Dienstag, 2(. November 1922 172. Zahrgang >en: Der Vor- tische Paris. 20. Rov. (WTB.) „Journal des c c ! Erklärung abgeben. Ein angebliches Angebot der deutsche» Industrie. Rücktritt des chinesischen Kabinetts. Peking, 20. Rov. (WTD.) Der Rücktritt des chinesischen Kabinetts wird aus ein Ultimatum Englands, der Vereinigten Staaten, Frankreichs, Italiens und Schwedens zurückgeführt, in dem die Freilassung von 2l Isländern, die im Innern des Landes durch Banditen festgehalten werden, binnen einer Woche verlangt wurde. Deutscher Reichstag. 271. Sitzung, nachmittags 5 Uhr. Berlin, 20. Rov. Bei mäßig besetztem Hause wird die Geschäftsordnung für den Reichstag weiterberaten. Rach § 41 müssen Anträge auf Annahme von Entschließungen von mindestens 30 Mitgliedern unterstützt werden. Abg. Eichhorn (Komm.) beantragt, statt dessen 15 Mitglieder zu setzen.-- Die Sozialdemokraten unterstützen diesen Antrag. Da die Abstimmung zweifelhaft bleibt, erfolgt Auszahlung im Hammelsprung. 129 Stimmen werden für den Antrag Eichhorn abgegeben, 105 dagegen. Der Antrag ist somit angenommen. Im Einklang damit wird auch in den folgenden Paragraphen die entsprechende Abänderung der -Zahl 30 in 15 beschlossen. Als beim Kapitel Interpellationen ein weiterer Antrag der Sozialdemokraten zur Abstimmung steht, auch hier die -Zahl der Antragsteller auf 15 und' nicht auf 30 festzusetzen, ergibt sich die Deschluhunfähigkeit des Hauses. Rächste Sitzung Donnerstag nachm. 5 Uhr. Tagesordnung: Entgegennahme einer Regierungserklärung und Fortsetzung der Geschäftsordnungsdebatte. meldet, daß die alliierten Vertreter sich heute vormittag über folgende Geschäftsordnung verständigt hab: Aus dem englischen Unterhaus. London, 21. Rov. (WTD) Im Unterhause begann nach der Wahl des Sprechers die Vereidigung der Mitglieder des Unterhauses. Sehr bemerkt wurde dabei, daß der Arbeiterführer C l h n e s die Führung der Opposition übernommen hatte. Als Donar Law sich an die Spitze der herkömmlichen Prozession zum Unterhause setzte, ersuchte der Führer der Liberalen Asquith den Arbeiterführer C l Y n e s neben dem Premierminister als Führer der Opposition Herangehen. Somit hat Asquith für die liberale Partei auf den Anspruch die Führung der Opposition zu haben, zugunsten der Arbeiterpartei verzichtet. Lloyd George erschien heute nicht im Unterhaus«. London, 20. Rov. (WTB.) Das Unterhaus ist heute vormittag zur Wahl des Sprechers zusammengetreten. W h it ley wurde einstimmig wiedergewählt. Die konservative Partei" nimmt jetzt sämtliche Bänke auf der 'Regierungsseite des Hauses ein, während die OppoGeheimrat Dr. Cuno wegen der Zusammensetzung der neuen Regierung gestern den ganzen Tag über verhandelt. Die Blätter veröffentlichen bereits vermutliche M i n i st e r l i st e n, in denen folgende Ramen genannt werden: Reichskanzler Dr. Cuno, Aeuyeres der deutsche Botschafter in London Dr. St Hamer, Inneres der volksparteilichL Abgeordnet: v. K a r d v r f f, Ole - Präsident Schwände r, oder Scholz, Finanzen Dr. Hermes, Reichswehr Dr. Gehler, Arbeit Dr. Braun, Justiz Dr. Heinze, der gleichzeitig Vizekanzler.sein soll, der geschäftsführende Vorsitzende des Reichsverbandrs der deutschen Industrie Dr. Sorge, der frühere Schatzminister v. Raumer oder der Direktor der Deutschen Werke Henrich. Einige Blätter sprechen von einer beabsichtigten Zusammenlegung de? Reichs- schahministeriums mit dem Reichswirtschäft:mini- sterium. Es werden noch genannt der Führer der Bayerischen Volkspartei Dr. Heim oder Kommerzienrat R a b e t h k e, für die Post der Leiter der bayerischen Abteilung des Reichspostministeriums Staatssekretär S t i n g e, Eisenbahnen G r ö n e r. Das Wiederaufbauministe- rium soll angeblich der wirtschaftspolitischen Abteilung des Auswärtigen Amts angeglie:ert werden. Als mutmaßlicher Chef dec Reichskanzlei wird der frühere bayerische Handelsminister Dr. Hamm genannt. Ueber die Stellung der einzelnen Parteien zu einem derartig oder ähnlich zusammengesetzten Kabinett finden sich in den Blättern bisher nur wenig Andeutungen. Die Haltung der beiden Flügelparteien, der Deutsch-Rationalen urtb der Sozialdemokraten, bei Präsentie.-ung des Kabinetts im Reichstag ist noch unbestimmt. Der „Vorwärts" schreibt, daß die sozialdemokratische Fraktion am Donnerstag vor dem Zusammentritt des Plenums des Reichstags ihre Beschlüsse fassen werde. Die „Deutsche Dagesztg." macht die S.ellungnahme der Dcutsch-Rationalen davon abhängig, ob der neue Reichskanzler seinen Weg mit Energie geht und in seiner Regie.mngstätig- keit die nationalen Rotwerchigkeiten des deutschen Volhes nicht außer acht läßt. Das „Berl. Tagchl." spricht von einer einseitigen politischen Richtung des Kabinetts und sagt, alle politisch und wirtschaftlich ausschlaggebenden Ministerien axhen nach der vermutlichen Ministerliste in den Händen der Deutschen Dollspartei. Die Demokratische Partei werde dies auf die Dauer kaum ertragen können. Wie die Blätter mitteilen, wird Cuno voraussichtlich am Donnerstag im Reichstag die neue Regierung v-orstellen und seine prvgramma- Aus dem Reiche. Der Reichstag nach den Wahlen in Ober» fchlesien. Berlin, 20. Rov. (Wolff.) Infolge der Wahlen in Oberschlesien geht die Zahl der Reichstagsmitglieder von bisher 469 auf 459 zurück. Diese verteilen sich auf die einzelnen Fraktionen wie folgt: Bereinigte Sozialdemokratie 173, Zentrum 68, Deutschnativ-- nale Dpi. 67, Deutsche Bpt. 66, Deutsche Demokratische Partei 39, Bayerische Dpt. 20, Kommunisten 15, Bayerischer Bauernbund 4, Deütschvölk sche Gruppe 3, Deutsch-Hannoversche Landespartei 2, zu keiner Partei gehörig 2 (Ledebour und Wegmann), zusammen 459. De-ämpfurtg drr Kapitalflucht. Berlin, 21. Rov. Laut „Lokalanz." ist im Reichsfinanzministerium und im Reichs- virtschastsministerium ein Gesetzentwurf zur BekämpfungderKapitalflucht aus- gearbeitet worden, der dem Reichstag soeben zugegangen ist. Er macht jede Transaktion, die der Kapitalausfuhr dient, von dec vorherigen Genehmigung des Finanzamtes abhängig. Don dieser Genehmigungspflicht sind hur Unternehmen befreit, denen die zuständige Handelskammer bescheinigt, daß ihr Gewerbebetrieb regelmäßige Zahlungen nach. dem Auslande notwendig macht. Außerdem soll die verschleierte Kapitalflucht durch Warentransporte verhütet werden Sie Unruhen in Dresden. D r e s d e n, 20. Rov. (WTB.) 3m Laufe des Rachmittags und in den Abendstunden ist es hauptsächlich in den Sttahen der inneren Stadt zu größeren Zusammenrottungen gekommen, die durch das energische Eingreifen der verstärkten Polizeimannschaft, insbesondere der berittenen Schutzpolizei, im mer wieder zerstreut werden konnten. Plünderungen sind bisher nicht vvrgekommen, doch nahm die Polizei, die die Lage beherrscht, wiederum eine größere Anzahl von Derhaf- tungen vor. Gemernderatswahleu in Baden. Freiburg i. Br., 20. Rov. (WTB.) Gestern wurden in Baden die Wahlen zu den G e - meinberäten sowie zu den Bezirks- und Kreisversammlungen abgehalten. Soweit sich bisher überblicken laßt, dürften sich in der Zusammensetzung dec verschiedenen Wahlkörper gegenüber dem bisherigen Stande keine allzu großen Veränderungen ergeben. Her vor pl heben ist, daß in manchen Bezirken ein beträchtlicher Zuwachs der kommunistischen Stimmen sowie der Stimmenzahl der beiden Rechtsparteien eingetreten ist auf Kosten der bisherigen Koalitionsvarteien (Zentrum, Demokraten und Sozialdemokraten). In F v e i1 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v. 27 mm Breite örtlich 8 Mk., auswärts 10 Mk.