Nr. 142 Erscheint tägl ich, außer Sonn, und Feiertag«, mit derSamstagsbeilage: GiehenerFamilienblätter Monatliche vezugspreise: Mk. 20.— und Mk. 2 — Trägerlohn,durch dicPost Mk. 22.—, auch bei Nicht- erscheinen einzelncrNummern infolge höherer Gewalt.- Fernsvrech- Anschlüsse: fürdieSchrift- leitung 112: für Verlag und 1 .ichäftssleUe 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Eiehen. poftsckeuionto: Frankfurt a. M. 11686. Dienstag, 20. )uni 1922 elftes Blatt 172. Jahrgang GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen druck und Verlag: vrühl'sche ttniv.Guch- und Steinöruderci R. Lange. 8chriftleituna, Geschäftsstelle und Vruckerei: Zchulstraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Srels für 1 mm höhe für nzeigen v 34 mm Breite örtlich 150 *Pf., auswärts 180 'Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite SOOPf. Bei platz- Vorschrift20° „2lusichlag. tzauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Äarl Walther; für den Anzeigenteil: Han«Beataftcr tragen und daß die zu behandelnden technischen Fragen mir ad referenbum geregelt werben könnten, ohne bic Regierungen zu verpflichten, so daß jede Macht bas Recht habe, die Stellung betzubehalten, bic sie in Genua eingenommen habe. Lloyd George habe sich von dieser Entscheidung sehr befriedigt gezeigt. Die beiden Staatsmänner hätten hierauf eine Aussprache über bas Repara - tionsproblem begonnen und diesem Teil der Unterredung hätte außer Lord Balfour, der während der gesamten Besprechung anwesend gewesen sei, auch Sir Robert Home beigewohnt. Ein oder zweimal seien auch die Sachverständigen des Schatzamtes zu Rate gezogen werden. Die durch den Mißerfolg des internationalen Anleiheplans geschaffene Lage sei besprochen worden, aber in allgemeiner Form, da sich die Reparationskommission augenblicklich bamit beschäftigt, eine Finanzkontrolle in Deutschland zu organisieren, bic sich insbesoaLere erstrecke auf Die Verhandlungen mit dem Garantieausschutz. Berlin, 19. Zuni. Drc Rcichsrcgie- r u n g beschäftigte sich gestern nachmittag tn einer Kabincttssihung mit der bei den Verhandlungen mit dem Garantieaasschuß cinzuschsag enden Marschroute. Mehrere Blätter schreiben, daß die Reichsregierung entschieden Gewicht darauf lege, daß bei ber Kontrolle des Haushalts b.ird) den Garantieausschuß die Steuerhoheit des Reiches inange» tastet bleibe und daß auch das Steuergeheimnis des einzelnen Staatsbürgers gewahrt wird. Das Letztere entspräche einem inlcrr.atior.a[en Rechtsgrundsatz, an den sich gerade Frankreich immer gehalten hätte. Bei der Kompliziertheit unserer Verwüstungsuppara rZ werde all'in aus techmschen Gründer ein Eingriff auf das Stör end ste wirken und ben ganzen Betrieb in Verwirrung bringen. Was die Ka - pitalsf lucht anbelangc, so habe die Regierung immer betont, daß allein durch deutsche Gesetze dieser Schaden geheilt werden könne und bot- nur ein internationales Zusammenwirken Aussicht auf Erfolg taten werde. Bezüglich der Statistik habe Deutschland tas größte Inter csic an Zuverlässigkeit, bic die deutsche Stati- tifiit früher stets gehabt hat. Eine Einigung hierüber mit bem Ga^ansi aueschu^ werde allo voraussichtlich nicht allzuschwer fein. Das ® a ran t ietomi tcc wird ben Blättern zufolge heute beim Reichskanzler, dem Reichsminister des Aeußem und dem Reichsfinanz- minifier Höflichkeitsbesuche abstatten. Die eigentlichen Besprechungen der Reichsregierung not dem Äonuia dürsten am Wsttwoch beginnst. Ausdehnung des Rapallovertrages. Berlin, 19. Juni. Mehreren Blättern zufolge hat ber Reichskanzler gestern ben ukrainischen Geschäftsträger Außen empfangen und mit ihm ben Ra- pallDDcrtrag besprochen. Laut „Lokalanz." ergab bic Aussprache Vebcreinsttmmung bar- über, baß sich bei ber Ausdehnung bes Vertrages auf bic Ukraine keinerlei Schwierigkeiten ergeben würben. Onfolgebeffen dürften auch bic schwebenden Verhandlungen über einen deutsch-russischen Handelsvertrag in allernächster Zeit zum Abschluß kommen. Auch über bic Frage der 400 Millionen ukrainischen Gelbes, bic Deutschland seinerseits noch von ber früheren ukrainischen Regierung im Besitz hat, soll laut „Voss. Ztg." eine Einigung dahin erzielt worben sein, baß bas Geld der ukrainischen Regierung zur Verfügung gestellt wirb, während biefc bic Eva- tuicrungsschäben, bic bei ber Räumung ber Ukraine burch bic beutschen Truppen entstanden sinb unb bic etwa 100 Millionen betragen, übernimmt. Das Sachlieferungsabkommen angenommen. B e r l i n , 20. Juni. (WTB.) Den Slät* lern zufolge ist gestern irn Ausschuß für Auswärtige Angelegenheiten nach längerer Aussprache bas Sachliefe- rungSabkornmen zur Erfüllung der Reparationsverpflichtungen gegen bic Stimmen ber Deutsch nationalen unb ber Deutschen« Volkspartei angenommen worben. Die österreichische Anschlußfragc im englischen Unterhause. London, 19. 3unL (WTV.) Das Paria* mentsmitglied A e c m a n richtete im Unterbaute an den Premierminister die Anfrage^ ob er wisse, daß die österreichische öffentliche Meinung zur Verhütung der toirt» fchafllichen Katastrophe für den Anschluß Oesterreichs an die deutsche Republik sei, daß dies aber durch bic Bestimmungen des Versailler oder eines anderen Vertrages unterlagt sei. ob infolgedessen die alliierten Mächte Oesterreich das Recht der Selbstbestimmung versagen und ihm zur Abwendung seines Ruins baldige Hilfe zu bieten gedenken. Chamberlain erwiderte, nach den Vertragen von St. Germain und Versailles sei die Unabhängigkeit Oesterreichs ohne Zustimmung des Völkettmnds- rates nicht veräußerlich. Die Alliierten hätten von Zeit zu Zeit Oesterreich beträchtliche Summen vorgestreckt, um der Regierung des Landes zu helfen und die österreichischen Finanzen in Ordnung zu bringen. ~ Die bulgarischen Reparationen. Sofia, 19. Juni. (Wolff.) Die Antwort ber interalliierten Kommission auf bic Rote ber bulgari sehen Regierumg, bie eine Antwort wegen berReparatio ns- z a h l u n g wünschte, weist auf bie Notwendigkeit hin, ber Kammer ein Gesetz betreffend die Zirkulation von Papiergeld unb eine Liste der für die Reparationszahlung zu bestimmenden Steuern und Einkünfte vorzulegen. Der Ministerrat hat sich übrigens schon vor (Eintreffen der Antwort mit der Aufstellung einer solchen Liste beschäftigt. Eröffnung der rumänischen Parlamentssession. P u k a r e st, 20. Juni. (WTV.) (Agence Orient-Radio.) Die außerordentliche Parlarnentssessivn ist heute eröffnet worden. Vratianu verlas eine königliche Botschaft und berichtete über bie auswärtige Politik ber Regierung. Die Opposition nahm nicht teil. Beschlüffe der 2. Internationale. London, 19. Juni (WTB.) (Reuter.) Die Konferenz der 2. Internationale hat vor Beendigung ihrer Verhandlungen folgende Entschließungen angenommen: 1 Angesichts des MangelsanTreucundGlaubcn seilens der 3. I n t c r n a t i o n a l e, die die infecnatintale Getoerkschaftsbewegung zerriß, die soztallstischr Internationale angriff, die auf der Berliner Konferenz der volttischen Prozestc in Moskau gegebenen Zusagen brach und das bedingungslose Versprechen, die Dvkumeitte über Georgien einem Delegiertenausschuß vorzulegen, zurüc^og, kann die Konferenz nicht länger an den Bemühungen teil nehmen, mit der 3. Internationale zu einem internationalen Abkommen zu gelangen. — 2. Eine allgemeine Konferenz der sozialistischen und Arbeiterparteien tritt im Oktober in Hamburg zusammen, um die Wiederherstellung internationaler Gesichtspunkte zu erwägen, welche in der Angelegenheit des europäischen politischen und ökonomischen Aufbaues die sozia- list sichen und Arbeiterparteien zu einigen geeignet sind. 3. Die Konferenz verpflichtet sich zur Anter st ühung der Amsterdamer Ge- wer^schasts internationale bei ihrer Verteidigung bei Arbeit gegen den Kapttallsmus Schließlich wurde noch eine von 2Zibau (Holland, und Wcls (Deutschland) eingebrachte Ent-- s ch l i c h u n g angenommen, die die Rotwendig- kett betonte, die Organisation des Döl- Lerbunhes z-u stärken, Mt dje Abrüstung zy urrd die nrtemnitnnale TBezretBing der Rohstoffe unb der zum Leben notwendigen Daren zu organisieren. Unruhen und Kämpfe in China. Hongkong, 19. Juni. (WTB.) Reuter. Nir Truppen Tschang-Tschu-MingS haben in Kanton vier Kanonenboote und rin Torpedoboot, die den Kantonfluh hin- aufdampften, beschossen. Die beschossenen Schiffe, die der Partei Sunyatsens angehören, erwiderten das Feuer. Es wurde ein Waffenstillstand vereinbart unter der Bedingung. daß Tschang-Tschu-Mings Truppen die Beschießung der Kriegsschiffe einstellen, und daß diese davon Abstand' nehmen. Kanton -u beschießen. Die Kantvner Bevölkerung flüchtete nach Hongkong. Aus dem Resche. Die Frage der Getreideumlage. D e r I i n, 19. Juni. Wie die Blätter mit- teilen, haben außer den Sozialdemokraten sämtliche ReichStagsfraktionen gestern abend Sitzungen abgehalten, in denen sie sich mit der von ihnen im Reichstagsausschuh einzunehmenden Haltung zur Getreideumlage beschäftigten. Die Besprechungen innerhalb der einzelnen Fraktionen sollen heute fortgesetzt werden. Darauf werden die Fraktionen untereinander in Fühlung treten. Die „Deutsche Allgem. Ztg." und das „Derl. Tagebl." glauben, daß sich eine, wenn auch geringe Mehrheit für den Gesetzentwurf finden werde. Da» Volksbegehren in Sachsen. Dresden, 19. Juni. (WTB.) Sn der Seit vom 6. bis zum 19. Juni lagen in ganz Sachsen Einttagungslisten zum Dolksbe- gehren zur Herbeiführung eines Dolksent- scheides über die Auflösung des Landtages auf. Am das Bvllsbegehren wirksam zu machen, muß gesetzlich ein Zehntel der bei den letzten Landtagswahlen Wahlberechtigten ihre' Namen in die aufgelegten Listen eintta- gen. Dieses Zehntel beträgt rund 297 000. Die Parteien der Linken hatten chre Anhänger aufgefordert, sich nicht an dem Volksbegehren zu beteiligen und sich nicht in die Listen eiirzu- tragen. Nach den bis heute abend vorliegenden Zählungsergebnissen haben sich eingetragen: Sn Dresden von 400 000 Stimmberechtigten .115 000, in Plauen von 63 000 20 400, bi Zit- Nau von 20 500 6710, in Chemnitz von 190 000 Stimmberechtigten 55198. Laut einer Meldung des ..Lokalänzei- Hers" aus Dresden dürften nach den vorläufigen Feststellungen fürdas Bolksbcgeh- .ren auf Auflösung des sächsischen Landtages in 'ganz Sachsen nahe an 5 0 0 00 0 Stimmen erreicht worden sein, während nur 297 000 Unterschriften erforderlich waren. fc Die Groß-Hamburger Frage. 7 Berlin, 19. Juni. (WTB.) Wie der . amtliche preußische Pressedienst meldet, sind ' die Verhandlungen zwischen Hamburg und Preußen über die Frage Grvh-Ham- b u r g heute nach längerer Pause in Hamburg wieder ausgenommen worden. Ein Ergebnis wurde noch nicht erzielt. Die beiderseitigen Unterhändler werden zunächst wegen weiterer Instruktionen mit ihren Regierungen in Verbindung treten. Aus Hessen. Die Teuerungszulagen In Hessen. Die Teuerungszahlen in 24 hessischen Gemeinden, berechnet auf Grund der Preise vom 24. Mai 1922 (19. April) betrugen für Mainz 3353 (3256), Darmstadt 3093 (2919), Offenbach 3102 (3039). Dorms 305z (3082). Gießen 3186 (3O5Z), Reu-3fenburg 3237 (3070), Friedberg 3190 (2872). Lampertheim 3449 (3077), Bad-Rau heim 3489 (3075). Viernheim 3073 (2964); Durchschnitt der 10 größten Gemeinden 3223 (3041), Bensheim 3023 (2942). Bingen 3234 (3125), Alzei) 3205 (3208), Rüsselsheim 3069 (2973), Heppenheim 2763 (2802). Dieburg 2870 (2788). Groh-Grrou 3280 (2920), Alsfeld 3307 (2978). Bukbach 3095 (2960), Lauterbach 3179 (3094). Oppenheim 3107 (3002), Büdingen 3092 (2902), Erbach 3157 (2978). Schotten 3017 (2910); der Durchschnitt aller Gemeinden beträgt 316b (3005). — Die Durchschnitts- teuerungszahl für die 24 Gemeinden setzt sich aus folgenden Posteti zusammen: Ausgabe einer fünfköpfigen Familie für Brot 386.98 (363.60), Mehl 88.64 (86.40), Rährmittel 241.01 (216.04). Kartoffeln 438.75 ((434.80). Gemüse 296.37 (344.97). Fleisch 245.75 (232.34). Schellfisch 36.40 (33.24), Speck 175.- (155.70). Fett 384.4.9 (375.93), Salzherige 16.68 ((15.10), Dörrobst 115.24 (101.12). Zucker 98.34 (76.39), Eier 44.51 (44.34), Vollmilch 209.80 (203.57), Brennstoffe 281.77 (227.52), Leuchtstoffe 45.80 (39.28), Wohnung von zwei Zimmern und Küche, monatlicher Mietpreis 55.80 (55.48). Die rapide Steigerung der Teue- rungszahlen. wie sie in den Vormonaten in Erscheinung trat, hat im Monat Mai nicht angehalten. 3n einzelnen Gemeinden sind sogar die Teuerungszahlen etwas Lurückgegangen. Es ist dies vor allem aus die niederen Gemüsepreise zurückzuführen. Teuere Frühgemüse, wie Spargel usw-, durften nach den Vorschriften für die Berechnungs- Weise nicht in Ansatz gebracht werden. «ui» onr—iii --- Aus Stabt und Land. Gießen, den 20. Juni 1922. ** Amtliche Persvnalnachrichten. Ernannt wurde am 6. Februar 1922 der prov. Gesangslehrer Otto Raumann in Mainz zum Oberlehrer an der höheren Mädchenschule und dem Lehrerinnenseminar in Mainz mit Wirkung vom 1. Februar 1922 ab. Ernannt wurde am 13. Juni Franz Adrian aus Lorsch zum Wärter an der Landes-Heil- und Pflegeanstall »Phi" lippshospital" mit Wirkung vom 1. Mai 1922. — Ernannt wurden am 14. Juni der Schulamtsan- wärter Fritz Grünewald aus Seckmauern zum Lehrer an der Volksschule zu Kimbach, Kreis Erbach; der Schulamtsanwärter Heinrich Röth aus GraK-Ellenbach zum Lehrer an der Volksschule zu Güttersbach, Kreis Erbach. — Ernannt । wurde am 14. Zuni die Schulamtsanwärterin Elisabeth Göhky aus Rieder-Erlenbach zur Lehrerin an der Volksschule zu Bieber, Kreis Offenbach. — Zn den Ruhestand verseht wurde am 12. Zuni der Gendarmerieoberwachtmeister Philipp Martin in Freiensteinau auf sein Rach- suchen unter Anerkennung seiner dem Staat geleisteten Dienste mit Wirkung vom 1. Zull 1922 an. - 3n den Ruhestand versetzt wurde am 14. Juni der Studienral an der Realschule zu Gomsheim, Ludwig Dörr, auf sein Rachsuchen unter Anerkennung seiner dem. Staate geleisteten Dienste vom 1. Zull 1922 ab. Eine Sitzung der Stadtverord' netcn findet am Freitag, den 23. Zuni, nachmittags 5 Ahr im Stadthausc. Bergstraße (Sitzungssaal), mit folgender Tagesordnung statt; 1. Festsetzung des Zuschlags zur Wöhnungsbauabgabe für das Rj. 1922. — 2. Bewertung der Rebenbezüge der städtischen Beamten für das Rj. 1922. — 3. Gewährung eines Vorschusses an die Gemeinnützige Daugenossen- schrft 1894 in Gießen zur Beschaffung von Baumaterialien. — 4. Genehmigung von Rechnungen über die freihändige Beschaffung von Baustoffen auf Grund des Beschlusses der Daudeputation vom 14. Februar 1922. — 5. Beschaffung von Maschinen für die Herstellung von Kanrmer- steinen. — 6. Uferbefestigung am Grundstück drr Gießener Rudergcfellschtrft von 1877; hier: Gewährung eines Zuschusses. — 7. Errichtung von Rotwvhnungen: hier: Kreditbewilligung. 