Dmrf und Verlag: vrühl'fche Univ.-Vuch- und 5teindruckerei R. Lange. Zchnftleilung, Geschäftsstelle und Druckerei: 5chu!stratze 7. Den Viel -venicnim H'-I“....... v " V . , ' '---- . - m *- Antrag, der. Scutf Rationalen «tarn» “Ä Schärfere Bedingungen eines Moratoriums für Deutschland Eine Studienreise belgischer Sozialdemokraten. nunmehr aber werden sie in steigendem Maste den sogenannten Verbrauchergenossenschaften, den Konsumvereinen, ihre Erzeugnisse direkt zusühren. Zur Abwehr dieser äuherst bedrohlichen Erscheinungen sollte die Umsahsteuerbefremng der Ge- nossenschasten dienen, da dadurch ein Ventil da- gegen geschaffen worden wäre. Aber trotzdem ist die Zentrale und die Einkaufsgenossenschaft des gewerblichen Mittelstandes die wirksamste Waffe, um ebenfalls direkt beim Erzeuger em- kaufen zu können. Für das Handwerk und den Einzelhandel ist dieses auch die einzige Möglichkeit in der Zeit der Monopole, Truste und Syndikate Rohstoffe und Waren bester Qualität und zu noch erfchwinglichen Preisen in der Zukunft erhalten zu können. Der keiner Kredit- und Wareneinkaussgenossenschast angeschlosse^e Gewerbetreibende wird seine Rohstoffe, w.nn überhaupt, dann nur zu horrenden Preisen erhalten können. einer auf die Autonomie Slsah-Loth- ringens abzielende Bewegung zur Verfügung gestellt. Wie wir hierzu erfahren, hat die deutsche Regierung mit der erwähnten Angelegenheit selbstverständlich nicht das geringste zu tun. Sic würde sich auj> zu derartigen Machenschaft s' sten niemals hergeben. Die D i s c o n t o - Gesellschaft in Berlin, die nach derselben Meldung eine Reuyorker Bank mit der Cinsamm lung der einlaufendcn Geldspenden beauftragt haben soll, steht zu der Angelegenheit ebenso wenig in Beziehung. Alle Umstände weisen dar auf hin, dast es sich bei der Sammlung, wenn sie überhaupt stattfindet, um eine private Aktion altelsässischer Autonomisten handelt. ftranfreirf) als Kolonisator. PariS, 20. März. (WTB.) 3n der Heu» tigen Kammersitzung antwortete Kolonial- minister Sarraut auf die Anklage, die der Abgeordnete von Guadeloupe. Boisneuf, am SamStag gegen die Verwaltung 'n einigen französischen Kolonien, namentlich Togos, vorgebracht hatte. Der Minister will nicht behaupten, dast alles zum Besten stehe, aber er müsse sich gegen die allgemeinen Angriffe des Interpellanten wenden. Gegen die 'Beamten, deren Tätigkeit angezweifelt wurde, werde durch die Gerichte und im Wege des Disziplinarverfahrens vorgegangen werden. Aach einer verworrenen Debatte, in der die Abgeordneten der Kolvnialgebiete zum Teil ihre Beschwerderrden aufrecht erhielten, wurde zum Schluß auf Antrag des Kolonialmini- sterS die einfache Tagesordnung angenommen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm hohe für Anzeigeno 34 mm Breite örtlich 90 Pf, auswärts 120 Pf.; für Reklame Anzeigen von 70 mir Brette IöOPs. Bei Platz. Vorschrift20" .Aufschlag. Hauvtschriftleiter: Aug. Goetz Verantwortlich für ‘Politik. Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Karl Walther; für den Anzeigenteil Hans Beck, sämtlich in Gießen Partei und der Deutschen Volksvartei. der durch Einführung einer vom Reichsrat und Reichs- Wirtschaftsrat sestzusehcnden Freiliste gewisse, durch die Umsatzsteuer besonders schwer belastete Aussuhrartikel frcistellen wollte, wurde abqe- lehnt, dergleichen fand ein drutschnnt'onaler Antrag Oir. 3401, der die llmsahsteuerbefreiung von 2 v. H. für: „Die Ausfuhr von LuxuSgegen- fänden einzelner Gruppen, insbesondere der Juwelen und Goldbijouterien, deren Gegenwert in rcmdcr Währung entrichtet und der Reichsbank alsbald übereignet wird" forderte und dieser Industrie und ihren Arbeitern den Wettbewerb mit Brüssel, Paris, London und Dirmi gham ermöglichen sollte, keine Zustimmung. Ebenso wurde ein deutschnationaler Antrag, wonach Vermittlungen, die über Geschäfte für das Handelsgewerbe eines anderen in dessen ständigem Auftrag vorgenommen werden, steuerfrei sein soll.en, abgelehnt. Den von uns vorgebrachten Gründen der Richtabwälzbarkeit der Umsatzsteuer u d den vorgcschlagenen Sicherungen gegen unlautere Machenschaften anderer Elemente schienen fast alle Parteien zugänglich zu fein, aber — die Regierung lehnte ab und die Koalitionsmehrheit P a r i s, 21 .März. (WTB.) Die Reparationskommission wird heute nachmittag iene offizielle Sitzung abhalten, in dern Verlauf sie glaubt zu einem Einverständnis über die Ausdehnung der Garantien, die von Deutschland gegen die Gewährung eines Moratoriums gestellt werden sollen, zu gelangen. Es scheinen nach der Havasagentur, dast die in Cannes, festgehaltenen Ziffern unter gewissen Bedingungen aufrechterhalten werden sollen. Der „Matin" glaubt, da stdie Hinauszögerung der E t- scheidung zurückzuführen sei darauf, dast der belgische Delegierte Delacroix im letzten Augenblick wichtige Vorschläge unterbotet f>abc, die eine ziemlich neue Erörterung und ein eingehendes Studium be öligen. Diese Vorschläge sollen sich besonders auf die Kontrollfragen beziehen. Dis jetzt seien nach dieser Richtung zwei Thesen ms Auge gefastt worden. Die eine, die englisch-italienische, bestehe darauf, Deu schland ein Ultimatum zu stellen und ihm für die Ausführung seiner Finanzreform unter Androhung von Sanktionen eine gewisse Frist zu gewähren, aber ihm die Möglichkeit offen zu lassen .durch die Annahme die Einmischung der A.liierlen zu verhindern. Die andere These zielt darauf hinaus, eine sofortige Kontrolle einzurichten. Die neuen Vorschläge Delacroix' hätten zum Ziel, die beiden Standpunkte miteinander zu verbinden. Desgleichen sei entschieden worden, dast die Reparationskommission heute aufs neue tagen, [ dast man sich heute abend über die Vorschläge In der zweiten Lesung erklärte ich auf Grund eines Zeitungskrieges, dast nach meiner lieber- zeugung sämtliche Parteien für diesen Antrag in der ersten Lesung gestimmt hätten — wie auch der volksparteiliche Abgeordnete Dr. Hugo schreibt: „Der Antrag wurde mit übe-toältigenöer Mehrheit angenommen“ — mit Ausnahme eines Deutschen Volksparteilers und eines Bayerischen Volksparleilers. Auf meine Frage, ob diese meine Auffassung richtig sei, bestritt ein Vertreter der Deutschdemokratischen Partei, dast sie dafür ge- t'.mmt hätten. Ein Vertreter der Deu scheu Volkspartei wandte sich gegen einzelne meiner Ausführungen, schwieg sich aber aus, ob die andern drei von den vier Vertretern dagegen gestimmt hätten. | übernehmen. Bei Mo'k.weien. Trockenschnihelgenossenschaf- ten, wobei dem Handel keinerlei Rachteil entsteht, liegt es ebenso. Zur ersten Lesung hatten auch die drei sozialistischen Parteien zugunsten der von ihnen vertretenen Konsumvereine diesen Antrag des „Freien Ausschusses“ gestellt. Ein Vertreter des GrohhandelS aus der Deutschen Voltspartei sprach gegen den Antrag und kündigte scharfe Gegenwehr an. Schon in den nächsten Tagen setzte die Grosthandels-, Warenhaus- und Hansabund-Presse ein. Die Fachblätter der Kaufleute und Handwerker erhielten Kampfartikel gegen den Beschluh zumeist unter der Devise: Der deutschnationale Abgeordnete Hammer und der Unabhängige Dr. Dreitscheid haben einen Antrag zur Befreiung der Konsumvereine von der Umsatzsteuer durchgeseht. In. der zweiten Lesung hatten wir Deutschnativnalen deshalb sowie andererseits die Kompromihparteien, den Antrag gestellt, die Steuerbefreiung der Genossenschaften wieder aufzuheben, der auch angenommen wurde. Bei dieser Aussprache habe ich darauf aufmerksam gemacht, was nun auf wirtschaftlichem Gebiete folgen wird, und zwar viel intensiver und rascher als bei einer eingeführten Steuerbefreiung der Genossenschaften. Wie bestimmt verlautet wird die Zentrale der Konsumvereine nunmehr dadurch der Umsatzsteuer auszuweichen und Einzelhandel in eine Hand nimmt, und ersuchen, dast sie die Erzeugung. Großhandel zwar unendlich intensiver als dies bisher der Fall war. Sie pachtet z. D. Güter mit Getreidewirtschaft und erzeugt Getreide. Sie versendet dasselbe an ihre Mühlen. Diese versenden das Mehl an die Konsumbäckereien, diese verkaufen das Brot an ihre Mitglieder. Die ganzen Vorgänge verpflichten nur bei der lieber nähme des Brotes durch das Verbraucher-Mitglied einmal zur Umsatzsteuer. Die Verbraucher, die nicht Konsumvereins- Mitglieder sein wollen, tragen die Umsatzsteuer erstens zwischen Erzeuger und Getreidehändler, zweitens zwischen Getreidehändler und Müller, drittens zwischen Müller und Bäcker, viertens zwischen Bäcker und Verbraucher. Industrie und Handwerk werden gleichfalls durch die Umsatzsteuer gezwungen, sich ein zusammengesetztes Unternehmen zu schaffen, viele selbständige Handwerksbetriebe werden dadurch abhängig werden. Die Fabrikanten werden auher- dem den Groß- und den nicht genossenschaftlich Entschlüssen geführt. Das „Echo de Paris" schreibt zu der letzteren Frage, dast ein Hinausschieben erforderlich sei, da augenblicklich kein Geldgeber geneigt sei, Geld auf Reparationskonto zu leiden. Die Vorbereitungen für Genna. Berlin, 21. März. Wie die Blätter erklären, sind die deutschen Vorbereitungen für Genua zu einem gewissen Abschlust gelangt. Voraussichtlich wird das Kabinett bereits in seiner nächsten Sitzung, die laut „Vossischer Zeitung“ heute stattfinden wird, mit dem Ergebnis der Ressortprüfungen befassen. Heber die Zusammensetzung der deutschen Delegation für Genua weist der ,. Lokalanzeiger" mitzuteilen, dast die zuständigen Ministerien, das Auswärtige Amt. das Wirtschaftsministerium und das Wiederaufbauministerium durch ihre Minister oder Staatssekretäre vertreten sein werden. Aller Wahrscheinlichkeit nach werde Dr. Rat Henau die Füh- rung der Delegation übernehmen. Der „Lokal- Anzeiger" erklärt, das schliche aber nicht aus. dast auch Reichskanzler Dr. Wirth nach Genua fährt. London. 20. März. (WTB.) Reuter erfährt. dast England alle Vorbereitungen für die Genueser Konferenz getroffen hat. Die britischen Vertreter sollen in drei Abteilungen abfahren, bation die erste am 4. April. Paris, 20. März. (Wolff.) Rach der „Chicago Tribüne" erklärte der amerikanische Bankier Vanderlip, der sich in Paris aufhält, gestern: Ich werde in Genua sein, aber meine Anwesenheit wird ganz inoffiziell fern. Poincar^ geht nicht nach Genua. Paris, 21. März. (WTB.) Rach dem „Oeuvre" hat P o i n c ar e gestern versichert, er verzichte endgültig darauf, nach Genua zu gehen. Lloyd George über die Last des Ruhmes. London, 20. März. (WTB.) Der Pre- mierminifter erklärte gestern in einer Ansprache in der Kapelle von Cnccieth. er sei nach Criccieth zur Erholung gekommen Dezugnehmend auf die vorherige Aeusterung des Geistlichen, dast er den Berg des Ruhmes und der Verantwortlichkeit erklommen habe, warnte der Premierminister die anwesende Jugend und sagte, dieser Weg sei keineswegs ein beneidenswerter. 