Nr. 223 Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit derSamstagsbeilaqe: GteßenerFamilienblätter Monatliche vezttysoreife: Mb. 75. - und Mb. 5. - Trügerlohn,durch diePost Mb. 75. -, auch bei Nicht- erscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech. Anschlüsse: fürdieSchrift. leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sichen. postscheäkonto: Frankfurt a. M. 11686. Zrettag, 22. September 1922 172. Jahrgang GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrvck und Verlag: Vriihl'sche Uuw.-Vuch- und SteinLruSerei R. ränge. Zchriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchlüstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummcr bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit, preis für 1 mm höhe für Anzeigen v. 27 mm Breite örtlich 300 Pf., auswärts 400 Pf.; für Neklame- Anzeigen von 70 mm Breitel200Pf. Bei Platz. Vorschrift 20 °/0 Aufschlag Hauptschriftleiter: 2hig. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Die Wahlen in Braunschweig. Auf Thüringen ist Braunschweig gefolgt. An öen letzten beiden Sonntagen haben im Lande Braunschweig Stadtratswahlen stattgefunden, deren Ausgang von symptomatischer Bedeutung ist. Sn einigen Orten, wie Seesen, Schöppenstedt und Stadtoldendorf hatte man sich sogar zwischen den bürgerlichen und sozialistischen Parteien dahin geeinigt, den bisherigen Besitzstand aufrecht- zu erhalten und nur einen Wahlzelle! aufzu stellen. Die Erklärung dafür liegt in der ungeheuren Teuerung, die es allen Parteien wünschenswert erscheinen säht, möglichst Kosten zu ersparen. Die Teuerung hatte auch zur Folge, daß von einer Wahlbewegung im eigentlichen Sinne des Wortes durch Flugblätter, große Versammlungen usw. kaum die Rede sein konnte; erst in den letzten Tagen vor der Wahl ton etwas Leben hinein. Das hatte wiederum zur Folge, daß die Wahlbeteiligung recht niähig war, sie schwankte zwischen 50 und 60 Prozent der Wahlberechtigten. Die Hauptbedeutung kommt der Wahl in Braunschweig zu, die am 17. ds. Mts. stattfand. Dort standen Anabhängige und Mehrheitssozialisten mit verbundenen Listen einer bürgerlichen Wirtschaftsliste gegenüber, der sich jedoch die Demokraten in unbegreiflicher Kurzsichtigkeit nicht angeschlossen hatten. Das Ergebnis war überraschend. Die bürgerliche Wirtschastsliste, an deren Spitze die Deutsche Volkspartei stand, gewann zwei Sitze und erhielt insgesamt vier, die Demokraten verloren die bisher innegehabten zwei Sitze und gingen leer aus; dasselbe Schicksal tras die Kommunisten, obwohl sie im Vergleich zu früher besser abgeschnitten hatten. Wenn man das Ergebnis der Wahlen in Holzminden. Wol- senbüttel, Blankenburg, GanbersWm, Helmstedt, Schöningen und Königslutter zusammensaht, so stehen 22 bürgerlichen 19 sozialistische Mandate gegenüber. Von den bürgerlichen gewann die Deutsche Volkspartei allein 13, die Deutschnationale Volkspartei 2, die Riedersachsen (Welfen) 1, die Demokraten 3; von drei neuen Stadträten ist die parteipolitische Einstellung noch nicht bekannt. So haben die Stadtwahlen in Braunschweig eine sehr erfreuliche Stärkung der büroer- lichen Parteien gezeitigt. DLeHaltung Englands imOrient« London, 22. Sept. (WTB.) Eine Reutermeldung besagt, in den offiziellen Kreisen werde mit Befriedigung festgestellt, dah man sich infolge der gestrigen Pariser Konferenz auf dem Wege zu einem Abkommen befinde. Wenn Mustafa Kemal den Gedanken der Konferenz annehme, so sei es klar, dah diese erst stattfinden könne, wenn zuvor ein Waffenstillstand abgeschlossen worden sei. Die Konferenz könne natürlich nur dann gute Ergebnisse zeitigen, wenn die Kemalisten sich einverstanden erklärten, ihrerseits Zugeständnisse zu machen. Die Meldung, wonach Großbritannien bereit sei, das Gebiet von Tschanak zu räumen unter der Bedingung, dah die französische Kriegsmarine ihm Beistand leiste, werde für unbegründet erklärt. L o n v o n, 21. Sevi. (Wolff.) Lord Grey veröffentlicht in der „Times" einen Brief, in dem er die Rotwendigkeit der Zusammenarbeit Frankreichs und Großbritanniens im Interesse des Friedens hervorhebt. Wenn Lord E u r z o n nach Paris gegangen sei, um eine bessere Politik als bisher zu treiben, das heißt eine Politik des Liebere inkommens und nicht der Separation, so sei dies zu begrüßen. Der am letzten Samstag durch die Veröffentlichung der offiziösen Reuternote begangene Fehler müsse wieder gutgemacht werden. Ein separates Vorgehen Großbritanniens im Orient würde eine Katastrophe herbeiführen. Die Gn^ländrr als alleinige Schützer der nentralen Zone. LondDn, 22. Sept. (WTB.) Eine Reu- termeldunq aus Konstantinopel besagt, daß auf Anweisung der beteiligten Regierungen die französischen und italienischen Truppenabteilungen von dem neutralen Gebiet von ismid von den Dardanellen zurückgezogen Lorden sind. Die Grenzen der neutra- ** v m n Zone werden jetzt ausschlieh- ■ö£i)öc^ von britischen Truppen ge- ‘ Uten, die von der vereinigten atlantischen d Mittelmeerflotte unterstützt werden. ^^pyosition unter den Arbeitern gegen Die E Lloyd George. v7n London, 21. Sept. (WTB.) Lloyd rg e wird heute vormittag in der Dowinng ben gemeinsamen Ausschuh der Gewerk- 12 sifrr Emt ten aus Grund eines von diesen ausge- hi/t/cricn Wunsches empfangen, der ihn im Zu- 9 : Emhang mit der Orientfrage und der Kriegs- Rahen Osten um eine Zusammenkunft »Daily Herald" zufolge werden die der englischen Gewerkschaftsbewegung eine Erklärung darüber ersuchen, wes- jtJe9l€rungcn durch ihre Handlungen und ne&m^unn bttbU Europa an Öen Xanb eines n*9en i e g e iä gebracht haben. Die Antwort 611 ®c'minifterd werde zur Erwägung bedeut- D 5 ,„.üsse durch den Generalrat und den ^rankenbach (K h^ch öer Arbeiterpartei führen. ben 19. Öeptei^ eine grohe Ar b e l te r k u n d- ^^en den „neuen Krieg" in der Kings- wah Hall in London statt, wobei u. a. Ramsah Macdonald und S m i l l i e sprachen. Es wurde eine Entschliehung angenommen, in der es heiht, die türkische Krise, die England an den Abgrund des Krieges gebracht Habe, sei das direkte Ergebnis der gegenwärtigen Politik Lloyd Georges. Der Premierminister sei eine öffentliche Gefahr für den Frieden der Welt. Die Entschliehung fordert sofort Reuwahlen, damit den Wählern Gelegenheit gegeben werde, der verhängnisvollen Regierung Lloyd Georges ein Ende zu machen. Smillie erklärte in seiner Rede, wenn die Antwort Lloyd Georges nicht beftiegigend ausfalle, so würde man gezwungen sein, zu erklären, dah, soweit der Generalrat in Betracht komme, alles, was die organisierte Arbeiterschaft durch irgendwelche in ihrer Riacht stehenden Mittel tun könne, getan werden müsse, um den neuen Krieg aufzuhalten. London, 21. Sept. (WTB.) Lloyd George empfing eine aus etwa 30 Mitgliedern bestehende Abordnung des Gewerkschaftskongresses, darunter die Arbeiterführer Williams, Thomas; Den Tillet und Smillie, die dem Pre- mierminlster die Ansicht der Arbeiterschaft über die Lage im nahen Ollen darlegten. Von den Mitgliedern der Regierung waren anwesend: Chamberlain, Horn, Worthington, Scans?. Die Erörterungen, die privater Statur waren, dauerten l1 2 Stunden. Die Arbeiterschaft gab der Ansicht Ausdruck, daß die Dardanellen neutral gehalten werden mühten, dah dies jedoch eine Weltfrage und nicht eine Frage sei, die die britische Station allein anginge. Die Anwesenheit alliierter Streitkräfte auf dem asiatischen Llfer der Meerengen sei nicht zu rechtfertigen. Eine Lösung des Problems könne durch Verhmrdlungen erzielt werden. Rachdem der Premierminister die Ansicht der Abordnung ange-hört hatte, gab er eine ileber» sicht über die Tätigkeit des Kabinetts bis zur gegenwärtigen Lage. . Lloyd George verteidigte ötc Haltung der Regierung und gab der Abordnung zu verstehen, dah er in seinem Wunsche nach Frieden vollkommen mit ihr übereinstimme. Frieden sei stets das Ziel der Regierung gewesen, und sie habe durchaus keine Absicht, einen Krieg zu provozieren. Es sei zum Teil auf die prompte Aktion der britischen Regierung zurückzuführen, dah die Lage jetzt besser und die Aussichten auf Währung des Friedens so gut seien. Die Abordnung der