RMö Der G,ehener Anzeraer erscheint täglich, außer Sonn» und Feierlaos. Monatlich« Sezugrpreise: Mk 9-50 emschl. Träger» lohn, durch die Post Mk. 10. - einlchl. Bestellgeld, auch bei Nichterschei» nrn einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernlprech-Anschlüsse: fürdieSchristleituno 112; für Druckerei. Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. Erstes Blatt 112. Jahrgang Donnerstag, 25. Kebruar 1922 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrvck und Verlag : vrühl'sche Univ.-Vuch- und Steindruckeret H. Lange. Zchriftleltung, Geschäftsstelle und Dmderet: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher obnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v 34 mm Breite örtlich 70 Pf., auswärts 90 Pf.; für Reklame» Anzeigen von 70 mm Breite 3.0 Pf. Bei Platz» Vorschrift20 Aufschlag. Hauplschriftleiter: Aug. Goetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: flarl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gietzen. Die Vermögenssteuer. □ Berlin, 22. Februar. Die Fortsetzung der Beratung des Der- niögenSsteuergesetzes im Steuerausschuß dee Reichstages begann mit dem in erster Lesung bereits hinreichend ausgetragenen Streit über die Wertermittlung, in dem sich die Ansichten der nichtsozialtstischen und der so- zialtstischen Parteien unversöhnlich gegenüber, stehen — Hie gemeiner Wert, dort Srtrags- loert für landwirtschaftliche Grundstücke. Seitens des Sprechers der Deutschen Dolkspartei wurde bei dieser Gelegenheit auf die besonderen Verhältnisse des Weinbaus, auch des Gemüsebaues, htngewiesen und an der Hand Praktischer Beispiele und Ertragsberechnungen der letzten Jahre überzeugend dargetan, daß bei diesen besonderen Arten lanÜH wirtschaftlicher Bebauung für die Crmittluich des nachhaltigen Ertrages wesentlich längere Fristen als die letzten drei Jahre in Frage kommen müssen. Die Abstimmung ergab im allgemeinen Festhalten an der Fassung der ersten Lesung mit zwei nicht unwichtigen Ausnahmen: Der sechste Absatz des § 16, der eine gesonderte Behandlung des Betriebsvermögens des Pächters bei verpachteten Grundstücken betraf, wurde in zweiter Lesung abgelchnt, dagegen ein neuer Absatz hinzugefügt, der feststellt, daß „als dauernd dem Betrieb gewidmete Gegenstände . . . auch dauernde Beteiligungen an anderen Betriebsunternehmungen" gellen. Der Tarif des DermögenssteuergesetzeS wurde, einem Kompromihantrag entsprechend, so festgesetzt, daß er sich auf eine Mittellinie zwischen dem Regierungsentwurf und den Beschlüssen erster Lesung bewegt: Die Besteuerung beginnt mit Eins vom Tausend bei den ersten angefangenen oder vollen 250 000 Mk. und erreicht den Höchstsatz von 10 vom Tausend oder Eins vom Hundert bei Vermögen von über 25 Millionen Mark. Bezüglich des Zuschlages (§ 22) bleibt es bei den Beschlüssen der ersten Lesung, die denen des Reichsrats entsprechen. Ferner wurde eine Entschließung angenommen, die im Falle einer erheblichen Deränderung der inneren Kaufkraft des Geldes eine Anpassung des Tarifs an diese Veränderung im Wege eines im letzten Vierteljahr vor dem DeranlagungLzeitpunkte zu erlassenden Reichsgesetzes vorsieht. Die übrigen Bestimmungen des Gesetzes wurden im wesentlichen in der Fassung der ersten Lesung bestätigt; ein volksparteilicher Antrag, in § 39 außer den reinen Hypothekenbanken auch die Schiffspfandbriefbanken von der welleren 'Abgabe in Höhe der Hälfte des Reichsnotopfers zu befreien, wurde angenommen. Eine der Pikanterie nicht ganz entbehrende Frage, die zwischen den Kompromiß- parteien — Demokraten, Zentrum und Mehr- heitSsozialdemvkratie — über den Umfang des Kompromisses bezügl. der weiteren Abgabe in Höhe der Hälfte deS Reichsnotopfers für nichtphhsische Personen entstand, wurde im Sinne der Annahme des § 39 — mit dem genannten volkSparteilichen Zusatz — nach den Beschlüssen erster Lesung erledigt. Berlin, 22. Februar. (WTB.) Der Reichstagsausschuß für die Steuerfragen, der heute den Entwurf eines D e r- mögenszuwachssteuergefetzes in zweiter Lesung beriet, nahm zu § 14 einen Antrag Lange-Hagermann (Ztr.) an, wonach die Bestimmung erster ßefung zu stretchen ist, die 100 000 Mk. DermögenSzuwachs steuerfrei läßt, und den Betrag des steuerfreien DermögenszuwachseS für jede unterhaltungspflichtige Person erhöht, wenn eine Familie mehr als zloei unterhaltungspflichtige Personen zählt. Ferner beschloß der Steueraus- schuh gemäß einem Antrag Lange-Heger- mann folgende Staffelung der Steuer: Für tue ersten angefangenen oder vollen 200 000 Mi', des steuerpflichtigen Dermögens- zutoachses 1 Prvz., für die nächsten angefangenen oder dollen 200 000 Mk. 2Proz„ für die nächsten angefangenen oder vollen 300 000 Mark 3 Prvz., für die nächsten angefangenen oder vollen 300 000 Mk. 4 Prvz., für die nächste angefangene oder volle Million 5 Prvz., für die nächste angefangene oder volle Million 6 Proz., für die nächste angefangene oder volle Million 7 Proz., für die nächste angefangene oder volle Million 8 Prvz. und für die nächste angefangene oder volle Million 9 Prvz., weitere Beträge 10 Proz. Die übrigen Bestimmungen wurden nach den Beschlüssen der ersten Lesung angenommen und damit das ganze Gesetz. Der Kabinettswechsel in Italien. Rom, 22. Febr. (WTB.) Nachdem de Ricola und Orlando eS abgelehnt haben, das Kabinett zu bilden, hat der König heute nachmittag Giolitti empfangen. Der Reichskanzler und das Unglück des ßtncriTnnifdim Luftschiff» s. Berlin, 22. gebt. (WB) D-rr Reichskanzler hat an den a^e iranischen D cht tZ- Lräger Drösel folgendes Sch.> iben g riJ,t t Mit tiefer Anteilnahme entnahm ich cn3 Zeitangs- nachrichten, daß das amerikanische Militär l n f t s ch i f f .Roma" lein lieb rf ie-;en des Rampton Roab-KanalS expedierte unb mit Eine Zusammenkunft Lloyd Georges und PoinearLs. Paris, 22. Febr. (WTB.) Die HavaS- agentur berichtet aus Ämdon, in amtlichen Kreisen verlaute, daß Lloyd George und PoincarS in ein oder zwei Tagen in Frankreich zusammentreffen, allerdings nicht in Paris. Reuter veröffentlicht hierzu eine Rote, in der der gemeinsame Wunsch Frankreichs und Englands hervorgehoben wird, daß eine private Unterredung zu dem angegebenen Zeitpunkt zwischen den beiden Premierministern stattfinde. Ort und Datum seien noch festzusetzen. Lloyd George werde nur von einem Sekretär begleitet und nicht länger als einen Tag von London abwesend sein. Die alliierten Sachverständigen würden erst nach der Zusammenkunft der beiden Premierminister die erste Sitzung abhalten. Hierzu bemerkt Havaö offiziös, die Unterredung der beiden Staatsmänner, der keine Sachverständigen beilvohnen würden, würde nur eine Stunde dauern und streng privaten Charakter tragen. London, 22. Febr. (WTB.) Der diplomatische Berichterstatter des .Daily Ehronicle" erfährt, baö Lloyd George die Absicht habe, sich am Samstag nach Paris zu begeben, um mit Voincars die verschiedenen Fragen betreffs Der Beziehungen zwischen Frankreich und England zu beraten. Man erwarte, daß insbesondere die Frage der Konferenz von Genua erörtert werde, und daß, wenn möglich, ein Einvernehmen über den Zeitpunkt erzielt werden solle, an dem die Konferenz stattfinoen könnte. Man hofft üt hiesigen ministeriellen Kreisen, daß die Verschiebung der Konferenz von Genua, die, 'toic erklärt wird, infolge des Sturzes der italienischen Regierung unvermeidlich erscheine, keine Verschiebung von langer Dauer zu sein brauche. Selbstverständlich werde es auch von der französischen Regierung abhängen, ob die Konferenz bald stattfinden könne. Die Konferenz von Genua. R o m, 22. Febr. (WD.) Zeitungsmeldungen zufolge wird die Konferenz von Genua am 15. ober 23. März gufammentreten. Die Verschiebung der Konferenz fei durch die Rottoendig» leit, die Vorbereitungen zum Abschluß z i bringen, unvermeidlich geworden. London, 22. Febr. (WTB.) Reuter erfährt, daß ^zwischen London und Genua für die Zwecke der Konferenz von Genua eine direkte telephonische Verbindung hergesteltt werde. Deutsche Sachverständige in London. Berlin, 22. Febr. (WB.) Die englische Regierung bat der deutschen Regierung mitgeteilt, daß die Konferenz zur Bildung eines Wieder- aufbau-Shndilats für Rußland b'.e Zuziehung von deutschen Sachverständigen beschließen würde. Um eine Verzögerung zu vermeiden, möchten unverzüglich Vertreter nach London e tsandt nxr^en. Tie deutschen Vertreter sind: S aatäfetretär a. D. Dankdirektvr Bergmann van der Deutschen 'Bant, und Kempner vom Kalishndikat. Sie werden die deutsche (Industrie und Dankwell in London vertreten. Diese Besprechungen find nicht zu verwechseln mit den Londoner Dorb sprochungen für die Konferenz von Genua. Von der Entsendung deutscher Sachverständigen hierzu ist noch nichts bekannt. Die deutschen Sachlieferungen. Berlin, 23. Febr. Wie der sozialdemokratische Parlamentsdienst mitteilt, hat die in Berlin weilende Delegation der R e p a r a - tionskommission der deutschen Regelung einen Vorschlag überreicht, die in Cannes vereinbarten Sachlieferungen im Betrage von 1450 Millionen Goldmark nicht nur an Frankreich, sondern an alle alliier en Staaten ab;u- fübten. Weiter soll nach dem Vorschlag der f r e i e Aufka u f ae'talet werden, h bih z B. die französischer Aufk u er dir De wäge für bi' aufgeka f e Ware direkt an ihre Regerunz abfüyce.r und diese die erhielten Einkünfte auf das deutsche Reparationskonto gutschreibt. Lieber Ein eibeiten des Vorschlages werden zur Zell noch Verhandlungen geführt. — Zur Frage der Sach'ieferungen im freien Verkehr wird, tote die ^D.