3e höher man klimme, umso kälter und unange- nefjmer werde es. Man sei Sturmen und Wm^n und allen Angriffen ausgesetzt. Man müsse zahlreiche Annehmlichkeiten und den £neben beß häuslichen Lebens verlassen. Lloyd George fugte hinzu, kein Mann sei so berufen gewesen, eine so große Last auf sich zu nehmen, tote er selbst während der letzten Jahre. Köln a. Rh., 20. März. (WB.) Gestern abend trafen hier 25 Mitglieder der belgischen sozialdemokratischen Parteischule ein, welche in dieser Woche eine Studienreise durch das westdeutsche Industriegebiet unternehmen. Die sozialdemokratische Partei Kölns veranstaltete aus diesem Anlast heute abend im hiesigen Gürzenichsaale eine Kundgebung für die internationale, bei der der Führer der belgischen coozialdemo- tratie Henry de Man. in feinen in fließenbem Deutsch gehaltenen Ausführungen darauf hinwies dast er mit seinen belgischen Fremden nicht glaubt dagegen, dast die in Cannes vorgesehenen Garantien wahrscheinlich aufs neue angenommen würden, jedoch scheine die Kommission geneigt zu sein, gewisse Kontrollen hinzuzufügen, die nament- lich ausgeübt werden sollen über die Zolleinnahmen und über den Eingang der aus- ländischen Devisen. Deutschland werde aufgefordert werden, sofort den Grundsatz dieser Kontrolle anzunehmen. Der Mechanismus der Ausführung soll später präzisiert werden. Was die Frage der internationalen Anleihe betreffe, so scheine die Tendenz dahin zu gehen, deren Studium aufzugeben und abzuwarten, bis Deutschland die notwendigen Finanzreformen zur Stabilisierung der Mark durchgeführt habe. Auf diesem Gebiete allein hätten die Beratungen noch zu keinen definitiven timmte dagegen Einen breiten Raum nahm in der erften sowohl wie in der zweiten Lesung des Steueraus- chusses ein dcutschnationaler — von anderen Par- le en in anderer Form auf genommener — Art ag ein. die Lurussteuer zu streichen und bis zum 1. Oktober äußer Kraft zu sehen und dafür die Reichsregierung zu ersuchen, schleunigst einen Gesetzentwurf vorzulegen, der den toi blichen Linus trifft, die hochwertige deutsche Arbeit aber schont. Die dafür vorgebrachten Gründe, wonach durch diese Steuer die hochwertige deutsche Qualitätsarbeit sehr schwer getroffen wird, besonders in der Luxusindustrie und der Qualitätsarbeit im Handwerk, hast nichts. Unser und die gleichlautenden Anträge anderer bürgerlichen Parteien wurden von den Kvalitionsparteien einschliestlich des ausschlaggebenden Zentrums abgelehnt und dafür folgender Kompromistantrag der Bayerischen Volkspartei angenommen: „Die Bestimmungen über die Llbgrenzung der luxussteuerpflichttgen Gegen- sind im Sinne einer völligen Umarbeitung und Vereinfachung sowie wesentliche Einschränkung des Umfanges der luxussteuerpflichtigen Gegenstände neu zu fassen, wobei die hochwertige deutsche Arbeitsleistung zu schützen ist. Ist die neue Fassung nicht bis zum 1 Oktober 1922 dem Reichstage vorgelegt, so treten die Vorschriften der Paragraphen 15 bis 24 auster Kraft." Die unterstrichenen Worte beruhen auf einem deutschnationalen Zusatzantrag. Die Bestimmungen über Plakate. Reklame usw. und Anzeigensteuer wurden nach Ablehnung verschiedener Anträge nach den Bestimmungen der ersten Lesung unverändert angenommen. Ein deutschnationaler Antrag, eine Entschließung anzunehmen. dast auf Grund des § 108 der Reichs- abgabenorbnung von der Umsatzsteuer zu befreien sind: a) die eigenen Erzeugnisse erblindeter Krieger (Korb- und Bürstenmacher usw.) bis zu einem Umsatz von 50 000 Mk. und bis zu 50 v. H. des Umsatzes von den Erzeugnissen ihrer Angestellten bis zur Hohe von 100 000 Mk. wurde, durch wohlwollende Stellungnahme, der Regierungsvertreter unterstützt, angenommen. Der deutschnationale Antrag, das Gesetz erst am 1. April 1922 anstelle des 1. Januar in Kraft treten zu lassen, wurde abgelehM mit 10 gegen 10 Stimmen, wobei von vier Zentrumsmitgliedern drei dagegen stimmten. Dagegen wurde eia deutschnationaler Eventualantrag angenommen: jedoch für die Erzeugnisse, deren Verkauf gesetzlichen Preisbestimmungen unterliegt, erst am 1. April 1922.“ (Hierzu gehören u. a. Brot. Milch sowie Kohlen, Kali usw.) Der Kamps um die Umsatzsteuer. Von Reichstagsabgeordneten Hammer. Wir geben die nachstehenden Ausführungen als eine gute Uebersicht der Pailamentsverhandlungen über die komplizierten Fragen der Umsatzsteuer, ohne den Standpunkt des Verfassers und seine Begründung der Steuerbefreiung der Genossenschaften uns zu eigen zu machen. 1921 erbrachte die Umsatzsteuer gegenüber der dafür im Rcichshaushalt angefehten Gesamtsumme von 5,4 Milliarden, trotz 40 v. H ^cht" erfaffung der Steuer, über 9 Milliarden Mark. Die Regierungsvorlage für den Reichswlrtschafts- rat erhöhte die Umsatzsteuer auf das Doppelte mit 24 Milliarden Mark Einnahme. Von der Vollversammlung des Reichswirtschaftsrares von 3 auf 2 v. H. Steuersatz herabgesetzt, kam die Vorlage mit 2.5 v. H. nunmehr an den Reichstag. Im 11. Steuerausschuß wurde ohne größere Schwierigkeiten der Prozentsatz auf 2 v. H. festgesetzt. Die langwierigen Verhandlungen drehten sich in der Hauptsache um die Erweiterung der Freiliste, um die (Steuerbefreiung der Handelsagenten, um die Befreiung der Genossenschaften, um die Aufhebung bzw. gänzliche Umarbeitung der Luxussteuer. um die Anzeigen- und erhöhte Zeitungssteuer und um die Zeit der Inkraftsetzung des Gesetzes. Von dem ..Freien Ausschuß" der vier größten beutfd;en Genossenschaftsverbände mit 32 000 Genossenschaften, zu denen etwa 26 000 landwirt- schaftliche Genossenschaften. 3300 Handwerker-, Kredit- und Wareneinkauss-Genossenschacken und etwa 1900—2000 Konsumvereine gehören, war ein Antrag an den Reichstag gesandt worden, der die Befreiung von der Umsatzsteuer für die Genossenschaften und ihre Zentralen, die einem Revisionsverbande angeboren und nur mit ihren Mitgliedern arbeiten, forderte. Diesen. Antrag habe ich meinerseits ausgenommen, da infolge bes riesigen Warenpreissturzes Anfang 1920 ein großer Teil ber Handwerkcreinkaussgenossenschaf- ten überaus schwere Verluste erlitten hatte, wodurch deren Mitglieder zum Teil mutlos wurden und sich wieder dem mit Tharenkreditangedoken sich n h.'rnden Großhandel zuzuwenden begannen. Die Steuerbefreiung gründet sich auf die Tatsache, daß die Genossenschaft bzw. die Zen- traleiiikaufsgenvssenschaft nur durch die Geschäftsanteile und vertretbare Haftsumme ihrer Mitglieder in die Lage verseht werden, gegen bar und im Großen einzukausen. Trotzdem muß hierfür Umsatzsteuer bezahlt werden. Das Mitglied, welches nun einen Teil dieser ihm gehörenden Ware kauft, zahlt dafür wiederum Umsatzsteuer! Treten beim Einkauf der Zentrale oder der Genossenschaft Verluste ein. so muß außerdem der Ge- nösfenschaftler zur Vermeidung des Konkurses der Genossenschaft weitere Geschäftäauthaben in kurzer Frist nachzahlen und weitere Haftsummen Ein deutsch-polnischer Grenze streit zu ungunsten Deutschlands entschieden. "03 er l in. 20. März. (WTB ) Zu der lieber- gäbe von fünf Weichselgemeinden an Polen wird von zuständiger Seite mitqetcilt: Durch die Rote der Botschasterkonferenz vom 12. August 1920 wurden fünf Dörfer auf dem rechten Weichselufer mit den Häfen Kurzeirack Deutschland genommen und Polen zugeteilt. Von deutscher Seite wurde die Entscheidung angefochten. Cs gelang im Frühjahr 1921 durchzusetzen, daß sich Sachverständige der Entente mit der erneuten Prüfun gber Frage befaßten. Die Engländer und Italiener schloffen sich der deutschen Auffassung an, der Franzose der polnischen. Die ersteren waren für die Rückgabe. In der Hauptsihung der interalliierten Grenzkommission vom 15. Juni 1921 in Posen wurde der deutsche Standpunkt aebillift Daraufhin wurde deutscherseits ersucht, die Bot schafterkonfercnz zu einer Abänderung ihrer Entscheidung zu bewegen. Am 13. Oktober wurde bei Botschasterkonferenz eine entsprechende deutsche Rote übergeben. Am 1. Dezember wurden in einer zweiten Rote weitere sachdienliche' Vorschläge gemacht. Trotz dieser Bemühungen ließ sich die Botschafterkonferenz zu einer 2le iberung ihrer Entscheidung nicht bereitfinden. In ihrer Rote vom 21." Januar 1922 entschied sie, daß die technischen Fragen des Deichschuhes und die Verteilung der Deichlasten durch je einen deutschen und einen polnischen Sachverständigen zu prüfen seien, um das Problem im Sinne einer deutsch-polnischen Deichgemeinschaft zu losen. Man betonte ausdrücklich, daß die Bestimmungen des Friedensvertrages und der Botschasterkonferenz unangetastet bleiben müßten. Die deutsche Regierung erllärte sich in ihrer Antwortnote vom 27. Februar bereit, die Sachverständigenbera- tung in die Wege zu leiten, in der Hoffnung, daß sich bei dieser Gelegenheit die ganze Sinnwidrigleit der Grenzregulierung zeigen werde. Der jeht am 13. März gefaßte Beschluß der interalliierten Grenzkommission bedeutet, daß der Beschluß der Dotschafterkonferenz vom 2. August 1920 für DoUftrecfbar erklärt wird. Am 31. Mär? soll die llebergabe erfolgen. Die Erregung der oft- und westpreußischen Bevölkerung hierüber ist verständlich. Andererseits muh berücksichtigt werden, daß die Entscheidung seit längerer Zeit fest stand und die Aussichten auf eine Abänderung von den zuständigen Stellen stets als sehr gering bezeichnet wurden Es mürben jetzt Schritte unternommen, um bei ber Dotschafterkonferenz die Hinausschiebung ber Besetzung wenigstens bis zu bem Augenblick zu erreichen, wo bas Ergebnis bei deutsch - polnischen Sachverständigenberatungen vorliegt. Don deutscher tote von interalliierter ©eite wurden wiederholt Versuche gemacht, durch unmittelbare deutsch-polnische Verhandlungen zu einem Ausgleich zu gelangen. Die Verhandlungen wurden pvknischerseits stets kategorisch abgelehnt Nr. 68 Der -ietzener Anzeiger erschein, täglich, außer Sonn, unb Feiertags Monatlichevezvg5preise: Mk l 1.50 emfchl. Trägerlohn, durch bte Post Mk 14 - einfchl Bestell, qrlb, auch de, Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: für bieSd)nf1leitung 112; für Druckerei, Verlag unb Geichäftsstelle 51 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Liehen, postfchecttonto: Sranliurt a. M. 11686. Wie Frankreich in Amerika gegen Deutschland hetzt. Berlin 20. März. (WTB.) Die „Chicago Tribüne" meldet aus Washington: Der französische Botschafter m den Vereinigten Staaten, 2us,°raÄ>. h°. der Epischen A°g,--ung Ma. > um Fr-ad- za j itVeY™ ©Tlb Um mlung Unst-a I hL aa dem Bild d-r hi-r herrschenden Der-,«.. Erstes Blatt 172. Jahrgang Dienstag, 2f. März 1922 GietzenerAilMger General-Anzeiger für Gderheffen organisierten Einzelhandel ausschalten, sie werden größtenteils zu detaillierenden Erzeugern werden. I Die landwirtschaftlichen Zentralgenossenschaften schalten schon jeht den Zwischenhandel aus, I Jung, da das belgische sowie auch das französische und englische Volk ebenfalls unter den Felgen des 5tricge6 zu leiden hätten. Immer mehr schüre die Ansicht durchzudringen, daß kein eotaat aus dem Weltkrieg als Sieger hervor- gegangen ist, und das; es falsch sei, im Frieden Len Krieg fortzusetzen. Die Entwertung der Valuta habe zur Folge, daß die Arbeitslosigkeit in den verschiedenen 6 ie; er floaten größer s t äls in den besieg en Ländern. Al e Länder mutzten zusommenarbeiten für die Gesundung der tot t- schaftlichen Verhältnisse im Werten Eu opas. Die Kriegs tost en mühten aus den Reparationszahlungen gestrichen werden, da letztere sonst von Deutschland nicht bezahlt werden konnten. Der Redner schloß seine Ausführungen mit der Forderung der A e n - derung des Versailler Vertrags und der sofortigen Aushebung der Besetzung der Rheinlande. Sius dem Reiche. Eine Abwehr bc<< Rcichswchrministers Berlin, 20. März. (WTB.) (Zn der Än° terredtlng. die der Reichswehrmini st er dem hiesigen Vertreter des argentinischen Blattes „La Racion" gewährte, hat der Reichswehr- Minister auf eine dahinzielende Frage ausgeführt: „Gegenüber den tendenziösen Angriffen, die in der letzten Zeit „der französische Kriegsminister. der Abg. Fabry und der „Ternps" gegen die Reichswehr richteten, kann ich nur wiederholen, daß wir, wie Rollet selbst zugeben muh, die unS durch den Friedensvertrag aufer- leg en schweren Verpflichtungen