Arbeiterschaft zog sich- hierauf zurück, nachdem sie dem Premierminister ihren Dank für den Empfang ausgesprochen hatte. Sie verpflichtete sich, Stillschweigen über die Verhandlungen zu wahren. Eine kurze offizielle Mit- tcllung, über die die Abordnung mit dem Premierminister übereinkam, werde später veröffentlicht. Unmittelbar nach Beendigung der llnter= redung mit den Arbeiterführern hielten die britischen Minister eine neue Zusammenkunft ab, an der jedych die militärischen, Marine- und Luftfahrt-Ratgeber nicht teilnahmen. Die Kriegsgrcue! in Smyrna. Berlin, 21. Sept. Rach einer Meldung des ,.B. T." aus Rom schildert ein aus Smyrna in Mailand eingetroffener italienischer Arzt, wie es zu bett Massakres in Smyrna kam. Die Türken hätten sich nach ihrem Einmarsch zunächst durchaus korrctt verhälten, bis plötzliche eine Anzahl armenischer Fanatiker Bomben gegen eine türkische Patrouille schleuderten. Dieses Bombenattentat habe dann türkische Repressalien hervorgerufen. Die deutsch-belgischen Verhandlungen. Berlin, 21. Sept. (WTB.) Die deutschbelgischen Verhandlungen über die Garantiefrage sind, wie wir erfahren, abgeschlossen. Die Schahwechsel werden am Montag über« geben, und zwar zunächst die Wechsel- über die Raten, die an sich am 15. August und 15. September 1922 fällig waren und nun am 15. Februar und 15. März 1923 fällig werden, abzüglich der Summen, die aus den sonstigen Leistungen auf die Darannuitäten gutzuschreiben sind. Die Wechsel werden die (Garantie der Reichsbank tragen. (Sitte Besprechung mit den Parteiführern in Berlin. Berlin, 21. Sept. (WTB.) Sn der Reichskanzlei wurde heute vormittag eine Besprechung über die Reparativ ns) rage und die Schahwechscl frage abgehalten. Der Reichskanzler und der Reichsbankpräsident berichteten dabei den Parteiführern, welche mit Ausnahme der Kommunisten alle erschienen waren, über den Gang und den Abschluh der deutsch-belgischen Verhandlungen. Daran schloh sich eine Besprechung über die Lage. Der sozialdemokratische Parteitag. Augsburg. 21. Sept. (Wolff.) Heber den sozialdemokratischen Parteitag wird uns gemeldet: Vor Eintritt in die Tagesordnung verlas Wels unter lebhaftem Beifall ein Bcgrüßungstelegramm der französischen Sozialdemokraten. Weiter gab er ein Telegramm aus Saarbrücken bekannt, in dem milgeteilt wird, daß am gestrigen Mi^woch die beiden Redakteure der „Saarbrücker Volksstimme" Befehl erhielten, binnen 24 Stunden Has Saargebiet zu verlassen. Das beweise, wie berechtigt das Misttrauen gegen die Regierungskommission des Völkerbundes sei. Die deutsche Sozialdemokratie schließe sich dem Protest gegen solche Ge- waltmahnahmen an und hoste, der durch den Völkerbund unterdrückten Bevölkerung des Saargebietes ihr Recht verschaffen zu können. Einstimmig wurde außer dem Aktionsprogramm auch die organisatorische Vereinbarung angenommen. Das Abstimmungsergebnis wurde mit stürmischem Beifall begrüßt. Ferner wurde ein Antrag Hamburg angenommen, der sich gegen jedes Zusammengehen mit der KPD. ausspricht. Zum Rümberger Parteitage entsendet die Partei 144 Delegierte. Augsburg, 21. Sept. (Wolfs.) Sn der heutigen Sitzung des sozialdemokratischen Parteitages wurde nach einem Referat des Parteivorsitzenden Wels über die Snternatjo- nale und t)ie ejßinigung des Proletariats das AktivnsprMgramm der beiden sozialistischen Parteien ohne Aussprache einstimmig angenommen. Ans dem Reiche. Beschlüsse des Reichsrates. Berlin, 21. Sept. (WTB.) Der Reichsrat hat die P o st o r b u u n g dahin geändert, daß ber Höchstsatz der Postaufträge für Postnachnahmen auf 30 000 Mark und im Postkreditverkehr auf 50 000 Mark festgesetzt wurde. Zugleich wurde der Postminister ermächtigt, im Bedarfsfälle diese Sätze selbständig zu erhöhen. Der Reichsrat hat sich mit der Erhöhung der D i e il st a u f w a n d s e n t s chi ä d i g u n g sür Reichsbeamte und der Ministerialzulagen einverstanden erklärt. Danach sollen u. a. mit Wir läng ab 1. August die Ministerialzulagen erhöht werden: für den Reichskanzler auf 350 000 und für die Reichsminister auf 70 000 Mark, di ? Dienst- auiwandsentfchädigung für den Präsidenten des Reichsgerichts auf 40 000, für den Präsidenten des Finanzgerichtshofes auf 50 000 Mark usw. Der Reichsrat hat heute neue Ausführnngs- beftimmungen zum Llmsahlleuergeseh, insbesondere zur Luxus steuer, angenommen. Danach sind Verfeinerungsarbeiten jetzt nicht mehr maßgebend für die Luxussteuerpflicht. Die eigentlichen Gebrauchsgegenstände sind fast durchweg frcigelaffen worden. Bei Metallwaren, keramischen Waren und Textil- und Holzwaren send nur Schmuckgegenstände der Luxussteuer unterworfen. Gegenstände aus Leder unterliegen nur dann der Luxussteuer, wenn es sich um Leder wertvollerer Art ^handelt. Die Sperre der Tabakeinfnyr. B e r l i n, 21. Sept. (WTB.) Dem Reichsrat ist der Entwurf einer Verordnung über die Erhöhung der Tabakzölle zugegangen, durch die die Sperre der Tabakeinfahr abgelöst werden soll. Zum Prozeß gegen die Ralhrnaumörder. B e r l i n, 22. Sept. Wie eine Korrespondenz erfährt, wird die Verhandlung gegen den Kapitänleutnant a. D. Wolfgang Dietrich aus Erfurt und gegen den Schriftsteller Dr. Hans Wilhelm Stein, die verdächtig sind, den Mördern Rathenaus wissentlich Beistand geleistet zu haben, gleichfalls am 3. Oktober in Verbindung mit der Strafsache gegen T e ch v w und Genossen wegen Mordes vor dem Staatsgerichtshof in Leipzig stattfinden. Wie die Korrespondenz weiter mitteilt, hat der Oberceichsanwalt die Haftentlassung des Kapitänleutnants Dietrich gegen Stellung einer Kaution von 100 000 Mark angeordnet. Die Not des Rheinlandes. Eindrücke aus dem besetzten Gebiet. Von Dr. Ernst M e y e r - Reust relih. Für längere Zeit habe ich Quartier gemacht in einem kleinen Badeort, das wunderbar im Waldtal versteckt liegt im frucHharen Rhein- g au. Schon in Friedenszeiten mit Vorliebe von Ausländern besucht, ist es» auch jetzt wieder voll beseht, vornehmlich mit Russen, die ihre Zarenrubel noch rechtzeitig in Frankreich untergebracht hatten, und mit Franzosen. Die meisten von ihnen tragen aufdringlich moderne Kleidung, wirken abstoßend durch Schminte und Duft. Kein Wunder, daß die wenigen deutschen Kurgäste sich in die Waldwege verlieren, um reine Luft zu haben und die Ohren zu schonen vor dem oft gewollt lauten Gerede. Ratürlich gibt es auch ältere, vornehme Franzosen; daneben taucht nicht selten der Typ des prohenhaften Emporlömmlings auf. Llebelstc Beispiele einer schrankenlosen Ausgelassenheit geben in ihrem Siegerbewußtsein einige halbwüchsige Franzosen. Von den oft gerühmten Anstandsformen dieser Olation war bei ihnen nichts zot merken. So konnte eine etwas schwerfällige deutsche Dame nicht rasch genug aus einem vollbesetzten Autobus herauskommen, ein etwa siebzehnjähriger Bursche hals ihr so energisch nach, dah sie mit verstauchtem Knöchel acht Tage zu Bett liegen muh. Riemand wird sich zu beschweren wagen. Der deutsche Kurgast zahlt 500 Mark Kurtaxe, die Angehörigen der Besatzungs- annee — 225 MarkI Und zur „Armee gehörig" sind sie ja fast alle. Wer nur von den einfachsten Leuten einen Bruder oder einen weitläufigen Verwandten dabei hat, genieht diese Vorzüge und verlebt einen billigen Sommer in „ihrem besetzten Gebiet". Ein Offizier besucht des Sonntags seine hier untergebrachte Frau, voraus geht das Ehepaar beim Spaziergang, hinten nach folgt, mit dem Revolver bewaffnet, ein Soldat und führt das I Kind. Bei uns kritisch veranlagten Deutschen zählte man das vor dem Krieg zu ben Auswüchsen des Militarismus, schliehlich mit Recht. Der „Sieger" kann es sich erlauben. Sm nahegelegenen Wiesbaden suchten wir gelegentlich eines Sonntagsausflugs auf dem Kaiser-Friedrich-Platz vergeblich nach einem Deutschen, den wir nach dem Weg hätten fragen können. Sn dem Gewirr fremder Laute fühlt mau sich verlassen, und es fällt schwer, zu glauben, dah man auf deutschem Boden steht; den gleichen Eindruck erhielten wir in den Kuranlagen. Man muh innerhalb des besetzten Gebietes, befonbe; 5 auf dem rechten Rh einufer, wandern, um ermessen zu können, wie weit in kernde'^stzes Land hinein der