etungn 8esclMt Gießen 380 und 380/660 Soll, uch rechtzeitigen Lindaus lagespreisen. ilhaus ; ,6«M »r Tag: schl. Sonntag; H |IMi na. 6 Akte. 4 ron Lenkeffy. I Rex 8813c ® Achtung! •Ken Zutritt; Polizei 1 ! Mord 5 Akte. Ä tag: M ÄMÜM | ?Dat: II « us Rex $ | WM« be hlen, sehr bewahrtes M, niedere lourenM ) keine Trwamung^ fort ob N*WS soweit DorrA reicht. Anlagen mit Lesaung ^dertreibriemen usw. (ettenwaagen Verein0-—I »MI* "9£.S ■ oo ®* "* Piatzr i® Preise der ^nfl|et Abendkasse |ieliU Dr Bernbeck- »ii'S •Sw»! Mitgliebe oers-A? Ur. 169 Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, nit derSamstagsbeilage: VießenerFamilienblätter Monatliche Sezugrpreife: IRh. 22.50 und Mk. 2.50 Träger lohn,durch diePost M.25.-, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Bemalt. — Fernsnrech- Nnjchlüsse: für die Schrift- leilung 112; für Verlag nnb Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. postschecllcmio: (tantfurf a. M. 11686. (72. Jahrgang Zrettag, 21. Juli 1922 GietzenerAiMger General-Anzeiger für Oberhessen vn'ck ««- Verlag: Vrühl'sche Univ.-Vuch- und SteinLruckerei R. Lange. Schriftleitnng, Geschäftsstelle und Dnickeren Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigenv 34 mm Breits örtlich 150 Pf., auswärts 180 Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 500 Pf. Bei Platzvorschrift 20 70 Aufschlag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz: für den übrigen TeU Gruft Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans BeL, sä.mtlich in Gießen. Gefährliche Freundschaft! Man schreibt uns: Die deutsche öffentliche Meinung hat in ter letzten Zeit eine besondere Vorliebe für ; Howjetrußland gefaßt. 3n der trostlosen Vereinsamung der Nachkriegszeit ist es ja kein Wunder, daß das deutsche Volk sich nach Helfern in der Not umsieht; Sowjetrußland wird uns aber niemals ein Helfer sein, sondern ist i und bleibt ein Feind. Wohl erläßt die Sowjetregierung Erlasse | und Vvtschaften, die eine Verständigung mit | Westeuropa anstreben, neben der Regierung steht aber noch die Exekutive der 3. internationale, die an Kundgebungen der Sowjet- regierung in keiner Weise gebunden ist, obwohl die führenden Männer hier und dort dieselben sind. Die 3. internationale erstrebt die Weltrevolution. Durch die kommunistische Presse Deutschlands gehen die Aufrufe zum Bürgerkrieg, erlassen in Moskau, Tag für Tag wird zum Generalstreik aufgefordert, Tag für ! Tag heißt es: „Klassenkampf bis zum Aeuher- ; fiert! Her mit der Arbeiterregierung!" Die fetzige Spannung in Deutschland scheint den Männern in Moskau geeignet, auch in Deutschland das bolschewistische Paradies her- i beizuführen. Nach dem Rücktritt Lenins siegte in Ruß- । land auch wieder die schärfere Richtung. , Kennzeichnend hierfür ist die Haltung der russischen Delegation unter Litwinow auf der Haager Konferenz. Das Scheitern dieser Kon- rrxn.z ist nur auf das unnachgiebige Vergüten Oer Russen zurückzuführen. Der gemäßigte Krassin mußte sich fügen, Tschitscherin, heißt es, wird demnächst durch Litwinow ersetzt. Gegenüber diesen Tatsachen soll man nicht in den beliebten deutschen Fehler der Gefühlspolitik verfallen, sondern mit kühlem und scharfem Verstände die bittere Tatsache eckennen, daß die bolschewistischen Gewalthaber nicht unsere Freunde sind. Ihr Ziel ist die Weltrevolution, und solange durch all den Jammer, das Elend, Rot und Tod, durch Hungersnot und Massensterben in Rußland noch ein Fünkchen Hoffnung leuchtet, daß sie ihr Ziel erreichen können, werden sie ihr Vorhaben nicht aufgeben. Die bürgerliche - Arbeitsgemeinschaft, Berlin. 20. Juli. (Wolff.) Sie- Vertreter ber drei Deichstagsfraktionen der Deutschen Demokratischen Partei, der Deutschen Bolkspartei und des Zentrums traten heute zusammen, um die Bildung einer Ar - deitsgemeinschaft zu beraten. Die Besprechungen ergaben Einigkeit darüber, daß, eine Arbeitsgemeinschaft der verfass ungs- tr eu en Mitte geschaffen werden solle, daß sie jedoch weder den S onderinteressen einzelner Fraktionen, noch einem bürgerlichen Block im . Gegensatz zu der sozialistischen Arbeitsgemein- f schäft dienen soll. Die beabsichtigte Anbeits- ; gemein schäft soll dazu bestimmt sein, auf der ' Grundlage der bestehenden republikanischen Ver- i fossung dre deutsche Politik nach außen und tnnen • stetiger und fester zu gestalten und die parla-- : mentarische Arbeit zu vereinfachen und z i erlerch- tern. Die Verhandlungen werden fortgesetzt. Das Reparationsproblem. Berlin, 20. Juli. (WTD.) In Verfolg des Avtenwechsels vom März. April und Mai laufenden Jahres zwischen der Reparationskommission und der deutschen Regierung hat sich das Garantiekomitee am 20. Juni zu Beratungen mit der deutschen Regierung und zum Studium der Fragen, die sich auf die Bekämpfung der Kapitalflucht und auf die Statistik beziehen, nach Berlin begeben. Für diese Beratungen wurden vier Unterausschüsse gebildet, und zwar je einer für die Eimrahmen und Ausgaben, für die Kapitalflucht und für die Statistik. Die Mitglieder des Garantiekomitees ,, haben mit den deutschen Vertretern in zahlreichen Sitzungen verhandelt. Zn den Unterausschüssen für Einnahmen und Ausgaben haben die deutschen Vertreter Auskunft erteilt über das Verfahren bei der Verwringung Md Erhebrng der verschi.denen Steuern, über die Aufstellung des B idgets, das Verrechnungswesen, sowie über die Maßnahmen der Regierung zur Beaufsichtig ing der Arbeit der Steuerverwalt ung and zur Verhütung von Ctat- Überschreitungen. Sie haben hierbet auch die tm Taushallsplan vorgesehenen Ausgaben naher er- i läutert. Man hat sich darüber ves»ständigt, daß die Vertreter des Garantiekomwees künfttg d^rch das Reichsfinanzministerium nach näheren Vereinbarungen regelmäßige Informationen über die Einnahmen und Ausgaben er» batten und daß ihnen die Möglichkeit gegeben toirb, sich über die einschlägigen Bestimmungen fortlaufend zu unterrichten. Das Reichsfinanz- minifteiium richtet einer zentralen beweglichen Kontrolldienst ein und wird dein ; Darantiekomitee die Mög'ichksit geben, sich von . Zeit zu Zeit von der Wirksamkeit dieses deutschen | Kontrolldienstes zu überzeugen. Zn dem Unterausschuß für Kapital-- f(u d>t befimbf trg werden zunächst tie Fraktion erkennt an, daß nach dieser Erklärung des Herrn Staatspräsidenten kein An laß vorliegt, die von ihm getroffenen Maßnahmen zu mißbilligen, wenn sie es auch für politisch zweckmäßiger und richtiger gehalten hätte, in der Angelegenhell des 1. Mai eine Entschei düng des Gesamtministeriums he b'izrsühren. Die Fraktion lehnt deshalb die Anträge Osann und Kindt ob. Der Redner führt weiter aus: Die Beratung des Voranschlags findet mit erheblicherVersPätung statt. Obwohl die Gründe, die die Regierung dafür angibt, als berechtigt anerkannt