Nr. W Erscheint täglich, anher Sonn, und (feiertags, mit berSamstagsbrilage: (BiefecntrSamilienblätter Monatlich« vezuorpreife: Tlk 18.- und Tlk. 2.— Trägerlohn,durch die Post Mk. 20.—. auch deiNicht» erscheinen einzelner Nurn« mtrn infolge höherer Gewalt.- I ernsprech. Anschlüsse; fiirdieöchrist- kihing 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten; Anzeiger Sieben. postfcheälonto: 5ranNurt a. M. 11686. Samstag, 20. Mai 1922 Erstes Blatt 172. Jahrgang Annahme van Anzeigen für bie Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen v 34 min Breite örtlich 120 Pf.auswart, 150 Pf.; für '.Reklame« Anzeigen von 70 mra Breite 450Pf. Bei Platz. Vorschrift20 .Aufschlag. Haupischriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Karl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Deck, sämtlich in Gietzen. ietzenerAnzelger General-Anzeiger für Oberhessen Dmd und Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- und Stetnöruderei H. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und vruderei: Schnlstratze 7. Wochenruckblick. Die Genueser Konferenz wird abgebrochen und später in einer anderen Gestalt fortgesetzt — so sagte Lloyd George einem englischen Zeitungsmann, und ein ungebrochener Wille leuchtete aus seinen Worten hervor. Die europäische Regelung gliedert sich in zahlreiche und mannigfaltige Abwicklungen, aber im wesentlichen 'hatten wir auch bei den Schluhverhandlungen, dem Handel mit den Svwjetverttetern, dasselbe Bild vor Augen: zwei Vorkämpfer, England und Frankreich, die schon etliche Runden hinter sich haben und sich das Trocken- tuch zuwerfen lassen, um nach längerer Pause zum Entscheidungskampf anzutteten. 3n den an sich nicht ungünstigen 2lussichten auf eine Vereinbarung mit Rußland erheben sich die schroffsten und unversöhnlichsten Widerstände aus dem System Pvincarö. Diesem ist es ja nicht um eine Ausgleichung der pvli- ttschen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu tun, sondern um ganz etwas anderes. Das Frankreich des Herrn Poincarö will die Trümmer Europas nach seinem SiegerwMen durcheinanderreißen, um die Zwingburgen seines Dvrherrschertums hineinzustellen. Zwar besitzt eS weder Gut noch Geld, noch Ehr und Herrlichkeit der Welt — aber eS hat Kanonen und unübersehbare Massen von Kriegsgerät, und damit will es seine glorreiche Zukunft „befestigen". Auch die pathetische Rede DarthouS in der Schlußsitzung, von der heute berichtet wird, konnte mit ihrem Tränenschleier diese Qlrt von eigenwilliger Friedenspolitik nicht verbergen. Wir wollen uns überhaupt von den Abklängen der Genueser Konferenz nicht in Träume' wiegen lassen. Die wichtigsten Sätze, die während der ganzen Kvnferenz- dauer gesprochen worden sind, waren die, in denen Lloyd George am 27.April inmitten englischer und amettkanischer Presse- vettreter erhobenen Tones sagte: „Rur ein Blinder kann sich einbilden, daß durch irgendeine Kombination zwei große Völker, die zwei Drittel von Europa repräsentteren, niedergehalten werden können." 3n dieser Rede erhielt der französische Ministerpräsident auf seine Herausforderung von Bar-le-Duc wuchtige Schläge. Lloyd George geißelte seine „selbstsüchtigen Trivialitäten", warnte ihn vor der Vereinigung eines zornigen Deutschlands mit einem hungernden Rußland und deutete auf das Anwetter, das sich am Horizont zusammenzöge. Der Franzose hat bis zum Schlüsse auf die englische FriedenSpvlittk weiter lvSgeboxt. Keines der großen Pro- grammzielc konnte in Genua erreicht werden. Aber Lloyd George hat gleichwohl recht: Fortschritte sind erreicht, die wahren Hindernisse schonungslos aufgedeckt. Man wird sich im Haag wieder treffen, dem eigentlichen Sitz des FttedenSgedankenS, wo, anders als in Genua, „des StteitS schlangenhaarigtes Scheusal" des Palastes schützende Götter nicht zu dreist wird beleidigen dürfen. Ob die Verhandlungen dort „unter einer unendlich hoffnunqSr'eicheren Atmosphäre weitergehen"? Lloyd George, der es behauptete, muß es fa wissen. Er hatte schon in der erwähnten großen Rede vom 27. April die Teilnahme AmerckaS an der Lösung der europäischen Probleme gewünscht, aber bei der Zuspitzung der russischen Schwierigkeiten blieb ihm die Anterstüyunq des Washingtoner Kabinetts bisher aus. 3m Gegenteil, es schien, als wolle Herr Harding den ftanzösischen Widerspruchsgeist stärken und die Moskauer Regierung ihrem Schicksal überlassen. Roch ist über die Einzelheiten der neuen Haager Konferenz nicht das letzte Wort gesprochen. Um Amerikas wahren Standpunkt gegenüber den europäischen Dingen zu erkennen, muß man zurückgehen auf die Begründung, mit der von ihm die Teilnahme an der Genueser Konferenz abgelehnt wurde. 