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Was auch immer kommen möge, wirwerdennichtaufihnver^ichten. widersprochen in der vergeblichen Hoffnung, durch Versprechungen und Güte zu einem Ergebnis zu kommen. Was hat sich gestern noch ereignet? Deutschland, das schon im Genuß eines weitgehenden Moratoriums war. stell! das Verlangen, dah man dieses Moratorium abändere und daß man ihm noch ein weiteres gewähre. Konnte es sich auf seine bona fides berufen und behaupten, das) es das Opfer eines Mißgeschickes wäre? Vor einigen Tagen hat noch Reichskanzler Dr. Wirth in Beantwortung einer Ansprache, die ich in London gehalten hatte, von neuem behauptet, daß Deutsch! andnicht absichtlich an dem Rieder gang der Mark gearbeitet habe. Die englische Regierung selber hat dieser Behauptung Gerechtigkeit angedeihen lassen in dem Gegenentwurf, den sie dem französischen entgegengesetzt hat. Sie hat festgestellt, das) die. Deutschland durch das Londoner Zahlungsstatut vom 5. Mai auf er leg ter. Zahlungen nicht erfüllt worden waren. Sie ha! festgestellt, daß die Kohlen- und Holzlieserungen, welche durch die alliierten Regierungen verlangt oder von der Reparationskommission gefordert worden waren, nicht ganz geliefert worden sind. Sie hat festgestellt, daß die deutsche Regierung seit dem Waffenstillstand ihr Budget nur dadurch im Gleichgewicht gehalten hat. daß sie Schahbonds ausgab und den Rotenumlauf vermehrte. Sie chat festgestellt, daß Deutschland so seine Mark entwertet und den Wert seiner Devise zerstört hat. Sie hat sestgestellt, daß zu gleicher Zeit Deutschland beträchtliche Summen verbraucht hat. besonders für öffentliche Arbeiten, die durchaus nicht dringlich waren, oder für verschwenderische Zuschüsse tum Ruhr seiner Staatsangehörigen. Diese ganze Reihe von Feststellungen ist ein kategorisches Dementi dem deutschen Rechtfertigungsversuch gegenüber. ihre Wege; Frankreich den seinigen, und manchmal ereignete es sich, daß sich beide von einander etwas entfernten. Rachts sei nach alledem natürlicher, nichts unvermeidlicher! Wie man im Altertum Menschen gekannt habe, deren Freundschaft sie dazu getrieben habe, sich füreinander zu opfern, so lhabe man niemals, wie er glaube, ein Volk kennen gelernt, das sich selbst vergaß zum Schutze eines alliierten Volkes. Als nach dem Waffenstillstände jedes der kriegführenden Länder in gewissem Maße wieder $u seinem geheiligten Egoismus zurückgekehrt sei, dessen sich ein kriegführender Staat gerühmt habe und dem auch andere gefolgt seien, ^habe er sich darüber weder gewundert noch entrüstet. Aber, was er — Poincare — weniger begreife, was Frankreich nicht verstehe, sei, daß seit mehr als drei Jahren, wenn es sich um den Friedensvertrag oder spätere Abkommen gehandelt habe, die Einigkeit unter den Alliierten so oft auf Kosten Frankreichs erzielt worden fei. Zu was führe es, wenn man heute die langeSerieder Enttäuschungen Frankreichs aufzähle, die Konzessionen, die man von ihm zugunsten Deutsch? lands verlangt habe, die Abstriche, die man nach und nach Frankreichs Forderungen aufgezwungen habe, den Widerspruch, den man jedesmal dann erheben habe, wenn Frankreich geraten habe, Garantien und Sanktionen zu nehmen? Rach und nach scheine es Frankreich so, als ob man i'hm das Recht streitig machte, eine französische Politik zu betreiben. Eine Allianz könne aber nur dauernden Bestand haben, wenn sie auf Gleichheit und gegenfettigem Respekt der nationalen Souveränität beruhe. Frankreich sei eine so große moralische Macht, daß es sicher fei, wenn es eine Freundschaft abfchliehe, mindestens ebenso viel zu geben wie zu empfangen. Wenn wir von Pfändern und Garantien sprechen, so beeilt man sich das ist wahr in Deutschland stets und bisweilen auch anders- wo, uns Hintergedanken zuzuschieben. Dieser Tage noch 'haben uns zahlreiche deutsche Blätter angeklagt, daß wir ihr Land zurSklaverei bringen und es sogar vernichten wollten. Wir haben noch nie so finstere und absurde Pläne gehabt und haben sie auch jetzt nicht. Selbst wenn wir im Gegensatz zu unseren Wünschen dazu ge- ührt werden sollten, isoliert Pfänder au nehmen, ohne die Mithilfe unserer Verbündeten, würden wir nicht versuchen, sie uns endgülttg anzueignen. Wir würden nur die Garantien fest- halten bis zu dem Augenblick, wo Deutschland einen Verpflichtungen nachkommt. Wir wissen auch recht gut, daß selbst die besten unserer Pfänder uns nicht sehr schnell für die Forderungen entschädigen würden, als an dem Tage, an dem Deutschland in loyaler Weise seine Verpflichtungen anerkennt und gutwillig erfüllt. Wir werden uns daher nicht weigern, mit Deutschland in “ " ' g der besten Mittel ein- öie rasche und regelmäßige Aus- z u t r e t e n, um die rasche und regelmäßige Ausführung des Friedensvertrages sicherzustellen. Was darüber auch einige neuerliche Publizisten sagen mögen, wir sind toeber Leute wie Rerv noch Leute wie Bismarck. Wir sind brave Menschen die man in ihrer Arbeit gestört hat, die man brutal angegriffen hat und deren Heimat man verwüstet hat. Wir wünschen, den Frieden wieder aufzunehmen. Wir sind sogar durchaus geneigt, die anderen Rationen bei ihren Anstrengungen zu unterstützen, die auf seine Wiederaufrichtung hinzielen. So leidenschaftlich unsere nationale Polittk auch sein möge, sie ist weder engherzig noch wild. Sie wäre wirllich Wahn sinnig, wenn sie es nicht wäre. Sie würde sich mit einer weitherzigen europäischen Polittk versöhnen. Wir verlangen nur, daß die Alliierten 'Unsere Alliierten, und Freunde unserer Freunde bleiben. Wir verlangen nur, mit unseren Feinden von gestern friedliche und bourgeoisievolle Beziehungen wieder aufzunehmen, aber wir wollen, daß die und zugefügten Schäden repariert werden, und daS wird geschehen. Wie könnte man auch die Behauptung auf- I rechterhalten, daß der Sturz der Mark notwendig ■ durch das Defizit der Handelsbilanz und durch ■ das Zahlungsstatut veranlaßt worden sei? Wenn man den materiellen Wert der Mark wahrend der Sabre 1919, 1920 und 1921 in Franks umrechnet, so bemerkt man, daß in dieser Zeit das Defizit der Handelsbilanz Frankreichs um 28 Milliarden 185 Millionen Franks höher war als das deutsche, als nach seiner eigenen Statistik berechnet. Ich brauche nicht zu sagen, bap man Grund dazu hat, bezüglich der Genauigkeit der Ziffern, die Deutschland veröffentlicht, alle Vorbehalte zu machen. Auf der anderen Sette hat Deutschland seit Kriegsende nur eine auswärtige Schuld von "ganz unbedeutendem Umfange gehabt, und die einzigen etwas bedeutsamen Zahlungen, die gegen das Ausland seit dem ^vaffensttllstand zu leisten hatte, betrafen die Reparationen. 2m Dezember letzten Jahres, d. h. im Augenblick, wo Deutschland sich gegen das Zahlungsstatut auf lehnte, betrugen die a if Reparativ nstitel gemachten Lieferungen, sei es, daß sie in Devisen, fei es, daß sie in Gold, fei es, daß sie auf andere Art gemacht wurden, ungefähr vier Milliarden Goldmark, darunter drei Milliarden in Ratura und eine Milliarde in Dar. eine Summe, die ungefähr dem Wert von 12 Milliarden Papierfranks entspricht. Run hat aber der französische Staat feit Kriegsende eine auswärtige Schuld gehabt, die. zum Tageskurs berechnet. 48 Milliarden hoch war. Von 1919 bis 1921 haben wir an das Ausland eine glatte Summe von 6i/2 Millarden Papiermark zurückgezahlt, so daß also Frankreich, dessen reichste Provinzen durch den Krieg verwüstet worden sind, Frankreich, dessen Bevölkerung kaum drei Fünftel der deutschen groß ist, an das Ausland von 1919 bis 1921, also infolge des Defizits seiner Handelsbilanz wie infolge der Rückzahlungen an das Ausland ungefähr 54V2 Milliarden Papiermark bezahlt hat, während Deutschland nur 32 Milliarden bezahlte. Der einfache Vergleich dieser Zahlen beweist, daß das Sinken der Mark sicherlich nicht durch die von Deutschland angeführten Gründe verursacht worden ist. Es ist verursacht worden, das ist klar, durch die endlose Ausgabe von Reichsbanknoten, durch den Kapitalexport. Der Rotenumlauf Deutschlands ist von 14 Milliarden im Jahre 1919 auf 22 Milliarden un Jahre 1920/21, auf 81 Milliarden im Jahre 1921/22 und ungefähr 10 Milliarden monatlich im Laufe des Jahres gewachsen, und während einerseits Frankreich eine strenge Gesetzgebung durchführte, um den K a p i- talexport zu verhindern, hat Deutschland sofort nach dem Waffenstillstand alle einschränkenden Gesetze unterdrückt. Was ist das Ergebnis davon? Das Ergebnis davon ist, daß die begütertsten Deutschen, die große Bourgeoisie, Handelsleute und Industriellen, um ,den staatlichen Steuern zu entgshen, und, um sich gegen den Sturz der Mark zu sichern und Reparationszahlungen zu vermeiden, alle ihre Fonds, Titel und Werte, über die sie verfügen konnten, in das Ausland gebracht haben. So frnb aus Deutschland alle seine beweglichen Kapitalien herausgeschafft worden, am Abend vor dem Tage, an dem es mit der Ausführung des Versailler Vertrages beginnen mußte. Deutschlands Fehler also ist es, wenn es den ver- hängniLvollenSturz sei ecDeoise hat ror ih ge en sehen. 2n logischer und wirklicher Folge dieser Dinge hätte also die Reparationskommission bereits mehrere 2Nale Gelegenheit gehabt, zu Deutschland zu sagen: Du hast gegen deine elementaren Verpflichtungen verstoßen, und wir werden den alliierten Regierungen Vorschlägen, gegen dich gemeinsame und respektive Sanktionen zu ergreifen, die sie für nötig halten. Aber die von gewissen alliierten Regierungen gegebenen Inst ruktionen waren immer unmäßig gelinde, und obschon die Verfehlungen Deutschlands offensichtlich und wiederholt waren, ist man seit dem April 1921 niemals zu einer regelrechten Feststellung dieser Verfehlungen geschritten. Der Buchstabe des Friedensvertrages ist vielleicht respektiert worden, seinen Geist hat man ständig verkannt. So weit waren wir, als Deutschland sein neues Moratoriums verlangen formuliert hat. Ohne uns zu befragen, hat die britische Regierung öffentlich erklärt, daß es den Anschein 'habe, man müsse ihm das Moratorium bewilligen. Zu gleicher Zett hat eine übrigens sehr höflich gehaltene Rote der britischen Regierung daran erinnert, daß Frankreich der Schuldner Englands sei und das Schicksal dieser Schuld zum großen 2eil von den Entschlüssen abhänge, die Amerika als Gläubiger Englands seinem Schuldner gegenüber anneb'me. Wir waren sehr erstaunt, daß eine derartige Reklamation uns gerade in dem Augenblick übermittelt wurde, in dem Deutschland ankündigte, daß es nicht bezahlen werde und in dem England das deutsche Verlangen un- ,terstühte. Das Zusammentreffen mar zum wenigsten bedauernswert. Am 1. Mai 1921 war durch die Reparationskommission entschieden worden, daß die Schuld Deutschlands gegenüber den Alliierten auf 132 Milliarden Goldmark festgesetzt sei, eine übrigens etwas theoretische Summe, da die Zahlungsfristen ungewiß blieben. .... Aber fassen wir diese Ziffer etwas ins Auge, stellen wir ihr den Betrag der interalliierten Schulden in Goldmark gerechnet gegenüber. Frankreich schuldet Großbritannien 11,863 Milliarden, es schuldet Amerika 13,791 Milliarden Goldmark. England schuldet Frankreich 1,92 Milliarden Goldmaick und Amerika 18,800 Mill. Paris, 21. Ang. (WTD.l Aus Anlaß der Eröffnungstagung des Generalrates des Maas- Departements hielt Ministerpräsident Poincare eine politische Rede über die Reparationsfrage, in der er daran erinnerte, daß sie für die Bewohner des Bezirkes, in dem man tage, von grundlegender Bedeutung sei. Die Lösung der Reparationsfrage werde nicht nur durch den schlechten Willen Deutschlands behindert, fonbern sie stoße auch auf überraschende Schwierigkeiten. Während des Krieges sei es für die Schaffung der Einzelkommandos nicht immer leicht gewesen, die Einheit der Alliierten aufrechtzuerhalten. Aber in der Erinnerung an die gemeinsame Gefahr hätten sich die Schwierigkeiten rasch verflüchtigt. Seit dem Waffenstillstände hätte jedes der Völker, die Seite an Seite gekämpft haben, nach und nach nicht nur die Erinnerung der Waffenbrüderschaft, sondern den wahren Begriff politischer Solidarität verloren. Es gebe aber in der gesamten Welt zwei kollektive Leidenschaften. Er wolle sprechen von dem Willen zur Macht, den man teilweise Rationalismus und teilweise Imperialismus nenne, und von den vagen Hoffnungen auf revolutionäre Wunder, die man unter den Hamen Kommunismus und Bolschewismus kenne. Frankreich sei nach seiner sozialen Gliederung gewiß eines der Länder in der Welt, die am wenigsten diesen unüberlegten Leidenschaften ausgesetzt seien. Vergeblich aber suchten Rationen, von denen einige mehr als Frankreich vom Imperialismus bearbeitet würden, es Gott weih welcher Deherrschungsgelüste an= zuklagen. Frankreich wünsche