-ursche Allg Ztg." aus Parlamentär schen Kreisen e.fäb't dec auswärtige Ausschuß sogleich S ellung nehmen. Dors tzmöer Dr. Stresemann v^abichtigt, ihn bereits für morgen einjuberufen. Minister Dr. Rathenau wird das Problem der Sachsie'eruna im freien Verkehr in einer Sitzung ausführlich erörtern. der Besatzung nieberftürate. Viele Menschenleben sollen zu beMagen fein Ich darf Sic bitten, hochverehrter Herr Dresel, den Hinterbliebenen der Verunglückten und der Regierung der Vereinigten Staaten die herzlichste Anteilnahme der deutschen Reichsregierung übermitteln zu wollen. Washington, 21. Febr. (Wolff.) 3m Kriegsdepartement wird erklärt, daß bie «Rom a“ eine Probefahrt unternommen habe, um amerikanische Motore zu probieren, die an Stelle der italienischen eingebaut worden waren. Der Stand der deutsch- polnischen Verhandlungen. Genf, 22. Febr. (WTB.) Die Abreise des weitaus größten Teiles der Unterausschüsse ist bereits beendet und auch die Arbeiten der anderen Unterausschüsse sind nunmehr' so weit gediehen, daß nunmehr ein Heberbllck über den Stand der deutsch-polnischen Verhandln n» ge n möglich ist. So hofft man, daß das gesamte Vertragswerk gegen Ende der nächsten Woche erledigt sein wird. Zedoch können die llnterzeich- nungsformallläten erst später erfolgen, da der Vertrag einen sehr großen Umfang hat, viele Hunderte vonParagraphen uinfaht, die schwierige technische Probleme behandeln und außerdem die Herstellung des französischen Textes, wie seine Anpassung an den maßgebenden deutschen und französischen, sorgfältigste Redigierung erfordern. Ein abschließendes Urteil über das Ergebnis der Verhandlungen läßt sich noch nicht abgeben. Die Zahl der einzelnen Streitpunkte ist jedenfalls fett Beginn der Verhandlungen wesentlich geringer geworden, aber in den noch unerledigten Streitfragen habe sich die Mei- nungsverfchiedenheiten eher verschärft. 3m wesentlichen warten noch die Probleme des Unter- ausschusseS 5 (Alteisensrage), 7 (Gewerkschafts- frage), 10 (wichtige Liquidationsfragen), 11 (Minderheitsschuh) und 12 (zwischenstaatliche Organisationen) der Lösung. Präsident Calonder wünscht, daß auch in diesen Fragen eine unmittelbare Einigung zwischen den Beteiligten unter Vermeidung des Schiedsspruches erfolgen möge. Es ist aber sehr fraglich, ob eine solche Einigung zu erreichen sein wird. 3m übrigen schweben noch eine Reihe von Vertragsverhandlungen, so in Pofen (Danken), in Deutschland (Teilung der Knappschaften usw.). Besonders stark ist der Ge- gensatz in der Minderheitenfrage. Die polnischen Vertreter wollen lediglich die Einfügung des Minderheitenvertrages vom 28. Zuni 1919 in das deutsch-polnische Abkommen. Rach deutscher Auffassung ist ein solches Anfinnen für die oberschlesischen Verhältnisse schon deshalb unmöglich, weil jeder Vertrag den unlösbaren Zusammenhang zwischen Minderheitsrechten und Wirtschafts ragen, wie er in Oberschlesien besteht, nicht berücksichtigt. Die Arbeiten im 12. Unterausschuß Wersen außerordentlich schwierige juristische Fragen auf, so die künftigen Beziehungen der gemischten Krmmi f on zu den B saHurg!be')örben und den Vöck^bundscinrichtungen, dem Vcl'er- bundsrat und dem ständigen internationalen Gerichtshof. Rur im unaufhörlichen Zisammerhang mit den übrigen Teiler des Vertrages ist eine befriedigende Lösung des komplizie ten Problems denkbar, aber auch hier bestehen noch Meinungsverschiedenheiten. So wollen die Polen die Minderheitenfrage von der (Inständigkeit der gemischten Kommission au schließen unb bei der Bevölkerung nur den Appell an den Völker- bundsrat zulassen. Der gege iwärlige S and der Verhandlungen beweist von neuem, wie bie8 übrigens stets von deutscher S.ite vorausgcsagt wurde, daß es leichter ist. eine wirtschaftliche Einheit zu zerschlagen, als sie nachher wieder zufammen- z u l e i m e n. immerhin ist man sich auf deutscher and polnischer Seite darüber klar, daß die gegenwärtigen Verhandlungen nicht nur für den Abschluß des Genfer Abkommens entscheidend find.fondern auch als Prüfstein für die künftigen deutsch-polnischen Beziehungen. Die allgemeinen direkten Verhandlungen, die später zwischen beiden Ländern notwendig werden, können in Genf natürlich nicht geführt werden. Auf jeden Fall aber ist für Deutschland in den gegenwärtigen Einigungsbemühunfen bei aller Versöhnlichk it mir ein Ausgleich möglich, der den wichtigen Le° bensinteresfen des Reiches mit den Resten der oberschlesischen Bevölkerung nicht widerspricht. Auch lassen die deutschen Bevollmächtigten keinen Augenblick einen Zweifel darüber bestehen, daß selbst eine Einigung in den hier zu lösenden Fragen, so vollständig sie auch sein mag. baä schwere Unredjt nicht aus der Welt schaffen faim, das der Beschluß vom 20. Oktober 1921 dem deutschen Volke und dem losgerissenen Oberschlesien zufügt. Der nette Zwischenfall int Glciw tzer (Seb et. Berlin, 22. Febr. Wie die Blätter aus Breslau melden, hat im Gleiwitzer Gebiet der kommandlerendefranzöfische Ge- n e r a l heute an die oberfchlesischen Zeitungen auf Grund des Belagerungszustandes den Befehl erlassen, folgenden amllichen Bericht auf der ersten Seite zu veröffentlichen: Am 19. Febr. entstand zwischen betrunkenen Zivilisten und französischen Soldaten, ebenfalls in betrunkenem Zustande, eine Auseinanderlestung. 3m Laufe des Wirrwarrs wurde ein Polizist, der die Ordnung wieder Herstellen wollte, von einemSoldaten durch einen Revvlverschuß tödlich verletzt. I Der 'schuldige wurde sofort verhaftet und wird dem Kriegsgericht überliefert 3m Gegensatz zu dieser amllichen fron« zösischen Darstellung betonen die Berichte von Augenzeugen übereinstimmend, daß die betrunkenen französischen Soldaten ohne jeden Grund die harmlos des Weges gehenden Zivilisten b e I ä ft i g t c n. Davon, daß die Zivilisten gleichfalls betrunken waren weih feiner der Augenzeugen etwas zu melden. B e r I i n. 22. £ ehr (WTB.) Zur Ermordung des Poli^eiwachtmeip^s Rufenberg in Petersdorf bei Gleiwitz wird mitgetcilt, daß Die b e u t» f ch e Regierung sich entschlossen hat, bei der interalliierten Kommission sür Oberschlesien die geeigneten Schritte zu tun, . Eine Theatervorstellung deutscher Matroscu in Petersburg. Petersburg, 22 Febr. (WTB) Die am 20. Februar hier eingetrossenen deutschen Ma- t r o f e n haben zum Besten des hungernden Wolgagebietes gestern eine Theatervorstel • lung veranstaltet. Die Reineinnahme belief sich auf ungefähr 65 Millionen Rubel. Die Forderungen der Angora-Negierung. London, 22. Febr, (Wolff.) Der Konstantinopler Berichterstatter der »Morning Post" erfährt aus authentischer Quelle, daß die a ch t Hauptforderungen der Angora-R.gicrung folgende sind: 1. Konstantinopel erhält seine Bor- kriegsstellung wieder und wird von fremder Okkupation befreit. 2. Die nicht mohunedanischen Minderheiten erhallen nur solche Vorrechte, die mit dem „Rationalen Pall" vereinbart find. 3. Keinerlei auswärtige 3ntervention bezüglich Armeniens. 4. Anerkennung aller von der Angora-Regierung abgeschlossenen Vertrüge durch die Ententemächte. 5. Vollständige Unabhängigkeit der Türkei in milllärischer, finanzieller und politischer Hinsicht. 6. Bedingungslose Rückerstattung Smyrnas und des gesamten von den Griechen besetzten Gebiets an die Türkei. 7. Autonomie für West-Tbrazien und Rückerstat' tung von Ost-Thrazien an die Türkei. 8. Eine t ü r- kische Flotte und ein türkisches Heer. die zum Schuhe der Türkei gegen Mazedonien ausreichend sind. Laut ,Morning Post" muh noch ein Punkt den genannten Forderungen hinzugefügt werden, nämlich, daß die Türkei und Rußland die zukünftige Stellung der Meerengen regeln sollen. Die Wirtschaftsbeihilfen. Berlin, 22. Febr. (WTB) Der Haupt- a u s s ch u ß des Reichstages hat die Antrag» abgelebt, welche die Zahlung einer Wirt' schaftsbeihilse nur bis zu einer Gehalts- grenze von 44000 bis 50C00 Mark bewilligen wollten. Die WirtschaftsbeihTen tourten in Der von der Regierung vorgeschlagenen Form vom Hauptausschusse bewilligt. Beim Etat des Reichsministeriums des 3nnern wurden im fünften Rach- tragSetat zehn Millionen Mark bewilliat. Für den Haushalt des Reichsar^eitsministeriums wurden rund 46i$ Millionen Mark für die Zulagen zu den Renten aus der 3nvaliden- und Unfallversicherung bewilligt. Gereizte Stimmung brr Beamten unb Angestellten. Köln, 23. Febr. (WTB.) 3n einer vom Bearntenaasschlih und den An gege ft eilte n .raten der Stadt Köln einberufenen Versammlung wurde beph'olen. einen sofortigen Vorschuß von 3500 Mk. za verlangen. 3n einer dem Oberbärae-meist"r. dem Reichsfinanzminifter und dem Reichspräsidenten übersandten Gntschlle^ung wird darauf hin- gewiesen, daß die Stimmung der Beamtenschaft, namentlich unter den unteren und mittleren Gruppen, durch die Teuerung aufs äußerste gereizt ist. Aus dem Reiche. Dariffiche Vereindarnng unb ÖrganifationSzwatig. Berlin, 22. Febr. (WTB.) Der große Ausschuß der ‘Bereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände hat heute in Berlin getagt. 