3n Washington hielt man sich nur darum zurück, weil man sich von einer Konferenz, die das toich - t i g st e Problem, nämlich die Reparationsfrage, ausschlvß. nichts Ersprießliches versprechen konnte. Die zwischen Washington und Paris gewechselten Roten in der Schuldenfrage sind leider nicht veröffentlicht worden. Jedermann weiß aber, daß das amerikanische Volk der kostspieligen RüsttmqS- und Sanktionspolitik Frankreichs mit tiefstem Bedenken gegenübersteht, und vielleicht kommt doch noch einmal die Stunde, wo auch der Präsident Harding eine deutliche und öffentliche Warnung nach Paris richtet! Die optimistischen Worte Lloyd Georges die heute das Wolfs-Bureau weiterverbreitet erweisen sich keineswegs als leere Phrasen wenn man die Lage der einzelnen Lände angesichts der Haager Versammlung ins Auge saßt. Die Russen haben die Genugtuung, daß ihr Vorschlag einer nachverstänfoigen- beratung angenommen worden ist. Das Eis ist gebrochen, der Wille zu einer Verständigung ist — nur Frankreich kämpft dagegen an — auf allen Seiten vorhanden. Auch wir Deutschen müssen eine solche allgemeine Verständigung für erstrebenswert halten, denn Rußland braucht in der Tat Kapital und Kredit, um seine Wirtschaft wieder aufzubauen, und beides können wir ihm nicht geben. Es ist ein Gewinn, daß in vier Wochen die russische Frage weiterbehandelt und einer Lösung zugeführt werden soll, von der toir erwarten können, sie möge mit dem Vertrag von Rapallo im Einklang stehen. Herr Barthou hat erklärt, er werde seiner Regierung empfehlen, nach dem Haag zu gehen; in der Pariser Presse ist festgestellt worden, Frankreich habe freie Hand und könne in dieser Frage tun was es wolle. 3talien geht, was Lloyd George ausdrücklich feststellt, mit England, und die sogenannte „Kleine Entente" ist, tote sich herausgestellt hat, ein sehr unzuverlässiges Gefolge. Herr Poincars wird sich die Ablehnung der Teilnahme Frankreichs an der Haager Konferenz nicht leisten können, und er wird die derbe Faust Lloyd Georges wohl noch mehr als einmal schmecken müssen. Sv hat die Genueser Konferenz uns keineswegs völlig enttäuscht. Sie brachte das Rad der Entscheidungen in schnelleren Schwung, und wir sehen denn doch, wie unser grimmer Feind im Westen die freie Bahn für seine Gewaltpolitik nicht findet. Erneut hat Lloyd George vom rÄnurren der Kriegshunde" gesprochen, das er habe verstummen lassen. Run, uns dünkt, sie knurren und bellen doch noch weidlich; der Minister Hermes würde darüber aussagen können, wenn er wollte und dürfte. Herr Pierpont Morgan will sich in Paris bemühen, das Gekläff zu dämpfen und die Mission des deutschen Ministers zu erleichtern. Auf den ersten Anhieb wird die Sache aber kaum zu machen sein, und er wird auf ähnliche Schwierigkeiten stoßen wie die Genueser Konferenz in der russischen Frage. Herr Wirth und Herr Rathenau, der in der Genueser Schlußsitzung recht wirksam foar- gelegt hat, daß die Konferenz ungewollt und ungenannt, ganz von selbst, auch die Richtlinien einer vernünftigen Wiederherstellungs- Politik gefunden habe, wie sie dem Versailler Qkrtrag entgegengesetzt sind, kommen nun wieder nach Deutschland zurück, wo man hoffentlich etwas Besseres finden wird als sich über bloße Schlagworte zu unterhalten. Es ist eine neue Zeit angebrochen. Lloyd George sagte gestern: „Glauben Sie mir, der Friede errichtet wieder eine sanfte Gewalt über die Menschenherzen". 3n Dem harmlos klingenden Satz steckt eine brennende Kritik des Versailler Vertrages. Deutsche müssen nunmehr aussprechen, was Lloyd George oder irgend ein Engländer nimmermehr kann. Wir wünschen die Wiedergutmachung des Anrechts, das Deutschland und dem deutschen Volke angetan worden ist, denn das liegt in jener Linie der „fünften Gewalt über die Menschenherzen". Hat Barthou gestern nicht wieder die alte Beschimpfung gegen uns erhoben, als er sagte, Frankreich habe die Dienste nicht vergessen, die die russische Ration während forcier Jahre „für foie Zivilisation und den Fortschritt" geleistet habe? Also wohl gegen die deutschen Barbaren und Verbrecher? Auch die deutsche Regierung darf und muß fortan die deutsche Ehre wachsamer und empfindlicher hüten als sie eS bisher getan hat. 3m deutschen Volke selbst sind ja in der letzten Zeit so 'manche Hüllen gefallen, die Wahrheit und Gerechttgkeit versteckt hatten. Gibt es irgend einen deutschen Menschen, von dem man heute so klar überzeugt ist, daß er cm Riesenverbrechen am deutschen Volle begangen hat, als Kurt Eisner? Auch seine Gesinnunasgenossen und Helfershelfer bei seinen Fälschungen sind wie durch Richterspruch in Schmach und Schande verurteilt. Gewiß sind vor und während deö Krieges, sowie nachher, Fehler auf allen Seiten gemacht worden. Das Buch Erinnerungen des vormaligen deutschen Kronprinzen, aus den Aufzeichnungen, Doku- menten, Tagebüchern und Gesprächen bearbeitet und herausgegeben von Karl Röster (3. G. Cottas Verlag, Stuttgart) verdient daraufhin ernstlich gewürdigt zu toer- ?en. Wer der vollen Wahrheit die Ehre geben will, der darf an diesen Blättern nicht vvr- übergehen. Wir blicken durch das Buch in eine Tragödie, in bet der Kronprinz sicher- ich keine verhängnisvolle oder abstoßende Rolle gespielt hat. Ob er selbst ein hervvr- wrragender oder nur ein mittelmäßig be- -abter Mann ist, bleibe ganz dahingestellt — [ebenfalls liefert er die Rachweise, daß er im Kriege eine äußerst gewissenhafte Mäßigung geübt und auf ein möglichst frühzeitiges Kriegsende hingewirkt Hal. Demgemäß übt er eine freimütige, aber im Tone wohltuend berührende Krittk an hohen und höchsten Personen, also