Donnerstag, 21 September 1922 errw zu Äeo (L- re is Mi | teiln; 96 ft« r i > bte rfm» i des urben k er teten »rt# wri» ft, Srt a te t in v et nb die bet ien tb. er I i t V 10. taje dm» beste fl- Ott« ren* K lich Stiuucs verhandelt mit Lerchenfeld. Nach einer Meldung der „Voss. Ztg.- aus München fand im bayerischen Handelsmini- sterkum eine Besprechung zwischen dem Mi- nifterprasicenLen Grafen Lerchenfeld und ^>ugo S t i n n e S statt. ES handelt sich dabei JJ™ Ko lzlieferungen zur Ausführung des Sachl-eferungsverttages, den Stinnes mit Lubersac abgeschlossen hat. Ser toter ftr i 18- & iS W Umrahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v. 27 mm Brette örtlich 300 Pf., auswärts 400 'Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 12O0Pf. Bei Platz- Vorschrift 20°/« Aufschlag Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goch; für den übrigen Teil; Trust Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Aus Dem Reiche. Die Lage der Presse. Berlin, 20. Sept. (Wolff.) Der Vorstand derReichsarbeitsgemeinschaft d e r d e u t s ch e n P r e s s e ist am 16. September in Berlin zum ersten Male zusammengetreten, um zunächst die Wahl des Präsidiums und des Vorsitzenden vorzunehmen. Gegenstände der Tagesordnung waren ferner dieNotlagederPresse sowie die M ih - st ä n d e bei der Handhabung des Gesetzes zum SchutzederRepublik. In beiden Fragen wurde das Präsidium beauftragt, die ihm erforderlich erscheinenden Schritte zu unternehmen. Ferner wurden Kommissionen eingesetzt zur Ausarbeitung der Vorschläge für den Nor- maldienst-Verttag für Stellen-Vermittlung, für Alters- und Krankenversicherung der Redakteure sowie der Hinterbliebenen. Bei der Besprechung der wirtschaftlichenLage der Redakteure stellte sich die ReichS- arbeitsgemeinschast auf den Standpunkt, daß grundsätzlich die tarifliche Bezahlung der Redakteure standeswürdig sei und die Aufwendungen zur Erfüllung der beruflichen Aufgaben berücksichtigen soll. Auf keinen Fall dürfe der Gehalt geringer sein als die tarifliche Bezahlung anderer Berufsgruppen im Zeitungsgewerbe, mit denen nach Art ihrer Tätigkeit eine Vergleichsmöglichkeit besteht. Maßnahmen gegen die Kreditnot der Gemeinden. Berlin, 21. Sept. Im Zusammenhang mit dem Beschluß der Girozentralen der deutschen Sparkassen, den Kommunen den Kredit zu sperren, teilt eine Korrespondenz mit, daß sich der Reichsfinanzminister zu einer Hilfsaktion für die Gemeinden entschlossen habe. Die Oberfinanzkassen der Landesfinanzämter seien telegraphisch angewiesen worden, die Hälfte des gesamten Veranlagungssolls der Einkommensteuer für 1922 ohne Rücksicht auf die tatsächlichen Einzahlungen den einzelnen Landesregierungen als Vorschuß zu überweisen. Den Gemeinden steht dann ein einmaliger Vorschuß von insgesamt 24 Milliarden zur Verfügung. Der Parteitag der Unabhängigen. Gera, 20. Sept. (WTD.) Heute abenk wurde in der Tonhalle der Parteitag der Tl.S^P.D. eröffnet. Redakteur Knauf-Gera begrüßte die Delegierten mit dem Wunsche, daß die bevorstehende Einigung nicht gefährdet werden möge. Darauf eröffnete Erich i e n den Parteitag. 2. Auferlegung einer Anleihe von 520 111 d n c n © o I b E r o it c n, für die jede der icjmenöen Mächte prozentuale Garantie über» 6 Ne “ in Heutiger Stand des Dollars 10 Uhr vormittags. Berlin 1425, Frankfurt a. M. 1430—1450 Das amerikanische Zolltarifgesetz. D e r l i n, 20. Sept. (Wolff.) Wie " der Deutschamerikanische Wirtschaftsverband mitteilt, wurde nach einem soeben eingetroffenen Radiotelegramm seiner Neuhorker Vertretung das neue amerikanische Zolltarifgesetz vom Präsidenten Harding unterschrieben, so daß es in der Nacht vom 20. zum 21. September in Kraft tritt. Alle nach diesem Zeitpunkt aus dem Zollhaus entnommenen Waren unterliegen nunmehr den neuen Zöllen Stillegung der französischen Schiffsgesellschaften. Paris, 21. Sept. (WTB.) Rach einer Meldung des „Matin" aus Marseille hat der Reederverband gestern allen Schiffsgesellschaften mitgeteilt, daß die neuen Dekrete an Bord der Schiffe zur Durchführung kommen werden. Da die Reeder sich weigerten, die neuen Kontrakte zu unterschreiben, legten sie alle Schiffe st i l l. Eine Anzahl Passagierdampfer, deren Abfahrt bevorstand, konnte den Hafen nicht verlassen. Insgesamt können 20 Scheffe nicht abfahren und 3000 Pasiagiere ihre Reise nicht antreten. tot t* irr K, tt. ifln nst ch n8 ab« en le- !o Rn- * UN ch« ito. tten rung des Wahlrechtes zugffagt, um auch dic Mitglieder der Ersten Kammer nach dem Proportionalwahlsystem zu wählen, sowie eine Vereinfachung des Sozialversicherungsgcsetzes. Beide Vorlagen würden den Kammern taldmög- lichst zugshen. Sobald die Verfassungsänderungen es erlaubten, würde das Notwendigste geschehen, um Regierung und Gesetzgebung in den Kolonien nn Sinne der letzten Verfassungsänderung! zu regeln. Zugleich solle die Steuergesetzgebung eingreifend geändert werden, um den gegenwärtigen ökonomischen Forderungen Rechnung tragen. Di« österreichische Finanzfrage. ,. ®" f’to S-»t C®S3.) Ser günferauü- fu^uß des Volrerbundsrates für Behandlung der siU enr e n S v a g e genehmigte gestern 0 r!7 1 a9e des Fi na nz a u s s ch u s- fe s. folgendes Programm aufstellt: r KY-ktder Anabhängigkeit und Anver- lehlichkett Oesterrerchs und Gegenverpfljchtung ^eslerreichs, kerne Verträge abzuschliehen, die mit fernen finanziellen Leistungen gegen die Geldgeber und geldgebenden Mächte nicht im Einklang stehen. Paris, 21. Sept. (WTB.) Rach einer Ha- dasmeldung aus London Hal das britische Kabinett gestern abend bis 1/.12 Ahr neuer- t dmgs getagt, um die von Lord 'Curzon dn- r Nr. 222 Erscheint täglich, außer. Sonn- und Feiertags, mit d«Samstagsbeilage: GießenerFamilienblätter Monatliche Betuasprcife: Mk. 75 - und Mk. 5.- Trügerlohn,durch diePost Mk. 75. -, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewatt.- Fernsprech. Anschlüsse: fürdieSchrist- lettung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt a. m. 11686. Eine dramatische Orient- Konferenz in Paris. Paris, 20. Sept. (WTB.) Heber den V e r- lauf der heutigen Sitzung veröffentlicht Havas folgende Einzelheiten: Rach den persönlichen Besprechungen, die Lord Curzon heute vormittag mit Poincare und am Rachmittag mit Graf Sforza hatte, wurde von 2,30 bis kurz nach 1 älhr die erste Levante- Konferenz zwischen den Vertretern der drei alliierten Mächte abgehalten. Bekanntlich hat die britische Regierung, Frankreich und Italien, ebenso wie die drei alliierten Balkanstaaten, Rumänien, Iugoslawien und Griechenland aufgefotbert, gemeinsam eine militärische Anstrengung zu unternehmen, im die Meerengen von Konstantinopel gegen jeden Angriffs versuch der kemalistischen Streitkräfte zu schützen, und in diesem Sinne auch der englischen Regierung die Absicht kundzugeben, ihre Truppen in Tschanak zu verstärken. Dagegen waren die Kreise in Frankreich der Meinung, es würde besser sein, keine Zwischenfälle mit den regulären nationalistischen Truppen oder mit irregulären Banden zu riskieren und aus diesem Grunde haben beide Mächte ihre Kontingente vom Südufer des Mar- marameeres zurückgezogen. Lord Curzon gab seinem lebhaften Erstaunen über diesen Beschluß Ausdruck und sagte, er sei der Meinung, daß dieser Beschluß wenig übereinflimme mit den Verträgen von 1915 und 1 920, die die teilweise Besetzung des türkischen Gebietes durch alliierte Truppen unter britischem Oberbefehl vorsehen. Poincarä legte dar. daß diese Verträge auf den vorliegenden Fall nicht anzuwenden seien Die französische öffentliche Meinung würde nicht gestatten, daß die französischen Truppen feindlich mit türkischen Streitkräften zu- fammenträfen, und die französische Regierung habe beschlossen, alle möglichen Anstrengungen zu unternehmen, um eine friedliche Regelung des Orientproblems zu erzielen. Auf das Argument des britischen Ministers, man müsse in Tschanak bleiben, erwiderte Poin - rare, logischerweise mühten die Alliierten unter diesen Umständen das ganze Südufer des Mar- marameeres besetzen. Dies sei in militärischer Beziehung eine unhaltbare Lage, da die alliierten Truppen dann mit dem Rücken nach dem Meer zu fäntpfen müßten. D i e k e ma l i st i s chen T ru p- Pen hätten bisher Mäßigung gezeigt und in keiner Weise die 2lbsicht zu erkennen gegeben, die "Meerengen anzugreifen. Die Ausstellung militärischer Streitkräfte in dieser Zone könnte also in den Augen der Türken als eine Herausforderung erscheinen. England sei ebenso wie Frankreich und Italien eine große mohammedanische OKacht. Eine unnötig starrsinnige Haltung würde tn der Welt des Islams schwere, vielleicht kriegerische Rückwirkungen haben. Daher seien die Alliierten daran inter- cssiett, eine Lösung nicht mit den Waffen, sondern durch diplomatische Besprechungen zu suchen. Graf Sforza vertrat im Ramen Italiens Den gleichen Standpunkt. Er betonte besonders, daß die Kemalisten, wenn man ihnen eine annehmbare Grundlage für Friedensverhandlungen schaffe, weiterhin ihre abwartende Haltung beobachten würden. gegangenen Telegramme über die Pariser Besprechung zu prüfen. In einer offiziellen Mitteilung ist in der Absicht der englischen Regierung, die Integrität der Meerengen und der neutralen Zonen auf beiden Ufern aufrechtzuerhalten, keine Aenderung eingetreten, und es werde auch keine Aenderung darin eintreten. Eine neue Zurückzahlung Frankreichs an England. Paris, 21. Sept. (WTB.) Wie der „Petit Parisien'' mitteilt, hat die Bank von Frankreich der Dank von England eine neue Zurückzahlung in Höhe von 2 Millionen Pfund Sterling gemacht, wodurch die Summe der Zahlungen auf insgesamt 13 Millionen Pfund Sterling gestiegen ist. Eine türkische Mitteilung au den General Harrington. London, 21 .Sept. (WTB.t „Daily Mail" meldet aus Konstantinopel: Der Vertreter der Angora-Regierung, Hamid Bey, hat dem Vertreter des Blattes erklärt, er habe den General Harrington benachrichtigt, daß die Türken die Absicht hätten, über die Dardanellen za gehen, um den Mafsakres, die die Griechen in Thrazien unter ihren Landsleuten anrichteten, ein Ende zu bereiten. Die türkischen Truppen würden nicht auf die Alliierten schießen, vorausgesetzt, daß sie von den letzteren nicht an gegriffen würden. CBerJin, 21. Sept. Die Blätter teilen den Inhalt eines weiteren Sachlieferungsabkommens zwischen der Firma Lehrer- von Siemens, Vereinigte Baustoffindustrie, und einem französischen Syndikat, dem 83 französische Baufirmen angehören, mit. Rach diesem Abkommen toirft die deutsche Firma als Sammlerin und Vermittlerin der französischen Aufträge. Die französische und die deutsche Gruppe bilden eine gemeinschaftliche Arbeitskommission, die am 2. Oktober in Parts zusammentreten: soll, um die Vorbereitungen für die Aufstellung eines LieferungS- und Bauprogramms für das Frühjahr 1923 zu treffen. Die Kohlenklausel des Stinnes-Dertrags soll auch auf dieses Abkommen Anwendung finden. Von der an diesem Vertrag beteiligten französischen Gruppe wird ferner mit- geteilt, daß das französische Wiederaufbauministerium sich grundsätzlich mit der Verwendung von 50 Prozent ausländischer Arbeiter, darunter auch deutscher Arbeiter, einverstanden erklärt habe. Rach dem gegenwärtigen Plan sott die Beschäftigung von etwa 40 000 deutschen Arbeitern im Wiederaufbaugebiet in Frage kommen. Das Neparatiousproblem. Gens, 20. Sept. (WTB.) Im Resolu tionsentwurf über die Reparationsfrage, den der französische Delegierte. Senator de Iouvenel morgen im 3. Ausschuß der Völkerbundsversammlung (Abrüstung) einbringen wird, heißt es: Die Versammlung spricht den Wunsch aus, daß in dem Maße, in dem diese Fragen unter allgemeiner Mitwirkung der europäischen Rationen geregelt werden können, die Signatarregierungen der Verträge und internationalen Abkommen, oeren Gegenstand diese Fragen sind, und in deren Bahmen sie ins Auge gefaßt werden müssen, so schnell wie möglich zu einer Gesamtlosung des Reparativnsproblems und der interalliierten Schulden gelangen. Ein neuer Finanzpla». Wie die „Germania" mitteilt, ist bezüglich der Abmachungen zwischen der R e i ch s b a n k und der englischen F i n a n z w e l t zu erwarten, daß die Regierung bald einen Finanz- plan zur Deckung der Zahlungen an die Retchsbank aufstellen wird. — Für diesen Fmanzplan dürften sich die Vvm Reichskanzler in einer Besprechung mit den Gewerkschaften angekündigten Maßnahmen (Steigerung der Ausfuhr durch Mehrproduktion, Verringerung der Einfuhr durch Einfuhrbeschränkung entbehrlicher Waren) als notwendig erweisen. Ein neues Sachlieferungsabkommen. Aus dem besetzten Gebiet. Zur Verhaftung der Hamborner Polizeibeamten. Berlin, 20. Sept. (Privattelegramm.) Wie die Blätter hören, ist der deutsche ©e- chäftsträger in Brüssel, Dr. Landsberg, von der Reichsregierung beauftragt worden, bei der belgischen Regierung gegen die Verhaftung der Hamborner Polizeibeamte n zu protestieren. Dr. Landsberg wurde erner beauftragt, darauf hinzuweisen, daß bei den andauernden Verhaftungen von leitenden Polizeibeamten in dem von 'Belgien besetzten Gebiet die dortigen Behörden nicht in der Lage seien, die Garantien für die Aufrechterhaltung der Ordnung zu übernehmen. 