3n dieser S hung wurde folgeubc Entschließung angenommen: Der große Ausschuß der ‘Bereinigung der de itschen Ä beitacber- ve bände erhielt von dem Bestreben verschiedener Gewerkschaftsgruppen ÄenntnB (Ein solcher Fall hat sich betannllich auch in Gießen ereignet D. A ), um die Vorteile der tariflichen Bestimmungen nur denjenigen Arbeitnehm wn zukommen zu lassen, die in einem der drei hauptsächlichsten Gewerkschaftsverbände organi iert feien. Der Aus- s^uß fitt diesem Bestrebei mi' aller En l ‘'^en- he t entg aen i n' te)nt e J ab, si h beim A sch uß von Tarifverträgen von an.e.e.i als toi tcyall- lichen Gesichtspunkten leiten zu lassen und die BZittd der tariflichen Vereinbarung zu einem Mittel des Organisationszwan-eS au ar'en zu lassen. Er ist ferner der Meinung da^ ei ^ solche Forderung der verfassungsmäßig gewährleisteten KoalttionSfreihett widerspricht unst ein au e nem solchen Aichaß zu einem solchen Zie'e angefancener Streik der Gewerkschaften ein un e.-antwortl>. es Vergehen an bei deutschen Volkswirtschaft fein würde. Das Gesetz gegen Kapitalflucht. Berlin, 22. Febr. (WTB.) Der finale politische Ausschuß des vocläufigeu Reichs- wtttschaftsvates hat heute einem Entwurf ju» M im 80. Le und Garten isa Febr. Am 2Bi i-st Bundes nterhal- santt nach valer, uns lauten vom Kirchturm den Abend ein. Autohupen tönt im Sausen herauf. Vielleicht hören die Tipp- Mädels all das nicht? Sie . wollen ihr Pensum der Stunde erreichen. Schnell perfekt werden. Schnell hinaus und in den noch unbekannten Kampf um Gelderwerb. Fort vom behaglichen Daheim, wo die Tage so beruhigend vergehn. Hinaus in die Welt, in das kämpfende Leben. Viele lachen dem entgegen. Sie lieben so ungestüm leben, kämpfen und siegen. Sie haben Kraft und sind gestählt, kennen keine Verven und sind jung. Glückhaft jung! Aber andre? Müde. Allzufeine. Schwerblütige. Sie sollten nicht mit den Maschinen spielen. Sie lachen kaum, wenn eines der Tipp- Fräuleins ein Lied singt zur Begleitung. Einen Gassenhauer natürlich Oder to:im eine andre alles, was sie schreiben will, laut und mit Pathos deklamiert. Zum Tippen muh man fröhlich sein, sonst ist die Schreibmaschine mit dem Klappern, dem Hellen Klingeln nach Zeilenschluß eine Qual, eine Hölle. Auch träumen soll man nicht vor der schwarzen Maschine. Vehmt die Tippstunde als Sport, ^nkt ihr reitet, radelt, autelt und ihr lenkt Pferd, Vad oder Auto nach eurem Willen. Ihr gebt Tempo an, ihr wählt die Strahe, wo Pferd, Vad. Auto, Klappermaschine euch dienstbar sein sollen! Dann wird es stolze Freude sein: Das Tippen. tragenden, was auch aus der regen Aussprache, die sich anschloß, zu ersehen war. Die aus der Versammlung kommenden Fragen wurden von den Herren R e n t s ch und H e b e r e r eingehend beantwortet. Zum Schlüsse fand noch eine Gratisverlosung von Sämereien statt. Eine Anzahl neuer Mitglieder treten dem Verein bei. Ein unbekannter DiSmarckbrief. Ein Brief von grobem geschichtlichen Interesse, der zugleich für Bismarcks Persönlichkeit lehr bezeichnend ist. wird im neuesten Heft ber v. Oerthel & Co. in Friedenau erscheinenden „Auchographen-Rundschau" aus der Sammlung Oskar Uler zum erstenmal veröffentlicht. Das Schreiben ist an den Vegierungsrat Zitel- mann gerichtet, der Bismarck während seiner Frankfurter Zeit zur Seite gestanden hatte, und ausPetersburg vom 8. August 1860 datiert. verordne Gewerbe! liehmigt: L ■ Pwz, 3. a. 500 städtischen - ■Millionen mt Ara den letzten D den Markten Mch hier tot noch 4.50 MI Zeit über 5 Hoffentlich h ' Han< von einer Dir sj jQbiato Wjunqe Wleseck, ] Dlsßeerdl 5 uhr. von Aus Stabt unb ßanb. Steven, den 23 Fedr. 1922. Schutz den Weidenkätzchen. Bekanntlich geht die Gesamtenlwickelung der Bienenvölker und die Höhe des Ertrages in der Bienenzucht Hand in Hand mit einer rechtzeitigen Frühjahresentwickelung Sie ist abhängig von der im zeitigen Frühjahr den Bienen zu Gebote stehenden Vohrung: Als Vahrungsquelle sind in aus- gjebiger Menge zu dieser Zeit nur die Weiden- unb Haselnuhblüten vorhanden. - Somit sind diese Sträucher zur Erhaltung der Bienenzucht von äußerst grober Wichtigkeit. f Für den Kreis Gteben besteht eine Polizeiverordnung, welche das Feilbieten und den Verlauf von Weidenkätzchen verbietet und Zuwiderhandlungen mit Geldstrafe bis zu 300 Mk. bedroht. Ausnahmen können von dem Ministerium für Arbeit und Wirtschaft, Abteilung für Ernährung und Landwirtschaft zugelassen werden. Anträge aus Erteilung der Erlaubnis sind bei dem Kreis- cunt Giehen unter Beifügung des Stempelbetrags von 1.50 Mk. einzureichen An die Bevölkerung ergeht die Bitte mitzu- helfen. daß die den ersten Blutenstaub spendenden Sträucher, wie Weide. Haselnuh usw., in weitgehendstem Mabe vor der Vernichtung und oft auch mutwilligen Zerstörungen geschont werden. * "SlneSitzungdeSProvinzial- auSschusses der Provinz Oberhessen findet am Samstag, 25. Februar, vormittags 8'/» Mr, im Sitzungssaale des Re- gierungsgebäudeS zu Dietzen. Landgraf-Philipp-Platz Vr. 3, statt mit folgender Tagesordnung: Klage des Ortsarmenverbandes Giehen gegen den Ortsarmenverband Elimbach wegen Ersah der für den Wilhelm Landkreis Metzen. k. Allendorf a. d. Lda., 21. C : 7. Sonntag veranstaltete der hiesige Zweig verein des Evangelischen seinen für diesen Winter letzten 11 Heidelberg, 22. Febr. (Wolff.) Die medizinische Fakultät verleiht heute an Professor Sauerbruch (München), den Direktor der Deutschen chirurgischen Klinik, aus Anlatz des 100. Geburtstages von Adolf Kuhmaul den Kuhmaulpreis für Verdienste um die Heilkunde, den die Fakultät alle drei Jahre einem deutschen Arzt für eine von ihm ersonnene und bewahrte Heilmethode zu ver- __-iqene Kraft1 y Vidda, 21. Febr. Bei der frier abgehaltenen Holz Versteigerung wurden für 2 Rrn. Ducken-Scheitholz 1100 bis 1300 Mr. geboten, für 1 Rrn. Reisig bis zu,50 Mk. nd U n t e r - Schm i t t e n, 21. Febr. Lehrer Otto Schneider ist an die Volksschule zu Gießen versetzt worden. Er hat frier über 16 Jahre segensreich gewirkt and war Bezirks- Vorsteher des Kriegerverbandes Hassia im Bezirk Vidda. nd Ranstadt, 21. Febr. Eine Kuh des Pächters Hofmann hier brachte drei lebendige Kälber zur Wett, die zwar etwas Hain, ater alle normal entwickelt waren. nd Kohden, 21. Febr. Ein hiesiger Landwirt stellte einen jungen Mann aus Frankfurt in Dienst, der aber schon nach einigen Tagen verschwand und Ersah schickte. Auch dieser verließ bald wieder die Stelle. Beide kehrten dann nachts heimlich wieder in die Hof- reite zurück und stahlen ein neues, silberplat- tiertcs Pserdegeschirr. Die Diebe wurden e r -= mittelt und verhaftet. Kreis Schotten. nd. Ober-Schmitten, 21. Febr. H-er erschoß sich gestern der 22 Jahre alte Maschinenschlosser Julius W. in feiner elterlichen Wohnung. Was den ruhigen und tüchtigen jungen Mann zum Selbstmord veranlaßt hat, ist unbekannt. Er war im zweiten Winter Seiler der Gewerbeschule Vidda. a. Oder-Lais, 22. Febr. Auf Grund'der im Juli v. I. für Hessen erlassenen Pachtschuhordnung wurde mit den Pächtern des Pfarrgutes der Pfarrei Ober-Lais von feigen des Kirchenvvrstandes eine Vereinbarung getroffen, derzufolge der Pachtpreis für Ackerland und Wiesen im allgemeinen auf 250 Marl pro Morgen festgesetzt wurde. Darnach beträgt ab 1921 bis zum Jahre 1921, dem Ende der Pachtzeit, der jährliche Pachtpreis 2377 Mark (seither 189,63 Mark). Kreis Friedberg. hr. Stammheim, 21. Febr. Im über» füllten Saale der Gastwirtschaft Geis wurde am letzten Sonntag ein nach jeder Richtung hin wohlgelungener ® e nve inbeabenb der evangelischen Gemeinde abgehalten Vach Begrüßungsworten des Ortsgeistlichen Pfarrer Hamburger ergriff der prakt. Arzt Dr. meb. Lenz das Wort, um über Deutsch- Ostafrika aus feinen eigenen Erlebnissen in dieser Am Gerichtssaal. Berlin, 22. Febr. (WTB.) Der neun- zehnjährige Kaufmann Kasimir Rastorgu- jeff aus Moskau, der hier bei dem Versuch, Brillanten im heutigen Wert von etwa l1/» Millionen Mark unter der Hand zu verkaufen, verhaftet wurde, hatte sich vor dem Wuchergericht deS Landgerichts unter der Anklage des Zollvergehens und derCin- fuhr von Brillanten ohne Erlaubnis au verantworten. Das Urteil lautete entsprechend dem Anträge des Staatsanwaltes auf eine Woche Gefängnis, 1 189 000 Mark unvschwerverleyt. Um einige Schlacken- reste einzusammeln, hatten gestern nachmittag zwischen 4 und 5 Uhr drei Kinder von Bruchköbel den Bahndamm erklettert. Kaum hatten sie auf dem Bahnkörper mit ihrer Sammeltätigkeit begonnen, näherte sich aus der Richtung Friedberg ein Güterzug, vor dem die Kinder sich durch Verlassen des Bahnkörpers in Sicherheit bringen wollten. Dabet kollidierten zwei von ihnen mit der Maschine des im selben Augenblick aus der Richtung Hanau kommenden Persvnenzuges und wurden schwer verletzt. Der eine der (Zungen erhielt von der Maschine einen Stoß gegen den Kopf, der andere einen solchen gegen die Schulter; auch am Bein wurde er verletzt. Der Dritte konnte sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. ][ Marburg, 21. Febr. Gestern starb hier im hohen Älter von 79 Zähren Generalmajor a. D. Oskar Feherabend. Der alte Offizier, der nach seiner