auch seinem Vater. Wenn der geistige 3nhalt des Buches auch nicht ganz sein Eigentum sein sollte, so ist es doch jedenfalls erfreulich, daß der Kronprinz so llarer und vornehmer Kritik, überhaupt einer so soliden und sympathischen Geistesrichtung, zugänglich war. ES fehlt uns der Raum, auf Cinzclzüge hinzutoeifen. Rur einer Fälschung und ' höchst leichtfertigen Auslegung der „Frankfurter Zeitung" möchten wir entgegentreten. Das Blatt schreibt in der Besprechung des Buches: „Der Kronprinz ist seit 1915 andauernd für Verständigungsfi ieden eingetreten und rühmt sich dessen. Haben nicht die Kreise der Rechten in der Kriegszeit jeden, der das getan hat, für einen Defaitisten, Vaterlandsverräter, für einen Schurken und Lumpen erklärt? Run hat sich der frühere Kronprinz selber tn die Reihe der Defaitisten aufgenommen." ES ist erstaunlich, daß die „Frankfurter Zeitung" die Begriffe so unsinnig fourchein- anderwirft. Sie hat das ja freilich auch schon im Kriege getan und dadurch manches Mn» heil angerichtet. ES kommt doch wohl daraus an, wie man einen VerständiqungSfrieden einzuleiten hatte. Die deutsche Presse konnte das Wenigste dazu tun. Man muhte dieses Bestreben vielmehr Menschen und Aemtern überlassen, die mit -der nötigen Vorsicht an Das Ende der Ge Die letzte Sitzung. Genua, 19. Mai. (Wolff.) Die Schluß- fihung hat sich mit folgender Tagesordnung zu beschäftigen: 1. Zustimmung dem SttzungSprotokoll der zweiten Vollsitzung^ 2. Vorlage dm Beschlüsse der Dritten Kommission (Wirtschaft); 3. Vorlage der Beschlüsse der ersten Kommission (Rußland); 4. Vorlage des Berichtes der Kommisswn zur Prüfung der Vollmachten; 5. Vorlage einer Antwort für eine Entschließung betreffend die Sairitätskonfeoenz in Warschau; 6. Vorlage eines Entwurfes für eine Resolution in be^ug oif die verschiedenen Fragen einer Aktion des Roten Kreuzes m Friedenszeiten; 1. Schlußrede. Der erste Punkt der Tagesordnung, woz r Facta das Wort ergreift, wird nach kurzer Geschäftsordnungsdebatte ar genommen. Zu Punkt 2 ergreift der Berichterstatter der Wirtschaftskvmmi'sion Colrat das Wort und führt aus, daß die augenblicklichen Probleme der Weltwirtschaft von einer derartigen Größe und Bedeut ing feien, daß sie die Kommission selbst zu großen Resolutionen geführt hätten. Die Kommiffion habe geglaubt, auf die außer- orfoent i he Bedeutung der landwirtschaftlichen Produktion Hinweisen zu muffen. Die Steigerung der industriellen Produktion bo';e eine Verminderung der landwnäschustllchrn Produktion bcwirlt. Landwirtschaftliche U terprodut- tion sei gleichbedeutend mit Hungersnot. Es käme daraut an, die landwirtschaftliche Bevölkerung zu belehren. Gleichsals eine hohe Bedeutung käme der Frage der Rohstoffe zu. Der Kriegszustand habe die Wirtschaft der Rohstoffe in Anordnung gebracht. Die spekulative Penodr habe große industrielle Störungen, auch solch» des Handels, hrrvorgerufen. Die Schutzmaynah- men der einzelnen S rauten Hütten aber einen aggressiven Charakter angenommen. Es fei dazu gekommen, daß Rohstoffe zur Verarbeitung zr Bedingungen geliefert würden, die jede Konkurrenz stillegen. Die Kommiffion glaube h.ergegen ein System wirksamer Garantien gesunden zu haben. Die gemcinfchaf tlt che ( u ammenarbeit aller Völker sei das Wünschenswerteste Europa müsse in Zukunft für den Geist der Konferenz von Genua arbeiten. Hierauf ergriff der italienisch» Handelsminister Rosfi das Wort und führte aus, daß die Vorschläge der italienischen Delegation darauf hingezielt hätten, jetzt wirtschaftlich getrennte Staaten zu einer wirtschaftlichen Solidarität zu vereinigen, um eine vernünftige Konkurrenz auf dem internationalen Markte herauszustellen. *» *■ Minister Dr. Rathenau führte aus; Der Abschluß der provisorischen Arbeiten der Konferenz gestattet uns einen Ueber- blick über die welthistorischen 2 e i ft u n - gen der Konferenz, die erst in kommenden Jahren mehr und mehr hervortreten werden und für die Europa der Henue'er Konferenz Dank schuldet. Es wäre unberechtigter Optimismus, zu hoffen, daß durch den 2ldschtuh dieser Arbeiten die Weltkrise sofort eine merkliche Linderung erfährt. Eine solche Besserung der allgemeinen Weltlage wird erst dann eintreten, wenn eine Reihe von Prinzipien erfüllt ist. die in den Beratungen der Kommissionen mit immer wachsender Deutlichkeit hervortraten, wenn sie vielleicht auch nicht ihren vollen Ausdruck in den niedergelegten Leitsätzen fanden. Indem ich mich an die der Konferenz gezogenen Grenzen auf das strikteste hallen werde, will ich versuchen, die fote schwierige Aufgabe herangingen. 