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 32 Mk. Bei Platz- Vorschrift 20 °/0 Aufschlag Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Die Bemühungen zur Bildung eines Gefchäfrsministeriums Berlin, 20. Rov. (WTB.) Der Reichspräsident hat GeneraldirektorDr. Cuno erneut mit der Bildung des Reichskabinetts beauftragt. Dr. Cuno hat den Auftrag angenommen. Er beabsichtigt, ein Geschäftsministerium zu bilden und hofft, morgen diese Aufgabe zu Ende zu führen. Rach der Ablehnung dec Sozialdemokraten, gemeinsam mit der Deutschen Dolkspartei in der Regierung zu arbeiten, werde jetzt, wie die Blätter schreiben, Cuno ein Ministerium der Arbeit, oder, wie einige Zeitungen schreiben, ein Geschäftsministerium ohne Sozialdemokraten bilden, das teils aus Reichstagsabgeordneten, teils aus nicht parlamentarischen Wirtschaftlern zusammengesetzt sein werde. Mit dieser Regierung werde Cuno vor den Reichstag tte- ten. Die Blätter hoffen, daß die Bereinigte Sozialdemokratische Partei, ohne die eine Mehrheit für die Billigung des Regierungsprogramms nicht zu gewinnen sei, keine allzu großen Schwierigkeiten machen und das Kabinett Cuno dulden werde. Dieses Geschästskabi- nett werde laut „Bossischer Leitung“ nur als ein Provisorium angesehen, das über die Zwischenzeit bis zur Bildung eines im Parlament fester fundierten Koalitionskabinetts hinweghelfen soll. Bon der Bildung einer Minderheitsregierung, die sich nur auf die bürgerliche Arbeitsgemeinschaft stütze, habe Cuno abgesehen, hauptsächlich wohl, weil, wie es in der „Germania" heißt, im Zentrum wenig Rei- gung bestehe, sich an einer bürgerlichen Minderheitsregierung zu beteiligen. Berli n, 20. Rov. (Wolff.) Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat heute nachmittag nach dreistündiger Der- handlung die Haltung ihrer Unterhändler in dec Angelegenheit der Kabinettsbi düng geb l- Hgt. Ueber das Stimmenverhältnis wurde Stillschweigen beobachtet. Berlin, 20. Rov. (Wolff.) Die demokratische Fraktion des Reichstags hat in der Rachmittagssitzung die Meinung ausgedrückt, daß dec Gedanke der R e i ch s t a g s- auslösung jetzt nicht zur Erörtern n g gestellt werden solle. Berlin, 21. Rov. In Ausführung des neuerlichen Auftrages des Reichspräsidenten zur Bildung eines Geschäftsministeriums hat * Paris, 20. Rov. (WTD.) Der Sonder- berichlerstatter der Havasagentur in Lausanne D6bats" schreibt, offenbar durch die Repara- tionskommission veranlaßt, zu der Berliner Meldung des „Daily Telegraph", daß ein Repa- rationsangebot der deutschen Industrie durch Berrnitte'ung von Staatssekretär Bergmann vor liegt: Die von gewissen Blättern verbreiteten Gerücht:, die deutschen Industriellen hätten den Plan in Erwägung gezogen, für die endgültige Regelung der Reparationen und die Räumung der Rheinlande 20 Milliarden zu bezahlen, enisvricht keinem bestimmten Angebot. Die Rc Parationskommission weih nichts darüber und ist mit nichts befaßt worden. Aber es ist nicht unwahrscheinlich, daß dieser Plan in gewissen deutschen Industriekreisen, die seit einiger Zeit davon sprechen, behandelt wird. — Staatssekretär Bergmann hat den Pariser Vertreter des Wölfischen Bureaus beauftragt, die Rachricht des „Daily Telegraph" zu dementieren. Ar. 274 Erscheint täglich, außer Sonn» und Feiertags, mit derSamstagsbeilage: GießenerFamilienb lütter Monatliche vezuqrpreise: Mk. 185.- u.Mk. 15.- Trägerlohn,durch diePost MK.200. - .auchbeiNicht» erscheinen einzelner Rum. ment infolge höherer Gewalt.- Fernsprech- Anschlüsse: fürdieSchrift- leiiung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen- Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. sitionsseite unter die Arbeiterpartei, die Liberalen und bia Rationalliberalen verteilt ist. Der Arbeiterführer C l y n e s beglückwünschte Whitley zu seiner Wiederwahl und sagte, die Arbeiterpartei habe ebensoviel Achtung vor der Autorität des Parlaments wie irgendeine andere Partei uni werde mithelfen, die Autorität und Würde des Sprechers zu unterstützen. Das Alkoholverbot in Amerika Paris, 20. Rov. (Wolff.) Wie die „Chicago Tribüne" aus Washington erfährt, dementiert Präsident H a r d i n g die Rachricht, daß er eine Erleichterung des Alkoholverbotes beabsichtige. sitz wird reihum von einem französischen, englischen pnd italienischen Delegierten geführt. Es werden drei Kommissionen gebildet und ein fran- zösisch-engli ch-ita!imisches Pressebureau eingerichtet. Die Konferenz hält vor- wie nachmittags vertraulich: Sitzungen, ab. Die türkische Delegation wird, wie der Bericht:rstatter hinzufügt, von der Konferenz bcrlaitgen, daß, wenn der Vorsitz nicht ausschließlich von einem französischen Delegierten geführt werden sollte, sämtlich? auf der Konferenz vertretenen Mächte mit Einschluß der Türkei, reihum präsidieren. Lausanne, 20 Rov. (WTD.) Die Besprechungen zwischen Poincar 6, Cu.rzon und Mussolini wurden vormittags in OuchY fort» gesetzt und dauerten drei Stunden. Rach ihrem Abschluß wurde folgende amtliche Mitteilung ausgegeben: Die Herren Poincare, Curzon und Mussolini haben heute vormittag In gleich herzlichem Geiste de-? Verständigung den Meinungsaustausch abgeschlossen, den si? am Sonntag begonnen haben. Sie beschäftigten sich auch mit den Fragen, die auf die Organisation der Konferenz und deren Geschäftsregleme.tt Bezug haben. Lausanne, 20 Rod. (WTB.) Veni - z e l o s ist am Montag mit dem Pariser Schnellzug hier eingetroffen und im Hotel Alexandra abgestiegen. Die Flucht des Sultans. London, 20. Rov. (WTB.) Die .Times" meldet aus Kairo: Der König von Hed schas hat den Sultan eingeladen, seinen Wohnsitz in Mekka zu nehmen. Wie der .Times" aus Konstantinopel gemeldet wird, stellen die türkischen Plätter die Flucht des Sultans als eine unbedei^ende Episode hin. Der Sultan sei eine unbedeutende Persönlichkeit und ein Feigling und Verräter gewesen. Di? britische Behörde werde wider Erwarten nicht beschuldigt, den Sultan gewaltsam entführt zu haben. der vor mehr als bter Jahren auf der Basis von dem Vertrauen auf die Wilson» schen Grundsätze abgeschlossen worden fei, nicht den Feindseligkeiten ein Ende gemacht habe. Die türkische Ration, die ständig der Wohltaten, des Friedens beraubt geblieben sei, habe die Tln- zulänglichkeit und älnzweckmäßigkeit ihrer unaufhörlichen Friedensschritte, mit deren Hilfe sie Recht und Gerechtigkeit zu erlangen suchte, erkannt. Da ihr keine andere Hoffnung und kem anderer Weg geblieben sei, habe sie selbst ihre Existenz verteidigt und sich ihre Unabhängigkeit durch ihre eigenen moralischen und materiellen Hilfsmittel gesichert. Sie habe dabei zahllose Lasten tragen müssen und zahllose Opfer gebracht, denen alle freien Völker ihre Sympathie nicht versagen würden. Alle Türken hätten zu diesem Verteidigungskriege beigetragen. @r müsse dabei an die unaufhörlichen Angriffe und Leiden erinnern, denen das türkisch? Volk seit 1918 ausgesetzt gewesen sei u.id an die ganz systematischen, durch keine militärischen Gründe gerechtfertigten Vechrerungsmethoden, mit denen man es in dem reichsten Teil seines Gebietes habe ausrotten wollen. Er erinnere ebenfalls daran, daß heute noch mehr als eine Million unschuldiger Türken obdach- und nah.ungs^os in den Wüsten Kleinasiens herumirrten. Dadurch daß sie diese unmenschlichen Opfer gebracht habe, habe «ich die Türkei ihren Platz in der Kulturwelt mit allen Rechten auf ihre Existenz und älnav- hängigkeit erobert. Rechte, die jedes lebensfähige Volk besitze, vor allem die Rechte auf Arbeit und Tätigkeit Das höchste Ziel der großen Rational- veriammlung der Türkei sei, diese Stellung za währen und zu festigen. Er hoffe, daß die Erinnerung an diese Ereignisse für die Zukunft ein Pfand des Friedens und der Stabilität geben würden, und er Höfte auch, daß die türkische Delegation, die im höchsten Maße von gutem Willen beseelt sei, bei den anderen Delegationen guten Willen finden werde, und daß damit die Bemühungen der Konferenz ein befriedigendes Ergebnis finden würden. Ismed schloß mit dem Dank der türkischen Rationalversammlung an die Schweiz für ihre Gastfreundschaft. Hierauf schloß Haab die Eröffnungssitzung, indem er die Konferenz einlud, die Beratungen am Dienstag vormittag im Chateau d'Ouchy fcrtzusehen. Die Eröffnung der Konferenz von Lausanne. Lausanne, 20. Rov. (WTB ) Rachdem der Bundespräsident der schweizerischen Eidgenossenschaft, Da ab, die Delegierter der alliierten Hauptmächte nacheinander in Ouchy empfangen hatte, wurde nachmittags Vz4 Ähr die Lausanner Konferenz mit einer Ansprache des s chweiz eris ch en Bundespräsidenten eröffnet, worin er auf die Wichtigkeit und Tragweite der gegenwärtigen Konje enz hinwies und dem Wunsch: Ausdruck gab. daß. wenn demnächst Weihnachten gefeiert werde, auf der ganzen Welt infolge dec Bemühungen der. Delegierten zur Wahrheit werden möge ein .Friede auf Erden". Lausanne, 20. Rov. (WTB.) Rach dem Bundespräsidenten Haab ergriff Lord Curzon das Wort, indem er nach lebhaften Dankes Worten an die Schweiz darauf hinwjes, daß vier Jahre nach Schluß des Weltkrieges in den Hauptstädten Europas oder in anderen Städten der Großmächte Konferenzen