8. Beschaffung von Asphalt für die in eigener Regie auszuführenden Reparaturen an Straßenbefestigungen. 9. Baugesuche: a) des Ingenieurs H Brinkmann für die Bahnhofstraße; b) des Prof. Dr. Petsch für Errichtung eines Küchenbaues am Hause Ludwigstraße 76; c) der Firma 3. B. Häuser für Errichtung eines Lagerhauses auf dem Grundstück am OswawSgarten; d) des Karl Schott, Sandgaffe 22, für die Errichtung einer Einfriedigung entlang der Straße am Pfarrgarten. — 10. Erweiterung der Fernsprech- cmschlüfsc im Stadthaus, Bergstraße. — 11. 'Bewilligung eines Kredits für Verlängerung der elektrischen Leitung in der Erednerstraße. — 12. Bewilligung eines Kredits für Erhöhung der Löhne der städtischen Arbeiter. — 13. Bewilligung eines Kredits für den Jahresbeitrag an den Bezirksarbeitgebrrverband. — 14. Beschaffung von Rährnaschinen für die Mädchens ort- bildungsfchule. — 15. Voranfchlag der Plockfchen Stiftting. — 16. Auflösung der Kommission für Wirtsc^ftsbeihilfen. — 17. Gesuche um Erlaubnis zum Schankwirts chastsbetriebr: a) des Otto Eckhardt im Haufe Plockstraße 5; b) des Max Stephan für Schühenstraße 2; c) des Karl Frics für Walltorstraße 36; d) .des Willy Kleinertz für Leihgestemer Weg 18; e) des Wilhelm Müller für Wolfstraße 9; f) des Ferdinand Ketten Hofer für Wollengaffe 26. — 18. Erlaß einer Polizei- verotdnutrg bett. Einrichtung und Betrieb des Rutzviehmarktes in Gießen. — 19. Erhöhung des Kredits zur Beschaffung einer Lichtbatterie für das Stadttheater — 20. Zuschuß zum Betrieb des Stadttheaters für das Rj. 1921. " Ein Fackelzug wird am Mtttwvch abend zur Sonnenwendfeier vom Hoch- schulrmg deutscher Art veranstaltet. Die Auf- stellung beginnt um 9 Mr in der Kaiserallee. Von dort bewegt sich der Zug durch die Lud- wigstraße, Bleich straße, Südanlage, Seltersweg, Marktplatz, 'Bahnhofstraße, Reustadt nach der Hardt, wo Professor Dr. Schian I ehre Ansprache halten wird. ** Wäschediebstahl. Zn der Rächt zum 18. Juni 1922 wurde von einem fremden Reisenden, der in einem hiesigen Gasthause übernachtete, die Bettwäsche, bestehend aus einem weißen Damastbettbezug, einem weihen Damastkopsbezug und einem weißen Bettuch, im Gesamtwerte von etwa 500 Mk. entwendet. Die Wäsche ist gezeichnet A. R. oder K. R. Vor Ankauf wird gewarnt. ** Sein 25jähriges Arbeitsjubiläum feierte dieser Tage Herr Emll A b e r t bei der Firma Fr. Heimer & Co. Zn Anerkennung seiner treuen Dienste wurde ihm Pro- hira erteilt. Herr Abert ist mit Ausnahme der Kriegsjahre ununterbrochen bei seiner Firma tätig, in die er vor 25 Zähren als Gehilfe eintrat. ** L icht sch i el hau s. Die Aufgabe des Films, das gesprochene Wort durch gesteigerte Ausdruckskunst zu ersetzen, ist in dem Drama „Die Schiffbrüchigen" in ungewöhnlichem Maße gelungen. Menschliche Leidenschaften, lobend in ungehemmter Aaserei gleich den Wellen des Meeres, sind hier mit oft geradezu schmerz haft greller Beleuchtung gezeichnet. Mit atemloser Spa.nw.lng folgt der Zuschauer diesen cnl-- fefselten Stürmen, bis er mit befreitem Aufatmen nach einem Schiffbruch im doppelten Sinne des Wortes die Geläuteicken den Seelenfrieden finden siecht. Darstellung und szenischen Rahmen verwob eine geschickte Regie zu einem einheitlichen Ganzen, das auf den Ra men „Kunstwerk" Anspruch erheben darf. -p Wettervoraussage für Mittwoch: Wollig, mäßig warm, trocken, westliche Winde. Das Hochdruckgebiet im Westen erstreckt sich bis nach Polen hinein und bringt uns westliche Luftströmungen. Landkreis Gießen. A Bersrod, 19. Zuni. Gestern fand hier eine Gedächtnisfeier für die im Weltkrieg 1914—18 Gefallenen der Gemeinde, verbunden mit Denkmalseinweihung statt. Die ganze Gemeinde und zahlreiche Gäste ans der ämgegend nahmen an der Feier teil. Cin- gelettet wurde die Feier durch den Pofaunenchor „Wie sie so sanft ruhen". Der Gesangverein, der Schülerchor und ein gemischter Chor fangen 2tebtf und Schüler trugen Gedichte vor. Die Weihereds hiell Pfarrer M a r g u t - Winnerod, unter Glockengeläute erfolgte die GedächtnishandlunH und die Kriegsteilnehmer fangen „Zch hott' etnat Kameraden". Lehrer Wolf hiell eine zu Herzt» gehende Ansprache, woraus der Kriegerveren eine Ehrensalve abgab. Die Gemeinde, dieKirche die Hinterbliebenen und die Vereine legten am Denkmal Kränze nieder. Rachdem der Bürgermeister das Denkmal in den Schutz der Gemeinde übernommen hatte, schwß die Feier mit dem Posaunenchor „Zch bete an die Macht der Liebe". Das Denkmal steht vor der Kirche. --- H u n g e n, 20. Zuni. Bei dem am Sonntag in Steinbach stattgefundenen Radfahrerbun des fest erhielt der hiesige Radfahrerverein „Germania" im Korsofahren den Ehrenprsis zuerkannt. — Mehrere Gewitter, dma» Samstag über unsere Gemarkung niedergingen, hatten einen schon lange ersehnten durchweichenden Regen im Gefolge, so daß mit dem Setzen der Dickwurzpflanzen begonnen werden konnte. D4s Kartoffeln bekommen nun guten Ansatz und bic Halmfrüchte können sich gut entwickeln. Auch die Futteraussichten sind durch den Regen erheblich bester geworden. Die Heuernte hat begonnen und liefert auf feuchten Wiesen guter Ertrag. s. Trohe, 19. Juni. Heute fand hie» der vierte wissenschaftliche Vvr- trag statt. Gerichtöreferendar K v r w a - zik-Gießen sprach über „Rechtsfragen des täglichen Lebens". Die klaren Ausführungen über eine ganze Anzahl von jedermann berührenden Tagesfragen sanden dankbare Zuhörer. Leider ist bas Häuflein der Hörer immer noch zu klein; eine Tatsache, die faum verständlich ist. — 3m August spricht Lehrer Michel-Ettingshausen über: Die Erziehung der schulentlassenen Zu g e n d. Kreis Schotten. eb. Schotten, 18. Zuni. Gestern nachmittag schlug der Blitz im benachbarten Betzenrod in das Gespann eines pflügenden Landwirts. Der Hund blieb tot Baier, Sohn und Pferd tarnen mit leichten Verletzungen und Lähmingserscheinangen davon. CEäijrenb dieses Gewitters wurden zcchlr siche Bliheinschläge beobachtet Kreis Büdingen.. nd. Ridda, 18. Zuni. Der hiesige evan- gelische Frauenverein veranstaltete eine Sammlung für die innere Missivn 3m Kirchspiel gingen über 1000 Mark bar und 815 Eier ein. Die Gaben wurden in das evangelische Schwesternhaus in Gießeiftzar geeigneten Verteilung abgeliefert. Kreis Friedberg. 6 Bad Rauheim 20. Zuni. 3n Hupfe l d s Kurpark-Kasino ftnDel am Don ncrstag, verbunden mit dem Rachmittagstee eine Mod e n schau unter Mitwirkung erster Moden Fünfer und Künstler statt. Starkenburg und Rheinhessen. tm. Darmstadt, 18. Zuni Ein Düo» westdeutscher Diplom-Ingenieur - Tag fand heute in Darmstadt bei lebhafter Beteiligung aus allen VerbandZgebieten, besonders Hessen, ‘Saben, Pfalz, Rasfau, Rheinland, Kar- hessen usw. statt. Rach der Begrüßung dirch den Vorsitzenden Dipb-3ng. Vogel (Darmstadt) preß der Rektor Magn. Prof. Petersen bts Gäste willkommen. Mimsterialrat Wagner bankte für ixn Mittel rheinischen Architektenverein. Dan' hielt Geh. Baurat PrZ. Walbe einen Vdrtrag über Denkmalspflege, insbesondere über die in Mitteldeutschland vorhanvenen interessanten Fachwerkbauten mit Lichtbildern. Es folgte eine Besichtigung der Hochschulzentrale, sowie des Wvsferkcaftlaborütoriums unter Führung beä Prof. Diplorn-Zngenieur Wagenbuch mit Vorführung der Wasserkraftturbine endlich ein Vorttag des Rektor Magn. Dr. 3ng. Peter- s c n über Hochspannuugstechnit, insbesondere Zsolatoren, Schalthäuser mit gelungenen Johannes Schlaf. Zu feinem 60. Geburtstage, 21. Zuni. „Wehr einen Weltanfchauungsstreiter denn einen Dichter" hat sich Zohannes Schlaf, belfen 60. Geburtstag wir jetzt feiern, in einem feiner persönlichen „Rückblicke" genannt. Der einstige Mitbegründer des „konsequenten Aaturalisrnus" bekennt damit selbst, daß das Dichterische nicht mehr im Mittelpunkt seines Wesens steht, und es sind ja auch viel mehr ästhetische, philosophische, religiöse, ja auch astronomische und naturwifsen- schaslliche Fragen, denen sein grübelnder Geist sich zugewendet. Für ein größeres Publikum, bas bieten abliegenden und hochsteigenben Ge- Danfenf lügen nicht folgen mag, wird Zohannes Schlaf stets ber liebenswerte, feine, echtdeutsche Poet bleiben, der mit Arno Holz zusammen die Literaturrevvlutton der 82er Jahre des 19. Jahrhunderts herausführte, sein Bestes und Reifstes nach der Befreiung von dieser für beide zum Zwang gewordenen Gemeinschaft in feinem großartigen Drama „Meister Oelze", in feinen entzückenden Prosaskizzen gab. Ein Dichter, einer von jenen echten, die ewig Träumer und Kind bleiben, ist Schlaf stets gewesen, scheint er uns auch in seinem Weltanschauungskampf noch zu sein. Er hat selbst erzählt, daß er schon ,im 12. Zahr zu dichten anfing, und daß feine IGroßmutter, die gütige Märchenerzählerin, ber er ein so stimmungsvolles Denkmal gesetzt hat, jbte Muse seiner jungen Poesie würbe. „Also ich verfaßte Verse und kleine Dramen; die letzteren für mein Puppentheater," erzählt er. „Den Stosi zu den Dramen boten mir die Erzählungen und Balladen in meinem Schullesebuch und die Hausmärchen der Brüder Gramm, die ich gelegentlich geschenkt erhalten hatte; wohl auch die Märchen, die mir die Großmutter seit frühester Zugend erzählte." Auf der Schule gehörte der „Sinnierer", wie f o viele Dichter, zu denen, die sich zum Entsetzen ihrer Lehrer nicht merken konnten, daß das lateinische ut den Konjunktiv nach sich Tfiefjt. Aber schon als Primaner kam er mit Lem bedeutendsten Stürmer und Dränger der damaligen Dichterjugend, mit seinem Magdeburger Landsmann Hermann Conradi, in Be- nihrung und trat eine Art von asthetisch-poll- ;ttsch-echischem Bund bei, in dem cs sehr revolutionär, modern und radikal zuging und von dem aus mit die ersten Anfänge der damaligen „Moberne" erwuchfen. Rachbem er sich als Student in Halle gehörig ausgetobt hatte, gings in Berlin an das Brotstudium, und hier lernte er Arno Holz fermen, der feine dichterischen Anlagen und Ziele einige Zeit bestimmte. Schlaf hat immer wieder betont, daß bei’ von Holz cheorekisch, und praktisch begründete Raturalisrnus ihm eigentlich nicht lag. „Zeden- falls war der Raturalismus für mich von vornherein die hochbedeutsame Aeuherung eines neuen religiösen Weltempsinbens; eiies subtileren drul- scheren," schreibt er. „llnb damit hatte ich eigete lich jenen ersten mechanistischen Raturalisnms von vornherein überwunden oder vielmehr um- unb weitergestaltet, in tiefere und wichtigere Zusammenhänge hinein, als rein literarische sind" Gegenüber dem Einfluß des Auslandes vertrat er von Anfang an dos beutsche Element. „Trotz aller Kraft- unb Stoff Philosophie, trotz allen Kielland, Zola, Ibsen, Franzosen, Rorblänbern unb Russen, von benen allen ich eigentlich nie einen andern, so sehr sie mich begeisterten, als Dostojewski zu lieben vermochte," schreibt er in einer autobiographischen Aufzeichnung, „blieb mein Sinn für deutsche Art und deutschen Glauben unerschüttert und hat mich denn später auch von dem vorübergehend überwiegenoen Einsluß des exakten Raturalismus befreit. Durch alle Entwicklungsweben hindurch blieben die Bibel, Goethe und Shakespeare meine Heiligtümer." Man kann den Schlösschen Ton aus den gemeinsamen Werfen von Holz-Schlaf deutlich heraushören, sowohl in den lyrisch-phantastischen Stellen des „Papa Hamlet" wie in den psychologischen Vertiefungen ber „ Familie Selicfe". Ganz er selbst aber war er erst in den eigenen Arbeiten, die, befruchtet aus ber Zusammenarbeit mit Holz, nach schmerzvoller Trennung von dem Gefährten erwuchsen. Damals gab er im „Meister Oelze" das bedeutenbste naturalisttsche Drama, wenn man von ben Werfen Hauptmanns absieht, ein Stück Wirklichkeit, bas ganz ins Dämonisch- Titanische, ins Spukhast-llebermenschliche, hin- auswächst; er gab in ber Skizzensammlung „3n Dingsda" Kleinstadtszenen voll intimfter Beobachtung unb in dem wundervollen „Frühling" wohl das schönste Prosagedicht, das wir in deutscher Sprache besitzen. Diese Werke dieser Zeit sind cs, die die Stellung Schlafs in unferm Schrifttum begründeten und füt immer erhalten werden Er selbst aber drängte in schweren körperlich en und seelischen Krisen immer mehr aus dem Dichterischen in das Philosophische und Religiöse. 3n zwei großen Romantrilogien versuchte er das Problem der Dekadenz, wie es sich am Ende des Zahrhunderts aufdrängte, zu gestalten. „Die Dekadenz", sagt er selbst, „bedeutete für mich ein zweiseitiges Problem: ein Ab sterben, eine Pathologie, und andererseits die ihrer Abrundung entgegenstrebende positive moderne europäische Reunormasität; nicht zum letzten gerade ar.i; im physiologischen Sinne das Werden der neuen Physis! Die 90er Zahre waren für mich sehr leidsnsvoll, aber auch innerlich unsäglich reiche Zahre eines letzten entscheidenden Sturmes und Dranges." Die Romane, von denen „Peter Bojes Freite" und „Am toten Punkt" wohl die bedeutendsten Leistungen darstellen, waren mehr persönlich interesiante Bekenntnisse als vollwertige Dichtungen. 