Verabschiedung im Zahre 1904 hier in Marburg Wohnung nahm, gehörte auch verschiedene Zahre dem hiesigen Stadtverord- netenkoNegium an. — Wegen Kohlenmangel muhte gestern der Unterricht in den Dolks- schulen auf unbestimmte Zeit e i n>g e st e l l t werden. — In der heutigen Stadtüerord- netensthung wurde zur Deckung der früher beschlossenen außerordentlichen Ausgaben, die insgesamt 14 Millionen betragen, eine Anleihe von 8V2 Millionen beschlossen. Der Restbetrag ist bereit- durch Anleihe gedeckt. kl Langenhain im Taunus, 22.Fbr. Um die hiesige erledigte Först er stelle waren 2 2 Bewerbungen ein gegangen. Don den zur engeren Wahl vvrgeschlagenen sechs Kandidaten wählten die in Betracht kommenden Gemeinden einstimmig den Staatsforstanwärter Ludwig Fischbach aus Holzhausen, Kr. Biedenkopf. Kolonie ku berichten An klaren Lichtbildern zeigte er die mit deutscher Kraft, deutscher Arbeit und deutschem Kapital angelegten Küstenstädte, Pflanzungen und Eisenbahn, ferner Bilder der Flüsse, des Urwalds, der Eingeborenen u. o. m. Im zweiten Teil seines Vortrags brachte der Redner lebendige Schilderungen des Lebens in der Kolonie. Richt endenwollender Beifall zeigte, auf welch dankbarem Boden die Worte des Vortragenden gefallen waren. Pfarrer Hamburger dankte dem Redner und legte der Jugend besonder« ans Herz, unsere deutschen Kournien nie zu vergessen, da sie notwendig sind Hk das heben des deutschen Volkes. Für den unterhaltenden Teil des Abends hatten sich zur Verfügung gestellt der Männergesangverein .Germania^. der Kirchrnchor und die oberste Volks- schuMasse. Alle Gesangvsorträge. die sämtlich von Lehrer Frank geleitet wurden, fanden leichen Beifall. Starkenburg und Rheinhessen. • QU a t n a. 22. Febr. Die Eisenbahn- virektion Mainz erläßt ein Dankschreiben an die Ortsgruppe Darmstadt der Technischen Rvthilfe, in dem ver- ijcherl wird, daß ohne die schnelle, tatkräfttge und andauernde Mitarbeit der Rothilfe es der Eisenbahnverwaltung nicht möglich gewesen wäre, den Eisenbahnverkehr In dem hiesigen Bezirk in so weitgehendem Maße während des Streiks aufrecht zu erhalten, wie es tatsächlich geschehen konnte. Die Rot- Helfer selbst hätten sämtlich die ihnen gestellten Aufgaben im Lotomottvheizer- und Zugbegleitdienst mit äußerster Hingabe und Dienstwilligkrit, mit unermüdlicher Ausdauer und großem Geschick erfüllt. Kreid Wetzlar. ro. Wetzlar, 22. Febr. Unsere Stadtverordneten haben den obgeänderten Gewerbe st euervorschlag wie folgt genehmigt.' 1. Klasse 3000 Prvz^ 2. Klasse 2500 Prvz^ 3. Klasse 1000 Pro-, und 4. Klasse 500 Pro-. Das auszugletchende Defizit tm städtischen Haushalt ist auf nahezu fünf Millionen gestiegen. Hessen-Nassau. ma Frankfurt a. M., 22. Febr. Zn den letzten Tagen sind die Eierpreise auf den Märkten etwas zurückgega ngen. Auch hier wird für das Stück Landeier „nur“ noch 4,50 Mk. verlangt, während sie die ganze Zett über 5,50 Mk. und darüber kosteten. Hoffentlich hält die Preisbewegung an. • Hanau, 22. Febr. Zwei Kinder von einer Lokomotive angefahren Deldfttafe und Einziehung der Brillanten zugunsten des Reiches. Vermischtes. * Lustiges von der Zensur in R u- man i cn. Die Zensur ist in Grohrurnänien zwar offiziell abgeschafsL sie besteht aber Luftig weiter und trägt manchmal auch zur wirllichen Erheiterung der Mitbürger bei. So bringt z. B. die »Deutsche Zeitung Bessarabiens" vom 11. (Januar einen Leitartikel über die voraussichtlichen Reuwahlen und die Vorbereitungen der Parteien in Großrurnänicn. Der Artikel ist überschrieben »Unser Programm". Die Deutschen müßten zunächst einmal, so heißt es da, wissen, was sie wollten, ehe sic mitwählen ßnnten, und vor allen Dingen wissen, was sie sind. »Was wir sind? Wir sind zensuriert! Bauern! Wir gehören zu der großen Familie der Deutschen in Groß- rumänien. Und waS wir wollen? Wir wollen zensuriert bleiben! Zensurierte Bauern! Mitglieder der großen Familie, zensuriert in Großrumänien I" Ueberall, wo dieses eine gefährliche kleine Wörtchen stand, hat es der Zensurstift getroffen und hat ein .Zensuriert" eingefügt, das brav gedruckt werden muh. Solche Leitartikel unter gütiger Mitwirkung der Zensur haben allerdings einen Vorteil: sie fallen mehr auf, werden mehr gelesen, man besinnt sich, was die Zensur nun heransgestrichen haben mag. und das, waS der Leitartikel sagen wollte, bleibt fester im Gemüts des Lesers haften, als wenn er über einen nicht zensurierten Leitartikel hinweggelese't hätte. Die Deutschen Grohrumäniens werden also der Zensur zu Dank und Anerkennung für ihre Mit- wirkuna und Mitarbeit verpflichtet sein! * Die deutsche Sprache in den Vereinigten Staaten. Die deutsche Sprache wird in den Vereinigten Staaten wieder mehr erlernt. Wie der „Sonntagsbo'e" in Pittsburgh berichtet, hat die Fakultät des Brhn Mawr College in Philadelphia, wohl die berühmteste Frauen- uniDcrfität des Landes, unter Vorsitz der Präsidentin der Lbzral Gesinn'en M Game C hornas, beschlossen, daß, sobald die nötigen Vorbereitungen getroffen werden tonnen, sich alle Studentinnen des College einer Prüfung im Deutschen als Bedingung der Graduierung unterziehen müssen und daß Bestimmungen hierfür schleunigst ausgsarbeitet werden feilten. Turnen, Sport und Spiel. — Berliner Sechstagerennen. Rach 91 Stunden waren 2595,050 Kilometer zurückgelett und der Stand folgender: Saldvw—Bauer 170 Punkte, Lorenz — Aberger 142 P., van Reck — R. Huschke 91 P., Stel brink—App lhan? 25 D., Hahn—Tietz 13 P., Tadewalü—Packebusch 4 P.; eine Ade. zur.: A Huschke—Roh 92 P., Schrage—Kohl 14 P., Zenhen—Magnussen 14 P.: vier Rd. zur. TBalifrour— 4P — Rach 115 Stunden waren 3212,010 Kilometer durchfahren und der Stand folgender: Saldvw— Bauer 202 P: 1 Runde zurück: Lorenz—Aberger 178 P.: van Rek-R. Huschle 124 P.: A Huschke —Roß 107 P: Hahn—Tietz 26 P: Tadewald— Packebusch 5 P: zwei Runden zurück: Stell- brink—Avpelhans 29 P.: Schrage—Kohl 18 P.: fünf Runden zurück: Zenhen—Magnussen 29 P.. Walthour—Dlemminf wurden 7 Uhr morgens aus dem Rennen genommen. — Die We st deutsche Fußball- Meisterschaft wird am 5. März in OH ü n ft c v L W. zwischen dem Meister des B^raisch-MärV' scheu Gaues, Fußballvercin 08 Duisburg und dem Meister des Westfalen-Gaues, Arminia Bielefeld entschieden Kirchliche Nachrichten. Israel.Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlag«). Samstag, 25. Februar 1922. Vorabd. 6.45. Morg. 9. Predigt Adds. 6.05 and 6.45 Uhr. Israel. Religion- - Gesellschaft. Sabbatfeier, 25. Febr. 1922. Freitag abb. 5.30. SamStag norm. 8.30. Predigt. Rachen. 3.30. 0ab batausgang 6.45. — Wochengottesdienst: morg. 7.00, abbä. 5.30 Uhr. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter diefer Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) In letzter Zeit haben die Uehelftänbe am hiesigen Theater bezüglich deS Publikums derartig zugenommen, bah öffentlich dagegen vor» gegangen werden muß. Unter anderem wirkt das Zuspätkommen vieler Besucher sehr störend. Viele scheinen etwas darin zu suchen, zu spät zu kommen oder andere Leute durch Zwischenrufe wie „entzückend, wunderbar" u. bgL zu stören. Am schlimmsten ist es freilich, wenn, wie es Sonntag nachmittag geschah, ein Teil der Zuschauer die bekannten Stellen mitsingt. Es muß von der Theaterleitung energisch gegen solche Störenfriede eingeschritten werden. Und wenn es nicht möglich sein sollte, mitsingende Besucher festzustellen und aus dem Theater zu verweisen, dann feilte zum mindesten nach Beginn j^des Aktes das Theater fest verschlossen sein, wie es in anderen Städten üblich ist. Dann wird sich daS Publitum bald an Pünktlichkeit gewöhnen. * P. (Wir geben diese Zuschrift um so lieber wieder, als wir selbst schon mehrfach uns gegen die gerügten Mißstände ausgesprochen haben. Der Doilchlag, beim Beginn des Spiels die Türen zu schließen und sie oiS zum Aktschluß geschlossen zu halten, ist tatsächlich erwägenswert. Die Schriftleitung.) ALTER. WWBRMD WE/NBRENNERE! St» 1841 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Friedrich Deibel 111. Wieseck, Hamborn, den 23. Februar 1922. Die Beerdigung findet Freitag den 24. Februar, nachmittags 3 Uhr. vom Trauerhause Alten-Buseoker Straße 27 aus statt Am Dienstag den 21. Februar, abends 9 Uhr, verschied sanft nach kurzem Krankenlager mein lieber Vater, Schwiegervater, unser guter Großvater, Bruder uud Oukel Herr Johannes Stumpf im 80. Lebensjahr. BilligeKleiderundBlusen erhalten Sie durch SelbetfHrben wie neu mit Wiki-Haushaltfarben Waschechte« Schwarz auf wollene Strümpfe. SchOnatc Gerd inen färben. Herrliche Eierfarben. 40jährige eigene Fachkenntnisse der Hersteller. Beste Güte Verlangen Sie nur „Wiki* und Sie werden zufrieden sein. Wichtig für Besitzer von gentral-Heizungen! Wir sind Käufer gebrauchter gußeiserner Kessel, Radiatoren und sonstiger Zubehörteile von Zentralheizungen, die infolge der jetzigen hohen Brennstoff- preise oder mangels Koks außer Betrieb find. Auf Wunsch wird Ausbau übernommen. — Günstigste Derkaufsgelegenheit! 17a7h H. Schaffftaedt G.m.b.H., Dietzen. Ittaffeedecken zu müßigen Preisen 1796a I Stäub. Lager von mehreren hundert Kaffeedecken Fritz Nowack Zur Ansertig. eins. Garde- n^m. Werin noch Kunden an. Näheres Müblstr. 