Nr. 93 Erscheint täglich, nutzer Sonn, und Feiertags, mit derSamstaqsbeilage: GirßenerFnmilienblätter Monatliche Vezvgrpreise: Mk 16.- und Mk. 1.50 Trägerlohn,durch diePost Mn. 17.50, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt.— Fernsprech- Anschlüsse: für dieSchr ist- leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Lietzen. postscheülonto: Zranksurt a. M. 11686. Freitag, 2[. April 1922 172. Jahrgang 21nnaQi;u aon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm Höbe für Anzeigenv 34mmÄreite örtlich 120'Pf., auswärts 150 Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mir Brette 150 Pf. Bei Platz- Vorschrift20' ^Aufschlag Hauptschriftleiter: Aug. Goetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Marl Walther; für den Anzeigenterl: Hans Beck, sämtlich in Bietzen SiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch und Steinbruderei H. Lange. Lchristlettung, Geschäflrstelle und Druckerei: Zchulstratze 7. gur Neugestaltung der allgemeinen Fortbildungsschule. Wir erhalten folgende Zuschrift: Am 1. April 1922 ist das neue Volksschul- gesetz in Kraft getreten. Neben einer Reihe sehr wichtiger, in das Wesen der Volksschule tief einschneidender Neuerungen setzt es auch der allgemeinen Fortbildungsschule neue Aufgaben. Das Jahr 1874 hatte in Hessen mit der Schaffung des alten Schulgesetzes zum erstenmal die Einrichtung von Schulen für das nachschulpflichtige Alter verlangt. Das war für die damalige Zeit eine beachtenswerte Leistung. Inzwischen ist die Entwicklung fortgeschritten, aber nur an wenigen Plätzen hat die allgemeine Fortbildungsschule mit ben weitecgehenden Bedürfnissen des Wirtschaftslebens Schritt gehalten. Mit dieser Unterlassung war der Anlaß und die Notwendigkeit gegeben zur Gründung von Sonderschulen, die wenigstens den Bedürfnissen bestimmter Berufsgruppen Rechnung tragen sollten. Diese Sonderschulen haben sich gut entwickelt und sich als recht nützlich erwiesen. Der Zustand, daß der weitaus größte Teil Unserer schulentlassenen Jugend einen Fortbildungsschulunterricht nur im Rahmen der bescheidenen Bestimmungen von 1874 erhielt, war längst vor dem Kriege als ungenügend erkannt, und die Notwendigkeit einer zeitgemäßen Ausgestaltung wurde wohl allgemein zugegeben. Der bestechendste der erörterten Derbesferungsvorschläge war wohl der, an den achtjährigen Dolksschulbeluch ein neuntes Pflichtjahr anzuschließen. Nur von der unterrichtlichen Seite aus gesehen, wäre das ohne Zweifel die beste Losung und für unsere Jugend ein Segen gewesen Nlan kann es nur bedauern, daß die Volksschule ihre Schüler gerade in dem Alter entlaßt und ins Leben hinausschickt, in dem sie für die Schularbeit am leistungsfähigsten und für selbständiges Arbeiten am besten gefordert sind. Indessen, auch das 9. Schuljahr hätte noch feinen voll genügenden Ersah für einen Unterricht Der Echcllentlassenen, wie er gefordert werden muß, werden können. Man braucht nur an die erziehliche Seite zu denken, um zuzugeben, daß es ein unbefriedigender Zustand geworden wäre, wenn die jungen Leute schon mit 15 Jahren jeder Beeinflussung durch eine geeignete Schul- crziehung entzogen worden wären. Doch nun sind alle Uebeticgungen über diese Frage überflüssig: der unglückliche Ausgang des Krieges verbietet uns in unserer Armut jeden Versuch, unsere Jugend ein Jahr später als seither an das Erwerbsleben abgugdxn. So bleibt nur eins übrig: Ausbau der bestehenden Fortbildungsschulen und ihre Anpassung an die D?° dürsnisse des staatlichen und wirtschaftlichen Lebens Diese Ausgabe hat das neue Schulgesetz mit Entschiedenheit angefaßt; es hat mit seinen Bestimmungen den Weg freigemacht zu einer Entwicklung. die in wenigen Jahren der Schule ein neues Gepräge geben wird. Es wird immer eine anerkennenswerte Leistung bleiben, daß 3 Jahre nach einem so vernichtend verlorenen Kriege die Fortsetzung des Werks unternommen worden ist, das seinerzeit — nach einem gewonnenen Kriege — begonnen wurde, und das dann in einer guten Zeit 40 Jahre ohne bemerkenswerte Fortentwicklung stehen geblieben ist. Unter den von dem Schulgesetz von 1921 geforderten Neuerungen stehen obenan, daß die Fortbildungsschule künftig Iahresunter- r i ch t haben wird. Einer Darlegung darüber, daß dieser Iahresunterricht notwendig ist, kann es kaum noch bedürfen. Er ist nicht allein aus unterrichtlichen, sondern ebensosehr aus erziehlichen Gründen nötig. Gewiß, unsere Gießener nachschulpflichtige Jugend hat bereits vieles von dem Häßlichen überwunden, das wir unmittelbar nach dem Kriege auch in unfern kleinstädtischen Verhältnissen an ihr feststellen mußten. Aber es bleibt doch auch heute noch manches zu tun: nicht nur, daß wir den Heranwachsenden jungen Mann tiefer erfüllen wollen mit dem Bewußtsein feiner Pflichten gegen sich selbst, gegen seine Familie und seine nähere Umgebung. — auch der Pflichtenkreis soll ihm eindringlicher als seither erschlossen werden, in den er als Glied der Volksgemeinschaft gestellt ist: er soll seine vaterländischen und sozialen Ausgaben tiefer und unmittelbarer erfassen und in sich aufnehmen: „staatsbürgerliche Erziehung"! — Dazu bedarf es einer verständigen, allmählichen Hineinfübrung in Gebiete, in denen Wissen schon und nützlich sein kann, zu deren 'Forderungen aber erzogen zu werden, gerade heute unerläßlich ist. Von dieser Erziehung hängt doch wohl mit in erster Linie die Gesundung ab, die uns so not tut. Der Unterricht in der Fortbildungsschule wird künftig zum größten Teil Vormittagsunterricht sein. Darin liegt ein erheblicher Fortschritt. Die jungen Leute werden künftig frisch und aufnahmefähig zum Unterricht kommen und damit unter günstigeren Arbeitsbedingungen stehen als seither. Man wird dabei auf die Bedürfnisse der einzelnen Berufe Rücksicht nehmen, soweit es angängig ist. Die geringen Unbeguem- lichkeiten, die sich für manche 'Berufe anfangs ergeben mögen, werden gewiß — wie auch an andern Plätzen — in kurzer Zeit überwunden werden. Die Fortbildungsschule wird künftig in stärkerem Maße den Berufsgedanken betonen. Diese Forderung gilt heute nicht nur in den Kreisen der Fortbildungsschulmäimer als selbstverständlich, sie wird auch von dem neuen Schulgesetz ausdrücklich aufgestellt. Die Durchführung dieses Gedankens wird in kleinstädtischen Verhältnissen nicht in dem Umfang möglich sein wie in der Großstadt, wo die Berufsgliederung den Schulausbau bis in die letzten Klassen hinein be-1 herrscht und der junge Mann nur mit Kameraden aus seinem engsten Arbeitsgebiet zusammensitzt' «München). 