1904 siedelte Schlaf dann nach Weimar über und hat sich dort vielfältig betättgt, als Vorkämpfer für die Kunst Whitmans, Verhaerens, Maeterlincks, als Kritiker des Artistentums, dem er in seiner Beurteilung Taines zu Leibe ging, als Schöpfer religiöser, philosophischer Werke, als Verkünder einer Weltanschauung, die sehr viel Problematisches unb Unklares, aber auch sehr viel Tiefes und Urdeutfches enthält. Eichendorffs Abschied an Oberschlesien Die Fatznen sind auf Halbmast. Deutschland trauert um Oberschlesiens Schicksal. Wir müssen Abschied nehmen von den Drüdern, die die Gewalt ttoit uns reiht und die doch so eng zu uns gehören. Da denken wir wehmütig daran, wie eng dieses Land mit unserer Kultur, mit unferm Wesen verknüpft ist, und es mag daran erinnert werden, daß kein Lied sich besser zum Abschieds- lied von Oberschlesien eignet als „O Täler weit, o Höhen", dies Lied, das ursprünglich die Ueberschrist hat „3m Walde von Lubowitz" unb das einer unserer deutschesten Dichter, Zo- seph von Eichendorff, als Abschied von seiner geliebten Heimat Oberschlesien dichtete. Die vortrefslich:. vor kurzem bei Beck in München erschienene Eichendorff-Biographie von Hans Brandenburg weift den Einfluß des „Oberschlesischen Zugendparadieses" auf fein Dichten überzeugend nach, und nirgends hat es ergreifender 2bisoruck gefunden, als in den Strophen, „mit denen jeder Deutsche, so lange es Deutsche geben wird, von feinem Wald Abschied nimmt". Das Schloß Lu - b o w i h im Kreise Ratibor war nicht mir die äußere, sondern auch die innere Heimat Eichen- brosss,' und die hier empfangenen Eindrücke und ■ Erlebnisse waren so stark, daß sie sein ganzes Sein und (Jidjlen bestimmten unb wie ein un aussprechliches Heimweh in all seinen Siebern mit! fingen. Cs ist das eseuumsponnene Schloß, umrahmt von dem weiten Garten, es ist der l uch> tende Wiesenplan, die dichten grünen Wälder, die stets den Schauplatz seiner Poesie bilden. Wenn er als Gymnasiast zu Ferien die „Lnbv- witzer Zubelperioden" durchkostete, trenn er als Student in diese waldreiche, träumende Ratur zurückfehrte und hier im fröhlichen Zagen, im versonnenen Spiel, in erster Liebe und erster Trauer die tiefsten Eindrücke der jungen Seele empfand, fo fühlte er sich ganz als Sohn, als ein Tell diefer herr lichen Statur. Hierher ist er in der Zett seiner Verlobung zurückgekehrt, um von den Anwand lungen romantischer Krankhett und Gedanten blässe zu genesen. „Heber mich übt die Heimat wieder ihre alte Zauberei," schrieb er damals „Das Herz weit und hoffnungsreich, das Qlugc frei und fröhlich, ernste Treue erfrischend über mein ganzes Wesen, so ist mein Sein, ich möchte fast sagen ein Verliebtsein in die unvergängliche jungfräuliche Schöne des reichen Lebens." Das Waldesrauschen von Lubowitz wird so zur Grund- melobie seiner Lyrik, von Der Brandenburg sagt „Hier ist ein gewisser Gegensatz zwischen den buntbewegten Gassen und der ewig sich gleichen Schönheit und Hnschuld ber Rattir unb doch bas wundersame, ganz erscheinungshaste Zu- sammenklingett dieser beiden Sphären zu mystischer Einheit. Hier ist fein großes geistiges Ringen innerhalb ihrer und zwischen ihnen, auch feine große Vision, sondern ihr melodisches träumerisches Erfassen, llnd darin besteht Eichendorffs letzte Weisheit und höchste Kunst." Als er 1810 bas Zugenbparadies verlieh, um zunächst nach Wien in die „große Welt" und dann in die Kämpfe ber Befreiungskriege zu ziehen, da riß er sich los von Den WunDern seines oberschlefi- fchen WalDglücks mit jenen Versen, Die wir alle kennen, mit Diesem schönsten unD für uns heute so schmerzlichen Abschied von Oberschlesien. ber auch dem Wanne und dem Greis Eichendorff noch immer wehevoll durch die Seele klang. Uerfudjer rnf> £M)tbrU>ern 'Jteguring«ba j- nwtfler H .*9 11 2. b o r f f5ro:itfurt) banft? c ls 'Bertreicr der Tochnischrn Lot Hilfe beim A^ichs- mtniflcrhiTr bes 3nnem für die in der letzten Öcit ijelciftctc ilnL-rrtühunq der 3nfleni?1rrc und der Stubentlntchoft 3n seiner Schlrlßanfprachc gab der zweite Sor lr,cnde des Verbanbrs Deutscher »Ingenieure Dip! 3ng. Steinmetz 'lassen) noch- moto 'Sorten des Sxnrtcs an den hiesigen Bezitts- neietn, Vie an die Hochschule Ausbrrck mb führte nue fcat- der Techniker in erster Linie berufen ist, bei dem weiteren 2Iufbai bes Vaterlandes als 5örbercr und Führer zr dienen. Der Aachwichs müsse sich aber mehr wie bisher mit der sozialen und den Wittschaftsfragen befassen. Aachmit- tagt folgte ein Ausflug nach dem Kranichst einer Schloß und hieran anschließenb eine Gautag rng. rm. D a r m st a d t, 19. Juni. Durch ein schweres Explvsionsunglück ist der verheiratete Arbeiter Hch. N'o d n a g e l dahier zu Schaden gekommen. Er hat trotz des bestehenden Verbotes auf dem Griesheimer Rebungsplay Muattionsstücke, Geschosse ustv. gesucht und gefunden, deren Metall die Frau an Althündler verwertete. Unter den Stücken befanden sich auch zwei Blindgänger von etwa 10 Zentimeter Länge und 3 Zentimeter Durchmesser. Als N. in seiner Wohnung das Geschoß entladen wollte und dabei mit dem Hammer hantierte, explodierte es und ritz ihm beide Hände weg, auch erlitt er verschiedene Verletzungen am Kopf und der Brust, auch die in der Stiufe befindliche Frau wurde durch ein Sprengstück am Oberschenkel stark verletzt. Beide kamen in das Krankenhaus. Der Zustand des A. ist sehr bedenklich. Die Leute besitzen fünf unmündige Kinder. * Dieburg. 17. Znni. Rohe Baumfrevler treiben In immer mehr sich häufenden Fällen im Kreise Dieburg ihr Unwesen. An den Kreisstvahen werden fortwährend junge Obst- däumchcn umgebrochen oder ausgegraben und mit den Daumstangen und Bindstttcken gestohlen, oder aber durch Mesferschnitte und Deilhiebe derart beschädigt, dah sie absterben. fpd. Mainz, 19. Juni. Aus dem Lager einer hiesigen Silberwarenfabril wurde in der Zeit vom Januar bis Mai b.I. außer einem größeren Posten zusammenge-- schnwlzenen Silbers Silber im Gewicht von etwa 40 Kilogramm gestohlen. Zwei Diebe und ein Hehler wurden festgenvmmen. Der größere Teil des Edelmetalls konnte noch nicht .herbeigeschafft werden. fpd'. Dingen, 19. 3uni. Der Doppel- Decker - Personendampfei „D r a ch e n f e l S" der Düsseldorfer DampfschiffahrtSgesellschaft erlitt im „Binger Loch" einen Wasser- achsenbruch Er mußte seine Passagiere dem großen Lalondampfer „Blücher" übergeben, der sie mit auf die Talreise nahm. Der beschäDigte Dampfer wurde von einem Stin- neSdampfer einer niederrheinischen Werst zugeschleppt. Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M^ 19. Juni. Heute vormittag gegen 10 Ahr warf an der Unter«» mainbrücke eine ältere Frau aus Königstein ihr fünfjähriges Enkelkind in den Main und stürzte sich dann selbst in die Fluten. Da der Vorgang bemerkt wurde, gelang dem Badeanstc^tSbesrtzcr August Moser und dem Fischer Willi Leonhardt die beiden Personen lebend aus dem Sttom zu retten. Die Ursache zu dem Verzweiflungsschritt dürfte in einer langwierigen Krankheit der Frau und äußeren Sorgen der Familie zu suchen sein. " Fra nkfurt a. M.. 19. Juni. Von einem unbekannten Wohltäter, der seinen Na- men nicht nennen will, sind der „Frankfurter Kinderhilfe" aus Amerika 1 00 000 Mark überwiesen worden. Schlichtungsausschuß der Provinz Lbcrhesscn. Verhandlung vom 16. 3uni 1922. Für die Weißbinder inDießen wurde folgender Sturrbenlohn ter selbständigen Gehilfen über 20 Zähren vorgeschlagen- ab 10. Zuni 21,50 Mark, ab 17. Zuni 23 Mark and ab 1.. Z Ui 25 Mark Dieser Lohn soll mit 1 ttägiger Frist gdunbigt werden tönnen, erstmals zum 14. Ztti. Dtohe, wurden 18,50 Mort bezahlt Hebet die Lebniegelung für die jüngeren Gehilfen mb die Hilfsarbeiter sollen die '-J^rteien. Verband der Maler und Vereinigung der Malermeister, noch miteinander verhandeln. Sinnen einer Woche sollen sie sich über Annahme oder Ablehnung deS Schiedsspruches erllären. Von der Aktienzuckerfabrik .Wetterau" in Fr iebberg fordert der 5a- brikarbeiterverband die Anerkeniuiirg brr monatlichen Bezirkstarifverträge für bic -rübmverar- beitenben Zucker,abriken Süddettschlands, Ortsklasse 3. Die Fabrik erklärte sich bereit, je- Wells i*e Bezirkstariflöhnc des vorhergehenben Monats zu zahlen. Der Schlichtrngs-A issch ch erliest Schiedsspruch, baß sie zunächst vom 1. Z rnr an bic Mailohne der Ortsklasse 3 zahlen soll, also z. D. den ledigen ungelernten Arbeitern über 21 Jahren 18,75 Marl Stundenlohn -inb den Verheirateten und Familienernährern 60 Pfg- Hausstattbsz llage. Der Zuntbezittslarif ist noch nicht bekannt. Der Fabrikarbeiterverband lehnte den Schiedsspruch ab. Ein Heizer ber Landes-Hetl- und Pflege-Anstalt in Gießen erhob unter Berufrng auf § 84 ff. des Betriebsräteg^setzes Einspruch gegen Kündigung Da aber ber Betriebsrat den Einspruch nicht für gerechtfertigt halten konnte, mußte, er schon deshalb für unzulässig erklärt »erbat. 3n zwei Kündigungssachen verglichen sich die Pattei en. Hochschulnachrichlen. Hk. West deutsche Studienfahrt: „Lahn Mos eV*. Das Zentral Institut für Er«- ziehung und Unterricht veranstaltet vom 23. bis 29. Zuli unter Leit rng des Gießener Universi- tätsprofessors Dr. Ernst Küster eine Westdeutsche Studiris.hrt .Lahn Mosel". Die Stubienfcchtt soll drn T.itnehmern eine trafen- schaftlich begründete Kenntnis d:s Lahn-Moseltales vermitteln. An Veranstaltungen sind ut Aussicht genommen j. a. Begrüß rng ber Tcll- nefcmer durch den Leiter des Lehrgangs im Hotel Schütz, Gießen. Mitteilungen über die Einzelheiten der Veranstaltungen unb die enbgültrge Fassung des Programms, Vorträge von Gießener Univ.-Professoren Dr. Messer (WeÜanschau- ung unb Erziehung), Dr. v. Aster (Goethe als Philosoph) (1. unb 2. Teil), Dr. Klute (Geographie bes Lahn- unb Moseltales), Dr. Har- rass o w i tz (Geologie des Lahn- und Moseltales), Dr Bauch (Kanstdenkmäler des Lahn- und MvkellaleSl. ferner Besichtigungen unb Ausflüge nach Wetzlar, nach dem Schistenddrg, nach Limburg and Trier (Vorträge über die Geschichte der Stadl Trier. Prof. Dr. Krüger und Pros. Dr. K e n t e n i ch), Wanderung im Lahntal Gerichtssaal. Theaterprozeh. rm. D a r m ft a b t, 19. Zuni. Nachdem erst in der vorigen Woche die Klage des Mitgliedes am hiesigen Theater Walther-Etieber, der für den Schluß der Thsatettaison gekündigt hatte, während die Kündigung von hem Generalintendanten nicht angenommen worben war, burch daS Schiebsgericht zu Gunsten bes Künstlers eutschie- ben wurde, wird jetzt eine Klage bekannt, welche Schauspielerin Fräulein Friebericke W ie b t gegen das Landestheater führt. Sie ist im Zanuar d Z. bei einer Matta Stuart-Aufführung dadurch verunglückt, daß der Dühnenwagen nicht nahe genug an das Podium hcrangezogen wurde, fo daß die Künstlerin fiel und sich statt am Fuß verletzte. Der ®ennalintenbant ließ burch ben juttstifchen Vertreter bic Feststcllungs klage abtoetfen, ba das 2an- bestheater weder eine wittlichc noch eine juttftische Person fei und nicht verklagt werben könne. Der Vettreter ber Klägerin verlangte daraus in dem Termin Vertagung, damit die Klage auf den Staat, ben Besitzer bes Theaters, ausaebehnt tocr- h»n ,Iönnc. Das Gettcht gab biesem Antrag statt. Vermischtes. ' Ein Niesendiebftahl alter Meister. Ein Diebstahl einer großen Anzahl hervorragender Gemälde, der 'bei Ausbruch der Nevolutwn im November 1918 ausgeführt wurde, wird erst jetzt durch eine Bekanntmachung des Polizeipräsidenten von Frank- furt a. M. kund getan, die im „Kunstwanderer" veröffentlicht wird. Danach wurden am 8., oder 9. November 1918 aus einem Eisenbahnwagen der zweiten Gardedivision, der von Brüssel nach Deutschland gehen sollte und u. a. mit Eigentum deutscher Flüchtlinge beladen war, eine Gemäldesammlung geraubt. Diese Sammlung enthielt u. ’a. folgende Bilder: das Pvrttät eines spanischen Znfanten von Velasguez, zwei Werke von Rubens, eins die Entführung der Dejanrra durch den Kentauren Nessus darstellend, das andere ein Porträt seiner Frau, ein Wänner- kvpf von van Dyck, ein Bild „Die Liebe verbindet Venus mit MarS" von Paolo Veronese, ein Männerbildnis von Mig- n a r d, eine alegonsche Szene von Jordans, ein Wett von Adrian Brou- wer, und 22 andere Bilder von alten Meistern. Aus dir Wiedererlangung der Gemälde, deren Gesamtwert mit 10 Millionen angegeben wird, wird eine Belohnung von einer Million Mark ausgesetzt. * Ncuyork im Orkan. Ein furchtbarer Orkan, wie er noch nie bisher über Neu York hingebrau st ist, hat die Stabt an einem ber letzten Sonntage heimgefucht. Nach ben ersten Wölbungen wurden dabei 49 Personen getötet; 32 werben vermißt unb viele Hunbette würben verletzt. Ganz plötzlich stürzte biefer verheerende Wirbelwinb über die vielen Zehn taufen be nieber, bic sich an einem prachtvollen Sonntagnachmittag in ben ParbS der Dergnügungslokale unb auf dem Wasser bei1 Strome befanben. 3n ganz llirzer Zeit hatten bichte Masten schwarzer Wolken den vorher ftrafctaib blauen commerbunntrt vezogen. Di' Wolken befanben sich nur wenige hundert Fuß über dem Toben; aus ihnen wirbelten gelbe Dünste, unb ganze Mauern von Sand stürzten fid? bcmicber. Giohe Bäume wurden entwurzelt unb wie Heine Sträucher fort geweht Die Drähte ber elektrischen Leitungen hingen herunter, und verschiebenc Personen sollen buoch bic Berührung dieser Diähte getötet worben sein. Da» gefande Telegraphen- unb Telephon-System geriet in Stockung. Der größte Teil ber Todesfälle ereignete sich auf Eity ZSlanb, einem beliebten Ver - gnügungSott. um bai herum bic Gewäster mit Huribcttcn von Booten bedeckt waren. Tiefe wurden umgeworfen unb fünfen zu Tubenben. Der Sturm, ber im ganzen noch nicht eine halbe Stunde bauerte, war durch feine Wettererscheinungen irgendwelcher Art vorbereitet; er bilbcte grölte Wirbel, bic alle Arten von Gegenstänben auffäugten und in die Luft fchleubetten, um fic bann mit furchtbarer Gewal tiücbcr herabzu- toerfen. Das ttntzlück war durchaus nicht auf Neuyott beschränkt, sondern man glaubt, baß bic Wirtung des ©turnte# sich von Ohio bis nach Masachusctts ausbehntc. ES ist daher mit fehl schweren Opfern und einem ungeheueren Sachschaden zu rechnen. Turnen, Sport und Spiel. — E. Paulus unb R. Fischer vom Gießener Sport-Club von 1 900 sind nun endgültig in ber westbeutschen Verbands- Athletikmannschast zur Teilnahme an ben Deutschen Kampf spielen ausgestellt unb bürsten wohl bic einzige Vertretung be» heimischen Sports auf biefer großen Deutschen Olyrnpiabe bilben. Fischer bestreitet den 100- unb 200-Meter-Lauf unb läuft in ber ivest- beutschen 25mal 300 Meter BerdanbSstasfel mit. Paulus geht über 110-Mcter-Hürben, in welcher Konkuri-cnz er Westbeuischer Meister ist. unb nimmt am Diskuswetten teil Der ,Gieß. Anzeiger" wirb jeweils über die Teilnahme ber beiben Kämpfer, bic in ben letzten Zunitagcn in Berlin an ben Start gehen, ausführlich berichten. — Hanbball. 1 Se m i na r - Ma n n - fchaf t-Wehlar 1. Männer - Turn« D c r c i n (S i c f'.c n 0:2 (0:1). Aus bem D,) B- Spottplatz am Trieb trafen sich am vergangenen Sonntag obige Mannschaften zu einem Hanb- txrll-Gefcllfchastsspicl. Gießen hat Anwutt Beib.' Mannschaften ivaren sich, was Spielw:ise anbelangt, gleichwertig. Das Spiel wegte bin und her. Die Mannschaften waren energisch im Angriff unb ebenso in ber Abwehr. 