Nr. 247 Erscheint tS,lich, ow^ei Sonn, und fttiertaqs, eil berSamstaqsbeilage; GießenerFamilienblätt« Monatliche Bejnoiprelft: Ulk. 102 - und MK. 8.- Irüqerlohn,durch diePost Ulk 125. - «auch beiNicht. erscheinen einzelner Jlum- etrn insolge höherer Eewali. - Fernsprech. Anschlüsse für die Schrift- leitung 112; für Verlag »nd lSeschüftastelle 51. Lnschrist für Drahtnachrichten: Lnzeiaer Gletze». poftschecktonlo: $renh«r1 mi ale auc liefern, sondern die bisher lückenhafte Marine energisch ausbauen. Eine Seercchtskonserenz in Brussel. Berlin, 19. Oft (Wolff.) Am 17. d. M. traten auf Einladung der belgischen Regierung Vertreter der Regierungen der am Seehandel beteiligten Mächte zu einer internationalen See- rechtskonferenz in Brüssel zusammen. Es werden damit die Dorarbetten wieder auf genommen, die durch den Krieg unterbrochen wurden, und die dem allgemeinen Wunsche ^er am Seeverkehr beteiligten Staaten und Wirtschaftskreise entsprangen, einheitliche internationale Grundsätze für die prioatrechtlichen Beziehungen, die sich aus diesem Verkehr ergeben, an Stelle der verschiedenen einzelstaatlichen Vorschriften aufgestellt zu sehen. Als Ergebnis von Verhandlungen aus den Zähren 1905, 1909 und 1910 sind bereits 1910 die beiden internationalen Aleberein- lommen betreffs einer einheitlichen Feststellung von Regeln über die Behandlung eines Zusammenstoßes von Schiffen sowie über Hilfeleistung und Bergung in Seenot abgeschlossen worden, deren Grundsätze durch das Reichsgeseh vom 7. Januar 1913 in das innere deutsche Recht übernommen worden sind. Die jetzt wieder beginnenben Verhandlungen haben zwei im Jahre 1913 auf- gestellte Vorentwürfe betreffend die beschränkte Haftung der Reeder und die Schiffshypotheken und Schiffsprivllegien zum Gegenstand Als Vertreter der Reichsregierung nehmen der deutsche Geschäftsträger in Brüssel Gesandter Dr Struck- mann und Landgerichtsrat Dr. Rambke vom Reichsjustizministerium an den Verhandlungen teil. Aus dem Reiche. Die Erhöhung der Persouentarife. Berlin, 19. Ott. (Wolfs.) Die gleichen Gründe, welche für die Erhöhung der P e r - fonentarife zum 1. Oktober und 1. November bestimmend waren, nötigen zu ihrer wetteren Erhöhung am 1. Dezember, womit sich auch der ständige Ausschuß des ReichSeisenbahnrales grundsätzlich einverstanden erklärte. Die am 1. November in Kraft tretenden Fahrpreise des allgemeinen Verkehrs werden mit Wirkung rom 1. Dezember um weitere 100 Prozent, also auf das Vierfache der vom 1. Oktober ab geltenden Tarifsätze erhöht. Die Erhöhung soll in der Weise durchgeführt werden, daß sämlliche Fahrtausweise zum vierfachen Satze deS aufgedruckten Fahrpreises verkauft werden. Eine HeberstempeLung der Fahrkarten erfolgt nicht. Die Erhöhung um 100 Prozent erstreckt sich auch auf die Schnellzugszuschläge, die Mllitärfahrpreise und die verschiedenen Gebührensätze mit Ausnahme der Säye für Gepäck und Expreßgut. Die Gepäckfracht wird zum 1. Dezember auf 40 Pf. (bisber 15 Pf.) für je 10 Kg. und 1 Kilometer erhöht. Die Grundsätze für die Berechnung und Aufrundung der Gepäckfracht bleiben unverändert. Die Mindestfracht wird auf 20 Mk. (bisher 15 Mk.) festgesetzt. Der Exprehguttarif entspricht jewells dem um 60 Prvz erhöhten Ellguttarif. Die Gebühren für Bahnsteigkarten und Erlaubnis karten zum Betreten der Bahnsteige, zum Aufgeben oder Abholen der Zeitungsbahnhofsbriefe werden gleichfalls auf das Vierfache erhöht. Heber die Preise der Zeitkarten erfolgt eine besondere Bestimmung. Die Geltung der Demobilmachungs- Verordnungen. Berlin, 19. Ott. (Wolfs.) Der Reichs- wirtschaftsrat hat in feiner Vormittags sitzung ohne Aussprache auf Antrag des sozial politischen Ausschusses den Gesetzentwurf über die Verlängerung der Geltungsdauer von Demobilmachungsverordnungen, und zwar bis zum 31. März 1923 angenommen. Ebenfalls ohne Aussprache fand ein Antrag Annahme, der die Reichsregierung ersucht, die Diäten und Reisekosten der Mitglieder des Reichswirtschaftsrats der Geldentwertung anzupassen. Die Deanttensrauenzulagen. Berlin, 20. Okt. Heber die ^ragi de. Frauenzulage für Beamte, über die zwischen der Regierung und den Gewerkschaften keine Einigung erzielt werden konnte, wurden mit den Parteien des Reichstags Verhandlungen geführt. Sie ergaben, daß sich für den von der Regierung geforderten prozentualen Frauenzuschlag im Reichstag keine Mehrheit finde. Es wurde aus je einem Vertreter der Parteien eine ilnterfom- rnission gebildet, die sich heute vormittag mit der Angelegenheit beschäftigen soll. Die Förderung des Wohnungswesens. Berlin, 19. Ott. (WTB) Der Reichs- tagsausschuh für Wohnungswes en befaßte sich heute mit einer Erhebung der Abgabe zur Förderung des Wohnungsbaues. ReichZarbeits minister Dr. Brauns betont die Möglichkeit, die Bestände schon heute für die Gemeinden mit Wohnungen auszubauen. Allen ®cme inben gleichmäßig zwangsweise den Bau einer bestimmten Anzahl von Wohnungen aufzuerlegen, scheitere aber an der Verschiedenheit Der örtlichen Verhältnisse. Zur Beschaffung der Mittel stehe nur die Erhöhung der Wohnungsbauabgabe zur Verfügung. Ein Zuschlag von 500 Prozent würde nur die Herstellung von 15 000 Wohnungen ermöglichen. Deshalb schlage die Regierung eine Erhöhung von 1500 Prozent vor. Das Ministerium sei bereit, jede ilnterftütjung zur Ver billigung der Daumittel zu leiben. Unmittelbar