llk. 2<8 Erscheint täglich, außer Sonn» und Feiertags, mit derSamstagsbeilage: KiebenerFamilienblätter Monatliche ve^uasyreise: Dlh. 102.- undMK.8.- Lrägerlohn,durch diePost MK.I2L.-.auch be,Nichterscheinen einzelner Num- mern infolge höherer Gewalt. - Fernsprech. Anschlüsse: fürdieSchrist. feilung 112; für Verlag nnd Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Hnteiger Stehen. popscheäkonto: Srantfurl a. M. 11686. Erster Blatt U2. Zayrgang Samstag, 2(. Moder 1922 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vrvck und Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- und Steinörudcrd H. Lange. Sdfriftkitung, GefchSstrstelle und Druckerei: Zchulftrahe 7. Annahme von Lnzetgen für die Tagevnummer oi» unm Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Dreis für 1 mm höhe für Anzeigen v 27 mm Brett' örtlich 600 Pf., auawärt, 800 Pf.; für Reklame Anzeigen von 70 mm Breite2L00Ps. Bei Platz. Vorschrift 20", „ Ausschlag Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz für den übrigen Teil Ernst Blumschein; sür den Anzeigenteil: _$ans Deck, sämtlich in Dietzen Wochenrückblick. Lloyd George ist mit seinem Kibi - nett zurückgetreten, nachdem die konservative Fraktion deS Unterhauses ihm die Gefolgschaft gekündigt hatte. Die Partei Donar LawS, der vor zwei Jahren bereits aus Gesundheitsrücksichten aus dem Kabinett auS- gefchieden war, hat mit 186 gegen 87 Stimmen beschlossen, bei den bevorstehenden Neuwahlen als unabhängige konservative Partei an das Land zu appellieren. Zunächst kann man von einer Niederlage der allgemeinen Politik Lloyd Georges kaum reden. Die Schwierigkeiten haben sich vor ihm gehaust, das ist wahr, das britische Weltreich hat beunruhigende Gefahren durchgemacht, und die schwebenden Probleme. Orientkrise und ReparationSpoli- tik, sind noch nicht gelöst. Aber das sind alles keine entschiedenen Gründe, einen Negierungswechsel herbeizuführen. Donar Law, der einstweilige Nachfolger und vormalige Gefolgsmann Lloyd Georges, hat schwerlich ein anderes und besseres Programm als das bisher verfolgte aufzuweisen. Da auch er bereits Frankreich offen gewarnt hat, den Dogen zu Überspannen, wird Poincar^ aus seinem Triumph über den ihn so verhaßt gewordenen Gegner nicht viel schöpfen können. Nur die Tatsache, daß die britische Weltpvlitik in ein unvermeidliches kritisches Stadium getreten ist und der leitende Staatsmann allzu lange schon ohne traditionelles parlamentarisches Mandat regiert, bewirkt die konservative Kursänderung. Denn schl ehlich hat man es nicht vergessen, daß Lloyd George ein Verfechter liberaler Ideen ist und seine politische Vergangenheit im Kampfe lag mit derjenigen Richtung, die heute in erster Reihe mit einem Losungswort vor das Volk hintreten sollte. Der englische Parlamentarismus erinnert in seinem Drang nach Konsolidierung gegenwärtig an ein Stück deutscher Geschichte. Heißt eö doch wieder, Lloyd George, der mit seinen 60 Jahren an keinen Rücktritt von der politischen Bühne denkt, wolle eine Partei der Mitte begründen, für die man schon den Namen des Nationalliberalismus bereit hält. In der englischen Kultur erhebt der früher ungefährliche Linksradikalismus drohend sein Haupt; Chamberlain. der Weggenosse Lloyd Georges, suchte auf der erwähnten konservativen Parteiversammlung die Gemüter mit dem bolschewistischen Gespenst zu schrecken, das bei der Preisgabe der Koalition neue Kräfte gewinnen werde. Donar Law übernimmt nun die Bil- dung einer wahrscheinlich rein konservativen Regierung, die aber nur von kurzer Dauer sein dürste, da im Herbst die Neuwahlen bevorstehen. Don Lloyd George heißt es, daß er neue Kraft zu neuem Kampfe sammle. Wir werden in der nächsten Zeit zweifellos mehr von seinen künftigen politischen Zielen hören als von denjenigen des Kabinetts Donar Law. Er ist jetzt freier in seiner Abschütteluna der extrem gerichteten konservativen Widersacher, die ihm ganz besonders seine liberale irische Politik verdachten. Man darf aber vor allem gespannt darauf sein, ob Lloyd George jetzt endlich mtt voller Schärfe den französischen Nationalisten mit der Wahrheit zu Leibe gehen wird. Seine letzte Rede gegen Poin- cars, über deren Schroffheit man, namentlich' in Frankreich, sich gewundert hat. mag ein Dorspiel gewesen sein zu einer umfassenderen Abrechnung. Wollte Gott, eS wäre so! Der Kampf gegen die nationalistische Aeberspan- nung des Aeparationsgedankens in Frankreich ist für die deutschen Interessen heute von größerer Wichtigkeit denn je. Fürs erste scheinen leider die englischen 'Bemühungen in der Reparativnskommissivn etwas matter gesetzt zu sein.'Die Franzosen werden die innerpdlitischen Schwierigkeiten Englands weidlich ausnutzen, um ihre Politik einer uneingeschränkten wirtschaftlichen Der- sllavung Deutschlands durchzuführen. Die Art, wie Frankreich auf den vernünftigen Dorschlag Dradburys bisher reagiert hat, ist nieder- drückend. Deutschland soll mit Wechseln zahlen und mit dem Panzer einer unerträglichen Finanzkontrolle emgeschnürt werden. Der Rück- tritt Lloyd Georges von der ^Regierung könnte insofern vielleicht förderlich wirken, als fortan die ursprüngliche Stimmung und Neigung des englischen DolksinteresseS noch elementarer wird hervorbrechen können, als bei dem bisherigen geduldigen Lavieren des alles beherrschenden Ministers. Es tritt eine Pause ein in der Entwicklung eines vernünftigen Wiederaufbaues Europas, aber nach dieser Pause wird, so hoffen wir, eine neue machtvoll? Woge sieghafter Dernunft den Widerstand des westlichen Nachbars um so schneller und sicherer hinwegschwemmen. Die unheimlichsten. Gefahren zerren am Bestand unseres Vaterlandes und gestatten kaum noch Zeitvcr- lust. Die geplante Brüsseler Finanzkonferenz wird durch die Londoner Ereignisse nicht in Frage gestellt, aber es wäre zu wünschen, daß auch das neue englische Kabinett den Termin dieser Konferenz nicht weiter hinausschiebt. Selbst Frankreich wünscht keine Verschleppung, sondern Entscheidung. Bonar Law wird schwerlich den Mut finden. Großbritannien noch weiter ins Schlepptau des ftanzö- sischen Militarismus zu bringen, als es bisher der Fall war. Lloyd George hat oft eine schwankende Haltung eingenommen, weil er an zu viel Abhängigkeit gefesselt war. Wir können seine Politik nicht rühmen, denn er hat Deutschland mit verleumden helfen und zu spät die Erkenntnis gewonnen, daß die an Deutschland gestellten Versailler Zumutungen zum Verderben Europas ausschlagen müßten Sein starker Wille jedoch, die Aussaugung Deutschlands in erträglichen Grenzen zu halten, ist in den letzten 3af)rcn zu offenkundig geworden, als daß wir nicht wünschen müßten, seine erstaunliche Tatkraft und Initiative möchte auch weiterhin erfolgreich beim Werke sein. Auf Lloyd Georges gesamte politische Laufbahn brauchen wir heute nicht näher einzugehen, denn sie ist sicherlich noch nicht abgeschlossen. Wenn wir eine staatsmännische Begabung von seinen Graden und Maßen in Deutschland besäßen, so stünde es vielleicht besser um unsere Aussichten! Die Frage der Reichspräsidentenwahl ist nun zugunsten des Vorschlages der Deutschen Dollspartei entschieden worden: sie wurde verschoben bis zum Sommer 1925. Wer wollte sich einen Nutzen versprechen von einer Neuwahl *unö einem Wahlkampf in diesem schwierigsten Winter Deutschlands! Herr Ebert ist persönlich ein sympathischer und begabter Mann; daß die Parteien ihn noch so lange in seinem hohen Amte belassen wollen, mußte die Sozialdemokratie zufriedenstellen, die sich indessen nicht einbllden darf, im Lichte der einwandfteien Amtsführung des sozialdemokratischen Reichspräsidenten würde auch ihre Parteipolitik vor allen anderen Richtungen verklärt und verherrlicht werden können. Zweifellos würde eine baldige Neuwahl des Präsidenten im sogenannten bürgerlichen Lager mit Recht große grundsätzliche Bedenken gegen die Wiederwahl Eberts erweckt haben. Darum tft es zu begrüßen, daß unnützer Zank und Streit, der sich ohnedies nicht um eine Lebensfrage des Reiches dreht, unterbleibt. Wir begehren einen Fortschritt Deutschlands in der auswärtigen Friedenspolitik, in der Bewahrung der deutschen Volksgenossen vor zunehmender Verelendung, aber zu diesem Ziele ist der Austrag parteipolitischer Rechthaberei mit seinen unheilvollen Begleiterscheinungen nicht der richtige Weg. Darum verzichten wir auch gerne auf eine kritische Untersuchung darüber, welche Parteigruppe bei dem über die Präsidentenwahl zu- standegekommenen Kompromiß wohl am vorteilhaftesten abgeschlossen habe. Gerade die gestrigen Offenbarungen im Reichstag über angebliche neue politische Mordpläne legen eS wiederum nahe, mit nicht eben ganz dringlichen innerpolitischen Konfliktstoffen möglichst aufzuräumen oder sie für eine passendere Zeit beiseitezuschasfen. Die Neuwahlen in England. London, 21. Ott. (WTB.) Wie gemeldet wird, können sofortige Neuwahlen mit ziemlicher Sicherheit erwartet werden. Die internationalen Angelegenheiten machen es unbedingt notwendig, daß die Regierung die unzweifelhafte Autorität der Wählerschaft hat, die nur gesichert werden könne durch Einberufung des Parlamentes. Man erwartet, daß das jetzige Parlament aufgelöst wird, nachdem Bonar Law in der nächsten Woche das Kabinett geblldet hat. Die Wahlen werden möglicherweise am 19. November stattfinden. London, 20. Oft. (WTD.) Die Blätter beg räßen ausnahmslos das Ende der Koali- tionsreglerung. Sogar der „Daily Telegraph", der bisher gegen den Abbruch der Koalllion gewesen war, schreibt, heute sei die Koalition gebrochen durch den Akt, der von allen in Betracht Kommenden als gültig anerkannt werde. Die allernächsten Tage oder Wochen würden ereignisreich sein. Man befinde sich im ersten Stadium des Wechsels, der noch zu überraschenden Entwicklungen führen könne. Lloyd Georges Kampfansage. London, 21. Oft. (WTB.) Die Reise Lloyd Georges nach Leeds, wo er heute sprechen wird, glich einem Triumpfzuge, lleberall, wo der Zug anhielt, wurde Lloyd George von Menschenmengen umringt, die den früheren Premierminister begrüßten. Auf dem Bahnhof von Leeds erklärte Lloyd George in einer Ansprache, dieHeißköpfederkon- servativen Partei hätten den Fehdehandschuh hingeworfen. Er beabsichtige, den Kampf zu führen, wie eS die Interessen des Landes geböten. Lloyd George forderte die Wähler auf, ihn dabei zu unterstützen. London, 20. Oft. (WTB.) Die Gattin Lloyd Georges erfiärtc gestern m einer liberalen Versammlung, ihr Utani sei aus alles vorbereitet, er liebe den Kampf, sein Geist belebe sich, ferne Gesundheit bessere sich darin. Das Kabinett Bonar Law. London, 20. Oft. (WTB.) Lord Curzon und Lord Derby haben sich bereit erklärt, bei der Bildung des Ministeriums Bo- nar Law mitzuwirfen. Auseinandersetzungen in der französischen Kammer. Paris, 20. Oft. (WTB.) Die