Nr. 144 Erscheint täglich, nutzer Sonn- und Feiertag«, mit derLamstagsbeilage: GietzenerFamilienblätter Monatliche vezugrpreife: Mk. 20.— und Mk. 2.— TrSgerlohn, durch di^Post Mk. 22.—, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. - Fernsprech- Anschlüsse: fiirdieSchrrft- leitung 112, für Verlag und (beichciftrstellc 51. Anschrift für Drahtnach- richten: Ameiaer Sietzen. poftschecttonlo: ÄtOTtfurt o. m. 11686. Donnerstag, 22. Juni 1922 112. Jahrgang SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen druck htiö Verlag. vrühl'sche Univ. Buch- und Steinöruderei R. Lange. Zchriftlettung, GeschSftrstelle und Druderet: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die läge-nummer d>« zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höbe für Anzeigen o. 34 mm Breit« örtlich 150 Pf. auswärt» 180 Pf.; für Wehlame» Anzeigen von 70 mm Breite 500 Pf. Bei Platz. Vorschrift 20"„Aufschlag. Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil. Karl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Deik, sämtlich in Gießen. Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Getreideumlage. Zu der Frage der Getreideurnlagc wird bon sachverständiger Seite geschrieben. Das Grundproblem in den gegenwärtigen Beratungen über die Getreidewirtschaft ist nicht mehr und nicht weniger als eine Produltionsfrage. Der deutschen Oesfentlichteit ist nicht mit Streitigkeiten über „Wucher der Agrarier", „Ausnutzung des Volles" auf der einen, „Son- dersteuer der Landwirtschaft" usw. aus der anderen Seite gedient. Landwirte wie Verbraucher können sich durchaus aus einen Standpunkt einigen, wenn in sachlicher Weise die Frage so gestellt wird: Wie kann die Landwirtschaft in die Lage versetzt werden, durch ausreichende Produktion dieVer- braucherschaft dauernd zu versorgen ? Ausreichende Produktion garantiert auch erträgliche Preise. Bon sozialdemokratischer Seite wurde im Reichstag behauptet, die Landwirtschaft sähe es teilweise für vorteilhaft an, die Produktion einzuschränken. An sich ist nicht zu bestreiten, daß ein Ueber- gang zur extensiven Wirtschaft durchaus höhere Reinerträge bringen kann. Aber die deutsche Landwirtschaft ist nicht so verantwortungslos, einen solchen Weg zu beschreiten, ohne dazu gezwungen zu werden. Zwangsläufig aber bewirkt jede Zwangswirtschaft die Lähmung der Produktion. Die Beweise sind so oft statistisch erbracht, daß wir auf sie an dieser Stelle verzichten können. Es sei nur erwähnt, dah der frühere Reichsernährungsminister Hermes, wie auch sein Borgänger, der Sozialdemokrat Robert Schmidt, auch der frühere preußische Landwirtschaftsminister, der Sozialdemokrat Otto Braun, und jetzt neuerdings der nunmehrige Reichs- «-rnährungSminister Fehr, mit aller Deutlichkeit diese Tatsache anerkannt haben. Deshalb hat sich auch Dr. Hermes im vorigen Jahre grundsätzlich für die freie Wirtschaft in dem jetzt beginnenden Wirtschaftsjahre ausgesprochen. Jetzt erscheint der Regierung das Wagnis zu groß. Es sei aber festgestellt, daß die Schwierigkeiten mit jedem Jahre wachsen werden. Wenn jetzt die Umlage wiederkehrt, weih kein Mensch, wann wir überhaupt zur freien Wirtschaft kommen werden. Wie werden nach einem Jahre die Preise auf dem Weltmarkt sein? Wird die deutsche Produktion unter dem Druck der neuen Zwangswirtschaft nicht wieder beängstigend zurückgehen? Es steht zu erwarten, daß die Landwirtschaft den Getreideanbau bei weiterem Zwang ein- schränken wird, vielleicht wird die Preispolitik der Regierung sie sogar dazu zwingen. Denn die behördlichen Preise sind bisher immer hinter der allgemeinen Verteuerung zurückgeblieben Rach aller BorauSsicht werden Düngemittel, Kohlen, Maschinen usw. weiter dauernd verteuert werden, während nur zwei Preisfestsetzungen für Umlage» getreide von der Regierung während des ganzen ZahreS vorgesehen sind. Der Demagoge beschränkt sich bei Erörterung dieser Fragen natürlich auf das müßige Geschwätz vom Geldüberfluh der Landwirtschaft. ES ist richtig, daß die ländlichen Hypotheken abgetragen sind, aber auch jeder Städter, sei er Arbeiter oder kleiner Beamter, hat bei der Geldentwertung Friedensschulden verhältnismäßig leicht abschütteln können. Der Landwirt, der heute Geld hamstert, tut dies auf Kosten seiner Betriebsleistungen. Die Kreditwünsche der wirllich intensiv wirtschaftenden Landwirte können schon heute von den Genossenschaften kaum noch befriedigt werden. Bor lauter Rechnerei mit Indexziffern und häufig demagogisch aufgemachten Statistiken hat ein großer Teil unseres Bolles leider das wirtschaftliche Denken verlernt. Daher fällt es den Agitatoren der Linken verhältnismäßig leicht, die Preisfrage in ihrer Bedeutung zu übertreiben. Heute grault die sozialdemokratische Presse ihre Leser mit der Ankündigung eines BrvtpreiseS von 40 bis 45 Mark. Dabei wird aber verschwiegen, welchen Einfluß eine gänzlich freie oder gänzlich gebundene Wirtschaft auf solche Preise haben kann. Der Preisunterschied zwischen markenfreiem und Markenbrot klärt über diese Zusammenhänge die praktisch rechnende Haus- frau weit besser auf. Ueberaus wesentlich ist bei allen solchen Berechnungen die Frage: welchen Anteil erhalt die Landwirtschaft am BrvtpreiS. So allein kann die Wirkung der freien Wirtschaft abgeschätzt werden. Im Frieden hielten sich Brot- und Ge- treidepreise ziemlich die Wage. Heute find im BrvtpreiS andere Bestandteile erheblich höher vertreten, wie z. B. Löhne. Frachten, Steuern, und nicht zu vergessen die Reichsgetreidestelle. Deren Kosten ebenso wie die Der Kommunalverbände bei freier Wirtschaft gespart würden. Die kürzlich in Berlin erfolgte Verteuerung des Brotes um eine Mari war ausschließlich auf neue Lohnforderungen Der Bäckergesellen zurückzuführen. Wir wollen es uns versagen. Die Kosten des Brotes im kvmmenDen Erntejahr zu berechnen, Da unzählige Faktoren überhaupt nicht abzuschätzen sinD. Daß der Unterschied Dee Preises bei freier ober Zw angS- wirtschaft, in Prozenten auSgeDrückt, v er» hältnismäßig gering fein muß, wirk) jeder anerkennen. Der bedenkt. Daß nur etwa Die Hälfte Des notwenDigen GetreiDeS Durch Die Umlage erfaßt werDen kann unD Dah für dieses Der Reichswirtschaftsrat, in Dem Der VerbraucherstanDpunkt gesiegt hat, Dreiviertel Des Marktpreises vorgeschlagen hat. An sich würDe Die Landwirtschaft nach ihren Erklärungen mit einem solchen Preise wahrscheinlich einverstanden sein und sich unter solchen Bedingungen begütigen lassen. Aber es liegt keine Gewähr dafür vor, daß bet einer erheblichen Verteuerung Der PrvDuktionsrnittel Der Staat Den beränDerten Verhältnissen Rechnung tragen würDe. Die Erfahrungen Der Zwangswirtschaft haben ständig das Gegenteil gelehrt. Aus das Nachdrücklichste muh natürlich jeder anständig gesinnte Landwirt wie Städter verlangen, dah der Notlage Der so arg beDrängtcn, versinkenDen Schicht unserer Kapital- und Sozialrentner,Witwen unD Waisen bei Der sprunghaften Verteuerung Der Lebenshaltung geholfen wird. Dazu sinD aber andere Mittel notwendig, als eine Getreideumlage. Würde Doch auch trotz ihrer Beibehaltung Der Brotpreis auf mindestens das Doppelte steigen. Das Grundübel, auf Das Die ganze Le- benSmifere zurückzuführen ist, ist und bleibt Der Versailler Friedensvertrag. Er bewirkt Die Verelendung unseres Bolles, Die aufzuhalten irgendein StaatSfozialismuS nicht beanspruchen kann. Ihr entgegenwirken kann bis zu einem gewissen Grade nur Die Anspannung aller produktiven Kräfte. Wer die Getreideumlage befürwortet, handelt diesem Grundsatz entgegen. Bon den Sozialisten wird man allerdings kaum erwarten können, daß sie Den Standpunkt Der ProDuktionSsteigerung als Den auSschlag- gebenDen anerkennen, nachdem sie erst kürzlich Die süDDeutschen Metallarbeiter wegen ein» bis zweistündiger wöchentlicher Mehrarbeit wochenlang hoben streiken lassen. Die Umlage vor dem Ausschuß. (Sine Entschließung der Rechten. Berlin, 21 3unt (WTB.) Der Reichs- tagsausschuh für Volkswirtschaft Hal heute das Gesetz über die Regelung des Verkehrs mit Getreide aus der Ernte 1922 behandelt. Abg. Rösicke (D.