keine Vergrößerung des Gebietes; es verlange keinerlei Hegemonie, es wolle weder irgendein Volk vernichten noch demütigen. Es verlange nichts anderes als die Ausführung der Verträge und Entschädigungszahlungen. Aber seine Forderungen, von denen sein Heil äbhänge, würden nicht immer von seinen besten Freunden begriffen. Sie setzten ihrerseits ihre Sorge und ihre Interessen voran. Teilweise "hielten sie fidj, weniger stark als Frankreich gegen die Ansteckungen des Bvlschcwismues gesichert und bildeten sich ein, das Hebet durch unfruchtbare Verhandlungen fernhalten zu können. Teilweise sähen sie auch, daß ihre Industrien durch Arbeitslosigkeit paralysiert seien, und sie seien von dem Wunsche besessen, koste es, was es wolle, die ausländischen Märkte wieder zu gewinnen. Sie gingen Zusammenarbeit ist. . Die Rote der englischen Regierung hatte es unmöglich gemacht, die,es wichtige Pr°A-m m London sofort anzuschnerden, und dre kraftlose Mäßigkeit, die Deutschland bisher gegenüber tem von der Reparationskomnnsston geflellten Reform- und Kontrollverlangen gezeigt hat wurde weiterhin es n i ch t rn ö g l i ch machen sofort die Möglichkeit einer von Deutschland für ferne Reparationszahlungen aufaune&menpen -21 n- leihe ins Auge zu fassen Es blieb also so schien es, für den Augenblick nur übrig, iedes neue Moratorium abzulehnen oder es nur gegen Positive Pfander zu gewähren, von denen ich eine Anzahl genau bezeichnet habe, darunter die SMatsbergwerke und Staatsforsten. Das ist der Grundsatz den ich auf gestellt habe und dem sich anzuschließen die englische Regierung sich nicht hat entschließen können Da dieser Grundsatz der einzige war. der Italien schuldet Frankreich 840 Millionen Goldmark und Großbritannien 9,740 Milliarden, den Vereinigten Staaten 7,420 Milliarden. Serbien schuldet Frankreich 1,314 Milliarden Gvldmark, Rumänien 878 Millionen, Griechenland 417 Mill. Rußland schuldet uns 5,643 Milliarden und verschiedene andere Länder 1,309 Milliarden. Gibt es den geringsten Vergleich zwischen dem, was Deutschland an die Alliierten schuldet und den Schulden der Alliierten untereinander? derartige Schulden miteinander zu vermengen, wäre eine ungeheure Tlngerechtigkeit. Deutschland hat das Hebel wieder gutzumachen, das es angerichtet hat, und diese notwendige Reparation muß natürlich vor jeder anderen Regelung vorangehen. Die alliierten Schuld«, sind im Interesse der gemeinsamen Sache gemacht worden, und die Käufe, denen sie dienten, haben alle zum gemeinsamen Siege beigetragen. Wenn Eng band sofort das Geld zurückhaben wollte, das wir bei ihm während des Krieges gekauft haben, und wenn es zu gleicher Zeit die Bezahlung der Reparationen verzögert, dann würde es uns zu der Rotwendigkeit drängen, daß wir uns unsererseits an die alliierten Länder. die unsere Schuldner find, wenden, und so müssen wir auf irgendeine Weise uns von Italien. Rumänien und Serbien die Summen bezahlen lassen, die von uns verlangt würden, und hie von Deutschland zu erhalten man uns nicht gestatten würde. Ich brauche nicht zu sagen, daß wir es nicht annehmen könnten, in eine s0 seltsame Lage zu kommen. Wir denken in diesem Augenblick im alleraeringsten daran, unsere Schulden bei unseren Alliierten einzufordern. Die Forderung, die wir an Deutschland haben, ist unsere erste Forderung. Bis dahin ist es uns moralisch und materiell unmöglich, unseren Verpflichtungen unseren englischen Freunden gegenüber nachzukommen, unb so ist es zu begreifen, daß wir unsererseits nicht unsere gemeinschaftlichen Freunde drängen möchten. Es liegt übrigens klar zutage, daß diese allgemeine Frage der interal Iner- tenSchuldenwieeinSchwergewichtaus den Wechselkursen und auf der allgemeinen wirtschaftlichen Lage lastet und daß die Frage eine gemeinschaftliche Regelung verlangt. Es ist wünschenswert, daß die Frage recht bald auf einer Konferenzgeprüft wird, zu der ausnahmsl 0 s die daran interessierten Staaten xufammenberufen werden und wo es Frankreichs Sache sem wird, in aller Freiheit feine Ansichten ausernanderzu- sehen. Aber die wesentliche Bedingung dieser Regelung ist, daß man die Schuld Deutschlands das die Verantwortung tragt, nicht in einen Topf mit den Schulden der Staats zu werfen sucht, die im Kriege gememfame Sache gemacht haben und deren finanzielle Zusamnwn- arbeit die notwendige Ergänzung der militärischen Bon der öffentlichen Meinung Englands aufgezwungen. Paris, 21. Aug. (Wolff.) Der Londoner Berichterstatter des „Reuyork Herald" übermittelt seinem Blatte eine Zuschrift des englischen Schriftstellers Sir George Paish zur Reparationsfrage. Dieser ist davon überzeugt, daß die Schwenkung in der Reparationspolitik der Verbündeten viel weniger von der englischen Regierung aus freiem Entschluß gefordert als vielmehr von der englischen öffentlichen Meinung, den Arbeitern, Industriellen, Kaufleuten und Bankiers ihr auf gezwungen wird. Alle Klaffen der englischen Bevölkerung sind nach ihm heute von dem Wunsch^ beseelt, 1. daß von der englischen wie von der französischen Regierung die bestehenden Tatsachen anerkannt würden, jeder einzelne Faktor sorgfältig beobachtet und die Linie der zu befolgenden Polittk gezogen werde; 2. M baä französische Volk von den europäischen und allgemeinen Verhältnissen in der ganzen Welt, wie sie heute liegen, völlig unterrichtet werde; 3. daß die Frage der deutschen Zahlungsfähigkeit einem Dankierausschuh vorgelegt werde; 4 daß Deutschland für sämttiche Zahlungen ein Moratorium erhalte, bis der Dankierausschuh über feine Gesamtzahlungsfähigkeit sich ausgesprochen habe; 5 daß eine internationale Anleihe aufgelegt werde, die die unverzügliche Wiederherstellung der zerstörten Gebiete Frankreichchs und in den anderen Ländern ermögliche; 6 daß die deutschen Reparationszahlungen in Form von Annuitäten erfolgen, die zur Zinfenzahlung für eine internationale Anleihe Zdienen sollen; 7. daß die interalliierten Schulden gestrichen werden; 8. daß sofort für die finanzielle Reorganisation Oesterreichs gesorgt werde; 9. daß alle Meinungsverschiedenheiten über den Betrag der Reparattonen, die Zahlungsweise und andere Fragen, die zwischen Frankreich und England bestehen, vom Völkerbund geregelt toerben. Der Berichterstatter betont ausdrücklich die neuerliche Annäherung Lloyd Georges ar diese Gedankengänge. Belgiens Stellung zur Reparationsfrage. Paris, 22. Aug. (WTB.) Die Agentur Havas meldet aus Brüssel, von politische^ Kreisen versichere man, daß entgegen der Ansicht gewisser englischer Blätter die belgische Regierung ihrem Vertreter in der ReparattonSkommisfion, Delacroix, Poincare ging alsdann dazu über, von dem Gesetz der Mehrheit zu sprechen, dem Frankreich unterlegen sei bei den interalliierten Konferenzen oder den Verhandlungen der Repa- rattonskommission. Man habe von ihm verlangt, es solle sich dem Willen der größeren Zahl beugen, das heißt den an der Regelung der Reparationsftxige weniger Interessierten. Die offenkundige Ungerechtigkeit könne aber nicht die fortgesetzte Unterordnung Frankreichs unter den Willen anderer bedeuten. Aber unglücklicherweise hätten die Ereignisse Frankreich nach und nach beinahe zu diesem unerträglichen Resultat geführt. „Die britische Regierung, die sicherlich nur von Freundschaftsgefühlen uns gegenüber beseelt ist, hat sich indessen nicht ganz schnell den Ernst unserer Finanzlage flar gemacht und auch nicht das kapitale Interesse, das wir haben, von Deutschland rasch entschädigt zu werden. Es hätte den Anschein, als vergesse man die horrenden Vorschüsse, die wir für unsere Gegner machen mußten, und sie lieh sich diesem Schuldner gegenüber zu dilatorischen Mahnahmen und zur Schonung verführen. Jedesmal, wenn wir, um endlich bezahlt zu werden, den Vorschlag gemacht hatten, gemeinsam zum un- mngänglichen Zwange 511 schreiten, hat sie uns Nr. 196 Erscheint täglich, anher Sonn- und Feiertags, mit berSamstagsbeilage: GiehenerFamilienblätter MonatlicheVezngspreisc: Mb. 29.- und Mk. Z.- Trägerlohn,durch diePost Mk. 32.—.auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech. Anschlüsse: fürdieSchrist» leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Eichen. postschcükonto: gronffnrt a. M. 11688. Dienstag, 22. August 1922 Erstes Blatt 172. Jahrgang GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheßen Druck und Verlag: vrSHI'jche Univ.Guch- und Steindruckerei K. Lange. Schriftleitung, Seschäftrjte!!- und Druckerei: Schlllstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v. 34 mm Breite örtlich 150 Pf., auswärts 180 Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 500 Pf. Bei Platzvorschrift 20 °/0 Aufschlag Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Polittk: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Giehen. em •er Aus dem Reiche Hardenburg in München. München, 21. Slug. (Wvlff.) v. Hindenburg ist gestern abend hier etngetrof- 'en und hat beim Regierungspräsidenten von Kahn Wohnung genommen. Im Laufe des Vormittags nimmt der Generalfeldmarschall die Huldigung der Münchener Studentenschaft Wettervoraussage für Mittwoch: - Ricderschläge, später crufklärend. wechselnder Wind. Im Laufe des gestrigen Tages entwickelte sich über Frankreich eine Depression, die heute als Ausläufer der großen isländischen erscheint. Die Zugrichtung dieses Ausläufers ist nördlich. Wir 'haben morgen Rückseitenwetter zu erwarten. entgegen. Sodann wird er nach einigen Besuchen. u. a. auch beim Prinzen Leopold, eine Parade Über die Reichswehr abnehmen, wobei er vom General v. M o e h l begrüßt werden wird. Hindenburg fahrt sodann zur Begrüßung durch die vaterländischen Vereine in den Hofgarten und wird nach der Feier zu seinem Absteigequartier zurückkehren. Am Abend wohnt Hindenburg der Feier des Hoch- schulringes deutscher Art im Künstlertheater bei. Die Umstellung der staatlichen Bergwerke. Der Gesetzentwurf für die A m st e l l u n g der staatlichen Bergwerke, Hütten und Salinen ist, laut „Vossischer Ztg.", im preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe als.Reserenteneniwurf ferttggeslellt und hat bereits die Zustimmung der Berghauptleute sowie Der Präsidenten der Direktionen und fast aller Direktoren der staatlichen Werke gefunden. Er bezweckt die Umstellung der staatlichen Betriebe des Bergbaues auf b e s- serewirtschaftlicheErtragsfähig- k,e i t. Im Oktober soll der Entwurf, nachdem er den Beamten-, Angestellten- und 2lrbei- terorganisationen und den Betriebsräten ;ur Begutachtung vorgelegt worden ist, dem Landtag zugehen. Die bayerische Regierung und die „Rote Fahne". Märchen beschreiben, und wer beim Monden - licht hindurchwandert, sieht Dusch und Daum- giganten zu Riesen und Elfen werden. Schon am Tage trabt die Phantasie mit losen Zügeln. Plötzlich hemmt eine ungeheure altersgraue Mauer des Wanderers Schritte. Sin gewaltiges Viereck, dessen älmgehen über eine Stunde erfordert, schließt sie ein. Das ist der Tiergarten. Im Iahre 1590, so kündet eine Jahreszahl am festverschlossenen Roten Tor, entstand sie. Landgraf Wilhelm der Vierte von Hessen ließ die Schönburg auf dem Schöneberg bei Hofgeismar abbrechen, und deren Steine dienten dem Dau dieser Mauer. Aus Schweden und aus den Alpen kamen Tiere hierher, Damhirsche, Slentiere und die flüchtigen Gemsen. 3a, mit Rermtieren soll sogar eine waschechte Lappländerin hinter der Mauer in diesem Märchenwald angesiedelt worden fein!! Heute weiden auf den saftigen Alpen, unter riesigen Daumen, die Stuten und Fohlen des nahen Gestüts Leberbeck als Gesellschafter von dänischen Wildschweinen. Millionen Himbeeren glühen im Buschwerk der Mauer, älnd plötzlich springen aus dem Walde heraus die Türme der Sababurg! Auf der Krukenburg an der Diemel wohnte ureinstens eine Riesenfrau. Don ihren drei Töch- und Land. G i e ß e n, den 22. Aug. 1922. Der Gießener Hausfraueu-Bercin. Frau Stadtderordnete Rau mann hat kürzlich in der Stadtverordnetenversammlung einen Bericht über die Tätigkeit des Gießener Hausfrauenvereins in den Kriegs - jähren erstattet. Aus ihren interessanten Ausführungen sind die nachstehenden Angaben entnommen: Der Gießener Hausfrauenverein wurde im September 1915 gegründet. Schon nach ganz kurzer Zeit konnte der Beweis geliefert toerfcen, wie nützlich, ja notwendig der Verein war. Durch ein Mißverständnis waren 1915 mehrere Waggons Zwiebeln vorbeigeleitet worden und es herrschte infolgedessen großer Zwiebel- mangel in der Stadt. Durch persönliche Aktschlüsse mit auswärtigen Händlern gelang es der Vorsitzenden, hunderte von Zentnern Zwiebeln dem Verbrauch in unserer Stadt zuzuführen. Als im Herbst des gleichen Jahres zu wenig Weißkraut in die Stadt gekommen war. formte der Verein 2 Waggons Kraut zu billigem Preise verschaffen. Im Dezember 1915 haben die Mitglieder des Vereins 30 000 Pfund Mehl in Mengen von 1—3 Pfund für die Stadt ausgewogen. Als 1916 die Obsthändler infolge der von der Regierung festgesetzten Höchstpreise kein Obst in die Stadt bringen kannten, ist die Vorsitzende zweimal nach Rheinhessen gefahren und hat Obst für die Mitglieder eingekaust. Kirschen, Beeren, Dirnen, Pfirsiche und Aepfel. 