französische Kammer setzte Leu e nachmittag die vor acht Tagen unterbrochene Diskussion ü.er die Interpellation betreffend die allgemeine Politik der Regie.ung fort. Der A?g. Rcynaud interpellierte dle Regierung über ihre Repara- lionspolitik. Er erinnerte daran, daß in dem Augenblick, in dem man hätte erwarten! können, Laß die Reparationspolitik in eine andere konstruktive Periode eintrelen würde, der Plan Bradburys und nachher die Demission Lloyd Georges gekommen sei. Er bedauerte, daß der Ministerpräsident die Frage der interalliierten Schulden mit der Frage der Reparationen vermengen zu müssen geglaubt habe. Der Abgeordnete sagte, er sei ein Gegner der Sachiieferungs- politik und begründete seinen Standpunkt im einzelnen. Wenn das deutsche Voll Frankreich nur für 150 Millionen Sachlieserungen leiten wolle, müsse es für 630 Milliarden Papiermark drucken, und wenn Deutschland den Verpflichtungen des Abkommens von Cannes nachkom men wolle, d. h. wenn es für 950 Millionen Goldmark Sachlieferungen auSführen solle, bann handele es sich sogar um 1500—2000 Milliarden Papiermark. Begreifen Sie denn nicht, so ruft er aus. daß das unmöglich ist. (Lebhafter Beifall.) CS ist ein Abkommen StinneS-Lubersac zustande gekommen, von dem man viel gesprochen hat. Ich stehe nicht an zu erklären, daß dieses Abkommen keinen anderen Vorteil bietet als den, daß Herr Stinnes eine Provision von 6 Prozent einstreicht. (Lebhafter Beifall auf der äußersten Linken.) Ich sage, indem Herr Stinnes dieses Abkommen unterzeichnete, wollte er aus Frankreich und Deutschland Einfluß ausüben. Dieses Abkommen wird ihm gestatten, in Deutschland die innere Politik zu betreiben, die er wünscht. (P o i n - car6 ruft: Sie selbst haben verlangt, daß man die großen deutschen 3nbuftrtemagnaten zum Wahlen zwinge!) Der Abgeordnete Rehnaud antwortet: öa, aber nicht durch dieses Mittel! Die Handelsbilanz Deutschlands sei im nächsten Jahre mit etwa 1 Milliarde Goldmarf defizitär. Er fährt dann fort, indem er die wirtschaftliche Lage Deutschlands als die schwierigste bezeichnet, weil die Spekulation in der JRart alle zum Ruin führe. Der ehemalige deutsche Mittelstand, namenllich die Doktoren, Advokaten usw., befänden sich im Elend. Jede Aufforderung Frankreichts betrachteten sie als eine neue Beleidigung ihres Elends. Das fei die Tatsache. Deutschland könne nur asufblühen, wenn dasV e r» trauen wiederhergestellt werde unb we n n, e s s i ch mit Frankreich verftän- bige. Erst wenn Deutschland hochgekommen sei, könnten die Schuldforderungen Frankreichs Wert erlangen. Reynaub toanbert sich, bah Frankreich noch kein Gesamt-Reparationsprogramm unterbreitet habe. Lou cheu r erwiderte Reynaub, es fei nicht richtig, zu sagen, Frankreich habe keinen poslliven Plan vorgeschlagen. Schon in Doulogne habe Frankreich einen Plan entwickelt. Poin - c a r c fügt hinzu, ber in Chegaers entworfene Plan sei auf Widerstand gestoßen; denn Belgien habe vi§le Einwendungen gegen die industrielle Beteiligung gemacht. Reynaad schlißt: Meiner Ansicht nach ist der Augenblick nicht günstig, um einen energischen Druck auf Deutschland auszuüben. Abgeordneter Mandel interpelliert alsdann über die innere Politik der Regierung. Nach seiner Rede wird die Aussprache auf Freitag vertagt. Frankreichs Politik in der ReparationSkonrmission. Paris, 20. Oft. HavaS teilt offiziös mit: Die ReparationSkommission hat heute nachmittag um 3 Uhr ihre übliche offizielle Freitagsfitzung abgehalten. Auf der Tagesordnung standen zahlreiche Fragen zweiten Ranges und laufende Angelegenheiten. Im Hotel Astoria wurde erklärt, es sei unter diesen Umständen nicht sicher, daß Barthou seinen Kollegen von dem vorgestern aufgestellten französischen Gegenentwurf Kenntnis geben könne, dessen Hauptbestimmungen veröffentlicht worden siitd. Da der französische Gegenvorschlag das gleiche Ziel im Auge habe, wie das Programm Bradburys, nämlich die Stabilisierung der Mark und die Sanierung der deuffchen Finanzen, so befaßt er sich nur mit der Einrichtung strengerer finanzieller Kon- trollmahnahmen in Verbindung mit der eventuellen Beschlagnahme von Pfändern. Dagegen werde die Regelung aller übrigen von dem englischen Delegierten aufgeworfenen Fragen als zum Zuständigkeitsbereich d er alliierten Regierungen oder der geplanten interalliierten Konferenz in Brüssel gehörig bettachtet. Die Orient-Friedenskonferenz. Paris, 20. Olt. HavaS meldet: Poin- c a r 6 hat das gestern eingcgangene Schreiben Lord Curzons betreffend die Organisierung der Orient-Friedenskonferenz dahin beantwortet, daß der Zusammentritt der Konferenz dringlich sei und daß er mit dem von London vorgeschlagenen Zeitpunkt, dem 13. November, einverstanden sei, wenn die englische Regierung wegen der Ministerlrise vorher nicht verhandlungsbereit sein könne. Poincars schließt sich auch der Wahl von Lausanne als Konferenzort an. Rußlands Anspruch auf Teilnahme an der Konferenz. Moskau, 20. Ott (WTD ) Der Volkskommissar für auswärtige Angelegenhellen Tschi t s ch e r i n wies in einem Telegramm an die russischen Vertreter in London und Rom erneut darauf hin, daß bei ber geographischen Lage Rußlands und den geographischen Banden, die es mit gewissen Staaten des nahen Orients verknüpfen, eine Befestigung des Friedens im nahen Orient und eine dauerhafte Lösung der damit verbundenen Fragen ohne die Teilnahme Rußlands unmöglich sei. Rußland habe durch den Vertrag von Moskau vom 16. März 1921 als einziger Staat Europas die Regierung der großen türkischen Nationalversammlung und die türkischen Grenzen anerkannt und habe damll tatsächlichen Amell an der Lösung der Fragen des naben Orients genommen, ohne sich auf die Frage der Meerengen zu beschränken. Indem sich Rußland gleichzeitig das Recht Vorbehalte, die Forderung des russisch-türtischen Vertrages von Moskau, nach welcher die endgültige Feststellung des internationalen Statuts über Die Meerengen den Delegierten der Uferftaaten des Schwarzen Meeres übertragen werden solle, aufrechtzuerhalten, teile die russische Regierung im Hinblick auf den nahen Zeitpunkt der Konferenz, welche die gesamten Fragen des nahen Orients prüfen soll, mit, daß sie Die Teilnahme an dieser Konferenz auf den gleichen Grundlagen und unter denselben Bedin gungen wie dre anderen vertragschließenden Parteien beanspruche. Aus Sowjet Rußland M o s k a u, 20. Olt. (Wolfs.) Die Wa h 1 en für die Sowjets find im allgemeinen beendet Sie haben, wie zu erwarten war, ein 11 e berge w i ch t der Kommunisten gebracht. So wurden in Petersburg 141 Kommunisten und nur 10 Parteilose gewählt. Gleiche Ergebnisse liegen aus dem europäischen Rußland und Sibirien vor. Die Neuwahlen sind die Grundlage für den allrussischen Sowjetkongreh. Moskau, 20. Olt. (Wolfs.) Das allrussische Zentralexekutivkomitee erläßt neue Polizei- befttmmungen gegen Bestechungen und das Banditenunwesen In Flagranti ergriffene Räuber dürfen sofort ohne Gerichtsverfahren von der Polizei erschsssen werden Die Neuregelung der Beamten» gehälter. Die Anstetigkeit unserer Geldverhältnisse und das unablässige Ansteigen der Teuerung haben der Regierung Anlaß gegeben, eine grundsätzliche Neuregelung der Beamten- gehälter in Angriff zu nehmen. Die immer wieder erforderlich gewordenen Erhöhungen der Teuerungszuschläge zum Grundgehalt und zu den OrtS- und Kinderzuschlägen haben zur Folge gehabt, daß die dem Beamten nach dem Besoldungsgesetz zustehenden Besvldungs- bestandteile nur noch einen ganz geringen Bruchtell seiner Gesamtbezüge ausmachen. Es erschien daher notwendig, die Grundgehälter, Orts- und Kinderzuschläge wesentlich zu steigern und den Teuerungszuschlag entsprechend abzubauen. In dem dem Reichstag nunmehr vorliegenden Entwurf einer siebenten Ergänzung des Besoldungsgesetzes werden die Grundgehälter in der Weise verbessert, daß die zur Zett gezahlten Teuerungszuschläge im wesentlichen zu den Grundgehältern geschlagen werden; letztere sind hiernach im allgemeinen auf den 8,4fachen Betrag erhöht worden. Die Ortszuschläge sollen auf das Neunfache der bisherigen Beträge erhöht werden, wodurch die an manchen Orten bisher gewährten widerruflichen Wirtschaftsbeihilfen abgegol- ten werden. Für die Kinder^uschläge ist eine noch stärkere Erhöhung, nämlich auf das Zehnfache, vorgesehen. Sie sollen für Kinder bis zu sechs Jahren 2000 Mark, für Kinder zwischen 6 und 14 Jahren 2500 Mark, für Kinder zwischen 14 und 21 Jahren 3000 Mark monatlich betragen. Eine Aenderung der Einreihung der Deamtenaattungen in die Besoldungsgruppen wird nicht beabsichtigt, ebensowenig eine Veränderung der Cinkommenspan- nen zwischen den einzelnen Gruppen; die bis« herige Spannung zwischen den Endgehältern der Besoldungsgruppen 3 und 13, nämlich 1 zu 4, wird aufrechterhalten. Die künftigen monatlichen Grundgehälter der Beamten werden sich nach Annahme des Entwurfs wie folgt stellen. Gruppe 1: 8700—11500, Gruppe 2: 9600—12 700, Gruppe 3: 10 600—14 000, Gruppe 4: 11 700 bis 15 500, Gruppe 5t 12 800—17000, Gruppe 14 100—18 700, Gruvpe 7: 15 800—21 000, Gruppe 8: 17 600—23 400, Gruppe 9: 19 500 bis 26 300, Gruppe 10 : 22 000—30 700, Gruppe 11: 25 000—35 800, Gruppe 12 : 29 500 bis 43 000, Gruppe 13: 37 300—56 000. DieOrt S- Zuschläge bewegen sich zwischen 900 Mark in der niedrigsten Ortsklasse E für ein Einkommen bis zu 10 400 Mark und 6000 Mark m Ortsklasse A für Einkommen über 29 500 Mark monatlich. Für einen verheirateten Beamten im Endgehalt mit zwei Kindern von 6 bis 14 Jahren in Ortsklasse A ergeben sich folgende Erhöhungen seiner Dienstbezüge gegenüber dem Einkommen vom 1. August 1914: Hür Bahnwärter (Gruppe 2) um das 150,5- >ache, für Schaffner (Gruppe 3) um das 147,6- ache, Lokomotivheizer (4) um das 143fache, für Zugführer (5) um das 121,6fache, für Sekretäre (6) um das 85,1 fache, Obersekretäre (Gruppe 7) um das 82,2fache, für Inspekto- len (8) um das 78,9fache, für Oberinspektoren (Gruppe 9) um das 71,4fache, für Regierungsräte (10 und 11) um das 68,6- bzw. 66,7fache, für Oberregierungsräte (12) um das 72fache. für Ministerialräte (13) um das 63,lfache. Für RuHegehaltsempfänger ist eine sinngemäße neue Zusammensetzung ihrer Bezüge ebenfalls vorgesehen. An Mehrkosten für die Besoldung der RekchSbeamten und Pensionäre werden nach dem Entwurf monat- lick etwa 3,86 Milliarden Mark erforderlich werden, wovon 1,9 Milliarde auf den Haushalt des Reichsverkehrsministeriums, 1,16 Milliarde auf den des Rcichspostmini- steriums, und 770 Millionen Mark auf den der allgemeinen Finanzverwaltung entfallen sollen. (Köln. Ztg.) Deutscher Reichstag. Berlin, 20. Okt. 260. Sitzung, 2 ißjr nachm. Auf der Tagesordnung stehen zunächst Kleine Anfragen. Auf Anfragen der Abg Mumm und Dr. Philipp (Dntl.) wird erwidert, daß sich die 7Teichsregierung wegen des Erlasses des sächsi- >chen Kultusministers, wonach Schulbefreiung an i latlid) nicht anerkannten Feiertagen nicht statt- haft sein soll, mit dem sächsischen Kultusministerium in Mrbindung gesetzt habe. Die Derhand- langen seien aber noch nicht abgeschlossen. Auf eine weitere Anfrage des Abg. Mumm wird erwidert, daß die Einführung der Kon- essionspflicbt für Lichtspiele nicht geplant sei. Der Gesetzentwurf über die Verlängerung der Geltungsdauer für Demobilmachungsverordnun- ’cn bis zum 30. März 1923 wird nach kurzer Debatte angenvnunen. Alsdann begründet Abg. Dr. Marx (Ztr.) den Antrag auf Verlängerung der Amts dauer des Reichspräsidenten bis -um 30. Juli 1925. Eine Aenderung der Verfassung sei an sich bedenllich, m diesem Falle aber durch dringende Gründe des Gemeinwohls geboten. Die schwierige wirtschaftliche Lage Deutschlands lasse es gefährlich erscheinen, das Voll in diesem Zahr zu einer Präsidentenwahl aufzurusen. Redner weist die '-Angriffe der deutschnationalen Presse gegen die Unterzeichner des Antrags zurück. Der Reichspräsident habe sich durch die lluge, taktvolle und geschickte Art seiner Geschäftsführung als ein OHänn erwiesen, der es verstanden habe, sich los- zulbsen von den ihm durch seine politische Anstauung gezogenen Grenzen. Durch den Beweis der hervorragenden Befähigung für fein Amt habe er sich in weitesten Bevölkerungskreisen große Sympathien erworben. Aus diesem Grunde f'' die Annahme des Antrags nationale Pflicht. 