-Natl) wandte sich gegen die Vorlage unD überreichte eine Ent- schlichung Hepp (D. Vpt.) und Rö ficke (D.- Ratl.), in welcher die Reichsregierung u. a er- lucht wird, ungesäumt mit Den landwirtschaftlichen und Handelsvertretungen zwecks Lieferung je 4 5 0 000 Tonnen Brotgetreide b iS 15. 1 0. u n d 1 5. 1 2. 1 922 und von weiteren 900 000 Tonnen bi s 1 5. 2. 1 923 an das Reich zu dem aus den Berliner Notierungen der vorhergehenden zwei Monate ermittelten Durch- schnittspreife einzutreten und die zum Anlauf dieser Mengen erforderlichen Mittel bereitzu- sl eilen, sowie die Reichsgetreidestelle in die Lage »u sehen, während der Zeit vom 31. 10. 1922 brs 15. 8. 1923 die weiteren zur Versorgung Der De- völkmiing erfordert Mengen Brotgetreide im Auslande anzukaufen, aus Mitteln des Reiches 20 Milliarden Mark zur Verfügung zu stellen zwecks Verbilligung des aus den durch das Reich erworbenen Getreidemengen her- gestellten Brotes, Maßnahmen zur Verhinderung des spekulativen Handels mit inländischem Getreide und der Derfütterung von inländischem Roggen und Weizen zu treffen, sowie endlich die Ausfuhr von inländischem Getreide durch wirksame Maßnahmen zu verhindern. Der drohende Marksturz und die Abwehrmahnahmen. Berlin, 22. Iuni. Der Reichskanzler hatte gestern nachmtttag mit dem Reichs bank- präsidenten Haven st ein eine Besprechung. Es wurden dabei, der „Deutschen Allgem. Ztg." zufolge, die allgemeinen Fragen finanzielller Natur und etwaiger gegen die wettere Verschlechterung des Markkurses zu ergreifenden Maßnahmen besprochen. Der gestrigen Besprechung sollen in den nächsten Tagen weitere folgen. Die Verhandlungen mit dem Garantickomitee. Berlin, 22. Zuni. Bei Den Verhandlungen mit dem Garantiekomitee, Die gestern nachmittag begonnen haben, wurden [aut .B. T." vier Ausschüsse gebildet, und zwar ein Ausschuß für Einnahmen und Ausgaben, ein zweiter für die Frage der Kapitalflucht, ein dritter für das Problem Der schwebenden Schuld und ein vierter für Die Statistik.. Die Konferenz im Haag. Haag, 21 Juni. 'Wolff.) Die heutige Sitzung der nichtrussischen Kommission hat van KarnebeekS Ernennung zum Ebren- rorsihcnden bestätigt. Der holländische Delegierte P a t i j n wurde zum Vorsitzenden, Der Belgier Gattie r zum stellvertretenden Vorsitzenden Der nichttussifchen Kommission gewählt Greame-Eng- land, Alphand-Frankreich und Avezzano-Italien wurden zu Vorsttenden der Untcrkommissioncn für das private Eigentum, Schulden und Kredite ernannt. Der Vorsitzende und der stellvertretende Vorsitzende der nichtrussischen Kmnmission werden zusammen mit den Vorsitzenden der Unter« Kommissionen ein Turcau der Vorsitzenden bilden, das aber die Befugnisse Der nichtrussischen Kommission keineswegs beeinträchtigen darf. Pitijn wird sich mit dem Vorsitzenden der russischen Kom- misiion zu dem Zweck in Verbindung sehen, die Arbeitsmethoden der beiden Kommissionen ein* hritlich zu regeln. Die Sowjetregierung teilte bisher noch nicht offiziell die Namen ihrer Delegierten m£. nur wurde telegraphisch aus Moskau um Paßerleichtcrungen für Litwinow, Rakowski Krassin. Krestinski und Svkolnikow gebeten. Die rlnterkommission beginnt morgen mit den VvrbcreitungSarbeiten. Haag, 21. Juni. (WB.) In der heutigen Pressekonferenz erklärte Der französische Delegierte für die Hanger Konferenz, A l p h a n D, es sei nicht richtig, anzunehmen, daß es zwei Gruppen von Delegierten gebe, von Denen Die eine um jcDcn Preis sich mit Rußland verständigen wolle, währeird die andere um jeden Preis eine Verständigung verhindern wolle. Die englischen Delegierten wollten sich mit Rußland verständigen, aber nicht um jeden Preis. Die Moralität des Völkerrechts solle erschwert werden, allo werden Die Interessenten Frankreichs getroffen, die ar« Die Unterschrift einer Großmacht geglaubt Haden und durch ihre Industrie zum Wohle dieses Landes bei getragen Haden. In Genua habe man ein politisches Experiment gemacht. ES sei ein Fehlschlag gewesen Zeht mache man ein technisches Experiment, das möglicherweise Erfolg haben könne Wenn es Erfolg habe, so sei das gewiß Der ruhigen und friedlichen Atmosphäre im Haag zu verdanken London. 21. Zuni. (WB.) ReuterS Sonderberichter st atter meldet aus dem Haag, es sei wahrscheinlich, daß bet einer Der ersten Unter* rebungen mit den Russen Der Vorschlag gemacht werden würde, daß diese Vertreter für die Unter kommissioncn ernennen sollen in der Art Der nichtrussischen Untertom= Millionen, um dadurch Die Verhandlungen zu beiden Seiten zu erleichtern. Der allgemeine Eindruck scheine zu fein, daß es ratsam sein werde, zu allererst die Fragen zu erörtern, in denen keine Meinungsverschiedenheiten mit Rußland bestehen und zu gleicher Zett von den Russen soviel Informationen wie möglich zu erhalten, die als Wegweiser bei den Arbeiten der Kommissionen dienen konnten. Man hoffe, dah auf diese Weise eine Atmosphäre des Vertrauens geschaffen werde. Reftinski auf dem Wege nach dem Haag. Spandau. 22. Zuni. (WTD.) Gestern abend landete hier im Flugzeug von Moskau kommend der russische diplomatische Vertreter für Deutschland Krestinski mit drei Kurieren und 250 Kg. Kurierpost. Krestinski befindet sich auf der Reise nach dem Haag, um an Der Konferenz teilzunehmen. PoinearS über seinen Londoner Besuch. Paris, 21. 3unt (Havas.) Der Vorsitzende des Senatsausschusses für auswärtige Angelegenheiten Daumergue berichtete feinen Kollegen über Die 11 n t e r r e D u n g. Die er heute vormittag mit Pvincare gehabt hat. P o i n c a r £ gab seiner Befriedigung MiSdruck über Den Empfang, der ihm in London bereitet wurde und der einen tiefen Eindruck aus ihn machte. Es scheine, dah die englische öffentliche Meinung auf ©tunD Der Ereignisse von Genua und ihrer Folgen heute mehr als früher die Haltung Frankreichs gegenüber den Sowjets und Den Wert Der Grundsätze verstehe, die Frankreich auch weiterhin verteidigen werde. Die Zusammenkunft der beiden Ministerdräsidenten sei von Anbeginn an schon vor dem Meinungsaustausch sehr herz- lich gewesen. Pvincare habe Lloyd George davon verständigt, dah Die französische Regierung Den Entschluh gefaßt habe, sich bei Den Konferenzen im Haag vertreten zu lassen. Diese Erklärung sei mit großer Genugtuung ent» gegengenununen worden. Die beiden Ministerpräsidenten hätten sodann Die Tagesfragen erwogen In Der Angelegenheit der Reparationen sei die englische Regierung entschlossen, keine Derminderung der deutschen Schuld in Erwägung zu ziehen. Sie sei dafür, die Ausführung jeder Kontrolle zu fordern. Falls Deullch- land schlechten Willen zeige, würden die Alliierten sich verständigen, um es zu veranlassen, sich zu fügen. Bezüglich des Orients scheinen die französischen und englischen Ansichten sich nicht geändert zu haben. Die beiden Regierungen seien jedoch zu jedem Metturngsaustausch unD Entgegenkommen bereit In Der Frage von Tanger würde sich zweifellos bei gegensett'gem guten Willen ein ilcbercintommcn errieten lasten. Es fei vereinbart worden, daß diese Frage den Gegenstand tzemnachsiiger Besprechungen bilden solle, zu Denen entweder Pvincare nach London oder Lloyd George nach Frankreich kommen werde, je nad)öcm Die ^Notwendigkeiten des parlamentarischen Lebens der beiden Länder cs erlaubten Unter Bezugnahme auf die französisch-englischen Besprechungen vom Jahre 1921 war gemeldet worden, daß Briand dem Ausschuß gesagt tzabe, er habe sich mit der britischen Regierung Darüber verständigt, dah Die BesetzungS- zett des linken RheinuferS noch nicht zu lausen begonnen habe. Pvincare habe erklärt, er habe Darüber nichts erfahren können. Nach Prüfung der Angelegenheit fci_ festgestellt worden, daß ein Bericht Der Sachverständigen vorn Januar 1921 existiert, in dem die Vertagung des Termins des Beginns Der Besetzung-dauer als eine der möglichen Sanktionen vorgesehen ist Der Oberste Rat habe in diesem Punkte jedoch keine Entscheidung getroffen. Pari«, 21. Iuni. (Havas.) Der Kam« merausschuh für auswärtige Angelegenheiten nahm die Erklärungen deS Fi« nanzministers und des Ministers für die befreiten Gebiete über Den Gesehentwu rf betreffend Die Sachlieferungen entgegen Der Ausschuß will in den nächsten Tagen über die Konklusionen seines Berichterstatters 'Beschluß fassen Der Berichterstatter glaubt, feinen Bericht in der nächsten Woche der Kammer unterbreiten zu können. Das deutsche Vermögen in Frankreich. Pa ris, 22. Juni. (WTD.) Der Abgeordnete B e r t l) o l e t brachte in Der Kammer eine Interpellation ein, um Auskunft zu erhalten über die Liqu ida ti o n deS beschlagnahmten deutschen Vermögens durch Iwangsver- waltung. (Silbe der spanischen Marokkoaktio». Madrid. 