Montag, 20. November 1922 172. Jahrgang GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck und Verlag: vrühl'sche UniverstlStr-Such und Steinbruderei N. Lange in Gießen. Schriftleitung unb GefchSftrstelle: Schulfttatze 7. nr. 273 Erscheint täglich, anher Sonn- und Feiertags, mit derSamstagsbeilage: GiehenerFamllienblätter Monatliche vezuqspreife: Mk. 185.- u. Mk. 15.- Trägerlohn,durch diePost Mk 200. - .auch beiNicht- erscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt.— Fernsprech- Anschlllsse: sirr die Schrift- leilung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten: Unieiaer Stehen. poftschecttonto: $t Aus dem Reiche. Sie Wahlen in Oberschlesien. Deuthen. 19. Nov. (Wolff.) Snöber- schieflen fanden heute die Nachwahlen zum Reichstag und Preußischen Landtag, sowie die Wahlen zum Pro- vinzialtandtag statt. Nachdem die Ober» schieflsche kacholische Volkspartei ihre Wahlvorschläge zurückgezogen hat, sind an den Wahlen nur noch acht Parteien beteiligt. Bei den Wahlen am 19. Januar 1919 wurden in dem nunmehr deutsch gebliebenen Teile Ober* schlesienS für fünf im Wahlkampf beteiligten Parteien an Stimmen abgegeben: für das Zentrum 236 000, MehrheitSsozlaldemokra- ten 144000, Unabhängigen 18 000, Demokra- ten 31 000, Deutscknat io aalen 31 000. Zu den genannten Parteien sind bei den jetzgine Wahlen als neu für Oberschlesien Hinzuge treten: die Deutsche Volkspariei, die Polnische latholische Volkspariei, die Kommunistische Partei, und Deutschsoziale Partei. Der Wahl- iampf ist überall ruhig verlaufen. Das Ergebnis wird noch am spaten Abend bekanntgegeben werden. Groß-Hamburg. Hamburg, 18. Nov. (WTD.) Die Verhaute >ungen über die Frage der Schaffung einer Gemeind e Groß-Hamburg wurden heute vormittag unter dem Vorsitze des Staatsministers Dr. Drews wieder ausgenommen: alle in Betracht tommenten Fragen wurden eingehend erobert. Im Einvernehmen mit den beiderseitigen Vertretern eiÄärte Dr. Drews auf ®ntnb der Aussprache sich bereit, bestimmte Vorschläge für eine Einigung vvrzubereiten, die demnächst einer weiteren Aussprache unterzogen werden sollen. Straßenkundgebungen In Dresden. Dresden, 18. Nov. (WTD.) Heute nachmittag veranstaltete eine Volksmenge, unter der sich viele Erwerbslose befanden, Strahenkundgebungen gegen die Teuerung. 3n einigen Stadtteilen wurden die Lebensmittel- und Konfektionsgeschäfte geplündert. Die Polizei hat mehrere Verhaftungen vorgenommen. Die geraubten Gegenstände und Lebensmittel konnten größten» feite wieder heröeigeschafft werden. Die meisten Geschäftsinhaber hielten während der Kundgebungen die Gäben geschlossen. Die Straßenbahn verkehrte nicht, Da Die Straßenbahner zum Protest egegen de kürzliche Entlassung von 400 Beamten und 250 Arbeitern den Betrieb stillgelegt hatten, der erst gegen Abend wieder ausgenommen wurde. Verletzungen sind bisher nicht gemeldet. SS herrscht wieder Ruhe. Bei den gemeldeten Anruhen sind, dem Lokalanz. zufolge, 53 Personen verhaftet worden. Aus Stabt und Land. Gießen, den 20. November 1922. Anzeigen-Annahme. Dir Entgegennahme von Anzeigen findet bis ^zum Abend vor dem Aufnahmetag statt; Anzeigen für die SamStagsnummer müssen spätestens bis Freitag mittag aufgegeben sein. t Geschäftszeit von S—12V, Uhr und von 2—SV» Uhr. Eine fünfte Schulgeldrate. Das Landesamt für das Dildungswesen veröffentlicht folgenden Erlaß an die Direktionen der höheren Lehranstalten und die Leiter der höheren Bürgerschulen: „Die stetig fortschreitende Geldentwertung und die damit ständig verbundene Erhöhung der Zuschüsse des Staates und der Gemeinden zu den Kosten der höheren Schulen zwingt uns leider «auch zu einer Erhöhung des Schulgeldes, und zwar schon für das laufende Schuljahr. Wit Genehmigung ves Gesamtministeriums bestimmen wir daher, daß int Schu lja h r 1922 eine fünfte Schulgeldrate in der Höhe einer Vierteljahreszahlung erhoben und im Laufe des ersten Kalendervierteljähres 1923 eingezogen wird." ♦* Eine Trauerfeier am Totensonntag. Man schreibt uns: Durch die Bemühungen der Ortsgruppe Gießen tes VolkS- bundS Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist es gelungen, einen in wetten Kreisen der Bevölkerung, insbesondere bei den Hinterbliebenen unserer im Weltkrieg gefallenen Volksgenossen gehegten Wunsch in diesem Jahr zur Erfüllung äu bringen: am Totensonntag zum ehrenden Gedächtnis der Gefallenen auf dem neuen Friedhof eine einzige gemeinsame Trauerfeier für die Bevölkerung Gießens zu veranstalten. Es hat sich ein Ausschuß aus Vertretern des Volksbunds, des hiesigen Bataillons Infanterie-Regiments Nr. 15, der dem Ausschuß bekannten militärischen Vereine, des Reichsbunds und des Reichsverbands der Kriegsbeschädigten und Kriegerhin erbliebenen sowie der drei Religionsbekenntnisse gebildet, der unter Vorsitz des Landgerichtsrats L r ü m- pert die würdige Ausgestaltung der Feier vorbereitet. Außer der Regimentsmusik wird auch ein Männerchor der hiesigen Gesangvereine von etwa 600 Sängern Mitwirken. In den nächsten Tagen wird in der Presse die Einladung zu der Feier veröffentlicht werden. ♦* Der Milchpreis wirb nach einer Bekanntmachung des heutigen Anzeigenteils mit "^fr-fung vom 21. November ab auf 100 Mark ->n Liter Vollmilch erhöht. TDXIP16 Listen der Wahlberech- ZllV V ür bk Ergänzungswahlen zur Han- 't liegen vom 21.