3n foie- fern Sinne übt auch der vormalige Kronprinz die aller schärfste Kritik an denjenigen Handlungen, die, wie z. B. die Erzbergersche Friefoensentschliehung, dem Reich und der kämpsenfoen Front in den Rücken fielen. Er schreibt wörtlich: ,Rur mit einem von hartem SiegeS willen und Siegesglauben erfüllten Volke hinter sich konnte die Regierung Schritte zur Herbeiführung cinc8 Sonderfriedens, einer Verständigung mit dem einen oder dem anderen Gegner wagen. Zwecklos und geradezu verderblich und schädigend für unsere Lage war jeder Versuch wenn wir dabei den Eindruck machten, als ob wir etwa ein dringende- Friedensbedürfnis hätten und den Krieg nicht lange aushalten könnten. Zweck- und sinnlos waren daher unsere offen in die Welt hinaus- geschrieenen Friedensangebote — die überdies noch keinerlei klares Bild von dem gaben, was wir eigentlich wollten. Sie hatten nur den Erfolg, daß sie der Hoffnung der feindlichen Völker auf unseren baldigen Zusammenbruch psychologische Stützen gaben und daß sie damit den Siegesglauben und den Willen der Gegner, bis zum „Knock out blow" durchzuhalten, stärkten — un- zum Schaden, uns zum Verhängnis." Gar manche verderbliche Zeitungspolitik, die stürmisch nach dem Verständigungüfriefocn oder nach „Frieden und Brot" schrie, kann heute vor gewissenhafter Selbstprüfung nicht bestehen. Darum wäre eS gut, wenn das Kron- Prinzenbuch recht eindringlich gelesen würde! äusser Konferenz. vier großen unausgesprochenen Wahrheiten darzulegen, die mir aus den Beratungen hervor- zugehen scheinen und die, wie ich glaube, unbedingte Voraussetzungen für eine Gesundung der Weltwirtschaft bilden. Die erste dieser Wahrheiten lautet: Die gesamte Verschuldung der Länder ist zu groß tm Verhältnis zu ihrer Produktionskraft. Alle hauptsächlichen Wirtschastsländer find in den Verschuldungskreis hineingezogen, der die meisten gleichzeitig zu Gläubigern und Schuldnern macht. Kein Staat kann auf die gesicherte Stabilisiei-ung seiner Zahlungsbilanz und damit auf seine Wechselkurse vertrauen, mit Ausnahme jene« einen großen Reichs, das niemandem schuldet und Gläubiger aller ist, nämlich Amerika, ohne dessen Beteiligung der Wiederaufbau Europas unmöglich wird. Vor allem aber können den überschuldeten Ländern neue Mittel, deren sie bedürfen, nicht zugeführt werden, denn die Ueberschuldung liegt vor aller Augen zutage. Die -welle der ausgesprochenen Genueser Wahrheiten scheint mir zu liegen in dem Sah, daß kein Gläubiger seine Schuldner am Dezahlen der Schulden hindern sollte. Wenn ein einzelnes Individuum einem anderen Geld schuldet, so kann verlangt werden, daß zur Auszahlung die vereinbarte Münze verwendet wird. Es ist Sache des Schuldners, solche Münzen sich zu verschaffen, wie sie am Markte in jeglichem Umfange stets erhältlich sind. Ein Land jedoch kann einem anderen auf die Dauer feine Schulden nur jn Gold bezahlen und wenn- es Gold nicht, produziert oder nicht in größerem Umfange besitzt' in Gittern Zahlung in © ü t er n a'-er ist dann nur möglich, wenn der Gläubiger sie gestattet. Verbietet er sie. so tritt Zahlungsunfähigkeit ein, und erschwert er sie durch Zölle oder durch andere hindernde Maßnahmen, so wird der Betrag der Schuld willkürlich vermehrt. Die dritte foer Wahrheiten ist vielleicht am deutlichsten zum Ausdruck gekommen und ausgesprochen in dem Sah, daß die Weltwirtschaft erst dann wieder hergestellt werden kann, wenn ein imponderabiler Wert wieder gewonnen ist, nämlich das wechselseitige Vertrauen. Dieses Vertrauen kann aber nur wiederkehren, wenn die Welt in wahrem Frieden lebt. Der heutige Zustand der Welt ist nicht der Friede, sondern ein Zustand, der dem Kriege ähnlich ist. Jedenfalls ist es kein vollkommener Friede. Trotz den großen Menschenverlusten des Krieges sind aber die menschlichen Prvduk ianskräste fast vollkommen erhalten, denn ste haben sich in starkem Umfange ergänzt. Wenn somit die Geldmaschinerie nicht arbeitet, obgleich sowohl ihre Substanz cvie ihre Triebkräfte fast vollständig erhalten sind, wenn auf der einen Seite Millionen von Händen feiern und auf der anderen Seite Millionen von Menschen hungern, wenn auf der einen Seite unzählige Gütermengen unverkäuflich sich aufstapeln und auf der anderen Selle an den gleichen Gütern der schwerste Mangel besteht, so liegt das daran, daß die wechselseitige Verschuldung als ein psychologisches Moment wirkt. Als weitere psychologische Momente sind der mangelnde Friedenszustand und das mangelnde Wellvertrauen bestimmend. Wenn man sich nun fragt, ob es denn wirklich kein Mittel gibt, die erschlafften. Kräfte des Weltaustausches neu zu beleben und die Maschinerie der Weltproduktion von neuem in Bewegung zu setzen, so ergibt_ sich die vierte den unausgesprochenen Thesen, nämlich die, daß nicht durch irgendeinen oder zwei Käufer, sondern durch Zusammenwirken aller in ökonomischer» und Weltproblemen eine neue Bewegung zu- geführt werden kamt. Wie sollt« auch nach einem Zerflörungswerk sondergleichen die Welt geheilt werden, wenn nicht sämtliche Länder der Erde sich ixuu entschlichen, gemeinschaftlich Abhilfe u bringen. Durch ein universelles Opfer der Welt und der leidenden Menschheit Bann nur die leidende Welt geheilt werden. Niemals ist ein Wiederaufbau ander- gelungen, als durch Aufwendung gewaltsamer neuer Mittel. Dolche Mittel werden nickt aufgebracht, solange ein jedes Glied der Weltwirtschaft mit wenigen Ausnahme überschuldet ist. Das erste Opfer wird somit in dem allgemeinen Abbau s Derschuldungs- Preises zu suchen «ein. Ein weiteres Opfer besteht in der gemeinsamen Ausbringung grober neuer Mittel für den Wiederausbau, sei es auf dem Wege allgemeiner und wechselseitiger