werden müssen, muß doch gefordert werden, daß der Voranschlag in Zukuwft so rechtzellig vorgelegt wird, daß feine Verabschiedung bis zum Beginne des Ctats- jahres möglich ist. Reichseinheit ist nicht gleichbedeutend mit Zentralisierung der Behörden und Schematisierung - ihrer Befugnisse, und es muß mit Nachdruck gefordert werden, daß besonders in der ttebergangszell mehr Rücksicht auf das Vorhandene genommen wird. Besonders muß getoc oll werden vor einem Uebergrcifen der Zentralisierung auf das kulturelle Gebiet, well sie hier den Tod der Weiterentwicklung bedeuten würde. Wir erstreben eine stärkere Selbständigkeit der Gemeinden, in ihnen muß die Initiative gepflegt werden, der heutige Zustand aber iührt nur dazu, daß alles auf den Staat abgewälzt wird. Das Defizit ist mit 175 Millionen angegeben. Die Mehrüberweisungen vom Reich würden es wohl erheblich vermindern, trenn nicht inzwischen in allen Kapiteln, sowohl die sachlichen wie persönlichen Ausgaben außerordentlich gestiegen wären. An dieser Stelle muh ein Wort über das ' berechtigte Beamten elend gesagt werden. Dfe oft beklagte. Verelendung der Beamtenschaft hat Iber ÄeprlM. Heute noch bsftnven sich tn der weitere rapide Fortschritte gemacht. Hede neue Ge- Justiz die reaktionärsten Elements und diese Haltserhöhung bedeutet ein weiteres Zurückbleiben Herrschaften pfeifen aus die Verordnungen der hinter dem Ansteigen der Teuerung. Auch in den Regierung. 3n Gießen befindet sich in einem freien Berufen, bei den Pensionären, bei den Amtsraume noch das Bild des Grotzherzogs und »" ÄÄ-ÄSläWl'ä SÄÄ» -A» tiaten. (Aba suchen bei mir Ausstellung ist von Sonntag ab täglich von 11 bis 1 Mr geöffnet. (Bäh. im heutigen Anzeigenteil.) F daß im Ministerialgebäude am Luisenplatz beim Finanzamt Heppenheim; ' Jakob Deister am 27.Huni noch emPlakat mit schwarz-weist-rotem beim Finanzamt Osthofen: Franz Diehl und Rand hrng. daß in der Oberrealschule in Offenbach Johann W e a e r l e bei der Knanzkasse Lampert- dre reartwnare Zertschnft „Deutschlands Erneue-j heim; Heinrich Die m e r beim Finanzamt Bingen IIT1IIIIIU»UI ^JAg/SMEI-^nCWKroilBIIIIIII Ml 11 . .IIHHBIIIIIIM Ulin........... 15. Fortsetzung. (Rachbruck verboten.) ft Still, Still! 3n Wahrheit. Knabe. Genie. Reicher Mann Glück. Hochschult - Ser Ällgerrr ^nientag, dessen 6a ' MräViinum der Prv^ i ittoi wurde, sindei am I Hürzbürg statt. Rächste Sitzung Freitag, 9JA Llhr. Schluß i/22 Uhr. Aus Stadt und Land. Gieren, den 21. Juli 1922. Helft den alten Leuten! Bon geistlicher Seite wird uns geschrieben: Es ist eine bekannte Tatsache, bah die Grldentwer- — O b e r h e s s i s ch e r Kun st verein. Die Olto Ilbbelohde - Gedächtnis Ausstellung, die nahezu hundert Kunstwerke ausw.eist„ wird morgen vormittag ll1/» Uhr von Herrn Universitäts- Professor Dr. Rauch mit einer Würdigung des Künstlers Otto Ubbelohde eröffnet werden. Die Kirchs ut vg. Die diesja Qtnmlung der ■treu 8 wird am 15 J1 Durgkirche zu Fr Eheste Missionstvi Minspellvr D. Wi M Ac. Dr. Frick M-Sengnagel-Sl W halten. » omk Roman von Ernst Scheitel. ,at ft»/» uj! O^ütC 1° m * hie Oitte Shfld) JJJ «Stätte ®u PTÄ > unö 2 «jj d tob- ®.! ”, hei be f®“* ulten« 'litWÄinnnP“ Um#1"Tjjteil f «en ist 6ari gäsft ^röcke"- e>b. 120 000 W°N ' «!d «All tt a*9« 6*J I Lni ®eon 3li* Lib d-r e*6.40^, jertiifcte». *6k.: ft nur noch 6000 M I vb. Frankfurt ’ tofe Mdschmidtstra ' S schneidemeister & weFrauimBadA jer Tod ist venmulch " «Irden. I spd. Frankfurt l Cckenhetmer Lands ’ jittag ein Mann, dest i tiäjt ermittelt werd Zttahenbahn ang I «liegt, dah er kurz n tot Argerhospttal v i| Marburg, 20. ! Wabchdcumcns bei € I fitit «^mittag der .11 I Sgcn unb sein Arbeit, I beide von hier, dadurch, | der frbflwfe iwchtraM I m auf der Stelle t o t, t dm Transport zur Kl Amtsraume noch das Bild des Grotzherzogs 'and in den Schullesebüchern wird noch immer die Monarchie verherrlicht. Das neue Attentat des Hakenkreuzgesindels ist von langer Hand vorbereitet, die freche Rede Helfferichs wies auf das Ziel hin, er war der intellektuelle Mittäter. Die Spuren führen immer wieder in das Lager der Deutschnationalen. Während die Masse immer mehr ins Elend versinkt, bläst sich auf der andern Seite der neue Reichtum auf. Cs gilt, eine geschlossene Phalanx des Proletariats herzustellen. Die Mittelparteien wollten sich mit der Deutschen Bolkspartei vereinigen. Wir halten §8 für ein Ding der Llnmöglichkeit, mit dieser Partei eine Gemeinschaft einzugehen. Wir freuen uns, dah unsere Freunde von rechts der gleichen Ansicht sind. Die zunehmende wucherische Teuerung bringt die Arbetter zur Verzweiflung. Eier und Milch sind nicht mehr zu erschwingen. Ist es christlich von der Landwirtschaft, ruhig mit anzusehen, wie unsere Jugend immer mehr degeneriert, dah alle Anordnungen der Regierung sabotiert werden. Redner verliest hierzu einen Geheimbefehl der Agrarier, in dem zum strikten Widerstand aufaefordert wird. (Zwischenrufe links.) Angesichts der heutigen Preise mühte ein Arbeiter wöchentlich 3 bis 4000 Mark verdienen, um nur das Nötigste beschaffen zu können. Wer hat dies? Welcher Arbeiter, welcher kleine Beamte, welcher Rentenempfänger? Wenn durch die Verhältnisse die Leidenschaften aufgepeitscht werden, ist das verständlich. Ich möchte keinen Zweifel darüber lassen, dah ich die Darmstädter Gewalttaten in keiner Weise billige. Ich möchte aber auch auf Giehen Hinweisen, wo die Studierenden provoziert haben. Dah Herr Kollege Ruh es für seine Partei ablehnt, zu Strahendemonstra.ionen aufzufordern, kann ich verstehen^ dah er aber behauptet, der Dollar wäre durch diese gestiegen, das ist unver- tänblich. Es muh Herrn Ruh doch bekannt fein, dah der Mord an Rathenau die ürfadye des Marksturzes war. Den Freunden von rechts rufe ich zu, stell! Euch wieder auf den Boden des Klassenkampfes, und dann auf zu fröhlicher Fahrt in den Sozialismus. (Bravo! links. Auch Abg. Dr. Werner ruft Bravo! — Kiel: Aüf Ihr Bravo pfeife ich! Heiterkeit.) Redner fährt dann fort: Dieselben Gesellen, dieselben Offiziere (tn Verbindung mit Liebknecht, Luxemburg usw.), die heute in der Reichswehr und Schupo sitzen. (Abg. Dr. Werner: Das deutsche Offizierkorps liegt zu 50 Prozent drauhen, das läßt sich von Ihnen nicht beschimpfen. — Ebner: Es gibt auch Offiziere, die nur Besenkompagnien befehligt haben und heute den Mund wett aufmachen.) Es ist heute zu beweisen, dah die Mörderorganisationen mit den Deutschnationalen in Verbindung standen. (Zurufe: Das ist nicht wahr! — Ebner: Ich will es Ihnen beweisen, Herr Dr. Werner. Sie sollen nicht mehr denken, dah Sie die Kommunisten vor Ihren Parteiwagen spannen können und dah Sie den Reden eines Kommunisten Wahrheit unterstellen können! Große Heiterkeit.) Redner verliest dann eine An- W- Schriftstücke, um