stattgefunden haben. Die gegenwärtige Friedenskonferenz finde als erste in einem neutralen Staate statt, der besonders vorblldlich für die Friedensbemühungen sei. Er hoffe, daß dies die lehte aller Friedensbrnferenzen sein möge. Er spreche gewiß namens aller Delegationen, auf jeden Fall aber namens der englischen, wenn er erkläre, daß keine Bemühungen zu groß seien, um den Frieden im Osten herbeizuführen und den Frieden der Well zu sichern. Als dritter Redner sprach IsmedPascha. Er führte aus, daß der Waffenstillstand, Wann endet die Krise? Mnfer Berliner Mitarbeiter schreibt uns: Im nächsten IaHre wird man sich vielleicht den Kopf darüber zerbrechen, warum im Rovem- ber 1922, als die deutsche Rot immer beängstigender wurde und plündernde Massen durch die Straßen der Großstädte zogen, eine neue Regierung, die zugreifen un£> retten sollte, so lange auf sich warten lieh. Rein äußerlich betrachtet kam das Kabinett Cuno bisher nicht zu stunde, weil die größte Partei im Reichstag, die Sozialdemokratie, nicht mit einer anderen -großen Partei, der Deutschen Volkspartei, in eine Koalition! eintreten will, llnb dies, obwohl die gestürzte Regierung Wirth zum erstenmal feit langer Zeit ein Programm aufgestellt hatte, mit dem alle Parteien, einschließlich der Sozialdemokratie, einverstanden sind, nämlich das Programm der Repavativnsnvte vom 13. Rovernber. Mit diesem Programm ist eine rettende Außenpolitik möglich. Kein Künftiger Reichskanzler wird eine andere Plattform finden, auf der sich arbeiten läßt. Jedesmal, wenn Dr. Cuno einen Anlauf nimmt, um das Hindernis zu nahmen, baut die Sozialdemokratie eine unübersteigliche Wand auf. Die Triebfeder der sozialdemokratischen Politik ist parteiegoistisch. Die Führer fürchten die Der- antwortung für den kommenden, schreckensreichen Winter. Bezeichnend für diese seelische Verfassung ist, daß die Sozialdemokraten dem Reichspräsidenten empfehleir, doch jetzt einfach ein Minder- heitskabinett unter Ctresemann, also sozusagen ein Ministerium der Deutschen Volkspartei zu errichten, natürlich in der stillen Hoffnung, daß dieser Wagen schnell feftiäuft, zumal wenn man ihm tüchtig Oppositionsprügel in die Speichen wirft. Präsident Ebert wird seinen ehemaligen Parteigenossen diesen Gefallen nicht tun. Gr hat auf Sie Gefahr hin, sich die Ungnade der Sozialdemokratie zuzuziehen, abermals Dr. Cuno beauftragt, die Kabinettsbildung zu versuchen in der durchaus richtigen Erwägung, daß die Sozialdemokratie gerade gegen Cuno bisher weder sachliche noch persönliche Einwendungen Vorbringen konnte. Ein Kabinett Cuno erscheint gegen künftige Oppositionsminen der Sozialdemokratie ziemlich gesichert, selbst wenn es eine Regierung von Politikern der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft und fein Ministerium der Wirtschaftswpfe wird. Was sich allerdings nicht wieder gut machen läßt, das ist die Zeit und Kraft, die an diese Krise verpulvert wurde. Wie verlautet, wird der ameri.a- nische Großbankier I. P. Morgan dieser Tage nach Berlin kommen. Mit wem soll er verhandeln? Es ist allerhöchste Zeit, daß ein neuer Steuermann auf dem sturmgepeitschten deutschen Schiffe steht. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: vrühl'fche Univerfilätr-Vuch- und Steinbruderei H Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7. Die Wahlen in Der Provinz Oberhessen untergebracht. Auf diese Weise erhielt der Aühi der hiesigen Demokraten ein Mandat, rntt il H€£ ihm 30 2 2 Stimmen entfielen. Bei den PrvvinzialtagS- wählen im Jahre 1919 wurden 62 693 Stimmen 8 519 9 410 32 734 2 383 5 302 24 092 5 278 1803 26 407 19 869 5 945 5 850 4 622 Sitze 14 8 Deutschnatl. u. Bauenckd. Sozialdemokraten II. S. P. Demokraten Deutsche Volks Partei Ungültig Stimmen 9069 5417 2938 1880 1714 76 21 094L 1 12 2 0 4 11 zeitigten Heutiger Stand des Dollars 10 Uhr vormittags: Verckin 6500, Frankfurt a. M. 6750. G» erhalten Sitze: Kommunisten Vereinigte Soz. Part. Demokraten -Zentrum Deutsche Volkspariei Der. Stadt- und ßariblifte Die Kreistagswahlen im Jahre 1919 folgendes Resultat: Kreistagswahl-Ergebnisse IS. Rovember 1922. (KreiS Gießen.) Gemeindergtswahl- Ergebnisse. gck. Großen-Bus eck, 20. Rov. Ergebnis der Gemeinderatswahlen: Bereinigte bürgerliche Parteien 7, Sozialdemokraten 5 Sitze, ©ine wesentttche Verschiebung ist nicht emgetretei. von denen aus die Deutschnationale (Hess.) DolkSpartei Deutsche Volkspariei Hess. Bauernbund Zentrum Demokraten Meh r heitssozialisi en U. S. P. Kommunisten weiter noch drei eingeschriebene Mitgli^>er der Partei. Da auch einer der Beigeordneten Demo- fiat ist, werden die Demokraten mit 5 Sitzen im Stadtparlament vertreten sein. Darmstadt, 20. Rov. (Wolff.) Vorläufiges amtliches Ergebnis der Stadtverordnete n° Wahlen in Darmstadt: Deutschnationale Vp. 2716, Deutsche Vp. 11 626, Ortsgewerbe- und Handwerkeivereinigung 1945, Zentrum 2104, Mittelstand 355, Deutsche Demokratische Partei 2817, Verein. Sozialdemokratische Partei 11333, Kommunisten 1914. Deutschnatl. Vp. 5 (bisher 3), Ortsgewerbe- und Handwerkervereinigung jetzt 3 «bisher 4), Deutsche Vp. 21 (bisher 17), Zentrum 3 (bisher 4), Mittelstand —, Deutsche Demokratische Partei 5 (bisher 11), Verein. Soz. Partei 20 (bisher 21), Kommunisten 3 (bisher keinen) Sitze. * Mainz, 20. Rov. Das vom städtischen Wahlamt festgestellte Ergebnis der Stadt Verordnetenwahlen nennt folgende Ziffern: Demokraten 3196 (6991), Zentrumspartei 10 686 (12 912), Deutsche Volkspariei 3681 (bei der letzten Wahl mit der Deutschnationalen Volkspartei und der Wirtsch. Vergg. zusammen 4140), Deutsch- nationale Volkspartei 2462 (0), Wirtschaftliche Vereinigung 1135 (0), Vereinigte Sozialoemo- kratische Partei 15,281 (21 360) Kommunistische Partei 1443 (0). Die Zusammensetzung der Stadtverordnetensitzung durste sich hiernach folgendermaßen gestalten: Demokraten 5 (bisher 9), Zentrum 17 (18), Deutsche Volkspartei 6 (5), Deutsch- nationale Votkspartei 4 (0), Wirtschaftliche Vereinigung 2 (0), Vereinigte Sozialdemokratische Partei 24 (M -Soz. 22 uni> 6 Unabh.) und Kommunisten 2 (K). * Offen bach, 20. Rov. Bei der Stadt- ver vr d n e tenwachl wurden abgegeben: Dtsch. Volksp. 4021 (6), Zentrum 3699 (5), Haus- und Grundbesitz 2672 (4), Der. Soz. Part. 14 261 (20), Demokraten 2146 (3), Kommunisten 5100 (7), Deutschnatl. Volksp. 2173 (3). Das Zentrum hat 1 Sih verloren, die Demokraten 6 und die Deutsch- nationalen 1, die von der Dtsch. Vp. und dem Haus- und Gruick)besih gewonnen wurden. Zwei Plätze für diese Parteien hat auch die Linke hergeben müssen. Um diese beiden Sitze hat sich das Verhältnis der Linken zu den bürgerlichen Parteien zu deren Gunsten, und zwar auf Konto der Deutschen Volkspartei und der Haus- und Grundbesitzer, verschoben. Hetzt ist das Verhältnis 27 zu 21. Aber bei den Arbeiterparteien hat sich ein starker Zug ins Radikale fühlbar gemacht. Hm Hahre 1919 bestand noch keine parlamen tarischr kommunistische Partei. Hn die neue Stadtverordnetenversammlung hymnren die Kommunisten mit 7 Vertretern. Der den Stadtverordneten- Wahlen im Hahre 1919 hatte dre U. S. P. 6728 Stimmen und dre M. S. P. 8919 Stimmen erzielt. Aus der gestrigen WcHkl ist die Ver. Soz. Partei mit 14 261 Stimmen hervorgegangen. Bei den Demokraten ist der Verlust in der Stimmen- zähl ausgedrückt 2146 gegen 5372 im Hahre 1919. Das Zentrum hatte 1919 3909, jetzt 3699 Stimmen, die Deutschnationalen 1919 2752, jetzt 2173 Stimmen. Aus Hessen. A«S der Deutsche« Dolkspartei. Man schreibt uns: Die Mitteilung in der Presse, daß die Herren Pfarrer Dera, Rechtsanwall S ch w ö r e r und Oberregierungsrat Damm in Mainz aus der Deutschen Volkspartei ausgetreten sind, ist richtig. Zwischen der Auffassung der genannten Herren einerseits und der Leitung der Mainzer Ortsgruppe der Deutschen Volkspartei und der Parteileitung der Deutschen Vvlkspartei andererseits bestanden schon feit längerer Zeit Differenzen. Der Austritt der drei Herren hat für die Sache der Deutschen Volkspartei in Rheinhessen keine besondere Drdeutuna. zumal da seit einem halben Hahre der Provinzial- verband Rheinhessen der Deutschen Vvlkspartei in seiner alten Form nicht mehr besteht. Gießen. 