1917 setzte der allgemeine Ledermangel und damit die Erhöhung der Schuhpreise in solchem Maße ein, daß die Stadtverwaltung dem Gedanken nähe trat, nach dem Vorbill) anderer Städte eine eigene Schuhwerkstätte (Schubslick- färbe) einzurichten. Die hohen AnschaffungskostLn für die Maschinen und der Mangel an Fachkräften (die Schuhmachergesellen standen im Feld) machten den Plan für die Stadt unmöglich Sie trat deshalb an den Hausfrauenverein heran, eineS ch u h- f l i ck st u b e einzurichten. Die Vorsitzende sagte zu, und nahm mit einem Mitglied des Vorstandes an einem Schuhkurs in Frankfurt a. Main teil. Andere Mitglieder wurden angelernt, und nach Beschaffung allen Materials (auch eine Schuster - maschine wurde vom Verein angeschafft), wurde in einem Saal der Ober-Realschule eine Schuh- werkstätte eröffnet. An drei Abenden der Wrchc wurde geschustert, geflickt und außerdem noch die Anfertigung von Stoffschuhen gelehrt. Rur wer Leschen hat, wie kinderreiche Mütter mit hochbepackten Henkelkörben voll zerrissener Kinderstiefel ankamen und nach 2 Stunden die geflickten Sachen mit vergnügten Gesichtem hrim- trügen, der weiß, welchen Segen der Hausfrauen- vercin mit der Schuhflickstube gestiftet hat. Welche Anforderungen aber an die Rerven ber „Schuhflicklehrerinnen" gestellt wurden, jedesmal zwei Stunden lang das Geklopf auf 10—12 Eisenamboßen auszu halten, auch das kann nur der Beurteilen, der selbst einmal dort „geflickt" hat. Die „Lehrkräfte" im Anfertigen von Stoffschuhen mit weicher Sohle und, was sehr wertvoll war, mit festen Sohlen für den Straßengebrauch, hat vielen Frauen, besonder-s Witwen, eine Erwerbsmöglichkeit geschaffen. Andere Städte, wie Marburg, Wetzlar, Braunfels und andere haben Mitglieder ihrer Vereine durch Mitglieder des hiesigen unterrichten lassen. Für wie wichtig das Anfertigen der Stoffschuhe angesehen wurde, geht daraus hervor, daß Kreis- schulinspektor Dr. Alles dem Hausfrauenverein 76 Frauen, meist Lehrerinnen der Stadt und des Kreises Gießen, als Schülerinnen zugeführt hat. Auch Strumpfflickkurse wurden eingerichtet. Eine weitere, sehr wertvolle Arbeit hat der Verein mit der Kleideränder stube geschaffen. Vorhandene Stoffe usw. können dort zu „neuen" Kleidungsstücken von den Mitgliedern unter fachmännisch ausgebildeter Leitung verarbeitet werden. In all den Jahren feit seiner Gründung hat der Verein außer vorstehend angeführten Arbeiten noch viele Vorführungen, Vorträge und Ausstellungen veranstaltet, alle haben viel Anregung gegeben. So die Lehrkurse zur Anfertigung der Kochkisten und Kochbeutel: das Färben und Baticken von Stoffen und Strümpfen. Sehr lehrreich waren die Ausstellungen von Speisen mit Gelatinezubereitung: die schöne Pilzausstellung nach vorangegangenen Pilzwanderun- gen. Sehr nützlich war auch die Ausstellung von „Spielzeug, das man selbst gemacht". Schmackhafte, aber billige Koch- und Back- rezepte wurden ausgearbeitet, Kochvorführungen veranstaltet; die billigen kleinen Sparherde und eine praktische Fettsparpfanne in Tätigkeit gezeigt. Auch bei städtischen sozialen Veranstaltungen, wie Kinderhilfe usw., hat sich der Hausfrauenverein stets gerne zur Verfügung gestellt. 23-jähriges Bestehen des Verbandes reifender Kaufleute Deutschlands in Gießen. Am vergangenen Sonnabend beging im Hotel Schütz die hiesige Sektion des Verbandes reisender Kaufleute Deutschlands die 25. Wiederkehr ihres Gründungstages. Rach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Todt sprach in Vertretung des Herrn Oberbürgermeisters Beigeordneter Kommerzienrat Klingspor die Glückwünsche der Stadt Gießen aus. Kaufmann Ro ll II. versprach auch weiterhin der Hess. Handelskammer in Gießen die Unterstützung. Alsdann hielt der Mitgründer Herr Ed. Krumm deu Festvortrag über „Die Bedeutung des reisenden Kaufmanns im Wirtschaftsleben der Zukunft". Von der großen besonders im Ausland bis 1913 geleisteten Arbeit des deutschen Reisenden ausgehend, zeichnete der Redner ein Bild der jetzigen ungesunden Geschäfts' läge. Zum Schluß feiner Ausführungen ging der Redner auf die soziale Tätigkeit des Verbandes ein. Mit den Glückwünschen des Verbandes an die Sektion waren Diplome und Auszeichnungen für die Gründer Greb, Krumm, Leithäuser, Rinn (Köln), Schal und Wörner eingegangen. Dem Vorstände wurde für seine Tätigkeit herzlicher Dank gezollt. Gute Musikstücke, Liedervorträge und humoristische Darbietungen unterhielten die Festteilnehmer noch einige Stunden in angenehmster Weise. Der Erfolg des Werbeabends kam in zahlreichen Reuanmüdungen zum Ausdruck. — Am Sonntag trafen sich die Mitglieder mit ihren Fa- milien auf-dem Schühenhaus zu einem geselligen Zusammensein. Montags führte ein Ausflug die Festgäste in die schöne Umgebung Gießens. England und der französische U-Boot Bau. London, 21. Aug. (Wolff.) Bezugnehmend auf die entrüstete Frage des „Temps", ob nach britischer Ansicht die französischen 0-Boote gegen Großbritannien gebaut wurden, schreibt „Daily C h r o n i c l e“ in einem Leitartikel: „Wir haben keinerlei derartige Mutmaßungen, aber es ist an F r a n k r e i ch und nicht an uns zu sagen, gegen wen diese 0°Boote gebaut werden. Die 0-Boote sind jedoch nur ein einziges Beispiel zu dem wir noch die Flugzeuge, das Befatzungsheer und eine Politik hinzurechnen können, die auf die andauernde Dotwen- digkeit der Rüstungen begründet ist." Tas Blatt schließt: „Wir wollen eine Politik des europäischen Friedens und des Wiederaufbaues und für eine solche Politik würden wir auch bereit fein zu zahlen. Aber weshalb faßten wir, bevor Frankreich bereit ist, etwas zu tun, um uns in dieser Richtung zu unterstützen, eine Schuld erlassen, die auch Frankreich bezahlen könnte, wenn seine Politik weniger kostspielig wäre? Englische Kriegsschiffe in der Ostsee. B e r l i n, 21. Aug. Das erste Geschwader der leichten englischen Kreuzer wird, wie die Blätter melden, heute nach der Ostsee abfahren, wo es die Hafen Riga, Memel, Danzig, Reval, Helsing- fors, Stockholm und Kopenhagen besuchen wird. Der dritte Sohn des Königs, Pring Georg, nimmt an den Besuchen teil. Bay.ru und das Reich. Rach Münchener Meldungen der Berliner Morgenblätter haben die beiden bayerischen Minister Schweyer und Gürtler dem Ministerrat Bericht erstattet. Der Ministerrat ist der Ansicht, daß die Bedenken, die bisher gegen die Berliner Abmachungen bestanden haben, nunmehr im wesentlichen behoben sind. Das endgültige Ergebnis wird erst nach Mitteilung an die Vertreter der Koalitionsparteien beiannt» gegeben werden. Die Berliner Reise des österreichische» Bundeskanzlers. Wie die „Dossische Zeitung" berichtet, trifft der deutsche Gesandte in Wien. Dr. Pfeiffer, heute in Berlin ein, um an den Besprechungen des Reichskanzlers mit dem österreichischen Bundeskanzler Dr. Seipel teilzunehmen. Der Bundeskanzler selbst trifft, von Prag kommend, heute nachmittag in Berlin ein und wird am Dahnhof von Reichskanzler Dr. Wirth und dem österreichischen Gesandten in Berlin, Dr. Riedel, empfangen werden. Der Handel mit Australien. Berlin, 15. Aug. Das Verbotder Ein- fuhrdeutscherWarennachAustralren ist zwar mit b-m 1. August d. 3 aufgehoben worden, andererseits aber verlautet, daß die für ausnahmsweise Zulassung deutscher Waren bisher inGe.tung gewesenenCinfuhrbestimmungen, dre insbesondere die Beibringung eines Einfuhr- erlaubnisschernes in jedem einzelnen Falle vor- i sehen, nicht außer Kraft gesetzt seien. Bestätigt sich dies, d. h. werden deutsche Waren auch in Zukunft in jedem einzelnen Falle nur mit besonderer behördlicher Einfuhrerlaubnis zugelltssen, so bedeutet das praktisch das Fortbestehen des früheren Einfuhrverbots. Die Aufhebung des Einfuhrverbots wäre unter diesen Umständen als rein formell anzusprechen. Die deutschen Exporteure werden daher gut tun, bei der Ausfuhr nach Austvaliene ine gewisse Vorsicht zu beobachten, was übrigens auch schon deshalb angezeigt erscheint, weil es gegebenenfalls für sie schwierig werden könnte, ihre Rechte an Ort und Stelle zu wahren, da die australische Regierung die Zulassung deutscher Konsuln nach wie vor ablehnt. Das im vergangenen Dezember erlassene australische Anti-Dumping-Geseh enthält bekanntlich scharfe Bestimmungen, die unter Ilm» ständen die Einfuhr deutscher Waren in Australien so gut wie unmöglich machen können. Es wird abzuwarten sein, wie sich die Handhabung des Gesetzes in der Praxis gestalten wird. Das Gesetz sieht, entsprechend dem damaligen Stande der Reichsmark, für die deutschen Waren Dumpingzölle bis zu 75 Prozent des Wertes vor. Infolge der seither eingetretenen beträchtlichen weiteren Entwertung der deutschen Währung ist jedoch von den australischen Fabrikanten neuerdings energisch eine dem Sinken der "deutschen Valuta entsprechende Erhöhung des im Gesetze vorgesehenen Höchstzollsatzes gefordert worden. Rachrichten darüber, auf welche Warengattungen Dumpingzölle zur Erhebung kommen füllen, liegen noch nicht vor. Trümmern aber blüht der gelbe Ginster. Erker und Rischen lassen die ehemalige Schönheit der Architektur erkennen. Ein seltsamer Zauber waltet in den leeren Mauern. Run sind ihre Zugänge abgesperrrt. Auf eigene Gefahr bin ich eingedrungen. Mir war's. als schreite die Riesendomre durch den Raum, als Ränge das Waldhorn. . Uralte Wälle ziehen sich den Berg entlang, hinab zum Walde mit verwilderten Seen. Das Heidekraut blüht am Wege, der Wald ist undurchdringlich und noch eine Zeit grüßen die beiden behelmten Türme der ehernallgen Sababurg Wie für Arme, Alte, Waisen und Sieche soll jetzt für diese Burg gesammelt werden, bomb wenigstens ein Dach gebaut wird, das den weiteren Verfall hemmt, und dann eine Lotterie, aus deren Erlös eine Restaurierung dieses romantischsten aller deutschen Iagdschlösser ermöglicht werden soll, damit es eine Wanderer- Herberge wird und sollte es nicht gelingen . . . dann geht wieder ein Stück alter deutscher Herrlichkeit dahin, wie vieles anberel RudolfHeYnemann. Aus Hessen- rm. Dem Landtag ist eine Regierungsvorlage zugegangen, die einen Staatszuschuh für d i e Erhöhung der Bezüge der Schwestern (Kreisversorgerinnen) der Zentrale für Mutter- und Säuglingsfursorge vorsieht, der sich gegen den im Hauptvoranschlag vorgesehenen Betrag um 640 000 Mk. erhöht. Der durch die fortgeschrittene Teuerung hervorgerusene Mehrbedarf beträgt zwar 1 280 000Mk., wird aber in dem übrigen Teil durch die Kreise und Städte zu tragen fein. Eine weitere Regierungsvorlage betrifft den Entwurf einer Gebührenordnung für d i e hessifchen Rotare. Auch die Regierungsvorlage über die Aen- öerung des Landwirtfchaftskammergefehes liegt nunmehr im Druck vor. Die Abg. Glaser, Brauer und Gen. haben einen Antrag eingereicht, durch den sie die Regierung ersuchen, die Summe von 121 500 000 Mark, die für den Ausgleichsstock bestimmt ist, zu Dreiviertel an die Städte und Gemeinden im Verhältnis des jeweiligen Steueraufkommens zu verteilen. Das -restliche ein Viertel dieser Summe soll der Regierung zur Verteilung an bedürftige Städte und Gemeinden zur Verfügung gestellt werden. Das Gesamtministerium hat an sämtliche unterstellten Behörden, Beamten, Bediensteten eine Verfügung erlassen, wonach die Kassen angewiesen sind, die im Laufe des Monats fällig werdenden Bezüge der Beamten, Lehrer, Bediensteten, Ruhegehaltsempfänger usw. unverzüglich zur Auszahlung zu bringen, vorbehaltlich der Rachzah- lungen, die sich aus einer weiteren Erhöhung der Bezüge ergeben. Die Burg des RiesensrcmleLns. Zum Zerfall der Sababurg. Aus Kurhessen wird uns geschrieben: Vom Hessenlande geht abermals, diesmal dringend, der Rotruf rns Land: Die Sababurg tft_ in Gefahr! Schon hat sie gesperrt werden müssen, weil Mauerwerk abbröckelt, und wenn nicht bald Hilfe kommt, geht die Perle des Reinhards-Waldes zwischen Weser und Diemel und Fulda, ein romantisches Jagdschloß, restlos zugrunde! Wer kennt im weiten Vaterlande den Reinhards-Wald, die jungfräulichste aller Waldungen mit stolzen Eichen, lichten Buchen und buntlen Fichten- und Tannen gründen, in denen es ewiger Abend ist? Da brüllt der Hirsch, balzt der Auerhahn, haust der Schwarzspecht und Im Schutzgebiet des ttrwaldes, in dem ferne Försterhand waltet, wuchert mannshoher Adler- Farn. durch das scheues Rotwild und schwärzliche Sauen ihre Hauptverkehrsstraßen traten. Tausendjährige Eichen, ausgehöhlt und dennoch grünend, vom Blitz erschlagene und ausgebrannte, modernd im Erlenbruch, umsummt von seltsamen j Insekten. . . . l Das ist ein verwunschener Wald, wie ihn die keine Anweisung gegeben hat, sich beim Zusammentritt der Reparationskommission der Stimme z u enthalten. Ebenso- reuig hat sie, wie von verschiedenen Seiten behauptet wird, irgendeine Abmachung mit 0er französischen Regierung getroffen. Die t-elgische Regierung hält sich an den Ver- fatHer Vertrag und faßt keinerlei Aktion ins Auge, die mit dem Vertrag ich t im Einklang stehen würde. Man ist der Ansicht, daß Frankreich seinerseits berechttgt is.