zu beweisen, dah aus Antisemttenkreisen Gelder für die Geheimorganisationen zur Verfügung gestellt wurden. Auch der Landbund hat Sonverberträge erhoben, die an die Mörderorganifationen abaeführt wurden. Die Deutschnationale Partei hat aber auch selbst die Mörderorganisationen finanzieren helfen. Ich erinnere an die Herat-Spende für die Rotzbach- Organisatton. Eine so heuchlerische Maske hat noch nie eine Partei aufgesetzt, wie die Deutschnationale. Die von den Linksparteien aufgestellten Forderungen sind das Mindestmah dessen, was restlos durchgeführt werden muh. Redner geht dann näher auf hessische Verhälttiisfe ein. Gr Kleinrentnern, für die eine erheblich größere staatliche HUfe gefordert werden muh, herrscht entsetzliche Rot. „ Selbstverständliche Pflicht ist es, ernst zu prüfen, wo gespart werden kann. Wir lehnen eine Einschränkung unserer Ausgaben für kulturelle Zwecke, für Schulen, Erziehungswesen mtt Entschiedenheit ab. Die Erhaltung des kulturellen Riveaus bedeutet für uns die Voraussetzung für den Wiederaufbau. Dazu rechnen wir auch die Ausgaben für das Landestheater. Reue Aufgaben darf der Staat nur nach gewissenhaftester Prüfung Übernehmen. Wir erwarten mit Beschleunigung die endliche Vorlage der Gesetzentwürfe über die Derwaltungsreform, eine energische Fortsetzung der Siedlungspoltttt im Sinne unserer Anträge und, nachdem es nicht gelungen ist, die Getreideumlage zu vermeiden, fordern wir, dah diejenige Form gewählt wird, die dem mittleren und tung besonders die alten Leute betroffen hat, die nicht mehr imstande sind, zu arbeiten und zu erwerben. Ohne dah es in der Oeffenttichken bekannt wird, vollziehen sich jetzt traurige Schicksale. Staat und Gemeinden suchen nach Möglichkeit, dem Alter zu helfen, aber auch die evang? lis ch e Ki rche hat die Pflicht, sich an der Alters- Hilfe zu betätigen. Das Oberkonsistorium fat deshalb angeordnet, daß in diesem Monat in allen hessischen Gemeinden eine K irch e n k o ll e l l e und zugleich eine Haussammlung s ü r Altershilfe erhoben werden. Ursprünglich war daran gedacht, daß alle eingehenden Beträge nach Darmstadt abgeliefert werden sollten, wo dann eine Kommission über die Verwendung bestimmt hätte. Erfreulicher Weise ist diese Bestimmung abgeändert worden: denn es war llar, dah die Gaben nicht reichlich eingehen würden, wenn den Einzelgemeinden die Möglichkeit genommen werden sollte, für i h r e Alten zu sorgen. Runmehr kann jede Kirchengemeinbe über die ihr zufliehen- dtzn Beträge, von denen mir ein Teil der Zentralstelle zugeführt wird, bestimmen. Rächsten Sonntag soll in Giehen die Haussamrn- l u n g durch junge Gemeindeglieder erhoben werden. Die Kirchenvorstände bitten, dah jeder für den genannten Zweck nach Möglichkeit beisteuert, und daß besonders die, die sich in wirtschaftlich günstiger Lage befinden, an diejenigen denken, die jetzt unter einem unverdienten Schicksale zu leiden haben. Wettervoraussage für Samstag: Vorwiegend heiter, warm, trocken, schwach' Winde. Die gestern über England erschienene Depression zieht yordwärts, ohne stärkeren Einfluß auf unsere Wetterlage auszuüben. kleineren Besitz entgegenkommt. Unteren Brüdern im besetzten Gebiet sprechen wir wie jedes Jahr an dieser Stelle unseren Dank aus für das, was sie um ihr Deutschtumwillen erdulden. Mtt Recht hat der Abgeordnete Schian festgestellt. dah wir fett dem Frühjahr einer Konsolidierung unserer inneren uid äußeren Verhältnis s entgegengingen. Mtt Rathenau ist ein Mann gefallen, der seinem Volke und Vaterland mit Eifer und Erfolg gedient hat. Ihn hat ganz Deutschland verloren, aber wir Haben einen besonderen Anlatz, um ihn zu trauern, ja bei solchem Verluste erregt zu fein. Außenpolitisch war die nächste Folge der furchtbare Sturz der Mart. Im Innern hat die Tat die Lage des «Staates blitzartig beleuchtet. Der neue öiaat sollte im Gegensatz zum alten ein Staat des gleichen Rechts sein, in dem nicht mehr bevorrechtigte schmale Schichten das Ruder allein in dec Hand hielten Die settherigen Priveliglerten haben sich damit nicht abgefunden, vielmehr dirch einen systematt- 1djen Feldzug der Verleumdung unb Schmähung der neuen Männer in weiten Kreisen die Vorstellung za erwecken gesucht, bafr es sich bei ihnen int unfähige Kreaturen handele. Don dieser Karnpfes- weise hat man auch in Hessen reichlich Gebrauch gemacht, am meisten gegen die demokratische Partei, der der Vorwurf der njangelnben nationalen Gesinnung gemacht wurde, was besonders ver- bittert bat. Die Deutsche Volkspartei mutzte wissen. dah ebensogut wie bei ihr und anderen Parteien unter der Demokratischen Partei 'Lette genug sind, die im entscheidenden Aigen- blick ihre Schuldigkeit . getan haben. Die tiefe Erregung hat Demonstrationen zur Folge gehabt. In Darmstadt sind am gleichen Tage Ausschreitungen vorgekommen, die nicht scharf genug verurteill und nicht tief genug bedauert werden können. Der Redner spricht sein Bedauern über die den Abgg. Dr. Osann und Dingeldev zugefügten Schandtaten aus, bedauert auch den Tod zweier völlig unbeteiligter Leute und ver- urtettt ferner die Ausschreitungen gegen Darmstadter Zeitungen. Er fordert restlose Aufklärung mtt voller Sühne. Gegenüber dem mancherorts gemachten Dorwurf, dah die Demokratische Partei sich an der Demonstration beteiligt habe, verteidigt er diese unb lehnt es ab, sich über das Matz und die Form der Ssauerfunbgebungen für Rathenau Vorschriften machen zu lassen. teilen, daß die linkspolitischen (befangenen noch mcht wieder „ber Freiheit ausgesetzt" Warden datz in Butzbach schon 60 Leute vernommen tour» oen, bie den Abg. Werner belästigten. (Abg. Dr. Werner: Sie finb nur ein bißchen bei mir eingebrochen! — Hört, frört! Ebner ruft: Ich billige die Demonstration (schlagende Handbewe- gung) auch nicht, aber ich frage, sind Sie, Herr Dc. Werner unb Herr Osann unb Dingeldetz nicht selbst schuld! — Erregte Rufe: Pfui! und Pfui Teufel!) Man hat auch in Darmstadt eine ganze Veihe von Leuten verhaftet, und ber Herr Minister des Ortnern hat schon gesagt, datz schwere Bestrafungen eintreten sollen. (Minister v o n Brentano: Daraus können Sie sich verlassen i — Ebner: Das mögen auch die Sozialdemokraten sich merken!) Im weiteren Verlaufe seiner Rede sprich' ber Abgeordnete mehrfach von Mordbuben. — Präsident Abelung: Herr Abgeordneter, ich nehme an, datz Sie mtt diesem Wort kein Mitglied des Hauses treffen wollen! Ebner: Das habe ich nicht gesagt, obwohl es auch hier gesagt werden könnte, denn wir Kommu- ni ft en werden uns an den parlamentarischen Schliff nie gewöhnen. — Präsident Adelung: Das ist aber doch notwendig, datz Sie im demokratischen Staat parlamentarische ttmgangsformen lernen! — Bravo!) Redner wendet sich dann gegen die S.P.D. und sagt unter