Mittwoch, 20. September 1922 Druck und Verlag: Srühl'sche Univ.-Vuch- und öteindruckerei H. Lange. Schristlettung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstrahe 7. Die englische Taktik im Osten beider früh Die Verhandlungen mit Belgien. Großbritanniens bei jedem Schritte, der unternommen würde, anzuschließen, und daß sie bereit sei, ein Kontingent zu entsenden. Massey fügte hinzu, er Hofe jedoch, daß der Krieg vermieden wird. Aber wenn der Friede auftecht erhalten werden soll, müsse den gegenwärtigen Schwierigkeiten energisch und ohne Verzug entgegengetteten werden. London,18. Sept. (Wolff.) Reuter meldet aus Melbourne: Premierminister Hug- Annayme von ^nze-geil für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit, -reis für 1 mm höhe für Anzeigern). 27 mm Breite örtlich 300 Pf., auswärts 400 Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite1200Pf. Bei Platzvorschrift 20 °/o Aufschlag Hauptschriftleiter: Ang. Goetz. Verantwortlich für Politik: Ang. Goetz: für den übrigen Teil' Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Heutiger Stand des Dollars 10 älhr vormittags: Berlin 1425, Frankfurt a. M. 1400 ^^a 20. Sept. (WTD.) Der Berichterstatter des „OHatin" hatte eine Unterredung tie der Reichsbank für die Schahbonds ausreichend erscheine. Die Frage des Wertes der Papiere sei eine rem technische Frage, aber die Techniker seien sich über den Wert dieser Purere einig Der beste Beweis dafür fet, daß Belgien sie schleunigst diskontreren lassen werde. Aus die Frage, ob Delgten an den Besprechungen H a v e n st e i n s in London beteiligt gewesen sei und ob dies nicht eine Rückwirkung auf die künftige Entscheidung der Repa- rationskvmmission 'fyaben werde, erklärte Thcums: „3n keiner Weise. Wir haben den Verhandlungen in London ferngestanden Wir werden von Deutschland Bo^ds im Einttang mit den Entscheidungen der Repara- tions'kommission erhalten. Die Reparationskommission wird von dieser Tatsache Akt nehmen Das ist alles." Die Kohlenlicferungen an die Entente. Berlin, 19. Sept. Die Kohlenlieferungen an die Entente, die von der Reparationskommission ab 1. August zunächst auf 1 725 000 Tonnen monatlich festgesetzt worden waren, sind nach einer Meldung des „Lok.-Anz." aus Essen schließlich für August bis Okwber auf monatlich 1610 000 Tonnen vermindert worden. Nr. 221 Erscheint inglich, außer Sonn» unb Feiertags, mit berSomstagsbeilage: GießenerFamilien blätter Monatlichevszuospreise: Mk. 75. - unb MK.5.- Lrägerlohn,durch biePost Mk. 75. -, auch beiNicht- erscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech- Anschlüsse: für bie Schriftleitung 112; für Verlag unb Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe». poftschectkonw: Frankfurt a. HL 11686. London, 19. Sept. (Wolfs.) Reuter erfährt von maßgebender englischer Seite, es sei keine Rede davon, daß die britische Regierung irgend etwas unternehmen werde, was auf einen neuen Krieg hinauskomme, oder daß sie neue Operationen zu Lande oder zu Wasser plane. Cs handle sich nicht darum, daß die Alliierten seit einiger Zeit in den neutralen Zonen um den Bosporus und die Dardanellen herum Trrppen hätten. Diese französischen, englischen und italienischen Truppen schützten die Ausführung der Verpflichtungen aus dem Vertrage von Sevres. Die Frage, um die es sich handele, sei lediglich der Schuh dieser Streitkräfte gegen jede mögliche Gefahr und nicht Krieg gegen Irgend jemand. Kemal Pascha sei davon benachrichtigt, daß er diese Zone nicht verletzen dürfe und welche Folgen eine Verletzung nach sich ziehen würde. London, 19. Sept. (Wolff.) Infolge der Entwicklung der Ereignisse im nahen Osten ist es möglich, daß Lloyd George sich nicht nach Genf zu den Völkerbundsverhandlungen begibt. Sir Edward Grigg ist von Genf wieder zurüügekehrt, hat aber dem Ministerpräsiteitten noch keinen Bericht erstattet. Der serbische das Blatt heftige Angriffe gegen die Regierung, insbesondere gegen Lloyd George. Es fragt, wie die Regierung es wagen könne, England in einen neuen kostspieligen und der- I hängnisvollen Krieg zu verwickeln, ohne erst das Parlament zu befragen. Lloyd George spiele mit den patriotischen Regungen der Dominions, die von ihm zum Rarren g e b al - ten würden. Die Dominions kennten Lloyd G^ orge nicht so gut, wie man ihn in Englarld kenne, sie sollten nicht einen einzigen Mann und sticht ein einziges Geschütz nach der Türkei senden. Die britische Ration, die entschlossen sei, diesem Kriege Einhalt zu tun, wünsche nicht, daß ein einziger Dominionsoldat sein Leben lasse, damit Churchill ein neues Gallipoli machen könne. — Lloyd George sehe seine Orientpolitik in Trümmern, er habe alle, einen nach dem anderen, verraten und Griechenland ruiniert. Die britischen Kaufleute in Smyrna erklärten, sie seien durch die britischen Schuhversprechungen getäuscht worden und seien jeht völlig mittellos. Zu einer Zeit, wo die Steuern den Handel und die Industrie lahmlegten, habe der Premierminister versucht, der Ration neue Lasten aufzubürden. Wie lange sei eine solche Mihregie- rung noch zu ertragen? „Daily C h r o n i c l e" schreibt, zu den Versuchen eines Teiles der britischen Presse, zur Zett einer auswärtigen Krisis die Ration zu spalten und durch eine illoyale und unaufrichtige Demagogie über einen neuen Krieg ihre Ziele zu verwirren sowie ihren Willen zu schwächen, sei zu sagen: Die Regierung juche keinen neuen Krieg, sie spanne im Gegenteil jeden Rerv an, um den Krieg zu vermeiden. Im nahen Osten leide gegenwärtig ein wichtiges britisches Interesse, die Freiheit der Meerengen. Der Türkei dem korrupten, schwachen, intriguieren- den und ungetreuen Torhüter dürsten die Schlüssel zu diesem höchst wichtigen internationalen Tor nicht mehr anvertraut werden. Weiter wird gesagt, Großbritannien sei berechtigt anzunehmen, daß die Alliierten an jeder Aktion teilnehmen würden, die notwendig sei, um die Meerengen zu verteidigen. Erörterung des Reparations- Problems in der Völkerbunds- Versammlung. Genf, 19. Sept. (WTD.) Am Ende der heutigen 2ll>enbsihung des Abrüstungsausschusses wurde plötzlich unter größter Aufmerksamkeit aller Teilnehmer die 2tebara = tionsfrage zur Debatte gestellt. Lord R o - bert Cecil verlas ausführlich den Antrag, der als Voraussetzung für die Abrüstung, die Lösung der Reparationsfrage, die Frage der interalliierten Schulden, wie überhaupt der schweren Wirtschaftskrise, die Deutschland und die ganze Welt bedroht, bezeichnet. Unter größter Spannung aller Delegierten erklärte de I o u - venel, daß Frankreich mit einer Aussprache über diesen Punkt einver standen sei und daß die französische Delegation bereits bestimmte Vorschläge ausgearbeitet hat. Damit den anderen Delegationen Zeit zur Stellungnahme bleibe, beantrage er,_ daß erst in der nächsten Sitzung die Debatte eröffnet werde. Weniger als irgendein anderes Volk habe das französische Anlaß, in diesem Falle eine negative Antwort zu geben. Schon bei meinem ersten Auftreten hier, sagte de Iouvenel, wies ich darauf bin, daß wir nur zu einem Ergebnis in der Abrüstungsfrage kommen können, wenn die S3än- der, die im Kriege einig waren, auch im Frieden einig bleiben. Der militärische Friede könne nur die Folge der moralischen Abrüstung sein, wie schon früher Roblemaire sagte, die Folge des intellektuellen Friedens. Wenn man zu einer Konsolidierung des Friedens gelangen will, müssen die Folgen des Weltkrieges liquidiert sein. Fisher-England dankte de Iouvenel und stellte eingehende Prüfung seiner Vorschläge in Aussicht. Rachdem P o u l l e t - Belgien auf das besondere Interesse, das sein Land an der Lösung der Reparationsfrage habe, hingewiesen hatte, ging unter lebhaften Kundgebungen der Delegierten, der Pressevertreter und des Publikums der Ausschuß auseinander. Seit gestern abend liefen hier schon Gerüchte um, daß die heutige Sitzung bedeutsame Erllärungen bringen werde. Der Antrag Lord I Robert Cecils war nach allem, was man hört, nach I vorherigen eingehenden Besprechungen mit de ■ I Iouvenel-Frankreich formuliert worden, tote auch die französische Delegation erst nach langen Beratungen mit der Pariser Regierung an die Ausarbeitung ihrer Vorschläge herantrat. Die Ausführungen, die heule Lord Robert Cecil in Ergänzung der Vorschläge der Ab- rüstungstvmmission machte, betonten im wesentlichen folgendes: Die Länder, die nicht am Kriege teilgenommen haben, die nicht am Problem der interalliierten Schulden interessiert sind, weder als Schuldner noch als Gläubiger, leiden ebenfalls an einer ernsthaften wirtschaftlichen Krise. Sie haben keine Absatzgebiete mehr, ihre Industrien sind zum Stillstand veranlaßt und ihre Arbeiter arbeitslos. Sie haben infolgedessen ein Lebensinteresse an einer schnellen Lösung des Problems. Lord Robert Cecil fügte hinzu, daß es nicht die Sache des Abrüstungsausschusses sei, genauere Maßnahmen vorzuschlagen, daß die einen der Ansicht sind, die Initiative müsse vom Rat der alliierten Mächte ausgehen, daß andere ihr ganzes 03ertrauen auf die Reparationen setzen, andere aber einen besonderen Sachver- standigenausschutz oder ein Finanzkomitee mit der Ausarbeitung von Vorschlägen betrauen müssen. Eine andere Auffassung endlich gehe dahin, daß nur eine internationale Konferenz der Ministerpräsidenten genug Autorität hätte, um eine so ernste Frage zu lösen. Aber, so fuhr Lord Robert Cecil fort, welches auch der Organismus fein wird, den man mit dem Problem betraut, es ist umnöglich, eine befriedigende Lösung zu erzielen, wenn nicht gewisse Vorbedingungen erfüllt sind. In erster Linie muß man den ganzen Komplex der Fragen aufgreifen, die interalliiert en Schul» Die Reise Lord Curzons nach Paris. Paris, 19. Sept. (WTD.) Der ..Temps" begrüßt es, das Lord Curzon nach Poris ' kommt und hofft, das seine Besprechungen mit P oincare dazu beitragen werden, die Mißverständnisse völlig zu zerstteuen, die durch die offiziöse englische Rote verursacht worden seien. Die Entschließung Lord Curzons sei ein ersichtlicher Beweis des Wunsches nach Verständigung | seitens Großbritanniens, und die Atmosphäre i werde dadurch zweifellos für eine wahrhaft ge- । sunde diplomatische Aktion günstig werden. Am ! guten Willen Frankreichs werde es nicht seh- ' len, um eine vollkommene Liebereinstimmung ter i