2lbg. Hergt (Dnll.) tritt für den Antrag seiner Freunde ein, die Präsidentenwahl am 3. Dezember vorzunehmen. Der vom Vorredner begründete Antrag sei angesichts der noch vor kurzem vorhandenen Einheitsfront von den Deutsch nationalen bis zu den Kommunisten ein Räcsel. Zweifellos habe der Artikel der -Vosf. Ztg.", die fälschlich eine deutschnationale Präsidmrfchaftskandidatur Hindenburg ankün- dl.jte, bei der Sozialdemokratie schlotternde Angst aufgelöst. Hindenburg ante portas! Darauf habe nun das Kompromiß geschaffen. Wir brauchten an der Sprtze des Reiches eine Persönlichkeit, welche eine Gewähr bedeutet für eine Politik ber Dau^! und Stetigkeit, einen Präsidenten, der lls eine sichtbare Gewähr für die Reichseinheit gelten kann. Das Volk will einen überpartei- .ichen Führer als Präsidenten. (Gelächter und Rufe links: Massenschlächter Hindenburg!) Es gibt feine zwingende Rotwendigkeit, über die Rechte des Volkes hinwegzugehen. Darum darf ■wwrwTiWi ■ Bwwte Sprechstunden des W.oh» nungsamte-s werden, wie aus einer Bekanntmachung ersichtlich ist, vom kommenden QEontao ab geändert. Wettervoraussage Wolkig, zeitweise Regen, etwas wärmer. Heber Deutschland ist der Luftdruck ziemlich gleichmäßig. Eine flache Mulde tiefen Druckes liegt über Süd- und Südostdeutschland mit ausgedehntem Regengebiet. Es besteht vorläufig keine Aussicht auf Besserung. Bornotizen. — Tage« kalender für SamStag. Hotel Köhler: Mitgliederversammlung des Män- nerturnvereins. — Astoria-Lichtspiele: „Mactste und die Tochter des Silberkönigs" und „ Fatth als Liftboy". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße „Der Gras von Monte Christo". 2. Tell: „Der Schah von Monte Christo". — Palast-Lichtspiele. Lene Olfen. „Unser gemeinschaftlicher Freund" und „Das doppelte Knoppchen“. — Tageskalender für Sonntag: Stadttheater, 3 Uhr: „Dorsenfteber"; 7 Uhr „Verliebte Leute". — Cafe Leib, 3 Uhr: Vortrag über „Christentum und Sozialismus". — Stadt- Arche, 8 Uhr: Dvrttag über „Die kommende Wett- katastrophe". — Kath. Vereinshaus, 8 Uhr Wählerversammlung der Zentrumspartei. — Oberhessischer Kun st derer n. Die Eröffnung der Hessischen Wanderausstellung, der Arbeitsgemeinschaft für hildende Kunst, kann nicht, wie vorgesehen, morgen sondern erst am nächsten Samstag oder Sonntag eröffnet werden. — Oef fentliche Vorträge über Weltanschauung finden in der kommenden Woche jeden 2lbend jjj. der Stadtkirche statt RähereS ist aus dem heutigen 'Anzeigenteil zu ersehen. — Zu einer Wohltätigkeitsveranstaltung im Gesellschaftshaus lädt im Heu tigen Anzeigenteil die Deutschnationale Dvlkspartei ein. — Der Männer-Turnverein hält heute (SamStag) abend im Hotel Köhler seine Mitgliederversammlung ab (siehe Anzeige). Kreis Friedberg. * Bad-Rauheim, 20. Oft. Die Legierung schlägt in einer Vorlage an den Landtag vor, in den Konzertsaal des Kurhauses eine feste, herausnehmbare Bestuhlung cinzubauen. An eine auffteigenbe Au Stellung der Sitze, wie bn Theatersaal. ist zunächst nicht gedacht, well die Benutzung des Konzertsaals zu sehr wechsell und das Auf- und Abschlagen der elnzubauenden Podien zu viel Zell in Anspruch nehmen und sich technsich in kurzer Zell kaum ermöglichen lassen würde. Olten rechnet zunächst mit einem Kostenaufwand von rund 1 Million Mark, Heutiger Stand des Dollars 10 Uhr vormittags: Berlin 4100, Frankfurt a. M. 4150. Die Herwsghs. Eine rechtsrheinische Geschichte von Lies bei Dill. 20. Fonfetzung. (Rachdruck verboten.) Jungens wie Herbert mußten Prügel beziehen ßatt Taschengeld. Fräulein Schmidt nahm zuweilen den Lümmel ins Gebet, während er ihr mit allen Monteurkniffen die elektrische Leitung aus- 6 Offerte. .Was willst du denn werde, wann du dei Äi-njähriges nit hascht?" Dann lachte ihr der Bengel ins Gesicht. „SS gibt ja Gott sei Dank auch noch freie Beruie." Heber Herrn Lutz war man auch orientiert 21b er er entwaffnete jede Dame schon allein durch icinen ritterlichen Handkuß. „Er hatte nun mal jo was." fand selbst die bissige Lettig. 2ln Ernst war nichts auszusehen, man gönnte ihm seinen Erfolg von Herzen, er war ein guter Svhn, ein tadelloser Ehemann und „trug seine Frau auf Händen". Was wollte man mehr? Hub er grüßte alle Damen schon von weitem mir dicser tocltgetoinnenben Herweghschen Actio- teil, die leider Liane nicht geerbt hatte Wem, Fräulein Schmidt in Wiedergabe des wochnlvsen ehelichm Glückes des jungen Paares f-.lgte, so ließ man ihr das Vergnügen. Dielte ich war es wirllich so. Man hatte sich herhei- gc lassen, auch „die langweilig' Kollin" ins Kränz, o, aufzunchmen, obwohl sie schlecht Whist spielte uni) rite cteDad von Bedeutung sagte 2Jbcr dafür sagte die Tochter um so mehr. „Denkt euch mal, unser Emma geht. ' platztr Stectc heute in das versammelte Kränzchen. „ 2lch du lieber Gott" entfuhr eS ihrerMuttec. So ein gutes Mädchen! Drei Zahre war sie bei uns, und achtzig Mark hat sie bekommen!" 2luch die anderen beteuerten ihr Mitgefühl. Rachdem sich Mama Herwegh, Taille Betty und Fräulein Schmidt erboten hatten, sich gleich morgen strahlenförmig in die Stadt auf die Suche nach einem neuen Mädchen zu begeben, beruhigte sich die junge Frau endlich und nahm von den duftenden Kroppeln, die ihr .Fräulein Schmidt hinschob. Sie waren in Butter gebacken und mll rheinischem Apfelkraut gefüllt. Hnd man ging zu anderen Themen über. „Wie ist denn die Sach' mll der Cellotante ausgegange?" erkundigte fick Frau Oflermann. welche das Kurhaus als Sündeichabel betrachtete. Grete berichtete was sie wußte. Der Cello- künstler hatte 2uimente gezahlt, und das Mädchen Halle imauf ihren Hausknecht vorn Caf6 Alsäzar geheiratet. „Hnd der war's natürlich?" „Rein, F-rau Sanitütsrat, es war der Cellist, die Sorte kenn' ich," sagte die Rettig vom Sofa her. „Wie heißt das Cafö?" Die Generalin blickte von ihren Eisdeckchen auf. „Alsäzar, es ist was Türkisches." sagte Grete. „Ich glaube, Herbert war mal dort." Fräulein Schmidt winkte ihr erschrocken mit den 2Lugcn. ..Was macht denn dein Mann?" suchte sie ab» zulenten. ..Bon meinem Mann hab' ich rein gar nichts mehr," beklagte sich die junge 'tfrau. „seit er die greuliche Eppenba'ismce Geschichte hat." Hnd nun kamen die Erdrutsche, die neue Fabrik, der eingerissene Ringofen, die verlorenen Vorräte und das fchlechte Gelände „Daß ct sich aber auch noch fp eine Fabrik I auf den Hals lädt," fand Frau Iustizrat Huppert. deren Schwiegersohn ebenfalls 2lnwalt war. | aber „.noch sehr zu kämpfen hatte". Er hatte wenig Zulauf und mußte von den Schwiegerettern unterstützt werden. „Hnd dabei die Praxis!" rief Fräulein Schmidt, welch? die. Kuchen in ständiger Bewegung hielt: Streuselkuchen. Speckkuchen und Blätterteigkuchen, des Landes Spezialität. Hnd eben trug die Silbereifen große Ahabarberkuchen, Käskuchen und Zwctschgenkuchen mit Rahmsoße herein. „Rachher geb' ich Ihnen von meinem Speckkuchen mit," flüsterte Fräulein Schmidt zärtlich Grete zu. „Den ißt er so gerne." Ernst war mm einmal ihr Liebling. Sie konnte nie genug von feiner Praxis hören. „Denke Sie mal, Frau Vistortus, jetzt komme schon die Fremde daher und bringe dem Herrn Rechtsanwalt ihren Schmuck ins Haus." „El so was war ja noch nll." Die Damen legten die Häkelarbeiten hin. „Für was taten sie ihn denn nicht zwn Bankier ins Safe?" War er denn auch gesichert, daß er ihm nicht wegkam? 2Nan hatte doch schon so inanches gehört von jungen leichtsinnigen Schreibern? . ..2lch< der liegt schon sicher." sagte Grete. „Er bat ja sein Geldschrankzimmer mll vergitterten Fenstera und hoppelt er Wand, in das nur er und Herr Bantelmann kommt." „Ist der Bantelmann auch ganz sicher?" wurde sie gefragt So ein Mann hatte doch auch seine 2InäxntZ>Iungen. Grete lächelte „Bantelmamn! Der zwanzig Oahre beim Iustizrat Ehrlich Bureouvorsteher war!" „Dann muß er kein Iüngling mehr fein,“ fand die Rettig und zog den dicken Wollknäuel dei- Katze weg. die ftd> unterm Lisch fjerumirteb und beständig nach diesem weihen Knäuel haschte. »®^rfiebt selbst aus wie ein Safe." sagte Drete. „Mich kann er nicht leiden, ich weiß nicht warum. Vielleicht sind ihm meine Hüte zu groß. Ich hab' noch keine fünf Worte mll ihm ge- fprochm. und den Grußkvmment heb' ich nächstens mit ihm auf.“ „Laß dir nur nichts von dem gefallen," fagte Warna Herwegh, welche an einem Gobelin ftirfte, den fie kurz vor Ernsts Geburt begonnen hatte. „Den Schlüssel tragt Ernst stets bei sich, Herr Bantelmann hat den zweiten. Vielleicht ist ihm das zu Kopf gestiegen.