in loyaler Weise erfüllten. Die über ganz Deutschland verbreiteten Kontrollkommissionen wären bei uns längst vorstellig geworden, wenn sich die angeblich behaupteten Vorkommnisse wie die Ernennung von Reserveoffizieren, die Bildung geheimer Verbände und der Bau strategischer Dahnen im Schwarzwald ereignet hätten. Mit der Reichswehr und den Organisationen tote Sportvereinen und Technischer Rothilfe, die mtt der Reichswehr nichts zu tun haben, kann in den jetzigen Zeiten kein Krieg geführt werden, den das deutsche Volk übrigens auch nicht will. Aber die Unruhe wird von anderer Seite in die Welt getragen, da der Popanz von einem gefährlichen und rachedürstigen Deutschland aufrecht erhalten bleiben muh, weil man selb st nicht ab» r ü st e n will." Kommunistische Hochverräter. Berlin, 20. März. (WTB.) Auf Anregung des Staatslommissars für öffentliche Ordnung hat die Abteilung I a des Berliner Polizeipräsidiums am 17. März bei einem Vertrauensmann der Kommuni st ischen Partei in der Linienstrahe dem in bescheidenen Verhältnissen lebenden Mechaniker Walter Ahrends, eine Haussuchung vorgenommen. Es wurde in der Wohnung eine hochwertige, mit allen Apparaten reichlich ausgestattete kostspielige Funkenanlage entdeckt. Auster der Anlage wurden zahlreiche geheime Dienstvorschriften über Funken- und Telegraphendienst, Verzeichnisse von Funkenstationen. Kabeln und unterirdischen Tele- graphenlinien, Zeittafeln, ferner Verzeichnisse von Postanstalten, Pläne, Zeichnungen und anderes aus das amtliche, militärische und polizeiliche Funken- und Telegraphenwesen bezügliches geheime Material, teils im Original, teils in Abschriften vvrgefunden. Auch fand man die Adressen Zahlreicher zuverlässiger kommunistischer Vertrauensleute unter hiesigen Po st beamten und Angestellten hiesiger Telephon- und Telegraphenbaufirmen. Ahrends entzog sich der Festnahme durch die Flucht. Der in die Angelegenheit verwickelte kommunistische Stadtrat unb Parteisekretär Grhlewicz wurde von der Polizei festgenommen und wird demnächst der Staatsanwaltschaft wegen Hochverrats zugesührt werden. Aus dem besetzten Gebiet. Me Sommerzeit im besetzten Gebiet.. Frankfurt a. M, 20. März. (Wolff.) (Zn der Rächt vom 25. zum 26. März d. Zs. wird für die Eisenbahnen im besetzten Gebiet und auf ken Stationen der Strecke Kettendach— Flacht| am Stelle der jetzigen westeuropäischen Zeit die eine Stunde früher liegende, mit der mittet- europäische Zeit übereinstimmende westeuropäische Sommerzeit derart eingeführt, Last die Ähren der Bahnhöfe am 25. März d. Hs. um 11 älhr abends um eine Stunde vorgestellt werden, d. h. auf 12 Uhr nachts. Ein Besuch in den neuentdeckten KatLkomben mit den ersten Apostelbildern. Die Entdeckung einer großen unterirdischen frühchristlichen Begräbnisstätte in der Rähe der Porta Maggiore in Rom, in der sich wundervolle Fresken mit den ersten Darstellungen der Apostel fanden, ist einer der wichtigsten archäologischen Funde, die je in dem weltgeschichtlichen Boden der ewigen Stadt gemacht tourben. Die erste genauere Schilderung der ganzen Anlage bietet der Bericht eines englischen Archäologen Thompson, der mit Prof. Respi Landi die neuen Katakomben besuchte. Bei Ausgrabungsarbeiten zum Dau einer Garage waren Arbeiter auf eine Höhle gestoßen, die unter allerlei Schutt verborgen gewesen und den Eingang zu dem Hypogeum bildete. Die Stätte ist von großer geschichtlicher Bedeutung und liegt am Diale Manzoni zwischen der Porta Maggiore und der Dia St. Croce. Hier war der alte Weg, den bereits Servius Tullius nach der Porta Esqui- lina gebaut haben soll, ganz in der Rähe der Schnittpunkte der großen Aquädukte, wo der Kaiser Claudius im Jahre 272 den Hoffnungs- Tempel errichtete. Rach dieser Zeit waren alle Beerdigungen innerhalb der Mauern Roms streng verboten. Das ist für die Datierung der neuen Katakomben von Wichtigkeit, denn sie liegen innerhalb der Mauern, müssen also vor diesem Jahre errichtet fein. Auf zwei mit Ziegeln gemauerten Treppen gelangt man durch den Eingang an der Erdoberfläche nach einem etwa 20 Fuß' breiten und 16 Fuß hohen Raum, dessen Wände und Dach mit Stuckarbeiten in grauer Farbe bedeckt sind. An den vier Ecken sind Fresken, die weibliche Figuren in farbigen Gewändern darstellen, aber ziemlich undeutlich sind. Steigt man durch einen Torbogen weitere 17 Stufen herab, so gelangt man in einen größeren und schöner ausgestatteten Raum, dessen Aus Siebt und Land. Gießen, den 21. März 1922. Preisgestaltung und Preisverzeichnisse. Von drr städtischen Preisprüfungä«3 stelle wird darauf hingewiesen, daß die in der Geschäftswelt vertretene Ansicht, sie sei berechtigt, die vorhandenen Warenvorräte zu den jeweiligen Tagespreisen zu verkaufen unrichtig ist. Das Fordern der Tagespreise tann nur dann seine Berechtigung haben, wenn die Marktlage eine normale ist. Die heutige Marktlage jedoch mit dem sprunghaften Hinan isch tollen der Einkaufspreise ist nur als eine Rotmarktlage an- zusprtzchen. (Zn der letzten Zeit ist wiederholt festgestellt worden, daß Geschäftsleute ihre Warenpreise, bei deren Festsetzung bereits unter Berücksichtigung der Einkaufspreise eine angemessene Gewinnspanne eingerechnet war, bei steigenden Preisen in die Höhe gesetzt haben. Während bei einzelnen der @runb hierzu wohl in der Absicht rücksichtsloser Ausnutzung der Gewinnmöglichkeiten ohne Rücksicht auf etwa bestehende strafrechtliche Vorschriften zu suchen ist, glauben sich andere auf Grund von Artikeln in ihren Fachzeitschriften hierzu berechtigt. Derjenige Geschäftsmann, der seine Waren im Preise hevaufseht, macht sich strafbar gemäß Verordnung gegen Preistreiberei vom 8. Mai 1918, weil durch die HöherTeichnung der Warenpreise der Gewinn ein übermäßiger wird. Reben Bestrafung ist auf Einziehung der erzielten Äebergewinne und in schweren Fällen auf Ausschließung vom Handel auf Grund der Verordnung betreffend Fernhaltung uTtzuverlässiger Personen vom Handel vom 23. September "1915 zu erkennen. Einen Durchschnittspreis zu berechnen, ist bei gleichartigen Gegenständen, deren Gestehungskosten verschieden hoch sind, auf Grund des ß 2 der Preistreiberei-Verordnung gestattet. Diese Durchschnittspreisberechnung ist jedoch bei einer evtl. Geschäftsprü ung nachzuweisen; sie muß auf den verschedenien Gestehungskosten und den verschiedenen Mengen der in ihr einbezogenen Gegenstände beruhen und darf unter Berücksichtigung der hierbei ermittelten durchschnittlichen Gestehungskosten keinen übermäßigen Gewinn enthalten. Wie schon bemerkt, ist diese Durchschnittspreisberechnung nachzuweisen, d. h., sie darf nicht erst bei Rachprüfung des Geschäftes vorgenommen werden, sondern muß aus den Düchm klar zu ersehen sein. Eine Durchschnittspreisberechnung bei Markenartikeln, die unter Festsetzung eines Kleinverkaufspreises geliefert worden sind, ist unzulässig gemäß Bekanntmachung vom 18. Mai 1916 übet die äußere Kennzeichn,mg von Waren. Daß trotzdem die aufgedruckten Preise an diesen Artikeln in vielen Fällen durchgestrichen oder mit Firmenschildchen des betreffenden Kleinhändlers überllebt worden sind, ist ebenfalls in vielen Fällen festgestelllt worden. Auch die durch Bekanntmachung der städtischen Preisprüfungsstelle vorgeschriebenen Preisverzeichnisse sind in vielen Geschäften jrtdjt angebracht, obwohl die verschiedenen Inhaber wiederholt darauf aufmerksam gemacht worden sind. Das vorgeschriebene Verzeichnis, das durch Anbringen der Preise in gut lesbarer Schrift an den Waren selbst oder an den Behältern, in denen sich die Ware befindet, ersetzt werden kann, ist so zum Aushang zu bringen, daß das Publikum sich selbst von der Höhe der Preise überzeugen kann. (Zn dem Verzeichnisse müssen sämtliche zum Verkaufe stehenden Gegenstände aufgeführt sein und nicht, wie dies vielfach der Fall ist, nur ein verschwindend kleiner Teil. Die in dem Verzeichnisse angeführten Preise dürfen nicht überschritten werden. Die Preisankündigung gilt als Preisforderüng im Sinne der Preistreiberei-Verordnung. Auch hiergegen ist vielfach verstoßen worden, indem die Abgabe von Gegenständen, die mit Preisen ausgestellt waren, verweigert wurde mit dem Hinweis, sie seien verkauft. Das Recht der Preis- prüsungsstellen, den Aushang von Preisverzeichnissen vorzuschreiben, ist von vielen Fachzeitschriften angezweifelt worden. Viele Geschäftsleute, die sich hierauf stützten und die vorgeschriebenen Preisverzeichnisse nicht aushängten, sind mit Strafen durch die Gerichte belegt worden. (Zn manchen Geschäften, selbst bei hanbris- gerichtlich eingetragenen, wurde die Rachprüfung der Preise durch die Art der Buchführung sehr erschwert. Die Herkunft der nachzuprüfenden Gegenstände konnte in einzelnen Fällen weder durch die Bücher noch durch Rechnungen nachgewiesen werden; erst durch (Znanspruchnahme' anderer Preisprüfungsstellen an den betreffenden Dezugsorten konnten die erforderlichen Unterlagen beschafft werden. Der reelle Handel hat -tti i ■■ i1 Wände und in Dogen gewölbte Decke mit farbigen Fresken von größtem Wert verziert sind. An zwei Seiten des Raumes befinden sich Rischen zur Unterbringung von Toten, und unter diesen Rischen sind Aushöhlungen von 3 Fuß 6 Zoll Tiefe, die zu demselben Zweck dienten. 3n einem dieser, Gräber fand man noch die Ueberrefie eines ' menschlichen Skeletts. An den Wänden über ^diesen Gräbern befinden sich nun jene zwölf Gemälde, die ohne Zweifel die Apostel darstellen. Die Figuren, die in Dreiviertel-Lebensgröße sind, erscheinen in aufrechter Stellung und laufen in etwa 2 Fuß Entfernung rund um den Raum herum. Wenn sich das Auge an die Farbe gewöhnt hat, dann wirken diese Gestalten mit geradezu plastischer Lebendigkeit, als wollten sie aus den Mauern hervortreten. Man ist überrascht von der Schönheit der Malerei und der künstlerischen Ausführung, die alles übertrifft, was bisher an Gemälden in Rom aus dieser Zeit entdeckt worden ist. Die Köpfe der Gestalten sind besonders gut ausgeführt und sicherlich von einer Meisterhand gezeichnet. Die Farbe ist dunkel im Ton und bevorzugt Verbindungen eines reichen Braun unö Terrakottarot mit etwas Blau und Grün, die die Gewänder beleben. Die Best immuung jeder einzelnen Figur ist schwierig, aber die Gestalten von Petrus und Paulus, die sich in einem besseren Erhaltungszustand befinden als die anderen, sind ziemlich sicher zu erkennen. Das Gesicht von Petrus ist sehr charakteristisch und zeigt eine gebietende Strenge, während die Züge von Paulus viel milder und gütiger sind. Alle Figuren sind bärtig, in die Toga gefleibet und barfüßig. Die Decke dieser Grabkammer ist gewölbt und mit einem Ornament in roter Terrakottafarbe verziert, das in den Ecken Vögel und Tiere aufweist. 3n dem ersten Gewölbebogen befindet sich ein bemerkenswertes Gemälde, das den Abhang eines Hügels darstellt, auf dem eine Herde von Schafen grast. 