anderem: Roske war doch auch ein Lubendorff! (Drohe Heiterkeit. Abg. Kaul ruft: Gr stellt die Front mit Kindt wieder her! Erneute Heiterkeit.) Die weiteren Ausführungen des Redners sind im wesentlichen Auseinandersetzungen mit den Sozialdemokraten und spielen sich als Zwiegespräche unb Zwischenrufe ab. Er beschwort die Linke dringlichst, auf den Boden des ^lassenkampses zurück^ukehren Es tommr wiederholt zi- stärksten Heiterkeitsausbrüchen, als er auf Rutzland verweist unb erklärt, dah die Kommunisten nicht mehr für die Erhaltung der sozialdemokratischen Ministersessel kämpfen können. An der russischen Hungersnot seien nicht die Menschen, sondern die Ratur schuld Der Redner verbrettet sich sodann noch über eine Reihe von Einzelheiten unb erklärt bann, die ' Arbeitsgemeinschaft zwischen den Mehrheitssozial- demokoaten und den Unabhängigen im Reiche habe ähnliche Bestrebungen auf ber nichtsozialdemokratischen Sette zur Folge gehabt. Wenn man dort von dem gleichen ©ebanfen ausgeht tote auf sozialdemokratischer Seite, nämlich zu ber Zuführung republikanisch Gesinnter zur Koalition, dann haben wir dagegen feine Bedenken, mühten aber eine Beteiligung ablehnen, wenn diese Ar- bettsgemeinschaft nur wieder zu der alten Spaltung, „frie Bürgertum, hie Sozialdemokratie" führen würde. Wie wett sich das auf Hessen über» tragen läht, ist schwer zu sagen. Es muh zuerst zeigen, ob die im Tone sympathische Rede des Abgeordneten Schian einen Anfang au einer anderen Einstellung gegenüber den Regierungsparteien bedeutet. Wir möchten es hoffen und dann wird vielleicht in absehbarer Zeit der Frage einer Kralitionsverbreiterung mit gröberer Aussicht auf Erfolg nähergetreten werden können Denn die Voraussetzung ist, dah weitere Schichten als seither erkennen, dah die grobe gemeinsame Rot nur gebannt werden kann auf dem Boden ber Republik durch die Demokratie. Abg. Kiel (A.S.P.): polemisiert zunächst krrz gegen den Abg. Kindt wegen dessen Ausfuhrrngen zrm Deatschvölki- schen Schuh- and Tr^tzband. Bei der Revolution haben sich alle reaktionären Elemente ins Mauseloch verzogen, später sind sie dann in ihre Olemter nach und nach wieder eingerückt und spielen sich als Herren auf, das ist das ttnglüa „Schal Scha!"l) rief da leise Samuel Cha- jim, „in Emmes-), der Bochers es e Slug1) and toirb werden c Kohtzin^), wenn er hat Masell), der Bocher." Rach diesen Worten des jüdischen Wrrt>rs senkte sich bei Körper des Knaben lang tarn herab, bis er auf den Händen nutzte, dann zog er die Knies an und stand mit einem Sgh aufrecht vor den überraschten Zuschauern. Er strich sich mit der Hand über die Stirn und trat bann tn der 2lit eines soeben aus tiefem Schlaf Erwachten an den Tisch ber Seeleute, streckte seine Syanb aus unb bat um ein Bakschisch. Die Männer warfen itzm eine Kleinigkeit zu, toorals er sich zu Doktor Perzelius unb Eduard wandte. Der Doktor holte eine Handvoll Kupfermünzen aus seiner Ta'che und reichte sie dem Knaben, der freudig erstaunte ob des großen Geschenkes. ..Gott was sind Se for e Kotztzin," rief Samuel Chajim ber eine ähnliche Freigebigkeit bei seinen Kunden nicht gewohnt war. Der Knabe erging sich in überschwenglichen Danlesbezeugungen unb man merkte ihm an, datz er irgend etwas suchte, um feine Erkenntlichkeit -u beweisen. Endlich schien ihm ein Gedanke gekommen Er setzte sich toieber in die Mitte des Zimmers mil unterg.schlagenen Beinen und begann sein Flötenspiel von neuem. Rachdem er abermals in einen Zustand von Raserei vrr- fob Greth beim Finanzamt Oppenheim: Georg Hambach bei der Finanzkasse Giehen: Wll- helm Honig beim Finanzamt Osthofen; Ludwig £nl^rIr?a“mann beim Finanzamt Offenbach-Stadt: Bernhard Katzenmeie r beim Finanzamt Heppenheim: Iatob Kehr, Karl Knieriem, Karl Krug, Heinrich Marr, Wil- Helm M u 11 c r, Philipp Rindfutz und Iohau- nes Strauh beim Landessinanzamt Darmstadt: öubtoig M e fr g e r und August Raumann beim Finanzamt Friedberg; Adam Ru h la n d bei der Finanzkasse Worms: Karl Schlierbach beim Finanzamt Giehen, Jakob Singer bei ber Finanzkasse Dieburg: Heinrich Thomasberger beim Finanzamt Worms-Stadt: - die Zollinspek- toren: Albert Frey bei bei" Finanzkasse Bens- r rrm’J?crmann Leinberger bei der Finanz. taffe 353101^°; der Stabszahlmeister a. D. Georg Z u l a u s bei der Oberfinanzkasse Darmstadt. — Der Film „Fridericus Rex', der gegenwärtig in den Astoria-Lichtspielen gezeigt wird, steht noch bis einschliehlich Sonntag ach -Jem Programm Kreis Friedberg. spd. Bad-Rauhetm. 20. Juli. In ben letzten Tagen sind in hiesigen Hotels mehrere verwegene Diebstähle ausge- fuhrt worden, die anscheinend alle auf das Konto einer ganz gerissenen Person zu setzen sind, für die aber in erster Linie Die Bestohlenen zu einem gut Dell selbst die Ber- anttoorhing tragen. Einem Hotelgast wurden abends zwischen 61/« Uhr und * 7 Uhr aus seinen Zimmern für 100 000 Mk. Kleider und Pelze entwendet, einem anderen die Uhr. etwa 22 OOO Mk. bares Geld, einer Familie die Handtasche, mehrer? Kleider und ein Pelz im Gesamtwert von rund 30 000 Mk.. einem anderen Gast aus dem Zimmer das ganze Bargeld und die Uhr. In allen Fällen konnte der Täter nicht ermittelt werden. * Bad-Rauhe im, 20. Juli. Bis heute betrug der G e s a m t b e s u ch u n s e r e s B a - des 22 405 Personen. Kreis Schotten. wg. Gedern, 21. Juli. Der Kreis» seuerwehrtag für ten Kreis Schotten wird am 30. Juli hier stattfinden, verbunden mit der Feier des 30jährigen Bestehens der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr. Vormittage findet zunächst eine Gedenkseier zu Ehren de? verstorbenen und rm Krirg? gefallenen Feuerwehrleute, daran anschließ rnd FestgotteSdienst statt. Die übrigen Veranstaltungen wickeln sich nachmittags auf dem Festplatz.» ab. Abg. Ebner (K. P. D.): Dic Reden der Deutschnationalen und Deutschen Volkspartei waren sehr zahm, weil sie wissen, welche Atmosphäre tn Deutschland herrscht unb dah bie Arbeiterschaft sich entschlossen zusammengetan hat zum Schutze der Republik. Wir Kommunisten sind aber nicht so feig, wir vertreten nach wie vor offen unsere Ztele.DieMörder von rechts geben noch immer straffrei aus. aber die von links fitzen hinter Gefängnismauern unb werden nicht begnadigt, well besonders das Zentrum sich gegen jede 2lm° nestie ausfpricht. Die Ratheiiau-Mörder sind nun toohl nicht mehr im Diesseits: nachprüfen möchte ich das nicht. (Äetterkeit.) Aber mitschuldig sind die Helfferichs, Die Ludendorffs unb auch bie Dr Werners tn Hessen. (Abg. Werner ruft nach einem Eisbeutel. Heiterkeit.) — Im weiteren Verlaus seiner Ausführungen erhält ber Rebner einen Ordnungsruf. weil er dem Abg. Kindt Feigheit vorwirft. '* Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurde der charakterisierte Kanzleiselretär beim Lanvessinanzamt Darmstadt (Präsidial- geschäftsstelle Gruppe C) Louis Friedrich Sce- felbt zum Kanzleisekretär. — 3u Steuerinspektoren wurden ernannt: bie Obersieuersekietäre. Georg Bauder beim Finanzamt Langen; Arthur Dender beim Finanzamt Schotten: Heinrich Böll beim Finanzamt Mainz II; Philipp Blum Der Deutschnationale Hand» lu ngsgehilfen-Derband hat jetzt eine eigene Geschäftsstelle (Wallwrstt. 