172. Jahrgang Freitag, 22. Dezember 1922 SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck vnd Verlag: vrühl'sche UniverfilSts-yuch- und Stdn&ruderei K Lange in Siehen. Zchnftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. leüung ] 12; für Derlag und töeschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen. poftscherikonto: Zrantfvrl se: 380 Mark und 20 Mark Trägerlohn,durch diePost 400 Mark,auch bei Nicht- erscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt.—Fern sprech- w Anschlüsse: für die Schrift- w Weihnachtspreise. Das Weihnachtsgeschäft der deutschen Kaufleute ist diesmal bedeutend schlechter als im vorigen Jahre Dir Enttäuschung zeigt sich allgemein und jeder macht dafür andere älmstände verantwortlich. Die Preis« sind zwar plöizlich zum Stillstand gekommen, aber auch die Kauflust des Publikums ist merklich zurückg?gangen. Man hat sich als die Preise täglich ja beinahe stündlich kletterten, schnell noch cingedeckt. Diele Chrlst- gesch.-nke wurden schon vorzeitig eingekauft, a>eil man fürchtete, sie in einem neuen Preissturm vor den Feiertagen überhaupt nicht mehr bezahlen zu können. Man hält sich also zurück, weil man gehamstert hat. Das ist der eine Grund. Der andere ist das Steigen der Mark infolge der Aussicht auf ame^ i'anische Hilfe Das Publikum hat eine feine Witterimg sür Währungsschwiniunien bekommen. Die Abschwächmg des Dollarkurses, die nach kurzer älnterboechung von neuem einsehte, da.vn der klein« aber als Erstsall doppelt bemerkenswerte Absti.g des GrohbcmdelLi idex, das erstmalige Aach-eben des Cisenpreises, der Abbau der Fetwceise, das alles waren Anzeichen, die viele stutzig machten und mondän bereits wieder zu einer Art Käuferstreik veranlaßten. D e Geschästsl-ute wollen an den „ilmfturj" noch nicht glau Zen. Sie denken nicht daran, die teilt.vif« aus;erordent- lich hohen Weihnachtspreise in letzter Stunde hcrimterzuzeichren. Sie behaupten, es nicht zu können, weil die Prei'e ihtem früheren, sehr teuren Einkauf emTpredte i. Sie suchen auch dem Käufer jede Hoffnung auf plötzliche B.lligle'tt auszureden. Denn Steuern, Fachten, Löch.ie und andere preisbildenke Faktoren seien (was an sich durchauZ richtig ist!) im Zunckhnen. Der Käufer hat natürlich den anderen Standpunkt. Ein Wort gibt das andere, und schließlich fällt ber zündende ^Ausdruck: W u ch e r! Was ist's damit? Seit den Derordnungen gegen übermäßige Prüssteigerung vom 23 Juli 1915 und gegen Preistreiberei vom 8. Mai 1918 ist der Degrifs des Wuchers das Sorgenkind der deutschen Juristen. Mit dem Senken d:r Währung wuchsen die Schwierigkeiten der kaufmännischen Kalkulation, und das Thema des Wuchers bei Gegenständen des tnglichm Bedarfs wurde immer aktueller. Die Derschiedenartigkeit der richterlichen Auffassungen nahm nach Einsetzung der Wuchergerichte, die bekanntlich völlig souverän sind, da eS gegen ihre Urteile keine Rechtsmittel gibt, bald recht groteske Formen an. Aber auch da. wo obere Gerichte dazu kamen, sich über Wucher zu äußern, herl-schte bis jetzt das Chaos widei-sprechender Meinungen Jetzt endlich, kurz vor den Weihnachtstagen, fällte, wie wir berichteten, das Reichsgericht über den eigentlichen Streitpunkt, der sich in der Wucherfrage im Zeichen des Währungselends herausgebillxt hatte, über den sogenannten Wiederbeschaffungspreis ein grundlegendes Urteil Der Wiederbeschaffu^gspreis hat seinen Arsmung in dem Selbsterballu igstrieb der Kaufleute, die immer mehr das Zusammenschrump en i;rer Warenlager fest stellten, o.)nr mit dem entwerteten Papierg l e auch nur die Hälfte der verkauften Lager bestände wieder beschaffen zu können Wer Waren billiger verkaufen muh. so sagten sie sich, als er wieder ein- Laufen kann, geht dem Ruin entgegen. In ihrer Angst vor dem finanziellen .Untergang schossen sie aber mit dem vollen W ederbeschaffmngspreis über das Ziel hinaus. Unlautere E enente errechneten sich so ei e i übermäßig hohen Gewinn, und der Wucher war fertig. Das Reichste icht hat nun folgende Aorm ausgestellt: Der^Wie- derbcschaffungspreis bleibt u e.laubter Wucher. Gestattet ist es, in der Kalkulation das volle Ausmaß der Geldentwertung seit dem Einkaufs- preis in Rücksicht zu zie'hen. Mrt dieser Regelung werden wahrscheinlich weite Kreise des Handels und der Industrie nicht einverstanden sein, denn ste widerspricht immer noch der kaufmännischen Logik, dah nur der Wie- derbesch2f.'u..gspreis vor dem Kapitalschwund bewahrt. Aber einmal weist das Reichsgericht in seiner Urteilsbegründung, die dem Anträge der Reichsanwaltschaft folgt, darauf hin, Last der Wiederbesch. s u .gspreis nur un Wegrl^r Gcseh- gel-ung, nicht aber der Gesetzesauslegung erlaubt werden könne, und sodann wird der ganze Streit hinfällig, wenn em gütiges Geschick die weitere Besserung der Mark und schließlich dte Stabilisierung herbeiführt. Richtlinien der Reich sregierung für Preisfestsetzungen. Berlin, 21. Dez. (WTB) Die t'efgehende Erschüttern ig der Markwährung, die z i einer das Wirtschaft'leben schädigenden Unsicher;cii auf Item Gebiete des Preistreibereirechts g fü)rt hat. gab dem Reichswirtschafts- und dem Reichs- justizministerium Veranlassung, an Hand von Besprechungen und Erfahrungen in der Derwaltungs- praxis der letzten Zeit 'Richtlinien a.uszu- arbeiten. Dies: sollen im Rahme, d:r stark schwankenden Währungsverhältnisse alle über./aupt gegebenen Möglichkeiten in der Stetigkeit der ver- waltu igsmähigen und rechtlichen Entscheidungen über die Preisfestsetzung gewährleisten. Im einzelnen werden unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Rechtsprechung und unter Fortentwicklung f.