21. Rov. Die Abstimmungsziffern zu den Provin- zialtags- und Kreistags wa hlen in Oberhessen verkünden, daß ebenso wie in der Provinzialhauptstodt Gießen auch draußen in der Provinz Oberhessen eine verhältnismäßig starke Wahlbeteiligung geherrscht hat. Zwar reichen die jetzigen Ziffern nicht an die der ReichStagswahlen von 1920 heran, aber sie Lker- treffen die Teilnahme an den Landtagswahlen vom vorigen Hahre und an den Provinzial- und Kreislagswahlen vom Habre 1919 doch ganz erheblich. Die stärkere Beteiligung an der Abstim- muna hat sich für alle Parteien ausgewirkt. Hn den Vordergrund unserer Betrachtung sei die Tatsache gerückt, daß auch für den Provinzialtag und — mit Ausnahme des Kreises Friedberg — für die Kreistage bürgerliche Mehrheiten erstritten sind. Das Ergebnis der Provinzialtagswahlen» wie es bis zur Stunde vorliegt, weist diese Wahltabelle aus. Es erhiellen Stimmen im (Eigene Drahtberichte deS Gießener Anzeigers.) Kreis Alsfeld. Vereinigte Sozialdemokratische Partei 3636 Stimmen (7 Sitze), Bürgerlicher Vorschlag 6665 (14), Unparteiischer Wahlvorschlag 235 (0). Kreis DLdingen. Kommunisten 653 Stimmen (1 Sitz), Bereinigte Svz.-Part. 4882 (8), Demokraten 825 (1), Deutsche Volksp. 1349 (2). Deutschnatl. und Bauernbund 5795 (9). bürg wurden zum ersten Male drei Konmrunisten in den VürgerauSschuh gewählt. In Konstanz erhielten das Zentrum 34, die Sozialdemokraten 16, die Mittelstandsvereinigung 11, die Demokraten 10, die Kommunisten 7 und die vereinigten Rechtsparteien 7 Sitze im Vürgerausschuh. 3n Lörrach wurden gewählt: 21 Zentrum (bisher 18), 14 Sozialdemotraten (20), 13 Kommunisten (7), 13 Demokraten (23), Deutfchnationale 7 (4), Deutsche Volkspartei 1 (0). Die Wahlbeteiligung schwankte im allgemeinen zwischen 50 und 60 Prozent, in manchen Orten betrug sie nur 10—20 Proz. Monarchistische Bilder. Regensburg, 20. Rov. (WTD.) Der Stabtrat Hal mit 16 gegen 5 Stimmen die von den Sozialdemokraten beantragte Entfernung der monarchistischen Bilder aus den städtischen Amtsräumen abgelehnt. Stimmen kamen. Vergleicht man diese Gegenüberstellungen, so erhellt daraus, daß dir beiden Rechtsparteien in der Provinz am Sonntag 54 254 Stimmen erhielten gegen 50 663 im vorigen Hahre bei den Landtaaswahlen und 32 257 bei den Pro- vinzialtagswahlen im Hahre 1919. Die Z ffern für das Zentrum sind 4069, 2383, 0; für die Demokraten 7902, 5302, 4622; für die Sozialisten 41 288, 29 370, 25814; Kommunisten 3775. 1803. 0. Die Aus Stadt und Land. Gießen, den 21. Rovember 1922. Geschworeucu-Auslosuug zur neuen Schwurgerichtspcriode. Für die am 4. Dezember unter dem Vorsitz des Landgerichtsrats Trümpert beginnende 4. Sitzungsperiode des Schwurgerichts der Provinz Oberhessen wurden folgende Personen als Geschworene au gelost: Höckel, Otto, Vürgermeistereigehilfe in Hungen. Keil, Otto, Landwirt in Kölzenhain. Stoffe, Heinrich V., Arbeiter in Atzenhain. Lerch, Hemrich. Landwirt in Allmenrod. Stellweg, Hoh. Leonhard, Müller in Reumühle bei Rodheim a. H. Weickhardt, Hakob, Duchhandler in Butzbach. Ullrich. Karl. Kaufmann in Friedberg. Delling, Heinrich IL, Schneider in Ruppertenrod. Schön, Ludwig, Schlosser- meister in Büdingen. Leib, Karl Ludwig, Vergolder in Gießen. Goldschmidt, Salomon, Han- delsm-ann in EinartShau>i. Krvmm Wilh. II., Fabrikant in Schotten. Rotnagel, Philipp, Forst- verwaller in Ziegenberg. Dahmer, Heinrich III, Landwirt in Hopfmannsfeld. Rodde. Hugo, Gate- pächter in Finndörserhof bei Düdelsheim. Vor- bactt Hakob Richard, Landwipt in Rodheim v. d. H. Falk, Konrad I., Bürgermeister in Steinfurth. Merschrvd Heinrich, Bürgermeister in Steinbach. Spamer, Wilhelm. Rentner in Romrod. Kromm, Heinrich II., Dahnarbeiter in Rainrod bei Schotten. Levnharcht, Wilhelm. Landwirt in Rieder-Mockstadt. Stoll. Wilhelm, Rentner auf der Rieb- mühle bei Hn Heiden. Gebauer, Georg, Drigeord- nejer in Eudorf. Kalt, Karl. Kaufmann in Alsfeld. Gail, Dr. jur. Georg. Fabrikant in Gießen. Metzendvrf, Karl, Maurermeister in Schlitz. Kraft, August, ßanbtoirt in Wölfersheim. Korell, Hulius, ^mdwirt in Ober-Dreitenbach. Leonhardt, Hohann Konrad, Gemeinderechner in Ri^er-Roßbach. Eulau. Abraham, Kaufmann in Büdingen. — Es kommen voraussichtlich 4 Sachen zur Verhandlung, die 4—5 Tage in Anspruch nehmen werden. Kreis Friedberg. Vorläufiges Ergebnis mit Ausnahsne von Bad-Rauheim: Kommunisten 1538 Stimmen (1 Sitz), Ver. Soz.-Part. 16215 (15), Demokraten 2045 (1), Zentrum 2585 (2), Deutsch.- Volksp. 1878 (1). Deutschnatl. und Bauernbund 10 220 (10). Kreis Lauterbach. Wahlvvrschlag Dr. Riepoth 591 Stimmen (1 Sitz), Der. Soz.-Part. 3146 (7), Deutschnatl. und Bauernbund 5649 (13). Kreis Schotten. Kommunisten 10 Stimmen (0) Der. Soz^Part. 2368, Demokraten 1343, Deutsch? Volksp. 44.9, Hess. Bauernbund und Deutschnatl. Volksp. 4854. abgegeben, wovon auf die Verbundenen Wahlvorschlägr der Deutschnationalen u. des Bauernbundes Mehr heitssozialisten U.S.P. Deutsche Vvlkspartei Demokraten HnSgesamt sind hiernach 111 288 gültige Stimmen au verzeichnen. Dei den Landtagswahle n rm vorigen Hahre waren es zusammen 89 521, —v— Großen-Linden, 20. Rov. Der neue Gemeinderat seht sich zusammen aus acht Mitgliedern dec Vereinigten Sozialdemokratischen Partei, aus drei Mitgliedern der Vereinigten Landwirte und eurem Mitglied des Bürger Vereins, Die entsprechenden Zahlen des alten Gemeinderates waren 6, 3 und 3. Der Bürgeroerein hat also zwei Sitze an die V. S. P. verloren. T Lang-Göns, 20. Rov. Richtiges Ergebnis der Gemeinderatswahl: Md. 340 Stimmen (5 Sitze, seither 7), Sozialdemokraten 317 (5, seither 5), Mittelstand 157 (2, seither 0). i s. Steinbach. 20. Rov. Die Wahl hat an der Zusammensetzung des Gemeinderats nichtsgeändert. Die Vereinigten bürgerlichen Parteien und der Bauernbund haben auch weiterhin 8, die Sozialdemokraten 4 Sitze. Von 647 Wahlberechtigten haben 405 gewählt, 13 Stimmen waren ungültig. xy. Hausen, 20. Rov. Die Gemeinderatswahl konnte hier nicht vorgenommen werden, weil kein Wahlvorschlag eingereicht war. ri. L i ch, 20. Rov. Das Ergebnis der G e - meinderatswahl ist: Vereinigte Arbeiterpartei 191 Stimmen (2 Sitze), Einheitsliste 133 (1), Beamtenliste (Erb) 149 (1). Bürger!. Liste 625 (8). sk. Reiskirchen, 20. Rov. Zu der Ge - meinderatswahl lagen zwei Wahlloorschläge vor. Von 586 Wahlberechtigten machten 318 von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Es entfielen auf die Arbeiterpartei 3, aus die Bauernpartei 6 Sitze. Hm seitherigen Gern tnderat hatte die Arbeiterpartei 5, die Bauernpartei 7 Sitze. * Holzheim, 20. Rov. Bei der gestrigen Gemeinde ratswahl fielen auf den bürgerliche Vorschlag 375, aus den deS Arbeitervereins 153 Stimmen. Cs erhalten die Vücgerpartei 9 (seither 8), Soz. 3 (4) Sitze. rd. Stangenrod, 20. Rov. Gemeinderats wa hl: Bauernbund 4, Soz. 3 Sitze. ch. Münzenberg, 19. Äov. Bei der Gemeinderatswahl wurden abgegeben für den Wahlvorschlag dec V. S. P. 185 Stimme«, für die Verein, bürget!. Parteien 168 Stimmen. Aas jedem Wahlvvrschlag werden je 6 Vorgeschlagene dem neuen Gemeinderat angehören. * AlSfeld, 20. Rov Die Wahlbeteiligung bei der geflrigen Gemeinderatswah! betrug 69,35 Prozent Es erhielten V. S. P D. 596 (4), Bürgerliche Liste 919 (7), Freie bürgerliche Vereinigung 494 (4) Stimmen. * Lau terbach 20 Rov. Dos Ergebnis der gestrigen Gemeinberatewahl zeigt f siger.be Dtimmenverteilur^g: Liste Fei^ 788 (6) V G. P. D. 714 (5), Beamtenbund 352 (2), Demokraten 238 ** Die Freigabe von Kohlenmarken wird in einer Bekanntmachung des heutigen Anzeigenteils milgeteilt. ~ Hn oct Aliceschu le beginnen die neuen Vierteljahrskurse im Schneidern, Kochen, Sticken, Weihnähen, Bügeln am 27. d. M. (Siehe Anzeige.) ♦* Anlagenko nzert findet am Mittwoch, den 22. Rovember, mittags 12 Uhr, am Liebig-Denkmal durch die Kapelle des I. (Hess.) Bataillons 15. Hnf.