3n der Rähe des Gipfels befindet sich eine selbst ein großes Untercffe an der Ausmerzung von unzuverlässigen Perionen, die sich auf Kosten der Allgemeinheit durch Schleichhandel,^ Preistreiberei und Zurückhaltung der Ware in möglichst kurzer Zeit die Taschen füllen wollen. Auch das kaufende Publikum kann viel dazu beitragen, daß solchen Personen das Handwerk gelegt wird, indem es alle lleberDortei- langen usw. ungesäumt zur Kenntnis der Preisprüfungs st eilen bringt ♦ ** Amtliche Personalnachrichten. Der Abgeordnete Otto 11 r ft a b t wurde am 17. März 1922 zum Ministerialdirektor im Landesamt für das Bildungswesen ernannt. Das Landesamt das bisher als besondere Behörde bestand und dessen Präsident Dr. Urftabt war, ist bekanntlich nach bem neuen Etat dem Staatsministerium als Abteilung angegliebert, in ber nun Dr. Urftabt ben Posten eines Ministerial- birektors bekleidet. — Ernannt wurde am 14. März der Regierungsrat beim Kreisamt in Darmstadt Dr. Otto Michel aus Reu-Bamberg zum Regierungsrat beim Kreisamt in Friedberg mit Wirkung vom 1. April 1922 an. ** Anlagemufik findet am Donnerstag, mittags 12 Ähr, am Liebigdenkmal statt. Musikfolge: 1. „Die Freundschaftsflagge Marsch, Frz. v. Blvn. 2. Ouvertüre zum Lustspiel „Donna' Diana", F. Regnicek. 3. Große Fantasie a. d. Oper: „Wilhelm Teil", G. Rossini. 4. Potpourri aus der Operette „Die Esar- daSfürstin", E. Kalman. 5. „Mein Regiment!", Marsch, L. Blankenburg. ** Das Les ehvlzs ammeln im Gießener Stadtwald ist nach einer amtlichen Bekanntmachung nur in der Zeit von 7 Ähr morgens bis 6 Ähr abends gestattet Bornonzcrr. — Tageskalender für Dienstag. Stabttheater, 7 Ähr: „Romeo unb Julia". — Kath. BereinshauS, 8 Ähr: 4. Dortrag ber Gießener Frauenvereine. — Astoria-Lichtspiele: „Der geheimnisvolle Iuwelendieb" unb „Labovary, ber König ber Diebe". — Lichtspielhaus, Dahnhofftr., ab heute bis einschl. Sonntag: „Das inbische Grabmal". — Aus bem Stabttheaterbureau Die 10 Prvz. Rachzahlung brr Vergnügungssteuer auf die noch ausstehenden Karten bes Mittwoch- Abonnements werben am Mittwoch, 22. unb Donnerstag, 23., jeweils vormittags von 10 bis 1 Ähr an bei Kasse in ber Vorhalle bes Theaters er= hl. ben. — Die 22. Mittwoch-Abonnementsvor- stellung mußte, da bas Plaut-Gastspiel nur am Mittwoch möglich war. auf Donnerstag, 23., verschoben werben. — Auf ben Plaut-Abenb sei nochmals ausbrücklich hingewiesen. Er vermittelt bic Bekanntschaft mit einem ganz eigenartigen Vor tragsknnstler, ber auf jedem Gebiete ber heiteren Kunst zu Hause ist. — Oderhessischer Kunst verein. Die gegenwärtige Ausstellung, die künstlerische Handarbeiten aller Art vom hiesigen Handarbeits- Seminar und noch einen Teil von Werken des Süddeutschen Illust ratoren-Bundes auftoeift, bleibt nur noch morgen (M i11woch) und am Donnerstag in der Zeit von 11 bis 1 unb am Rach mittag von 3 bis 5 Ähr geöffnet. — Jordans Meist erbilder-An- dachten werden am Donnerstag unb Freitag zum dritten unb vierten Mal wiederholt. Frln. 3 b a Stammler (Gesang) und Herr August Habicht (Orgel) werden auch bei diesen beiden Feiern mittoirlen, deren Reinertrag zur Hälfte der Kleinkinder-Dewahranstalt zugewe.rdet wird. Die Dilber-Andacht am Donnerstag ist für die Schuljugend bestimmt, die am Freitag für bte Gemeinden. (Räheres ist aus ber heutigen Anzeige zu ersehen.) Landkreis Gießen. = Hungen, 21. März. Gestern vormittag ereignete sich aus der Braunkohlengrube „Friedrich", Trais-Horloff, ein schwerer Ä n g l ü ck s f a l l, der ein Menschenleben forderte. Ein unterirdischer Stollen, in dem mehrere Arbeiter beschäftigt waren, brach plötzlich zusammen, wobei der verheiratete Bergmann Bley aus Rodheim bei Hungen von den Erdmassen und den Stützbalken verschüttet wurde. Er konnte nur als Leiche geborgen werden. Zwei andere Arbeiter erlitten Beinbrüche und andere erhebliche Verletzungen. Quecfborn, 20.März. Hier haben bereits in der vorigen Woche die Landwirte mit der Frühjahrsbestellung der Aecker begonnen und schon Hafer gesät. Das Wetter war sehr günstig, bank des warmen Sonnenscheins teuren bie Felber genügend trocken, so daß bas sitzende Figur, die eine Rolle hält unb sehr wahrscheinlich Christus barstellt. Die Schafe haben gerabe Hörner unb lange Schwänze unb sind benen ähnlich, bic man noch heute in Syrien unb Palästina finbet. 3n bem nächsten Dogengemälbe ist ber Garten einer römischen Villa zu sehen, ber zahlreiche, z. T. verwischte Figuren unb Tiere enthält. Darunter in einer Rische ist eine Szene abgebitbet, auf ber sich mehrere nackte Gestalten Hanb in Hand einer Art Quelle nähern, neben ber eine weibliche Figur steht. Die Darstellung erinnert an antike ‘Silber von heiligen Quellen, bie eine Rymphe bewacht. Auf der linken Seite dieses Bildes ist die sitzende Figur eines bekleideten bärtigen Mannes, der Den rechten Arm ausstreckt. DaS Bild wird wohl auf die christliche Taufe zu deuten sein. An der rechten Seite des Raumes ist ein Gesims, das einen Schmuck von bunten Ziegeln aufweist. Der Boden zeigt einen Mvsaikbelag von weißen und schwarzen Steinen in vorzüglicher Erhaltung, dessen Inschrift ein Licht auf den Besitzer der Grabstätte wirft. Die Inschrift enthält die folgenden Ramen: Aurelius Onesimus, Aurelius Paperius, die Jungfrau Aurelia Prima und Aurelius Feli° cissimus. Das Hypogeum wird danach von einem reichen Christen im 1. oder spätestens 2. Jahrhundert als Familienbegrabnis erbaut worden sein. Steigt man vier weitere tiefe Stufen herab, so kommt man in einen anderen Raum, dessen Wände ebenfalls mit Stuck belegt und farbig ausgeschmückt sind. Die Dekorationen der Bogenecken dieses Raumes zeigen vorzüglich ausgeführte farbige Figuren, während sich in anderen Ecken Darstellungen von Seepferden befinden. Eins der Tiere, das in Fahlblau gehalten ist, will man als eine persische Katze erkennen. Rings um den unteren Teil ber Wänbe bieses Raumes liegen sechs Grabnischen. Die Räume finb burch kreisrunde Löcher vorzüglich oentiliert. Die größte Tiefe, die bis jetzt erreiche ist, liegt 30—40 Fuß unter der Erdoberfläche. Einige der Bilder werden Pflügen flott von statten ging. Wenn es dies« Woche keinen weiteren Regen mehr gibt, weiden die Dauern mit bem Hafersäen fertig. Die Winterfrucht hat gut überwintert, unb bis jetzt lassen sich Schäden, wie in anderen Gegenden, kaum feststellen. tt. Treis a. d. Lda., 20. März. Gestern abend fand in Dills Saal die Generalversammlung des hiesigen Zweigvereins des Evangelischen Bundes statt. An Stelle des verhinderten Rechners verlas der Vorsitzende die Rechnung des vergangenen Jahres, die mit einem Äeberschuh von 50 Mk. abschloß. Dann hielt Pfarrer Lic. Iäger- Allendorf (Lumda) einen anregenden Vortrag über Ziele und Aufgaben des Evangelischen Bundes, in dem er die Pflicht jedes Evangelischen, sich an den Lebensäußerungen seiner Kirche rege zu beteiligen, hervorhob. Der Kirchengesangverein und das musikalische Kränzchen hatten ihre Kräfte in den--Dienst des Abends gestellt und erfreuten die Anwesenden durch mehrere musikalische Vorttäge. Kreis Alsfeld. △ Alsfeld, 20. März. Ein schwerer Einbruch wurde in der Güter Halle verübt Den Dieben fielen warme Unterleiber, Wämse unb Strümpfe in bie Hänbe. Etwa 30 Pfunb Reis, 50 Pfund Kaffee, eine Kiste Schvkolabc und 20 Paar Herrenschuhe hießen bie Einbrecher gleichfalls mitgehen. Die gestohlenen ^Sachen haben einen Wert von etwa 30 000 Mark. Dis jetzt fehlt noch jede Spur von den Dieben. A Alsselb, 20. März. Der Kreisgruppe Alsfeld der Reichsvereimgung ebemal. Kriegsgefangener hielt gestern ün Mainzer Hof eine Versammlung ab. Dabei wurden bie Lohnansprüche s olcher Gefangenen angemelbet, bie sich in englischer Gefangenschaft befunden unb dort gearbeitet hatten. △ Heimertshausen bei Als selb, 20. März. Der KriegsveteranIohannes Herdt, ber 1870/71 mitkämpfte, wurde unter starker Beteiligung beerdigt. Der Kriegerverein erwies ihm bie letzte Ehre. ch. Me r la u, 20. Marz. Gestern abend nahm Lehrer Jung aus Akahandja (6übtoeft- afrita), bei nach lOjährigem Aufenthalt in ber alten Kolons einen sechsmonatigen Urlaub hier bei seinen Angehörigen verbrachte, mit seiner Frau und zwei Kindern Abschied von hier, um von neuem nach Sudwestafrila auszureisen. Er will 'dort weiter für das Deutschtum als Lehrer tätig sein und hat sich zunächst aus 5 Jahre verpflichtet. Don Hamburg aus wirb bie Familie Jung mit der „QBangruic“, einem ber neuen Woermann-Dampser, heute bie Seer äse nach Sterckvpmund an treten. Der Abschied vom Heimatorte wurde ber Familie Jung nicht leicht gemacht. Zum Bahnhof Mücke gabm Hunderte das Geleite, alle von dem einen Wunsche beseelt, ball ben wackeren Pionieren für bas Deutschtum im fernen Afrika nach fünf Zähren eine ge= funbe Heimkehr beschießen sein möge. Kreis Büdingen. * Düd ingen, 20. Marz. Die Witwe des im Kriege als Regiments-Kommandeur der sächsischen Gardereiter gefallenen Grafen Ernst zu Lippe-Weißenfeld, geborene Prinzessin AnnazuVsenburg undBüdin- g e n hat sich in Rotenburg a. d. Fulda mit dem Fürsten Leopold zu Lippe-Dettnvld verlobt. Kreis Lauterbach. △ Lauterbach, 20. März. Mit Rücksicht auf die herrschende Drennhvlznot hat die Riebeselsche Forstvertealtung beschlossen, den Gemeinden des Vogelsberges das Brennholz auf dem Wege des Handverkaufs zu festen Preisen zu überlassen. Die Gemeinbeinsassen werben zu bestimmten TerminÄi eingelaben, unb von ben Revierförstern werben an bie einzelnen Ortsbürger zwei bis acht Raummeter Holz überwiesen, je nach Gröhe ber Familie und ber Viehhaltung. Ein Meter Duchenscheitholz ist je nach Güte auf 110—180 Mark festgelegt, Prügel auf 110—140 Mk., Eiche unb Birke 100—140 Mi., Kiefer unb Lärche 90—110 Mk., Fichte 80 bis 110 Mk. Prügel 60—100 Mk., Stocke 60—100 Mark, Reisig 30 Mk., Reisprügel 50—70 Mk. Kreis Friedberg. fpd. Vilbel, 20. März. Zwischen Vilbel und Bonames sprang am Sonntag' vormittag der Fuhrmann August Grün < aus einem fahrenden Personenzug und trug dabei lebensgefährliche Verletzungen davon, Die seine Aufnahme in das Frankfurter Krankenhaus bedingten. jetzt sorgfältig kopiert, um sie festzuhalten, bevor sie vielleicht burch Zufuhr von Luft beschäbigt werden; bie ganze Anlage wirb photographiert, unb bie Regierung tut alles, um biese wichtigen Funbe zu erhalten, bie vielleicht noch bet weiteren Rachforschungen vermehrt werben. * Franz Werfel: „Bocksgesang". Reichsdeutsche Uraufführung. Frankfurt, 20. März. Der Weg ber Menschheit nach oben wird stets von neuem durch Rückfälle in die Tierheit unterbrochen. Immer wieder sprengt der „Bock" in uns bie Fesseln, rast zerstörend unb befruchtend, wird vergottet und verteufelt; Brand ins Hirn unb Brand in die — seinen Lockungen ach so offene — Welt säend, bis das (Opfer der Liebe ihn bezwingt. Aber nahe beieinander wohnen die himmlisch unb die irdische Liede, und bte himmlische selbst wird Mutter bes neuen „Dockes", weil sie sich von der irdischen nicht lösen kann. Dies etwa scheint der Sinn von Werfels symbolischem Spiel „Bockig fang ‘ ?u |?tn. Freilich ist das Wert so vieldeutig unb schwerverständ- sich, so gefüllt mit vielerlei dunklem Hintersinn, daß es schwer ist, nur aus-, nicht unterz liegen Starke dramatische Handlung bewegt die ersten Akte; sie fesseln, spannen, quälen. Gegen Schluß zerfließt das Drama in endlose lyrisierende Dialoge, bie auf ber Bühne mit ihrer expressionistischen Mystik ermüdend wirken. Das atemlose Interesse, mit dem das Frankfurter Publikum den ersten beiden Akten folgte, flaute denn auch später ab; immerhin konnte sich Wersel einige Male nach Schluß der Vorstellung zeigen. Er hatte selbst die letzten Proben geleitet, so entsprach bie Aufführung, ber Robin Robert em verständnisvoller Regisseur war, fernen Absichten. Besonders seien bie tüchtigen Leistungen von August Weber und Anny Reiter hervoraehoben. Mit einfachen. Mitteln, aber äußerst wirkanas- voll gestaltete Lev Dahl die Bühnenbilder. p. sch Starkenburg und Rheinhessen. rm. Offenbach, 2V. März. Ausländischer Speck im Werke von nahezu 1'/, MMonen Mark wurde auf dem hiesigen Dahrchof auf Veranlassung eines auswärttgen Wuck-eramteS beschlagnahmt. Der Speck war als alliiertes HcereSgul bezeichnet und auä M". ffW ®Ä etau. arbeitet ftrei.. in Gcotz-Mamz, Der nach dem Ergebnis dec Urabftlmmuug heute zu Ende grhen feilte, dauert teilweise nochan. Aachdnn die Abstimmung ergeben hatte, bah an der zur Weitetfüh u g des Streiks erforderlichen Srci- viertel-Mehryeit etwa 430 S Immen se ilen, und dadurch die Be Handlungserged isse angenommen waren, hielten die Arbeiter am gestrigen Sonntag Pro^e .versammln >g m ab, um sich über i r weiteres Verhalten schlissig zu werden. (38 ist bekannt, bah die überwiegende Mehrheit brr Metallarbeiter in den Städten des Streikgebirtes gegen die Wiederaufnahme der Arbeit gcflimmt bat und bah die erforderliche Stimmenzahi für die Wi-derousnahme in den ländlichen Gebieten erzielt worden ist. Am Sonntag beschlossen bte Arbeiter einiger groben bestreikten "Betriebe, bie Arbeit nicht wrrber auszunehmen uab m ab» wartender vtcl ung zu verharren. Mrciö Vetzlar. • W i tzmar, 20. März. Durch ein schweres Unglück ist eine hiesige Familie in Trauer versetzt worden. 