—30. November zur C*en- (Siehe Bekanntmachung.) Krieg erwai s en werden vom rttamt Wetzlnr L e h r si e len uib 00N 6USWMD ienstmndchen ab Ostern 1923 licheAugeb^ Heutiger Stand des Dollars 10 Uhr vormittag-: Berlin Z350, Frankfurt a. M. 7500. — Vereinfachung bei Erstattung des Eisenbahn- Fahrgelde-, ihn das Verfahren bei der Erstattung von Fahrgeld zu beschleunigen und zu vereinfachen, hat der Reichsverkehrsminister nunmehr die selbständige Erledigung solcher Anträge in weiterem Umfange den Fahrkartenausgaben usw. übertragen. Den Reisenden wird dadurch die Möglichkeit gegeben, ihre Anträge mündlich und unmittelbar nn Anschluß an die Reise anzubringen. Die Fahrkartenausgaben können meist die Anträge sofort erledigen und die Reisenden befriedigen. Die Antragsteller und auch die Reichsbahn ersparen sich damit das Schreibwerk. Voraussetzung ist hierbei, daß der Antrag bei der Fahrkartenausgabe einer Station gestellt wird, wo die Reise begonnen, beendet oder abgebrochen worden ist und daß das Mir Berechnung erforderliche Tarifmaterial zur Verfügung steht. Außerdem muh auf der Fahrkarte bezeichnet sein, inwieweit sie nicht ausgenutzt worden ist. Wenn die Fahrkarte bei einem Reise- bureau gelöst oder wenn Gepäck auf sie abgefertigt ist, muh die Fahrgelderstattung in der seitherigen Weise beantragt werden. Anträge, welche die Fahrgeldausgabe nicht selbstchrdig erledigen kann, leitet sie unter Ausfüllung eines Vordrucks weiter. Bornotizeu. — Tageskalender für Montag. Astoria-Lichtspiele, ab heute: „Die Jagd nach der Frau", „Seff in Liebesnöten" und „Natur im FUm". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ab heute: „Wild-Afrika". — Palast-Lichtspiele, ab heute: „Vanina" und „Durch Liebe erlöst". — Die Volksspiele des MalersWallher D l a ch e 11 a werden am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche in Gießen im Katholischen Vereinshaus Vorstellungen arbeit Die „Dollsspiele", eine Gemeinschaft junger Menschen (Musiker, Kunstgewerbler, Handwerker, Maler) wurden im Hani 1920 durch den Maler Walther Dlachetta, der noch jetzt der Leiter der Volksspiele ist, gegründet- 3m ersten Jahre wirkten sie mir in Oberschlesien (während der Abstimmungszeit). Seit dieser -Zeit reisen sie in allen Landschaften Deutschlands umher. Großstädte, Mtttel- und Kleinstädte, auch Dörfer haben die Spiele gesehen. 3n Gießen wird ein ernster Märchenabend und ein heiterer Hans-Sachs- Abend geboten, außerdem am Nachmittag jedes Tages eine Vorstellung für Kinder und Schüler. Näheres über Programm, Preise und Zell besagt die Anzeige in unserer Samstag-Nummer. — Lichtspielhaus. Auf den Film „Wild-Afrika" sei nochmals hingewiesen. Schüler haben zeitweise ermäßigten Eintritt, wie aus dem 3nferaienteil ersichtlich ist. Landkreis Gietzen. * Klein-Linden, 20. Nov. Gestern waren es fünfundzwanzig Jahre, seitdem Vorschlosser Friedrich Morneweg in der Detriebswerkstätte Gießen tätig ist. Kreitz Lauterbach. * Lauterbach, 18. Nov. 3m Walde zwischen Wallenrod und Allmenrod wurde gestern von Treibern einer Jagd die Leicheeinergut gekleideten Mannsperson gesu oe lieber die Herkunft des Toten konnte bis jetzt noch nichts ermittelt werden. Neben der Leiche sand man einige Wein- und Dranntweinflaschen Es soll sich um einen Mord handeln, da der Schädel Verletzungen zeigt. Kreis Friedberg. A Kirch-Göns, 19. Nov. Riesige Dodenpreise tourten letzte Woche bei einer Güterversteigerung erzielt. Ein Morgen Ackerland kam über 300 000 Mk, ein Viertel Morgen (etwa 600 Quadratmeter) auf 45 020 Mk. Die ©’eigerer waren meist nicht Oanbtoirte, sondern Eisenbahner und Arbeiter, die im Nebenberuf Kleinbauern sind. Starkenburg und Rheinhessen. * Darmstadt, 18. Nov. Zu ter von ter rm.-Korrespondenz gemeldeten (bergt Gießener Anzeiger Nr. 270 vom 16. Nov.) Festsetzung ter Hundertfähe der Mietzuschläge auf 670 Prozent bis zum 30. September und 1950 Prozent ab 1. Oktober wind ter DarmftädterPresse „zuverlässig mitgeteilt", daß die „telanatgegebe- nen neuen Wittsätze vom Kreisamt noch nicht endgültig festgesetzt sind. Es ist auch nicht beabsichtigt, die Festsetzung vom 1. Oktober ab in ter dort bemerkten Höhe vvrzuneh- men. Wenn auch nicht verkannt wird, daß in den letzten Monaten durch die gewaltige Teuerung die Instandsetzungskosten für die Hausbesitzer ganz beträchtlich gestiegen sind, so glaubt man doch mit Rücksicht auf die geringe Zahlungsfähigkeit ter Mieter nicht eine so beträchtliche Erhöhung auf einmal vornehmen zu sollen. Man hält vielmehr eine allmählige Erhöhung bis zur Erreichung eines angemessenen Prozentsatzes für rich iger. 3n diesem Sinne wird demnächst voraussichtlich die Festsetzung erfolgen." — Der Herausgeber ter rm.