UW wiederholt.) Mer die «b P nodj °°>W «siZ gö?*»«. SeKs PL- ktlvn ejhp sFE'ch zu Hotieren ?r sien $reifpnT^ "Ä ‘ÄS"“' Ö»£ i. 7rm 0)pM5 bti OB WL ? bis 60 bis ^nchr 63.10; Gfaf. Lk *= erkthättenvnddah Jtort die Mörder M° hchtsteller Dr. Stein. nsiÄnKbm führt, ver- itibeamten begaben sich ld versuchten Zutritt zu me M erzwingen. Sie chl, sv daß CBerftärtui^ e. Mhkend dieser Ui der aus der Vallusttv-r en auf der Straße Dvr° »rächten ein Hoch Lis die Kriminalpolizei Eüt mit Asthieben zer- e diebeiden Morsen tot ans. Dei-e Zckieidung. Ser Schrift- lls Mitwisser bezeichnet. nach Paris. $$-$) Ein Teil des 8 ist bereits auL Der- ehrt. Der Dvrschende n Paris zurmkervartet. richies erfolgt mMt° , wird die AeparativnS- nifung beschäftigen. rangen fSr?raakre«h. STB.) Dach Ansicht des «nkreich im Laufe des rin der Lage sein, ioldmarkSachlte- men. Man W en, die noch in dKm könnten, auf 200 W° in Amerika. TD.) Dach ein« Dä' eltenSen 13 g« '»er®uJL^ » =b«*t ™*le£ iis’gs US- 5bä» Er. 168 Erscheint täglich, außer Sonn, und Feiertags, mit derSamstagsbeilage: GiehenerFamilienblätter Monatliche Vezuqspreife: MK. 22.50 und Mk. 2.50 Trägerlohn,durch diePost Mk. 25.—, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech- Anschlüsse: fürdieSchrist- leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Sietzen. Postscheckkonto: Zrankfurl a. M. 11686. Donnerstag, 20. Juli 1922 172. Jahrgang GiekenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag : vrühl'sche Univ.-Such- und Steindruckerei H. Lange. Tchristlettung, Geschäftsstelle und Druckers Lchulstrahe 7. a|w<——a—jcnam,itr !■ 51 ..« illfgW ■■ ■~r ctt . i.,x’.'Mnia»J.Mi ■■ ■WM wjaJa Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigenv. 34 mm Breit« örtlich 150 Pf., auswärts 180 Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 500Pf. Bei Platz- Vorschrift 20 °/0 Aufschlag Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämt'lich in Bietzen. gur Verabschiedung des Arbeitsnachweisgesetzes. I Don Oberbürgermeister Dr. Most, M. d. R. Mitten zwischen.den großen politischen Erörterungen der letzten 14 Lage ist ein Gesetz vom Reichstag verabschiedet worden, dessen Endschicksal unter anderen Umstanden ohne Zweifel weit größere 'Beachtung in der weiteren Oeffentlichkeit gefunden hatte: das A r - beitsnachweisgesetz. Es bedeutet eine Stufe in der Entwickelung unserer Sozialpolitik, der eine außerordentliche Bedeutung grundsätzlicher wie praktischer Art zukommt; zugleich in der Form, die es schließlich gewonnen hat, eine sehr bemerkenswerte gesetzgeberische Entscheidung zwischen zwei einander gegenüberstehenden Prinzipien. Es hat keine Partei gegeben, die im Ausschuß oder im Plenum des Reichstags die Förderung und Stärkung des öffentlichen Arbeitsnachweises nicht als wünschenswert und dringlich angesehen hätte. Darin war man sich im wesentlichen einig. Weit auseinander aber gingen die Meinungen über den Weg, den man zur Erreichung dieses Zieles einzuschlagen habe. Dabei standen sich im wesentlichen die Anhänger der privatwirtschaftlichen und der gemeinwirtschaftlichen Auffassung, der Idee von der Frecheit und von der ZwangS- bewirtschaftung des Wirtschaftslebens gegenüber. Die Mehrheit des Ausschusses hat für die ersteren entschieden. Das Plenum ist dem beigetreten. An dem Zusammenarbeiten der bürgerlichen Parteien, das im Ausschuß monatelang durchgeführt war — nicht auf Grund von Verabredung, sondern notwendigerweise auf Grund gleicher Grundmeinung —, hat sich auch in letzter Stunde kaum etwas geändert, trotz allem, was dazwischen vorgefallen ist. Daß schließlich bei der dritten Lesung des Gesetzes ein Teil der Deutschnationalen es ab- gelehnt hat, schlägt nicht allzu sehr zu Buch. Im Ausschuß hat auch diese Partei Schulter an Schulter mit den übrigen nicht sozialistischen Fraktionen gearbeitet. An drei Tatsachen kann, wer das Gesetz kritisiert, nicht vorübergehen: 1. an der Tatsache, daß schon vor dem Kriege die öffenllichen Arbeitsnachweise vor allen anderen Formen der Arbeitsvermittlung die maßgebende Rolle errungen haben, und zwar im wesentlichen dank ihrer tüchtigen Leistungen. Das bleibt immer ein Ruhmestttel, insbesondere der gemeindlichen Sozialpolttik. 2. An der Tatsache, daß bereits das Stellenvermittlergesetz von 1910 die Möglichkeit geschaffen hat, den Geschäftsbetrieb auch nichtgewerbsmäßiger Arbeitsnachweise aller Att durch behördliche Anordnungen zu regeln; 3. an der Tatsache schließlich, daß Kriegsund Demobilmachungsrecht Öen Grundsatz sowohl des Errichtungszwanges als auch der Verpflichtung der Arbeitgeber zur Anmeldung ihres Bedarfs an Arbeitskräften unter gewissen Voraussetzungen an den öffenllichen Arbeitsnachweis festgelegt hat; nebenbei wohl bemerkt: nur die Verpflichtung zur Meldung, nicht aber die Verpflichtung zur Einstellung gerade der erwa vom Arbeitsnach- weis zugesandten Arbeitskräfte. Diesen Errichtungszwang, d. h. die Verpflichtung jedes Stadt- und jedes Landkreises (gegebenenfalls unter Zusammenlegung mehrerer Kreises zur Errichtung eines öffentlichen Arbeitsnachweises, ist nun gesetzlich festgelegt. In der wellaus überwiegenden Zahl der Fälle wird es sich dabei tatsächlich nicht um eine Neuerrichtung handeln, sondern lediglich darum, 'Bestehendes in die vom Gesetz vorgesehene Form zu bringen. Die Meldepflicht für größere Betriebe kann vom Reichsarbeitsminister je nach Bedürfnis angeordnet werden. Dabei wird in erster Linie an Krisenzeiten gedacht. Die Landwirtschaft ist davon, ebenso wie alle Betriebe anderer Art mtt weniger als fünf Arbeitskräften, grundsätzlich ausgenommen. Die Geschäftsführung der öffenllichen Arbeitsnachweise soll einem parttättsch zusammengesetzten Derwaltungs-- ausschuß unterstehen. Den Vorsitzenden ernennt die Kommunalverwaltung. Daß auch hierbei ein Mißbrauch und offenkundige Par- tellichkeit nicht Platz greife, soll durch ein gewisses Einspruchsrecht der Interessentenvertreter gegen diese Ernennungen gesichert werden. Nicht angenommen wurde — u^rd das ist der Hauptgegenstand des Stteits gewesen — der Gedanke, daß der öffentliche Arbeitsnachweis das Monopol haben, d. h. daß jeder andere Arbeitsnachweis aufgelöst werden solle. Das Gesetz sieht vielmehr vor, daß auch künftig neben dem öffenllichen Arbeitsnachweise andere gemeinnützige und Interessentenarbeitsnachweise weiter bestehen und unter gewissen Voraussetzungen sogar neu errichtet werden können. Allerdings werden diese der Aufsicht der Landesarbeitsämter bzw. be6 Reichsamts für Arbeitsvermittlung sowie den für ihren Betrieb vom Reichsarbeitsminister zu erlassenden allgemeinen Vorschriften unterstellt. Hiergegen wird im Interesse eines wirklichen Hand-in-Hand-Arbettens aller Glieder der Arbeitsvermittlung wenig einzuwenden sein. Von einem Zwang, die öffenllichen Arbeitsnachweise zu benutzen, ist im Gesetz an» gesicht dessen natürlich auch keine Rede; denen bleibt das Zeitungsinserat nach wie vor offen. Jeder hat nach wie vor die Frecheit, als Arbeitgeber die ihm notwendigen Arbeitskräfte und als Arbeitnehmer die für ihn in Betracht kommende Stelle zm suchen, wo und wie er will. Die bürgerliche Arbeitsgemeinschaft- Berlin, 19. Zull. (WTB.) Die Besprechungen im Reichstage zwischen den Führern des Zentrums, der Deutschen Volks- Partei und der Demokrattschen Partei stellten erneut die grundsätzliche Ueber- einstimmung der drei Pa-rteien über die Bildung einer bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft fest. Die Deutsche Volkspartei trat abermals für die Einbeziehung der Bayerischen Volkspartei ein. Es bestand auch eine Einigkett, daß der Bayerischen Vvllspartei der Eintritt in die Arbeitsgemeinschaft offensteht. Diese Partei verhandelt auf dem demnächst abzuhaltenden Partettag darüber. Die Ar- beitsgemeinschoft wird erst zur praktischen Auswirkung gelangen, wenn der Reichstag wieder versammelt sein wird. Eine offizielle Erklärung der drei bürgerlichen Parteien steht bevor. Berlin. 