^ „Mll so ’me Bureauvorsteher das iS grad wie mll einer all' Köchin," meinte die Plstortus. Zuerst ist sie ausgezeichnet und zuletzt färcht m'r sich vor ihr." Es war Grete schon schwer genug geworden, eine ganze Woche von dem Schmuck der Fürstin Dasumtchtn zu schweigen, aber heute brachte sie es einfach ntcht länger fertig. Wozu auch? Es war ja fc^n politisches Geheimnis! Hnd mm kam der Steuer mit der schweren Kassette, deren Größe Grete mll ihrer Sticknadel auf der Kaffeedecke aufzeichnete, die Kassette sprang auf und die Brillanten, Türlife und Smaragde funketten. Sie sah alles wieder vor sich, beschrieb die Schon- hell und 2teinhell der Steine, ihre Fassung und ihren Wert. Es ist ein Hnterschied, ob man Perlen und Edelsteine hinter dem Glasfenster des Iuwelters betrachtet oder sie am Halse getragen und an ben Händen gefühlt hat. Hnd so erfuhren die Damen unter dem Siegel der Verschwiegenheit, welch märchenhafter Schmuck in Ernsts Geldschrank rubte. (Fortsetzung folgt.) dvr^e-alM- «rtsprachonber Stiftung bet wet- ter em Steigen her Preise und Löhne ♦ 31 (bei. 19. OIL 3m Landtage ist an- n worden, ob der Regierung besannt sei, der Gemarkung Vilbel heute noch etwa 334 Morgen Land von dem ehemaligen Exerzierplatz als Schaf weide brach liegen, und waS die Regierang zu tun gedenke, daß dieses gum größten Teil gute Ackerland durch daS bereits 1921 beantragte S.iedelungs verfahren wieder für die Dolksernährung, für die Dilbeler Einwohner, die es früher nur allein bestellt haben, nutzbar gemacht wird? Starkenburg und Rheinhessen. ' D a r m st a d t, 19. Okt. Die Zentral- stelle für die Gewerbe und den 2 an - deSgewerbeveretn gibt bekannt, dah die Not des „Gewerbeblattes- infolge der unausgesetzt wachsenden Teuerung derart groß geworden ist, dah nur noch Mittel für höchstens »Wei Dummern vorhanden sind. Der Kredit im chaupworanschlag 1922 ist bis auf 38 470 Mk. verbraucht; einschließlich deS Zuschusses der Handwerkskammer stehen noch 50 970 Mk. zur Verfügung. Gin noch sechsmaliges, also v i e r-> wöchentlicheS Erscheinen des Blattes erfordert bis 1. April 1923 rund 250 000 Mk. Zur Aufbringung dieses Betrages hat die Zentralstelle, wie sie mitteilt, dem Ministerium Dorschläge unterbreitet. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. •• DaS Amtsverkündigungsblatt Ar. 108 vom 20. Oktober enthält: Verkehr mit Kartoffeln. — Erhöhung der Preise für Brennstoffe. — Gebühren für Untersuchungen im Unter- fuchungSarnt für Infektionskrankheiten. — Errichtung einer Zwangsinnung für das Weiß- b in berge werbe Im Kreis Schotten. — Abänderung der Fleischbeschauordnung. — Beurlaubung des Herrn Deterrnärrat Dr. Engelmann-Aidda. — Viehmarkt in Hungen. — Landespolizeiliche Abnahme der Verbindungsbahn bet (Sieben. — Lagerung und Aufbewahrung von Mineralölen. — Einkommensteuer vom Arbeitslohn. — Ginkommensteueranteile der Gemeinden. — Feldberei-- nigung Harbach. Zurrten, Sport und Spiel. 'DerTurnvereinvvn 1846Giehen veranstaltet am kommenden Sonntag in seiner Turnhalle am OswaldSgarten sein Herbstschauturnen. Morgens von 8'/-Uhr ab finden Wettkämpfe der einzelnen Qlbteilungen statt, wahrend nachmittag- 3 Uhr ein gröhereS Schauturnen Angehörigen und Freunden der Turnerei zeigen soll, was tn per Turnstunde getrieben und gelernt wurde. Dem Turnen noch Fernstehenden soll gezeigt werden, wie man durch „Arbeit im Gewände der Freude", wie das Turnen einmal treffend bezeichnet wurde, sich den Körper gesund und kraftvoll erhalten kann. Turner und Turnerinnen, Fechter und die Schülerabteilungen werden in bunter Reihenfolge Frei- und Stabübungen, Geräteturnen und Rechten in ihrer mannigfaltigen Art vorführen. Besonderes Interesse dürfte auch der Wettkampf der besseren Geräteturner um den vom Turnklub gestifteten Schlld Hervorrufen. Gerichtssaal. DaS Urteil im Prozeß Fechenbach. München. 20. Okt, (WTB) Das Urteil im LandeSverratSprozeb gegen Fe- chenbach, Gargas und Lembke wurde am Freitag abcnd 9 Uhr vom Vorsitzenden des Volksgerichts München II OberlandeSgerichtsrat Dr. Hast verkündet. Fechenbach wurde zu elf Jahren Zuchthaus, Gargas zu zwölf Jahren Zuchthaus und Lembke zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Jedem der Verurteilten wurden die bürgerltchen Ehrenrechte auf die Dauer von zehn Jahren aberkannt. Vermischtes. Ein schweres Eisenbahnunglück. Mülhausen, 21. Okt. (WTB.) Der Schnellzug Ar. 4, Straßburg—Lyon, stieß um Mitternacht bei Duffach auf einen Güter- zug. Bisher sind sieben Tote und 10 Derwundete gemeldet worden. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag. 22. Ott: Die Bo- hsme Montag. 23.: Tristan und Isolde. Dienstag. 24.: Die Afrikanerin. Mittwoch. 25.: Königskinder. Donnerstag, 26.: Die Braut des Lu- culluS Freitag. 27.: Lohengrin. Samstag, zo. Die verkaufte Braut. Sonntag. 29 : Die Walküre. Montag, 30.; Die toten Augen. Dienstag, 31.: Fidelio. Mittwoch 1. Nov.: Königskinder. — Schauspielhaus Sonntag. 22. Oktober: nachrn 3>.. Uhr: Hanncte; abends 71» Uhr: Die berühmte Frau. Montag, 23.: Die Weber Dienstag, 24.: Die Richter von Zalamea. Mittwoch. 25.: Uebcr unsere Kraft, 1. Teil. Donnerstag, 26.: Die Weber Freitag, 27.: Demetrius, hierauf: Wallensteins Lager SamStag, 28.: Die berühmte Frau. Sonntag, 29., nachrn. 3Vr Uhr: Alt-Heidelberg: abends 71/2 Uhr: Ein Sommernachtstraum. Montag, 30.: Emilia Galotti. Dienstag, 31.: Ueber unsere Kraft 1. Seit Mittwoch, 1. Okt: Die berühmte Frau. Handel. Reue Erhöhung der Margarinepreise. Die niederrheinischen Margarinefabrikanten haben die Margarinepreise um 21—22 Mk. pro Pfund erhöht. Die billigste Sorte stellt sich auf 356 Mk., die teuerste aus 420 Mk. das Pfund. Berlin, 20. Oft. Börsen st immungs- bild. Bei stürmischer, von allen Seiten ausgehender Kauflust vollzog sich heute die Auswärtsbewegung der Kurse an der Börse in einem Ausmaße, wie sie selbst bei der vorjährigen Kata- strophmhausse noch nicht zu verzeichnen war. Da durch den Rücktritt des englischen Kabinetts die Beratungen über die Reparationsfrage jedenfalls ins Stocken geraten werden, trug er zur Fortsetzung der scharfen Steigerungen am Devisen- und Effektenmärkte wesentlich bei. Die Kaufaufträge haben trotz oder vielleicht wegen des gestrigen Ruhetages einen solchen Umfang erreicht, daß sich die Börsenvertreter bereits vor 12 Uhr vor den Maklerschranken einfanden und sich die Makler vielfach außerstande sahen, mit der vorrückenden Zeit weitere Aufträge anzunehmen. Unter diesen Umständen war eine ordnungs- gemäbe Erledigung wiederum nicht überall möglich Im Vordergrund des Interesses standen die Dalutapapiere, von denen die Auslandsrenten durchweg um Hunderte von Prozenten, vereinzelt auch um über 1000 Proz., Tehuantepec sogar um 8500, Canada Staatsbahn-Attien um über 1000 und Olavi um 3400 Proz. anzogen. Aehnlich groß waren die Steigerungen auch für die Aktienwerte, wo auf allen Gebieten Erhöhungen von 100 bis 300 Proz. die Regel und von 302 bis 800 Proz. keine Ausnahme waren. Dies gilt namentlich von Montan-, MaschineTrfabriks- und Melallbank- afticn. Einige führende Papiere wie Stöhr, Deutsche Kali und Deutsche Waffen waren sogar um über 1000 und Harpener zeitweise um 2400 Proz, höher. Die sprunghaft steigende Kursbewegung für führende Papiere setzte sich weiterhin fort. Später konnten jedoch die Höchstkurfe des Tages nicht überall behauptet werden, was aber der' festen GrundsttmMung des Marktes keinen Abbruch tat. Da die für Ein'heitskurspapiere vorliegenden Aufträge besonders umfangreich find, ist für diese nefen erheblich verspäteter Kursfeststellung, die kennzeichnend auch für die anderen Märkte ist, ebenfalls mit starken Kurssteigerungen zu rechnen. Am Devisenmarkt bewirkte die starke Rachfrage aus Industriekreisen bei andauernder Zurückhaltung der Abgeber ebenfalls sprunghafte Preissteigerungen, so daß der Dollar 3600 erreichte. Frankfurt a. M., 20. Olt. Börsen- stimmungsbild. Dollarkurs im Frühverkehr 3350—3400, im Verlaufe 3300—3500. Der Devisenmarkt lag ruhig bet sehr festen Preisen. Der Effektenmarkt zeigte heute eine ausgesprochen feste Haltung. Verschiedentlich traten, wohl im Hinblick auf die Dorangegangenen Abschwächungen, Deckungskäufe hervor Größere Rachfrage bestand für Bankaktien. Berliner Handelsgesellschaft stiegen weiter im Kurs. Montanaktienmarkt lagen Phönix, Deutsch-Luxemburg, Caro höher. Ferner erhielt sich für Harpener rege Rachfrage. Von den chemischen Werten waren Badische Anilin lebhaft gesucht und höher. Kaliwerte an- ziehend. Höher setzten unter den Elektrizitätsaktien A G. G. und Licht und Kraft ein. Maschinen- und Metallwerte lagen ruhiger. Die Kursbewegung gestaltete sich unregelmäbig. Schifffahrt saltien wurden lebhaft gehandelt. Unter den Valutapapieren stellten sich Türken und Ungarn höher. 3m Freiverkehr zeigte sich großes Interesse für Decker-Stahl. Am Kassa-Markte war die Stimmung vorwiegend fest. Der Dollar wurde gegen 1 Uhr 3600 genannt. Frankfurt a. M, 20. Oft. Der hiesige Börsenvorstand hat beschlossen, die Devisenkurse ab Montag, den 23. Oktober 1922, nicht mehr für je 100 der betreffenden Währungseinheit, sondern für eine Einheit zu notieren, wie dies bei Reuhork und London bereits der Fall ist. Wien wird tn derselben Weise wie bisher notiert. Börsenkurse. Iranksurt a. M. Berlin Datum: 5°/0 $*if<6. NelchSanleche 4°/o Ternletctien 3’/,’/, Tcrqlcitbcn 8°/e Tcrnleithen Dlsch.Svar-Prani.-Ant. 4" j Preußische KonsoiS 4e/o Hessen 3‘,Hessen 3e/v Hessen......... Sd)tufc. Sd.Iufc. Schluh. Schluß. Kurs Äurs Äurs fiurt 19.10. 20.10. 19.10. 20.10. 77,50 77/10 77,50 235,- 230,- 240,— 135,- 140,— 140,- ÜH),- 605,- 625,— 80,75 —61,70 67,- 84,50 —93,76 71,- -,— 64,- 82/>0 — 64.90 64.10 6L80 470 ZoUtürken 532ä— 5950,— 5°/o Goldmexikaner —»— Berliner HnndelSaes. . 38k»,— 420(i— 0'omiiier- u. ‘Brinnibt 540,— 600,— Darms,.u.Nationalbank 480,— 4 5,— Deutsche irtant 130(1— 160(1— Deutsche BcrctnSbank. —,— DiSconro (Loinmandil . 900,— 910.— Tleiadbant 2400 — 2500,— Mitteldeni. (5rebitbnnf 478,— 540,— Ceirctr. (Sreöuanitalt . 510— 56(1— -,- 5975,- 360(1- —>— 585,— —,— 500,- —1450,- 87(1- -'- 54L - Bochumer ®u6 4075,— 6100,— BuderuS 2270,- 2490,- (5aro 1975,— 2105t— Deimcb-Lurembnra. . . 4600,— 5300,— GelsenkirchenerBergw. 4500,— 5725,— Harvener Bergbau. . .10000,-12000,— Kaliwerk Aschersleben. 3550,— 3800,— Kaliwerk Weiteregeln . 3700,— 409(1— Vaurabtiile —,— — ,— Cberbebnrf — 2525,— B!>önir Bergbau 5600,— 5600,— Rheinstahi 5100,— 5250,— Diicbett Montan .... —,— 5500,— TeUuS Bergbau 1470,— 1472,— damburg Amer. Bakel 1225,— 1250,— Norddeutscher Lloyd. . 880,— 945,— -,- 5050,- —2500.- -,- 2000,- —,— 5100,— 5700,- -,—11700,- 1260, 4150, 4650,- 2350, 5900, 5150, 5500, IementiverkHeidelbers, 1995,— 2000,— —,— — ,— Philipp Holzmonn . . 1325,— 1430,— —,— 1395,— Anglo-Tont -Guano. . . 6020,— 6500,— —6125,— Badische Anilin.....2925,— 3100,— —,— 3200,— (A)u Idschmidl........ 2490,— 3119,— —,— 3050,— (tzriesbeiiuer Electron. 2200,— 2390,— —2500,— höchster Farbwerke . 2200,— 2500,— —,— 2500,— Vülüuerfoblunfl..... 1525,— 1750,— —,— —,— Oiütgers werke 1920,- 1905,— —.— 1980,— 2 chcldeanstnlt......2490,— 2700.— —,— — .— Allg. EleltrizitätS-Ger. 1375,- 1550,- -,- 1475,- Bcrgmami 1350,— 1350,— —,— —,— rcburfcrt 2400,- 2850,— —,— 2900.- riemeiiS & Halske. . . 3300,- 3700,- 393»- Adlerwerke Klener. . . 800,— 810,— —,— —,— Taimlcr Motoren. . . . 800,— 820,— —,— — ,— Hevligenstnedt 1480,— 148»— — Meguin 2110,- 2400,- —2350,- Melallges. Frankfurt. 2925,— 3200.— —,— Lchubsabrik Herz. . . 750,— 747,— ——,— Sichel 1100.- 1500,— -,- —,— Zellnoff Waldhos .... 1500,- 1700,— —,— 1650,— Zuckermbr.Iraukentha! 