3n ber 7. Minute brachte Gießens Mittelstürmer fcc.i elften Erfolg für feine M mnfchaft. Wetzlar inachle, vom Winde begünstigt, sehr gute Durchbrüche, Ci' aber nichts einbrachlen. (Sin Elfmeter Ball für Wetzlar würbe von Gießens Torhüter tn bi. Ecke gelenkt, ber bar aut von Wetzlar geworfene Eckball blieb jeboch ohne Erfolg 'Halbzeit 1:0 für Gießen.) Rock: .Halbzeit ging de Sp ei i. gleichem Tempo tr?itcr. Mar bekam ein bttberseit» gleichwertiges Spiel ;u f.1 Bl» schr. ! wechselten bic Situationen and es euiridelL'a nch recht interessante Moment-' Nn ber 52. -: ;nie konnte bic M. -Tv.-Vkanitsch aft ihren zweite i Erfolg buchen. Der Schiedsrichter war sehr g?naa unb sicher in seinen Entlcheibingm. geSmuchs^ct^-izei^-^dene Seschmadtsarien . Lactfu/rrk. flcrrr-hti r-i 'ei Wornu. Gr.'Bnstlß 4. Beschlußfasiunpr Wien Leihgestern Juni 1922. .b Statt, Karten! Sonja. zu 1.5884 D Andren®. v. Simson. über die Genehmigung der Bilanz und die Gewinn- über die Entlastung des Vorstandes und des Auf- Vorerand; 2. Beschlußfassung vertellang; 3. Beschlußfassung siebtsrats; Flora Überallher Helmut von Foullon Verlobte (Erni Berlin Hermann Rotschild Verlobte Laudach Hirstein b. Äschaffenburg gewährt werden. Die Hinterlegung der Aktien bzw. des ordnungsmäßigen Hmter- legUBg-'Scheines eines deutschen Notars, der Reichsbank oder der Bank des Berliner Kasten -Vereins in Gemäßheit des H 24 der Satzung hat spätesten« am 11. Juli d. J. während der üblichen Geschäftsstunden — erfolgen, und zwar entweder bei der Bank für Handel und Industrie Niederlassung Gießen oder den »amtlichen übrigen Niederlaeenngen der Bank. Berlin und Darmstadt, den 17. Juni 1922. Bank für Handel und Industrie. Die glückliche Geburt eines gesunden Jungens zeigen hocherfreut an Willi Doll und Frau Liesel, geb. Sachse. Gießen, den 19. Zuni 1922 3t. Katholisches Schwesternhaus. 06250 Bank für Handel und Industrie. (Darmstädter Bank.) 69. ordentliche Generalversammlung. Wir beehren uns, unsere Aktionäre nach §§22 bis 25 der Satzung zu der am Sonnabend, den 15. Juli d.J., vormittags 11 Uhr, in unserem Geschäftslokale zu Darmstadt, Rheinstr. 22, stattflndenden ncunuodsechzigsten ordentlichen Generalversammlung mit folgender Tagesordnung einzuladen: 1. Erstattung des Geschäftsberichts für das Geschäftsjahr 1921 durch den j Fritz Nowack Z Wäschesabrttk und Ausstattungshaus. 5883c ■iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiifiiniiM werden in der Weise, daß auf je 1 Aktie der Gesellschaft im Nennwert von M. 1000.— mit Dividendenberechtigung vom L 1. IW, 1 Aktie der Nationalbank für Deutschland Kommanditgesellschaft auf Aktien im gleichen Nennbetrag und mit gleicher Dividendenberechtigung und auf je 7 Aktien der Bank für Handel und Industrie im Nennwert von fl. 2a0.— mit Dividendenberechtigung vom L 1. 1922 je 3 Aktien der Nationalbank für Deutschland Kommanditgesellschaft auf Aktien im Nennwert von je M. 1000.— mit Dividendenberechtigung vom L 1. 1922 Wäschestoffe aller Art: Tretonne, Nenforce, Madapolam, Makbo weit unter Tagespreis aller ArtMeiderMeo.taD, Eaaiarbeilefl aller Art, Gardinen bsi. werden ■j918c schnellstens aa8gefijlirt Stoffe können zu- Cn/omrm gegeben werden. ... _____________ über die Verschmelzung der Gesellschaft mit der Nationalbank für Deutschland Kommanditgesellschaft auf Aktien durch Genehmigung eines Vertrages, auf Grund dessen das Vermögen der Gesellschaft als Ganzes mit dem Rechte zur Fortführung der Firma unter Ausschluß der Liquidation auf die Nationalbank für Deutschland Ko mianditgesellschaft auf Aktien übergeht, und für die nicht entsprechend dem Vertrage mit dieser vom 30. Oktober 1921 im Besitze der Nationalbank für Deutschland Kommanditgesellschaft auf Aktien befindlichen Aktien der Gesellschaft Aktien der Nationalbank gewährt Die glückliche Geburt eines gefunden Töchterchens zeigen hocherfreut an Julius und Hanna Stern geb. Kaminka Gießen (Marktplatz 11), den 19. Juni 1922. • 06238 J S&afSorf. 9l#toria Lizarstts ft Ä ß 1.11 Die vornehmen MarJcen= CENTRAL PARK WALDORFPERLE WALDORF-ROSE EPSOM arriieb eingetroffen oeiie Matjesheringe ferner täglich frische u. geräucherte Seefische zu billigsten Tagespreisen. 5917 BamMerFisclibdla. Prima gesunde Speise- Kartoffeln und kleine gesunde Fatter-Kartoffeln. H'nter der Wsstsolags 11. Telephon 178. 5744 VEREINIGTE WERKE FÜR BAHNMATERIAL A.G. Butzbach/Hossen 5830 A_______ 300000 Mauersteine geputzt, preiswert abzugeben Todes-Anzeige Nachruf. Oberschlitze Joseph Kohlhaas Inhaber des E. K. II. Kl 06221 zu verknuse«. Walltorstrafte 16 U. Remhardshain. Scherfede (Westfalen), den 16.Juni 1922. 5905 D Nachruf! 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Festakt am Rathause: Begrühung durch den Vertreter der Stadt; Entgegennahme von Glückwünschen; Schwertertanz; Volksfest auf dem Lindenplatz. Abends 8 Uhr: Konzert und Aufführungen auf dem Ltndenplatz; Feuerwerk. 5903D Plötzlich und unerwartet starb am 16. Juni 1922 im Garnisonlazarett Gießen der Mittwoch früh 9 Ubr erste Sendung eintreffend. (5902c kopflos, 3-6-pfündig, Treeiacys Pfund Mk. 12.-, int Ausschnitt Mk. 14.- Cabliau Mr. n.-, im Ausschnitt Mk. 17.— Schellfische »Wil-: int Ausschuilt Mk. 17.— Portions ». Bratfische Pfund Alk. 12.-, 3 Pfund Mk. 35.- Frische Fisch-Koteletts per Pfund 12—4 Stück» Deutsches Reichs - Adrehbuch 19^0 | wie neu, zu verkaufen Frankfurter Str. 27 II. Jung. Gehilfe für sofort gesucht. 06207 B.Amend,Schuhmacher- moister, HundSgasse 4. SanbereS anständiges Mädchen weg. Erkrank, des jetzig. Hofort gesucht. Gute Verpfleg, u. bober Lohn oezis Ludwigstrafte 30 I. Jiiogcres MöWeo für kl. Haushalt tagsüber zum 1. Juli gesucht '6228 Nordanlage 13 II. 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H2 Zweites Blatt barm haben tetr den Zusammenbruch, der in n andere., Arten der Abg Dr. Röficke (Dtschntl.): Die Stricgd- Umlage kann der ßanbtoiri nicht die Mittel enden, bl- ei bis» Prenlxn icrffling2rftror>e zu fahren Ich schlich be Treppen empor und pochte leise an dir Tür. Als das Die sttmädchen mich erblickte, w-ollte es erst Alarm schlagen, dann mochte es aus meiner elenden Miene wohl ersehen, dah von mir keine neue Uebeltat zu befürchten fei. und stand mir Lede und Antwort. Helenens Befinden war unverändert. Der Arzt, der feit dem Morgen schon gtixtra dugewesen. hatte gesät, es würde sich wohl ein Lerocnrsieber entwickeln. Ich gab dem Mädchen ein reichliches Gelbge cheick teilte ihm meine Adressc mit und bat. mir zu telegraphieren, falls in Helenens Zustand eine Wendung z um Schlimmen cintreten sollte. Dann fuhr ich nach Verbindung kommt mit dem Bürgerkrieg. Der j ledc Pi^ssesrrilxil Redner beantragt Festsetzung der Umlage statt auf 1 Selfe'ui g .p r b x g a len 2*/j aul 4V2 Millionen Tonnen Meimmg-a'tzern^-g g fuh. Einiges von der Mädchenfortbildungsschule. Lachdem bereits 1874 durch das Hessische Dolksschulgeseh die obligatorische Knabenfortbildungsschule eingeführt worden ist. verlangt daS neue Schulgesetz vom 25 Oktober 1921, bah auf für die schulentlassene weibliche Jugend Fortbildungsschulen eingerichtet werden. Zur Orientierung lassen wir für interessierte Kreise einen 2IuÄwg aus dem Gesetz folgen, der die wichtigsten Bestimmungen über die Verpflichtung zum Besuche i des Fortbildungsunterrichts enthält. Artikel 23 so Tonnte man sich erklären, baf) der Bürgermeister Dr. E a f p a r t -Brandenburg aus dem 11. Deutschen Kong retz für all ohol- freie Erziehung, der mich in der Him- melsabrtSwoche nach Berlin führte, allseitigen Beifall fand, als er sein Referat über „die alkoholfreie Jugenderziehung durch "Reich, Staat und Gemeinde (mit besonderer Berücksichtigung der Wohlfahrts-- und .Zugend- ämtcr) einleitete mit den Worten „diedcut -- sche fugend ist keinen Deut' verwahrloster als die Erwachsenen". Auch er wies, wie naturgemäß mancher Redner des Kongresses, auf die große erzieherische Wirkung, die das Beispiel derErwach- senen bietet, hin. Auf dem Kongresse wurde von erfahre- tenen Männern und Frauen der Medizin, Volkswirtschaft. aller Kirchen, aller Schulen und aller Enthaltsamkeits- und alkohvlgeg- ncrifdfcen Vereine feder Richtung in Einmütigkeit in vielen Vorträgen auf die schädigende Wirkung des Alkohols und des AlkoholismuS, sowie auf die Bedeutung der Alkoholfrage für die Gegenwart und Zukunft des deutschen Volkes für den gesundheitlichen, wirtschaftlichen und sittlichen Wiederaufbau hingewiesen, auf den Einfluß des Genusses geistiger! Getränke, auf die hoffende und stillende Mut- ,Er grüßte . Ich ging noch eine Weile vor dem Haufe aif unb ab, weil ich mit mir nichts Rechtes anz i= fangen wußte, dann sah ich eine leere Droschke votmberfahren, stieg ein und lieh mich nach meinem erfobtungen haben gezeigt, bah man mit bei Zwangswirtschaft niemals die Produktion fteigciir kann. Weite Kreise bes Volkes können schon heute das Brot tatsächlich nicht mehr bezahlen Ihnen muh geholfen werden, aber nicht dadurch, daß man eie ' mdwirtschaft bluten läßt Mit bei Umlage wird das Brot nicht verbilligt. Die Legierung muh andere Mittel aufwenden, um die Versorgu ng der minderbemittelten Bevöl^rmg mit Brot sicherzustellen. Unter dem Zwang der K vy4 gtfäh. siche Fa len: Alle öffentlichen Aunbgcbung2n iVorlem ^gen, Konzerte, Voriräge. Lheateiauiführungen Zw), die geeignet fntb. die öffentlich«' Ordnung zu stören oder die Sicherheit und das Ansehen der Lheii'landkommisfion oder cer Des.ntzungstr"l'p>'n war, als reiche das allein schon hin. um die finsteren Mächte hrrauszufordern, die über meinem Schicksal walteten. Das Herz tat mir Weh bet dem Gedanken, dah ich zu spät kommen würbe, aber ich war dessen tast gewiß, bah mir auch diese neue Bitternis nicht erspart bleiben würde . . ..Aus bem Bahnhofe in ©umhinnen erwartete mich einer unsrer Knechte mit zwei Reitpferden. Es sei zwar Schacktarp'. wie bic Litauer sagen, bas hellt u. fr.? von. tag la, gern Le en auf geweichten LehinweS? waren weder zu Fuß noch zu Wagen zu passieren. »Von Hause erfuhr ich nichts Reues: bet Knecht hatte sich zugleich mit der Depesche, ix« mir mein Drub?r sandte, auf ben Weg machet müssen, damit die Pferde vor der Rückreise em paar Stunden zur Erholung bekamen Ich packt» das Lotwendigste aus meinem Koster in die Sattellaschen, bann sahen wir auf, unb es ging heimwärts. Auf den Chausseen im Galopp, inb mühsam. Schritt für Schritt, als die Landwege anfingen. Die letzte halb? Ti tle muhten wtr und zu 5 uh durch den Lehm hindurcharbeiten, die Zügel in der Hand und die total erschöpften Gäule hinter uns her ziehend Es war ein schweres Stück Arbeit, aber die Anstrengung tat mir wohl, sie verhinderte mich, meinen Gedanken nachzr hangen. <_ .Endlich, es war schon dunkel geworben unb mochte gegen sechs Uhr des Abends fein ffaaben wir vor unserem Hoftor. Die Hunde 'chlugen an, der alte Grohknecht schob den Riegel zurück. ,,Junger Herr, Se käme to spät. Uns' oh? Herr is all dodt!' „3u spät: Ratürlich, wie hätte es auch anders sein können? ,2lui dem Hausflur empfing mich mein Brr der Er drückte mir stumm ie Hand und führte mich nach dem neuen Tnbai hinüber, in bem die fast nie Betretenen Prunkzimmer lagen. Dori hatten sie den Vater aufgebahrt, in einem einfachen, geldgestricheren Holzsarge den er sich ’elbft gekauft hatte, als er merfte bah es mtf ihm zu Ende ging (Sortierung folgt) Deutscher Reichstag. Berlin, 19. Juni 1922. Der Antrag aller Parteien auf Sicherstellung des aus Tn lab der Besehittzg Schlesiens unb der Abstimmung aus öffentlichen TZ tteln angescha'f- ten Materials, wie Bureaueinrichtungen, Kraftwagen usw., wirb in allen drei Lesungen bebatte- los angenommen. Es folgt Me erste Beratung des Gesetzentwurfs über die Getreideumlage. Abg Krätzig lboz.): Die landwirtschast- Itchen Organisationen wollen keine Getreide- umlagcn Sie wollen die Aufrechterhaltung des vom Qanbbunb geleiteten privaten Getreide- Monopols tm privaten Interesse der Agrarier. Für den Reichstag kann es keinen Zwetfel geben, bab er sich demgegenüber auf die Seite des darbenden Volkes stellen muh. Würde es nach dem Landbund gehen, dann würde das Brot zum Weltmarktpreis von 50 Mark verkauft werden unb die Arbeiter mit groben Familien buchstäblich hungern müssen. Zudem kann der Land- bunb keine Gewähr für eine ausreichende Brot- oersorgung geben, denn er hat seine Mitglieder nicht tn der Hand Wir sind bereit, über bic von bet Vorlage vorgeschlagenen 5 Hektar hinaus alle Güter mit weniger als 10 Hektar von ber Umlage freizulassen, ba sich eine weitere Brot- Verteuerung nicht gestatten [übt. Kommt zu ber drohenben Arbeit-losigieit noch die Hungersnot, Mrin Vetter Jolus. Ronunr von Richard Skowronnek. das Blut, das zwischen tps flieht. Du hast eS vergossen ... eS klebt an deinen Händen ...' Erne namenlose Angst packt mich an, ich will auf sie zutreten, da schreit sie arf: .Zurück! Rühr mich nicht an!' wirst die Arme in die Lust, und ehe ich zuspringen rairn, bricht sie z arrmen. „Ich bebe sic aus und trage sie nach b>m Sofa, da stürzt bic Iustizrätin mit dem Dienst- mälxhen herein, ich fühle mich fortgcschsben, und mit cincmmculc, ich weil,' noch heule nicht, wie es gekoormen ist. stehe ich brauhen auf dem Treppen- flur und hinter mir fällt die Tür ins Schlob- .Mechanisch gehe ich die Treppe herunter, als ich auf der St ratze bin, läuft das Dienstnrädchen an mir vorüber Offenbar holt sie einen Arzt, ich bleibe also stehen, um ihre Rücüehr zu erwarten. Es bauecl kaum fünf Minuten, ba kehrt sie wieder in Begleitung eines Herrn, oif den sie eifrig cinspricht. Sie gehen in das Huus hinein, ich denke nichts und tühle nichts, ich axib nuY, bab ich ba drautzen solange 51 warten habe, bis der Arzt toieber herunterkommt. Mir ist, als erwarte ich mein Todesurteil. .Endlich — es ha! wohl eine gute halbe Stunde gcbaiert, — kehrt er wieder. Ich trete auf ihn zu und frage, wie es oben steht. .Der Arzt zuckt mit den Achseln .Vorläufig lässt stch noch gar nichts sagen. Sie junge Same, bic so tote so schon autzerordsillich zart veranlagt ist, hat eine heftige ©cmütecL» schüt.erung gehobr, die einen vollständigen Zusammenbruch nach sich zog. Hetzt ist sie ja wieder bei Bewusstsein, was sich aber weiter daraus ifHtöO®' ßottl Hili ter, auf bas Kind unb die Heranwachsende 3u- genb aufmerksam gemacht, unb es wurden Wege gezeigt, wie das Haus, bic ocniucn, Kirchen, Städte, Staaten unb baö Reich yter bei ber alkoholfreien Jugenderziehung nut- gewirkt oder besser vielfach noch nicht nut* gewirkt haben unb welche Aufgaben in ber Zuiunft noch zu leisten sind. Am drittelt Arbeitstage des Kongresies kamen bann bie Vertreter ber ben Enthaltsam» keitSvereinen angeschlossenen ^ugettdverbände zu Wort. Jung- unb Wehrtempler des polt- tisch unb religiös neutralen GuttemplerorbenS, Iungborner, Hochlänber unb Quidborner beS katholischen 'abstinenten KreuzbündnissA Trcubünbler des Deutfchett Bunbes ev.