Franzmann seine Truppen vorgeschoben hat. Stundenlang wandern wir nordwärts durch den Taunus und kommen in Langen schwalbach dazu, wie der Ortskommandant mV Reitpeitsche und Zigarette eine Marokkanerin^ pagnie besichtigt. Es ist der 14. Zull, Tag br Rationalsestes, die Wach- und Derkehrslokale bc Truppen sind über und über mit Fahnen und Girlanden geschmückt. Und noch eine ganze Stund' sahren wir weiter durch das liebliche Ahrtal mit ber Bahn bis nach Diez an der Lahn, und toiebe sehen wir die farbigen Franzosen vor uns. 3r Rassau, wo das Denkmal des Freiherrn von Stein ins Tal grüßt, zieht lärmenb ein Trupp feiertäglich betrunkener Afrikaner an uns vor über. Sn Koblenz, dem Sih der Snteraniierhn Kommission, kann einem das Herz weh tun. Aus der Höhe der alten Feste Ehrenbreitstein weh. das Sternenbanner. An dem Deutschen Eck mit dem wirkungsvollen Denkmal des alten Kaiser. Wilhelm, wo sich Rhein und Mosel vereinigen, gehen wir beklommen vorder. Von dem Regierungsgebäude, einem gewaltigen Sandsteinbau in Qteubarocf, leuchten, vom Winde gestrafft, die Fahnen der vier Zwingherren am Rhein, eine eindringliche Mahnung an all die Phantasten, die auf* den Bruch der Entente rechnen, ein Zeichen vielmehr der Einigkeit unserer Gegner, solange es gilt, uns niederzuhalten. Auf einem der stolzen Köln-Düsseldorfer Per sonendampfer geht die Fahrt stromaufwärts durch den schönsten Tell des R h e i n t a l s nach Rübes- Heim. Die Schlösser und Burgen erzählen von deutscher Geschichte; wie werden sie lebendig, wenn man Albrecht Dürers Reise in die Rieberlande liest. FtÄher, es sind allerdings erst 8 Jahre her, aber es Hingt wie aus längst vergangenen Zeiten, da grüßten sich die Gäste auf den vprbeifahrenden Schiffen winkend und rufend zu, voll Rhein- landsstimmung, froh, am deutschen Rhein zu sein. Heute? Still fahren wir unter dem Loreleyfelsen hin. kein Mensch wagt mehr das verträumte Lied zu fingen, das früher an dieser Stelle urplötzlich aus aller Mund ging. Wer sollte auch singen? Wir wenigen Deutschen, mitten unter den reichgewordenen Hollandern und den Franzosen? Dazu fehlt die Stimmung. Die Fremden? Die wissen nichts von der Gefühlstiefe so manches deutschen ' Volkssanges. Rach den mächtigen Stinnesschleppern sehen sie mtt neugierigen Augen. Linser Herz aber schlug doch höher, als im Laufe des Vormittags noch mehrere dieser sauberen Personendampfer in flotter Fahrt an uns vorüber zu Tal gingen. Aber die Freude war kurz: Vor Boppard begegnet uns dichtbesetzt der größte von ihnen, diesm'al graublau gestrichen, am Hauptmast die amerikanische, am Heck die französische Flagge! — Beschlagnahmt, wie so manches seiner Bruderschiffe, auf denen man Kanonen und Maschinengewehre ausgestellt hat. Sn Rüdes he im sitzen wir auf einer Ter« rasse am Ufer. Hinauf zum Riederwalddenkmal mochten wir diesmal nicht. Dort ist in Erz gebildet, wie der Vater Rhein der jungen Mosel die Grenzwacht übergibt. Lind heute? Gegenüber, bei Bingerbrück, erhebt sich die Elisenhöhe, auf ber sich das Bismarck-Ration aldenkmal empor- türmen sollte. So sicher glaubten wir den Rhein zu haben! — Mainz. Von einer Höhe des Rheingaues sah ich des öfteren zu meinen Füßen den breiten Strom mit den drei gewaltigen Brücken, dahinter das ehemals goldene Mainz mit den ragenden Türmen des Doms und der schweren Kuppel der neuen Christuskirche. Ein schönes Zugenbiahr batte ich dort verbracht und als Soldat in Friedenszeit den Riainzer Sand getreten. Run lag es b.i im Sonnenglanz. Hmüberzufahren zauderte ich lange. Sch wollte nicht enttäuscht sein. Schließlich tat ich es doch. Das alte Kurfürstliche Schloh, jetzt Museum, lag so feierlich da im roten Sandsteinkleid, aber daneben auf dem Großherzoglichen Schloh wehte die fremde Fahne, und eine Doppelwache davor beschützt den französischen General darin. Bis vor dem Krieg hielten hier all- jährlich der Kaiser und der hessische Landesfürst ihre Einkehr, wenn sie von der großen Truppen^ schmu in die Stadt kamen; heute fühlt sich ber Vertreter ber französischen Republik wohl in Fürstengemächern. Auf dem „Wall" breitet sich ein riesenhafter Automobilpark aus. Wem es nicht angesichts ber Llnmasse von Truppen in ben .Straßen, Geschäften unb Wirtschaften ber Stabt klar wird, dem müssen beim Anblick dieser gehäuften militärischen Machtmittel die Augen aufgehen: Mainzistdas schwer g e r ü ft etc Au sfalltor der Franzosen. Sn ben Läden, vor den Schaufenstern der Geschäftsstraßen sieht man reisende Franzosen und immer wieder Franzosen. Viele, so sagt mir ein Geschäftsmann, kommen hier an, in schäbigster Kleidung, mtt schiefen Absätzen; dann aber treten sie aus, modisch Herausgepuht, den teuren Photo apparat in der Ledertasche über die Schulter gehängt. Was hier an deutscher Ware ins Aus- Heutiger Staub des Dollars 10 Llhr vormittags: Berlin 1420, Frankfurt a. M. 1400—1425 tont) geht, ohne QSalutaonffcökig, ist sichtbar gewordene Fronarbeit deutscher Hände. Damit der dumme Deutsche die überlegene Kultur Welschlands keimen lernen kann, veranstaltet man zur Zeit im Zeughaus eine Ausstellung alter französischer Gobelins. Dach einem Besuch des Doms kommen wir an der beschlagnahmten Stadthalle vorbei, deren schöne, von den „Siegern“ verschmutzte Räume nicht den Damen eines Soldatenheims verdienen. Weiter führt uns der Weg am Cafä de la paix vorbei zum Römisch-germanischen Zentralmuseum. 3n diese seinempfundenen Darockräume verirrt sich selten ein Franzose. Denn hier wird ernste, wissenschaftliche Arbeit geleistet: aus deutschen Landen sind alle Funde jener alten Zeit zusammengetragen und zu einem einheitlichen Bild römisch-germanischer Kultur vereinigt: zugleich aber auch äu einem Bild fremder Herrscher am Rhein, Hnd im Geiste tritt vor mein Auge die Gestalt eines Julius Cäsar, dem der Rhein die Grenze zwischen "Germanen und Galliern war, und ich sehe den kaltblickenden Kopf eines Augustus, zu dessen Zeit kaiserliche Prinzen aus Köln und Mainz ihre Legionäre weit hinein- sührten in kerndeutsches Land, oft unter den nichtigsten Begründungen. Was ist letzten Endes heute, wo wir „ Frieden" haben, die vorgeschobene französische Wache auf dem Feldberg, die hinuntersieht in dir fruchtbare Wetterau, anders als seinerzeit das nahegelegene Limeskastell auf der Sailburg? Der französische Imperialismus will ja doch Dachfolger sein jenes römischen, und fast sind es die gleichen Linien, die heute wie damals den Brücken- topf Mainz gegen Deutschland sichern. Wer die organisierte Äeberflutung des besetzten Gebietes mit Franzosen in Uniform und in Zivil mit eigenen Augen an den Bahnhöfen in Mainz und Wiesbaden gesehen hat, dem wird das mit sadistischer Rücksichtslosigkeit verfolgte Ziel dauernder Besetzung jäh klar. Ja, noch arbeiten diese gutdeutschen Menschen, hoffen auf Erlösung und .-'eigen oftmals einen mit Bitterkeit gemischten Optimismus. Aber die Gefahr ist groß, das; mancher ermattet. Das schleichende Gift der französischen Kulturpropaganda, die Wühlarbeit der Leute um Smeets und Dorten und der häßliche Eindruck des ewigen Parteigezänks im Reich und in den Einzelstaaten wirkt doch. Darum laßt den Brüdern vom Rheinland wenigstens die eine Gewißheit, daß sie nicht vergeblich warten und dulden bis zur Befreiung. Die kann nur kommen, wenn wir allen Parteihader begraben und als ein einig Volk von Brüdern in dieser,Not zu samm e n st eh e n. gegen den äußeren Feind. Sonst, es vf bitter zu sagen, ist uns das Rheinland verloren. Am Rhein aber pulst Deutschlands Herz. Aus und Land. Gießen, den 22. September 1922. Was ist übermastigcr Gewinn? Der H a n s a - B u n d hat. wie er uns schreibt, als eine Berliner Zeitung das Ergebnis der Unterredung eines ihrer Berichterstatter mit Staatssekretär Sr. Freund vom Preußischen Ministerium des Innern dahin mitteilte, daß die Wucherprlizei angewiesen sei, Einwände, wie die von höheren Wiederbeschaffungs- Preisen, unbeachtet zu lassen, gegen diese Auffassung sofort Borstellungen erhoben. Er hat daran erinnert, daß derReichswirtschafts- min'ister selbst den Standpunkt vertreten hat, int Rahmen der Preistreiberei Verordnung