25 H. 02 78 Junger deutscher 5chäserhund entlaufen. Gegen febr flute Lelohmma abznaeb. Großen Linden, 05595 Bahnhofstrahe k8. Reichsbund dkrAckBksWigtt«, AticMilttdIicbcocll ». titm. SritMiln. Ortsgruppe Gießen. Mitgliederversammlung am frrettaa, d. 24. gie bruar. abends 8 Uhr. im ^Postkeller". Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung binendrin» gend um »adlrerch.Erscheinen. ,7M Der Vorstand. Einladung! SamStag. d. 25. Rebr., nachmittags 2 Ubr: Versammlung ötrOrtsf ar teile des Ureises Gießen tm -lauarium iWalltor- stratze 5) zu Gießen. TageS-Ordnung: Die Kommisnon des hessischen Landeökariells in Berlin. Gäste auS den Nachbarkreisen willkommen. 02)70 WeBtphnl. herein für Bmegllllgsjpiele. Wir laden hiermit unsere Mitglieder zu dem am Fastnachtdienstag abends 8 Uhr im Hotel Einhorn (großer Saal) stattfindenden Maskenball herzlichst ein. GeheimKarten für Masken sind bei unseren Mitgliedern Herrn Wilh. Tränkner, Neuen Bäue 8, Hans Krug, Wetzlarer Weg 65, abzuholen. Nichtmaskierte haben Mitglieds- oder Einladungskarte gemäß den gesetzlichen Bestimmungen mitzubringen. i82iv Der Vorstand. Bllom tun 31. Dtiemlet 1921. Aktiva. JC Kassenvorrat.......... 3204.89 Warenvorrat . . . . ...... 808‘i.49 Debitoren ........... 410.89 (Emballage ........... 110.— 11812.27 Passiva. JC Die ehemaligen 186er beabsichtigen mit ihren Familienangehörigen am Sonntag dem 21. Mai 1922 eine gesellige Zusammenkunft in Frankfurt a. Main. Adressen zwecks näherer Benachrichtigung erbet, an Ctto Ästcper, ftranffurt am Main—Lüd, Tannecker- strafie 8.18« 1) Stenographenvereinigung wieseck. Wir macken unsere aktiven und vasstoen Mitglieder sowie die einge- ladenen Gießener und Lollarer Sckwesterver- eine auf unseren Samstag, d. 25. Febr. auf der Karlsruhe stattfindenden MM aufmerksam. Anfang 7.71 Uhr. Etwaige Wünsche betr. Einladung erbitten wir bis Kreitagabend an den 1837 Vorstand. GeschSftsguthaLen der Mstglieder . . . 350.- fireditoren....... 2816.75 Umsatzsteuer .......... 1255.- Reservefonds.......... 2485.- Detriebsrücklage......... 86332 Reingewinn .......... 4041.70 11812.27 Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1920 69 Während 1921 gingen zu 3 Genossen , „ , ab 2 Daher Stand der Mttglieder Ende 1921 70 Oppenrod, den 14. Januar 1922. 1805 tanöiiirtfiBolfflSer öenfmnoereln e. ®. m. n ö. Der Direktor Der Lagerhalter Ludwig Balser II. Ludwig Weis. Eonölieioetöei- Berfammlnns des Kreises ließen. Gonntaa, d. 26. gsebr^ moraens 10 Ubr, findet in Gießen im Aqun- Hom iWalltorstr.) eine Berfommtong vel cmseivecvei statt, wozu alle Mitglieder der Kreisvereine ein» geladen werden. Vertreter ans allen Orten find erwünscht. 02546 Der Vorstand. T.V.v.1846 Tamstag,25.Febr. abends 8'/, Llhr, hn Hotel Kobel: ImliMiK fiappenadeno. Zahlreicher Besuch erwünscht. 1811v Ter Vorstand. O M. II. I1/. Uhr Vertrag Br. B. Beat EjlBLOrlal«. Bank-Aktien. Mantel 'S s. ö 8) tr. 59, Tel 1682- l83lc Erteile Kachhillestnndeni- Cnnlisch, nud) vers. Un er- baltmtn in direkt amerik. Vludfuradie. Briese schreiben, Ueberselrnnn u bat Schrifll. ob. perf. Svrech- ftunb. änLo.l21UbY.B.W, Boeokel, Dainuistr.2)II. L Stadttheater Leitung: B. Steinioetter, Freitan. 24. Februar: 19. Fretiaa-Abou.-Borst. Die M las Stele. Ansang 7, Ende 9 Uhr. Sozialksti, wtaMtfier des ®e ^toarbie$Q i^Wanl v ar.lianQet d'e'i4 in “Winuftilk T> && pTd Die! , ^VMLN doi * Frischung. sLZ Wich, iÄ L.betn D, cättj Lb Und sei ”6‘Ä »’M **A taf ■"®I< A •? •X O W ÄS'. W K Ä'r« > yage 0^ar < ytenOrun^ Lcichsjusti^ Lichsregleruns Aüttitel hierzi M- 5t ab. vrd «r hade, als Ion blUen ober tzm Sri» ® Verfassung, 6 der letzten Ze hecvoraegana 'Ä. dav sie l ijegen die L Wg- Sr. (iegt es fern, jütische zu i eine 'Beflimnu rfuffl trerie i i ung überhaup -,-Mcht hat Wg. Adv zcmelnschasis m M ob sie nach ia doch der $ narch^. Seine dn ganz über idyzn Mll w schreibe. Vas faiun in eine 2Iuf Äntr 9.-21) wird i üllsaesetzt, vei! die Frage der' Te!m Etat ianzler 2t. D besser, an erste zu beraten. 23t tagen der Reu Erledigung der, geschehen, fät 1 in Iorbesprechur 'Dieb bald Geleg Jtdhnj zu nef)tr Daraus frirb getweunen, eben, Mchsie 6t - ^r. JusljzelL Schluß nach Todesanzeige. Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß verschied heute nachmittag 4lA Uhr ganz plötzlich und unerwartet meine liebe, unvergeßliche, herzensgute Frau, die Mutter ihres Kindes, unsere innigstgeliebte Tochter, meine liebe Schwester, Schwiegertochter, Schwägerin, Gote und Tante Frau Luise Dern geb. Heß im blühenden Alter von 27 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Karl Dern und Kind Familie Jobs. Heß XXL Metzgermeister Gg. Dern und Familie nebst allen Angehörigen. Leihgestern, Gießen, den 22. Februar 1922. 61W Die Beerdigung findet Freitag, den 24. Februar, nachmittags 2 Uhr, statt [ 1861 1911 Mr erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Vorstandsmitgliedes und Alterskollegen Hcmi Wmr Z«tüb WM geziemend in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet Samstag, den 25. l. M., nachm. 3 Uhr, statt. Um recht zahlreiche Beteiligung wird gebeten. (1818 Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben A. H. Jacob Atzbach geziemend jn Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet Samstag nachmittag 3 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. 02590 Der Vorstand. F. Ga F. G. F. F. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, die Kameraden von dem Ablebrn unseres lieben und pfltchleifrigen Kameraden Fritz Kremer geziemend in Kennmis zu setzen. Die Beerdiguna flndet Freitag, den 24. Februar, nachmittags 3 Ubr, aus dem Neuen Friedbos statt. — Untreren 2 /. Uhr nut Portale des Friedhofs. 1842v Das Kommando: Wenzel- DickorL. MM-M im Krug empfiehlt 1812c J.M.SchuIhof 4 Markt strotze 4 Telephon 119- Privat- Handelslehranstalten Gießen :: Selters weg 73 Leiter: J. Kunzelmajtn Diplom-Kaufmann und Diplom-Handelslehrer 2. Mai Beginn d neuen Schuljahres. Auskunft u. Anmeldung täglich bei der Hajisa-Schule Selters weg 73 Tel. 821 oder i8O6a Vogtschen Handelsschule Goethestr. 32 Tel. 2064 Prospekt frei. Jj Wir setzen unsere Mitglieder von dem Ableben unseres Altersgenoflen Fritz Kremer hiermit in Kenntnis und bitten, an der Beerdigung, Freitag, nachmittags 3 Uhr, sich zahlreich zu beteiligen. 1815 Der Vorstand. Wassersport-Verein Hellas 1920 e. V. Giessen. @ Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht; unsere Mitglie- ® der von dem plötzlichen Ableben unseres Vereinswirtes M Herrn Fritz Kremer K geziemend in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet Freitag nachm. 3 Uhr von der W Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt i836v Der Vorstand. Gesangverein Liedertafel. Wir setzen unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Sangesbruders und Vereinswirtes Herrn Fritz Kremer geziemend in Kenntnis. Die Beerdigung findet Freitag nachmittag 3 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. 01680 Um zahlreiche Beteiligung bittet , __ der Vorstand. Der Vorstand. 03579 Rodberg-Club. Wir setzen unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Mitgliedes und Vereinswines Herrn Fritz Kremer geziemend in Kenntnis. Die Beerdigung findet Freitag nachmittag 3 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. Heute vormittag 7 Uhr verschied nach schwerem Iziden mein innigstgeliebter, treusorgender Gatte, unser guter Vater, Bruder» Schwiegersohn, Schwager, Onkel und Neffe Todes-Anzeige. . Statt Karten. Unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Elise Weißgerber geb. Greb ist heute morgen im nahezu vollendeten 87. Lebensjahr heim- Emma Weißgerber Prof. O. Weißgerber Dekan G. Weißgerber Frieda Weißgerber geb. Bucherer und vier Enkel. Messel und Gießen, den 22. Februar 1922. Die Beerdigung findet Freitag, den 24. d. M., in Darmstadt statt. gegangen. 18300 Heute morgen 1 Uhr verschied sanft und unerwartet nach langem Leiden mein innigstgeliebter Mann, unser guter Vater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Jacob Atzbach, Steinmetzmeister im Alter von 60 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Auguste Atzbach geb. Opitz. Gießen, den 22. Februar 1922. Die Beerdigung findet Samstag, den 25. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. isosd toti - jjt Ei Fritz Kremer, Gastwirt im Alter von 49 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Marie Kremer geb. Meister und Kinder. Kutscherverein Gießen. Gießen, Rod a. d. Weil, Frankfurt a. M., Limburg a. L, den 22. Februar 1922. Todes-Anzeige. Heute mittag 12 Uhr verschied sanft nach langem schwerem Leiden mein lieber Gatte, unser guter Vater Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres Mitgliedes Fritz Kremer Die Beerdigung findet Freitag den 24. Februar, nachmittags 3 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. 02594 Um zahlreiche Beteligung bittet Der Vorstand, w Wilhelm Hermann Evangelischer Pfarrer in Nidda. in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet Freitag, den 24. Februar 1922, nachmittags 3 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt 02574 Nidda, den 22. Februar 1922. Bad-Salzhausen statt 1827D Die Einsegnung findet in der Kirche zu Nidda Samstag den 25. Februar 1922 nachmittags 3V3 Uhr, die Beisetzung hieran anschließend auf dem Waldfriedhof in Im Namen der Hinterbliebenen: Helene Hermann geb. Lindemann . und Kinder. Ur. 4b Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag, 23. Februar 4922 Deutscher Reichstag. 