-kirchl- Blaukreuzverbände, Vertreter ber Jugendarbeit des Verbandes sozialistischer Abstinenten und viele Vertreter kleinerer Vereine. Und hier zeigte sich, dah die Jugend in unserer Armut unser Reichtum sein! kann. . W. B. Wie wir bereits kürzlich mitteillen, hat auch in Gießen die Ortsgruppe des Vereins gegen den AlkvhvliSmuS ihre Tätigkeit wieder ausgenommen. Kirche und Schule. SÄ $!• Saniert nicht Es ist an ber Zeit, die Rheinlandkmnmis ,,v.l die um bas Vertrauen der Rheinländer | wirb«, darauf aufmerksam zu machen, das) die Rheinlnndc'. i'. ihrer übergroßen Mehrheit dc- Ms d)tiae^,"i30 Sabri ilten Heirat kbrlltl- «JJ (gieUSh M itritg > 1 (Sjititi ibrtn m» “ werten »1(1 ff’®'* tit», ? ult » «,(t -■ /Da lüpfe ich, wie der Leid, den ich umschlungen halte, zusammen schauert, die Anne lösen sich von meinem Halse, aber ich greife nut um so fester zu, und eine kochende Wut packt niich jählings gegen dieses Weid, das mir mein Lied stes rauben will Mir wird cs rot vor den Augen, ich vergesse mich selbst und herrsche hc zähneknirschend an: .Gehen Sie hinaus und lassen Sie unS allein!' „Unb dann - ob sie gegangen, weih rch nicht — trage ich das liebe Menschenkind, das in meinen Armen zittert und bebt wie eine Taube in den Fangen des Stvtzvvgels. nach Vern nächsten Stutzl nehme sie auf meinen Schos) und bedecke ihr Gesicht mit brennenden Küsten. Da- zw»|chen stammele ich abgerissene Worte und frage sie wohl hundertmal: .Richt wahr, du bist mein, gehörst mir und kein Mensch darf uns trennen?' .Sie lässt alles willenlos mit sich geschehen, aber' ihr Mund Bleibt fall, sie erwidert meine Küste nicht, und ich fühle, das) fie sich vor mir fürchtet. ..Gewaltsam zwinge -ich mich, ruhiger zu werden, und ‘ bitte sic, mir mein brutales A iftreten zu verzeihen. In der Furcht, sie toirder z i verlieren, wäre ich meiner selbst nicht mächtig gewesen. hätte nicht gewusst, was ich tat und sprach. „Dann fing ich von unsrer Zukinft zu sprechen an. Dast sic in diesem Hause nicht länger bleiben könne, fei selbstverständlich: wenn es ihr daher recht fei, wolle ich sie zu meinen Ellern bringen, die ihre zukünftige Tochter mit offenen Armen empfangen würden. Ich würde natürlich bic Juristerei aufgeben, mir in der Heimat unten ein Anwesen laufen, und wenn bann das Trauerjahr um ihren Vater vorüber wäre, bann — „Das letzte wage ich nicht auszusprechen. Ich sehe, wie Helenens Antlitz totenbleich wird, ein jähes Entfachen schüttelt ihren Körper, sie reiht sich aus meinen Ar^i-n. taumelt ein paar Schritte zurück, Hämmert sich an einen Stuhl und m irmelt mit zuckenden Lippen: .Das Blut, siehst du nicht mrhatifd) denken und nich. r.ch, begi.i.e 1. . ie derartige Diktalurverorbnungen bauernd von ben Vertretern solcher Staaten auircchterhottcn ir r bei' können, die aus ihre demokiatischcn Vcc- fassungen fid) soviel zugute tun. Gcwif; Cann man rinwenden. bah bic Zensur - knebelnng nicht überall scharf "ngewtndet wird So liegen aus der britisch besetzten 3one Io gut wie keine Beschweritcn vor. Im belgüichen und tm französisch besetzten Gebiet wirb aber rücksichtslos (angegriffen Schlimmeres und — für einen deutschen Staatsbürger Aufreizenderes als das Verbot einer Versammlung aller Par^. teien zu einem Bekenntnis für das Deutsche Reich auf deutschem Boden tarn sich doch tm 'Rahmen dieser Verordnung ka-'uin ereignen, und das ist vor einigen Wochen in Aachen geschehen Man darf die Wirkung einer solchen Verordnung aber nicht nach ben Verboten be irtrilen, bie sie auSgelöst, sondern nach den ganzen Hent- mungen, bic sic dem geistigen und künstlerischen 2cben auferlegt Zeder, der in Wort oder Schrift, ja sogar mit Tönen ober Bildern öffentlich auf- tritt, muh fragen, ob er nicht etwa das Ansehen der Desatzungstruppen gefährde. ,.An- sehen" abci ist ein sehr vieldeutiger Begriff Wer bic Veranstaltung nicht gcx sahiLen toill, muh sich die äuherste Beschränkung auf erlegen. Das gilt auch für Ab geordnete, deren Immunität tm besetzten Gebiete nicht anerkannt wird Teuerbing» sind sogar Abgeordnete wegen Reden verwarnt warben, bic sic im unbesetzte n Deutschland gehalten haben. Es handelt sich nicht um Abgeordnete meiner Partei un- vermutlich würde ich als Sozialdemokrat jenen Reden nicht zugestimmt hoben. Darum handelt cs sich aber nicht, sondern um die Mein ungs° jährigem Schulbesuch aus der Schule auätrelenber Knaben und Mädchen sind noch 3 Iahre lang zum Besuche der Fortbildungsschule verpflichtet Treten im 9. ober 10. Schuljahr Schüler obei Schülerinnen aus ber seither besuchten Lehranstalt aus. bann frnb fie bis zum Abschluß bes 11 Schuljahrs zum Besuch- ber Fortbildungsschule verpflichtet. Die oberste Schulbehörde bestimmt die Vc > auSsehungcn, unter denen ber Besuch einer anderen Schule oder Privatunterricht vom Besuche ber Fortbildungsschule entbindet Artikel 2 4 Die Eltern fck-ulpssichtiger Äin- an mich eingelaufen. . Adressat mit Hilfe der dachte ich nach Hause and ob ich meinen Vater Polizei ober ber Fremdenlistc zu ermitteln/ Ich wohl noch am Leben finden würbe Ich wagte es machte es auf and las immer tobeber, obwohl es I weder zu hoffen, noch zu wünsche», denn mir und keineswegs nur Ausländer, wie immer j gern zur Entschuldigung gesagt wird — bei stickig^.' Luft und häufig ..abgestimmtem" Konzert ihr Stelldichein gibt Das sind dann Vorbilder für die Heranwachsende Jugend! And „3 Maikäfer --- 50 Pfennig". Sv bot, wie man uns schreibt, in der Him- melfahriSwvche im Torben Berlins eine der von x3ung und Alt so gern umlagerten Tier- banbhingen den Jungens der Umgebung die beliebten Käfer an. Auch die Berliner Jungen werden sichet so gern wie jeder Junge tn Kleinstadt unb Dorf einen Maikäfer in ber nahen, geschlossenen Hand krabbeln lassen und sich freuen, wenn sie sich zwischen den Fingern durchbrücken wollen. And welcher Spast, trenn sie im selbstgezimmerten Käfig auf dem Laub Herumturnen! Hat man sie genug beobachtet, so sind sie auch noch beliebte Tauschobjekte gegen ..ganz seltene" Briefmarken. Wie wenige von den Berliner Jungens werden herausgekommen sein In die freie Ratur. unb wieder wie wenige von diesen konnten dann in der Abenddämmerung auf dem Rasen nach den aufsurrenden Maikäsern Haschen oder sie von ben Bäumen schütteln? Zu einer solchen Fahrt ins Grüne kann die Mutter nicht die nötigen Mari für die lange Fahrt mit ber Stadt oder elektrischen Bahn erübrigen. And ,llntoillfürlid? muhte ich baran denken, wie ich mit Franz unb dem schönen H^iar.ch bie Herfahrt gemacht hatte. Was bie beiden wohl treiben mochten? Ächerlich sai-en sie jetzt auf ber Kneipe tm Kreise ber Korpsbrüber, Ironien ihren Schoppen und waren lustig nti> guter Dinge. Warum auch nicht? Ihnen war ja bie .Spritztour^. die wir bomald, vor breiDiertel Zähren, hb-Adlihduch 1920 ber ober ihre Stellvertreter, ebenso Arbeitgeber und Lehrmeister, welche Kinber auswäris wohnender Eltern im Dienst ober in ber Lehre bei sich haben, sind verbunden, biefe Kinder zum Besuche her Sckulstuobcn in ber Volksschule unb ber Fortbilbungsschulc an,zuhalten Bei ungerechtfertigten Versäunmissen unterliegen bic Eltern ober deren Stellvertreter einer für Orts- schulzweckc zu verwendenden Strafe: für den einzelnen Fall beträgt der Strafsay für bie Volksschule ein Viertel, für die Fortbildungsschule bie Hälfte des für ben Bezirk vorn OberoersicherungS- amt festgesetzten Orkslohnes für männliche Versicherte unter 16. Zähren: in WiederholungSfälleu kann dieser Strassah biS auf bas Fünffache erhöht werden. Artikel 2 5: Sltern, Lehrmeister und Arbeitgeber haben den Fvrtbilbungsschulpfsichtigen die zum Besuche bei- Fortbildungsschule erforderliche Zeit ohne Lohnabzug einzuräumen. Die Zeit wird nötigenfalls von ber Bürgermeisterei fo festgesetzt, oah bic Schüler rechtzeitig unb ordentlich gekleidet zum Unterricht erscheinen Ginnen Zede Zuwiderhandlung wird mit Geldstrafe im zwci-^ bis zehnfachTn Betrage des tm Artikel 24 fcftgelcaten Strafsatzes für ungerechtfertigte Terfäumniffc für Fortbildungsf-chülcr unb Im llnvermögensfalle mit Hast bis zu drei Tagen für jeden Fall bei Zuwiderhandlung geahndet. — lieber bic ülnterrichtsfächer, Lehrziele usw. werden wir demnächst berichten. Die ElternbeiralSwahlen in Frankfurt a. M. Frankfurt a. M., 19. Juni. Hier fanden gestern in den Volks- und Mittelschule^ so ist wohl zu verstehen, dah der Tierhändlev seine Abnehmer findet, denn eine halbe Mark ___________ _ irird die Mutter schon eher herauSrücken! Aber \ faflt Dio gesamte Schulpflicht IVolls- und Fort- weniger Ratur und mehr ..Kultur" kann bicl biiLung8id;u(ci bauert 11 Jahre. Die nach acht> Jugend Berlins in unmittelbarer Rahe, im Herzen B-erlins ganz dicht, sonst mit kleinen Zwischenräumen, zur Genüge beobachten. Die wie Pilze aus der Erde wachsenden Likörstuben mit angetleisterten Fassaden „moder- zu flöten, find obre weiteres verboten Diese ‘Bcfiiminun^en beb. Uten in ber 2o‘ bie Aufhebung i c b c r Presse, Versa m m l u n g s .i n b McinungS f r -? i |> e 11. Vielleicht ft oben fie in Tuljlanb, in Ungarn, fei« iaeherde und Kochgeschirre erfaufen rbomretralww. .lähr'ges Kalb o'üonmllliidju rtNahetzieben-dinkl Vanbroiri au kaufen «ÄÄ- Wfis fxttroetbtnbtt Das, 5 Mchr und zwei E genüg» Mort zu en gesucht. Schrift >eb.u.Ma.d.G.Sn». «B t fOfOrt gut eeito- Haus zu fault«, ilidjilobntSßermlllltT, iaf)lun880-100W. viitl Angelr unt. 5911 enGieb-Anzelgernb. MM Letz »erde zu kauiges.Ii:" irburger Ltraite rr. laiionalfaiie mehrere Angestellte zu f. ges. 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Doch auch der Pfarrer selbst wird in den Reden, die, gedankenreich und doch in schlichter Sprache gehalten, dem geistigen Rioeau unserer Zeit vollauf gerecht werden, manche Anregung finden. — Der Alpinist. Ein Führer in die Hochgebirgswelt von Anton Fendrich, neubearbeitet und ergänzt von Waller F l a i g. Verlag von Dieck & Co, Stuttgart. Don der Ausrüstung angefangen, bis zum Klettern im Fels, vom Verhalten bei plötzlichem ilntoetter, vom Gebrauch des Seiles und Steigeisens, von allen Dingen, die ein Hochtourist wissen muh, schreibt der Verfasser in seiner fesselnden und begeisternden Art. Ein ganz besonderer Reiz sind die vielen herrlichen Bilder, die auch den Daheimbleibenden die Schönheit der Bergwelt zeigen wollen. Wechsel auf Holland Deutschland . . . . Wien Prag Paris ..... London Italien Brüssel Budapest Reuyork Agram Warschau Kurs 19. 6. 77,60 111- 145,- 82,-- 394, - 296,- 302,- 290 — 560, — 421,™ 315,- 247,60 292,- 1010,- 680,- 981,- 1020, - 1800,- 805,- 595,- 1176,- 727,60 631,- 634,- 756,- 631,- 450,- 435,- 79,60 750,* Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Lauter fRr 1922 Rj. liegt vom 20. Juni ab eine Woche lang auf deni Amtszimmer der Bürgermeisterei offen. Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. 5907V Lauter, den 17. Juni 1922. Hessische Bürgermeisterei. Aff. Handel. Berlin, 19. Juni. Börsen st immungs- b i ld. Am Devisenmärkte setzte schon vor- mftlags eine scharfe Steigerung ein aus Befürchtungen wegen einer ungünstigen Entwicklung der Züricher Devisenmarkt. 19.6. 555, 421,- 315,25 250, - 292, - 1100,- 722,- 1016,- 1051,- 1826,- 835,- 625,- 1200,- 726,- 633,- 653, - 745,- 675, - 476,- 439,- 79,80 770,- 16.6. 77,50 111,- 144, — 8.,56 400,60 305,50 301,50 Kurs 16.6. 77,50 109,50 144, — 81,50 393.- 307,- 300,- 288,— 660,- 417,— 313,- 249,- 290,- LPr-».Vl>l'sAPereiilIMhllngen G. m. b. H. Die diesjährige ordeutl» Generalversammlung findet Sonntag, den 2. Juli, nachmittags 3 Uhr. bei Wirt Ludw. Weimer, dahier, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Rechnungsvorlage für 1921, 2. Entlastung des Vorstandes, 3. Verwendung des Reingewinns, 4. Verlesen des Revisionsberichts aus 1921, 5. Gehaltsregulierung des Vorstandes. 6. Verschiedenes. 2900 Ml., geringerer 2"0'> bis Schafe 750 bis 2700 Ml., für 80 Klgc. Lebendgewicht 4200 bis 80 bis 100 Klqr. 4800 bis 5100 bis 120 Klgr. 4900 bis 5200 Mt., Datum: 5°/o Dtsch. Kriegsanl. 4"/gDtsch. Reichsanl. 3° o Dtsch. Reichsanl. 46/0 Preuh. Konsols Hamburg-Paketf.. . Rorddeutscher Lloyd Comm.u.Privatbank Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . . Diseonto-Gesellschaft Dresdner Bank. . . Mifteld. Creditbank. Rationalbank f. D. . Doch. Guhstahlwerke Bud.-Eisenw.-Akt.. der Börse auf 326 zurück. Das Geschäft aus'dein Esseitenmarfte war mit Ausnahme ausländischer Renten lustlos. Es fehlte an älnternehm ings- lust infolge der Llnklarheit in der politischen Lage. 3m freien Verkehr trat nur geringe Kursbewegung ein. Benz 475, Drown Bvweri 345, 3nag 583—390, Gebt. Fahr 515. Montanaktien hatten eine unregelmäßige Tendenz. Gelsenkirchener waren gefragter, sonst waren die ^Imsätz.- bescheiden bei abgelchwächlen Preisen. Anilin- werte konnten sich mässig befestigen. EletirizitätL- papiere stellten sich teilweise niedriger. Masch nen- fabrifaltien lagen stift: ebenso der Marit Öcr Ein- Der Schluss der Börse gestaltete sich 12484,85 12515,63 12659,1512690,85 2351,65 2658,35 2671,65 2678,35 5508,10 5520,99 5r; 13,05 6360,95 von 120 bis 150 Klgr. 4900 bis 5100 Mk, über 150 Klgr. 4900 bis 5100 Mk.. für Sauen und Eber 4400 bis 4900 Mk.