Kredite, sei es auf anderen Wegen, deren Erörterung zu weit führen würde. Daß die Genueser Konferenz zur Erörterung dieser Fragen führte, ist eine Tatsache, die in der Geschichte Europas unvergessen bleiben wird. Ein agileres historisches Ergebnis der Konferenz erblickt die deutsche Delegation in einer Annäherung des großen, schwer bedrängten russischen Volkes an den Kreis der westlichen Nationen. Durch manche Aussprachen hat Deutschland sich bemüht, zu einer Annäherung der beiderseitigen Gesichtspunkte beizutragen. Deutschland hofft, durch eine Fortsetzung der beiderseitigen Desprechungen das Werk des Friedens zwischen Ost und West zu fördern. Nach dieser Rede RathenauS, die mit lang- anhaltendem stürmischem Beifall aufgenommen wurde, wurden die Beschlüsse der Wirtschaftskommission, d. h. Punkt 2 der Tagesordnung, angenommen. Zu Punkt 3 der Tagesordnung ergriff Tschitscherin das Wort, um einige Anmerkungen zu der rufsi- schon Haltung gegenüber dem Be i-Ä der Wirt- schrftskmmission zu machten. Tschitscherin bemängelte, dah in dem Beschluß der Kommission nichts gesagt sei über das Streik- und Vereinsrecht. Auch das Konsumwesen sei aus dem Vertrag ausge- schaltet. Den allgemeinen Eindruck der russischen Delegation über den Bericht faßt Tschitscherin dahin zusammen, dab es dem Bericht an der nötigen durchgreifenden Mhnheit und Energie fehle, die für den Wiederaufbau der Weltwirtschaft, besonders in der Richtung der Arbeiterschaft der Welt, unerläßlich seien. ^Mit diesen Einschränkungen nahm die russische Delegation den Bericht an. Da Tschitscherin in seiner Rede einige persönliche Bemerkungen über den Präsidenten der Wcl'.wirtschaftskommission. Colrat, und Über die Haltung der Schweizer zum Achtstundentage gemacht hatte, ergriffen Colrat und Motta das Wort zu kurzen, persönlichen Ausführungen. Hiernach wurden die Beschlüsse der Wirtschaftskommission angenommen. Der Präsident der ersten Kommission, Schanz er, erftaitete dann Bericht über die Beschlüsse dieser Kommission bezüglich der Verweisung der Verhandlungen mit den Russen nach dem Haag. Als erster Redner in der. Diskussion über den Bericht der ersten Kommission ergriff der Vertreter Hollands das Wort. Die holländische Re- ■ gierung schätze sich glücklich, ihre Dienste für die Arbeiten im Haag zur Verfügung stellen zu können. Sodarm entwickelte sich ein etwas unpro- grammähiger Zwischenfall, der durch die Bemerkungen des Vertreters Litauens über die Burgfrieden-Klausel herrorgerusen wurde. Unter wiederholten Unterbrechungen durch den Präsidenten de Facta, der den Redner auf die Unzulänglichkeit der Wiederausrollung der längst diskutierten und in den Kommissionen erledigten Streitfragen zwischen Litauen und Polen hinwies, polemisierte der Vertreter Litauens gegen die polnischen Verletzungen gewisser Konventionen. Der polnische Vertreter, Außenminister S k i r m u n t. beteuerte die friedfertige G e- f tnnnung gegenüber Litauen und bedauerte, dah Litauen nicht in der Lage wäre, die Klausel 6 ohne Reserven anzunehmen. De Facta erklärte dann den Zwischenfall als für beendet. Nun wurden die Delegierten der verschiedenen Staaten, die für dieHaager Verhandlungen in Betracht kommen, gefragt, ob sie die Beschlüsse der ersten Kommission über die Vertagung der Beratungen mit Rußland annähmen ober nicht. Als erster erklärte Tschitscherin namens der russischen Delegation, dah die russische Delegation unter Aufrechterhaltung der bereits in der Kommissionssihung geäußerten Reserven die sechs Klauseln der Resolution an- nehme. Cs folgten bann die Annahmeerklärungen sämtlicher in Betracht kommender Länder, auch Frankreichs und Belgiens, B a r t h o u sprach namens Frankreichs unter Bezugnahme auf die Sonnet Resolution. Danach folgte die Annahme der Berichte der Kommission zur Prüfung der Vollmachten, gewisse Mitteilungen über die Sanitätskonferenz von Warschau, sowie die Vorlage einer Resolution Hb er gewisse Funktionell des Internationalen Roten Kreuzes in Friedenszeiten. Danach ergriff unter allgemeiner Spannung der gesamten Delegationen Lloyd Georg das Wort zu einer großen Schlußrede und füßrte folgendes aus: Wir gelangten jetzt zum Ende der bedeutungsvollsten Konferenz der Weltgeschichte. Die Genueser Konferenz wird ein bedeutungsvoller Meilenstein auf dem Wege des Friedens sein. Wir haben einen großen Friedenspakt. Berichte und Anempfehlungen der zweiten, dritten und vierten Kommission, die alle wertvolle Ratschläge enthalten, die, wenn sie befolgt werden, dem erschöpften Europa wieder Kraft und Gesundheit geben werden. Schon allein die Arbeit der dritten Kommission bietet eine ausreichende Rechtfertigung der Konferenz. Allerdings wurde diese Arbeit durch verschiedene Streitfragen überschattet. Es liegt eine wirkliche Gefahr darin, daß man sich mehr auf das Debattieren einläßt und den vitalen Teil der Arbeit übersieht. Dadurch. daß die Anempfehlungen der Kommtsfion beschlossen wurden, ist ihre Aufgabe noch nicht beendet. Als bloße DruÄachen würden sie nur die Papiergeldflut vermehren, in der wir alle ersticken. Sie müssen durch die Tat in Gold verwandelt werden. Jeder von