18) eröffnet. r ** Berichtigung. Die Elektrische Ueber. landanlage ber Provinz Oberhessen in Wölfers- Heun stellt am kommenden Sonntag bie Strom- « S^be von morgens ö UhrVis abenbs teif )$ r em (Siehe Bekanntmachung im Anzeigen- Bornotizen. T Tageskalender für Freitag. Astvrra -- Lichtspiele: „FridericuS — Lichtspielhaus, Bahnhofstr., ab heut lieber alles siegt die Liebe" und „Kriminc^ olizei". — Die Aufführung der „Versunkenen Glocke" durch die Waldbühne, die für heute abend anqesetzt war, findet nicht statt. (S. Anzeige.) — Gießener Waldbühne. Von bei Cettung ber Westdeutschen Studienfahrt „Lahn- Mosel , die vom 23.—25. Juli Giehen berührt, ist die Waldbühne gebeten üoorben, durch eine Freilichtaufführung des „Datterich" Hessen-Darm- städtischen Humor und Hessen-Darmstadtische Kunst zu vermitteln: bie Ausführung finbet vor ge* fäMenem Kreis im Hose bes Schiffenbergs statt, -ihn aber auch ber Giehener Bevölkerung gerecht zu werben, wirb bie Walbbühne bas sorgfällig eingeübte Lustspiel bereits am Sonntag abend (f. Anze ge) im Katholischen Derer ii s Haus ber vollen Oesfeittlichkttt barbieten. x5n den führenden Rollen werden fast lauter waschechte Darmstädter wirken. fallen war, in welchem er den Oberkörper heftig Herumschwang, brach er plötzlich mit dem Spiet ab und beugte den Kopf tief nach vorne, bis das Kinn fest an der Brust anlag. Dann zog er die Deine hoch unb verschränkte sie über feinem Dacken, so datz er wie ein lebendiger Knäuel anx Boden lag. Der Kopf war vollkommen versteckt, nur die langen Arme mtt den schmalen Händen ragten frei in bie Luft. Diese Hände begann er nun langsam gegeneinander zu reiben, als wollte er eine kleine Kugel zwischen ihnen formen. Er schien auch etwas zu halten, was durch die reibende Bewegung grofrer wrrbe rnd schließlich zwischen den Fingern her vor quoll. Es war ein ganz dünnes, rotes Tuch, das rasch an •Umfang z u nahm und ihn schlietzlich völlig bedeckte. Eine Zeillang sah man noch den Körper unter dieser Hülle sich bewegen. Dann trat R rhe ein. Alles erwartete gespannt den Ausgang. Perzelius traite feinen Argen nicht, als er watzmatzm, wie der lebende Klumpen kleiner rnd kleiner wurde, bis nach Ablauf einiger Min ttm Tuch flach auf dem Boden lag, ausgebreitet wie ein Teppich — während von dem Knaben nichts mehr zu setzen war. Der- Wirt bemerkte bas Erstaunen des Doktors unb erklärte biesem: „Es is e Krnststück, was er macht mtt Skanvs Refaschos^). Ich hab' ihn schon oft gefragt brum, aber er sagt, eS is c Mizwe^), bafr er nix redet darüber." Die Seeleute fingen wieder an zr schreien unb zu trinken, ber jubische Schiffer, welcher Je- chiel ben Ietzub hietz, tote ars seinen Worten her» x) Lebensgefahr. *) Gebot. ^nten, Spo sm». Aty« ® Äfti? teÄ', ln btriu?^ am t Jpnt S Wen 3eit tzrS;: Ißer Übe m ,le 80i Ss Der Junge setzte sich in der Mitte bes Zimmers auf ben Boden mit verschränkten Deinen und begann auf einer altertümlichen Flöte ganz leise tn frembartigen Ton folgen zu spielen, die oft tote das Säuseln des Windes ober tote lang- gezogene ferne Klagerufe klangen. Allmählich touebe bie Melodie totlber, hastiger, girrender und dabei begann er sich sanft in den Hüften hin und her zu wiegen, bis sein Oberkörper fchlteh- lich in eine immer rascher werdende kreisende Bewegung geriet. Plötzlich klatschte er in die Hände, schleuderte.die Flöte weg und warf sich mtt den Deinen nach oben, während er die Arme ausstrecktc wie einer, ber auf den Händen zi stehen versucht. Aber zum größten Erstarnrn alter, bie ihm allmählich ihre Aufmerksamkeit zu- gewandt hatten, berührten seine Hände ben Doben nicht, sondern befanden sich etwa eine Spanne wett bar über. Der ganze geschmeidige Körper schwebte mit dem Kops nach unten frei in der Luft. Doktor Perzelius hatte schon öfters arf reinen Reisen ähnliche Dorführunge.r gesehen aber dreie Sicherheit unb Raschheit, mtt ber bet Änib: in den Zustand der Levitation verfallen vav batte ?r noch nicht zu beobachten Gelegenheit geh'rbi Selbst bie Schisfsknechte und Fischer w.-ren verstummt mb gafften a.if den Knaben. verging, begann einen letzten Versuch, die (Sin- geborenen zu irgend etwas zu überreden, worauf diese jedoch nicht eingeben wollten. Endlich standen sie alle auf unL verließen unwillig das Zimmer-, während Iechiel ben Iehud ihnen ärgerlich Nachsatz. Er bestellte sich noch ein Glas Schnaps, teerte es kn einem Zuge und stierte dann unerttschlosfen vor sich hin. 2luch Perzelius rnd Eduard spra- <6en nichts, unb so war es eine Wette ganz still. Rur die Lampe flackerte und blatte, wätzrenb sie einen stinkenden Qualm verbreitete. Aber es lltt'Iechiel ber. Iehud nicht lange bei dieser Ruhe. Gr erhob sich und ging gebückt unb unsicher herüber zu Eb.lard hnb dem Doktor, um sich an beten Tisch niederzulassen. Er sagte: „Derzelh'n Se mel Chufrpo'), Se sein feine, starke Leit', woll'n Se nicht fommen bei mir? Ich geb Gelb, viel Gelb, viel Geld, is es c Masel-) für jeden, der wo macht en Schamesch') in mein'm Schiff." Perzelius horchte auf. Vielleicht ließ sich hier etwas «rächen. Er gab sich bat Anschein. Äs liege ihm nichts an der Sache, bis ber Jude weiter in ihn drang: „Kommen Se mit, sei'n Se fei Deheimefri). können Se mer glauben, bah ich eich nix mach vor. baft ich nix bin e Maaßes- erzähler^). wo redet den Tag, so lang als er Is Ich reir nix viel, ich sag bloß: Es iS e Geschäft, met Geschäst." l) Llnverschämtfrett. 2) Glück. 3) Knecht 4) Dummkopf. 5) Geschichtenerzähler. (Fortsetzung folgt.) Mit Ttt.. L-.-PZ 5u ^°6qh» iCt^W b k^^b^sber * 5“WÄ?‘ c r bei Sw ' ®i4^ *48^ >en. i’ tfe .Stefa u,n9 der r—. zu ubea&S M' Men. i»s *Ä* i JB?L Delle M At Sri* fto» fleW'fu? 3d) «-E ®4 4 & irc ® 08 Brief 2272,85 2287,10 20.7. 21.7, Schweizer Franken Wechsel auf 100 Kr. ist sparsam Im Gebrauch und billig. HENKEL A Cie., DÜSSELDORF Scifenpiilvei 720 1125 1230 810. 725 761, tvaw hem L. Fr. Kr. r Kr. -.20 2,40 -,21 2,42 Holland. . . Deutschland Wien . . . . Prag Paris. . . . London . . . Italien . . . Brüssel . . , Budapest. . Reuyork. . Agram . . . Warschau . 712,- 495,- 421,- 74,- 814,- 180,- Bad.Anilin-u. Soda Höchster Farbwerke. Allg. Elektr.-Des. . . Felten & Guilleaume Schuckert-Werke. . . Adlerwerke...... Daimler....... 