^ Die Marktpreise liegen um so viel über den StaftpreisLn, als sie di? nicht unerheblichen (Zewichtsv'wluste, Spesen und Händlergewinne in sich schliessen. Frankfurter Getreidemarkt. Frankfurt a. M., 19. Juni. Die Geschäftslage am hiesigen Getrewemartt bleibt ruhig bei fester Grundstimmung. Die Preise sind gegen die letzten Adtierungen teilweise erhöht, aber nicht ganz einheitlich. Ausschlaggebend hierfür ist die Bewegung des Dollars. Weizen war gefragter. Roggen lag ruhig, bei schwankenden Preisen. Für Gerste besteht Kiaufneigung. Hafer ist in guter Ware erhältlich, das Geschäft ist klein. Weizenmehl gegen die letzte Aottz gut behauptet. Roggenmehl lag ruhig. Mais im Preise etwas anziehend. Hülsenfrüchte nahezu geschäftslos. Futterstoffe bleiben fest. — Preise: Weizen Mark 1750, Roggen 1390—1400, Sommergerste für Brau- zwecke 1600—1625, Hafer 1470—1480, Mais Mixed 1150—1170; Weizenmehl, südd. Spez. 0 2200—2300, do. nordd. 70proz. Ausmahlung. — B e i Waggonbezug ab Mühlen st ation: Roggenmehl, norddeutsches, 1575—1600, Weizen- u. Roggenkleie 900— 925, Erbsen, je nach Qualität, für Speise- zwecke, 1350—1700, Heu, südd., gut, gesund, trocken, 800, Weizen- u. Roggenstroh, drahtgepreßt, 360—370, Biertreber, getrocknet, Mark 900—920. 18. Südwestdsutsche Zentral -- Häuteauktion. Mainz. 19. Juni. Die heutige südwestdeutsche Zentralhäuteauktion fand bei sehr lebhafter Beteiligung im Kasino „Hof zum Gutenberg" statt. Es waren vertreten die Hmiteverwertungen Dingen, Ems-Lahnstein, Kreuznach, Mainz, Reunkirchen, Frankftrrter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 19. Juni. (Amtlich) Marktverlauf: In allen Diehgaftungen langsamer Handel. Rinder und Schweine wrrdrn nicht ganz ausverkarfl. Im einzelnen ist zu bemerken: Aufgetrieben waren 1664 Rinder einschl. 13 ais Dänemark, darunter 194 Ochsen, 52 B rllen, 1418 Färsen und Kühe, ferner 597 Kälber, 13 ' Schafe, 1359 Schweine. An Preisen wurden a.,gelegt per Rentner Lebendgewicht: für Ochsen 2000 bis 3300 Mk., für Bullen 2100 bis 2900 Mk., für Färsen und Kühe 2300 bis 3100 Mk., für beste Färsen und beste Kühe 1300 bis 2400 Mk., für Kälber bester Qualität 3000 bis 3500 M!:., mitt’ □□□□□□□□□□□□□oannoon□□□□□□□□□□□ WM !WM WO wert ole btüüi föje üatü.-örurlerei. il tjnfl?. Liefen oa □□□□'□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□ I x Wieseck, 19. Juni. Der erste Familienabend des beide Jugendvereinigungen zu- fammenfassenden Wartburg-Dercins im großen Saal von Braun nahm bei starkem Besuch einen schönen Verlauf. Während die Wiesecker nur mit wenigen Proben verrieten, daß sie über gute deklamatorische Kräfte Verfügeri, gehörte die Palme des Abends dem Gießener Wartburg-Verein, der zu einem reichenProgramm noch freigiebig Gutes zufügte. In den Ausführungen „Der Dvrflump", „Die Berliner Tante' und „Die Geburtstagsüberraschung" zeigte sich seine Jugend in der Wiedergabe des ernsten und heiteren gleich sicher und sein Orchester erntete mit ihr rächen Beifall. Seine Turner boten vom ältesten bis zum jüngsten wohlgelungene Klebungen am Barren und stellten hübsche Pycaniiden. Psarrassistent Becker- Gießen kennzeichnete Zweck und Ziel der christlichen Jugendbewegung, die feinet Partei sich verschreibend,ihre Glieder nicht anderen gesunden Turn- und Sportvereinen entziehend, als Führer nur Jesus kenne. Der Vorwurf des Muckertums könne nur auf iln» kemftnis beruhen und diese hier zu befeitigen, sei auch ein Zweck des Abends. Im ^Schlusswort verwies Pfarrer Sattler auf die Tagung des Verbarrdes für die evangelische weibliche Jugend in Hessen zu Auerbach am gleichen Tag und die von hier zu beschickende Tagung des Hessenbundes in Worms am 2. Juli, banfte für die bei den hier nicht leichten Anfängen gewährte Hilfe deS älteren Giehärer Bruders und schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf die Wartburggemein- schaft Giehen-Wieseck. )( G e l n h a a r, 16. Juni. Wie wir hören, ist zum Pfarrer unserer Pfarrei der frühere Oberhofprediger Ehrhardt ernannt worden. Ehrhardt war Vikar in Groß-Bieberau, dann Assistent in Worms, wurde 1890 zum Hofprediger tn Darmstadt und 1905 zum Ober» hvfprediger ernannt. Zur Zeit versieht er die Pfarrei Sandbach, die den tuchttgen Kanzelredner und gewissenhaften Seelsorger, der sich besonders auch auf sozialem Gebiet bestätigt hat, nur ungern scheiden sieht. Bekannlmirchnng. Die diesjährige öffentliche Impfung in der Stabt Gießen wird am Mittwoch, den 21. Juni 1922, nachmittags 3 Uhr Mittwoch, den 28. Juni 1922, nachmittags 3 Uhr Mittwoch, den 5. Juli 1922, nachmittags 3 Uhr im Impflokal - Turnhalle der Stadtmädchenschule, Schillerstraße 8 - abgehalten. Impfpflichtig im laufenden Kalenderjahr sind die im vorigen Jahre geborenen Kinder, sowie die noch nicht geimpften aus früheren Jahren. Die hiesigen Einwohner, die impspflichtige Kinder haben, werden zur Benutzung dieser öffenUichen Termine mit dem Bemerken eingeurden, daß alle in demselben vorgenommenen Impfungen unentgeltlich sind. Wer die Termine nicht benutzen will, muß die Impfung seines pflichttgen Kindes bis zum Jahresschlutz auf seine Kosten vornehmen lassen, widttgensalls ihm im Januar nächsten Jahres eine vierwöchentitche Frist zur Nachholung der Impfung unter Strafandrohung gesetzt wirb. Außer den Pflichtigen werden auch Kinder, die im lausenden Jahre geboren sind, auf Wunsch ihrer Vertreter geimpft Alle in einem Termin geimpften Kinder müssen in dem 8 Tage später abgehaltenen Termin zur Nachschau nochmals erscheinen. Kinder, deren Zurückstellung von der Impfung wegen Kränklichkeit beansprucht wird, können gleichfalls dem Impfarzt in den öffentlichen Terminen vorgestellt werden. Die Impflinge müssen mit reiner Wäsche und rein gewas6)enem Körper zur Impfung gebracht werden. JEs wird nur an einem Arm mit Lymphe aus dem Landesimpfinftittlt geimpft. Kinder aus Familien, in denen ansteckende Krankheiten herrschen, dürfen nicht in die Termine gebracht werden. Der verehrt. Geschäftswelt von Gießen und Umgebung zur gefl. Kenntnisnahme, daß wir unserer Annoncen« Expedition ein HlMUZriWma angegliedert haben und halten uns zur sorgfältigen Erledigung aller einschlägigen Arbeiten, wie künstlerischen Entwürfen für Klischees, Briefköpfe, Anfer« tigung von Plakaten und Schildern für Schaufenster usw. bei billigster Berechnung und schnellster Lieferung B e t r.: LanözuteUrmgsverfahren BellerSheftn- Bettenhaufen. Bekanntmachung. Der Plan über die Durchführung des Verfahrens ettrschlteßlich des Derteilungsplanes liegt in der Zeit vom 18. Jmri 1922 bis einschließlich 25. Juni 1922 aus den Bürgermeistereien Bellersheim und Bettenhausen während der Dienststunden zur Einsicht der Bäeiligten offen. Plantag zur Erläuterung und Erörterung des Planes vor dem Landausschuß findet am Montag, den 2 6. Juni 19 22, vormittags 10 Llhr, auf dem Rathaus zu Bellersheim statt. Einwendungen gegen den Plan und den Der- teilunasplan können während der Offenlegungszeit schriftlich bei den betreffenden Bürgermeistereien sowie im Plantag vvrgebracht werden Bad Salzhausen, den 15. Juni 1922. Der Landamtmann zu Bad Salzhausen _________________Drill.____________5865D Bekanntmachnng. Die diesjährige Kirschenernte von etwa 15 Bäumen an der Kreisstrahe Gießen -Gleiberg mit einem Schätzungsertrag von ca. 10 Zentnern soll tn einem Los vergeben werden Angebote falb verschlossen bis Samstag, den 24. ds. Mts., bei der unterzeichneten Stelle, Kreisamtsgebäuöe. D.-Luxemb. Bergw.. 1030, Gelsenkirch. Bergw.. 1°*6, ** ,1025, Harpen er Bergbau. 1835,- 1815, Öberschl. Eisenb -D. 820, """ Oberschles. Eisenind. 627, Phönft-Bergb.-Akt. 1205, ---— - ' 725, Oberstetn, Oestrich. Saarbrücken. Saarlouis. Schierstein, St. Goarshauscu. Simmern, Trier und Wiesbaden. Insgesamt kamen zur Versteigerung zirka 11 000 Großviehhäute. 9203 Kalbselle, 1300 Hammelselle. Angebot und Zuschlag erfolgten bei steigender Tendenz flott. Es wurden Mckhr-Preife bis zu 35 Proz. erzielt. Im einzelnen waren die Preife je nach Herrunfts- und GewichtsUaffe gegenüber den Preisen der vorigen Auktion, welche in Klammern beigeseht sind, wie folgt: Für Schaffelle 25.50 bis 29.- Mk. (21.10 bis 23.10 Mk.). Kalbfelle ohne Kopf 89.- bis 90— (66.10 biS 74.55), Kalbfelle mit Kopf 73.70 (61.20 bis 63.25). Fresserfelle ohne Kopf 60.30 (52.55), Fresserfelle mit Kopf^52.45 (44.50), Großviehhäute ohne Kopf Gewichtsklasse 20-29 Pfund 57.95 (45.- bis 47.90), Rinder 30-49 Pfund 56.45 bis 59.50 (47.60 bis 50.10), Kühe 51.10 bis 56.- (40.25 bis 44.40). Ochsen 50.- bi§ 53.95 (40.25 bis 40.55), Gewichtsklasse 50—59 Pfund Rinder 53.95 bis 56:— (44.10 bis 46.60), Kühe 53.40 bis 57— (41.90 bis 44.35). Ochsen 51.40 bis 53.25 (41.20 bis 42.30), Gewichtsklasse 60-79 Pfund Rinder 56— (45.10 bis 48.20), Kühe 54.50 bis 57.65 (42.05 bis 48.30), Ochsen 54.45 bis 57.— (41.— bis 44.05), Gewichtsklasse über 80 Pfund für Rinder und Kühe 56.75 (41.25 bis 47.75), Ochsen 52.50 bis 56.15 (40.- bis 47.05), Großvieh- Häute mit Kopf Gewichtsklasse 20—49 Pfund 50.10 bis 52.75 (38.- bis 41.95), 50—79 Pfund 48.70 bis 51.55 (38.60 bis 43.10), Über 80 Pfund 47 — (33.50 bis 43.15), Dullen ohne Kopf Gewichtsklasse 20-29 Pfund 52.55 (45.-), 30-49 Pfund 54.30 (43.55 bis 44.—), 50—59 Pfund 45.70 (34.—), über 80 Pfund 45.10 (29.— bis 35.80), Bullen mit Kopf Gewichtsklasse 20—49 Pfund 49.20 (38.10), 50—79 Pfund 44.10 (27.—), Über 80 Pfund 38 — (24.20). (In einem Teil der Äuslage wiederholt.) Die englisch-französischen Differenzen in englischer Beleuchtnng. London, 19. Juni (WTB.) In einem Leitartikel schreibt „Daily Ehronicle«, niemand ausse. bald Frankreichs vargegenwär'ige sich mehr als Sranimd) das französische Recht auf lkepavationen Wenn die sngl'.sche Ansicht von de- der französischen S aatsmä -.er abweiche, so sei das nicht bezüglich ter Rechte Frankreichs, sondern b e z ü g li <5 der Drittel u u d Wege. Poinca". werde, wenn es wahr sei, daß er immer noch auf einen englisch-französischen Pakt hoffe, erkennen, wie weit d i e s es Projekt hinter den Horizont der Möglichkeit niedergetaucht fei Es sei wichtig, daß PorncarS dies cinsehe; beim die französische Po- fitit der letzten Monate, die die llrsae^ davon sei. sei unter Führung Poincoräs erfolgt. Aach i c Rotenausta z - i ch - t er ftanzö- fischen und englischen .'"egi r.ing über die H aa ger Könf c i enlass? viel Raum für aas- tlarenb' ilntcrreburg n .en . > i f g m m e n- 5ruch des Planes der Re.parations- anleihe und tie vereinte Front, die von den Hrkusttvankiers der Welt g z tgi w- rde, seien d e i Erörterung ir c r t .,Daily Ehr nicle" fügt hinzu: Poincare ist. wie wir toif en, formellen Kensevenzen abgeneigt uitb fieht im allgemeinen Diplomatie aus schriftlichem Wege vor. 'Das Blatt meint, der Erklärung Poincares vom letzten Samstag, daß die V c v b i n b u n a 5 to t - schen Frankreich u nb G r 0 ss- - Brktan- nien eine der sichersten Bebingungen für den allgemeinen Frieden fei, müsse jeder denkende Mensch zustimnen. Konferenz der zweiten Internationale. London, 18. Juni. (WTB.) Hender-- f 0 n eröffnete heute die Konferenz der zweiten Internationale mit einer- Ansprache, in bei- e'- ausführte, die Einigkeit ber arbeitenden Klassen der Welt werde in mehreren Ländern i durch die rote Internationale . edröht Den Gegensatz zwischen den engü.kjcn lrbeitern und den ruickch.n Kommunisten so- e Gegensatzzw- - scheu Demokratie und Diktatur. Solchen Angriffen auf- die persönliche Freiheit werde die englische Arbeiterschaft stets Widerstand lei st en Gegenwärtig fei die Einigkeit unter den arbeitenden Klassen besonders d-chnglich unb ben- noch seien die arbeitenden Klassen niemals mehr gespalten gewesen als gerade jetzt. Wit den gegenwärtig unter ihnen herrschenden Spaltungen würden sie als Internationale ein machtloser Faktor bleiben. XARLSRVHttRUNWIMfä. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Hattenrod für Rj. 1922 liegt von Mittwoch, den 21. l. Mts. bis Dienstag, den 27. I. Mts. zur Einsicht der Interessenten offen. Es ist die Ergebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmätter beizutragen haben. 59O4D Hattenrod, den 20. Juni 1922. Bürgermeisterei. Aeeb. 2,03 622,20 2,07 623,80 627,20 33,70 33,80 34,20 115,35 115,65 116,22 215,70 216,30 214,70 153,76 154,75 154,50 4444, - »456,- 4444, - Datum: 1.7.14 17.6. 19. 6. Zürich........ . Fr. 125.40 1,63 l,6i Amsterdam..... . Fl. 59.20 -.80 Kopenhagen ..... . Kr. 88.80 1,48 1,46 Stockholm...... . Kr. 88.80 2,22 1,20 Wien......... . Kr. 117.80 ** - —■ 16*05 Prag......... . Kr. 117.80 London........ . Sh. 97.Q0 1.42 1,44 Reuyork....... . r 23.80 -.31 -,30 Paris. ......... . Fr. 125.40 3,57 3,55 lenens 3iiftonfr Gewißheit 44 erhalten, gab er mir die geforderte Auskunft „6ic war wenig tröstlich. Wie er Dorauä- gefagt, hatte sich ein schweres Rervenfieber ent» wickelt. Helene Lig schon tagelang ohne 'Betodt’t- fein, und es musste eine Art von Wunde' ge schehen, wenn sie mit ihrem zarten und hir-säl ligen Körper di< Äranff>rit überstehen sollte. „3d) weist nicht, wie eS kam aber ich hatte fast die Gewißheit. daß dieses Wunder sich ereignen würde. vielleicht, weil meine Mutter gesagt hatte, sie würde für Helenes Genesung beten ..Ich mietete mir eine Wohnung, von deren Fenstern aus ich den Eingang -u dem Hause ber Hustj-rätrn überblicken tonnte, und ging von nun an täglich zweimal zu dem Ar- e mir meine Auskunft zu holen. Unb da ich doch irnmd etwas beginnen mußte, um die 3eit -wische1 den beiden Gängen herumzabringen. suchte ich meine Bücher l.era-us und fing an, darin zu studieren. 3uerit r'anlos. bann aber mit dr de im nie. Adstcht d.e Lücken meines juristischen Bil:ang5g-a^es auszufüllen. Das hrißt wen-, ich von Lücken spreche, so ist dos ein Euphemismus Mein .Bilkwngsgang' bestand darin, dast ich in jedem Semester die vorgeschriebenen Kv'I gien belegt und durch Len Pedell txxä Geschäft des An- und Abtestierens hotte besorgen lassen. Wir hielten es damals für unter unsrer Würde, bte Kollegien selbst zu besuchen. Für das-um Gramen nötige Wislen muhte der Einpauke- sorgen. (Tn der ersten Zeit kostete es mich keine geringe ileberwindung. den ganzen Tag Hurter den Buchern -u sitzen, aber allmählich fing ich an. der Arbeit Geschmack abzugewiniren unb einzusehen, dast meine Mutter recht hatte, wenn sie von ihr als der besten Trösterin sprach. „Eines Tages, es waren fast sechs Wochen vergangen, erhielt ich drüben brim Arzte ine Auskunft, m Helenens Befinden sek eine Wend rng -um Besseren eirgetreten. Das Hem schwoll mir vor Freude und Hoffnung, ich schenkte dem ersten Bettler, der mir beaegmete, einen Taler und trug mich auch sonst mit allerhand Plänen, diesen Festtag zu feiern. Dann aber ging ich nach Hause und fehle mich wieder an die Arbeit Was hätte ich auch sonst wohl tun sollen?! l Fortsetzung tolgL) Rr. 143 Awttter Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Mittwoch, 21. Juni 1922 III11 Die Wahlen zum Saarparlament. 