lasse sich eine billige Rücksichtnahme auf eine indischen eingetretene Aenderung in den Anschafiungsbedingungen verwirklichen Insbesondere hat der Hansa-Bund darauf aufmerksam gemacht, daß bei Ermittelung der Gestehungskosten eine Disikopramie in Ansatz gebracht werden dürfe. Das Preußische Ministerium des Innern hat dem Hansa-Bund die Richtigkeit seiner Ansicht bestätigt und die Wiedergabe der erwähnten Aeußerung des Staats- sekretgrs Dr. Freund als unzutreffend bezeichnet. Der Hansa-Bund ist der Ueberzeuguna. daß bei sachgemäßer Auslegung der Preistrelberei- verordnung. die nur den übermäßigen Gewinn bestraft wissen will, der Vorwurf des Wuchers in nicht allzu vielen Fällen nur berechtigt ist. Zu den G e st e h u n g s k o st e n gehören nach amtlicher Begründung der Preistreibereiverordnung: Einkaufspreis der Ware, spezielle Unkosten (Dersicherung, Lagerung. Transport. Umsatzsteuern), allgemeine Unkosten (u. a. Gewerbesteuer, Gehälter, Miete, Heizung, Beleuchtung der gewerblichen Räume), Verzinsung des in der Ware angelegten Kapitals, hier ist die heutige Höhe der Zinsen für fremdes Geld zu bedenken, die zum Ausgleich von Berlusten einzukalkulierende Risikoprä- mie. ein angemessener Unternehmerlohn, der den heutigen Kosten der Lebenshaltung entspricht. Auf diese Gestehungskosten ist der angemessene Gewinn zu schlagen. Dur bei Außerachtlassung dieser Grundsätze darf die Wucherpolizei einschreiren. BaalsfempeL Roman, von Margarete v. Oerhen- F ü n f g e l d. 29. Fortsetzung. (Dachdruck verboten.) Heinz sprang aus, seine Augen strahlten. „Es war am bestell so," flüsterte die alte Dame. „Und — am schönsten. . . !" Er wagte nicht, sie zu stören: sie war in tiefem Dachdenlen verstummt. Plötzlich erhob sie sich und sagte heiter: „Ich muh nun gehen! Besuchen Sie mich morgen — im Hotel — zum Tee — ich denke, Siegfried Wagner wird da sein —“ Heinz bewahrte mühsam seine Haltung. Es summte ihm in den Ohren wie von taufend Bienenschwärmen. Es funkelte vor seinen Augen wie von tausend Sonnenringen. Er stand draußen. Bertens hatte er nur flüchtig gesehen. Der hatte ihm kräftig auf die Schultern geschlagen: „Meinen Glückwunsch." Es war dunkel geworden. Oder vielmehr, der Abend hatte sich hernieder gesenkt auf die My- riaden-Lichter der goldenen Stadt Die wechsel- volle Helle strömte in breiten Schlangen aus den Gewölben der Juweliere, blitzte in Worten und Zahlen hoch über den Straßen bis in den nächtlichen Himmel hinein, ein neues Babel von Licht und Glanz. Dieses heiße Fluten der Menschenmenge hatte sich seit dem Mittag noch erhöht, vor den Portalen der Hotels stöhnten die Autos, rasselnd keuchte ein schwerer Autobus die Straße hinab, überholt von den flitzenden Wagen des Groß- mhuV rillen Die neuen Fernsprechgebühren. Zu den im Fernsprechgebühren-Geseh und in der Fernsprechordnung festgesetzten Gebühren tritt, wie gestern schon kurz berichtet, vom 1. Oktober an ein Zuschlag von 600 v. H. bi Kraft. Cs werden demnach folgende Gebühren erhoben: Grundgebühr in Ortsnetzen bis 50 Hauptanschlüsse jährlich 2660 Mk., von 51—100 Hauptanschlüssen jährlich 2940 Mk., von 101—500 Hauptanschlüssen jährlich 3220 Mk., von 501—1000 Hauptanschlüssen jährlich 3500 Mk., von 1001 bis 5000 Hauptanschlüssen jährlich 3920 Mk. usw. Ortsgesprächgebühr 1,75 Mk.: von öffentlichen Sprechstellen aus 3,50 Mk. Ferngesprächgebühr bis 5 Km. 1,75 Mk., über 5—15 Km 5,25 Mk. über 15-25 Km. 8,75 Mk., über 25—50 Km. 14,00 Mk. über 50—100 Km. 21,00 Mk., für jede angefangenen weiteren 100 Km. 10.50 Mk. mehr. Nebenanschlüsse mit gewöhnlichem ober Selbstanschlußapparat für die Nebenstelle 588 Mk., je 100 Meter Anschlußleitung 252 Mk., für das Anschlußorgan 294 Mk., zusammen mindestens 1134 Mk. Ginrichtungsgebühr für einen Hauptanschluß 1400 Mk., für einen Nebenanschluß in demselben Gebäude 700 Mk., für einen Deben- anfchluß in einem anderen Gebäude 2100 Mk. Zuschlag für die Leitungsstrecke über 5 Km. für 100 Meter 252 Mk. Borranggebühr bei Herstellung oder Verlegung von Anschlüssen 1050 Mk. Druckzeile im Fernsprechbuch 140 Mark, bei Auflage über 100 000 6:üd 283 Mk. Bortagsanmeldung 350 Mk. Streichu ngs- oder Auskunstsge- bühr 5,25 Mk. Gebühr für die Niederschrift eines Telegramms für das Wort 0,70 Mk., mindestens 14,00 Mk. Weitere Erhöhung der Schornstein- fegergebüliren. Das Ministerium des Innern gibt bekannt, daß infolge der weiter fortschreitenden Teuerung und der damit verbundenen erneuten Erhöhung der Gesellenlöhne im Schornsteinsegergewerbe ein? weitere Erhöhung der Teuerungs- zuschläge zu den Schorn st einseger- gebühren erforderlich gewvrde i ist. Mit Wirkung vom 18. September sind die Teuerungs- Zuschläge zu den Grundgebühren wie folgt festgesetzt worden: für die Kehrbezirke der Städte Darmstadt, Mainz, Offenbach und Gießen auf 1300 v. H., für die übi igen Kehrbezirke des Landes auf 1500 v. H. ** Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurden am 8. September: der Seminarlehrer Joses Gähner zu Alzey mit Wir- fung vom 25. April 1922 an zum Studienrat am Pädagogischen Kursus zu Darmstadt, der Seminarlehrer Wilhelm P i ck e r t zu Darmstadt mit Wirkung vom 25. April 1922 an zum Studienrat am Pädagogischen Kursus zu Darmstadt. — Ernannt wurde am 12 September der provisorische Lehrer an der Fortbildungsschule zu Büdingen Gustav Kapeller zu Büdingen mit Wirkung vom 1. April 1922 ab zum Fachlehrer an der Fortbildungsschule daselbst. — Ernannt wurden am 14. September der Oberassistent bei der Landes-Heil- und Pslegeanstalt Alzey Wilhelm Strubel zum Sekretär bei der Landes- Heil- und Pflegeanstalt „Philippshospital" bei Goddelau, der Kanzleiafsistent bei der Landes- Heil- und Pslegeanstalt Alzey Wilhelm I o st zum Oberasfistenten bei der gleichen Anstalt: sämtliche mit Wirkung vom 1. April 1922. — Am 16 September wurde der Geometer 1. Klasse Karl Jäckel aus Gernsheim vom 1. April ds. Is. an zum Oberlandmesser bei dem Land- amtmann zu Friedberg ernannt. — Der Militäranwärter Ludwig Wiegand zu Darmstadt wurde zum Steuerbctricbsas-istenten ernannt. ** Seinen! 5. Geburtstag begebt morgen, am 23. ds. Mts., in seltener geistiger und körperlicher Rüstigkeit Herr Otto Conradi, langjähriges Mitglied unseres Stadttheaters. Herr C., der im Jähre 1917 hier sein 50jähriges Künstlerjubiläum feierte, wohnt jetzt bei seinem Sohne in Flensburg. ** Die Regelung des Verkehrs mitGetreideauSderErntel922 behandeln zwei Bekanntmachungen, die der Oberbürgermeister in unserem heutigen Anzeigenteil zur öffentlichen Kenntnis bringt. ** Eisenbahn - Fahrpreisver- günftigung für Studierende. Der Reichsverkehrsminister hat angeordnet, daß die Schülerferienkarren (halberFahrpreis) nunmehr den Studierenden auch während der ..Weihnachtsferien zugängig gemacht werden sollen, während sie chnen nach den bisherigen Tarifbestimmungen Am Schifsbauerdamm wiegten sich die Lichter der Drücke im tintenschwarzen Wasser, tauchten auf und nieder, wie das menschliche Glück — arglos standen die schlafenden Kähne in langer Reihe. Heinz starrte nach dem wie wild sich drehenden Lichtring einer Zigarettenfirma. Ein Halbkreis — erloschen — ein neuer Halbkreis — dies Oeffnen und Schließen der magnetisch blitzenden Funkenaugen wiederholte sich von Haus za Haus, von Stockwerk zu Stockwerk. Es berauschte ihn, verwirrte seine Sinne. Der Horizont verglomm düsterrot, oder war es nur der heiße Atem der Stadt, der sich über die Dächer lagerte, von denen er stammte? In vorüberhuschenden Gesichtern las er geheimes Wünschen, Lächeln und Frühlingsbegehren. Er las den Jammer des wahren ElenÄ aus weißbemalten Zügen, in deren Furchen die Schminke sich brüstete — Reichtum und Armut, die beiden Könige der Welt, begegneten ihm Schulter an Schulter — und über alle streifte die eine große, gleichmachende Hand und fegte sie weiter auf ihrem Wege nach Genuß, nach irdischer Erfüllung. Etwas Gemeinsames war diesen allen zu eigen. Kinder einer Mutter, füllten sie die Straßen und Plätze und jagten und jagten nach dem einen . . . Güldewins Fuß berührte kaum den Asphalt, von dem ein steter Dämmer aufstieg, als flatterten Fledermäuse dicht über dem Boden und den Schritten der Dahineilenden aus. Die Seitenstraßen lagen still, aber in der Da he der Linden flaute sich der Verkehr und flutete dann lgutlos die Prachtstrahe entlang, die nur matt beleuchtet war. nur zu Beginn und Schluß des Semesters gewährt worden sind. ** Vom Elsaß-Lothringer Hilfswerk. Die Geldsammlung zu Gunsten der aas Elsah-Lothringen bertricbenen Deutschen, deren Zahl fast täglich in brutalster Weife vermehrt wird, hat ihren Anfang genommen und verspricht auch hier ein erfreuliches Ergebnis zu zeitigen. Der Vorstand der Landesgruppe und der Gießener Ortsgruppe des Hilfsbundes der Elsaß- Lothringer tm Reich bittet, die Sammlerinnen je nach Einkommen und Vermögen mit Geldspenden zu bedenken. Die Verwaltung des Sam- rnelergebnisses wird von dem v^n den Mitgliedern gewählten Vorstand geführt werden, dessen Zusammensetzung eine gerechte und soziale Verwertung verbürgt. Wettervoraussage für© amdtag: Vorübergehend Regen, zeitweise auffrischende, wechselnde Winde. Eine kleine Depression zeigt sich über der Dordfee und im Kanal. Bei ihrem Dorüberziehen fjaben wir mit bewölktem Wetter und Regen- fällen zu rechnen, doch folgt baldige Aufheiterung. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Lichtspielhaus Dahn Hof st raße: bis einschließlich Sonntag: „Die Prinzessin von Ka- hirah". — Astoria-Lichtspiele: bis einschließlich Sonntag: „Gelbe Männer". — Palast-Lichtspiele: ab heute „Marion". — Gießener R u d e r g e s c l l s ctz a f t 1 8 7 7, Ruderklub „Hassia", Kanuklub Gießen. Rächsten Sonntag, nachmittags 21/i ilh r, Ab r udern. Landkreis Gietzen. gck. Großen-Duseck, 21. Sept. Gestern abend verlieh 21. Scheid von hier Elternhaus und Heimat, um in Amerika bei Verwandten sein Glück zu suchen. Zahlreiche gute Wünsche begleiten den zukunftsfrohen Jüngling in die Ferne. * Groß en-Linden, 22. Sept. Wegen Vornahme von Gleisumbauarbeiten ist der Eisenbahnübergang Grohen-Lin- d e n — L e i h g e st e r n morgen, Samstag, von 6—12 Hhr vormittags für den Fuhrwerksverkehr gesperrt. Kreis Schotten. * Schotten, 21. Sept. In einer 23e= sprechung zwischen der Kreiskohlenstelle, den Kohlenhändlern des Kreises und Vertretern der Veibraucherschaft wurde über die Kohle n v e r s v r g u it g des Kreises mitge- leikt, daß eö den Bemühungen der Kreiskoh- lenstellc gelungen ist, bei dem RnchSkommis- sar für die Kohlenverteilung die Erhöhung des Kohtenkontingents des Kreises von 2700 Tonnen jährlich auf 3600 Tonnen, also um ein Drittel, durchzusetzen. Außer besonders überwiesenen 5 Bezugsscheinen für Druschkohlen sind für 1290 Tonnen die Bezugsscheine vom ReichSkohlenkommissor bereits ausgestellt; davon sind aber bis jetzt erst 205 Tonnen geliefert. Man will jetzt bei dem Großhandel auf eine schnellere Belieferung bringen. Kreis Friedberg. * Wohnbach, 21. Sept. Am nächsten Sonntag veranstaltet die hiesige Ortsgruppe des Hessischen Obstbauvereins eine Lokal- Obstausstellung, die mit einer Prämiierung verbunden sein soll. Obstbautechniker R e n t s ch ist für die Ausstellung gewonnen. Der Zweck der Veranstaltung soll die Förderung des Interesses am Obst- und Gartenbau und eine Orientierung über die besten Sorten und deren beste Verwertung sein. Starkenburg und Rheinhessen. * Darmstadt, 21. Sept. Der Provinzialbirektor ber Provinz Starkenburg hat bie Neuwahlen auf Sonntag, ben 19.210= bombet, anberaumt Kreis Wetzlar. * Wetzlar, 20. Sept. Die Aerzte in Stadt und Kreis Wetzlar haben beschlossen, in Anbetracht der ständigen und rapiden Geldentwertung für die ärztlichen Leistungen Dar- z a h l u n g zu fordern. Die Honorare sollen unter Zugrundelegung der Friedensfähe nach bem jeweiligen, amtlich festgesetzten Reichsteuerungsindex berechnet werden Geringere Sätze sollen nur für solche Minderbemittelte in Betracht kommen, deren Einkommen feit der Friedenszeit nicht gestiegen ist, also bei Kleinrentnern usw. :x Dvtnholzhaufen, 21. Sept. Die neu erbaute Turnhalle des Turnvereins „Gut Heil" wirb am nächsten Sonntag eingeweiht. Mit ber Einweihungsfeier ftnb turnerische Wettkämpfe berbunben. Die Gemeinbe hat bem Verein ben Bauplatz unb oas Holz zum Bauen unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Hessen-Nassau. fpb. Frankfurt a. M. 21. Sept. Hm bic hohen, vom 1. Oktober an geltenden Verfand- gebühren zu sparen, versenden "Die hiesigen Geschäfte seit einigen Tagen gewaltige Mengen von Postpaketen. Die Bost kann des riesigen 2Infturm3 kaum Herr werden. Der Zugang ist so groß, daß er die Wcihnachtshochslut bald übertrifft. Wie man hört, will die Post verwaltung zur Eindämmung dieses Massenrer- kehrs eine zeitweise Sverre eintreten lassen, die wahrscheinlich zu Veginn der nächsten Woche ihren Ansang nehmen wird. spd. Frankfurt a. M, 21 Sept. Das Postscheckamt mußte wegen Gel dm an g e l s heute mittag seine Schalter schließen, so daß viele Konteninhaber ihre geforderte.: Summen nicht mehr abheben konnten. — 2Iud) bei den Danken macht sich der Mangel an Klein geld wieder außerordentlich bernerfvas,- spd. Frankfurt a. M. 21. Sept. Ti? Derwertungsgenossenschaft h frischer Molke reten in 'darmll-iDr forben mi. Wirkung ab 21. September für das Liter Milch einen Stallpreis von 30 Mark gegen bisher 19,40 Mark. Sie will andernfalls bic Lieferungen einstellen. Der augenblickliche hohe Dutterpreis ldas Pfund nicht unter 320 Mark) fort die Hr fache für diese neuen Fordc rungen sein. ipd. Griesheim a. M., 21. Sept. Di? diesjährige Gemeindeobsternte wird nich' wie es sonst üblich war, öffentlich versteigert, sondern unter die zum Dezug sich meldenden Selb st Verbraucher verlost. Auf den Kops der bezugsberechtigten Familien kommen 40 Pfund Obst zu 60 Prozent des Mainzer Groß Marktpreises am Tage der Verlosung. * Kassel, 21. Sept. Dieser Tage wokltc hier eine Frau ein Fahrrad, bas sie für ihre Tochter zum Preise von 12 000 Mark gekauft hatte, mit Fünfzig mark sch einen bezahlen, muhte sich aber sagen lassen, bah bic Scheine läng ft verfallen sinb. Die Frau hatte lange keine Zeitung mehr gelesen, bie sie abbestelli hatte, weil sie ihr „zu teuer" war. Jetzt durfte bie Frau Wohl einsehen, bah sie vor bem Schaben bewahrt geblieben wäre, wenn sie bie Zeitung nicht ab bestellt hätte. * 25 teöE) ab e n , 21. Sept. Die lieber* frembung bes hiesigen Hausbesitzes hat geradezu erschreckenden Umfang angenommen. Jetzt sind etwa 30 Prozent aller Hauser in Wiesbaden direkt ober inbireft im Besitze von Auslänbern. Kirche und Schule. ‘ G a mba ch, 20. Sept. Der Vormittag» gottesdienst am c origen Sonntag, dem Bibel sonntag, erhielt bar cf, bic Festpredigt des hier zu Besuch weilenden früheren weftafrikanifchen Barmer Missionars Elger, der jcht. in einem westfalischen Orte Pfarrer ist, eine besondere T' beutung. Der Prediger wußte aus den reichen Erlebnissen und Erfahrungen seiner 14jährigen Missionartätigkeit viel zu berichten. Die Kollekte für den Landcsbibelfonbö ergab 1410 Bd . in Ober-Hörgern brachte sie 708 Mk. Für bi: Altershilfe gingen ein in Gambach 3445 Mk., in Ober-Hörgern 1922 Mk. Für die Epileptikeranstast in Rieder-Ramstadt wurden gegeben in Gambach 3430 Mk., in Obcr-Hörgern 1460 Mk. ri. L i ch 21. Sept. Eine durchgreifende Aenderung für die Gemeinde L i ch bringt die Durchführung der neuen hessischen Kirchen- Verfassung. Während seither, wie in vielen Kleinstädten, die Amtshandlungen, die Taufen, Trauungen und Beerdigungen zwischen den Pfarrern wochenweise wechselten, verlangt die neue Kirchen Verfassung, daß die Stadt in zwei B c zirke geteilt wird. Der Kirchenvorstand hat nach der Dersassung diese Einteilung vorzunen- men. Dies ist jetzt hier geschehen. Die Grenze bildet der Garbenteicher Weg, Die Traugasse un?