3. Ausarbeitung eines Programms der inne- ven Finanzreform für Oesterreich mit weitgehen- öen Rechten für die Regierung und Annahme des Programms durch das Parlament: Einsetzung einer Kontrollkommission des Völkerbundes, die die Durchführung des Programms zu überwachen hat. Eine holländische Thronrede. Haag, 20. Sept. (Wolff.) Der Ministerpräsident Ruhs de Deerenbrouck eröffnete h:ute im Ramen der Königin die ordentliche Sitzungsperiode der General st aalen. In der von ihm verlesenen Thronrede wird erklärt: Daß in erster Linie die Vorlagen über die Verfassungsrevision von den GeneraIftaaten geprüft werden müßten. Die in einem großen Teil der Welt Herrschende Krise mache sich auch in Holland bemerkbar durch ihre traurigen Folgeerscheinungen. Das Gleichgewicht zwischen den Einnahmen und Ausgaben des Staates sei im Mutter- lant>e wie in den Kolonien zerstört. Eine merkliche Herabsetzung der öffentlichen Ausgaben auch durch gesetzliche Maßnahmen sei unvermeidlich. Das Ministerium für Landwirtschaft. Industrie und Handel werde mit dem Arbeitsministerium verschmolzen werden.. Dir Staatsb llriebe und die Staatsindustriebetriebe müßten derart verwaltet werden, daß sie kein Defizit aufweisen. Eine Regelung des Arbeitskcmttalles, sowohl im privat bürgerlichen wie im chf ent.ich- ech lich n Sinne werde erwogen. Ferner wurde eine Aende - ■Sjierauf kam es ohne Schwierigsten zwischen den drei Delegierten zu einer ilebereinftimmung Darüber, daß es nötig sei, sobald wie möglich eine Konferenz einzuberufen, um die Friedens- bed ing ungen int Orient zu regeln. Lord ©urgon trat für eine Vorkonferenz ein ®raf Sforza erwiderte, diese Etappe könne dadurch unnötig gemacht werden, daß die drei' interessierten Mächte sich sofort über die großen Simen des neuen Vertrages einigten. Poin- care sprach sich ebenfalls Hierfür aus Lord Cu r z o n. wird über diese Frage seine Regierung um ihre Aeußerung ersuchen. Was den Ort der beabsichttgten Konferenz betrifft, so trat der britische Minister für eine alliierte Hauptstadt ein Hraf Sforza meinte, es würde am besten sein in der ruhigen und von politischen Einflüssen unberührten Provinzstadt Venedig die Ver- Handlungen zu führen, die sichrer mühsam fein würden. Grundsätzlich wurde der Wahl Venedigs z u g e st i m m t, vorausgesetzt, daß die türkischen Delegierten, besonders Mustapha Kemal in der Lage seien, sich dorthin zu begeben. Außer England, Frankreich, Italien und Iapan sowie Iugoslawien und Rumänien wird auch Griechenland zur Teilnahme an den Verhandlungen ersucht werden auf Grund seines Charakters als interessierte Bal- lanmacht. ^ivas fügt Nnzu, daß die Politik Belgrads und Bukarests rolp-ändig mit der von Paris und Rom üDercinftimme. Scrßie.i besonders widersetze j^cr Wanderung der Grenzen Bulgariens. Es 'habe nichts dagegen, daß Bulgaria:l c' . i wirtschaftlichen Ausgang nach dem Meer erhalle, aber nicht gestatten, daß der Hafen von Dedeagatsch der Regierung von Sofia zugewiesen werde Rußland befindet sich nicht unter der oabl der eingeladenen Mächte, da es kein 6irc: j Interesse an der fraglichen Reaelung lut Die Konferenz wird morgen feine Sitzung abvalten Damit Lord Curzon Gelegenheit hat, seine Regierung zu informieren und um Rat zu befraoen 6ie wird sich erst am Freitag nachmittag wieder versammeln. Am Freitag vormittag findet ein französischer Ministerrat statt. Englischer Kabincttsrat. Der sozialdemokratLsche Parteitag. Augsburg, 20. Sept. (WTB.) An dem heutigen vierten Tage des sozialdemokratischen Par t e i t a g e s sind von den Vorstandsentschließungen und den ein gegangen en Anträgen die folgenden, teils nach Abänderungen, angenommen worden: Eine Entschließung des Parteivorstandes zur T e u e r u n g s f r age, die neben verschiedenen Maßnahmen zur lieber» teadjung des Handels Forderungen zur Sicherung der Lebensmittelversorgung, wie das Verbot von Kuchen und Kondttorwaren. die stärkere Erfassung von Kartoffeln und Zucker für den Hausbedarf, die Herabsetzung des Stammwürzgehaltes des Bieres, die Unterbrüdung der Genußspritherstellung usw. aufstellt. Die Entschließung des Parteivorstandes zum Schuhe der Republik gegen monarchistische Reaktion und eine weitere zur zeitgemäßen Erweiterung der Sozialgesetzgebung. Ferner wurden angenommen: Anträge auf Bestrafung des Zeigens der schwarz-weißroten Fahne und Forderung der schwarz-rot- goldenen als Handels- und Kriegsflagge,- ein Antrag gegen den bayrischen Partiku 1 aris° mus. ein Antrag auf Mstellung der Not der Presse, gegen Papierwucher: auf Forderung des Wohnungsbaus: des Mie'erschiitzes und der Bodenreform: ent Parteivorstandsantrag auf Republikanisierung der Reichswehr: ein Antrag, den 1. Mai, 11. August und 9. Rovember zu gesetzlichen Feiertagen zu machett. ein Antrag Loebe, den Buß- und Dettag abzusch.tffen. BefchMsie des ReichswirLschaftsrales. Berlin, 20. Sept. (Wolff.) Dem Wirtschaftspolitischen Ausschuß des vorläufigen Reichswir tschaf tsrates lag ein gemeinsamer Entwurf des Reichsfinanzministeriums und Reichswirtschastsministeriums für die Verordnung über Zollerhohungen zur Begutachtung vor. Bei dem Entwurs handelt es sich vornehmlich um die Einschränkung der Einfuhr entbehrlicher Luxuswaren durch hohe Zollbelastung. Die Erhöhung der Zollsätze sott 50 v. H. betragen. Zur Frage der Erhöhung der Steuer für Labakerzeugnisse, die besonders behandelt wurde, wurde mit allen gegen eine Stimme folgendes beschlossen. Der wirtschaftspolitische Ausschuß stimmt der Wsicht der Regierung zu, vorübergehend die Zollsätze für Tabak zu erhöhen: er drückt dabei die Erwartung aus, daß baldigst durch entsprechende steuerliche Maßnahmen em Ausgleich für die einzelnen Tabakerzeugnisse getroffen wird, der den volkswirtschaftlichen Rotwendigkeiten gerecht wird. Die Verordnung selbst wurde hieraus einstimmig gebilligt. Der Ausschuß beschäftigte sich sodann mit dem vom Reichsministerium des Innern borge- legten Entwurf des Gesetzes über die Verlängerung der Geltungsdauer von Demobilmachungsverordnungen. Als Frist der Verlängerung ist der 31. März 1923 festgesetzt. Eine Mehrheit von 16 Mitgliedern des Ausschusses entschied sich für die Verkürzung der Frist auf den 31. Dezember 1922, während die Minderheit von neun Mitgliedern, zumeist Vertreter der Arbeitnehmer, für den Regierungsentwurf war. Schließlich wurde über den vom Reichswirt- chaftsministerium vorgelegten Entwurf des Ge- ehes zür Aenderung der Gewerbeordnung beraten. Der Entwurf wurde mit neun gegen heben Stimmen gebilligt. ______ 172. Zahrgailt, GietzeimAnzeigek General-Anzeiger für Oberheffen Druck »nd Verlag: Srühl'sche Univ.