-Rgt. (nur bei günstiger Witterung) statt. Die Musikfolge ist: 1. Marchs Hou- groise. Ungarischer Marsch H. Derlioz; 2. Ouvertüre zu Schillers „Wallensteins Sager'7 O. Sterling; 3. „Ein Albumblatt" 5t. Wagner, 4. Fantasie über „Verlassen bin i“ A. Reindel; 5. Melodien aus Schillers „Wilhelm Teil" G. Rossini; 6. Diva- Torervl Marsch Th. Grawert. ** „Wild - Afrika" im wahrsten Sinne bes Wortes zeigt ver gegenwärtig im Lichtspielhaus laufende Film. Man fann dieses Werk einer schwedischen Filmgesellschaft wohl mit Recht als das hervorragendste seiner Art bezeichnen. Erstaunlich ist eS, wie hier ein unbekanntes Land sich in seiner märchenhaften Eigenart und Schönheit erschließt. Was kein Zoologischer Garten, kein noch so eingehend und fesselnd geschriebenes Buch bieten kann, das wird in diesem Film erreicht: Ratur, Tier- und Menschen- well eines verhältnismäßig unberührten afrikanischen Landes erstehen in unverfälschter Wirklichkeit vor dem Auge des Zuschauers. Wie die Tiere durch List in ihren Gewohnheiten belauscht werden, so erscheinen auch die Menschen in voller Natürlichkeit, durch keine Kultur tünche europäisch n Sitten anaepaßt. Und gerade darin liegt der nicht zu überschätzende Wert des Filmes, daß er ein naturgetreues Bild gibt, das zugleich belehrend und doch wieder an ungemein spannenden Momenten reich ist. Somit wird bet Film sowohl dem Wissensdurst aL8 auch dem Unterhaltungsdrang in bester Vereinigung vollauf gerecht. Ein Besuch der Vorführung sei wärmstens empfohlen. Borrwtizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater, 7 Uhr: „Der letzte Walzer". — Schipkapah, 8 Uhr: Vortrag des Raturheilvereins. — Palast-Lichtspiele: „Danina" und „Durch Liebe erlöst". — Aus dem Stadttheater- (Bureau. Es fei ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß die Aufführung der Sträusschen Operette, „Der letzte Walzer-, am kommenden Mittwoch außer Abonnement gegeben wird. — Die erste Aufführung von „Wallensteins Tod" am kommenden Sonntag (Totenfest) beginnt ausnahmsweise um 6V, Uhr, um auswärtigen Besuchern die Rückfahrt zu ermöglichen. — Oberhessischer Deschi chtsverein. Die Reihe der Wintervercmstallungen eröffnet am Donnerstag, 23. d. M., abends der bekannte Badearzt Dr. Martin aus Dad-Rauheim mit einem Vortrag übet die Geschichte deS Badewesens von der Urzeit bisAur Gegenwart; an einer Fülle von Lichtbildern meist nach Originalen der Zeit wird der Redner diese so wichtige Seite unserer Kulturentwicklung dar stellen. — Zu den Volksspielen des Malers Walther Dladje11a am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche werden wir gebeten, noch folgendes zu bemerken: Diese Spiele sind kein Ableger und keine Nachahmung der HanS-Berko-Spiele. Sie sind künstlerisch völlig selbständig. Alles Rähere ist aus den Anzeigen zu versehen. — Der Raturheilverein veranstaltet heute abend im Schipkapah einen Vortrag des Lehrers Karl Kirsten aus Leipzig über das Thema „Entwicklung und Pflege dec Kindesseele unter besonderer Berücksichtigung der sexuellen Auiktärung!“ Zu dem Vortrag Haden Mitglieder und Richtmitglieder freien Eintritt. Siehe gestrige Anzeige.) Wettervoraussage für Mittwoch: Llbnehmende Bewölkung, trocken, fälter, mord- westliche Winde. Das über England Hegenbe Hochdruckgebiet hat sich wieder etwas verstärkt und bedingt eine allmählich? Aufheiterung des WetterS. Landkreis Gießen. ' Ruttershausen 21. Rov. Morgen feiert daS Ehepaar Karl Erdmann, Schreiner- meister, das Fest der silbernen Hochzeit. Rechtsparteien und die Demokraten sind hiernach in etwas langsamerem Tempo vorwärtsgekommen, als das Zentrum, die Sozialisteri und die Kommunisten. Man mutz hierbei bedenken, dah die zunehmende Hndustriealisierung Oberhessens namentlich den beiden Linksparteien ganz natürlicherweise ein stärkeres Kontingent von Wählern schafft und daß auch die steigende Ansiedelung von Frankfurter Hnduftriearbeitern im südlichen Teile Oberhessens, z. D. im Kreise Friedberg, die Stimmentwicklung zum Vorteil der Linken gestaltet. Daß das Zentrum in Oberhessen so verhältnismäßig stark ausgestiegen ist, gehört mit zu den interessanten Erscheinungen der Wahlbewegung. Don den Rechtsparteien hat die D e u t s ch e Volkspartei einen sehr guten Aufstieg gemacht. 1919 noch mit 5850 Wählern und 1921 mit 9410 sich stellend, hat sie jetzt 10 555 Wahlberechtigte auf ihre Grundsätze vereinigt. Das ist gegen 1919 ein nahezu hundertprozentiger Gewinn. Die Deutschnativnale Volkspartei und der Bauernbund, 1919 mit 26 407 und 1921 mit 41 253 Wählern auftretend, haben ihren Weg bis jetzt in gerader Linie aufwärts fortgesetzt. Hhr Schwergewicht liegt auch heute noch, wie im Hahre 1919, in den Kreisen Gießen und Friedberg, außerdem sind sie aber auch ht den übrigen Kreisen gut vvrangekommen. Wägt man ab zwischen den Polen unserer politischen Entwicklung, der Rechten und der Linken, so ist festzustellen, dah die Rechtsparteien in Ober» Hessen zahlenmäßig noch immer die sichere Führung haben, dah aber der Stimmenzuwachs der Linken, begünstigt durch die oben kurz angedeuteten Faktoren, rascher hn Wachsen war als der der Rechten. Abec ungeachtet dieser Einzelheit des politischen Bildes ist als Gesamtein ° druck der Abstimmung zum Prvvinzialtage der Schluß zu ziehen, dah auch in der Provinz Oberhessen die Sache der bürgerlichen Parteien gut bestellt i st. Die Verteilung der Sitze im Provinzial tag sichert, wie schon gesagt, eine bürgerliche Mehrheit. Auf Grund deS bisherigen Adstimmungsresullats erhalten Mandate: Bau ern» bund und Dnatl. Volksp. 14 (15), Deutsche Vp. 3 (3), Zentrum 1 (0), Demokraten 2 (2), Ver. Soz. Partei 14 (15), Kommunisten 1 (0). Es stehen also 20 bürgerlichen Abgeordneten 15 der Linksparteien gegenüber. Die Abstimmung der Statt Gießen bei der Provinzialtagswahl. Von 20 451 Stimmberechtigten in drr Stadt ©ieften übten bei der ProvinAialtags- wahl 11 483 ihr Stimmrecht au8. Davon waren 11 037 Stimmen gültig, 416 ungültig. Es erhiellen: Kommunisten 905, Verein gt? Sozialistische Partei 3011, Demokraten 1309, Zentrum 597, Deutsche Vollspart ei 3669, Vereinigte Stadt- und Land- liste 1546 Stimmen. Hm Landkreise Gießen war daS Bild folgendermaßen: Stimmberechtigt 39 011, Abgestimmt 25 625, davon gültig 24 557, ungültig 1068. Es erhielten: Kommunisten 549, Vereinigte Sozialdemokratische Partei 10 524, Demokraten 1268, Zentrum 62, Deutsche Volkspartei 1070, Vereinigte Stadt- und Landliste 11021. (2) . 75 Prozent der Wahlberechtigten traten zur Urne. * Scho11en, 20. Rov. Bei 80 Prozent Wahlbeteiligung wurden bei den hiesigen Gemeinderatswahlen für die Liste Heidenreich 277 (3), Cellarius 465 (5), Kröll 405 (4) Stimmen abgegeben. * Büdingen, 20. Rov. Bei der gestrigen Gemeinderatswahl erhielten VS^D. 470 (5), Vereinigte Bürgerlifte 435 (5), Liste Beamten und Angestellten 242 (3), Demokraten 159 (2) Stimmen. nd. Ridda, 20. Rov. Die Gemeinde» ratswahl ergab Bürgerliche Liste 7 Soz. 5. Das Verhältnis ist wie seither. — Hn Kohden wurden 3 Bürger!, und 4 Soz. gewählt. Seither waren dort 6 Bürger!, und 6 Soz. )( Ortenberg, 20. Rov. Das Ergebnis der Wahl zum Gemeinderat ist: Dsamtenbund 1, Demokraten 2, V. S. P. 4, D V. P. und Dn. P. 2. Wahlbeteiligung 60 Prozent. Zusammensetzung wie bisher. 2$. Bad-Rauheim, 20. Rvv.-.Za unserer gestrigen Meldung ist ergänzend mitzuteilen, dah die S i tz e in der neuen Stadtverordnetenversammlung wie folgt verteill find: Dtsch ntt. 5, Soz. 5, Unparteiisch 4, Dtsch. Vollspartei 3, Privatangestellte (Resormbund und Megurn) 2, Handwerkerbund 2, Dadeindustrie 1, Komm. 1. Zentrum 1. Von den politischen Parteien hatten es die Demokraten sich versagt, mit einer eigenen Liste m den Wahlkampf zu treten, dafür hatten sie eine Reihe ihrer seitherigen Stadtverordneten und Parteifreunde auf der unparteiischen und und wirtschaftlichen Liste an aussichtsreicher Stelle Kreis Korn. Ver. Soz. Dem. Zentrum D. Dp. u. Dn. Dp. Gießen 1454 13535 2577 659 4739 12567 Alsfeld 9 3184 1031 519 927 5476 Büdingen 668 4933 730 123 1341 5719 Friedberg 1548 14132 1931 2468 2012 10269 Lauterbach 20 2984 421 279 1068 4815 Schotten 76 2520 1212 21 468 4853 Provinz O.-H. 3775,41288 7902 4069 10555 43699 Zahl der Stimmberecht. Zahl der Wähler i— Ungültige Stimmen Gültige Stimmen Kommunisten Vereinigte Sozialdem. Demokraten Zentrum Deutsche Volkspartei Ver. Stadt, u. Landliste Stabt Gießen........ 20451 11490 463 11027 894 3021 1300 602 3530 1680 Landkreis Gießen...... 39006 25663 1036 24627 509 10553 1337 62 1070 11019 Gesamtergebnis (Stadt und Landkreis Gießen).... 