üherer vom Reichswirtschaftsministe- rhim vertretener Auf asfungen. die G.undsätze über die Feststellutg eines angemessenen Preises entwickelt und die stark umstrittenen Begriffe ,M a r k t l a g e". »A o t m a r k t l a g e" u d »Wieder b e ! chaff un g s preis" erörtert. Eine Aormentafel wuröe ausgestellt unter Zugrundelegung der vom Statistischen Reichsamt allmonatlich veröffentlichten Indexziffer für die Lebenshaltung kosten un) e n? zahlenmähigeRicht- linie, inwieweit im Warenverkehr der zwischen dem Ein- utb Verkauf etwa eingetretenen Ge.d nt- toertung Rechnung zu tragen ist. Eine frühzeitige Heranziehung von Sach erstänöigen nop vor An- klageerhe.u ig we;en PreiZtreiber.i un) it einem möglichst 'ftühzeit gen Als hatte des Der ährens wird für notwenoig erachtet. Die Sachoerftändigen sollen tunlichst auf Dorschag d:r amtliche» Der- tre ungen der beteiligten Wltnschaftskreise ernannt und vor schweren R,-chtszugn,fen, wie Warenbeschlagnahme oder Entziehung der Handels- erlaubnts, gehört werdet Di? Richtlim en betonen ferner die Aotwen )igkeit einer eingeh mden Aufklärung der Deoöllcrung über die Prcise.it- wialung und deren Ursachm, sie geben Fingerzeige, wie neben der stänoigm Heranziehung der Tagespresse, insbesondere durch eine innig? Zusammenarbeit der Preisprüfungs stellen mit der Wucher Polizei und mit den Derbrauchern die vielfach auf Unkenntnis der wir- schaftlichen Zu ammenhänge beruhenden Gegcn- fätzr zwischen den einzelnen Berufsständen gemildert werden könnten. Eine Senatsrebe Poincar^s. Paris 21. Dez. Der Senat erledigte in seiner heutigen Sitzung den Gesetzentwurf über die Rekrutierung der Jahresklasse 1923 und begann in später Aachmittagsstunde mit der D.ratung der vorliegenden drei Interpellationen der Senatoren Gaudin de Dillaine, Japy und C h a st e n c t über die auswärtige Politik t>V Regierung. Senator Gaudin de Dillaine ist krank. Zur Begründung seiner Interpellation sagte Senator Japy, es sei unnötig, das Ruhr- gebiet zu besehen. (Senator Chastenet verzichtete auf die Begründung seiner Interpellation. Ministerprasibrnt Porncare sagt, es sei natürlich, dah angesichts der Derfeh- lungen Deutschlands die Geister beunruhigt seien, und dah man nach einer neuen Lösung suche. Er wünsche aber, dah die entwickelten Ideen niemals auherhalb Frankreichs als ein vollkommenes oder teilweises Aufgeben der französischen Forderungen gedeutet werden können. Deutschland beharre auf seinen Fehlern: Seine Magnaten der Groh- industrie hätten sich auf Kosten des deutschen Voiles bereichert, die Jiiflatwn sei in beträchtlichem Mähe gestiegen und die wirtschaftliche und finanzielle Mißwirtschaft könne in Deutschland die beklagenswerteste Katastrophe nach sich ziehen. Deutschland habe vor allem zu niedrigeren Preisen exportieren wollen. Cs habe sich systematisch ruiniert, um der Raparationszahlung zu entgehen. Welches sei der rascheste und sicherste Weg, damit Frankreich in seinem Recht befriedigt werde? Deutschland führe seine Derpslichtungen nicht aus. und der Zahlungsplan vom Mai 1921 sei zum toten Buchstaben geworden. Deutschland behaupte, dah es r folge der Entwertung seines G.k.es nur sehr schwer die Waren im Innern bezahlen könne, die maxi verlange. Aber unter diesen Lieferungen befänden sich solche, die aus den Staatsdomänen kämen, und außerdem gebe es ja Arbeiter. In Wirklichkeit bemühe sich Deutschland, alle Repa"a- tionen hinauszuzögern. Sei das vielleicht der Augeirblick, um Deutschland ohne Gegen'eislung ein 'neues Moratorium zu bewilligen? Man kündige neue deutsche Vorschläge an. Es werde sich wahrscheinlich um ein elastisches Moratorium handeln. Aber werde Deutschland das Moratorium dazu benutzen, um seine Finanzen zu sanieren? Die Vergangenheit müsse mihtrauisch machen. Man müsse Deutschland einer effektiven Kontrolle u tterwer.en. äle'r gens, selbst tre n Frankreich sich gedulden wolle, könne es das nicht. Am 31. Dezember werde Frankreich für Deutschland etwa 100 Milliarden bezahlt haben. Man könne tatsächlich nicht unbegrenzt die französischen Staatsbürger ohne Zah u gen lassen D uisch and ha' e Domanial- güter, über die nach A. titel 243 des Fciedens- vertrages die Alliierten e.n Pr ivileg ersten Ranges besitzen. Dieses Privileg sei für ihn (Pv ncare) eine konkrete Realität. Gr werde von den Alliierten verlangen, mit Frankreich diese Pfänder zu nehmen ober Frankreich sie für gemeinsames Konto nehmen zu lassen. Derselbe Ar.itel des Friedensvertrages ge'tatte den Alliierten durch die Reparationskommissivn, die Ausfuhr von Gold au3 Deutschland zu verbieten. Deutschland hab« diese Klau el nicht respektiert. Deutschland besitze aber auch immobile Werte, die als Pfänder für die Forderungen an Deutsch- lartb dienen mühten. Poiniarä wendet sich dann gegen die, wie er sagt, lächerliche Derl.umdung, als wolle Frankreich Deutschland erdrücken. Wir wollen Deutschland, so ragte Pvincar?, nicht ruinieren, wir wollen aber auch nicht, dah es in einigen Oabren, nachdem es sich heut? hi iter seiner Armut versteckt, über unsere tatsächliche Armut sich lustig machen kann. Unter dieser Reserve werden wir uns nicht den Bemühungen Deutschlands widersehen, seine Währung zu stabilisieren. Wir würden glücklich fein, wenn Deutschland innere oder äußere Anleihen abschliehen kann, die es ihm gestatten, seine Schuld zu mobilisieren. Poincarst erklärte weiter, es fei wünschenswert, daß Deutschland Kapital erlange, aber das wolle nicht besagen, dah die Reparationsfrage ’m die Hände der Bankiers übergehn solle. Sie müsse von den interessierten Regierungen mit Unter- stützung der Reparationskommisfion geregelt werden. Diese Frage werde den Gegenstand der Verhandlungen am 2. Januar bilden. Dann werde man auch über die interalliierten Schulden sprechen. Poincare behaup e:, dah er weitgehendstes Entgegenkommen hierin gefunden habe. und dah man nicht mehr a u r Amerika •»arten wolle, um die Frage der curopäischm Schulden zu regeln. Frankreichs Kriegskosten hätten sich auf 145 Milliarden Franken belaufen. Barchou und Bourgeois batten in ihren Berichten über den F.ie' e lsvertrag bedauert, dah die Alliierten nicht die Kriegslasten Frankreichs erleichtert hätten. Wenn auch das nicht geV^t/m sei. so sei doch wo'hl verstanden gewesen, t<41 die R.-paration der Kriegsschäden e.ie privilegierte Schuld darstelle. Es würde also urzulässig sein, wenn Frankreich seine Schuller bezck.-ten mühte, bevor es selbst Entschädigung erlangt habe. Rach der Rede Poincares wird die De'xrtte eröffnet, an der sich Francois-Marsal und R i b o t beteiligen. Hierauf wird die einfache Tagesordnung, die das Vertrauen zu ter Regierung in sich schlieht, angeaomire.i. Paris. 