<, gewisse Garantien von einer so schwachen Regierung wie der deutschen zu fordern. Sieber die Natur dieser Garantien ließe sich diskutieren, aber man dürfe sie nicht im Prinzip ablehnen. Im Geiste würde Belgien nach wie vor einem umfassenden Abkommen zu sagen, das das weitläufige Problem der Reparationen, das Problem der Regelung der internationalen Schulden und das Problem der internationalen Anleihe zur Wiederaufrichtung Europas einschlösse. Die Berliner Besprechungen über die Moratoriumsfrage. Berlin, 22. Aug. (Wolff.) Die „Reue Berliner Zeitung" Hört aus französischen Kreisen. Mauclere Habe im Einverständnis mit Dradbury sehr scharfe Bedingungen rcrgelegt. Mauclöre sei allerdings von seiner Re- •Vtirung ermächtigt, über den Ersatz einzelner Bedingungen zu verhandeln, jedoch nur, trenn es sich um einen Ersah gleicher Art und gleichen Inhalts i. anblc. Mauclöves persönliche Stellung fri übrigens keine etnex milden Tonart günstige. Die englische Regierung habe Dradbury mehr oder weniger formell angewiesen, sich der Stellungnahme Maucleres so weit tote möglich anzupassen. Rach den Berliner Morgenblättern fand gestern nachmlltag im Reichssinanzministrrium die erste Besprechung Bradburys und Mau- c l e r e s mit dem Reichsfinanzminister Dr. H e r- mes und dem Staatssekretär Bergmann über die Frage des Moratoriums statt. Die Verhandlungen dauerten etwa eine Stunde. Die beiden Vertreter der ReparatiLnskommission entwickelten de i b:Ta mte.i französischen, sund englischen Standpunkt. Die Diskussion führte noch zu keinen Beschlüssen, sondern diente in derHaupt- sache der gegenseitigen Information. Die eigentlichen sachlichen Verhandlungen sollen •rii heute beginnen. Die politische Leitung der Verhandlungen liegt in den Händen fceä 21 e i & anzlers, der sich die letzten Entscheidungen Vorbehalten wird. Grff Brot, dann Reparationen. Berlin, 21. Aug. Zu der von einem Berliner 'Piorgenblatt übernommenen Meldung des „Svenska '»agbfab“, Deutschland fei infolge des katastrovha- ■m Marksturzes genötigt, die früher getätigten eisen taufe in Rord- und Südamerika zu annulieren, da die hierfür vorgesehene Valuta für Zahlungen an die Entente gebraucht werde, rfahrt die „Deutsche Allgemeine Zeitung" von zu- ‘ rußiger Stelle, daß die Weizenkäufe des Deutschen Reiches sämtlich bisher bezahlt und daß auch für die am 15. Dezember fälligen Beträge Deckung vorhanden ist. Die Olegierung steht der Entente gegenüber nach wie vor auf dem Standpunkt, daß die für lebensnotwendige Getreideeinkäufe nötigen Mittel durch die Reparationszahlungen nicht beeinträchtigt werden dürfen. Tardieu zur * -eutfch-frauzösischeu Verständigung auf wirtschaftlichem Gebiete. Paris, 21. Aug. (WTD.) Andree Tardieu schreibt tm „Echo Rational" zur Frage der deutsch.französischen Verständigung auf wirtschaftlichem Gebiete, die Doktrin der direkten Verständigung mit Deutschland dränge sich gerade in dem Augenblick hervor, in dem die Haltung Lloyd Georges vorbereitet durch 30 Monate französischen Verzichts, einen großen Teil der öffentlichen Meinung in Frankreich gegen England eingenommen habe. Die Wahrheit solle nicht verhehlt werden. Die Äußerungen, die man vernähme, wo man sich auch befinde, seien voller Verstimmung gegen die Engländer. Die Stunde sei also günstig, um vorzuschlagen, was Fürst Bülow ehemals einen neuen Kurs genannt habe. Aus diesem Grunde mühten die Patrioten, die ' gutes Gedächtnis hätten, seinen Warnungsruf ' erheben. Roch sei es Zeit: später sei es vielleicht zu spät. Die Politik der Verständigung mit Deutschland, die alte Politik von Caillaux- ' Iudet, werden den Franzosen so dargestelll, als ob sie allein imstande seien, sie bezahlt zu , wachen. Das sei eine Lüge. Denn tausendmal : sei bewiesen worden, daß Deutschland nicht , zahlen wolle. Die Frage fei also in erster Linie psychologischer und politischer, dann erst finanzieller Art. Frankreich könne sich bet England Achtung verschaffen, wenn es sein Freund bleibe. Frankreich könne sich von Deutschland bezahll machen, ohne sich ins Schlepptau durch irgendeine zweideutige Unterbeteiligung an ten deutschen Interessen zu be e'en. Tardieu schließt. „Den Krieg gewonnen zu haben, um in der Politik Eaillaux-Iudet zu enden — ' o nein!“ In diesem Zusammenhang ist auch darauf hinzuweisen, daß Australien auf das ihm aus § 18 Anl. II zu Teil VIII des Friedensvertrages zustehende Recht der Beschlagnahme auch der ijeutfdjen Rachkriegsvermögen bisher nicht verzichtet hat. fern Trendela, Drama und Saba wurden die Traudelburg, die Dramburg und die Sababurg erbaut. Rur die Geschichtsforschung will nichts von diesen Riefenfräulein Saba wissen. Gin Erzbischof von Mainz war es, der die Durg zum Schuhe des Wallfahrtsortes Gottsburen errichtete, wo der blutende Leichnam des Herrn gezeigt wurde. Sie stand auf einsam und hohem Berge, start bewehrt und vor langer Zeit der Zankapfel verschiedenster Herren, bis sie im Besitz der hessischen Landgrafen blieb. Ende des fünfzehnten Jahrhunderts wurde sie zu einem Jagdschloß umgebaut und nun begann ein Iagdtreiben im wildreichen Reinhardswald, wie es selten romantischer war im deutschen Lande. Kein hoher Herr kam zv.m Kasseler Hof, der nicht zur Jagd nach der Sababurg geladen wurde. Es gab glän- zende Feste. Iahraus, jahrein erllang hier das Hifthorn. Im Jahre 1806 lleh hier der Kurfürst von Hessen als er vor den Franzosen flüchtete, seinen Silberschatz vermauern, aber durch Verrat erfuhren die Franzosen davon, hollen den Schatz und. . . niemand hat wieder etwas davon gesehen! Seitdem ist die Burg tm Verfallen. Kein Dach ist mehr vorhanden. Ein paar einsame Säulen zeugen von entschwundener Pracht. In den Berlin, 21. Aug. Die bayrische Regierung laßt, laut „Lokalanzeiger", erklären, daß sie, entgegen anderslautenden Ieitungsmeldungen, niemals "" Verbot der „Roten Fahne" verlangte. Leibe! --Ei cßuni ZS? ZL- NZK aus ws» W öen Kniend einig Ms KL lartc[Ien emMu gebenden Stellen^ □erben. unb des Landckl stimmig geE- Ülo nie. schlossen mit dem rutschen unb he ll/Don bei Sr. Wilhelm feiner Arschungt minenlehre zm . bimschen Akabe in Halle a. 6, gen -Srohhan rädern. Einen < hiesige MM. in rabmarber zur 6t letzter Zeit hier f diebstahle auöfüb vor bem Postamt Fahrrab entoenb« Bei seiner Lemeh Leugnen zu, seä Köln verschoben ? noch nicht abgesch ihn noch ©eitere; handelt sich um e Former, der sich Vertrieb. ** Lichtspi in der Dereimgun reicht. Aber bah ist, betveist die A ,3n einem tu woch im Lichtspi Film-Gesellschaft fahren zur Anlvei sichtbaren Tänze AM, ja sogar bi dH S&to mit nahezuvMgrüe Weise kann das Uscher Besetzung und Operette bic einem Wen @i AoMiefier gesch deren Äeiz verlei Mngsvollen Eze NMung den Gr Weit unb ftäbtij bringen. Der ge durste an den svlc ^nchhall sinben.' w ',lel lllthtt ’ICM„ -Quleta" gi ,le Schm, Trinke Quieta MS gesagt: Vie! leichter lernen wir. seit uns Mutti nicht mehr reinen Bohnenkaffee, sondern „Quieta" gibt. Heute schreibe ich an die Schultafel, damit es jeder sieht: wenn unbeschädigt und nicht verunreinigt werden jetzt zu Ms gesagt: Vie! leichter lernen wir. seit uns Mutti nicht mehr reinen Bohnenkaffee, sondern „Quieta" gibt. Heute schreibe ich an die Schultafel, damit es jeder sieht: WWÄ-WMlBÄM« Gut Preiswert Rein !IIHlllllllllllllllllllllll|l||||l|||||lllllllilllllllllllllllllllllllllimilllllllll!lllllllllllllllll!llllll8|6llllllllllllilllllllllllllllllllllllllllllllHIIIII M®0iog3©l-Flas©Biera dön Verkaufsstellen W 8 M dM D zurückgenommen lllllllllllllllllllllllllllllillllllllllllilllllllllllllillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllillillinillllllllllllilllllllllllllllllllllllllllilllllllllill 6roß-Veririeb für die Kreise Gießen, Wetzlar, Qillenburg, Biedenkopf und Marburg: Vereinigte WMrenmieii und Limbrta G. Gäu Fernsprecher 154 Westanlage 38 'S ■ 2. Teil: Gewalten- 2 Abteilungen. 1. Teil: ISer Efäann atas WsKPSZ 7759c Es gelangen beide Teile zur Aufführung. In der Hauptrolle: Han« Mierendorf. liinrisräH sstnsismls «EM Der hoste Rasierapparat ä.Welt 20. ausgeschriebenen Sonderi eis. Der und landete einen heute Oermtid)tes. Kampf gegen den Alkohol. LU Don der Landesuniversität. Professor Dr. Wilhelm Stepp wurde in Anerkennung seiner Forschungen auf dem Gebiete der Vita° minenlehre zum Mitglied der Kaiserlich Leopost diinschen Akademie der Wissenschaften in Halle a. S. gewählt. ** Großhandel mit gestohlenen Fahrrädern. Einen guten Fang machte gestern die hiesige Polizei, indem sie einen geriebenen Fahrradmarder zur Strecke brachte, der offenbar die in letzter Zeit hier häufig vorgekommenen Fahrraddiebstähle ausfübrte. Als er gestern wieder ein vor dem Postamte in der Schulstrahe ausgestelltes Fahrrad entwendet hatte, wurde er festgenommen. Del seiner Dernehmung gab er dann nach längerem Leugnen zu, sechs Räder gestohlen und nach Köln verschoben zu haben. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Möglicherweise gelingt es, ihn noch weiterer Diebstähle zu über fuhren. Es handelt sich um einen aus Bad°Ems stammenden Former, der sich hier stellen- und obdachlos um» hertrieb. "* Lichtspielhaus. Doch ist das Höchste in der Vereinigung von Film und Musik nicht erreicht. Aber dah das Ziel auch nicht mehr fern ist, beweist die Aufführung des Sing-Filmspieles: „3n einem kühlen Grunde", bas bis Mittwoch im Lichtspielhaus zu sehen ist. Die Sing- Film-Gesellschaft in Berlin hat ein besonderes Verfahren zur Anwendung gebracht, das die im Bilde sichtbaren Tänze und den Takt der begleitenden Musik, ja sogar die Mundbewegungen der Personen des Stückes mit der gesanglichen Begleitung in nahezu völlige Liebereinstimmung bringt. Auf diese Weise kann das Sing-Filmspiel bei guter musika- Uscher Besetzung einen hochwertigen Ersatz für Oper und Operette bieten. In das Sing-Filmspiel: „In einem kühlen Grunde" sind eine Reihe bekannter Volkslieder geschmackvoll hineinverwoben. Besonderen Reiz verleihen dem Stück vor allem die stimmungsvollen Szeneriebilder, die als Symbol der Handlung den Gegensatz zwischen ländlicher Ratür- lichkeit und städtischer Verfeinerung zum Ausdruck bringen. Der gestern geäußerte lebhafte Beifall dürfte an den folgenden Tagen nicht minder starken sozialen Der- ihilse usw., hat sich erne zur Verfügung >lle Arbeit hat der derstube geschas- o. können dort zu it den Mitgliedern 2er Leitung verar- Der Hessische Beamrendund rrud das Landeskarlell Hessen, das gegen 30000 Reichs-, Staats-, Gemeinde- und Polizeibeamte umfaßt, hielten am 19. und 20. August ihre ordentlichen Vertreter- und Hauptversammlungen in den Räumen des „Perkeo" zu Darmstadt ab. In ihrer Bedeutung erhöhte wurde die ausgezeichnet besuchte Tagung durch die Anwesenheit des 1. Vundesoorsihenden des Deutschen Beamtenbundes, Herrn Flügel aus Berlin. 