3n der Rähe unseres Ortes befindet sich ein Steinbruch, in dem sich durch die lrtztwbchigen Regengüsse ein etwa 3 Meter tiefer Wassertümpel gebildet hat. An diesem Tümpel spielten zwei Söhne des Hüttenarbeiters Heinrich Wagner und bewarfen sich neckend mit Steinen. Darüber entstand eine Balgerei, die zur Folge hatte, daß beide ins Wasser rollten. Der eine von ihnen, dem ein anderer Junge ein Seil zuwerfen konnte, konnte wieder ans Land gezogen werden. Sein lOjähriger Bruder dage- gen erkrank; nur seine Leiche wurde geborgen. Hcsscn-Nassau. fpd. F r a n k f u r t a. M., 20. März. Der Diener P a u l F l a m e, von dessen T o d i m Main wir bereits berichteten, ist nach den Untersuchungen tatsächlich das Opfer vvnBerbrechern geworden. Drei Zuhälter haben den Mann, als er sich mit der Dirne unterhielt, zunächst beraubt und ihm dabei 500 Mark abgenommen und ihn dann in den Main geworfen. Die Hilferufe des Ertrinkenden verhallten ungehört, obwohl sich rexf) mehrere Personen in der AShe des ZollhvfeS befanden. Die Mörder und die Dirne wurden verhaftet. mc. F r a n k f u r t a. M., 20. März. Die Kriminalpolizei nahm einen Mann fest, bei dem man zwei wertvolle, mittelalterliche Gemälde fand, die dieser in einem Bonner Museum gestohlen hatte. Die Bilder haben einen Wert von mehreren hunderttausend Mark und galten schon endgültig als verloren. Sie werden in den nächsten Tagen dem Eigentümer übermittelt werden. ra. A u S d e m T a u n u s, 20. März. Am 1. April wird in Schlangenbad ein Kinderheim eröffnet werden, das zwei- bis sechsjährigen schwächlichen und bedürftigen Kindern aller Stände zur Gesundung dienen soll. Das Haus, in dem 40 Kinder Aufnahme finden können, gehört dem Bezirksverbande der Baterländischen Frauendereine. ES wird geführt von Schwestern des Roten Kreuzes und steht unter ärztlicher Leitung. • Amöneburg. 20. März. Der Sohn des Landwirts W. Kliem sah gestern mittag von der Ohmbrücke au8 bei der Drückermühle den im Wasser spielenden Fischen zu. Dabei entdeckte er vor einem Pfeiler im Wasser die Leiche eines ManneS. Die davon in Kenntnis gesetzten und herbeigeeilten Behörden von hier vermuteten in dem Toten gleich den seit Samstag vor Weihnachten vermitzten Arbeiter Fey von Mardorf, was auch durch Angehörige und Bekannte von dort feftgestellt werden konnte. Fey, ein 80jähriger Greis, war auf dem Land- vatfamt In Kirchhain gewesen, um etwas abzu- bolen. und ist auf dem Rn^eae zwischen Bräckermü^.le und Mardorf, jcbenfalls von der Rächt ereilt, vom Weg ab in i>ie Ohm, vielleicht aber auch schon in den sogenannten Rülf- graben, der näher an der Strabe liegt, geraten und bei dem Hochwasser in die Ohm getrieben worden. ra. Biedenkopf, 20. März. Bür- germeister Grünewald, der bereits 27 Jahre an der Spitze unserer Stadtverwaltung steht, wurde auf eine weitere Amtszeit von 12 Jahren wiedergewählt. — Die Stadt hat mit Wirkung vom 1. April d. I. eine Steuer auf den H e r b e r g S v e r tr a g eingeführt. — An die nicht nutzungsberechtigt ten Einwohner wird auch in diesem Jahre dieselbe Hvlzmenge wie an die OrtSbürger verkeilt, und zwar zu einem Vorzugspreise, der sich nach dem Einkommen des Empfangsberechtigten richtet. Kirche und Schule. • Freie Lehrer stellen. Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer zu besehende Schulstelle an der Volksschule zu Wendelsheim, Kreis Alzey. — Erledigt ist eine mit einer katholischen Lehrerin zu besehende Schulstelle zu Dietesheim, Kreis Offenbach; eine mit einem evangelischen Lehrer zu besehende Schulstelle zu Rieder-Moos, Kreis Lauterbach. Mit der Stelle war früher Organistendienst verbunden. Aus dem AmtsverkündigungÄdlatt. — Das Am 18bc r lü nbi g u n g 8 bla 11 Ar. 38 vom -20. März enthält: Satzung des Pro- vinzialtagS. — Statistik der Streiks und Aussperrungen. — Gesuch der Firma .Bereinigung Hessischer Bauritgruben G. m. b. H." in Münster um Genehmigung zur Anlage einer neien -öaajit- auffccreitungxmlagc im Stembruch bei Münster. — Aenderung der Polizeiverorbnung übn den Schutz der städtischen WasserwerkSanlagen zu ©rüitberg vom 1. August 1895. — Die lanbes- polizeiliche Prüfung bc8 Entwurfs für die Herstellung einer Laderampe auf brm Dahn ho» Lich — Schweinemarkt in Hungen. — Dienst nachrichten. — Gefunden, verloren. Dienstnachrichten des Kreisamte8. 3n Laubach (Är. Schottens ist die Maul- und Klauenseuche erloschen. — Beigeordneter Otto Carle von Stockhausen wurde zum ersten Kommandanten und Karl T h e i h von Stockhausen zum zweiten Kommandanten der Pslicht- feuerwehr dortselbst ernannt und verpflichtet. 3n der Zeit vom 1.—15. März 1922 wurden in Diesten gefunden: 1 Drille, 1 Stempel, Postscheckkonto 60 626 Frankfurt a. M, 1 schmales silbernes Damenarmba.id, 1 eiserne vpanakette, gez. W. K. A„ 1 braunes Portemonnaie mit Inhalt, 1 graue Mütze und 1 weises Borhemd, 1 schwarzes Damenportentonnaie mit Inhalt, cm goldener Trauring, gez. E. K. 21, 1 schwarzes Handtäschchen mit Inhals 1 Paar braune Damenhandschuhe, 1 Daumsäge und eine Rosenschere, 1 schwarzes ledernes Portemonnaie mit Inhalt, verschiedene Geldscheine; verloren: 1 goldenes Kettenarmband, 2 silberne. schmale Armbänder, 1 blaue Da menst rickjacke. 1 schwärzst idcner Damen- regenschirm, 1 DoubiS-Drosche, 1 silberne Herrenuhr, 1 rote Mappe mit Inhalt, 1 schwarzes Seidentuch, 1 silberne Brosche (Zweimarkstück). — Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. — Die 2ll>holling der gefundenen Gegenstände kann an jedem Wochentag von 11—12 älhr vormittags und 4—5 Uhr nachmittags bei dem Polizetamc Diesten, Zimmer Ar. 1, erfolgen. Turnen, Sport und Spiel. Darmstadt, 20. März. Ein bedeutendes Ereignis, das viele Zuschauer angelockt batte, war le; turnerische Städtewet' kamps, der gestern hier ausgetragen wurde. ($8 beteiligten sich gleichstarke Turnman tschaften au5 Darmstadt, Frankfurt und Mannheim daran. Aus den fbannen'en Kämpfen ging 2 u r n g c m e i n b c Darm ! stabt mit 3454 ws Sieger hervor An zweiter Stelle kam die Frankfurter „Eintracht mit 3368 Pi-nkten, der Turnverein 1846 Mannheim mit 3363 Punkten dicht folgte. Die besten Cinzelleistun- gen erzielten Gebhard (Frankfurt) und Groh ' (Darmstadt). _____________________ ^Bad-Aauheim, 20. März. Der Radsport hat in den Zähren nach dem Kriege wieder einen erfreulichen Aufschwung genommen. Das zeigt sich in dem starken Anwachsen der 3er- bä n de, die sich die Pflege und Forderung des Radsports als Ziel gesetzt haben So zählt bie erst kürzlich neubelebte Taunus-Weteauer Radfahrervereinigung in 17 De reinen rund 1600 ordentliche Muglleder. 3m öonuncr ist hier ein grobes dreitägiges Radfahrerfest geplant, zu dem Einladungen an den deutschen Radsahrerbund ergehen werden. Gestern veranstaltete die Bereinigung hier in der Turnhalle ein Saal-Konkurrenz-Wettfahren, zu dem etwa 300 Radfahrer erschienen uxuen ui wurden dabei ansehnliche Leistungen im Reigen- unb Kunstfahren gezeigt. 3m Bierer-Rcigcn waren folgende Siege zu verzeichnen: 1. Frisch-Aus (Oppershofen), 2. Flott-Weg (Steinfurth), 3. Germania (Rockenberg), 4 Wander falle (Ober- Mörlen). Deim Sechser-Reigen verteilten sich die Preise wie folgt: 1. Oppershofen, 2. Rockenberg, 3. Steinfurth. 3m Achter-Reigen blieb Rockenberg Sieger, während Pas interefia ile Radballspiel nach bei hem Kampfe von Frisch-Auf (F ie berg Fauerbach) ge en Wände falle (0 ec- Mörlen) mit 3: 1 gewonnen wurde. Die hiesige Radfahrer-Bereinigung batte die Beranstaltung vorzüglich vorbereitet; an dem Wettfahren beteiligte sie sich aufrer Konkurrenz. ^lBad-Rauheim. 21 März. Der 5. 03 e» zirk des Turngaues Hessen, dem auch eine Anzahl Turnvereine des Kreises Dieben angehören, hält den vom Gau vorgeschriebenen Deziiks-Geräteweltkampf am nächsten Sonntag hier in der Turnhalle des Turnvereins von 1860 ab. Es liegen bereits zahlreiche Meldungen vor. Die Borbereitungen haben die hiesigen beiden Turnvereine getroffen. — Das grobe Rätselraten. — Wv findet die 8. Olympiade statt. Rach Pariser Dlättermeldungen ist eS vom Gemeinderat abgelehnt worden, den für bie Olympischen Spiele 1924 nötigen Zuschub zu leisten. Daraufhin wurde in Erwägung gezogen, die Olympiade in Lyon abzuhalten. Wie fetzt Davon be Crubertin erklärt, wirb bie im Zuni tagende Sitzung des Olympischen Komitees lick mit der Frage befassen. Für den Fall, dast bie Hindernisse, die einer Austragung in Paris im Wege stehen, bann röd) nicht beseitigt sind, fallen die Spiele automatisch nach Los AngeloS in Kalifornien. So berichtet Herr Coubertin. Wir glauben aber, dab es noch andere Stellen gibt, bie hier ein Wörtchen miizureben haben. — Der Fubball-Länderkampf Deutschland—Ungarn in Westdeutschland. Wie uns mitgetcllt wird, ist der Fubball- Länderkampf Deutschland gegen Ungarn, der für Hamburg vorgesehen war, infolge der dort ungenügenden Platzverhältnisse nach Westdeutschland verlegt worden. 3n Betracht kommen die Städte Köln oder München-Gladbach. Das Spiel findet am 2. Iuli statt. Vertreter für Gießen und Umgegend; Max Creutzburg, Gießen, Westanlage 35. 2311V I BW-wmn (Hemd und Beinkleid) von der einfachsten bis zur elegantesten Ausführung 2807a W | Fritz Nowack Ausstattungshaus. W SeiskMlver Tatet 1.50 Alle anberen Waich und Putzartikel billigst. Frische Tafel- maroodoe 26.00 feinste raselmargarine Hioenns *ÄT 27.00 HloenB5e[tiflsatid28.OO de st. Butterers. f. Küche u. 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Es ist mir nicht möglich, für alle Beweise der Liebe und Teilnahme während der Krankheit und dem ‘Ableben meines lieben Mannes persönlich zu danken. Ich sage daher auf diesem Wege Allen aus nah und fern für die erwiesenen Ehrungen und Kranzspenden herzlichsten Dank. Zugendabteilung im D. H. D. Ortsgruppe Greben. Am Donnerstag, den 23., abcndö 8 Uhr. svricht im Slaufm. Vercinbaus unser Gaujugendobniann Herr A. Noa > WieS- Stadttheater Leitung: U. Stolngoetter. Mittwoch, 22. März: Nutzer Abonnement. Mmr Mead oon jofeoü Sinai Anfang 7, (5nde 9 Uhr Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Sporikameraden Herrn Heinrich Wagner in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet Mittwoch nachm. 2 Uhr auf dem Neuen Friedhof stau. Anzug: Sportmütze. Eisler, l.Abs.,frühblllhend, winterfest und seidefrei, ä 27.50, so lange Vorrat. »Krüubcrg-Wnrthos. 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TLoi; rem Au schußanrrag soll am 1. 1. 