22. Zuni (WTD.) „El Sol" bertd^ei. daß die militärische Aktion in Marokko endgültig beendet ist. Eine Schiffahrtsgesellschaft hat von der Regierung den Auftrag erhallen, 20 Schiffe bereitzuhallen, um Die Expeditionstruppen nach Spanien zurudzu- holen Die Zerreißung Oberschlesreus. Berlin, 21. Iuni. (WTB.) AuS Oberschlesien wird gemeldet: Die Einführung der gemischten Kommission und deS Schiedsgerichts ist für heute vorgesehen. Calonder als Präsident der gemischten Kom- mistion wird heute vormtttag in Kattowih und Äädenbed als Präsident des Schiedsgerichts heute nachmtttag in Beuthen eingeführt. Der polnische Generalkonsul wird Den polnischen Vertretet und Staatssekretär a. D. Lewald die deuffchen Vertreter beider Körperschaften einführen. Heute vormittag zog eine Hundertschaft wchupo, von Reihe kommend, in Leobschütz ein. Die polnische Polizei rückte in Königshütte ein. Dori ist alles ruhig. Für morgen ist der Abzug Der Italiener (200 Mann) aus dem Kreise Leobschütz vorgesehen. Heute wird in Oppeln voraussichtlich bet Amnestievertrag zwischen dem deutschen Vertreter, Dem Gesandten Eckhardt und dem polnischen Minister Seyda unterzeichnet Aus dem Reiche. Die Frage der Reichspräsidentenwahl. Berlin, 22. Zum. Wie die Blätter melden, wurde in der gestrigen Sitzung des Reichs- kabinetts auch die Frage Der Wahl des Reichspräsidenten angeschnitten. Der Reichskanzler erklärte, dah er nut Den Führern bet Koalitionsparteien voraussichtlich in Den nächsten Tagen, auf jeden Fall jedoch noch vor Eintritt Der Parlamentsserien, über Die Frage in Fühlung treten werde. Die neuen Erhöhungen der Deanttengehälter. Berlin, 22. Zuni. Das Reichs ka binett billigte gestern in einer KabniettssitzUng Die neue Beamtendes old r ngsvorla ge. Die eine 4 0- prozentige Erhöhung Der verhältnismäßigen Teuerungszuschläge vorsieht. Ferner wurde laut ,B. T." für Die Beamten Der Reichsministerien eine besondere Ministerial- z u. läge bewilligt Aus diese Weise wird man Die besten Beamten in die Ministerien bringen unD Den Andrang zu Den Ministerien vergrößern. Die Ministerialzulagen sollen bei den 2llnts- gehilsen 3000 Mk., bei den obersten Stufen, von den Ministerialräten an, 12 000 Mk. betragen. Weiter soft Die Kinderzulage Der Beamten um 40 Prozent erhöht werden. 11. Deutscher Gewerkschaftskongreß. Leipzig, 21. 3unt Der 11. deutsche Gewerkschaftskongreß wurde am Montag vormittag im Saale des Zoc logischen Gartens durch Den Vorsitzenden des Allgemeinen Deutschen Gewerftchaftsbundes Leiva r t in Anwesenheit von etwa 700 Abgeordneten und einer großen Anzahl Ehrengäste eröffnet. Die Reichsregierung war durch Den Reichswirtschcftsminister Schmidt, Den Reichs« arbeitsminifier Dr. Brauns und Den Staatssekretär Dr. Geib vertreten, Die preußische Regierung durch Hank elsminister Sie ring und Geheimrat A b i ch t, die sächsische Landesregierung durch Arbeitsminister 2 ist a u und Wirtschaft^» I Minister Fellisch- Im Namen Der ReichSregierung begrüßte, jMin.iper BrsunS den o W6* feft, Latz daL ReiHsarbettsmtnisterium unb die GrMertschaften überall, wo gewertschaftlichs Grundsätze in Frage kommen, reibungslos auf dem Boden gegcnsell gen Vertrauens zusamm^narbm- ten. Die Reichsregierung sei sich der großen Be° Deutung der Gewerkschaften für Las Staats leben bewußt. 3n be^ug auf die Stellung der Gewerkschaften zum Staat betonte dec Minister, baß der Staat nicht lediglich eine Wirtschrftsorganl- Ifation und rroch weniger eine Wirtschaftsorganisation im Interesse eines einzelnen Standes oder einer einzelnen Klasse darstelle. Das schließe aber nicht aus, bah die Geroerlfchaften ihrer änderen 'Bedeutung entsprechend einen größeren Einfluß ES früher auf das Staatsleben ausübten. 3n der Nachmi ttagssihung erstattete der Dor- fftzerrde Lei Part den Bericht des Bundesvorstandes. Gr gedachte zunächst der Oberschlesier, die in diesen Tagen endgültig vom Reiche los- griffen werden, und widmete ihnen namens des 'Gewerkschaftsbundes herzliche Abschiedsworte. Der Redner wies dann die Borwürfe zurück, di: dem -Bundesvorstände wegen seiner Haltung b:tm 'setzten Eisenbahnerstreik gemacht worden sind. Der Borsland stehe auf dem Standpunkt, Vast ein -Streik der Eisenbahner nur zulässig fei, nachdem auch die letzten Berständigiingsmittel erschöpft seien. Am 2. Berhandlungstage wurde in die Aus- sprache über den Bericht des Bundesvorstandes eingetreten Als erster Redner der Opposition erhielt der Kommunist Walcher von ben Metallarbeitern das Wort. Er erklärte, bah das Mitbesiimmungsrecht der Arbeiter, Angestellten und Beamten in der letzten Zeit immer mehr verkümmert sei. Das sei die Folge der falschen taktischen Einstellung des Bundesvorstandes. Die Einstellung der freien Gewerkschaften in die Frage der Ersüllungspolctik bedeute eine Gefährdung des Achtstundentages nicht nur für die Arbeiter Deutschlands, sondern dec ganzen Welt. Aufgedecktes Waffenlager. Berlin, 21. Juni. (Wolff.) Durch Berliner Kriminalbeamte wurde, wie der amtliche preußische Pressedienst mitteilt, in der Nacht zum 21. Zuni in Jüterbog ein großes Waffen lager entdeckt. Der den früheren Baltikumtruppen angehörende Oberleutnant Deutscher hatte versucht, das Jüterboger Waffenlager in Berlin an den Mann zu bringen und war dabei mit Berliner Kriminalbeamten in Verbindung getreten, ohne es zu wissen, daß er es mit solchen zu tun habe. Er wurde verhaftet. Das Waffenlager wurde ausgehvben. Es handelt sich um zwei vollständige schwere Maschinengewehre, 206 Gewehre, 150 Handgranaten, fünf Gurtfüller, mehrere 100 000 Stück Munition für Gewehre und Maschinengewehre, ferner Leuchtmunittvn. Politische Aussprache im Reichstage. Ein Tag der Interpellationen. 23L Sitzung, 2 iU)r nachmittags. Berlin, 21. Juni 1922. Zweite Beratung des Gesetzes über die Anwendung des Wiesbadener und Demelmans- Sachlleserungsablommens in Verbindung mit den Interpellationen der Deutschnationalen gegen das Wiesbadener Abkommen, der Deutschen Volls- bartei gegen die Neutralisierung der Rheinlande durch England und Frankreich, der Unabhängigen über die Pariser Reparationsverhandlungen und des Zentrums gegen die Eisenbahnzerstörung im besetzten Gebiet und gegen die Zustände int Saargebiet. Ferner steht kms Weißbuch der Regierung zur Reparationsfrage zur Beratung. Namens des Ausschusses beantragt Abg. Dernburg die unveränderte A.rnahme des Sachlieferungsabkvmmens. Abg. Dr. Reichert (D.