3n einem eineinhalbstündigen glänzenden Vortrag behandelte er die geschichtliche Entwicklung der deutschen Beamtenbewegung, setzte sich mit den Gegnern und Feinden des D. D. B auseinander und entwickelte ein Programm des Berufsbeamtentums auf öffentlich-rechtlicher Grundlage. Am Samstag hatten ' ) schon Derbandsdirektor Beiler aus Karlsruhe über wirtschaftliche Fragen und Geh. Rat Groß aus Berlin über den Entwurf eines deutschen Beamtengesetzes Vorträge gehalten. Die Verhandlungen selbst standen unter einem guten Stern und offenbarten den Willen der hessischen Beamtenschaft, einig und geschloffen für ihre berechtigten Interessen c,u kämpfen. AuS der reichen Tagesordnung seien nur folgende Punkte erwähnt: organisatorische Aufgaben für die nächste Zukunft, grundsätzlicher Reu- äufbau der Beamtenbesoldung in sozialem Geiste, Beseiti ung der Ortsklaffen- und Ueberteuerungs- zuschüffe, wirtschaftliche Maßnahmen. Die zahlreich von den Fachverbänden und den Orts- und Kreiskartellen eingelaufenen Anträge werden den maßgebenden Stellen im Reich und in Hessen vorgelegt werden. Zum 1. Vorsitzenden des Veamtenbundes und des Landeskartells wurde Dr. P. Elah einstimmig gewählt, zum 1. Schriftführer Studienassessor Monje. Die eindrucksvolle Tagung wurde beschlossen mit dem Treuegelöbnis, weiter im Deutschen Beamtenbund kraftvoll für die Belange de- deutschen und hessischen Beamten zu tun. LcmdWirtschast. Aus der nördlichen Wetterau, tincr Gründung hüt ngeführten Arbeiten ■tröge und Aussiel, i Diel Anregung ge- c zur Anfertigung l; das Farben und ümpsen. Sehr lehr- ungen ton Spei- ; bie schöne Pilz- men PilzwünLaun- )ie Ltsstellung ton macht". Koch- unb 3ad> Äochvorfüh- igen kleinen Spar- ürpsanne in Tätig- Oberh.ssischer Kunstverein. Die Orro- Tlbbelohde-Gedächtnis-Ausstellung, die täglich, mit Ausnahme Samstags, von 11—1 Tlhr geöffnet ist, steht auch morgen, Mittwoch, nachmittag von 3—5 Tlhr offen, ** Anlagenkonzert findet am Donnerstag mittag 12 Tlhr am Liebigbenkmal statt. Mufikfolge: 1. „Wir präsentieren", I. Preismarsch a. d. Woche H. Ailbout: 2. Ouvertüre zur Oper „Rianzi", R. Wagner: 3. Hymne und Triumphmarsch aus der Oper „Aida" (mit Benutzung der Original-Aida- Trompeten). G. Hröi; 4. Fantasie aus der Oper „Carmen", G. Bizet: 5. Lagunen-Walzer aus der Operette „Eine Rächt in Venedig", Ioh. Strauß. ** Bei der Kleinbahn Gieße n—B i e - her wird vom 1. September ab eine Erhöhung des Personen- und Gütertarifs eintreten, über dessen Ausmaß die Bahnverwaltung in Gießen nähere Auskunft erteilt. ** Warnung an die hiesigen gast wirtschaftlichen Angestellten. Dom Bund der Hotel-, Restaurant- und Gafe-Angestellten wird uns mitgeteilt: Alle Angestellten des Gastwirtsgewerbes werden dringend davor gewarnt, zur Herbstmesse nach^Leipzig zu fahren. Infolge der Differenzen im Gastwirtsgewerbe ist an eine Arbeitsmöglichkeil nicht zu denken. Für diejenigen Betriebe, welche sich mit ihren Angestellten bereits geeinigt haben und noch einigen werden, befindet sich genügend Personal am Platze. Bornotizcn. ** Tageskalender für Dienstag. Postkeller, 874 Ahr: Vortragsabend der Deutsch- nationalen Volkspartei. — Astoria-Lichtspiele. „Die Flammen der Wüste" und „Der Graf, die Tänzerin und der Staatsanwalt". — Palast-Lichtspiele ab heute: „Die Dame und ihr Friseur" und „Hotel -um Goldnen Engel". Kreis Schotten. b. Schotten, 21. Aug. Blumenkränzlein ums Haar. Eichenlaub um di? Stirne, so zog gestern bei herrlichem Wetter die fröhliche, weißgekleidete Jugend, begleitet von munteren Marsch- weisen des Musikvereins zum Altencmrgskovs zur Feier des diesjährigen I.ugend festes. Ganz Schotten — alt und jung — hatte sich dort eingefunden, um sich, die Alten in wehmütigem Gedenken an die eigenen schönen Iugend- jahre, mit den Kindern zu freien an ihren schönen Liedern, an ihren Vorträgen, au Spiel und Reigen, und den vielen sonstigen Darvietun-: gen. Rektor Kröll mahnte zum Festhalten an deutschem Wesen, an deutscher Treue und ^Einigkeit in seiner Ansprache, die ein? treffende Ergänzung in der von vielen Knaben sehr gut wiedergegebenen Rüttliszene aus „Wilhelm Tell" fand. Vielen Beifall fanden auch bi? Frei- und Geräteübungcm der Knaben- und Mädchenriegen des Turnvereins. Das Jugend fest hat sich die Sympathien der ganzen Bevölkerung erworben und bleibt uns hoffentlich als jährlich wiederlehrendes echtes Freudenfest erhalten. Hetzcrr-Nassau. Pshchstcchn'lschs Prüfungen. fpd. Frankfurt a. M., 21, Aug. Aach dem Vorbild von Berlin fanden im hiesigen Neurologischen Institut sogenannte Psycho- techni sch e Prüfungen für Kriminalbeamte statt, die den Zweck verfolgen, die Prüflinge auf ihre besonderen Eignungen durch vielerlei Versuche graphologischer, mnemotechnischer Art usw.. auf rasche Auffassungsgabe, Kvmbinierkunst und Geistesgegenwart zu prüfen. Schweres Kraftwagenunglück. 1 fpd. Aus der Ahvn, 21. Aug. Bei ; Kaltennordheim verunglückte in einer schar- ’ fen Wegbiegung der Kraftwagen des Piano- _ . Aug. Mit dem Schnitt des Weizens wurde dieser Tage begonnen. Er ist unerwartet h wangereift und zwar als eine Folge des vielen Regens mit der nicht angenehmen üleberraschung, daß die Köriier stark ausfallen. Man kann es daher begreifen, wenn am heutigen Sonntag als ein Wert der Rot beispielsweise in der Eemar- fur:g Hof-Güll Weizen geschnitten wurde, um damit allzu großem Schaden zu begegnen. — Die Kartoffeln haben bis jetzt die Hofs- nungcrt erfüllt, die man in sie gesetzt. Die Früh- fartofi'etn zeigen schöne Erträge, auf gutem Toben kann man mit einer Durch-sch '.ittsernt e t on 100 ube rs ch lug s ich ; der Wagenführer und der treter der Frankfurter Adlerwerke, Weise- Kaltennordheim, fanden durch schwere Verletzungen an den Glasscheiben den Tod, wahrend Herr Weise und ein Zahnarzt aus Kaltennordheim mit leichten Verletzungen davonkamen. bis 120 Zentner auf den Morgen red) neu. -j- Auß^rgewöhnlich gut war in diesem Fahre die Bohnenernte. Zn der Vorkriegszeit hätte mar< vielfach nicht gewußt, wie inan diese Erträge urterbringen könnte. Hetzt brauchte man darum nicht besorgt zu sein. Die Händler haben sich auch disseS Artikels bemächtigt, die Bohnen in großen Mengen auf gefault und an verschiedenen Bahnstationen verladen, eine iv.uo Erscheinung im Wirtschaftsleben unserer Gegend. Don Sich gingen in abgelaufener Woche allein meh- fr-.tc Waggons Dohnen ins Industriegebiet ab. Für das Pfund D stnm wurden 3—4 A' den Händlern bezahlt. Gersfeld, 21. Aug. (WB.) Der heutige Vormittag des Rhön-Segelflug-Wett- bewerbes stand unter dem Zeichen occ Hange- gleiter; die Veranstaltung war durch schwachen Wind begünstigt. Durch besondere Ausdauer zeichn.cte sich Pelzncr-Rürnbrrg aus. Abe:ds flog Marte is - Hannover auf seinem motorlosen EeZelflug-eug „Vampyr' von der Wasserkuppe nach Gersfeld, umkreiste die Stadi an ihrem Rande. Er gewinn damit Zahle für ^Ltr.'Weinstaschen Mk. 14.— pro Stück, für Koanokflaschen .... Mk. 10.— pro Stück. 8ür Seklfln scheu und alle anderen Flaschen zahle die höchsten Preise. vm Süskind, Neiicmeg 29, Telc-hon 1517 Us WtJuQn9tl dlveJ lob LMfö na9. 'flel an ^des A lagte urt Q NZr 'Kvr der tonn mir her 5rt »geflickt" hai^ ■ S^901 von , % und, was Sohlen für besonders ^ geschaffen. 2[n= Nlat, Dmunfels Dreine durch * lassen. Ur ^toffschuhe ange- dah Kreis- ^ausstauenverein kr Stabt unb des M Mgesührt vfe toutben ein- Turnen, Sport und SpfeL Deutsche Leichtathletik-Mcisterschaft^n. Mieder vier neue Rekorde. Auch bev Schlußiag der Deutschen Lnchtaly- letik-Meisterschafteu in Duis^vrq stand in Ast.-- v esenheil von 12 000 Personen im Zerchen g(an z en der Leistungen. Richt weniger als v i c .■ n ? u c deutsche R ' 1 orde inurfc.' au;gci;eil\ ah.;' nicht nur von den Siegern, sondern auch von b:n Zweiten und Dritten.wurden bisweilen di.- allen Höchstleistungen verbessert. Die 4ma( 100-Mle - Staffel mußte zweimal gelaufen werden, da bei der ersten Austragung tlnregelmähigk. iten im Wechsel beim S. C. E. vorgelommen waren Der erste Lauf wurde in 42,2 Set. Üon S. C. E. vor Ginträcht-Frankfurt und dem Deutschen Sport- Elub gewonnen, der zweite Lauf ebenfalls vom S. C. C. in der Rekordzeit von 42,4 Sek. vor den: D. S. C. und Eintracht- Frankfurt. Weitere Rekordleistungen wurden von Fricke-Hannover im Stabhochsprung, von Trohbach-Mannheim im 110- Mtr.-Hürdenlaufen und von Bedarfs-Franksurt a M. im 10 QO0-Mtr.-Laufen ausgestellt, lieber 1500 Mir. feierte Peltzer -Stettin einen glatten Sieg über Köpke-Zehlendorf, der den größten Teil des Weges führte, dann aber den Stettiner unwiderstehlich passieren lassen muhte. Die Ergebnisse des Schluhtages: Speerwerfen: 1. Lüdccke-Berlin 54,32 Mtr.: 2. Iunium-Mannheim 53,86 Mtr.; 3. Krellenberg- Lübeck 53,2t Mtr. — 200 Mtr.: 1. Houben- Krefeld 22,7 Sek.: 2. Krüger-Charlottenburg 1 Mtr.: 3. Weider- Frankfurt a. M. — Weit- sprung für Damen: 1. Fpl. Furchheim-Reukölln 5,28 Mir.: 2. Frl. Lvef-Reuh 5,09 Mir.: Frl. Pieper-Münster 4,99 Mir. - 1500 Mtr.: 1. Peltzer-Stettin 4,03,8: 2. Köpke-Zehlendorf 20 Mir.: 3. Osterhosf.Hamburg 2 Mtr. — Stabhochsprung: 1. Fricke-Hannover 3,80 Mtr. (Re- tor.b); 2. Lehninger-Charlvttenburg 3,61 Qlltr.; 3. Gaim-München 3,50 Mtr. — 110 Mtr. Hürden: 1. Trohbach-Mannheim 15,3 Sek. (Rekord): 2. Paulus-Gießen 4 Mtr. zur.; 3. Holz-Char- lottenburg, Handbreite — 10 000 Mtr: 1. Beda rfs-Frankfurt 32:37,6 (Rekord): 2. Busch-Berlin Aa A 1 .....Ja a . a Öa HY? !■ »A A m ZY V soll hnmerwähr. Klinge! ünorm Geld syaranä l.Verletxea tuimtigllch. 2,Schinerzlos spiel, n. d. Messerd. Bart ab u. bleibt jahrel. ohne Schlei!.haei-ßeharlf In ff. Etui M.229.—. Extra Qua.. M. 338.—. Ras.-Zeug m. Seife Pinsel usw. in ff. EtuiM.565.—. Mnlentowerk. Solingen. Fnhrik- niederiige: Stahlw.-Geschäft Ad. Keinig, Gießen. Autovenjii i Marke Strax (739-740 spez. Gew.) in Leihfässern und Kannen liefern stets prompt und preiswert 77230 sm k SAGE. Großhandlung, Marburg TelephonanschMffe Nr. 145 uni) 759. tob. Bielefeld. 20. Aug. Hier wurde eine freiwillige Abstimmung über die vin- fümvivg • be8 gesetzlichen A1 kohoIver pvtes durchgefuhrt. Sie ergab folg uoeö Bilo: Von den 14 064 wahlberechtigten Perionen, Oie bei der Abstimmung erfaßt wurden (nicht abgestimmt haben etwa 800 Personen > haben gestimmt mit ja (89,2'8 Prozent) 12 626 Personen (Frauen: 6393, Männer: 5233), mit nein (2,9o Prozent) 416 Personen (158 Frauen, 258 Männer), sich enthalten oder Stimmabgabe verweigert (7,26 Prozent) 1022 Personen Es habm also nur rund 3 Prozent der O?‘.rger sich gegen ein gesetzliches Alwholverbot crckart u d rund 7 Prozent sich der Stimme entbot cn ooev die Stimmabgabe verweigert: dagegen verlange runb 90 Proz der Bürger ote ■irbei- führung eines gesetzlichen Alrohol- Verbotes. K'mostrrik geger die LuftbarrritLsi euer. tob. Dortmund, 20. Aug- Die hiesigen elf Lichtspieltheater haben di: Schlie' ßung der Betriebe ab 1. September auf unbegrenzte Dauer beschlossen und ihrem Personal bereits gekündigt, da die Kinobesitzer eine Er - Mäßigung der Eintrittskarten ft euer auf 30 Prozent durchsetzen wollen, während öic Stadt eine Erhöhung über 50 Prozent hinaus plant. Der Stadt droht ein wöchentlicher Verlust von 400 000 Mk. Fürstenberg a. d. Oder, 21. Aug. Heut» vormittag ist das P e r s o n e n a u t o de^, Ritterguts Simersdorf in der Rahe von Fürstendecg verunglückt. Es geriet dur dwu schnelle Fahrt auf der Chaussee bei Steinsdorf auf einen Sommerweg und sauste gegen einen Obstbaum. Das Auto wurde zertrümmert, von den drei Insassen waren zwei sofort tot, der dritte wurde 100-Mtr.-Dtaffel: 1. S. C. Charlottenvurg 42/ Sek. (Rekord): 2. Deutscher Sport-Club-Berlu 43,2; 3. Eintracht-Frankfurt i,/3 Mir. zur. — Kugelstoßen für Damen: 1. Henoch-Berlin 8,41 Mtr.: 2. Dittmar-Dochum 8,10 Mtr.: 3. Seitz- München 8,02 Mtr. — 400 Mtr.: 1. Reumann- Mannheim 50,1 Sek.: 2. Düncker-Charlottenburg Handbreite: 3. Busch-Berlin 2'> Mir. zur. Den Zehnkampl gewann Holz-Charlottenburg mit 600 Punkten vor Grun-Essen unb Westerhaus- Berlin mit je 457 Punkten. Eine weitere glänzende Segelflug-Leiftung. Gersfeld, 20. Aug. Kaum ist die Leistung des Hannoveraners Martens beim Rhönsegelflug mit 1 Stunde 6 Min. allenthalben in ihrer ganzen Größe erfaßt worden, da kommt schon wieder eine Rachricht vom Segelflugplatz, nach welcher der Martenssche Rekord um fast das Doppelte überboten worden ist Der Student Henhgen, der ebenso wie Martens der Technischen Hochschule Hannover angehört, benutzte den von Martens geflogenen motorlosen Segel-Eindecker der Hannoverschen Waggonfabrik und blieb damit 2 S t u n den und 10 Sek. ununterbrochen in der Luft. Während eines äußerst starken Windes von ca. 8 Sekundenmetern hielt Henhgen fast ständig eine Höhe von 200 Metern über dem Absiugsort inne und erfüllte nach Abflauen des Windes den für den 100 000-Mark-Preis vr>. geschriebenen Streckenflug. eftehen «der Kaufleute Gießeu. nk> beging im des Verbandes schlands die 25. ngstag-s. Dach enden Todt sMY bürgemeisters'M' ngfpor die Mck» Kaufmann Doll U- eff. Handelskammer Alsdann hielt der m deu Zestvortrag ifenden Kaufmann Lon der großen Iz'geleistetenDr^ SS» y Terb®w ® ■»/SÄ l,-,8 Berg eW §as Sie<^ r>am,b J'Är: HKi- ^.xfgell^rr* f$e9i,en,an la Wetteraner Frühkartoffeln „Kaiserkrone“ Tes‘D außergewöhnlich groß, Ztr, Mk. 400.—. Carl Schunck. Frische M» treffen (7776 Mittwoch, Donnerstag und S-reitag früb ein. C. G. Uleinhenn Babllbofstraße 59. Achtung! 7768 Achtung! M püs Mmg MMM« Stück Mk. 0.40, 0.00 1.00 Salatgurksn Verkauf Mittwoch v. 8 Uhr an am Felsinkeller. Tel. 1Q51. Frau Frosch.__Tel. 1051. preisauWag. 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Direktor Bansa, Limburg: „Die Kanalverbindung Frankfurt - Cassel - Bremen". Sonstiges [Anregung., Anfrag., Mitteilungen usw.) Rach der Versammlung geselliges Beisammensein. Limburg, den 19. August 1922. 7734V Der Vorsitzende: Dr. Woell Landeshauptmann. SW. MÜMiVSWl mit Bureau (möglichst zwei Zimmer und Zentrum der Stadt) zu mieten gesucht. Angebote unter 2462 an Herso, M. A.