1923 eine jährliche Vermögenssteuer erhoben werden, die betragen soll von den ersten an gefangenen oder vollen 250 000 Mark 1 vorn Tausend, für die nächsten 250 000 Mark 1 > > v. T.. die nächsten 250 000 Ollart 2 v T., für die nächten 250 OCO amxrt 3 v T.. für die nächste erste Utillbn 4 v. T., für die nächsten 2 Millionen 5 v. T., für die nächsten 3 Millionen 6 v. T.. für die nächste» vier Millionen 1 v. T., und für d,e nächsten fünf Millionen 8 v. T, für die nächsten -em Millionen 9 v. T., und für die weiteren Beträge 10 v. T. Auf die Dauer von 15 fahren erhöht sich die Steuer um einen Zahreszu schlag von 100 Prozent für die ersten, von 150 Prozent für die nächsten 250 000 Mark, und um 2C0 Prozent für die weiteren Beträge. Vis 100 000 Mart ist duS Bermögen nicht steuerpflichtig. Abg Dr. H e l f f e r i ch (D.-N.) stellt zunächst fest, daß er mit feinen früheren Ausführungen keineswegs die Tätigkeit anderer Parteien habe herabsetzen wollen, die Kampsesweise der Deutschen Boll "'artet gegen die Mittelstandspolitik her Deutschnationalen fei aber keineswegs freundnachbarlich zu nennen. Steuern von solcher Höhe, wie sie die Borlage enthält, werden auf die Dauer nicht erhoben werden können. Wenn es der Regierung nicht gelingt, den Reichshaushalt in anderer Weise in Ordnung zu bringen, tonnen wir alle einpacken. Die uns im Wiesbadener Abkommen auferlegten Sachleistungen sind genau so phantastisch und unsinnig, wie die übiiqen Revarationssorderungen. 3n der Ra- tifiztemng dieses Abkommens ohne Befragung des Reichstages sehen wir eine Derfassungsver- letzung Wir freuen uns. dah die Dolkspartei in der Zwangsanleihe eine einmalige Maßnahme sieht, aber auch mit dieser Einschränkung unterstützt sie die Erfüllungspolitik des Kabinetts Wirth. Auch wir sind nicht Gegner einer Verständigung der bürgerlichen Parteien, aber wir sehen nicht ein, warum das Eteuerkompromih durchaus mit der Sozialdemokratie unter Ausschluß bet Deutschnationalen gemacht werden muhte. Wir machen der Regierung bewußt Opposition, aber wir vergessen darüber 'nicht die Staats- wendigteiten. Für die Sanierung der deutschen Finanzen gibt es nur ein Programm: die Regierung muß sich in der Reichsverwaltung nach der Steuerdecke strecken. Der Welt muh die ungeblümte Wahrheit über unsere Lage ohne Beschönigung gesagt tverden. Eingriffe in die Der- mögenssubstanz bürten äußerstenfalls nur in Ber- binbung mit einer endgültigen Regelung der Kontributionsfrage erfolgen. Die gewaltige Belastung durch Vermögenssteuer wäre nur bei einer weit auseinander gezogenen Staffelung des Tarifs einigermnhen erträglich. Wir beantragen die Annahme der Ausschuhcesolution, wonach die Hohe deS steuerfreien Bermögensbetrages und der Staffelung der Veränderung des Geldwertes an- gepaht werden soll, als zwingende Vorschrift in das Gesetz. Redner verlangt, dah der Minister des .Auswärtigen vor aller Welt seine Stimme gegen Deutschlands Vivisektion hier erhebt. Wir verzichten darauf, für die Würde dieses Reichstags zu sorgen. Wir erfüllen unsere Pllicht als Oppositionspartei, denn wir sind eine nationale Oppositionspartei. Abg. Soldmann (XI.): Eine genügende Reichsvermögenssteuer würde Dutzende einzelner Steuervorlagen überflüssig machen. An dem erschreckenden Hochgang der Preise trägt nur die bteuerscheu dec Besitzenden die Schuld. Wenn die Öteuuer nichts ausreicht, muh eben die Sozialisierung erfolgen. Abg Hol le in (Komm.): Die Vermögenssteuer nichts ausrcicht, muh ebm die So^ialv laslung des Besitzes herbeizufüh en. Dabei ist sie im Ausschuß noch weiter verschandelt worden, und Deutschnaüonale bis zu den sogenannten Demokraten hin waren bemüht, den Staat nach Strich und Faden um die Steuern zu bemogeln. B.-rnstein will keine Katastrophenpolitik urtb deshalb keine Reuwahien. Wä.e nicht Er foffung der Sachwerte und Kampf gegen Sünnes u. Eo. die belle Wahlparole gewesen? 2Ibg. Kahmann (Scz ): Richt aas Agitationsrückfichten. sondern aas außenpolitischen and inneipolit schen Gründen arbeiten wir am Ausbau der deutschen Republik mit. Reine Freude tonnen allerdings Kompromisse niemals aus- lLsen. Wir haben keine Prinzipien beim Kompromiß aufgegeben, und hätten vielleicht txe Steuer im 3ntereffe der Ma len noch günstiger gestallen können, wenn die Unabhängigen positw mitgearbeitet Hütten, vielleicht sogar unter Llus- schal.ung der Deutschen Volkspartei. Somit schließt die 2lu s rache über Para- graph 1, dec u itet Ablehnung der tommu;.i l- schen Anträge über frühere Zukrallfetzung les Gesetzes und längere Fortdauer der x u chläge angenommen wird. Zu ^Paragraph 2 über öieucr- pslicht und steuerbares Vermögen befürwortet Abg. Dr. Helfferich (Dntl.) einen Antrag wonach bei Anrechnung der ausländi ch-n Stei e das ausländ sche Grund- und Bet i b. vermögen ausgenommen werden soll. Reichrsina izminister Dr. H e r m e s bittet, den Antrag abzulehnen, da die Besitzer solcher -Der- mögensteile sonst günstiger gestellt würden. als dem bisherigen Rechts u tanb entspreche. Rcdnw entschuldigt tie Ab v.s.mh it des ReiHeka-z er^ mit dringlichen Arbeiten bei der schweren outen- politischei. Lage. Abg. Dr. B e ck e r - Hessen (D. Vp.) stimmt dem Anträge Helfferich zu. Abg Fischer-Köln (Dem.) hält an der Ausschuhsassung fest. . v Der Antrag Helfferich wird sodann abgelehnt und die nächsten Paragraphen in der Aus° stchuhfassung angenommen. § 5 bestimmt, dah Un- temehmungen von der Steuer befreit sind, deren Erträge ausschließlich dem Reiche, den Ländern und den Gemeinden zufliehen, auherdem andere gemeinnützige Einrichtungen. Sparkassen hingegen nur. wenn sie sich auf die Pflege des eigent- lichen Svarverkehrs schränken. Ein Antrag ‘Sern- stein (Svz.) will auch diese Beschränkung der Steuerfreiheit der Sparkassen aufheben. Staatssekretär Zapf tritt demgegenüber für die Ausschuhfassung ein, ebenso Abg. Dr. Becker (D. Vp.), während die Vertreter der Unabhängigen den Antrag Bernstein unterstützen. § 5 wird schließlich in der Ausschuhfassung angenommen, eher, so die nächstfolgenden Paragraphen. Zu 8 10, der den Begriff „sonstige Vermögen" definiert und als steuerpflichtig bezeichnete Gegenstände aus edlem Metall, Schmuck» und LurusgegewlLnde. sofern der An chas° fungspreis für den einzelnen Gegenstand 10 000 Mark und darüber beträgt. Ein Antrag der Kommunisten. statt „Anschaffungspreis" „gegenwärtiger Handelspreis" zu sehen, wird abgelehnt und die Ausschuhfassung wird nach einem Zusatzantrag Molkenbuhr (Soz.) angenommen, wonach eine Ausnahme für die Werke Lebender oder seit 15 Jahren verstorbener deutscher Künstler zugelassen wird. Auch die nächstfolgenden Paragraphen werden unter Ablehnung kommunistischer Zuscchanträge angenommen. Ein kommunistischer Antrag auf Vertagung wird abgelehnt. § 16 bestimmt, dah die Vermögensgegenstände jeweils unter Berücksichtigung der allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse zu bewerten sind. Bei der Ertragsermittelung soll insbesondere der Ertrag der letzten drei Jahre berücksichtigt werden. Die Wertfeststellung bei Grundstücken soll nach der Regierungsvorlage durchweg nach dem gemeinen Wert erfolgen. Der Ausschuß hat dafür den JSrtragötoert eingesetzt. Sozialdemokraten und Kommunisten beantragen Wiederherstellung der Regierungsvorlage. Abg Schiele (SntL) widerspricht und beantragt bei verpachteten Grundst ücken, die dauernd dem Land und forstwirtschaftlichen oder gärtnerischen Betrieben gewidmet sind, den Wert des Betriebsvermögens, das im Eigentum des Pächters steht, als einen Teil des zur Vermögenssteuer zu veranlagenden Gesamtwertes des Grundstückes festzustellen. Dieser- Betrag soll von dem Gesamtwert des Grundstückes abgezogen werden und dem Vermögen des Pächters zugerechnet werden. Abg. P o h l mo n n (Dem.) bedauert, dah im Ausschuh keine Verständigung über den Paragraphen 16 zu erzielen war. Der Grundsatz des gemeinen Wertes würde zweifellos dazu führen, dah der G.undbefitz zum Papi wwert werde. Abg. Herold (Ztr.) tritt für den Ausschuh- antrag mit der Aenderung ein. dah bei der Er- mitielu->g des Ertrag.'w.rtes i sb sondere „auch' der Ertrag der letzten drei Jahre za berückfich- igen ist. Der Antrag will also auch die frü- erer Zähre für die Ertrags der echiung berücksichtigen. Ein Regierungsvertreter erklärt sich geacn diesen Zusatzantrag, der eine Ab chwächung des 9rundsai.eS b.beuten würde, dah der E t aaswert möglichst dem gemeinen Wert angepaht sein soll. Auch der Antrag Schiele fei nicht annehmbar, da baS Gesetz ^Personen und nicht Grundstücke besteuere. Abg. Henke (stlvP.) tritt für Wiederherstellung der Regierungsvorlage ein. Mit dem Ertragswert wolle man nur die steuerscheuen Agi-arier schonen. Abg. Hölle in (Komm.) erklärt, die Anträge zu'n Para^rap!.e i 16 s.i.n nichts als Steuers.,b)tagc Cj. Burg rtumS. Tamil endet die Besprechung über diesen Paragraphen. 21b,iimmung und Wellerberatui.g Dieneta; 2 11 br. Schluh 8 Uhr. Hessische Handwerkskammer. De Lehrling eu schuh de Ha d werkStammer beschädigte sich in seiner letzten öitzung mit der Frage der Erhöhung der Lehrzeit im Handwerk und der Regelung der Vergütung an die Lehrlinge Zur ersten Frage ist es angebracht, der Aufsassung entgegenzutreten, als ob durch die Dcschluh- affung der Dollversommlung der Handwerkskammer 1921 auf Erhöhung der Lehrzeit um 3abr. die zur Zeit noch der Entscheidung des Mi i'ieriurns unterliegt, alle Ha rd.oerkszweige Zeichrnähig betroffen werden Die Erhötzu g tarn nicht für alle Handwerkszwllge in Frage kommen, 5a für eine ganze Anzahl eine dreijährige Lehrzeit genügt. Dagegen muh verlangt werden, für die Gewerbe, die der fortschreitenden tech -.ischen Entwicklung unausgesetzt Rechnung tragen müssen, eine längere Lehrzeit festzusetzen, und es wird hierfür die Erhöhung auf 3V2 Zahre gefordert. Mit anderen Handwerkszweigen, die nicht unter diese Kategorie fallen, deren zentrale Organisationen aber bereits Anträge gestellt haben, werden weitere Verhandlungen ausgenommen. — Die Regelung der Vergütungen für Lehrlinge ist zur Zell eine der wichtigsten Aufgaben der Handwerksorganifativnen: es muh immer wieder daraus hingewiesen werden, dah die Korporationen verpflichtet sind, innerhalb ihrer Mitgliederversammlung unter Zuziehung der gesetzlichen Gesellenausschüsse oder der Gehilsenvertre- tur gen diese Frage unverzüglich zu behandeln. Der Lehrli igsausschuh der Kammer wendet sich in diesem Sinne nachdrücklichst an die verantwortlichen Vertreter der Handwerksorganisationen, nicht zuletzt in deren eigenstem 3nteresse. Aus Stabt und Land. Giehen, den 21. März 1922. Der Unfug der Kleingeldham- st e r e i. Durch gesteigerte Ausprägungen der Münzstätten ist es gelungen, den Kleingeld- mangel nahezu zu beheben; denn es entfallen nach dem jetzigen Stande der Münzprägung auf den Kopf der Bevölkerung 10 Stück 50 Pfennig-, 20 Stück 10 Pf.- und 22 Stück 5 Pf.- Stücke. Wenn sich gleichwohl hier und da noch ein Mangel an kleinen Münzen bemerkbar macht, so ist das auf die bedauerliche Gepflogenheit einiger Teile der Bevölkerung zurückzuführen, Kleingeld zu Hamstern. Die Zwecklosigkeit dieses Hamsterns von Kleingeld steht aber allster allem Zweifel; denn jeder sollte wissen, dah sowohl das 5-, wie das 10-, wie das 50 Pf.-Stück viel weniger Materialwert besitzt als es dem Nennwert entspricht. Umsomehr muh eS Wunder nehmen, dah noch immer die schon immer erwähnten unsinigen Gerüchte Glauben finden, wonach 50 Pf.