'Aber auch in der Kleinstadt läßt sich manches erreichen. Der Derufsgedante wird auch hier der beherrschende fein. Er wird getragen fein von einem Fachunterricht, erteilt von Männern des praltischrn Berufs und von besonderen Fachlehrern, aber er wird auch dem allgemeinen Unterricht das Gepräge geben, der wohl z. T. auch weiterhin in der Hand von Lehrkräften bleiben wird, die seither schon in der Fortbildungsschule gearbeitet haben. Di fer allgemeine Unterricht soll keineswegs vernachlässigt werden. Es verdient Beachtung, daß das auch die Meinung des organisierten Handwerks ist, wie aus dem Bericht des Ausschusses des Landesgewerbevereins vom März ohne weiteres zu erkennen ist. Gegenüber der Unterschätzung, unter der der allgemeine und staatsbürgerliche Unterricht in vielen Schulen lange gelitten hat, ist es erfreulich, zu sehen, daß man sich wieder darauf besinnt, daß der Heranwachsende junge Mann in seiner Ausbildung nicht allein auf seine engsten Berufsarbeiten abgestellt werden darf. Mit ganz besonderer Sorge muß in dieser Beziehung an das Heer der Berufslosen gedacht werden. Ihnen muß als Gegengewicht gegen die Seelenlosigleit ihrer Tagesarbeit in diesem wichtigen Lebensabschnitt unbedingt etwas gegeben werden, was ihnen persönliche Werte gibt und sie z. D. etwas ahnen läßt von dem Ethos der Arbeit. Wir suchen heute nach Kräften, die uns wieder nach oben führen. Dor 100 Jahren hat man sich in ähnlicher Lage auf die im Volke ruhenden, zum großen Teil noch ungeweckten Werte besonnen. Das sollteir wir auch heute tun. Die Frage, was wird aus unseren Schulentlassenen. sollte man deshalb mit allem Ernst prüfen. Schließlich ist die Möglichkeit unserer moralischen und wirtschaftlichen Gesundung nicht zuletzt eine Erziehungsfrage. Don diesem Gedanken aus sollten die Forderungen des neuen Schulgesetzes und die vorstehenden Darlegungen kn erster Linie bewertet werden. F. Die Tariferhöhungen der Post. Berlin, 20. April. (WB.) Im Reichs- postministerium hat heute unter Mitwirkung des Derkehrsbeirats und unter dem Vorsitz des Reichspostministers die rm Haushaltungsaueschuß an- gekündigte Durchberatung der neuen Post-, Telegraphen- und Fernsprechgebühren begonnen. Die neuen Gebühren für 'Brief- sendungen, Pakete und Postschecks, Telegrammund Fernsprechgebühren sollen Anfang Juni oder Anfang Juli, die neuen Zeitungsgedührrn erst am 1. Oktober in Kraft treten. Der Reichspostminister begründete einleitend die n.yae Ge- lührenvorlage mit der sprunghaft eingetretenen Erhöhung der Betriebsunlosten und der notwendigen Kosten für jeglichen Lebensunterhalt, die Anfang April auch zu einer Erhöhung der Löhne und Gehälter führten. Durch Ersvarnisse allein können diese neuen Ausgaben, die etwa 5 Milliarden betragen, nicht eingebracht werden. Sie muffen, so unpopulär das ist und so schwere wirtschaftliche und kulturelle Schädigungen es bedeutet, auch durch Tariferhöhungen gedeckt werden. Nach den dem Derkehrsbeirat vorgelegten Entwürfe sehen die neuen Gebührenvorlagen folgendes vor: Die Gebühr eines Briefes der untersten Stufe bis 20 Gramm — das ist der die Regel bildende Brief — soll im Ortsverkehr von 1,25 Mark auf 1 Mk. herabgesetzt werden. Auch die Gebühr für Pakete von 10 bis 20 Kg. in der Nahzone wird von 30 auf 25 Mk. ermäßigt, iln» verändert bleiben die Gebühren für Postkarten im Ortsverkehr, Briefe im Ortsverkehr von 20 bis 100 Gramm, Drucksachenkarten, Drucksachen brs 20 Gramm, Ansichtskarten mit fünf Grußworten, Pakete von 10 bis 15 Kg. in der Nahzone und für Zeitungsrakete bis 5 Kg. in der Nahzone. Die Posianwcifungsgebühren und die sogenannten Nebengebühren bleiben bei der Erhöhung gleichfalls außer Betracht. Von einer Verteuerung der Einschreibung, Wertversicherung und Eilbestellung wird abgesehen. Erhöht werden folgende Gebühren: Für eine Postkarte im Fernverkehr auf 2 Mk., für einen Brief i in Fernverkehr bis 20 Gramm auf 3, über 20 bis 100 Gramm auf 4 Mk., über 100 bis 250 Gramm auf 5, für dienstliche Aktenbriefe über 250 bis 500 Gramm auf 6 Mk., Drucksachen über 20 bis 50 Gramm auf 0,75 Mk.. über 50 bis 100 Gramm auf 1,50 Mk.. über 100 bis 250 Gramm auf 3Mk.. von 250 bis 500 Gramm auf 4 Mk, von 500 Gr. bis 1 Kg. auf 5 Mk.; für Gcschäftspaviere bis 250 Gramm auf 3 Mk., über 250 bis 500 Gramm auf 4 Mk., über 500 Gramm bis 1 Kg. auf 5 Mk.; für Warenproben bis 250 Gramm auf 3 Mk., über 250 bis 500 Gramm auf 4 Mk., über 500 Gr bis 1 Kg. auf 5 Mk.; für Warenproben bis 250 Gramm auf 3 Mk.; für Mischsendungen bis 250 Gramm auf 3 Mk., über 250 bis 500 Gramm auf 4 Mk., über 500 Gr. bis 1 Kg. auf 5 Mk., für Päckchen bis 1 Kg. auf 6 Mk. Als Gebührensätze für Pakete sind vorgesehen: Für Pakete in der Nahzone bis 5 Kg. 7 Mk.. über 5—10 Kg. 14 Mk., über 10—15 Kg. unverändert 20 Mk., Pakete über 15—20 Kg. 25 Mk. anstatt 30 Mk., für Pakete in die Fern- »one bis 5 Kg. 14 Nkk., über 5—10 Kg. 28 Nkk., über 10—15 Kg. 40 Wk., über 15—20 Kg. 53 Mk. Das Verhältnis zwischen der Gebühr für einen einfachen Inlandsbrief und für einen einfachen Ausländsbrief wird nach wie vor 1 zu 2 betragen. Der einfache Ausländsbrief bis 20 g kostet also künftig 6 Mk. Die gesetzlichen Postscheckgebühren sollen folgendermaßen geändert werden: Für jede von der Zahlstelle des Postscheckamts durch ileberiEetfung auf die Reichs- bank und für jede in den Abrechnungsstellen beglichene Auszahlung 1/50 des Schrckbetrages; für jede Barauszahlung durch die Zahlstelle des Postlcheckaints sowie für die Ucberfenbung eines Schecks durch das Scheckamt an die Post- anstalt und für die weitere Behandlung des Schecks bei dieser 1 v. T. des Scheckbetrages. Die Gebühren für Auszahlungen werden auf volle 10 Pfg. abgerundet. Die gesetzlichen Telegramm- gebühren sollen bei gewöhnlichen Telegrammen auf alle Entfernungen 1,50 Mst für jedes Wort, mindestens aber 15 Mk. betragen, im Ortsverkehr jedoch 1 Mk. für jedes Wort, mindestens 10 Mk.; bei Prefsetelegrammen wie bisher die Hälfte dieser Gebühren. Die Rvhrpostgebühren im Ortsverkehr werden um je 50 Pfg. ermäßigt und sollen betragen: bei Postkarten 4 Mk., bei Driesen 5 Mk.; im Fernverkehr bei Postkarten 6 Mk. und bei ‘Briefen 7 Mk. Die in den Paragraphen 3, 4 und 8 des Fernsprechgebührengesetzes bestimmten Gebührensätze sollen um 160 v. Hundert statt wie bisher 80 erhöht werden. Die Derhandlungen mit dem Verk'hrsbetrat über die Gestaltung aller Gebührensätze dauern fort. Die dann beschlossenen Gebühren unterliegen später noch der Zustimmung des Retchs- rate und des Ausschusses des Reichstages Eine Erklärung Lloyd Georges an die Pressevertreter. Genua, 20. April. (WTD.) (Spezialbericht des Vertreters des WTD.) Für heute nachrnittag 4 Uhr waren die in Genua antoefenben Pressevertreter aller Länder nach dem Palazzo San Giorgio, wo vor zehn Tagen die Konferenz eröffnet wurde, eingeladcn worden, um eine Erklärung Lloyd Georges entgegenzunehmen. 