4° 0 Hess. Staatsanl. Electron Griesheim Dtsche. Vereinsbank Brüsiel-Antto, . Christiania . . . Kopenhagen . . Stockholm. . . . Helstngfor-. . . Italien..... London ..... Aeuyork..... Paris...... Schweiz..... Spanien..... Deutsch-Oesterr. Prag.....I Budapest.... Buenos Aires . Bulgarien . . . Japan...... Rio de Janeiro 100 Fl. 100 Mk. 100 Kr. 100 Kr. 100 Fr. 1 £ Datum: ,Dtsch. Kriegeanl. 4"/g Dtsch. Reichsanl. 3"/-Dlsch. Reichsanl. 4e/0 Preuh. Konsols Hamburg-Paketf.. . Norddeutscher Lloyd Eomm.u.Privatbank Darnistädter Ban? . Deutsche Bank . . . Discorlto-Gesellschaft Dresdner Bank. . . Mitleid. Creditbank. 22*2,8C 499,63 4205,25 9637,05 7759,70 1,67 1136,45 34,65 181,50 335,45 . . 100 . . 100 . . 100 . . 100 , . 100 202.65 1*025 0.015 11.50 43.75 23.21 23.90 41.35 0.35 521-25 1.52 0,09 4,06 -.52 .,96 -,85 Datum: Zürich Amsterdam Kopenhagen Stockholm . Wien.... Prag.... London. . . Aeuyork . . Paris. . . . 202.50 0.97 0.017 11.575 43.45 23.18 23.75 40.95 0.385 520.75 1.525 9,09 734,- 768,- 840,- 760,- 500,- 423,- 74,lü 82),- 185, - 1048,65 2267,15 2197,25 *89,38 <149,80 9388,25 7566,60 1,28 1115,60 37,70 177,25 314,60 232,- 6616,- 2202,75 490,62 4160,20 9411,75 7584,50 820,- 730,- 732,- 815,- 708,- 495,- 425,- 76.50 802,- 1,04 - ,51 — ,94 -,76 6995,- 8,60 Kurs 20. 7. 77,50 117,50 189,- 80,,0 442.— 330,— 288,- 271,- 485,- 390,- 2»G,-. 246 - 273 - Kurs 19. 7. 77,60 118 50 190,- 79- 445, - 328,« 286,50 271,- 490,- 393,50 293, - 248,- 275,- 1245, 725,- 1111,— 1205,- 2240,- 891,- 669,- 1118,40 37,80 177,75 315,40 233,- 6634,- ' V;M'. Hochschulnachrichten. — Der Allgemeine deutsche Studenten tag, dessen Eröffnung in Marburg vom Oberpräsidium der Provinz Hessen-Aastau verboten wurde, findet am Freitag, den 21. Juli, in Würzburg statt. 2237,20 498,37 4194,75 9612,95 7714,1)0 1,63 1133,65 34,55 181,- 334.55 228, 6431,- KurS 20. 7. 77,50 117,50 191,50 80,- 442,- 326,75 286,- 272,- 485,- 393,- 290,- 246,- 276.- 1267,- 702,- 1135,- 1234,50 2435,- 905.60 681,- 1360,- 830,- 736,- 755,- 825,- 706,- 500,- 442. - 74,10 808»- Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld Kurs 19. i. 77.50 117,50 183 - 89,25 455, - 325,- 287,- 270,- 489 - 390,— 292 - 248 - 1.7.14. 125.40 59.20 88.80 88.80 117.80 117.80 Fr. Sl. Kr. Kr. Kr. Kr. BAD-NAUHEIM Hupfelcbs Kurpark-Kasino Der große Ku Ka Kü Ba (Kurpark-Kasino-Künstler-Ball) findet Donnerstag, den 27. Juli, ahoads 8‘/a ükr, unter Mitwirkung namhafter Künstler statt. Ueberraechuagen. Taaikonkurrenx. Xotilloa. Gesellschaftsanzug erbeten. Gegen Lösung der Eintrittskarten .werden Tische bis 9 Uhr reserviert 3463D Kirchliche Nachrichten. Israel. Religionsgemeinde. Gottrs- dienst in der Synagoge (Sudanlage). Samstag, den 22. Juli 1922. Boradd. 7.45. Morg. 8.30. Predigt. Ddds. 8.40 u. 9.20 älhr. Israel. Religions - Gesellschaft. Sadbatfeier den 22. Juli 1922. Freitag abd. 7.25. Samstag vorm. 8.00. Predigt. Rachm. 4.30. Sabbatausgang 9.20. — Wochengottesdienst: morg. 6.00, abds. 7.30 IHxr. Datum 19e Juli. 20. Juli. Qlmftö -Rotterd 19275.8519334,15 1967),3619724,65 Jimiw. äducto. 3 »10 39OAO 3857 50 396i,50 8189,75 8210,25 8289,60 83 j 0,40 10661,65 10686,35 10786 50 10813,50 12808,95 12841,05 12983,75 1301 €,25 ------- 1051,35 1078,65 1081,35 2227,. J 2292,90 Frankfurt a. T?. 21 :iuU. Börsenkurse. Frantsurt Berlin Schlust- Schlnh- Schluh- Schlust- Sanbel. Berlin. 20. Juli. (Wolff.) Börsen- timmungsbild. Die hinzögernde Haltung )er ReparationSkommission in der Moraw- riumfrage hat das in Industrie- und Börsenreisen ohnehin vorhandene Gefühl von Un= icherheit, Besorgnis und Mißtrauen in die reutsche Finanzlage verstärkt und Anstoß zu erneuten, scharfen Steigerungen der Devisen- >reise gegeben, die bereits wieder nicht weit entfernt von den Höchstkursen zu Anfang des Monats sind. Der Dollar, am Bormittag bis 533 bezahlt, ging zu Anfang der Börse auf 520 zurück. Unter dem Druck dieser anhaltenden Steigerungen und Schwankungen blieb auch das Geschäft am Effektenmarkt äußerst ruhig. Unternehmungslust der Spekulation und des Privatpublikums zeigte sich nirgends. Immerhin war eine gewisse Festigkeit in Dividendenpapieren bei Kurssteigerungen von 10 bis vereinzelt 30 Prozent unverkennbar. Zeitweise trat eine sprunghafte Aufwärtsbewe- gung von Harpenern flrm 300 ein, die aber nicht voll behauptet werden konnte. Auch vberschle- sische Werte waren nicht unbeträchtlich höher bezahlt. Sonst aber änderte sich in den im Grohverkehr wie auch bei den zu Cinheitskur- sen gehandelten Jndustriepapieren in der Ge- schäftsstille und bei dementsprechend geringfügigen KurSveränderungen nichts. Auch auf dem AuslandSrentenmarkt hat sich die stramme Haussebewegung in weitaus ruhigere Bahnen eingelenkt. Türkische und ungarische Anleihen waren verschiedentlich realisiert; nur Mexikaner, Australier und Mazedonier vermochten weitere mäßige Kurserhöhungen durchzusetzen. Frankfurt a. M.. 20. Juli. (Börsenstimmungsbild.) Im heutigen Börsenverkehr lagen Auslandswerte durchweg schwächer. Der Devisenmarkt zeigte eine unsichere Tendenz. Der Dollar wurde 525—530, bei Beginn der Börse 520, später 505 genannt. Benz 520, .Ufa 230, Deutsche Petroleum 2287, Chemische Werte lagen uneinheitlich, Glektrizitätsaktien preishaltend. Am Qltarfte der Auto-, Metall- und Maschinenfabrit- aktien nur geringe Veränderungen. Montanaktien lagen fest. Im Verlaufe blieb das Geschäft still. Juckerfabrikaktien lagen fester. Am Einheitsmarkte verringerte sich das Geschäft wieder. Die Börse schlost fest. Privatdiskont 5 Proz. Sh. 97.80 r 23.80 Fr. 125.40 getreten. ~ fpd. Frankfurt a. M., 20. Julr. In der Cckenheimer Landstraße wurde heute vormittag ein Mann, dessen Persönlichkeit bisher nicht ermittelt werden konnte, von der Straßenbahn angefahren und so schwer ! verletzt, daß er kurz nach der Einlieferung in das Bürgerhospital v e r st a r b. ]| Marburg. 20. Juli. In der Aähe des ')lisabetbdrunnens bei Schröck verrnglückten ge» ftcirc nachmittag der .Unternehmer Karl zum Caen und sein Arbeiter Johannes Sommer, hcifcc von hier, dadurch, daß sich beim Sprengen v her Grdstöcke nachträglich ein Schuß löste. Ersterer auf der Stelle tot. der Arbetter starb ait Transport zur Klinik. gut hielt, ein gleichwertiger Gegner sein Desgleichen Jöns-Koblenz und Schäfer vom Veranstalter, welch letztere ebenfalls beide dicht an 2 Minuten laufen. Die 300»QKelec»6trede bringt den Westdeutschen Meister, Walpert-48 Cassel, mit Eisbach-Kreuznach 07, der ein sehr zäher Läufer ist, zusammen. Zahlreiche weitere Meldungen lassen ein großes Feld Langläufer am Start erwarten. Der 110-0lieter°Hüreenlauf. der mit lechs Teilnehmern beseht ist, sollte dem Westdeutschen QHeifter, Paulus-Gießen 1900, nicht zu nehmen fein; nach ihm Hirt-Cassel und Schäfer 1900. Die offene 4xl00-Me1er-Siafset wird eine Wiederholung des Kampfes um die Gaumeisterschaft zwischen Giehen 1900 und Cassel 48 bringen. Jahn Siegen und 1900 zweite Mannschaft vervollständigen den Lauf. In der Klasse B sind Borussia-Fulda und Jahn-Siegen zu nennen, während der Sieg in der 4x100 OKlasse der Vereinigung ehem. Dvmschüler, Frankfurt a. M.,sticht zu nehmen fein wird. Die offene Olympische Staffel vereinigt alle obengenannten Vereine, dazu die V. f. B.