgestellt werden, soll zwischen Delegierten der deutschen Regierung und der Reparationskommission verhandelt werden. Die Reparationskommission werde durch den GarantieauSschuh eine ziemlich umfangreiche Kontrolle auSüben lassen, damit man sich in jedem Augenblick Rechenschaft über die Ausführung der Steuergesetzgebung, namentlich aber über den Eingang der Steuern, ablegen könne. Die Reparationskommission werde auch Deutschland nötigenfalls auffordern, die notwendigen Mahnahmen zu ergreifen, um die feftgeftellten Mängel abzustellen und behalte sich Entscheidungen vor für den Fall, dah nach Bewilligung einer angemessenen Frist die als genügend erachteten Mahnahmen nicht ergriffen worden sind. Die Entscheidung der Repara- tivnskommission erftrede sich auch noch auf die Ausgabenverminderung, hierfür ist I vorgesehen, dah int April eine Revision der Ausgaben im Budget erfolgen soll. Außerdem ! wird verlangt. d"ß bis rum 30. April die Projette einer inneren deutschen Anleihe vvrliegen und daß in das Studium der Bedingungen für die Auflegung einer äußeren Anleihe eingetreten werde. Schließlich soll bis zum 30. April ein Programm auf- gestellt werden gegen die Kapitalflucht und ein Programm über die Kontrolle der Ausfuhrdevisen. Der AontrollauSschuh soll auch mit der deutschen Regierung eine Prozedur schaffen, um die Kontrolle über die Ausfuhr und über den Eingang der Devisen wirkungsvoller zu gestalten. Schließlich wird auch von der deutschen Regierung verlangt, daß sie alle notwendigen Maßnahmen ergreife, um die R ü ck k e h r der nach dem Ausland geschafften Kapitalien zu ermöglichen. ihn in Zukunft Kapitalflucht zu verhindern und um den Eingang der schon ausgeführten Kapitalien zu ermöglichen, wird die Reparationskommission eine besondere Prüfung vornehmen. Endlich wird verlangt, daß vor dem 31. Mai gesetzgeberische Maßnahmen ergriffen werden, ztm die volle ilnabhän- gigkeit der Reichsbank gegenüber der deutschen Regierung sicherzustellen. Die deutsche Regierung soll auch vor dem 31. Mai die B or kr i e g s stat i st i k wirtschaftlicher und finanzieller Art sicherstellen und veröffentlichen. Die Reparationskommission behält sich übrigens vor, auf einzelne Fragen, die ^augenblicklich in der Schwebe sind, in einer besonderen Mitteilung zurückzukommen. Die Stimmung im Reichstag. Berlin, 23.März. Sie Blätter melden, daß sich im Reichstag nach der ersten Bestürzung über den Inhalt der Reparationsnote eine ruhigere Auffassung geltend gemacht bat. Während "die Deutschnationalen und die Volksparteiler von einem Zusammenbruch der Erfüllungs- Pol i 11 f des Reichskanzlers sprachen, waren die anderen Parteien wesentlich zurückhaltender, wenn sie auch der Meinung waren, dah die Entscheidung der Reparationskommission innerpoli- tisch nicht ohne Rückwirkungen bleiben werde. Zu einer Regierungsttise liege aber keine Veranlassung vor. — Nach Ansicht der „Volkszeitung" würde der nahe Termin der Genueser Konferenz eine Krise verbieten, wenn irgendwie die Neigung bestünde, das Kabinett oder einzelne für den Ausfall der Entscheidung verantwortlich zu machen. Eine große Rede des Reichskanzlers. Berlin, 23. März. Wie der Sozialdemo- ttatische Parlamentsdienst wissen will, wird Reichskanzler Dr. Wirth am SamStag eine große Rede über die allgemeine politische Lage halten. Amerika nnd die Reparations- Kommission. Paris, 22. März. (WTD.) Havas berichtet aus N e u h o r k: Nach der „Evening Post" wünscht Präsident H a r d i n g , daß die Vereinigten Staaten in Zukunft offiziell in der Reparationskommission vertreten seien. Eine Note der amerikanischen Negierung an Poincare. Paris, 23. März. (WTB.) Wie die Havas- agentur meldet, hat die Botschaft der Vereinigten Staaten gestern nachmittag dem Minifterpräfi- denten PoincaredieNotederWashing- toner Regierung über die Verwendung der Desahungskosten für das amerikanische Heer am linken Rheinufer übermittelt. Nach Blättermeldungen erneuert die Note das Verlangen, das durch den amerikanischen Vertreter an die Reparationskommission gestellt wurde, und verlangt, dah die am 31. August 1921 durch Deutschland gezahlte Milliarde Goldmark nicht verteilt wird. Das Dokument umfaßt 8 Seiten und ist in juristischem Stil abgefaht, um die strenge Rechtsgrundlage der amerikanischen Forderung zu beweisen. Minister Gröner über die Eisenbahnfinanzpolitik. Berlin, 22. März. (Wolfs.) Im Haupt- a u s s ch u h des Reichstags führte Reichsverkehrsminister G r o e n e r aus: Im Personenverkehr brachte die Tariferhöhung im Juni 1921 eine Mchreinnahme von 331 •> Prozent, im November gleich 65, im Dezember gleich 83,8, im Januar 1922 gleich 83,8 Prozent. Im Güterverkehr ergab sich eine Mehreinahme im April 1921 von 80,4 Prozent, im November gleich 183.3. im Dezember gleich 240, im Ia'uar 1922 gleich 245,1 Prozent. Die Tatsachen hätten bewiesen, daß eine Abnahme des Güterverkehrs nicht zu erwarten sei. Auch die Besetzung ter Personen- und Schnellzüge 'ei mit 66 bis 72 Prozent im Gesamtdurchschnitt als rechl gut zu bezeichnen. Ser Minister hielt die Wagen- fieltefiung im vergangenen Jahre für nicht zufriedenstellend. Aber man möge bedenken, bafy der Verkehrs umfang bereits wieder eine respektable Höhe erreicht habe. Auf zahlreichen Strecken sei der Verkehr der Vorkriegszeit schon wesentlich überschritten. Sehr ungünstig habe auf die Wagenbestellung der Fortfall der Saarkohle gewirtt. Scr Minister gab dann noch bekannt, daß ab 1. Juni die b schleunigtm Per onenzü_,e mit Wagen tierier Klasse fahren werden- Die Beamtenbesoldung. Berlin. 23. März. Die Novelle zm preuhlschen Beamtenbesoldung ist dem Staatsrat zur Begutachtung zugegangen. Die in der Novelle angekündigten Grundgehäl- ter und Zuschläge entsprechen den mit den gewerkschaftlichen Berttetungen der Beamten getroffenen Vereinbarungen. Die Mehrausgaben der Besoldung belaufen sich für Preußen auf 3 Milliarden. Berlin, 22. März. (Priv.-Tel.) Scr not der demokratischen R e i ch s t a g s s r a k - t i o n eingesetzte Unterausschuh zur Prüfung der Deamtenbefoldungs frage kam, wie der „Demokratische Zeitungsdienst" meldet, zu dem Ergebnis, der Fraktion vorzuschlagen, den Vereinbarungen der Epitzenorganisationen mit der Rcichsregierung über die Neuregelung der De- amtenbefrlbung die Zustimmung nicht zu geben, denn die geplante Regelung könne nicht befriedigen. Sie Ehe zulagen werden als ungenügend bezeichnet und die Erhöhung der K i n - derzulage wird gewünscht. Sie Wirt- schaftsbeihilfen könnten nicht als ein vernünftiges System bezeichnet werden und erstrebenswert sei die Rückkehr zum Wohnungsgeld. Sie Fraktion wird einen ständigen Ausschuß des Reichstages einzusehen versuchen, der namentlich während der Vertagung des Plenums die Befugnis haben soll, die Beamtenbezüge den Teuerungsverhältnissen anzupassen. Englischer Kredit für Oesterreich. Wien, 23. März. (WTD.) Ser Vertreter des englischen Schatzamtes in Wien, OJoung, stellte im Hinblick auf die Zustimmung des österreichischen Nationalrates zu dem Gesetz übet die Verwendung der auswärtigen Kredite und auf das von der Regierung bekanntgegebene Finanzprogramm einen englischen Kredit für Oesterreich zur Verfügung. Ein Waffenstillstandsvorschlag für die Türken und Griechen. Paris, 22. März. (WB.) Havas veröffentlicht folgendes amtliches Eommuniquö: Sie Minister des Ae «ißern von Großbritannien. Italien und Frankreich haben heute nochmals eine Sitzung abgehalten. 2lach Anhörung der militärischen Sachverständige i haben die drei Minister des Aeußern beschlosst, nach Konstantinopel, Angora a d Athen folgendes Telegramm za senden: Sie Außenminister der drei Großmächte, die in Poris zusammengekvmmen sind, um den Frieden i m nahen Osten wieder Herzastellen und um Vorschläge über die Räumung Kleinasiens ohne neu? Verluste an Menschenleben und Gütern machen za können, sind der Ansicht, daß es ihre ernste Pflicht ist. den interessierten Regierungen unverzüglich eine sofortige Einstellung der 5einbreligbiten zu empfehlen. Sie Bedigungen des vo g schazcnen Waffenstillstands würden die folgenden fein: l.Sie Feindseligkeiten werden in der Nacht vom . . bis . . . 1922 um Mitternacht eingestellt. 2. Sic Kriegführenden halten sich in den gegenwärtig von dem Gros ihrer Streitkräfte besetzten allgemeinen Linien, nehmen aber die voig schobenen Truppen zurück, so daß ein von Truvpen freier Raum entsteht von mindestens 10 Klm. Tiefe. 3. Währeird der Dauer des Waffenstillstandes darf keine Verstärkung der Mannschaften oder des Materials bei den beiden feindlichen Aimeen cr- ftlgen. 4. Alliierte Kommissionen, die einer gemeinsamen alliier en Leitung unternehm, werden jeder der beiden kriegführenden Armeen zugeteilt. Sie werden das Recht haben, in ied?- dieser Armeen die Ausführung der Wa'fm 'illltands- betingungen zu kontrollieren und die etwa eit' stehenden Zwischenfälle beizulegen. 