-Korrespondenz bemerkt zu dieser Verlautbarung: „3n eigner Dache. Entgegen der in hiesigen Blättern heute veröffentlichten „Berichtigung" über die „neuen Mietsähe" bin ich gezwungen zu erklären, daß alle in meiner Mitteilung über die neuen Mietzuschläge enthaltenen Einzelheiten am Mittwoch in persönlicher Rücksprache (Mll wem? D. Red.) mir geworden sind mit dem Zusatz, daß ter Beschluß tem Oberbürgermeister zur Veröffentlichung übergeben tourte. Mir wird heute erst mit« geteilt, daß ter Provinzialdirektor diesen Beschluß g e ftern, den 18, zurückgezogen hat. Welche Gründe hierfür maßgebend waren, entzieht sich unserer Kenntnis. Wie man noch mitteilt, wollte man vor ten Wahlen eine Veröffentlichung der Mietsätze nicht mehr vornehmen. Wir erfahren weiter, daß heute über die Angelegenheit in den beteiligten Kreisen Verhandlungen stattgesunten haten Das Kreis- a m t teilt mit, daß, ein: Verö se t tfung demnächst erfolgt. Dec Oberbürgermeister will die genaue Festsetzung nicht vor tem 21. ds. Mts. bekanntgeben." * Darrnstadt, 18. Nov. Die Landwirtschaft, namentlich ter Reformbund der Gu t s h ö f e in Dad-Nauhelm, Hal bis jetzt über 2500 Zentner Kartoffeln unentgelt- l i ch für die Minderbemittelten unserer Stadt geliefert. Weitere Lieferungen sind in Aussicht. Del ter Verteilung werten in erster Linie alte und gebrechliche Leute, KriegSinvallden urtb Krieger- toittoen berücksichtigt. Die Stadtverordnetenwahlen in Metzen. Gießen, 20. Hoo-embjr. Die Agitationstätigkeit ter Parteien vor tem diesmaligen Wahltage hat sich in außerordentlich bescheidenem Rahmen abgeuückelt. Der Geldmangel hat tem Regsamkeit-willen ter Parteien FessÄn angelegt. Die bürgerlichen Parteien traten nur mit einigen wenigen Zettungs- infevaten unmittelbar vor tem Wahltage vor die Wählerschaft, von Versammlungen nahmen sie ganz Abstand: die Parteien ter Vereinigten Dür- gerliste ließen au Wertem noch ein kurzes Flugblatt verbreiten, das ten Wählern zusammen mit den Stimmzetteln in die Wohnung gebracht ist folgendes: wurde. Die Vereinigte Sozialdemokratische Partei hatte neben ter Zettungspropa- ganba noch eine öffentliche Wählerversammlung auf Freitag abend in das Eaf6 Leib einberufen. Don ter kommunistischen Iterbearbeit ist in ter bretteren Oeffentlichkell nichts weiter bemerkt worden. 3m Gegensatz zu dieser durch „höhere Gewalt" bedingten flauen Vorarbell war die W a hl- b e t e i 11 gu n g verhältnismäßig stark. ®ad WMgeschast verteilte sich nach unseren Beobach.' hingen fast gleichmäßig über ten ganzen Tag. Das Ergebnis der Abstimmung Wahlbezirk Vorschlag 1 Zentrum Dor- schlag 2 Komm. Vorschlag 3 Demokr. Dor. schlag 4 D.S.P. D. Dor. schlag 5 Verein. Dügerl. Wahlbe. recht! gte Abgegebene gültige Stimm. Ungültige Stimm. Nr. 1: Altes Nathans....... 8 116 37 195 214 1110 570 26 „ 2: Stöbt. Dienstgebäube . . . 24 50 82 242 276 1204 674 23 „ 3: Gewerbehans........ 19 45 60 222 210 1051 556 25 „ 4: Schulhaus, Schillerstraße . 24 52 78 245 287 1304 686 35 „ 5: Alles Schulhaus...... 26 92 90 277 228 1357 713 30 „ 6: Schulhaus, Westanlage . . 35 31 120 131 283 1062 600 14 „ 7: Alle Klinik......... 51 47 81 166 308 1221 653 17 „ 8: Alle Klinik......... 65 52 69 196 276 1276 658 26 „ 9: Konfirmanbensaal..... 81 46 48 134 315 1146 624 33 „ 10: Realgymnasium...... 45 34 88 117 363 1080 647 11 „ 11: Stadthaus, Bergstraße . . 42 21 82 96 370 1033 611 21 „ 12: Handelskammergebaude. . 25 14 65 107 375 986 586 5 „ 13: Oberrealschule....... 21 34 71 125 293 928 544 16 „ 14: Israel. Gemeindehaus . . 21 43 30 165 124 877 383 19 „ 15: Iustizgebäude........ 28 64 91 128 417 1266 728 22 „ 16: Regierungsgebäude .... 29 69 49 143 238 1075 528 29 „ 17: Hotel Prinz Carl..... 53 59 58 174 330 1163 674 35 „ 18: Stadthaus, Gartenstraße . 24 53 78 120 354 1150 629 17 621 922 1277 2983 5261 20289 11064 404 llnfer Stadtparlameitt zahlt 42 Sitze. Da 11 064 gültige Stimmen abgegeben wurden, waren für jedes Mandat mindestens 263 Stimmen erforderlich Unter Zugrundelegung dieser Ziffer tritt folgender Mandatbesitz zutage: 21 Sitze ter Vereinigten Bürger liste, 11 Sitze ter Vereinigten Sozialtemvkratiichen Partei, 5 Sitze ter Demokratische Partei, 3 Sitze ter Kommunisten und 2 Sitze des Zentrums. Die Demokraten ei4fyielten ihren 5. Sih dank ihrer hohen Restziffer von 225 Stimmen, dre Listenverbindung mit tem Zentrum, das 95 2dt- üeuDibneter. 16 Kirchner, Herrn.,Prttatangesl ei lter. 17 . Rumpf, Ernst, 2a»bgerichtt«gistrator. 18. Loh, Johannes, Hausverwatter. 19. Schenck, Qhnelie geb. Cellarius, Wwe. 20. Appel, Georg, InstaNationsmeister 21. Siebert, ®buarb, Lokomotivführer. Demokratische Partei: 1. Fischer, Martin, Kreisschulrat. 2. Dier- moim, Emma geb. Dernbucg, Witwe. 3. Hohn, Heinrich Dauobersekretär. 4 Mayer. Leopold, jtaufmonn. 5. Simon, EmU. Lokomotivführer. Zentrumspartei. L Doerz, Hernr., Stadtverordneter. 2. Schwab, Franz, Hotelier. Vereinigte Sozialdemokratische Partei. 