darauf einzuwirken, sei es aber nicht in der Lage. Der Vertreter des ReichswirtschastSmini- steriums erklärte, dah das Ministerium dafür sorgen werde, dah Baustoffe für den Klein- wohnungsoau genügend geliefert würden. Ziegeln würden genügend erzeugt, dagegen seien die Dachziegelfabriken bis an die Grenze ihrer Leistungs- fähigkeit beschäftigt, was auf den vermehrten Dau von Einfamilienhäusern zu rückzuführen sei. Der Ausschuß beschloß, die Beratung morgen fortzusehen und zu dieser Sitzung die zuständigen Minister zum Erscheinen aufzufordern. Gegen die liebergriffe tat besetzten Gebiet. Berlin, 19. Oft. Sämlliche Fraktionen des Reichstages, ausgenommen die Kommunisten, brachten folgende kleine Anfrage ein: 3m Laufe des letzten Jahres erlaubten sich die De- satzungsbehörden im besetzten Rheinland mehrfach liebergriffe gegen Parlamentarier des Deutschen Reiches und der Länder. Es tarnen Verhaftungen trotz der gesehllch festgelegten Immunität der Abgeordneten vor. Es fanden Der- nehmungen ohne einen genügenden Anlaß statt und sachliche Reden der Abgeordneten in den Parlamenten oder in Versammlungen, auch im unbesetzten Gebiet, sind zum Gegenstand von ttnlersuchungsverfahren gemacht worden. Welche Schritte hat die Reichsregierung demgegenüber zwecks Wahrung der Immunität der Abgeordneten seitens der Desatzungsbehörden unternommen? DaS Deamtenstreittecht. Nach einer Meldung der „Voss. 3tg.“ aus Leipzig verwarf gestern oaS Reichsgericht die Revision gegen die Verurteilung einer großen Anzahl von Eisenbahnbeamten zu Geld- und GefängniSsttafen im Zusammenhang mit dem letzten Eisenbahnerstreik. Die Urteile waren ergangen auf Grund der Verordnung, die der Reichspräsident am 1. Februar d. I. er- bie sich teils in vorzüglich ineinandergreifendem Zusammenspiel, teils in Einzeltänzen aus wirkte. Mit der gewinnenden Anmut der Bewegungen, die besonders Tamara Gamsokourdia eigen ist. verbindet sich die männliche Kraft Alexander Demidoffs zu einem abgerundeten Kunstwerk der Eurhythmie. Beleuchtung. Bühnenbilder im Verein mit geschickt gewählter Kostümierung gaben den passendsten Rahmen für die tänzerische Pantomime. die sich die Darstellung von Kompositionen verschiedener grober Meister des Tones zum Ziel gesetzt hatte. Zum Gelingen dieser Aufgabe trug auch die Klavierbegleitung Paul Meyers wesentlich bei. — Das in drei Hauptteile zerfallende Programm lieb an Abwechslung nichts zu wünschen übrig, wenn auch die leichtgeschürzte Muse durchweg ein heiteres Antlitz zeigte. Hatte die Harlekrnade eine zauberhafte Märchenstimmung erzeugt, so führte das Norwegische Bauernidyll mit feinen an den deutschen Schuhplattler erinnernden Weisen in die etwas rauhere Wirklichkeit zurück. Den stärksten Beifall m-regte im 2. Test die „Spieluhr (Puppentanz)". Die grotesken Puppenbewegungen waren von geradezu überwältigender Komik. Diese Darbre- bmg hatte jedenfalls den Reiz der Originalität, den man bei den übrigen Dummern freß Programms begreiflicherweise nicht immer finden konnte. Der 3. Teil begann mit einer „Fantasia Galant" aus dem 18. Jahrhundert und Lang In ein Bacchanale von Saint-Saens aus, das sehr wirkungsvoll die Kunst des Tänzer Paares in höchster Steigerung offenbarte. — Das Publikum brachte allen Teilen des Programms lebhaftes Interesse entgegen und suchte sich mehrfach, wenn auch vergeblich, Wiederholungen zu erzwingen. tr. Kissen hatte und die nach längeren Vechand- langen mit Vertretern der Eisenbahnbeam- ten am 9. Februar wieder aufgehoben wurde. Die Revision suchte aus der Aufhebung der Verordnung die Folgerung zu ziehen, daß gerichtliche Bestrafungen auf Grund der Verordnung unzulässig seien. Der Reichsanwalt erklärte jedoch, ein Stteikrecht der Beamten könne es nicht geben. Dies folge schon aus dem Verhältnis der Beamten zum Staat und aus dem Diszipltnargesetz. Das den Beamten verliehene Koalitionsrecht bedeute nur das freie Vereins- und Versammlungsrecht, nicht aber das Recht zur Niederlegung und Verweigerung der Arbeit. Das Reichsgericht trat dar- t u n o -LD. Vpt.) beklagt ebenfalls die falsche psychische Einstellung der Bevölkerung zum Ernährungsproblem, wo führe man die allgemeine Rot fälschlich auf das Wucher- und Sä)iebertum zurück statt auf die katastrophale Geldentwertung. Man könne der Landwirtschaft Utimöglich zumuten, daß sie allein ihre Preise der Geldentwertung nicht anpasse und das Umlagegetreide für ein Siebzehntel des Preises abg^re, der für freies Getreide gezahlt wird. Abg. Dr. Böhme (Dem.) verlangt von der Regierung eine gröbere Aufklärungstätigkeit, um die Bevölkerung zu einer gerechteren Beurteilung der landwirtschaftlichen Produktionsverhä tnisse zu bringen, und verweist auf die einsichtsvollen Darlegungen von Dr. August Müller im Gegensatz zu der Auffassung der Sozialdemokraten. Abg. Heydemann (Komm.) verweist auf die, Erbitterung, welche die Brotverteuerung bei der Devöllerung hervorgerufen habe. Bon den Agrariern werde die Volksernährung sabotiert durch Verminderung der Anbaufläche. Die Aus- Lucherung der Bevölkerung könne erst verhindert tzerlen, wenn e ne p anmäßige Kontrolle der Produktion durch Organe ver arbeitenden Devöllerung erfolge. Abg. Heim (Bahr. Dpt.) verzichtet auf das Wort, well er erst so spät durch die Kommunisten zum Wort komme. Abg. Ledebour (U S.) polemisiert gegen die Ausführungen des