5 Der griechische und der ottomanische Oberbefehlshaber verpflichten sich, die Schiedssprüche der alliierten Au sschüsle anzunehmen und loyal durchzuführen. 6. Sie Feindseligkeiten blc ben engest ellt während der Frist von drei Monoton. d:e sich automatisch verlängert, bis beide Kr egführen- ben die Bedingungen des Präliminarfriedens angenommen haben. gez. Curzon. Schanzer. Poincarö. Sie diplomatischen Vertreter der drei alliierten Mächte sind angewiesen worden, sich mit einander ins Einvernehmen zu fe en, um binrea kürzest er Frist eine Antwort auf diese Telegramm'' zu erhalten. Aus dem Reiche. Die Ernahrungskonferenz. Berlin, 23. März. Dem „Lokalanzet- ger“ zufolge wurde die CrnährungSkon- ferenz der deutschen Länder gestern nach zweitägigen Beratungen geschlossen. Die Konferenz befaßte sich gestern weiter mit der Ge- tteidefrage und kam zu einem übereinstimmenden Botum. das sich für die Zwanqsum- lage aussprach. Nur Bayern hat sich seine Stellungnahme Vorbehalten. Die Maifeier. Berlin. 23. März. Der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund fordert in einem Aufruf zur Maifeier auf, für den Bölkerfrieden. für den Acht-Stundentag und den Ausbau der Sozialgesetzgebung zu demon- ftrieren. Aus Stabt und fianb Dietzen, den 23. März 1922. * Eine auherordentliche Sitzung des Provinziallandtages der Provinz Oberhessen findet am Samstag, 25. März, vormittags 10 Uhr, im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Dietzen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Rachtragsvoranschlag zum Voranschlag der Prvvinzialkasse der Provinz Oberhessen für das Rechnungsjahr 1921. 2. Antrag des Provinzialausschusses betreffend die Tagegelder der Mitglieder des Provinzialtags sowie der Mitglieder und Ersahmitglieder des Provinzialausschusses. 3. Antrag des Provinzialausschusses auf Krediterweiterung für den Aushau der elektrischen Ueberlandanlagen in der Provinz Oberhessen. 4. Errichtung von Wohnungen für das Personal der Üeberlandanlage in Friedberg: hier: Antrag des Provinzialausschusses auf Bewilligung eines Kredits. " Allgemeine Einführung von Schülerkarten ab 1. April 19 22. Rach Mitteilung der Eisenbahnverwaltung können die bisher nur den Studierenden der Hochschulen zugängigen Schülerferienkarten vom 1. April d. I. ab auch von Len Schülern der öffentlichen (staatlichen und städtischen) Schulen und der staatlich genehmigten Privatschulen benutzt werden, und zwar zur Reise bei Beginn der größeren Ferien nach dem Wohnort der Eltern bzw. Erzieher der Schüler und am Ferien- schlutz zurück zum Schulort. Die zur Lösung der Schülerferienkarten vorzulegenden Antragsformulare werden von den Fahrkartenausgaben verabfolgt, von denen die näheren Bestimmungen zu erfahren sind. ** Eine erfreuliche Rachricht kommt aus Mannheim. Es wird von dort gemeldet, daß infolge einer Preisabschwächung auf dem Schlachtviehmarkte es den Metzgern möglich war, den Preis für Rindfleisch um 4 Mark für das Pfund herabzuschen. — Glückliche Mannheimer, denkt man. wenn man das liest, und hofft, datz man ähnliches wird recht bald auch aus Dietzen melden.können. Vornotizen. — Ta g es kalen de r für Donnerstag. Stadttheater, 7 Uljr: „Donna Diana". — Zohanneskirche, 7Vx Ahr: Meisterbilder-Andacht für die Jugend. — Gesangsaal des Realgymnasiums, Ludwigstrahe 11 (nicht LiebigUratze), 8 Ahr: Dortrag über „Die Stellung der höheren Beamten zu den Deamtenfragen der Gegenwart". — Kaufm. Dereinshaus, 8 Ahr: Dortrag der Iu- gendgruppe und Gehilfenabteilung des D. S). D. - Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das indische Grabmal". — Zu Jordans vierter und letzter Meisterbilder-Andacht in derIohannes- kirche versehe man sich mit Karten im Vorverkauf, ha die Sperrsitze am Abend stets ausverkauft sind. Heute (Donnerstag) findet eine Schülerfeier statt. Kreis Alsfeld. § Ober-O hmen, 22. März. Das Trans- fvrmationshäuschen zur elektrischen Licht- und Kraftanlage geht seiner Vollendung entgegen Die Hochspannung nach Ruppertenrod ist bereits vollzogen. Diese Leitung geht vorerst nach Zeilbach und Grohfelda. Sobald der Anschluß bewerkstelligt, kommen wir aus der Lichtnot heraus, die jetzt durch eine unzeitige Anlage hervorgerufen wird. A Lingelbach, 22. März. Lichtfest ^konnte unsere Gern i ide abhalten. Wir sind ebcno wie Dieben und Elbenrod an die Edertal- 'sperre angeschloi ,Ln. Leider hat das Licht schon wiederh-lt versagt. Kreis Lauterbach. △ QBaar 22. März. Ein Denkmal für di e im Weltkrieg gefallenen Söhne unserer Gemeinde soll hier errichtet werden. Die Platzsrage ist nun entschieden, das Denkmal kommt auf den Friedhof. Dem Architekten Pfeifer wurde die Ausführung übertragen. Durch Sammlungen sind 15 000 Mk. aufgebracht worden; die Gemeinde legt den übrigen Betrag zu. △ Grebenhain, 22. März. Sein goldenes Amtsjubiläum feierte Oberwachtmeister Martin in Freiensteinau. Zahlreiche Gendarmen Oberhessens waren zur Frier erschienen. Als Dertreter der Behörde hakte sich Rechnungsrat Bechtold (Lauterbach) eingesunden. Kreis Schotten. e. Schotten. 22. März. Auf Beschluß des Gemeinderats und nach Anhörung des Kreisausschusses wurde mit Genehmigung des Ministeriums des Innern hier eine Warenhausund Filialsteuer eingeführt. Danach sind gewerbliche Unternehmen insoweit sie den Kleinhandel mit Waren verschiedener Gattungen nach Art der Warenhäuser, Großlager-, Abzahlungs-, Dersteigerungs- und Versandgeschäfte im großen mit mindestens 80 000 Mark Jahresumsatz betreiben, neben der allgemeinen Gewerbesteuer zur Zahlung eines besonderen Zuschlags von 100 Prozent zur Gewerbesteuer an die Stadt Schotten verpflichtet. Auch Zweigniederlassungen auswärGiesiener Stadttheater. Ioseph-Plaut-Abend. Dietzen, den 23. März 1922. Sine Göttergabe ist der Humor, und Joseph Plaut ist sein Prophet. Man hat viel und herzlich gelacht gestern abend im Stadttheater; viel, wenn der Gast mehr auf Massenwirkung berechnete Gaben bot; herzlich, wenn er feinere Saiten aufzog. Cs gereicht oem Künstler zum Ruhme, daß er mit den letztgenannten Darbietungen besonderen Beifall fand. Cs gibt unter den modernen Vortragskünstlern kaum einen, der vielseitiger ist als Joseph Plaut. Ob er nun ostpreuhisch oder plattdeutsch redet, ob er sächselt oder berlinert, ob er Andersen oder Reuter spricht, ob er schliehlich ein Quartett, ja ein ganzes Opernensemble verkörpert — immer trifft er ins Schwarze. Man wird schon nach den ersten Worden warm, unterhält sich einige Stunden lang köstlich und geht schließlich befriedigt nach Hause mit dem Wunsche, den Künstler recht bald wieder hören zu können. Am einzelnes besonders zu würdigen, seien genannt die treffliche Wiedergabe von Andersens feinem Märchen „Der Schmetterling", von Kopisch' Dichtung von des alten Fritzen Leibkutscher und vor allem — vielleicht das Beste des Abends - von Hanne Rütes Abschied vom Pastor, durchweg Kabinettstückchen gediegenster Vortragskunst. Das Tbeater war leider nicht so gefüllt, wie es tiger Geschäfte werden zu dieser Steuer heran- gezogen. lg. Gedern, 22. März. Am Sonntag, den 2. April, wird die Gesellschaft der Musikfreunde ihr letztes Konzert veranstalten, an dem auch Frau Johanna Hesse vom Landestheater in Darmstadt mitwirken wird. e. JHf a, 22. März. Seit einigen Jahren ist in unserem Orte eine Schwesternstation errichtet, eine Einrichtung, deren Segen von den Bewohnern dankbar anerkannt wird. Leider schließt die letzte Iahresrechnung bei einer Einnahme von 5418.70 Mk. mit einem Fehlbeträge von 730 Mk. ab, der von der Gemeiwde- und Kirchenkasse gedeckt wird. Dazu kommt noch, daß die Ausgaben für notwendige Stationswäsche sich auf 2000 Mk. belaufen, das SchwesterngehUt in anbetracht der Teuerung erhöht werden muß, die Vei-sicherungsgebühren bedeutend gestiegen sind, so daß die monatlichen Mitgliederbeiträge hinaufgesetzt werden müssen Immerhin genügte als Monatsbeitrag der Preis — für ein Hühnerei. △ Alrichstein, 22.März. Die Landwirtschaftskammer für Oberhessen hat den Selgenhof übernommen und ist gegenwärtig mit der Einrichtung beschäftigt. Anter Leitung des Oekonomierats Wagner wurden Zugtiere und Rindvieh angekauft. Kreis Büdingen. e. Ortenberg, 22.März. Amtsgerichtsrat Dr. Bernhard von Schotten wurde durch Verfügung des Hess. Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft zum Vorsihenden der Mieteinigungsämter der zum hiesigen Amtsgericht gehörigen Gemeinden des Kreises Schotten ernannt. Kreis Friedberg. * Butzbach, 22. März. Im hiesigen Zellengefängnis erhängte sich ein junger Mann von 18 Jahren, der dort eine dreijährige Gefängnisstrafe abzusihen hatte. i. Beienheim, 22. März. Anser Ortsgeistlicher, Dekan und Kirchenrat Wilhelm Wahr, beging am Sonntag sein 50jähriges Dlen >t- jubiläum. Wchl ist zugleich der S nior der amtierenden Geiillichen der Landeskirche. Schon am Freitag veranstaltete die Landessynode, deren Mi.glied der Iub lar ist, eine Vorfeier in Gestalt eines parlamentarischen Abends in den Räumen der „Vereinigten Gesellschaft". Ehrende Ansprachen der Kirchenbehörde wie des Präsidenten der Landessynode legten Zeugnis ab von der Anerkennung, deren sich der Jubilar allsei ig erfreuen darf. Rach der gestrigen Plenarsitzung der Landessynode überrei-chte der De'an dw theologischen Fa u’tät der Landes-Ui iversität K.rchen- rat Wahl die Arku 'dr, die „den durch fünf Jahrzehnte B währten S elsorger" zum Ehrendoktor der Theologie ernancke. — Wilhelm Wahr stammt als Glied der weitverzweigten Familie Drrnbeck errem asten b^sstswm Pfarrergeschlecht, von dem auch heute noch eine große Anzahl als Pfarrer im Vienne der Landeskirche stehen. Starkenburg und Nheinhessen. e. Offenbach, 22. März. Die der Deutsch- nationalen Partei angehörige Frau Professor Julie H e r g n u s ist als Mitglied der Etadwerordn7tenve'-samnl ng au s g e sch i e d en. — Auf Beschluß des Schulvorstandes soll zu Beginn des neuen Schuljahres für Besitzer des Einjährigenzeugnisses und des Reifezeugnisses einer zehnklassigen höberen Mädchenschule an der Städtischen Handelsschule ein einjähriger Handelsschullehrgang nach dem Muster der Frankfurter Handelslehranstalt eingeführt werden. 'Offenbach, 22. März. Was heute ein Gleisanschluß kostet. Zur Herstellung eines Gleisanschlusses an die Hafenbahn (für die Firma Rivoir) werden 490 000 Mk. von den Stadtverordneten gefordert unter Vorbehalt des volllständigen Rückersatzes durch die Firma. Also eine halbe Million bloß für den Gleisanschluß! * Worms, 21. März. Eine Zw e i - zimmerwohnungfüreinenZentner Kartoffeln. Dieses Kuriosum passierte diese Woche einem hiesigen Hausbesitzer, der im Vorderhaus eine Zweizimmerwohnung mit Keller und Speicher zu 300 Mk. jährlich vermietet hat. Der Mieter gab dem kartoffelarmen Hausbesitzer einen Zentner seiner überflüssigen Kartoffeln aus Gefälligkeit zu 300 Mark ab. Damit war also die Jahres- miete bezahlt. wd. Worms, 22. März. Die Stadtverordneten - Versammlung hat gestern abend in geheimer Sitzung den Ankauf des Kurhauses in Michel st a d t i. O. genehmigt und die dazu erforderlichen Kredite in Höhe von 2 400 000 Mk. bewilligt. In das Protokoll wurde eine Erklärung des Oberbürgermeisters ausgenommen, daß das Objekt, wenn infolge veränderter Verhältnisse sich aus der Weiterunterhaltung eine zu große Belastung für die Stadt ergibt, nach drei Jahren einem anderen städtischen Werk dienstbar das Dargebotene verdient hätte. Man kann aber sicher sein, daß Plaut bei seiner — hoffentlich recht baldigen — Wiederkehr nach Gießen vor ausverkauftem Hause sprechen wird. Als verständnisvoller Begleiter bei den musikalischen Darbietungen zeigte sich Ludwig Mar- guth. —r. Das letzte Rennen. Uraufführung in Darmstadt. Darmstadt, 21. März. Das Hessische Landestheater krachte gestern aEenb im Kleinen Haas das Lustspiel „Das letzte Rennen" von Max Roosen zur Uraufführung. Roosen ist bekanntlich der Verfasser des fatyrischen Stücks „Das europäische Konzert", das kurz vor dem Krieg seine Araufführung erlebte und vom Spielplan abgeseht wurde, da es politische Dmge, in denen die Armeen des Feindpu.rktes und die deutsche appostrophiert werden, enthielt. Auch das neue Lustspiel Roosens spielt in Offizierskreisen, ist also wohl vor dem Amfturz entstanden. Auf dem Spielzettel wird als Zeit angegeben: „Ist längst vorbei". Dec Obei l utnant e.nes feuda'en Kavalier! regimentes steht vor dem Abbruch seiner militäri- fd>en und Lebemanns lau f ba hn. Ec hat die Pflicht und Absicht, mit nicht weniger als 4 Liaisons zu brechen, um sich mit der Tochter eines Million en reichen Kommerzienrates zu verheiraten. Der Bruch ist leichter gedacht als getan. Cs gemacht oder zur Veräußerung gebracht werden soll. Kreis Wetzlar. ra. Wetzlar, 22. März. Landtagsabgeordneter Schulrat Schwarzhaupt-Frankfurt a.M. hielt in der Ortsgruppe der Deutschen Volks- Partei einen Vortrag über „Die politische Lage im Reich und Preußen". Die in vaterländischem Geiste gehaltenen klaren Ausführungen des Redners fanden lebhaften Beifall bei den Versammlungsbesuchern. Eine ergiebige Aussprache schloß mit Dankesworten an den Redner die gut verlaufene Versammlung. ra. Aus dem KreiseWetzlar, 22. März. Der Kreis Wetzlar besitzt nach der jüngsten Zählung in 9395 Vieh besitzenden Haushaltungen: 1836 Pferde, 24 513 Rinder, 8318 Schafe, 19 502 Schweine, 7349 Ziegen, 3453 Kaninchen, 5240 Gänse, 2014 Enten, 90 439 Hühner und 1762 Bienenvölker. Hessin-Nassau. fpd. Frankfurt a. M 22. März. Der M o r d a m M a i n ist nun völlig aufgeklärt. Als Täter wurde der Zuhälter Haas ermittelt, der bereits ein Geständnis abgelegt hat. Haas hat den Flame zunächst seiner Barschaft in Höhe von 500 Mk. beraubt und ihn dann in den Main geworfen. Es liegt also Raubmord vor. Die Leiche des Flame ist noch nicht gefunden. e. Bad Soden (Taunus), 22. März. Der Badebetrieb, der wegen erheblicher Reparaturen im Dadehause seit Januar geschlossen war, wurde heute wieder e r ö f f - net. Rach der offiziellen Fremdenliste weilen bereits nahezu 400 Kurgäste hier. * Hanau, 22. März, ©in eigenartiges Versteck. Die in einer hiesigenKognak-Brennecei beschäftigte Arbeiterin Hedwig G. hat es in raffinierter Weise verstanden, eine ganze Anzahl Flaschen Kognak aus dem Betrieb zu schmuggeln. Sie band sich einen Gürtel um den Leib, befestigte daran ehre Kordel, hängte an diese die jeweils von ihr gestohlene Flasche Kognak und zog dann lyrgnügt heimwärts. Eines schönen Tages aber bekam .die Kriminalpolizei Wind von der Sache, sie beobachtete die Arbeiterin und konnte sie in dem Augenblick abfassen, als sie wieder eine FlasHe in ihrem eigenartigen Versteck verschwinden lassen wollte. Rach ihrer eigenen Angabe hat die G. auf die erwähnte Act 60 Flaschen Kognak aus dem Betriebe entwendet. Landwirtschaft. ed. A u s d e m V o g e l s b e r g, 22. März. Der Tag des Frühlingsanfangs brachte dem Vogelsberg Sturm, Kälte, Eis und Schneetreiben. Die Frühjahrsbestellung, die hier und da schon einsetzte, mußte zurückgestellt werden. Die Hoffnungen auf einen bei dem großen Futtermangel höchst wünschenswerten baldigen Beginn des Weidfahrens haben sich als trügerisch erwiesen. Kirche tmb Schule. * * Freie Lehrer st eilen. Erledigt ist die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Volksschule zu Kimbach (Kreis Erbach), eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Pfungstadt (Kreis Darmstadt), eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Utphe (Kreis Gießen). e. Der Feuerversicherungsverband hessischer Lehrer, der am 8. April im „Storchen" zu Frankfurt a. M. seine diesjährige ordentliche Hauptversammlung abhält, erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Reingewinn von 41 132.73 Mark. Die gesamten Geschäftserträgnisse beliefen sich, auf 100 230.02 Mk., denen 50 097.29 Mark an Geschäftslasten gegenüber standen. Für Feuer- und Einbruchdiebstahlsschäden wurden 15 935 Mk. ausgegeben, 1405 Mk. sind noch für Schäden zu decken. Die Einnahme an Prämien betrug insgesamt 78 297.25 Mark. An der Hauptversammlung kann je ein Vertreter aller Kreislehrervereine des Landes ordnungsgemäß teilnehmen. Hochschulnachrichten. Eine peinlich« Affäre an der Rostocker Aniverfität. Aus Rostock wird den „Leipziger Reuesten Rachrichten" gemeldet: In der medizinischen Kli- nit unserer Aniverfität hat sich vor kurzem ein peinliches Vorkommnis abgespielt. Professor Dr. Fritz Weinberg, der erst seit kurzer Zeit an unserer Aniverfität lehrt — er ist außerplanmäßiger Ertraordinarius ter inneren Medizin — hatte mit einer Studentin einen an sich nur geringen Konflikt, der jedoch infolge der verletzenden Ausdrucksweise des Professors recht böse Folgen nach sich zog. Die Studentin hatte bemerkt, daß em Kragenknopf des Pcofeßocs nicht geschlossen war. In ruhig freundlicher Weise machte sie ihn darauf kommt allerlei dazwischen und brim letzten Rennen, mit dem sein bisher siegreicher Rennstall abschließen sollte, kommt es durch das Zusammentreffen der 4 Damen zur Katastrophe. Gleichzeitig aber auch bet der Millionenbraut, die im letzten Augenblick für einen Kameraden des Oberleutnants ihr Herz entdeckt. Beide heben die Ver- lot-ung auf, doch gelangen die beiden Briefe nicht in den Besitz ihrer Empfänger. Der Oberleutnant stürzt bei dem Rennen und dadurch bricht dec Konkurs über ihn herein. Der verflossene Millionenschwi.g rvater erwirbt nun den Renn- flall und der Held des Stückes entdeckt im letzten Moment seine heiüe und wahre Liebe zu einer Krmtesse, einer Willensstärken jungen Dame, mit der allerlei Zwischenfälle ihn letzten Endes zusammenbringen. Der verflossene Millionenschwiegervater bringt den Rennstall dem rangen Paare als Hochzri tsgabe dar. Also ein Ges-lllch^ftsstück mit allerlei Zwischenfällen, sehr vornehmer und gediegener Aufmachung, halb Sport-, halb Lebewelt, kommer- zienrätlich-ftid'fcher Einschlag, g