'Der englische Premierminister htelt zunächst eine kurze Rede unb beantwortete hierauf eine Reihe an ihn gerichteter Fragen. Er sagte u. a.; Die Konferenz ist iwch am Leben und an der Arbeit. Cs gibt zwei Arten von Leuten: Die einen wünschen der Konferenz Erfolg, die anderen das Gegenteil. Den letzteren habe ich nichts Ermutigendes mitzuteilen. Wir arbeiten uns durch d i e Schwierigkeiten hindurch. Der durch den Abschluß des deutsch-russischen Vertrages herbeigesührte Zwischenfall ist, wie ich hoffe erledigt und wird keine ferneren Schwierigkeiten mehr machen. Die Mitteilung von dem Abschluß des Vertrages war eine völlige Ueberraschung für mich Es gibt jetzt für die Deutschen zwei Alternativen: Entweder auf den Vertrag zu verzichten oder an den Sitzungen der ersten Kommission nicht mehr teilzunehmen. Ich glaube zu wissen, baß die Deutschen zu leßterem bereit sind. Ich denke deshalb, daß die Sache bcigelegt ist. Der Vorfall war durchaus nicht ohne Bedeutung. Der Vertrag war hinter dem Rücken der anderen Konferenzteilnehmer geschlossen worden. Wenn alle so handeln wollten, müßte die Konferenz zusammenbrechen. Die Note an die deutsche Delegation war meiner Ansicht nach vollauf berechtigt und ich hoffe, daß sie eine ausgezeichnete Wirkung auf den künftigen Verlauf der Konferenz ausüben wird. Wenn auch die Gefahr einer verhängnisvollen Störung der Konferenz groß gewesen ist, so ist doch keine Rede davon, daß die Russen oder die Deutschen den Vertragsabschluß in der Absicht vollzogen haben, die Konferenz zu Fall zu bringen. Heber diesen Punkt darf kein Mißverständnis bestehen. Zu den Verhandlungen mit Rußland sagte Lloyd George: Ich hoffe, daß heute die russische Antwort einlaufen wird, und ich würde sehr erstaunt sein, wenn sie nicht so lautete, daß sie die Fortsetzung der Konferenz rechtfertigte. Morgen wird die politische Kommission oufammentreten, um die russische Antwort zu prüfen. Ich hoffe, die Konferenz wird zu einem vollen Erfolg führen und zur Pazifizierung Europas und zur Wiederherstellung des zerstörten Kontinents beitragen. Uebrigens hat der Zwischenfall die Arbeiten der Konferenz nicht auf» gehalten, da man ja so wie so auf die russische Antwort warten mußte. Lloyd George schloß: Ich hoffe, die Konferenz wird zu einem Palt führen, wie ihn die Canner Beschlüsse vorsehen, einem Pakt, in dem sich die Nationen verpflichten würden, f i ch jeder agressiven Handlung zu enthalten. Sollte es dazu nicht kommen, so würde ich die Konferenz für einen Fehlschlag halten. Auf die Frage, wer die Feinde der Konferenz seien, erwiderte Lloyd George: Die Leute, die den Haß in Permanenz erklären und sich über Konflikte zwischen den Nationen freuen. Der Völkerbund wird die Aufgabe haben, das Werk der Konferenz fortzuseyen, aber erst, wenn ihm nicht bloß, wie gegenwärtig, die Hälfte von Europa sondern wenn ihm alle Nationen Europas angehören. Solange Deutschland und Rußland außerhalb stehen, ist kein wahrer Weltfriede möglich. Lloyd George betonte schließlich mit allem Nachdruck, daß er an den günstigen Ausgang der Konferenz glaube. Er sei überzeugt, daß die Konferenz zur Herstellung der europäischen Harmonie beitragen werde. Das sei der große Zweck und das Endziel der Konferenz und er glaube daran. Der voraussichtliche Inhalt der deutschen Antwortnote. Berlin, 21. April. Wie die Blätter aas Genua melden, wird die deutsche Antwortnote heute morgen den Allierten überreicht werden. In der Note wird den Blättern zufolge Verwahrung eingelegt gegen den Vorwurf der Heimlichkeit und Illoyalität bei dem Abschluß des deutsch-russischen 'Bcrtragid. Die Note betont, daß Deutschland auf die Teil- na 6 m e an den Verhandlungen des politischen Unterausschusses über die Regelung der russischen Frage so weil verzichtet, als die durch den deutsch-russischen Vertrag bereits geregelt en Punkte erörtert werden. Bei jenen Fragen, die über den Bereich des Abkommens hinausgehen, insbesondere Ixi den Fragen des Wiederaufbaues und der tünf- tigen wirtschaftlichen Gestattung Rußlands, wird Deutschland nach wie vor Mitarbeiten. Von einer Revision oder gar Annullierung des deutsch-russischen Vertrages könne keine Rede fein. Die Blätter fügen hinzu, daß diese Regelung mit der Gegenseite eingehend besprochen worden ist. Die Einigung könne also als durchaus gesichert gelten. Berlin. 20. April. Nach einer Meldung der „Voss. Ztg." aus Genua ist die Ucbcr- reichung der Antwortnote der deutschen Delegation neuerdings verschoben worden. Voraussichtlich wird sie erst morgen überreicht werden. Der italienische Außenminister Schanzer ersuchte heute vormittag die deutsche Delegation, ihre Antwortnote nicht abzusenden, ehe er Gelegenheit hatte, noch einmal mit Rathenau Rücksprache zu nehmen. Rathenau begab sich daraus zu Schanzer in die Villa Raggio. Hebe: den Inhalt de »russische nMemo- randums, das den Alliierten heute übergehen werden soll, erfährt das Tageblatt folgende Einzelheiten: Das Memorandum zähll alle <5 haben auf, die Rußland durch den von den Al-iier- ten unterstützten (Bürgermcq und durch die Blockade erjtt. Insbesondere wird auf den Verlust Bef sar abiens und auf die Verwüstungen im Gebiet von Archangelsk hingewiesen. Das Menwrandum meldet den Anspruch aufVergulunq dieser Schäden an. Rußland gibt jedoch andererseits die Verpflichtung zu, seine Vorkriegs - schulden au bezahlen, verlangt aber zu diesem Zweck ein Moratorium der Kredite. Berlin, 20. April. (Wolff.) Wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, ist die geflissentlich Verbreitete Meldung von Uneinig- fetten in der deutschen Delegation falsch. Die Delegation ist bollf.?nuneii einig Die Verhandlungen über die Einrenkung der Situation gehen weiter. Die Zurückziehung des deutsch-russischen Vertrages kommt nicht In Frage. Hierin sind wir mit den Russen einig. Ein deutsches Dementi. Berlin, 20. April. (WTB.) ..Daily Telegraph" verbreitete gestern eine Meldung über eine deutsch-russische Militärkonvention. Diese Nachricht zeigt wiederum, mit welch groben Mitteln der Stimmungsmache auf der Gegenseite gearbeitet wird. Die Behauptung über eine deutsch^russische Militärkonvention wurde von deutscher amtlicher Seite bereits als vollkommen aus der Luft gegriffen bezeichnet. Ein amerikanischer East bei der deutschen Delegation. Berlin, 20. April. (Wolfs.) Nach der Z." ist die deutsche Delegation in Genua heute