-Nall.) begründet die Interpellation feiner Partei, welche der früheren Regierung den Vorwurf macht, sie habe mit dem ohne Zustimmung des Reichstags erfolgten Abschluß des Wiesbadener Abkommens einen Derfalsungsbruch begangen. Sic fragt, ob die jetzige Regierung die Verantwortung dafür übernehmen wolle. Redner greift den Außenminister Rathenau aufs heftigste an und wirft ihm Hebertreibung der Erfüllungspolitik vor, . ohne daß es gelungen fei. Framreich zu beschwichtigen und Oberschlesien zu retten. Der größte Fehler, der Erfüllungspolitik sei, daß sie 'in der Welt den falschen Eindruck erwecke, als . tonne das deutsche Volk noch mehr leisten. Redner 1 fordert vom Reichskanzler Antwort auf die Frage, j wann endlich der Verelendung unseres Volkes durch die übertriebene Erfüllungspolitik ein Ende » gemacht werden solle. Abg. M o l d e n h a u e r lD. Vpt.) begründet die Interpellation seiner Fraktion mit bezug aus das Gerücht, daß zwischen England und Frankreich eine Neutralisierung des besetzten Rheinlands vereinbart sei, um den Rheinlanden nach Art des Saargebiets eine Autonomie unter französischer Oberaufsicht zu geben. Redner er» Härt eine wirkliche Reparation für unmöglich, solange die Reparationslasten für die unerhört kostspieligen Besahungstruppen vergeudet würden. Redner gibt zahlenmäßige Belege hierfür. Der Abgeordnete sucht dann nachzuweisen, daß Frankreich seit dem Friedensschluss niemals die Vläne aufgegeben habe, die Rhein lande durch eine 6cbelnautonoinie von Deutschland loszureißen. Dazu komme die Förderung der rheinischen Hoch- i Verräter. Aber alle diese Pläne werden an der unerschütterlichen Reichstreue der Rheinländer > scheitern. Abg. Lewi (11.) betont in Begründung seiner Interpellation über die Pariser Reparationsverhandlungen die Notwendigkeit, an der Erfüllungspolitik festzuhalten. Aber diese Erfüllungspolitik müsse einheitlich betrieben werden und in der Innenpolitik ihre Ergänzung finden. Es gehe nicht länger an, daß das Reichswehrministerium die politisch sehr bedenkliche Prv- pagandareise des Generalfeldmarschalls von Hindenburg fördere oder durch Streiche wie die Ernennung der Kappisten Lowenfeldt zum Schiffskommandanten die planmäßige Außenpolitik des Reichskanzlers durchkreuze. Abg. Dr. Lauscher (Z.) begründet die Interpellation, welche sich gegen die Zerstörung einer ganzen Reihe wirtschaftlich bedeutsamer Eisenbahnbauten im besetzten Rheinland wendet. Cs handelt sich hier um eine völlig sinnlose Verschleuderung wirtschaftlicher Werte, wofür um so weniger Anlaß vorliegt, als nach Durchführung der Entwaffnung den bedachten Eisenbahnanlagen eine militärische Bedeutung nicht mehr beigemeffen werden kann. Von der in der Botschaftertonferenz behaupteten „schonenden Rücksichtnahme auf das deutsche Wirtschaftsleben" sei in diesem Zerstörungsprogramm nicht das mindeste zu spüren. Diese Zcrstörungspolitik sei nur zu erklären aus dem sinnlosen Vernichtungswillen, den wir zuerst bei den Waffenstillstandsverhandlungen kennen gelernt hätten. Diese Politik beweist, daß Frankreich mit der rheinischen Bevölkerung sehr unzufrieden ist. Dazu habe es auch allen Grund, denn die Haltung der rheinischen Bevölkerung könne ein Vorbild für das ganze deutsche Volk fein. Möge die Regierung daher den denkbar schärfsten Protest gegen die Zerstörungspläne einlegen und die Wirtschaft der Rheinlande schützen. Ihr Deutschtum werden die Rheinländer selbst schützen. Abg. Bell (Z.) begründet seine Interpellation wegen der Französisierungsbestrebungen im Saargebiet. Die Nichtachtung des Versailler Vertrages werde dadurch bewiesen, daß die Re- gierungslommission französische Truppen im Saargebiet belasse, französische Kriegsgerichte und Gendarmerie einsetze, die Vertretung der Auslands- intereffen an Frankreich übertrage, französisches Geld einführe, das Schulwesen sranzösisiere und politisch mißliebige Personen in Massen ausweife. Der Redner schließt, in neuerer Zeit fei die Bevölkerung des Saargebietes durch immer weitere Willlürmatznahmen der Regierungskommission bedrückt worden. Die leitenden Stellen in der Beamtenschaft seien gegen Recht und Vertrag mit Franzosen besetzt und die Wünsche der 'Bevölkerung vollständig mißachtet worden. Wir mühten vor aller Dell dem Rheinland zurufen: „Harret aus, auch Euch wird die Stunde der Erlösung schlagen. Der ist in tiefster Seele treu, der die Heimat liebt wie du". (Lebhafter Beifall.) Staatssekretär Müller erklärt zur deutsch- nationalen Interpellation, in dem Abschluß des Wiesbadener Abkommens sei keine Verletzung der Verfassung oder des Etatrechtes des Reichstages zu erblicken. Minister des Oleuhern Rathenau beantwortet die übrigen Interpellationen. Zu dem angeblichen Neutralisierungsplan der Rheinlande erklärt er, daß solche Pläne nur unter dem Bruch des Versailler Vertrages verwirllicht werden könnten. Die Reichsregierung crfiört, daß sie niemals unter irgendwelchen Zugeständnissen damit einverstanden fein wird, daß die Rheinlande preisgegeben oder in ihrem Bestände geschädigt werden. (Lebhafter Beifall.) Zur Interpellation über die Eisenbahnzerstörungspläne erklärt der Minister, der Friedensvertrag gebe den Alliierten nur bas Recht, sich gegen deutsche Kriegsvorbereitungen zu schützen, nicht aber, störend und zerstörend in das deutsche Wirtschaftsleben einzugreifen. Die Reichsregiei-ung werde kein Mittel unversucht lassen, um die Botschaftertonferenz von der Ausführung ihres auf falschen Voraussetzungen beruhenden Planes abzubringen. In Beantwortung der Saargebiets-Interpellation betont Dr. Rathenau die uitgla iblid> komplizierte Rechtsstellung des von cir.tr deutschen Bevölkerung bewohnten deutschen Saar- gebiets. Die Bevölkerung habe nicht das Recht der Mitbestimmung über ihre Geschicke. Sie werde regiert tote tm Zeitalter des aufgeklärten Absolutismus. Wem, der Völkerbund mit der Ausübung eines solchen Regimes betraut ist, so ist das eine Entwürdigung der Idee des Völkerbundes. (Lebh. Zustimmung.) Rathenau schließt: Die Art, wie die Regierungskommission di7. Frankentoährung rm Srargebiet eingfführt hat, ist vertragswidrig und schädigt die Industrie des Saargebiets außerordentlich. Die Regierangs- iommission verwaltet das Land nicht, wie es ihre Pflicht als Treuhänder ist, sondern bevorzugt vertragswidrig den französischen Staat. Cs ist eine unbestreitbare Vertragsverletzung, daß sich im Saargebiet noch immer französische Truppen befinden und eine französische Gendarmerie, welche u. a. die Aufgabe hat, über politisch her- vortretende Persönlichkeiten Listen zu führen und die Beamtenschaft unaif fällig zu überwachen. Es ist widersinnig, daß die deutsche Bevölkerung des Saargebiets außenpolitisch durch Frankreich vertreten wird. Die Zumutung, ihr auch die Vertretung der in Deutschland wohnenden Einwohner aus dem Saargebiet zu übertragen, haben wir natürlich abgelehnt. Wenn die Regierungskommission einen besonderen Begriff „Saarländer" schaffen und das deutsche oaargebiet Deutschland gegenüber zum Ausland machen will, verstößt sie gegen den Friedensvertrag. Eine weitere Vertragsverletzung ist die Französisierung des Schulwesens. Unsere wiederholten Beschwerden haben nicht die gebührende Beachtung gef.ntbcii, dennoch wird die Regierung ihre Verficht in dieser Richtung nicht aufgeben. Reichsfinanzmmister Dr. Hermes schildert zur setzten Interpellation der Unabhängigen das Ergebnis der Pariser Anleiheverhandlnngen und spricht die Hoffnung aus, daß die vertagten An- leiheverhandlungen bald wieder auf genommen werden. Heber die Maßnahmen, die ber ein'em Zustandekommen der Anleihe zu schaffen sind, habe die Regierung noch Temen Beschluß gefaßt. Die Besprechung der Interpellationen wird nach 6 Ähr auf ncorgem nachmittag 2 Ahr vertagt. Aus Stadt und Land. Dießen, den 22. Ium 1922. Wettervoraussage für Freitag: Wollig biS heiter, trocken, westliche Winde. Die nördliche Depreffion hat erneut das atlantische Hochdruckgebiet etwas zrrückgedrängt, führt aber noch immer keine Aendernng der Wetterlage herbei. •• Eine Sitzung des Provinzial- Ausschusses der Provinz Oberhessen findet am kommenden Samstag, vormittags Sy-.