uns muß bei seiner Heimkehr denen, die die Geschäfte ihres Landes leiten, davon Kenntnis geben und hierdurch bie wirtschaftlichen Bedingungen in Europa Herstellen. Das wirkliche — ich will nicht sagen Interesse — aber das wirtschaftliche aufregende Moment der Konferenz konzentriert sich auf eine andere Frage. die Beziehungen Rußlands zur übrigen Welt und auch di« Losung, die die Welt zu geben bereit ist, um dieses verwüstete Land wiederherzustellen und das große Elend seiner Bevölkerung zu heilen. DaS ist ein gefährliches und schwieriges Problem: es ist umgeben von einem Wall von Vorurteilen, voll von Leidenschaften. Aber schon daß diskutiert wurde, erwies den Wert der internationalen Konferenzen. In diesem Zusammenhang möchte ich eilt Wort über das r u f f l f ch e Memorandum sagen. Ich will nicht die Streitigkeiten verlängern, aber ich möchte ein warnendes Wort sagen. Ich weiß nicht, welche Wirkung das Memorandum in Rußland hatte, aber ich weiß, daß seine Wirkung äußere halb Rußlands verhängnisvoll war. Es rief eine Reaktion gegen den Wunsch nach Regelung hervor, und toemt das das letzte Wort der russischen Regierung fern sollte, so würde ich wirtlich am den Aussichten der Haager Beratungen verzweifeln. Ich spreche von dem Memorandum vom 11. Mai. Rußland braucht heute Europa. Die Welt braucht Produkte, die Rußland liefern kann, aber ohne Hilfe Der Welt tarn; Rußland sich während Generationen nicht erholen. Wenn Rußland Hilfe braucht, kann es sie bekommen, aber tch möchte mir noch ein freundschaftliches Wort erlauben. ll^eirn Ruh land Hilfe erhallen will, so darf es die Gefühle, oder wollen wir es meinet’ wegen anders nennen, die Vorurtelle der Welt niyt verletzen. Welches sind diese Vorurteiles Das erste ist, daß wjr in Westeuropa für die gelieferten Waren Bezahlung erwarten; das zweite ist, daß wir erwarten, daß Geliehenes zurückbezahlt wird: das Dritte ist, Daß wir jemand, Dem wir bereits Geld geliehen haben und der um weiteres GelD bittet, fragen: Wollen Sie Ihre Schulden bezahlen? Wenn er antwortet: Nein, so ist mein Grundsatz, nicht zurückz ^bezahlen und so verbietet sich für die westliche Denkungsart, diesem selbst Geld zu leihen. Diese Vorurteile find ein altes Erbteil der Menschheit, das fich nicht ausrotten läßt. Es ist nicht zweckmäßig, zu sagen, Doißi man keine Schulden anerkennt, wenn man Kredite haben will, Es mag ganz einwandfrei fein, aber nicht diplomatisch. Europa will helfen und Europa kann helfen, aber Rußland muß bei den Verhandlungen den Shrenkobex anerkennen, der Jahrhunderte altes Erdteil arbeitsamer ehrenhafter Menschen ist, den selbst der russische Wirbelsturm nicht entwurzeln kann. Wir haben Dem Frieden versuchsweise eine Gaststätte an unseren heimischen Herden bereitet. Wenn der Friede sieben Monate an unseren Herdfeuern verweilt hat, so werden wir ihn nicht wieder aus dem Hause jagen. Die psychologische Wirkung dieses Paktes wird wie ein elektrischer Strom durch die Völker der Welt laufen. Dibriatlonen des Friedens gingen durch die Adern Europas. Es wird nicht toieDer dahin kommen, baß ein Volk gegen das andere die Hand erhebt. Aus dieser Konferenz erlebten wir nun ein so großes wie tiefes leidenschaftliches Sehnen, es nicht wieder zum Bruch kommen zu lassen, keinen Streit herauf zubeschwören, sondern alle, in Frieden und Freundschaft miteinander leben zu lassen. Glauben Sie mir, der Frieden errichtet wieder eine sanfte Gewalt über die Menschenherzen. Wir haben auf dieser Konferenz durch den Patt, den wir heute angenommen haben, uns dem Szepter des Friedens in Ehrfurcht gebeugt und dem Frieden gehuldigt. Hierauf ergriff Darthou das Wort und erklärte nach Worten des Dankes an die italienische Regierung: Es war eine Art vertrauensvollen Wagemutes auf die Tagesordnung der letzten Sitzung das Wort „Schlußreden" zu schreiben, denn mau konnte sich fragen, ob unter diesen Reden es nicht solche geben werde, die einen Abbruch bedeuteten. Solche Reden hörten Sie nicht. Sie werden auch keine einzige Horen. Lloyd George pries mit Recht den Burgfriedens- Pakt. Vielleicht war es das Bewußtsein, daß er auf unserem Wege zu diesem Pakt kommen würde, was uns verhinderte. Worte oder Gesten zu gebrauchen, die als aggressiv hätten erscheinen können. Wir erfüllen unsere Ausgabe, aber die gefaßten Beschlüsse wurden nichts als Worte fein, wenn die Regierungen nicht die Absicht und den Witten haben, sie zu Realitäten zu machen. Lloyd George sprach von der schwierigen delikaten Frage, die hier verhandelt wurde, von der Frage der Beziehungen Europas zu Rußland. Ich bin in einer noch schwierigeren Lage als Lloyd George. Ich fand mich zu offiziösen, langwierigen OSe- sprechungen mit der russischen Delegation bereit, um so durch einen Wittensatt die Loyalität Der französischen Regierung festzulegen. Später wurden diese Besprechungen unterbrochen. Die Stunde ist noch nicht gekommen, um die Verantwortlichkeiten festzustellen. Barthou erwähnte die schwere Notlage des russischen Volkes und sagte, man Dürfe, wenn Menschen im Elend seien, nicht fragen, von welcher Regierung sie vertreten wurden. In einem solchen Falle