vormittag zur Festsetzung des Antwort- te? tes zusammenaetreten, die bis zum Nachmittag dauern werde. Die Einhändigung an die Alliierten und an die Presse werde erst gegen Abend erfolgen. Der amerikanische Beobachter auf der Genueser Konferenz, Botschafter Child aus Rom, wird heute abend beiRathenau und der deutschen Delegation in Nervi zu Gast sein Eine Kundgebung der Neparationskommissron. P a r i s, 20. April. (Havas.) Die Reparationskommission veröffentlicht folgende Note: Die Reparationskommission hat ihre Aufmerksamkeit dem in Rapallo am 16. April von Dr. Rathenau als Vertreter der deutschen Regie^ rung und von Volkskommissar Tschitscherin als Vertreter der Sowjetrepublik unterzeichneten Vertrage zugewandt. Im Lause einer heute abgehaltenen Sitzung hat die Kommission beschlossen, 1. von der Kriegslastenkommission eine offizielle Kopie des Vcrttages von Rapallo zu fordern, 2. ihre juristische Abteilung zu beauftragen, sofort und ohne das Eintreffen der erwähnten osft- -iellen Kopie abzuwarten, die Frage zu prüfen, ob und in welchem Umfange der Vertrag von Rapallo die Bestimmungen des Vertrages von Versailles berührt, für den allein die Repara- tionskommission zuständig ist, und insbesondere, ob und in welchem Umfange der Vertrag von Rapallo den Rechten und Privilegien der Reparationskommission Abbruch tun kann. Aus italienischen Blättern. Genua, 20. April. (Dolfs.) Der Genueser Korrespondent des „(Sortiere della Sera", Emanuel. weist auf die schweren Folgen hin, die der „Fehltritt der Deutschen" für die'e gehabt habe. Wahrscheinlich würde Deutschland nichts anderes übrig bleiben, als die folgen seines Irrtums an-.uerkennen. Weiter veröffentlich der »Corrierc della Sera" einen Artikel von Keynes, der gleichzeitig im „Manchester Guardian" erscheint, worin er den k^utsch-rufsifchen Vertrag als gut in sich fcCfTt, aber fehlerhaft in der Prozedur bezeichnet und darauf hinweist, daß die Umstande, die an und für sich klare Frage leider kompliziert hätten. , , r , . Der Mailänder „Secoko" hofft aus etni günstige Lösung der Streitfrage. In einem Londoner Telegramm weist er darauf hin, daß England mit Ausnahme der Kreise der Rorthcliffe- foreffe eine ruhigere QUiffa'Tung der durch den !Dertvc»g geschaffenen Sage Platz gret't. e2lbanti“ teilt ntii, baß. die russische Dele- igatton beabsichtige, heute einen scharfen Protest gegen das Londoner Memorandum zu überreichen. Dem Protest sei die Forderung auf Anerkennung der Sowjetrepublik beigefügt. Die Turiner „Stampa" wendet sich in einem Leitartikel heftig gegen die Ausführungen des „Corriere della <5eHa“, der ein enges Zu- 'lannnenacbeiten Italiens mit Frankreich gefordert «chatte. Das Blatt nennt eine solche Politik eine vollständige Aufgabe der nationalen älnabhängig- 'fett. In bezug auf den deutsch-russischen CBertrag führt das Blatt weiter aus, daß nach dem £on= doner Memorandum Deutschland nichts anderes iubrtQ geblieben sei, als sich mit den Aussen zu verständigen. Eine ägyptische Denkschrift an tie Genueser Konferenz. Paris, 20. April. (WTB.) Havas teilt -mit, daß der Führer der nationalen ägyptischen Partei und Vorsitzende des ägyptischen Komitees von Europa, Ali Kamel Bey. an die Mitglieder der Konferenz von Genua und an Den Völkerbund ein Memorandum gerichtet habe, in dem die Hnabfjängigfeit Aegyptens und des ägyptischen Sudans unter folgenden Bedingungen verlangt wird: 1. Unabhängigkeit Aegyptens einschließlich des ägyptischen Sudans ohne Bedingungen und Einschränkungen: 2. internationale Garantie für diese Unabhängigkeit, zum mindesten unter Beteiligung der großen Mittelmeermächte: 3. Einverständnis der Konferenz mit der dauernden tatsächlichen Internationalisierung des Suezkanals: 4. keinerlei Kontrolle der ägyptischen Finanzen, abgesehen von der öffentlichen Schild: 5. falls die Mächte auf die Kapitulationen verzichten, kann das nur zum Vorteil Aegyptens geschähen. — Die Wiederherstellung des Friedens in Aegypten erklärt der ägyptische Parteiführer für abhängig von diesen Bedingungen. Ein Proteststreik in Irland. Dublin, 21. April. (Reuter.) Die irische Arbeiterpartei hat einen Aufruf zu einem 24stündigen Streik in ganz Irland für den nächsten Montag erlassen als Protest gegen den Militarismus und dagegen, daß es den Politikern nicht geglückt ist, eine Verständigung zu erreichen. Wie es heißt, wird der Streik den gesamten Eisenbahn-, Post- und Telegraphendienst in Mitleidenschaft ziehen. Der U Semet-ow. Pari s. 20. April. (WTB.) Aach einet Havasmeldung aus Reuyork ist General Seme- now gegen eine von seinen Freunden gestellte 'Staution von 25000 Dollar in Freiheit gesetzt worden. Die Teuerung in Oberschlcfien. Oppeln, 21. April. (WTB.) Die interalliierte Kommission erklärte in einer amtlichen Mitteilung, daß die gegenwärtige Teuerung auf wucherische Maßnahmen der Kaufleute zurückzuführen sei. Sie habe deshalb beschlossen, gegen die Wuchererund Schieber scharf Vorzug e h e n. Die Kreiskontrolleure seien angewiesen, unverzüglich die nötigen Straf Maßnahmen zu ergreifen. Am Schluß der amtlichen Mitteilung wird die Bevölkerung zur Mitarbeit auf- geforbert / Zwei Hungerbriese von der WsLga. Las „Hilfswerke der Wolgadeutschen" und der „Verein der Wolgadeutschen", die in Verbindung mit dem Reichscmssch^ß „Brüder in Rot" das Hungerelend unter den deutschen Wolgakolonisten $u lindern bestrebt sind, erhalten dauernd erschütternde Briefe von deutschen Familien aus den Hungergebieten. Die beiden Briefe, die nachstehend mitgeteilt werden, sind aus den deutschen Wolgeko'.onien Köhler und Pfeifer. 6t> .geben furchtbare Menschenschicksale wieder. Der erste Brief ist von drei Brüdern an den in Ar- igentinien wohnenden glücklicheren Bruder gerichtet und zur älebermitttung nach Berlin gesandt worden. Er lautet: „Lieber Bruder! Wie arm, wie schrecklich arm die Lage bei uns in Rußland ist, kann auf Papier gar nicht niedergeschrieben werden, es gibt keine Beschreibung, liniere Mutter, Magdalene, ist verhungert, der Onkel Adam auch. Dem Onkel Christian seine Frau ist gestern abend verhungert. Die Kinder von 1—14 Jahre alt bekommen einmal gekocht. Die Menschen ft erben vor Hunger laufcnbtoeiS. Bei uns in Köhler wird alles krepiertes Fleisch von Hunden, Katzen, Pferden gegessen. In den Dörfern über der Wolga waren schwn einige Fälle, daß die Eltern ihre Kinder schlachteten und aßen das Fleisch derselben. Ein Mann schlachtete sogar DieSakramLnishex. Roman von Marie K e r s ch e n st e i n e r. (Aachdruck verboten.) 