- ll.hr, Im Regierungsgebäude zu Gießen, Landgras- PhilippSplatz Nr. 3 statt mit folgender Tagesordnung: Klage des Ortsarmenverbands Marburg gegen den Ortsarmenverband Friedberg wegen Ersatzes von Pflegekosten für das Kindes Heizers Franz Filtkau zu Friedberg in Höhe von 868 Mk. 81.2 Ufjr. ** Zur Feier der Sommersonnenwende veranstaltete bet Hochschulring Deutscher Art an der Landesuniversität geftern abend einen Fackelzug, der vom Wetter begünstigt wohl gelang. An der ilnioerfität vorbei bewegte sich der farbenfrohe Zug durch die Straßen der Stadt nach der Hardt, wo die Teilnehmer sich um den Dismarckturm sammelten. Don dessen Fuße aus sprach Professor Schian von Herzen kommende und zu Herzen gehende Worte. Zu wahren gilt es das Erbe Bismarcks, das da ist: Deutscher .Dank, deutsche Treue, deutsche Sehnsucht und deutscher Wille. Dank an ben, ber das Reich schuf und an die, die es trugen und schirmten: Treue zum deutschen Volkstum und insbesondere zu den Brüdern tm besetzten und-im», von uns geriffenen Gebiet, Sehnsucht mich einer besseren Zukunft, nach einer neuen Herrlichkeit des Reiches und Wille zur Einigkett und zur Mitarbett am Wiederaufbau. Als ein Zeichen des Gelöbnisses zu diesem Vermächtnis des Altreichskanzlers fangen die Versammelten baä Deutschland-Lied. Die zusammengeworfenen Fackeln lohten gen Himmel und gaben Zeugnis vom Deutschbekenntnis des Gießener Hochschulringes. ** FürdieStudentenhilfe. AlsRem- ertrag des durch die Schättlersche Musikschule am vorigen Freitag im hiesigen Studentenheim abgehaltenen Kammermusik-Abends wurden 1227 Mark an die Studentenhilfe abgeführt. ** Wohnungsbauabgabe. Von zuständiger Seite wird uns geschrieben: Die den Hauseigentümern zugestcltten Wohnungsbauabgabebescheibe gelten nur für die Zeit vom 1. Jan. bis 31. März 1922. Die Abgabe beträgt für dieses letzte Vierteljahr des Rechnungsjahres 1921 60 Pf. für je 100 Mk. BrandversicherungSwert. Für das Rechnungsjahr 1922 können die Abgabe- befcheide erst später ben Hauseigentümern zugestellt werden. Die Wohnungsabgabe wird von den Hauseigentümern erhoben, jedoch ist jeder Mieter verpflichtet, seinen Anteil entsprechender Wohnungsmiete dem Hauseigentümer zu ersetzen. Bei Streitigkeiten über die Verteilung der Abgabe entscheidet das Mieteinigungsamt endgültig. Selbstverständlich entstehen ben Beteiligten hierdurch sehr große Kosten, die vermieden werben können. Eine Verstänbigung zwischen Hauseigentümer und Mieter ist daher im eigenen Interesse bringend anzuraten. **Strahenreinigungs-undMüll- abfuhrgedühren. Von zuständiger Seite wird uns mitgeteilt: Die Stcuerzcttel über die Straßenreinigungs- und Müllabfuh. gebühr sind den Hauseigentümern zugegange,. Aus dem Steuerzettel ist die Verteilung der Gebühr auf die einzelnen Stockwerke und Wohnungen zr er sehen. Jeder Mieter ist verpflichtet, den aus'feine Wohnung cntfaUenben Betrag dem Vermieter z.i erfeben. Im Weigerungssal' wird die Gebühr von dem Mieter zwangsweise beigetrieben. 3eber Eigentümer eines bebauten oder in bebauten an einer Straße gelegenen Grundstücks oder eines selbstäirdigen Teiles ist verpflichtet, für die Rein' gung der Straßen und Fußsteig' and für bk Abhcstung von Hauskehricht die Gebühr zu zahlen *• Vom Städtischen Gaswerk wird uns auf eine Anfrage mitgeteilt, bah infolge der Kohlennot dem Wert nicht die Kohlen zugeführt werden können, die es benötigt. Insolgrtxffen ist es immer noch gezwungen, Sperrstunden einzuhalten, während bereit der Gasdruck ganz bedeutend herabgesetzt ist. Diese Stunden bauern früh von 8—10l/2 lllhr, natfy mittags von l1/-—6>/- älhr und nachts von 12l/2—5 Llhr. ** Ein 13jähriger Llhrendieb. Am Montag wurde in einer hiesigen Badeanstalt eine goldene Herrenuhr im Werte von 22 000 Mark entwendet. Am Dienstag vormittag gegen 9tthr beobachtete nun ein Herr einen 13jäf>rigen Jungen, ber mit Zeitungstragen in der Frankfurter Straße beschäftigt war, wie sich dieser mit einer goldenen lllhr in der Hand zu schaffen machte und benachrichtigte sofort die Polizei, die feststellte, daß es sich um Die in der Badeanstalt gestohlene lllhr handelte. Diese konnte dem Geschädigten wieder ausgehändigt werben. Eine bei dem Täter und zwei Komplizen vorgenommene Durchsuchung Mem Vetter Jolua. Roman von Richard Skvwrvnnek. 17. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „'Ser Winter Dergtng und das Frühjahr tarn, und mit ihm der Tag, an dem ich Helene zum ersten Male wiedersah. Sie war blaß und abgezehrt, und von ihrem lieben Geftcht sah man 'fast nichts, als die großen blauen Argen. Ein 'Wagen stand vor der Tür, die Iustizräiin stieg mit ihr ein und hüllte sie sorgfältig in wärmende Decken. Ich stand hinter dem Vorhang meines Fensters verborgen, sah, tote sie ber Iustizrätiu dankbar zulächelte, dann zogen die Pferde an -und ber Wagen fuhr weiter. Meine etube toirbc wir zu enge, ich ging hinaus und trieb mich ein paar Stunden lang ziellos in ben Straßen naher. Ich schmiedete die abenteuerlichsten Pläne für bic Zükunft, sah mich mit Helene allein in einem kleinen Häuschen im Urtoalö, wohin wir ans vor ber Welt und ben Menschen geflüchtet hatten Nichts störte unser Glück — nrr das eine war zwischen uns, aber daran wollten wir ja nicht -denken, das sollte ja für immer ausgelöscht und vergessen sein! Ich zwang meine Gedanken mit stDewall auf ein andres Ziel, aber sie kehrten immer toieber auf den einen Punkt zurück. Wie hatte meine Mutter gesagt? ,Was zwischen euch ,steht, das wäscht kein Regen aus?' - - „Eines Tages wieder waren fast sechs Wochen Vergangen — sah ich von meinem Schreibtische ei dem Gedanken, Helene tn <:.tc von neuem trank werden, wenn ich so unnerm itet vor fle hin träte, bann aber griff ich nach meinem Hute and eilte auf bk Straße Einmal mußte es doch zwischen an« zu eine Aussprache kommen. Die Rolle des Toggenbgers, bre ich damals spielte, das konnte doch nicht das Ende sein?! „Ich lieh Helene einen wetten Vorsprung, im nicht zu früh von ihr bemerkt zu traben, und schritt erst schärfer aas. als sie über bi? N ■ in ben Tiergarten iinein-jegang: x war. Ass ich j4L fast eingeholt hatte und noch immer pochen den Herzens überlegte, ob ich doch nicht lieber umkehren sollte, blieb sie plötzlich stehen, wandte sich um und blickte mir ruhigen Gesichtes entgegen. Das verschlug mir die Rede, ich tonnte kein Wort von dem herausbrrngen, was ich für diesen Augenblick mir zurechtgelegt hatte, ich griff nur nach ihrer Hand und preßte sie an mehre Lippen i „ilnb da fing sie zuerst an zu sprechen, genai so wie damals, als wir uns vor mehr als einem Jahre im Pfarrhause gegenüber standen. „Ich wußte, daß du kommen würbest, inb darum habe ich die Tante Stellter gebeten, mich heute allein gehen zu lassen, so sehr sie sich a ich dagegen sträubte. Ich kann es nicht länger mit ansehen, daß du dich am mich grämst and deine Zukunft on mich hängst, und brim bitte ich dich, laß von mir ab und versuche, mich za vergessen.' „.3d) tarnt nicht, Helene!' ..Sie schüttelte mit dem Kopfe und wehrte ob, als ich von neuem nach ihrer Hand greifen; wollte. ,.,Wn zwei dürfen einander auf dieser Welt nicht gef oren. Es steht zwar geschrieben, die Liebe überwindet alles, aber so sehr ich auch mit mir gerungen habe, ich kann es nicht vergessen, daß Georg Reiner um mrtaettoil'en hat ft erben müssen. Widersprich mir nicht, fuhr sie fort, als sie sah, baß ich aufbegehren wollte, ,ich muß doch die Wahrheit sage-i, und die Wahrheit ist, daß Georg noch heute leben würde, wenn du mich nicht gekannt hättest. Hab drum bitte ich dich geh von hier fort, vielleicht daß C6 uns beiden ternn leichter wirb, ein neues Leben zu beginnen!' „.Helene, wenn du mich wirtlich lieb hättest, dann würdest tu nicht so sprechen!' „Ihre Augen füllten sich mit Tränen. .,,Gott weiß, wie ich dich liebe! Ich habe ihn wohl tausendmal gebeten, mein Leben zu nehmen und dich dafür glücklich zu machen. Er hat es nicht gewollt, sondern mich cm Leben g.lassen, wohl weil ich für die Schuld, die ich do nals au) mich lud. als ich tid) zum ersten Ille sah, noch nicht genug gebüßt txj.be/ ..Ich rtv sic in meine Arme, küßte ihr die l erlenben Tränen aus d' > Wimpern und knirschte o.Zch tänn nicht von dir taffen, Helene, ich kann