-Vuch- und Stcindruckerei !!. Lange. Schriftleitung, Seschäftspelle und Srnck-rei: Lchulstratze L L-Swechmg« «S bem -Sasrgebiet. Saarbrücken, 20. Sept. (WLD.) Der verantwortliche Redakteur Bernhard Rausch und der politische Redakteur Kurt Lehmann, beide von der „Saarbrückener Volksstimme", sind ohne Angabe von Gründen von der Saarregierung aufgefordert worden, das Saargebiet binnen 24 Stundenzuverlassen. Aus Stabt und Land. Diehen, den 20. September 1922. Elternabend in der Stadtmädchenschule. Wan berichtet uns: Auf Anregung aiä Elternkreisen hatten Rektor und Lehrerrat der Stadtmädchenschule die Eltern der Schü- ferimten aus Dienstag abend 6 illjr zu einer gemeinsamen Konferenz in den Zeichensaal der Schule eingeladen. Eine stattliche Elternschar war der Einladung gefolgt und füllte den groben Saal bis zum letzten Platze. Zweck der Zusammenkunft war und sollte sein die Besprechung wichtiger schultechnischer Fragen und die Entgegennahme und Erörterung von Wünschen aus der Mitte der Elternschaft, um sie gegebenenfalls mit 'Beginn des Winterhalbjahres berücksichtigen zu können. Die Besprechung, an der sich die Herren Landgerichtsrat T r ü m p er t. Oberstudiendirektvr Dr. Roller, Amtsarzt Dr. Schüppert, Frau Assistent Maier, Lokomotivführer W ü l le r. die Lehrer Klein und H. Hahn u. a. beteiligten, zeigte erfreulicherweise. daß man einmütig auf dem Boden der Einheitsschule steht, und besonders erfreulich war die Feststellung aus berufenem Munde, dah diese — nach der zu Ostern erstmalig erfolgten Äebernahme von Kindern in die höheren Schulen zu urteilen — auch in der Dorbereitung für die höheren Schulen voll und ganz ihre Schuldigkeit tut und die an sie gestalten Erwartungen erfüllt. Die Mängel, die ihr — wie jedem Gebild aus Menschenkind - anhaften, teilt sie mit allen Schulen, oder sie sind eine bedauernswerte Folge des stetigen Raummangels. (Die Stadtmädchenschule hat beispielsweise 25 Säle, darunter einen von der Stadtknabenschule geliehenen, zur Verfügung, und darin müssen 28 Schul- und 8 Fortbildungsschulklassen unterrichtet werden.) Diese verhängnisvolle Raumnot stand dann auch ständig im Mittelpunkt der zwei Stunden dauernden Besprechung, und von ihrer Beseitigung erhofft man einen wesent- lichen^ Fortschritt in der Entwicklung der Schule. Einmütig wurde daher beschlossen, folgende Eingabe an die mahgebenden Behörden zu richten: „Die im Zeichensaale der Stadtmädchenschulc zahlreich versammelten Eltern von Bolls- und Fortbildungsschülerinnen sehen in dem dauernden Raummangel der Gießener Volksschulen eine ungeheure Erschwerung der Schularbeit nach der erzieherischen und unterrichtlichen Seite hin sowie ein äutzerst nachteiliges Moment für die gesundheitliche Entwicklung der Kinder. Die Elternschaft ist überzeugt, dah nur durch sofortige Bereitstellung einer genügenden Anzahl einwandfreier Schulräume dem liebel gesteuert und der Schale eine gedeihliche, dem Wohle der Kinder zum Segen gereichende Tätigkeit und Entwicklung ermöglicht werden kann. Sie richtet daher an alle zuständigen Behörden und Dienststellen die dringende Bitte, die Bereitstellung der nötigen Räume ungesäumt in die Wege zu leiten. Sja es sich um das körperliche und geistige Wohl und Gedeihen unserer Jugend handelt, darf die Kostenfrage nicht entscheidend ins Gewicht sallen." , BaalsfempeL Roman von Margarete v. Oerhen- F ü n f g e l d. 28. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Heinz bih die Zähne aufeinander. Was muhte er noch vorlegen aus seinem Musterkoffer. „Einen Reifer," sagte Bertens sanft, „vielleicht die Stretta aus dem „Troubadour"?" Heinz fühlte eine ungeahnte Rervosität seines ganzen inneren Menschen sich bemächtigen. Vormittags um 11 Ähr die Stretta! Woher die Stimmung nehmen? Aber wie hatte sein Professor einst gesprochen: Reben der höchsten Gabe der künstlerischen Intuition, die dem wahren Künstler nicht jederzeit zu Gebote stehen kann und darf — gehöre zu dessen wertvollstem Besitz ein Fundus wirklichen Könnens, das ihm unter allen Umständen zur Verfügung ist! Dies kann im Rotfall das andere ersehen. Das andere aber erseht dieses nie." Unter den funkelnden Brillengläsern seines Richters setzte Heinz ein. Der Agent betrachtete seine Stieselspitzen, den Fuh sacht hin und her bewegend. Heinz wiederum sah nur den sich stets bewegenden Fuh — und plötzlich verlieb ihn das GÜ>ächtnis — aber die strahlende Schlußnote erllang in reicher Fülle. Er selbst empfand sie wie ein Hohngelächter, in dem er sich über seine Zuhörer lustig machte. Der Direktor lieh ein Knurren hören. Bertens übersetzte es mit: „Wieviel?" und sah Heinz fragend unb zugleich etwas warnend an. Doch Heinz befand sich in einem Stadium von Äebermut und Verzweiflung in sonderbarem Gemisch. „Tausend Mark," warf er lässig hin. „Wa — was — mo — monatlich?" stotterte der Herr im Lehnstuhl und erhob stch halb. Heinz nickte vornehm. Da stand der andere sehr rasch auf seinen Fühen. „Bei mirr nicht! Bei mirr nicht!" rief er heiser, mit beiden Händen heftig abwehre^rd. Änd bevor noch der Agent, der sich heimllch vor Lachen schüttelte, den Mund aufgetan, schoh der Herr Direktor aus Böhmen «jur Tür hinaus. »Das haben Sie gescheit gemacht," sagte Bertens, sich die Augen wischend. „Wie kann man so unverschämt fein, wenn man so in der Tinte sitzt, mein Lieber? Run — ja, nun bin ich am Ende meiner Weisheit! Gepatzt haben Sie auch noch!" „Schadet nichts," erwiderte Güldewin grimmig. „Lieber will ich Hinterm Ladentisch Butter abwiegen, als auf den Brettern solcher Musentempel Treppen hinauf und hinab tanzen. Servus, verehrter Herr! Jetzt habe ich Hunger!" Das hessische Gewerbe und die technische Nothilfe. Die von der Hauptversammlung des Hessischen L an des g e werbe ve r e i n s am Sonntag in Drehen einstimmig angenommene Enlschliehung über die Technische Rothilfe hat, wie wir in Ergänzung unseres Berichtes vom Montag noch mitteilen möchten, folgenden Wortlaut: „Die Hauptversammlung des Hessischen Landesgewerbevereins in (Sieben erblickt in der Technischen Rothilfe beim Reichsministerium des Innern die zur Abwehr der durch Stillegung lebenswichtiger Betriebe bewirkten Angriffe auf Leben und Gesundheit unseres Volkes berufene und bestens bewährte Organisation und hält angesichts der fortgesetzten Bedrohung gemeinnötiger Änternehmungen durch unverantwortliche Minderheiten den wirksamen Ausbau der Rothilse für ein unbedingtes Erfordernis wirtschaftlicher und staatlicher Sicherung. Richt minder notwendig aber ist aktivste Mitarbeit aller um Deutschlands wirtschaftliche Zukunft besorgten Staatsbürger am Merke der Technischen Rothilfe, damit in Fällen höchster Rot wirklich durchgreifende Hilfe geleistet werden kann. Eine besondere Verpflichtung obliegt den sachlich geschulten Teilen unseres Volkes, da sie die wertvollsten Kräfte bei der Äeber- nahme eines lebenswichtigen Werkes darstellen. Der Hessische Landesgewerbeverein erwartet daher von seinen Mitgliedern, dah sie in Würdigung ihrer Bedeutung für die Rothilfe diese bei der Wahrung der Gemeinschastsinteressen nach bestem Vermögen durch werktätige Hilfe unterstützen und in ihren Derufskreifen dem sozialen, menschlichen und sittlichen Gedanken dieses wirtschaftlichen Hilsswerks neue Freunde werben." ** Eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses findet am Samstag, 23. Septbr., Dor mittags 8 Vo Ähr, im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes. Landgraf-Philipp-Platz Rr. 3, statt. Auf der Tagesordnung stehen: 1. Klage des Ioh. Heinrich Schmidt II. und Genossen in Lich gegen die Gemeinde Lich, hier: Berufung der Kläger gegen das Urteil des Kreisausschusses des Kreises (Sieben vom 1. Juni 1922. 