59457 37163 1499 35654 1403 13574 2537 664 4600 12699 -er Sta-t- egebm. ), Syaii- unb ct 14261 (20), tat 5100 (Z), ! Zentrum hat tb die Deutsch' Lp. unb berit purben. Zwei die Linke her- >e hat sich bas gerlichrn Par« ir aus Äonlo t Hous' «Inas VerMtnie rteten hüt sich lbar ganut-t M parlamen - [g neue 6übt" )ie foxnmw dtverochn^ LS P- Stimmen er- bieder -ManM- 361 ür Stirnmat' chtMSU 2752, M 21?3 öe . ** titet*- fL Äorg^ Schreib ^Dollars **>» ' ÄL M. S»S IWu«. »Ä «t o JW drr Wenfanbi $n. «’ Biegung *3J unser», JWeBt such- W Swi, ^uut) 2, ^Xoium. i W hatten Elchen und Mr Stelle ;iWer der (ueten Demo- tt 5 Siheu s DoMsiges ordneten- ’Qtlonale Ip. Derbe» uiH trum 2104 'sche Partei ärtei 11333, 5 MH« 31, NMg jetzt 3 7)> ZentrmZ Demokratische 8- Partei 20 keinen) Sitze, wn städtischen Stadt verende Zisfern: (Partei 10686 (bei der letzten Mdactei unb 140), Deutsch. Wirtschaftliche Sozialdemv. ^vmMniitischc mg der Stadt- ach solgm-er' Äher S), Zen- 6 (5), -rutsch- chastKche Der- ildemvkratilch« ch.) unb Äom» di d-r *«“ tau £7 Aedna Bittmod) u"h «!<$£ SS* s*s 1600, 1175.- IO75-- 1185- 1120,- 5laliwerkWeiteregeln 6490, 9400, 2800, 1775,- 1825,- 1620- 1800,- 4800, 2255, 5000,- 5410, Bries Geld 5400, 3800'- 4210, 2700, 704255 9,39 285,75 222,60 Bochumer Guh BuderuS Caro Berauiann . Schuckerl Siemens & Halske Adlerwerke «lener Daimler Motoren. Heyltgenstnebt . . . Meanin....... 3495,- 3490,- -, 26»), - 2800,— 2500, 6150,- 6900,- 6000 - 6910 - 13100,-14)00,-13030,-13700,- 13100,—13700k—12730,—13425,— 1400),-15500,-14100,- -,- 1405.50 1267,20 1864.85 Hcunburg-Alner. Paket Norddeutscher Vloub. ZenienliverkHeidelberg Philtov Holzmann . . . Anglo-Cont-Guano. . . Badische Anilin..... G ldschmidt Grtercheinier Electron. Höchster Farbwerke . Vaurabülie , .. Lberbedars . . . Pbönix Bergbau Nheinstahl..... St^ebsck Montan Tellus Bergbau. aM sie Vie nicht unerheblichen ©enH< Spesen unb Händler gewrnne s< Berliner Handeldges . tsonnuer»- u. Privaibk. Darmit. u.Nationalbank Deutsche Bank Deutsche BerelnSbank. Diöconlo Gomnmnbrt . Metallbank Miiteldeiit. Treditbank Oesterr. drebiianftnlt * Hessischer Bankverein 21 ? • tiengesellschaft Cassel. Am 15. R. vember fand in den Geschäftsräumen der Dank die 14. ordentliche Generalversammlung statt. Die Bilanz und die Gewinn- und Verlust-Rechnung, sowie die vom Vorstand vorgeschlagene Gewinn-Verteilung werden genehmigt und beschlossen, eine Dividende von 12 Prozent (10 Proz.) zu verteilen. Der tur- nusgemäh aus dem AufsichtSrat ausscheidende Bankier B. Eli aS. Cassel, wurde wiedergewählt. Es nahmen 18 Aktionäre mit 18 601 Stimmen an der Generalversammlung teil. 443.85 2655,80 30299.- 477,80 1256,85 10.34,90 310,20 13563)0 123440 1797,50 66$<70 9,23 266.50 212-15 10570 443,15 2726.80 31077.50 499.25 1297.W 1072,70 319L0 Geld 440,85 2713,25 80922,50 496.75 1290,75 1067,30 318,20 IbS-50 1260,SO 1WL30 7007'45 9.35 284,25 221,40 Briek 446.15 2606,20 30451,- 480,20 1263,15 1040,10 311.80 1363 40 1240,00 1806L0 67W.30 9,27 268.50 213,85 106.30 18. November 20. November Damm. v°/»Dtsch. Reichsanleihe 4°/o Dergleichen 3'/»*/o Dergleichen 8n/0 Dergleichen Dlsch.Soar- sträin.-Anl. 4 , Preußische KonsolS 4°/„ Hessen......... B1///, Hessen 3e/<> Hessen......... 47# Zolltttrken 5275,— 5100,— 505»— 57# Golüinextkaner 86000,-850»),-8000t),- (3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Die Friedeusbediugungen der Alliierten für die Türkei. Pari«, 20. Rov. (WLB.) Die „Chicago Tribüne" präzisiert die Bedingungen, die voraussichtlich auf der Friedenskonferenz in Laufs n n e den Türken vorgelegt werden, und die auf dec Pariser Konferenz mit Mussolini endgültig vereinbart wurden, wie folgt: 1. Unbedingte Sicherheit der Freiheit der Meerengen in KriegSzeiten und für Kriegsschiffe. Entmilitarisierung der neutralen Zone an den Dardanellen. 2. Die Alliierten ergreifen militärisch: und maritime Zwangsmaßnahmen gegen die Türken, wenn sie es ablehnen, die Frieoens- bedingungen anzunehmm. Rumänisch? und jugo slawisch-? Truppen sollen hierbei Verwendung finden. 3. Die Alliierten besehen Konstantinopel und die neutrale Zone in Kleinasien bis der Fliedensvertrag von allen alliierten Regierungen ratifiziert toorben ist. 4. Die Kapitulationen werden abgeschafft, doch unter anderem Hamen bei behalten. 5. Das palästinisch?, syrisch? und mesopotamische Mandat bleibt bestehen. 6. Alle Konzessionen, die in der Zeit vor dem Kriege gewährt worden sind, müssen aufrechterhalten blei ben mit Ausnahme der Konzessionen an Deutsche. 7. Der Wa^fenstillstandsvertrag von Mudania bleibt in Kraft bis zur Ratifikation des Friedensvertrages. 8. Sämtlich? alliierten Militärfriedhöfe in der Türkei müssen auf immer an die .Alliierten übergeben werden. 9. Der Dodakanes bleibt unter italienischer Kontrolle, bis die Alliierten untereinander darüber verfügt haben. 10. Die türkische Truppenza hl wird eingeschränkt und in Europa ausschliehllch auf Freiwillige reduziert. 11. Schuh der christliche Minderheiten unter LIeberwachung antterter Offiziere. 12. Ersah deS Schadens am Eigentum aller Stationsangehöriger infolge des Krieges. 13. Kein Anspruch an Griechenland wegen Kriegsentschädigung für den Krieg in Kleinasien. Die Wahlen in Oberschlesiea. Oppeln, 20. Rov. (WTB.) Rach amtlichen Feststellungen ist das Ergebnis der Wahlen folgendes: Wahlberech. igt waren 747 339 Personen, abgegeben wurden 500 707 Stimmen Es erhielten die Demokraten 11 912, die VSPD. 73 266. das Zentrum 199 246, die Deutschnatio nalen 69 398, die Deutsche Bolkspartei 37 259, die Deutschsozialen 22 291, die Kommunisten 36 624, tue Polen 50 183 und die Oberschlesische KatholischeVolks- Partei 23 Stimmen. Börsenkurse. ftrnnfturt a. M. Berlin Schluß» SLlutz. Schluß. Schluh. Mer» flut» Kurs Murs 2600,— 3:0 5600,— 0100, -,— 3700,- 8000.- 9100, 7050,- 7100, 45 2, 4800.— 5000,- tn Mais war sehr ruhig Auch bi anderen Artikeln hielten sich die Umfaße in sehr engen Grenzen. Weizen, rnärkischrn 12 450—12 300 Mk. (ermattend-, Roggen, märkisch.m 10 700—10 600 Mk. (ruhig), Sommergerste 11 700—12 100 Mk. (matter), Wintergerste 12 600—12 800 Ml. (still), Hafer märkischen 12 500—12 800 Mk. (still), Mais, La Plata, loco Berlin 12 ZOO Mk > behauptet), Weizenmehl (100 Kg.) 35 000-38 500 Mk. (matt), Roggenmehl (100 Kg.) 30 000—33 000 Mk. (lustlos), Weizenlleie 6200—6400 Mk.. Rvggenkleie 6200- 6400 Mk.. RapS 19 000—20 000 Mk. (behauptet), Viktoriaerbsen 22 000—21 000 Mk, kleine Erbsen 20 000—21 000 Mk., Pe uschken 14 500 bis 15 500 Mk., Ackerbohnen 14 000—14 500 Mk., Wicken 18500—19 500 Mr.. Lupinen, blau 14 000 bis 15 000 Mk., gelb 15 500—16 500 Mk.. Sera- della, alt 25 000 -30 000 Mk, Rapskuchen 7000 Mark, Trvckenschnihel 5000—5300 Mk, Rauhfutter: Weizen- und Roggenstroh, drahtgeb 5200 bis 5300 Mk, Haserstrvh. drahtgepreht 5200 bis 5300 Mk.. Stroh, strohseilgebündelt 4900—5000 Mark. Wiefenheu. gut, gesund und trocken, Dormahd 3100—3300 Mk., Rachmahd 2850—2900 Mk. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 20. Rov. Die abwartende Haltung wurde mit der unsichreren Stimmung der ausländischen Zahlungsmittel begründet. DaS Geschäft blieb klein. Weizen behauptete feinen Preisstand und zog später, als sich regere Rachf'eage einstellte, an. Roggen vernachlässigt. Gerste, auch Hafer find begehrter. Mais ruhig. Das Mehlgeschäft war etwas lebhafter. Hülsen- fruchte bei knappem Angebo fest. Oelsaaten ruhig. Futterartikel sind angeboten. Preis je 100 Kg. Getreide, Hülsenfrüchte und Biertreber ohne Sack. Weizenmehl, Roggenmehl und Kleie mit Sack. Alsbaldige Lieferung. Parität Frankfurt a. M. W»izen 25 000-26 000 Mk., Roggen 22 500 bis 23 020 Mt.. Sommergerste für Drauzwrcke 23 000 bis 24 000 Mk., Hafer, inländischer 23 000 bis 24 000 Mk., ausländischer 30 000—31 000 Mk., Mais, La Plata 29 000 Mk, Mi red 30 000 Mk., Weizenmehl, südd Spezias 0 37 020—40 000 Mk., bei Waggonladung ab Mühlenstation, Roggen- mchl 30 000—31 000 Ml.. Weizen- und Roggenkleie 11 500—12 000 Mk.. Grbjen je nach Qualität 42 000—50 000 Mk., Linsen 46 000—48 000 Mk. Tendenz: schwach. Mehl nur /w?ithändig gehantelt. — Die nächste Getreidebörse findet Montag, den 2 7. Rovember statt. Frankfurter Schlachlviehmartt. Frankfurt a. M, 20. Rov. (Amtlich.) Marktverlauf: Kleinviehmarkt bei sehr lebhaftem Handel geräumt, Gcostvieh ruhig gehandelt und nahezu ausverkauft. Schweine sehr gedrückt mit erheblichem Aeberstand. 