Ententemächte zu verwirklichen, die der „Temps", wie er meint, immer als unerläßlich für eine befriedigende Regelung ter Fragen im Orient erachtet habe, eine Regelung, welche in loyaler Weise die Interessen aller wahre. Der Völkerbund und die Flüchtlinge von Smyrna. Genf, 19. Sept. (Wolff.) Der gestern im 5. Ausschuß angenommene und bereits mitgeteilte Entschließungsentwurf vom ersten Teile des Ran- senschen Vorschlages, betreffend die Hilfsaktion zugunsten der S m h r n a f l ü ch t l i n g e, wurde heute von ter Völker bundsversammlang genehmigt, nachdem ter Berichterstatter Aguero-Kuba. Hänfen, den die Versammlung mit lebhaftem Beifall begrüßte, und ter Führer ter griechischen Delegation Streit nachdrücklich im Ramen der Menschlichkeit für den Antrag eingetreten waren. .Die ersten Kosten für das Hilfs- Werk sollen vorläufig auf den Dispositionsfonds gesetzt werten. Im übrigen rechnen die Antragsteller auf die mildtätige Unterstützung von Regic- rungen und privaten Organisationen aller Länder, mich solcher, die nicht Mitgliedstaaten des I Völkerbundes sind. Genf. 19. Sept. (Wolfs.) Die persische Völkerbundsdelegation ersucht auf QLn- tra g des hier weilenden Vertreters der türkischen Rationalversammlung. Meh.mrd Hilmy Bey den Völlerbund, angesichts ter unerhörten Anschuldigungen gegen die Türkei eine U n t er- suchungskommission für die jüngsten Vorgänge in Kleinasien zu entsenden. Metze,neo Humy Bey protesttert in einer Mitteilung an die Presse gegen die Anschuldigung, daß die Türken Smyrna angezündet 'hätten und ernart, daß die Griechen die Brandstifter seien. kehren. Die Türkei lehnt den Vorschlag | einer Konferenz ab. Neuyvrk, 20. Sept. (WTD.) „Associated Preß" meldet aus Konstantinopel: Der nationalistische Vertreter in Kon - | stantinvpel hat den britischen Oberkorn- missar benachrichtigt, daß die Regierung von Angora auf Grund eines mit Sowjetruhland und der Ukraine geschlossenen Vertrages nichtinderLage sei, die Einladung der Mächte zu einer Konferenz anzunehmen, die sich ausschließlich auf die Erörterung der Frage der Dardanel- l e n beschränken würde, sofern nicht Vertreter Svwjetruhlands und der Ukraine gleichfalls an der Konferenz teilnehmen. Ein gemeinsames Vorgehen der alliierten Oberkommifsarc. Paris, 19. Sept. (WTD.) Rach einer Havasmeldung aus Konstantinopel haben die ersten Dragomane ter alliierten Oberkommissare dem Vcrtteter ter Angoraregierung in Konstantinopel eine Rote mit der Ditte übermittelt, sie dringlich an die Angoraregierung weiterzuleiten. In ter Rote wird erklärt, daß England, Frankreich und Italien es als wünschenswert ansehen, ohne Präjudiz für die zukünftigen Abmachungen des Frietensver- traget, daß die Neutralität ter gegenwärtig von ten Alliierten in ter Gegend von Konstantinopel besetzten Zone und die Reuttalität der Meerengen , ausrechterhalten wird. Türkischer Vormarsch. Konstantinopel, 20. Sept. (WTD.) In der Llmgegend der Stadt D i g a h sind die Vorhuten der türkischen Kavallerie eingettoffen. Erörterungen in der englischen Presse. Erster Blatt 172. Jahrgang GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Brüssel, 19. Sept. (WTD) Wie die gische Telegraphen-Agentur meldet, hat deutsche Botschafter Landsberg heute 10 Llhr dem Minister des Aeußem mitgetcilt, daß die Reichsbank nunmehr bereit fei, die sechsmonatigen Wechsel im Gesamtbeträge von 270 Millionen Goldmark, fällig vom 15. 2. bis 15. 6. 1923, unter Verzicht auf die zunächst verlangte Verlängerung auf 12 und 18 Monate, zu unterzeichnen. Unter diesen ilmftänten saßt die belgische Regierung eine gütliche Lösung der strittigen Frage ins Auge auf den Grundlagen, die die belgischen Delegierten in Berlin auf- London, 19. Sept. (WTD.) Die „Daily Usch e n'°P a?l a m?n t s. °2m ÄtarE rt£tS der Sm Älärtc. Baß Bit M hes kabelte an Sir James Cook, den Hauptdelegierten Australiens beim Völkerbund, und ersuchte ihn, den Stteit über den Rahen Osten vor den Völkerbund zu bringen, um den Frieden sicherzustellen. Rach einer weiteren Meldung aus Melbourne erwartet man, daß alle Minister in dem morgen stattfindenden Ministerrat zugegen sein werden. Eine Blät- termeldung aus Sydney berichtet, daß das australische Parlament am Dienstag den Vorschlag bekräftigen werde, ein australisches Kontingent, wenn nötig, nach den Dardanellen serbische I 5U entsenden. Die'einzige Opposition werde | Außenminister, ter gestern in Paris war. MenS der Arbeiterpartei kvmn^n, die ein , soll heute nach London kommen. Er wird zuerst Drittel des Hauses ausmache. — General Mo- Lord Curzon und bann wahrscheinlich auch Lloyd nash erklärte, eineDrigade werden in drei George sprechen. bis vier Wochen zur Einschiffung be - London, 19. Sept. Wie Reuter von zu- reit stehen können. Die Liga der heimgekehr- fiänbiger Seite erfährt, wurde Kemal Pascha ten Soldaten gab ihre Bereitschaft kund, die mitgeteilt, daß, wenn er die neutralen Regierung voll und ganz zu unterstützen. Der 5o**€ verlehe, es nicht zum Vorsitzende der Zweigstelle Reusüdwales der aber, dann werde man entweder zurückweichen Liga erklärte. Unsere Toten'sind auf Gallipott ober Widerstand leisten und sich schlagen müssen, beerdigt; wir werden den Doden neutral Hal- Obgleich kein endgültiges Anzeichen über seine ten. Von allen Setten kontmen Gesuche um künftige Haltung vorliege, sei jetzt bekannt ge- Einstellung in das Heer. worden, daß er kurz nach feiner Ankunft in London, 19. Sept. (Wolff.) Reuter er- Smyma ter britischen Regierung mitgeteUt habe, aus Ottawa, daß wahrscheinlich eine daß er sich nicht als im Kriegszustände Sondersitzung des Parlaments einberufen wird, um sich mit dem Ersuchen der Regierung SÄ'«Är1des Britische« Deiches um Entsendung Regelung ter Beziehungen ter Alliierten mit von Truppen in den nahen Osten zu be- Muslapte Kemal sei niemals erfolgt Die Mit- fassen. teilung vom Samstag habe länglich ten wes«tt- Einberufung des englischen licken Faktoren der politischen und militärischen ORnrlnttienta *8 Lage und die im Hinblick auf eine etwaige Der- ^anamems . lehung der neutralen Zone bereits ergangenen Lvndon, 20. Sept. (WTD.) Einer Blat- Warnungen und Absichten derjenigen termeldung zufolge wird für den Fall, daß kundgegeben, die mtt ter Ausführung ter Ver- Frankreich und Italien beschließen, keinen Antragsbestimmungen betraut sind. teil an der Verteidigung der neutra- Eine Erklärung an Frankreich. len Zone im Falle eines Angriffes zu neh- L o n dd v n. 20. Sept. (WTB.) Reuter er- men, das Parlament unverzüglich einberufen f Parationszahlungen in bar erfolgen sollen, die Betrage augenblicklich nur auf Grund einer internationalen Anleihe aufgebracht werden. Schließlich ist es wesentÜch, dah die Lösung nicht verzögert wird, denn alle Sachverständigen sind sich darin einig, dah jetzt die Minuten gezählt sind, wenn man Europa vordem finanziellen Zusammenbruch retten will. * Die Levantefrage. Paris, 20. Sept. (WTB.) Wie die Morgenblätter aus Genf melden, haben die Vertreter von Großbritannien, Frankreich und Italien sich in formellster Weise dem widersetzt, daß die Levante frage auf die Tagesordnung der Dölkerbuno-Versarnrnlung gesetzt wird. Belgische Uebergriffe. Berlin, 19. Sept. (Wolff.) Wegen Ermordung des belgischen Offiziers Graff sind gestern morgen in Hamborn der Oberstwachtmeister Christen und sieben andere Personen, darunter Angehörige der Schutzpolizei, verhaftet worden. Der Oberbürgermeister von Hamborn ist, wie den Zeitungen mitgeteilt wird, sofort vorstellig geworden, dah er eine Verantwortung für die Sicherheit der Stadt nicht übernehmen könne, wenn ihm maßgebende Persönlichkeiten aus der Polizei weggenommen würden. Der Einspruch blieb bisher ohne Erfolg. Der Flugdienst London—Berlin. Berlin, 20. Sept. Gestern nachmittag gegen 3 Ahr ist das erste Verkehrsflugzeug London—Berlin auf dem Flugplatz Staaken gelandet. Der Bürgerkrieg in Irland. Dublin, 20. Sept. (WTD.) Der Bürgerkrieg in Irland dauert in unverminderter Heftigkeit an. Das Zentrum der Operationen befindet sich jetzt im gebirgigen Teil von West-Irland. Der sozialdemokratische Parteitag. Augsburg, 19. Sept. (WTD.) Der sozialdemokratischeParteitag hat den Antrag Löbe auf Einsetzung eines Ausschusses für die Neugliederung des Reiches angenommen, desgleichen einen Antrag zur energischen Bekämpfung des Wuchers. Nach dem angenommenen Antrag Wegscheider wird die Reichstags- sraktivn verpflichtet, dem Reichsschulgesetz nach Art. 146 der Reichsverfassung nur im Sinne der ehrlichen Durchführung der Reichsverfassung nach Entstehung und Wortlaut des Artikels zuzustimmen, aber auch die schleunige Verabschiedung eines solchen Gesetzes oder Notgesehes für die Schaffung weltlicher Schulen mit allen Kräften zu fördern. Die Reichstagssraktion uird di: Landtagsfraktionen, besonders die preußische, werden wfrter verpflichtet, mit allen Mitteln für die Durchführung der in der Reichsverfassung geforderten Neuordnung der Lehrerbildung zu ro-teten. Der sozialdemokratische Parteitag hat einen Antrag angenommen, der das Verhalten solcher Genossen bedauert, die gegen den Achtstundentag sprechen oder schreien, ferner einen Antrag zum Fall L e n s ch, wonach die Mitarbeit an reaktionären Zeitungen mit der Parteimitgliedschaft unvereinbar ist. Die Anträge auf Anschluß von Kriegervereinzmitgtiedern wurden abgelehnt. Angenommen wurde noch ein Antrag des Parteivorstandes, der von den Parlamenten der Einzelländer sowie von der Reichstagfraktion fordert, jedes parlamentarisch: Mittel zu benutzen, um die Schutzpolizei zu einem zuverläss gen Instrument der verfassungsmäßigen republikanischen Regierung zu machen. In der Dachmittagssitzung erstattete Abg. Vogel- Nürnberg den Bericht der Reichstagssraktion, woran sich eine lebhafte Aussprache schloß. Aus dem Reiche. Die Not der Presse. Halle, 19. Sept. (Wvlff.) Die außerordentliche Mitgliederversammlung des Vereins deutscher Zeitungsverleger, Kreis Mitteldeutschland, erörterte die Maßnahmen gegen den völligen Untergang der Presse, nämlich die Zusammenlegung der Zeitungen zu Notgemeinschaften, weitere Einschränkungen im Teft, Umfang und in der Erscheinungsweise die zeitgemäße Festsetzung der Bezugs- und Inseratenpreise, Arbeitgeberfragen sowie innere Angelegenheiten des Vereins. Eine einstimmig angenommene