-E., Plockstraße 5. |7671h perfekt in Stenographie und Maschinenschreiben, per sofort oder 1. September 1922 gesucht. Angebote mit Bild, Zeugnisabschriften und Gehaltsansprüchen unter 7770 an den Gießener Anzeiger erbeten. WWWS zum baldigen Eintritt 1. 2. Wa-WIM-MM L B. Am Donnerstag, den 7. September 1922, nachmittags 4 Uhr, findet im Rathaus zu Marburg die ordentliche Hauptversammlung statt, zu welcher wir Mitglieder und Interessenten ergebenst einladen. W mf.Aiitzt für Küche und HauS in Arzth. <2Pers.). Anf.-Geh. 450-500 Mk. monatlich. Putz-, Wasch- u. Bügel- srau vorhanden. 08072 Frau Dr. W. 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Tote Verwunbung (Kolonien) . . 30 in 245 994 Ver. Staaten von Amerika Ist keine Schande," entschied Lily freimütig, ganz lyrischer Tenor, mit einem Einschlag sehr rnn ich das mühte, würde ich die Zähne zu- angenehmer Melancholie. _ (Nachdruck verboten.) 3. Fortsetzung. 4 247 105 2 560 000 140 000 1 693 262 428 644 949 576 7 17 10 3 (Begenübcr der britischen ont') 6964 172106 106659] Italien Belgien Serbien 1 824 051 1 358 872 67 000 743 702 202 321 496 921 115 000 690 000 56 618 5 652 3158 3 083 1747 1 137 8 845 32 218') 27 143') 764 563 Gegenüber der französisch-belgischen Front 53. 112732 34901 Linienschiff Panzerkreuzer Geschützte Kreuzer Kanonenboote Spezialschiffe 2 l 44326 10696 23005 8444 < 23672 63149 15514 86901 317377 38890 43747 251702 275965 15887 246268 304977 15244 4961 9389 24931 6887 2(928 6448 28575 103401 16954 20909 82354 91053 6432 59374 71758 40 6925 10673 35i09 7231 3'647 6578 135861 21151 23470 104226 25005 1964 1284 10178 343 10719 130 3524 32460 4197 2561 21872 Feldkanonen (einfchl. Infanterie-Tank' abwehr-, Aahkampfgefchütze) . . . Leichte Feldhoubihen...... Geschütze für schweres Steilfeuer . . Geschütze für schweres Flachfeuer . . Fliegerabwehrgeschütze...... Minenwerfer......... Le'chte Maschinengewehre..... Schwere Maschinengewehre .... Pferde............ Für das deutsche Heer waren die ersten Monate des Feldzuges und die Zett der Frühjahrsoffensive 1918 im Westen die verlustreichsten Zeiten. Für das französische Heer war außer diesen Zeiten noch auherordentlich verlustreich die Zeit der Verdunschlacht: für das englische Heer waren besonders verlustreich die Zeiten der Somme-Schlacht, der Schlachten bei Arras und Cambrai und der Entente-Offensive im Spätsommer 1918. Für die übrigen Truppenkontingente sind ähnliche Zusammenstellungen noch nicht vorhanden. Die Menschenverluste an der französisch-belgischen und an der englischen Front im Westen waren im einzelnen folgende: Die deutschen Verluste gegenüber der französischbelgischen und der britischen Front. „Wenn ich das mühte, würde ich die Zähne zu- sammenbeihen und den Kopf recht hoch tragen. Genierst du dich?" „Weiht du, Lily, du bist komisch! — Wie viel Kuchen haben wir gehabt, Fräulein?" Lily hatte eigentlich die beiden Freundinnen freihalten wollen, aber nach dem Gespräch über deren etwas knappe Verhältnisse hätte sie es unzart gefunden. So bezahlte jede für sich, und man verlieh das überheizte Lokal und begab sich auf die Strahe. Lily wurde zu ihrem Vergnügen von einigen Bekannten nicht erkaimt. Das Väschen in die fremde Boa gedrückt, sprang sie in eine Elek- 4 Alsfeld, 20. Aug. In den großen Waldgebieten des nördlichen und nordöstlichen Vogelsbergvorlandes, wv der Buntsandstein für das Gedeihen der Heidelbeere die günstigsten Bodenverhältnisse schafft, ist die Hei del beer- ernte dieses Hahr erst jetzt zu Ende gegangen Die in der vorstehenden Äebersicht aufgeführten Daten sind entsprechend der Dauer der einzelnen Kampfhandlungen an der Westfront gewählt. Die Zeit Februar-Juni 1916 z. D. entspricht der Dauer der Verdunschlacht, die Zeit von Juli-Oktober 1916 der der Somme-Schlacht. ~ Im Gegensatz zu seinem heldenhaften Sttrnm- kollegen mit dem breiten, ausgesungenen Hals und der auf Siegfrieds Bärenfell zugeschntttenen Figur hatte seine Kunst etwas Naives, fast Un- „yju, ,.wv _______ Aufschnitt kaufen." "Ach so! Na, ihr wiht — eintaufen geh ich nicht" gerne. Ausgenommen" — „In die großen Modegeschäfte oder zu den Juwelieren," 'bemerkte die Braune bitter „Bei uns langt's nicht dazu. Ich bin schon mit dem Netz auf den Markt gegangen.“ Die Einführung der Reformation in den Solmser Landen. geleitet werden. ** Kreis-Ob st- und Gartenbau» v e ve i n G i e he n. Die im Sitzungssaale des KreisanttSgebäudes stattgehabte Haupwer- sammlung befaßte sich neben der Vechnungs- ablagt? für 1921 und der Aufstellung des Bvr- anschlaos für 1923, die beide genehmigt wurden, in der Hauptsache mit der für diesen Herbst (30. Sept, und 1. Oft.) vorgesehenen Obst- und Gemüseausstellung des Kreises, die, um den benachbarten Schulklassen die Besichtigung gegen ein ermäßigtes Eintrittsgeld möglich zu machen, auf Montag, den 2. Oktober, ausgedehnt werden soll. Der Borsitzende erstattete Bericht über die bis fetzt ersolate Arbett des Vorstandes und gab die den Ausstellern zu stellenden Bedingungen und Aufgaben bekannt, die nach eingehender Aussprache mit wenigen unwefentlichen Abänderungen von der Versammlung genehmigt wurden. Auf das deutsche Landheer entfallen im ganzen 1,79 Millionen Tote, auf die Marine 34 354 Tote, auf die Fliegergruppe 4105 Tote. irische und fuhr davon. Die Braune und die Blaue blickten ihr nach. „Die hat gut reden! Die darf sich alles erlauben!" Das Gesicht der andern nahm einen scharfen, unkindlichen Zug an. „Die wird auch mal hineinfallen!" Heinz Güldewin räkelte sich auf seinem Sofa. Jedesmal, bevor er auftrat, befiel ihn ein solches Lampenfieber, daß er keine Zeitung lesen, rein nichts anfangen formte. Er rannte zum Klavier, fang ein paar Skalen, sand es gräßlich, räusperte sich, aß Bonbon und räkelte sich wieder. Der Halskragen lag neben ihm auf dem kleinen, runden Tisch, ebenso die Krawatte. Lange bevor es Zeit war, packte er sich in den dicken, braunen Allster, nahm den Klavierauszug unter den Arm und stelzte mit hochgeschlagenem Nockkragen dem Theater zu. Wenn er das erleuchtete Gebäude sah, die Luft in seiner Garderobe einatmete, diesen Mischduft von Puder und Schminke, dann wurde ihm Wohler. Dann schlug er das „Monstrum" auf den Bauch, das über feinem Platz an einer Gummischlinge pendelte. Das Monstrum war sein Talisman. Gastierte er anderswo, so mußten an seiner Statt die Kollegen es auf den Bauch schlagen. Es war ein mit Watte gefülltes, bemaltes Ungetüm, halb Kröte, halb Mensch, mit einem kleinen Zylinder auf dem Kopfe, und jemand halte es ihm einmal zu Weihnachten ge= schenkt. Güldewin war ein lieber Kerl: biDhübsch. Hessen-Nassau. Wb Frankfurt a. M., 21. Aug. Zur Bekämpfung des immer mehr überhandnehmenden Dirnen- und Zu hä lterwesens in der Altstadt ist die Schutzpolizei durch Einrichtung eines sogenannten Einheitsreviers derart verstärkt worden, daß der Vollzugsdienst nunmehr selbständig ausgeübt werden kann. Gabel nieder. „Sie wollen am Theater sparen? Wieviel haben Sie denn schon gespart, Wenns nicht indiskret ist?" Güldewin errötete. „In meinem ersten Engagement versuchte ich, nur einmal täglich zu essen. Aber dann friegte ich solchen Heißhunger — Lene wartet ja auch - sie näht an ihrer Aussteuer." „Und hier — was haben Sie hier gesparte forschte die Kloßberg unbarmherzig weiter . Hier?" Er wurde verlegen. „Ich hab ja eine "ganz hübsche Gage, aber einen Pelzrnanfel mußte ich haben. Und irgendwie - ich weiß„rncht — ich muß immer noch Vorschuß nehmen. Sehen Sie! Na, jetzt geb' ich wenigstens noch nicht" alle Hofsnung auf. Und — mein Lieber — nehmen Sie fernen Fisch meßr? —- Heiratm ist Unsinn. Und überhaupt „am Theater. Seien Sie gescheit, ich warne Sie!" „Und — und Lene?" stotterte der Tenor ganz fassungslos. Und Lene! Alle Hochachtung vor ihr. Aber paßt" ein Mädel, das in so engen Verhältnissen aufgewachsen ist. ans Theater? Als Künstlerfreu ans Theater? Hat sie künstlerisches Verständnis für Sie? Geht sie auf in Ihrem Beruf? Kann sie hungern und dürsten, wenn das Pech mal kommt, ein Direktor Pleite macht, ein Engagement durch die Lappen gebt? Kann sie dann noch lachen und heiter fein und ihr Teil der Not auf ihre Schultern nehmen? Kann sie zusehen, wie Sie da drüben auf der Bühne die schönen Weiber küssen und umarmen, kann sie's vertragen, daß Sie es auch manchmal außerhalb der Bühne tun? Kann sie Abend für Abend im Theater sitzen, Sie in einer Partie fünfzigmal bittjep einander frören?" Güldewin hielt sich die Ohren zu. „Nein, Frau Kloßberg, das kann sie nicht 1 Und das ist mir noch lieb an ihr! Gerade daß sie so eng und spießbürgerlich ist: daß sie keine Ahnung hat von dem Unterschied zwischen Mozart und Puccini und den „Lohengrin" und ben „oy geunerbarort“ miteinander verwechselt! Bei ihr will ich das Theater ganz vergessen. Sie sott dumm bleiben. Ganz dumm!" (Fortsetzung folgt) 48 große Torpedoboote 24 kleine Torpedoboote 38 ältere Torpedoboote 199 Unterseeboote 17 Hilfskreuzer Aus Stabt und Land. Gießen, den 22. Aug. 1922. Landkreis Gießen. eu Beuern, 19. Aug. Hier verunglückte der Svhn des Viehhändlers Edelmuth, Semmh E d e l m u t 'h, dadurch^ daß er infolge Ausrutschens der Leiter von der Heubühne hinunter in die Scheunentenne fiel und beide Arme n Sie 3 4. Landesversammlung des Hessiischen Hauptvereins des Evan- g e l i s ch e n B u n de s, die am Samstag abend in Laubach eröffnet wurde, konnte, wie gestern schon kurz gemeldet, einen sehr interessanten Vortrag des hochverdienten hessischen Geschichtsforschers Prof. O. Dr. D i e h l - Friedberg über „Die Einführung der Reformation in den Solmser Landen" hören. Aus dem reichen Schatz seiner eingehenden archivalischen Forschungen bot der Nedner wertvolle Mitteilungen zur Gescyichte der Neformation in den solmsischen Landen. Wahreiu) in L i ch diese Geistesbewegung lange 'bis 15dl) unterdrückt wurde durch den streng katholisch gesinnten Neichsgrafen Reinhard, begann die ofsi- zielle ©infüßrung der Neformation in der Reichsgraff chaf t Solms-Laubach bereits im Jahre 1544. Jedoch ist das Datum der Einführung lange strittig gewesen. Im Jahre 1730 feierte man die 200jährige Einführung der Neformation in Laubach. Dies sei jedoch ein geschichtlicher Irrtum. Lukas Gehers berg, der Geschichtsschreiber des Lebens des Grafen Friedrich Magnus zu Solms-Laubach bezeugt ausdrücklich, daß erst 1544 die Neformation amtlich eingeführt wurde. Dasselbe bezeugt der P fr. ©la um, der im Jahre 1603 verstorbene Sohn des Pfarrers, der die Einführung als erster lutherischer Geistlicher durchgeführt habe. Jedoch begann schon 1530 eine reformatorische Bewegung in den solmsischen Landen. Diese reforina- tvrische Bewegung, die sich im Volke bildete, wurde sodann vom regierenden Grafen Friedrich Magnus in die rechtlichen Bahnen offiziell geleitet. Die rechtliche Grundlage hierzu gab der Reichstag zu Speyer im Jahre 1526, der den Fürsten das „jus reformanbi“ in ihren Gebieten verliehen hat. So wurde eine rechtliche Grundlage für die Einführung der Neformation geschaffen. Die reformatorische Bewegung war jedoch nicht nur rein geistiger Art, sie hatte auch eine soziale Richtung. So forderten die Dauern auch freie Jcigd, freie Fischerei usw. Eifrig hörte das Voll das Evangelium von der Freiheit und von der Gnade Gottes. Sv gärte es schon frühe in Atzenhain bei Grünberg, in Ober- mörlen bei Nauheim, in Grüningen usw. Hier können wir schon 1528 in Prozeß- Akten die reformatorische Bewegung findew Diese Bewegung wurde gefordert, erstens durch ■ lutherische Prädikanten, die sich verheirateten, das Abendmahl in beiderlei Gestalt nahmen und keine Messe mdbr lasen, zweitens durch die Verbindung der obeichessischen Bauernschaft mit mährischen Brüdern, wofür man Beweise im Archiv zu Lauterbach gefunden 'bat. Diese mährischen Brüder sind wvhl Wiedertäufer gewesen: sie hatten eine tiefe Kenntnis der Bibel sich erworben und zeigten sich den katholischen Geistlichen weit überlegen. Als solche traten besonders auf Schnabel und Tesch (Desch), bereits um 1530 Es gährte besonders in Freiens een und Lardenbach. Philipp der Großmütige verwarf solchen Leuten gegenüber die Anwendung der staatlichen Gewalt und empfahl die Mehrung der „verführten Leute". Diese rechtfertigten sich aber durch das deutliche Wort Gottes aus der Bibel. Diese reformatorische Bewegung nun leitete Graf Friedrich Magnus in die rechtlichen Bahnen. Durch den Erwerb der Herrschaft Svnnenwalde in Sachsen (1537) Tarn Friedrich Magnus in nähere Beziehungen zum sächsischen Hvi und zur Universität Wittenberg. Der Hochschule gegenüber bewies der Graf eine große Freigebigkeit: insbesondere trat er Philipp Me- lcwchthon näher. Auf Empfehlung des Reformators wurden Geistliche nach Laubach berufen, als erster Pastor Glaumius aus Wittenberg. Auch Lehrer berief er. Am 7. Mai 1555 begründete Reichsgraf Friedrich Magnus zu Laubach eine Lateinschule. Hierbei verwies der Redner auf die „Geschichte dieser Lateinschule" von Professor Roeschen, der ausführlich dargestellt habe auf Grund archivalischer Forschung, wie gedeihlich sich diese höhere Schule im Laufe des 16. Jahrhunderts entwickelt habe. Der Schülerbestand belief sich gegen Ende des Jahrhunderts auf über 100, darunter viele auswärtige Lateinschüler. >) Ausschließlich der Zahl der M.