19. Juli. (WTB.) Zwischen den Abgeordneten Marx, Stresemann, Petersen, den Vorsitzenden der Reichs- tagsfraktivnen des Zenttumö, der Deutschen Volkspartei und der Demokrattschen Partei, wurden im Reichstag die Verhandlungen über die Arbeitsgemeinschaft fortgesetzt. Der Parteivvrstand der Demokratischen Partei des Reiches ist heute vvrrnittag im Reichstagsgebäude zu einer Besprechung zusamMxngetreten, die bis zur Mittagsstunde noch nicht beendet war. Der Schutz der deutschen Republik und die Internationale. Amsterdam, 19. Juli. (WTB.) Heute vormittag fand unter Leitung des Vorsitzenden des internationalen Gewerkschaftsbundes, Thomas, eine internationale Konferenz statt, welche vom internationalen Ge- werkschastsbund und den Leitungen der Ge- werkschaftSintemattonale von ßonöon und der zweiten Gewerkschaftsinternationale einberufen war, um Über die Möglichkeit der Schaffung einer gemeinschaftlichen Front zum Schutze der deutschen Republik und der Unterstützung eines Stteikes der deutschen Arbetter gegen die Reaktton und nattonaliftt- scherk und rnonarchisttschen Strömungen in Deutschland zu beraten. Ein neuer LtreitsM mit General Rollet. Berlin, 19. Zull. (WTB) General Nollet verlangt seit langem eine Statistik über das gesamte deutsche Kriegsmaterial, welches nach Abschluß des Waffenstillstandes sich noch in unserem Besitze befand. Er brauche diese zum Vergleich: damit, was abgeliefert sei. Duzu wird von zuständiger Stelle mttgeteilt: Wir hablrn ihm immer wieder erklärt, daß solche Statistik in zuverlässiger Weise nicht aufgemacht werden könne, denn wir wissen nicht, was damals im Besitze der deutschen Stellen gewesen ist, was während der Rückzüge'im Westen und Osten verloren gegangen oder in die Hände der Zivil- bevölkerung gekommen war. Ein Kontrolloffizier fand im Spandauer Archiv die Allen der früheren Abnahmekommission vor. Er glaubte, daß die Allen als Untertage für die Statistik von Bedeutung sein konnten und verlangte deren Durchsicht. Auf seinen Wunsch sagte ihm der zuständige deutsche Offizier zu, die Allen sollten bis zum nächsten Tage liegen bleiben. Inzwischen hatte das Reichsschatzministerium die Untersuchung über den Fall R o ck st r o h eingeleitet und die Beschaffung dieser Akten nach Berlin schon vor dem Besuche des Kontrolloffiziers angefordert. Grade an diesem Tage kam der Befehl, die Akten nach Berlin zu schaffen und der Kontrolloffizier fand sie also am nächsten Tage nicht mehr vor, worin Rollet einen Vorwand erblickte, ihm die Akten zu entziehen. Die Allen können in Berlin eingesehen werden, wenn die Kontrollkommission überhaupt das Recht hat, die Allen zu verlangen, was, abgesehen von diesem Falle, diesseits grundsätzlich bestritten wird. Rollet konstruiert natürlich einen neuen Obstruktionsfall. Huf er Bemühen geht aber seit langem dahin, der Kontrollkommission nach Möglichkeit keinerlei Schwierigkeiten zu machen. Ein englischer Vorschlag auf Herabsetzung der Reparationen? London, 19. Juli. (WTB.) Reuter meldet aus Neuyork: Hier ist ein Bericht emge- troffen, der von vielen Blättern veröffentlicht wird, wonach Großbritannien eine Herabsetzung der Reparationen vorgeschlagen und gleichzeitig angeboten habe, auf dieihm geschuldetenSum- men zu verzichten. Bisher habe sich die ser Bericht nicht bestätigt. Er habe aber die Aufmerksamkeit und Bewunderung einiger führenden Blätter hervorgerufen. Gelehrtenelend in Rußland. Genf, 19. Juli. (WTB.) Nansen traf mit den Svwjetbehörden eine Vereinbarung zur Unterstützung der notleid enden russischen Professoren und Lehrer, die vor allem die regelmäßige Versorgung der hungernden Gelehrten mit Lebensmittelpaketen, die in Riga zusammengestellt werden, bezweckt. Es wurde eine Liste der besonders Bedürfttgen zusammengestellt, die zunächst die Versorgung von etwa 3000 Professoren und Lehrern vorsieht. Das Genfer Ko- mttee weist in einem Appell auf die dringende Notwendigkeit, außerdem auch Bücher, wissenschaftliche Instrumente usw. für die russischen Gelehrten zu sammeln, da hierin die Not besonders groß sei. Viele berühmten Gelehr- test mußten ihren Besitz, darunter auch die Kleider und Bucher verkaufen, und müssen jetzt mtt ihrer Familie in einem einzigen Zimmer Hausen. Russische Sowjetjuftiz. London, 19. Juli. (WTB.) Reuter meldet aus Riga: Nach einem Bericht aus Moskau ist der Erzbischof Khately zum Tode verurtellt worden, weil er sich geweigert hatte, den Sowjetbehörden die Kirchenschätze auszuliefern. Die zunehmende Not in Wien. Wien, 19. Juli. (WTB.) Heute vormittag kam es vielfach zu Drohungen des Publi- kumsgegendieHändler, die mit den Preisen in Die Höhe gingen. So notierte z. D. Rindfleisch 4—8000, Schweinefleisch 8 13 000, Schmalz 14 000, Speck bis 16 000 Kiwnen. Inländische Grün- waren werden genau so teuer verkauft wie aus dem Auslande bezogene. Abends findet eine Vertrauensmännerversammlung im Arbeiterheim statt die zur Teuerungsfrage Stellung nehmen soll. Die Arbetter der Staatsdruckerei üben aus Unzuftie- denhett über ihre Bezüge passiven Widerstand aus, wodurch die Fertigstellung der Vorlage?: für das Parlament unö die parlamentarische Tätigkeit gehemmt wird. Die Blätter weisen Hei Besprechung der Teuerungsdemonstrationen auf die Pflicht des Auslandes hin, Oesterreich zu helfen, denn das Ausland trage die Hauptschuld an Oesterreichs Unglück. Die Haager Besprechungen. Haag, 19. Juli. (WTB.) Heute nachmittag fand eine Plenarsitzung der nichtrussi- schen Kommission ohne die russische Abordnung statt. Sogleichnach Eröffnung derSitzung beantragte Avezzana mtt Rücksicht auf die von Litwinow abgegebene Erklärung namens aller Abordnungen nachstehende Entschließung: „Die nichtrussische Kommission nimmt mtt Genugtuung Kenntnis von dem Vorschlag der russischen Abordnung, ihren Regierungen die heute durch Litwinow vorgelegte Erklärung zu unterbreiten. Die nichtrussische Immission findet in den Bedingungen dieser Erklärung selbst keine Grundlage für eine Vereinbarung. Sie stellt aber fest, daß die in dieser Erklärung erwähnte Richtschnur, wenn sie durch die russische Regierung angenommen und durchaus ausgeführt wird, beitragen kann zur Wiederherstellung des für die gemein» schaflliche Arbeit Europas im Interesse des Wiederaufbaues Rußlands notwendigen Verttauens. Die nichtrussische Kommission stellt weiter fest, daß diese Erklärung eine günstige Atmosphäre schaffen kann für weitere Unterhandlungen, die die verschiedenen Regierungen für wünscheriswert hallen müssen." Lloyd Greame sagt darauf, daß diese Entschließung vollkommen in Einklang sei mtt der Auffassung der britischen Abordnung. Die Entschließung wurde daraus mit allen Stimmen angenommen. Die Schlußsitzung der Haager Konferenz findet morgen nachmittag statt. Aus dem Reiche. Veränderungen in der höheren preußischen Verwaltung. Berlin, 20. 3ali. Die Morgenblätter verbreiten eine' Korr.spondrnzm. lda-g über die Neubesetzung der erledigten Reglern ngspr äs identen Po ste». An Stelle des Oberpräfidentenposten von Marienwerder wird Oberpräsidialrat Prosker treten, der politisch dem Zentrum nahesteht Der Regierungsbezirk Merseburg ist mit dem sozialdemokratischen Landrat Bergmann besetzt Work en. In das Regierunge Präsidium Hildesheim ist M.nisterialrat I von Haltern und in das Regier rngspräftdrrm Stettin Oberregierungsrat Moritz berufen worden, j Beide Regttrungspcäsidertten gehören der Deutschen Volkspartei an. In das Regierungspräft- dium in Aurich ist der demokratische frühere Parlamentarier und Bürgermeister von Norderney. Berghaus, berufen worden. Zum Regier ings- vräkidenten in Koblenz dürfte der streik- Dllc gierte der Rheinlandkommission Bauknecht prüfen weiden, der der sozialdemokratischen Partei an= gehört. 