22. Dez. (WTB.) Im Senat sprach nach Pvincare Senator M a r s a l von den ungeheuren b.utfdten Reichtümern im Ausland, die F ank e ch durch ein ach Scheäs Übertrager werden könnten. Wenn Deutschland leine Reparationen leiste, komme es foiD.it, hah Frankreich sein wirt- schafckiches Rüstzeug zweimal bezahlen werte, einmal, indem es di:ses erwarb, und das z'weitemal durch die Wi-derherstellung. Der Senator tritt für die Erhebung von Pfändern ein. Senator R i b o t sagt, Bonar Law drückte sich im älnterhaus so aus, dah man daraus schliehen könne, dah er die Berechtigung der französischen Politik annehme. Er würde aber Sorge empfinden, wenn Frankreich allein ein- ma sch'e e Er verstehe Wohl, dah man in Frankreich auf die Gefahr einer deutschen Invasion Hinweise. Es gebe andere Pfänder. Zu der Aeuherung Ribots, es gebe andere Pfänder, antwortete P o i n c a r e durch einen Zwischenruf: Ich habe Line, weder die Ruhr noch ein anderes genannt. Ribot wies im weiteren Verlaufe seiner Rede auf die Lage in dem besetzten Rheinland hin. nämlich auf die deutschen Zolleinnahmen, die in Gold erhoben würden. Die negative Haltung Englands würde er jetzt nicht verstehen. Es wäre eine Enttäuschung für ganz Frankreich, wenn die demnächstigen Verhandlungen nicht zu einem Einverständnis führten. Damit ist die Debatte beendet und der Regierung wird das Vertrauen ausgesprochen. noch keine Verständigung erreicht werden, vo» allem nicht über die Auslegung des Begriffes ,Minderheiten", da die Türkei darunter die nicht mohammedanischen türkischen Staatsangehörigen versteht, während das alliierte Projekt (einerlei Unterschied der Rasse und der Rationalität aiv erkennen will. Solange hierüber lein Cinvermehmen hergestellt ist, sollen die bereits angenommenen Artikel des Minderheitsprojektes nur unter dem Vorbehalt der späteren Klarstellung des Begriffi' ^Minberheiten" gelten. Die Sitzung endete mit einem sehr lebhaften Zwischenfall über die Frage des Auswanderungsrechtes für die Angehörigen der Minderheiten, das die Türkei ablehnte. V e n i s e l o s sprach sein Erstaunen darüber aus, dah die Türken, die S)tuv derttaufende von Griechen vertrieben, denselben Griechen das Recht zur freien Auswanderung nehmen wollten, worauf R i z a k u r i Dey erwiderte, dah die Türken die Griechen nicht verjagt hätten, sondern dah die griechischen Heere sie gewaltsam auf ihrem Rückzüge mitgeschleppt hätten. Rach heftigen Auseinandersetzungen, in die der Präsident des Ausschusses, Montagne, vermittelnd einzugreifen versuchte, muhte die Sitzung abgebrochen werden. Die Samaritcrtätiqkeit in Schweden. Stockholm, 21. Dez. (WTB.) Wie „Qlftom bladet" meldet, wurden bisher durch den Zenrral- ausschuh der (Samariterfliftung in Schweden für die evangelische Liebestätigkert in Deutschland insgesamt 125 000 Kronen gesammelt, von denen 82 000 Kronen gleich 60 Millionen Mark bereits abgesandt sind. Vcrbrcchcrtatcn in Irland. London, 21. Dez. (WTB.) Wie ans Dublin gemeldet wird, ist der Schnellzug B e l f a ft — Dublin in der vergangenen Rächt unterwegs von bewaffneten Männern angehalten und in Brand cesteckt wor e r. Ein aus Dublin kommender Gülerzug )tiabe in sehr bestimmter Form den Ba n k ie rau s schu h abgelehnt, in einer Frage, die für die Alliierte r ein vitales 3nter- effe b-heute. Man glaubt, dah wenn es gelingt, die Frage der sofortigen Besetzung des Ru^/r- gebietes zu beteiligen, dann ein Einverständnis erzielt werden könne. Die Haltung Amerilras. Reuhork, 21. Dez. (Wolff.) Funkspruch. Die „Reuyork Tribüne" erfährt aus Washington von einer hohem amtlichen Persönlichkeit, dah die amerikanischen Truppen sofort vom Rhein zurückgezogen werden würden, wenn Frankreich das Ruhrgebiet besetze. Es wurde mitgeteilt, dah die Regierung eine Besetzung des Ruhrgebiets durch Frankreich unter den gegenwärtigen älmständen nicht billige. Paris, 22. Dez. (WTB.) Rach einer Meldung der „Chicago Tribüne" aus Washington ist die Entscheidung darüber, ob die Vereinigten Staaten offiziell auf der Konferenz vertreten fein werden, die am 2. Januar in Paris beginnt, von den Mitteilungen des in Washington erwarteten Londoner Detschafters Harvey abhängig Die Reuyorker Meldung, dah Amerika an der Konferenz teilnehmen würoe, ist noch nicht bestätigt worden. Die Lausanner Konferenz. Die Mmderheiteufragen. $au f a n ne, 21. Dez. (WTB.) 3m Unter- ausschuh für die Minderheitenfrage wurde heute in verschiedenen Punkten ileberein- stirnrnung erzielt, so über die politische und bürgerliche Gleichberechtigung und die Schulen in den Minderheitsgebieten sowie über die Freizügigkeit der Angehörigen von Minderheiten mit Beschränkung zu Kriegszeiten für alle türkischen Staatsangehörigen. 3n anderen Fragen konnte jedoch Aus dem Äe?Sre. Das Gesetz gegen die wirtschaftliche (Notlage der Presse. Berlin, 21. Dez. (Wolff) Dem wirtschaftspolitischen Ausschuh des vorläufigen Reichs- wirtschaftsrats lag eine Rovelle zum Gesche gegen die wirtschaftliche Rotlage der Presse Vvm 21. Juli vor, die eine Erhöhung der Abgabe von den Holzveickäufen von y« Prozent auf li/2 Prozent vorsieht. Der Satz der Regierungsvorlage .von I1/2 Prozent wurde angenommen und als neuer Zusatz zu § 4 des Gesetzes wurde folgender Antrag Bernhard mit neun gegen fünf Stimmen angenommen: Die Rüavergütungsläfse hat bis zu 5 Prozent der ihr zugehenden Beträge abzuzweigen und sie den in Betracht kommenden Verbanden zur ilnter= stützung der durch die Rot der Presse stellenlos gewordenen Arbeiter, Angestellten und Re- oafteure zur Verfügung zu [teilen. Diese Gelder sollen insbesondere auch zur Erleichterung der lleberfübru'.tg stellenlos gewordener Redakteure in andere Deimfe verwendet werden. Die näheren Bestimmungen erlassen die zuständigen Ministerien nach einer Vereinbarung mit den Verbänden der Verleger, Redakteure, Angestellten und Arbeiter. Ferner lag zur Begutachtung ein Eniwui-f der zweiten Verordnung zur Ausführung des Gesches gegen die Rotlage der Presse vor. Der Entwurf bestimmt als wesentlichstes in einem neuen Paragraphen 16a, day die Rückvergütung aberkannt werden kann, wenn a) der geforderte Betrag durch Verschulden des Verlegers zu hoch ist. oder wenn b) der Verleger die ihm nach § 16 obliegenden Pflichten verletzt, oder wenn c) er wegen unlauteren Wettbewerbs verurteilt wird, oder wenn d) er verbilligtes Druckpapier zu anderen Zwecken verwendet, insbesondere verkauft. Der Antrag Bernhard wurde einst imm'g angenommen. Dem neuen § 16a soll unter c) hinzugefügt werden: „Wenn der Verleger die tarif.ichen Verpflichtungen gegen feine Arbeiter, Angestellten und journalistischen Mitarbeiter nicht erfüllt." Die Gefährdung der Drotversorgung. Berlin, 22. Dez. Der Reichsaus- schuh derLandwirtschaft gibt eine Erklärung zur Frage der Drowersorgung bekannt, in der u. a. gesagt wird, dah der ReichS- ausschuh auf Grund seiner umfassenden Kenntnisse der CrnahrungSlage mit Rücksicht auf die ausgesprochene Mihernte eine