2. Aufnahme der Frau Geh. Regierungsrat August Spangenberg in Giehen in den hessische Staatsverband. 3. Klage der Gemeinde Hirzenhain gegen die Gemeinde Äsenborn wegen Abänderung der Gemarkungsgrenze Hirzenhäin-Äsenborn; hier: Berufung gegen das Urteil des Kreisausschusses des Kreises Büdingen vom 14. Rovembe: 1921. * * Amtliche P e rs o na l n a ch r ich t e n. Ernannt wurden am 8. September, der Karl Geisel zu Friedberg zum Amtsgchilfei ai der Taubstummenanstalt zu Friedberg, der We. klehrer Rudolf Schultz zu Friedberg zum Werkmeister an der Blindenanstalt zu Friedberg, der Werklehrer Jakob Wurm zu Friedberg zum Werkmeister an der Blindenanstalt zu Friedberg, sämtlich mit Wirkung vorn 1. April 1922 an. — Ernannt wurde am 12. August der Kreisschulrat bei dem Kreisschulamt Mainz Zatob Rohr zum Stadtschulrat bei dem Stadtfchulamt Mainz mit Wirkung vom 20. Juli 1922 ab. — Ernannt wurde am 12. September der provisorische Lehrer an der Fortbildungsschule zu Darmstadt Dr. Philipp Ze i g e r zu Darmstadt mit Wirkung vom 1. April 1922 an zum Fachlehrer an der Fortbildungsschule zu Darmstadt. — Ernannt wurden: am 13. September der provisorische Lehrer an der Fortbildungsschule zu Friedberg Walter Heimann mit Wirkung vom Tag des Diensteintritts ab zum Fachlehrer an der Fortbildungsschule zu Friedberg: der provisorische Lehrer an der Fortbildungsschule zu Friedberg Otto Qaumer mit Wirkung vom 1. April 1922 ab zum Fachlehrer an der Fortbildungsschule zu Friedberg: am 12. September der Ingenieur Oswald Richard Jacob zu Darmstadt mit Wirkung vom Tage K»csBK0KgnBnvQCTam«MUBmB«BaiHBEaBana9nauBQsai Er ab in der Rähe zu Wittag und schlenderte dann in das unvermeidliche Kaffeehaus. Kaum hatte er seine Zeitung entfaltet, als ein Zunge auf ihn zutrat: er sei schon zweimal am Fernsprecher verlangt worden. Heinz folgte ihm mit neu erregten Lebensgeistern. Das Leben im (Safe um die Mittagstunde flaute ziemlich ab, wenigstens waren es nicht die Stammgäste, die nun die Tische besetzten. Der blaue Rauch hing zäh und schläfrig über den Rischen, und auber diskretem Löffelgeklirr und dem Knistern der Zeitungen vernahm man kaum einen Laut. „Der Herr hat feinen Ramen angegeben. Hier Ist er.“ Heinz las. Donnerwetter, Bertens! Da kam er ja gerade her! Er llingelte an. „Hier Güldewin —“ „Ra, dacht' ich mir's doch. Sie haben ja einen Dusel, Mensch — Frau Doktor Bode hat Sie gehört — vorher von meinem Vorzimmer aus — Sie kennen doch Frau Doktor Bode?" „Rein," rief Heinz ärgerlich enttäuscht. „ . . . Steht Bayreuth nahe. Wünscht Sie kennenzulernen. Um fünf bei mir, ja?" Heinz war sprachlos. Der Hörer zitterte in seiner Hand. Es wurde ihm schwer, seine Zusage zu geben, so wenig beherrschte er seine Stimme. Sollte das Glück ihm wieder hold werden? Das mit Lilh entschwundene rätselhafte Künstlerglück? „Schon gut!" rief es drüben, „Schlub!" Heinz taumelte mehr, als er ging. Änd in dem mit braunem Rupfen ausgeschlagenen Gang, auf dieser oben, leeren Zeile, die zum Cafö zu- rückführie, strömte ihm voll die alte Begeisterung zum Herzen — die mit Gewalt vernichtete Freude an der eigenen künstlerischen Schickung —. Die Spannkrast kehrte wieder: fein Auge leuchtete wie früher, da er sein Monstrum auf den Bauch schlug. Die Kaffeehausluft widerte ihn plötzlich an. Er mischte sich von neuem unter die lachenden, schwatzenden Menschen der <5trabe, denen der April in den Knochen steckte mit seinen Frühlingsahnungen, seinen Erinnerungen an lustig- melancholisches Wandern durch den (Srunetoatb. an milden, grünenden Äsern entlang. Bayreuth! Ein Schauer überlief ihn beim bloben Rennen des Ramens. Das war eine geweihte Stätte. Dis zu diesem Thron drang er nicht, all der häßliche Bühnenllatsch, drangen sie nicht, all die kleinen Theatermiseren — ja, nicht einmal die von auben, die wie glänzende Raupen aus ihren reichen ©arten hinüberkrochen auf das fremde, lockende Gebiet der Dühnenwelt. die füben, holden Lilys, deren es so viele gab auf Erden. des Dienstantritts ab zum Fachlehrer an der Fortbildungsschule zu Ober-Ramstadt. Kreis Darmstadt. — Am 13. September wurde der Hauptstaatskusseoberbuchhalter Otto Meyer z i Darmstadt vom I. Oktober d. I. ab zum Haupt- staatskassier bei der Hauptstaatskasse ernannt. — Durch Verfügung des Hessischen Landesamres für das Bildungswesen wurden die Studienreferendare Dr Else G u t e r m u t h and Dr. Berta Scheld mit Wirkung vom 1. Oktober 1922 ab zu Studienassessoren ernannt. D i e Reuwahl der Stadtverordneten-, Kreistags - und Provinzialtagsmitglieder betrifft eine Bekanntmachung des Oberbürgermeisters in unserem heutigen Anzeigenteil, die wir der Aufmerksamkeit unserer Leser empfehlen. • * Pässe zum Verkehr mit dem besetzten Gebiet. Zu unserer gestrigen Mitteilung ül>- die Ausstellung von Pässen zum Verkehr nur dem besetzten Gebiet wird uns mit- gcteilt, dab das vor geschriebene Formular für die in der Stadt Giehen wohnenden Personen nicht auf der Bürgermeisterei, sondern auf dem Polizeiamt ausgestellt wird. ** Der Teuerungszuschlag für Fernsprechgebühren wird ab 1. Oktober auf 600 v H. erhöht. Die Teilnehmer können die Fernsprecheinrichtungen bis 25. September zum 30. September kündigen Allerlei Diebstähle. In der Rächt zu gestern wurden aus einem an der Bahnlinie Giehen—Rödgen gelegenen Aufenthalts raum für Bahnarbeiter nachstehende Bekleidungsstücke entwendet: eine blaue Manchesterhose, ein blauer Arbeiterkittel, ein brauner Rock, eine lederne Weste, eine Winterjoppe, eine neue feldgraue Drillichjacke, eine weihe Arbeiterhose, eine neue schwarze Drillichjacke, ein Leibriemen und vier Stück Seife. — Vorgestern gegen 6i/» Ähr nachmittags wurde in hiesiger Stadt eine vierteilige, aus grünem Segeltuch angefertigte Zeltbahn im Werte von 3000 Mk. entwendet. — In der Rächt zum 5. September wurde ein auf dem Gelände des hiesigen Bahnhofs aufgestellter zweiräderiger Stohkarren mit der Aufschrift Dm. 1 Gießen gestohlen. — Am 19. September wurde aus feinem Garten an der Lahn eine 3 Monate alte, zur Zucht geeignete Häsig, Blaue Wiener, entwendet. Vor Ankauf dieser gestohlenen Gegenstände wird gewarnt. — Zum Verkauf angeboten wurde in einem hiesigen