Ernährungsministers. Es sei den Agrariern nicht um Produktionssteigerung zu tun, sondern nur um den Profll. Er fordere die Sozialdemokraiie auf, aus dec Koalition auszutreten, da sie sonst den Klassenkampf verleugne. Damit schließt die AuZsprache. Die Anträge des Zentrums und der Demokraten für Kleincentnerfürsorge werden debattelos einem Ausschuß überwiesen- ebenso der Gesetzentwurf zur Aenderung des Einkommensteuergesetzes. Morgen nachmittag 3 Uhr: Anträge zur Reichspräsidentenwahl. — Schluß nach 6 Uhr. Aus Hessen. Republikanischer Richterbund. Anter reger Detelligung hat sich, wie uns geschrieben wird, die Hess. Landesgruppe des republikanischen Richterbundes mit dem Ditze in Darmstadt gebildet. Ihr Hauptziel ist, die neue Staatsauffassung gegen die frühere zu öertreten, und Justiz und Verwaltung innnerlich auf die Gedanken der Demokratischen Republik einzustellen. In diesem Sinne will sie il a. Stellung zu Gesetzentwürfen nehmen, gesetzgeberische Anregungen geben, zum Schutz und Ausbau der Weimarer Verfassung und vor allem zur Heranbildung eines Beamtenkörpers beitragen, der freudig und wlllig dem neuen Staate Dient. Aus Stabt uhb Land. Gießen, den 20. Oktober 1922. Die Neufestsetzung des Wertes der Natural- und sonstigen Sachbezüge bei dem Steuerabzug. wird im heutigen Anzeigenteil bekanntgegeben. Als Erläuterung der Bestimmungen diene folgendes Beispiel: Für ein Dienstmädchm, eine Magd oder einen Knecht mit 400 Mark Monats lohn und voller Verpflegung einschließlich Wohnung, Heizung und Beleuchtung berechnet sich der Steuerabzug vom 1. Oktober 1922 ab wie folgt: Barlohn im Monat ...... 400 Mk. Geldwert der vollen Verpflegung einsch i blich Wohnung, Heizung und Beleuchtung ...... 1500 Mk. zus. 1900 Mk. hiervon 10 Prozent ...... 190 Mk. Dieser Betrag ermäßigt sich nach § 46 des Einkommensteuergesetzes in der Fassung vom 20. Juli 1922 für ledige Personen für den Monat für den Steuerpflichtigen selbst um 40 Mk. für Werbungskosten um . . . . . 90 Mk. zusammen 130 Mk. Der verbleibende Steuerbetrag von 190 Mk. — 130 Mk. = 60 VZt ist in Steuermarken in die Ginlagebogen des Steuerbuchs zu kleben. Die Cisenbahnfahrpreise ab 1. November. Alte Fahrkarten zu doppelten Preisen. Am 1. November tritt die Erhöhung der Eisenbahn - P e r s o n en t a r i f e um 100 Prozent in Kraft. Bisher wurden bei Tariferhöhungen die neuen Preise immer den Fahrkarten aufgedruckt oder durch tteberstempe- lung angegeben. Vom 1. November ab wird jedoch das Doppelte der auf den Fahrkarten angegebenen Preise erhoben, ohne daß dieser neue Preis auf der Fahrkarte vermerkt wird. Nur bei den handschriftlich ausgefertigten Fahrkarten wird der neue Preis eingesetzt Die Preise für Bahnsteigkarten werden gleichfalls verdoppelt, kosten also vom 1. November ab 4 M k. Die bisher üblichen Hundekarten werden abgeschafft; für jeden Hund ist künftig eine halbe Fahrkarte 3. Klasse zu lösen. Ferner werden mit Wirkung vom 1. November besondere Schnellzugszuschläge für die 1. Klasse eingesührt: ste betragen in der 1. Zone (bis 75 Kilometer) 90 Mk., in der 2. Zone (bis 150 Kilometer) 180 Mk. und in der 3 Zone (über 150 Kilometer) 270 Mk. Diese Schnellzugszuschlagkarten werden am 1. November neu aufgelegt, jedoch nur mit den halben Beträgen dieser Sätze — also 45 bzw. 90 bzw. 135 Mk. — bedruckt, um die Verdoppelung dieser Preise einheitlich durchzuführen: die bisher für die l.und 2. Klasse gültigen Schnellzugszuschlagkarten werden in solche für die 2. Klasse abgeändert. Mit Fahrkarten, die mit einem Tage des Monats Oktober abgeftempelt sind, muh die Fahrt im Oktober angetreten werden. Eine Hausbesitzer Protest- Versammlunq gegen die von der Stadtverwaltung feftgefeftten Mietzuschläge von 614 Prozent fand gestern abend im Katholischen Vereinshaus statt Der von der Stadtverwaltung vorgesehene Prozentsatz wurde a b g e l e h n t und gefordert, die Mietzuschläge der mitllerwelle eingetretenen Geldentwertung entsprechend auf 204 5 Prozent festzusehen. Architekt Nikolaus be- grünbete den ablehnenden Standpunkt der Hausbesitzer und deren Neusorderung in sehr eingehenden Ausführungen. Starter Raummangel zwingt uns, den Bericht über dieses Referat auf morgen zurückzustellen Einstimmig wurde folgende Resolution angenommen: „Die heute im Katholischen Vereinshaus überaus stark besuchte Versammlung der Hausbesitzer Gießens legt allerschärfste Verwahrung ein gegen die tn dem Entwurf der Stadtverwaltung vom 6. Oktober 1922 vorgesehenen völlig unzureichende Höhe der Mielzuschläge und erblickt hierin einen Gießener Stadltheater. Ballett-Gastspiel von Tamara Gamsakourdia, Alexander Demidoff und Wassilji Orloss. Gießen den 20. Oktober 1922. Die Anschauungen über das Wesen coahrer Tanzkunst gehen heute weit auseinander. Den Anhängern der seither vorherrschenden Richtung, die den Tanz mit Mimik verbindet sind die Vertreter einer neuen Auffassung entgegengetreten. Die das bisher Gewohnte schroff ablehnen und in rem rhythmischen Bewegungen ohne darstelle- rnsck^n Ausdruck das tänzerische 3deal erblicken. Ob dieser Streit der Meinungen je zu einer Snt- fdyeibung nach der einen oder anderen Seite fuhren wird, läßt sich noch nicht Voraussagen. Vermutlich werden beide Ansichten nebeneinander bestehen bleiben. Daß die ältere ganz unterliegen 0 r un$ lchvn aus dem Grunde un- well sie dem Verständnis