177. Sitzung, mittags 2 Ubr. Berlin, 22. Febr. 1922. Sie Beratung teä Reichömietengetztzes wurde auf Anrrag &e3 Abg Becker- Arnsberg (Ztr.) ouf nächste Woche verschoben. Das Gesetz betretenb die Erhebung einer Abgabe für d.e Forderung des Wohnungsbaues wird sodann in dritter Lesung^ Angenommen. DS folgt d.e zweite Beratung des Etats für 1922 beim Haushalt Les Reichspräsidenten. 2tbg. Dr. Hergt (Deutsch atl.) be pricht bk Neuwahl des Reichspräsidenten •-nb betont, dah die Person des gegenwärtigen Xrichspräsiden'en dabei vvll.tändig ou.sche.de. Es 'ei eine Rechtsfrage, ob heute, eineinhalb Jahre rach Zusammentritt des Reichstags, noch immer er alte Rational Versammlung sprich ident zuRecht bestehe. Der Reichspräsident se.ber sei der Mei- nung, tah auch der Schein vermieden werden müsie, als ob ein Recht des Bolles geschmälert werden solle. Nachdem jetzt die ob-wschlejische Frage geklärt sei, habe die Regierung keinen weiteren Grund, sich zurückhaltend zu Leigen. Aeichsjustizminister Dr. R a d b r u ch Die Retchsregterung muh es ablehnen, bei diesem Etattitel hierzu Stellung zu nehmen. Abg. Fröhlich (Äomm.) lehnt den Titel ah. toeti der Präsident mehr Machtbefugnisse (xibe, als sonst dies bei Präsidenten von Republiken oder selbst bei Monarchen der Fall sei. Herr Fritz Gbert stehe souverän über der Reichs- Verfassung, wie seine zahlreichen Verordnungen der letzten Zeit beweisen. Er sei auS einer Partei ,.:cvoracgangen. die so von Marasmus erfüllt 'ei. datz sie die Schandjustiz gutheihe. die heute gegen die Arbeiter betrieben werde. Abg. Dr. Kahl (D. Bpt.): Meiner Partei ‘teflt es fern, aus der Frage der Neuwahl eine politische zu machen. Wir wünschen aber, dah ine Bestimmung der Reichsversassung endlich stillt werde und möchten wissen, ob die Regie- ung überhaupt sich über diesen Punkt Gedanken gemacht hat. Abg. AdvlsHosfmann (Komm. Arbeits- ytmelnfdxift) meint, die Rechte möge nicht so tun. als ob sie nach einer Rduwahl dränge. Ebert sei ia doch der Platzhalter sür den künftigen Monarchen. Seiner Ansicht nach sei der Präsident in ganz überflüssiges Möbel. Bei einer politischen Rull wie (SSert, der ja doch nur unter- schreibe, was andere ihm vorlegen, könne man 'aum in eine politische Aussprache eintreten. Auf Antrag Les Abg. Schulz (Dromberg) D.-N.) wird die Abstimmung über den ©tattitcl ausgesetzt, weil die Regierung es abgelehnt hat. die Frage der Neuwahl hier zu beantworten. Be'm Etnt deS. Reichskanzlers führte Reichs- tanzler Dr. Wirth aus: Vielleicht ist es künftig besser, an erster Stelle den Titel „Reichskanzler" zu beraten. Don einer Beunruhigung Im Volke wegen der Neuwahl ist keine Rede. Dor völllaer Erledigung der oberschlesischen Frage konnte nichts aeichchcn. Jetzt können wir mit den Parteiführern in Dorbeiprechungen eintreten und der Reichstag wird bald Gelegenheit bekommen, zu der Frage Stellung zu nehmen, denn sie ist dringlich Darauf wird der Etat des Re chskanzlers angenommen. ebenso derjenige LesRe.chSpräsidenten. Nächste Sitzung: Donnerstag nachmittag 2 Uhr. Justizetat. Schluß nach 4 Uhr. Aus Hessen. SozialistlfHe Protestversammlung. Da d - N a u h e i m. 21. Febr. Gestern fand hier im TLalysienhos eine Prot e st Versammlung des Gewerkschaftskartells und der sozialistischen Parteien statt. Grund dazu war die Tatsache, dah seitens des Ministerium- Ausweisungsbefehle gegensechs hierolSHandwerkertätigepolnische Staatsangehörige .erlassen worden sind, die sich in der kommunistischen Partei politisch betätigt haben sollen. Mehrere sozialistische und kommunistische Redner sprachen zur Sache: einer hob dabei hervor, dah man im ehemaligen Grvtz- herzogtum mehr DerständniS für Freiheit der Persönlichkeit gehabt habe als im heutigen Freistaate. In einer an die Regierung gerichteten Entschließung werden die sozialistischen Abgeordneten des hessischen Landtags aufgefordert, die sofortige Zurücknahme der getroffenen Massnahmen zu verlangen. Schlichtungsausschuß der Provinz Lbcrhcffcn. Sitzung vom 2 1. Februar 192 1 In der Antragssache des Deutschen Musi teroerbandes gegen sieben Kaffee- und Lichtspielhäuser in Giehen wegen Abschlusses eines neuen Tarifvertrages wurde folgende Regelung der Streitpunkte vorgeschlagen: Die Monatsgagen von 1650 und 1800 Ml. werden vom 20. Februar 1922 an um 40 v. Sy. erhöht. In Krankheitsfällen zahlt der Arbeitgeber wie bisher den Unterschied zwischen Gage und Krankengeld aus die Dauer von drei Wochen weniger drei Tagen Karenzzeit, jedoch künftig nur den Arbeitnehmern, die mindestens ein halbes Jahr ohne Unterbrechung bei ihm beschäftigt gewesen sind. Die Urlaubsgewährung bleibt in Zukunft der Derständigung im Einzelfall überlassen. In einer Verhandlung zwischen dem D e r - band der Gemeinde- und Staatsarbeiter und der Stadt Alsfeld wurden die Grundzüge einer den Parteien nahegelegten tarif- vertraglichrn Regelung deS Arbeitsverhältniffes der Al selber stäLtischen Arbeiter besprochen. Mit der Landwirtschaftlichen Zentralgenossenschaft in Darmstadt schloß der Derband der Brauerei- und Mühlenarbeiter für die Arbeiter der Zweigstellen Alsfeld und Burg- und Rieder-Gemünden einen Tarifvertrag ab. Dem Einspruch von sechs Arbeitern der Butzbacher Leimwerke gegen Kündigung könne nicht stattgegeben werden, weil die Arbeiter nur für die Dorbereitung des Betriebes angenommen waren, der noch nicht in Gang ist. jfitrehe unb Schute. Freie Lehrerstelle. Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Frischborn, Kreis Lauterbach. a. Nidda, 22. Febr. Gestern vereinigte bte zweite diesjährige Psarrkonferenz des Dekanates Nidda fast särnlliche Geistllche des Dekanate- tm Gasthaus zur Traube. Nach Eröffnung mit Schriftlesung und Gebet bjrd> Pfarrer Laut-Nidda und Degrützung durch Dekan Wiegel- Bingenheim wurde tn d e Be pr< chung wichtiger geschäftlicher Angelegenheiten eingetre« ten. Da diese Besprechung den ganzen Vor- mlttag ausfüllte, mutzte die aus der Tagesordnung stehende Aussprache über den Vortrag des Pfarrers Laut von der letzten Konferenz (die seelforgerlich: D-dcutang des Aprswls Paulus) für die nächste Zusammenkunft ve schoben werden. a. W a l l e r n h a u f e n, 22. Fete. F ir die am Tiens tag, dem 7. März, hier stattfmderide Tagung der Kirchenvorsteher, wozu die Bereinigung der Freunde der Dorflirche ein» lädt, ist folgende Tagesordnung vorgesehen: Dormittags 101/? Uhr: Eröffnung durch Andacht in der Kirch« (Psr. Rühl »Wi gerShous n> 11 Uhr: Dortrag über .Das allgemei.« Priester um tes Christen in seiner Dedeu ung für den Ktrch-en- vorsteher" (P,r, G e 0 r g i - S menrrdj. 1 Ve Uh : Dortrag über „Der Dienst deS Kirchenvorstehers an seiner Gemeinde" (Landwirt und Kirchenvorsteher Heinrich R a u m a n n » Nanzhausen). 71/2 Ähr: Gemeindendend mit Heinrtch Naumann als Redner. Handel. Berlin, 22. Februar. Dörsenstim- mungSbild. 3n der Nachwirkung her Besorgnisse wegen der bereits gestern erwähnten Zurückhaltung der großen Geldgeber in der Hergabe von Tagesgeldern für Dörsen- zwecke, der anhaltend starken Schwankungen am Devisenmarkt (DvllarkurS vormittags 225, bei Börsenbeginn ungefähr 212) und der Befürchtung, dah dir zwar heute unterbrochene Steigerung der Getreidepreise bei dem hohen Stand derselben tatsächlich auch zur Verknappung des jetzt noch überaus flüssigen Geld- Bestandes beitragen könnte, nahm die Spekulation in ziemlichem Mähe Realisierungen vor. Hierdurch wurde der Kursstand der führenden Papiere um 30—50, vereinzelt auch darüber, wie bei Gelsenkirchener und Anglo- Guanv. um 100 Proz. herabaedrückl. Da aber Laurahütte auf die hartnäckig sich erhaltenden Gerüchte von Verhandlungen wegen Ueberleitung der Aktiettmatorttät in englischen Besitz weiter um 250 Prvz. anzogen und auch die übrigen oberschlesischen Werte nach anfänglicher Ermattung mit sich nahmen, trat eine Befestigung ein, die besonders bei einzelnen Papieren die anfänglichen Verluste wieder wcttmachte und oberschlesische Werte zum Teil über die gestrigen Schluhkurse hinaus anziehen lieh. Das Publikum bewahrte heute Zurückhaltung und hatte teilweise hvch- limitierte Verkaufsauftrage auf den Markt gelegt, so bah sich auch im Grvhverkehr am EinsteitSmarkt das Geschäft ruhiger gestaltete. Bankaktien erwiesen sich als widerstandsfähig und von festverzinslichen Werten waren nur die mit Dalutaeinschlag etwas niedriger. Die Kurse unterlagen dann weiterhin nur geringen Schwankungen und das Hauptgeschäft spielte sich in oberschlesischen Montanwerten. Ilse- Bergbau (130 höher) und Berliner Elektrizitätsaktien ab. Frankfurt a. M.. 22. Febr. Börsen- stimmungsdild. Der yerannahende Ultimo veranlasst dir Sp kulation zu einem Abbau der Engagements in Montanpapieren. Auch in den übrigen Papieren zeigt sich vielfach Abgade- neigung. Das Geschäft am Devisen- and Effektenmarkt betvegte sich In engen Grenzen Lebhafteres Treiben herrschte auf dem Kassaindustriernarste. 