2llch für die Regi.rungsp äsidcn.en tn Aachen, Trier und Osnabrück sind die neuen Regierungspräsidenten bereits vorgesehen. Sie werden ebenso, wie der neue Oberpräsident der Rheinprovinz, Dr. Fuchs, dem Settrum angeboren. Demnächst soll auch der Regiorungspiä i dent von Schneidemühl, von Bülow, in den einstweiligen Ruhestand verseht werden. Das Ministerium des Innern ist entschlossen, die Ent schließung des Landtags, wonach die leitenden Stellen in Verwaltung und Iusti; nur zuverlässigen Republikem übertragen werden sollen, zur Durchführung zu bringen. Das nächste Eingreifen dürste sich auf die Besetzung einer größeren Anzahl von Landratsämtern in Ostpreußen beziehen. Die Abstimmung der Parteien beim Schutzgesetz. Laut „Vorwärts" haben in dec letzten Reichstagssitzung für das Gesetz zum Schutze der Republik gestimmt die Unabhängigen, die Sozialdemokraten, die Demokraten und das Zenttum, dagegen die Deutschnationalen, die Kommunisten, die Bayerische Vvllspartei, die Welfen und der Bayerische Bauernbund mtt Ausnahme seines Fraktions- Mitgliedes, Reichsernährungsminister Fehr. Ein großer Riß ging durch die Deutsche Volks- Partei. Der größte Teil stimmte für das Gesetz, die anderen haben sich teils der Stimme enthalten, teils sich.nicht an der Abstimmung beteiligt. Bei der Abstimmung über das Gesetz über die Pflichten der Beamten stimmten die Kommunisten, die Anabhängigen, die So zialdemokraten, die Demokraten und das Zentrum dafür, die Deutschnatir^alen, die Deutsche Vollspartei, die Bayrische Vvllspartei, der Bayrische Bauernbund und die Qjtelfcn dagegen. Aus der Deutschnationalen Dokkspartei. ^Berlin, 19. Juli. (WTB.) Der Reick»- tagsabgeordnete Henning hatte bei tfer Parteiäitung der *■ Deutschnationalen Volkspartei die Einsetzung eines Unter* suchungsausschusses beantragt, um gewisse gegen chn schon sett langem erhobene Vorwürfe prüfen zu lassen. Der Untersuchungsausschuß gelangte zu dem Ergebnis, daß gegen Henning nichts vorliegt, was ihn sttaftecht- lich belastet oder ehrenrührig erscheint, daß aber die Art seiner polttischen Betättgung den Interessen der Partei nicht entspricht. Die Reichstagsftaktton und der Parteivor- stand gaben daraufhin die Erklärung ab, daß ein Verbleiben Hennings in der deutschnatto- nalen Arbeitsgemeinschaft unerwünscht erscheine. Berlin, 19. Juli. (WTB.) Der frühere Reichsgettchtsrat und badische Iustizminister Prof. Düringer hat in einem Schreiben an den Reichstagspräsidenten Loebe seinen Austritt aus der deutschnationalen Fraktion angezeigt. Das Ende der Mörder Rathenaus. Berlin, 19. Juli. (Priv.-Tel.) Im „Achtuhr-Abendblatt" wttd das Ende der Rathenaumörder wie folgt dargestellt: Kern erschoß sich nicht selbst; er wurde vielmehr von Beamten der Halleschen Polizei erschossen, die, well sie sich durch die Repetter- pistolen der Mörder bedroht sahen, nach den Fenstern hinaufschossen. Sine Kugel durchschlug die Schädeldecke des Kern. Er muß sofort zu Boden gestürzt sein. Fischer legte rhn daraufhin auf das Bett und versuchte das Blut zu stillen. Kern verstarb jedoch, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben Dies mag Fischer so deprimiert haben, daß er die Waffe gegen sich selbst richtete und sich den Tod gab. Kommunistische Karriere. Berlin, 19. Juli. Der Führer der kommunistischen Landtags - Fraktion in Thüringen, VollsschullehreL Senner in Sundhausen bei Gocha, ist nach dem „Lokalanzeiger" vom Minister für Volksbildung zum kommissarischen Kreisschul- rat im Schulaufsichtsbezirk Weimar 2 ernannt worden. Senner ist der erste Kommunist in den höheren Schulstellen Thüringens. Die technische Aothilse. Stettin, 19. Iuli. (WTB.) Als heute mittag der Dampfer „Sw ine münde" die Fahrt nach Swinemünde antreten wollte, erschien ein Zug der Streikenden mtt einer roten Fahne am Anlegeplatz des Dampfers und versucbte. das Schiffspersonal zum Niederlegen der. Qlrbeit zu überreden. Die Sttettenden erreichten auch, daß mehrere Heizer den Dampfer verliehen, so daß dieser nicht abfahren konnte. Dem „Stettiner Generalanzeiger" zufolge wurde durch die Technische Rvchilse Heizpersonal zur Verfügung gestellt, so daß der Dampfer abends auslaufen konnte. Der regelmäßige ^Betrieb Stettin-Swine- münde wird weiterhin mtt Unterstützung der Technischen Rothllfe durchgeführt. nSÜtJlr a u2-8 e ? i1e 1S’ti5L I eines regulären Auslandspasses ist, dem daS Oberschleften tote ms Mitteldenffche 2Iifftani>^» I -nstLndiae Finanzamt oinpn sL-T seBiet, unbjtoor sim Sic her Äcpiblü. (Hn- Uteilt Wetter auf der Abg. «mdt (DtschrM.): ruhe mb Widerspruch.) Auch gegen die -Justiz und gegen die Richter im besonderen hat der Abg. Kaul schwere Angriffe gerichtet. Wenn Fälle sich ereignet haben sollten, in denen Richter nicht nach L«ht und Gesetz, sondern nach po- litffchen Gesichtspunkten irteilten, müssen diele Fälle zum Gegenstand der Untersuchung gemacht werden nicht aber zur Ausschlachtung in Len Parteiolattern. Mit dem Deutschvöllischen Schutz- und Truhbund. dem übrigens Mitglieder aller Parteien cmgehör?n, steht die Dettschnationale Partei in keiner Verbindung. ülebrigens hat dieser Bund niemals zum Bürgerkrieg gehetzt. Er ist zu Llnrecht verboten worden. Amtliche Personalllachrich- t e Ti. Ernannt wurde der Regierungsbauführer rer Theodor Hager zu Mainz zum Regierungsbaumeister; am 14. Juli der außerordentliche Professor an der Universität Freiburg. Dr. Paul Mombert zu Freiburg i.B. mit Wirkung vom 1. Oktober 1922 ab zmn ordentlichen Professor der Staatswissenschaften in der philosophischen Fakultät der LandeS- Der KP. D-Abgeordnete Rinck hat sein Mandat niedergelcgt. An seine Stelle tritt der Eisenbahner Zwillin g-Mörfelden in den Landtag ein. denklichkeitSvermerk" beigegeben hat. Künftig fällt also der bisher notwendige Gang zum Pvlizeiamt, das seinerseits den Sichtvermerk Arrs StaM NnD ßmtiL Gießen. Len 20. Juli 1922. WettervoranSsage Warmer, trocken, vielfach heiter. Rachdem dir Depression weiter nordostwärts gezogen ist und sich weiterhin verflacht hat, stehen wir morgen unter dem Einfluß eines von Frankreich her nachgedrungenen Hochdruckgebietes. Erneut fallender Barometerstand an der englischen und französischen Küste deutet auf bald wieder unbeständigeZ Wetter hm. Baden im- die Getreidemnlage. Karlsruhe, 19. ^uFt. (WTB.) Der Landtag befaßte sich heute nachmittag mit einem Zentrumsantrag, wonach die Regierung bei der Leichsregierung erneut dahin wirken soll, daß die von Baden verlangte Getreideumlage reduziert wird, wie eS der diesjährige Saatenstand erfordert, der in manchen Landestellen und bei einzelnen Ge- treidesorten einer Mißernte nahezu gleich- kommt. Der Abgeordnete W e i ß h a u p t gab hierzu eine eingehende Begründung. Die vom Reichstag beschlossene Getreideumlage bedeute für die badische Landwirtschaft eine übermäßige und ungerechtfertigte Svnderbesteue- rung von 22,6 Millionen, gegen die sich die badische Regierung verschiedentlich gewehrt habe. Sie Jei bereit, nochmals vorstellig^ zu werden. Der Landtag möge sich freimütig^ in= ter die Regierung stellen. — Der Antrag wurde ohne Debatte bei nur einer Stimmenthaltung angenommen. a. Ober-Lais. 18. Juli Die Einweihung der zwei neuen Glocken f tadel am ersten Sonntag im August statt. Die Glocken werden von der bekannten Firma F. W. Rincker in Sinn geliefert. Starkenburg und Rheinhessen. wd. Bingen, 19. Juli. Infolge erneutet Verschärfung der Wohnungsnot hat b-t Stadt- Verwaltung angeorbnet, daß in Zukunft in die Liste der Wotznungsuchenden nur solche Familien ausgenommen wer Len, dreen Haushaltungs- Vorstand mindestens 26 Jahre aff ist Kreis Wetzlar. * Wetzlar. 19. Juli. Dem Fabrikanten Äari Hen soldt, Inhaber der Hensolbt-Wer!,st in Anerkennung seiner Berdienste um di? Dervoll* Hessischer Landtag. 1 8. Sitzung. St. Darmstadt, 19. Juli. Am Regierungstshe: Frrurnzmrnister Henrich. Minimer Raab und Regierungskcmrmis- fare. Präsident Adelung eröffnet die Sitzing um 9.30 llhr. Das Haus setzt die große politische Aussprache fort. Dbg. Ruß (3h.): Die derzeitigen Doranschlagsberatungen stehen im Zeichen der unsichere.^ wirtschaftlichen Der-- hältnisse. Zum ersten haben wir ein Millionen- budget mit einem erheblichen Defizit, and der Sturz der Mart läßt einen sicheren Schliß auf die Zukunft nicht zu. Was die Lage in Hessen betrifft. so habe ich zunächst im 'Namen meiner Fraktion folgende Er kläru ng abzagcben: Zu dem Antrag des Abg. Dr. Osann and Genossen, die Ernennung des Abgeordneten DOrnemann zum Ministerialrat beim Staatspräsidenten betr.. erklärt die Zenlrums- frnftion: Die Ernenn rng des Abg. Dornemann zum MrTii'terialrat. die der Staatspräsident nach den besonderen Verhältnissen fernes Ressorts glaubte vornehmen za sollen, ist vom ärgern ein rechtlichen Standpunkt aas nicht za beiämpfen, zumal der Staatspräsident erk ärl Hot, daß die Berufang Bornemairns grand atzlich nichts ändert an der Stellung and 'Drdeatmg des Be- rufsbeamteTttams. So sehr wir überzragt sind, Wi grundsätzlich an eurem fest mit dem neaen Staat verwachsenen Bernfebiamtentrm mii entsprechender Vorbildung mb anganeffen^r B.för- berungsmbglichrctten sestgehÄten werden soll, so wenig können wir in Abrede stellen, däß für besonders Verhältnisse und Bedürfnis e aach aas- nahmstoeise Beruf angen erfolgen können, die von den allgemeinen Hannen abweichen. Wir sind im übrigen der Meinung, daß es den Parlamentaris- nrus aff verhängnisvolle Bahnen leiten hieße, tr-eirn fÄte wirklich oder vermeintlich verfehlte ’ Beamtenemennung zam Gegenstand einer parlament-arischen Aktion mit politffchen Weiterungen gemacht würde. Wir lehnen demge- mätz den Antrag ab. Universität Gießen; am 14. Juli der Lehrer Philipp G e i b e l zu Pfungstadt zum Lehrer an der Volksschule zu Dieburg; am 17. Juli 1922 der Gerichtsassessor Paul Gutermu^h aus Darmstadt zum Regierungsassessor. Am 15. Juli 1922 wurde der Hauswart Heinrich Roch er zu Darmstadt wegen llebertritts in den Reichsdienst vom 20. Juli d. I. ab aus dem hessischen Staatsdienst entlassen. ** Erleichterung des Reiseverkehrs nach dem Auslande. Für Deutsche, die in dem Reichsgebiet Wohnsitz oder dauernden Aufenthalt haben, ist seit dem 1. Juli der SichtvermerkSzwang zu Reisen nach dem Ausland aufgehoben. I Es genügt, daß der Betreffende im Besin — Ans dem Stadttheaterbureau. Am Dienstag. 