21116 dem Sa a rrev te r wird uns geschrieben: Am Sonntag, den 25. Juni, finden im Saarland die Wahlen zu dem im Versailler Diktat vorgesehenen „Saarparlament" statt. Dem schönen Wort „Parlament" wird freilich schweres llnrecht getan, wenn man es auf diese in der Entstehung begriffene Körperschaft anwendet, deren Vorhandensein an der bisherigen absolutistischenRegierung des Saarlandes nicht viel ändern wird. 3n der Tat gibt es mitten tm Europa noch ein Land, das absolutistisch regiert wird, und noch dazu tm Hamen des Völkerbundes! Die Regierung des Saarbeckens, über dessen weitere Zugehörigkeit zu Deutschland bekanntlich nach Ablauf von 15 Jahren nach dem Inkrafttreten des Versailler Vertrags durch VollSabstimmung entschieden werden soll, besteht auS fünf vom Rat des Völkerbundes ernannten Mitgliedern. Wer sind nun diese Mitglieder? Zunächst der Franzose R a u l t, der den Vorsitz führt, dann der Saarländer Dr. Hektor, ein früherer abgesetzter Bürgermeister von Saarlouis und ausgesprochener Franzosenfreund, ferner der Belgier Lambert, ein bekannter Parteigänger Frankreichs, der Däne M v l t k e, gleichfalls Franzosenfreund, und endlich der Kanadier Waugy, dem man für die Interessen des Saarlandes kaum allzuviel Verständnis zutrauen kann. Dieser Regierungsausschuh, in dem der französische Einfluß völlig entscheidet, besitzt laut den Bestimmungen von VersallleS „alle Regierungsbefugnisse, die früher dem deutschen Reiche, Preußen und Bayern zu- ftanben, einschließlich deS Rechts, Beamte zu ernennen und abzuberufen und alle ihm erforderlich erscheinenden VerwaltungS- und DertretungSstellen zu schaffen. . . ., Steuern und Abgaben zu erheben" usw. Der Ausschuß regiert absolut; denn das einzige Recht der Bevölkerung gegenüber der RegierungS-- kommissivn, das in der Verpflichtung des Aus- schusseS besieht, die gewählten Vertreter der Bevölkerung zu „befragen“ oder „an» zuhöre n , ist rein dekorativer Natur, da eS im Belieben des Regierungsausschusses steht, ob er auf die Befragung und Anhörung in irgendeiner Form reagieren will. Bisher hat er eS konsequent nicht getan. Als die Saarregierung vor kurzem den Kreistagen und den Gemeindevertretungen den Entwurf einer Iustizreform borlegte, wurden die Aen- derungsvorschläge lediglich den 2llten einver- Ictbf und die Vorlage ohne Rücksicht darauf >um Gesetz erklärt. Das Gleiche war bei der Einführung der Frankenwährung der Fall, die trotz der nahezu allgemeinen Ablehnung bdrebiert wurde. Dieser Absolutismus, der wie ein Hohn auf die sogenannten demokratischen Grundsätze des Völkerbundes erscheint, wird sich Ichtoerlicf) ändern, wenn statt der Kreistage und Gemeindevertretungen das sogenannte Saarparlament „befragt“ oder „angehört“ wird. Hen Rault, der Vorsitzende der Re- qierungSkommiffton, hat ja von L 0 u ch e u r die gebunbene Marschroute erhalten, er dürfe „die Erwartung Frankreichs nicht vergessen, dast er für die Auslieferung des Saargcbie- teß an Frankreich Sorge trage“. Die Wahlen zum Saarparlament werden denn auch in weiten Kreisen nur als schöne Geste betrachtet, die nach außen hin Eindruck machen und den Anschein der Wahrung des Selbstbestimmungsrechtes erwecken soll. ist der Grund, weshalb die Deutschnationalen wie die Sozialdemokraten den Beschluß gefaßt haben, sich nicht an der Wahl zu beteiligen. Im Gegensatz dazu sind alle anderen Parteien zur Wahlbeteiligung entschlossen, da sie jede politische Abstinenz als einen schweren Fehler ansehen. Schon deshalb, well seit der Besetzung durch Frankreich die Franzosen, von denen früher hier, noch nicht ein Duyend vertreten fparen, in Scharen eingewandert sind. Da aber nach dem Wahlstatut auch alle Franzosen und Französinnen über 20 Jahre, die jetzt tm Saargebiet wohnen, daSWahl° recht haben und von der französischen Kolonie für restlose Wahlbeteiligung rege Pro- paganda betrieben wird, wird man immmerhin auf eine ganze Anzahl französischer Stimmen rechnen müssen. 2luf diese Weise könnte aber nachträglich noch eine gewisse Unterlage für die gefälschte Saaradres se geschaffen werden, die angeblich von 150 000 Saar- franzosen (welche eS nie und nirgends gegeben hat) unterzeichnet sein und die um Wie- berüereinigung mit dem „Mutterlande Frankreich" ersucht haben soll. Auch kommt hinzu, daß das Saarparlament, wenn es auch keinerlei Beschlußrecht hat, doch vielleicht einen wirksamen Resonanzboden für die mannigfachen berede tigten Beschwerden der Saarländer bieten könnte. Aus diesen Erwägungen heraus hofft man, daß die erwähnten beiden Parteien doch noch von der proklamierten Stimmenthaltung Abstand nehmen werde: Auf alle Fälle wird man aber trotz aller Winkelzüge und trotz alles von oben geübten Drucks mit einer großen deutschen Mehrheit rechnen können; denn die sogenannten Saarfranzosen sind eben nur ein Kun st Produkt, das sogar unter der skrupellosen Protektion des französischen Regierungoausschusses und im schützenden Schatten des Völkerbundes nicht gedeihen will. Deutscher Reichstag. Berlin, 20. Juni 1922. Rach Erledigung einiger kleinerer Vorlagen wird'der Entwurf über die Getreideumlage weiter beraten. 2I5g Diez (Ztr.) steht nur in der freien Wirtschaft die Möglichkeit, die Produktion der Landwirtschaft zu steigern, und bittet, die ganze Frage mit größter Ruhe und Geschicklichkeit zu behandeln. Die Landwirtschaft verwahre sich dagegen, daß sie allein die Lasten tragen solle. Vielleicht könne die Arbeiterschaft zu den Kosten beitragen, indem sie ileberftunben leiste, deren Ertrag für die Getreidebetchafsung verwendet werden könne Das Zentrum behalte sich seine Stellung zur Umlogefrage bis zir weiteren Klarang vor, lehne aber schon jetzt eine einseilige Belastung der Landwirtschaft ab Abg. Dusche (D Vp.): Die landwirtschaftlichen Organisationen stehen einmütig aui dem Standpunkt, daß die Umlage abgeschassl werden muß Wil zweifeln noch nicht daran, daß toir bei dem Minister Fehr Verständnis für unsere Anschauungen finden werden Wir wollen ihm 2 Millionen Tonnen (betreib' zu, rechten Zeit zur Verfügung ft eilen Wir sind aach einverstanden, daß den Minderbemittelten dis Brot billiger gegeben toirb Aber man soll bei der Auswahl der Minderbemittelten vorsichtig sein, denn tpeih? Streife des früheren Mitttlstondes können sich ebenfalls nicht mehr ausreichend ernähren Die Kosten der Zwangswirtschaft sind gewaltig. Von dem Brotpreis von 16 Marl geht das meiste auf Transport- und Verwalt angskvst en. Der Landwirt bekommt nur das allerwenigste Somit ist eine Verteuerung des Brotpreises auf feinen Fall au fza halten. ____ Abg Trischmann (5km.) hofft, daß sich die Parteien in dieser schwierigen Frage doch noch -usammenfinden werden und daß sich vielleicht dem Ausschuß ein neuer Weg öffne. Seit dem Kriege ist zu viel Ersasiungspolitik getrieben worden. Darum ringt die Landwirtschaft nach freier Wirtschaft. Wenn die Umlage aber nicht zu vermeiden ist soll sie wenigstens so gestaltet werden, daß sie für die Landwirtschaft erträglich wird. Abg. Dr. Heim (Daher. Vp.) Die Vorräte der vorigen Ernte werden bis tief in den Ro- vember hinein reichen. Ueber die neue Ernte ist noch kein Urteil möglich. Sine Umlage von 4’ _■ Millionen Tonnen ist aber eine ganz pnsinnioc Forderung Entgegen dem amtlichen Versprechen des vorigen Iahreö zum Ucbergang zur freien Wirtschaft müssen die Bauern schon jetzt damit rechnen, daß die Umlage alS dauernde Maßnahme in Betracht gezogen wird. Bislang wird hier aber nichts erreicht. Die Grundlage einer dauernden Einrichtung muß vielmehr so gerecht bemessen werden, daß die Bauern die Last nicht allein tragen. Daher darf man den Hauptinteressenten bei Der Preisbildung die Mitarbeit nicht oerfagen. Jedenfalls dürfen für den Drotaetreidepreis nicht bolitifd:: Gründe maßgebend sein, sondern die Gestchuncs^osten. Unsere Ernähr-ungSkrise hängt mit der Weltmarktkrise zusammen, denn ein Drittel des Brotkorns, das früher auf den Weltmarkt kam, stammte aus Rußland, und bis Rußland wieder auferstanden ist, werden Jahrzehnte vergeben. Dazu kommt, daß seift jeder Einzelne handeln will und niemand n^br arbeitet. Als aber die letzte Preissteigerung einschte, hatten die Bauern fdjon zu 90 Prozent ihr Getreide abgeliefert, so daß sie also feine Schuld treffen kann. Abg Heidemann (Komm.» wirstx Öen Agrariern vor, daß sie die Gegenrevolution organisieren wollten und die. arbeitenden Massen verhungern Dio Regierungsvorlage könne das hungernde Doll nicht befriedigen. Die Deutsch- । nationalen seien unter Führung des Juden stamm- I lwqs von Grafe offenbar schon jetzt so oerjubet, daß sie gegen den Getreidewucher nichts zu unternehmen wagten. Die Gelrrideumlage wird sodann dem Vvlks- wirlschafts-Usschnß überwiesen. Rach Erledigung kleinerer Vorlagen vertagt sich das Haus aus morgen nachmittag 2 Uhr. (Wiesbadener rind Bemelmanabkommen, Rheinlandinterpellation.) Schluß 61/2 Uhr. Die deutsche Studentenschaft. Man schreibt uns: Der vom Vorstand der Deutschen Studentenschaft in Honnef abgehaltene sogenannte «Deutsche Studententag" war non weniger als der Hälfte aller Studentenschaften (auch der Reichsdeutschen) besucht. Don diesen stimmten auch nur Teile den Anträgen zu. Da diese Beschlüsse, besonders die Verfassung, von den übrigen Studentenschaften nicht anerkannt wurden und die Deutsche Studentenschaft infolge der Katastrophenpolitik des Vorstandes unb der Schroffheit der Honnefer Be° schlüsie einen endgültigen Bruch zu bekommen drohte traten die Kreisleiter- am 11. Juni in Halle zu einer Besprechung zusammen. Der ernste Wille, die Deutsche Studentenschaft nicht zerfallen zu taffen, in der die begeisterte Arbeft der ersten Kriegsstudentengenerationen steckt, und die noch so viele Ausgaben für den deutschen Studenten z» lösen hat. ließ sie noch einmal in ernsten Aussprachen erwägen, wie der Gesamtverband zu retten sei. Es waren anwesend die Kreisleiter von 1. 2, 7, 8. 9, 10 und die Vorsitzenden der Stutentcnfhaften T. S. H n orer. U.-Halle u- b U -Marburg, also ein' Mehrheit der Studentenschaften der D. St. Es wurde einstimmig fest gestellt, daß die Rechtsgrundlage unanfechtbar die Göttinger Verfassung von 1920 § I mit Stück 2 bis 25 der Erlanger Verfassung sei. Die Rotverfassung war ein Rcchtsbmch. der nur bei der einstimmigen Anna! ne durch sämtliche vnidentenschnfte,! hatte durchgeführt werden können Die Honnefer Tagung konnte Abgesehen davon, daß nur eine Minderheit vertreten war und Vertreter ohne rechtliche Vollmachten mit abstimmten — niemals bindende Beschlüsse fassen oder gar der D. St. eine Verfassung geben, da sie rechtswidrig einberufen und zusammengesetzt war. Der zukünftige Weg wird durch die nachstehende einftimmig angenommene Erklärung der Anwesenden gewiesen: ..Der Vorstand der D. St. ist trotz wiederholter Aufforderung seiner verfassungsmäßigen Pflicht, einen ordnungsgemäßen Studenten! ag einzuberufen, nicht nachgekommen und hat sich durch sein Vorgehen in Honnef abermals an einem Versassungsbruch beteiligt. Es steht fest, daß er nicht mehr das Vertrauen der Mehrheit der Studentenschaften bzw der Mehrheit der Studierenden überhaupt besitzt. Die am 11. 3unt 1922 in Halle (Stale) versammelten Kreisleiter und Vertreter von Einzelstudentenschaften sehen sich als Vertreter der Mehrheit der deut- fchen Studentenschaften genötigt, in Anbetracht dieser Umstände und der Tatsache, dast ein Hauptausschuß der D. St. derzeit nicht besteht, die Einberufung eines ordnungsgemäßen Deutschen Student en tages zu veranlassen. Dieser tritt als ordentlicher Deutscher Studeir- tentag 1 922 auf Grund der gültigen Verfassung (§ 1 der Göttinger Verfassung 1920, Stück 2 bte 25 der Erlanger Verfassung und der Erlanger Geschäftsordnung) am 2 1., 2 2. und 2 3. Juli 1 922 in Marburg an der Lahn zusammen. Mit seiner Vorbereitung beauftragen die Versammelten tm Rainen ihrer Kreise und Studentenschaften die Herren: Emst Wien old (Marburg). Edmund Stoeckle (München), Hans Brunner (Kiel), Ioseph Meister (Prag-, Silvio E 0 n t i (Berlin). Anträge, Anfragen usw. sind mu richten an Ernst Wienold, cand. med, Marburg an der Lahn, Arminenhaus, Wehrdaerwea 32." Halle (Saale), den 11. Juni 1922. R. PaIuk, Leiter des Kreisamtes 1 der D. St H. Brunner, Leiter des Kreises 2 der D. St ' @t>. Stoeckle, Letter deS Kreises Bayern der D. St. 3ng. Toni W 0 dack, Leiter des KreiseS 8. Ing. Ioseph Meister, Leiter des KreiseS 9. S. Conti. Kreisleiter des Kreises 10. L Berger, Vorsitzender der Hallischen Studentenschaft. E. Wien old. 1. Vorsitzender der Marburger Studentenschaft. Turnen, Sport und Spiel. — Kampfspiel-Ruderregatta. Ausgezeichnetes Ruderwetter begünstigte am Montag die Kampftpielregatte auf dem Langen See bei Grünau. Eine stattliche Menschenmenge folgte auf den Regattatribünen und auf der Strecke den Ereignissen, die sich auf der blauen Flut abfpielten. Schon am Vormittag war durch CBorrcnnen die Spreu vom Weizen gesondert wor ben Die Berliner Sport-Borussen knüpften gleich an ihre an den beiden Vortagen während der C'vünauer Regatta gezeigten großen Form an und holten sich den einleitenden Vierer 0. St. und den abschließenden Achter in überlegener Manier gegen den Berliner Ruderclub resp. Germania- Köln Ein selten spannendes Rennen war der Diner Der deutsch.' Meister Qaif (Wiking-Berlin) hatte alle Mühe, sich Dr. Reinhold (Germania-Tegel) zu erwehren und konnte nach einem prachtvollen Finish mit kaum sichtbarem Vorsprung sienrrich bleiben. Altmeiste- Fremersdorf (Mainzer -V.) und Kipphvff (Favorite Ham- monia-Hamburg) belegten hinter 'Reinhold in respektablem Abstand die nächsten Plätze. Im Doppelzweier 0 St. fuhren BrandiS-Hofftnann (Hamburger Ruder-Elub» einen überlegenen Sieg heraus. Zum Dauerrudern über 25 Km stellten sich von 18 gemeldeten 15 Boote dem ©tarier, die mit je einer Minute Abstand vom ©tarier entlassen wurden. Der Vierer deS M T.V. Raum bürg überholte zwar das zuerst gestartete Boot der Turngemcinde in Berlin au* der Strecke B"i der Zeitausrechnung stellte sich jedoch heraus, bah der Ruder- und Eislaufverein Aussig und das 1 Boot der Turngemeinde in Berlin die gleiche Zeit gebraucht hatten Beide wurden als Erste plazieri. — Beginn der Fußball-Kamps» spiel Woche Berlin gegen Daltenver- b a n d 5: I (4.1). Am Montag nachmittag begann im Stadion die Fuhballwvche der Deutschen Kampsspiele mit dem ersten Dorrundcspiel Berlin Mein Vetter Iolns. Roman von Richard Skowronnek. 16. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) „Die Mutter saß za Happten des Sarges ind las mit halblauter Stimme in ihrem Gebetbrche Als sie mich erblickte, stand sie aus inb schloß mich in ihre Arme. Unb wie sie mich so um* fangen hielt und mein Kopf feit langem wieder zum erstenmal am Mitte:Herzen ribte, da wrrde mir etwas leichter, und ich tonnte toitiwr weirden Sie ließ mich ruhig gewähren, ich fühlte nar, wie ihre milde Hand mir die Haave streichelte. Darm führte sie mich an den Sarg und erzählte mir, wir der Vater gestorben war. „,©eit seiner Ruckvehr aus Halle, da hat es an gefangen. Da wollte er schon keinen Menschen mehr sehen, ging nirgends mehr hinaus, als aufs Fell», und brütete tagelang bekümmert vor sich hin. Er Nagte über nichts, ihm fehlte augenscheinlich nichts, nur seine Kräfte gingen zusehends zr: <5nbe. 3n der letztrn Zeil Wirde er schon müde, wenn er nur vom Harse nach den Ställen ging. Unb wenn ich sagte, Vater, wir wollen doch den Doktor holen, vielleicht verschreib', er dir etwas, dann schüttelte er nur mit dem Kopfe und sagte: .Laß man, Mütterchen, mir hilft lern Doktor und kerne Medizin. Mir ist da drinnen etwas entzweig-egangen, und das läßt sich nicht mehr zurechttnachen/ »,Dor vierzehn Tagen legte er sich am hellen Vormittag wieder ins Bett, weil's ihm so schwer in allen Elledcrn lag, und seither ist er nicht mehr ausgestanden. M,3n der Zeit fing er auch wieder von dir zu sprechen an. Vis dahin batte er taam einmal Seinen Tiamen erwähnt, nur jedesmal am Ersten sorgte er dafür, daß dir pünktlich dein Geld geschickt wurde. „.©e^ern früh befahl er, wir sollten dir telegrapti-vm. aber so. daß 'du keinen Schreck bekämest. Und bann hat er unaufhörlich van dir gesprochen und immer gefragt, ob denn noch nichts von dir zu sehen sei. Heute mittag — ich sitze, wie gewöhnlich, an feinem Bett — da tagt ec mit einrmmal: ,Tn, Matter, ich toevb' ibn nicht mehr sehen!' Drauf drehte er sich imdi der Wand, ich denke, er Will vielleicht ein bißchen überfch'.aen, und stehe auf. im ihm die Kiffen zurecht z i tchütleln. da reckt er sich ganz lang aus, greift mit den Händen nach dem Halse, seufzt tief aas. mb es war zu Ende. Ick tonnte ihm nur noch die alten lieben Augen zadrücke 1 „,©eif feiner Rückkehr aus Halle, d.7 hat eS angefangen |- Das war bat ci-^iqc Dort, mit dem meine Mutter cs mich m-rten ließ, daß bei Kummer um mich dem Vater das Herz gebrochen hatte Sonst ist kein Vorwurf über ihre Lippen gekommen. Dayn hatte sie mich viel za lieb. ,2lm Tage nach dem Begräbnis - bis dahin waren Wir keine Minute allein gruxfen, b?n.-. die ganze Freund- und Verwandtscvaj' ' attc nch eingefunden — nahm sie mich in ihre Kammer and ließ sich von mir erzählen, wie al!e^ g-kommeu war. Als ich fertig war und damit schloß, daß ich nun ganz verzweifelt sei jnb nich wüßte, toaS ich zu tun hätte, sagte sie in ihrer milden und schlichten Weise: .Mein Sohn, dagegen hilft nur eins and baä ist die Arbeit. Wenn bi erst gelernt haft, so recht im Ernst zu arberen. dann tDirb dir mit einem Male dein Leid nick): mehr so schwer erscheinen, du toirit dich mit dem lieben ®ott vertragen und allmählich aich wieder Fre ibe am Leben bekommen. ,.Run würde ich dir sagen, bleib h:e and kauf dir mit deinem Väterlichen ein Gr ludst ück aber du taigft nicht meh. für die Land- wirftchaft, dazu hast da schon za viel von dem städtischen Leben genossen. Drum geh zirück nach Königsberg, oder wohin du sonst willst, and sieh zu, daß da es in deiner Wissenschaft za etwas Ordenllichem bringst. Wie du es aber mit b>m Mädchen hallen sollst, da weiß ich dir keinen Rat zu geben. Versuche es, sie für dich *i ae* Winnen, wenn du glaubst, rh e sie niht leben zu können. Aber, was zwischen each steht, das wäscht fern Regen aus, and wenn aach dl wohl glaubst, da könntest darüber hinwegkcanmen si< wird es nicht können, denn so etwas kann eine Frau nicht vergessen! .Ein paar Tage später trieb mich die Mutter selbst zum Aafbrache, sie sah es mir an, datz mir d:e Llngewi heil -ber Helenens Ergeh n fei-'C Ruhe ließ. ^Als ich schon im Sattel saß. tarn sie nodi einmal auf den Hos hinaas, obwohl totr schon voneinander Abschied genommen hatte:' Ich bog mich hinab, sie preßte meinen .Kopf gegen ihre Wang.- und sagte Tiefe: .Ich werde zam lieben Gott beten, bafi er sie wieder gesund werden läßt. Unb wenn sie dann in dem Hause dieser Frau I-tstizro'in nicht mehr bleiben will, dann Toll sie Wilsen, daß sie hier bei mir eine Heimat haf. 0o, und rem reise Aücklich, and der liebe Gott fei mit birl‘ .Am Waldrand, da wo der Weg die erste Biegung macht, wandte ich mich zurück and sah. wie die Mutter noch immer am Hoftor stand and mi- noch blickte Ich umfing ihre liebe Gestatt mit den Augen and prägte mir jeden Zag ihres Visdes deutlich ein. Mir war, als würde ich sie nicht mehr wiederiehen .Mein Bruder gab mir noch ein Stück Weg :s das ®e[ri* Beim Abschied griff er in die Tasche und reichte mir einen schweren ledernen Beates. „.Sa,1 Tagte er. ,es sind Hunderts an fzig Di- faten drin. hat der Vater für dich extra gespart. ünb wenn du drin Erbteil wttlst, bra ichst du nar za schreiben LIeberhaupl, auch so könntest mal was von dir hören taffen Kannst dir jo denken, daß wir uns hier am dich zer- sorgen!' „Der gute Kerl! Ich wollt. ich wäre da mals bei ihm und der Matter geblieben!"-- Josua fuhr sich mit der Hand über die Augen. „Ra. kommen wir Wetter, es ist ja nicht mehr viel yi erzählen. Ich tarn nach Berlin, und meir erster Gang war natürlich nach ?er Derif'.in-erstrafte Das Dienstmädchen schlug, als es mid erblickte, mir die Tür vor der Aalr zu, und ich maßte dem Arzte arflauem, um etioas über Helene zu erfahren. „Erst wollte mir auch der nicht Rede stehen, denn" die Iustizrätin hatte ihn gegen mich eingenommen. ebenso wie st: auch dem Mädchen verbotet: hatte, mit mir zu sprechen Als ich ihm aber mit ein paar Worten auseinandersetzte, daß ich sozusagen ein Recht darauf hätte, über He KE uw.-Akt.. 1176,- 1130, Brief 5 = 66*95 5293,35 21.6, Schweizer Franken 100 5L 100 Kr. Tages-Angebot Wolllorftrahe 46. M2S< 5929V übernehmen Ä6®eiienmeOUfll.3O Kondensierte, gezuckerte MM Dose 26.50 den Geschäften I in Frische MS L RUM Prima gesunde Speise- a. ft f a 1 nma g6sunn6 öptaisc Kartoffeln beute und fotnenbe Luge Filialen iu alle» Stadtteilen. 5922c Futter-Kartoffeln. Hinter der Westanlage 1L Telephon 178. 5744 Blaonuiöbollabr. SuhlLTlu nieunuiuuoueur. eiuu 1.1*. „ m ßf . . ~ " ain<6T eor ® Telephon m Tel. ss.Babnbosstr. 5V r./mi 722, 623, 636, 760, BoflHetiaae 5peiie-6fflg WM-Kssig 100 100 100 100 1 100 100 100 100 100 Stück 3.20 Liter 3.20 Liter 6.20 Kreditbank, mk f. D. . tahlwerke 1,46 1,20 16,05 1,44 .,30 3,55 20. 6. 1,65 ,81 1,52 1,24 16*40 1.40 —,31 3,65 438, 414, — । 715, Datum: 5"/ Dkfch.Kriegsanl. 4°,,Dtsch. Reichsanl. 3°'a Dtsch. Reichsanl. 4°/0 Preutz. Konsols Hamburg-Pakets.. . norddeutscher Lloyd Comm.u.Privatbank Darmstädter Bank . Deutsche Bant . . . Tisconto-Gesellschast Dresdner Dank. . . Mitleid. 'Kctir • Doch . Flexälis-Werke A.-G. 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Sievers« errungen und der Sieg im Sen io- ren-Doppellajak (Soetbeer-Sic- vers) mit )3eberlegenheit ebenfalls dem jungen Klub gesichert. i. Ettingsyaasen, 20. Juni. Unter dem Borsitze des Weihbindermeisters Earl S ch n c i - Her wurde hier ein Turnverein gegründet, dem zahlreiche Mitglieder beitraten.' Der Ge° nreinderat bewilligte in Würdigung des hohen Wertes der turnerischen Sache em jungen Berein 5000 Mk. Etwa 3000 Mk. kamen durch freiwillige «Gaben zusammen, so dah der Berein die nötigsten , Turngeräte anschaffen konnte. 6751,55 8121,80 678,15 153,05 1400,70 319,10 2731,55 6043,60 4953,80 2,03 607,23 •34,55 112,85 212,20 152,- 1344,- 1.7.14. . . Fr. 125.40 . . Fl. 59.20 . . Kr. 88.80 . . Kr. 88.80 . . Kr. 117.80 . . Kr. 117.80 . . Sh. 97.80 . . r 23.80 . . Fr. 125.40 Vermischtes. * Gold aus der Luft. Eine Aeuhorker Gesellschaft ist zu dem Zwecke gegründet worden, um Gold aus der Lust zu gewinnen. So ptzanta- stisch diese Mitteilung auch zunächst klingt, so he° rufct sie doch auf sehr realen Versuchen. Wie der Direktor des neuen Liniernehmens Daker amert- t'anischen Blättern mitteilte, handelt es sich um ein neues Verfahren, durch das die Luft, Rauch und Staub, die bei dem Schmelzen von Gold entweichen und die winzige Teilchen des kostbaren Materials enthalten, von diesen Bestandteilen wieder befreit werden können, so dah nichts von dem Golde verloren geht. 3n allen Fabriken und besonders den Münzprägestätten, wo Gold verarbeitet wird, läßt sich diese Methode anwenden, die nach den bisherigen Versuchen nicht unbedeutende Erträge abwerfen wird. Auf diese Weise wird sich jede Vergeudung von Gold vermeiden lassen, und der Ertrag an Gold wird vermehrt 20. G. 77,50 110,- 145,- 81,50 390,50 292,50 300,- 290,- 553, 419,- 314, - 248,- 2d0, - 1007,- 630,- 955,- 887,— 1790,- 770,- 580,- heute und folgende Tage eintreffenb. ««t 6978,75 8360 45 712,90 1602,- 1114,35 326,41 2813,55 6197,75 5031,40 2,34 628^0 3430 116,52 215,30 155,50 4456,- 635, 955,. 1008, 1790, 775, 575 1125, 715, 618, 632, 745, 606, 440, 420, 720*, 197. Kurs 19. 6. 77,50 110, 145 - 80,50 392,- 300,- 299, - 288,- 560,- 418, - 315,- 248 - 292, - 735'- Lohnschnitt aller Art Wechsel auf Holland Deutschland . . . . Wien........ Prag ....... Paris London Italien Brüssel....... Budapest Aeuyork....... Agram....... Warschau Infolge günstiger Wollabschlüsse bin ich in der Lage, Damen-Iacken, Uberblusen, Jumper usw. unter Fabrikpreisen anzubieten. Gröhes Lager in Sportwolle, Kammgarnen usw. zu äußerst billigen Preisen. Groh- und Kleinverkauf. 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Es sei wahrscheinlich, dass die Erörterung, die im Ialr stattfinden werde, wenn PvincarS wieder nach London komme, von grosserBedeutungsein werde. Etwas Endgültiges über Irgendeine 'F--age fei gestern mcht beschlossen worden. Vvrthcliffe kehrt krank nach London zurück- London. 20. Juni. (WTD.) Wie gemeldet wird, ist Lord Aorthclisfe vom Kontinent nach London zurückgekehrt. „Associated Press" zufolge sei ihm angera- ten worden, sich einer Behandlung wegen Herzschwäche zu unterziehen, die noch durch Ptomainevergiftung verschlimmert worden Jet Verantwortlich für den politischen Teil: I. V.: Karl Walther. Solange Vorrat: Selafte Ml'MWtine Ä 41.50 39.50 37.50 Norwegische MMkUe, Stück 1.75 Holländische Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: ---- 19.6. erreicht. Der Verfasser zeigt auch in diesem Werke eine feine Beobachtirn^gade für die giten und schwachen Seiten der Alenfchen. Die flüssige Schilderung bereitet dem Leser einige Ständen angenehmer und anregender sinter Haltung. — Trotz alledem! Zeitgedichte von Rudolf Presber, Brunnen-Verlag Karl Winckler, Berlin, Bernburgerstr. 24. In Ernst und Humor, in Zorn, Leidenschaft und Ironie wird hier ein Bild der bewegten Zeit — vom Zusammenbruch bis zu den beruhigteren Tagen der Gegenwart — gegeben. Ein Bild, wie es das leidenschaftliche Herz eines guten Deutschen spiegelt, der den Weg von Hoffnung zur Enttäuschung und von Enttäuschung zur neuen Hoffnung fand. — Die neueste Sondernummer der „Leipziger Illustrierten Zeitungbetitelt sich „Brasilien". In fesselnd geschriebenen und reich illustrierten Aufsätzen werden die kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und dem für deutsche Erzeugnisse ausserordentlich aufnahmefähigen südameeikanischen Staate behandelt. Daneben finden die Tagesereignisse in Wort und Bild eingehende Berücksichtigung. Prima Sacttalf (Bürener Material), dem gementkralk in der Qualität gleich, nichttreibendes Material, beit geeignet zur Schlackensteinfabrikation und zu Putzzrvecken, liefert als Generalvertreter ab Werk Tudorf bei Paderborn Schm-Vertretungen Kesselbach (Oberhessen). (5359D Märkte. Frankfurter Obst- nnd GemLsemarkt. mc. Frankfurt a. M.. 20. Juni. Der heutige Markt war im Angebot von Gemüse und Krrscheii sehr gut. Kartoffeln, beste Qualität, kosteten beim Großhandel pro Zeitner 260 bis 280 Mk., italienische 750—800 Mk, holländische öalatgurfen das Stück 15—18 Mk.. Blumenkohl der Kopf 16—18 Mk., Spargel das Pfund 6 bis 12 Mk., Zwiebeln (ausländische, her Zentner 650—750 Mk., Kopfsalat das Stück 1—2 Mk.» Rhabarber' der Zentner 160—180 Mk., Rettich das Stück 1—2 Mk. Bei Erzeugern wurden Gelberüben das Bündel mit 2.50—3 Mk . Kohlrabi das Stück mit 1.80—3 Mk., Kopfsalat die Staude mit 2—3 Mk., Spargel mit 8—12 Mk. bezahlt. Kirschen kosteten 800—1100 Mk. der Zentner. Erdbeere,! hatten starke Rachfrage und zogen im (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Die französische und englische Presst über die Londoner Zusammenkunft. Paris, 20. Iuni. (WTB.) Zur Reise Poin- cares nach London schreibt die demokrattsche „Ere Llouvelle", es sei Tatsache, dass man von einer anderen Persönli chkei t als Poincare das Gelingen des Bersuches erhoffen konnte, die franzöfisch-britischen Beziehungen zu entspann en. 21^ unser hartköpfiger Lothringer bleibt bei der Prozedur der geschriebenen Roten. Er befurchtet die Verführung der walisisci>ea Sirene, und wenn er sich zu Tafelgesprächen herbeilässt, kann man sicher sein, dah er sich wohl hütet, irgend etwas anderes zu sagen, als was er vor dÄ Besprechung be- schlossen hat, zum Ausdruck zu bringen^Welche offene und loyale Ausspra-He können zwei Manner miteinarider haben, von denen der eine sich hinter einer Pyramide von Verträgen und Reglements vesJ