fei es Menfchen- Pflicht, zu Hilfe zu eilen. Frankreich hat die großen Dienste nicht vergessen, Die die russische Ration wahrend Dreier Jahre für Die Zivilisation und den Fortschlritt geleistet hat. Wenn der Vorredner sagte, die Genueser Konferenz bedeute eine Etappe, so fei damit gleichzeitig gesagt, Daß man für einige Augenblicke Halt gemacht habe. Es komme nur daraus an, daß alle von dem Willen zum Dorwiirisgehen beseelt seien. Am Beginn der Sitzung hörte ich, so fuhr Darthou fort, die Rede des deutschen Außen- ministcrs Dr. Rat'henau. Ich bestreite nicht ihre Aufrichtigkeit, ich goutiere, wenn er mit diesen Ausdruck erlauben Witt, ihre Feinheit und Klugheit. Ich überbringe ihm nochmals das Wort Frankreichs und erkläre hier vor 33 hier vereinigten Staaten, daß Frankreich, das den Krieg nicht wollte, glühend und leidenschaftlich den Frieden Witt. Europa wurde geschädigt, aber sein Gleichgewicht und seine Gesundheit werden wieder her- i gestellt, wenn wir alle mithelfen im gleichen Gefühle menschlicher Solidarität, wenn wir die gleiche Loyalität haben und, um alles zu sagen, wenn» wir uns In gleicher Weise die Ordnung und Achtung vor Verträgen, das gegebene Wort und die Ehre angelegen fein lassen, und wenn totf den Frieden wollen. Es folgen dann eine Reihe von Schlußworten der verschiedenen Delegationen, in Denen einerseits den in Genua vertretenen Nationen, andererseits der italienischen Regierung, dem italienischen Volke, insbesondere der Stadt Genua der Dank für die in Genua geleistete wichtige Arbeit und die bewiesene Gastfreundschaft ausgesprochen wurde. Es sprachen für Ungarn Graf Banffy , für Bulgarien S t a m Bulin i f i und für Japan der erste Delegierte H a Y a s h i j i. Auch Tschitscherin schloß sich namens der russischen Delegation dem Dank an Italien an, bemerkte aber, daß der Verlauf der Konferenz nicht in allen Punkten dem großen Grundsatz: Keine Sieger, keine Besiegte!, der in der Eröffnungssitzung verbündet worden sei, entsprochen habe. Mit Bezug auf die Ausführungen Lloyd Georges über die Kluft zwischen Der westlichen und Der russischen Auffassung der Eigentumsbegriffe erklärte Tschitscherin, Daß diese Ausführungen das russische Volk ebenfo wenig bekehren würden, wie es die weißen Truppen vermocht hätten, die in Rußland verschiedent- lich eingefallen seien. Trotzdem aber halte die russische Delegation an ihrem aufrichtigen Der- söhnungswlllen fest. Nachdem noch B r a t i a n u für Rumänien gesprochen hatte, nahm der Präsident de Facta das Wort zu einer großen zusammenfassenden Schlußrede, die in die Worte ausllang: Die geistigen und politischen Nachwirkungen der Konferenz von Genua auf den Gang der Entwickelung des Lebens Der Völker werden sich mehr und mehr bemerkbar machen. Der Geist der Universalität und der europaifchen Befriedung wird die europäische Politik von morgen beherrschen müssen. Mit dem Durgfriedenspatt selbst wenn er nur provisorisch und zeitweilig ist, ist aus Genua Die Friedenslosung ergangen, die ein Symbol Der glühendsten Regungen unserer Herzen ist und nicht untergeben kann, ehe sie nicht von hen europäischen Völkern gehört ist Schluß 1 Ahr. Ansprache Dr. Wirths an die Journalisten. Genua, 20. Mai. (WTB) Am Schlußtage der Konferenz von Genua ließen der Reichskanzler Dr. Wirth und der Minister des Aeußeren Dr. R a t h e n a u eine Einladung an alle in Genua versammelten Journalisten ergehen. Im Hause des Hauptquartiers Der Deutschen Delegation hielt Reichskanzler Dr. Wirth eine Begrüßungsansprache an die italienischen Gäste: Die Konferenz blieb, wie alles Menschsnwerk. nur Stückwerk. Sie ist nur ein Torso. Der Torso von Genua ruft aber geradezu nach Ergänzung, und ich bin sicher, Da-ß alle Völker, die an der Arbeit hier teilgenommcn haben, sich Mühe geben werben, den Torso zu ergänzen, da die'große werbende Idee allen Völkern aus der Welt deutlich sichtbar geworden ist. Man wird an mehreren Orten arbeiten, den Gedanken der Konferenz zu verwirllichen. Im Haag werden sich Die Sachverständigen fast aller Völker zusammenfinden. Wir müssen eines bedenken, daß sich in gewissem Sinne schon hier, was Cigentumsbegriffe angeht, zwei verschiedene Wellen getroffen haben. Auf italienischem Boden schlug man den ersten Bogen zwischen beiden Anschauungen. Das ist schon eine große Tat. Das italienische Volk, besonders die italienische Presse, erwiesen bei diesem Brückenschlag Der ganzen Welt einen großen Dienst, für den ihnen alle dankbar sein müssen. Ich glaube aber auch, daß dasdeutsche Volk, auch wenn es nicht mehr offiziell im Haag dabei ist, Europa wieder, wie hier — denn wir spielten in manchen Dingen die Rolle des Vermittlers — gute Dienste leisten kann. Ich bin überzeugt, Daß das Werk Rußland wieder aufzubauen, wenn alle mit gutem Willen beseelt sind, gelingen wird. Es wird gelingen. Die Völler des Westens und des Ostens einander külturell wieder zu nähern und ich glaube, Daß tot r Deutschen auf Die- sem Gebtete gut mit Italien Zusammenarbeiten können. Ich sehe zwischen Deutsch- lanD und Italien keine Differenzen, die Anlaß geben könnten, daß wir nicht für Europa prat- tifdje