25. Juli, findet ein weiteres Gastspiel des staall. Kurtheaters Bad-Rauheim mit Oskar Wildes Die raf tiger Komödie „(Sin idealer (Satte“ statt. Der Aufführung, von Adolf Telekh fvrgsam vorbereitet, darf mit großem Interesse entgeaengesehen werden, da fast das gesamte Personal beschäftigt ist. — „Die versunkene Glocke", Gerhar Hauptmanns stimmungsvolles Märchendrama wird morgen von der Gießener Waldbühne auf» geführt, worauf hiermit noch einmal aufmerksam gemacht sei. Die Auffühimng beginnt abends 7 llhr und wird gegen 9 llhr beendet sein, sie findet nur bei Gestern hat der Abg. Kaul Hatz gepredigt. Eme weite Kluft hat sich aufgetan durch Sie Schüsse zweier Fanatiker. CRcbner rekapituliert bann zunächst den Verlauf der letzten Svnnwend- feier, zu der er die Rede hielt, die auch anwesende Feinde zur Achtung und zum Beifall zwang. Es war an dem Tage des Rathenau-Mordes, und er habe bereits damals. dies» Tat verabscheut und 5er Jugend zu gerufen. Rur reine Herzen und reine Hande formen das deutsche Vaterland retten Dw Abscheu vor jeder Gewaltpolitik ist in uns allen. Darüber hat feiner unserer Führer je erschütternde Schicksal des deutschen Volkes ist die einen Zweifel gelassen. Der Fluch und das weit- Uneinigkeit und der Ktasscmhaß, der gestern wieder vom Abg. Kaul gepredigt wurde. Ich hätte lieber, gleich dem Herrn Vorredner, vom großen adgememen Gesichtspunkt gesprochen, leider kann ich, das nicht, ich muh hier auf Einzelheiten ein* gchen. Ich spreche für die Deutschnatümale Partei, einer Partei, der Millionen Deutsche ange- horen. Redner verlleft dann eine Reihe von Pressestimmen, in denen gegen die Deutschnationalen gewettert wird und stellt fest, daß bisher noch keinerlei Beweis erbracht werden konnte, daß feine Partei mit den Mordorgarnsationen oder gar mit dem Rathenaumorb in irgendeinem Zusammenhang steht. Die Atmosphäre haben wir nicht geschaffen. Was wir an Kritik übten, das steht uns verfassungsgemäß zu. Dieses Recht werden wir uns niemals nehmen lassen. Wenn Sie (zur Linken) die Atmosphäre reinigen wollen Dann gehen Sie zunächst einmal mit Ihrer Preße m8 Gericht. Wenn Ihre Presse sich auf den Ton beschränkt, wie die unsere, dann ist schon viel gewonnen. (Oha! Widerspruch, Heiterkeit.) Er bespricht bann die Koalltion und meint die Tragfähigkeit dieser Koalition in allen Ehren aber für die geringe. LeistungssähigLit dieser Koalition imS verantwortlich zu machen, das geht doch nicht an. Wir haben auch nicht etwa Fälle“ konstruiert. Der Fall Raab z. D. ist eine reine Kvalitionsangelegenheit. Im weiterer polemi- jiert der Redner gegen die Ausstchrrngrn des «Abg. Kaut und nimmt die St über-te.-, >4aft gegr< die Angriffe in Schutz Die St ident - -.-p-fi Dam-- j Redner kommt dann auf die heffischen Vor- gänge^zu sprechen. Er vermißt eine Statistik über die Fälle, in denen gegen rechtsgerichtete Politiker vvrgegangen wurde und hofft, daß die Regierung diese Statistik noch beibringt. Wie im Hause Osann gehaust worden ist, so ist nie von den Hereros gehaust worben. Wie bas möglich sein tonnte, ist heute noch irn begreiflich. 3m" Finanzausschüsse ist tatsächlich von sozialdemokratischer Seite der Ausdruck gefallen, daß die Täter glaub* ten, im Sinne der Regierung zu handeln. Tatsache ist, daß die Vorbereitungen der Regierung, die zum Schutz der Bürgerschaft notwendig waren, nicht genügten. Die Regierung muhte wissen, daß sich derartiges ereignen konnte, sie muhte darum für genügenden Pollzeffchutz sorgen. Die Verantwortung fällt auf den Herrn Minister Raab. Der Mobilmochungsaufruf war ein deutlicher Aufruf Zu Gewalttaten. Es ist darum dem Herrn Minister Raab der Vorwurf nicht zu ersparen, daß er als Richtfachmann nicht auf den Fachmann hörte, der stärkeren Polizeischutz verlangte. Wir können uns also nur dem an schließen, was der Redner Der Deutschen Volkspartei gesagt hat, daß Herr Raab ferner Aufgabe nicht gewachsen war. Wenn nun gesagt wurde, daß die Täter Auswärtige tparen, so frage ich, ist Ülnterfuchung eingeleitet darüber, wer diese auswärtigen Elemente hergeholt hat. (ftnruhe.) Ich frage weiter, wie konnte der Herr Minister für Arbeit und Wirtschaft allein die Entscheidung treffen, ohne den legitimen Vertreter des Ministers des Innern, Staatsrat Dr. Reih, zu befragen. Ich erwarte auch eine Untersuchung darüber, was der Herr Präsident Dr. Strecker auf dem Marktplatz gesagt hat.' Redner bespricht so- daim den hetzerischen Anschlag des sozialdemokratischen Organs über den erdichteten Anschlag auf feine Geschäftsräume. Darin war gesagt, daß dae die Folge von deutschncrtionaler Verhetzung sei. Diese Anschläge sollten sofort in den Fabriken verteilt werben. Herr L^uschner, als Gewerkschaftsführer, hat sich geweigert, diese Zettel zu verteilen, und damit wertere schwere Ausschreitungen verhindert. Werter brachte das gleiche Organ eine Reihe vor» nchmahartikeln, öle, wenn sie ein rechtsstehendes Blatt gebracht hätte, zu 'Verboten und schweren Bestrafungen sicher Anlaß gegeben halten. Wir fordern gleiches Recht für alle von der Regierung, wie es die Reichsgesetze verbürgen. An dem Sturz der Mark war der 27. Juni schuld, als bas Ausland sah, daß der Regierung die Zügel aus der Hand glitten. (Es kommt im weiteren bei Verlesung zahlreicher Zitate zu anhaltenden teils erregten, teils humoristischen Zwischenfällen, Zwic- gespcächcn mit Linksabgeordneten und zu großer üinrubc. Der Präsident schwingt dauernd die Glocke.) Redner schließt mit der Versicherung, daß feine Panter für den Schutz der Weimarer Verfassung ist, und dah fte in all ihren Vorgehen nur auf . verfassungsmäßigem Wege schreitet. Wir arbeiten für das ganze deutsche Doll, auch für die Arbeiter, während Sie (zur Linken) eine Klasserrpartei sind; bei den nächsten Wahlen werden' Sie ja merken, was der 27. Juni für Folgen zeitigen wird. Es muß schlimm bestellt sein um die Republik, wenn fic sich glaubt schützen zu müssen durch Verbote von Zellungen, Regimentsvereinen usw. Wir protestieren gegen diese Verbote, besonders gegen das ßes Schutz- und Trutzbundes, der nur sittliche, feine politischen Ziele verfolgt. Es geht um Leben unb Sterben des deutschen Volkes. Wir baten einen großen Teil Oberschlesiens verloren in diesen Tagen. Gür er leb m, daß das französische ■Parlament beschließt, daß Deutschland allein Schuld am Kriege hat. Richts von alledem regt das deutsche Volk auf, aber die Schüsse zweier Wahnsinniger bringen es fast zur Selbstzerfleischung. Das sind tiefbeklagenswerte Zustände, die uns mahnen sollten zur Ernigkeft, anstatt uns ständig gegenseitig zu bekämpfen. Racyste Sitzung Donnerstag, 9i'> Ahr — Schluß 3, $2 Uhr. * fvmmnung der Optik geodötischer Instrumente von der technischen Hochschule zu Stuttgart die Würde des Dr. in g. ehrenhalber verliehen worden. Heyeu-Naffau. Aufgelbstes Rmnpf-SLadtparlamem. mc. Bad Orb, 19. Juli. Der Minister des Innern hat die hiesige Rumpf - Stadtver- ordneten-Versammlung, die nur noch aus neun Sozialdemokraten bestand, auf = gelöst. Die Bürgerlichen waren zu Anfang des Cxibred infolge fortgesetzter Konflikte mit" den Sozialisten aus dem Parlament ausgetreten. Die Reuwahlen sollen baldigst stattfinden. Die Zehutaufeudmarkscheiufabrik hn Keller. fpd. Frankfurt a. M., 19. Juli. Die, wie gemeldet, im Hause Kaiferstrahe 58 aufgedeckte Falschmünzerwerk st ätte zur Herstellung von Zehnmark- und Zehntausend- markscheinen stellt sich als eine der größten der in den letzten Jahren aufgefundenen heraus. Die Werkstätte, die in einem rwch unter den eigentlichen Kellerräumen liegenden Versieh aufgefchlagen war, hatte das Falschmünzer- konsortürm erft mit elektrischem Licht versehen lassen. Die SteindrucHandpresse