1. Kapitel. Unter dem Tiefblau des Sommerhimmels ein Gottesbtumenleppich voll Sa.bcnglut — so dehnte sich die Heide hin, soweit man sah. Ueppige Kissen hochblühenden Heidekrauts überall hin- gebettet zwischen die dunkeln Züge der Heidel- bcet[tauben, oder eng aneinandergeschmiegt zu weiten pfirsichroten Matten, gaben den Grundton an. lind dazwischen ein Prangen and ein . Flammen von Drümlcr.i in Rot und in Geld und in Blcm, ein Sprossen von blonden Gräsern wunderlichster Art, ein Wircsal von aller- grünstem Allerlei! Wachhollergestrüpp mit schönblauen B.e en auf den störrischen Armen, die gelbe Fackel des Ginsters da und dort oder des Fingerhuts purpurne Pracht! Ad und zu ein Birröamn, den flatternden Blätterschleier aus- Tyängenb über den Reichtum zu stimm Füßen! lieber allem die Hochflut des Sonnenlichts, die die Farben der Heide noch bunter, das Geben in ihr noch voller erscheinen ließ als sonst. 3m Aorden tat sich der Wald aus. So sehr die Heide sich auch auflehnte gegen diesen Gegner, der sich anmaßte, i./rem Reich eine Grenze zu setzen, auf die Dauer konnte sie feiner robusten Kraft nicht widerstehen. Wohl rief sie all ihre Kinder zusammen zu trotziger Wehr und "faribre breite Kecken von Heidekraut noch weit hinein m das grüne Gewölbe. Aber di: hochragenden Kickern, dir, uneroittlichen Hagestolzen gleich, am Waldsaum noch vereinzelt standen. seine Frau und das Fleisch salzte er ein uno kochte und ah das Fleisch. Zweifle nicht daran, es sind Tatsachen. Dem Onkel Christian seine ’^rau, die eben erst gestern verhungert ist, war bet mir und als sie nach Hause ging, so stahl sie unsere Katze. Am anderen Morgen ging ich hinaus und wollte nachsehen, ob die Katze nicht bei ihr fei. Fand dieselbe auch, aber nicht lebend, sondern im Kochkessel. Lieber Bruder! Wir, Deine Brüder, schreien zu Dir um Hllfe. Schicke schnell Eß- Produkte, wenn nicht, so verhungern wir alle." Der zweite Brief tautet: „Infolge Ihres Schreibens vom 15. November d. I. teile ich Ihnen mit, daß Frau Christiana R. aus Pfeifer im Frühling lausenden Jahres vor Hunger gestorben ist. Im Sommer, kurz vor der Ernte, traf dasselbe Schicksal auch ihren Wann und ihren Sohn aus erster Ehe. Dessen Frau lebt noch, aber wenn es keine schnelle Hilfe gibt, dann Üaitn man auch sie mit ihren beiden Kinderchen aus der Liste der Lebenden streichen. Wenn jemand von den in der weiten Ferne wohnenden Fremden sich interessiert für das Schicksal von Pfeifer ifm gegenwärtigen Momente, so kann man ihm folgende Mitteilung machen. Das erste Opfer des Hungers (direktes Opfer) fiel am 19. Januar 1921. Indirekte Opfer aus großer Entbehrung und Rot waren schon früher. Aber in diesen Fällen ging dem Tode als natürliche Folge irgendeine Krankheit voraus. Direkte Opfer des Hungers, wobei bis 3 Menschen in einem Tage aus einer Familie hinausgefahren wurden auf den Friedhof, zählen wir etwas über 300. Rur das Mitleben kann ei ngenaues Bild unserer Leiden geben. Deshalb ist ein in der gegenwärtigen Zeit mögliches Beschreiben ganz unnütze. lleberaQ sieht man deutlich ein sicheres Entgegengehen dem allseitigen Untergang. Ein unnatürliches Dahinsiechen ist uns, wie es scheint, be- schieden. Herzlichen Dank für jede Sorge um uns unglückliches armes Völkchen aus einem Blute." Was können Worte dazu sagen. Rur schnelles Handeln kann hier nützen. Das Deutsche Rote Kreuz, das die Hilfsaktion bei den Deutschen in Rußland ausführt, hat die Gewähr geschaffen, daß alle Transporte unversehrt anfommen und in die richtigen Hände gelangen. Spenden nehmen auf Konto ..Reichssammlung Brüder in Rot" alle Banken und Postanstalten, die Preußische Staatsbank (Postscheck Rr. 101391) und die Reichssammlung selber (Postscheck Berlin RW. Rr. 65 600) entgegen. Aus dem Reiche. Eintreffen des neuen am-rrik?.nifchsn Dot- schaftsrs in Berlin. Der amerikanisch: Botschafter H o u g h t o n, her gestern in Berlin eingetrorfen ist, erklärte Pressevertretern: Es bereitet mir ein großes Vergnügen, wieder in Berlin zu weilen, wo ich vor vielen Jahren als Student war. Von Zeit zu Zeit kehrte ich nach Deutschland zurück und wio- metc den deutschen Angelegenheiten mein größtes Interesse. Daher sehe ich mit Zuversicht meiner Tätigkeit als offizieller Vertreter meines Landes in Berlin entgegen. Die KarLoffLlbewirtschaflung. Berlin, 21. April. Die angekündigte Besprechung der deutschen Ernährungsmini- st e r über bi? Kartoffelbewirtschaftung fand laut „Lokalanzeiger" gestern in Berlin statt. Landarbsiterstreik. Berlin, 21. April. Beim Beginn der Frühjahrsbestellung sind in verschiedenen Gegenden Deutschlands die Landarbeiter in den Streik getreten. Deutschnationale Abgeordnete haben daher im Reichstage eine Anfrage eingebracht, in der gefragt wird, ob dir Reichsregierung im Interesse der Sicherstellung der Vollsernährung bereit ist, dir landwirtschaftlichen Betriebe durchweg als lebenswichtig zu erklären, die Testellungsarbeiten als unaufschiebbare Rötst andsarbeiten anzuerkennen, dir Technische Rot- hllfe cinzusetzen und den Schutz der Arbeitswilligen durch Schutzpolizei oder Militär ausüben zu lassen. Kapp zu einer Operation im Krankenhaus. Wie die ^Voss. Ztg." aus Leipzig berichtet, ist in dem Befinden Kapvs eine weitere Verschlechterung eingetreten, so daß eine Operation zur Beseitigung einer Geschwulst am Auge ungesäumt vorgenommen werden muh. Das Reichtet icht hat deshalb in die Ueberfüh- rung Kapps in ein Krankenhaus eingewilligt. Diese ist gestern abend unter Aufrechterhaltung der Untersuchungshaft vorgenommen worden. Aus.Hessen. Förderung des juristischen Nachwuchses. Das Verständnis der theoretischen Universi- tätsvorlesungen wird den Rechts studier enden dadurch erschwert, daß ihnen jede Vorstellung darüber fehlt, in welcher Weise sich die Handhabung des Rechts vollzieht, und in welchen Formen die in den Vorlesungen zur schloßen sich allmählich tiefer zusammen, Tannen und Fichten gesellten sich ihnen zu und je mehr der Wald an Pracht und Fülle gewann, desto kleinmütiger duckten sich die sonnendurstigen Heidekinder, desto seltener sah man etnzelne wagemutige Sträuchlein noch weiter bringen. Die Heide unterlag und hinter ihr breitete der Da- kramentswald feine tief grünen Mas en aus. Da, wo der Cldderg f.inen breiten, beforsteten Rücken den Rordstürmen zum Trotz erhebt, begann das kleine Heidedorf. Als eine langgestreckte Ansiedlung buütea sich die verstreut liegenden Hütten in d-n Schatten von ein paar Ru.chäumen, ci ifam, westabges^iden, von den großen und kleinen Vertehrsstr atzen des Landes to i.ab. Diese Ansiedlung wurde beherrscht von einer Ruine, die ehemals eine Burg gewesen fein mochte, die von der isolierten und jäh auf steigend en