3m einzelnen ist zu bemerken: Aufgetrieben waren 1818 Rinder, darunter 316 Ochsen, 85 Dullen und 1937 Färsen und Kühe, ferner 246 Kälber, 151 Schafe und 1398 Schweine. An Preisen wurden angelegt für den Zentner Lebendgewicht: Ochsen 17 000—29 000, Bullen 15 000—22 000, Färsen und Kühe 22 000 bis 28 000 für beste Färsen, 11000—23 000 für geringe Färsen und Kühe, Kälber, beste Qualitäten 32 000-34 000, mittlere 28 000- 31 000, geringe 24 000—28 000 Mk. Schafe 15 000-26 000 Mark. Schweine unter 80 Kilo Lebendgewicht 30 000—45 000, 80—100 Kilo 43 000—49 000, 100 bis 120 Kilo 48 000—52 000, 120—150 Kilo 48 000 bis 52 000, Fettschweine über 150 Kilo 48 000 bi« 52 000, Sauen und Eber 35 000—45 000 Mk Die Preise liegen um soviel über den Stallpreisen, Lande!. Berlin, 20. Rov. Börsenstim- mungsb ild. Die Devisen waren heute vormittag anfangs sehr fest. Der Dollarkurs stieg bis 7500. Dann setzte eine Ermattung ein auf Gerüchte von einer bevorstehertden Ankunft deS amerikanischen Bankiers Morgan in Berlin und einer angeblich zu erwartenden befriedigenden Lösung der KabinettSfrage. Der Dollar ging vor Beginn des offiziellen Verkehrs auf etwa 7000 zurück und wich dann weiter bis 6700. Für Ondustrbewerte lagen Kaufaufträge in ziemlich beträchtlichem Umfang, namentlich aus der Provinz, vor, so daß die Anfangskurse bedeutende Erhöhungen erfuhren. Mon- ranpapiere stiegen zum Teil bis um 2000 Prozent, und Rheinische Braunkohlen sogar darüber. Bedeutende Steigerungen wiesen Tex- tilwerte auf, und zwar Aordd. Wolle um 3300, und Stöhr um 9000 Prozent. Sonst waren vielfach Aufbesserungen um 200 bis 600 Prozent sestzusteilen. Auch Schiffahrts- und Bankaktien waren an der Aufwärtsbewegung beteiligt. Namentlich für Schiffahriswerte herrschte eine gute Meinung. Valutapapiere zeigten Gleichmäßigkeit; Besserungen überwogen aber. Deutsche Anleihen waren ruhig. Preußische KonsolS konnten ihren hohen Stand nicht behaupten. Späterhin machte sich Zurückhaltung bei der Spekulation bemerkbar. Das Geschäft wurde ruhiger, wobei kleine Rückgänge nicht vermieden werden konnten. Die feste Grundstimmung blieb aber vorherrschend. Frankfurt a. M., 20. Rov. Börsen- flimmungSbtlb. Dollarkurs im Frühverkehr 7900, 7400—7000. Arn Devisenmarkt machte sich unter dem Einfluß der ungellärten politischen Lage zunächst eine befestigte Haltung geltend, die aber im Verlaufe recht unsicher und schwankend wurde. Größeres Interesse bekundete sich für Jndustrieaktien, welche ansehnlich höher gehandelt wurden. Die Interessenkäuse in Montan- papieren dauern an. Kauflust bestand für Dankenwerte. Dei lebhaften Ilmfähen und festerer Tendenz verkehrten chemische uno Elektrizitätspapiere. Maschinen- und Metallwerte lagen ruhiger, wie im allgemeinen das Geschäft sich späterhin ruhig abwickelte. Die Grundstimmung blieb aber fest. Um 1 Uhr wurde der Dollar 6900—6800 genannt. Frankfurter Devisenmarkt. (Telegraphische Auszahlung.) Amtliche Rotierungen. 9000,- 8500,- 9200, 11».),- 1550,— 1125,— - , 1295,— 1100,— 1230,- 1410, 4000,- 4301,- 401)0,- 4500, 540,- TM— Deinscb-Liirembnrn. - 12200,-13750,-12000.-13100,- ®c(fentirc6ener iBeroro 17250,—lS5i)0,—lb000,—180iX),— Hnrvener Bergbau. . 52J00,—53000,—530.0,—54000,— Kaliwerk Aschersleben 5575.- 5995,- 4950,- 52 0,- Metallges. Nranksurr. .8000,-11000,- Schuhfabrik Herz... —10)0— — Sichel 2450,- 2725,- Zelll»oss Waldhoi . . . 5500.- 6000,- 5425,- 6500,- Zuckersabr.,>rn ikenihal4100,— 4(550,— ——,— ZuckerfabrikWaabäu1cl4400,— 4(500,— ——,— Markte. Berliner Produttenmartt. Berlin, 20. Rov. Rachdern im Gegensatz zum Bormittagsverkehr die Devisenkurse einen kräftigen Kursrückgang erfahren hatten, wurden die PreiSgebote auf Getreide am Produktenmarkt erheblich ermäßigt. Bei den groben Unterschieden in Bries- und Geldpreisen hielten die Käufer Zurückhaltung für geraten, wozu auch die KTMppheit des Geldes beitrug. Die Mühlen waren um so weniger xu Kausen geneigt, als daS Mehlgeschäft äuhersi still geworden ist. Roggen wurde ebenfalls nur wenig bei nachlassender Tendenz um- gesetzt. Hafer konnte sich behaupten. Das Geschäft 7300,- -,- 7U50.- 9100.- 8'00,— 9200,- 3900,- 4100,— 2400,-3850,- 7600,— 86 0,— 7000,— 7550,- 4300,- 4601,- 505-5— 5'100,— •5000,- 5 C0,- Daium: Nnlw.»Brüssel . Holland London Paris Schweiz Soanien Italien Lissabon-Oporto Dänemark . . .. Äorweaen . .. . Schweden .... HelsinkiiorS. . .. Neuvork Deulsch'Oesterr. Budapest Prag Sofia 14500,-14500,-12500,-13505,- 4250,— 4S”5,— 4505,- 4800,- 5600,- 5800.— 5000 - 5610,- Hvl-verkohlana.....3^5'),—13700,— - , -lstnerü werke 3490.— 3900,— 3500, Lchoidcanitalt 6200,— vr**X— —, MÖfl. ElerlriztiätS-Ges. 4350,- 41> 0,- 4010, 1850,- 2175.- 1950, 600J,- 6800,- — 130 1.- 1500,- 1500, . 9500.-10'00.—10800,-10! 00,- . 1400.- 1400.- 149!),- 1482.- 1140,- 1550.- 1375,- 1503,- . 1950,- 2540.- -,- . 3000,- 3Q50,— 2800,— 3400,- 17.11 20.11 17.11 20.11. 77,50 7450 80.75 80,80 34S — 350,- 350,- 350,- 241- 240<- 250,- 250,- 84a- 850,— 85a— 850,— 13a- 140,-- 140.— 155- 140,- 14a— 168.- 15>,50 101,— 115.- 135,- 121- 120,- —.— 112- 120. - —,— —,—- Die Herweghs. Sine rechtsrheinische Geschichte von Liesbet Dill. 42. Fortsetzung. (Rachbruck verböte».) In einem Frühstückskeller hatte sie jeden Tag „Srbbcer mit Fl öde" gegessen Das Rordkap fand sie sehr einsam, wie das ganze Rorwegen ihr unfruchtbar und unkultiviert vvrkam. Rie- mals hatte man ihr die Schuhe im Hotel geputzt und die Kleider ausgestaubt. «Das Land ist noch niä>t fertig." entschied Grete. Dagegen schwärmte sie von der Fftihstückstafel des Kapitäns aus dem Postschist der «Dampscipsellscab", auf der siebenunddreistig Gerichte standen, des Morgens um neun, wäbrend vorher oben auf dem Deck schon Tee und Kuchen angeboten wurde. Der Kapitän säst neben Grete und legte ihr vor. @r war reizend zu ihr und erklärte ihr alle«. ®r fuhr dieselbe Strecke Hahr für Hahr bis Hammer- fest, dort blieb er einen Tag und kehrte dann wieder um. „Unb was tun Sie an diesem Tag?" fragte Grete. „Run, einen Tag must man auch mal für sich haben," lachte der Kapitän. Die Familie fand die junge Frau frischer aussehend. „In letzter Zeit hattest du so was von junger Nonne, weiht du," der General klopfte Gretes Wangen, „,3m stillen Klostergarten eine bleiche (Jungfer ging', das ist nun verschwunden, der Kapitän ist dir doch gut bekommen." Gretes Kummer hatte Ablenkung gefunden. Sie wurde von dem Düsseldorfer Maler in Oel gemalt. Dieses Porträt sollte zu der nicht vorhandenen Herweghschen Ahnengalerie den Grundstein bilden. Sie hätte lieber in voller Rüstung. Ballkleid, Fächer und Schmuck, gemalt sein wollen, aber der junge Maler warf ihr einen weihseidenen Schal um und gab ihr ein paar Geranien in die Hand. Das Haar durfte nicht vom Friseur gebrannt werden, sondern wurde einfach im Racken aufgesteckt. Das einzige, was er erlaubte, waren ein Paar große goldene antike Ohrringe „von der guten Grohmama", die Gretes südländischen Typus unterstrichen. Gr kam zu diesen Sitzungen ins Hau- und ah dann bei Herweghs zur Rächt. Als sie eines Abends, von dem Maler begleitet, die Kurhauspromenade herunterging, sah sie plötzlich auf der anderen Seite Lutz mit »ücei Offizieren die lange Kurhausallee herunterlom- men. Sie steuerten gerade auf sie zu. Grete befiel ein heftiges Zittern. Dir erkannte ihre Kavaliere von der Redoute. Der junge Erler und der blonde Priiu. Grete nahm alle Kraft zusammen und bat ihren Begleiter: „Bitte, geben Sie mir Ihren Arm." Lutz hatte sie erkannt, denn er legte die Hand an die Mütze, aber hochrrhobAren Hauptes schritt Grete, am Arm des anderen, dicht an ihm vorbei, als sei er Luft. „Wer war denn oas?" fragten seine Begleiter und drehten sich nach ihr um. Aber Lutz sagte lässig: „Ich weih es nicht, ich hatte.mich geirrt." Und während in Grete alle Gefühle in Aufruhr waren und die Empfindung gelungener Rache vorherrschte, hatte diese unerwartete Begegnung auf Lutz erleichternd gewirtk. Die hat sich getröstet, dachte er, Gott sei Dank, ftnd er beschloß, । fortan wieder des Sonntags ruhig zu, seiner I Mutier herüberzukommen, auf die Gefahr hin, Grete zu begegnen, denn einmal muhte es doch sein. Lutz war durchaus nicht für Ewiges geschaffen. Arn wenigsten für ewige Feindschaften. Das kühle Verhältnis der beiden Ehegatten hatte auch die Rordlandfahrt nicht gebessert. Seit sie zurück waren, gab sich Grete feine Mühe mehr, den Bruch vor den Dienstboten zu verschleiern. Die hatte aber auch keine Lust, eine Aussprache ober etwas Entscheidendes herauf- zubeschwören, denn der Maler hatte gesagt, ihre Gemutsstimmung würde sich dem Bild ansprägen. Von diesem Künstler war sie sehr enttäuscht, denn er hatte, wie die meisten Metiers, nur für dieses Interesse. Das Porträt wollte nicht recht vorwärts kommen, da seine Spezialität badend? Rymphen in lilafarbenen Wäldern waren. Seine Begeisterung für die hübsche Frau war bet näherer Bekanntschaft verrauscht, und beide fühlten, dah nichts sie band und dah er nach dem letzten Pinselstrich aus i*r Stadt verschwinden würde, die er höhnisch „Byzanz" nannte. Wie fing es nur Liane an, dah sie immer von bewundernden Anbetern umringt war? Wohin sie kam machte sie wertvolle Bekanntschaften, sie korrespondierte mit Attaches, disputierte mit Koryphäen der Wissenschaft und trank Tee mit Aestheten, die ihr Bücher widmeten. Und ihr, Grete, gelang es nicht einmal, einen einfachen Maler länger wie vier Woch n zu feffeln. Ihr Zorn warf sich auf den kühlen Ernst. Wenn er etwas gehört oder gemerkt hatte, so konnte er ja offen sprechen! Aber dah er so stumm und anscheinend gleichgültig dieses Mih- traucn trug, schürte ihre Erregung nur noch. Sie erklärte ihrem Gatten, dah sie seine ruhige i Atemzüge nicht anboren könnte, sie litte an Schlaflosigkeit. et zog um, ohne Murren und ohne sich zu wundern. 