> die Löwengasse, und zwar so, daß diese Straßen und der südlich davon liegende Stadtteil den Bezirk des Dechanten bilden, der übrige Teil der Stadt den Bezirk des Stistspfarrers, dem außerdem Riederbessingen als selbständige Pfarrei untersteht. Die neue Einteilung tritt am 15. Oktober in Kraft. • D i e H e r b st t a g u n g der „Dorf- k i r ch e" in Ober'Reffen soll am nächsten Mittwoch in Nidda stattfinden. Pfarrer S c i m- Gräsen bei Gemünden a. d. Wehra wird über die Frage sprechen: ..Wie erziehen wir unser Landvolk zu einem geschichtlichen Verständnis der Bibel?", eine Frage, die durch die Feier der Septemberbibel besondere Bedeutung gewonnen hat. Pfarrer D ö n n e r - 2rauschenberg wird das Thema behandeln: „Weshalb können wir das QHte Testament in Hnterricht und Predigt nicht entbehren?" Vor dem Hotel verweilte Heinz einen 2üigen- blick. Hier wohnte sie ja, die Frau, in der sich nun fein ganzes Hoffen, seine Gegenwart und Zukunft vereinten. Fast beschlich ihn ein frommes Gefühl. Aber da huschte ein Schatten aus dem lichten Portal, zierlich und schlank unter einem großen, wippenden Hut — der war grau, wie die Flügel der wilden Taube. Er hatte sie oft fliegen sehen, von 25aldrand zu Waldrand, in feiner Heimat. Die Raben waren heimgekehrt gen Walhall. Nun gurrte leise und lockend die wilde Taube. „Lily!" schrie Heinz und stürzte vorwärts. Er wußte nicht, ob er es nur gedacht oder laut gerufen hatte. Ein paar Herren blickten ihm verwundert nach. Tie Adern an feinen Schläfen schwollen an, die Hand umllammerte den Griff seines Stockes — den Kopf weit vorgebeugt, folgte er dem Schatten, der — ohne zu eilen — rwch flinker war als er, ihm bald entschwand, bald wieder erschien. Er hatte sich nicht getäuscht. Es war wirklich Lily. 2Cber feine Stimme war nicht bis zu ihr gedrungen — sie fühlte feine Nähe nicht — es gab doch keine geheimen Gedankenübertragungen. Je wilder er ihr folgte, desto mehr vergaß er die Vergangenheit. Die ganze Welt war versunken außer ihr. Er hatte sie an seine Brust gerissen, hier, vor allen Leuten. Endlich — es war beim Brandenburger Tor — da hatte er sie erreicht. „Lily!" sagte er tonlos und tauchte gerade vor ihr aus dem Schatten der Säulen Sie schrie nicht auf, sie rührte sich nicht mehr. Heber ihr schmales Gesicht flog ein Entzücken: er sah ihre feinen Nasenflügel zittern und den tiefen Smaragd ihrer Augen sich beleben, wie eines jener tausend Lichter über ihnen. Da schrie jemand gellend auf — oder viele schrien — es war tote ein jähes Zerreißen — als ob der Ervball selber in rasender Eile auf sie z.i- rollte, sie zu zermalmen. Der fürchterliche, vertausendfachte Schrei spann sich fort in alle älnendlichkeit. Das Meer brauste, der Sturm — dann das Nichts. Hnd die Himmel taten sich auf und gaben den Schrei zurück. * ♦ • Lily war zum ersten 2llale auf, das hetfn. man hatte das durchsichtig magere Geschöpf in feinem gelblich-rosen haften Spitzengewand auf den üppigen Diwan des Salons getragen, das Lager mit den kostbarsten Blumen umstellt. Orchideen in allen Spielarten wandten der Genesenden ihre sonderbaren Hexengesichter zu, die Fenster waren angelehnt. Lily konnte Die Kronen der Linden erkennen, einen zartgrünen Wirrwarr von eben erschlossenen Knospen einen blahblauen Aprilhimmel. Der Geheimrat beugte fich über feine Tochter mit einem heiteren Lächeln, dem doch etwas Besorgtes, Fragendes innewohnte. Tante Kordula rührte etwas in einem Glase zusammen. „Wie geht es dir heute, mein Kind?' „Tanke — gut," erwiderte sie halb erstaunt. In den drei Wochen, die sie hier krank gelegen hatte, muhte sie täglich auf dieselbe Frage dieselbe Antwort geben. (Fortsetzung folgt.) an E. Weih, W. Hahn. III. Altersstufe. Georgi, 3. K. 1. Sigurd Lange, 2. K. Sternen, Sport und SpteT. ««WSjugen-we-irSmpse in Dießen. Giehen, 18. Sept- Schirmer. 8. G. Weihgerber, 9. F. Weißgerber, 10. H. Schmelz, schmtdt, R. Tetzner. II. Altersstufe. 1. Richard Hahn, 2. W. Derth, P.Schliec-- bach, 3. K. Scriba, A. Brandl, 4. H. Dinges, 5. L. Klaus, 6. K. Schmidt, W. Kraft, 7. E. " ' K. Harnung, Frank, F. Schmidt. Mädchen. I. Altersstufe. 1. Liselotte Holl, 2. E. Trechsler, 3. E. Weber. 4. Ch. Amend, 5. G. Herbert, 6. E. von Finster. 7. M. Schneidmüller, 8. L. Anverzagt, 9. T Trepprnger, 10. E. Scheppelmann, P. Stecker, G Habicht, 11. L. Mohr, Ch. Keller, 12. E. Arnold, 13. 21. Henrich, K. Heck, M. Seiferth, 14. A Schön. E. Reuschling. 3. Felsing, 15. M. Kretschmer, O. Lamm, L. Gauterin, H. Geller, 16. M. Gerbig. E. Blum, 17. H. Kellner, O. Balke, 18. 3 Wagner. M. Schäfer, G. Stommel, 19. G. Diehl, 20. H. Scriba, E. Spies, M. Kaufmann, F Hauß. II. LlUerSstufe. 1 Gertrud Schneider, 2 E. Münnich. 3. L. Haubach. Mchezu 400 Jugendliche nahmen gestern fcea diesjährigen A e i ch s j ug e n dw e t t- Rümpfen teil. Erfreulicherweise beteiligten srch Ibaran auch 100 Mädchen. Bei Beginn der Wett- lümpfe wurden schön auSgeführte Freiübungen «ezeigt. Die Leistungen waren durchweg gut; Mch ber den Mädcheir sah mnn hübsches Können. Die Grgebnifse sind folgende: Knaben. I. Altersklasse 1. W i l h e l m G ö h, 2. F. Ost, 3. K Dretrlch, 4 X Taubert. 5. R. Buh, R. Stem, K. Hölscher 6 W Loh 7. E. Ratz, K. Maus, 8. M. Heckmann F. Morneweg. W. Rohl, O Mahnkopp H. Müller 9 O. Wannenmacher, 10. F. Bockstahlec, St Trechsler K. Kohlhase, H. Heilbronner, E. Brose H Lohnes, 11. W. Gaub, 12. K. Germer, Th Hopsenmüller, H. Haberkorn, W. Becgk, 13. F H Ploch, W. Wolf, P. Gopon, 14. H. -Meder E Arnold, 15. W. Rau, C. Hock, E. Trabert, R Spuck. E. Ewald, W. Walter, 16. L Keil,' K. Marx, G. Rohnch, 17. K. Sommer-- lab H. Pauly, 18. O. Rühl, F. Schmidt, E. 'Klein, H. Ohly, 19. W. Strauch, E. Heck, F. Schwarz, G. Schwiegershausen, 20. P. Fuchs, 21. K Pfeffer, K. Krämer, W. Holzigel, G. Kolb. H. Hornberger, W. Schneider, 22. O. Bolz. R. Zutt. F. Decker-. W. Selzer, 23. H. Krevect, H Kreh, F. Müller, H. Stein, W. Rockel, C Stolte, W. Weitz, W. Karl, H. Domay, W. Löb. 24. W. Haustein, W. Klein, H. Ganz, E. Grund, L. Weigand, E. Sehb, K. Kling, 25. E. Ehrhard, W. Klosterhof, E. Reuhaus, M. Römer. F. Sparr, L. Schwinn, W. Sparr, W. Reichel, F. Weber, 26. M. Wolf, F. Eckhardt, W. Spielmann, L. Dornbach. H. Langsdorf, K. Geller, 27. K. Duill. F. Heyder, K. Wilke, K. Fett, L. Baubcl, K. Ahl, K. Müller, 28. O. Funk. A. Ahl, W. Henkel, 29. E. Stern, L. Zaber. E. Müller, R. Engelhardt, W. Rech, 30. W. Schmal!, E. Haferkvrn, H. Balser, K. Schneider, K. Wihner, O. Rappold, W. Bruch- Vermischtes, Hamburg, 21. Sept. (Wolff.) 3m Nordsee- und Ost se ege biet herrschte in den letzten Tagen schwerer Rordweststurm, der am Mittwoch seine größte Stärke erreichte. 3nfolge der Sturmflut ist die Glbe in Hamburg über die Afer getreten. Die anliegenden Straßen und Plätze wurden überschwemmt, darunter auch dec Altonaer Fischmarkt. Auch die tiefer liegenden Keller und die Kellerwohnungen der Hafengegend standen unter Wasser. Der auf See angerichtete Schaden ist noch nicht übersehbar. — Ein englischer Kreuzer lief auf der Elbe bei der Oste auf Grund. Mit dem 216° schleppen soll heute begonnen werden. — Rach einer Kopenhagener Meldung des «Hamburger Fremdenblattes" ist der deutsche Dampfer «Thor", der zwischen Lübeck und Raksow ver- kchrt, in der Einfahrt zur Raksow- Fohrde gestrandet. Bisher Ist es wegen des Sturmes nicht gelungen, dem Dampfer Hilfe zu bringen. — Die Rettungsstation Barhoeft der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger telegraphiert: Am 21. September ist der Motorkutter „Paul a“ mit Kapitän Bethje an Bord im Gellen von Stralsund gestrandet. Er war «ach Warnemünde bestimmt. Zwei Personen wurden durch ein Rettungsboot der Station gerettet. Berlin, 21. Sept. Das mittelalterliche Städtchen Rothenburg o. T. ist von einem schweren Drandunglück heimgesucht worden. Der gesamte Fundus des historischen Fest- ■■■■■öMIWKMiir. —-------IIIIWIIIIIIIIIIM zugeS und die Ateliers der Rothenburger Maler wurden vernichtet Paris. 21. Sept. (Wolff.) Rach einer 2lgenturmeldung aus B u l a r e st ist gestern die Drücke über die Pranhora in der Rühe von S i n a i a e i n g e st ü r z t, als der Wiener E x p r e tz z u g darüber fuhr. Die Lokonwlive und ein Wagen stürzten in den Flutz. Dor zwei Monaten hat sich an derselben Stelle der aleiche ^fall ereignet. Handel. Berlin, 21. Sept «Wolfs.) Der Zinsfuß der Darlehenskassen des Reiches ist heute entsprechend der Erhöhung des Reichsbantdiskonts um 1 Prozent heraufgeseht worden und beträgt bis auf wetteres allgemein: Für- sogenannte/ Dorzugsdarlehen 8Vi Prozent; für Darlehen gegen Verpfändung festverzinslicher Wertpapiere einschließlich der unverzinslichen Schatzanweisungen 8'/-- Prozent und für Darlehen gegen die Verpfändung von Waren, 2Iktien und dergl. 