gen das nichts einzuwenden wäre, als etwa die nicht gerade sehr schmeichelhafte Persiflierung des feudalen KavUlerie-OfsizierslandeZ. Der Dialog ist witzig, nicht ohne Geist und sehr flüssig geschrieben, die Arbeit einer Intelligenz, aber mit ermüdenden Längen, über die nur die ausgezeichnete Ausführung hinweghelfen konnte. In der Inszenierung durch Gustav Harting erhielt das Lustspiel äußerlich einen Rahmen von charakteristischer aufmertjam. darauf anttoortete ixterer nur ganz kurz: „Besser das, als wenn ein Hosenknopf offen wäre." Die junge Dame, in ihrem sittlichen Empfinden schwer verletzt, erzählte die Antwort einem Kommilitonen, dem früheren Feldoffizier, jetzigen cand. med. Ahlhorn. Dieser bat den Professor Weinberg auf den Hausflur hinaus und versetzte ihm nach kurzer heftiger Zwiesprache zwei Ohrfeigen. Dann wandte er sich an einige Wärter, i>ie herum standest und zugesehen und zagehört hatten, mit den Worten: „Meine Herren, Sie sind Zeuge gewesen, dc»h ich den Professor Weinberg geotyrfeigt habe." Rektor und Konzil mußten sich nunmehr mit der Sache beschäftigen. Arteil: Ahlhorn wurde für vier Semester von der Aniverfität ausgeschlossen. Anerkannt wurde aber auch zugleich, daß seine Handlungsweise ritterlichen Gefühlen entsprochen habe. Weinbergs Tätigkeit an oer Aniversität hatte zugleich auch ein Ende. Vermischtes. Berlin, 23. März. Der „Lokal-Anzeiger" meldet aus Dortmund: In Wickede -tourbe die Tochter eines Bergmannes mit dem Kopf im Morast steckend als Leiche ausgefunden Der Bräutigam des Mädchens wurde verhaftet, weil verschiedene Amstände darauf hindeuteten, daß er sich des Mädchens auf diese Art entledigt hat. Hessischer Landtag. 4. Sitzung. St. Darmstadt, 22. Marz. Am Regierungstisch: Staatspräsident A l r i ch, Finanzminister Henrich, Minister der Innern v. Brentano, Arbeitsminister Raab und Regierungskvmmisfare. Die auf 10 Ahr an beraumte Sitzung wird um 10Vi Ahr durch Präsident Adelung eröffnet. Der Präsident teilt mit, daß Aussicht besteht, die Tagesordnung im Laufe dieser Wochc zu erledigen. Die Regierung hat mitgeteilt, daß der Voranschlag Ende April an das Haus gelangen kann, so daß der Finanzausschuß Anfang Mai die Vorlage bearbeiten tarnt. Kleine Anfragen. Vor Eintritt in die Tagesordnung verliest 2lbg. Ebner (K.) eine Anfrage, betreffend die sofortige Auszahlung der Dezugserhöhungen für Beamte, auf die der Finanzminister mitteilt, daß die Auszahlung sofort nach Abschluß der notwendigen Erhebungen erfolgt. Abg Kaul (Soz.) fragt (auf der Tribüne unverständlich) wegen der Durchführung der Verwaltungsgesetze, auf die Minister des Innern v. Brentano antwortet, daß demnächst eine Besprechung stattfinden wird. Abg. Kaul (Soz.) fragt weiter wegen deL Ausgleichsstockes. Auch diese Frage wird auf der Tribüne nicht verstanden. Der Fi ranzminister gibt Aufklärung. Für die Gemeinden ist im Voranschlag für 1921 der Betrag von 30 Millionen eingestellt. Die Ci ikommenstcueoeinnohuen für 1920 betragen weit über 600 Millionen Mark, eine alle Erwartungen übertreffende Summe, so daß zu allzu großem Pessimismus kein Anlaß ist. Etwa 75 Millionen werden zu Zuschüssen für die Gemeinden zur Verfügung stehen, doch ist zur Zeit nicht ein Betrag von 14V2 Millionen Mark greifbar. Die Verteilung erfolgt nach der Bedürftigkeit der Gemeinden. Zur Verteilung soll ein Ausschuß berufen werden, dem auch Vertreter der Gemeinden angehören werden. Es wird dann in die Tagesordnung eilige- treten. Rach Artikel 32 der Geschäftsordnung 3ur Kenntnis des Landtags gebracht werden folgende Regierungsvorlagen betreffend Telephonanlage im Landtagsgebäude, Wohnungsbauabgabe für das Rechnungsjahr 1921, Verwendung der Aeberschüsse der Landes- Milch- und Fettstelle, Bewilligung eines Zuschusses aus dem 20-Millionenfonds zu den Kosten der Räumung des Land- und Scheidgrabens im Kreise Groß-Gerau, die gewerb'ihen Anwcrichts- anftalten, Zuwendung von Mitteln zur Besserung der Milchversorgung bedürftiger Städte und Gemeinden. Die gewerblichen Fortbildungsschulen. "Abg. Köhler (D. Dp.) macht wiederholt, auf den Artikel 32 aufmerksam, in dem ausdrücklich steht, daß die Behandlung der Positionen in der Ausschußerledigung nur in dringenden Fälllen erfolgen soll. Fast alle diese Gegenstände, zu denen das Haus nun keinerlei Stellung nehmen kann, sind nicht so dringlich, daß sie die Ausnahmebehandlung erforderlich machen. Es wird dringend beantragt, die Gegenstände, die im Ausschuß erledigt werden, möglichst einzufchränken. Eine ganze Reihe dieser Positionen ist erst im Ausschuß erledigt worden, nachdem die Einladung zur Plenarsitzung bereits in Händen der Abgeordneten war. Ein derartiges Verfahren entspricht nicht der Würde des Plenums und widerspricht auch dem Sinne der Geschäftsordnung. — Weiter rügt Redner die Tatsache, daß das Landesamt für das Dil- dungswefen sich das Recht angemaßt hat, auch Eigenschaft und vorzüglicher Zeichnung der Situation. Der erste Akt spielt in der vornehmen Wohnung des Helden des Stückes, der zweite besonders geschickt inszeniert auf der Rennbahn und der dritte im Rennstall, in dem In einer Klye auch das schöne Rennpferd, das Lieblingspserd des Oberleutnants, mit dem er stürzte, mitspielt Die glänzende Ausmachung und die g ite Wiedergabe sicherten den äußeren Erfolg. Man rief den Autor und Hartung mit den Darstellern vielfach vor die Rampe. Max Streese. — Ein neues Danziger Moor» schuhgebiet. Auf Anregung der Danziger „Vereinigung für Raturschuh- und Raturdenkmalpflege" Die sich jetzt gebildet hat, erklärte der Senat des Freistaates das im Forst von Soblowih gelegene Moor zum Raturschuhgebiet und schloß es von jeder forstlichen und landwirtschaftlichen Ruhung aus. Das Moor umgibt, wie Dr. Wangerin in der Zeitschrift „Ra- turschuh" berichtet, rings in breiter Zone das Ufer eines kleinen, dunklen, von bewaldeten Hügeln umschlossenen Waldsees und gehört formationsbiologisch zum Typus der Sphagnetum- Schwingmoore. Die Pflanzenwelt des Moore- enthält .eine Reihe bemerkenswerter Arten; fi befindet sich hier der in ganz Westpreußen einzige Standort der zarten Carex chordorrhiza Die durch Entwässerung immer seltener wird. Trauringe äußerst preiswert. G. Gümblein Bruchstraße 19 II. S Henkd's Sf'V M L jfc r nz etoQe* c Tribünr I der Da- s Innern rächst eine 19 deckest essend dir ungen für st er mit* Wfchluh wegen bei :rb auf der üni fter gibt im Dor- Uionen ein» n für 1920 t eine alle so dah zu ) ist. Ewa ir die Gest zur Zeit QTarf greif* Jedüritig« [oß ein Vertreter mg I iorla,'OT de» agrgedäudc, chnungsjahr )cr Lander- eines Zu- 1 den Kosten grabens im iln'emchls- • Icfserung te und ®c* Ung T« tssicht beer 'M -teilt, bah Haus geil Anfang Wrz. täfibenf ster der Aaab 1 ' rft p°" ®>Ä «Ä'w 'S-»-" tiger' ^de bi. °?f im M anb>n >erkftrt, Muteten, 8rt ent- *atn ^lesfvr Ersetzte *> Obt. ^rtet tzgehön Z-Ikd S® Ich rr chulen. wiederholt dem aus- der Posi- t in dm- alle dick un (einerlei io dringlich, erforderlich die Segen- erden. W Reibe dieser w »S, jung dem» Ein derber Dürde bem Sinnt üat Jedner r oorn'M^ er Mlte y*ä einer ebling^^t t mitspu-U -te Dieder' L ries den lern vA» ? Slrcrse. bte gewerblichen Fortbildungsschulen sich au un- terstelllen. Auch dem neuen Schulgesetz ist daS nicht berechtigt. Es mühte sich zum mindesten mit dem Schulvorstand und den Gemeinden in Verbindung setzen, lieber diese gesetzlichen Bestimmungen aber hat sich das LandesbildungS- amt glatt hinweggesetzt. SS bat sich andererseits aber aus die gesetzlichen Bestimmungen berufen, da- Landesamt will die gewerblichen Schulen beseitige, und die Schüler in die allgemeinen ZoribUdungsschulen schicken, wo sie von Fachlehrern unterrichtet werden sollen. Das ist ein erheblicher Rückschritt, mit dem die gewerblichen Kreise keineswegs einverstanden sein können. Aur eine sehr grohe llnkenntnis der Tatsachen. was die gewerblichen Fortbildungsschulen bisher geleistet haben, konnte zu solchem Entschluh verden. GS ist ausgeschlossen, dah ein DolkSschullehrer in wenigen Monaten zum Gc- Werbelehrer werden kann, bei aller Hochachtung vor dem Bollsschullehrer. Alle in Betracht kommenden Stellen haben sich g e g e n die Absicht des LandeSbildungsamteS ausgesprochen. 