1. Deckmann, Georg, Reichstag-abgevrdneter. 2 Mann, Albin, Landtagsabgeorvneter. 3. Gob, Hermann, Installateur. 4. Lorenz, Elisabeth geb. Wollrath, Hausfrau. 5. Kiel, Alfred, Landtags- ab geordneter. 6. Detters, Friedrich, Redakteur. 1 TLaicr, Josef, Kan-leiassistent. 8. Diener^Franz, Geschäftsführer des Konsumvereins. 9. Martin, QRaric geb. Lich, Kriegecwitwe, Hausfrau. 10. ^loosdorf, Kurt, Gewerkscha.t.bvamter. 11. Schmidt, Hermann, Lehrer. Kommunistische Partei: 1. Haupt, Karl, Angestellter. 2. Seng, Karl, Fräser. 3. Dierau, Albert, Dachdecker. Auswärtige Wahlergebnisse. (Eigene Berichte deS Giehener Anzeigers.) Die erste Ziffer meldet die erhaltenen Stimmer, die errungenen Mandate find in Klammern an- gegeben. K. - Kreistagswahl, P. = Prvvinzial- tagswahl. Wieseck, 19. Rov. Zur Gemeinderatswahl wurden abgegeb^r: D. S. P. D. 808 (11), Dürgerliste 306 (4). — K: D. S. P. D. 854, Kommunisten 41, Demokraten 39, Der. Stadt- und Landliste 121, D D. P. 7, Zentrum 3 Stimmen. — P: D. 6. P. D. 842, Kommunisten 44, Demokraten 54, Der. Stadt- und Landliste 139, D. D. P. 6, Zentrum 3 Stimmen. L. Klein-Linden, 19. Rov. K.: Wahlberechtigt 1174, abgegebene Stimmen 764, ungültig 49. Kommunisten 11, D. S. P. D. 293, Demokraten 129, Zentrum 2, D D. P. 27, Hess. D. P. 253. — P : Kommunisten 13, D. S. P. D. 296 Demokraten 136. Zentrum 2, D. D. P. 24, Hess. D. P. 243. - Gemeinderat: D. S. P. D. 3, Demokraten 3. Dürgerliste 6 Sitze. h. Annerod, 19. Rov. Gemeinderat: Rur ein Wahlvorschlag. — K.: Stadt- und Landl. 106, Soz. 93, Demokraten 4, D. D. P. 3, ungültig 7. — P.: Stadt- und Cante 108, Soz. 93, Demokraten 3, D. D. P. 2, ungültig 7. T$> Lang-Göns, 19. Rov. Gemeinderat: Dn. P. 4, Soz. 5 Sitze. - K: Dn. P. 422, Soz. 321, D. D. P. 17, Demokraten 11, Kommunisten 8„ ungültig 50. — P.: Dn. P. 430, Soz. 303, Demokraten 15, D. D. P. 18, Kommunisten 14, ungültig 44. i Hattenrod, 19. Rov. Gemeinderat: Rur ein Wahlvorschlag. — K: Dn. P. und Dbd 121, D D. P. 2, Soz. 43. — P.: Dn. P. und Dbd. 121, D. D. P. 1, Soz. 45. i Ettingshausen, 19. Rov. Gemeinderat: Rnr ein Wahlvorschlag. — K.: Dn. P. und D^)d. 204 D. D. P. 4. Soz. 9. — P.: Dn. P. und Dbd. 202, D. D. P. 3, Soz. 8. th. Linden st ruth, 19. Rov. Gemeinderat: Dürgerl. 58, Soz. 61. — K.: Stadt- und Landl. 64, Soz. 55, Demokraten 3, Kommunisten 3. — P.: Stadt- und Landl. 61, Soz. 56, Demokraten 3, Kommunisten 3. * Grünberg, 19. Rov. Gemeinderat: Dbd. 3, Gerechtigkeit 2, Soz. 4, Dürgerverein 3. — K.: Kommunisten 3, Soz. 263, Demokraten 67, Zentrum 12, D. D. P. 298, Stadt- und Landl. 232. — P.: Kommunisten 5, Soz. 261, Demokraten 82, Zentrum 13, D. D. P. 267, Stadt- und Landl. 236. * Muschenheim, 19. Rov. Gemeinderat: Dürgerl. 7, Soz. 2 Sitze. — K.: Soz. 42, Dem. 5, D. V. P. 10, Dbd. 190. — P.: Soz. 44, Dem. 5, D. D. P. 12, Dbd. 187. tt. T r e i s a. L., 19. Rov. Gemeinderat Dbd. 226 (5), Mittelstand 97 (2), Soz. 234 (5 Sitze). — K.: Stadt- und Landl. 250, Dem. 32 Soz. 259, Kommunisten 4. — P.: Stadt» und Landl. 247, Dem. 33, Soz. 258, Kommunisten 5. Id. Inheiden, 19. Rov. Gemeinderat: Rur ein Wahlvorschlag, 4 Dürgerl., 3 Soz. — K.: Soz. 66, Dbd. 59, Demokraten 7, D. D. P. 2. ungültig 3. — P.: Soz. 60, Dbd. 61, Demokraten 7, D. D. P. 2, ungültig 7. gr. Röthges, 19. Rov. Je K. und P.: 34 Stadt- und Landliste, 30 Soz., 1 Dem.: Gemeinderat: ein Wahlvorschlag, ohne weiteres gewählt. Ruppertsburg. 19. Rov. K.: D. D P. 29, Dem. 65, Soz. 27, Dbd. 123. — P:. D. D. P. 22, Dem. 43, Soz. 46, Dbd. 125. — Gemeinderat: Dbd. 152 (6), Arbeiter-Partei 94 (3). * Ilsdorf (Kr. Alsfeld). 19. Rov. Ge- meinderat: ein Wahlvorschlag, 7 Sitze ohne Wahl bestimmt. — K.: Dürgerl. 29, Soz. 4 Stimmen. — P.: Hess. Dbd. und Dn. P. 25, D. D. P. 4, Soz. 4 Stimmen. tz. Merkens ritz, 19. Rov. K.: D. S. P. D. 91, Hess. D. P. 37, D. D. P. 16, Demokraten 9, Kommunisten 5. — P.: D. S. P. D. 90, Hess. D. P. 43, D. D. P. 15, Demokraten 2. Kommunisten 11. — Gemeinderat: D. S. P. D. 83 (4), Dürgerl. 75 (3 Sitze). X Dad-Rauheim, 19. Rov. Dei der Stadtverordnet en wähl und den Wahlen zum Kreistag und Prvvrnzialtag war die Wahlbeteiligung verhältniSmähig gut Don rund 5000 Wahlberechtigten machten 3500 von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Es entfielen auf die neun Listen Deutschnativnale 599, Pittva angestellte 311, Sozialdemokratie 668, Freie wirtschaftliche Liste der Dadeindustrie 168, Handwerkerbund 211, ^apolitisch 512, Kommunisten 188, Zentrum 225, Deutsche Dolkspartei 426. 