Erfüllung der Umlage als sachlich unmöglich hält. Entgegen den Behauptungen des Reichscrnäh- rungsministers, dah die Drotversorgung gesichert sei unter der Voraussetzung, daß das älmlagegetreide hereinkomme und das Reich in der Lage bleibe, die für die Getreideeinfuhr nötigen Devisen aufzukaufen, stellt der Reichs- auSschuh fest, daß die Drotversorgung nur unter der Voraussetzung gesichert werden kann, daß mindestens 1,7 bis 1,8 Millionen Tonnen Drotgelreide eingeführt werden können. Außerdem hat er mit Rachdruck darauf hingewiesen, daß nichts unversucht bleiben dürfe, um eine Drotstreckung in möglichst großem Umfange berbeizuführen. bie im (Schluß folgt.) Bei georderter Dr Seibb -antwortet «rrrächst »Wei Anfragen drs Stadtv. Mana. Gelegentlich der Antwort auf eine das Elektrizitätswerk be> treffende Frage erklärt Beigeordneter Dr. Seid im Elektrizitätswerk seien Äü: ‘ fpd.Dil M Au 014; - am süldichenl erbach 32 ® schüssigenStte diesen Mehü ten. Dabei en fast alle zerm personal lvuri verletzt. Dei Heutiger Stand des Dollars 10 Uhr vormittags: Berlin 6500, Frankfurt a. M. 6400—650CL Aus StaM und Land. Gießen, den 22. Dezember 1922. Die Kohleuproduktiou i« Hessen. Die monatliche Statistik der Kohlenpro- ditktion des Bolksstaates Hessen weist für den Monat November folgende Zahlen nach: An Rohbraunkohlen wurden gefördert 58 545 Tonnen, verkauft wurden 21 243 Tonnen- der größte Teil der Rohkohle wurde weiterverarbeitet oder war zur weiteren Verarbeitung bestimmt. Aus Len verarbeiteten Rohkohlen wurden neben Schwerere ß^dukten erzeugt: 2910 Tonnen Drcurnkohlei.^tetts und 305 Tonnen LastprehsteinL. 0 -er Proi in DteSchluhsi kommission des Wahllomm! thias. im Ak vurden die D meinen vorgetc agebnis wurde stuft. Dai aus e des Ergebnis Wahlen in C gesamt 119302 114 698 gültig un Es erhielten Aegislneruag ge Die bemol men. Davon ent 523, den Kreis DonteErchen 11 terbach 1349 Der Wählt scheu Partei 3$ Die Stifte d demokratisch Die Zen irr Dir Wchl-v- Dauernbund aalen (Hess.) men. Davon ents Schwalheim 5Z18 Eellarius. 6$ot Sieben Stadt un m Die Dahn DvlkSpartei hielten 4 13Z0, Msell) 935, S F. Pwvvtzialtags 1 «8t der amilich.i D Heinrich Langst berg. Nlatat Dr. h Sieben, Kommunist. Haupt, 2 tatton habe in ihrer Sitzung keine einheitliche Siel- bmg gefunden, denn er höre hier Mitglieder dieser Deputation verschiedene Meinungen aussprechen. Vielleicht wäre es am besten, die Angelegenheit der Det^i.-bsdeputa.ion zurückg geben, damit?iese erue elnpettliche Stellungnahme finde. Stadtv. Winn spricht für einen SiertelflitaZtotoeriey-i. Vach dieser Debatte, die kein klares Bild geschah fen hat, schreitet man zur Abstimmung. Hinblick auf den Zweck der Beratung völli Bornotizen. — Tageskalender für Freitag Stadttheater, 7 Uhr: „Kain." — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Traum." — Der Oberhessische Kun st verein Dießen veranstaltet am 27. Dezember im AuSstellungSraum eine Derlosunavon Anrechtscheinen auf Kunstwerke. Nähe * reS enthält der Anzeigenteil. Wettervoraussage für Samstag: Regenschauer bei böigen, westlichen Winden. Temperaturen schwankend. Die atlantische Depression ist wieder verstärkt und schickt Randwirbel über das Festland. Kreis Schotten- * Schotten, 20. Dez. Die Jahresversammlung des Dürgermeistervereins Kreis Schotten, dir yiec unter der Leit «n 4 drs Vorsitze de x, Bürgermeister Menge!- Schotten statt- sa d, desHäff g.e lih mit drr Beratung vv.i An ,e» legenheiten, die für d.e Gemeinden von großer Wichtigkeit sm). Die Gebühren des Ortsgerichts, des Stan eZamtS un) brr Bürgermeister ei wurden besprochen. Dri den ungeheuer ge'ti.g nan Kosten für Porto, Papiere, Formulare müssen die Gemeinden daraus bestehen, daß alle im Interesse Privater entstehenden Auslagen (Porto, Formular.-, Brzugsfchine usw.) Lo;x iei Privatpersonen AM.-uderftattet werden. Eine Reihe von Punkten, die aus eine Ersparnis der Ausgaben, un) andere, die auf eine Erhöhung der Einnahmen hinzielen, wurde eingehend erörtert, so z. B. Grundstücks- uhj Zagdpacht, Fasel Haltung, Weide- ui dS uung- gelder, Pferchgelder und dgl. m. An den Landes» Sitzung her Stadtverordneten. Dießen, 21. Dez. ParlamentSschluh. Es war keine der sonst Vielfach üblichen, mehr formellen Scblust-Sit- zungen, die heute das Stadtparlament zusammenführte. Eine Tagesordnung lag vor, deren sachliche Bedeutung und deren Umfang weit über den Rahmen einer formellen (yu L^y» Versammlung chnausging; Entscheidungen muhten noch in letzter Stunde gefällt toecuen, deren Tragweite groß ist. Gleich zu Beginn der Sitzung kam es zu einer längeren Aussprache, als eS sich darum 'handelte, für die bewilligten Ausgaben nun auch Steuern zu genehmigen. Das ist immer eine sehr undankbare Sache. Mit Mehrheit entschied man sich für die erheblichen Opfer. Daß h.nsichtlich derMüllabfuhrgebühr und der StrahenreinigungSgebühr eine Möglichkeit xu Differenzen zwischen Hausbesitzern und Mietern geschaffen wurde, ist nicht von der Hand zu weisen. Rur wenn hier die Beteiligten im Sinne derauSglei - chenden Gerechtigkeit handeln, kann die Einholung der Gebühren rhr.e Reibung geschehen. Die Erledigung der Hundesteuer brachte der Verwaltung eine starke Enttäuschung, da das Haus den VerwaltungSantrag nicht annahm, sondern sich mit einer niedriger bemessenen Abgabe begnügte. Run soll der fehlende Mammon auf andere Weise, und zwar durch schärfere Heranziehung der Gebäude- und der Gewerbesteuer, aufgebracht werden. Diese Stellungnahme des Hauses ist nicht, recht verständlich. Der Vorschlag der Verwaltung wurde der Lage der Verhältnisse entschieden besser gerecht. Denn was sind denn heute 2000 Mk. für daS Jahr? Doch nur eine Kleinigkeit. Diese überaus zahlreichen Kleimg- leiten in Gestalt der Hunde in unserer Stadl hätten aber dem städtischen Geldbedürfnis helfen können, ohne neue, schärfer eingreifende Steuern nötig zu machen. Wir hatten es begrüßt, wenn man den Vorschlag der Verwaltung angenommen hätte, denn in einer Zeit, wo man Millionen für soziale Zwecke braucht, wo unweigerliche dringende Bedürfnisse das Defizit immer mehr anschwellen machen, da sollte man koch beim Luxus, und ein solcher ist doch das Halten eines Hundes in den meisten Fällen, nicht allzu ängstlich sein. Für Wach- und für Arbeits- hunde, sowie für Zuchttiere hatte man natürlich sehr wohl steuerliche Ausnahmen schassen können. Wegen der -Bagatelle von 2000 Mark m unserer nur mit Millionen und