Entschließung ersucht um ballrigste wirksame Maßnahmen zur Rettung des Zeitungswesens vor.dem völligen Untergang und fordert die Bereitstellung billigen Papierholzes. Die Geschäftsstelle des Vereins wird am 1. Oktober von Erfurt nach Halle verlegt. Die „Tägliche Rundschau" geht ein. Berlin, 17. Sept. Die beiden leitenden Redakteure der „Täglichen Rundschau", Hus- song und Dr. Schultze-Pfälzer, sind beim Verlag August Scherl eingetteten. Die „Tägliche Rundschau" wird ihr Erscheinen einstellen. Der Staatsgerichtshof. Leipzig, 19. Sept. (Wolff.) Der Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik ist heute vormittag zur ersten öffentlichen Sitzung zu arnmengetreten. Der Vorsitzende, SenatSpräftüent Dr. Hagen, eröffnete die Sitzung, indem er die Hoffnung aus- sprach, daß die Arbeit des Staatsgerichtshofes dem deutschen Dolle und dem ganzen Vaterland zum Segen gereichen und daß der StaatSgerichtshvf sich das Derttauen des deutschen Volkes erwerben werde. Was an den Mitgliedern liege, um dieses Ziel zu erreichen, solle geschehen. Hierauf erfolgte die Vereidigung der Mitglieder des Staatsgerichtshofes. Damit war die öffentliche Sitzung beendet, und es wurden sodann in geheimer Sitzung Verwaltungssachen beraten. Der Zeitpunkt der nächsten öffentlichen Sitzung ist noch nicht festgesetzt. Zum Rathenau-Prozctz. Berlin, 19. Sept. Zum Rathenau- Prozeß melden die Blätter aus Leipzig, daß die der Begünstigung zum Mord angeklagten Garagenbesitzer Schütt und Diester gegen eine Kaution von 1 000 000 bzw. 1 300 000 Mark vom Staatsgerichtshof aus der Haft entlassen worden seien. Deutscher Naturforscher- und Aerztctag. Leipzig, 18. Sept. (WTB.) Die Hundertjahrfeier der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Aerzte in Leipzig wurde heute vormittag eröffnet. Nach Begrüßungsansprachen des Vorsitzenden Geheimrat v. Strüppel-Leipzig und Vertretern der Behörden überbrachte für die schwedische Akademie der Wissenschaften Dr. Sven Hedin - Stockholm, von stürmischem Beifall begrüßt, herzliche Glückwünsche. Er führte aus, daß es erhebend sei, in Deutschland nach der Zeit des Krieges, des sogenannten Friedens, eine solche riesige Kraft des Geistes zu sehen. Mit Bestimmtheit sei zu hoffen, daß Deutschlands Forschung und Wissenschaft auch zukünftig immer mit an der Spitze stehen werde. Wenn in den letzten Jahren die Deutschen von den internationalen wissenschaftlichen Gesellschaften und Akademien immer noch ausgeschlossen worden seien, so habe die deutsche Wissenschaft doch bewiesen, daß sie auch aus eigenen Füßen stehen könne. Die anderen würden lernen müssen, daß ohne die Resultate der deutschen Forschung ein Fortschritt in der Wissenschaft nicht möglich ist. Professor ©Dante Arrhenius brachte ebenfalls unter stürmischem Beifall eine Adresse der skandinavischen Natui-forscher zur Verlesung. Nach einer Reihe weiterer Ansprachen und der Verlesung von Glückwünschen hielt der er?? Vorsitzende der Gesellschaft, Geheunrat Dr. Planck-Berlin eine Rede. Er gab in großen Zügen einen Ueberblick über die Geschichte der Gesellschaft seit ihrer Gründung durch den Jenenser Professor Lorenz Oken und führte todter aus, daß der Betrieb der reinen Wissenschaft für ein Kulturvolk, wie das deutsche, genau so au den Lebensnotwendigleiten gehöre, wie die Arbeit in den Fabriken und Bergwerken. (Lebhafter Beifall.) Ersreulicherwelle habe das Reich einen anerkennenswerten Anfang durch die Unterstützung der Notgemeinschaft der deutschen Wilsen- schäft gemacht. Es bleibe noch sehr viel zu tun übrig. Die Wissenschaft sei ihrem Wesen nach international. Daran könne kein Krieg, fern Völkerhaß etwas ändern. In ehrlich entgegen gestreckte Hönde würden die deutschen Gelehrten einschlagen. Sie dächten nicht daran, an solchen Stellen um Zulassung zu werben, wo man besser ohne sie auszukommen vermeine. Hierauf fand die erste allgemeine Sitzung mit dem Thema der Relativitätstheorie statt. Prof. Dr. v. L a u e - Berlin sprach über die Relativitätstheorie in der Physik. Prof. Schlick-Kiel über die Relativitätstheorie in der Philosophie. Aus sei Männer aus dem öffentlichen Leben (ein Lehrer und ein Arzt) sprechen bei dieser Tagung. Näheres im heutigen Anzeigenteil. Kreis Alsfeld. M. Flensungen, 17. Sept. Heute veranstaltete der hiesige Volksbildungsverein ein Heimatfest auf Kurhaus Waldesruh. Der Vorsitzende des Vereins, Lehrer Dach, wies in seiner Begrüßungsansprache auf die hohe Bedeutung der Heimat hin. Kreisschulrat Huff-Alsfeld verglich unser Daterland mit einem Ackerfeld, auf welchem eben der Pflug Gottes hinginge. Liese Furchen müsse der Pflug reihen, wenn eine gute Ernte reifen solle. Auch unserem Doll sei gewiß eine bessere Zukunft beschießen. Ein anderer Redner, Lehrer Schm o l b Elpenrod, richtete sehr ernste Worte an die Eltern. Mit unserer Jugend, über deren Verrohung so sehr in unserer Zeit geklagt würde, könne es nur besser werden, wenn die Eltern es wieder wagen würden, ein ernstes Wort mit ihr zu reden. Vurgerm.ister B r ä u n i n g dankte ia se ner Schlußansprache allen, die zum guten Gelingen des Festes beigetragen hatten und ermahnte, treu zur Heimat, zu Elternhaus, Schulhaus und Gotteshaus zu stehen. Das Heimatsestspiel „Heimkehr", von Pfarrer Löscher, ging sowohl mittags, als auch abends über die Bühne und machte einen statten Eindruck auf bi? Zuhörer. Die Pausen wurden durch Orchestervorträge, Einzel- und Chorgesänge ausgefühtt. Kreis Schotten. eb. Eschenrod, 2E Sept. Angesichts der Tatsache, daß ein großer Teil der Fruchternte seit 14 Tagen im Reg em Wetter liegt und stark gelitten hat, beschloß der Gemeinderat einstimmig, das für nächsten Sonntag anberaumte Kirchweihfest nicht abzuhalten n Aus dem südlichen Vogelsberg, 18. Sept. In der unliebsamsten Weise hat sich hier seit 2 Jahren ein Insekt eingebürgert und sich sehr gemehrt, das man hier früher nur dem Namen nach kannte — d i e Schnake. Man nimmt ay. dah es durch Packstroh aus südlicher Gegend, wohl vorn Rhein, eingeschleppt wurde. Der Einzelne ist dieser Plage gegenüber völlig hilflos. Hier mühten allgemeine Mahregeln zur Vertilgung (Schnaken-Kommission!) getroffen werden. — In neuerer Zeit macht sich die Zigeunerplage wieder mehr und mehr fühlbar. In Trupps von 15—20 Mann ziehen die braunen Gesellen von Dorf zu Dorf ober lagern, oft wochenlang, vor den Ottschaften ober in ben Feldern und Triften. Kein Huhn ist vor ihnen sicher! Das beste Abwehrmittel der un» aus Rohstoffen nach hesondcrctnlJer- fahren hergestefft und knetet des» halb sicherste Gewähr gegen sdrneHen Verschleiss der Wäsche. j - V,v ■ I MH W WW'i W | DKA II I IINLICHT SEIE - *'- VMM ■ ■ .3'. MW ■; ;•■ e Aord- be Par- ciuarünn“ 8 im 2n= euic ver- s, Lehrer olle- MS ° w Schmoll' -ke Süern- Tichwin- ute über $ ihrem besserem Mchulrat rland mt* Kr Ulu8 :ttood). Llephan chternte iderat-ln inberauinie chpe des üirgemähe Sonntag, ause statt. M! Dorragen der rage sind )cn. Zarei ;n Lehrer Jäheres Mitl °"d Ä* ff « chna' r Ks jfiicnl' :>x L°x UR5 Oon '. mitge- tonMdng 'ichts ing der Partei, akratischen >espartei° irtei, der lattfi.tbet, tag, dem etliche am Os- sehen der 'kratischen md Poli- :cIL der zaben der n Marie K Drlt- lokratikche > Gräfin Tsönllch- Mhtrm Devvlle- flten dars. mit §in- «■) ,j wieder ( ihr zu eigener Gelinge" inte, treu dSottes- >eim!ehr. tta4s.,als chte einen e Paosen undM- Ma« e durch sie E nc im * Fvr° V fein; °u an- «Snt- utaver- Men toeuto '>h- das vierte Bunb" ■eltunq* die hol- Wen ton den ten das e deut- insehn- ^jchrs- 9er !9W. Doch ^bchn- «Mkommenen Säfte ist immer noch bte rüd- si^Slose Anwendung der Feuerspritze. Hefjen-Ra^au. fpd. Frankfurta. M., 19. Sept. 3n Len ersten Kaffees der Stadt, vornehmlich aber solchen, in denen Musikkapellen spielen, muh man seit einigen Lagen für die Tasse Kaffee 40 Mark bezahlen. Dazu kommen 4 Mark Trinkgeldzuschlag, macht 44 Mk. Dis jetzt hat sich trotz dieses hohen Preises eine Abwanderung aus diesen Lokalen noch nicht bemerkbar gemacht. fpd. Frankfurt a. M., 19. Sept. Hiesige Zigarettenfabriken sind derart mit Aufträgen überhäuft, daß ihnen die fertige Ware von den Händlern sozusagen aus den Händen gerissen wird, trotzdem die billigste Zigarette von der nächsten Woche an nicht unter vier Mark das Stück zu haben sein dürfte. Wie uns von Fabrikanten mit» geteilt wird, hat der Zigarettenverbrauch in den letzten Monaten einen geradezu unheimlichen Umfang angenommen. Das kann stimmen. Denn in den Straßen der Stadt sieht man neuerdings nicht mehr die Herren und nur die „Herren" Jungens Zigaretten rauchen, sondern in zunehmendem Maße auch Frauen und noch viel mehr junge Mädchen. fpd. Frankfurta. M., 19. Sept. Zn Len Kreisen der hiesigen Kinobesitzer sind De- strebungen im ®an$c, um durch eine gemeinsame Schließung ihrer Betriebe zu beweisen, daß der Kinobetrieb durch die steuerliche Überlastung unwirtschaftlich geworden ist. --- Landwirtschaft. ed. Aus dem oberen Niddatal, 20. Sept. Die sehr reiche Zwetschen- ernte der Ortschaften zwischen Nidda und Schotten mußte infolge des Regenwetters der letzten 14 Tage sehr rasch geborgen werden. Die Früchte wurden teils an den Bahnhöfen verladen, teils von zahlreichen Käufern aus den Vogelsberger Dörfern abgeholt. Bezahlt wurden für den Zentner anfänglich 200 Mk., zuletzt 150 Mk. gut gehen Oft werben Caternempfähle und Maste der elektrischen Leitungen, sowie Menschen unsanft berührt. Warum diese Straße mit der Beleuchtung so stiefmütterlich behandelt wird, ist allen Anwohnern unverständlich. Mehrere Bewohner des Riegelpfades. Vermischtes. Berlin, 19. Sept. (Wolff.) Rach einet Hamburger Meldung der „D. Z. a. M." ist in Fuhlsbüttel ein englisches Verkehrsflugzeug gelandet. Das Flugzeug, das vier Mann Besatzung und zwei Passagiere mit sich führt, war gestern früh von London abgeflogen, machte mittags in Bremen eine Zwischenlandung und fliegt heute nach Berlin weiter. Berlin, 19. Sept. (Wolff.) Bei der Damen- mäntelfab-rik von Brandt, Hirschfeld u. Co. haben diebische Angestellte im Laufe eines halben Zahres Waren im Werte von s e chs b i s neun Millionen Mark veruntreut. Berlin, 19. Sept. Auf dem Bahnhof Kofi e n i ck bei Berlin ist am Samstag ein Waggon aus dem besetzten Gebiet eingetroffen, der nach dem Frachtbrief 400 Zentner Alteisen