tacht. Komm, laß uns von hier fortgehen, irgendwohin, wo uns niemand kennt. Wie da in Wahrhrtt gegen mich gesonnen bist, habe ich ja damals gemerkt, als wir uns zum ersten Male wiedersahen, und es ist nur diese alte Fraa, die dich gegen mich aufhetzt. Wenn wir altain miteinander- sind, werden wir beide vergessen/ „ Saft heftig entwand sie sich mir und trat einen Schritt zurück. Eine jähe Röte färbte rhr Hals und Wangen. ...Nein/ tagte fie Laut, .unser Zusammensein würde eine immerwährende und stets sich erneuernde Sünde sein, denn Gott läßt sich nicht spotten. Er hat mir den Weg gewiesen, ben ich zu gehen habe. Trachte auch du danach, daß b.o ihn findest st „Erschreckt sah ich sie an. Ihre Augen leuchteten hi einem überirdischen Glanze, und von der Röte, die ihr ganzes Gesicht bedeckt hatte, waren nur zwei runde Flecke übrig geblieben, bic wie Male auf ihren Wangen brannten. „Ein Wagen tarn vorübergefahren, ich winkte den Kutscher heran, hob Helene hinein und fuhr mit ihr nach Hause. „Sie ließ alles ruhig mit sich geschehen, während der ganzen Fahrt sprachen wir kein Wort, nut als ich ihr beim Aussteigen hals, drückte sie meine Hand und sagte leise: ,Ich werde zam lieben Gott beten, daß er dir seinen Frieden schenkt!' 'Dann schlug die Ha.rstür hinter ihr zu, und ich fing allmählich an za begreifen, das alles zu Ende war." — — Josua erhob sich schwer von seinem Stuhle und ging an* mir vorüber die Treppe herunter nach dem Hofe zu. Ich wollte ihm folgen, doch er wehrte mit einer Handbewegung ab: „Laß man, mein Jungchen, es geht schon vorüber. Ich muß nur ein paar Augenblicke mit mir allein sein." Der Mond war aufgegangen, feine schmale Sichel hing zwischen ein paar bleichen Sternen cm Himmel, und ein feiner Nebel zog in langen Streifen um die schon h-lb kahlen 'Bäume des Gartens. I-n ber tiefen Stille vernahm ich "beute ück, wie Josua mit unruhigen Schrittmr ben Hof durchmaß. Endlich kehrte er wieder und schalt mich, N eil ich das Trink:.r ganz und gar vergeßen halte. Der Ton, in dem er das sagte, sollte scherzhaft Hingen, aber mir tat er in der i^eele weh. Ich schlang meinen Arm um ihn und legte meinen 5tobf an feine Brust. Eine Weile duldete er mich so, ich füllte, wie seine Hand auf meinen Haaren lag, bann schob ec mich von sich: ja, ich weiß es. du hast mich gern und meinst es gut mit mir. Unb eigentlich ist es 'ne Sünde und Schande, daß ich dein junges Herz mit meinem Leid belaste, aber einmal mußte ich mir Luft machen. Ich hab' es lange allein mit mir herumgetragen. Aber wett du doch morgen fortgehst, und ich weiß nicht, ob wir noch öfter hier beifarnnrensitzen werden, da wollte ich dich nicht scheiden lassen, ohne dir zu erklären, wie es kam, daß ich so getoorben bin — ein ., halber Narrt, wie mich mente Illachbarn nicht ohne eine gewisse Berechtigung nennen . . . „ttnd nun scheut bic ein und hör mir zu. Meine Geschichte hat nämlich auch ein sogenanntes Ende, fein erbauliches freilich, sondern ettts. in dem der Held eine ziemlich klägliche Rolle spielt. Wemt ich damals ein wirtlicher Held gewesen wäre, so einer, tote er in ben Romanen ^schrieben wird, dann hätte ich den „großen Schmerz meines Lebens" oertounben und wäre ein tüchtiger Kammergerichtsreferendar geworden. Da ich aber wohl das Zeug dazu nicht in mir hatte, so verlor ich mit Helene alles, was mir bis dahin Hall gegeben hatte, geriet unter die Torfeber und muri mich dein ersten besten Frauenzimmer an den Hals, das mir über den Weg lief. Das heißt nicht gleich am selben Tage, sondern ein paar Monate später. Auf den Zeitpuntt kommt es dabei ja schließlich nicht an. — .Also sie hieß Maggie Blvtoer und war eine ‘S^itfcbamerifanerin, die Frau eines reichen Whislygroßhändlers aus Ontaha: sie war allein feröbei gekommen, um Verwandte in der Alten Well wiederzüsehen oder ein Bad zu besuchen, bas ihr der Arzt gegen ein eingebildetes Leiben verschrieben hatte. „Wie sie In das kleine Hotel in der Mittete st ratze geraten war, in dem ich mit einigen alten Korpsstudenten und Kollegen zu Mittag ah, weiß ich incht. Eines Tages erschien sie, alß wir schon die S^rpPe hinter uns hatten, imb da ich der Letzte in ber Reihe war, so geleitete der Wirt fie auf den neben mir freien Platz. (Forts folgt.) für « «ts d°> ZsD SSe «ch Ä,™ rfW'il tasfc ALL tf®SS HÜr!LUJWtal- JMdje Nifi-Dult W büldenleicheim fe 1221 bgeführl. bgobr. Uon iu, l°stzeben: Sic den •' ^t'bnunQßbauah’ Zeit hom 1. JMabc betrügt für «cchnungsjahreSlsri liwdrrflchrnmgStvert. können die WgaL», useigknümern Auge- gsabgabe wird von en, jedoch ist jeder Anteil entsprechend Mäeigcntihuet zu er- ibet die Tkaeihmg s Hicleinlgungiflint > entstehen den De- 'Öe Kosten, die her ! Verständigung jlvi- Aieler ist daher im mzuralen. ngs°unö2küll- i inständiger Stile ikjer^ttel üba die üllabsuh grdüdr sind egangci. lui tnu ung der Sebübr oj! d Dvlningen ji er »flichtst, d m an W ag drni Vermieter oj Hlz wird die Mich: i$ bcigciriM XW- odei m bebauten ar rundstückS oder etr.f4 flichlck, für die M-' ußstcig' rnd für bk die Fcduhr zu zahle' n ßainerf tmri1 eilt, daü mfotge btt )ie M® RW Ä. ÄMMer ^Lperrliund» tn der Tas brüt abgeleht llt. 8-101/. Uhr, nach )T und " nachts Mr r Uhrcndied. zjaen Dadeanstalleink ä » 22«« A 'vrmillaa gegen W einen m hi d« KÄE >cr,nur i um ibn feine n lagi ^ jaft tml uX aber em- Le-r^ch bäh' <* machen- tpctl Ä*ffö5 £in and gunt» iti»1’*? j" -ui», Än< hlW^Lß) getpe'1' 5rfl^ci &>c‘ S e#** , ren Erin tu»; SW n « ,l/L ei" "S'-js LS-"^ """ Folgenschweres Huinmobilunglärf Tawintante nciunglütft ist Zehn Polizcibcamte. Niederorschel wurden mehrere Schulknabcn, die Turnen. Sport und Spiel um iertmetcr mit feiert der Gesangverein fugend- öhrigeS Stiftungsfest, oste Drzphl auswärtiger Der- 6»au schon eine gr Berlin, Die. Meldung einer Korrespon- 2Infah des Grumetgvases gute Aussichten. den Einen Kurs Äur8 Äurti 4U, 716» 635, 955, Bad.Anilin-u. Soda Höchster Farbwerke. Allg Eleftr-Ges . . Felten & Guilleaume Lchuckert-Werke. . . Adlerwerke Daimler 4n, Hess. Staatsanl. Electron Griesheim Dtsche. Vereinsbank 618, 632, 745, 606, 440, 420, 720, 197 1140,- 711,- 620,- 626,- 740,- 625,- 434,- C'S,- 79,10 727, - düng bis A'im 15. Juli z l erfolgen. Bei Pflan> zenn. die nicht mehr als 50 Gevi Gerichtssaal. Im GerichtSsaale verhaftet, mc. Frankfurt a. M., 21. Juni. 'Saturn: 56., Dtsch. Aricgsanl. 4° .Dtfch. Leichsanl. 3* oDtfch. Reichsanl. 4* 0 Preutz. Konsols Hamburg-Baketf.. . Lerddeutfcher Lloyd üornm.u.Privatbank Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . . Di s c on lo-Gef ellfcha ft Dresdner Dank. . . Witteld. Kreditbank. Lationalbank f. D. . Boch. Tuhftahlwerke Bud - Eisenw.- Ast.. 20.6. 77,50 109,- 142,- 60,75 383 - 295,- 299,- 288,- 560,- 418,- 810,- 246,- 288 — 20.6. 77,50 110, — 145,- 81 50 390,50 292,50 300,- 290,- 555, 419,- 3U,- 248,- 290, — 1007,- 630,- 955,- 887,- 1790,- 770,- 580,- 1130,- 722,- 623,- 636,- 760,- Montag feiert der Gesa gründ sein 4 0 j ä b r £ Schutz vor einem Gewitter unter einer Linde gesucht batten, von einem Blitzstrahl getroffen, der einen von ihnen tötete und zwei lebensgefährlich verletzte. Kurs 21.6. 