Hügelkuppe aus, auf der sie stund, gewiß einmal recht herrisch ins Land gesehen hatte Wenigstens war das, was Feuer und Alter von ihrer einstigen Herrlichkeit übrig gelassen, noch eiirdrucksvoll genug, wenn es auch nichts weiter war als ein Gemäuer, das an einem Ende in eine Zinne ausließ und die U&jerteile eines Walles, der die Bu g früher umfried et haben mochte. Jetzt hatten menschliche Hände diese Reste nuvbat gemacht. Dir Zi.rne war zum Dlocken- stuhl geworden, in dem sich em helltönendes Glöcklein schwang. Sie trug eine altertümlich enmatenbe cklhr, unter der ca3 hallzylindrllch: Dach eines neu angebauten Kirchleins vorspra>:g. Das Mauerwerk mit dem Turmbau, über das dir Jahrhunderte einen dichten Eeuinantel geworfen hatten, war an der dem Kirchlein entgegen» Erörterung gelangenden RechtsLinrrchtungLN praktisch in die Erscheinung treten. Es wird daher den Rechtsstudierenden von Rutzen fern, wenn sie einen kurzen allgemeinen Einblick in die Tätigkeit der Gerichtsbehörden, sowie in den Gang und die Art ihrer Geschäfte erhalten. Hierzu erlcheint es praktisch, daß sie einigen Terminen in Zivil-, Dormundschafts- und Strafsachen als Zuhörer beiwohnen, und daß sie durch Vorlegung geeigneter einfacher Prozeßschriften aus erledigten Akten, des Grundbuchs und der hauptsächlichsten Register einigermaßen unterrichtet toerDäi. Die beste Zeit zu dieser Act Anschauungsunterricht, der jedoch nur für Studierende in der zweiten Hälfte ihres Studiums in Betracht fonunen kann, ist die Ferienzell zwischen zwei Semestern, die hierfür geeigneten Stellen sind vorwiegend die kleineren Amtsgerichte. Das hessische Justizministerium empfiehlt daher den Justizbehörden, in der oben angegebenen Richtung das Erforderliche zur Förderung des juristischen Rachwuchses beizutragen, und weist darauf hin, daß Gesuche von Rechtsstudierenden um Zulassung zu einer derartigen Unterweisung an die Landgerichts- Präsidenten zu richten sind. Drr 1. Mai in Hrssen. * Darmstadt. 20. Ap il. Das Gesamtministerium hat beschlossen, für die Teilnahme von Beamten, Angestellten und Arbeitern an der Feier des 1. Mai Die v o m 2t: ich ergangenen Vorschriften wie folgt auch für den Volksstaat Hessen gelten z.i lassen. Hiernach haben Beamte, Angestellte and Arbeiten, welche w:gen der Teilnahme an der Feiei des 1. 21lai dem Dienst oder der Arbeit sernblciben wollen, rechtzeitig bei dem Dienst- vorgesctzten am Befreiung vom Dienste nach- zusuchen. Solchen Anträgen ist grundsätzlich überall Insofern zu entsprechen, als dadurch die notwendige Fortführung des Dienstbetriebes nicht in Frage gestellt wird. Bei 'der Entscheidung über derartige Gesuche soll nicht engherzig versah ren werden. - ,, ..gaafrtsEs»--»— Aus StaM und Lomd. Gießen, den 21. April 1922. ** Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurde am 13. April der Studienrat am Ludwig-GeorgsGymnasium in Darmstadt Dr. Adam H e u h e l zum Studienrat an der Clev- norenschule in Darmstadt mit Wirkung vom 24. April 1922 ürftigen Menschen aus freien Stücken Gutes zu trn. Sir hatten argwöhnisch Den Kopf dazu geschüttelt, denn so viel Selbstentäußrrung war ihnen Der dächlig erschienen. Schließlich aber war ihr Mißtrauen an des Pfarrers grundgütiger Liebe zunichte geworden. Die alten Dörfler mochten llch noch Daran erinnern, was DaS Heidedorf vor fünfzig Jahren gewesen war, bevor Pfarrer Schlofier feine Menschenfreundlichleit Da an erprobt hatte. Ein Schlupfwinkel Der Erde, von Dem draußen in Dei weiten Welt lein Mensch etwas wußte. Damals hatten sie stundenlang durch Den tiefen Sakra» mentswald gemu'ck, wollten sie das Wort Gottes hören .tlnD weil Die nächsterreichbare Schule ebensoweit weg tor.r, bitte teiner Der Dörfler jemals fine Schule besucht. Klägliche ^Verlotterung aller Lebensverhältnisse. Der geistigen, wie Der leiblichen, das war das Los des Heidedorfes dazumal gewesen. Jede Llnze Kultur, Die seinen Bewohnern inzwischen zugelommen war, verdankten sie ihrem Pfarrer. Mit persönlichen Geldmitteln hatte er ihnen aus der Burgruine Kirchlein und Pfarrhaus gestaltet, hatte in langen Jahren entsa.u givoller Arb it aus ihren verlotterten Hüttc-n menschenwürdige Wohnstätten gemacht, hakte ihre Kranken gepflegt und ihre Kinder beleh t, hatte grschlichtet und gerichtet, tot sich die Allen in den Schlingen ihres Temperamentes verstrickt hatten. (Fortsetzung folgt.) 3ttal>enfperre. 'TCegcn CSorra^tru von Kurs Kurs Bries 20. April. 19. April. Dalum: 'BrüfieUQInttD. 5423.80 (BertcbtsfaaT. Einen Katzen fpd. Land 21.4» Schweizer Franken ien Länge. Handel Israel. Religio ns - Gesellschaft. d Kr 795, 740, 750. 20. 4. 1.84 100 100 100 100 100 1 100 100 100 100 100 . . Fr. . . Fl. . . Kr. . . Kr. . . Kr. 1.7.14. 125 40 59.20 88.80 88.80 117.80 Fl. Mk. Kr. Kr. Fr. £ L. Fr. Kurs 20. 4. 77,50 97, — 116,- 94,kO 461,- 557, - 321,- Höchster Farbwerke. Ällg. Elektr.-Ges. . Felten L Guilleaume Schuclert-Werke. . . Adlerwerke Daimler 4° 0 Hess. StaatLanl. Electron Griesheim Dtsche. Vereinsbank Lhristiania. . . Kopenhagen . . Stockholm. . . . Helsmgfvrs. . . Italien London Reuyork Paris Schweiz Spanien Deutsch-Oesterr. Prag Budapest.... Buenos Aires . Bulgarien . . . Japan Rio de Janeiro 60s, 448, 344, 30C, 330, 1151, 935, 1050, 1100, 1850, 1123, 863, 1241, 799, 730, 725, 915, 675, 545, 4 6. 80, *90, Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Stockholm . Wien.... Prag .... London. . . Reuyork . . Paris. . . . 2u. 4. 77,50 97,- 144,- 95,- 475.- 3,2,- 3)8,- 323,- 601,- 445,» 337,- 300,- 330,- 1195,- 990, - W-t5,— 1095, - 1865,- 1100,- 855 - 920,- 238,- 6 97,75 755645 545,70 1587,- 1289,15 291,87 2708,40 5677,10 4535,70 3,92 586,75 36,55 104,15 206,80 139,20 3980,- 0,24 1,70 1,40 2732 53 1795 1 23 -,34 3,51 chour, Leon Danderstuyft und Colombatto zu» sammensühren sollten, wurden wegen Regen abgesagt. — Am Ostermontag startete Kaufmann in Z ü r i ch in einem Zweiermatch gegen Spears. 5972,50 7290,85 528,30 1518,10 1240,90 281,14 2609,20 5433,20 4345,45 3,70 560,25 35,95 99,75 196,45 132,80 3820,- gegen Wegmann und Bay. — Deutsche Tennisspieler in Kopenhagen. Daö Turnier um die Dänischen Hallentenniönreislerschaften sah neben finnischen, dänischen uni) schweb-ischen Spielern deutscherseirS das Ehepaar Rahe-Rostock und Kreutzer-Frankfurt a. M. in Wettbewerb. Letzterer schnitt ganz ausgezeichnet ab, gelangte bis in die Schluhrundr der Herrenmeisterschaft und schlug hier den Dänen Petersen 2—6, 6—1 7—5, 6—3. 3m Gemischten Doppelspiel wurde Kreutzer mit Frau Worvillc- Dänernark als Partnerin von dem finnischen Ehepaar Sandelin mit 2—6. 