5)qau kommt eine sehr erhebliche Belastung deS Budget-, eS ist wirklich staunenswert, dah der Finanzniinister die Verantwortung dafür tragen will. Wir müfen >mS au« all diesen Gründen mit allem Nachdruck gegen die Absicht deS LaadeSbildungsamts aus- sprechen. Man darf unmöglich ohne überhaupt die zuständigen, aus langjährige Erfahrungen gestützten Stellen zu fragen, zum 1. April einfach die ganze Angelegenheit zur Tatsache werden zu lassen. Das Vorgehen des Landesbildungsamts ist umsoweniger zu verstehen, alS wir in der Aot derzeit doch allen Grund haben, die fachliche Ausbildung von Handwerk und Gewerbe zu verliefen, dah wir in die Lage versetzt werden, mehr und besseres zu leisten als bisher, damit das deutsche Volk sich im Konkurrenzkampf behaupten kann. (Bravo.) Direktor deS Landesbildungsamts Urftcbt: Ich bin den, Vorredner dankbar, dah er mir Gelegenheit gibt, au der Angelegenheit zu sprechen. Da- Landeobilvungsamt denkt nicht daran, sich über gese. lt che Be immuigei hl w gzusehen. Es gibt allerii gs g.setzliche Be.. immun e.i. die man so oder so auslegen kann. Wir denken auch nicht daran, maßgebende Stellen zu übergehen. Zu den Vorarbeiten aber waren Derhand.ungen mit dem Ministerium erforderlich wir muhten doch zunächst einmal festlegen, was wir wollen. es mutzte ersl ein Boden für Verhandlungen geschaffen werden, dann werden auch alle zuständigen Kreise gefragt werden. Da- Landesamt hat die gleichen Tendenzen und Absichten, wte sie der Ata Köhler hier vertreten hat. Wenn Herr Äötjler meint, dah unsere Abrichten eine Verschlechterung bedeuten, so sind das Ansichtssachen. Wir sind der Ansicht, da r es so gut wrrd. wie wir eS beabsichtigen. ES ist nicht sw dah die gewerblichen Schulen ciasah an die Volks'ch il- lehrer ausgeliefert werden sollen. Die törichte Absicht, zuerst die Volksschullehrer fachlich auszubilden, baden wir aar nicht. Der Fachunterricht soll den Fachlehrern Vorbehalten bleiben, nur der allgemeine Unterricht bleibt für die VolkSschullehrer. An den eigentlichen Dewerve- schulen wollen wir überhaupt nichts ändern, cs handelt sich nur um dir gewe bllchen Fort- bi.dui g schulm. Die Str.i frage b.db: schl «'lich nur, ob die Schulen dem Landevbildungsa.nt oder dem Arb.itLministerium unterftd t we den sollen. Wenn die ganze Sache zu dem geschlossenen Bau der Einheitsschule gehört, muh ste wohl Txem Landesbildungeamt unterstellt werden. Abg. Kaul (Soz): Mit dem Abg. Kohler gehen wir einig darin, dah die Ausschuherledigung wichtiger Positionen auf das Aotwendigste beschränkt bleiben muh. Die Frage der gewerblichen Fortbildungsschulen darf nicht Dache gewisser gewerblicher Kreise sein, sondern sie ist eine Dache des ganzen Volke-. Redner übt dann Kritik an dem bisherigen Schulbetriebe und stellt fest, dah an der inneren Gestaltung der Fortbildungsschule nichts geändert werden soll. Oder ist vielleicht anzunehmen, dah die gewerblichen Lehrer sich nicht mehr zum Unterricht zur Verfügung stellen, wenn die Schulen dem Landes- biUrungSamt unterstellt werden. Die finanziellen Bedenken können nickt schwer ins Gewicht fallen. Wir wollen keine Differenzierung: wir wollen, dah für die Arbeiterföhne bte gleichen Aufwendungen gemacht werden, wie für eine Heine Auslese. Auch xur Vereinfachung der Staatsverwaltung würde eS gehören, dah man die Schulen einer Stelle unterstellt, einen Stamm bildet, der alle Schulen umsatzt. Minister Raab stellt fest, dah die De- Handlung der Position ..Gewerbliche Unterrichts- anstalten" gar nicht anders erfolgen konnte, wie es geschehen ist. Die Befürchtungen, die der Abg. Köhler geäußert hat, sind völlig unbegründet. Wenn die Verhandlungen bis zum 1. April nicht beendet sind, bleibt es eben vorerst beim alten. Aach meiner Ansicht ist der Plan, die gesamte fortbildung-schulpflichtige Jugend unter eine Leitung zu bringen, doch durchaus gut. Selbstredend wollen wir die Schulen nicht verschlechtern. fonbern verbessern. Abg. Scholz (S. Q3pL): Die Handelskammern sind über den besprochenen Plan erst in den letzten Tagen verständigt worden. Wir bitten, namenllich diese zu hören, ehe endgültig entschieden wird. Abg. Dr. Büchner (Sem.); Sch bin in der ganzen Sache noch etwas zweifelhaft. Wir müssen vor allem unseren Handwerkern die richtige fachliche Ausbildung geben. Auch ich bitte, die Handelskammern zu hören. Abg. Hoff mann-Alzey (Ztr.): Wenn uns die Gavantie gegeben wird, dah die Schulen durch die neue Organisation nicht schlechter werden, dah vielmehr die Ausbildung noch intensiver und besser wird als bisher, dann wird die Beunruhigung tm Lande auch schwinden. Wir fordern aber nicht nur berufliche Ausbildung, sondern auch sittliche Erziehung. Abg. Frau Ha t t e m e r (Ztr ); Alles bisher Gesagte gilt auch für bte ab Ostern zu bildende weibliche Fortbildungsschule. Es ist uns auher- ordentlich wichtig dah die gewerbliche und kaufmännische Ausbildung von FachlehrerinnLn, von Meisterinnen erteilt wird Ich hoffe, dah daS bet der Einrichtung berücksichtigt wird. Bisher hat man noch gar nicht den Versuch gemacht, mit Meisterinnen in Verbindung zu treten. Das war ein Fehler, der wieder gut gemacht werden muh. (Bravo!) Abg. Brauer (Bbd.): Wir haben nicht gewuht, dah die Frage hier heute aufgerollt werden soll. Ich muh mich daHer daraus beschränken. meine Bedenken gegen den Plan vor- zubringen. Auf dem flachen Lande ist die Erteilung des Fachunterrichts sehr schwierig, denn den Dolksschullehrem fehlt die fachliche Ausbildung. Ich bitte die Regierung um Auskunft, wie sie sich die Losung dieser Frage denkt. Staatspräsident Ulrich: Die Debatte hat gezeigt, wie sehr der Abgeordnete Köhler unrecht hat, wenn er meint, dah das Haus zu birg fommt, wenn Gegenstände nach Artikel 32 erledigt werden. Alle Fraktionen sind zu Wort gekommen zu einem Gegenstand, der gar nicht zur Debatte steht. Jeder Abgeordnete kann das erreichen, wenn er, wie der Abg. Köhler heute, mit Kanonen nach Spatzen schiebt, dah es nur fc> donnert. (An, na!) Wir müssen in bestimmten Fällen handeln können, ohne das Plenum zu hören. Der Ausschuh hat es in der Hand die Vorlagen an das Plenum zu verweisen. Er rs/ für unS die Rückendeckung. Was die De- fürcktung des Abg. Köhler betrifft, dah die gewerblichen Schulen beseitigt werden sollen, so hat daran km Mensch gedacht. Wir haben im Gegenteil die Frage geprüft, wie wir offensichtliche Mängel beseitigen können. Herr Köhler hat offene Türen eingerannt. (Unruhe.) Wir haben auf eine einheitliche Organisation bingearbettet; das entspricht dem neuen Schulgesetz. ’2lur wenn man poli- tisch, nicht sachlich denkt, kann man das Gegenteil annehmen. Herr Kollege Köhler, so zwei alte Spatzen wie Die und ich, sollten solche Dinge doch nicht machen. (Heiterkeit, Widerspruch.) Den wcib- lichen Fortbildungsschulen werden wir noch viel gröhere Ausmerkfamkeit zuwenden, weil sie ganz neu sind. An dem Knochen der Fortbildungsschule nageit sieben, manchmal drei Hunde. Die Kompe- tenzsragc kümmert milch den Teufel, ich verlange nur dah endlich cttvas gemacht wird. Die Hemmungen sind so grob, dah wir endlich alles unter einen Hut bringen müssen. Es ist ganz unerfindlich, dab ton die gewerblichen Fortbildungsschulen verschlechtern wollten. Abg. U. Schian (D. Vpt.): Der Abg. Köhler bat durchaus nach parlame itarischem Recht gehandelt. dah er die Frage hier zur Sprache gebracht hat Gerade der Herr Staatspräsident sollte doch dem Abg. Köhler dankbar sein daM, baf; er die Frage aufgerollt hat, damit die Regierung Gelegenheit erhält, die starke Deunruht- gung im Lande zu zerstreuen. Wenn der Abg. Köhler gewui sht hat, die Handhabung des Artikels 32 mög i-st einzttschcämen, so liegt nichts daran, dah wir h.er reden können; es ha.tdelt sich um das Beschrieben wichtiger Dinge. Dah uns politische Motive unterstellt werden, ist sehr zu bedauern. Es gill uns ausschlie jlich die Ertüch tigii.ig des Volles. Für uns ist die Fortbildunge- schule kein weggeworfener Knochen, sondern eine eminent wichtige Sache, an Der Da» ganze Doll interessiert Ist. Abg. K ö h l e r (D. Vpt.): Der Herr Vorred» ncr hat schon daraus hingewiesen, pal) das Beispiel mit dem Knochen sch.echt gvtoäblt war. Ich möchte hinzusügen. datz es mir völlig fernliegt, mich mit einem Herrn, der die Stellung eine» Staatsp.äsldenten dnt.lmmt, g.meinscha) l.ch aiö, .allen Spatzen" zu bezeichnen. Da der Herr Slaat-präfibent aber die Bezeichnung wähl e, so stehl meinerseits dem nicht- entgegen. (Heiterkeit.) Was die Sache selbst betrifft, fo hat der Herr Ada. Kaul klar und deutlich ausgefprochen, dah er die Entfcheidung auf politische Gründe aufbaut. (Sehr richtig! rechts. Widerspruch ft.ckS.) Es ist, lief I? «bäuerlich, dah es hier tm Hause nicht möglich ist, eine so allgemein und eminent wichtige Sache einmal zu verhandeln, ohne parteipolitisch au werden. (Sehr richtig! rechts.) Abg. Delp 29 sucht ML M U Weltemißlöetllefaoht- 3nö.-6et m. ö. S.. Westerburg (Westerw.). Die Beerdigung findet am Samstag, dem 25. März, nachmittags 1/»4 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Justus Christ. Gießen (Wetzsteinstr. 38), Darmstadt, 22. März 1922. Stadttheater Leitung: H. Stelngoetter. Freitag. 24. März: 22. reii ag-A bon.-Borst Der teutfle Eeöemann. Anfang 7, Ende 91/« Uhr im 79. Lebensjahr. Freunde und teilnehmende Bekannte bitte ich, der lieben Verstorbenen ein ehrendes Andenken zu bewahren. Auch im Namen der Angehörigen: Louis Kauffmann. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste, sowie für alle Ehrungen, Kranz- und Blumenspenden sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elisabeth Weigel geb. Germer Klein-Linden, 22. März 1922. Vorstand. Gießen (Wolkengasse 26), den 22. März 1922. Beerdigung am Samstag, 25. März, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus. aroi Für die vielen Beweise der Teilnahme während der Leidenszeit sowie bei der Beerdigung unsrer teuren Entschlafenen sagen wir allen, insbesondere für die tröstenden Worte am Grabe und die zahlreichen Kranzspenden, innigsten Dank. Karl Lang und Zamilie. Wunderbare Begleitmusik. Sehr verstärktes Orches'er. Erster Teil: 1s einschl. Sonntag Zweiter Teil: Ab Montag. Bücher: neu, 6 Bde. Goethe (Vein, geb.', Grillparzer (Briese u. Tgeb.i, verschied. Noma ne beb. Schrifkueller preiswert abzugeben. Schrisil. Angeb. unter 03030 n. d. Gies,. Anz. erb. Meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter und Schwester J ohannette Christ geb.Wagenbach wurde heute früh Vs3 Uhr von ihrem schweren Leiden durch einen sanften Tod erlöst. MlMM Ä. Näheres m. Preisangabe nnt.2188anHcrfo, Mttld. A.-Erv,Plockür.5. [2S61h m Ortsgruppe Gießen. Heute Donnerstag, abends 8 Uhr, im Kaufmännisch. Vereinsbaus Vortrag des Hrn. Noer- Wiesbaden. 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Gestern nachmittag 31/» Uhr entschlief sanft nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden, mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Georg Römer, Landwirt nach kaum vollendetem 52. Lebensjahr. Im Namen der tief trauernden Hinterbliebenen: Katharina Römer geb. Reuschling. Heuchelheim, den 22. März 1922. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 24. März, nachmittags 2 Uhr. vom Trauerhause Bachstraße 26 aus statt. [2895 Hausmädchen. Iran Marie Gail, ______Gartenstrane 22. Gesucht nach Hanau a M auf Mine Avril in Herrschaft l. Haushalt «kinderloses. älteres Ehepaar) tüchtiges, in Küche und Hausarbeit perfektes Mädchen. Hausmädchen wird gehalten. Beste Zeugnisse erforderlich. Schriftliche Angeb in. Zeugnisabschr. und GehaltSansvr. unter 03022 an den Wien. Anz. Lehrmädchen mit guten Schulzeugnissen und etwas musikalisch, ZW.sM.MWcn für alle Hausarbeiten ges. Aran v. der Warth, Köln, Wethenburgstr. 13. 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Schäffer, Johann Sftrane 15 Ecke Plockstrahe. Suche für 1. Avril ehrliches, sauberes Mädchen für alle Hausarbeiten. Frau W'rnterhoff 2904 Krenzvlatz 10 I. "AtM rädicn für kl. ruh. Hansh. (zwei Berf.l ver 15. Avril ges. 03043 Ebclitrnne 3 I. | Stellengesuche] Für Sohn achtbarer Eltern wird eine Lehrstelle auf einem kaufmännischen Büglerin gesucht. WikMCherei AIbach, Stioiborrer Str. 13. M Flciniges MellMWü für Gartenarbeit gesucht. Friedrich Georg, Kunst- n. Handelsgärtner, 2834 Seltersweg 41. TSA. SitnftinüMicn sucht Frau Driesch, 02358 Seltersweg 70. Baer, Ostanläge 2i>._ Ein gebrauchter Feder- Pritschcnwaaen und ein alter Qekonomiewagcn billig ah veikaufen. Wllh. Leschhorn, Villlngen Graubergstr. 113. 12911 Kinderwagen lBrennaborl, vreisw. zu verk Auzus. 6—7. Näh 03035 Stcinstr. 55 III. k Kinderwagen noch gut erhalt., zu verk. Franks. Str. 127 v. l. 1 Vertiko, 2 Kiichen- schränkc, 1 Sofa, 2 gl. Betten mit Waschtisch, 1 Federbett, 1 sehr gt. Näbmaich., 1 Gasherd, 6 gl. 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Gleich- zeitig wird eine Entschließung des Ausschusses angenvnunen. welche Oie vollständige Einverleibung des Landes Waldeck in Preußen in ver- fassungsmähiger Form anregt. Eine kommunistische Entschließung, welche auch die Selbständigkeit der beiden Lippe und anderer kleinerer Bundesstaaten aufheben will und .sich für den deutschen Einheitsstaat ausspricht, wird abgelehnt. ES folgt die zweite Beratung des KapitalderkehrSsteuergesehes. Das Gesetz vereinigt in sich die Gesellschasts- steuer. die Wertpapiersteuer, die Dörsenumsah- steuer, die Aufsichtsratssteuer und die Gewerbeanschaffungssteuer. Die Steuer soll alles daS umfassen, was durch die übrigen Gesetzentwürfe noch nicht ersaht ist. Der Reichsstempel soll bei der Gesellschaftssteuer von 5 auf 7V$ Prozent erhöht werden; bei den Gesellschaften m b. H. mit einem Stammkapital von unter 100 000 Mk. soll er aber auf 3 Prozent ermähigt werden. Die Wertpapiersteuer seht für Obligationen ei en Steuersatz von 4 Prozent fest, für inländische Schuld- und Rentenverschreibungen V. Prozent, für ausländische 2 Prozent. Die übrige Wertpapiersteuer soll 7 Prozent betragen Die Börsen- umsahsteuer will die P'-iva'gestchätte an derDörse besonders besteuern. Die Aufsichtsratssteuer beträgt 20 Prozent der Aussichtsratstantieme. Dieser Borlage hat der Ausschuh zugestimmt: dagegen beantragt er die Ablehnung der Ge- w<Äeanschaffungssteuer. Die sozialdemokratischen Abgeordneten fordern eine Verschärfung der Steuersätze. Die sozialistischen Anträge werden abgelehnt und die Vorlage gemäh dem Ausschuhantrags angenommen. Es folgt die zweite Beratung der Umfatzsteuernodelle. Die Regierungsvorlage wollte neben anderen Verfchärfungen den Steuersatz von 1V9 auf 2VZ Prozent erhöhen. Der Ausschuh beantragt eine Erhöhung auf 2 Prozent unter den Zweigen des Umsatzes, für die eine Erhöhung der Steuer eintritt, und auch für Zeitungsanzeigen. Die Inse» ratensteuer soll sich nach §26 staffeln nach der Höhe der Inserateneinnahme. Sie beträgt bei einer vierteljährlichen Znserateneinnahmc bis 200 000 Mark 1 Proz., von den nächsten 200 000 Mark IV» Proz., steigend für jeden weiteren Betrag von 200'000 Mark um '/, Proz. bis 3 Proz. Von den nächsten 100 000 Mark werden 3V? Proz. erhoben and von den nächsten 100 000 Mark 4 Prozent. Abg. Brodaus (Dem.) beantragt, die Handelsvertreter-Umsatzsteuer wegzulassen. Abg. Hammer (Dntl.) verlangt Sicherungen dagegen dah daS deutsche Kunsthandwerk durch die hohen Steuern erdrosselt wird. Abg. D r e t t s ch e t d (USP.) bekämpft die Steuer als eine unerträgliche Belastung der breiten Masse, die ohne Rücksicht auf die wirtschaftliche Kraft des Steuerzahlers erhoben werde. Abg. Hart leib (Soz): Die informierten Händler und industriellen Kreise haben bei der bestehenden Warenknappheit schon seit Monaten die bevorstehenden höheren Umsatzsteuern mit ein- kalkuliert. Die gesetzliche Bestimmung bedeutet also nur eine Sanktionierung des tatsächlichen Zustandes. Wären die Unabhängigen nicht so Gewissenlos gewesen, die Einheitsfront der Ar- eiterschaft zu zerstören, hätten wir das Kom- promih mit den Bürgerlichen nicht gebraucht. Auf die Steuerfreiheit der Genossenschaften haben wir schweren Herzens verzichtet. Run müssen aber auch die Bürgerlichen auf die Anträge verzichten, die das Gesetz gefährden. Rachdem die Abgeordnete Frau W a ck w i tz (Kommunistische Arbeitsgemeinschaft) und Abg. Höllein (K.) die Umsatzsteuer als eine unerträgliche Belastung der Arbeiterschaft hingestellt haben, und namentlich den Mehrheitssozialisten vorwarfen, dah sie alle sozialistischen Prinzipien Lassalles und Bebels über Bord würfen, wird der Antrag Höllein, den § 1 des Umsatzsteuer- gesetzes zu streichen, gegen die Stimmen der äubcrflcn Linken abgelehnt, ebenso der deutsch- nationale Zusatzantrag über die Steuerfreiheit der Handelsvertreter, der sich mit einem demokratischen Antrag deckt. Ein Antrag Behrends (SntL), Erzeugnisse der Kleingartenwirtschaft und der Kleinlandwirtschaft bei Entnahme für den eigenen Bedarf von der Umsatzsteuer zu befreien. Vie Pforte öe$ Paradieses. Roman von Ongeborg Vollq uartz. Berechtigte lleberietzung aus b*m Dänischen. 17. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) ,Orla ist jetzt gerade ein wenig unruhig," suchte Frau Inger ihn zu entschuldigen. .Das ist er doch immer — unruhig und unstetig." .Seine Stelle ist ihm verleidet —“ fing Frau Inger mit fünfter ö.imme an. Erstaunt sah der Hauptmann zu ihr auf. .Tu wirst ihn doch nicht darin bestärken wollen, dah er sie verlassen soll!" rief er. »Rein, natürlich nicht," w.h t2 Frau Inger ab. »Aber man kommt damit auch nicht weiter, dah man ihm gar keine Beachtung schenkt, und vielleicht hat er auch recht damit, dah die Stelle nicht ganz die richtige für.ihn ist." ,'Ra also? Tu bist also der Ansicht, dah es ganz in der Ordnung ist. wenn er eine nette und auch ziemlich gutbezahlte Stelle aufgibt, um nach diesem ganz ungewissen Buenos Aires auszuwandern ?" .Rein, dieser Ansicht bin ich gar nicht. Ich weih auch, du willst nicht haben, dah er so wett fort — auf Abenteuer auszieht, wie du es nennst, aber ich habe schon öfters gedacht, es toärt vielleicht richtig, wenn er eine Stelle mit etwas freieren Verhältnissen fände. Oda hat nichts Böses an sich, er braucht nur etwas mehr Platz, sich zu ttibven, als manche andre." .Recht schön und gut, aber wo findet man eine solche Stelle?" fragte der Hauptmann und iah seine Frau herausfordernd an. wird angenommen. Ein Antrag der Unabhängigen, für den auch der Abgeordnete Köhnen (K.) unter heftigen Angriffen gegen die