2400,— 2398,— ——,— ZuckerfabrikWag aulel 2400,— 2390,— — Frankfurter Devisenmarkt. (Telegraphische Auszahlung.) Amtliche Rotierungen. Datum: 19. Oktober 20. Oktober Geld Brief Geld Brief Anttv.-Brüssel . 21908,- 22022- 24575,40 24624,60 Holland 126173,70126426,30139360,-140140,- Vonbon 14410,50 14439,50 16008,90 16041.10 Paris 23696,20 23743,80 26673L0 26726.70 Schwei» 58641/30 58757.70 65634,30 65765,70 Spanien 48951,- 49049,- 55544.40 55655,60 Italien 13436,50 1Ä63L0 15334,60 15365,40 Vlnnbon-£)rorto — Dänemark .... 64235,70 64364,30 72637.30 72772,70 istorwegen .... 67642.30 57757,70 64635,30 64764,70 Schweden .... 85414,50 85585,50 9690:1- «7097,- HelsingsorS. . . . ——,— ——,— Neuyork 3171,80 3178,20 3271,30 3678,70 Deulsch-Oesterr. 4,16 4,26 5,04 5,16 Budapest 130,86 LU14 147,35 143 15 Prag 10589,40 10610,60 12057,90 12062,10 Sofia....... ——,— Märkte. Berliner Produktenmarkt. Berlin, 20. Okt. Das Tempo der Preissteigerung am Getreidemarkt übertraf heute selbst noch das gestrige. Die festgesetzten Steigerungen der Devisenpreise haben das Geschäft und die Preisbewegung noch irregulärer als bisher gestaltet. Vom Auslande fehlt in fast allen Artikeln neues Angebot, so daß die dringende Kauflust besonders für Brotgetreide nicht zu befriedigen ift. Auch die Rachfrage für Gerste, Hafer und Malz ist kaum zu stillen, so daß auch hier, ebenso wie für Mehl, Hulsenfrüchte und Futter- artlfcl neue starke Preissteigerungen eintraten. Weizen 8200—8700 Mk., Ostpreuhischen 8100 Mk.. Roggen 7000- 8300 Mk., Wintergerste 7600-8100 Mark, Hafer 8200—8500 OKI., Mais, loco Berlin 8400- 8600 Mk.. Weizenmehl 20 000—22 000 Mark, Roggenmehl 18 500- 20 000 Mk., Weizenkleie 4000—4200 Mk.. Roggenkleie 4000—4200 Mk.. Raps 8500— 9000 Mk.. Diltoriaerbsen 11 500 bis 12 000 Mk., kleine Erbsen 10 500—11000 Mk., Rapskuchen 4500— 4700 Mk., Trvckenschnitzel 3600 bis 3700 Mk., Kartoffeln, weiße und rote 460 bis 480 Mk., gelbe 520 Mk., Weizen- und Roggen stroh 1425-1500 Mk.. Haserstroh 1425 -1500 Mk. strohseilgeb 1425—1500 Mk., Wiesenheu. Bor- mahd 850-900 Mk., Rachmahd 750 - 850 Mk. Mainzer Börse. * Ma in z, 20. Olt. Infolge der sehr festen Tendenz am Devisenmarkt war das Geschäft an der heutigen Produktenbörse bei steigenden Preisen und fester Haltung Nein Eö notierten per 100 Kilo loco Main; Weizen 16 500—17 000, Roggen 15 500 -16 000. Hafer 15 500 16 000. Braugerste 14 500—16 000, Futtergerste 14 000 die 15 000. Weizenmehl. Spez 0 24 000 25 500. Rog° aenmehl 19 000 - 20 000. La Plata Mais 15 000 bis J6 000, Weizenkleic 7000. Roggentleie 7000 Torfmelasse 5500 6000, Biertreber 7070, Luzernc 80 000—100 000. Ital. Rotklee 100 000- 125 C00 Esparsette 24 000 -30 000, Wiesenheu, lose 3400. Wiesenheu. gepreßt 4800—5000 Kleeheu 3100, Haferstroh 2600, Roggenslroh, geb. 2500. Roggen stroh. drahtgepr 4000, weiße Bohnen 18 000 bi.- 18 500, Linsen 2i 000-26 000, Hase, ilocken 25 000. Graupen 20 000 Auslandszuckcr 28 000 30 OOO. Für rku?inhessisch: und pfälzische Kartoffeln wurde ein Erzeugerpreis von 1135 Mk. und ein Groh Handelspreis von 1185 Mk. für 100 Kilo al Erzeugergebieten festgestellt. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Der Kabinettswechsel m England. London, 20. Okt. (WTB.) CS wird mit geteilt, daß B 0 nar Law eine Regierung erst dann bilden werde, nachdem er von einer Versammlung der konservativen Mitglieder des Parlamentes zum Führer der konserlxitiven Partei ernannt worden sei. Diese Versammlung wird von den Parteiführern unverzüglich einlxrufen und wahrscheinlich am Sonntag oder Montag stattfinden Dem „Temps" zufolge ist es sehr wahrscheinlich. dah die konservative Partei Vonar Law zu ihrem Führer wählen wird In unionistischen Kreisen werde es als sicher angenommen, daß Donar Law Ministerpräsident werden und Die Regierung in wenigen Tagen bilden wird. Der genaue Zeitpunkt der Auslösung des Parlamentes ist wenig sicher, da dies bis zu einem gctoifbn Grade von der Zeit abhängt, die zur Rattsizie rung des irischen Vertrages notwendig ist. Man sei der Ansicht, daß sich kein ernstlicher Widerstand gegen die Dill ergeben werde, und daß sie nach den Reuwahlen angenommen werden könne In diesem Falle würde eine Auflösung unverzüglich auf die Dildung der neuen Regierung folgen. Inzwischen berate Donar Law mit einer Anzahl führender Unionisten Der engl'tsch-französ'ische Reparatronsplan. Paris 20. Okt. (WTB ) Wte der „Malin" mitteilt, ist der englisch-franzöfische Plan, der der Reparationskommisfion unterbreitet wird, in Wirklichkeit nichts anders als der verschärfte Plan der verstärkten Kvntrvllmaß- nahmen über die deutschen Finanzen, nameni lich Über die deutsche ReichSbaÄ und die Errich lung von Spezialkontis für den deutschen Export, kurzum alle Maßnahmen, über die sich die französischen und englischen Sachverständigen während der Londoner Konferenz im Monat August verständigt hätten und die bis heute noch nicht zur Anwendung gekommen seien. 'Das Blatt glaubt aber nicht, daß das französische Memorandum, obschon es heute unterbreitet werden soll, schon jm Lause der heutigen Sitzung zur Diskussion gestellt werden könne. Zeit and Oct der Friedenskonferenz. Paris, 20. Okt. (WTB.) Zu der Mitteilung Lord EurzonS an Poincarö, in der ersterer den 30. November als den Tag der Zusammenkunft der Friedenskonferenz vorschlägt, meldet Havas: Frankreich nimmt die Wahl an, jedoch werden die Alliierten, wenn sich die Türkei mit der Zusammenkunft in Lausanne nicht einverstanden erklärt, Lugano als Ort der Konferenz wählen. Poincarä wartet ab. Paris, 20. Okt. (WTB.) Nach HavaS wird versichert, daß P 0 i n c a r 6 heute in der Kammer nicht über die auswärtige Politik reden wird, da er glaubt, aus Willfährigkeit die Bildung des englischen Kabinetts abwarten zu müssen. Phasarobin-Tabletten gegen Furunkel, Hämorrhoiden und andere Blutkrankheiten. Phasarobin ist reines Pflanzenextrakt und enthalt keine schädlichen Stoffe. 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Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Karl Schäfer VI. Wieseck, den 21. Oktober 1922. Die Beerdigung findet Sonntag, den 22. Oktober, nachrn. 2 Uhr, vom Sterbehause,Gießenerstr.49, aus statt. 9452D junges Ehevaar Mniv.-AfsistenNfuchl 24Zi»rWio. IN. Küche, evtl. mtibL Cffevt. an Behlen. Schtlierstr. 11. »^h Wohnungstausch. Geräumige schöne 5—6 Zim.: Wob», in Gießen ist zu tauschen neaen eine gleichwertige Wohnung, am liebst. Häuschen ». Alleinbewohnen, in der näheren Umgebung iLabnstat.). Schr. Anaeb. unter 9444 a. d. Gteb. Anz. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, Donnerstag abend 8'/, Uhr meinen stets treusorgenden Mann, unseren lieben Bruder, Schwager, Pate und Onkel Ludwig Enders nach langem, schwerem, in Geduld getragenem Leiden in seinem 74. Lebensjahr in ein besseres Jenseits abzurufen. Im Namen aller trauernden Hinterbliebenen: Frau Katharine Enders geb. Balser. Reiskirchen bei Gießen, Großen-Buseck, Aßlar, den 20. Oktober 1922. Die Beerdigung findet Sonntag, den 22. Oktober, nachmittags um 3 Uhr, in Reiskirchen bei Gießen statt. 09790 (Stellenangebote) Mehrere selbständige MM für dauernd gesucht. Bangcfchäft Jo*. Ever», LLefteufeld Stat. Wattenscheid. [ Vermietungen | Gegen Beköstig ein. alt. Dame können^^ l-SmööljiiMtr lKüchenden.f abgesehen w. dtäh. Montag nachm. »w. 3'/, u. 6V. Westanl. 54 ll. Line größere Fabrik des hiesigen Platzes sucht zum baldigsten Eintritt einen jüngere» Mann im Alter von 18-21 Jahren, von guter Auffassungsgabe und mit der Befähigung, flott stenographieren und auf der Maschine schreiben zu können, für die Bewerber aus der Maschinenbranch«, die auch gute Sprachkenntnisse besitzen, werden bevorzugt. Schriftliche Angebote mit dem Nachweis über die bisherige Beschäftigung, Zeugnisabschriften und Gehaltsansprüchen werden unter 9354 an den Gießener Anzeiger erbeten._______________ ~~ Industrielles Unternehmen sucht für sein kaufmännisch. 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Derlin Dog erschienenen mng, die l m Derlin C chm getan von diesen ^bedingt : Der Zar ^nötigen sä* festes Zus H bDt de N^Ien un ^Dynastie SLk* - iruher, so do cares mit der Mffen toor ^uma und gt Kr später Dorsch des Mch durch u ^dellen" au liefern J tafel iu , ar. 248 Zwettes Blatt Sietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Aus dem Kapitel „Kriegsausbruch" der Erinnerungen Kaiser Wilhelms II. „Ereignisse und Gestalten". Copyright 1922 by the Maclure Newspaper- Syndicate. Publication and Translation rights reser- ved, including Scandinavian, reproduction in whole or in pari without permission prohibited. Unzählig find die Zeugnisse dasür. baß schon (m Frühjahr und Sommer 1914, als bei uns noch niemand an den Angriff der Entente dachte, der Krieg in Ruhland. Frankreich Belgien und England vorbereitet worden ist. Die wesentlichsten der mir bekannt gewordenen Beweise hierfür habe ich in die von mir zusammengestellten »Ver gleichenden Geschichtstabellen" ausgenommen. Aus ihrer groben Zahl möchte ich hier nur einige anführen. Wenn ich dabei nicht alle Flamen nenne, so geschieht das aus begreiflichen Gründen. Dieses ganze Material ist mir natürlich erst nachträglich, * T. während des Krieges, größtenteils erst nach dem Kriege, bekannt geworden. 1. Schon im April 1914 begann die Ansammlung von Goldreserven in den englischen Banken. Deutschland dagegen führt noch im Juli Gold und Getreide aus, auch nach den Entente»Ländern. 2. 3m April 1914 berichtet der deutsche Marineattach' tn Tokio, Korvettenkapitän von Knorr' »Er fei geradezu betroffen über die Gewißheit, mit der dort alles den Krieg der Tripelallianz gegen Deutschland tn naher Zeit für sicher halte ... Es liege etwa- in der Luft wie eine Art Beileid über ein noch nicht ausgesprochenes Todesurteil." 3. Ende März 1914 hält der General Schtscher- batschew, Direktor der Kriegsakademie In Petersburg, an seine Offiziere eine Ansprache, in der es u. a. hieß' »Der Krieg mit den Dreibundmächten sei infolge der gegen Rußlands 3nteressen gerichteten österreichischen Balkanpolitik unvermeidlich geworden . . . Höchstwahrscheinlich werde er noch m diesem Sommer zum Ausbruch kommen. Rußland sei die Ehre geworden, sofort die Offensive zu ergreifen.“ 4. 3m Bericht des belgischen Gesandten in Berlin über eine aus Petersburg eingetroffene japanische Militärmission — April 1914 — heißt es u. a.: „3n den Regimentsmessen hatten die japanischen Offiziere ganz offen von einem nahe bevorstehenden Kriege gegen Oesterreich-Lingam und Deutschland reden hören. Man sagte dabei, daß die Armee bereit sei, ins Feld jju rücken, und der Augenblick sei ebenso günstig für die Russen, wie für ihre Verbündeten, die Franzosen." 