einer breiteren Masse eher entgegenkvmmt als die jüngere, Die, in hohem Grade musikalische Veranlagung ja bte Fähigkeit musikalischen Erlebens voraussetzt. Das gestrige, Gastspiel des Moskauer Dal- letts war vollständig beherrscht von den überlieferten Begriffe von tänzerllcher Kunst und tänzerischen Aufgaben. Die Kunst der russischen Gäste äußerte sich ausschließlich m Tanzpa?to- mimen, bte ein Erlebnis oder eine ($t>HDbe bildhaft gestalten. TamaraGamfakourdia und Alexander Demidoff — nur diese beiden kommen in Betracht da die Mitwirkung Waf- silji Orloffs nur in bescheidenem Maße aur Geltung kam — verfügen über eine erstaunliche ja man möchte sagen, unübertreffliche Technik' direkten Berstotz gegen die Bestimmungen des § 3 des Reichsmietengesehes. Die auch hier wieder erkennbare gewaltsame Niederhaltung der Mieten nimmt den Hausbesitzern nicht nur die notwendigsten Existenz- bedürfnisse, sondern führt auch zum vollständigen Verfall der Häuser. Diese verkehrte Wohnungspolitik muß letzten Endes den Wohnungsinhabern den nötigen Schuh gegen die Llngunst der Witterung rauben und das bereits herrschende Wohnungselend, mit zum Schaden der Mieter, immer mehr vergrößern Wir müssen deshalb fordern, sofort in eine Neuprüfung der Mietzuschläge einzutreten und dieselben so zu bemessen, daß endlich ein Ausgleich zwischen Einnahmen und der durch die heutigen Lohn- und Preissätze bedingten Höhe der Ausgaben geschaffen wird." * •* Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurde am 4. Zuli die Lehrerin Franziska Fels zu Spreiidlingen (Rheinhessen) zur Lehrerin an der Volksschule zu Viernheim (Kreis Heppenheim). — Ernannt wurden am 12. Oktober der Lehrer Georg Diehl zu Weiten- Gesäß zum Lehrer an der Volksschule zu Steinbach (Kreis Erbach), der Lehrer August G e m - rn e r zu Fürstengrund zum Lehrer an der Volksschule zu Störpg i. O. (Kreis Erbach), der Lehrer Wilhelm Huber zu Weiten-Gesäh zum Lehrer an der Volksschule zu Erbach t O., der Lehrer Heinrich Lehr zu Dudenhofen zum Lehrer an der Volksschule zu Dietzenbach (Kreis Offenbach), der Schuld mtsanwarter Friedrich Kaufmann aus Büdingen zum Lehrer an der Volksschule zu Merkenfrih (Kreis Büdingen). — Ernannt wurden am 12. Oktober der Schulamtsanwärter Philipp Frölich aus Reichelsheim t O. zum Lehrer an der Volksschule zu Dreieichenhain, der Schulamtsanwärter Karl Ranft aus Beuern zum Lehrer an der Volksschule zu Alten-Buseck (Kreis Gießen), die SchulamtSanwarterin Käthe Sturm aus Oppenheim zur Lehrerin an der Volksschule zu Hungen, — am 13. Oktober der Schulamtsanwärter Wilhelm Kranz aus Ruhlkirchen zum Lehrer an der Volksschule zu Mühlheim (Kreis Offenbach). — Ernannt wurde am 13. Oktober der außerplanmäßige ordentliche Professor an der Landesuniversitat Gießen Geheimer Hofrat Dr. Carl Fromme zu Gießen mit Wirkung vom 1. April 1922 an zum planmäßigen ordentlichen Professor in der vhiloso- phiscAn Fakultät der Landesuniversttät Gießen. — Ernannt wurden am 13. Oktober der Kreisschulrat bei dem Kreisschulamt Offenbach Karl Maurer zum Stadtschulrat bei dem Stadtschul- amt Offenbach mit Wirkung vom Tage seines Dienstantritts ab, der Rektor an der Volksschule zu Offenbach Heinrich Karl Bechtolsheimer zum Kreisschulrat bei dem Kreisschulamt Offenbach mit Wirkung vom Tage seines Dienstantritts ab. — Ernannt wurde am 13. Oktober der Schul- amtsanwärter Adam Raitz aus Hetschbach zum Lehrer an der Volksschule zu Höchst L O. (Kreis Erbach). — Ernannt wurde am 13. Oktober der Landwirtschaftsrat Otto Decker an der Landwirtschaftlichen Schule zu Alzey mit Wirkung vom 25. Oktober 1922 an zum Landwirtschaftsrat an der Landwirtschaftlicher Schule zu Grünberg. — Am 12. Oktober wurde der Forstwart der Kom- munalforstwartei Sickenhofen Oberförsterei Babenhausen, Christian Friedrich Schrodt II. zu Sickenhofen unter der Amtsbezeichnung »Förster" vom 1. Oktober 1922 ab in den Staatsdienst übernommen. — 3n den Ruhestand versetzt wurden apn 18. September der Studienrat an der Realschule zu Gernsheim Ludwig Freund auf sein Dachsuchen, am 19. September der Studien rat an dem Gymnasium zu Bensheim Dr. Rudolf Glaser auf fein Nachsuchen, der Zeichenoberlehrer an der Ludwigs-Oberrealschule zu Darmstadt Wilhelm Heiß auf sein Nachsuchen, der Studienrat an dem Ludwig-Georgs-Gymnasium zu Darmstadt Dr. Karl Lindt auf sein Nachsuchen, der Studienrat an dem Alten Gymnasium zu Mainz Adam Rudershausen, am 11. Oktober der Studienrat an der Realschule zu Michelstadt Dr. Adam K l a s s e r t auf fein Nachsuchen, unter Anerkennung ihrer dem Staate geleisteten Dienste mit Wirkung vorn 16. Oktober 1922 ab. ** Mieterverein und Stadtverordnetenwahlen. 