volksverräte- rische Haltung der Mehiheitssozialisten eintritt, will für die Genossenschaften und Konsumvereine die Steuerfreiheit wiederherstellen. Abg. K a b m a n n ( verckeh tunn an ile so g.nchm drei Vereinsmitglieder den EhrendriefdesMjttel- rheinlreises: H. Hartmann, H. 21, Reichwein. W. Henes. Rn 6 Turner kcnntr dami für 50 übrige Mitgliedschaft das goldene Dereins<»bz Ichen überr ich! w-rden. 3-n Mitt l Punkt des AdendS stand ein Vortrag von £e.;‘rcr Otzwald über das Leben und W i len, Ringen und Leiden des hessischen Turnvaters Friedrich Ludwig W e i d i g, dec vor 100 Jahren in Vutz- bach als Rektor und dann in Obergleen als Pfarrer tätig war. Ein vom Gewerdeveiein Butzbach aus Anlatz des Butzbacher Stad-iubckä'ims gestifteter Wanderpreis, der den Ramen dieses unvergeßlichen Vorkämpfers für deutsche Einheit und Freiheit trägt, wurde vom Turnverein 1860 im Lllannschaftskamps erstmalig erworben. Redakteur Schneider (Butzbach) überr- ichle im 2lu,trage des Butzbacher Gewerbeverein-, der siegenden Mannschaft etie künstlerische UrEunbe dazu. Der Turnverein errang im abgelaufenen Hahre bei den turnerischen Veranstaltungen, im Bezirk, Gau, Gauverbund, beim Rhönturnen, Feld- bergsest und den volkstümlichen Wettkämpse.u In Dad°Rauheimer Hochckvalde zusammen 145 Einzelliege und mehrere Mannschaftssiege. Sandel. Der französische Handel. Daris, 21. März. (WTB.) Rach der heute veröffentlichten amtlichen Statistik führte Frankreich in den ersten beiden Monaten des laufenden HahreS Waren im Werte von 3 334 678 000 Francs ein gegen 4 082 790 000 Francs im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Es liegt ein Rückgang von 748 012 C00 Francs vor. 3n denselben beiden Monaten des laufenden Jahres belief sich der Wert der svonzös.sch Ausfuhr auf3 492 053 000 Francs gegen 3 861 3c0 0C0 F.ancs in den ersten beiden Monaten des Vorjahres. Der Rückgang beträgt hier 369 317 000 Francs. 3n Tonnen a is- gedrückt beträgt die Einfuhr in den ersten beiden Monaten des Jahres 1922 7 521 964 gegen 6 928 347 Tonnen im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Hier liegt eine Verstärkung der Einfuhr um 593 677 Tonnen vor. Die Ausfuhr in den ersten Heiden Monaten dieses Hahres erreichte 3 073 964 gegen 2 799 660 Tonnen im gleichen Zeitraum des sichres 1921. Hier ist eine Erhöhung der Ausfuhr um 274 304 Tonnen erzielt worden, y * Derlin, 22. März. Börsen st immungs- 1 bild. Die in die politische und wirischcfflllche Selbständigkeit Deutschlands tief eingreifenden Forderungen der Reparationskommission, die wahrend des Börsenverla-ufes bekannt wurden, be- airkten am Devisenmarkt erneut sprunghafte Preissteigerungen, wodurch der Dollarturs toitber auf eine Hohe von 308 und die anderen hochwertigen Au land-,dw.sen auf entsprechende Hoch- lurse gebracht wurden. Die Etfekten-Börse felbii oerharrtc weiter in geschäftlicher Zurückhaltung. Bei nne.'erum uneinheitlicher Kursb-ldung, die in 20- bis 4.Proz., sich u igefahr die Wagschale H.U- .enden Kurs Veränderungen nach oben und unten -um Ausdruck kam, war die G.undfiimmung doch »ls freu.d.ich zu bezeichnet. Zu lebhaften ilni- sätzen kam es auf den bejchloffenen Preiserhöhungen nur in Kaliwerten, von denen die im Drotz- oerkehr gehandelten Papiere um 40 bis 100, ;ie im Freiverkehr umgesetzten Adler-, Hall eschen und Hannoverschen Kaliverle-Rktien unter Schwankungen mehrere hundert Prozent stiegen, wobei in den le .^genannten Papieren a ich erneut auslebende Interessenkämpfe eine wesentliche .volle gespielt Huben sollen. 3nfolge der Devcken- jau se nahmen Otaviwerte b i 90proz. Be.ferun« gen ihre steigende Bewegung wieder auf. Auch ausländische Renten mit valutarifchem Einschlag, wie Merikaner, Griechen und Türken, wurden neuerdings wZenllich höher bezahlt. Von heimischen Renten erhielt sich für Reichsanleihe teste Meinung. 3n der stillen, lustlosen Haltung der Börse traten weiterhin Veränderungen von Belang nicht ein. Frankfurt a. M., 22. März. Dörfen- st 1 m m u n g s b i l d. Die Entscheidungen der Re- parat ions komm ifsion lagen der Börse vor und zeigten wieder grobe Ansprüche Frankreichs an Deutschland, daher machte sich eine berechtigte Zurückhaltung bemerkbar. Der Devisenmarkt zeigte im Frühverlehr eine mäßige Deseüigung, lieh dann im Verlause ein Anziehen der Preise erkennen. Der Dollar wurde im Frühverkehr 285 bis 295 genannt und stellte sich bei Beginn der Börse aus 304—307. 3m f eien Verkehr war das Geschäft ru>ig und dir Tendenz vorwiegend behauptet. Kasseler Fatz 2350. Deutsche Petroleum 2075—2100. Chemische Rhenania 1200 Brockhues 1465. Julius Sichel ca. 703. Am Markte der variablen Papiere zeigte sich eine bessere Hal u^g für Harpener Chemische Akiiun gaken teilweise etwas nach. Bad Anilin gut behauptet, 765. Metall-, Maschinenfabrik- und Autoaklien wurden niedriger genannt. Banken waren behauptet. Der (Smfy-itSmarEt zeigte ein recht lustloses Aussehen. Der Schlutz gestaltete sich bei stillem Geschäft ziemlich gut behauptet. Privatdiskont 4y2 Prozent. Frankfurt a OIL, 23. März Züricher Devisenmarkt. 22. L 23.3. Wechsel auf Schweizer Franken Holland 100 Fl. — ld4.0> 194.45 Deutschland 100 ML = L785 1.67 Wien 100 Är. — 0.06 0.06 Prag 100 Kr. — 8.875 8.90 Paris 100 Fr. — 46.J0 46.55 London 1 £ = 22.51 22.55 3taüen 100 2. = 26.15 26.25 Brussel ....... 100 Fr. = 43.40 43.65 Budapest 100 Är. — 0.63 0^1 Reuyork 100 $ — 513.75 513-75 Agram 100 Kr. — 1.55 1.53 Warschau 100 Är. = 0,125 0,125 Markuotienmgeu. y, Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Datum: 1-7.14. 21.3. 22.3. Zürich Fr. 125.40 1,77 1,70 Amsterdam ..... FL 59.20 0,91 0,88 Kopenhagen Kr. 88.80 1,67 1 56 Prag Kr. 117 80 20.- 19,65 Stockholm Kr. 88.80 1,35 1,28 Wien Kr. 117.80 2582,- London. . Sh. 97.80 6 25 Paris Fr. 125.40 3.85 8,63 Reuyori $ 23.80 -.35 -.38 Börsenkurse. Frankfurt Berlin Schlutz- Schluß- Schlutz- Schluß- Kurs Kurs ^irs KurS Datum: 21. 3. 22.3. 21.3. 22.3. 5°/ Dsich. KriegsanL 77,50 77,50 77,50 77,50 4'/,Dtsch. Reichsanl. 04,- 94.50 94 - 94 25 3*/,Dtsch.Reichsanl. 128- 128,- 128.25 128,- 470 Preuh. KonsolS 76,50 76,50 76,50 76,25 Hamburg-Paketf.. . 52u.— »12,— 517,- 512,— Rorddeutscher Lloyd 3y5, ■— «42,— 392,— 390,50 Comm.u.Privatbank 333,- 333,- 339,- 337,- Darmstädter Dank . 335,— «35,- 33 >,- 335,- Deutsche Dank . . . 6»7, - 3. >6,50 594,— 6^8, — Disconto-Gefellfchast 496,- 495, - 497,- Dresdner Dank . . 365, — 363,— 368, -- 366, — Mitteld.Ereditbank. 301,- 301,- 3J0,- 301,- Rationalbank f. D. . 345,— 343, — 346,50 347,- Doch. Guhstahlwerke 1250,— 1225, 1265,— Dud.- Eifenw.- Akt.. 580,- 980,- 994,50 985,- D.-Luxemb. Dergw.. 11'5,— 1150,— 1 IC 3,— 1150,— Gelsenkirch.Dergw.. 12)9,- 1200,- 1202,- 1190, - Harpener Bergbau. ls30,- 1850,— 1840,— 1840,— Oberschl. Eisenb.-B. 1140,- 1110,- H4>,- 1111,- Oberschles. Eisenind. 925.- 900,- 906,- 900,- Phönix-Dergb.-Akt. 1270,- 12'0,- 1252,- 12-10,- Dad.Anilin-u. Soda 766,- 769,- 755,— 7a6,- Höchster Farbwerke. '<25,- 725,— 730,- 718,- Allg. Elektr.-Ges. . . 842,- 825,- 830,- 822,- FeltenL Guilleaume -,- 1055,- -,- 1085,- Schuckert-Werke. . . 755,- 760,- 769,60 770,- Adlerwerle 569,- 585,- 572,- 578,25 Daimler 562,- 552,- 5^8, - 540,25 4° ° Hess. Staatsanl. 76,- 76,- 75,10 75,50 Electron Griesheim 925,- 928,50 921,- 910,- Dtfche. Dereinsbank 243,- Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld Brief Datum: zl. Marz. 22. März. Am,td.-Rotterb. 11013,95 11336,05 11'88,90 11611,69 Brüssel-Antw. . 2445,05 Christiania. . . 5084,90 Kopenhagen . . 6153,8) Stockholm. . . . 7552,40 Helsingfors... 619,35 Italien 147J,o2 London .... 1262,60 Reuyork. .... 288,21 Paris......2602, 5 Schweiz .... 6644,jo Spanien 4465,50 Deutsch-Orsterr. 3,98 Prag 496,fcO Budapest.... 35,8» Buenos Aires . 105,35 Bulgarien . . . 191,30 2449,95 259 ,40 2597,60 509 >,10 5354,60 536».40 616b,20 6,33,45 6546, >5 7567.60 804 ,95 8058,05 620,25 653,30 6 4 70 1476,50 1548,15 1551,55 126\30 134i,15 1343,85 288,79 304,19 304,81 2607,65 2747,25 2752,73 6655,65 5914,05 5925,95 4475, 0 <710,25 477 ,76 4,02 3,93 3,97 497,50 624,45 525,55 35,94 3b,06 36,14 lu5,65 111,72 112^2 194,70 -,- 15. SLdwestdeutfche Zentrülhanteanktion. * Mainz, 22. März. Heute fand die 15. Südwestdeutsche Zenttalhäuteauktion statt, bei der in 530 Losen xirEa 95C0 Großviehhäute, 10 500 Kalbfelle und 2000 Hammelfelle zur Versteigerung kamen. An der Auktion beteiligten sich die Häuteverwertungen Bingen, EmS-Lahnstein, Kreuznach, Mainz, Oberslein, Oestrich, Saarbrücken, Saarlouis, Schierstein, St. Goarshausen, Simmern und Trier. Die Auktionsbedingungen waren wie seither die des Verbandes Süddeutscher Häuteverwer- tungsvereinigungen. Bei anfänglich abwartender Haltung zogen die Preise gegen die letzte Auktion weiter erheblich an. ES werden ^erzielt pro Pfund je nach der Herkunftsklasse und der Gewichtsklasse für: Schaffelle Mk. 20.80 bis 21.90, Kalbfelle ohne Kopf Mk. 66.30 bis 81.50, Kalbfelle mit Kopf Mk. 64.80 bis Mark 69.