-Stücke mit gewissen Münzzeichen außer dem unedlen Aluminium Platin enthalten sollen. Wer Münzen auf Grund solcher Gerüchte zu einem höheren Preise als dem Nominalwert erwirbt, schädigt sich selbst und trägt obendrein dazu bei. den Erfolg der Bemühungen der Negierung zu vereiteln, die auf möglichste Behebung des Kleingeldmangels gerichtet sind. ” (Sine Versammlung der Fleisch- Lich wurde heute eine aus Waldeck stammende Wanderschafherde fe st gehalten, deren Führer nicht im Besitz der vorgcschrie- bencn, amtstierärztlichen Zeugnisse war. Die daraufhin erfolgende Untersuchung der Herde durch das Kreisveterinäramt Gießen ergab das Borhandenf e i n hochgradiger Räude. Es ist dies wieder einmal ein Beweis, welche grohen Schäden unseren Schafbeständen durch fremde Wanderherdcn zu- gefügt werden können und rote notwendig es st. auf solche Herden ein roachsamcS Auge zu haben. Die verseuchte Herde wurde zwangsweise mit der Bahn an ihren UrsprungSort abttanSportiert. KrciS Wetzlar. kr. Krofdorf, 19. März. Unsere trotz der Nähe der Stadt bisher in Ortsklasse D befindliche Gemeinde ist bei der Nachprüfung deS OrtSklassenverzetchnis- seS in Klasse C eingestuft worden. — Die beiden hiesigen Gesangvereine veranstalteten heule ein gemeinsames, an Darbietungen sehr reiches Konzert, das sich eines guten Besuches erfreute. Hcffen-Nanau. Schließung sämtlicher Lichtspieltheater. fpd. Frankfurt a. M, 19. März. Der Verband süddeutscher Lichtspieltheaterbesitzcr, der die Unterverbände 'Bayern, Baten, Württemberg. Hessen und Hessen-Nassau in sich schließt, hielt dieser Tage in Stuttgart eine stark besuchte Mit- gliederversamm'.ung ab, die den einstimmigen 'Beschluß faßte, als Protest gegen die hohen L u st b a r k e i t s st e u e r n, die den Lichtspieltheatern auferlegt find, und die Verelendung mb Zusammenbruch des g samten Lichtspi g'.ewerbeS unbedingt in naher Zell mit sich bringen müssen, von einem zu bestimmenden Zeitpunkt ab sämtliche Lich t spielunter neh m u ngen zu schließen. • ]f Marburg. 20. März. 3n den Stadtsälen fand am Freitagabend eine von den hiesigen kommunalen Vereinen einberufene stark besuchte Dürgerversammlung statt, die sich In der Hauptsache nach einem Vortrage des Rechtsanwalts Dr. Rhod e aus 5ramfu.t überetcucr- fragen und Kommunalpolitik mit den bekannten Eingaben der genannten Vereine gegen die Stadtverwaltung an die Regierung und der zuteil gewordenen Beantwortung beschäftigte. Es wurde eine Entschließung angenommen des 3nhalls, dah die la toi neuartig steigenden Ausgaben eine andere Zusammensetzung der städtischen Körperschaften erheischten. Das Gemelndeverfasfu gsgeseh müsse baldigst verabschiedet werden, damit die Neuwahlen za den Gemeindevertretungen baldigst ftattfinben könnten. — Der Eisenbahnbedienstete Weber aus G.sselberg rannte am Freita-u end am Barfüßertvr mit seinem Rade so unglücklich gegen eine infolge der Straßen Verbreiterung vor einem -'naufe aufgeführte Mauer, dah er leben s- gefährlich verletzt in die Klinik ge- o.aa)t werden mußte. Das Rad ging völlig in Trümmer. — 3n den Stadtsälen wurde heute der 10 Verbandstag des Maler- und Tünche rmei st er-Verbandes Hessen- Nassau abgehalten. 3m An ch.u) an zwet Vorträge: „Ursache und Wirkung der Gobnbefregung“ und „Wie passen wir unser Betriebskapital der Geldentwertung an", erledigte man geschäftliche Angelegenheiten. Hessischer EvantzeUscher Landeskirchenlag. bef rt von mir — ab?r nicht toahr — es gibt dock; etwas, das man Takt nennt — Satti Takt! Gute Nacht, 3nger, und laß dir's gut gehen." Frau Borris ging ins Zimmer zurück und fetzte sich in den Lehnstuhl am Kamin. Ach, wie war doch dieser Tag traurig und angreifend gewesen! Schon vom frühen.Morgen an hatte es schwer und drückend über ihnen allen gelegen. S.lbst ihre Musikstuichen, die sie sonst be.nahe als eine Art von Aufspannung betrachtete, hatten sie unglaublich aneegriffen, nun. das tarn vielleicht auch daher, daß sie für das viele Treppensteigen und Umherlaufen in der Stadt allmählich zu alt hatte ihr geglaubt und war so schändlich ge- Gemüts das war freudigen Gelöbnissen herau gekommen So hatte sie dem Manne ihr Gelud e gehalten, den sie ms Leben wurde. Zuweilen hatte sie schon daran gedacht, die Stunden aufzugeben; muvte sie diese Zell doch ih.-em Manne, ihren Kind.m und ihrem Hau - wesen entziehen. Wenn aber d.r Mo at hc um war, dann brachte sie doch eine recht hübsche Summe nach Hause, und dieses Geld konnte jett sehr nötig werden, da Zens nur noch die drei Abendstunden im Kursus hatte. Alles wurde immer teurer, und Die Einnahmen wurden nicht größer, sondern in zwei Zähren, wenn Z.ns de Landwehrkompagr.ie verlor, sogar noch kleiner. Aber sie konnte es nicht l u jnen, sie fühl e sich zuweilen übermüdet — und jetzt war s e plötzlich so mutlos geworden, daß sie am lieb,.en geweint hätte wie ein Kind. 3n der letzten Zeit war es auch mit Zrns' Stimmung recht schlimm beftelü gewesen, .md das hatte getoiffermoten sie und alle an gesteckt. Sie wußte nicht, wie es zuging. Mochte sie auch Noch so fröhlich erwachen, k um waren ein paar Stunden vergangen, so ‘enttc sitz eine Art Schwermut über sie herein. Sie empfand las tote einen Bann, den rie nicht von sich ab ustzüttlli ber» täuscht worden. Aber war das alles auch wirllich ihre Schuld? Ach, sie war es nun bald müde, zu kämpfen; es gelang ihr ja dvch niemals, den armen Men- dauer zu verlassen. Stegergewiß hatte sie ihm' schen nur drm Daniel zu tei >en, roorem sich seine versprochen, er werde to e er Fr.ude an Leden: Seele jeden Tag i-fer v rst.nllr Nber toaä das gewinnen — und die arme vertrauensvolle Seele • schllimmste war, aus diesem Tunket fiel ein üg/itten zurückgelockt — jawohl, gstockt ty t e, inten sie ihn veranlaßte, sich cuf ih e Ära t u. d Au - Sie hatte sich doch so redlich Mühe gegeben, ihm eine behagliche Heimat zu bieten und ihm der verständnisrollste Freuid zu sein. W e kam es denn, daß er jetzt verzweitelter war denn je’r 3Hre Liede zu ihm war noch ebenso innig, wie an jenem Tage, wo sie ihn gewissermaßen angesleht batte, sie zu nehmen, stlnd auch seine Gefühle waren unverändert, das bewies schon allein die! er Abend, wo er erzürnt uib verzweifelt aus dem Haus gelaufen war, well er nicht ertragen konnte, daß sie auf ein Weilchen von ihm ging. De.ne Liebe zu ihr war unverändert, wenn er vielleicht auch nicht mehr das alte Vertrauen in sie setzte Sie meinte, sie hätten sich beide redlich Mühe gegeben, das Ziel ;u erreichen, das sie sich gesetzt hatten — ihm Frieden ins Herz zu geben — warum war es ibne-i nicht gelungen V Tante Ellinor hatte gesagt, um ihrem Manne das Arg' gefühl zu nehmen, muf e sie zuerst sclb i ohre Furcht fein und Frieden im He-en haben, urrb toä:jie.ti> sie d rb.m bll Tante Ellinor gewesen war, hatte sie sich auch mullg und froh gefühlt: aber sobald sie he u t r in ihre Wrh- irnng gekommen war, hatte dieselbe zitternde iln- tute sie ergriffen, die ihren Mann immer quälte, cie batte sie gefühlt in demselben Augenblick, n>o sie erfuhr, daß er das Haus verlassen habe. mochte. Es war, als laste die gleiche ftimmung über ihnen allen. So weit war es also gekommen — bei all ihren glänzenden Plänen und über das ganze Haus und machte es zu einer finsteren und engen Wohnung für die armen Kinder, und das quälte sie u sä^lich. Ünb doch, wenn sie an die ersten Zahrr ihrer Ehe zurückdachte, in denen die Kinder ihr ganzes Glück gewesen waren, so fühlte sie sich nicht frei von G w s cn,b s en. Hatte sie nicht damals über der Sorge für die Kinder oftmals ihren Mann vergessen? Sie hatte gemeint, eine Frau könne ihrem Mann ihre Lieb? nicht besser befreiten als dadurch, daß sie eine Mustermutter seiner Kinder fei: allem Tante Ellinor hatte trotzdem re';i — die Mütterlichkeit war das Astesbeheerschende in ihrem Wesen. Sie hatte ihn, den Einsamen, oftmals vergessen um der ganz H l loten to l en. Aber was nützten alle diese Gedanken! Do hatte sie schon manchen Abend in Gewissensbissen dagesessen und hatte sich mit Selbst Vorwürfen und unnützen A klagen gequält. Wenn sie nur wüßte, wie sie es an greifen sollte, um das ins Gleiche zu bringen! Wenn sie nur fassen könnte, wie ihm und ihnen allen zu helfen wäre! Plö' stich fuhr sie auf. Wenn er nun nicht mehr zu mckkehrte! Es war ;a m^g ich. daß er für immer gegangen war. D e A g , daß t iefes Schrecklichste einmal geschehen könnte, verließ sie nie. , , rl Noch niemals war ihr das Dtse n so holf- nungslos verzwerflungsvoll, so fch e u d drehe ck> erschienen wie jetzt, und pl" lia) brach 'ie_ tm Gefühl ihrer eigenen Hilflosigkeit in hci -e Tranen aus. (Fortsetzung felgt) lo&te Vie 40 dienst ältesten Pfarrer. Das Ober» Konsistorium schlägt die 50 dienstaltesten Pfarrer vor. Die Dekane sollen außerdem eine nicht ruhegehaltsfähige Dienstzulage von 5000 Mark erhalten. Es entspinnt sich eine lebhafte Aussprache über die Vorzüge der» geistlichen Amtes in der Stadt gegenüber dem Lande und umgekehrt; es toicd von verschiedenen Seiten nach- getoiefen, dah es sehr schwer hält, geeignete Geistliche für die Städte zu bekommen, da diese aus den verschiedensten Gründen lieber auf dem Land bleiben, unbeachtet mancher Schwierigkeiten, die der Schulbesuch und anderes bringt. Am Schluß wird der Antrag des Ausschusses mit grober Mehrheit angenommen. Das Grundgehalt in der ersten Gruppe beginnt mit 25 000 Mark und steigt in 8 Stufen bis 37 000 Mark. Die zweite Gruppe beginnt mit 30 000 Mark und endigt mit 44 000 Mark. Dann werden die weiteren Paragraphen und der Rest des Gesetzes ohne Aussprache erledigt. Eine Anregung des Llbg. P i h betr. die Vergütung an Geistliche für nicht zum Dienst gehörenden Religionsunterricht soll in der zweiten Lesung des Gesetzes Erledigung finden. — Aächste Sitzung Dienstag. Eingesandts (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Sieben, 19. Marz 1922. Nachdem ich lange Zeit hindurch neiderfüllt Samstags die Kuchen von der benachbarten Bäckerei vorübertragen sah, meinte ich zu meiner Frau, tuir könnten uns auch einmal Sonntags einen wenn auch kleinen Kuchen leisten. Meine Frau geht zum Bäcker und verlangt für eine Mark Hefe. Die Antwort ist: Sie meinen wohl für 1,50 Mark! Verblüfft und beschämt darüber, blob für 1 Wart Hefe verlangt zu haben, läßt sich meine Frau die „vorschriftsmäßige" Menge aushändigen. Da sie aber nur einen kleinen Kuchen roden kann, kommt der Aeberschuh der Hefe zum Abfall. Das nächste Mal will sie schlauer sein und geht zu einem andern Bäder. . Für eine Mark Hefe!" »Sie meinen wohl für 1,50 Mark!", ist die Antwort. Meine Frau kommt heim und fragt mich um Rat, wie' man es wohl in Gießen anstellen müsse, um für 1 Mark Hefe zu erhalten? Ich bin um eine Antwort verlegen, die Herren der Schöpfung lassen sich jedoch dergleichen nicht gern anmerfen. So geht es au»ch mir, und ich ziehe mich aus der Patsche, indem eine Gegenfrage stelle. Mer ist wohl mehr zu bedauern: Der arme Geschiftsmann. den die Rot der Zeit „zwingt", Höchstmengen bzw. Mindestmengen dessen vvrzuschreiben, was ein Konsument nehmen „darf" oder der Käufer, dem seine Schwäche micht gestattet, gegen die modernen Geschäftspraktiken Einspruch zu erheben? Das eine ist sicher: Bon den uns verheißenen Zeiten vom „Sekt trinkenden Arbeiter" sind wir noch recht weit entfernt. g. Handel Berlin, 20. März. Börsen st irn- mungsbild. Der Dollarkurs hat sich heute in raschen Sprüngen bedenklich dem Stande von 300 .genähert: dementsprechend sind auch andere Devisennotierungen in die Höhe gegangen. Dabei ist der Bedarf an Devisen rücht übermäßig grob, das Material aber knapp. Die Börse konnte sich dem Eindruck dieser verhäng- ' nisvollen Bewegung .nicht entziehen und ant- 5wvrtete darauf nach anfänglich reger Ge- , schaftsbeteiligung mit ausgesprochener Zurückhaltung. Die Grundstimmung war dabei fest. Die Kurssteigerungen betrugen durchschnittlich 25 Dis vereinzelt 50 Prozent, und am Mvntanmarkt, wo die Spekulation später hauptsächlich oberschlesische Papiere, Harpe- ner, Mannesmann und Phönix bevorzugt, teilweise 75 Prozent und darüber und 140 Proz. bei Hvsch. Kursrückgänge bis 20 Proz. blieben demgegenüber in der Minderheit. Ausgesprochen fest bei Kursgewinnen bis 200 Prozent lagen Balutapapiere wie Mexikaner und Otavis. Auch für Petroleumwerte bestand zeitweise ef j)G$3 vermehrtes Interesse. Banken, Schiffahrts- und Bahnenaktien hatten ein sehr stilles Geschäft. Am heimischen Anlagemarkt waren alle Reichsanleihen bevorzugt, dagegen Eonsols teilweise angeboten. Frankfurt a. M, 20. März. Börsenstimmungsbild. Die Börse begann heute in fester Haltung, doch < blieb die zu erwartende regere Geschäftstätigkeit aui. Der Börse fehlt augenblicklich die Lust zu gröberen Unternehmungen. Es lagen Kaufaufträge vor and verschiedentlich bestand Rei u ig zu Rückkäufen. Im Verlaufe erhielt die Börse einen festeren Anstrich. Am Montana! ienmavtte lagen ManneZ- mann. Rheinstahl, auch oberschiesische Wert: höher; Harpener und Gelsenkirchener fest. Im freien Verkehr wurden folgende Kurse genannt: Kasseler Fatz 2800—2850. Sehr. Fahr 775. Gummi-Stöckicht 520. 