3n der Mieterversammlung vom vorigen Freitag wurde von dem Sprecher des Mietervereins-Vorstandes angekündigt, bei den Stadtverordnetenwahlen werde der Mieter- Verein mit einer eigenen Kandidatenliste auf den Plan treten 3m Gegensatz zu dieser Ankündigung hat eine am D.ienStag abend stattgehabte Mitgliederversammlung des Mietervereins die Aufstellung einer eigenen Liste abgelehnt. " Organistengehalte. Man schreibt uns: Die anhaltenden Preissteigerungen und der. stetig sinkende Geldwert hohen den Verein evangelischer Organisten und Chordirigenten in Hessen veranlaßt, den Gemeinden erneut eine Heraufsetzung der Organistengehalte zu empfehlen, und zwar unter Zugrundelegung der 1878 gehabten Mindestgehalle von 100 Mk. für 1 Gottesdienst und 150 Mk. für 2 Gottesdienste das 100fache dieser Beträge, also 10 000 Mk. für 1 Gottesdienst und 15 000 Mk. für 2 Gottesdienste. Viele Gemeinden sind in Erkenntnis der Unzulänglichkeit der bisherigen Bezahlung zu den Naturalleistungen früherer Zeiten zurückgegangen und haben wesentlich höhere Vergütungen Anerkannt. So bezahlt eine oberhessische Gemeinde 4000 Mk. in bar, 5 Zentner Frucht, 6 Rm. Duchenscheitholz und 3 Rm. Rebsigholz. Eine andere Gemeinde vergütet für 1 sonntäglichen Gottesdienst 10 Rm. Buchenscbeitholz. Es ist der Wunsch vieler Organisten, daß die Naturalleistungen wieder mehr in Gebrauch kommen möchten, um den durch die Preissteigerungen gebotenen Vorstellungen und Gehaltserhöhung enthoben zu sein. Oberkonsistorium und Landeskirchentag sind ersucht worden, auf dem Verordnungswege eine neue Regelung herbeizuführen. ** Deutschlands voraussichtliche Zuckererzeugung. 3n Zuterindustriekrvisen rechnet man. wie dem „D. T." gemeldet wird bei einigermaßen günstiger Herbstwillerung und der Möglichkeit voller Einbringung der Ernte mit einer Mehrerzeugung von 15—20 Prozent gegen die Erzeugung des letzten Detriebsjahres. Damit würde nicht mir der 3nlandbedarf voll gedeckt werden können, vielleicht bliebe sogar noch ein Teil der Erzeugung für die Ausfuhr übrig. Bornotizen. - Tageskalender für Freitag. Stadttcheater. 7 Hljr. „Die Trösterin" — Astoria- Lichtsdiele, ab heute „Maciste and die Tochter des Silberkönigs". - Palast-Lichtspiele: „Unser gememschaplttcher Frcund', „Das voppÄte Knopp- eben" und „Gastspiel von Rene Olfen". — ÄuS dem . Stadttheater- Bureau. Anläßlich der Uraufführung der Operette „Verliebte Leute" am Berliner Theater am Rollendorfplatz — das Werk wird bekanntlich am kommenden Sonntag hier erstmalig aufgeführt — äußerte sich die Berliner Presse sehr anerkennend. KünnekeS Orchester verrate in jedem Takt den überlegenen Musiker. Die modernen Tanzrhhthmen seien ihrer brutalen Wirkung entkleidet, und Her Walzer behaupte wieder seine Stellung. Dem Werke müsse ein unbestrittener ©rfnfa zuer- kannt werden, der vermutlich von L sein werde. Wettervoraussage für Samstag: Wolkig, ohne erhebliche Niederschlage, schwache östliche Winde, kühl. Unter dem Einfluß eines tiefen-Drucks über Frankreich hält das trübe, wollige Wetter an. Landkreis Gießen. * Wieseck, 20. Oft Der Vorschlosser Ludwig Rvdenhausen feiert heute sein 25jähriges -Uroertsjubiläum in der Eisenbahn- Nebenwerkstätte. Kreis Alsfeld. * Alsfeld, 19. Ott. Zum Ausbau derElektri^itätsversorgunghatdie Provinzialdirektion diejenigen Gemeinden, in denen die Dauarbeiten im Gange sind, ersucht, die Vollendung des Baues durch Bereitstellung von Geldmitteln tatkräftig zu unterstützen. 3n dem Rundschreiben bittet die Provinzial- direktion die bett. Gemeinden, ihr eine Ab -- schlagszahlung von 1 00 000 VZarf zu leisten mit der Maßgabe, daß, falls mit dieser Zahlung der wirkliche Baukostenantell überstiegen würde, der überschießende Betrag als Darlehen behandelt werden sollte. Das hiesige KreiSamt ersucht jetzt die Gemeinden deS Alsfelder Bezirks, die geforderte Abschlagszahlung bis zum 1. November zu beschließen. Kreis Büdingen. )( Ortende rg, 19. Ott. Die Vorbereitungen zum berühmten Kalten Markt sind in vollem Gange. Schon jetzt liegen eine großeAnzahl Meldungen sowohl von Händlern als Daden- besihern vor. Der Auftrieb von Vieh, besonders Fohlen, eröffnet für ein flottes Geschäft trotz höchster Preise bte besten Aussichten. Der Besuch des Marktes wird in diesem Zahre durch die verspäteten Arbeiten der Landwirte allerdings etwas leiden. Kreis Friedberg. * Butzbach, 19. Oft. Die Deutsche Volkspartei und die Demokratische Partei haben sich auf eine gemeinsame Liste zu den Gemeinderatswahlen geeinigt Heffen-Naffau. spd. Frankfurt a. M., 19. Oktober. Die Stadtverordnetenversammlung stimmte einer abermaligen Erhöhung der Löhne für die städtischen Arbeiter nach den vom Magistrat vorgeschlagenen Sähen zu. Sie genehmigte sodann eine bereits am nächsten Sonntag in Kraft tretende abermalige sehr toefent- sich: Erhöhung derStraßenbahnfahr- preise. Die am 4. Oktober abgeschasstenMonats- farten sollen am 1. November wieder zur Einführung kommen, da durch ihren Fortfall die Fehlbeträge der Straßenbahn sich erheblich -o größert haben. D e ilrwartung, da da %u iifum stall der Vlonatöfarte sich oe: Wocyenkarie bedienen würde, hat sich nicht erfüllt. Die vom Magistrat eingebrachte Vorlage auf Ein ührung einer Schlemmer st euer und Hocker- fteuer land trotz mancherlei Bedenken, nameat« lich gegen die letztere, freundliche Ausnahme bei allen Fraktionen. Für dieSch'emmerstcuer sprachen sich alle Fraktionen au3. Die Drohung des Gastwirtsgewerbes, die Einführung der Steuern mit einem allgemeinen Streik zu begegnen, wurde allfettig als ein Schlag ins Wasser bezeichnet, da durch die Steuern das solide Gewerbe nicht im mindesten betroffen wird. Für die Schlemmer- steuer wurden die höchsten erreichbaren Sähe gefordert, da nur eine solche Maßnahme auf daS Ausland wirken kann. fpd. Frankfurt a. M., 19. Okt. Einem übereinstimmenden Beschluß von Magistrat und Däckerinnung zufolge tritt am Freitag eine neue Brotpreiserhöhung von 37 auf 42 Mark für Markenbrot ein. Die Bäckeroehil- fen haben heute nun den erst in dieser Woche