77.50 110,- 148,- 82 - 3o2, - 286,50 297 - 288,- 550, 417,- 315,- 248,50 288,- *011,— 615,- 957,- 990,- 1792,- 775,- Kirche und Schule. ' Freie Lehranstalten. Erledigt lind zwei Schulstellen zu Hungen, Kreis (Sieben, wovon die eine mit einem evangelischen Lehrer und die andere mit einer cvangäischen Lehrerin zu besehen ist. eine mit einem evangelischen Lehrer zu besenende Schulstelle zu Bellersheim, Kreis Giesten, eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Münster. Kreis Giesten. eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Bieder- Aoden. Kreis Dieburg. a. O b e r - L a i s , 20 Juni. Konzerlorganist von der Au ans Mainz veranstaltete am letzten Sonntag in der hiesigen Kirche eine kirchen- musikalische Feier. Heber dem ganzen Konzert log eine tiefe Andacht, mit grösster Auf- mcrfiamlcit folgten die Anwesenden den Darbietungen. von der Au ist nicht allein ein Meister des Orgelfpieles, er ist auch zugleich ein vortrefflich geschulter Sänger. Der erste Seit der Bvr- tragsfvlge brachte alte Meister der Musik zu Gehör, der zweite die klossischen Meister (Bach, Handel, Beethoven, Mendelssohn), während der dritte Seit Stücke moderner Meister vorführte. Jedem der drei ^Seite schickte der Bortragende kurze Erläuterungen voraus, so dah auch die nicht musikkundigen Zuhörer mit Verständnis folgen tonnten. Zwischen die Orgefoorträge waren geistliche Ciebcr und Biolinsolt eingelegt. unerwarteten Ausgang nahm eine Strafkammerverhandlung für eine Zeugin, die Ehefrau Marie Gimpel die zu einer Derhandtung gegen den Former Johann Frick und die Elisa- deöh Gaubah geladen war. Die Beschuldigten batten sich wegen Abtreibung zu verantworten. Frick wurde zu einem Jahr, die Gaubatz zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Frau Gimpel bestritt unter dem Eid, dast sie einer anderen Zeugin gegenüber eine den Flick betastende Angabe gemacht habe. Jene Zeugin aber und die Frau des Angeschuldigten bekunden das Gegenteil. Dadurch wurde Verdacht des Meineids gegeben und Frau Gimpel wurde auf Antrag des Staatsanwaltes sofort verhaftet. 21.6. 77.50 108,50 148 - 60.50 385,- 291,— 298,- 286,- 550,- 417,- 308,- 248.- 288 - 997 - 660'- 960 - 1000 - 1785 - 770 - 586,- 1130- 719,- 621,- 640,- 745,- 607,50 430,- 406,- 79,- 727.50 194,- Unfalt im Bade. fpd. Kassel, 21. ?uni 3m städtischen Freibad am Damm stürzte ein gröberes Holzgerüst zusammen und rif? mehrere Personen mit in die Siefc. Dabci wurden fünf mehr oder minder schwer verletzt, so i>if> sie dem Landkranken Hause zugesilhrt werden muhten. ‘Sobof bepflanzen und diesen a^sschtiettich für den eigenen Hausbedarf verwenden, kann arf Antvag eine erleichternde Form der Versteuerung zugelassen werden. Bornotizeu. Sageskalender für Donnerstag. Hörsaat 13 der Universität, 8 Uhr: Dor- Trag über „Sie Substanz der Vererbung im Lichte der Anthroposophie". Astoria-Lichtspiele, ab heute: „Die eiserne Faust" und „Violett, der Roman einer jungen Mutter". Lichtspielhaus, Bahnhofstrafst, ab heute: „Die groste Lüge". GiehenerHochschulgesellschaft. Professor Sr. F. Deh n vom Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz hält am Freitag um 8V< Uhr im qrohen Hörsaal des Vorlesungs aebäudes einen Vortrag über „A11griechische Musik" (mit Lichtbildern). Der Vortrag hat bei der von unserer Hochschulgesetlschaft veranstalteten Mainzer Hochschulwoche besondere Beachtung gefunden. (S Anzeige.) Landkreis Rieften. ' D i e s e ck, 22. Zuni. 2lm Sonntag und Vermischtes. Riesenunterschlagtmg. Berlin. 21 Huni. Eine Riesenunterschtag- ung bei den Eisenbahnwerkstätten in Sempelhof ist, wie das „Deutsche SaggeblaU" berichtet, heute aufgedeckt worden. Sieben Eisenbahn bedien stete, darunter mehrere Beamte, und sechs Privatpersonen haben bei der ReichSbahnverwaltung Merkstoffe, die zur Verarbeitung in der Eisenbahn- Hauptwerkstätte in Semvelhof bestimmt waren, gestohlen. Unter anderem sind den Dieben groste Posten Kunstgläfer, Drillich, Segelleinen, Asbest, Kupfer und Weihmetall in die Hände gefallen. Diese Posten sind an Privatpersonen weiter ver- äutzert worden, die sie zum Seil zu Höchstpreisen erworben und teuer weiterverkauft haben. 3n die Straftaten verwickelt ist u. a. der Polizeibeamte Krüger, der sofort verhaftet und vom Dienst susvcmdiert wurde. Der durch die verhafteten 13 Personen angerichtete Schaden ist bisher noch nicht zu übersehen. Hcä>enfalls ist die Eisenbahnverwaltung auf diese Meise um Millionen geschädigt worden. Bisher konnte nur ein geringer Seil der veruntreuten Sachen sicher- qefidlt werden Aller Wahrscheinlichkeit nach stehen weitere Verhaftungen bevor. Unglaubliche Räuberfrechheit. Halle, 20. Quni. Einen beispiellos frechen Raubübersall auf einen Lohntransport verübten zwei Männer in der Rähe von Lauchhammer bei Liebenwerda. Als der Kohlenzug mit den Lohngeldern ein Stück von S3aud)bammcT entfernt war, sah der Lokomotivführer einen anscheinend leb- .losen Mann auf den Schienen liegen. Er hielt an, und das Zugpersonal stieg ab. 3n demselben Moment sprang der Totgeglaubte mit dem Rufe „Hände hoch!" auf die Beine und ieuerte auf die Beamten, die vor den Schüssen zurückwichen, inzwischen sprang ein anderer Bandit, den Revolver in der Hand, in den Zug und holte die beiden Kisten mit den Lohngeldern heraus. Eine Kiste konnten ihm die Zugbegleitbeamten wieder oblagen. Mit dem zweiten Kasten, der 150 000 Mark enthielt, gelang den Räubern die Flucht Dalutarische Anleihen, auch Türken, Ungarn und Oesterreicher waren gebessert. Der Dollar stieg nach leichten Schwankungen auf 3241/». Die Börse schloß bei geringem Geschäft fest. Der Dollar stieg auf 327. Frankfurt a. M.. 21. 3-inl Börsen- stimmungsbild. Die Haltung im heutigen Börsenverkehr war sehr ruhig. Die Geschäftstätigkeit konnte keinen bemerkenswerten Umfang erreichen und nur vereinzelte Sonderpapiere Warden zu höheren Karsen genannt. 3m allgemeinen war die Stimmung am Effektenmärkte etwas freundlicher. Der Dollar, der bis 314 zarückging, erholte sich sehr bald auf 318—321, blieb aber in seiner Bewegung unsicher. Sine Befestigang trat in verschiedenen Aus landspapieren ein. Am Rlarkte der unnotierten Werte war die Stimmung mehrfachen Schwankangen anterworsen. Entreprises 1075—410?, B?nz 440, Gebe. Fahr 490, 3neg 3-55, Deutsche Petroleum 1950. Am Bionlanattiemnarft blieb das Geschäft weiter stlll und die Hölting anregelmästig. Das Geschäft in chemischen Aktien war ziemlich gut behauptet. 3m Verlaufe blieb das Geschäft ribig; die Krrs- besserungen mochten nir vereinzelt weitere Fortschritte. Die Dörle schlost überwiegend gut behauptet. Privatdiskont 4>'_. Prozent. Frankfurt a. Hl., 22. Juni. Dörsenkurse. Frankfurt Berlin Schluh- Schlust- Schluh- Schluh- Inhalt zutage Es fei an dieser Stelle nochmals darauf hingewiescn, dast Wertsachen wätzrend ici Badens am zweckmäßigsten an den Bade- ttitftaüdbefihcr zur Aufbewahrung übergeben werden — Der Sechnifchc Verein (Sichen, am 14 April 1897 gegründet, feierte im „Post- keller" sein 25jährigeS Bestehen durch einen in allen Seilen mahlgelungenen Kommers Rach einem vom 1 Vorsitzenden Architekten Brei - 1 h c r gegebenen Rückblick über die verflossenen 25 Vcreinsfahre wurden an acht Gründungs- mitgliedcr. die auch biS heute dem Verein ununterbrochen die Treue gehalten haben, Ehrenurkunden überreicht. Die Zubilare sind die Herren <3afob Altvater. Albert ffullmann, Georg Grünig, Heinrich Rikolaus, Ferdinand Roll. Heinrich Rost, Louis Heuling und Peter Shome Der Sonntagnachmittag vereinigte die Vereinsmitgliedcr mit ihren Familien und Gästen zu einer Familienfeier auf der Karlsruhe, die mit allerlei Darbietungen die Seil- nehiuer voll befriedigte. • Zur Beactzt ang für Sabal- Pflanzer. Vielfach besteht bn Gartenbesitzern die irrige Meinung, bah der Anda > üon Labak nur dann steuer pflichtig, und bei der Steuer- lehörde anzumeldcn sei. wenn ars einer Besitzung mehr als 25 Sabakpflanzen gepflanzt werden. Einer Anmeldung kleinerer Pf!a:iz ingen bedarf es jedoch nach deut neuen SabaMeaergesey lediglich in dem Falle nicht, wenn die Pflanzung zweifellos nur zr (jierzwecken dient, and der Pflanzer bei der Steuerstelle die schriftliche ®r- nörung abgibt, den Labak nicht verwenden za wollen. 