3m freien Derlehr hat Las Geschäft auch weseni- '.ich nach7eia f n. Deutsche Pstro'.eum 1950, Te 5 715, Rhenania 1110, Ufa 310, 3nag 570. Tiag 770, Bahnbedarf 530, Gebr. Fahr 700. Hansa Lloyd 440. Am Montanaktienmarkte zeigt sich die Haltung bis auf einzelne Spezialpapiere vorwiegend matt. Die Kursetndutzen betragen durchschnittlich ca. 70—120 Prozent. Adler-Werke Kleyer 615, stützten 20 Prozent ein. Ehemische Werte sind vorwiegend schwächer-. Bei den (Sich trlsttätsaktien waren Kuröast chlägr zu verzeichnen. 3m weiteren Verlause streck [ten die Ku le z. T. weiter ab. Valu:apapiere schwächer. Dar Dollar sank von 225 auf 210 dis 211,50. Die Börse schliefst auf der ganzen Linie schwach. Privatdiskont 41/2 Prozent, Frankfurt a M., 23. Februar. Berlin Schluh- Schluh- Schlutz- Schlutz Kurs Äur6 Kurs 1049,561.00, Brief 22. Febr. 21. Febr. 21.2. 77,50 87,70 110, - 825,- 650,- 644 50 74,90 975,- 250,- 1205,- 1255,- 1715,- 1290,- 10*0,- 1265,- 83V,- 8c0, - 940,- 1225,- 835, - 6<4,50 62J,- 75,— 990,- Kurs 22.2. 77,-0 87 90 104.SÜ 4,62 392,90 30,2j 78,85 143,65 519, 427, 38 S, »33, 555, 469, 380, 323, 312, 1300, 4,18 407,55 37,-6 82,40 148» .4 Adlerwerke Daimler 4° r. Hess. Staatsanl. Electron Griesheim Dtfche. Vereinsbank 21.2. 77,51 87,60 110,- 71,75 500.- «2 ,- 339,- 333,- 550,- 460,- 389,- 315,- 338,- Dörsenkurse. Frankfurt 112o - 1160- 11 0- 1660 - 1260 - 1050,- 1215,- <60,— 730 - 918- 1245,- 790,— 615,- 610,- 75,- 910,- 248,75 408,15 32^4 82,60 148, 5 22.2. 77,50 87 50 110, - 73 50 495,- 410,- 339,- 331,- 546,- 460,- 374,— 320,- 336,- 4,53 392,10 3t.21 78,65 142,35 «05,- 337,50 332,- 545,- 463,50 376,- 319,50 342.50 1250,- 8516,45 8533,55 82.1,75 8258,25 1933. 5 19j6,96 1,45,65 1 <49, 5 87dH,20 380 050 3656, 0 3678,70 4G5r 0 > 4684,70 447x50 4484,50 63 .-4,15 5926,95 5694, W 5705 70 45 ,50 452,60 4 8,55 42/45 1108,85 1111,15 1068,SC 1071,10 98j,50 i83,50 9 i9,05 9 -6,95 219,78 220,22 212,73 218,11 2007,95 2)12,05 1940,65 1944,45 4271,70 427 ,30 4203,75 4214,25 3471,50 347dr50 34-6,55 3123,45 Datum: Amsterdam-Rotterb. Brüssel-Antwerpen. Ehristiania Kopenhagen Stockholm Helsingfors Italien London ..... R^uhork Paris...... • Schweiz Spanien Wien (altes) ... Deutfch-Oesterr.... Prag Budapest Buenos Aires . .. Bulgarien Konstantinopel . . . Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld Datum: 57» Dtfch. KrieaSanl. 4" ,Dtsch. Reichsanl. 37»Dtsch. ReichSanl. 4e/0 Preuh. Konfols Hamburg-Pakets.. . Norddeutscher Lloyd Eomm.u.Privatbank Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . . Disconto-Gesevschast Dresdner Bank. . . Mittelst. Ereditbank. Nationalbank f. D.. Boch. Euhstahlwerke lilO,- 1120,- 168 >,- 12 0,- 1U65,- 1223,- 774,- 730,- 920,- 1248. - 780,- 619,50 GuO, - 75,2k 952,- 73,80 73,75 600 - Dhönix-Bergb.- Akt. 12x5’ Bad.Anilin-u. Soda 810, Höchster Farbwerke. 790, Allg. Slektr.-Ges. . . 965, Selten & Guilleaume 12 >5, Schuckert-Werke. . Bud.- Eisenw.- Akt.. 1050, S.-LuxemstBergw.. 12C0, Gelsenkirch. Bergw.. 1210, Harpener Bergbau. 1725, Oberschl Eisenb.-B. 1350, Ooerschles. Eisenind. l!50 Die Blüchermchten. Roman von HannSvvnZobeltitz. >4. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) .Die Sehnsucht. Frau DchwiegermuUerl" Jetzt gibt's den dritten Kutz. Er soll de.i Mund treffen, trifft aber mir die Nasenspitze. „Vorerst batte ich fretlkt- Sri ec Maies ä: die SieLernach ii,t von unserem alten Freunde Blücher za bil igen, dann wollt' ich Ihnen vermelden, datz ter Jrnge. der Äuil. blessiert i t. nicht ge ährlich, beileste. und 'tuch aus dem Wege hierfür . . . und dann . . .“ Weiter ist der Herr von Bau e aber nicht gekommen. Denn jetzt wird eine Tür tm halst- öunleln Flur aufgeiiffen, es ftürmt etwas Kleines heraus, etwas Ziediches. Molliges, ein helles sützeS Stimrnchen ruft: ,Lexi — dal" Er lätzt fach die liebe Schwiegermama tn spe sein, die Lore liegt an seiner Brust, jubelt und jauchzt, ünb da hat er denn nicht die Nasenspitze gekützt, sondern richtig die Lippen, haarscharf, sofort, hat kein Wort sprechen können, fonbern nur geküsst wie ein Nimmersatt. Danz entgeistert und atemlos hat sich die Frau von Giese an die nächste Wand gelehnt. Hätte auch kaum eingretfen können. Denn hinter der Lore her schwirrt es wie ein Bienenschwarm. Schiebt sich gleich eine Schutzwehr zwischen sie und das Paar: all die Giesemädels. die Blücher- nichten: Luise. Julie. Ftekchea und Lottchen. ilnb plötzlich fangen sie — und keiner von ihnen wtchte, wer zuerst angestimmt: „Kaiser, hast du Lust zu trutzen, . . . trutze nur . . . Wird dir aber wenig nutzen, . . . Glaub es nur . . . Deine Falschheit währt nicht immer, Denn dein Glück ging schon in Trümmer. Meinst, man kann dich nicht besiegen? ... Du bist irr .. . Da mutzt Blücher doch erliegen, . . Glaub' es nur! . . . Latz nur deinen Hochmut schwinden. 3n Parts woll'n wir dich staden!" Die alte Frau von G .ese, die Gest'-enge, ist fanftcr geworden von Tag tu Tag. Hat wohl der Krieg getan, der die Menschen oftmals wandelt: hat das Erleben getan mit den Kindern, den Mädchen: fing mit der Luise an und gtrg bis zum Kiekindiewelt, der Lore, die mit ei ern Male, fa;u‘aflen. vom Kindskopf 3um Manschen geworden war, zum Menschen mit beitem Herzen. ünt> dazu nun der Blessierte, der Junge, der .Kurt, der mit dreidoppelter Liede von der Matter empfangett u d umfangen wo den 11, f t: er in die Mansarde heimgekeh r. bcg'eltet u d geleitet dpn einem stattlichen Arzte unb geschmückt, man denke, mit dem herrlichen Kreuz von Eisen, das der Herr Ieldmarschall selber ihm noch vor der '2lbfahrt geschickt hat. Tagsüber satz der Kornett im Wohnzimmer in dem groben tiefen Lehnstuhl, hatte wohl manchmal noch Schmerzen in der Schulter, scharte aber schon wieder ganz munter rad vergnügt in die Welt, in die enge um ihn ter, und in die re achtende Sommerlonne, die sich von früh dis spät mit Hellen frohen Strahlen ins Stübchen drängte. Tat sich gewaltig als „‘THann". da er des Königs Rock trug und das Kreuz dazu: begehrte auf. wenn Mur i-g ihn mitleidig hätscheln wollte, las seine Dossische täglich wie ein Aller, hat auch die ganze Schwestemschar weidlich tyrannisiert. Sie mu'sten springen, tote er wo'ckte: Lui'e hier und Lore da, Fielch:n jetzt, und Lo te nachher. Taten's auch gerne, denn sie waren nicht wen g stolz auf ihren Jungen, der für König and Vaterland geblutet Die schönste Stunde jeglicher. Tages aber ist ihm gewesen, wenn der Heia- Doktor tarn, der HünSwanger. E^t war der immer nur ganz kurz zur ärztlichen Visite erschienen, hatte die Wunde besichtigt und neu verbarden, hatte zufrieden gelächelt, dem Kornett auf die ge'unde Schulter geklopft und gemeint: »Macht sich! Macht sich gat, sehr gut sogar. Ein paar Wochen Rahe und Geduld, und wir können wieder ins Feldlager. Rach Paris, mein ich." Dann war er länger und länger geblieben. Der Junker freute sich dessen, merkte aber doch, da et scharfe Augen hatte und hellhörig war, datz es nicht mehr allein um seinetwillen gewesen. Er wollte sogar ei,erlüchtig werden. Ater er lachte doch: tonnt'® ci.er dem jungen Doktor verdenken, datz er gerne blieb, wo es die schönsten Mädels ir. ganz Berlin gab?! Wo man gemütlich im Kreise satz und guter Dinge war. von Kriegs- erlebnissen und Abenteuern sprach und vom Vater Blücher, wie der nun Paris besetzt und in Frankreich residierte. Sie waren ja alle vergnügt, die anätüge Frau Mutter eingeschEen — bis Md- stricht auf die Julie, die immer noch gern tn einer Ecke hockte und ihre feuchten Tra-maugen machte. Hatten alle gute Nach ächten. Luise von ihrem Grasen, dem F.anzl: F ekchen von ihrem Kapitän. Lern Herrn von Nebiih. dem Werner; Lore von ihrem Dause, dem Le i. Lotte merte man nichts davon an, datz sie noch leinen besetz, an dem shr Herz hing, und Julie . . . nun, die wurde laut Famllrecchesch'utz alle Jungfer: daran war nichts zu ändern. Züricher Devisenmarkt. 22.2. Wechsel auf Schwerzer Franken Holland 100 5L = 1j6-1U 19 .- Deutschland 100 Mk. -- 2>il '2.38 Wien 100 5tr. = 0.11 0.10 Prag 100 Kr. = 9.45 9.30 Pari« 100 Fr. = 46.50 46.45 London \£ =■ 22.15 2X49 3talien 100 2. 25.50 kMO Brüssel 100 Sr. = 44.40 44.10 Budapest 100 Str. — 0.75 0.725 Nruyork 100 t = 510 — 509-5) Marknotierungen. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Datum: 1.7.14. 21.2. 22.2. Zürich Sr. 125 40 2,35 2,32 Amsterdam 31. 59.20 1^0 l.f.9 Kopenhagen Är. 88 80 2 27 Prag Str. 117 80 23.12 21,- Stockhvlm Str. 88 80 175 Wten Str. 117.80 London Sh. 97.80 8 62 6,67 Pari« Sr. 125.40 5,- 5,08 Aeuyork $ 23.80 -.45 (Sn einem Teil der Auslage wiederholt.) Die englisch-franzöfifchen MemunvS- Verschiedenheiten. London. 22. Fehr. (WTB.) ,Tai^hTele- g ra p h" zusolge testeten hinsich lich ter Gc- mix-ter Konsere a keine unüterwi d tchen Vchvre- rigfeiten, ttas cm Hebe velntom men zwischen der britischen und sranzösifchen Regierung antetrisst. Nur In cev Frage des nahen Ostens schttnen auge:.b.icklih bic Ansichten in London unb Paris u»verern- da r zu sein. Telephonverbindung London—Genna. L 0 n b 0 n, 22. Febr. (WTB.) Reuter erfährt, bab zwischen London und Genua für die Zwecke der Stonfe-enz von Genua eine direkte Telephonverbindung t)e gcjrdlt werde. Schanzet auf dem Wege nach Europa. Neu york, 21. Febr. (WB -Der Führer der Italienischen Delegation der Washingtoner Konsereirz, Schanzer, hat sich nach Europa eingeschifft. Die Kosten für daS englische BesatzungLheer. London. 