in Kraft getretenen Lohntarif gekündigt und verlangen abermals höhere Löhne. Darüber sollen noch dieser Tage Verhandlungen stattfinden, wahrscheinlich mit dem Ergebnis, daß abermals eine neue Erhöhung der Drotpreise erfolgt. fpd. Limburg, 19. Okt. 3n dem hier eingettoffenen Aachtzuge aus Gießen fand man in einem Wteil den Reisenden Moritz Ohly aus Cubr»ch bei Weilburg betäubt und mit erheblichen Gesichtsverletzungen vor. Der Verletzte, der nur einen Arm hat, konnte über die Täter keine Auskunft geben. Schlichtungsausschutz der Provinz Oberhessen. Verhandlung vom 17. Oktober 1922. Dem Deutschen Derkehrsbund, dem Arbeitgeberverband für Handel und Gewerbe und den Vereinigten Fuhrwerksbesihern von Gießen schlug der Schlichtungsausschuß für die Zeit ab 16. Oktober 1922 u. a. folgende TranZportacbeitec- wochenlöhne vor: Kraftfahrer 4C80 Mk. (statt bisher, seit dem 1. Oktober 1922, 3400 Mk.), Fuhrleute über 21 Jahre 3960 Mk. (3300), Lagerarbeiter über 23 Fahre 3840 Mk. (3200), Arbeiterinnen 2700 Mk. (2500). Das Zehrgeld bei Heutiger Staub des Dollars 10 tthr vormittags: Berlin 3350, Frankfurt a. M. 3400. aSeBerfcrtMobrten üBet 2 Uhr na4mlttag8 soll BO Mk. statt bisher 30 Mk betragen unb bet Wahrten mit Uebernachten 120 Mk. flott bisher Xs ant Die Tätlichen Tonwette in Sieben und Tonwerke Hütten berg bei Leihgestern und kAbend stern bei Heuchelheim sollen vom 16. Oktober 1922 an den Del. vearbeitem über 21 Jahre 78,50 Mk. Stundenioi-n zahlen statt bisher, Aeit dem 25. September 1922, 60,50 Mk. und die »übrigen Löhne in demselben DerhältniS erhöhen. LDer Fabrikarbetterverband hatte die Durchführung der 3. Ortsklasse des Frankfurter DezirkS- lohnabkommens für Oktober 1922 gefordert. Die Gerbereien Decker und Lotz in Sieben «sollen vom 16. Oktober an den Arbeitern über 25 Jahre folgende Stundenlöhne zahlen: den Gelernten 78 Mk. (bisher, feit dem 1. September 1922 60 Wk.), den Angelernten 74 Mk. (57) und den Ungelernten 70 Wk (54). Die Löhne der Arbeiter unter 25 Jahre sollen sie um 30 v. H. erhöhen. Der Lauterbacher Blechwaren- fabrlk und Derzinkunasanstalt gab der SchlichtungSauSschuh auf, ab 9 Oktober 1922 die tariflichen Stundenlöhne, die seit dem 1. September 1922 gelten, um 25 v. H. zu erhöhen. Der Stundenlohn deS gelernten Arbeiters über 25 Zahve kommt hierdurch auf 66,25 Mk Die Familienstands- und sonstigen besonderen Zulagen sollen in der bisherigen Höhe bestehen bleiben Dei den Acbeitsstreckungsmahnahmen deS DetrtebeS hatte der Metallarbeiterverband eine Derleyung der Vorschriften des § 74 des DetriebSrätagesehes zu erkennen geglaubt. Die Derbandlung hierüber ergab jedoch keine Anstände. Die Dad-Aauheimer Musikbetriebe sollen die Deptembermusikerlöhnc vom (. Oktober an um 15 v. H. und vom 16. Oktober 'in um 30 v. H. (d. h. weitere 15 v. H.) erhöhen 'Den Anträgen des MusikerverbandÄ auf Erhöhung des tariflichen Aoten- und Saitengeldes »lnd der Ueberslundenentlohnunq unb auf Einführung einer besonderen Entschädigung für Der- schleih von Kleidung und Wäsche wurde nicht stattgegeben. Kirche und Schule. • Erledigte Schul stellen Erledigt f Preußische Konsol» 88,— 4'/, Hessen 70,- 3,/,<7„ Hessen 64,- 3*/o Hessen......... 62.- 19.10. 77,50 235,- 13k- 580.- 80,75 18.10. 77,50 235,- 135,— 580- 81,25 92,75 72,50 6L8O 71,- U- 64.90 47. Zolltürfen 4500,- 5325,- 4400,- 57# (yolbincrifaner —,— —3/u00,— Berliner HandelSges . 320(4— 3800,— 3000,— Commerz u. Privalbk. 399.— 540,— 4!0,— Darin',.u.Nationaldank 390,— 480,— 397,— Denlsche \‘#;>,— 4500,— 4660,— Harvener Bergbau. . . 9900,-10000,— —,— Kaliwerk Aschersleben. 2700,— 3550,— 3000,— ztaliwerk Westeregeln . 36OO,— 37Ost— 3700,— Vauraliütte 4670.— —,— 4395,— Oberbedarf 2375— —,— 2240,— Pbönir Bergbau 5550,— 5600,— 5150,— Rheiniiahl 4900,- 5100,- 4950,- iKicbctf Montan v . . . 5075,— —,— 5000,— TelluS Bergbau 1450, - 1470,— —,— Oamburg Linier. Paket 1230,— 1225,— 1170,— .>l'orddeulfcher Vlonb . 820,— SSO,— — 'einentiverfHeibelberg 1990,— 1995,— —,— Phlltvv Holzmann . . 1115,— 1325,— 1350,— Cluglo-Cont.-Gunno. . . 6300,— 6020,— 5610 — Badische Anilin . . 3100,— 2925,— 3200,— Golbschmidl 2910,- 2490,- 2800.- (yrievUeiiucr Cleetron. 2350,— 2200,— 2400,— Höchster Harbiverte 2500,— 22Ist— 2300,— Holzverkobllnig 1600,— 1525,— —,— lilllgersiverke 1880,— 1920,— 1875,— rdjclbeanftalt......25OO.— 24!st— — — Allg- Elekrrizitäts-Ges 1410,- 1375,— 1360,- Berainann 1300,— 1350,— 1225,— Scbuckerl 2425,- 2400,- -,- Siemens & Halske. . . —,— 3300,— 3500»— 19. Ist Adlerwerke ffleuer. . . 800,— 800,— 900,— —,— Daimler Motoren. . . . 800,— 800,— —,— —,— veoligensiaedt......1480— 1480— —,— —,— Meauin 2400,- 21 Ist- 2250,- Metallges. f^ranffnrt. . 2925.- 2925,- —,— —,— Lchubsabrik Herz.... 700,— 750,— ——,— Sichst............ 1100,- -,- -,— Zellstoff Waldhos .... 1550,- 1500- 1500,— — Zuckersabr.ftrankenlhal 2o00,— 2400,— —,— — Zuckersadrtf Wag rnulel 2OOO,— 24OO— —,— —,— Frankfurter Devisenmarkt. (Telegraphische Auszahlung.) Amtliche Notierungen. Datum: 18. Oktober 19. Oktober Geld Brief Geld Brief Antw.'Brllsiel . 20079,90 20120.10 21978,- 22022,- Holland 112678,20112912^)126173,7012642030 London 12837,10 12862.M 14410,50 144:39.50 Pari» 21565,90 Schwei, 53146,80 Spanien 44155^0 Italien 12212,70 Lisjabon-Oporto —,— Dänemark.... 57942,— Norwegen .... 52947,— Schweden .... 