ent- halten sollte und an die Firma Borsig in Spind- lersfeld adressiert war. Da es eine Firma dieses Namens dort nicht gibt, veranlaßte ein Eisen- bahnbeamter die Revision des Wagens, wobei es sich herausstellte, daß er statt Alteisen 400 Zentner Zu cker enthielt. Ein junger Mann, der den Frachtbrief einlösen wollte, ist verhaftet worden. Er erklärte, ein Unbekannter habe ihn gebeten, die Einlösung des Frachtbriefes zu besorgen. Dieser Unbekannte war bisher nicht auffindbar. Der beschlagnahmte Zucker wurde auf Köpenick und Berlin verteilt. München, 19. Sept. (Wolff.) Wie der „Bayrische Kurier" aus Regensburg meldet, ist über die Täler der Sulz und Schwarzach in der Oberpfalz ein zwölf Stunden ananhaltender Platzregen niebergegangen Infolgedessen wurden die Talgebiete dieser Flüsse überschwemmt. Hunderte kleinerer Häuser und Wirtschaftsgebäude hat das Wasser mit sich gerissen. Die gesamte Grummeternte ist vernichtet. Die Hochwasserkatastrophe stellt die Existenz vieler Kleinbauern in Frage. In Beilngries wurde die Bevölkerung auf einem Volksfest von der Flut überrascht: die Buden wurden von der Flut weggeschwemmt. —■■bih HiiiiiinusÄj-eifL^MticuiflESj -vcsiMmeeeHeqombbb Aus dem AmLsverkündigungsblaLt. " Das Amtsverkündigungsblatt ?r. 99 vom 19. September enthält: Derich- tigung. Verhältnis der Schulen in Hessen »um republikanischen Staat. — Regelung des Verkehrs mit Getreide. — Sprechstuni^n bei dem Sekretariat des Landesamtes für das Bildungs- topfen. — Vorführung von Lehrfilmen. — Errichtung einer Mechaniker-Zwangsinnung. — Viehmarlt in Grünberg. — Rindvieh- und Schweinemarlt in Hungen. — Beurlaubung des Kreisveterinärarztes. — Sonntagsruhe im Handelsgewerbe. — Ortssatzung für die Stadt Lich. — Dienstnachrichten. — Feldbereinigung Grüningen. Schlichtungsausschuß der Provinz Oberhessen. Verhandlung vom 14. September. Dem Zentralverband der Bäcker und der Bä cker-Zwangsinnung Gießen wurden folgende Gehilsen-Wochenlöhne ab 21. September 1922 durch Schiedsspruch vorgeschlagen: Schießer 1800 Mk. statt bisher, seit dem 28. August 1922, 1550 Mk., Teigmacher 1700 Mk. (bisher 1450 Mk.) und Lehtgehilfen 1500 Mk. (bisher 1250 Mk.). Von diesen Löhnen sollen die Arbeitgeber für Gewährung von Kost und Wohnung wöchentlich 800 Mk. abziehen können statt bisher 675 Mk. Fast alle Gehilfen sind beim Arbeitgeber in Kost und Wohnung. Für die Betriebe, die der Däckerinnung Bad-Nauheim angehören, wurden dieselben Beträge festgesetzt statt bisher 1600, 1500, 1300 und 675 Mk. Mit dem Eisenwerk Hirzenhain hatte der Deutschnation aleHandlungs- gehilfenverban d am 26. 8. 22 die Gehälter der kaufmännischen Angestellten für die Monate Juni bis August tariflich geregelt in Anlehnung an den Wetzlarer Buderusschen Haustarif, dessen Augustgehaltsätze zwei Wochen früher vereinbart worden waren. Als nun am 1. 9. 1922 die Tarifschiedsstelle für die kaufmännischen Angestellten der Gießener Industriebetriebe etwas höhere August gehälter festsetzte, verlangten die Hirzenhainer Angestellten eine Nachbewilligung und außerdem Einteilung in vier, statt bisher drei Gehaltsklassen. Der Schlichtungsausschuh gab dem Antrag auf eine Ausgleichszulage zu den August gehältern nicht statt. Für die Zeit ab 1. 9. 22 schlug er die Einführung der jeweiligen Gießener Gehaltsähe mit ihrer Vier- klasseneinteilung vor unter Beibehaltung der bisherigen Hirzenhainer Familienzulagen noch für den September, soweit sie höher sind als die Gießener-. In diesen Gesamtstreitigkeiten erhielten die Streitteile eine Woche Frist zur Erklärung über Annahme oder Ablehnung der Schiedssprüche. Nur die Bäckerlohne für Bad-Nauheim sind laut tarifvertraglicher Bestimmung durch den Schiedsspruch bindend festgesetzt. Die Zigarren- und Tabakfabrik G g. Phil. Gail A.-G. in Gießen sah sich veranlaßt, den Betrieb der Abteilung Spinnerei ihrer Kautabalfabrik einzuschränken und einigen Arbeitern deshalb zu kündigen. Zur Kündigung gegenüber einem Betriebsratsmitglied versagte der Betriebsrat seine Zustimmung. Entsprechend dem Antrag des Arbeitgeberverbandes für Lahngau und Oberhessen ersetzte der Schlich- tungsausschus.! durch bindenden Spruch gemäß § 97 des Betriebsrätegesehes die versagte Zustimmung. Denn nach den Richtlinien des § 13 der Verordnung vom 12. Februar 1920 kam das Detriebsratsnntglied nach den Detriebsver- hältnissen, sowre nach Lebensalter, Dienstalter und Familienstand bei Entlassungen zur Verminderung der Arbeiterzahl der Abteilung an erster Stelle in Betracht. Der Schlich tungsaus- schutz sah auch in seinem Ausscheiden keine Beeinträchtigung der Interessenvertretung der Belegschaft. zumal bei der Gröhe des Gesamtbetriebes und damit des Betriebsrates. Er stellte keine Absicht fest, den Arbeiter durch die Kündigung in der Ausübung der Betriebsver- trelunq zu beschränken, oder ihn deswegen zu benachteiligen. Die Vertreter der Firma sicherten zu, die Entlassenen, sobald die Detriebslage es erlaube, nach denselben Grundsätzen der Verordnung vom 12. Februar 1920 wieder einzustellen, nach denen jetzt die Kündigungen der Reihe nach ausgesprochen wurden. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Die Einsender dieser Zeilen möchten die Herren Stadtväter bitten, doch einmal am Abend an den Rieg elvfad zu gehen. Wenn sie bei der hier herrschenden Dunkelheit glücklich bis zu dem Bahnübergang kommen, so muh es Behördliche Anzeigen Hanack. 861 ID Konsum-Verein Gießsa u. Brno, e. G. m. b. H. , den 20. September 1922. Gießen (Kath. Schwesternhaus)' ist erloschen. 8609B Verkauf 8673 Statt Kutten Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen 2 Schlüchtern Gießen. 8658 n8p2^ Naturheilverein Gietzen. 8647v zeige gebracht. 86468 11,60 31,38 9,87 (Emmi Adler David Wallenstein Priv. - Handelssch. HERMES Bahnhofstraße 60. Tel. 1097. Prosp. frei. Anmeld. tägl. Holzversteigerung Freitag, den 22. September 1922, kommt im Kirch-Gönser Gemeindewald, Distrikt Schneidwald, Ochsenharbheide und Struth nachstehendes Fichtenstamm- holz zur Versteigerung: Stämme 2. u. 3. Klaffe mit 4,85 Fstm., Giehen, den 16. September 1922. Hessisches Amtsgericht. zu billigsten Tagespreisen in allen Stadlverteilungsstellen. Der Vorstand. Die erste Sendung frische Seefische trifft Donnerstag ein. Zusammenkunft nachmittags 1 Uhr an der Haltestelle. Kirch.Göns, den 17. September 1922. Hessische Bürgermeisterei. Giehen, den 18. September 1922. Der Oberbürgermeister. Keller. 1 Bettstelle mit Matratze, 1 Eisenbettstelle, 1 Kommode, 1 Glasschrank, 2 Waschmasch., 1 Handnähmaschine, 2Kinderwagen, 2Tische, 3 Stühle, 2 Waschbretter, Hänge- u. Stehlampen, 3,10 Mtr. neuen Lodenstoff, 15 Mir. neues Bettzeug, 6 neue Tafeltüch. m. 12 Sero., Bettwäsche usw., Herren-Anzüge u.-Mäntel, Damen- u. Kinderkleider, 1 Partie Plüsch- Portieren, 50 Büchs. Lederfett, 1 Grammoph. mit 25 neuen Platten und vieles andere. 0. Benner u. Auktion, u. Taxator, Mosü.Str. 9. Annahme v.Dersteig.all.Art.auch einz.Stücke. 80 OOO DJ?f. f. prima l.Hnv. bei hob.Zinö- Aabl nei. Nah. M#ai Baer. Ostanlage Ä. Kammerjäger und Rattrnkänaer Wiethüchter aller ersatzren. Fachmann, ist wieder in Giehen it. Umgeb, u. vertilgt radikal uni. kbiiitl. Garantie Ratten, Manie und famtl. Ungeziefer. Schrift l. Bestellung, unt. 8671 an die Geschäftsstelle deS G.A. 4. 5a. u. b. Derbstangen 1. u. 2. ^utterlieferung für die Deterinarkliniken Gießen. Es werden benötigt: 1500 Zentner Stroh (brahtgepretzt) und 1500 Zentner Dickwurz. Genannte Futtermittel (auch in kleinen Posten) sind frei Aufbewahrungsort zu liefern. Angebote sind bis einschliehlich 30. September 1922 an die unterzeichnete Verwaltung einzureichen. Verwaltung der Beterinärklintten Obstversteigerung. Freitag, den 22. September, wird das Obst des Gutes Schmitte (Aepfel, Birnen und Zwetschen) öffentlich versteigert. Zusammenkunft um 9.15 Uhr Bahnhof Rodheim a. d. Bieber. 8664 Schmitte, den 20. September 1922. Die Gutsverwaltung. Einer sagt cs dem andern 5. Okt. Beginn ------neuer Handedskurse. Die glückliche Geburt einer Tochter zeigen hocherfreut an August Freiherr Löw von und zu Steinfurth Gertrud Freifrau Löw von und zu Steinfurth geb. Schirmer. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Qlbt. A wurde eingetragen: Am 6. September 1922 bezüglich der Firma von Münchow'sche Hof- und Universitätsdruckerei zu Giehen: Kaufmann Walther Kindt zu Giehen ist in die Firma als persönlich haftender Gesellschafter mit Wirkung vorn 1. September 1922 eingetreten. Die offene Handelsgesellschaft hat am 1. September 1922 begonnen. Die Firma ist geändert in von Münchow'sche Universitatsdruckerei Otto Kindt Wwe., Giehen (Inhaber Otto Kindt Witwe und Walther Kindt). Die Prokura des Walther Kindt in Gießen ist erloschen. Am 8. September 1922 bezüglich der Philipp Lenz V. Witwe in Klein-Linden: Das Geschäft ist auf Julius Martin Lenz in Klein-Linden mit Aktiven und Passiven übergegangen, der dasselbe unter der bisherigen Firma weiterführt. Am 15. September 1922 bezüglich der Firma Geschwister Hollberg Nachf. in Giehen: Die Firma ist erloschen. Am 15. September 1922 bezüglich der Firma Paul Schilling, Giehen: Die Firma Versteigerung. 08943 Donnerstag, den 21. Sept, von nachm. Uhr ab, versteigere ich Brandgasse 3: Grohen-Buseck im September 1922 Wir offerieren bei sokortiger Zusage Ranlino-Tabake sämtliche Sorten 03913 nach Liste vom 20. Juli 1922 franko. Jakob Hirsch Vertreter für Bezirk Kassel-Waldeck Gemünden-Wohra. Fernruf Gemünden Nr. 15. 11. Oktb. Beginn neuer Kurse in allen Handelsfächern. Auskunft und Anmeldung bei der Hansa- 8,24c Schule J. Kunzeimann Selters weg 73, Telephon 821, oder Vogtschen Han delsschule Goethestraße 32, Telephon 2064. Prospekt frei. Achtung!z Winter- gwiebeln einnetroffen, nehme Bestellungen an auch für Kartoffel. Frau Frosch. Obst- und Gemüse- arosthnndlung, Nen- itnbt 19. Tel. 1051 SkaWrahk-Mkrahen f. jede Bettstelle nach Mab, an jedermann. Katalog frei. Eisan- ■Äbelfabr. Suhl i.Tli. Sonntag, den 24. Sept., nachm. 