Milliarden rechnenden Zeit hätte sicherlich niemand seinen Hund abgeschafft. genommen worden, und infolge Se3 heutigen Beschlusses kämen auch bei der Straßenbahn Entlassungen nicht in Frage. Die Stadtverwal» vmg habe sich schon seit einem halben Jahre um dre Sa äerung des St raßen bahnbetriebs bemüht und_ heute ge.ckgnete Vorschläge zur teilweisen Erfüllung dieser Aufgabe unterbreitet Diese seien abzelehnt worden. Die Verwaltung sehe nun grei,baren Vorschlägen der Stadtverord- ne e v-Dersammlung zur Beseitigung deZ Defizits eutgeyLN. Vor längerer Zeit schon sei dieses Defizit auf 50 Millivn e n berechnet worden. und eZ könne damit gerechnet werden daß es auf 75 Millionen Mack steigen aerte. bei den dorgesch'.agenLn, aber abge- lehnten Maßnahmen hätte allein 15 Millionen ausgemacht. ßan C.S Llg Tfl dU^ ta. ®‘l WÄ öKj msN« Seite« 10° w HÄ MMln Sitzungsbericht. Anwesend Oberbürgermeister Keller, Dür- germelster Krenzien, die Beigeordneten Dr Gerb. Dr Frey, Dr. Lv sen b e r g, K l in g- s p v r and 29 Stadtverordnete. Der Vorsitzende, Oberbürgermeister Keller, referiert zunächst über die Vorlagen bett. Erhebung einer Müllabfu h rg ebüh r und einer StrahenreinigungSgebühr. Die Kosten der Müllabfuhr und der Straßen- remigung seien derart hoch geworden, daß man wemgstens einen Teil der Unkosten durch Eebüy-' rcm Lecken müsse. Die Sttahenreinigung koste im lmrfenoen Rechr^ngSjahre mehr als 15 Millionen □Icarf i>ie Mullabfuhr mehr als 2>A Millwnen jur das kommQrde Lech.ungsja.hr ' werde die ^trahenrciniguna mindestens 50 Millionen die Mullab uhr mindestens 6i/2 Mlllionen Mk. kosten - Liese^ Berechnungen nur unter der mehr als opti- MlstuchA' Voraussetzung, dah die sachlüyen und Personellen Kosten unverändert bttetei. Hieraus acte die AotwenLigkeit hervor, daß mindestens ein ~etl Der Kosten durch Gebühren gedeckt werden mnlse Te. Finanzausschuß schlage vor. eine Müll- absuhrqeb-.hr zu erheben in Höhe von 5 0 Prvz. der ®nuT^m^te nach dem Leichsmietengesetz, also nach öer Vvrtttegsmiete abzüglich 20 Prozent Die 0trgögebühr solle nach dem Maßstab von20 Mart für reden Quadratmeter Arinigungs- llache und Hahr bemessen werden. In a^de en Städten seien viel höhere Gebühren w Gel.una als hier vorgeschlagen werde. Bei Annahme d'teler Satze wurden voraussichtlich eingehen- für die Straßenreinigung 10,6 Millionen, für die MüII- abstihr 1,8 Million so daß also immer noch ein dvher Iuschuh auf Die Stadt entfalle Im Zu-. sammenhang mit Liesen Vorlagen sei etter Polizei- oerordnu.tg bett, die Reinigung der Straßen und Bürgersteiße und Abfuhr des Hausmülls zuzu- stimmen, die allerdings nichts Acues enthal.e svn- dem nur den bisher bestehenden Zustarrd in anderen Worten umfasse. — In der Aussprache macht Stadtv. Prof. Dr. G m e 11 n Bedenken rechtlicher Art gegLN die Leuordnung geltend. Stadtv Mann erhebt Einwände wtttschastllcher Art' fuhrgebühr durch den Hausbesitzer vom Mieter erhoben werden solle, er hätte gewünscht, daß die Stadt diese Gebühr direkt vom Mieter erhebe, damit der Frieden zwischen HauZbesitzeru und Mietern nicht gefährdet werde. Hinsichtlich der Straßenremigu.rg vertrete er den Stunopunkt, daß diese nicht dem Einzelnen zugeschoben werden könne, Tonbern von der Stadt als Ganzes zu tragen fei. Die ©tragenreinigung solle nicht durch Gebühren, sondern ans der Sludckas.e direkt bezahll werden. Stadtv. Prof. Dr. Krausmüller erklärt, wenn man Ausgabu bewillige, müsse man auch Steuern gutheißen. so unangenehm das auch sei. Zu den Bedeuten beS Prof. Gmellrr meint er, Fragen feien ja wohl von maßgebender Stelle geprüft worden. Auch er hätte gewünscht, daß die Abgaben direkt von den Mietern und den Haus- besitzem eingezo«n werden sockten. Aus die L im- gnna und die ^Müllabfuhr könne nicht verzichtet werden und für die Kosten sei auch wenigstens ein Lell der Deckung zu schaffen. — Die Abstimmung ergibt die Annahme beiter Vorlagen ge^en eine Minderheit der Linken und zwei Vertretern von rechts. Um die Erhöhung der Hundesteuer entsplTrnt sich wieder ehre längere Au Sprache. Die Verwaltung schlägt vor. den Besitz des ersten Hundes mit 2003 Mark, dar Halten eines zweien mit 1003 Mark Zuschlag, das Halten eines drit en mit 2000 Mark Zuschlag usw. zu besteuern. Dem Fmanzau5sHuh sind die^e Sätze zu hoch er schlägt vor. für den ersten Hund 1C0D Mark, für den zweiten 1003 Mark, für den dritten 2000 Mack usw. zu erheben. Oberbürgermeister Keller er« Gärt, wenn der Antrag des FmMzau3schuffeL angenommen werde, könne sich dir V.-rwallung Labei nicht beruhigen, denn die Stadt brauche viel Geld, und dann müßten andere Sinnahme- auellen erschlossen wttden. Das Minus an Hunde- Keuer müsse dann durch ein2 Erhöhung der Ge- bäute- und der Gewerbesteuer gebem werden, ba der Stadt andere Steuermöasichke'tten nicht zu Gebote ständen. — In der Au >f prache werden beide Ansichten mehrfach verfochten. Die Abstimmung ergibt die Ablehnung der Vorschläge der Verwaltuig mit 18 ge ]en 16 Stimmen. Der oben skizzierte Antrag des Fuan^auZschuckeö findet Annahme Die Löhne für die städtischen Arbeiter erfrrdern infolge eircS Schiedsspruches neue Auf- w-ndungen. Für die Zeit vom 3. bis 16. Dez ist ein Spitzenlö)., von 255 Mk. für die Stunde, für die Zeit vom 11. bis 33. Dez. ein solcker von 304 Mk. für die Stunde zugebilligt worden Hiernach berechnet sich das Gesamteinkommen cmes Arbeiters im Spike iloh.n, einschl. HauS- stendsziuage usw., auf 823 000 Mk im Zec neu erforderliche Kredit beläuft sich auf 36 Millionen Matt. Wird bewilligt. Die Vorlage betr. teilweise Einstellung de« Strahen- bahnbetriebs Die. Tine red .., doa M iSchluh). LZkÄT Ä »Ä; wSj?’öj e‘ Herz" D Quiche » E'ZK **«? e®1’ ?