77822,60 HelfinaforS. . . . —,— Nennork 2889,60 Denlsch-Oesterr. 3,98 Bnbapejt 110,88 Prag 9415,50 Sofia —>— 21609,10 2:3696,20 23743^0 53253.20 58641,30 58757,70 44244.20 48951,- 49049,- 12237,30 13436,50 13463.50 58058,- 642X>'70 64361',30 53053,- 57642,:30 57757,70 77477,40 85414,50 85585,50 289540 317L80 3178',20 4,06 4,16 4,26 111,12 130,86 131,14 9434,50 10589,40 10610,60 Märkte. Derliner Produktenmarkt. D e r l i n, 19. Oft. Die erneute Devisenhaasse und der Mangel an inländischem Angebot aus den Erzeugerkreisen bewirkte heute eine weiter erhebliche Steigerung der Getreidepreise. Weizen notierte in prompter Ware ab Station wesentlich höher, unb auch für Ciflieserung, frei Hamburg ober (Bremen bestand viel Nachfrage. Letzteres gilt auch für Roggen, namentlich für November. In Gerste bleibt bas Angebot sehr knapp, unb Hafer ist trotz höherer Gebote bei geringerer Konsumnachfrage nur knapp erhältlich. Das knappe Angebot erklätt man sich in Händler- figem Gelänbe gebaut unb bei äleberschwemmun- gen waren diese Erdrutsche unvermeidlich. Man hatte schon früher davon gehört, aber doch nicht damit gerechnet, dah der Doden so leicht nachgab. Diese Dodenbeschaffenhett machte Ernst die größte Sorge. Er konnte es daher unmöglich so tragisch nehmen, baß ihm Grete unter Tränen verkündete, baß die Köchin mitten im Monat gekündigt hatte, „ilnfer Emma geht! Es will mit einer Kuchauswanze nach (Belgien, denk nur!“ Ereignisse, die in das Wirtschaftsleben einschnitten, nahm Grete immer sehr ernst, denn sie brachten UnbequemlichkeiteTr. Das Whist kränzchen tagte heute bei Fräulein Schmidt. Die Silbcreisen, eine hagere blitzsaubere Servierfrau, welche im Nebenamt 'Büglerin war, hals den Damen im geheizten Schlafzimmer oblegen Unb da alle fast gleichzeitig kamen, füllte Fräulein Schmidts Schlafzlmnier ein fröhliches Stimmendurcheinander. * Die behäbige Frau Sanitätsrat Oft ermann, die blonde Frau Iustizrat Huppert, Frau Oberbaurat Lengenich vertraten die (Beamtenschaft. Die verwitwete Frau Pistottus führte eine Fa- milicnpension in ber Rheinstrahe, aber keine .Pension Metropole“, in die man mit zugelegten Grasentiteln segelte, sondern ein blankes, gut bürgerliches Haus mit rheinischer Küche und einem Haushalt, der wie am Schnürchen lief — Fräulein Rettig, eine reiche Rentnerin, die »auch bet der Unverzagt arbeiten lieb“, nahm ihrer scharfen Zunge wegen eine führende Stellung im Whistkränzchen ein. Sie gehörte zu den regelmäßigen Kur Hausbesucherinnen, die fein Nach- mittagskonzett versäumen, hätte sich aber sehr verbeten, etwa zu der Kolonne der Cellotante ge- kreisen auber mit der Zurückhaltung mit dem sich für Getreide- unb KattoffeltranSpotte wieder stärker bemerkbar machenden Wagenmangel bei der Eisenbahn. Weizen, märkischen 7500 bis 7700 Mk. (steigend), Roggen, märkischen 6600 bis 6900 Wk (steigend), Wintergerste 7000—7150 Mk. (steigend), Haser, mättischen 6800—6950 Mk pommerschen 7600—7700 Ml., schlesischen 7660 biS 7600 Mk. (steigend). Mais, loco (Berlin 7100 bis 7200 Mk. (steigend), Waggon frei Hamburg 7300—7350 Mk.. Weizenmehl (100 Kg.) 19 000 bis 20 000 Mk. (steigend), Roggenmehl (100 Kg.) 17 500—18 200 Mk. (steigend), Weizenkleic 3600 bis 3650 Mk. (steigend), Roggenlleie 3600—3650 Mark (steigend). Rap- 8200—8500 Mk (steigend). Viktoriaerbsen 11 000 Mk., kleine Erbsen 10 000 Mark, Rapskuchen 4000—4200 Mk.. Trocken- schnitzel 3300- 3500 Mk. Rauhsutter: Weizen- unb Roggenstroh, dvahtgeb. 1375—1450 Mk., Haserstroo. draht gepreßt 1375—1450 Mk.. Stroh strvhseilgebündelt 1375—1450 Mk.. Wiesenbeu gut, gesund und trocken. Vormahd 850—900 Mk.. Nachmahd 750—850 Mk. Frankfurter Schweine- und Kleindiehmartt. Frankfurt a. M.. 19. Oft. (Amtlich) Marktverlauf: In allen Viehgattungen langsamer Handel: Schweine nicht geräumt. Im einzelnen ist zu bemerken: Ansgettteben waren 506 Kälber. 679 Schafe unb 318 Schweine. An Preisen wurden angelegt per Zentner Lebendgewicht: Kälber. beste Qualitäten. 14 500—16 000 Mk., mittlere Qualitäten 13 000—14 400 Mk., geringe Qualitäten 11 500-12 800 Mk., Schafe 6500-11 500 Matt, Schweine unter 80 Kilo 20 000—26 000 Matt, von 80-100 Kilo 28 000-30 000 Mk.. von 100—120 Kilo 29 000-31 000 Mk., von 120 bis 150 Kilo 29 000—31 000 Mk.. Fettschweine über 150 Kilo 29 000 -31 000 Mk., Sauen und Eber 24 000—28 000 Mk. Außerdem wurden 55 Rinder ohne amtliche Preisnotierung gehandell Die Preise liegen um soviel über den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste. Spesen unb Händlergewinn in sich schließen. (In einem Teil der Auslage wiederholt.) Die englische Kabinettskrise. London, 19. Oft. (WTD.) Die an den Vollzugsausschuß des Nationalen unlonistlschen Verbandes ergangenen Weisungen, unverzüglich eine Kommission einzuberufen, wird von den Dlättern als eine Auflehnung des konservativen Führers Vounger unb seiner Kolleg en gegen Chamberlain und die Koalition sowie als ein Zeichen dafür angesehen, daß sie nicht bereit sind, die für heute zu erwartende Entscheidung ber konservativen Zusammenkunft im Carlton-Klub anzunehmen. Auf dieser Zusammenkunft wird ber Forderung Chamberlains nach einem Vertrauensvotum, wie man erwartet, von dem Präsidenteir des Handelsamtes (Baldwin der Antrag entgegengestellt werden, die Erörterungen zu vertagen, bis die einberufene Konferenz des Natw- nalen unionistischen Verbandes ihre Entscheidung getroffen hat. Churchill erkrankt. London. 