5. Rach den in der Revue des Deux Mondes 1921 veröffentlichten Denkwürdigkeiten des damaligen französischen Botschafters in St. Petersburg, Herrn Palöologue, haben am 22. Juli 1914 in Tsarskoje Selo die Großfürstinnen Anastasia und Militza zu ihm geäußert: »Ihr Vater, der König von Montenegro, hätte ihnen in einem Ehisfretelegramrn mitgeteilt, »daß wir vor Monatsende (russischen Stils, also vor dem 13. August neuen Stils) Krieg haben toetben . . . Von Oesterreich wird nichts übrig bleiben . . . 3hr werdet Glsaß-Lothringen wiedemehmen . . . Untere Heere werden sich in Berlin treffen . Deutschland wird vernichtet werden"." 6. Der frühere serbische Geschäftsträger in Berlin Boghiischewitsch berichtet in seinem 1919 erschienenen Buche .Kriegsursachen" eine Aeuße- rung, die der damalige französische Botschafter in Berlin Eambon am 26. oder 27. Juli 1914 zu ihm getan habe: »Wenn Deutschland es aus einen Krieg ankommen lassen will, so wird es auch England gegen Jidj haben. Die englische Flotte wird Hamburg forcieren. Wir werden die Deutschen glatt schlagen." Doghitschewitsch sagt, er habe von dieser Unterredung die »Gewißheit" mitgenommen, daß der Krieg, falls nicht schon früher, so doch gewiß bei der Begegnung Poin- careS mit dem russischen Kaiser in Petersburg beschlossen worden war. 7. Ein hochgestellter Russe, Mitglied der Duma und guter Bekannter von Sasonow, erzählte mir später von dem geheimen Kronrat unter Vorsitz des Zaren im Februar 1914, was mir auch durch andere russische, in meinen .Geschichtstabellen" aufgeführte Quellen bestätigt worden ist: In diesem Kronrat hielt Sasonow einen Vortrag, in welchem er dem Zaren Vorschlag, Konstantinopel zu nehmen. Da der Dreibund das nicht Äigcben würde, werde daraus ein Krieg gegen Deutschland und Oesterreich folgen. 3talien werde von diesen abfallen: auf Frankreich könne man unbedingt rechnen, aus England wahrscheinlich. Der Zar habe zugestimmt und den Befehl gegeben, die nötigen Vorarbeiten zu beginnen. Der russische Finanzminister Graf Kokowzow hat dagegen eine Denkschrift an den Zaren gerichtet — diese ist mir nach dem Brester Frieden durch Gras Mirbach milgeteilt worden —, in der er dem Zaren ein festes Zusammengehen mit Deutschland empfahl und vor dem Kriege warnte, der unglücklich verlaufen und zur Revolution und zum Sturze der Dynastie führen werde. Der Zar ist diesem Rate nicht gefolgt, hat vielmehr den Krieg betrieben. 8. Derselbe Herr erzählte mir folgendes. Zwei Tage nach Kriegsausbruch fei er zu Sasonow zum Frühstück geladen gewesen. Dieser sei ihm freudestrahlend entgegengekommen und habe ihn, sich die Hände reibend, gefragt: »Run, lieber Baron, sie müssen doch zugeben, daß ich mir den Moment des Krieges vortrefflich gewählt habe?" Ms der Baron ihn etwas besorgt fragte, wie denn England sich dazu stellen werde, schlug der Minister lachend auf seine Tasche und flüsterte dem Baron mit listigem Augenzwinkern zu: „3d) habe etwas in meiner Tasche, was in den nächsten Erstaunen setzen wird: ich habe die englische Tagen ganz Rußland erfreuen und die Welt in Zusage erhalten, daß England mit Rußland gegen Deutschland gehen wird!" 9. Russische Gefangene der sibirischen Korps, die in Ostpreußen gefangen genommen wurden, sagten uns: Sie seien im Sommer 1913 mit der Bahn in die ilmgegenb von Moskau transportiert worden, well dort ein Manöver vor dem Zaren stattsinden solle. Das Manöver fand nicht statt. Die Truppen wurden aber nicht zurückbefördert, sondern für den Winter in der Ilmgegend von Moskau disloziert. 3m Sommer 1914 wurden sie in die Gegend von Wilna vorgesahren, weil dort ein großes Manöver vor dem Zaren stattfinden solle. 3n und bei Wilna seien sie aufmarschiert und dann seien plötzlich die scharfen Patronen (Kriegsmunition) audgegeben und ihnen mit- geteilt worden, nun sei Krieg gegen Deutschland. Warum and weshalb, das wußten sie nicht zu sagen. 10. 3n einem im Winter 1914/15 in der Presse veröffentlichten Bericht eines Amerikaners über seine Reise im Kaukas as im Frühjahr 1914 wird erzählt: Als er zu Anfang Mai 1914 im Kaukasus eingetroffen sei, seien ihm auf feiner Fahrt nach Tiflis lange Kolonnen von Truppen aller Waffengattungen in Knegsausrüstung begegnet. Er habe befürchtet, es sei im Kaukasus ein Aufstand aus- gebrochen. Als er bei der Paßrevision in Tiflis sich bei den Behörden danach erkundigte, erhielt er den beruhigenden Bescheid, der Kaukasus sei ganz ruhig, er könne reifen, wohin er wolle, es handle sich nur um ilebungömärfcße und Manöver. Rach Abschluß seiner Reise Ende Mai 1914 habe er sich in einem kaukasischen Hasen einschiffen wollen, aber alle Schiffe seien derart mit Truppen beseht gewesen, daß er nur mit Mühe noch eine Kajüte für sich und seine Frau erhalten tonnte. Die russischen Offiziere erzählten ihm, sie würden in Odessa landen und von da in die llfratne marschieren zu einem großen Manöver. 11. Der Fürst Tundutvw, Ataman der Kalmückenkosaken, zwischen Zarhzin und Astrachan residierend, vor und während des Krieges persönlicher Adjutant des Großfürsten Rilolai Riko» lajewitfch, kam im Sommer 1918 in das Hauptquartier in Bosmont, um Verbindung mit Deutschland zu suchen, da die Kosaken keine Slawen und durchaus Feinde der Bolschewiken seien. Er erzählte, er sei von Rikolai Ritolaje- witsch vor Kriegsausbruch zum Generalstab entsandt gewesen, um den Großfürsten über die dortigen Vorgänge auf dem laufenden zu halten. Auf diese Weise sei er Zeuge des berüchtigten Telephongespräches zwischen dem Zaren und dem Ches des Generalstabes General Ia- nuschkewitsch gewesen. Der Zar habe unter dem tiefen Eindruck des ernsten Telegrammes des Deutschen Kaisers beschlossen, die Mobilmachung zu inhihieren. Er habe Ianuschkewitsch telephonisch befohlen, die Mobilmachung nicht auszuführen bzw. rückgängig zu machen. Dieser habe diesen Haren Befehl nicht ausgeführt, sondern bei dem Minister des Auswärtigen Amtes Sasonow, mit dem er seit Wochen in Verbindung gestanden, intrigiert und zum Kriege gehetzt habe, telephonisch ungefragt, was er nun tun solle. Sasonow habe darauf geantwortet: Der Befehl des Zaren sei Hnfiirn, der General solle die Mobilmachung mit ausführen, er (Sasonow) werde den Zaren morgen schon wieder Herumkriegen und ihm daS dumme Telegramm be6 Deutschen Kaisers ausreden. Daraufhin meldete Ianuschkewitsch dem Zaren, die Mobilmachung sei schon im Gange und lllcht mehr rückgängig zu machen. Run fügte Fürst Tundutvw hinzu: Das war eine Lüge, denn ich habe selbst neben Ianuschkewitsch den Mobilmachungsbefehl auf seinem Schreibtisch liegen sehen, er war also noch gar nicht abgesandt. Bei diesem Vorgänge ist psychologisch interessant, daß Zar Rikolaus, der den Weltkrieg vorbereiten hals und die Mobilmachung schon befohlen hatte, im letzten Moment noch umschwenken wollte. Es scheint, daß mein emstes warnendes Telegramm ihn zum ersten Male die ungeheure Verantwortung deutlich erkennen ließ, die er mit seinen kriegerischen Maßnahmen auf sich lud. Deshalb wollte er die völkermordende Kriegsmaschine, die er soeben in Bewegung gesetzt hatte, stoppen. Das wäre noch möglich, der Friede noch zu retten gewesen, wenn nicht Sasonow die Ausführung vereitelt hätte. Auf meine Frage, ob der Großfürst, der als Deutschenhasser bekannt war, sehr zum Kriege gehetzt habe, erwiderte der Fürst: Der Großfürst habe allerdings eifrig für den Krieg gewirkt, aber ein Hetzen sei überhaupt überflüssig gewesen, well sowieso eine starke Kriegsstimmung gegen Deutschland hn ganzen russischen Offizierkorps geherrscht habe. Dieser Geist sei hauptsächlich aus der französischen Armee auf die russischen Offiziere übertragen worden. Man habe den Krieg eigentlich schon im Hahr 1908 09 (Bosnische Frage) machen wollen, aber Frankreich fei damals noch nicht fertig gewesen. Auch 1914 sei Rußland eigentlich noch nicht ganz fertig gewesen; Ianuschkewitsch und Suchomlinvw hätten den Krieg erst für 1917 geplant. Aber Sasonow und 3swolski sowie die Franzosen waren nicht mehr zu halten. Jene fürchteten die Revolution in Rußland und den Einfluß des Deutschen Kaisers auf den Zaren, durch den der Zar vielleicht vom Kriegsgedanken abgebracht werden könnte. Die Franzosen aber, die für den Augenblick der englischen Hilfe sicher waren, befürchteten. England lönnte sich später auf ihre Kosten mit Deutschland verständigen. Auf meine Frage, ob beim der Zar die Kriegs st immung gekannt und geduldet habe, aifttoorletc der Fürst Es sei bezcichnend, daß der Zar aus Gründen der Vorsicht ein für allemal verboten habe, deutsche Diplomaten oder Militärattaches zum Mittagoder Abendessen im Offizierkorps einzuladen, an denen er persönlich teilnahm. Aus Stabt unb Laub. Gießen, den 21. Oktober 1922. Der Hausbesitzer-Protest gegen den Mictzuschlag von 614 Proz. Eine Woche später als der Mieterverein haben nun auch die Hausbesitzer öffentlichen Protest erhoben gegen die von der Stadtverwaltung geplante Festsetzung der Mietzuschläge rach dem Reichsmietengesetz Der Einspruch erfolgte, wie gestern schon berichtet, am Donnerstagabend in einer vom Hausbesitzerverein einberufenen, außerordentlich stark besuchten Protestversammlung im Katholischen Vereinshaus. Der Vorsitzende des Vereins, Malermeister Launsbach. der die Kundgebung leitete, erklärte in seiner Eröffnungsansprache, die Hausbesitzer konnten und dürften dieser Zuschlagssestsehung nicht zustimmen. Die Sätze hätten im Frühjahr ober im Frühsommer genügt Wie bie Teuerung heute geworden, fei mit dieser Bagatelle nichts mehr zu machen. Als Hauptredner ergriff hieraus Architekt Rikolaus das Wort Er sagte u. a.: Aus der Versammlung des Mietervereins ist schon bekannt geworden, baß bie Stadtverwaltung den Mietzuschlag auf 614 Prozent bemessen will. Der Mieterverein hat diesen Zuschlag abgelehnt Auch unsererseits erfolgte Ablehnung. Der Mieterverein erachtet diese Zuschläge als zu hoch, wir finden sie zu gering. Bevor die Stadtverwaltung zu ihrem Entwurf gekommen ist. haben zwei Sitzungen unter dem Vorsitz des Beigeordneten Dr. Seid stattgefunden. Hausbesitzer- und Mietervertreter waren zugegen. Sehr bald zeigte sich dort, daß man auf der Gegenseite nicht das notwendige Verständnis hatte für bie Rotwendigkeiten des Hausbesihes. Wir kamen schnell zu ber Ueberdcugung, baß bie Verhanblungen nur Zeitverlust bebeuteten. Untere Forderung belief fick- auf 899 Prozent, ber Mieterverein schlug 180 Prozent vor. 3n ber Mieterversammlung wurde erklärt, daß das Angebot der Mieterver- tretung durch bie Entwicklung bereits überholt sei, und es wurde hinzugefügt, der Satz von 614 Proz. hätte dennoch abgelehnt werden müssen. Hierin liegt eine Inkonsequenz, zumal wenn man berücksichtigt, daß beide Vorschläge auf den Preisverhältnissen von Ende Juni basierten. Hätte man die Geldentwertung als Maßstab gelten lassen, bann hätte auch die Stadtverwaltung zu anderen Zuschlagsähen kommen müssen. Für die Steigerung der Hypotheken kosten usw hat die Stadtverwaltung 14 Prozent zugebilligt, wir