9 Prozent. Berl in, 21. Sept Börsenstimmungs- bild. Kam auch die Diskonterhöhung derReichs-- bank auf 8 Prozent für weite Kreise überraschend, machte sie auf die Kursbildung an der Börse doch keinen merkbaren Etndruck, da sie durch die abnorme Lage des Geldmarktes als durchaus berechtigt empfunden wurde. Die Amsähe hietten sich auf allen Märkten, einschließlich der Devisen, die nur unbedeutend im Preise schwankten, in engen Grenzen, und dre anfangs größer scheinende Anternehmungslust verschwand halb wieder. Die Grundstimmung blieb, abgesehen von den im Verlaufe eintretenden letchten Schwankungen fest. Die Preise erhöhten sich durchschnittlich um 20—50, vereinzelt bis 75 und bei einigen Montanpapierrn um 100 Prozent und teilweise etwas darüber. Am Aktienmärkte gab sich zeitweise etwas erhöhtes 3nteresse außer für Montanwerte für die Papiere des Anilinkonzerns infolge der angekündigten Kapitalserhöhungen kund. Von Aus- landrenten waren alle türkischen Werte, besonders Dagdadbahn und Anatolier Obligationen bis zu 300 Prvz. gestiegen. Indessen konnten diese Kurssteigerungen spater nicht durchweg aufrechterhalten werden. 3n anderen Auslandrenten waren die Amsähe bei wenig veränderten Kursen gering; zeitweise jedoch etwas lebhafter in alten Reichsanleihen, die bis 10 Proz. verloren. Auch für die zu Einhertskursen gehandetten In- dustriewerte war die Stimmung ruhig und fest. Frankfurt a. M., 21. Sept. Börsen- stimmungsbild. Auf dem Devisenmarkt war heute ein ruhiges Geschäft zu verzeichnen. 3m vorbörslichen Verkehr stellten sich die Preise gut behauptet, später etwas fester. Angarische Gold- renten lagen ruhig. Begehrter waren Türkenwerte, sehr fest. Auf den Aktienmärkten zeigte sich 2ieigung zu Befestigung, in chemischen, besonders in Ämilinwerten. 3n Montanpapieren trat mäßige Abschwächung ein, fester lagen nur Oberbedarf. Zuckeraktien befestigt. Zellstoff Aschaffenburg -p 120 Prozent. Elektriritätsaktien blieben vernachlässigt, Schuckert eröffneten gut behauptet, Licht und Kraft» höher. 2luto- und Maschinensabrikaktten lagen fester. Eßlinger und Karlsruher begehrter. Rorddeutsche Lloyd setzten mit 500 ein. 3m Verlauf wurde die Tendenz ruhiger, blieb aber fest. Dvllarnotterung um 1 Ahr 1430. Berliner Devisenmarkt. Gelo Brief Geld Brief Datum: 20. September 21. September 2mstd -Rotter». 56828,85 56971,15 54631,60 54768,40 Brüssel-Antw. 10486,85 10513,1510112,3010137,70 Ghristiania . . 25119,55 25181,4524069,85 24130,15 Kopenhagen . . 30362,- 30438, - 29662,85 29737,15 Stockholm. . .. 38851,35 38948,65 37503,05 37596,95 Selsingfors. . . 3186,- 3197,- 3106,10 3113,90 Italien 6142,30 6157,70 5942,55 5957,45 London 6491,85 6508,15 6242,15 6257,85 Reuyork 1463,16 1466,84 1393,25 1396,75 Paris 11186,- 11217,— 10761,5010788,50 Schweiz 27315,80 27384,20 26117,30 27734,65 Spanien 22022,40 22077,60 21223,30 21276,50 Deutsch-Oestere. 1,93 1,97 1,90 1,94 Prag 4569,25 4580,75 4491,35 4505,65 Budapest.... 57,67 57,83 56,12 56,58 Buenos AireS. 519,35 520,65 494,35 495,62 Bulgarien . . . 878,90 881,10 858,90 861,10 Japan 699,15 700,85 776,65 678,35 Rio de Janeiro 179,77 180,20 172,28 172,72 Marknotienmgeu. Datum: 1.7.14. 20. b. 21. 9 Zürich Fr. 125.40 -.37 -,38 Amsterdam Fl. 59.20 -.17 -,18 Kopenhagen Kr. 88.80 -.35 -.36 Stockholm Kr. 88.80 -.28 -.28 Wien Kr. 117.80 5185,— Prag Kr. 117.80 2,25 London. ..... Sh. 97.80 0,033 Reuyork ... $ 23.80 0,07 -.07 Varis Se. 125.40 0,90 0,92 MWBBHiHfmMIIWMaEBWCTJSWIMKlBMREJ'IBWiTMIjI li in IHMTHWI1 Börsenkurse. Frankfurt Berlin Schluß- «Schluß- Schluß- Schluß- Kurs Kurs Kurs Kurs Datum: 20.9. 5°/o Dtsch. Kriegsan!. 77-50 ♦% Dtsch. Aeichsanl. $20, - 3°/„ Dtsch. Reichsanl. 500.- ♦7o Preuß. Konsols °3, - Hamburg-Pakets.. . b20.- Rorddeutscher Lloyd ^2,- Lomm.u.Privatbank 310,- Darmstädtec Bank . 300,- Deutfche Bank . . . 598,— Disconto-Gesellfchaft l!0, — Dresdner Bank. . . 328,- Witteld. Ereditbank. 300, - 21.9. 77.50 215,— 465,- 650*- 509,- 315,— 298,- 607,- 408,- 327,- 300,- 20. 9. 21. 9. 77,50 77,50 218,- 205,- 500,* 498, - 84, - 81,50 610,- 671,— 499,- 499.75 313,- 314,- 303,- 301, — 595,- 598 - 411,- 410,- 335,- 335,- 300,- 300,- Rationalbank f. D.. — ~ Ä *'** Boch. Gußstahlwerke 2260,— 2200, — 2350,— 2390,« Bud.-Eifenw -Akt.. H70,- 1245,- 1200,- 1244,- D.-Luxemb. Bergw.. 2350,— 2365, — 2360,— 2375,— Gelsenkirch. Bergw.. 2450, — 2425, — 2450,— 2450,— Zarpener Bergbau. 4915,— 4875.— 4850, — 4825,— Öberschl. Eisenb.-B. 950,- 1110,- 1000,-1100,- Oberschles. Eisenind. 930 — 975,— 9(X),— 930,— Phönir-Bergb.-Akt. 3000, — 3025,— 3000,— 2920, — Dad.Anilin-u. Soda 1550,— 1600,— 1585, — 1590, — Höchster Farbwerke. 1190,- 1197,— 1195,- 1198,— Allg.Eteltr.-Ges. . . 750,— 755,— 738,— 747,— Fetten & Guilleaume 1060, — 1085, — —, — 1089, — Schuckert-Werke. . . 1082,50 1080,- 1100,- Adlerwerke 510,- -,— Daimler 452,— 455,— —469,50 4° „ Hess. Staatsanl. 76,- 76,- 74,- 74,75 Electron Griesheim 1180«- 1210,— 1178, — Dtfche. Bereinsbank 216.- 214,50 - - -,- Züricher Devisenmarkt. *•*' 21. 9. 22. 9. Wechsel auf Schweizer Franken Holland 100 SL » 207.25 207.50 Deutschland 100 1EL = 0.37 0.37 Wien 100 Kr. = 0.0075 0.0075 Prag 100 Är. = 16.- 16.75 Paris 100 Fr. --- 40.95 40.50 London i £ » 23.70 23.72 Italien. 100 L. ---> 22.50 22.45 Brüffel 100 Fr. ---- 38.60 38.25 Budapest 100 Kr. = 0.21 0.21 Reuyork 100 $ --- 533.50 535.- Agram 100 Kr. = 1.77 1.80 Warschau 100 Kr. — 0,07 0.07 Frankfurter Schweine- und Kleinviehmarkt. Frankfurt a. M, 21. Sept. (Amtlich.) Marktverkauf: Kleinviehmarkt bei regem Handel geräumt «Schweine hinterlassen bei ruhigem Handel Aeberstand. Im einzelnen ist zu bemerken: Aufgetrieben waren 611 Kälber, 503 Schafe und 453 Schweine. An Preisen wurden angelegt pro Zentner Lebendgewicht: Kcilber beste Qualitäten 10 400—11 000 Ml., mittlere Qualitäten 9500 bis 10 300 geringe Qualitäten 3500—9400; Schafe 3700—7000; Schweine unter 80 Kilo Lebendgewicht 11 000—12 500, von 80—100 Kilo 13 500 bis 15 600. 100—120 Kilo 15 000—16 COO, 120—150 Kilo 15 000—16 000, Fettschweine über 150 Kilo 15 000—16 000 Mk. Außerdem wurden 136 Rinder ohne amtliche Preisnotierung gehandelt. Die Preise liegen um soviel über den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Händsergewrnn in sich tragen. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Die gespannte Lage an den Dardanellen. London, 21. «Sept. (WTB.) Generalmajor Fredertk Maurice drahtet dem „Daily Ehronicle" aus Konstantinopel: Die türkische Kavallerie an der Grenze der neutralen Zone auf der asiatischen «Seite der Dardanellen nimmt an Stärke zu. Die türkischen Streitträfte sammeln sich nach und nach und werden zu einer Bedrohung der Besatzung der asiattschen Küste. Mustafa Kemal Pascha hat die M i n i st e r von Angora nach «Smyrna berufen, wo gestern eine Sitzung stattfinden sollte, die über die Frage Krieg oder Frieden zu entscheiden gehabt hätte. Die Nervosität und die Besorgnisse der christlichen Bevölkerung von Konstantinopel haben zugenommen. Der Generalmajor erklärt nachdrücklich, bei der augenblicklichen Stimmung der Mohammedaner könne eine Räumung von Ismid oder Tscharnak im gegenwärtigen Augenblick Folgen haben, vor denen der Brand von Smyrna verblasse. Der Oberbefehlshaber General Harrington habe ein Eommunique veröffentlicht, worin er die Entschlossenheit der Engländer kundgebe, Die neutrale Zone bis zur Entscheidung der Alli- ierten-Konferenz zu halten, und er iperßt einen kemalistischen Dormarsch an die Zone als kriegerischen Akt ansehen. Generalmajor Maurice schließt, so stände in elfter Stunde «Großbritannien als alleiniger Beschützer der Christen da. In einem weiteren Telegramm berichtet Maurice ein gutes Fort, schreiten derDerteidigungsvorberei- t u n g e n. Die Toten und der Sachschaden ht Smyrna. London, 21. Sept. (WTB.) Aus Reu York wird gemeldet: Die Associalrö Preß be richtet aus Smyrna, die amerikanischen um? britischen