19. Okt. (WTD.) Churchill hat sich gestern abend einer erfolgreichen Blindbar m o p e rat l on unterzogen. Gin englischer Protest bei der amerikanischen Negierung. Washington, 19. Oft (WTD.) Im Staatsbepattement ist ein P r o t e st E n gl a n b S gegen die Maßnahmen überreicht worden, die gegen britische Schiffe von amerikanischen Beamten außerhalb der amerikanischen territorialen Gewässer unternommen worden sind, um den Schmuagel von alkoholischen Getränken zu verhindern. Aufhebung griechischer Gesandtschaften. Athen, 19. Oft. (WTD.) Die griechische Regierung hat beschlossen, aus Gründen der Spar famteit die griechischen Gesandtschaften in (Berlin, Wien, Madrid. Tokio, Peters bürg, Kopenhagen. Chrlstiania, Brüssel, dem Haag. Stockholm. Warschau und Durazzo aufzu- heben. Zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten. Berlin, 18. Oft. (WTD.) Im Reichs- tagSauSschuß für DevölkerungSpolittk wurde der Gefetzenttourf zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten behandelt. §2 wurde in folgender Fassung angenommen: Wer an einer mit Ansteckungsgefahr verbundenen Geschlechtskrankheit leidet, die er weiß, oder den Umständen nach annehmen muß, hat die Pflicht, sich von einem für das Deutsch« Reich approbierten Arzte behandeln zu lassen. Eltern, Vormünder und sonstige Erziehungsberechtigte sind verpflichtet, für die ärztliche Behandlung ihrer geschlechtükranken Pflegebefohlenen zu sorgen. rechnet zu werden. Sie unb die Pistorius vertraten bie gediegene rheinische Bürgerschaft, die Generalin und die Majorin dagegen die „Gesellschaft“ Rheinaus. Frau von Herwegh hatte aber deshalb doch der Rettig den Platz auf dem grünen Ripssofa neben der Generalin überlassen. Sie legte keinen Wett auf Ehrungen und plauderte lieber, mit wem sie gerade Lust hatte. Tante Betty umgab immer noch etwas nordische Eisluft. Werm etaxis in dielem Kreis geschehen war. das geheim bleiben sollte, pflegte jeder, der zu dem Whistkränzchen gehötte, zu sagen: ^Erzählt eS um Gottes willen nicht im Kränzchen.“ Die Rheinauer Damen waren begelstette Hessen-Nassauerinnen, nicht zu verwechseln mit Hessen-Darmstädterinnen ober Kasselanerinnen. das war toid>ev »ganz waS anderes“. Die gingen sie gar Lichts an. Obwohl dieses Land unter Preußens Herrschaft groß geworden unb feinen Aufschwung erlebt hatte, betonten sie doch bet politischen Unterhaltungen stets bie Mußpreuhln- nen, die sie seit 1867 waren. Alle waren wohlhabend, ließen alle Endsilben aus, unb es ging unter ihnen immer sehr vergnügt und etwas geräuschvoll zu, denn die meisten famrten sich noch von ber Schule her. Da für Liane Whistkränzchen nicht existietten, so ignorierte bieses natürlich auch Qiane. Für die Whist kamen hatte Frau von Hettvegh nur Söhne. „Die gute Frau Major" war gewiß keine Erzieherin. Die war nur darauf bedacht, ihren Kindern ein Heim zu bereiten, in dem sie sich wohlsühlten wie in einem warmen Rest. .Aber es war doch nicht das Richtige.“ (Fortsetzung folgt.) llk.2 Lrsch^, so»;*' nitderS- eirhe^ sro"A O.l02- MF erlch-""' iritm 1 ®e®alL Snlchlüs Itiiung »nd 6 richtrn: P<> JtOflüH Weg-SWM 6Mlltl G.M.S.S, SrilklMß 31 Betlimtoit »mlMMeii con M Bit 3n allen unseren Abteilungen, in Herrenstiefeln, Tourenstiefeln Damenstiefeln, Kinderstiefeln Fußballstiefeln, Arbeiterfchuhen Halbschuhe:: und Winterschuhen für Herren, \nnen un> Kinder haben wir noch u -erreicht einige Preise. Wir raten ictermatm, sofort seinen Bedarf zu decken. Die Preise steigen täglich. Heute schon verlangen die Fabrikanten unerschwingliche Preise, worauf wir unsere Kundschaft immer wieder aufmerksam machen müssen. Ml-SWmW Mild 6.I.I.6.. SlIlmiM 31 CMes SAM in Jrnntfnrt o. M., GewrlMl IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIUIIIIIIIIIIII VicWicker- Scrtin kicßtfl d. llmüfflcnö. Am Sonntag, dem 22. d. MtS., nachmittags 3 Ubr, findet im Hotel Fet- ienkeller eine Versmiiillliig statt. Wegen der Wich- tigkett der Tagesordnung ist vollzählige- Erscheinen nötig. 09767 Der Vorstand, iiiiiiiimmiiiiiiiiiiiiiiiiiiini PiiNtmagcit Jet Puppen- Küche zu kaufen gesucht. Schr. Ang. u. 09756 an den Gieß. Anz. Trauung: Sonntag, 22. Oktober, l1/, llhr, Synagoge Südanlage. ann 1 .Arbeitnehmer, denen gewahtt wird: a) volle Verpflegung einschl. Wohnung,Heizung und Beleuchtung . . . b) nur volle Verpflegung . . . c) nur Wohnung u. Beleuchtung 2. Arbeitnehmer, denen nur eine teilweise Verpflegung gewährt wird: a) 1. Frühstück . b) 2. Frühstück . c) Mittagessen . d) Vesperbrot . c) Abendessen. . goBfomoerelnWennnö Bmoegenö e. G. m. ö. 9. Sonntag, 29. Oktober, nachm. 3 Uhr, im Saale des Gewerkschaftshauses: Ordentliche 6tnerolotr|ammlooo Tagesordnung: 1. Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr a) des Vorstandes b) des Aufsichtsrates; 2. Genehmigung der Bilanz und De- schlußfaffung über die Detteilung der (Erübrigung; 3. Ersatzwahl für den Vorstand; 4. Ersatzwahl für den Aussichtsrat; 5. Anträge. Für den Auffichtsrat: 3.A.: Fr. Detters. “"c a BI» elnechlleBL Sonntag: g Unser 2 9 gemeinschaftlicher •• Freund (1. Teil) •• Drama in 6 Akten. •OrtpNIetoppthe J Außerdem als Extraeinlage: M tiawteplel Ren 6 Olfen, der in A ä zahlreichen großstädtischen Zei- X v tungskrltiken als der d ® beste Tänzer der Welt • Bekanntmachung. 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