21. Febr. (WTM.) Im Unterhaufe teilte heute Sir Rok,ert Hör ne mit. das) die NeparationS bet rüge, die England von Deutschland bis zum Schlust des laufenden Jahres erhalte, wahrscheinlich nicht ausreichcn werden, um dir Äoftcn des britischen BesahungSheeres zu decken. Daher würden diese vorläufig nächt auf Re- parationSrechnung eingetragen werden. Ein Streik im Elfast» Pari«, 21. Febr. (WTB.) Nach einer Havasmeldung aus Mülhausen im E.satz hat eine dortige Svinnereifirma, nachdem gestern die meisten von ihren viertausend Arbeitern durch passiven Widerstand geien die Herabsetzung ihrer Löhne protestierten, beschlosst, ih-e W e r t ft ä t- t e n heute vormittag z u schlietzen. Die E'ek- trUitätdarBeiter hätten ten Solidari ätsstreik beschlossen. Durch die Stromunterbrechung feien die meisten Tertil- und anderen Fabriken in Mülhaufen und Umgebung zum Feier« gezwungen unb heute vormittag hätten bereit« Tausende von Arbeitern nicht arbeiten können. 3'zr Sicherung der elektrischen Stromversorgung. w?U7igstens zur Beleuchtung der Stadt, seien Vorkehrungen getroffen worden. Schluß der LeqiSlaturperiodie in Spanien. Madrid, 21. Fete. (WB ) Der König hat ein Dekret unterzeichnet, durch das die gegenwärtige Legislaturperiode als geschlossen crHärt und das Parlament auf ten 1. März wieder zusammeate^en wird. Verurteilter kommunistischer Hetzer. Limburg, 22. Febr. (WTB.) Von der hiesigen Strafkammer tourte der Frankfurter Kommunist Gust-av Wofs wegen einer in öffcn licher Da^k v rf jfrmlurg g ha tenen Rede, in ter er zum S.urze der Regierung und zum Anschiuh an Soto,e>Rutzland aufgefortert hatte, auf Grund des Paragraphen 133 deS D. G.B. zu 5000 Mark Geldstrafe verurteilt. Der Herr Doktor Hünswanger kam also recht sleitzig unö' Blieb reä-t tancie, soweit es fr-e-ib seine Zeit erlaube. Mcmckmal to-'r d e 1 ämüch knapp, da er eine Stellu:g in den g o''en Lazarett in der Fried nate am Oranrrn- burger Tor. angenommen chatte, wo fast nur Schwerverwundete lagen, bl? allrnäh'ich aus F'an- bem unb F ankreich abtran* Port ert waren. Er machte sich aber auch in ter Mansarde nü'lich als Awch nicht ru? um bei Ko nett. Mitteiös- voll hatte er zuerst auf Luiiäs schöres Gesicht und das schreckliche Mal gesete». bas sie immer nach enthie lte; und als Kurt dam von den Brwd- unglüd und ih er Te;L>bU"g erz'hlte. hatte er bescheiden um die Erlaubnis gebeie*. einmal genauer jufete’1 ' türten. Ein we riges sträub'2 sich Lui'e: aber ter junge Herr besä) die schone Gabe. Vertrauen zu wecken. So gab sie sich schließlich in seine Betend'ung. Er tyai'.e ein Vleichrnittel, das die buckelro'en Stellen allmählich te-cu'ziehen solte, und er hatte sanfte Hände, die zu kneten u«tf> ju dehnen tvutztrn. wo es ter kranken Hcut ert'at. Dabei wiederholte er immer tote'er: „Cd) tarnt nichts versprechen, g^digeS Fräulein. Lin'er Wissen und Können ist S ückrerk. A er ho fe i bür,en tetr.“ Unb wirklich, es scheu, datz seine Kur anschiug. Die Ränder der 2 a-dstellen ter« schmalzen sich mit der ge und ge -I ebenen Haut, Brauen und Wimpern tegamien w.eter zu wachsen. Manchmal stand 2ui'e vor dmi Sdiegel, den sie bisher geschrut teie Feuer, blick e h nein unb sprach leise, ganz leise vor sich hin: „Ach Fraozl . . wenn doch würde . . . nur etwas, nur em weniges: um deinetwillen!“ (Fc-rtieyung fotgr.) Hervorragende Qualitätsware in Straßen-, Arbeiter- und Berufsfchuhwerk die besten Erzeugnisse der deutschen Schuhindustrie, Kausen Sie preiswert bei Sonnenstrahe 20 Franz Neumeier Fernruf Nr. 1212 Hausschuhe Turnschuhe Schulstlesel ohne Naht ________________________ ____________________ " M u"”~’ ■ ■■ . 1 ■ • null -| li | - i Behördliche Anzeige» Bekanntmachung tetr. Festsetzung des Wertes ter Sachbezüge. Mit Zustimmung des Oberbürgermeisters wird der letztmalig am 9 August 1920 festgesetzte Wert der Sachbezüge gemäß § 2 des Dersicherungsgesetzes für Angestellte und § 160 der Reichsoersicherungs. ordnung wie folgt festgesetzt I. Freie Verköstigung. a) männliche Personen b) weibliche Personen Erste» - Zweit' o g Frühstück 2 = 8 tägl. I tagt tägl. Jt | Jl .ft 12 ff“ tägl Jf L- 1.20 5.- 1.- L— !.— | 4.— 1.- s£! Dolle Tageskost 55 l tagt | tägl I jähr! Jl ! Jfj Jt 3.80 12.- 4320 3. - 10.- 3600 II. Freie Wohnung. a) Ein einfach. Mansardenzimmer oder gemeinschaftliches Zimmer für mehr als eine Person . jährlich 200.- b) Für ein besonderes Zimmer „ 350.- c) Familienwoitznuag (2 Zimmer und Zubehörs ...... „ 450. - IIL Freier Brand. a) Für eine EisHzelperfon . . „ 150.— b) Für eine Fomrilie .... „ 350.— Di. Freie Beleuchtung. a) Für em« EirDelperson . . , 70.- b) Für «ine Fasiilie .... „ 150.- Mk. Die vorsteh<«d« Festsetzung ist als Durchschnittssatz zu betrachten. Der Wert anderer Sachbezüge wird von Fall 3:6 Fall festgesetzt, ebenso können auch Abweichungen non den obigen Festsetzungen zuae- !ass«n werden, wenn dies nach Lage des (Ein^elfalles gerechtfertigt erschßeint. Die Festsetzung tritt am 1 März 1922 in Kraft. Gießen, den *20. Februar 1922. Dersicheruhngsamt der Stadt Gießen. jr_______________ l)r. Frey._____________1797B Geffeutlicher Impftermin. 2lm Freitag bem 24. Februar 1922, nachmittags 3 A»r. wi d in ter Turnhalle ter Dtadtmädchenschu^, Schillerstrahe 8» ein öffetatlichcr Impftermin abgehalten. in wachem tnejertigen Ang^hSrigen von ImpfPflichtigen, die eine Qluffoctemng er- ' halten haben, ihre Kinder kostenlos der Impfung unterziehen lassen können. j Zu dem Termin haben nur solche impfpflich- tige Kinder zu erscheinen, die im (Zähre 1920 und früher geboren sind. Rückständige tzmpfpflichtfae, deren Zurückstellung aus gesundheitlichen Glünder gewünscht wird, können In tev Termin dem Zmpfarzt vorgestellt werten. Die Kinder rmSflen rein gewaschen oder gebadet und mit frischer Leibwäsche zur Impfung gebracht werten. In dem da rau K folgenden Termin, Freitag, den 3. CZHä d. 3-, nachmittags 3 Uhr, sind die am 24. Februar Geimpften zur gesetzlichen Rachschau wieder vs^rzustellen. 17.468 Gießen, den 20. Februar 1922. Der Oberbürgermeister. I. 2.: K r e n z i e n. Vergebung. . '2etr.: DibterkvaftL^rk bet Lißberg. Für den Dau des Ridderkraftwerkes bei Lißberg sollen mit dktem fahrbaren Steinbrecher 800 cbm Steine zu KLeinschlag, Grus und Splitt zerkleinert werden. 2tngebotL für diese Arbeit find bis Montag de» 6. März 1922 auf vorgeschriebenen Dordru^en bet ter unterfertigten Behörde einzureichen, woselbst sie an diesem Tage um 3 Ahr nachmittags eröffn?! werden. Vordrucke können, «soweit Vorrat reicht, zum Preise von 10 OHL von uns bezogen werten. Zuschlagsfrist 14 Äage. 1824V Friedberg, den 16. Februar 1922. Hessisches Lkulturbauamt. 2. D.: Lorenz.______________ Nutzftol »verkauf. Aus dem Gemeinltewald Krofdorf kommen am Samstag, den 4. MLlrz d. 3., nachmittags von 2 Mr ab, bei Gastwiqt Moos in Krofdorf zum Verkauf: G i,che. Distr. 10b = 5 Rm. Schichtennutzhvlz, 4Mtr. lang, zu Wagenteichsehn, Distr. 14 s Ar. 1 1 Stamm 2. Kl. --- 0,85 Ar. 2 I Stamm 3. Kl. » 1,33 Fstm., 11 Am. Rollen, 2 Mtr. lang. Distr. 23 b, 24 a, c *= 2 Stämme 1. Kl. von 86 und 62 Ztm. Durchmesser (für Schreiner), 4 Stämme 2. Kl. von 50 bis 55 Ztm. Durchmesser (für Schreiner). Fi chtec Dlstr. 3b^ 7e, 8 a, d, 10 b =» 2 Stämme 2. Kl. »= 2,24 Fstm., 39 Stangssn 1. Kl., 95 2. Kl., 140 3 Kl. und 30 4. Kl. 1825V Krofdorf, den 22. Februar 1922. Der Bürgermeister. Holzsuvmiffion. 2lus den Waldungen der Gemeinde Obenhausen, nicht wie in der gestrigen Bekanntmachung angegeben, Beuern, soll folgendes Holz auf dem Submiffions- wege verkauft werden: Fichten-Stämme 3. Kl. 17 St --- 23,85 Fstm. „ „ 4. „ 26 „ = 29,60 „ . „ 5a „ 63 „ = 33,33 w „ , 5b „ 129 „ = 31,62 , Kiefer« , 3. „ 5 n = 6,26 „ „ . 4„ 25 , = 22,13 w „ , 5. w 287 „ = 78,76 „ Eichen „ 1. » 1 „ sc 1,25 „ „ 3- „ 1 , = 1,00 „ Die Angebote sind getrennt nach Sortiment und nlasse pro Fstm bis zum Freitag, ten 24. Febr. ös. 3s., nachmittags 2 Uhr, an die untLrzeichnLte Bürgermeisterei einzureichen, wo die (Eröffnung erfolgt. Die Bedingungen werden vor Oefinung der Angebote bekanntgegeben Das Holz ist mit Rinde gemessen. Etwaige kleinere Abweichungen im Festgehalt bleiben Vorbehalten, ebenso die Genehmigung im einzelnen wie im ganzen 3 Tage lang. Odenhausen, den 21. Februar 1922. 18380 Bürgermeisterei Odenhausen. Nachtigall. 46a Erst prob’s, dann (ob’s! Kernseifen- Pulver mildem rlüadtfem Nurgm ofletbe^en «horidie Mixte und qrefiwndioa Flligttm KmiWta Fabrikant: P. Jos. Mobs, Gießen Seifenfabrik» | Vermietungen | 1 K.gttbl.ZhE. fr. GcteVerpn. Zw«t flctrenme möbl.Schlaf, immer Lm» 1. März an Dauer- mifter rtbuwten 02563 Gocr bestrafte 67 v. M lüöbl. ßimmet an ruhigen Herrn ver t. Marz zu vermieten 0--A!!'Hammstraüe l0 I. | Mäetgesuche | Tuche für sosorr oder t. März möbl. Wohn- u. Schlafzimmer. Sckrtstl. Angebote mit er 01664 an den Gien. Anz. Junger ftauhnnnn iDauermieten sucht per loiori ober später ormfitlito Mmmtt in 9iäfre der -llten Klinik. Sckristl Anaeb. mitcr 024^2 an den Gien. Süu. Auslands-Deutscher, Student, sucht f. 1. März coiL später in chriui. HanS rin aut m bl. 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