>?» Ä tite fcC'sJÄS 5$ Spfhtt °i°! d> lit^" Sl« , auf Den aupt. wr tschnftsstraß- sei der Seckersweg. Diese Lime fei daher weiter im Betrieb zu halten und dre Luiie durch die Bahnhof sttahe bis zum Marktp.atz fiillßutegen. Stadt). Aoll bemerkt, wem eine ErEtziguig dee: Defizit; heriei euhtt werden solle, dann könne nur die unrentabelste Linie eingestellt werden. Stack). Faber schlägt vor. man solle beim Straßenba hnbettieb auch wetterhrn die Dahnhofstraße berücksichtigen u.nd tteber Viertelstu rüenverlehr emrichten. S adw. Ma l e r ist dafür, die Linie durch den Seltersweg stillzu egen. Das Befahren der Bahu'ofsttaßen- llnie sei starker als das der Luie durch de.n Sel- ^csweg Der meiste Verkehr komme von der Kafferallee und Der Licher Sttaße her, und wenn man sparen wolle, müsse die kürzere Streit gefahren werden. Aedner beantragt, die ßutie du ch ten Seltersweg stillzu egen und die durch die Bahnhofft.aße toeiter zu fahren Stadtv. Simon sagt, es sei beschlossen worden, durch eine Zäh- lu ig festzustellen, wieviel Leute zw schen Bahnhofstraße u id Marktplatz aus- u < einsteigen dagegen habe nun gezählt, wieviel Leu e durch die Dahnhoffttaße nach ten Marckplah gefahren feien. Mtt der Dahnhvfstraßen-Äekttische.n feien m>er immer mehr Leuts gefahren, als mit der Bayn durch den Seltecsweg. Stadtv. Frau Kramer bezeich iet den Vorsch.ag des Stadtv. Faber als recht einleuhtend, ausgleichende Gerech.iolett s« doch, kemr Linie zu vernachsässigen. denn de nicht benutzte Strecke werte doch verwahrlost. ■ZeifltorD.ieter Dr. Selb warnt drnzen) vor der Einrichtung emrs V.ertelftunteurer e r D i den kleinen Eick,ernungsver^ällniifen in G eßen werde ca^n uberhauck niemand mehr mL der ©.raßen- babn fahren wenn nicht ein glücklicher Zu,all Ee daß man einen Wagen gerade antreffe. ^fckch werte zweifellos eine ertzebliche Verminteru ig der Fahrgä^tezayl kerbci- Mven. Ledner tritt nochmals für den ^vrfchlag der DetriebSdeputativn und Les Fmanz- wisfchufses ett. S.adtv. M 0 o s d 0 r s betont Die Lnftchtim m dieser Frage gingen doch noch recht wett auseinander Er halte es für sehr bedenklich teö man sich m dieser Zeit, wo der Verkehr noch rinigermahen sei, mit der Frage der teilweisen StMguirg befasse. Es wäre wohl praktisch, diese Sache noch einige Monate zurückzustellen. Oder Ware es nicht möglich, auf for evtl, stlllgelegten Streit wenigstens zu bestimmten Stunden, 5. V wenn verschiedene Züge zusammen im Bahnhof emlaus^i. etnige Wagen fahren zu lassen? Srabtv ^i.^L^^u?lnüller hebt hervor, die Straßenbahn gelte heute nicht mehr aJte Verkchrs- mütel zwischen benachvarren Srativnen, sontern ste drene nur mxh zur Bewältigung des Verkehrs vom und nach dem Bahnhof. Die DettiLb^Lpu- Anter Derückfichttgung der aus Vormonat ten übernommenen Bestände, sowie des Absatzes und Selbstverbrauchs, verblieben am MonatSschluh absatzsahig: 8026 Tonnen Loh- kohlen, 1924 Tonnen Briketts, zusammen 9950 Tonnen Braunkohlen und Draunkohlenpro- butte int Gesamtwerte von 60 468 744 Mark. * •• Die Preise für elektrischen vtrom werden nach einer Bekanntmachung heutigen AnzeiaenteilS erhöht. Mit Rückwirkung vom 1. ds. MtS. ab werden für Beleuchtung 160 M5. für die Kilowattstunde, urw für Kraft 140 Mk. für die Kilowattfttmde erV> x;11' Zusammenhang damit werden ole Dezember-Sttompreise aas anderen Städten m.tgeteilt,' wo die entsprechenden Zah^ len für Licht und Kraft wie folgt lauten: Braunschweig: 240 Mk. für Licht und 240 Mt. für Kraft; Coburg: 200 il 160 Mk.; Darmstadt : 250 u. 170 Mk.; Eisenach: 288 u. 216 Mark; Erfurt: 185 u. 143 Mk.; Ar a n k f u r t a. M.: 200 u. 125 Mk.; Gotha: 295 u 206 Mk - Halberstadt: 250 u. 200 Mk.; Jena: 220 u. 176 Mark; Mainz: 250 u. 190 Mk.; Mansfeld: 300 il 216 Mk.; Mühlhausen: 235 u. 175 Mk Aordhausen: 230 u. 170 Mk.; Offenbach a. Stadt: 136 u. 110 Mk.; Lleberlaud: 142 u. 116 Mk.; Wetzlar: 220 u. 170 ML. W 0 rms : 300 u. 200 Mk. ** Ko hlenmangel nnd Schulferien im Winterhalbjahr 1 92 2/23. Das Landesamt für das Dildunaswesen Hai den Direktionen der Höheren Schulen und den Kreis- und Stadtschulämtern folgende Verfügung zugehen lassen: Aus Rücks'cht auf die Kohlennot und Kohlenteuerung gestatten ton. daß die Weihnachtsferien bis zum 8. Januar e'.nschlietzlich verlängert werden und daß die Osterferien bei einer Dauer von vier Wochen am 10. März beginnen. Es bleibt Vorbehalten, tr ährend des Sommer Halbjahres, wo es angängig ist, eine entsprechende Kürzung der Ferien eintreten zu lassen. Wo die Herbstferien für die Kartoffelernte verlängert wurden, sind die damals ausgefallenen Schultage in die Zett zu verlegen, die als Kohlen- ferten nach Weihnachten oder vor Ostern freigegeben werden können. D.e von einzelnen Gemeinden wegen der Kohlennot geplante Verlegung des gesamten Anlerr'chts auf den Vormittag in den Volksschulklassen darf nur mit Zustimmung des Kreisschu.'amles nach besonderer Prüfung des einzelnen Falles angeordnet werden. Auch in diesen Fällen sind bei gelindem Wetter die Aachmittage zu cklnter- richtszwecken zu verwenden. Die Direktionen der Höheren Lehranstalten werden ermächttgt, , sinngemäß zu verfahren. "* D e r M i l ch p r e i S ist mit Wirkung vom 21. Dezember auf 191 Mk. für das Liter erhöht worden. (Siehe Bekanntmachung.) ** Zur Durchführung der Inland- legitim i e r u n g ausländischer Arbeiter hat bas Ministerium des Innern bestimmt: Arbeitgeber, die Die Legitimierung ausländischer Arbeiter beantragen, sin) be'.urS Erlangung des in Ar. III, 3 bezeichneten Ausweises beS Landesamts für Arbeitsnachweis usw. an das örtlich zuständige Arbeitsnachweis- amt zu verweisen! unmittelbares Benehmen dir Arbeitgeber mit dem Lande samt für Arbeitsnachweis in Frankfurt a. M. hat zu unterbieten. **RascheiltdieZeit.— Die Brief- markenwerte werden fertig, wenn sie durch die Gebührenerhöhung überholt werden. So hat die AeichSdruckerei jetzt Fteimarken zu 12 Mark mit dem Bilde der Landarbeiter in Boren zu 100 Stück in hellroter Farbe auf weißem Waf- felmusterp-ap er hergestellt. Als Wert für den einfachen Fernbrirf gedacht, kann man sie aber nach dem neuesten Tarif nur noch zur Freimachung von Postanweisungen bis zu 100 Mk. verwenden. "DieneuenDreimark stucke. Wie das Reichsfinanzmtnisterium mitte ili, sind im Oktober in den deutschen Münzstätten für 87 643 000 Mark Dreimarkstücke aus Aluminium geprägt worden, womit die gesamte Ausprägung d'.eser Münzen 99 282 000 Mark beträgt. In Amlauf sind diese Münzen nur wenig gekommen, sie wurden allem Anschein nach auch „gehamstert". Heber eine Erhöhung der Gebühren tm Schlachthvs referiert Beigevrbneter Klingspvr. Die jetzigen GebüH'ren reichen bei weitem nicht auS zur Deckung der Geldbedürftnsse Hm ein allzu großes Defizit zu vermeide t, schlägt die Schlacht-- hausdcplrlatirn vor, statt der bisherigen b.e> sach m Echöhung der Dsbühren eine zehn fache Erhöhung rintteten zu laTfe.i. Die Dchlachtgebühr für an Stück Großvieh würde sich hiernach von 50 auf 503 Mk., für ein Schwein von 20 auf ZOO Ml. richvhen. Daneben sollen aber auch nach besten Kräften Grspamisse an^eckrebt werden. Die neuen Geiern müssen aber erst nvch über daS Kreisamt der 2tegie ung in Darmstadt jur Genehmigung vorgelegt ae.