war neuester Konstruktion und erst vor einigen Tagen für schweres Geld gekauft. Von der Werkstätte hatten die 5^auSbewohner nicht bi? geringste apolitische Ab sie m pehung Derträgl (Log. I Delp: Das verlangt «ruch niemand! — Abg. Ruh: Ich freue mich, das) wir darin einig gehen.) Redner bespricht dann die Reichsgesetze und Erlasse zum Schutze der Republ ' und erinnert dabei an die Rede tc3 Lei Hs tagsabgevrdnetea Dell, der sich strikt gegen jebez, -^u^nahmege,etz ausgesprochen hat. Die Gesetze richten sich auch' nicht gegen eine Partei oder Person. Solange gegenteilige ülebergeugungen sachlich vertreten werden, soll niemand ein Haar gefrümmt werden. Diese Ansicht ist auch die unsere. Es handelt sich einfach um den Schuh der Staatsform, wie sie durch die Weimarer Verfassung festgelegt ist. Wir sind aber der Meinung, daß das auch nicht die Staatsform ist, die die Radikalen von links wollen, und der aufreizende Sowjetstern sollte ebenso streng verboten werden, wie aridere Dinge. (Hört! Hört! Lachen links.) Wir wollen keine Ausnahmegesetze. Eine Republik, die sich»- nur durch Gesetze schützen kann, hat keine Lebensfähigkeit. Wir wollen eine demokratische Republik, wie sie in der Weimarer Verfassung wurzelt, nicht aber eine terroristische Republik. Der republikanische Deamteirband fordert z ir Mitgliedschaft auf. Das b.i .gt viel ach Bcun- ruhigang in die Beamtenschaft. Die Beamten, die unserer Part« angeboren, stehen nach ihrem Eide auf dem Boden der Vers fff ing von Weimar. Zu tDciterem ist kein Mensch verpflichtet. Ein rein äußeres Bekenntnis, wie der Beitritt jun republikanischen Beamtend urd darstellt, kann inan ablehnen oder verweigern, ohne daß dadurch Schlüsse auf die Oefirmung gezogen werben dürfen. Wir holten darum persönliche Einladi gen Zum Eintritt in den Band für wenig zweckdienlich. da dies den Verdacht der Gesinnungsschnüffelei aufkommen läßt. Wir achten jede Gesin- nung und damit auch bas Recht des Gewissens. Polizeistaalliche Anklänge hallen wir für unvereinbar mit dem Wesen der Domokiatt?. Der Schutz der Reprblik. wie er jetzt gesetzlich sest- gelegt ist, läßt die Frage auswerfen, ob es nicht angebracht ist, daß die Wucherer und Spieler, die Dalutagewinnler und die Äutznießer am Zusammenbruch Deutschlands mit den gleichen drakonischen Strafen belegt Werken flllen. (5?ebh. Bravo! Rufe links: Da muffen Sie sich nach rechts wenden!) Redner wendet sich dann unter Verlesung einiger Preffestimmen ans Rechts blättern gegen die Rechte. Er fährt dann fort, die vielen Demonstrationen seien zwecklos. (Rufe links: Gebt keinen Anlaß dazu!) — (Abg Ruh: Es wird auch ohne Grrnd demonstriert! ülnruhel) Wir dienen unsevm Vaterland nicht drrcb Arberts- rphe. sondern durch Arbeit. Stsgerwakd sagt mit Recht, jede Arbeitsruhe verschlechtert in* sere wirtschsstsiche Lage. jede Straßen* ^monftration trägt die Gefahr von ttnruhen und Ausschreitungen m sich. Die Streiks sind auch eine große außenpolitische Gefahr. Die Mark sinkt dauernd weiter. Redner verliest ausländische Presss* fli.mmen, die sich abfällig ü^cr Streik unb Demonstration äußern, sie lächerlich machen unb gefährlich erscheinen lassen. Er fährt fort: Die soziffdemo- kratifchen Airträge haben wir eingehend beraten. -Dir stimmen einigen zu, anderen werden wir eine andere Form geben. Wir find einig mit ihnen, soweit sie auf Grund der Tatsache, dah Gehemr- organisationen bestehen, die das Ziel verfolgen, die Republik zu stürzen, besondere Maßnahmen zum Schuh der Republik fordern. Rur dürfen diese nicht einer Linksradikalisierung Vorschub leisten Wir können uns nicht der scharfen Kritik, die gestern der Abg. Kaul an der Beamtenschaft, besonders am Richterstand, geübt hat. anschsießen. Auch das Urteil über das Schulwesen war eine rednerische Äebertreibung. Gin Lichtblick in dieser schweren Zeit ist der Zusammenhalt des Reiches. Wir hoffen, daß die Regierung für die besetzten Gebiete nicht nur schöne Worte, sondern auch eine offene Hand hat. In diesem Zusammenhang möchte ich Dank sagen für die hervorragenden Kunsttei- flimgert, die uns das Orchester des Landestheaters gebracht hat. — Wir sind -alle Weggenossen. Ich verurteile darum, daß der Abg. Kaul gestern zum Schlüsse feiner Rede sagte, die Feinde der Republik hassen wir. Wir sollten dieses Wort, das im Kriege fo groß geworden, nicht mehr im Munde führen (Beifall und Widerspruch.» Wir sollten uns dis Wort zu eigen machen, .Das Vaterland soll leben, und toenn die Parteien sterben muffen!“ Wir foll- ten nur ein Ziel kennen: Die Wiedergeburt Deutschlands, und mit dieser die der Welt. Das ist nicht zu erreichen ohne bas festgefügte Christentum. Je ärmer wir an äußeren Werten werden, je reicher müssen wir zu werden trachten an inneren Werten. Freillchtbühue im Walde an der Licher Strafst statt. Bei ungünstiger Witterung :nuß die Aufführung Misfallen. Eine entsprechende Bekarrnl. gäbe wird am alten Stadthaus in der Garten- straße 2 Stunden vor Beginn .rusgehängl sein. Landkreis Gießen. =. Hungen, 20. Juli. In der Rächt auf Dienstag wurde hier in einer Villa ein dreister Einbruch v-srübt. Der oder die Diebe stiegen durch das Kellerfenster ein und gelangten vorn Keller aus in die Waschküche, Do sie von der eingeweichten Wäsche eine Menge Damasttücher und andere Wäschestücke von bedeutendem Werte stahlen. • Von den Tätern fehtt noch jede Spur, jedoch dürften sie mit den örtlichen Verhältnissen bekannt gewesen sein. Kreis Büdinften, a. G c l n h a a r, 18. Juli. Der fünfzehnjährige Otto Kröll von hier verunglückte tödlich in der nahe bei. dem Dorf gelegenen Sandgrube, als er feinem in der Grube beschäftigten Vater und Bruder Kaffee gebracht hatte. Während diese Kaffee tranken, machte er sich mii einer Hacke in der Grube zu schaffen. Dabei lösten sich Sand- und Stcinmaffen, die den Jungen verschütteten und derart verletzten, daß der Tod alsbald enttrat. Kreis Schotte». B. Burkhards, 18. Juli. Ein anscheinend ortsfundigei Wäschedieb hat in der vergangenen Rächt verschiedene Hofreiten mit Erfolg besucht. Aus einem anderen Hause wurden auf raffinierte Weife Lebensmittel gestohlen, ohne daß es bisher gelang, den Dieb zu erwischei?. zu erteilen hatte, mit den damit verknüpften Gebühren fort. •* Die Elektrische Leberlandzen- t rate in Wolfersheim stellt am kommenden Sonntag, den 23. Juli, von abends 6 Uhr ab wegen bringender Bauarbeiterr ihren Betrieb ein. Räheres ist aus einer Bekanntmachung des Anzeigenteils zu ersehen. ** Ungültigkeitserklärung der Germania-Briefmarken. Der Reichspostminister veröffentlicht im neuesten „Reichs-- anzeiger" eine Bekanntmachung, nach der die Germania-Marken mit dem 31. Oktober d. Js. ihre Gülligkeit verlieren. In den Händen des Publikums noch befindliche Stücke können bis zu diesem Tage gegen andere Postwertzeichen zum Rennwert umgetauscht werden.- ** Die Einheitskurzschrift. Der Ausschuß zur Ausarbeitung einer deutschen ErnheitSkurzschrrft, der im Reichsministerium des Innern unter Leitung des Staatssekretärs Schulz vom 11. bis 13. Juli tagte, stellte den Entwurf einer Verkehrsschrift fertig und überreichte ihn der Reichsregierung. Der Entwurf soll nunmehr der Oeffentllchkstt übergeben und dann den beteiligten Reichsressorts und den Landesregierungen zur Entscheidung zugeleitet werden. Bornotizcu. — Tageskalender für Donnerstag. Johännessaal, 8 Rhr: Zusammenkunft von „Haas und Schule— Astoria-Licht- spiele: „Friedericus Rex". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Schatten der Gabh Leed". t Zu den Anträgen des Abgeordneten Dr. Osann und Genossen, den Erlaß des Staatspräft- Fdeuten wegen Ausfall des ftnterrichts in , den Schulen am 1. Mai betr., und des Abgeordneten Kindt unb Genossen, den Erlaß des f Stootspräsidenten wegen Schließung der Schulen am 1. Mai betr., erflärt die Zentrumsfrattivn: . Durch den Erlaß des Staatspräsidenten sinb auch wir überrascht worben, da unsere Stellungnahme in dem Beschluß der Landtagsmehrheit klar zum Ausdruck kam. Dcmrit sollte natürlich auch eine cÄlgemeine Schulfreiheit aus technischen Gründen für den 1. Mai nicht in Frage kommen. Wir haben an anderer Stelle unsere abweichende Auffassung ausgesprochen unb begründet, müssen iebod) dem Stoatspräsidenten guten Glauben zu- billigen und sind überzeugt, daß ähnsiche Schwierigkeiten für die Zukunft aufgeräumt sind. Aus diesen Gründen ßn.ien wir es unter Berückstchti-- gung der Lage un Reich und im Sande nicht nerantinorten, toenn eme an sich keineswegs hochpolitische Angelegenheit zum Ausgangspunkt eines Mißtrauensvotums nril seinen politischen Folgen gemacht würde. Wir lehnen daher die Anträgen, b. Was die allgemeine polittsche Lage betrifft, so wird diese wesenllich beeinflußt durch den ungeheuren Druck von außen und durch die steten Unruhen im Innern. Wir fordern daher unbedingt eine Revision des Vertrages von Versailles und wir fordern im Innern mehr Ordnung. Ruhe und Stetigkeit. Die fluchwürdige Tat gegen Rathenau, dem das deutsche Voll so viel verdankt, war das Signal zu erneuten Unruhen und Zwistigkeiten, die zur Katastrophe zu führen scheinen. Diese fluchwürdige Mordtat aber zu Vergehen gegen Leib und Leben und zu Plünderungen und Zerstörungen fremden Eigentums auszunutzen, muß unbedingt fchörfstens veror- teilt werden. Die Darmstädter Exzesse sollen zur Vorsicht mahnen. Heute dir, morgen mir, daran wird man erinnert, wenn man die Dinge Le» trachtet. Was den beiden Mügsiedern dieses Hauses widerfahren ist, fordert Mitgefühl weit über das allgemein Menschliche hinaus Wir stehen aber auf dem Standpunkt, baß die Darmstadt« Exzesse auch keinen Anllaß geben, gegen E, Regierung vorzugehen. Die Regierung hat auch hier in gutem Glauben gehandelt. Was die Hallung des Zentrums in diesen Tagen betrifft so hat der Vorstand der Partei durchaus korrekt gehandelt. Dec Vorstand war durch den Mobil- m^H'ailgSaufruf des fozialdemokratischen Organs völlig uberrafd)t Er hat sofort dagegen prote- Ittert und dem Blatte auch eine Berfthtiguna qe* fandt Wir hatten uns nur zur Teilnahme an der Trauerfeier im Saalbau e^rt ilt bezeichnend, daß die fragliche Rümmer des sozialdemokratischen Organs kernen verantwortlichen Redakteur verzerchnet. Das Organ Hai auch nicht die Bemchu.gung des Zentrums gebvacht. zu der es DerbfUctot war. (Hort! Hört!) Die Demokratische -L schurftsich zugestanden. daß die ttnteffchrrft des Zentrums zu dem Aufruf 10^1 gegeben war, sondern nur zur Trauerfeier. OBcr steh«l auf dem Standpunkt, daß die Schutzpolizei zuverlässiges Organ in der Hand bei Regierung fein muß, daß ste aber keinerlei Die Kurs Kurs Reinhard $5er - Launsbach. 2. Sieger mit (aktiv) 1. Pr 800. Dernrrs6)tes. Braunschweig, 19. Juli. Heute nacht ®imbeiä zurückzufuhren ist. Aus dem südlichen Vogelsberg, spielte sich tm Haust der Karlstraß? 47 eine Die Heuernte, welche in diesem Familientragödie ab. Die Familie des 803, a 728, 760, Punkten: Wilh. Hnhn-Gr.-Brseck. 204 Pkt: Adrm Herbert-Dorlar. 202 Pkt.: Adolf Mandler-Wieses. 194 Pkt.: H Schwalm-Lollar. 1240, 695 2052 1185 1300- 802 - 734,- 766.- 840j — 7 GO, — 500,- 423,- 74, lü 825,- 185,— 2C5 mit mit mit 71C,- 500,- 4z0r— 75,- 814.- 185,- 3. Sieger 4. Sieger 5. Sieger früheren Jahren. Dagegen dürften die Dirn- und Steinobstbäume einen ^erreichen Ertrag bringen. Kurs 18. 7. 77,50 117,- 185,- 83,10 455.- 335,- 286,- 271,- 490,- 3tiG,- 294,- 219, — 294.- Hochschulnachrichtsn. - Aach einer Meldung der „Voss. 3tg“ Karb gestern Geheimrat Prof. Dr. Heinrich Rubens. Direktor des physikalischen Instituts der Berliner Universität und Mitglied der Akademie der Wissenschaften nach längerer Krankheit im Alter von 57 Jahren. Russische Staatsbank hat den Umrechnungskurs für 1922 folgendermaßen festgesetzt: Das Pfund Sterling 1800 Rubel, Dollar 230, Frank 30, schwedische Krone 60 Rubel, die deutsche Mark 88 Kopeken, die polnische Mark sechs, die efthländische Mark fünf, und der lettlän- dische Rubel 80 Kopeken. (Anmerkung der Redaktion: Die Sätze verstehen sich nach Herabsetzung des früheren Sowjetrubels von 10 000 auf 1 Rubel!) 19.7. 77,50 118 50 190,- 79 - 445 - 328,- 286,50 271,- 490,- 393.50 293,- 248,- 275,- 1245, 705, - 1111,- 1205,- 2240,- 891,— 669,- 1320,- 820,- 730,- 732,- 815,- 708,- 495,- 425,- 76,50 802,- Brüssel, 19. Juli. (WTB.) Havas meldet: <3n den Hüttenwerken der belgischen Provinz Hennegau in Eouillet ist ein Hochofen in die Luft geflogen. Eine Masse Metall, die zum Schmelzen in den Hochofen gebracht wurde, führte zu einer Gasexplosion. Man spricht von einem Toten; mehrere Arbeiter werden vermißt. Etwa 30 schwer Verbrannte wurden nach dem Hüttenkrankenhaus übergeführt. London, .19. Juli. (WTB?) Bei einem Brande in einem großen Warenh ause in Aeuyork, bei dem zahlreiche Explosionen erfolgten, sind zwei Personen getötet und dreißig verletzt worden. Den vorliegenden Berichten zufolge ist dies der größte Brand, der sich feit dem bekannten Brande des Mhxth Eable-Gebäudes ereignet hat. Sämtliche Reuhorker Feuerwehren waren an der Brandstätte tätig. sechsjähriger Sohn, vergifteten sich durch KohlenoxhdgaS. Die „Braunschweigische Lan- deszeitung" meldet, die Familie soll aus Furcht vor einer Bestrafung der Mutter wegen Verbrechens gegen § 219 in den Tod gegangen sein. Handel. Russische Valuta. Moskau, 19. Juli. (WTB.) 1270,- 800, - 720,- 720,- 810,- 716,- 481,- 424,- Turnen, Sport und 5pieL Gießener 6. S. v. 1900 erringt 4 Gaumeisterschaften und 3 zweite Siege in Göttingen. Erneut ein großer Erfolg des Klubs am letzten Sonntag! Die 1. Rennenmannschaft: W. Gramer. A. Wallenfels, W. Schäfer, von Eicken, E. Paulas, R. Fischer erzielte beachtenswerte Stiftungen, von denen Fischers Siege — über 100 und 200 Meter in 11, bzw. 22,4 (!) Dekan- den über die besten Kasse aaer — und die 110 Hürden von Paulus — mit SO Meter Dorsprung spielend in 16,5 Sekunden gewonnen — die eindrucksvollsten waren. Am überraschendsten kommt ober der Sieg des Gießener S. C. 1900 in der 4X1OO-Me^er-Staffel, Klasse A. Die Favoriten Kufhaven-Kassel und KL.sel-48 werden von dem Klub mit W. Evamer am Start, A. Wallenfels. E. Paulus rnd K. Fischer am Schluß in 46 (!) Sek. geschlagen. Das find auf je* den Läufer 11,5 Sek.! Die Staffel lag von Anfang an in Front und hielt di^e trotz Außenbahn (bei 5 Teilnehmern bte 5. Dahn) bis ins Ziel. Das Hauptverdienst an diesem großen Sieg trifft vor aflem Evamer und Wallenfels, die ein glänzendes Rennen liefen. — 3m Stotzen und Werfen revanchierte sich diesmal Jrrnghenn-Kassel, indem er beide Male Paulus 1900 auf den 2. Platz verwies. Die Leistungen von P. waren im Diskus 36,60 Meier und 10,95 Meter Kugel. Schäfer lief über 800 Meter als vierter ein in der guten Zeit von 2 Min. 13,5 Sek. von Eicken gab beim 1500-Meter- Lauf, lange an 4. Stelle liegend, auf Anraten auf, am sich über 5000 Meter schonen, in welcher Konkurrenz er auch keinen Platz belegen konnte. Auch Wallenfels wurde ebenfalls im Hochsprung mit 1,55 Meter und 5 80_ Meter weit jeweils nur 4ter. Cramer lief über zu hohe Hürden ein schweres Rennen, in dem er zum Schluß mächtig aufsief, durch Sturz bei der letzten Hürde aber nur guter Zweiter w urde. 1900 vierfacher Gau meist er! Wer das harte strenge Training in der Athletik-Abteilung des Klubs kennt, wird dem Klub seine besondere Anerkennung nicht versagen. Das Duudesfrst des Tnrurrbimdss „Lahu-Drwsberg". verbunden mit 60,ährjger Jubelfeier des T urn- vereins Wieseck, fand am 15., 16. und 17. Hulu in Wieseck statt. Rachdern schon am Samstag eine größere Zahl Wetturner und Kampfrichter eingetroffen war, bewegte sichabends ein stattlicher 3ug item Festplatz zu, wo man alsdann mit der Abwicklung des Programms begann. Die an diesem Abend gezeigten turnerischen Darbietungen waren mustergültig und fanden durch Aufstellung von Pyramiden einen würdigen Abschluß. Am Sonntag vormfttag 6 Ahr begann das Einzelwetturenen (Zwölfkampf), welches unter der vorzüglichen Leitung des Bandest urnwarts Schmidt- Launsbach gegen 12 Ahr beendet war. Rach einem tm Grütze in Wieseck noch nicht gesehenen Festzug am Rachmittag brachte die Gesangsabteilung des Turnvereins ein Begrüßungslied dar, worauf der Ehrenvorsitzende L. D a u - per t in seiner B grüf>ungsonsprache einen geschichtlichen Rückblick auf das Wirken des nunmehr 60 Jahre bestehenden Vereins bot. Er getrnchte hierbei der Gründer, von denen er nur noch einem, dem bereits 78jährtgen Turner H. Kolb-Wieseck, di: Hand reichen konnte. Mit einem „ Frisch, Fromm, Froh und Frei" begrüßte alsdann Frau L. Euler die Turner, erinnerte ebenfalls an die Männer, welche, getragen von dem Geiste des Turnvaters Hahn, den Verein ms Leben riefen und Überreichte dem 1. Vorsitzenden Karl Scherer eine von Frauen und Hungfra izn Les Vereins gestiftete Standarte. Mit Worten des Dankes übergab Fräulein H. Loh dem Gründer einen Lorbeerkranz untz Fräulein L. Scherer gedachte der in kühler Erde Ruhenden, wobei sie die noch erhaltene Gründungssohne mit einem Lorbeerkranz schmückte. Die hierauf von ca. 200 Turnern ausgeführten Freiübungen, sowie das Musterriegentarnen zeigte einer großen Zuschauer- menge vorzügliche ßeiftungen. Anschließend sichrte Turner Aug. Lotz einen mit 20 Schülerinnen ern- geübten Reigen auf, welcher großen Beifall erntete. Das von der Damen-Abteilung des Tarn- vereirrs Lollar vvrgeführtc Keulenschwingen unb ein von Damen des Turnvereins La uns- bach aufgeführter Mumenreigen trugen zur Verschönerung des Festes toefeiTtlid) bet Gegen 7 Ahr abends erfolgte die Siegerverkündigung. Es seien hier die fünf ersten Sieger jeder Stufe genannt: O b e r ft u f e: Ehrensftger: Karl Agel-Lollar. 