2 Uhr, sprechen im Saale des Katholischen Vereinsdanses tu M iMlittn WWW über die wichtigsten Fragen der Dolks- ernährung in der Gegenwart 1. Herr Studienrat Dr. Schläger auS Cassel, 2» •verr Dr. mcd. Erwin Silber, prakl. Arzt, auS Frankfurt a. M , „Freie Aussprache. Jedermann sollte, durch die gegenmarttge Zeit ver- anlaht, diese Borträge besuchen. Bekanntmachung. Bei der heute vorgenommenen Verlosung der am 1. Januar 1923 zurückzuzahlenden Schuldverschreibungen der Stadt Giehen sind gezogen worden: a) vom 1893er Anlehen: Lit. L über 2000 MK. Nr. 34, 69, 93, 204, 247, 254. Lit. M über 1000 MK. Nr. 66, 106, 126, 189, 243, 300, 311, 319. Lit. N über 500 MK. Nr. 58, 71, 78, 129, 154, 190, 196, 238, 345, 409, 425, 426, 470, 584, 602, 726. Lit. O über 200 MK. Nr. 10, 13, 86, 89, 113, 185. Bit. P über 100 MK. Nr. 30, 62, 104, 105, 125, 163, 358, 369. b) vom 1894er Anlehen r Lit. L über 2000 MK. Nr. 312, 386. Lit. M über 1000 MK. Nr. 427, 459. Lit. N über 500 MK. Nr. 822, 846, 905, 971, 1032, 1058. Lit. O über 200 MK. Nr. 399, 414, 420. Lit. P über 100 MK. Nr. 415, 430, 457, 547. c) vom 1895er Anlehen: Lit. L über 2000 MK. Nr. 422. Lit. M über 1000 MK. Nr. 543. Lit. N über 500 MK. Nr. 1117, 1144. Die Verzinsung hört mit Ende Dezember 1922 auf. Die Einlösung Kann bei der Stadtkasse Giehen und bei der Mittel- deutschen Ereditbank in Frankfurt a. M. und Gießen erfolgen. Von in früheren Fahren ausgelosten Schuldverschreibungen sind noch nicht zur Rückzahlung oorgclegt worden: Lit. L Nr. 182 und 427 über 2000 Mk. Lit. M Nr. 10 und 54 über 1000 Mk. Lit. N Nr. 197, 321, 490, 585, 660, 777 und 1038 über 500 Mk. 86228 Lit. O Nr. 154 und 389 über 200 Mk. Lit P Nr. 87 und 649 über 100 Mk. Gießen, den 12. September 1922. Der Oberbürgermeister: Keller. Bekanntmachung. Es wird erneut auf die Bestimmung in § 11 der Verordnung bett, die Erhebung von Verbrauchsabgaben in der Gemarkung der Stadt Gießen hingewiesen, wonach Hersteller von Wein, Obst- und Beerenwein vor Beginn der Kelterung dem städtischen Rechnungsamt, Stadthaus Bergstraße, hiervon Anzeige zu machen und während des ganzen Geschäftsbetriebes ein von der Stadtverwaltung vorgeschriebenes Verzeichnis zu fuhren haben, in das täglich die gewonnenen Mengen einzutragen sind. Zuwiderhandlungen werden zur An- cy o"» q* ii fi r P 0 i v s r r IS«». MäSL» |J in kleinen Haushalt Achtung! Landwirte! gesucht. 8511D I Grünberg, den 18. September 1922. gesucht. 8687 8608 Der Vorstand. SU45v Sauber! Schnell! UNITED STATES LINES u nbedingt erste und zuverlässigste Gut! Reell! 6876c Bestecke, Tafelgeräte, Leuchter, Silber Etuis usw., künstliche Gebisse, Brennstifte,Kontakte,Tiegelusw. Platin | Kaufgesuche | 4 gebrauchte cäm». WWer -V W7 I- V 1V* u. P. 12 od. 14. Länge < Air la &50 ra, au kau- SU verkaufen. 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Ur. 221 Aonian v Das51 (»Ü » y Par'se^ ßr ble ivcftn, daß roeltber^ Patual irat. neueste" stiebt, AS des bracht,, der Aolomaloea [len steht. - tpeg ist inz-mschk hervorzuM Äicht v geschehen m Dichter sei' Dieser von Roman ist mir ande Mual acht Frau' ihn mit 2i aller W fiat nun te und daß er nicht ebenso bildet in w die,SchüM fach aus ix schvarze A ber sich aus pahl aber a Mlische Ko darf), füllt I sich .löst", i vemnsialten Steppe an i jufammenge: Plötzlich ersl lopen ustv. haben die s nur noch eir Datuala, de saht den st in der allge dieser sich < der Panther über ihn tz Äitualas Qi tuala mufe verröchelt, alles, was Weiber peri Hütte zurücl vereinigen, i trnmdung hl nach milans Der 3i zurückhaltei der Leser,. viehische i Schwarzen, nichts ander und Frau u Gemeinheit 1 ■ Lvrlsehui Ohne sn mit schm 5 feiner Dch M hn dm -ttabenslüge! 6cin S Aber 8 Wsterte de beln blitzte Einkle ° A.ivar |Ä$r ‘ .70 Die e: Eerdrücktc Achten t ^erfonlichkei etbe iaSNfi tn». ein« nutzer tun? Fon > e >rt( Nr. 221 Zweites Blatt Das Buch eines Schwarzen. (AuS der in Philadelphia erscheinenden „Philadelphia-Gazette-Demokrat".) Es war eine „Sensation", unvergleichlich größer als selbst die Derleihung des Nobelpreises an den Inder Nabindranatch Lagore. als die Pariser A k a d e m i e G v n c o u r l bin Preis für die ^hervorragendste französische literarische Leistung dem Neger Nene Maran erteilte. Als selbstverständlich wäre nun zu erwarten gef wesen, daß das auf diese Weise mit einem Schlage weltberühmt gemachte Tuch der Neger roman „Cßatuala“, einen Siegeszug um die Erde antrat Statt dessen beobachtet man, daß die fröhliche Pariser literarische Gesellschaft, die eben noch die Sektgläser erhoben hatte, um auf ihren neuesten Dich^r zu toasten, entsetzt auseinander- sliebt, als sei der steinerne Gast in den Festsaal getreten. Gestern noch hatten die Zeitungen das Bild des Dichters, eines sehr aufgeweckt, aber auch fanatisch dreinschauenden Vollblutnegers, gebracht, der auf Martinique geboren ist und als Kolonialbeamter am Kongo in französischen Diensten steht. Heute ist es plötzlich mäuschenstill um ihm, bis man schließlich einen verlegenen Ausweg sucht, bei dem niemand rocht wohl ist. Was ist inzwischen geschehen, um diesen Umschwung hervorzurufen? Nicht viel, nur etwas, was eigentlich hätte geschehen müssen, ehe man den ebenholzschwarzen Dichter feierte: Man hat den Nornan gelesen. Dieser von der Akademie Gvncvurt preisgekrönte Roman ist nämlich so, daß man schon den Inhalt nur andeutungsweise wiedergeben kann. Batuala ist ein Häuptling am Kongo, der acht Frauen hat. Sieben von ihnen betrügen ihn mit Dissibingi, dem unwiderstehlichen Brecher aller Frauenherzen im Dorfe Datualas. Dissibingi hat nun den Ehrgeiz, alle Frauen z»u besitzen, und daß er 'Saffiginbja, die achte Frau Datualas, nicht ebenso leicht haben kann, wie alle übrigen, bildet in dem Roman (wenn man so sagen darf) die „Schürzung des Knotens". Hm Datuala einfach aus dem Wege zu räumen, dazu ist der schwarze Weiberheld zu feige. Der Häuptling, der sich aus den übrigen Weibern wenig macht, paßt aber auf die achte scharf auf. Dieser „dramatische Konflikt" (wenn man wieder so sagen darf), füllt lange Seiten des Buches aus. Wie er sich „löst", ist ebenfalls keimzeichnend. Die Neger veranstalten eine Jagd, d. h. sie brennen die Steppe an und schlachten die durch die Flammen zusammengetriebenen Tiere hausenweise ab. Plötzlich erscheint zwischen den flüchtenden Antilopen usw. ein Raubtier, ein Panther. Sofort haben die sämtlichen tapferen schwarzen Hager nur noch einen Gedanken: „Rette sich, wer kann." Datuala, der nicht mehr rechtzeitig flüchten kann, faßt den Plan, seinen Nebenbuhler Dissibingi in der allgemeinen Verwirrung zu ermorden. Da dieser sich aber gerade in dem Augenblick, wo der Panther au.fspringt, bückt, so fliegt der Speer über ihn hinv>eg. Dafür schlitzt der Panther Datualas Leib mit einem Prankenhiebe auf. Datuala muß sterben. Während er in seiner Hütte verröchelt, stehlen ihm seine Stammesgenossen alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Seine Weiber verlassen ihn. Nur Passigindja ist in der Hütte zurückgeblieben, um sich mit Dissibingi zu vereinigen, und das muß der durch seine Verwundung hilflose Datuala vor seinem Verröcheln nach mitansehen. Der Inhalt ist nur sehr andeutungsweise und zurückhaltend mitgeteilt worden. Immerhin erkennt der Leser, worum es sich handelt: Hm dumpfe, viehische Triebe, die das Seelenleben dieser Schwarzen so vollständig ausfüllen, daß daneben nichts anderes Platz hat. Die Art, wie sich Mann und Frau unterhalten, übersteigt an Rohheit und Gemeinheit alles, was sich ein Weißer vor- Baalsfempel Roman von Margarete v. Oertzen- F ü n f g e l d. 1 . Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Ohne sich noch einmal umzuwenden, ging er mit festen Schritten die bekannten Straßen nach seiner Wohnung. Da war ihm, als schwanke vor ihm her durch den nächtlichen Nebel ein schwarzer Rabenflügel. Sein Herzschlag stockte sekundenlang. Aber das Dild zerrann. Hnter seinen Füßen knisterte der glasharte Frost, unb über den Nebeln blitzte der Himmel, in stählerner Klarheit. * * * Ein klein wenig herabgestimmt war Heinz nun doch schon: Er hatte die siebente Wohnung, war von Charlottenburg nach Hallensee, von Hallensee nach Friedenau gezogen, ohne so etwas Aehn- liches wie ein Heim sich schaffen zu können. Heber- äll erdrückte ihn der „moderne Komfort", der so unbehaglich wirkte, störten ihn Hmgebangen, die ihm ihren Stil aufdrängten, anstatt von seiner Persönlichkeit ihren Stil zu leihen. Nun faß er in der Wilhelmsaue, dem Himmel zunächst, in einem geräumigen Zimmer voll Sonnenhelle. Auf dem Dalkon hatte sein Vorgänger eine Menge Blumen und Kettenpflanzen in Töpfen zurückgelassen, die wuchsen und gediehen, wie es ihnen beliebte. Der weiße Porizont des märkischen Landes leuchtete durch die blanken Scheiben. Es war ein altes Haus, soweit in Berlin ein Haus überhaupt alt werden kann. Hnd Komfort hatte es — Gott sei Dank — gar keinen. Heinz kannte seine Mitbewohner nicht, noch wurde er von ihnen gekannt. Das Gefühl, unter Millionen nur ein Stäubchen Mensch zu fein, bedeutete ihm eine Wohltat. In der Mittelstraße hatte ihn fein Agent, mit einer dräuenden Wolke auf der Stirn empfangen. „Aber, Kind, Kindchen, was machen Sie für Sachen? Was soll ich denn, jetzt noch für Sie tun? Kurz vor Toresschluß. Aber nächste Saison — warten Sie mal — ist Tstadt frei." Heinz funfeltc ihn empört an. Was fiel dem Mann ein? Tstadt? Der war ja wohl ganz — „Tja, mein Lieber, viel wählen werden wir nicht können — solche dummen Geschichten reden sich verflucht herum — mir erzählte es der Bassist von . . . von . . . von einem ganz anderen Ende. Also sehen Sie mal. Da muß erst Gras drüber wachsen! Die Sache an und für sich wär' es ja nicht einmal — aber die Hrsachen I Der eine sagt so, und der andere sagt so. Der eine sagt: „Sekt", und der andere — Heinz errötete dunkel. Er war also doch nicht nur „ein Stäubchen Mensch". Er war einer von jenen, die sich für Geld zur Schau stellen, für Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, 20. September (922 stellen kann. Auch in ethnographischen Forschungsberichten findet sich bishrnc nichts gedruckt, was an diese Schilderung entfernt heranreicht. Dies alles erkannte man mit Grausen, nachdem die Erteilung des Goncourtpreises nicht mehr rüdgänigg zu machen war. Hnd nun hätte man immer noch eine Ausrede gehabt. Warum sollen Negerplastiken nicht ihren Platz in einem Museumsraume haben, wo unmündige leinen Zutritt erhallen. Berufene aber die unbegreifliche Seele der Wilden zu enträtseln versuchen? Zwar nicht als literarische Leistung, aber als völkerkundliche