3nag 630—640. Deutsche Petroleum 2L0. Benz 705. Chemische Rhenania 1235. Iulius Sichel 700. Der Devisenmarkt zeigte im Frühve'kehr eine feste Haltung. Der Dollar, der mit 286—289 einsetzte, bewegte sich während der ersten Dörsenstunde auf 291, dann 2C6. Valutawerte entsprechend dieser Bewegung vorwiegend fest. Elektrizitätöwerte fester bei teilweisen Kurserhöhungen. Später war der Verkehr wieder ruhiger, doch erhielt sich die feste Tendenz bis zum Schluh. Banken toaren befestigt. Pcivatdiskont 41/3 Prozent. Frankfurt a HL, 21. März Börsenkurse. Frankfurt Berlin Schtub- 1-älhr- Schluh- Ans.- Kurs KurS Kurs KurS Saturn: 17.3. 26.3. 17.3. 20.3. 5°/ Vlfch. Kriegsanl. 77,50 77,50 77,50 77,50 4° „Disch. Reichsanl. 92,- 91.- 93.20 93 25 3°oDtsch.Reichsanl. 126,- 127,- 126,60 126,75 4°/0 Preub. KonfolS 78,50 77,25 77,70 76,75 Hamburg°Paketf.. . 610.- 529,- 614,- 520,25 Norddeutscher Lloyd 396,- 400,- 393,- 397,- Comm.u.Privatbank «38,- 338,— 340,- 339,50 Darmstädter Bank . 335,- 335,— 33 335^- Deutfche Bank . . . 590, - 585. 6t'2, - 569,50 Disconto-Gesellschaft 486,75 496,50 497,- 497,50 Dresdner Bank. . . 370,- ^65,— 572,- 366 - Mitteld.Creditbank. 308,- 305.- 305,- 303,- Rationalbank f. D. . 349,50 346,- 347,- 347,- Boch. Guhstahlwerke -,- 1150,- 1225,- Bud.-Gisenw.-Akt.. 1000,- 10?5,_ 1010,- 1 04,- D.-Luxemb. Bergw.. 112,,- 112u, - 1125,- 1140, — Gelsenkirch. Bergw.. 1145,- 1175,- 1145,- 1190,— Harpener Bergbau. 1700,- 1810,- 1770,- 1800 — Oberfchl. Eifenb.-B. 1160,- 1 i 50, - 114:4.— 1155, - Oberschles. Cisenind. 939 - 9 0,— 930,- 940 - Phöni-.Bergb -Akt. 1215, - 1266,- 1219,- 1270,- Bad.Anilin-u. Soda 75!,- 760,- 747,- 750,- Höchster Farbwerke. ',20,- 73.),- 730,- 730,- Allg. Clektr.-Ges. . . 818,- 850,- 834,25 840,- Felten& Guilleaume 11,5,- 120),- 1185,- Schuckert-Werke. . . 775,- 750,- 7f8,- 760,- Adlerwerke...... 595,— 575,— 576,— 576,- Daimler....... 569,- 567,- 553,- 660,25 4° 0 Heff. Staatsanl. 76,25 76,25 75,50 76,25 Electron Griesheim 930,- 945, - 960,- 910,- Dtfche. Vereinsbank 246,- 244,60 — Marknokiernngea. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Datum: 1.7.14. 18.3. 20.8. Zürich.........Fr. 125 40 1,68 Amsterdam......Fl. 59.20 0,94 0.88 Kopenhagen......Kr. 88.80 1,?G 1.61 Prag..........Kr. 117 80 Stockholm.......Kr. 88.80 1,38 1,32 Wien..........Kr. 117.80 London.........Sh. 97.80 612 6,50 Paris..........Fr. 125.40 3.31 3,66 Reuyork........$ 23.80 -.34 Berliner Devkseamarv. (In einem Teil der Auflage wiederchvlt.) Geld Brief Geld Bries Datum: 18. März. 20. März. Amstd.-Rotterb. 10664,3b 10635,12 11263,70 11286,40 Brüffel-Antw. . 2467,50 2472,50 239/,40 2556 60 Ehristiania . . . 4880,10 4839,90 5254,70 526o,30 Kopenhagen . . 5969, - 5351, - 6393 GO 6406 »0 Stockholm. . . . 7412,55 7427.45 7932,06 7947,55 HelsingfvrS. . . 604,35 605,&5 -,- Italien.....1463,60 1166,50 1548,45 1551,55 London..... 1242,25 1244,76 1333,65 1386,35 Reuyork..... 233,21 283,79 304,69 30-5,31 Paris...... 2597,40 2802,60 2747^5 2752,75 Schweiz.....55 l 4,65 5625,65 5944, 5966,- Spanien..... 4485,50 4494,50 *71r,25 4724,75 Deutsch. Oesterr. 4,08 4,12 3,98 4,u2 Prag...... 4?6,25 487,25 610,45 511,55 Budapest.... 34,86 34^4 36,96 37,04 Buenos Aires . 102,60 lu2,40 -,- -,- Bulgarien . . . 182,80 183,20 195,80 196,20 Züricher Devisemnartt. 20. 3. 21.3. Wechsel auf Schweizer Franken Holland........100 Fl. — 194.40 194.OÜ Deutschland.....100 OHL = L80 1.80 Wien.........100 Kr. — 0.075 0.07 Prag.........100 Kr. — 8.875 8.90 Paris.........100 Fr. — 46. 75 46.->5 London........ \ £ =■ 22.55 22.47 Italien........100 L. — 26.10 26.05 Brüssel........100 Fr. = 43.85 43.30 Budapest.......100 Kr. — 0.64 0.G4 Reuyork........ 100 $ — 512.50 513.25 Agram........100 Kr. — 1.55 1.65 Warschau......100 Är. = 0,13 0,135 Märkte. Frankfurter Schlachtviehrnarkt. Frankfurt a. M 20. März. (Amtlich.) Marktverlauf: In allen Diehgattungen schleppendes Geschäft: Sckw i Om eiäeiien erheblichen s ileberftanb. Im einzelnen ist zu bemerken Auf-! getrieben, waren 15<9 -en Truppen des republikanischen Hee es und Ulster poiziuen gekommen. Es wurden D.-festigung^werle errich et und Häuser mit Beschlag belegt. Beide Teile führten Verstärkungen heran. London, 20. März. (WTB) Marschall Wilson, der von der nordirischen Regierung ersucht wurde, Maßnahmen zur Wiederherfiel- lung der Ruhe und Ordnung in Irland zu treffen, hat an den Präsidersten der Republik von Ulster einen Brief geschriebrn, in dem er unter anderem sagt, die in Irland herrschende Unruhe könnte nur unterdrückt werden, wenn Grotz-Bri- tannien selbst den Frieden her stelle. Das erscheine aber unter der Regierung Lloyd Georges unmöglich: die nur dazu imstande seien, ein Reich zu verlieren, seien unfähig, eines zu verwalten, geschweige denn wieder zu erobern. Eröffnung der Wiener internationalen Mess«. Wien, 19. März. (WB) Heute vormittag hat Bundespräsident Dr. H a i n if ch die z we i te Wiener internationale Messe in Anwesenheit fast aller Mitglieder des diplomatischen Korps, darunter des deutschen Gesandten Dr. Pfeiffer, eröffnet. Präsident Hochmuth teilte in der Eröfstrungsansprache mit, datz bedauerlicherweise fortdauernd Bewerber um Ausstel- wngsplätze abgewiesen werden mühten. Der Hand.lsmini^er Grünberger ft llte den Erfolg der Wiener Messe in materieller und ideeller Hinsicht fest. Der Minister gab dem Wunsche Ausdruck, datz die Messe ein enkscheidender Schritt nach vollvärts sein möge auf dem Wege, der auS der wirtschaftlichen Rot in eine Miere wir schuf t- liche Zukunft führe. Der Besuch der Mrs eräime war schon am heutigen Tage ungewöhnlich stark. Wien, 19. März. (WB.) Unter den nichtösterreichischen Ausstellern auf der zweiten Wiener internationalen Messe sind auch die Deutschen Werke vertreten, die zum ersten Mal in Wien ausstellen und bereits zahlreiche Anfragen von Käufern zu verzeihen haben. Behördliche Anzeigen Vergebung von Stipendien. Aus der Zubiläums.Stipendien-St'stuna zu Ehren der 25jährigen Negierung des Grohherzogs Ludwig I! I. ssind für das Jahr 1922 als Beihilfe zu den Kosten der Ausbildung auf einer höheren Bildungsanftalt Z Stipendien von je 400 Mark an 3 junge Leute, und zwar aus jeder der 3 Provinzen einen, zu vergeben. Das Stipendium kann auf drei Fahre ausgedehnt werden; es können jedoch nur Angehörige solcher Gemeinden berücksichtigt werden, die Beiträge zu dieser Stiftung geleistet haben. Hiernach berechtigte und befähigte junge Männer, die zum Zwecke ihrer Ausbildung eine höhere Bil- dungsanstalt besuchen oder besuchen wollen und sich um das Stipendium zu bewerben beabsichtigen, sind eingeladen, ihre Gesuche durch ihre betreffende Bürger, meisterei an den Oberbürgermeister der Hauptstadt ihrer Provinz, alfo aus Orten der Provinz Starkenburg an den Oberbürg/rmeifter der Stadt Darmstadt, aus Rheinhessen an den Oberbürgermeister der Stadt Mainz, aus Oberheffen an den Oberbürgermeister der Stadt Gießen bis längstens zum 20. April d. Js. gelangen zu lasten: An Zeugnisten sind den Gesuchen beizulegen: 1. ein behördlich beglaubigtes Dermögenszeugnis; 2. eine behördliche Bescheinigung, daß und wo Gesuch, steller studiert; 3. bas Maturitäts. bzw. Schulabgangszeugnis; 4. ein Führungs-Leurnunds-Zeugnis. Außerdem ist der Nachweis zu erbringen, daß der Gesuchsteller in Hessen geboren, bzw. hessischer Staatsangehöriger ist. Gießen, Mainz, Darmstadt, 20. März 1922. Das Kuratorium: Keller Dr. Külb Dr. (Bläffing Oberbürgermeister. 2821B Submission. Für das Rechnungsjahr 1922 soll die Lieferung: 1. der Fleisch- und Wurstwaren 2. des Brotes auf Grund der bestehenden Bestimmungen vergeben werden. Schriftliche Angebote sind bi- zum Eröffnungstermin SamStag, den 25. März, bot» mittags 11 Ahr 1922, hierher einzureichen. Gießen, den 20. März 1922. 2839c Direktion Der Landes-Hell- und Vflegeanstcllt Dietzen. Bekanntmachung. (Es wird hiermit bekannt gemacht, daß das Leseholzsammeln im Wietzener Stabtwalb nur in der Zeit von 7 Uhr morgens bis 6 Uhr abends gestattet ist. Zuwiderhandlungen werden zur An« zeige gebracht. Gießen, den 14. Marz 1922. 28478 Der Oberbürgermctfter. 3. D.: Dr. Rosenberg Holzversteigernng. Montag, den 27. März 1922. werden in den Forstorten Langebuchen, Zungebuchen, Beltershainer« wald, Laubachskopf, Grauerberg, Hoherod, Sohi- wald, Ochsenstall und Alt rhaag oerfteigert: Rrn. Scheiter: 690 Buche, 2Hainbuche, 26Eiche, 2 Büke, 12 Kiefer, 8 Fichte. Knüppel: 8 Buche, 4 Hainbuche, 21 Eiche, 2 Birke, 5 Kiefer, 29 Fichte. Reisig: 652 Buche, 22 Eiche, 6 Dirke Stöcke: 191 Buche, 14 Eiche, 2 Fichte. Zusammenkunft vormittags 10 Uhr auf der Kreisstraße Geilshausen - Beuern, da wo die Herrnann- schneise abgeht. Beginn in Langebuchen bei Rr. 730. Das Holz in den Forstorten Beltershainerwald, Laubachskopf, Grauerberg, Hoherod, Sohlwald, Ochsenstall und Alterhaag wird nicht oorgezeigt. Steigliebhaber belieben das Holz vorher einzusehen. Räi.ere Auskunft durch Herrn Förster Eichenauer, Reinhardshain. (Brünberg, am 16. März 1922. Hessische Oberförsterei Grünberg. (2827D i Frische Fische heute und morgen eintreffenb: ff. Portions-Schellfische per Pfund.....M. 7.50 (Brüne geringe g m«. Pa. Seelachs 3-ßpfünb. M. 6.80, i.AuSschll. M. 7.50 Schellfisch 0. Kopf Pfd. M. 8.00 Feinste Nordsee-Schellfische mit Kopf, 1'/«—2psünd., Pfd. M. 11.00 Gebr. Bei*dux »erntet. 1631 (**a) Badnhofttr. 27 Lang-Göns Holzheim März 1922. emcae Memoiren) Ein Vorspiel und 6 Akte. Ab Donnerstaff: MM, ’C > OerZIrkuskönlg 6.Tell Ankauf 9—6 Ubr. ”’A Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Anna Becker Wilhelm Görlach B a e xs> «4 I ve s? A/NNfR A.-O. •KAALSttUHE-G«U/VW//'/* 2. Laliovary, der König der Diebe 4 (ManolcBcu« Memoiren) Nlotoren i fürGleich- u.Orehsirom alle Leißtungen und Spannungen. Max Weißbäcker, Gießen. >4 * * * —> F Nur noch heule und morgen: 1 Der noch nicht dagewesene Ä Riesenerfolg! h 1. Der BBlitimnisvolie Mendieb 4 V Senaationsdrama größt. Stils in 6 Akten.