-G. bei der 6. Armee, bei der die Zahl nicht zu ermitteln war. Die Zahlen besagen, daß auf deutscher Sette fast 15 000 Geschütze, 10 000 Minenwerfer und 60 000 Maschinengewehre zum Kampfe eingesetzt waren oder in Reserve bereit standen. Das Gleiche und noch Größere gilt von der Gegenseite. Die Materialversorgung der Ententetrup- ven war zufolge der vielen Hilfsquellen in allen Ländern der Welt eine reichlichere als die der deutschen Heere. Die blutigen Verluste waren demzufolge und infolge der verheerenden Wirkungen der modernen Kampfmittel außerordentlich groß. Die Gesamtzahl der Toten aller Heere wird schätzungsweise 10 Millionen betragen; die Zahl der Verwundeten wird vermutlich zwischen 20 und 30 Millionen liegen. Soweit zuverlässige Zahlen bekannt geworden sind, seien sie in folgendem zusammengestellt. Cs entfielen auf An deutschen Kriegsschiffen gingen 392 verloren, darunter 28 Minensuchboote Von den Marinelustschiffen gerieten Verlust. •* Der Hessische Pensivnärverein plant zur wirksameren Wahrnehmung der Interessen aller in Hessen lebenden Pensionäre und Hinterbliebenen eine Neuorganisation Man will tunlichst alle diese Personen in dem Verein sammeln, um ihn zu größerer Aktivität zu befähigen und die berechtigten Forderungen der hessischen Ruhestandsbeamten im Namen der G e s a m t h e i t mit Nachdruck in geeigneter Weise bei der Reichsregierung, dem Reichstag und der Landesregierung zu vertreten. Der Vorstand der Ortsgruppe Dar-rnstadt hat diese Forderungen formuliert Weiteres will man in einer Versammlung in Darmstadt beschließen. Dort soll eventuell der Anschluß an den Reichsverband pensionierter deutscher Reichs- und Staatsbeamten in die Wege 400000 180000 171000 306000 115000 279000 56000 263000 205000 55000 78000 169000 128000 41000 266000 368000 Land Deutsches Reich . . . . Frankreich (weiße Truppen) „ (farbige Truppen) England (ohne Kolonien) . Baakfempel, Roman von Margarete v. O er ß en Fünsgeld. bewußtes. Als Mensch wurde er ein Nestchen gesunden Philistertums nicht los. Erst drei Jahre am Theater, konnte er sich an den Kulissenton noch nicht gewöhnen, er konnte erröten wie ein Kind, wenn — wie das so vorkam — eine Partnerin ihm zwischen zwei Szenen flüchtig die Backen treichelte. Diese unbesiegbare Scheu schmiedete oft einen eisernen Neifen um seine besten Leistungen, so daß es ihm nicht gelang, die tiefsten Gründe einer Partie restlos auszuschöpfen. Er fühlte es selber, rang mit sich, mit feiner seltsam zurückhaltenden Natur, der ein Letztes versagt schien. Eines schonen Tages nahm ihn eine de deutend altere Kollegin, die in Mütterrollen kleine Kabinettstücke bot, nach einer Probe freundschaftlich am Arm. . „Wissen Sie, mein lieber Güldewin, Sie und zu viel allein. Das ist nichts. Das Theatertier ist em Herdentier. Jetzt essen Sie mal mit mir. daß man Sie sieht und hort. Unb übrigens hatt ich ein Hühnchen mit Ihnen zu rupfen. Aber vorerst nach ber Suppe — beichten Sie mal ehrlich- Was waren Sie eigentlich, bevor Sie zum Theater gingen? Haben Sie Lämmchen gehütet? Schade daß Sie nicht Droschkenkutscher waren! „Heute ist Chauffeur moderner," antwortete Güldewin sauersüß. Immerhin mochte er es der Kloßberg nicht abschlagen: er mochte sie auch ganz gern leiben, denn sie setzte ihn nicht in Verlegenheit durch allzu vertrauliche Art. So erzählte er ganz naiv. Er war Lehrer gewesen zunächst ilnterfeßrer auf seinem Heimatdorf 'und war verlobt mit einer Lehrerstochter, Waise bie mit ihrer Tante, ebenfalls Lehrerswitwe in bemfelben Dorfe lebte, unb nun wollte er recht sparen, um bie Lene bald heiraten zu „Sparen!" flüsterte bie Kloßberg und legte die Die Kriegsheere und ihre Verluste im Weltkrieg. Die nächstehenben interessanten Mitteilungen sind der -Zeitschrift „Wirtschaft und Statistik" entnommen. D. Schnstltg. Das soeben erschienene Statistische Jahrbuch für das Deutsche Reich, 1921/1922, bringt in einem b sonderen Abschnitt (Oie Kriegö’ beere und ihre Verluste im Weltkrieg 1914 bis 1918) Angaben über bie Stärke ber am Kriege beteiligten Heere, insbesonbere über die Felb- stärke ber deutschen Armee unb ihre Ausrüstung u Beginn her großen deutschen Offensive im Westen Frühjahr 1918. sowie über bie Ersatzlage, ferner über die Verluste an Menschen unb Ma- orial mit ilnterßßeibunq nach mannigfachen Ge° icht-punkten. z. B. Waffengattung, Dienstgrab. Art des Verlustes, sowie teilweise mit Aus- ilicbcrung nach Hauptkampfzeiten. Die Angaben sind zum Teil noch lückenhaft, zum Teil sind sie als vorläufige zu betrachten. Immerhin gewahren sie bereits einen ilcberblid über bie gigantische Große ber Kräfte, die miteinander gelungen haben, und über die Opfer, die das Ringen, besonders in den gewaltigen Schlachten, gefordert hat. Die Gesamtzahl der während des Krieges finden Kriegsdienst mobilisierten Männer wird auf 75 Millionen geschätzt werden können, das sind also mehr Menschen, als bas ganze Deutsche Reich Einwohner zählte. Von bieten 75 Millionen Männern bilbeten runb 30 Millionen bie Stärke ber am Ende bes Krieges noch im Kampf stehenben Heere. Diese Zahl ist vor allem beshalb beträchtlich kleiner als bie Zahl ber mobilisierten Kräfte, weil am Ende des Weltkrieges Rußland bereits aus der Reihe ber kämpfenden Staaten ausgeschieden war. Auf das Deutsche Reich entfallen 13,25 Millionen mobilisierte Personen unb 8,0 Millionen als Stärke bes Heeres am Ende des Krieges. Auf dem Höhepunkt ber Kraftentfaltung, dem Beginn der deutschen Offensive im Westen am 21. März 1918, betrug bie Feldstärke ber beutschen Armee im Westen 3,5 Millionen Unteroffiziere unb Mannschaften unb 140 000 Offiziere. Dazu kamen runb 160 000 Mann unb fast 3000 Offiziere in den Rekrutendepots. Ausgerüstet war dieses Heer, das in 190 Infanterie-Divisionen und zwei Kavallerie- Schützen-Divisionen eingeteilt war, wie folgt: gedauert unb in Quantität und Qualität Ertrage geliefert, wie sie nur selten zuvor zu verzmchnen gewesen sind. Viele Bewohner unseres Kreises und des benachbarten Schlitzerlanbes hatten wochenlang eine hübsche Einnahmequelle, besonders den Kindern war Gelegenheit geboten, schone Summen zu verdienen. In der Zett der Heidelbeerserien haben triefe Kinder am Tage bis zu 100 Mark verdient. Der Preis der begehrten und gesunden Waldfrucht bewegte sich zwischen 8 und 10 Mark das Pfund. Händler waren in großer Zahl anwesend, um auf verschiedenen Bahnhöfen die Heidelbeeren zentnerweise zu verladen. Unsere ansässigen Sammler, von denen viele vor dem Kriege als Heidelbeer- verkäuser in ber Gießener Gegend gern gesehene Gäste waren, haben es nicht mehr nötig, mit ihren gesammelten Schätzen in bie Fremde zu pichen, der Verkauf ist ihnen an Ort und Stelle bequemer gemacht. — Sehr reichlich ist auch bie Himbeerernte ausgefallen. Unb jetzt ist auch bie Preiselbeere, bie hier und da in größeren Beständen vvrkvmmt, so in den Wäldern bei Grebenau unb am Herzberg, herangereift. Sie wirb ebenfalls gesammelt und gern aufgekauft Aug.-Nov. 1914 . Da 14-Ian. 15,. g-ebr.-T.ärj 15 . April-Juni 15 . Juli-August 15 . Scpt-9loü. 15. . Dez. 15-3an. I6 - Febr.-Iuni 16 . Juli-Oki. 16 . . Nov.-Dez. 16. . Ian.-Marz 17 . April-Iuttl7. . August-Dez. 17 . Ian.-Febr. 18 . März-Juni 18 . Iuli-Nov. 18 . Insgesamt älnd gibt Schauspielern ein Stelldichein I Bilde dir nur nicht ein, daß das allzu neu ist." Lily entzündete eine zweite Zigarette. „Nichts ist neu! Nur die Art, wie man das Atte"anpackt! Lind wär' dieser Riedinger, den ich für eine feine Seele hielt, kein Schulmeistergeist gewesen, so säße ich jetzt anstatt hier mit euch — mit ihm in einem kleinen Künstlerkaffee, in dem bie guten Bürger nicht Verkehren, und ließe mich von ihm in em Neuland «einführen, bas ich noch nicht abgellappert habe " Sie schwieg, legte sich zuruck und schloß halb 454000 74000 69000 143000 48000 131000 22r öf ^nzlex doin 3 gec Siws^lch U** \ tSgli^ r- Si-^,Ägejuc 6n durö CI|<, infolge Anschluß . ^^intigel *p#<* 2250, - 2348, Daimler 4°. Berliner Devisenmarkt. Brief gezahlt: 21.8. 22.8 Schweizer Franken 3. A.: R. cand. med. 7714*8 Metallbetten । DDariDD□□□□□•□□□□□ □□□□□□□□□□□□□□a Btßtffflffira Iphpr llrfnpfecf |Q ,eöet wmfianw« Äusiscumllgslilketoll.sret,. □Qoanaxj Fr. Fl. Kr. Kr. Kr. Kr. 204.30 Q.42 0.0C7 15.70 41.75 23.49 23.75 39.70 0.32 524*50 1.525 0,07 4925,- 1060,— 1000,- 2400,- 905,- 900,- 790,- 810,- 1050,- 580,- 500,- 09,75 980,* 4950,- 1148,— 1048,- 2700,- 1100,- 925,- 825,- 1095,- 1065,. 600,- 516, 69,75 980,- 19.8. -.41 Lio de Janeiro 16729,- 16771,- 15530^ Christiania . .. Kopenhagen .. Stockholm. . ., HelsingfvrS. . . Italien..... London ..... Neuhott..... Paris...... Schweiz..... Spanien..... Deutsch-Oesterr. Prag...... Budapest.... Buenos Aires . Bulgarien . . . Japan...... 3554,45 67,59 680,85 427,- 560,70 15570,- 21.8 77,50 160,- 335,- 80,- 6,5.- 21. 8. — ,46 -.22 -.42 -,35 6325,- 18. 8. • <7,50 128, - 330,- 80- 615,- 494 50 301,- 299,- 535,- <14, • 323,- 272,- 300,- 2150,- : 1175,- 2030, - ! Marknotierungea. Für 100 deutsche Mark wurden Kurs 21.8. 1 77,50 175,- 340,- 81,- 680,» 630,- 307,- 302,- 575,- 425,- 330,- 285,- 305,7- 2295, - 2305,- 2175, - . 100 3L = . 100 ML = . 100 Kr. . 100 Kr. = . 100 5t. =5 . 14 - . 100 L. = . 100 5t. = . 100 Kr. = . 100 | = . 100 Är. = . 100 Kr. Oberschles. Sisenind. 2015, Phönir-Bergb.-Akt. 2450, Bad.Anilin-u. Soda 1035, Höchster 5arbwerke. 920, Allg. Elektr.-Ges. . . 825, wv. Hanau, 21. Aüg. Die 2lrDextefi sämtlicher hiesigen Brauereien sind wegen ,Lohnstreitigkeiten in den Streik getreten. 18.8. 77.50 124,- 302 - 78,25 605,- 500,- 295,- 297,- 580,- 415,- 350,- 270, - 294. — 204.15 0.467 0.0 U7 16.25 41.875 23.50 23.75 59.80 0.34 524.50 1.45 0,07 579,« 595. 635, 308, 303, 530, 42z, 328, 283, 300. 2325, 1845, 2100, 2400, PrezioscL -Büro-Einrichtungshaus Frankfurt am Main Kaisetistrasse zpf- Datum: 5 7, Dtsch. Kriegsanl. 47,Dtsch. Reichsanl. 3'/, Dtsch. Reichsanl. 47. Preuh. Konsols Hamburg-Pakets.. . Norddeutscher Lloyd Eomm.u.Privatbank Darmstädter Dank . Deutsche Bank . . . Disconto-Gesellschaft Dresdner Bank. . . Mitleid. Creditbank. Nationalbank f. D. . 1.7.14. 125.40 59.20 88.80 88.80 117.80 11780 Wechsel auf Holland....... Deutschland .... Wien........ Prag ........ Paris ....... Lindo« ....... JtaÜen....... Äkuffel....... Budapest...... ALuyork....... Agram....... Warschau...... Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Stockholm . Wien.... Prag.... London. . . Neuyotk . . Paris. . . . unerheblichen Gewichtsverluste. Spesen und Händ- lergewinne in sich schließen. Wb. Fra n kf u rt a. M, 21. Aug. Die Preise auf dem heutigen Diehmarkt schnellten sofort nach Eröffnung des Marktes außerordentlich in die Höhe und erzielten für Ochsen bis 60 Mk. Lebendgewicht, was einem Ladenpreis von etwa 100 Mk. entsprechen dürfte. Mit einer erheblichen allgemeinen Preissteigerung für Rindfleisch muh also gerechnet werden. Am Schweinemarkt war die Preissteigerung noch lebhafter und erreichte für gute Tiere ca. 110 Mk. per Pfund Lebenp- gewicht, was einem Ladenpreise von etwa 150 bis 160 Mk. entsprechen dürste. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 21. 2lug. 3m heutigen Bormrttagsverkehr bemerkte man größere Zurückhaltung, was mit der unsicheren Bewegung der ausländischen Zahlungsmittel in Zusammenhang stand. Die Unternehmungslust war nicht sehr lebhaft. Die Stimmung beg Marktes kann als fest bezeichnet werden. Für Weizen bleibt das Angebot klein, besonders fehlt inländische Ware, da bis jetzt neue Ware noch wenig in Frage kommt. 3n An betracht der unbeständigen Witterung macht sich für Gerste und Hafer regerer Begehr bemerkbar. 