1. Sieger (gemeinschaftlich) mit 207 Punkten: W. Mwnhardt-Wies eck. Aug. Best - Waldgirmes. W. Hvfmarm-Lollar. 2. Sieger mit 204 Pkt.: Ehr. Rühl-Durkhaudsfelden. 3. Sieger mit 196 Pkt: Hch. Frank-Wieseck. 4. Sieger mit 185 Pkt.: Robert Ersenhut-Wieseck. 5. Sieger mit 182 Pkt.: Karl Haus-Gr.-Duseck. Anter stufe: 1. Sieger mit 213 Pkt.: ,8.7. 77,50 119,- 186,- 79,60 446,- 329, - 289,- 272,- 492,- 396,- 295,- 248,- 290,50 1’60,- 699,- 1091,- 1189,- 19.7. 77,50 117,60 183 - 83,25 455,- 325,- 287,- 270,- 488,- 390 - 292 - 248 - bs. Aus Der mittleren Wetterau, 19. Juli. Obwohl es nun schon tagelang Regen gibt, ist dach von einer übermäßigen Feuchtigkeit nichts zu spüren. Den Kartoffeln kommt das Raß kf>E zu st alten und sogar auf geringem Boden bilden sich gewaltige Stauden. Auch in den Garten sieht es gut aas. Die Bohnen haben die höchsten Stangen erklettert und viele Blüten angcfcr Wirsing und alle Kvhlartcn stehen sehr ür;tg. Rur die Gurken, die Som- mertündr. verlangen nach Warme. An dem Bu schobst kann man jetzt den Schaden feststellen. den der Blittfrnc hn Winter angerichtet hat Besonders Psirsich und Aprikose haben fchlechtt-n Behang, was auf don Knospenfruß des Rationalbcrnk f.D. . n-A- Buch. Gußstahlwerke 1200, - Bud.- Eisenw.- 210.. “ D.-Luremb. Bergw.. 1^, - Gelsenkrrch. Bergw.. “ Harpener Bergbau. 2210,- Oberschl. Eisenb.-B. Oberschles. 6ifemnD. 645- Phönir-BergbAkt. 1300, - Bad.Anilin-u. Soda Höchster Farbwerke. Allg. Elektr.°Ges. . Felten & Guilleaume Schuckert-Werke. . . Adlerwerke Daimler ..... 4° 0 Hess. Staalsanl. Electron Griesheim Dtsche. Vereinsbank 3t an ff uc . a. 1 20. Juli. Börsenkurse. Frankfurt Berlin Datum: 5% Dtfch. Krieg sanl. 4% Disch. Reichsanl. 3"'<» Dtfch. Reichsanl. 4°/o Preuß. Konsols Hamburg-Pakets.. . Rorddeutfcher Lloyd Tomm.u.PrivatbaTuk Darmstädter Dank . Deutsche Bank . . . Disconto-Gefellschaft Dresdner Bank. . . Mitteld. Ereditbank. Musterriegen-Turnen mit 208V„- Pkt: Turnverein Waldgirmes 2 Pr. mit 2023Pft.: Turnverein Burkhardsfelden. 3. Pr. mit 202 Pkt.: Turnverein Wieseck. 4. Pr. mit 1885/; Pkt.: Turirverein Lollar. 5. Pr. mit 1834/7 Pkt.: Turnverein Launsbach. An ter stufe: 1. Pr. mit 196l/ti Pkt.. Turnverein Lollar. 2. Pr. mit 180- „ Pkt: Turnverein Waldgirmes 3. Pr. mit 171 Pkt.: Turnverein Wieseck. 4. Pr. mit 1684 Pkt: Tumverem Wieseck. 5. Pr. mit 148' . Pkt.: Turnverern Mainzlar. Ahnung. Es steht nod^ nicht fest, oö die in den letzten Wochen in den Verkehr gebrachten zahllosen falschen Zehnmarkscheine nicht dieser Werkstätte entstammen. 3n die aufsehenerregende Angelegenheit sind, wie wir erfahren, zahlreiche andere Personen verwickelt, die teilweise, als die Mitteilung von der Entdeckung in die Oeffentlichkeit drang, sofort in eine „Sommerfrische" abreisten. Der Malermeister Aloysius B a m b a ch, in dessen Keller sich die Werkstätte befand, scheint nur die vorgeschobene Person gewesen zu fein. wd. Diez, 19. Zull. Auf eigenartige Weise ums Leben gekommen ist hier ein auf der Strecke beschäfUaler Rottenarbefter. Ein herannahender Zug wurde zu spät bemerkt, es gelang aber den Arbeitern im letzten Augenblick doch noch beiseite zu springen. Ein Hebel zum Heben der Gleise blieb jedoch stecken und wurde von der Maschine beiseite geschleudert. Dieser traf den 25j5hrigen Rottenarbefter Mbert Seher von hier so schwer am Hals, daß die Schlagader durchgeschlagen wurde und der Derletzte bewußtlos nie» verfiel. Seher ist, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben, an Verblutung gestorben. Kirche imb Schule. •* Erledigte Schul st elle. (Srlebtgt ist dl» mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schulstelle an der Volksschule zu Hörgenau, Kreis Lauterbach. • Kirch liche Dien st Nachricht. Am 6 Zusi wurde der zweite Pfarrer am Diakonissenhause Elisabethenstist in Darmstadt, Hermann 6 c r 16 a, auf jein Rach suchen mit Wirkung vom 1. September l. Hs. aus dem Dienste der hesiischen evangelischen Landeskirche entlassen. Berlin, 19. Juli. Börsen st im- mungSbild. On der abwartendenn lustlosen Haltung der Börse, dir gestern m einer ausgesprochenen Geschäftsstille zum Ausdruck gekommen ist, ist heute insofern eine leichte Aenderung eingetreten, als auf dem Markte der Devisenpapirrr, der zugunsten der ausländischen Rentenwerte in den Hintergrund gerückt war, im Zusammenhang mit der neuerlich wieder zum Durchbruch gekommrnen steigenden Bewegung auf dem Devisenmärkte mehr Anternehmungsluft der Spekulation sich zeigte. Dies brwirkte eine mäßige Erhöhung des Kursstandes um 10 bis vereinzelt um 30 Prozent, bei einigen Sonderpapieren auch etwas mehr. Das Publikum hält sich nach den in der letzten Zeit gemachten üblen Erfahrungen Wetter abseits, so daß auch die Am- sätze in den zu EinhettSkursen gehandelten Induftriepapieren keine größeren Kursv^r- änderungen zeitigten. 3n der stürmischen Aufwärtsbewegung der ausländischen Rentenwerte ist insofern ein Stillstand eingetteten, als sich nach den starken Steigerungen der letzten Tage für türkische, besonders aber für ungarische Werte mit Ausnahme der Angarischen Gvlö- rente etwas Realisationslust zeigte. Anberührt hiervon blieben Mexikaner sowie ana- tolische und mazedonische Prioritäten, die zum Teil infolge der Devisensteigerungen erheblich anzogen. Einige Rentenwerte waren unbedeutend verändert. Frankfurt a. M., 19. JAi Borscn- stimmungsbild. Bei Beginn der hettigen Börse war Die Rachfrage nach ausländischen Renten teilweise recht stürmisch, so daß die Kurse erneut Qnziehen konnten. Der Devisrnmarkt zeigte eine unbeständige Halt ing. Der Dollar setzte ungefähr 470 ein, bewegte sich aif 474 bis 480 unb streifte später 500. 3m freien Verkehr beschränkte sich das Geschäft auf einige Aktten. Deutsche Petrvlerm 2287 dis 2300, Benz 515, Deckcr-Stahl 430, Hansa Lloyd 270, 3nag 400. Montanpapiere lagen etwas fester. Chemische Aktien hatten sich mäßig erholt. Bet den Elrt- trizitätspapieren b[teb das Geschäft recht lufckos. Regere Amsätze verzeichneten Zuckerfabrnpftnen. Schisfahrtsaktien bröckelten mäßig ab. Bankaftren konnten sich bet mäßigen Amsätzen behaupte i. 3m Verlaufe traten einige Sonderpaprere Z):rd> größere Amsätze hervor, die in der Hauptsache Auslandspapiere betrafen. Am Sinheftsmark! war das Geschäft im allgemeinen still. Set Dollar wurde bei Schluß 497 genannt. Privatdiskont 5 Prozent. Schluß- Schluß- Schluß- Schluß- ~ ’ Kurs 2268 — 2220, d30' - 876, 688 - 666, Landwirtschaft. Der zweite Rafsaurfche Karkoffettag vereinigte auch am Dienstag wieder eine große Anzahl Landwirte in der Reuen Aula der Gießener Aniversität. Dr. E r s i n g e r, Leiter ber Ackerbau- und Scmtzuch abteilung der LMrdwirtschaftskammer in Wiesbaden, sprach über: ^Erfahrungen in der Ka rtof f elzucht und im Kartoffel- bau in Holland und ihre Bedeutung für unsere Landwirtschast.' Wir entnehmen daraus folgendes' Die Produktion unserer Landwirtschaft !ann heute mir etwa 40 Millionen Menschen ernähren, 22 Millionen sind auf Einfuhr angewiesen Wenn nicht die Landwirtschaft in die Lage verseht wird, wieder mehr zu erzeugen, sind alle Anstrengungen vergeblich. Rur auf Eigenbesitz tann die Landwirtschaft gedeihen, Sozialisierung fuhrt ium Verderben. Ansere Landwirte können von Holland manches lernen. Sein Genrüfebau ist ein ig, sein Kartoffelbau bedeuteno. 