3n allen anderen Fällen hat Anmel- Tbrbcrte noch rmr ebenfalls m der Badeanstalt I Eifendahnstreckenarbeiter A s che n st r e n n e r da- entwendete silberne Uhr und eine Brieftasche mit bnrrf» twifi »r in rot*tfinnizior wif» «nn »iner 6,0, 6 0. Von den Damen- spielen sind die Erfolge von Fr. Friebleben über die Breslauerin Fr. Dyrenfurth 6/2, 6 l und von Fr. Reppach über Fr. Lemke-Königsberg 6/3, 6/3 zu erwähnen. — Kampfspiel-Hockeyturnier. Das Endspiel der Trostrunde führte am Dienstag in Dahlem den Berliner Spvri-Elub und Preutzen- Ratibor zusammen. Wie zu erwarten war, gestaltete der Berliner Meister das Spiel zu einem überlegenen Siege. Er gewann mit nicht weniger als 17:0, nachdem cr bei der Pause mit 7:0 geführt hatte. durch, dab er in leichtsinniger Weise von einem | /Berlin 22 Huni. Dem „Lokalanzcigcr" emfahrenden Peilonenzuge vorzettia absprang, nu6 j^allc berichtet dab ein auf einer unter dessen Räder, die ihm bcide Be i n e a b - ^uabc dcsindliches Polueiaulomobil in der Rähe 'Uhren. Der Zustand de» /Ikningludtcii gilt vrn Sclbv(1 üm Kyffhäuscr infolge Erplosion des als hoffnungslos 3n dem benachbarten Dorfe I Benzintanks txrrunglüch ist. Zehn Polizeibeamte, eine ihr Erscheinen zugesagt haben. Ärcie Alsfeld. 8 Ruppertenrod. 21. Zuni Bei den jüngsten Gewittern traf hier zweimal der Blitz Personen, ohne bah diese Schaden litten. Das eine Rkal suhr ein Strahl in die hiesige Molkerei und traf, ohne schädigende Folgen zu haben, die Schwägerin des Molkers, das andere Mal traf er aus dem Felde eine Frau, die jedoch ebenfalls nicht verletzt wurde. Mrcio Schotten. !jg. Ulrichstein, 24. Juni. Grn beba ier- licker Unfall trug sich bei einer Schüler- Wandergruppe aaS Griesheim a. M zu, die sich, auf grober Fahrt nach der Rordsee begriffen, in unserer Jagend he rdrtge aagemeldet hatte. Beim Abkochen am Landgraf enborn fiel ein mit kochender Suppe !;od)gefünter Kessel am und verbrühte einen gerade am Feuer beschäftig'en Hangen den aamen Unteikörpei Mi! grober Mühe wurde der Verletzte hierher gebracht, von wo er, nach Anlegung von Rotverdäuden darch den alsbald her- teiflctufencu Arzt, beite früh auf dem schnellsten Wege nach |einer Heimat gebracht werden muMe. Dieser Fall schärft wieder einmal allen )uaeüdlichen Wa d.reru die Mahir rng ein: ,Gi.öbte Vorsicht beim Abkochen I" Lrcis Friedberg. ' Vilbel, 21. Huni. Sein 40jährigeS Dienstjubiläum begeht am 25. Juni Ober- postschaftner Becker von hier. Ttarkcuburg und Rhcinhcffen. rm. Darmstadt, 21. Juni. Ön roher Weise haben in der vergangenen Dacht Du- benhände die Brvnzefigur am Liebig- denkmal auf dem Luisenplatz abgebrochen und dann durch eine Fensterscheibe einer Lchule am Kapellplatz geworfen. Die Tater sind noch unentdeckt. Heffcn-Nafsan. Ö-Zugbiede. fpd Fran kfu rt a. M., 21. Juni. Mitglie- bc einer tnteranationalcn Bande treiben seit einigen Sagen wieder ihr Unwesen tn den D- Zügen Am Dienstag wurde in dem 'Frankfurt- Kölner O-Zuge einem Reisenden die Brieftasche mit 70 000 Mark geftot-len. Es wurde festgestellt, bat) die Diebe zu zweit arbeiteten, indem sie künstlich ein G«drä>ige ver-ursachten und hierbei Lhr Ovfer ausplünderten. Jeldfrevler. mc. Frankfurt c. M., 21. Juni. 3m Bereiche der Stadt Frankfurl wurden am vergangenen Sonntag nicht weniger als 28 Personen festgenommen oder festgestellt. die bet Felddiebstählen erwischt wurden. ' Frankfurt a. M., 20. Juni. Nachdem fett einigen Wochen bereits die Vorarbeiten für den grosten Umbau derhiesi- gen Börse im Gange sind, sind jetzt die Arbeiten im gröberen Umfange aufgenommen worden. Genaue Angaben über die Kosten des Umbaues kann man natürlich -bei den heutigen Verhältmssen nicht machen, zweifellos sind aber viele Millionen erforderlich gn. Eschwcgc, 20. Onni. Aus dem benachbarten dahnhofc Waldfnvpcl geriet heute der mungsbild. „ beiu von der in RegierangSkreifen herrschenden Besorgnis hinsichtlich des Forischreitcns der Markontwerttmg gab Anstoh zu einer erheblichen Steigerung der Devisenpreise. 3n Rückwirkung hiervon gewann die Effektenbörse an Widerstands- fähigieit Die Kursbewegung geftaltcic sich un- tcgelmöbig und erlangte meyr und mehr bei geringsten Umsätzen die Richtting nach oben, die Veränderungen gegen gestern blieben aber eng begrenzt und überschritten nur vereinzelt 20 Proz. Elektrizitätswerke, chemische Aftien und Banken sowie Schissahrtspapiere waren eher nachgiebig. Handel. 21. Juni. Bö r f en stt in - D 'Luremb. Bergw. Delfenkirch. Bergw.. 1008, Harpcner Bergbau. 1790, überlebt. Eisenb.-B. 775, Oberschles. Eifeninb. 575 Phönix-Vcrgb-Akt. 1125, ---- - - 715, Berliner Devisenmarkt Geld Dries Geld Brief Datum: 20. Juni. 21. Juni. Amstb.-Rottcrb. *.2-209,70 12240,30 12484,35 12515,65 Brustel-Antw. . 2b01,70 2608,30 2676,65 2681,35 Shristtania . . 6'^93,35 6296,65 5413,20 5426.80 Äorenbaaen «761,55 6768,45 6941,30 6368,70 Stockholm . 8124,80 8145, 0 8329,55 8350,45 Aelfingfori' ‘ . 678,15 679,80 699,10 700,90 Italien 153^3 1541,95 1593*- 1597, London 1430,70 1404,80 1438,20 1414,86 Reuyork. . . . . $19,10 31p,99 324,d4 -25,66 Poris 2731,55 273ä,45 2826,45 283 v55 Schweiz .... 6043,60 6057,60 6157-25 617 2,75 Spanien 4953,80 4966,20 5u73v65 3086^35 Deutsch-Oesterr. 2,03 2,09 2,25 2.29 Prag . . . 607,22 608^0 620,20 629^0 Budapest .... 34,55 34^3 33,b5 33,85 Buenos Aires . H2^5 113,16 115,97 116,27 Bulgarien . . . 212,20 212^0 216,70 217,30 Japan 152,- 153,- 156,25 157,25 Rio be Janeiro 4844,— <356, - 4469,- 4481,- Morknotierungeu. Datum: 1.7.14. 20.6. 21.8. Zürich Fr. 125.40 1,65 1,60 Amsterdam Fl. 59.20 ,81 -,7t, Kopenhagen Kr. 88.80 1,62 1,46 Stockholm Kr. 88.80 1^4 1,12 Wien Är. 117.80 Prag Kr. 117.80 16,40 16,32 London Sh. 97.80 l,<0 1,45 Reuyork 4 23.80 -31 -.30 Pari« Fr. 125.40 3,65 3,55 Züricher Devisenmarkt. 21.6. 22. fx Wechsel auf Schweizer Franken Holland 100 Fl. = 20X59 20X50 Deutfchland 100 Mk. — 1.67 1.62 Wien 100 Str. = 03J3 0J)3 Prag 100 Str. = 10.(5 1X075 Paris 100 Fr. — 45.85 45.45 London 1 £ — 21.40 2X34 Italien 100 2. =■ 25.00 2X625 Drüstel 100 Fr. 43.40 4*10 Budapest 100 Str. — 0.565 0-54 Reuyork 100 $ = 526.25 527.25 Agram 100 Str. = L75 1,75 Warschau 100 Är. — 0,117 0,12 (3n einem Seil der Auflage wiederholt.) Dor neuen Reden PoincareS. Paris, 21. Juni (WTD.) Rach dem „Echo de Paris" wird P o i n c a r 6 am 1. Juli bei Gelegenheit deS Massuraud - Festessens dc?s Wort ergreifen, um dabei ferne Ansicht über einige wichtige Fragen anderer Art auszrfprechen als diejenigen, Über die er sich am Sage vorher in der Stammet in Beantwortung einer Interpellation auslassen toerbe. Ferner werde Poincarö am 4. Juli an der Feier anläßlich des mexikanischen Unab- hangigteitstages teilnchmcn. Die Rückgabe des befchlagnahmten Giaentums in den Vereinigten Staaten. Reuyork. 21. Juni lWSB.) Durch Ftni- spruch Wie aus Washington verlautet, wird im Weihen Hause mit Hurdings Zustimmung ein Gesetz vorbereitet, nah welchem ungefähr 30 000 Deutschen .i n b Oester« reichern ihr während deö Krieges beschlagnahmtes Eigentum zurückgegeben (Derben sog, soweit der Wert 10 0 loothdcen u. besäen Drogerien erhebl ich 6eqen Fußschweiß und Wund läuten Kuk/rcj-Fußbad Drogerie Noll, Bahnhof streße 51. (,ieeA Lehrling Zahnprax s Hungen tfjnwnni Dentist E. Roth Lang-Göns, den 22. Juni 1922. 0R8I0 »W M 31. 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Juni 1922 verschied nach langen, schweren Leiden unser guter Kamerad Ernst Boller. Sein Andenken werden wir stets in Ehren halten. Seine Kameraden. Noten und Aktenschränke Staubfrei — Übe-aichtik* LUDWIG" GUTMANN Frankfurt a. M. Kaiserstraße 44 vehördlich^Anzeigen Vergebung von Sauarbeiten. Sie Arbeiten des inneren Ausbaues der Gendarraenwohrumgen in Büdingen sollen nach dem Winifterialerlah vom 16. VI. 93 und 24. II. 21 im öffentlichen Wettbewerb vergeben werden. 1. Glaserarbeit, 2. Weihbinderarbeit, 3. Schreinerarbeit, 4. Schlosserarbeit (des inneren Ausbaues), 5. Tapezierarbeit, 6. Treppenlieferung. Zeichnungen, Bedingungen unb. Angebots- Unterlagen können auf unserem Amt wochentags von 10—12 Uhr vormittags eingesehen werden. Angebotsvordrucke werden zum Selbsttostenpreis, so ttinge Vorrat reicht, abgegeben. Sie Angebote sind verschloffen, portofrei und mit Aufschrift („Angebot Gendarmenhaus Büdingen") versehen bis zum Eröffnungstermin, am 29. d. 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