3m Maisgeschaft ist es ruhiger geworden, die Preise entsprechen der Devisenbewegung. Weizen- und Roggenmehl bleibt gesucht. Futterartikel sind begehrter, die Forderungen hoher. Amtliche Notierungen. Getreide, Hülserrfrüchte und Biertreber ohne Sack. Weizenmehl, Roggenmehl und Kleie mit Sack. Preis je 100 Kg. bzw. alsballüge Lieferung, Parität Frankfurt a. M. Weizen 5800—6020 Mk., Noggen 4600—4800, Sommergerste für Drau- zwecke 4800—5000, Hafer 4600—4800, Mais La- Plata 4600—4700, Mais Mixed 4400—4500 Weizenmehl südd. Spezial 0 7850 — 8250, bei Waggonbezug ab Mühlenstation, Rvggenmehl 6200—6400, Weizen- und Roggenkleie 2800 bis 3000, Heu, südd., gut, gesund, trocken, 1600, Stroh von Weizen und Roggen drahtgepveht 900 Mk. Tendenz fest. Kartvffelnotierung. Frankfurt a. M., 21. Aug. Wetterauer Kartoffeln 385 Mk. für 50 Kg., Mitteldeutsche Kartoffeln 360 'M. für 50 Kg., alles franko Frankfurt a. M 20. Südwestdentsche Zerttralhauteauktivn in Mainz. Doch. Guhstahlwerke ", Bud.- Gisenw.»Akt.. H8O# D.-Luxemb. Dergw. 2ul8r Gelsenkirch. Bergw.. 2300, Harpener Bergbau. 5050,- 5i00j Oberschl. Sisenb.-B. 1167,- 1175, ...... 10«9 2710, 1050, 950, 850, Börsenkurse Frankfurt Berlin An die Bürgerschaft Gießens! Durch die allgemeine Wohnungsnot werden mit am härtesten die Angehörigen der Studentenschaft betroffen. Schon heute liegen dem studentischen Wohnungsamt säst hundert Wohnungsgesuche für das kommende Wintersemester vor. Das studentische Wohnungsamt wird diesen Studenten keine Buden nachweisen können, wenn es nicht von der Gießener Bürgerschaft auf das tatkräftigste unterstützt wird. Wir richten deshalb an die Gießener Bürgerschaft die Bitte, uns möglichst bald alle vermietbaren Zimmer mit Preis zu melden. Wir erwarten, daß die Gießener Bürgerschaft die Unterbringung ermöglichen wird und damit von neuem zeigt, wie eng Universität und Stadt miteinander verbunden sind. Das studentische Wohnungsamt Universität, Ludwigftratze 23 II., Zimmer Nr. 42. Märkte. Frankfurter Echlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 21. Aug. (Amtlich.) Marktverlauf: Der Rinder- und Kleinviehmarkt wurde bei regem Handel geräumt. Schweine hinterliehen bei ruhigem Geschäft äleberstand. 3m einzelnen ist zu bemerken: Aufgetrieben waren: 1423 Rinder, darunter 221 Ochsen, 65 Dullen und 1137 Färsen und Kühe,' ferner 337 Kälber, 189 Schafe und 1010 Schweine An Preisen wurden angelegt pro Zentner Lebendgewicht: Färsen und Kühe von 4000—6000 Mk. für beste Färsen und 2500—4400 Mk. für geringe Kühe. Ochsen von 4000—6000 Mk.: Bullen von 4300—5200 Mk. Kälber, beste Qualitäten, von 7000—7500 ML, mittlere 6200—6800 ML, geringe 5500—6000 Mk. Schafe von 3000—4500 ML Schweine unter 80 Kg. Lebendgewicht von 9000—10 200 ML von 80 bis 100 Kg. 10 500—11000 ML, von 100—120 Kg 11000—11400 ML, von 120—150 Kg. 11 000 bis 11300 ML, Fettschweine über 150 Kg. von 11000—11300 Mk. Sauen und Eber von 10 000 bis 11000 ML Die Preise liegen um so viel höher über den Stallpreisen, als sie die nicht Schluh- Schluh- Schluh- Schluß- Zstirs Kurs Kurs Mainz, 21. Aug. Die Auktion war durch die Häuteverwertungen Dingen, Ems-Lahnstein, Kreuznach, Mainz, Neunkirchen, Oberstein, Oestrich, Saarbrücken, Saarlouis, Schierstein, St. Goarshausen, Simmern und Trier mit 10 500 Grohviehhäuten, 11700 Kalbfellen und 1600 Hammelfellen beschickt. Der Desuch war auher° oiLenllich stark und die erziellen Preise im Hinblick auf die Auslandsdevisen wesentlich höher als die Preise der letzten Dersteigerung. 3m einzelnen notierten per Pfund Ochsen, Rinder Kühe bis 29 Pfund o. K. 2397z—251 (81,50 bis 83,70), Gewichtsklasse 30/49 Pf., Rinder 231,50 bis 244,50 (80,20-84,75), Kühe 216,50-225,75 (76,40 bis 82,10), Ochsen 215,50—218,50 (76—79), Gewichtsklasse 50/59 Pf., Rinder 240—259,75 (85,60 bis 89,25), Kühe 229,50—250,50 (88,30—90), Ochsen 230 (86,70—88,10), Gewichtskürsse 60/79 Linder 250 (89,40—90,40), Kühe 240—249 (88,10—92) Ochsen 241—256 (85,40—91,10), Gewichtsklasse 80 Pf. und mehr, Kühe 250 (89,20), Ochsen 240 (85,70—90,35), Dullenhäute bis 29 Pfund 230 (80). 30—49 Pfund 219—224 (79,75), 50 bis 59 Pfund 200 (72). 60—79 Pfund 195—210 (66), 80 Pfund und mehr 187 (63.10), Kalbfelle ohne Kopf 360 (133,50—140), mit Kopf' 300 (111), Fresserfelle o. K. 263 (71), m. K. 249 (65,20), Schaffelle, gesalzen, voll-, halb-, kurzwollig 111, Blessen 124 Mark. Die in Klammern beig^etzten Zahlen sind die Preise der Juli-Auktion. ......Sh. 97.80 ......1 23.80 ......Fr. 125.40 Züricher Devisenmarkt. Handel. Berlin, 21. Aug. Dorsenstimmungs- brld. Trotz schwankenden, überwiegeno rückgängigen Devisenpreisen scheint an dec Börse dec von dm: Spekulation und dem Publikum seit langem ^hnlichst erwartete älmwertungsprozeh der 3n- dustriepapiere sich langsam durchzusetzen. Für Schiffahrts- und Montanaktien sowie für die übrigen 3ndustriepapiere lagen umfangreiche Kausaufträge des Publikums und des Auslandes vor, so dah diese Papiere bei angeregtem Ge- schäst durchschnittlich 50—80 Prozent, einige 100 bis 300 Prozent, Phönix sogar 375 Prozent stiegen. Auch in den zu Einheitsdirsen gehandelten 3n- dustriepapteren ist infolge zunehmender Beteiligung des Publikums mit fester Tendenz bei größeren Kurssteigerungen zu rechnen Der Rückgang der Devisenpreise blieb auf die Preisbildung der Dividendenwerte einflußlos, im Zusammenhang mit den Hoffnungen, die man in der Movatoriumsfrage an die Anwesenheit der beiden Vertreter der Reparationskommission in Berlin knüpfen zu dürfen glaubt. Bon Auslandsrenten gaben nur türkische, Tehuantepecs, sowie Otavi- Aktien erheblicher nach, während andere Auslandsrenten unter Führung ungarischer Goldrenten die Steigerungen, allerdinas mäßiger, fortsetzten. Auch für die alten Rerchsanleihen und 3prvzentige Konsols zeigte sich bei Kurssteigerungen von 7—33 Prozent starke in- und ausländische Kauflust. Wenn auch später die Spekulation im Großverkehr die ansehnlich gestiegenen Kurse zur Realisation benutzte und diese mit der unsicher gewordenen Devifenlage begründete, vermochte dies doch der festen Grundstimmung der Börse keinen Abbruch zu tun. Frankfurt a. M., 21. Aug. Börsen- stimmungsbild. Am Devisenmarkt war im Vormittagsverkehr eine von mehreren Schwankungen unterbrochene Abschwächung wahrzunehmen. Der Dollarkurs setzte mit 1230 ein und schwächte sich dann auf 1185 ab. Das Geschäft in fremden Zahlungsmitteln war zurückhaltend. Benz 680, 675, Becker-Stahl 780. Montanpapiere lagen fest. Sehr lebhaft war der Verkehr in Industrieaktien, wobei in der Hauptsache Auto-, Maschinen- und Zuckerfabrikaktien höher genannt wurden. Gegen 1 älhr wurde der Dollar 1170—1155 bewertet. Die Grundstimmung am Effektenmarkt ist fest. Frankfurt a. W., 22 August 1922. Stahlmatr., Kinderbett., '--.— - »■■■»h'ih'-iiiiii'tiiiiijwrui- dtr. an Prlv., SntVldl frei well Ole öMl'flyl UM-MtftTtL L CflBfle, Siezell ElSenaObelllir. SubllTH.) DDDDODQDDDDDDnDDODDDCDODDCinDDCltil 520,- 520,— Hess. Staatsanl. 71„— 66,- Electron Griesheim 999,- 1000,- Dtsche. Vereinsbank « , - 192.50 Felten & Guilleaume 1070, - 1128, Schuckert-Werke. . . 1090, - 1099, Adlerwerke Brennstoffespart iiiiimimiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiimiiimiimiiHi bis 5Oe/o nachweislich der autom. Zugregler „Aeosolo“ mehr. D-R-Pa.. 28D.R.G.SL, viele Auslandspat. Eingef. bei Großindustrie, vielen Behörden u. Privaten. Alleinvertrieb Aeosolo G.m.b.H,, Frankfurt;; Bömestr. 27. Tel. Römer 3948 Meier ec allen Orlen gesucht Geld Brief Geld Datum: 19. August. 21. August. Amstd.-Rotterd.^739,- 4886j.- 45692,80 45807,20 Drüsfel-Antw. . 9508,10 9531,90 8878,85 8901 15 21672,85 21727,15 20424 40 20475,60 27- 66,10 27133,90 25368*25 25431 76 33108,55 33191,45 31061 '1C 31138*90 2596,75 2603,25 2531 82 2533,20 5662^0 5667JO 5303*35 5816,65 8602,95 5617,- 5263,40 5266,60 1250,93 1254,07 1168,53 1171,47 9987,50 19012,50 9363,25 u386.7S 23885,10 23944,80 22322,95 22377,95 19625,*O 19684,60 18327,05 18372,95 1,47 (Ön einem Leu der Auflage wiederhoU.) . Die Berliner Vorschläge der Repar«tioaS» i kommission. London, 21. Aug. (WTB.) Die ,TimeS" melden aus Paris, der Mittelpunft des Inter» i esses sei für den Augenblick nach Berlin verlegt ; worden, wo die Delegierten der Reparationskom- . Mission versuchten, einen Mittelweg zu stn- , den. Es sei jedoch wahrscheinlich, daß während der , Abwesenheit Dradburys und Maucleres eine rege ; diplomatische Tätigkeit entfaltet werde. Dem Be- mchterstatter zufolge werden in Berlin folgende Ideen entwickelt werden: 1. In Wirklichkeit wird Deutschland kein Moratorium gewährt werden, aber Belgien, daS vertragsmäßig das Prioritätsrecht habe, werde statt Bargeld Sechs-Monatswechsel annehmen, die von Deutschland auf die D-Danken. namllch auf die Dresdener, die Deutsche Bank und ^t,dre Diskont^esellschast gezogen werden. SS sei jedoch zweifelhaft, ob die Danken bereit seien. diesem Plane zuzustimmen. - 2. Andere Kreditoperationen, die beruhen wurden auf dem Grundsatz der Geldaufnahme die die Lage zeitweilig bessern würden, obgleich Drad- bury erllärt haben soll, derartige Operationen bedeuteten in Wirklichkeit, dah den Alliierten-Kredi- ten gegenüber Deutschland damit die Augen her- ausgenommen würden. 3. Die Goldreserve der Reichsbank müsse nach dem besetzten Gebiet gebracht werden und würde von den Alliierten als Pfand angesehen werden. 4. Eine Art Kontrolle der Bergwerke und Wälder, die Frankreich auf der Londoner Konferenz vorgefchlagen habe, würde vielleicht von der Reparationskornmission immer noch zugelassen werden. 5. Eine solldarifche Regelung weiche, wenn fich die Gelegenheit dazu biete, von Bradburh mit der deutschen Regierung erörtert werden. Eine Konferen- über die Frage deS Olafen Ostens. London. 21. Aug. (WTD.) Die ^Mor- ningpost" berichtet, daß die Regierungen Englands. Frankreichs und Italiens die Vorschläge der alliierten Oberkvmmissare in Konstantinopel über die Abhaltung einer Konferenz in der Frage des Nahen Ostens in Venedig angenommen htäen. und dah Einladungen an die Regierungen von Athen, Konstantinopel und Angora vorbereitet werden. Der englische Arbeiterführer Thomas über die Lage. London. 21. Aug. (WTD.) Der Ar» beiterführer Thomas erklärte in einer Rede, wenn Deutschland durch Frankreich nach rechts oder links getrieben werde, so bedeute dies Militarismus oder Kommunismus. Dies würde nicht nur für England katastrophal fein, sondern auch für Frankreich. Der Streik der GaftwirtSangestellten m Leipzig. Leipzig, 20. Aug. (WTD.) Der fett dem 1. Juli dauernde Streik der Gastwirtsangestellten ist heute durch den Spruch des auf Veranlassung des sächsischen Arbeitsministeriums eingesetzten Schiedsgerichts beigelegt worden. Die Entscheidung des Schiedsgerichts sieht die Einführung eines lOprozentigen Dedienungszuschlags vor, ge- gen die der Streik sich in erster Linie richtete. Arbeitsvergebung. Die Arbeiten und Lieferungen für den Neubau einer Drücke in Eisenbeton über die Wieseck bei Lindenstruth sollen öffentlich vergeben werden. Verdingungsunterlagen und Bedingungen können bei uns, Landgraf-PHUipp.Platz 3, Zimmer 22, ein- gesehen werden. Angebote auf Vordrucke, die daselbst erhalllich, ind bis Dienstag, den 29. ds. DMs., vormittags 11 Uhr, hier einzureichen. Iuschlagsftist 2 Wochen. Gießen, den 17. August 1922. (7752B Kreisbauverwaltung Gießen. _________Cellarius, Regierungsbaurat. Bulleuverkauf. Die Gemeinde Annerod beabsichtigt einen zum Dienst untauglich gewordenen noch jungen Dullen zu verkaufen. Schriftliche Angebote pro Zentner Lebendgewicht sind bis zum 25. d. MtS., nachmittags 2 Ahr, bei der unterzeichneten Bürgermeisterei einzureichen. 7745O Annerod, am 21. August 1922. Bürgermeisterei Annerod. Horn. Die Gemeinde Stteder-Ohmen verkauft einen abgängigen Bullen auf dem Submissionswege. Angebote mit entsprechender Aufschrift wolle man bis zum Freitag, den 25. ds. Mts., nachmittags 2 Uhr, bei der unter- zeichneter Stelle einreichen, woselbst die Oeffnung der eingegangenen Angebote stattfindet. 7772V Bürgermeisterei Nieder-Ohmeu. Bekanntmachung. Die städtische Fuhrwerkswage vor dem Hause Nr. 63 in der Frankfutter Straße ist wegen Vornahme von Reparaturarbeiten bis auf weiteres geschloffen. Gießen, den 21. August 1922. 7755B Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. 6 c i b. Bekanntmachung. 3n unser Handelsregister Abt. A wurde eingetragen : Am 12. August 1922 a) bezüglich der Firma S. H. Sondheim, Gießen: Die Firma ist geSndett in Hessische Lack- und Farbenfabttb S. H. Sondheim, Gießen. In Weilburg ist eine Zweigniederlassung erttchtet. b) bezüglich der Firma Meyer Löber, Alten-Buseck: Die Firma ist erloschen. Am 14. August 1922 bezüglich der Firma Gustav Herget, Allendorf a. d. Lda.: Die Firma ist erloschen. Gießen, den 18. August 1922. (7747B Hessisches Amtsgericht. 1,55 1,59 1,43 3755,30 3764,70 3545,55 75.90 76,lü 67,41 456,82 458,07 679,15 739,05 740.95 425,95 599,25 600,75 559,30 Sauber! Schnell! Gut! Reell! 6876c Tapisserien^V r aller Art und Größe, Teppiche 1 Möbelstoffe, Kleidungsstücke, Fe!le reinigen und färben in bester, sachgemäßester Ausführung k Braubach & Fischer Heuenweg i Seitersweg 79a 1553 Gegr. )848 TeL 627