Kuriosität war das Buch vielleicht doch einer besonderen Aufmerksamkeit wert, und die Akademie Goncourt konnte vielleicht kein anderer Vorwurf treffen, als daß sie Kunst und Abstrusi- tät verwechselt hatte, wie es jetzt öfter geschieht. Das wäre alles hingegangen, aber da blieb immer noch — das Vorwort des Buches übrig. In diesem Vorwort spricht der schwarze Verfasser offen aus, daß er ein Kampfbuch der schwarzen gegen die weiße Rasse schreiben will. Seine Negerraffegenossen, das sind die wahren, die triebhaften, die gottgeschaffenen Menschen. Die Zivili- . fation der Weißen, die er so genau kennen gelernt hat, daß er in ihrer Sprache ein Buch verfassen kann, welches einen französischen Literaturpreis erringt, die verachtet er aus tiefster lleberzeugung. Als die Franzosen wirklich das Buch zu lesen begannen, faßte sie Entsetzen. Man redet so oft von der Verbohrtheit deutscher Gelehrter und deutscher „Nichts-als-Kunst"-Schwärmer, aber was hier die Akademie Goncourt geleistet hat, das gibt allen verrannten deutschen Heberidealiften für ein paar Iah re Ablaß für ihre Torheiten. Aus England, Spanien, Holland, selbst aus Belgien kam ein sehr böses Echo, als dort das Buch bekannt wurde. He nach der Stellung schalt man erzürnt oder man rang die Hände. Hier haben wir den ersten literarischen Kampfruf der äthioptischen Bewegung I Wie wird die Laune fr Amerika werden, wenn man dieses Buch dort lesen und hören wird, daß die Franzosen es mit ihrem vornehmen Preise für Dichtkunst ausgezeichnet haben? „Hnd vergesset eines nicht," so ruft man den Franzosen zu, „die Deutschen werden sich dieser fürchterlichen Hrkunden der Rasseschande dieser Orgien des Blutvergießens und des Geschlechts- rausches bemächtigen, und sie werden der Welt zeigen: das sind die schwarzen Franzosen, die auf unsere Verwundeten in den Schütz mgräbcn, die auf unsere Frauen und Mädchei in der Pfalz und am Rhein losgelassen worden sind. So sehen sie, von einem der Ihrigen selbst, „ungeschrnmk! und wahrheitsliebend" geschi:dert, au.-. Tie e schaarzeBestie habt ihr geweckt und nun fletscht |ie die Zähne. Diese Datualas und Difsibingis sind es, denen ihr weiße Frauenleiber als Kampfpreis versprochen habt. Habt ihr nicht bedacht, was geschehen wird, wenn die Deutschen sich des Gon- court-Preis-Duches bemächtigen und seinen Inhalt allen Böllern mitteilen werden, in denen das Kulturbewußtsein und die Sittlichkeitsverpflichtung der Weißen lebt?" Da ist es peinlich sttll geworden in Frankreich, ängstlich und bedrückt still um das neue Buch. Aber die Well wird um so aufmerksamer sein. Sladtverordnetenwahlen und Kaufmannschaft. Don der Handelskammer Gießen wird uns geschrieben: In einer kürzlich in diesem Blatte veröffentlichten Abhandlung der Handelskammer, betitelt „Finanznot der Gemeinden und H^berspannung der Gewerbesteuer" wurde u. a. auch auf die altgem.lii zu beobachtendeErfcheinung hingewiesen, daß Handel und Industrie in den Geld ihr Bestes geben, für Geld der Menge gehören — so ganz gehören, daß sie das Recht daraus zieht, auf jeden Makel mit ihrer tausend- fingrigen Hand zu deuten, den letzten Schleier von der verhüllten Seele zu zerren. In den anderen Agenturen war man sehr höflich, notierte sich seine Adresse „vorkommenden Falles" und bedauerte unendlich, daß natürlich momentan nichts frei sei. Bald hielt Heinz es nicht mehr zu Hause aus. Die Vormittage verbrachte er bei den Agenten, in deren Vorzimmern die Zuzügler aus der Provinz sich mehrten, von jenen Theatern, die um Palmarum ihre Pforten schlossen. Mitten unter ihnen faß Heinz Güldewin, der Verwöhnte, der Künstler mit der Anwartschaft auf höchste Ziele, von einem der besten Stadttheater erzogen — er, der nie „Schmierenluft" geatmet, der nicht von der Pike auf gedient hatte. Mißtrauisch von ihnen beobachtet, die jede Enttäuschung mit stoischer Ruhe tragen und sogar noch eine fromme Lüge zu der Rettung ihres Rufes aufbrachten: Sie hatten nicht abgeschlossen — nein — das Theater paßte ihnen nicht — sie hatten Besseres in Aussicht. In diesen dunklen, im Vorzimmer durchdäm- merten Stunden, tat Heinz manch ungeahnten Blick in eine Well, die er zu kennen gemeint hatte und doch nur halb kannte. Hnd etwas von der Seelengröße, dem Kinderglauben ünd der unendlichen Geduld dieser armen Komödianten rührte an sein Herz, zwang ihm Respekt ab, Respekt und - Neid. Von dein einen wußte er, daß er nicht frühstückte, um einmal des Tages warm essen zu können. Von dem anderen, daß er Nächte durch Adressen schrieb, um seine Familie durchzubringen. Denn Familie hatten sie alle Hnd alle — ohne Ausnahme — waren große, große Künstler! „So ihr nicht werdet wie die Kinder . . dachte Heinz. Hnd sie waren Kinder, und sie hatten auch ihr Himmelreich. Hnd spielten sie in einer Scheune — jeder einzelne dünkte sich der Held. Heinz faß und hörte zu. Den Rest des Tages verbrachte er in einem Cafs der Friedrichstraße. Dort schwirrten die großen Namen nur so. Die Alteingesessenen Berlins, alles, was genial, dämonisch, geistvoll und arrogant war. Hinter seiner Zeitung studierte er sie voll grimmiger Bosheit. Eine entsetzliche Leere war in ihm. Bald kannte er die meisten von Ansehen, sie kamen und gingen zu bestimmten Stunden. Er wurde blaß und müde, von jener faulen Müdigkeit der Nichtstuer, die von brachliegenden Kräften geboren wird. Hnd plötzlich gingen ihm die Augen auf. Der ganze Schrecken seiner Lage stürzte über ihn städtischen Körperschaften bisher nicht die Vertretung gefunden haben, auf welche sie ihrer Bedeutung im Gesamtwirtschaftsleben nach recht wohl Anspruch erheben dürfen. Nun stehen die hessischen Gemeindewahlen bevor, und es dürste daher angebracht sein, die Kaufmannschaft mit einem ernsten Mahnwort bekannt zu machen welches in einem unter der Anschrift „Wirtschaft und Gemeindeverwaltung" betitelten Aussatz - veröffentlicht in der von der Handlls- kammer Düsseldorf herausgegebenen „Rheinische.. Wirtschaftszeitung" geschrieben steht. Es beißt dort über die Notwendigkeit, daß der Wirtschaft wieder der Einfluß auf die Gernejndeverwnitung unö Gemeindevertretung cingeräumt wird, die ihr als dem Nährboden des Gemeinwesens zukommt, wie folgt: „Er kommt daraus hinaus, Männer des Wirtschaftslebens wieder für eine tätig' Teilnahme in der Gemeinde zu gewinnen. Das ist nötig, wenn man der Schwierigkeit Herr werden und die Gemeinden zu neuer Blüte bringen will. Das lehrt uns die Geschichte des deutschen Gemeindewesens. Die alteingesessenen Familien, die Leiter der großen Handelshäuser und industriellen Werke, die Führer der Wirtschaft, waren Jahrhunderte hindurch die Führer der deutschen Gemeinwesen. Sie haben die besten Bürgermeister und Stadtverordneten gestellt. Das schuf die unmittelbare Verbindung zwischen der Gemeinde und der Wirtschaft ihrer Bannmeile, zum Vorteile beider, namentlich jener, die nun einmal mit ihrer Wirtschaft auf Gedeih und Verderb verbunden ist. Dieses natürliche innere Band hat die neue Zeit jäh zerrissen. Wir müssen es wieder knüpfen, wenn die Gemeinden hoch kommen sollen. Nicht ohne Schuld sind freilich die Führer der Wirtschaft selbst, die sich bedauerlicherweise in den letzten Jahren von der Teilnahme an der öffentlichen Verwaltung auffallend zurückgezogen haben. Ihre Gründe mögen erklärlich sein, berechtigt sind sie nicht. Stellen sich erfahrene und bewährte Wirt- scha tsführer, angesehene Männer abseits, schaden sie nicht nur der Gemeinde, der sie die bester und wertvollsten Kräfte vorenthalten, weniger guten um so mehr Aufstiegsmöglichkeiten bietend, sondern sie schaden im letzten Grunde und am meisten der Wirtschaft. Deshalb möge an sie die ernste Mahnung ergehen, sich ihrer Pflichten gegen das Gemeinwohl zu erinnern und gemeinsam mit Angehörigen des Arbeiterstandes eine tätige Mitwirkung in der Gemeinde wieder aufzunehmen. Die Zeit ist gekommen, in der gerade die angesehensten Kaufleute und Industriellen wie früher es sich zur höchsten Ehre anrechnen müssen. Stadtverordnete zu fein. Jede bürgerliche Partei wird sicher mit Freuden solche Männer in ihre Reihen aufnehmen und sich ihrer Führung anverirauen." Naturgemäß kann es niemals Aufgabe einer Handelskammer fein, selbst aktiv in den Wahlkampf einzugreifen unb gar eigene Vorschlagslisten auszustellen: das verbietet schon der durch Gesetz gezogene Rahmen für das Fell» ihrer Tättg- feit Wohl aber sollten es die an keine solchen gesetzlichen Schranken gebundenen Arbeitgeberverbände für Gewerbe, Handel und Industrie sich sehr angelegen sein lassen, so schnell wie möglich über geeignete Standesvertreter sich schässig zu machen und diese den verschiedenen Parteien zu präsentteren. Erste und einzige Voraussetzung für ein erfolgreiches Vorgehen ist allerdings eine lückenlose Geschlossenheit dieser Erwerbsstände unter Hintansetzung jeglicher parteipolitischen Gesichtspuntte und Voranstellung nur rein gewerblicher und kaufmännischer Interessen. herein wie ein ins Wanken geratener Stein- hügel. Er stand draußen! Ein Arbeitsloser. Ein Mensch, den niemand mehr wollte. Die große Maschine ging auch ohne ihn weiter. Das war die kalte, krasse Wahrheit. Er hatte sich alles verdorben. In einem Augenblick, wo er die Herrschaft über sich selbst verlor. Er trank das fünfte Glas Kaffee. Der Kaffee schadete seinen Nerven, machte ihn schlaflos. Daan faß Heinz eben bis zur Zeit des letzten Stadtbahnzuges — oder des ersten Morgenzuges und döste vor sich hin, während um ihn her die Kellner gähnten und die Plätze leer wurden. Sein graues, schlaffes Gesicht nahm nur noch selten einen Ausdruck geistiger Hochspannung an. Endlich — es war Anfang Capril — da erhielt er eine Rohrpostkarte von Bertens, er möge sich nm 11 Hhr bei ihm einfinden, um einem Direktor vorzufingen. Einem Direttor! Zauberwort! Heinz, der noch Übel verkatert im Bette lag, fuhr hell wach aus den Federn und machte Toilette. Das Rasieren machte ihm heute wieder Freude. Fort mit dem alten Bart, fort mit dem ganzen alten verwilderten Kerl Die Säcke unter den Augen waren nicht schön. Beim Waschen noch probierte er seine Stimme. ■ Na ja, um 10 Hhr morgens! Was konnte man da verlangen? Der Asphalt lag voll Sonne, am Potsdamer Platz wurde i Veilchen und Schneeglöckchen seil- geboten. Nicht die ersten — hier in Berlin gab's