-Marburg und Gießen mit insgesamt 8 Bewerbern. In den Wurfkoniurrenzen sind der Badische Meister Oschmann, Maimheimer T. G., der schon mehrfach 50 Meter mit dem Speer überworfen hat, und Paulus, Gießen 1900, in erster Linie zu nennen, dazu Gary. V. f. B. Marburg,' und Sammler, Gießen 1900. Der Deutsche Meister, Steinbrenner-Frankfurt, hat seine Zusage leider nicht aufrechterhalten. Oschmann und Paulus sind wohl auch die ernsthaftesten Bewerber für den Dreikampf (100-Meter-Lauf, Hochsprung und Diskuswerfen), wobei Paulus die meisten Aussichten hat. Die Sprungkonkurrenzen werden int Hochsprung wohl Maurer, Cassel 48, in Front sehen. Um die Plätze streiten sich Cramer 1900 und Kaiser, V. f. B. Marburg. Die Junioren- Konlurrenzen (200-Meter-Lauf, Schleuderball und Weitsprung) sind ebenfalls stark beseht, besonders die 3x200-Meter-Stastel benötigt mit 9 Mannschaften allein drei Vorläufe. Bei den Anfängern und Erstlingen sind die Bennungen für die 100» Meter-Strecke besonders zahlreich eingegangen. Die nach Jahrgängen ein geteilten Jugendlichen sind sehr stark vertreten. Hier ist in erster Linie die Offenbacher 99er Jugend durch gute Leistungen bekannt, nach ihr Gießen 1900, Jahn Siegen, Marburg, Wetzlar B. C. und mehr. Das Aennungsergebnis hat das des Vorjahres bei weitem übertroffen; ein Zeichen, daß die vorjährige Veranstaltung ihren Zweck erfüllt hat. Weitere Anlündigung erfolgt morgen im Anzeigenteil des Gießener Anzeigers. Heute sei nur noch bemerkt, daß die Dorkämpfe 9 Uhr vorm., die Entscheidungen 2.30 Uhr nachmittags auf dem 1900-Platz a. d. Hardt ausgetragen werden. Züricher Devisenmarkt. 20. 7. das deutsche Reich diese Maßnahmen und noch andere, die man sich denken könnte, und die möglich seien, angenommen habe, erklärte Mauclere: Wir werden morgen der Reparationskommission unseren Bericht erstatten. — Im Gegensatz hierzu stellt der „Matin" fest, daß Mauclere sich geweigert habe, Erklärungen abzugeben, bevor er mit Poincare gesprochen habe. Die amerikanische Ansicht über das deutsche Jinanzproblem. Paris, 20. Juli. (WTB.) Die „Chicago Tribüne" schreibt, in alliierten Kreisen nehme man nicht an, daß die Finanzkontrolle der Alliierten in Deutschland die Reparationsfrage sehr fördern werde, aber es sei von wesentlicher Bedeutung, den völligen Zusammenbruch des Reiches zu verhindern. Die Quelle der deutschen Obarzahlungen werde immer nach der amerikanischen Ansicht der deutsche Außenhandel fein und, solange nicht in der ganzen Welt die Zölle herabgesetzt würden, und man eine große Menge deutscher Waren im Auslande aufnehme, werde es für Deutschland unmöglich sein, irgendwelche bedeutenden Barzahlungen zu leisten, obwohl Deutschland allerdings imstande sein werde, de» Alliierten Sachlieferungen zu machen. Abreise der französischen Delegation aus dem Haag. Paris, 20. Juli. (WTB.) Rach einer Ha» vasmeldung aus dem Haag reift die französische Delegation heute nach Paris ab. Rücktritt des italienischen Ministeriums. Paris, 20. Juli. (WTB.) Rach einer Meldung aus Rom ist das Kabinett zurück» getreten. „Giornale d'Jtalia' nennt Orlando als wahrscheinlichen Rachfolger des Ministerpräsidenten Fakta. das dankbare Turnen, 5p ort und Spiel. Rationale Leichtathletik-Wettkampfe des Vießener Sport-Club von 1900 an der Hardt. Meldungsergebnis: 23 Vereinr. — 2 21 Teilnehmer. Zum zweiten Male treffen sich in Gießen, einer Einladung des Gießener S. C. v. 1900 folgend, zahlreiche Leichtathleten der Deutschen Sportbehörde. Das Meldeergebnis zeigt Vertretung aus ganz Hessen. Die Berliner fehlten infolge der enormen Reisekosten und können ihre Wanderpreise nicht verteidigen. Dafür sind aber die Meldungen aus der näheren und weiteren -Umgebung desto zahlreicher elnoegangen; ein Zeichen für die Ausbreitung des Athletiksports. Die Besetzung der Wetttämpfe ist als durchaus ersÜlassig zu bezeichnen. Haben sich doch allein hier Landesverbands meister neben vielen in wei- rn Kreisen bekannten Leichtathleten angesagt. Heber die turnen Strecken treffen sich Läufer Die Heim-Kreuznach, Selhast-Cassel 48, Kreer- öiegen, Fischer-Gießen 1900 und mehr, die alle in 11 bzw. 23 Sek. laufen. Die 400 Meter bell reitet der Hessische Gaumeister Maurer-Cassel 48, her diese Strecke am vergangenen Sonntag erst in der sehr guten Zeit von 53,1 gewann. Dazu !vmmt der vielleicht noch bessere Wellenreuther, X T. D.-Mannheim. Letzterer kommt aber in der Hauptsache für die 800 Meter, als Badischer Reister über diese Strecke, in Frage. Seine beste 2,01,4 Min. Jedoch sollte ihm Bocher, Jahn-Sie- len. der 800-Meter-Mann der westdeutschen olym- rischen Veibandsstaffel bei den Kampfspielen, der sich gegen den Rekordmann Köpke so überraschend Hesien-Nasfan. «e Geldgeber für die Zehntausendmarkschrin- fabrik. 1 fpd. Frankfurt a. M., 20. Jutt. Zu 2er Falschmünzeraffäre in der Kaiser- i'traße erfahren wir weiter, daß in Höchst □m Marn zweiPersvnen unter dem Bericht der Mittäterschaft verhaftet tour« ten. Diese Leute sollen dem Malermerster ITBantbad) die Mittel zur Einrichtung der Mrkstätte zur Verfügung gestellt haben. In teni Kellerverließ wurden neben oen Zehn- marf und Zehntausendmarkschemen auch die ! Vorbereitungen für den Druck von schtoe- -isck en Kronenscheinen aufgefunden. Aemonftrationsverbat im Kreise Gelnhausen. tob. Gelnhausen, 20. Juli. Unliebsame Vorgänge bei dem Demonstrationszuge ia Wächtersbach haben dazu geführt, daß für den gesamten Kreis Gelnhausen Umzüge und Demonstrationen vom Oberprast- denten verboten worden sind. Von den n a i a I i ft e n ist darauf dem Landrat D c -- H ii s ein Mißtrauensvotum ausgestellt norden. In einer Versammlung der Bürgermeister des Kreises Gelnhausen wurde jedoch dem Landrat daraufhin das volle Vertrauen der Bürgermeister ausgesprochen. Wb. Frankfurt a. M., 20. Juli. Mit r?0 0 0 0 Mark Bargeld und einem 5check über 195000 Mark waren zwei \ Her ansässige Schlosserlehrli.nge na- nenS Georg Fischer und Josef Kalbfleisch auf Reisen gegangen/ Da das Geld Iun'ö der Scheck aus Unterschlagungen herrührten, nahm die Polizei die jungen Leute In Stettin fest. Bei ihrer Verhaftung hatten sie nur noch 6000 Mk. bei sich. Wb. Frankfurt a. M., 20. Juli. Im Hause Waldschmidtsttahe 16 wurden Montaa der Schneidermeister Edmund Drescher und lerne F r a u im Badezimmer t o t aufgefunden. Der Tod ist vermutlich durch Elekttizität ein- Frankfurter Schweine- und Kleinviehmartt. - F r a n k f u r t a. M., 20. Juli. (Amtlich.) Marktverlauf: In Kleinvieh lebhafter, in Schweinen gedrückter Handel; letztere hinterließen Uebrrstand. Im einzelnen ist zu bemerken: Aufgetrieben waren 632 Kälber, 166 Schafe und 376 Schweine. An Preisen wurden angelegt per Zentner Lebendgewicht: Kälber, beste Qualitäten, 4000—4400 Mk., mittlere Qualitäten 3400—3900 Mk., Schafe 2600 bis 3100 Mk., Schweine unter 80 Kilogr. Lebendgewicht 5600—6200 Mk., von 80—100 Kilogr. 