hatten 19,1 Prozent verlangt. Die Berechtigung unserer Forderung wird durch bie Erhöhung ber Zinssätze bewiesen, außerbem bars man auch nicht vergessen, daß das Eigenkapital des Hausbesitzers verzinst werden muß. Für die Betriebskosten sind von der Stadt 120 Prozent vorgesehen, unsere Forderung erstreckte sich auf 190 Pcoz. Bei unserer Berechnung haben wir ausdrücklich auf die Preisverhältnisse von Ende Juni hingewiefen und uns Vorbehalten. Aenderungen unserer Ansprüche nach Maßgabe der Preisgestaltung vorzunehmen. Diese Aenderungen sind in einem Maße ein- getreten, wie niemand sie voraussehen konnte. Für laufende Unterhaltungskosten und Instand» sehungsarbeiten will die Stadtverwaltung 300 Prozent bewilligen, wir hatten unter Berücksichtigung ber Verhältnisse von Enbe Juni 415 Proz verlangt. Auch hier hat sich vieles geändert. Die damaligen Kosten für die Instandsetzung eines Zimmers beliefen sich nach meinen Berechnungen auf 2256 Mk., heute auf 8000 Mk., für eine Küche damals aus 3219 Mk. heute auf 10163 Mk., für die Speisekammer bamals auf 588 Mk., heute auf 1783 Mk. Wenn wir die Ausgaben einer Woh- nungsherstellung zusammenrechnen, so ergibt sich als Kostenpunkt für die Renovierung einer Fünfzimmerwohnung Anfang Juli ein Sah von 6400 Mark, heute von 22 500 Mk., oder gegenüber dem von ber Stabtverwaltung vorgesehenen Zuschläge von 300 Prozent pro Jahr ein solcher von 1004 Prozent. Aehnlich verhält es sich auch mit ben Zuschlägen für die großen Instandsehungsarbeiten. Diese find mit 180 Proz. von ber Stabtverwaltung angeseht. unsere Forberung betrug 275 Proz. Sie steigert sich angesichts ber Preisentwicklung, wie bei ben laufenben Instanbsehungsarbeiten, von 275 auf 665 Prozent. Die Situation ist heute nun so: Die Stabtverwaltung bietet uns 614 Proz., ber Mieterverein bot uns 180 Prvz., hält aber nicht mehr baran fest, bewilligte auch nicht bie 614 Prozent, sondern schweigt sich aus. Unsere Forderung belief sich nach dem Preisstande von Ende Iuni/Anfang Juli auf 899 Proz., und heute müssen wir angesichts der gewaltigen Preissteigerung für alle Materialien, Hanbwerker- lohne usw einen Mietzus chlag von 2045 Prozent verlangen. Das Reichsmietengesetz ist fast ausnahmslos am 1. Oktober in Kraft getreten, die hiernach berechneten Mieten laufen also vom 1. Oktober ab. Daraus ergibt sich, daß für die Bemessung der Mietzuschläge nicht die Verhältnisse von Ende Juni ober einem anbem vor Hem 1 Oktober liegenden Termin gelten können, sondern bie Verhältnisse zu Beginn bes Oktobers zugrunbe zu legen sinb unb hieraus ein Mittelsatz zu errechnen ist. Erst wenn ber Mieterverein bie Verhältnisse, in benen wir leben, bei seiner Stellungnahme gebührend berücksichtigt, unb wenn man auf dieser Seite an eine objektive Prüfung ber Tatsachen herantritt, kann es nicht schwer fein, zu einer Verständigung zu gelangen Die bisherigen Verhandlungen haben jedenfalls eine unüberbrückbare Kluft gezeigt unb deshalb sah sich die Stadtverwaltung gezwungen, von sich aus Sätze festzulegen. Um mich gegen den Vorwurf zu schützen, ich hätte bei meiner Berechnung Zahlen in Ansatz gebracht, die nicht aufrechtzuerhalten seien, mochte ich einige Zahlen nennen, an denen nicht zu rütteln ist; sie zeigen, wie im letzten Vierteljahre die Preise gestiegen sind. Ein Dachdeckergeselle erhielt im Juni 32,65 Mk., am Samstag, 2\. (Moder 1922 1. Oktober 105 Mk., heute 115 Mk. pro Stunde, ein Quadratmeter Sch c er bad) kostete Ende 3 uni 400 Mk.. heute einschteßsich Schalung und Unterlage 2200 Mk., ohne Schalung 1300 Mk., ein Schiefer, mittelgroß. Ende Juni 5.60 Mk., heute 45 Mk., Spengler und Installateure berechneten Ende Juni bie Gesellenstunde mit 36 Mk., am 1. Oktober mit 63 Mk., heute mit 75 Mk. unb von morgen ab mit 100 Mk.. ein Quadratmeter! Zink kostete Ende Juni 368 Mk.. am 1. Oktober 3100 Mk., heute 3800 Mk.. eine Kloseltschüssel am 1. Juli 1050 Mk.. am 1. Oktober 5500 Mk., heute 7000 Ml., ein Spülkasten am 1. Juli 955 Mk., heute 6200 M!.. ein Zapfventil am 1. Juli 72.80 Marl, heute 490 Mk. Die Weißbinder- und Anstreichergesellenlöhne betrugen Ende Juni 36.50 Mk.. am 1. Oktober 70 Mk., heute 85 Mk. pro Stunde, ein Quadratmeter Oelfarbe, einmaliger Anstrich kostete Ende Juni 30 Mk., am 1. Oktober 90 Mk., heute HO Mk.. ein Quadratmeter Leimfarbenanstrich am 1. Juli 18 Mk., am 1. Oktober 45 Ml., heute 55 Mk. Und so setzt sich die Preiserhöhung überall fort. Diese Zahlen sprechen mehr als Worte, sie beweisen, daß wir zu dem Satze von 614 Prozent niemals unsere Zustimmung geben dürfen Der Vortragende trat hierauf an Hand des städtischen Verorbnungs- entwurfs in eine Spezialkritik der einzelnen Bestimmungen ein und machte hierbei noch mancherlei Beanstandungen geltend. Er erhob weiterhin Einspruch gegen die in ber Mieterversammlung erhobene Behauptung, bie Hausbesitzer hätten ihre Häuser verlottern lassen, unb betonte hierbei, die bisher gezahlten höheren Mieten hätten nur einen Ausgleich schaffen können gegen bie erhöhten.Belastungen bes Hausbesitzes burch Steuern und' sonstige Abgaben. Die Mieter hätten für Reparaturen tociig gewährt, ber Hausbesitzer aber habe immer dafür gesorgt, daß sein Anwesen in Ordnung blieb. Wenn mancher Hausbesitzer nichts mehr habe machen lasten können, so sei die geringe Miete daran schuld. Dafür sei in erster Linie bie Regierung verantwortlich zu machen, die burch bie Gesetzgebung ein An- passen der Mieten an bie ungünstigen Zeit Verhältnisse verhindert habe. RaH wie vor gelte eS auch für ben Gießener Hausbesih. einen schweren Kampf zu führen. Es gelte nicht nur um die gerechte Erhöhung der Mieten zu kämpfen, fonbem cs gelte auch Front zu machen gegen die ben heutigen Gesetzgebung zugrunde liegenden Bestrebungen, die auf eine Sozialisierung des gesamten Hausbesihes hinauslausen. Einig und geschlossen müßten bie Hausbesitzer, wenn es nottue, auch aus bie Straße ziehen vnb bori burch Massendemonstrationen für ihre Forderungen eintreten. An den mit starkem Beifall aufgenommenen Vortrag knüpfte sich eine Au spräche, in der einhellig zum Ausdruck gebracht wurde, baß ber von der Stadtverwaltung geplante Mietzuschlag abzulehnen sei. Schließlich wurde die gestern von uns berichtete Resolution einstimmig angenommen. Man beschloß sodann u. a. noch die Erhebung einer Beitragsnachzahlung für 1922 in Höhe von 100 Mark. • Landkreis Gießen. * Hungen, 20. Oft. Für Mittwoch, 1. November, ist die Abhaltung eines Vieh- Marktes Hierselbst genehmigt toorben. Starkenburg und Rheinhessen. * Mainz, 19. Oft Die Stabtvervrbneten bewilligten für Maßnahmen zur Defämpsung ber wirtschaftlichen R o t ber Minberbe m i t te l t en 4 Millionen Mark. Für die Errichtung einer Volksküche wurden 125 000 Mark zur Verfügung gestellt * Mainz, 19. Oft. Der hiesige Zweig- verein vom Roten Kreuz ruft die Bürgerschaft in Stadt und Kreis Mainz zu einer großzügigen Hilfsaktion für die in Rot geratenen Kleinrentner auf. Eine umfassende Sammlung unter der Bezeichnung „Kleinrentner und Altershilfe" ist in die Wege geleitet worden. In dem Aufruf wird gebeten, die Gaben dem gesunkenen Geldwerte anzupassen. Hessen-Rassau. fpd. Höchst a. M., 19. Oft. Die städtischen Körperschaften haben den Preis für ein Kaufgrab von 2000 Mf. auf 2 0 000 Mf. erhöht. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag. 22. Oft, 19. nach Trin. Stadtkirche. V,10: Pft. Mahr. — 11: Kivderiirche b. Matthäus- gemeinbe. - 21503. 6: Pfr. Becker. — IohanneS- kirche. ',10: Pfr. Dechtolsheimer. — 11: Kinder- kirche der Lukasgern. — Abds. 6: Pft. Ausfeld. — Kirchberg: 10. —11: Abendrn. f. d. Allen v. Staufen- cherg. Kollekte f. d. Verb. ev. kirchl. Frauenvereine i. Hess. Mainzlar: l^Heil. Abendm., Kollekte. Wieseck: Erntedankfest '/,10 Gottesd. (Frauenchor): 1.11 Äinöert.; *, ..8 Erntefeier (Opfer für die Gemeindeblattkasse). Katholische Gemeinde. Samst, 5 u. 8: Beicht. — Sonnt., 61/,: Beicht. 7: Messe: 6: Korn: 9: Hochamt m. Pr11: Messe m. Pr.-. 5'/,: Ehristenl. und Rosenkranz m. Segen. — Hungen: 8. — Lich: 10. Alle praktischen Hausfrauen wissen eS längst, baß es zum ftätben von Kleidern, Blusen, (Aardmen, Strümpfen usw. nichis besseres gibt als bie weltberühmten „Heitmann's Warben", Marke „Huchskovf im Ltcrn": darum nehmen sie keine anberen. ergiebig und wohlschmeckend o E. Achtung! Landwirte! Ä r Gießen (Liebigstraße 91), den 21. Oktober 1922 Ihre Vermählung zeigen an kt..bis Sonntag. abends S Ubr. SonnJog, 22.9ft: Die tommeaöe Welt- Gießener Konzert verein Smskllg, 28. «nicht für Kinder Volle Garantie! 5155D Hotel Schütz v Der Vorstand. Telephon 2015. 9424D straffe 2 p., Fernruf 1227, sowie an der Kasse. Tiit* ?11 hpm micmpfnlfpwen ' Achtung! Achtung! Die zu dem ausgefallenen Rosenfest seinerzeit gelösten Karten haben bei Nachzahlung Bürgerschaft. Der Vorstand. Saalban Cafe Leib Heute Samstag abend L grotz.Tanztränzchen ^L8igri3!_!eßt5pislö Verstärk!es Orchester. Ende 1 Uhr. L Anppkannf heliphfp$fp$ Kinn am Plata» I Anerkannt beliebtesles Kino am Platzei Der Vorstand der 5er. 09817 Man versuche: gelingen immer! WWMU WU M MvMg, Dienstag, 23. 24. 25 26 27 r r r BRENNABCR KiMmgen ilitS filaufliiogtit Drennabor und andere Fabrikate »«ts vreiswert. Allß. Kilbiugek. Sonntag, 29. Okt. 1922, naehm. 5 Uhr, in der Sala der ünlvemitli: Eduard Erdmann koMMe GlülkWesMWen DieSSMüecMlk- tegieiung reden die loten? flat Beten Zwetk? Sin Sampl ms Icö Lno reden not und Sieg im GeWMsiedeli mittmoiü. Donnerstag Steifog, Ihre Verlobung beehren sich anzuzelgen Manschen Otto, geb. Henrichs Lari Birnbaum Maschinenhandlung Beschreibung kostenlos und unverbindlich. Karl Brück Luise Brück geb. Schadeck Bienenhonig garant. rein, prima Qualität, gibt in Bostdosen ab 9ViOi) Grohimkerei Ebersbach, Sachs. Ihre Vermählung geben bekannt Franz Münster Marie Münster geb. Lang- Hersfeld Hessische Flachsverwertung üllsfeld Fernspr. 325. Pfifferling & Strauß. Fernspr. 153. Meldungen und Anfragen sind nach Alsfeld zu richlen. 50 erstll. Pferde schweren, mittleren und leichten Schlages, habe ab 23. Oktober 1922 in meinen Stallungen Gießen, Frankfurter Straße 31, zwei Minuten vom Bahnhof, zum Verkauf stehen. August Jenzdsrf, Gießen UMiisliMleMMi und Jugendgruppe. Sonntag, 29. Gttbr. 1922, ab 7 Uhr abenbs: Wohltätigkeitsveranstaltung im Gesellschaftshause (Sonnenstratze) zum Besten notleidender ttleinrenter in Gießen. Unterhaltungsabend mit Theater- und Reigenaufführungen, mufikaufchen u gesanglichen Darbietungen Teilnehmerkarten zu 20 Mk. und Beikarten zu 10 Mark (für Familienangehörige und Studenten) sind zu haben bei grau Tierarzt Baehr, Frankfurter Str. 43 p., und vückinq- Werke von Kerll, Mendelssohn-Bartholdy, Schubert, Glazounow und Scriabine. Eintrittskarton Mk. 75.—, 60.—, 45.— u. 25.— einschL Steuer bei Ernst Challier und abends an der Kasse. Studentenkarten Mk. 20.