113 Stimmen waren ungültig. Voraussichtlich sind unter Berücksichtigung der Listenverbindungen gewählt: Sozialdemokraten 5, Deutschnationale 4, Unpolitisch 4, Deutsche Volks- Partei 3. Handwerker 2, Zentrum 2, Privatangestellte 2, Kommunisten 1, Dadeindustrie 1. sf. Friedberg, 19. Rov. Stadtverord- netenwahl: Wähler 6500, abgestimmt 4365 — 67 Prozent. GS erhielten: Dn. P. 608 (3, seither 4), D. D. P. 583 (3, seither 3), Zentrum 335 (2, seither 1), Demokraten 352 (2, seither 4), D. S. P. D. 1084 (6, seither 9), Kommunisten 321 (2. seither 0), Dürgerliste 319 (2. seither 0), Mieterpartei 473 (3, seither 0), Parteilose Liste 298 (1, seither 3) Offenbach. Dn. P. 2257. D D. P. 3978, Zentrum 3694, Hausbesitzer 2712, D. S. P. D. 14 200, Demokraten 2245, Kommunisten 5099. Darmstadt. D. S. P. D. 11333 (20), D. D. P. 11 625 (20), Dn. P. 2716 (5), Zentrum 2104 (4), Demokraten 2817 (5), Kommunisten 2817 (5), Kommunisten 1914 (3—4), Mittelstand 357 (0), Ortsgewerbe- und Handwerkervereinigung 1955 (3—4). Mainz. D. S. P. D. 14 281 (23), D. D. P. 3458 (6). Dn. P. 2367 (4), Zentrum 10 786 (17), Demokraten 3196 (5), Kommunisten 1442 (3), Wirtschaftspartei 1125 (2). Dingen. D. S. P. D. 389 (2), D. D. P 416 (3), Zentrum 1887 (13), Demokraten 283 (2), Kommunisten 187 (1). WormS. D. S. P. D. 6601 (14), D. D. P. 7146 (16), Dn. P. 783 (1), Zentrum 2349 (5), Demokraten 1325 (3), Kommunisten 1326 (3). Gietzener Stadttheater. Der letzt« Walzer. Operette von Julius D r a m m e r und Alfred Grünwald. Musik von Oskar Straus. Sieben, 20. Rov. 1922. .Der letzte Walzer" wird wohl so bald noch nicht zum letzten Male auf den Spielplan eines Theaters gesetzt werden. Diese Operette gehört zu denen, die immer wieder gern gehört und gesehen werden. So war es vorauszusehen, dab gestern abend der Deifall des ausverkauften Hauses gleich zu Anfang sehr lebhaft einsetzte. Diese günstige Aufnahme seitens des Publikums war voll berechtigt. Musikalische und darstellerische Leistung sind gleich hoch zu bewerten. Das Orchester unter Karl Knübels Leitung wurde seiner Aufgabe ganz hervorragend gerecht. Die Schauspieler waren fast ausnahmslos an den rechten Platz gestellt. Ilse Wissendorff bot als Dera Lisaweta eine schauspielerische Leistung, die kaum zu übertreffen sein dürfte. Stimmlich war sie nicht ganz so gut disponiert, wie man es sonst von ihr gewohnt ist. Kurt Richter (Graf Sarasow) hatte dagegen in jeder Anziehung einen guten Lag. Das gleiche läßt sich von Richard Hellborn sagen, der den Daron Baschmatschkin in seiner vielfachen Verliebtheit mit gewinnendem Humor zeichnete. Die töchterreiche Generalswitwe Alexandrowna OpalinsN (Luise Ramme l) gab ihre mütterlichen Ermahnungen mit überzeugendem Rachdruck. Dab diese Belehrungen sehr angebracht waren, stellten Annuschka (Lu Wander), Hannuschka (Else Engel), Petruschka (Gisa Iven) und Babuschka (Cläre Tür?) auher allen Zweifel. Letzterer hätten wir allerdings, nach ihrem Kostüm urtellend, in ülebereinstimmung mit der gestrengen Frau Mama auch nicht die Erlaubnis für Ball und Verlobung erteilt. Als Prinz Paul faßte Oskar Felge! seine Rolle zu sehr im Sinne einer gewollten Karikierung auf, wodurch der Dann des drohenden Llnheils für den Grafen Sarrascw früher als beabsichtigt gebrochen wurde. Unter den zahlreichen Darstellern erwähnen wir nur noch Paul Volck, der als Wladeck eine prächtige russische Dienertype auf die Bühne stellte, und Rudolf Goll (General Krasinski). Auch als Spielleiter meisterte der letztere seine Aufgabe vollauf. Besondere Anerkennung verdlent die Inszenierung des 2. Aktes mit seinem stimmungsvollen, naturgetreuen Hintergrund. Die übrigen Künstler mögen sich mit einem aufrichtigen Sammellob begnügen. tr. Landwirtschaft. nd. AuSdernördlichenWetterau, 18. Rov. Die Kartoffelernte ist in der letzten Woche endlich fceträlilgt worden, so spät, wie sich die ältesten Leute nicht erinnern können. Der Ertrag ist im allgemeinen recht befriedigend. Vermischtes. Flugzeugabsturz aus 500 Meter Höhe. Christiania, 18. Rov. (WTD.) Auf dem Flugplatz Kjeller ist heute vormittag ein Flugzeug aus 500 Meter Höhe ab - g e st ü r z t. Der Führer, Leutnant Wissel, ist tot, der Passagier. Leutnant Rolf Iör- gensen, ist verletzt, die Maschine zertrümmert. Sandel. Amerikanisches Geld für die Stadt Magdeburg. Magdeburg, 18. Rov. (WTD.) Rach der „Magdeburgischen Zeitung" hat die Stadtverordnetenversammlung der Aufnahme einer 300-Millionenanleihe zugestimmt. Sie soll in Amerika ausgenommen werden, da offenbar auf dem deutschen Markt solche Beträge für Kommunalkredit nicht mehr erhältlich sind. Die Bedingungen sind 5 Prozent Zinsen, 2 Prozent Tilgung nach 10 Jahren. Die Stadt erhält eine Summe von etwa 40 000 Dollar in deutscher Mark. Die Rückzahlung erfolgt gleichfalls in deutscher Mark. ♦ Berlin, 18. Rov. Bö rsen stimm ungS- bild. Bei unverändert kleinen Llrnsätzen trat bereits am Vormittag am Devisenmarkt eine Befestigung ein, die anscheinend mit den Ausführungen Poincarös über die Reparationssrage In der sranzös. Kammer im Zusammenhang standen. Auszahlung Reuyork setzte ungefähr mit 6000 ein und wurde dann amtlich mit 7000 notiert. Am Effektenmarkt war die Stimmung allgemein als fest zu bezeichnen, wobei sich, soweit ein ■Urteil aus den gesprochenen Kursen der nicht sehr zahlreich anwesenden Händler zu gewinnen war, ein unverändertes Interesse für Bankaktien, besonders Handelsantcile und Deutsche