6500—7600 Mk., von 100—120 Kilogr. 6600 bis 6900 Mk., von 120—150 Kilogr. Lebendgewicht 6600—6900 Mk., Fettschweine über 150 Kilogr. 6600—6900 Mk. Außerdem wurden 27 Rinder ohne amtliche PreiSnotterung gehandelt. Die Preise liegen um so viel über den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Händlergewinne in sich schließen. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Eine Rede Lloyd Georges. Lyndon, 20. Juli. (WTB.) Lloyd George hielt gestern in Aberistwith in Wales anläßlich seiner Ernennung zum Ehrenbürger der Stadt eine Rede, in der er unter anderem sagte: Niemals habe ich die Welt in ihrer Geschichte so schweren Zoll für einen Krieg zahlen gesehen wie für den letzten. Ob er zu schwer war, hänge davon ab, welchen Wert man der menschlichen Freiheit beimesse. Eine derartige Sündflut war aber niemals über die Welt hereingebrvchen. Hätte England damals beiseitegestanden, dann würde ein anmaßendes und rücksich t s l o s e s 'Oteich Europa und die Welt b »• herrscht haben. Frankreich unb Rußland hätten dann am Boden gelegen und der europäische Kontinent und ferne nationale Freiheit würden von einer eisernen Tyrannei mit Fußen getreten worden fein. Großbritannien wäre noch eine Welle am Leben geblieben; denn Gott habe ihm die See gegeben, die das Land wie ein Burg graben umschließe, und fein Reich würde diesen Burggraben überschritten haben. Aber Großbritannien würde dem anmaßenden Beherrscher Europas gegenübergestanden haben. Cs hätte alle Kräfte für den Augenblick des Entscheidungskampfes sammeln müssen. Eine solche Gefahr werde aber niemals wieder kehren und dafür zu sorgen, fei im Augenblick die nächste Aufgabe der Staatsmänner. Großbritannien habe feine erschöpften Hilfskräfte wieder gestärkt und zeige Beharrlichkeit wie nie zuvor. Es werde die Schwierigkeiten überwinden und in den nächsten Jahren stärker sein als je. Aber man dürfe nicht vergessen, daß der Friede unentbehrlich sei. Die Friedensfreunde, die jetzt allzu sehr zersplittert seien, müßten für den Frieden zusammenarbeiten. Es gebe heute Kräf t e, d i e es notwendig machten, daß die Freunde des Friedens eine undurchdringliche Phalanx bildeten, und hierbei müßten alle mithelfen. Ein Moratorium für Deutschland? Paris, 20. Julr. (WTB.) Soweit bis jetzt ersichtlich, behauptet die „Chicago Tribüne" als einziges Blatt, daß mit französischer Zustimmung die Reparationskommission versuchsweise ein Bar-Moratorium für Deutschland bes chlos sen habe. Die Einzelheiten seien noch nicht festgesetzi. Die Dauer des Moratoriums werde im Hotel Astoria eifrigst diskutiert. Die Franzosen hätten 3 Monate vor^ geschlagen, während die Engländer das Moratorium auf 6 Monate ausgedehnt haben wollten Für ihre Zustimmung verlangten die Franzoseil strengste Kontrolle der deutschen Finanzen durch die Alliierten in Uebereinftimmung mit den im Laufe des letzten Monats von dem Garantiekomitee mit der deutschen Regierung getroffenen Vereinbarungen, namentlich Kontrolle sämtlicher wichtiger Finanzprojekte, bevor sie dem Reichstage zugingen und durchgeführt werden. Ferner verlangen die Franzosen Garantien ist Gestall von Aktienanteilen an den deutschen großen Industrien, besonders im Bochumer Bezirk. Aber dieser Vorschlag habe noch feine endgültige Form angenommen. Angebliche Aeußerungen des Vorsitzenden des Garantieausschusses. P a r i s, 20. Juli. (WTB.) Der Garantie» aus s ch u ß ist gestern abend in Paris eingetroffen. Der Vorsitzende, Mauelere, erflärte einem Vertreter des „Petit Journal", er glaube, daß die deutschen Finanzen in verheerender Weise verwaltet würden. Es fei absolut notwendig, daß die Deutschen Garantien gäben, daß sie vermehrt würden. Wir müssen wissen, welches die Zolleinnahmen, die industriellen und Handelsrcichtümer sind, welche Summe der Staatsschatz einnimmt. Wir müssen außerdem wissen, und zwar bevor es zu spät ist, iyelche Ausgaben das Reich vorsieht, bevor sie dem Reichstag unterbreitet werden. (!) Es ist absolut unzulässig, daß im Inneren des Reiches Summen vergeudet werden, die zur Deckung anerkannter Schulden verwendet werden könnten. Auf die Frage, ob Rationalbank f. D.. ~t Boch. Gußstahlwerke *240, Bud.-Eisenw.-Akt.. 695, D.-Luremb. Bergw.. 1052, Gelfentirch.Bergw.. U65^ Harpener Bergbau. 2268, - 2450, Oberschl- Eisenb.-B. 880,- 89o, Oberfchles. Eisenind. 688,- 687, Phönir-Bergh.-Akt. 1500,- 140g,- 1320, Kirche unb Schule. fog. Die diesjährige Hauptver- i ammlung der Hess. Mif f ionskon - ^erenz wird am 15. und 16. August in I 0er Burgkirche zu Friedberg stattfinden. Ramhaste M'lssivnstoissenschaftler wie Mis- iionsinspektor D- Witte- Berlin, Privatdozent Lic. Dr. Frick-Gießen und Pfarrer Ltc. Gengnagel -Stockhausen werden Vorträge halten. Markuotterungeu. Für 100 deutsche Mark wurden gezcchtt: ---- 19.7. f Astona-IJchtspieSe Samstajr, den 22. .Juli, Lübeck > Ftims ta 15.—. Wieseck, 20. Juli 1922 Äi a. Ober-Bessingen, den 21. Juli 1922. 6855D Beerdigung: Sonntag den 23. Juli, nachmittags 33/4 Uhr. Göbel & Appel, Seltersweg 73. 6774V Holzsubmission l8""?SÄ.1894 Haie »smffM D Lichi LieSitspieShaus Bahnhofstraße 34. Oberhessischer Kunstverein Die Eröffnung der (M‘»D 8. im Hause 6853 Rittergafie 23. j Kaaifgestache | au kaufen gesucht. Schriftl. Angebote unter 07106 an den Gießener Anzeiger. : 6,73 11,09 12,83 Eintritt für Nichtmitglieder des Kunstvereins 5 Mk Der Vorsitzende. Keller, Oberbürgermeister. ■; r r Helma Kindt Werner Gunkel Referendar Verlobte Die glückliche Geburt einer kräftigen Tochter zeigen hocherfreut an Salomon Meyer und Frau Paula geb. Meier praktische Vorführungen können ohne Kauf- Xu.i...___k _. f • t • * Sie sparen viel Geld, Zeit und Aerger, falls Sie in die Auto-, Motor- und Zahrrad- schläuche das vielfach prämiierte 8N VOLMER füllen. Invulner schließt augenblicklich während der Fahrt Schlauchdefekte bis zu 5 mm Durchmesser. waldbühne. Die Aufführung der versunkenen Glocke fällt aus. GelüsteKarten werden bei E. Challier zurückgezahlt. Bekanntmachung. In der gestrigen Bekanntmachung der Elektrischen ileberlanö-QInlage der Provinz Oberhessen mutz es ' heissen: Infolge nötiger Q3au/,2 biS 7,Uhr. Karten an der Tageskasse. Kassenöffnung 12% Uhr. M«c ZWW '•*'**» । mittags 1 Uhr I Jugend-Vorstellung 25 Stück Elektromotors 3, 4, 5 und 6,5 P. 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