-i^n, so daß sie fruy.'stens erst am 1. Februar nächsten Jahres in Kraft treten formen. D.e e.höhte Gebühr werde etwa 6 Mk. auf das Psund Schwrinefleisch und etwa 20 M. auf das Psurd Arisch von Groß- vich ausmachen, nicht mehr. Die Vorlage wird nach kurzer Aussprache angenommen. Ilebernahme des Stadtth eatec- FeHlbe träges. Beigeordneter Kliugspor berichtet, der am Decker, Gastwirt, Groß-Felda. Valentin D i l l e m u t h, Maurer. Hainchen. Alfred Kiel jr, Gewerkschaftsbeamter, Gießen. Georg Repp, Buchdrucker. Schotten. Heinrich Häuser, Parteisekretär, Gießen. Zentrumspartei: Theodor Schröder, Rechtsanwalt, Friedberg. Hessischer Bauernbund und Deutsch- nationale (Hessische) Volkspartei: Gustav Mogk, Landwitt, Grund-Schwalheim. Carl R o e m h e l d, Geh. Zustizrat, Oberamtsrichter, Ridda. Dr. Georg von Helmolt, Rieder-Wöllstadt, Rechtsanwalt in Friedberg. Karl Breidenbach. Oefonomirrat. Dorheim Konrad Phi.ipp Diehl. Landwirt und Bürgermeister, Hoch-W Lei. Franz Kissel, Oterbadmeister und Stadtverordneter, Bad-Rauheim. Theodor C e l l a r i u s. Landwitt. Schotten. Paul Heinrich Korell, Eudorf. Otto Schneider I. Canteri t. ältphe. Paul Gisevius. älniversitätsprosts or. Gi^en. Wilhelm Fenchel. Landwirt, Ober-Hörgern. Karl Schwalb, Land-co'tt, Großen-Bu eck. Ludwig Rinn, Fabritbesi. er, Heuchelheim. Ftiedrich 3 o ft, Bürgermeister, Bermuthshain. Deuts che Volkspartei: Ludwig Reuenhagen, Landgerichtsdirektor, Gießm. Heinrich C h r i st, Landwirt und Mühlentesitzer, Holzmühle bei Lollar. Otto Hauck, Daurat. Vorstand der Kultur- inspettion, Friedberg. und Schule« Die krchliches Wahlen in Gießen. Am Mittwoch fanden in den vier Gießener Kirchengemeiaten hie Wahlenznm Landes- kirchentag statt. Bei ter Wahl eines trcll- lichen Abgeordneten für das Dekanat Dießei-, fielen auf ten Vorschlag Walger (Wearvir) insgesamt 143, auf den Vorschlag Reuenhagen (Leun) insgesamt 131 Stimmen. Bei tec Wahl eines geistlichm Abgeordneter', für die Dekanate Gießen und Hungen vereinig um insgesamt der Vorschlag Lenz (AussÄc.- 16L der Vorsch'ag Gußmann (Köhler) 112 Stimmen auf sich Die eingeklarnrnrrten Ramen bezeichnen hier die Srelloertreter der Abgeordneten. Bei ter Wahl innerhalb des Landestoahlbezirkes erhielt dir Liste Fenchel (Kischi ^Positive Ver- einigung) 139, die Liste Lampas (Hessische Evangelische Vereinigung) 99, die Liste Alliman n (Freie lantesllrchliche Vereinigung) 35 Stimmen. Zu Abgeordneten des Delanatstages wurden gewählt in der Matthäusgem^ inde Ginte gerichtsdirektor Reuenhagen. Gebrer Heinrich Walter, älniver'itätsgarten-Zirsvettcr L e h - n e l t, als Stellvertreter Fabrikant Fri-i Eg l y. Lehrer Heinrich Decker, Giae.-meister Bier a u, in ter Lukasgem Kaufmann Wilh. S ch u ch a r d, Reallehrer Haber, Kaufmann Doller, als Stellvertreter Frau DergtoerkSdirellor Mün- k e r, Rentner 33 in n, Professor Wüsten- Höfer, in der Zohannesgem .irte Professor Dr. Weimar, Ci endreher Karl Müller VI., Professor Dr. Schmoll, als Stellvertreter Stadt» oberfefretär Sier, Zust izober instektor Sattler, Lehrer Habicht. 3n Ler Marllrsgemeinte werden die Wahlen zum Deianatstnge erst später vollzogen werten. — Dei den Kirchenvorstandswahlen, die Treulich stalttfarchen, wurden gewählt in der Matthäusgemeiude Frau Anna Georgi. R:ktor i. R. Knauh, Schrei- nermcister Müller, Landgerichtsdirettor Reuenhagen, Verwalter R i e b e l. Professor v. Dr. Schi an, in ter Markusgem eind e Botenmeister i. R. Göbel, Frau Luise Happel, Kausmann Horst, ilnüxcjitätSquäftor Kauß, Metzger meister Kühn, Straßmwart Weller, Die Herweghs. Sine rechtsrheinische Geschichte von L i e s v e t Dill. 88 (Schluß). (Rachdruck verboten.) .Uebermorgen ist die Aufführung," ruf Ernst über die Schulter, .in die Hauptprobe müssen Sie «»bedingt, ich schicke 3bnen Karten." .Kommt mit Glut und Klapre fünfen" „Der Text läßt manchmal zu wünschen üb ig Run tritt die alte Frau aus tem Volk dazwischen. Könnt 2hr so verwegen hanteln?“ Ach Gott, da saß er und spielte von Hexen und Druiden und sie saß batei, als ob sie her- gefomnien sei. die .Walpurgisnacht" zu hören. Sie hatte die Hänte gefallet und lausch e dieser Stimme, die einen Umfang bekommen hatte, eine Wärme, einen Schmelz, daß ihr altes Frauenherz toieter ganz jung wurde. Ihre Jugend war in ihr erwacht, die erste Liebe, jener blonde Mann, tec sie geküßt. »Roch ist es Tag. sobald man mag ein reines Herz dir bringen. Du fa:mft zwar heut und manche Zeit dem Feinte viel erlauben--“ .Hören Sie toi: sich das Böse dagegen wehrt, wie die Hölle brodelnd hinaufzieht, w.e siegreich sich ter Chor durchringt. Sie Heiden siegel, Fräulein Schmidt!" 2Iber sie sagte kein Wort mehr, fie saß wie verzaubert mit gefalteten Häuten, und die Tränen rannen still über ihr Gesicht. .Die Flamme reinigt sich von Rauch Sv reinig' unseren Glauben. Unb raubt man uns ten alten Brauch Dein Lich, wer kann es rauben —I“ AIS die alte Dame sich wieder unter freiem Himmel befand, sah sie nichts von ten Bahnen, die sich auf dem Fahrdamm kreuzten, noch achtete sie der Schaffner, die ihr zuwinkten, zurückzu- bleiben. Wie eine Aachlwandlerin lastete sie sich geradeaus. .Dein Licht, wer will es raubenklang es tn ihr. Hab mit einem stillen Lächeln auf tem alten verwelkten Gesicht ging sie mit ganz leichten kleinen Sch.ittchen, ohne die Menschen zu sehen, geradeaus. Die Wagen rollten auf das erleuchtete Kurhaus zu, das sich mit seinen schlanken. Säulen we h und schimmernd wie ein griechischer Tempel Hinte: dm duftigen Paittan'agen erhob, von zwei Säulenreihen ter Kolonnaden flankiert. 