Bank, für die schweren oberschlesischen und westdeutschen Montan- und für einige Spexialpapiere zeigte. Die Kauflust seitens des Publikums wurde, wie schon gestern, als gemäßigt bezeichnet Dagegen soll die Kauflust des Auslandes für gute deutsche Industriewerte unvermindert an halten. Frankfurt a. M._ 18. Äov. Börsen - stimmungsbild. Die Dörsenräume blieben heute wieder für den offiziellen Effektenhandel geschlossen. Rur Devisen und Banknoten wurden notiert. Die Tendenz für Devisen und Roten ne:g‘e bei verschiedenen Umsätzen nach oben. Der Dollar, der vormittags mit 6750 eingesetzt hatte, ging später bis auf 6900 und verharrte bann unter Schwankungen bis 7025—7000. Im Verkehr von Bureau zu Bureau wollte man eine erneute Zunahme der Kaufaufträge in Effekten feststellen. Die Stimmung scheint im allgemeinen fest zu bleiben. Gesucht Hieben auch heute Philipp Holzmann- Vapiere, ferner bestand reges Interesse für Süddeutsche Metallindustrie-Rürnberg Bevorzugt erschienen chemische Aktien. Auch für den Marit der tunnotiertett Werte machte sich regeres Interesse bemerkbar. Frankfurter Devisenmarkt. (Telegraphische Auszahlung.) Amtliche Dotierungen. Datum: Antw.-Brüssel . Holland London Paris Schweiz Spanien Italien Lissabon-Ovorto Dänemark.... 9(ormeaen . .. . Schweden .... Helsinaiorö.... Nenvork Denisch-Oesterr. Budapest Praa........ Sona 17. November 18. November Geld Brie? Geld Bries 430,90 433.10 4485,85 443,15 2628,40 2541,60 2713,25 2720.80 30324. - 30476.— 30922,50 31077.50 471,80 474.20 496,75 499.25 1211,95 1218,05 1290,75 1297,25 1007,45 1012,55 1067,30 1072,70 311,20 312,80 318,20 319,80 1339.10 134.\9O 1398,50 1405'50 12)5,90 1242,10 1260,>0 1267,20 1775,55 1784,45 1855,30 1864,65 6720^75 6754'35 7007*45 704255 8.73 8.77 9,35 9,39 264,- 266 - 284,25 285,75 209,45 210,55 221,40 222,60 Märkte. Berliner Produktemnarkt. Berlin. 18. Rov. Infolge der Befestigung am Devisenmärkte erhöhte das Inland seine Sorte rangen. Das Angebot war in den meisten Artikeln genügend, fand aber namentlich für nahe Ware schwere Aufnahme, so daß sich das Geschäft in den am Samstag üblichen engen Grenzen hielt Das Mehlgeschäft blieb sowohl für Roggen als für Weizenmehl außerordentlich schleppend, so dab auch der Begehr für Weizen und Roggen selbst recht klein war. Für Hafer zeigte sich etwas mehr Rach)rage, besonders zu Ablieferungen an die Proviantämter. "Für die übrigen Artikel hat sich das Geschäft wenig verändert. Weizen, märkischen 12 300—12 400 Mk. (fester), Roggen, märkischen 10 700—10 900 Mk. (fest), Sommergerste 12 000—12 300 Mk. (unverändert), Wintergerste 10 500—10 600 Mk.. Hafer, märkischen 12 400 bis 12 700 Mk. (fester), Mais. La Plata, loco Berlin 12 600—12 800 Mk. (fester), Weizenmehl (100 Kg ) 37 000—40 000 Mk. (fester). Roggenmehl (100 Kg.) 30 500—33 500 Mk. (unverändert), Weizenkleie 6200- 6500 Mk. (behauptet), Roggenkleie 6200 bis 6500 Mk. (behauptet), Raps 18 000—19 000 Mk. (behauptet), Viltoriaerbsen 22 000—23 000 Mk., kleine Erbsen 20 000—21000 Mk., Peluschken 14 500—15 500 Mk., Ackerbohnen 14 000—14 500 Mark, Wicken 18 500—19 500 Mk, Lupinen, blau 14 000—15 000 Mk.. gelb 15 500—16 500 Mk.. Se- radella. alt 25 000—30 000 Mk . Rapskuchen 7000 bis 7300 Mk.. Tcockenschnihel 5700-5900 Mk. Rauhfutter: Weizen- und Roggenftrvh, drahtgeb 5000—5100 Mk. Haferstroh, drahtgepreht 5000 b's 510^ Mk. Stt"h. strohsriloebüntelt 4700 bis 4800 Mk., Wiesenheu, gut, gesund und trocken, Dormayd 3100—3300 Mk., lliachmahd 2850 bis 2900 Mk. Büchcrtisch. — „Ser Platz an der Sonne.“ Roman aus wilhelminischer Zeit von Rudolph Vtratz. (Verlag von August Scherl G. m. b. H., Berlin SW. 68.) — Mit diesem Roman liegt der dritte Band der groben historischen Romantrilogie von Rudolph Stratz vor. Geblendet durch einen ungeheuren weltwirtschaftlichen Aufstieg entgeht den Staatsmännern Deutschlands die wahre politische Lage. So bricht die Katastrophe herein. Der noch schlimmere Zerfall der Drader-Monarchle Oester- re ich-Ungarn vollendet das traurig-wahre Bild des groben Abstieges. Ungemein wirkungsvoll versteht wiederum ter Dichter die Fülle der Gestalten xu eindringlichen Bildern zu meistern und die Helden des Romans lebenswahr und bluthaft vor uns erflehen zu lassen. So rundet sich die grobe Darstellung von Deutschland Aufstieg und Riedergang In diesem Schluybante zu einem wirkungsvollen. dramatisch gesteigerten Ende. — Das Licht der Heimat. Don August Hinrichs. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig- — Hinrichs Roman pabt so recht in unsere Zeit. Gr erzähll von der Qual und dem Segen der Arbeit, von den Mühen des Tagelöhners, von dem Glühen des Feuers in ter Schmiede, von dem einförmigen Gesang ter Maschinen. Hinrichs schildert wie Löns, Frenssen und Fock unsere niederdeutsche Heimat mit chrer tollten Heide und dem düsteren Moore, mit dem starken S" »toubten und doch innig heiteren Menschen. — ein weiteres in der Rovellenbibliothet des Verlags Quelle & Meyer erschienenes Wert desselben Verfassers „Das Rest der Heide" gibt Raturschilterungen von Duft und Innigkei! und dazwischen Menschen voll Frische. — Der Sinn und Wert des Lebens. Von Geheimrat Prof. Dr. Rudolf Gucken. Vor lag von Quelle & Mever in Leipzig. — Guckens Werk schiebt die groben Krisen und kritischer Probleme der Geschichte und Menschheit nicht beiseite, aber er vermag auch dem ..Armen an Geist" eine Ahnung ihrer künftigen Lieberwindung xu vermitteln. Wenn die Symbole und Mythen des neuen Glaubens erst wieder sichtbar sind, dann wird auch ter Mensch des Alltags wieder glauben können. — Der tolle Magi st er. Von H e l m u 1 Schmidt. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — Ein weiteres Bändchen ter soeben erscheinenden Sammlung deutscher Erzähler (Ro- vellenbibliothek), in entzückender Ausstattung. Der Band führt uns zurück in die Rotzest nach dem Dreibigjährigen Kriege. Schicksale zeigt es uns, die mit unerbittlicher Folgerichtigkeit durch Geschlechter hindurch sich verketten, Menschen, die in entschlossener Kraft ihnen xu trotzen wagen, Massen, die in blindwütigem Handeln doch nur Werkzeug sind im ewigen Flub der Dinge. — Pastor Mors. Eine seltsame Geschichte. Von Karl G j e l l e r u p. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — Es jlt die Geschichte eines greifen Professors der Theologie, ter eben ein grundgelehrtes Buch über die Auferstehung ge- schrieten hat und sich stolz des Abschlusses freut. Da kommt der Tod selbst als Pastor Mors zu ihm auf Besuch und läbt ihn erleben, was gewöhnliche Sterbliche allgemein nur ersterben können. Die feine Satire rührt tief an die ewigen Rätsel alles Menschlichen. — Ein weiteres wertvolles Buch Sjelterups, „Romulus", im selben Verlage erschienen, ist die Tragödie eines Pferdes, von innerlicher Wärme und tiefer Menschlichkeit durchpulst. (In einem Teil der Auslage wiederholt.) Die Vertretung Amerikas in der Reparations- kommiss'ron. P a r 1S, 18. Rov. (WTB.) Wie Me „Chicago Tribüne" mitteilt, hat auf Veranlassung des englischen Vertreters im Völkerbund Balfour die Absicht bestanden, den offiziösen amerikanischen Vertreter in der Reparationskvmmissivn Bodden zum Leiter der österreichischen F'manz- kontrolle zu ernennen. Das Staatsdeadement fei jedoch in Balfour gedrungen, im gegenwärtigen kritischen Augenblick seinen Posten nicht zu verlassen. Bohden habe bestimmt zugesagt, die Vereinigten Staaten wieder in der Reparativnskom- misswn zu vertreten. Einer der Gründe für fein Verbleiben in der Kommission sei die Annahme, bab Amerika binnen kurzem offiziell im Hotel Astoria vertreten fern werde. Keine Vorbesprechung der Alliierte» für Lausanne. Lausanne, 18. Rov. (WTD.) Havas erfährt, bab die geplante Zusammenkunft dec alliierten Minister vor der Konferenz von Lausanne aufgegeben worden ist. Gin Vertrauensvotum für das Kabinett Mussolini. Rom, 18. Rov. (WTD.) Die Kammer hat in namentlicher Abstimmung mit 306 gegen 116 Stimmen eine Tagesordnung angenommen, in der der Regierung das Vertrauen ausgesprochen wird. Reue Beunruhigung auf dem Balkan. Paris, 18. Rov. (WTD.) Rach einer Meldung ter „Chicago Tribüne" aus A.hen hat die jugoslawische Regierung sich mit Sofia in Verbindung gesetzt, um die bulgarische Regierung auf die Zusammenziehung bulgari- scher Komitatschis in der Rähe der thra- zischen Grenze hinzuweisen. Die griechische und die rumänische Regierung würden voraussichtlich ebenfalls vorstellig werten. Deutscher Reichstag. 270. Sitzung am 18. Rov. 1922, mittags 12 Llhr Der zunächst auf der Tagesordnung stehende Antrag aller Parteien, die Gewerbeordnung dahin a^uärttem, dab bei der Veranstaltung von Messen Verwaltungsbritcäge von den Messeteilnehmern erhoben werden können, wli.-d in der Fassung des Ausschusses in zweiter und dritter Lesung angenommen. Der Lsntrag der groben Parteien auf Aente- rung des Branntweinmonopols geht debattelos an den Ausschub. Dec Antrag fordert, dab die Mittel aus den Erträgnissen des Monopols für Wissenschaft und Volkswohlfahrt erhöht werden. Dann wird die Aussprache über die Geschäftsordnung des Reichstages fortgesetzt. Bei der Besprechung der Sitzungen ter Ausschüsse forderte der Abgeordnete Koenen (Kmnr), dab auch ter Auswärtige Ausschub öffentlich tagen sott, damit die vielen Vertrauensbrüche aufhorten. Rach längerer Debatte wird jedoch der Antrag der AusschußmehrheU ange- kommen, wonach für den Auswärtigen Ausschuß der Ausschluh der Oesfentlichkeit sich auch auf die nicht dem Ausschuß angehörenden Abgeordneten erstrecken soll. Die Beratung wird sodann durch eine längere Aussprache darüber unterbrochen, ob am Montag und Dienstag Sitzungen stattfinden sollen, da eine Regierungserklärung noch nicht zu erwarten sei. Im Verlaufe der recht bewegten Geschäfts- vrdnungsdebattc b^weiselte der Abg Schultz- Dromberg die Beschlußfähigkeit des Hauses. Der Hammelsprung ergibt tatsächlich, dah das Haus beschlußunfähig ist. Nächste Sitzung Montag abend 5 älhr. Fortsetzung