Sachverständigen hätten den ^Nate- rialschaden in Smyrna auf 15 0 Millio nen Dollar geschäht. Der größte Teil der vernichteten Werte sei nicht versichert gewesen. Von den in Frage kommenden Versicherungsgesellschaften seien die meisten englische. Rach den Aussagen der Mehrzahl der amerikanischen Augenzeugen beträgt die Zahl der Toten in Smyrna 2 0 00. Völkerbund, Orientproblem und Reparations-- frage London, 21. Sept. (WTB.) Der Genfer Sonderberichterstatter der „Times" schreibt, die Ansicht gewinne dort an Boden, daß der Völkerbund eine wichtige Rolle bei der Lösung des Orientproblems spielen könne. Die Erwähnung der Reparations- und der Kriegsschulden durch Lord Robert Cecil habe in Gens ebenfalls die Frage ausgelöst, ob nicht früher oder später die Reparations- frage an den Völkerbund verwiesen werden könne. Lord Robert Cecils Entschließung sei ziemlich vage gewesen und habe das Rech: der neutralenMächte anerkannt, ihre Meinung in dieser Frage bekanntzugeben, die bisher so eifrig von Großbritannien und Frankreich für sich allein beansprucht worden sei. «Ls werde vollaus anerkannt, daß die französische Delegation ein großes Zugeständnis gemacht habe, indem sie gestatte, daß die Re- parattonssrage vor dem Völkerbund aufgeworfen werde. De Iouvenel werde außerdem heute eine Erklärung in derselben Richtung abgeben Die Franzosen beständen natürlich daraus, daß die Kriegsschulden nicht von den Kriegsrepa- rationen gesondert behandelt werden könnten, und darin liege zweifellos das Geheimnis eines neuen versöhnlichen Schrittes seitens der französischen Delegation in Gens. Die englische Presse und der Pariser Beschluß. London, 21. Sept. (WTB.) Der aus Paris gemeldete Beschluß, sobald wie möglich eine K o n f e r e n z zur Festsetzung der Deoin - gungen für den künftigen Frieden im Rahen Osten abzuhalten, an der die Ententemächte, die Kleine Entente, sowie die Türken und Griechen teilnehmen sollten, wird von der gesamten Presse begrüßt. Die Blätter weisen darauf hin, daß der Vorschlag zu dieser Konferenz von Lord Curzon ausginge. Sin Generalstreik der französischen Grubenarbeiter. Paris, 21. Sept. (WTB.) Wie das „Echo de Paris" mitteilt, scheint der für den 15. Oktober angekündigte General st reik der Grubenarbeiter unvermeidlich. Die Leiter des Verbandes seien gegenwärtig damit beschäftigt, sich internationale Anterstüt- zung zu sichern. Eine Vereinbarung mit den englischen und amerikanischen Grubenarbeiter seien in Vorbereitung. Die deutschen Grubenarbeiter hätten soeben mitgeteilt, daß sie sich während des Streiks mit den ftanzösischen Grubenarbeitern solidarisch erklären würden, indem sie die Lieferung von Reparationskohle verweigern würden. Erhöhung des Reichsbankdiskonts. Berlin, 21. Sept. (WTB.) Die Reichs^ bank erhöhte den Wechseldiskont von 7 aus 8 Prozent und den Lombardzinsfuß von 8 aus 9 Prozent. Antogarege Bad-Mauheim S!aUuBiB Hupfelds Kurpark-Kasino AlaehmlttaKS-Tanz-Tee Mittwochs. Samstags und Sonntags mit == Vorführungen. — Tanz-Unterricht ------ Täglich abends 8ll< Uhr: Das erstklassige Künstler Programm anschließend SeseUschaHs-Tanz. ------ Außer Samstag und Sonntag abend. ----- Eintritt frei! 34MD Eintritt frei! 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Bekanntmachung. Die vorstehenden Bekanntmachungen des Kreisamts Giehen vom 5. und 16. September 1922 werden hiermit zur Kenntnis der Interessenten gebracht Giehen, den 20. September 1922. Der Oberbürgermeister. 3. D.: Dr. Seid. Montag den 25. Septbr. nachmittags 4 Uhr sofort von solidem Herrn (Student) möglichst mit elehtr. Beleuchtung gesucht. Schriftliche Eilangebote unter 08993 an den Gießener Anzeiger erbeten. O,ueekböruer, Schifsenberg. Weg 2. Suche für 1. oder 15. Oktober ein 0*01 ordentliches Rädchen. Frau Rechtsanwalt Kaufmann, Ludwigstraße 34 L Einkaufs-Zentrale Brillanten GaeiSen, 7 EleichstraBe 7,3 Minuten vom Hauptbahnhof. Streng reelle, diskrete Bedienung. Geschäftszeit 10—6 Uhr durchgehend. Ankauf ab Donnerstag, den 21. September 1922. _____________________________________________________________-■ 859 ID Ludwig Gutmann Preziosa Büro-Einrichtungshaus Frankfurt a. M., Kaiserstr. 44. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Katharina Beppler geb. Heß in die Ewigkeit abzurufen. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinr. Beppler Familie Karl Berg. Vom 21. bis einscld. 24. Sept: i. Gelbe Männer Sensations-Abenteuer ••••eieieiesses | Palast-Lichtspiele | ® GraBtes n.yomeiiiiJstesTlieater am Platze ® Der Plan über die Herstellung einer oberirdischen Telegraphenlinie an der Bihenstrahe, Wiendorfer Weg und Springbachgrabenweg in Lützellinden liegt bei dem Postamt in Giehen von heute ab 4 Wochen aus. Giehen, den 21. September 1922. Telegraphen-Bauamt. 8723V den Kommunalverband zu liefern. Die Umlage kann durch Lieferung von Brotgetreide (Roggen, Weizen), Gerste oder Hafer erfüllt werden. Lieferungen von Hafer, soweit es sich um selbstgebauten Hafer aus Höhenlagen über 400 Meter handelt, werden nur - zu drei Fünfteln auf die Umlage an- ’’’ gerechnet. 2. Als Selbstversorger gelten die Unternehmer svlcherlandwirtschastlichen Betriebe, deren Brotgetreide zur Ernährung der für eine Selbstversorgung in Betracht kommenden Personen oder eines Teils desselben sirr mindestens leweils einen Monat ausreicht. Außer den vorstehend angeführten Unternehmern find als Selbstversorger anzusehen die Angehörigen ihrer Wirtschaft sowie Raturalberechtigte, soweit sie als Lohn oder Leibgedinge (Altenteil, Auszug, Ausgedinge, Leibzucht) Getreide oder daraus hergestellte Erzeugnisse zu beanspruchen haben; ferner alle im landwirtschaftlichen Betriebe ganz oder überwiegend beschäftigten Personen während der Dauer ihrer Beschäftigung, sowie deren Angehörige, soweit sie mit ihnen im gleichen Haushalt leben und nicht in anderen Betrieben beschäftigt sind. 3. Auf die Strafbestimmungen des § 25 der Ausführungsverordnung des Hess. Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft vom 21. August d. Zs. (Amtsverkündigungsblatt Ar. 97) wird aus- UddspHtaB Bahnhofstraße 34. (Siebener Ruder-Gesellschaft 1877 (Siebener Ruderklub „Hassia' Kanuklub Gießen Sonntag, 24. Sept. 1922.nachm.2V« Uhr auf der Lahn: Abrudern Bekanntmachung. Betrifft . Ausführung des Gesetzes über die Regelung des Verkehrs mit Getreide für die Ernte 1922. Auf Grund der §§ 1-6, 13—30 des Reichsgesetzes vom 4. Juli (R. G. Dl. S. 549 ff.) und der Ausführungsvervrd- nung des Hess. Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft vom 21. August ds. Js. lAmtsverlündigungsblatt Ar. 96 und 97) wird angeordnet: Die Umlage ist von den Gemeinden zu einem Drittel bis zum 16. Oft. 1922, zu einem weiteren Drittel bis zum 31. Dezember 1922 und mit dem kehlen Drittel bis zum 12. Februar 1923 an Die Beerdigung findet Samstag, 23. Sept., g nachmittags 4 Uhr statt. 8730V | Detekt. Joe Deebs in 5 Akten 3. Freddys kleine Säge die beste Komödie der Gegenwart. Samstag als Einlage: Das Geheimnis des Klosters 5 Akte. (8721c) 5 Akte. 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V.: Hemmerde. d Ab heute: 06020 W I Marion. | Die Geschichte einer Brettldiva, dfe @5 5 Akte. 5 Akte. © Chaplin plagtdie O Eifersucht. ® In der Hauptrolle Charlie Chaplin, d U ADfierdem noch «Extra-Einlage. 5 6. 6. m. b. H., GIESSEN. Am Sonntag, den 24. $ept., nachm. 3 Uhr findet im Saale des (Eaf6 Leib eine MmMilll. GenklMlsWNllW statt. Tagesordnung: 1. Was müssen wir tun, um unser Unternehmen leistungsfähig zu erhalten? 2. Statutenänderung: § 10 Ziffer I soll folgende Fassung erhalten. Nach erfolgter Aufnahme ein Eintrittsgeld in Höhe von Mk. 20.-, statt seither Mk. 3.-. § 42 Ziffer I: Der Geschäftsanteil, d. h. der Betrag, mit welchem sich jeder Genosse zu beteiligen hat, wird auf Mk. 2000.- festgesetzt, statt seither Mk. 300. -. 3. Beratung und Beschlußfassung etwaiger ein» laufender Anträge. Die außerordentlich ernste Jett erfordert praktische Taten. Das Erscheinen aller Mitglieder in Stabt und Land ist daher eine unbedingte Notwendigkeit. Der Vorstand. Zum 1. 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