6—0, 6—0 abgesertigt. Das Ehepaar Rahe schnitt weniger glücklich ab 3m Einzelspiel wurde Rahe gleich zu Anfang geschlagen und kam mit seiner Frau als Partnerin im Gemischten Doppelspiel nur bis zur Zwischenrunde. 5558,- 6182,25 754 ,55 54-1,30 1583,- 1255,85 291,13 2701,60 5662,13 4524,30 3,dß 585,25 36.45 103,85 20(-,20 138,86 3970, - Kurs 19.4. 77,50 9*.,- 145,- 88,75 470,- 366,50 321,- 322,- uOö, — 450,- 347,- 300,- u33. — 1210,- 1020,- 1099,- 114J,- 1930,- 1180,- 834,- 1290,- 815,- 760,- 770,- 960,- 730,- 566,- 520,- 76,50 945,- 5947,50 7309.15 529*70 1521,90 1244,10 281,86 2615,80 5146,83 4354,55 3,74 561,75 36f05 :00.- 197,25 13<,20 3839,- 19.4. 77,50 97- 142,- 89 - 485.- 374,- 319,75 323,- 603,- 445,- 347,- 301.- 330 - 715,- 560,- 509,50 Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld 755 770 - 946,- 710,- 570,- 532,- 77,50 943, - 238,- 1,76 0,91 1 65 1,32 1687 1,26 0,34 3,66 195. - 1.755 0.06 10.10 47.65 22.73 27.62 42^5 0-66 514*50 1.75 0,13 braten anstatt Hasenragout setzten die Ackere: Wilhelm Gensheimer und Jakob Kaiser aus Offenbach hei Landau anläßlich eines Turner- ballcs alS Stifter ihren Delannten vor. Fünf Esser verzehrten den Braten mit gutem Appetit. Rach dem Essen wurden diese davon unterrichtet, das- sie eine Katze statt Hasen gegessen hatten. Uebctleü und Erbrechen war die Folge. 2luf Strafantrag hin wurden die genannten Beran- lasser des dummen Scherzes wegen fahrlässiger Körperverletzung zu je 630 Mk. Geldstrafe verurteilt. Sie legten Einspruch beun Schöffengericht Landau ein und bestritten ihre Schuld. Die Der- handlung endete mit der Verurteilung der Beiden zu je einer Woche Haft unter Ueberbüti>ung der Kosten. Frank, urt Berlin Sch'utz- Sch uh- Schluh- Schluh- KircbNche Nachrichten. Israel-Rrligionsgemernde. Gottesdienst in der Synagoge (Sudanläge). Samstag, den 22. April 1922. Borabd. 7.15. Morg. 8.30. Llbds. 7.43 und 8.20 Uhr. x 19,.- = L78 = 0.06 10.25 = 47.80 22.71 27.90 - 44.- ; 0.65 . 514.- = 1.66 0,14 erweiterten Bureauräume der Handelskammer Unterfunft finden. Die Erweiterungsbauten erfordern einen Kostenaufwand von Dielen Millionen, man hofft, den Reubau bis Ende 1923 fcrtigzustellen. fpd. Wächtersbach, 20. April. Ein t b b- licher Unalücksfall ereignete sich im Walde beim Holzholen Die beiden Brüder D. aus Wirt- Heim toaren damit beschästigt, Stammholz zu laden Beim Verladen der gefällten Stämme rutschte infolge der Rässe ein Stamm aus und traf den jüngeren Bruder so unglücklich, dah der Tod alsbald ein trat. * Heubach (Kreis Schlüchtern), 21. April. Hier kam ein Mehgerlehrling, der ein Messer ungesichert in der Tasche trug, zu Fall und stieh sich das Messer in den Leib. Er starb infolge innerer Verblutung. ousgebrocherr Tie erforderlichen Sperrmahnah- men sind angeordnet — 3n Alten stad t ist Du Seuche erloschen. — Zn den Gemeinden Achenbach, Wiesenbach, Kleingladenbach, Roth, Riederdieten, überbieten, Simmersbach, Odereisenhausen, Breidenbach, Wolzhausen/ QuotS- hausen, Buchenau und Rodheim a. B. (Kreis Biedenkopf > ist die Mau> und Klauenseuche omtStirrärztlich festgest^llt worden. — 3n Überweimar sich in Paris mit rustischen Royalisten zu treffen. । wo der Plan im Schilde geführt wurde, eine nochmalige Revolution gegen öle S o w - j e t s anzuzetteln. Der Beweis für dkescn Bericht, den ter Inspektor seinem Buccau machte, würbe erlangt durch eine genaue Durchsuchung des Gepäcks bei den Sinwcmterungsbehörten. Semenoff Wird immer iwch in Reuyork im Gefängnis gehalten und Die Erregung in ten Vereinigten Staaten durch die bei dieser Untersuchung ans Tagerlicht gekommenen Vorfälle, die Frankreich und Japan sehr belasten, ist tiefgehcnd. Sc- inenofs, so hat man festgestLllt. war a.if der Reise nach Paris. ErPlosionSkatastrophe in Wovastir. Berlin, 20. April. Wie das ..Berl. Tage» ölatt" aus Belgrad meldet, brach in Monastir im dortigen Munttionsmagazin, in welchem über 80 Waggon verschiedener Munition lagerten, Feuer aus Eine furchtbare Erplosion erfolgte. Alle in ter Rähe des Magazins gelegenen Häuter stürmten vollständig ein. Särnt- itzc Fensterscheiben m der Stadt zerbrachen. Der ; Schaden ist überaus groh. 2luch Menschenled«? > ^ind zu beklagen. Hupfeids ICtirpas'fcKasino Bar Tanzpahis Diele Wein» und Likörstuben „Hupfeid» Hotel Majestic“ Autohalle W.3D Stallungen Derlin, 20. Avril. Börsen st immunas- b i l d. Sie icefien des deuksch-wussischen Sonb-ar- abkommens noch nicht behobene Unsicherheit hinsichtlich des weiteren Fortganges ter Genueser Verhandlungen unterbindet gleicherweise wie die f cute wieder stärker rückgängigen Sevisenpreise jegliche Unternehmungslust an der Börse. Bei e rneut stärker zutage tretender Zurückhastung und , -o i "X* *» 1 w ** ** - > »• ».«• > w «*j mangelnder AusnaHmelust genügte schon das ber» | Sabboiteier ten 22. 2lpril 1922. Freitag add. . . Kr. 117.80 . . Sh. 97.80 . . $ 23.80 . . Fr. 125.40 3909D Elegante halbstsres aiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiii™ Gießen und Neuyork, den 20. April 1922. 04092 gesucht. Statt Karten. r Voile Näheres 04107 Gießen Frankfurt Bad-Nauheim 3425a Wolfenbüttel (Braunschweig) D r 9—5 Uhr. gesucht. 04125 3mE 3924c 1, zurück. 04097 Gießen, den 18. April 1922. 3911B Der Oberbürgermeister. I. B.: vr. R o s e n b e r g. Ab heute bla einachL Sonntag: > Das Panzergsschoü < K 2. Teil: Heirat wider Willen. y Ferner: 3914c i J. Wohlgernch, * 15 Nenen Baue 15, V <> ‘ r tingdroütn. Abzit- ßkbeii Luger Geilsus, In der Hauptrolle: Ellen Richter. Anfangszeiten '/,4, 6 u. */28 Uhr. 4. 5. X 3839c und VorstandSwahl, Verschiedenes. Wir bitten um zahl- Aährmittelwerk Piorkow L Gohrrnann Heuchelheim, Nodheimer Slratze 2. L L 3 Trauung: Sonntag, 23.April, 2 Uhr, Hotel Adler, Fürstenstratze Else Rothschild Ernst Mai Verlobte Leopold Rothschild Edith Rothschild geb. Loewenthal Vermählte Die Beerdigung findet Samstag, den 22. April, nachmittags 2V2 Uhr statt 04088 Heute morgen entschlief sanft nach langen Leiden unser innigstgeliebter Bruder, Schwager und Onkel Herr Ludwig Kämmerer im 72. Lebensjahre In tiefer Trauer. Hermine Güngerich geb. Kämmerer Marie Kämmerer. mit Handstickereien Handfilet- und Handklöppelarbeiten in feinster Ausführung Beachten Sie unsere Gardinenfenster! Tm Namen der tiefgebeugten Hinterbliebenen: Elise Louise Becker geb. Becker. Alten-Buseck, Staufenberg, Friedberg i. H., den 20. April 1922. Alle Gebisse Zähne bis 120.00 M. Gebisse b. 2500.00 M. kaufe nur Montag, 24. April im Hotel „Schütz4* (3901 a Maes IBier. Telephon 15ttO. j Mietgesuche"| Arzt sucht zweibcttiges Schlaf- und Wohnzimmer ob. ein gröberes Schlafzimmer , gut möbliert. Schriftl. Angeb