3n ten Datehäusern standen alle Fenster auf. das Licht überstrahlte ten Kochbrunnen >lah, ter von Menschen belebt war. 3m Dowlinggreen plätscherte ter Strahl ter großen Fontäne, die rauschend aufstieg, um mit sanftem Gerinnsel in das b eite Bassin zu fallen. Das Wasser glänzte im Mondschein wie Metall und alle Dächer und Straßen schienen von einem silbernen Schimmer übergossen Die duftige Ruhe eines Spatsommerabends lag über ter Stadt, und die Menschen strömten ter b .eiten lichtüberschienenen Freitreppe des Kurhauses zu, dessen Giebel die allen Parkbäume überragten. D e Staßmbahnen brachten immer noch von ter Taunusftraße her. tem Ko chbrunnen viertel und ten Bahnhöfen neue Mensch n herbei, und während die leeren D erschien und Wagen auf ter rechten Kolonnatenseite wieder der Stadt aueilten, füllten sich Vestibül und Garderoben. Alle möglichen Sprachen schwirrten durcheinander, am meisten horte man Englisch Aus tem Kon- tfaal erklang das Stimmen ter Instrumente, vibrierend, nervös, ein unharmonisches Gesumm. Auf allen Gesichtern lag Erwartung. Es war war das erste große Herbstlonzert tes Händel» Vereins. Fräulein Schmidt stand auf ter breiten Freitreppe neben tem Eingang und toartete auf die Familie Herwegh. Es waren nur noch ein paar Minuten bis zum Beginn des Konzerts. Schon fuhr ter Wagen ter Müller-Düth vor, und die Sängerin, et nm weißen Svitz«nma.rtel über ihr gelbes SchleppNeid geworfen, einen wogenden Pa.ateesreiher im Haar, stieg, gefolgt von zwei Herren im Frack, die Treppe hinauf. Ähre Schleppe wallte majestätisch hinter ihr her und die betreßten Diener öffneten ihr die gläsernen Türen weit Es war noch sommerlich warm, daß es fast schade war, de» Abend m eurem Saal zu tn ter 2eTa8ff»nKtnte CtentoerBmcfHer Bechtold, Eisenbahnamtmann Dörr, Professor u. Holtzmann. Geh. Kirchenrat Professor D. Dr. Krüge r, Goldschm iedemeister Roll, Rentner W i n n, in ter Johannes gemeinde Bauunternehmer Decker, Rentner Klein, Kaufmann M a l - komesius, Stadtobersekretär Sier. Professor Unsere Postbezieher machen wir darauf aufmerksam, daß der Gießener Anzeiger vom 1. Januar ab nur noch monatlich bezogen werden kann. Rach einer neuen Postder- ordnung wird vom gleichen Zeitpunkt ab auch wieder Bestellgeld erhoben: e< fällt fort, wenn der Bezieher die Zeitung bei der Post abholt. Zur Vermeidung verzögetter Zustellung empfiehlt es sich, ten Gießener Anzeiger unverzüglich bei der zuständigen Poststelle oder beim Briefträger für den Januar zu bestellen. Verlag des Gießener Anzeigers. Dr. Belke, Professor Dr. Weimar. Die genannten gehören allesamt auch zum Geiamtärchen» vorstand, ter somit jetzt aus 24 gctoabttei Mitgliedern und den vier Pfarrern besteht. Handel. Frankfurt a M, 21. Dez. Dörsen- stimmungsbild 5a r ten (Sffefteiterfebr teeren dir Börsenräume b?u*.e toieter geschoben. Die Kauineigung am Devisenmarttt bat nachgelassen und tes Tendenz stellte sich »nsicher. Der Dollar begann mit 6903. und tourte später mit 6803 bis 6700 und an ter Börse 6750 genannt. Sü - einzeln? Spezialvapiere zeigte sch Interesse. Das Gr.chäft nahm ater kein? tefontere Belebung an. Für eirrige Maschinen- und chemisch? Aktien lagen Kaufordres vor Interesse zeigte sich auch für verschic-tene Kassa-Industrixrrtle.i. Montan- attien b'iete.n tebaup'et. 'Valutavaviere entsprachen ter jSesijer.tetoegung. Die Spekulation war sehr zurückhaltend: immerhin bann die Ten- tenj als gut behauptet bezeichnet werten. Märkte. frankfurter Schwelue- mtb Kkeinviehurartt. Frankfurt a.M., 21. Dez. (Amtlich.) Marktverlaus: Kleinviehmarkt flott geräumt; öchtneine geringer Zutrieb. Es wurde zu Mon- tagSpre:sen und darüber ausverkauft. 3m einzelnen ist zu bemerken: Aufgetrieben waren 902 Kälber, 506 (SxMfe und 93 Schweine. An P e sen tourten angelegt per Zehner Le:end- gewicht: Kälber, be;t< Ouattläten, 55 020 bis 60 000 OKL, mittlere Qualitäten 50 000 bis 54 000 Mk^ geringe Qualitäten 45 000—48 000 Mark. Schafe 20 000—36000 Mk. Schweine nicht notiert Außerdem wurden 182 Rinder ohne amtliche PreiSnoticrung gehandelt. Die Preise liegen um so viel über den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Händlergewinn in sich schließen. Vüch^rtisch. — Mehers kleinerHandatlas (Dite lioaraphllchrs Institut Lelp'ig) gibt in kleinem Fo mrat auf 48 H» upt» und 35 Retemkarten (nebst ecn^n alphak-etische.r Rane sverz-ttchnis) ctx zu- v.rlässiges Rachsch'agema.e.ial, in ten auch die Neuerungen ter sogenannten Frietensverträge berücksichtigt sind. — D. Eberhard Vischer, Albrecht Ritschl. Zu f inem 100. Grburtstag. Sammlung gemeinverständlicher Vvrträre (Z. C. D. Mo-hc (Paul Sirbeck) H. Lauppschr Du-chhandlung, Tü- hingen.) — Aus verlorenem Land. Grinne- vungSblättcr gu3 Deutsch-Südtorstafrika. Don Joachim v. Winterfeld-Dameroto. (Stuttgart. Deutsche Verlags-Anstalt.) — Ern Mann mit warmem Herzen mtb oher^er Sinnen, ein fein und stark empfindender Offizier spricht sich h'.er in Packenten Versen au«. Die Gedichte mrt ten Oateen 1904 bis 1906 sind aus unnrittetbavejn erleben, im Kampfe gegen die Herero, entftanten. ©in Gedichtbuch für das gebildete deutsche HauS» für unsere Reichstochr, für die alten Südwester und nicht zuletzt ein gutes Buch für die Zuge.id. Der gute Ton, Handbuch tes guten Tones und ter feinen Sitte von K. v. Franken. 47. Auflage. (Mar Hesses Verlag. Berlin.) — Von blutleeren, steifen Förmlichkeiten üxll da- Vuch nichts wissen: Verfeinerung tec äußeren Formen gebt mit innerer Veredlung, HöslichdeiL mit Herzlic^eit Hand in Hand. — Der Häger von Los Angeles. Von Victor Helling. (Verlag August Sch-rl, Berlin SW. 63.) — Ein interessantes neues Jugendbuch Der Verfasser führt seine Lesergemeinte zu ten Goldgräbern in ten Wäldern Südkall- formens. Die GrzäHLung ist spannend: Prächttg« Raturschilterungen und fesselnde Abenteuer der verschiedensten Art umra'ijLnen den Kem ter Handlung. — Ottomar Enking: Drei Leben im 3 ch Roman. (Versag von Earl Reißer, Di^esde n) — Das Buch gcHört einer neuen Bücherreihe an, die ter Verlag unter tem Titel „Der Gesellschaftsroman" hrrausgibt. Das Eheproblem wird tnet innerhalb eines Kreises gut gesehener Reben- figuren fesselnd durchwandert. — Marcel Dornier: Geschichte von einem Himmelbett. (Verlag von Z. G. 5-ctta Rachfvlger, Stuttgart.) — Diese tragisch» komisch: Erbscha^ts- und Erzic =niir Statt Karten Dießen (Friedrichstr. 18), Weihnachten 1922 Taffe! Gießen, 20. Dezember 1922 I. B. 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Anfang 7 Ubr. tnKsv Konsum-Verein! 10047c American Line Regelmäßige Passagier- und Frachtdampfer Hamburg - Mewyork Passagierdampfer: Doppelschraubendampfer „Mongolia“. . . 30. Dezember Dreischraubendampfer „Minnekahda“ . . 6. Januar Doppelschraubendämpfer „tflanchuria“ . 20. • Doppelschraubendampfer „Mongolia“ ... 3. Februar Dreischraubendampfer „Minnekahda11 . . 10. , Doppelschraubendampfer „Manchuria“ . 24. , Doppelschraubendampfer „Mongolia“... 10. März Frachtdampferi Hamburg - Baltimore Hamburg - Boston Hamburg-Philadelphia usw. Auskunft erteilen: American Line, Hamburg, Börsenbriicke 2 Vertreter: Willi. Jullmann, Gießen, Bahnhofstr. 65. 7361A__ Leder- Klubsofa zu kansen ges. ©dir. Angebote uut. 011512 an den Gieß. Anz. 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