ja den ganzen Winter Veilchen ivaldvcttenfremd, die feingebogenen Stengel in Silberpapier verpackt. Heinz konnte fil) nicht entschließen aus bau steifen Blumenausbun für „nur einen Groschen" eines jener Sträußchen zu erstehen. Er dachte an den Garten hinter seinem Vaterhaus, wo man schon im Februar — wenn man die dürren Blätter sorgsam wcgschafste — aus einem duftenden Beet aus Watomoder, Tannennadeln, Moos und kleinen Pilzen die ersten lila Köpfchen entdecken konnte. Mit einem Finger hatte er sie hochgehoben, unb ein Dust war zu ihm aufgestiegen, so zart, so keusch, so stisch. Törichte, unbegreiflich naive Zeit! Vor einem Schaufenster in ber Leipziger Straße blieb er stehen. Ganz gedankenlos, denn er wußte nicht einmal, was er sah. Fühlte nur bas aufwallenbe Leben ber großen, goldenen Stadt bas unter bem heißen Strahl des Avni über die Straßen schäumte — fühlte mehr als er sie sah bie schonen Frauen unb die ganz, ganz jungen mit den noch dünnen Hälschen und unerblühten Gliedern — er horte das endlose Tuten der Autos, den schrlllen und doch so berußiaenben Ton der kleinen Schutzmamrsttompete. Aus Stabt und Land. Gießen, den 20. September 1922. Bürgerlicher Unterricht int Heere. Das Wehrgesetz schreibt vor, baß den Freiwilligen während ihrer Dienstzeit eine vorbereitende Ausbilbung für ben Hebergang in bürgerliche Berufe gewährt werden soll. Der im Heere eingeführte bürgerliche Hnterricht gliederte sich bisher in die 1920 neu geschaffenen Heeresfach- fchulen für Gewerbe und Technik, für Landwirt-- schäft und in die von früher her übernommene Ausbildung für bie allgemeine Zivilbeamtenlaufbahn. Nunmehr ist der letztgenannte Hnterricht in ttebereinstimmung mit ben Wünschen bes Reichstages und unter Mitarbeit von Vertretern der Ängestellten, der Behörden, des Wirischafts- lebens und eines parlamentarischen Beirats in eine Heeresfachschule f ü r V e r wa 11 u n g unb Wirtschaft umgeformt worden. Das Reichswehrministerium hat soeben bie Lehrgänge für diesen neuen Hnterrichtszweig bekanntgegeben. Der Hnterricht beginnt mit dem 4. Dienstjahr. Er gliedert sich in eine Hnterfhife, an der alle Freiwilligen teilzunehmen haben, die nicht auf Grund eines Zeugnisses oder in einer bei Beginn des Hnterrichts abzulegenden Prüfung bargetan haben, baß sie eine über das Ziel ber Hnterflufe hinausgehende Bildung besitzen. Der Hnterricht ber Wittel- und Oberstufe ist frei» willig. Während Hnter- und Mittelstufe Kennt- nisse allgemeiner Art vermitteln, soll bie Oberfl ufe unmittelbar auf ben künftigen Beruf tor- bereiten, unb zwar einmal auf bie Tätigkeit als Deamte des öffentlichen Dienstes, daneben aber auch auf ben Beruf eines Privatbeamten ober Kaufmanns. Der Hnterricht soll Hanb in Hand gehen mit der militärischen Erziehung. Persönlichkeiten mit Vaterlandsliebe unb positivem staatsbürgerlichem Willen heranbilben. Hm ben bisherigen Hnterrichtszweig auf bie neue Form umstellen zu können, mußte von ben ausschlaggebenden beteiligten Stellen dem Ersatz der früheren vorwiegend formalen, bem Lebensalter ber aus» scheibenben Soldaten schwer anzupassenden „Ein. jährigenreife" burch eine anders geartete, abei mindestens gleichwertige Bildung zugestimmt wer. ben. Das ist auf Grund bes jetzt befanntgegebe- nen Lehrplans erfolgt ** Amtliche Personalnachrich- ten. Ernannt wurden am 11. September der Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Bingen Dr. Karl Goldschmidt unter vorläufiger Belassung in der Stelle eines Amtsrichters bei dem Amtsgericht Mainz zum Landgerichtsrat bei dem Landgericht Mainz; der Staatsanwalt bei dem Amtsgericht Mainz Max Locher unter Belassung in der Stelle eines Staatsanwalts bei der Staatsanwaltschaft in Gießen zum Staatsanwalt bei dem Amtsgericht Gießen; der Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Groß-Gerau Karl Mick- l e r zum Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Bingen mit Wirkung vom 1. Oktober 1922; der Staatsanwalt bei dem Amtsgericht Offenbach Karl Eber zum Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft in Darmstadt mit Wirkung vom 10. Oktober 1922; der Staatsanwalt bei dem Amtsgericht Gießen Wilhelm G e i ß - l e r zum Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Groß-Gerau mit Wirkung vom 1. Oktober 1922; der Gerichtsassessor Dr. Eurt Schmidt in Darmstadt unter Belassung in der Stelle eines Amtsrichters bei dem Amtsgericht Darmstadt II zum Staatsanwalt bei dem Amtsgericht Offenbach mit Wirkung von. 10. Oktober 1922, und der Gerichtsassessor Kari iwwwumvMrii'a» iv.iarnireBnKMHj». aaaaaza Vom stillen, vornehmen Tiergartenviertel wehte ein Geruch reicher Hhazinthenbeete in ber. Benzinodem ber hast eichen Welt; auf ber Sonnenseite ber Straßen würbe es ber Menschheit heiß, unb man ging mit offenen Hebersießern und 3aden sommerlich leicht. Im Wartezimmer des Agenten befiel Heinz em Schwindel. In ben Bureaus brannte noch das elektrische Licht, denn sie lagen nach bem Hof hinaus, ber wie ein Schacht alle bie hohen auern zusammenfaßte. Die Ruhe unb Abgeschiedenheit hier war über alle Iahreszeiten erhaben, ob Frühling, ob Winter — bas starre Angesicht veränderte sich nicht. Drinnen fang eine Dame vor „Sieh mich vor Wonne beben." Im Vorzimmer lächelte man diskret. Nach einer Pause trat bie Wonnebebend« über bie Schwelle, ein blasses, mageres, hochschul- teriges Wesen, jeder Zoll eine Anfängerin. Heinz betrachtete sie mit mitleidiger Aufmerksamkeit. Da war wieder mal eine Hoffnung zunichte geworden —. Fetzt kam er an die Reihe'. „Wenn ich bitten darf?" . . Der joviale Agent stellte vor: „Der Tenorist, von bem ich Ihnen sprach — Herr Direktor . . „Aus —“ wieder unverständlich. Täuschte Heinz sich nicht, so war das ein Nest in Böhmen Er unterschied eine geblümte Weste, sehr viel Weste — zwei fleischige Hände, die auf zwei gewaltigen Knien lagen — unb zwei runde Brillengläser. ' .. Fangen wir an!" Der junge Mensch am Klavier ließ bie blaffen Hänbe mir ben ausgeprägten Knöcheln auf bie Tasten fallen. Seine Finger waren wie Fortsetzungen dieser Tasten: feine langen Arme wie verwachsen mit bem Instrumem — das Ganze selbst nur Instrument, ohne Seele, ohne Meinung. „Was haben Sie gesungen," fragte der Gewaltige im Hintergrund barsch. „Rudolf - Faust — Cavaradossi — alte Verdis — natürlich Flotow — und - 3osi," fügte Heinz zögernd hinzu. Der Herr fuhr aufgeregt in bie Höhe. „Bci mirr nicht! Bei rnirr nicht!" rief et laut. Bertens lächelte biabolisch. „Bist bu's, lachendes Glück, oder so was," schlug er freundlich vor. „Der Herr Direktor pflegt besonders die Operette — hauptsächlich bie Zigeuneroperetten — wie wär's mit Ioczi?" Heinz sag den kurzen Satz des ersten Aktes aus „Zigeunerliebe": „Glück hat als Gast — nie lange Rast . . .“ „Tragödie!" knurrte ber Gestrenge „Stil komische Oper. Seriös! So singt mgn das bei mirr nicht " (Fortsetzung folflL) jSchröder aus Eichlvch zum Staatsanwalt bei dem Amtsgericht Mainz mit Wirkung vom 11. Oktober 1922. — Entlassen wurde am 8. September der ordentliche Professor für Volkswirtschaftslehre an der Technischen Hochschule zu Darmstadt Dr. Alexander Hoff- m a n n zu Darmstadt mit Wirkung vom 1. Oktober 1922 an auf sein Nachsuchen aus dem hessischen Staatsdienst. — In den Ruhestand versetzt wurde am 11. September der ordentliche Professor an der Technischen Hochschule zu Darmstadt Geh. Hvfrat Dr. Karl Schert ng zu Darmstadt auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten Dienste mit Wirkung vom 1. Oktober 1922 an. Landkreis Gießen. * Heuchelheim, 17. Sept. Der Turnverein nahm heute im Saale „Ium Treppchen" die feierliche Ent hüllung seiner Krieger- Ehrentafel vor. Die Tafel wurde von Zeichenlehrer Willi W o e l k e in Dietzen entworfen hni> von Holzbildhauermeister Berke in Dietzen und Schrernermeister Georg Mandler in Heuchelheim kunstvoll ausgeführt. Der Vorsitzende L. Schmidt betonte in seiner Gedenkrede, datz der Verein 40 seiner besten Mitglieder durch den Krieg verloren habe. Diesen gefallenen Helden zu Ehren solle die Gedenktafel eine Mahnung an die Lebend«: sein. Feierliche Gesänge gaben dem Gedächtnisakt die passende Llmrahmung. * Lich, 19. Sept. Auf Grund einer neuen Ortssohung werden jetzt auf Vorschlag der städtischen Wohnungskommission und mit Zustimmung des Gemeinderats ansehnliche Prämien für die Freimachung von Wohnungen durch Zusammenlegung von Haushaltungen oder dergl. Matznahmen gewährt. Die Prämien, die aus Mitteln der Stadtkasse gezahlt werden, sind an die Voraussetzung gebunden, datz der die Wohnung Aufgebende durch schriftliche Erklärung auf die Dauer von 5 Jahren auf die Zuweisung einer neuen Wohnung innerhalb der Stadt Lich verzichtet. Turnen, Sport und Spiel. Gießener Rudersieg auf der Herbstregatta in Essen-Hügel. Der Verein Rudersport Dietzen 1913 vertrat auf der Hügelregatte am Sonntag, 17. September, die Giehener Farben. Die Schülermannschaft mit den Schülern F ö r st e r, Sinning, Neuenhagen, Heck, Steuer: Noll errang einen überlegenen Sieg mit etwa 3 Doots lang en. Dei stark bewegtem Wasser uni> hohem Wellengang fand die technisch vollkommene, siegreiche Mannschaft des Vereins Rudersport 1913 allgemeine Bewunderung und erntete von führenden Ruderkreisen lobende Anerkennungen. Der Verein Rudersport Dietzen 1913 verbucht mit diesem Erfolg seinen 3. Sieg in diesem Jahre. SanbeL Berlin, 19. Sept. Börsen st immungs- bild. Die Bereitwilligkeit der Reichsbank zur Unterzeichnung der an Belgien zu gebenden Schatz wechsel bewirkte am Devisenmärkte heute vormittag einen mäßigen Kursdruck von Auszahlung Reuyvrk bis 1380, doch erholten sich die Preise bald wieder. Die Einsätze waren hier aeiuM so belanglos wie am Effektenmärkte, wo die Geschästsstille zu einem Dauerzustande aus- zuwNhsen scheint. Die Kursverärrderungen sind dem^ntspoechrnd geringfügig und gingen durchschnittlich nur wenig über 20 bis 50 Prozent hinaus. Rur bet einigen Moatanwerten, industriellen und Spezialpapieren waren höhere als lOOp rvzentige Nachlasse fest zustellen. Diese wurden mit wenig Ausnahmen bald wieder eingeholt, so datz die Grundstimmung weiterhin als fest bei leichten Schwankungen in den Kursen bezeichnet werden kann. Etwas regeres Geschäft war zeitweise in einigen Montan» Kali- und Schiffahrts- Werten sowie Otavi zu bemerken. Am Renten- markte war die Kursbildung für heimische Anleihen uneinheitlich. Von Auslandsrenten stellten sich im Einklang mit den abgetchwächten Devisenkursen Österreichische, ungarische, und namentlich mexikanische Werte nicht unerheblich niedriger, andere aber behauptet uitb teilweise etwas höher. Frankfurt a. M.. 19. Sept. Börsen- stimmungSbild. Der Dollar lag im Frühverkehr 1350—1430. Der Devisenmarkt unterlag manchen Schwankungen. Die Preise neigen zur Abschwächung. Die Effektenbörse eröffnete bei fester Tendenz. Die politische Lage hat zweifellos eine Entspannung erfahren und die Aussichten einer Atempause haben sich gebessert. An Montanaktien blieben führende Papiere gefragter. Gut behauptet, zum Teil fester gingen Mannesmann, Gelsenkirchen, Harpener und Karo hervor. In der chemischen Gruppe lagen Griesheim, Holzverkohlung, Elberfelder Farben höher. Beachtung fanden Rheinstahl, 1950—2000, Schiffahrtsaktien neigten nach unten. Am Markt der Auto-, Maschinen- und Metallwerte freundlichere Stimmung, Kleher schwächer. Am Renten- markt überwog heute noch mäßige Ermattung und Befestigung. Zellstoff Aschaffenburg schwächer — 60 Prozent. Der Dollar um 1 Ahr in Frankfurt 1460. Frankfurt a. M., 20. September 1922. Börsenkurse. Sranfhiri Berlin Schluß- Schluß- Schluß- Schlutz- KurS Kurs Kurs Kurs Datum: 5°/,Dtsch. Kriegsank. 