unter 04099 an den Gteh. Anz. Stadttheater Leitung: H. 8t9inooe!ter. Samstag, 22. Avril: Geschlossene BoWung sllr Oen Wlinenoollsvunü. liHÄOt. Vrl^essln AM Gljiaa. Anfang 7, Ende 9"/«Uhr. Friedberg April 1922 Empfang: Sonntag, 30. April 1922 04110 6. Vortrag über die gefährdete Jugend Samstag, 22. April, abends 8 Uhr, im Iohannessaal. Frl. Theodora Reineck, Berlin, Generalsekretärin der Deutschen Bahnhofsmission: „Verantwortung der deutschen Frau für die reifende weibliche Jugend". Eintritt 1 Mk. Die Gießener Frauenvereine. ßfjengotr. Hciteckil. Samstag, 22. Avril, abds.8 Uhr: aoflerordentl. KencrelbttftmMleiig. Hierzu werden besonders unsere passiven Mitglieder eingeladcn. Der Vorstand. Bekanntmachung. ■ Sn diesem Jahre finden wieder, wie vor dem Kriege, öffentliche Pferdekörungen der Landwirtschaftskammer für das Pserdestammbuch statt und zwar diesmal als sogenannte Generalkörungen. Die Landwirte, welche Stuten neu ankören lassen bzw. neu ausnehmen lassen wollen, werden hiermit ausgefordert, sich bei der Stadtverwaltung innerhalb acht Lagen unter Angabe der an- ,-.ukörenden Stutenzahl und Rasse zu melden, damit bei Festlegung der Körplähe auf die Beteiligung genügend Rücksicht genommen werden kann. Giehen, den 13. April 1922. 39136 Der Oberbürgermeister. S. D.: l)r. R 0 s e n b e r g. Prima Qualität 110 cm breit in weiß und farbig zu mäßigen Preisen. Junges, ^ehrl., gesundes Mädchen auch Konfirmandin, findet tagsüber oder für ganz gute Stelle bei gutem Lohn 04115 Goetdettrake 31 I. Astoria-Lichtspiele Sonntag, d. 23. Avril, nachmittags 4 Uhr: Ausflug mit Familie nach der Karlsruhe. 04094 Der Vorstand. reiches Erscheinen. 3905v Der Vorstand. W-IMIe. Wer probt — der lobt Zu haben im MooC QVbdebgusQqlomon C-' Sc/'üiümlla JMierter Samstag, 22., ab 6 U., Viktoria. 01,28 Sonntag. 23. SW. Abends: Schützenhaus. 2 tüchtige u. unbedingt zuverlässige 1 Fuhrleute ü mit der Pferdepflege durchaus vertraut, speziell für Holzfuhrwerk gesucht. Mr. (Sloo§, KonimaobitzescHsAsi, Wetzlar. BekanutMKchnng. Sperrzeit für Tauben. Die Besitzer von Tauben werden unter Hinweis auf Art. 39 Abs. 1 Ziffer 2 des Feldstrafgesetzes vom 13. Juli 1904 aufgefordert, ihre Tauben während der Saatzeit vom 22. April 1922 bis 2 0. Mai 1922 einzuhalten, andernfalls sie zu gewärtigen haben, daß die Laubenhalter gemäß vorgenannten Gesetzes bestraft und die Tauben von dem Feldschuhpersonal abgeschossen werden. Rach § 2 des Gesetzes vom 28. Mai 1894, den Schuh der Brieftauben betreffend, gelten für die nachfolgenden Desiher von Militärbrieftauben die ersten 10 Tage der Sperrzeit. Junger Mann mögt aus der Textilbranche, jedoch nicht Bedingung, und im Alter nicht über 22 Jahre, für Kontor und Lager, eventl. auch kl. Reisen, für 1. Juli oder früher gesucht. Schriftliche Angebote unter 04090 an den Gießener Anzeiger erbeten. Statt jeder besonderen Anzeige. Heute morgen entschlief nach schwerem Leiden mein lieber, treuer Mann, unser für uns unermüdlich treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager, Onkel und Pate Ludwig Becker IV. im 64. Lebensjahre. Fritz Rowack Ausstattungshaus 7/ereinigte Handels- Lehranstalten GIESSEN Leiter: J. Kunzeimann Selters weg 73 Diplom-Kaufmann und Diplom-Handelslehrer. 2. Mai Beginn d. neuen — Schuljahres. Auskunft u. Anmeldung täglich bei der Hansa-Schale Selters weg 73 Tel. 821 Oder 3568a Vogtschen Handelsschule Goethestr. 32 Tel. 2064 Die Beisetzung findet in der Stille statt. 04086 Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen. 2. Hambach, Georg, Walltorstrahe 35, 3 Henkel, Heinrich, Malltorstraste 27, 4. Kö finger, Will)., Landgraf-Philipp-Plah 5. Rosenbaum, Fritz, Löwengasse 20, 6. Rühl, Ludwig, Marktplatz 13, 7. Reusch, Konrad, Wiesecker Weg 3, 8. Schmalz, Friedrich, Bismarckstraste 40, 9. Schomber, Willi, Walltorstraste 51, JO. Schmidt, Hugo, Wilhelmstraste 8, 11. Vollmer, Gustav, Frankfurter Strahe 89. rraufmänmscher Verein. Die diesjährige ordenb liche Generalversammlung findet am SamStag, dem 29. April, abds. 8' , Uhr, fm DereinShauS statt. Tages-Ordnung: 1. Jahresbericht, 2. Bericht über die Fachschule. 3. Nechnungsablage, E. Weidig, Damen- schneiderin, Dammstr. 22. Tüchtige Putzfrau vormittags täglich zwei Stunden gesucht. 3919 Frau Geheimrat Port. Klinikstraste 41. LlcknckMiW auch mit Laden, zu verkaufen. Schr.Anaeb.unt. 04103 an den Gien. Anz. Verkaufe komplettes Äiner hell Eiche, mit Haarmatratzen, Marmor. | Am 19. April wurden wir durch die Geburt । einer kleinen Tochter Marianne erfreut r Frau Alice Schneider geb. Hackhausen I Landesbibliothekar Dr. Heinr. Schneider Ab Montag: Pola Negri in „Sapho“ totere M$i- irt ztzmo- mtoriM« sofort gesucht. 3907 Heinrich Mandler Zigarrensabrik, Krofdorf bei Gießen. ÄWttrin BekanntMachnng. Betrifft: Pflichtfeumwehr. hinter Hinweis auf die Bestimmung der Orts- feuerlöschordnung vom 12. Juli 1892 wird darauf hingewiesen, dast die im Jahr 1 895 geborenen, in der Stadt Gießen wohnenden männlichen Personen, zum Dienst bei der Pflichtfeuerwehr. von heute ab bis zum 1. April 1923, verpflichtet sind. Bei Meldung von Strafe haben sich die Verpflichteten im Fall eines Brandes in der Marttlauöenst raste bei dem Branddirektor oder dessen Stellvertreter zu melden. Die Grundliste der Verpflichteten liegt von heute ab bis zum 1. Mai ds. Hs. im Stadthaus, Bergstraste, Zimmer 28, zur Einsicht offen. Einwendungen gegen die Einreihung in die Pslichtfeuerwehr sind innerhalb dec Oflenlegungsfrist schriftlich bei mir vorzubringeu. Diesten, den 20. April 1922. 39128 Der Oberbürgermeister. I. V.: K r e n z i e n Rinder- Guasio bester Dammer für tiemUse und Kartoffeln empfiehlt ßberhess. tanta Lindenplatz. Telephon 641. 04113 20 OOO Mk. an 2. Stelle auf gutes Objekt zu leiben gesucht. Näheres 3920v HauSbesiirer-Vcrein. Student W gut fflÖÖl. Zimmer per sofort. -Offerten an Grosse, Frankfurt am Main, Blitters- dorffvlay 45. 3923ss |stel I enangebote | Kutscher gesucht. 39M Huhn, Rittergasse. §aii5önrid)tilienll?„“‘‘aeS. Ludwig Schock. 04111 Goeihestraste 35. Ein sauberer 04106 Laufjunge für nachmittags gesucht. M. Hartb, Seltersw. 75. lkWß v. Kolonialwaren-Grost- bandlung zum sosortigen Eintritt gesucht. Schristfi Bewerbungen unter 3895 a. d. Gietz. Anz. Vetzberg, 20. Avril 22. Karl Weil, Vohnnvetter. Berloren! Ein Bügel von einem Blindcnsiibrcrbuud m. Noten» 5rrenz liegen ge- bliebeit am Jorstbaus Hochwart. Abzugeb. Mr2S Babnbosstraste 62 III. j Vereine | giiroergosEiischafl. Heute abend, pünktl.ZV-Uhr: Zingstunde. ß Gesangverein Liedertafel. 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