Geschäft eine Emaillebrosche mit Photographie eines Mädchen in Doubleeinfassung, in welcher sich am unteren Teil ein kleiner, blauer Stein befindet. Die Brosche flammt offenbar aus einem Diebstahl her. Eigentumsberechtigte wollen sich mit der hiesigen Kriminalpolizei ins Benehmen sehen, rm. D i e hessische Wanderausstel- lung der Arbeitsgemeinschaft für bildende K un st hat am 15. September ihre Rundreise mit 116 Oelbildern, 165 Aquarellen und Graphiken, sowie verschiedenen Plastiken angetreten. Die Reise beginnt in Offenbach und führt dann nach Gießen, Darmstadt, Mainz und Worms und anderen noch zu bestimmenden Städten. Die Ausstellung in Offenbach wird am 24. September eröffnet ** Der Lichtbildervortrag über Japan, welcher am Dienstag abend in der Stadtkirche ftattfanb, war trotz des schlechten Wetters recht gut besucht. Pfarrer Hunziker aus Zürich, seither Missionar des Allgemeinen Evangelischen Missionsvereins in Japan, sprach einleitend über die besondere Kultur und religiöse Eigenart des japanischen Volkes und wies vor allem darauf 'hin, wie schwer es dem Fremden fei, sich in die Seele dieses Volkes zu versetzen. Deshalb dürfe auch die Mission nicht mit fertigen Formen an den Japaner heran treten, sondern müsse versuchen, mit möglichster Schonung der geschichtlichen Traditionen und nationalen Eigenart christlichem Geist Einfluß zu verschaffen. Die Er warf den Kopf zurück, als wolle er eine Biene verscheuchen, die ihn umfummte. Mitten im Gedränge blieb er stehen, so dah die hinter ihm Kommenden an ihn prallten und' — und je nach Charakter und Erziehung — schimpften oder sich entschuldigten. Hetzt sah er es ganz klar: Die Kunst duldete keinen Götzen neben sich! Sie duldete das Weib im Leben des Künstlers nur als Dienerin ihrer selbst, als Rivalin. Der Heinz Güldewin, der um fünf das Der- tenssche Bureau betrat, war ein anderer als der Heinz Güldewin von elf Ähr vormittags. Es war schwer, zu bestimmen, worin diese Veränderung tag. doch Bertens bemerkte sie sofort. Ohne viel Worte zu machen, führte er Heinz in seinen kleinen Privatraum, wo eine ältere Dame mit sehr feinen, klugen Zügen, in schlichte, schwarze Seide gekleidet, ihn erwartete. Diese alte Dame hatte den leichten Schritt eines jungen Mädchens. Heinz wunderte sich über die diskrete Jugendlichkeit dieser, allem Auffallenden abholden Erscheinung. Bertens stellte vor. Frau Doktor Bode verwickelte Heinz sogleich in ein Gespräch, das alle möglichen Gebiete berührte, nur . . . das Theater nicht. Alles an ihr atmete die zarte, vollendete Künstlerschaft eines jener Menschen, die sich niemals künstlerisch betätigt haben und deren ganzes Wesen doch durchdrungen ist von echtem Künstlertum. Ganz am Schluß ihrer Unterredung beugte sich Frau Doktor Bode leicht vor: „Würden Sie mir wohl etwas Vorsingen?" Er schreckte nervös zusammen. „Aber um Gottes willen nicht den Begleiter von heute früh!" Sie sah ihn freundlich an. „Oh, ich weih . . . nein, nein, wenn Sie erlauben, werde ich das selbst besorgen —." Heber die elektrische Birne von mattem Glas sank tief ein dünner, roter Schleier. Das blau- gebeizte Holz des echten Schreibtisches fügte sich m die warme Tpnung mit weichen Schatten von der Farbe der Schwalbenflügel. Auf dem dicken Perserteppich verschwamm das Muster zu einem mächtigen Blumenbeet. Bercens war still hinausgegangen. Da setzte sich die alte, feine Frau an den Flügel — es war nicht das Probeklavier des Morgens — und blickte einen Augenblick versonnen auf die Tasten. Das lotosfarbene Weih des Elfenbeins schimmerte in seiner unberührten Glätte keusch und kühl. Güldewrn nahm dies alles wie von einem Traum umfangen in sich auf; ihm war, als schwämme er in einem dunklen Wasser ohne Zick. Die ersten Töne schlugen an fein Ohr wie anschließenden Lichtbilder waren wundervoll in ihrer Ausführung und gaben etnpn vorzüglichen Eindruck von den außerordeutlichen Schönheiten dieses fernen Landes und dem uns Europäern so fremden Leben seiner Bewohner. Beim Ausgang wurden Schriften des Allgemeinen Evangelischen Missionsvereins verkauft und eine Sammlung für denselben veranstaltet, die ein recht gutes Ergebnis hatte. Wettervoraussage für Freitag: Wolkig, trocken, Südwestwind. Unter dem Einsluh hohen Drucks haben wir morgen noch mit gutem Wetter zu rechnen. Doch scheint vorn Ozean nach Schiffsmeldungen ein neues Tief heranzuziehen. Borttokizcu. — Tageskalender fürDonnerstag ®. b. QI.: 8 Ähr im „Hopfeld" Rkonatsversamm- lung. Vortrag des Bezirksgeschäftsführens Heger. — Astoria-Lichtspiele, ab h^ute: „ Das.Aeheimnis des Klosters". — Lichtspielhaus, Bahnhofftrahe, ab heute: „Die Priirzessin von Kahirah". — Wassersportverein Hellas 1 9 2 0. Rächsten Samstag, abends 8 Ähr, im Restaurant Philosophenwald Stiftungsfest. Landkreis Gießen. ri. Arnsburg, 21. Sept. Hier hielten vom Sonntag bis Dienstag die deutschen evangelischen Missionare ihre Tagung ab. Aus pllen Gegenden Deutschlands waren etwa 100 Missionare erschienen, um sich in gründlichen Besprechungen wissenschaftlichen und praktischen Inhalts Anregung zu holen. Arn Sonntag vormittag fanden in allen Kirchen der Äm- gegend von Missionaren gehaltene Missions- go ttesdienste statt, am Rachmittag in der Klosterruine ein gut besuchtes Missionsfest. ri. L i ch, 21. Sept. In unserer Stadt findet am 8. Oktober das Bezirkswettschreiben des Verbandes Gabelsberger Steno g r a p h e n statt. — Dem Gemeinderat wurde eine neue Friedhvfsordnung vorgelegt. Kreis Friedberg. fpd. Wölfersheim, 20. Sept. Oluf ein« hiesigen Baustelle stürzte ein kleiner Knabe mit einem Rollwagen in eine Grube und wurde dabei von dem Wagen zu Tode gedrückt. Hessen-Nassau. Frankfurt a. M, 20. Sept. (WTB.) Die Handelskammer Frankfurt a. M.-Hanau hat den Reichsfinanzminister dringend ersucht, der Stadt Frankfurt a. M. sofort die Genehmigung zur Ausgabe von mehreren 10 0 Millionen Mark Rotgeld mit Laufzeit von einigen Monaten ®u gewähren. spd. Frankfurt a. M., 20. Sept. Ein Antrag der deutschvolksparteilichen Fraktion in der Stadtverordnete nersammlung, der Magistrat möge mit allen Mitteln die Genehmigung zur Schlachtung von Auslands- Vieh beim Landwirtschastsminister durchsetzen, sand einstimmige Annahme. Man hofft auf diese Weise eine Verbilligung der Preise für das In- landvieh herbeiführen zu können. — Die Stadtverordnetenversammlung stimmte einer weiteren Erhöhung der Fahrpreise auf der Straßenbahn um rund 50 Prozent und genehmigte den Fortfall der vielbenutzten Monatskarten. Ob auf biefe Weise die Zahl der Fahrgäste steigt, wird von allen Seiten bezweifelt. Seit der letzten Fahrpreiserhöhung vor etwa 14 Tagen ist die Zahl der Fahrgäste auf der Straßenbahn erheblich zurückgegangen Die Sttahenbahn hat durch die neuen Lohn- und Gehaltssteiger un- gen einen Fehlbetrag für 1922 von rund 117 Millionen Mark berechnet. — Die Frankfurter Bibelgesellfchaft ließ aus Anlaß des 400jährigen Jubiläums der Äebersetzung des feine, ferne Glocken. Ja, fast zirpend fein — als würde ein Goldring gegen Glas geschlagen in windleichten Schwingungen. Es waren die Anfangstakte der Grals- erzählung. Schon mehr als ein Dutzend Male hcxtte er die gehört, auf die Brüstung der Schauspielerloge gestützt — er hatte sie gehört, bewundert und — den Sänger fritifiert. Heute begriff er das nicht. Rur ein«s ging ihm auf, und das war neu, noch nie dagewesen, einzig: „Im fernen Land Ännahbar Euren Schritten . . .