der Geschäftsordnungsdebatte. Schluß 1^ Llhr. _________ Schlichtungsausschutz der Provinz Obcrhessen. Verhandlung vom 17. November. In der Antragssache desDeutschenMe- tallarbeiterverbandes gegen den Arbeitgeberverband für Lahngau und Ober Hessen wegen Regelung der Löhne der Metallindustrie in Gießen, Metzlar, Butzbach, Lollar und Hirzenhain erging folgender Schiedsspruch: 1. Für den Monat November sind folgende Löhne zu zahlen: Arbeiter über 25 Jahre: gelernte vom 1. bis 15. Nov. 145 NU. und vom 16. bis 30. Nov. 173 Wk. (in der 2. Oktoberhälfte laut Schiedsspruch vom 28. Oft 99 Mk.); angelernte 143 und 169 (97,50); ungelernte 141 und 166 (96); über 22 Jahre: gelernte 132 und 156 (90), angelernte 130 und 152 (88,50), ungelernte 127 und 149 (87); über 20 Jahre: gelernte 119 und 140 (81), angelernte 117 und 136 (79,50), ungelernte 114 und 133 (78); über 19 Jahre: gelernte 89 und 115 (66), angelernte 87 und 111 (64,50), ungelernte 85 und 108 (63); über 18Iahre: gelernte 83 und 100 (62), angelernte 80 und 96 (59,50), ungelernte 74 und 90 (55); über 17 Jahre: gelernte 78 und 90 (58), angelernte 76 und 86 (56,50), ungelernte 65 und 78 (48); über 16 Jahre, angelernte 57 und 70 (42,50), ungelernte 55 und 65 (41); über 15 Jahre: angelernte 46 und 53 (34,50), ungelernte 44 und 51 (33); über 14 Jahre: ungelernte 35 und 40 (26). 2. Die sozialen Zulagen bleiben wie bisher, d. h. wie in dem Schiedsspruch vom 28. Oktober 1922 bestimmt, bestehen. 3. Arbeiterinnen erhalten 75 Proz. der Löhne ihrer Gruppe. 4. Die von der Fachgruppe der Optik und Mechanik in Wetzlar gemachte Zusage, die Oktoberlöhne um 80 bzw. 60 Prvz. für die. angelernten und gelernten Arbeiter zu erhöhe», wird durch diesen Schiedsspruch nicht berührt. Die Streitteile erhielten Frist zur Erklärung über Annahme oder Ablehnung des Schiedsspruches bis zum 21.11. mittags 12 Mr. Turnen, Sport und Spiel. Eine neue bedeutende Segelslug-Leistung. Hamburg, 18. Nov. (WTB.) Auf dem Flugplatz Fuhlsbüttel flog gestern der Flugzeug- führer R. Förster mit dem von A. Nesemann (Pinneberg) gebauten Segelflugzeug „Senator“ über ebenem Gelände Strecken vor 50 bis 150 Meter in Höhen von 4 biS 6 Meter, eine Leistung, die bislang von keinem Segler voll' bracht wurde. Der Flugplatz liegt etwa 20 Meter über dem Meere und hat keinen Aufwrnd. Hamburg (Sierichstr. 84 p.) Gießen (Seltersweg 83a) 18. November 1922 10142V Statt Karten Dortmund, Hohestr. 169 Gießen - Offenbach a.M. OlOMt Anzeiger erbeten. 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November) im Katholischen Dereinshaus wärmstens empfohlen. [l0l6Qv Alle Surfe füllen an vielen lagen aus. 5 IW,. !SF'D | Lichtspielhaus Balinhofstr. 341 I, Heute Premiere | I Wild Afrika h (Unter Wilden und wilden Tieren.) K MM Eine schwedische Filmexpedition in das Wunderland der ostafrika- w W/ nlschen Graßtierwelt. ^8 | Mit eriäytemdemVortrag g des Herrn stud. i hll rer. nat. Morsbach, Leiter der biol. Station fflk Juist. — Einzig . usiierende Original auf nahmen aus dem Innern Afrikas in den Jahren 1919—1921 in 6 Kapiteln. W er- Täglich 4, 6, 8.15 Uhr (Vortrag 4 und 8.15 Uhr). *08 W Ra Da der Andrang zu den Abendvorste'lungen groß, besuchen Sie Mietgesuche j Student sucht per sofort ein gut möbliertes Zimmer mit oder ohne Pension geg. gute Bezahlung. Schrift!. Angeb. n. 010516 au den Gieß. Ain. Welche edeld. Familie gibt iiniflcut solidem Herrn Ml. Zimmer ab? Wicseck oder Gießen bevorzugt. Schrif l. Angebote unter 010590 an den Gieß. Anz. erbeten. 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November 1922 n KleinverkoufspreiS von Lllk. 100.— für daS Liter Vollmilch in Straft. 10153B » Gießen, den 18. November 1922. Der Oberbürgermeister. (Lebensmittelamt). ^Bekanntmachnng. Detr.: GrgänzungSwahlen zur Handelskammer. Die Listen der Wahlberechtigten liegen vom 21. bis 30. November d. Is zur Einsicht offen und zwar für die Wahlbezirke Giehen-Stadt und Giehen-Land auf dem Sekretariat der Handelskammer und für den Wahlbezirk Grünberg auf der dortigen Bürgermeisterei während der üblichen Amtsstunden. Einwendungen gegen den Inhalt der Listen sind innerhalb der lOtägigen Frist bei der unter- zeichneten Handelskammer schriftlich vorzubringen. 10145B Gießen, den 17. November 1922. Hessische Handelskammer Gießen. _____Schirmer, Kommerzienrat. Wegen Aufgabe meines Fuhrwerkbetriebs habe ich ca. 150 Ztr. Hafer1 auch geteilt, abzugeben. Schriftliche Angebote an Joh. Heinrich Block, Marburg Biegenftraße 2. Palast-Lichtspiele GraDtes B.vorDehmstesTlieater am Platze Ab Leute Doppel Programm: Aeta Nielsen, Paal Wegner, Paul Hartmann in dem Prunkfilm; Vanina Eine Ballade in 5 Akten. Die Namen der Mitwirkenden bürgen für ein erstkl. Filmwerk. Außerdem: Durch Liebe erlöst Romanflim in 5 Akten. In Vorbereitung: Der 1. Raubtier- großfllm d.John Hagenbeck-A.G. „Wildnis“. 0W9l PlatinGold- und Silbergegenstände kauft zu hohen Preisen Erich Beyer Juwelier, Gießen, Bahnhofstraße 1. °ielD