28 v. H. des Bodens sind Acker- und Gartenland, 3,6 MM. Morgen sind mit Startoffeln bebaut, also 20 v. H. ober ein Fünftel. Die 7 Millionen Einwohner brauchen nicht die Kartoffelmengen, das Land führt aus nach Belgien, England und Deutsch- lar-b und der Aeberschuh geht in die Brennereien, .'er Kartoffelbau ist also die Hanpteinnahme- quelle vieler Dauern. Große Kartoffelgebiete find in der Provinz Groningen, in der Marschgeaend von Friesland, auf Seeland, in Brabant, in Limburg. Das Dorkeimen der Saatkartoffeln ist in Holland zur höchsten Entwicklung gekommen. Die Knollen kommen in Kisten in die warmen Ställe, um hier kurze, dicke Keime zu treiben. Dann werden sie in den Doden gelegt Die Holländer kommen deshalb sehr früh mit Kartoffeln auf den Markt. Hier können wir lernen. 3n Holland wachsen im Durchschnitt 86 Zentner Kartoffeln auf dem Morgen. Sehr zweckmäßig arbeitet die holländische Pflanzenzuchtstation. In Deutschland ist unstreitig die beste Sorte die Industrie. Leider lebt ihr erster Züchter jetzt in Polen. Doch tfl auch Lembles Industrie vorzüglich. Inbezug auf Saat- ‘ baustellen sind große Fortfcfn:itte gemacht worden. Don 1000 Dörfern haben schon 700 Saatbaustellen und infolge des erstllaffigen Saatgutes haben sich die Erträge wefenllich gesteigert. Doch müssen gerade die Kleinbetriebe noch mehr zur Mitarbeit herangezogen werden, denn sie erzeugen 80 v. H. der Kartoffelernte, da in ihrer Hand die größte Dodenfläche ist. Heber Vorkeimen und Beizen der Saatkartoffeln entwickelte sich noch eine Aussprache, die manche Belehrung und Ausklärung mit sich brachte. Rachmittags fand eine Besichtigung der Versuchsfelder unter Leitung des Geheimrats G i f e - vius statt. Die Kartoffel- und' Getreidesorten zeigten einen guten Stand, auf dem Düngerversuchsfeld konnte man die Wirkungen der verschiedensten Kunstdünger in den mannigfaltigsten Zusammenstellungen beobachten. Das Lob über die Versuchsfelder war allgemein. In den Räumen des Landwirtschaftlichen Instituts war eine kleine Ausstellung einaerichtet: Pflanzenkrankheiten und Pflanzenschutz. An Präparaten und Modellen wurden die Krankheiten und chre verheerenden Wirrungen gezeigt. Aber der menschlichr Geist hat auch Mittel zu ihrer Bekämpfung gefunden und biefc waren ebenfalls »ur Schau gestellt. Den Schluß der Tagung bildeten gestern zwei Besichtigungen, und zwar des Hosg'Aes Kloster Altenberg bet Wetzlar und der Saatgutwirtschaft H. W. Wirth in Eschbach. .-5- Iahre trotz der unständigen Witterung in kurzer > Arbeiters Lutter, Mann, Frau unv ein Zeit beendet war, ist im allgemeinen besser aus-' hur* gefallen, als anfänglich angenommen wurde. Da infolge des starken Regens der letzten Tage eine gute OrummcterntE zu erwarten ist, so find die Futteraussichien weit besser als im vorigen Jahre, Der Regen ist auch den Feldfrüchten sehr zustatten gekommen; insbesondere bestehen die besten Aussichten aus eine gute Kartoffelernte. Was das Obst aulangt, so ist der Behang der Aepfelbäume nicht so reich wie in Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Gell» Brief Datum: 18. Juli. 19. Juli. Amstd.-Rotterd. 18626,6518673,3519275,85 19334,16 Brüflel-Antw. . 3795 25 3804,75 3395,10 3904,90 Ehristiania . . . 7990,- 8010 - 8189,75 8210,25 Kopenhagen . . 10287,1010312*90 10o61,65 106bd,35 Stockholm. . . . 12*59,4o 12490,60 12808,95 12841,05 AelsingforS. . . 983,75 986,25 1048 65 1051,35 Italien 2197,25 2202,75 2267,15 2272,83 London 2134,80 21*0,20 2197125 2202.75 Aeuyork .... Paris Schweiz Spanien Deutsch-Oesterr. Prag Budapest . . ?. Buenos Aires . Bulgarien . . . Japan Rio de Janeiro 438,45 *39,55 3995 - 4605,- 910x45 9221,55 7400,70 7419.30 1,28 1,32 107^65 1079,35 36,20 36,30 156,42 156,82 304,60 305,40 228, 229,- 6431,- 6509,- »89,38 496^2 4149,80 4160,20 9388,25 9411,75 7565,50 7584,50 1,28 1^2 1115,60 1118,40 37,70 37f80 177,25 177,75 314,60 315,40 232,- 233,- 6616,- 6634,- Marknotierungen. Datum: 1.7.14. 18.7. 19.7. Zürich Fr. 125.40 1,10 i,06 Amsterdam Fl. 59.20 -.62 Kopenhagen Kr. 88.80 1,- -,96 Stockholm Kr. 88.80 -,87 -.85 Wien Kr. 117.80 Prag Kr. 117.80 9,75 London VH. 97.80 Aeuyork $ 23.80 -,22 _^1 Parts Fr. 125.40 2,52 2,42 Züricher Devisenmarkt. 19. 7. 20. 7. Wechsel auf Schweizer Franken Holland 100 FI. = 202.85 202.50 Deuffchland 100 Mk. -- 1,13 0.97 Wien 100 Kr. ---- 0.015 0.017 Prag 100 Kr. --- 11.65 11.571 Paris 100 Fr. --- 44.60 43.*5 London ....... 1 £ =■ 23.21 23.18 Italien 100 2. = 24.85 22.7< Brüssel 100 Fr. = 41.95 40.95 Budapest 100 Kr. — 0.395 0.385 Reuhork 100 $ — 520.60 520 75 Agram 100 Kr. --- 1.62 1.525 Warschau 100 Kr. =■ 0,096 0,09 (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Die oberschlesische Dolksabstimomng. Berlin, 19. Juli. Aach einer Meldung der „Voss. Zig." wurde gestern in einer VertrauenSmänuewersammlung der vberschle- sischen DolkSpartei (Zentrum) in Kandrzin nach einem Referat des Pfarrers Alitzka zur Frage der Autonomie Oberfchlesiens eine Resolution deS Inhaltes angenommen, daß die Partei nach Erfüllung der Wünsche des Volkes für die Abstimmung am 3. September ihren Wählern empfiehlt, für den Verbleib des Landes im preußischen StaatSverbande zu stimmen. Damit ist, wie das Blatt schreibt, bei der ausschlaggebenden Bedeutung des Zentrums kn Oberschlesien der Verbleib Ober- schlesienS bei Preußen gesichert. Französische Stimmen zum denlschen Finanz- Problem. Paris, 19. Juli. (WTB.) Wie das „Gchv. de Paris" mitteilt, hat P oincar 6 dem eng» lis chen Geschäftsträger eine Rote überreichen lassen, in der er erklärt, es sei ihm unmöglich den Zeitpunkt seiner Reise nach London festzusehen, solange er nicht Kenntnis von dem Bericht des Garantieausschusses genommen habe. Selbst das „E ch o d e Part s" ist damit unzufrieden; denn es will nicht recht einsehen, daß der Garantieausschuß und sein Bericht augenblicklich die Aktion der französischen Regierung beherrschen. Man fennc den Bericht nicht, aber man wisse, was davon zu halten sei,- jedenfalls nichts Gutes. Pfänder und Garantien, eine tatsächliche Besetzung des (inten Rheinufers und eine Kontrolle des Ruhrgebietes, das müsse man in Deutschland verwirklichen. Infolgedessen wäre cs vielleicht besser gewesen, den Engländern zu sagen daß man Die Reise nach London unternehmen werde müder vorherigen Verpflichtung der Reparationskommission, Die vorsätzlichen Verfehlungen der deutschen Regierung festzustellen. Rach dem „O e u v r e" soll Poincare gemeinsam mit dem französischen Ftoanzmtrvster die Akten zusammenstellen, durch die bewiesen werden soll, daß das Deutsche Reich seit Beginn dieses Jahres jeden Monat für 12 Milliarden Papier- mark ausgegeben habe, also systematisch an der Entwertung seines Geldes arbeite. Der Bankerott sei also vorsätzlich und die Verfehlungen gegen die Vorschriften der Re- parationskommissivn erwiesen, so daß also auf Grund des § 18, Anhang 2, Abschnitt 8 die Alliierten das Recht hätten, respektive jeder für sich, Maßnahmen zu ergreifen, die die Umstände notwendig machten. Lloyd George Dagegen habe, ohne ein Dossier aufzustellen, erklärt, er fei ja kein Advokat, sein Gegner übertreibe und feine ungenügend gerechtfertigten Konklusionen seien gefährlich. In dieser Unterredung will er sich davon, überzeugen. Das seien Die Meinungsverschiedenheiten, Die im Augenblick eine kritische Spannung zwischen Der englischen und Der französischen Regierung herbeigeführt haben. Das Blatt sagt voraus, daß Poincare einige Tage vor Dan 15. August, d. h. vor dem nächsten Zahltage, also bevor man Deutschland eine Antwort geben müsse, ob man das Moratorium bewilligen werde, die Reise nach London antreten wird. Auch der .Petit P a r i s i e n" verlangt heute in einem Leitartikel eine scharfe Kontrolle der deutschen Finanzen. Man werde bald erkennen, ob iter Garantieausschuß nach dieser Richtung hin ein befriedigendes Ergebnis in Berlin erzieÜ habe oder ob man radikale Entscheidungen verlangen müsse. Auch dieses. Blatt spricht von einer übertriebenen Ausgabe von Banknoten. Man könne einem Land, so bedeutend es auch sei. nicht gestatten, eine täglich Unordnung m den europäischen Organismus zu bringen. Das Blatt glaubt, daß auch die Kompensationen eines Teiles der Schulden der Alliierten mit Den deutschen Schulden notwendig sei. ■3egen Fußschweiß und Wundlaufen Kukiroh Fußbad1 । Drogerie Noll. Bahnhofstraße 51; (neoA I Drogerie Wallenfels, Marktplatz 21. 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Derstc Men, daß die Wr nid)t unfete Hr 3kl ift ö/e durch all den Not Md Lod, durch S sterben in Rußland r nung leuchtet, daß sk nen, veröen sie ihr 1 Kj-gAM Hs Tses* Ne bü Wir! t nh». .lc 1 ' UQx # Arbeitsge Jerlin, 20. Jul ^eichstagsfcat /Aimnnen, jm tCT' -Lr Das Repar ZtzUS Ä unbT,?.ler