“ , Wie er da stand, ohne Pofe, die Hände auf dem Deckel des Flügels lose gefaltet, fang er die ganze Gralserzählung. Richt so, wie er sie einst voll Entzücken uni) kecker Schaffenslust studiert hatte. Richt so. Er fang sie wie ein Blinder, der beginnt, das Licht zu begreifen — wie ein Fragender, dem Antwort wird — ganz schlicht, ganz einfach, zuletzt mit gewaltig anwachsender lieber- zeugungstreue — ein Glaubensbekenntnis — nicht Theater. Das „Theater" hatte er ganz vergessen. Als er geendet hatte, blieb es lange still. Frau Doktor Bode sah, als schliefe sie — dann reichte sie ihm ihre schmalen Hände — erst die eine, dann auch die andere. „Mein Kind," sagte sie leise, „das haben Sie nicht schlecht gemacht." Er errötete. Änd es fiel ihm ein, diese beiden Hände zu küssen, die er noch hielt. Mit der Änbeholfenheit und Ehrlichkeit des „reinen Toren". Run sahen sie einander gegenüber auf bequemen Sesseln, die sie in den Schatten gerückt hatten. Heinz Güldewin war zumute, als fei seine Mutter noch einmal auf die Erde zurückgekehrt. Änd er erzählte der fremden Frau alles. Sie hörte ihn an, tief zurückgelehnt, dii mädchenhafte Gestalt von der Weichen, schwarzen Seide der Ollten umflossen. „Lily und Lene!" sagte sie gedankenvoll, als er geendet. „Die eine war die Verkörperung Ihrer Heimat, mein Freund — und Heimat ist immer hausbacken! Heimat haftet mit ihrer Erdscholle an unseren Sohlen — sie ist kräftig und derb wie schwarzes Brot — und das Hausbackene, sehen Sie, das ist es, was wir tief an ihr lieben, ohne es zu wissen — was nichts sonst auf der Welt uns so traut, so innig, eben so — heimisch macht — über das wir schelten und können es doch nicht entbehren — Sie haben in Lene Ihre Heimat verkannt! Lily ttber . . .“ Die alte Dame lächelte fast schön. „Ja, diese Lily! Ich sehe in ihr Lohengrinschen Geist, der vor allem Wirklichen, Allzu deutlichen zurückschreckt —“ ' Fortsetzung folgt) I < » i MtUEll LeDamentes durch Dr Martin Luther in einem besonderen. FeftgotteSdienst in der Krttha- rtnenlirche an 100 Konsirmanden Neue Testamente aushändigen. Landwirtschaft. *4 2lud der nördlichen Wetterau, Iß. Sept. Die Obstversteigerung der Ge-- Minden und staatlichen Behörden sind bereits üa vollen Gange. Wie zu ertoarten war, wurde Dis jetzt auf Aepfel lebhafter geboten als auf Birnen und Steinobst. Trotzdem wurden auch für Aepsel im allgemeinen e r.t r ä g l i ch e Preise erzielt. Selten tarn der Zentner am Baum höher als 300-350 Mk. zu stehen. Don Händlern aufgekauft und verladen wurden an den oberhessischen Bahnen und den Nebenbahnen bis jetzt nur Frühbirnen und Z w e tschen. Für erstere wurden 200—250 Mk., für letztere ursprünglich 200 Mk., zuletzt aber nur noch 180 und 150 Mk. pro Zentner gezahlt. Da die Zwet- schen sehr unter dem anhaltenden Regen gelitten haben, muh die Zwetschenernte beschleunigt werden, was bei der reichen Ernte und dem starken Angebot em weiteres Sinken des Zwetschen- Preises zur Folge haben wird. — 3n vielen Gemarkungen ist Äe Ernte immer noch nicht ganz geborgen. Allenthalben sieht man noch FruchtAufen im Felde oder gar noch Getreide auf der Breite liegen, eine Erscheinung, wie wir sie seit Jahrzehnten für diese Jahreszeit nicht mehr erlebt haben. Genau so ist es mit dein Grummet. Die Wiesen sind zum Teil schon 2 Wochen und länger gemäht, das Gras wurde schon ein Dutzendmal bearbeitet und immer noch nicht konnte die erst so diel versprechende Grum- meternte geborgen werden. 3n feuchten Lagen, wie beispielsweise im Wettertal, steht das kostbare Futter aus dem Halm oder bereits gemäht unter Wasser und ist damit dem Verderben preisgegeben. Mag das Wetter in den nächsten Tagen sich gestalten wie es will, auf alle Fälle hat die Qualität des feit Wochen der Feuchtigkeit preis- gegebenen Grummetgrases stark gelitten. Turnen. Sport und Spiel. Turnerbund „Lahn-Dünsberg". Burkhardsfelden, 17. Sept. Das diesjährige 8. Bergfest des Turnerbundes Lahn-Dün sberg sand Heu e unter reger Beteiligung auf dem Dautenberg bei Burkhardsfelden statt. Um 9Vs Uhr traten 303 Wetturner zum Wettkampfe (Stabhoch, Freiweit und Freihoch) an. Nachmittags fand ein allgemeines Schauturnen statt und wurden hierbei ganz schöne Leistungen geboten. Leider setzte gegen 4 Uhr der Regen ein, so daß die geplanten Son- deraufführungen unterbleiben mußten. Um 6 Uhr fand die Preisverteilung statt. Nach einer kernigen Ansprache durch den Bundesvorsitzenden D a u p e r 1 gab der Bundesturnwart S ch m i d t die Siegerliste bekannt, wovon nachstehend die fünf ersten Sieger jeder Stufe aufgeführt sind. Oberstufe, 115 Mitbewerber. 1. Preis mit 58 Punkten: August Best, Waldgirmes, 2. Pr. mit 56 P.: Wilhelm Hofmann, Alten-Duseck, 3. Pr. mit 55 P.: Wilhelm Pfeiffer, Grohen-Buseck, Ludwig Kiefer, Dietzenbach, August Erb, Daubrin- gen, 4. Pr. mit 54 P.: Heinrich Rühl, Großen- Buseck, 5. Pr. mit 52 P.: Karl Henh, Grohen- Buseck. Mittelstufe, 70 Wetturner. 1. Preis mit 59 Punkten: Carl Rühl, Grvß«r°Buseck, Wilhelm Hofmann, Wieseck, Heinrich Kaletsch, Wenkbach, 2. Pr. mit 58 P.: Karl Heinrich Lepper, Waldgirmes, 3. Pr. mit 57 P.: Walter Heinrich, Lollar, Reinhard Schieferstein, Launsbach. HeinrichBecker, Kesselbach, 4. Pr. mit 56 P.: Karl Knott, Wenkbach, Peter Arnold, Kesselbach, Ludwig Haas, Annerod, 5. Pr. mit 55 P.: Wilhelm Schnecker, Londorf. U n t e r st u f e, 118 Mitbewerber. 