—, Großviehhäute ohne Kops Mk. 37.05 bis Mk. 50.—, Gewichtsklasse über 80 Pfund Mark 32.75 bis Mk. 34.—, Großviehhäute mit Kopf Mk. 33.60 bis Mk. 35.—, schwere Großvieh- Häute über 80 Pfund Mk. 29.—. Die nächst« Auktion findet am 20. April d. Z. Im Kasino ,4>of zum Gutenberg", Mainz, statt. (3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Die französische Delegation. Paris, 22. März. (WTB.) Wie bet „Petit Parisien" mitteilt, glaubt man, daß die französische Delegation sich zusammensetzen werde aus dem Iustizminister B a r t h 0 u, dem Finanzminister de L a st e y - r i e, dem Ministerialdirektor Seyd 0 ux, dem Unterstaatssekretär Sergent und einer fünften Persönlichkeit, einem Sachverständigen in DerkehrSfragen. Amerikas Vertretung hi Genua. Paris, 22. März. (WTB.) Rach einer vorn „Petit Parisien" wiedergegebenen Meldung aus Washington hat sich die amerikanische Regierung entschlossen, keinen Beobachter zur Konferenz von Gencka zu entsenden, sondern dem amerikanischen Botschafter in Rom die Sorge zu übertragen, über den Verlauf der Konferenz zu berichten. Beteiligung der ungarischen Sozialdemokratie an den Wahlen. Budapest, 22. März. (WTB.) Del Ausschuß der ungarischen sozialdemokratischen Partei beschloß, sich an den bevorstehenden Wahlen zur Aattonal- versammlung zu b e t e i 11 fl e n. Eevering über preußisch« Politik. Derl i n, 21. März. (WTB.) 3m HauptauS- schuß des preußischen Landtages, Der den Haushalt des Ministeriums des 3miern weiter beriet, hat Minister Eevering die Frage, ob kommunistische Funkanlagen gefunden wurden, bejaht. Mit den Ko mm unisten müsse man jetzt Fraktuc reden. Die prcühifche Regierung. die diesen Ramen verdiene, müsse bestrebt sein die Bildung von Reichsprovinzen aus Preu- hischen Gebieten zu verhindern. Das gälte auch für Oberschlesien. Wenn im Osten eine Absplitterung beginne, würbe es kein Halten mehr geben. Eine eigene Provinz Oberichleckcn liege auch nicht im schlesischen Interesse. Die Städtevronung werde gleich nach Ostern eingebracht. Spätestens im nächsten Frühjahr mutzten die Reuwahlen stattfinden, unter Umständen auf Grund eines Rvtgesetzes. In dec weiteren Aussprache bestätigte Severing, daß die Grenzfestsetzungen durch die Dotschafterkonfe- renz im Weichselgebiet leider zu Ungunsten Deutschlands erfolgen. Die Entscheidung widerspreche dem klaren Wortlaut des Friedensvertrages und der Aenderung des FriedensvertragcS. GS solle versucht werben, auf Grund des Friedensvertrages noch eine Aenderung zu erreichen. Redaktionsstrelk ht Detmold. Detmold, 22. März. (WTB.) Das Redaktionspersonal der „Lippe- schen Tageszeitung" (Deutschnational) ist gestern abend wegen Differenzen mit dem Aufsichtsrat in den Ausstand getreten. Ein Neues Heilmittel gegen die Ehphilis. Paris, 21. März. (Wolff.) Professor Levatide hat soeben ein neues Heil- rnittelgegendieShphiliS entdeckt. Er spritzte einem Manne den KrankheitSbazilluS ein und als die Krankheitserfcheinungen sich zeigten, spritzte er eine Arsenillösung ein. Vierzehn Tage spater waren die Geschwüre vernarbt und der Kranke ist heute vollständig gehellt. Behördliche Anzeigen Bekanntmachung. Detr.: Errichtung einer Küferzwangsinnung für die Stabt und den Kreis Gießen. Nachdem ein Antrag auf Errichtung einer Zwangs» Innung für das Küfertzandwerk, deren Bezirk die Stabt unb ben Kreis Gießen umfassen soll, gestellt worden ist, fordere ich unter Bezugnahme auf die Der» öffentlid)ung des Kreisamts Gießen vom 2. März 1922 (Amtsverkünbigungsblatt Nr. 33) alle felbstänbigen Hanbwerker, bie in bem Stabtbezirk Gießen bas Küserhanbwerk betreiben, auf, mir bis spätestens 1. April b. Zs. schriftlich ober münblich mitzuteilen, ob sie sich für oder gegen die Errichtung der Zwanqsinnung aussprechen. Die Abgabe der mündlichen Erklärung kann währe,lb bcs angegebenen Zeitraums an Werktagen von 8-1 Uhr vormittags unb 3-6*, Uhr nach» mittags im Derstcherungsamt, Asterweg 9, Zimmer Nr. 3, ersolgen. Die Abgabe einer Aeußerung ist auch für die Handwerker erforderlich, bie ben Antrag auf Errichtung ber Zwangsinnung gestellt haben. 1 Nach Ablaus des obigen Zeitpunktes eingehenbe Aeußerungen, sowie solche Erklärungen, bie nicht erkennen lassen, ob ber Errichtung einer Zwangs» Innung zugestimmt wirb ober nicht, bleiben unberücksichtigt. Gießen, ben 22. März 1922. 28908 Der Oberbürgermeister. 3. D.: Dr. Fre h. Nutzholz-Versteigerung. Die (Bemcinbe Frankenbach verkauft am 2S. März d. 3. nachstehenb bezeichnetes Holz: 1. zirka 80 Fstm. Eichen-Stammholz, 2.-4. KL » 20 Nm. „ Nutzknüppel IL „ 200 Fstm Fichten.Stämme „ 250 Fichten-Stangen L, 350 2n 320 3. KL m.. n 180 Fstm. Fichten-Stämme. Das Holz zu I wirb öffentlich an Ort unb Stelle vorm. 9 Uhr beginnenb, zu 11 irf hiesigem Gemeinde» Haus versteigert, zu Ul wirb in Submission in 2 Losen vergeben unb zwar Los I 123 Fstm, Los II 56 Fstm. Angebote sink» nach Losen getrennt (Preis pro Fstm.) bis zum 29. b. M., mittags L Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei mit ber Aufschrift „Angebot für Fichlen-Stammholz" einzureichen, woselbst im Beisein etwa erschienener Bieter bie Angebote geöffnet werden Genehmigung bleibt Vorbehalten. Die Bedingungen werden im Termin bekanntgegeben. Das Holz kann vorher eingesehen werden unb wolle man sich wegen Besichtigung an Forstgehilfen Köster bahier wenben. Frankenbach, ben 20. März 1922. (2886D Der Bürgermeister: Weber Konkursverfahren. 3n den Konkursverfahren über das Vermögen 1. der Firma L. Dorngäffer in Gießen, 2. des Kaufmanns Leopold Dorngäffer in Gießen und des Kaufmanns Dathcm Dorngäffer in Rodheim a. d. Dieber ist infolge eines von den Gemeinschuldnern gemachten Vorschlags zu einem Zwangsvergleiche Dertckeichstermin auf Freitag, den 7. Aprll 1922, vorm. 9 Llhr, vor dem Amtsgericht in Gießen (Reubau), Ostanlage 11, Zivilsihungsfaal (mittlerer Stock) anberaumt. Der Termin dient gleichzeitig der Prüfung nachträglich angemeldeter Forderungen. Der Vergleichsvorfchlag und die Erklärungen des Gläubigerausschuffes sind auf der Gerichts- fchreiberei des Konkursgerichts zur Einsicht der Deieiligten niedergelegL Gießen, den 13. März 1922. 2884B Der Derichtsfchreiber des Hessischen Amtsgerichts. Submission. Für das Rechnungsjahr 1922 soll die Lieferung: 1. der Fleisch- und Wurstwaren 2. deS Drotes auf Grund der bestehenden Destimmungen vergeben werden. SchriftlicheAngebote sind bis zum Eröffnungstermin Samstag, den 25. März, vormittags 11 tthr 1922, hierher einzureichen. Gießen, den 20. März 1922. 2839c Direktion der LanveS-Heil- und Pflegeanstalt Gießen. Be!an«rmnck»ung. 3n unfer Handelsregister Abt. A wurde heute bezüglich der Firma Pfeiffer & Decker, Wiefeck, eingetragen: Die Firma ist erloschen. Gießen, den 10. März 1922. 2885B Hessisches Amtsgericht.______________ Holzsndmission. Die Gemeinde Wißmar hat durch Windiall gewonnenes Nadelholz int Wege schriftl. Angebots zu vergeben, nämlich: DiHrütt 17 unb 25c: Los 1 2 Fichtenstämme 1. Kl. — 4,14 Fstm. « 2 17 „ 2. „ = 20,89 „ „ 3 43 „ 3. ,, -- 30,96 „ „ 4 36 „ 4. „ = 11,43 „ Angebote nehme ich bis 1. April d. Z, mittags 12 Uhr, an meine Adresse entgegen. Eröffnung ber eingegangenen Offerten zu berfelben Zeil. Bedingungen: Anerkennung der hier Übsichen Holzverkaufsbedingungm unb 8 Tage langes ©e» bunbenfein an bas Gebot vom Tage ber Eröffnung ab. Zahlung bes Kaufpreises bis zum 1. Mai b. Z. an bie Gern inbekasse in Krofborf. ."trofborf (Kr. Wetzlar), ben 19. März 1921 Der Bürgermeister. (2388V Bekanntmachung. In der 3eit vom 27. März bis 22. April 1922 werden bie sämtlichen ftädt. Strafoenhanäle gespült. Währenb dieser Zeit sind bie Nückslauverschlüffe an Grünbstücksentwässerungen verschlossen zu halten. Gießen, ben 22. März 1922. (2894B Stadtbauamt Gieheii. 3.03.: Köhler. Mitteldeutsche Lreditbank. Die Ausreichung unserer jungen Aktien aus Bezug 1921 erfolgt vom heutigen Tage ab gegen Rückgabe ber mit Empfangsbescheinigung versehenen Kaffenquittung bei berjenigen Bezugsstelle, von ber bie Kaffenquittung ausgestellt ift Frankfurt am Main . . -----'-rö—r--------, den 18. März 1922. Berlin 0 2903<* Mitteldeutsche Crebttbonft. 46a Erst prob’Sj dann lob’sl Kemieffen- * Pulver A mildem Fluad>tem * p. Norpu> oileibe^en Bohxoffen benjoteiR Khortdie'ifixbeund greift OKHon taseWnker Fabrikant: P. Jos. Mobs, Gießen Seifenfabrik. Jede 100» Dose mit wertvollem beschenk .Ml OwnW?*c Lubszynski 6C9A-G Blnlichfenbeeg Engroe-Vertrieb: KllncelhöfTer & Dllgea, ____ Droyen-GroUhandlung, Gießen. aiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiinmiiiiiimiiimiiiiiuimniiiimne | Louis Rothenberger | e Gießen Frankfurt a. AL, West I — Neuenweg 22 Ad Ankauf Verwertung und Reparaturen von 518c Lokomobilen Siegerländer Dampfkessel- Industrie und -Handel Neunkirchen (Bez. Arnsberg) !ll. 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