3a, er fragte nicht einmal. Gerade in ihrer jetzigen zerrissenen Stimmung hätte er sie wiederobern müssen, mit Liebe, mit Heberrebung oder auch mit Gewalt, beim brutaler Gewalt widersteht selten eine Frau. Aber Ernst schien mit ganz anderen Gedanken beschäftigt. ®r sah schlecht aus und seine Schläfen waren grau geworden. Er kam meist erst zum Essen, wenn alles falt geworden war, oder auch gar nicht. Eines Abends klopfte sie an seine Tür, um zu fragen, ob er anderen Tages zu Mittag zu Hause sei, da er jetzt oft tagelang in Eppenhausen war. Sie fand die Tür verschlossen, unb er antwortete, ohne zu öffnen, dah er nicht zu Hause fein würde, es war Streik angesagt. Sie stand betroffen vor dieser verschlossenen Türe. Wozu in aller Welt schloh er sich ein? Er wurde ja wahrhaftig immer wunderlicher Richt nur. daß er eß an jeder Aufmerksamkeit fehlen lieh, er vergast ihren Hochzeitstaq, sogar seinen eigenen Geburtstag hatte er neulich Der gessen. Er dachte nur noch an seine Akten uni) seine Musik. Wenn sie etwas wissen wollte, antwortest er ihr kurz und ironisch, und wenn sie die Rede^ Wendung gebrauchte: „Ich sag' es, wie es ist," die b.?i ihr öfters vorkam, antwortete er: „Ich weih es, denn du hast es mir bereits beute morgen versichert." Er begann ihr musikalisches Talent zu kritisieren. Sie spielte seelenlos, ihr: Beethvvensche Adagios „machten ihip Zahn schmerzen", bei den Bachschen Inventionen ä tröst voix könne man keine einzige- Stimme aus dem „Gemüse" hetaushören, und das Allegro der Mozartschen Phantasiesonate war kein Par-aöc- ma^ch. (Fortsetzung folgt.) Behördliche Anzeigen Bekanntmachung. Ausgabe von Kohlen: Marken 13, 14, 15, 16 unb 17 her Haushaltskarte (rote Karte) 3 unb 4 bet Karte für Einzelpersonen (hellblaue Karte) „ 6, 7 unb 8 ber Kleingewerbekarte (grüne Karte) können mit je 1 Zentner Brennstoff beliefert werben. 101828 Giehrn, ben 21. November 1922 Der Olerbürgermeister. (Brennstoffamt.) Betanntmachnng. Betr.: Bietzahlung am 1. Dezember'1922. Auf bie Bekanntmachung der Kreiramts Gießen, Amt.verkünbigungsblatt Nr 110 vom 27. Oktober 1922, mache ich hiermit sämtliche Diehlesitzer in den Gemarkungen Dietzen unb Soiffenberg aufmerksam. Die Zählung findet am 1. Dezember statt unb find ben Zahlen bie notroenbigen Angaben ber Viehbestände bereitwilligst zu erstatten. Gießen, ben IS. November 1922. ,-|86B fDerDberbürgermefter. 3. D.: Dr. Rosenberg. Volksspiele Blachetta im Katholischen Vereinshaus Donnerstag, den 23. Nov., abends 8 Uhr: Hans-Sachs-Abend Das Narrenschneiden — Der gestohlene Schinken — Der tote Mann Donnerstag, nachmittags 4 Uhr: Schülervorstellung Das einfältige Brüderlein (Märchenspiel) Das Kälberbrüten (Hans Sachs). Plätze: 40, 35 u. 30 Mk., Schüler 15 Mk. Vorverkauf: 101641) Ferber1 sehe u. Schneider*sehe Buchhandlung Gardinen sF 7 । " weitunterPreis 10176c merke sich ein jeder, putzt die Schuh' - erhält das Leder. Qisjtl Werke Gk(kG*Berlin -Lichtenberg. Vortrags-Vereinigung. Donnerstag, den 23. Novbr., abends 8 Uhr, in der Neuen Aula: Märchen-Abend I ran Vilma Mönkeberg aus Hamburg Eintrittskarten bei Challier und Abend kasse. Mitglieder 20 Mk. pro Platz gf gen Ausweis. Nichtmitg’leder: Plätze zu 50. __________45 und 40 Mk. 10163D Palast-Lichtspiele — Linden plate — Größte» n.vornehmstesTheater am Platze Nur noch heute n. morgens Der große Prunk film V a n i n a unL Mitwirkung v. Aeta Nielsen, Paul Haitmann. — Außerdem: Durch Liebe erlöst 5 Akte. oioe“ Anfang Mittwoch 8 Uhr. Bereu Der Menet WlleW nnD -Werin« 10180V Er starb an den Folgen einer Blut- \ Empfehlungen | Stellengesuche) 101880 17, Uhr, statt. 3Vz Uhr statt 01061> ■ (fein Unterricht). , qi Kapellm. Knübel, Stadttbeaier. I (< Neihner, Plockstr. 9. MasienSlhuhverklmf Emanuel LM Reichhaltigste Auswahl stets am Lager 10172a Mlissen-Slhiihverkailf Seltersweg 31 Größeres industrielles Unternehmen sucht für sofort durchaus bewanderte ist mir plötzlich entrissen worden. Vergiftung. Stadttheater Mittwoch,22.Nov. Ander Abonnement, teiieöte Leute. Auf.3'/„Eude6Ubr. Ser letzle Wallet Ans. 7, Ende 9‘AUbr. biatnite ^-eueriinn. 6ögar Bcmnann Wer fzeugbandluug. öcVtnufen. ,0,e,h heres bei Herso. (Lin orden liches SienNööüien Die Beleidigung flen- Forstwart Braun v. Baabringen nehme ich biermit zurück, lieh. Schla p V. Mainzlar. [01O614 Die Beerdigung findet statt am Donnerstag, den 23. November nachmittags 3 Uhr auf dem neuen Friedhof in Gießen. gegen hoben Lobn leslicht. 10174 Die Zahlung der Quartalshonorare findet Künftig in zwei Hälften statt. Mindesthonorar für die erste Hälfte 1000 MK Honorar für die zweite Hälfte freibleibend. AiWer- ItöWfölnen über 3 Millionen im Gebrauch, noch zu uortcilbnrt. Preisen auf Lager bei 010118 Anton Breuer, Lindenvlav 5. In tiefstem Schmerz: Karola Strauch geb. Bock Ausführliche Angebote mit Zeugnisabschriften erbeten unter B. E. 7676 an „Ala" haasenstein k Vogler A. G., Zranlfurt a. M. [10128A NMaß- $erikiütrnni| Donnerstag, den 23. b. M., nm Haushalt [Mädchen vorhanden» bei rZa- milienauschlun und guter Berpflegung per 1. Dezember od. später gesucht. Gehalt nach Uebereiu- knnft. Kenntnisse int Naben und Flicken Bedingung. Borzu° stellen von 3—6 Uhr nachmittags. Nah. in der Geschäftsstelle d. Gien. Au». 10193 Morgen früh 9 Ubr: MsieWWe-SMsWe 1—l'/^pfündig ff. Bratschellfische Prima Bordsee-Cabliau und Seelachs *»i»oa Frische FischkotelettS Gehr. Berdux Bahnhofstraße 27. für Lastauto gegen gute Bezahlung für alsbald ges. Schriftl.Anq.n.010600a.d. (Bieft Anz. Mein geliebter Mann Georg Strauch Pfarrer in Dietzenbach NmRMntiLtt ist Gelegenheit geboten. einige Gtoh- stücke mitzumachen. Wo? sagtd. GeschftS- stelle des G.A.OlOlM Vereins | Deutsche Volkspartei Allen Freunden der Pariei herzlichen Dank fürtreue Mitarbeit. 1J1S9 Der Vorstand. Heilte bis einschließl. Donnerstag: iwild-Äfrikai (Unter Wilden nnd wilden Tieren). jk Täglich 4. 6. 8.15 Uhr. Z71 Schüler v. 4-6 Uhr ermaß. Ein tritt M Aurb.elnschl. Donnerstag. I H Auf vielfachen Wunsch ET/ ab Freitag nochmals: vH Ix Fridericus Rex /za M 1. und 2. Teil. M LZ In Vorbereitung1: Der Weltpro- duktion größter Film W V/ Das Weib des Pharao. W Tlebt. Kaufmann, in Buchführun^Korre- spondenz perl, i. nn- gekündigter Stetig, sucht i. sos.od.15.Dez. in besserem Bureau Engagement. Geh. n. Uebereink..Sch.Ang. u. 2306 a. d. G-Anz. Junge Frau sucht Beschäftigung in Vttncr ufiu. Schrift!. A ng.u. 010605 a. G.A. Siir jo. MMcn wird Stelle als Haustochter gc sucht aut ariiudl. Erlernung d. HauS Halts in gediegenem Hause. 010620 Nur schristl. Vermittlung nn Fr. Dorn, Wetzlar. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren innigstgeiiebten Sohn und Bruder Adolf nach kurzer Krankheit, im Alter von 11 Jahren, am Sonntag, dem 19. November, nachmittags 4 Uhr, zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: gamilie Christian Karbrr. Staufenberg, den 21. Nov. 1922. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 22. November, nachmittags Junge Frau sucht leere« Zimmer oder Mansarde mit Ösen- Schr. Angeb. u. 010606 a. d. G. An». Dame sucht möbliertes Zimmer In gutem Hause. Schr. Ang. it.010607 an den Gien. Anz. 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