1. Preis mit 60 Punkten: Heinrich Hilberg, Albach, Wilhelm Keßler, Garbenteich, Carl Walter, Dau- bringen, Franz Milchsack, Rodheim, 2. Pr. mit 59 P.: August Decker. Wieseck, Wilhelm Ferber. Waldgirmes, Otto Bodenbender, Ruttershausen, Carl Wehrunt. Albach, Carl Müller, Wenkbach, 3. Pr. mit 58 P.: Heinrich Pfeiffer, Großen- Buseck. Wilhelm Bachmann, Burkhardsfelden, Wilhelm Frank, Lollar, Philipp Launspach, Reiskirchen, 4. Pr. mit 57 P.: Heinrich Henkel, Großen- Buseck, Friedrich Geier, Atzbach, Ferd. Wolf, Bersrod, 5. Pr. mit 56 P.: Karl Pfeiffer, Grohen- Duseck, Friedrich Geier !., Atzbach, Karl Drols- bach, Garbenteich, Wilhelm Groß Haus, Kesselbach. Würdige Ablehnung einer französischen Herausforderung. Hannover, 20. Sept. (WTB.) Die Ha- toag in Hannover-Linden (Hann. Waggon- fabrÄ), die die beiden erfolgreichen Segelflugzeuge herstellte, womit die Flieger H e n tz e n und Martens chre Weltrekorde ausstellten, ist von H e n h e n autorisiert, anläßlich der angeblichen Herausforderung eines französischen Segelfliegers folgende Antwort zu erteilen: Ich erfahre nach meiner Rückkehr aus Italien durch die Zeitungen, daß der französische Flieger Boussontrot zu einem Wettbewerb in der Rhön auf- fordert. Grundsätzlich bin ich bereit, mit jedem erfolgreichen Flieger in Wettbewerb zu treten, aber selbstverständlich nur auf einer paritätischen Grundlage. Solange jedoch die Knebelung der deutschen Fliegerei durch Frankreich wie bisher fortgesetzt wird, ist eine derartige paritätische Grundlage nicht geschaffen. Vermischtes. Ein Eisenbahnunglück. Berlin, 20. Sept. Auf der Eisenbahn- strecke Augsburg — Weiden ent» gleistein der Nähe von Augsburg ein Personenzug. Der Lokomotivführer und der Heizer wurden getötet. Mehrere Reisende wurden schwer verletzt. Schweres Eisenbahnunglück in Amerika. 50 Tote. Paris, 21. Sept. (WTB.) Nach einer Meldung des „Matin« aus London wird aus Neuyvrk gemeldet, daß sich gestern ein schweres Eisenbahnunglück bei Querataro auf der Linie Mexiko—Laredo ereignet habe, bei dem 50 Personen getötet und 70 mehr oder weniger schwer verletzt wurden. Man glaubt an ein Verbrechen. Berlin, 20. Sept. 3n Alton a-O tten- sen stürzte heute früh auf der neuen Fabrikanlage der Ottenser Eisenwerke eine Giebel- mauer eines Neubaues eia und riß. das Baugerüst mit hinunter. Zwei Bauarbeiter mürben so schwer verletzt, Laß sie ins Krankenhaus gebracht werden mußten. Berlin, 21. Sept. Ter gestern in Berlin herrschende Sturm hat großen Schaden angerichtet. Auf den freien Plätzen der Stadt wurden große Schaufensterscheiben eingedrückt unb Ziegelsteine herabgeweht, so daß das Passieren der Straßen mit Lebensgefahr verbunden war. Dresden, 20. Sept. Die Stadtverwaltung sieht sich wegen Mangels an dem nötigen Kleingeld für Gehalts- unö Lohnzahlungen veranlaßt, Nolscheine auöAUgcbcn. Ls ist geplant, 1 00 Millionen M a r l städtisches Papiergeld in 500-Mavk-Scheinen zu drucken. Saatfeld (Saale). 20. Sept. (Wolff.) Gestern sind hier zwst Steindrucker, zwei Bäckermeister und ein Geschierführer festgenommen worden, die sich zusammengetan hatten, um falsche Brotkarten und falsche 5 0 0 - M a r k - Scheine anzufertig^m. Es rmrb-n 20 Dogen von je 60 Fünfhunderstmarkscheinen beschlagnahmst Die Verhafteten behaupten, es seien keine falschen Scheine in Umlauf gesetzt worden, sondern es habe sich zunächst nur um einen Versuch gehandelt. Stuttgart, 20. Sept. (Wolff.) 3n einem Dorfe des Oberamts Riedlingen wurden der am Sonntag abend dort auf Besuch weilenden Deutschamerikanerin Mary Rager aus Neuyvrk Schmucksachen, Schecks und Kreditbriefe im Werte von über zehn Millionen Mark g e st v h l e n. Aus die Wiederbeschaffung der Gegenstände ist eine erhebliche Belohnung ausgesetzt worden. Berlin, 20. Sept. Nach Blättermeldungen zufolge ist im Harz F r o st eingette- ten und der erste Schnee gefallen. 3n der vergangenen Nacht herrschte eine Temperatur von einem Grad Kälte. Auf dem Brocken liegt eine Schneedecke von einem Zentimeter. Handel. Berlin, 20. Sept. (Wolff.) Börsen- stimmungsbild. Obwohl durch die Zustimmung Belgiens zur Garantieleistung der Reichsbank das Moratorium grundsätzlich bewilligt ist, machte diese Erleichterung der politischen und finanziellen Lage auf die Stirn- mung der Börse ebensowenig Eindruck, tote der englische Antrag zur Verweisung der Re- parativnSfrage vor den Völkerbund. Am Devisenmarkt trat vormittags zwar ein leichter Rückschlag für Auszahlu/g Neuyvrk bis 1380 und die anderen Plätze in entsprechendem Ausmaße ein, doch zogen die Preise bald wieder auf ungefähr den gesttigen Stand an, da nähere authentische Nachrichten über die Einzelheiten des Abkommens zwischen der Reichsbank und der Bank von England noch nicht vvrliegen. Die am Effektenmarkt besonders zu Beginn eingetretene Befestigung wurde mehr mit markttechnischen Gründen, tote mit der Unterwertung der Akttrnpapiere durch die Rückgänge der letzten Tage, und die gewisse Erleichterung am Geldmärkte durch vorsorgliche und rechtzeitige Dispositionen der Börsenkreise für Ultimo, sowie durch Auslandkäufe erklärt. Für Montan-, einzelne Zndustrie- und ausländische Rentenwerte waren die eingetretenen Besserungen bis 100 Prozent und darüber; für erstere 200—300 Prozent. Für letztere konnten die Gewinne später nicht überall aufrechterhalten werden. Für ausländische Rentenpapiere blieben sie aber zumeist bestehen. Sonst hielten sich die Kursbesserungen durchschnittlich zwischen 20 und 70 Proz. Das anfangs lebhaftere Geschäft machte bald wieder der bisherigen Geschäftssttlle Platz. Frankfurt a. M., 20. Sept. Börsen- stimmungsbild. Dollarkurs im Frühverkehr 1360—1400, im Verlaufe 1440. 3m Einklang mit der unsicheren Haltung am Devisenmarkt zeigten Auslandspapiere ruhiges Geschäft bei schwankenden Kursen. Ziemlich ruhig vollzogen sich die Umsätze in 3ndustriepapie- ren. Verkaufsneigung bestand anfänglich für Spezialpapiere. Auf dem Montan-Aktien- markr fanden Gelsenkirchen, Phönix, Rheinstahl Beachtung, fester lagen Riebeck, Montan, Mannesmann. Chemische Werte neigten mäßig nach oben. A. E. G. -f- 10 Proz., Licht und Kraft abgeschwächt. Zu regeren Umsätzen kam es in Otavi-ShareS. Unter Goldrenten Zolltürken erheblich höher. Die feste Tendenz übertrug sich auf Auto- und Metallaktien. Das Geschäft ist lebhaft, später wieder ruhig. Dollarnoten wurden gegen 1 Uhr mit 1480 genannt. Frankfurt a. OIL, 21. September 1922. Börsenkurse. Franljurt Berlin Schluß- Schluß- Schluß- Schluß- Kurs Kurs Kurs Kurs Datum: 5".,Dlscb Kriegsanl. o"-50 4" ,Dstch. Reich^il. 2 Z", Disch. Reichso.ck. 4° „ Preu';, .stonsols ®3,- Hamburg-Paketf.. . ooo, Rorddeuifa-er Lloyd ^8, - Lomm.u.Privatbank "05,- Sarmftäbtcr Bank . ‘2^“< " Deutsche Bank . . . »00,- Disconlo-Gesellfchast 415, - Dresdner Bank. . . 330,- Mitteld. Creditbank. 303,- Nationalbanc f. D. . ~, ** Doch. Gußstahlwerke Bud.-Eisenw.-Akt.. 1115,— D.-Luxemb. Bergw.. 2425, - Gelsenkirch. Bergw.. 2460, - Harpener Bergbau. 4975,- Oberschl. Gisenb.°B. 950,- Oberschles. Eisenind. 910,- Phönir-Bergb.-Aki. 2950,— Bad.Anilin-u. Soda 1540,- Höchster Farbwerke. 1160, - Allg. Elektr.-Ges. . 735,- Felten Vries Die Schlafzimmer in Eiche, Kirschbaum, Birke Speise- und Herrenzimmer in Eiche, schöne Modelle in bester Tischlerarbeit Alois Hofmann Emmy Hofmann geb. Neuweier Schriftl. Ang. unt. 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