4°/gDtsch. Reichsanl. 3°/„Dtsch. Reichsanl. 4e/0 Preuh. Konsols Hamburg-Paketf.. . Norddeutscher Lloyd Lomm.u.Privatbank Darmstädter Bank . Deutsche Dank . . . Disconto-Gesellfchafl Dresdner Dank. . . Mitteld. Creditbank. 18.9. 19.9. 18.9. 77,50 77.50 77,50 229, - 224,— 226, - 500,- 500,- 500,* .83,- 83,- 83,- 594.- 600,- 610,- 475,- 498,- 474,- 300,- 305,- 307,- 296,- 299,- 301,- 595,- 600,- 590,- 411,— 415, - 410,- 333,- 330,- 338,- 307, - 303. — 305,- Rationalbank f. D. . ~ Doch. Gußstahlwerke 2200,- -,- 2275,- Dud.-Eisenw.-Akt.. 1110,- 1115,- 1060,- D.-Luxemb. Dergw. 2300,— 2425, — 2300, - Gelsenkirch. Dergw.. 2300,— 2460,— 2400,— Harpener Bergbau. 5000,— 4975,— 4925,— Oberfchl. Eisenb.-B. 930,- 950,- 910,- Oberschles. Gifenind. 849 - 910,- 825,— Phönir-Bergb.-Akt. 2925,- 2950,- 2925,- Bad.Anilin-u. Soda 1550,— 1540,— 1550,— Höchster Farbwerke. 1165,- 1160,- 1150,- Allg. Elektr.-Ges. . . 740,- 735,- 729,- FeltenL Guilleaume 1050,- 1040, - 1055,- Schuckert-Werke. . . 995,— 1055, — 1005,«» Adlerwerke 530,— 500, — 505,— Daimler 455,— 450,— 440,— 4'/. Hess. StaatSanl. 76,- 76,- 75,- Electron Griesheim IllV,- 1135,— 1075,- Dtfche. Bereinsbank 219,- 217,- 19. 9. 77,50 222.- 500,- 84,- 605,— 492,- 310,- 302,50 590,- 410,- 335,- 303,- 2330* • 1134,- 2365,- 2445,- 4930,- 950,- 888,- 2900,- 1565,- 1165,- 735,- 1055,- 1078,- 520,— 453,- 74,50 1110,- Derkser Deviseumarü. ©do Brief Dell» Brief Datum: 18. September 19. September 530,67 529,32 719,10 184,76 1,99 4906,15 720,91 185,24 1.84 4665,85 56,07 525,67 851,10 715,90 185,24 1,95 4893,85 4654,15 59,93 524,32 848,90 714,10 184,76 OLmflD -Rotter». 57428,10 57571,90 56928,75 57071,25 Drüllel-Antw. ' 10661,65 10688,3510536,80 10563.20 Lbristiania ' 25218,40 25281,60 25168,50 25231,50 Kovenbaaen ’ ’ 31061,10 31138,9030362,- 30438 - g2rf6D(m ’ ’ 39051,10 39148,90 38851,35 38948,65 fteffinafor«' ' ’ 3235,95 3244,05 3136.05 3143,95 Italien ' * ' 6217,20 6232,80 6207,20 6222,80 London..... 6591,75 6608,25 6506,85 6523,15 Reuvork' ' " ' 1490,63 1494,37 1473,15 1476,85 Daris ” . 11260,90 11289,10 11235,90 11264,10 Schweiz ’ * ’ . 27865,10 27934,90 27665,35 27734,65 Spanien' ' ' . . 22396,95 22453,05 22372,-22428,- Deutsch. Öestea» Prag Budapest.... Buenos Aires . Bulgarien . . . Japan Rio de Janeiro Züricher Devisenmarkt. 19. 9. 20. 9. Wechsel auf Schweizer Franken Holland 100 FI. =» 207,— 207.50 Deutschland 100 QM. = 0.35 0.37 Wien ........ 100 Kr. = 0.0075 0.0075 Prag ........ 100 Kr. = 17.40 17.— Parts ........ 100 Fr. es 40.45 40.75 London........ 1 W» 23.66 23.71 Italien 100 SL = 22^5 22.45 Brüssel 100 Fr. => 38.30 38.40 Budapest 100 Kr. = 0.21 0.22 Aeuyork 100 $ 533.- 535.50 Agram 100 Kr. = 1.80 1.75 Warschau 100 Kr. - 0,08 0.07 Marknotienmgerr. v- > Datum: 1.7.14. 18. 9. 19.9. Zürich Fr. 125.40 -,37 -,36 Amsterdam Fl. 59.20 -,17 -,17 Kopenhagen Kr. ^88.80 -.35 -,36 Stockholm Kr. 88.80 -,27 -,29 Wien Kr. 117.80 5110,— Prag Kr. 117.80 2,20 London Sh. 97.80 0,29 -,- Aeuyork $ 23.80 0,06 -,06 Paris..........Dr. 125.40 0,90 0,92 (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Der französisch-englische Gegensatz in -er Orieutfrage. Paris, 19 Sept. (WTD.) Wie der »Watin" mitteilt, hat der ftanzöstsche Geschäftsträger in London bei seinem Besuch im englischen Ministerium der englischen Regierung die Art und Weise zur Kenntnis gebracht, wie Frankreich die Erhaltung des Friedens im Orient beabsichtigt. Der Botschafter habe dann der englischen Regierung Mitteilung gemacht von der Erregung, die sich der öffentlichen Meinung in Frankreich bemächtigt habe, und von der Unruhe, die die französische Regierung angesichts der letzten Erklärung der englischen Regierung empfunden habe. Gr habe dann betont, datz in keinem Falle französische Truppen an der Seite der Griechen kämpfen könnten, und mltgeteilt, daß, um einen Konflikt zwischen französisch«: Truppen und den türkischen Truppen zu vermeiden, Frankreich beschlossen habe, innerhalb 24 Stunden seine Tr uppenabteil ungen, die gegenwärtig Punkte der neutralen Zone besetzt hielten, z u - rückzuziehen. London, 19. Sept. (WTB.) Der von der französischen Regierung an General P e l l o t ergangene Befehl, innerhalb 24 Stunden mit bee Lieberführung der Truppen auf die europäisch« Seite der Meerengen zu beginnen, erregt hier außerordentliches Aufsehen. „Daily Expretz" schreibt in einem Leitartikel zu diesen: Beschluß der ftanzösischen Regierung. es sei nicht zu viel gesagt, wenn man behaupte, datz Fern Ereignis von solchem Ernst seit dem Weltkriege das europäische Gleichgewicht gestört habe. Die peinliche Aenderung in der Politik der französischen Regierung habe die englische Regierung vollkommen überrascht. Man habe von einem derartigen Akt der ftanzösischen Regierung nicht einmal geträumt, als das britische Kabinett gestern abend um 1 Llhr ausernanderging. Man mülle sich fragen, ob die Entente und die Allianz diesen neuen Schlag überwinden tonne. Dies sei die ernste Frage, die sich für alle und nicht für Frankreich allein ergebe. Die Zurückzie- hung der französischen Truppen, so schlecht sie begründet sei, in dem.aegen- wärtigen Augenblick führe eine Krisis herbei, die schwerer sei als alle bisherigen, da fle kein Akt der Freundschaft sei. Dies vermehre die Schwierigkeiten der Leute, die von der eng- lisch-französischen Freundschaft das Beste hofft«: für Europas Gedeihen. Geschäftliches. Automobilistisch« Glanzleistnuge» der „Qldler"-Wageu. Bad Kissmgen 31. August bis 4. September. In der am 31. August bis 4. September vom Turnier-Klub in Bad Kifsingen veranstalteten Automobil- und W o t o rra d - S v o r t- woche, welche sich zur grötzten automobllsporv- lichen Veranstaltung des Iah res 1922 auswuchs, wurden Fahrzeuge aller Stärken zugelassen. Die Rekordbeteiligung von 216 Fahrzeugen, eine Ziffer, die noch in keinem deutschen Kvaftfahv- Wettbewerb erreicht worden ist, vereinigte alles, was sich bei derartigen Gelegenheiten einenNamerr erworben hat. Deshalb kam es auch zu interessanten und spannraden Kämpfen, zu denen sich« die bekanntesten Fahrer ein Stelldichein gegeben hatten. Willy Kellner- Frankfurt fuhr mit seinem 10/28 P.S. „Adler" ^ruf der turnen* reichen, 2000 Meter langen Berastrecke mit 10- bis 12prvzentigen Steigung eine phänomenal kurze Zeit. Außerdem konnte Fritz Kleemann-Homburg auf seinem 18/60 P. S. QI dIer" die beste Zeit aller Tourenwagen erreichen, für welche man ihm dann rm Wettbewerb um die .Berg- meiste r f ch a f t de r R h 5 n" einen „Sonderpreis für den schnellsten Tourenwagen" zuerkannte. Ebenso Hollen sich in sausender Fahrt die 18/60 P. S. „Adler" der Herren Volz, Irion unb Kleemann in der Reihenfolge der Nennung ihre unbestrittenen Lorbeeren: sie waren in der Klasse der Tourenwagen über 16 P. S. die allseitig anerkannten Favoriten des Tages. Sämtliche Preise dieser Klasse wurden von „Adler" erstritten. ein Erfolg, wie er schöner und überzeugender nicht errangen werden kann, und den man um so höher Änschätzen muh, wenn man berücksichtigt, daß auch die „Adler" der Zehner-Klasse unter 21 Konkurrenten den 2. und 3. Preis belegten. Auch bei den anderen Wettbewerben fiel den „Qkvler"- Wagen eine Reihe von Preisen zu, so datz die „ Adlerwerke norm. Henrrich Kleher Ql. G." in Frankfurt a. M. mit ihren Erzeugnissen wahrhaft brillant abgeschnitten haben. Der „fItegenbe* Adler 18/60 P. S. erregte — tote schon wiederholt — die restlose Bewunderung aller vpvrtS- leute und Laien. —Dü.— zi OT o o ' ^260 WEINBRAND halt! hall! wohin so eilig? Zoo Süskind, Mentalis, Neuenweg 29. Zahle f.'/.Ltr.-Weikweinflasckerr 22 Mk. v. Srck., für Kognakflasch. 20 Mk.vStL, s.Orig.-Rolweiu- staschen 18 Mk. v. Stck., für Sektstaschen zahle 8 Mk. p. Slck- für alle anderen Sorten '^laichen ebenfalls sehr hohe Preise. ^3lur6ü8finii,3lentiinito29 Kein Laden. M7° Televh. 1517. Gbstversteigerung. Freitag. 22. Sept., vorm. 10 Uhr. wird anfchUetzend an die Versteigerung an der Kretsstrahe die Obsternte meines Obstgartens an der Kreisstrasse Gietzen- Leihgestern, bestehend in Aepselnu. Birnen, verjlklüttt. .(äßtibDj tie« Schürer. Bollen Sie? reell bedient werden beim Verkauf Ihrer i WMWl- Brillanten,Gold,Silber-, Platingegenstände, Ringe, Ketten, Bestecke, Uhren, Holzbrandstifte, sowie künstliche Zähne «. Gebisse, Ferngläser so wenden Sie sich vertrauensvoll an Georg Koch Uhrmacherei u. Ankaufsstelle in Edelmetallen Mühlstrabe 2. Gegründet 1894. Daselbst stets gutgehende getragene Herren- und Damen-Uhren äußerst preiswert zu verkaufen. 9W scbwerrm. fiWfree« ftVmA« bat «ar md>. vi- w »«tr Mrd!,Wal- fi rw* e H“ Jti#w ständigen v 0 6dolg erzkelt. Zur 3ta65t6miblutta ist JUrO» tfran« besonders «e empfehlen. Z» b«b« t» all« ÄNthekq, Kwstpim ua» steifen. Je Preise Auf Wunsch Teilzahlung. 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DasGeheimnis F des Klosters MAA« MM ^CTöünwS MhstllNvllg mitein itnreisroert öleBrOöniW Mv.-SniSkrei. K Lmze. Stellen. 56oölI