— nur im Vorverkauf beim Hausverwalter der Universität gegen Vorzeigung der Ausweiskarte. Die bestellten Abonnements, 1. Platz 600, 2. Platz 500, 3. Platz 400 Mk. einsehl. Steuer, unter Vorbehalt etwaiger Zuschläge. sind bis spätestens 27. Oktober abzuholen. 9431v Familien-Konzert Anfang 7*/, Uhr. 09789 Bis auf weiteres finden die Konzerte wieder jeden Sonntag statt. Oeffentliche Vorträge dd.drMeddeZmgenderMllaMmuiig von Herrn «lMMituM lioier Dr.teBetg au3 Neustrelitz L Meckl. Jugendliche,auch unter 14 Jahren, haben heute und morgen zu allen Vorstellungen Zutritt. 9456c Fensterglas Draht-, Roh- und Ornamentglas, weih und farbig, KristaAspiegel mit Facette, sowie Schodrspiegel liefern i.allen gangbaren Größen u.Stärken ab Lager zu Tagespreisen Glasgrohhandlung Glas-Kontor G. m. b. H° Fernruf 1683. Lahnstrahe 9- Stephanstraße 27 Bietzen Marburger Str. 27 22. Oktober 1922 d Lustspiel in 2 Akten. Of,;i des Preisunterschieds Gültigkeit, sonst Rücknahme bis 28. Oktober. 9439v an Kaffee, Tee,Jucker,Kuchen, Eßwaren, Rauchwaren, Likören, Obst usw. sowie Geldspenden werden freundl. erbeten an Herrn Ober-Postinspektor Kohlhase, Bückingstratze 2 p. 3n Anbetracht des wohltätigen Zweckes der Veranstaltung bitten wir um zahlreiche Beteiligung und Unterstützung aus allen Kreisen der Giehener in der Stadtkirche in (Stehen von Sonntag, den 22.Ql den 29. Oktober 1922, Ferner hält Herr Dr. Berg von Dienstag dis Freitag, nachmittags 5—6 Uhr, in der Stadtkirche VertiesungSstunden. Eintritt frei! Zu allen Veranstaltungen ladet herzlich ein Der deutsch-evang. Volksbund Ortsgruppe Giehen. 9423p Einer sagt es dem andern Noch täglich bis 2. Novemb. Aufnahme für d. neuen Handelskurse. ®?alasl-lichtsgie!el V Mlworoehms'esltaler am Platze G G-------------------------------:-= •, Persönliches Auftreten: iüene Olfen © derbestelänzerderWelt. ® ® Unser ® H gemeinschaftlicher A | Freund (1. Teil) S Drama in 6 Akten. Oetkers Rezepte Creme-Torte. Za taten : 50 g Satter oder Margarine. 100 g Zucker, 200 g Mehl, \k Päckchen Dr. Oetker’« Milch-Elwelßpulver (= em gestrichener Eßlöffel), y. Päckchen Dr. Oetker’« Backpulver „Backin“. etwa 10 bis 11 Eßlöffel Wasser. Zur Cremf: 1 Päckchen Dr. Oetker’« Creme-Pulver Dihona, Vanille-, Mandel- oder Schokoladegeschmack, zu bereitet nach auf gedruckter Anweisung. Zutalen zum Guß: 60 g Kakao, 80 g Zucker, 2 Eßlöffel Wasser. Zubereitung: Verrühre Butter und Zucker gut miteinander, füge dann das mit dem .Backin* und dem Milch-Eiweißpulver gemischte und gesiebte Mehl hinzu und gib nach und nach das Wasser daran. Backe die Masse in einer gut gefetteten Springform und zwar y, Stunde. Nach dem Erkalten schneide die Torte quer durch und belege die untere Hälfte mit der fertigen Creme, lege die andere Hälfte darüber und bestreiche die Torte mit dem Schokoladenguß. Zu diesem läßt man die Zutaten auf schwacher Flamme kochen, bis die Masse Fäden zieht Die richtige Zubereitung von Schokoladenguß erfordert einige Uebung. Die Torte kann auch mit jeder anderen Glasur überzogen werden. _ . „ _ Rezept rtr. o. . . . unter 14 Jahren! Sonntag. 29.6«.: Sdjulö und Mae. Sie brauchen keine Transmission, können Ihren Elektromotor viel besser, vielseitig, und sparsamer verwenden und sind nicht mehr von den Räumlichkeiten abhängig bei Anschaffung von Walb’s Difierential- Spann.-Triebwerk Oekonom Für alle Verhältnisse mit Nutzen Verwendbar: Fahrbar, tragbar, drehbar, fest aufstellbar: auch als Einbauvorgelege. Decken Vorgelege und Wandvorgelege für Landwirtschaft, Industrie und Gewerbe lieferbar. Im Betrieb auzusehen bei Hauptvertreter Weißstück !( HI® Graustück MW W erstkL Ringofen- ü ekHUSS BSn wäre von größter w MdW VMM Ergiebigkeit stets zu haben. *7‘°c Car! Haas li Matts M Astorialichtspiele ÄWM M Sonntag, den 22. Oktober, abends 8 Uhr im katholischen Dereinshaus öM. MmiiWMz Redner: Landtagsabg. Hofmann (Alzey). Freie Aussprache (Kommunalwahlen). K Nurnoch heuten.morgen: ■vSk Bin phänomenaler Erfolg: L Maciste C und die Tochter des Silberkönigs Ferner: Q Fatty als Liftboy Das beete Lustspiel dieser fF Spielzeit. ► Ab Montag: Reinhold Schänzel und Liane Haid In dem großangelegten mon- dänen Sittenfilm k Das Geld auf derStraBe Hr Ferner: K Meine Frau kanus Dicht lassen Lustspiel in 4 Akten. M*’c SiegDotöts filnöeraieöl WWim Bamniniieiiflir sind Produkte aus bester Allgäuer Gebirgs - Frisch' Vollmilch, empfiehlt 9433D Lebens- mittelhaus Gustav Tackis Watttorstr. 39. Lollar, den 21. Oktober 1922 oerw Priv. - Handelssch. HERMES Bahnhofstraße 60. TeL 1097. Prosp.Jr Asthma k.i.etwa15Woch. ge- bcilt w.Sprechst.d.n. mein. Verfahr, fach!. geb.Arzt.in (Siesten, Babnbostchot.Lenz sei). Montag v. 10—1 Uhr. Dr.med.filberte Berlin SW 11, Spei.- Ar st für Asthmalelfl. Bekanntmachung. Detr.: Die Wahlen der Stadtverordneten sowie der Mitglieder der Kreis- und Provinzialtage am 19. November 1922. Nach Anhörung der Stadtverordneten- Dersammlung werden die Abstimmungsbezirke und die Wahlräume für die Stadt Eietzen wie folgt festgesetzt: Alicestratze (Abstimmungsbezirk Rr. 18), An der Fohanneskirche (18), Asterweg (2), Auf der Bach (1), Aulweg (9), Am Rodberg (4), Am Steg (8), An den Bahnhöfen (8), An der Hardt (3), An der Warte (10), Anneröder Weg (14), Bahnhofstraße (6), Bergstraße (11), Bergwerk (9), Bismarck- stratze (13), Dleichstratze (12), Brandgasse (16), Brandplatz (16), Braugaffe (16), Bruchstraße (11), Buchnerstratze (8), Bücking- ftratze (4), Buddestraße (7), Burggraben (1), Crednerstraßc (8), Dammstraße (2), Diez- straße (16), Doeringsiraße (14), Dreihäusergasse (16), Ebelstrahe (91, Cderstratze (2), 3n den Eichgarten (14), Eichweg (14), Erd- kauterweg (9), Erlengaffe (16), Frankfurter Straße (7), Friedrichstraße (7), Gabels- bergerstratze (5), Gg. Philipp Gailstrahe (13), Gartenstraße (11), Glaubrechtstrahe (8), Gnauthstratze (12), Goethestratze (12), Grabenstraße (6), Grüninger Pfad (10), Guten- bergstrahe (13), Hammstraße (5), Hensel- stratze (12), Heffenstratze (13), Hillebrand- straße(8), Hosmannstrahe(8), Hundsgaffe(l), 3m Gartseld (2), Iohannesstratze (18), Kaiserallee (15), Kanzleiberg (16), Kaplanet- gaffe (16), Kaplansgaffe (18), Kaserne, neue I. (14), Kaserne, neue II. (14), Jeughaus- kaserne (16), Katharinengaffe (18), Keplerstraße (13), Kirchenplatz (1), Kirchstraße (1), Klinikstraße(8), Kornblumengaffe (5), Kreuzplatz (171, Krofdorfer Straße (31, Lahnstraße (5), Landgrafenstraße (16), Land- graf-Philipp-Platz (16), Landmannstratzc (13), Leihgesterner Weg (9), Licher Straße (14), Liebigstroße (9), Lindengasse (1), Linde nplatz (1), 3n Löbers Hof (5), Löber- stratze (11), Löwengaffe (17), Lonystratze (12), Ludwigsplatz (11), Ludwtgstr. (10), Mäus- bürg (17), Maigaffe (17), Marburger Straße (4), Marktlaubenstrahe (16), Marktplatz (1), Marktstrahe (5), Mittelweg (8), Moltke- straße (15), Mühlstraße (5), Kleine Mühl- gaffe (5), Nahrungsberg (13), Neuen Baue (16), Neuenweg (18), Neustadt (5), Nord- anlage (3), Ostanlage (15), Plockstrahe (18), Riegelpsad (10), Rittergasse (17), Rodheimer Straße (3), Roonstratze (15), Sandgasse (5), Schanzenstraße (5), Schiffenberger Weg (13), Schillerstraße (2), Schlotzgaffe (16), Schottstraße (4), Schützensttaße<3), Schulsttaße(16), Seltersweg (17), Senckenbergstraßc (16), Sonnenstratze (161, Steinstratze (4), Großer Steinweg (14), Stephanstraße (11), Südanlage (18), Teufelslustgärtchen (17), Tiefen- weg (5), Trillergaffe (16), Wagsngaffe (•16), Walltorstratze (1), Weidengasse (16), Wesersttaße (2), Westanlage (6), Hinter der Westanlage (6), Wettergasse (17), Wetzlarer Weg (8),Wehsteinaaffe(l),Wetzsteinstratze(l), Wiesemer Weg (4), Wresensttaße (15), Wil- belmftratze (10), Wilsonsttaße (9), Wolf- straße (13), Wolkengaffe (17), Zozelsgasse (1), Gemarkung Schiffenberg (13). Die Wahlräume befinden sich: für Abstimmungsbezttk 1 im alten Rathaus, Marktplatz 14 für Abstimmungsbezirk 2 im städt. Dienstgebäude, Asterweg 9 für Abstimmungsbezirk 3 im Gewerbehaus, Kirchsttaße 16 für Abstimmungsbezirk 4 im Schulhaus, Schillerstratze 8 für Abstimmunosbezirk 5 im alten Schul- ' Hous, Neustadt 61 für Abstimmungsbezirk 6 im Schulhaus, Westanlags 43 für Abstimmungsbezirk 7 in der alten Klinik, Liebigsttaße 16 für Abstimmungsbezirk 8 in der allen Klinik, Liebigstraße 16 für Abstimmunc,sbezirk 9 im Konfirmandensaal, Liebigstraße 56 für Abstimmungsbezirk 10 im Realgymnasium, Ludwigftraße 11 für Abstimmungsbezirk 11 im Stadthaus, Bergstraße 20 < früh er Steins Garten) > für Abstimmungsbezirk 12 im Handels- Kammergebäude, Lonysttaße 7 für Abstimmungsbezirk 13 in der Oberrealschule, Stephanstrahe 12 für Abstimmungsbezirk 14 im 3sraelitischen Gemeindehaus, Lonystraße 4 für Abstimmungsbezirk 15 im Fustizgebäude, Ostanlage 15 (Saal im Erdgeschoß) für Abstimmungsbezirk 16 im Regierungs- aebäude, Landgraf-Philipps-Platz 3 (Sitzungssaal) für Abstimmungsbezirk 17 im Hotel Prinz Earl, Sei e sweg 40 für Abstimmungsbezirk 18 im Stadthaus, ; Gartenstraße 2 (altes Bürgermeisterei- Gebäude), Zimmer Nr. 7. [9450 B Gießen, den 18. Oktober 1922. Der Oberbürgermeister. 3. V.: l)r. Seid - Bekanntmachung. Wir haben größere Mengen Nägel, dre leicht gebogen sind, zu strecken, welche < ^rbeit sich für Altrentner, 3nvaliden und ' Heimarbeiter eignet, und sollen auch diese, um ihnen eine Verdienstmöglichkeit zu schaffen, m erster Linie berücksichtigt werden. 3ntereffenten wollen sich auf dem Stadtbauamt melden. 9448B Dießen, den 17. Oktober 1922. Stadtbauamt Gießen. Braubach. Betantttmachunq. - Aus Beschluß der Deputation für das Wohnungswesen vom 17. ds. Mts. werden bu Sprechstunden des Wohnungsamts ab Montag, den 23 ds. Mts. wie folgt geändert - Montags und Donnerstags nachmittags von 4-6 Uhr und Samstags vor- mittags von 10-12 Uhr Der Wohnungsnachweis ist Montags und Donnerstags von 4-6 Uhr nachmittags 1 und an den übrigen Tagen von 10-12 Uhr vormittags geöffnet. 94473 Gießen, den 20. Oktober 1922. Der Oberbürgermeister. 3. D.: Krenzien. । K Lichtspielhaus / Heute und morgen: 9385c i Oor M von Ißüta Chmto Tv II- Teil: „Ber Schatz von Monte Christo“. & Anfang 4 Uhr. Letzte Vorstellung 8‘/t L’hr. Erstklassiges Solisten Orchester! 1, ftäo die Liebe ilchl wär'! Wir sind Käufer und zahlen stets die höchsten Tagespreise für Stroh-, Röst- und ausgearbeitete Flachse und Werge. Besondere Vorteile finden Sie bei uns infolge frühzeitigen Einkaufs beim Umtausch in allen Arien von erstklasfigen Web- hjftrctt, zum Beispiel in Leinen zu Hemden und Bettüchern, Hauötuchen, Flanellen, Bettbarchenten, Handtüchern, Jute- und Drellsäcken sowie tn Leinen- und Baumwollwebgarnen, worin wir stets ein enorm großes __________________ Lager unterhalten. 7790D Gleichzeitig suchen wir zum Aufkauf der Flachse zuverlässige Leute gegen hohe Provision oder feste Nechnung.