Politik treiben könnten. Wir werden in den nächsten Monaten und Jahren alles in Deutschland tun, um mit Italien nicht nur wirtschaftliche Beziehungen anzuknüpfen und die be- steheitden zu erweitern, sondern wir werden sehen, das) wir einen gemeinsamen großen, wenn auch mitunter steinigen Weg für ganz Europa gehen können. Es können schwere Tage für die europäische Politik 'kommen, und sie werden kommen, wenn man den Geist der Genueser Konferenz verläßt. Dies tritt dann ein, wenn man glaubt, mit Schwert oder Gewalt ökonomische Fragen lösen zu können. Die ökonomische Frage und auch Die D e u t f d) e Frage lassen sich n ich. mit Gewalt lösen, sondern nur durch Verständigung Der dazu berufenen Geister aller Nationen, Die wirtschaftlich denken können. Gelöst können Die großen finanzpolitischen und wirtschaftlichen Fragen nur werden, wenn man sich von Angesicht zu Angesicht verständigt: und verständigen kann man sich nur, wen*- man sich verständigen will. Lloyd George über die Konferenz. London, 18. Mai. (Wolff.) Lloyd George erklärte in einer UnterreDung mit dem Sonberberidäterflatter des „Daily Expreß": Großbritannien Dürfe, könne und werde rächt in dem großen Werke aufhören, das in Genua so erfolgreich begonnen worden sei. London werde darin weiter gehen. Die bemerkenswerte Tatsache sei, daß Italien fest mit Großbritannien gemeinsam auf ein Ziel marschiere. Genua habe einen sehr wesentlichen Fortschritt in der Richtung einer europäischen Regelung gebracht. Die Tatsache, baß die Genueser Konferenz ihre Arbeiten in einer anher-en Gestalt fortsehe, nach den Gefahren, die sie überwunden habe, sei hervor- ragenbunb ermutigend: Die Erfolge der Konferenz müßten in dem Lichte der furchtbaren Schwierigkeiten, denen man gegenübergeftanben habe und die sich jeden Augenblick von neuem erhoben, beurteilt werden. Zum erstenmal in i e Geschichte sci (in wirksamer Fr jedensvakt in Osteuropa geschaffen worden. Nicht ein Stückwerk, nicht ein momentaner Schringlaube, sondern eine feierliche Vereinbarung mit der Verpflichtung, nicht anzugreifen, die im vollen Sinne des Wortes gegenseitig sei und die nicht nur während der Beratung im Haag, sondern auch mehrere Monate nachher (Sültigrett habe. Diejenigen, die müßten, wte näßte Die alte Welt einer Sintflut war, unD Die etwas von Dem bösen Inhalte Des osteuropäischen Pulverfasses kennten, wüßten, was es beDeule, Daß Die Explosion abgewendet und unmöglich gemacht worden sei. Lloyd George fuhr fort: „Wir haben das Knurren Der KriegshunDe verstummen lassen. Ich glaube, Dies ist etwas, worüber man sich freuen kann. Ich glaube, Die- ist etwas, was die Leute, Die Die Konferenz zum Scheitern bringen wollten, nachdenklich stimmen müßte; denn die Konferenz rvird nun in einer anderen Gestatt Und untereinerunendlich hoffnungsreicheren Atmosphäre weitergehen. Es ist gefährlich, Die Aussichten Der Haager Zusammenkunft zu prophezeien. Sie muß jedoch ermöglichen Dem Frieden em Dauerndes Denkmal zu setzen/' Aus die Frage, welche- die Hauptschwierig- keiten gewesen seien, und was Lloyd-George in Genua zu vechindem gesucht habe, erwiderte der britische Premierminister, dies sei ein ernster Punkt, den er die ganze Zeit bereits erwogen habe. Er werde sich damit in der Vollsitzung der Konferenz und gleich nach seiner Rückkehr im ilnteri>aufe befassen. Qhif die Frage, ob sich Großbritannien in Zukunft nicht abseits von den europäischen Angelegenheiten halten wolle, erwiderte Lloyd George nachdrücklich, Das sei vollkommen unmöglich, unD tatsächlich sei an eine Isolierung nicht zu denken. Amerikas Stellung zur russischen Frage. London, 19.Mai. (WTB.) Das Reutersch» CDureau meldet aus Washington: Die Re^ gierung der Vereinigten Staaten ist überzeugt, daß die erste wesentliche V o r b c • bingung f ür den wirtschaftlichen Wiebe raufbau Rußlanbs die Lossagung Rußlands vom Sowjetismus ist. Wenn auch die Vereinigten Staaten nicht wünschen, eine Unterfucßung durch Sachverständige über Rußland zu verhindern und wenn sie auch bereit sind, sich jedem Plane, der lediglich! dem Zwecke einer solchen Untersuchung gewidmet ist, anzuschließen, so ist die Regierung von Washington doch überzeugt, daß das Ergebnis nur zeigen kann, Daß das wichtigste wirtschaftliche Hindernis für Rußlands Wiederherstellung Der Sowjetismus ist. Was Amerikas Teilnahme an der Genueser Konferenz und die Annahme der Einladung nad) dem Haag unmöglich machte, war der Umstand, daß bie Konferenz von Genua mit Verhandlungen politischen Charakters begonnen hat, welchen die Voraussetzung zugrunde lag, daß die Svtojetregierung von anderen Mächten anerkannt werden könnte. Diese Verhandlungen gingen jeder erschöpfenden wirtschaftlichen Untersuchung voraus, während Amerika der Ansicht ist, baß ihnen eine solche Untersuchung hätte vrausgehen müssen. Die Stellung her Sowjets. Moskau, 19. Mai. (WTB.) Nach Entgegennahme bes Referates von Joffe über Die Konferenz von Genua hat bas allruf- f i f eße Zentral-Exkutivkomitee folgende Resolution angenommen: Wir begrüßen ben russisch-deutschen Vertrag vonRapalloals den einzig sichtigen Ausweg aus ben Schwierigkeiten und Dem Chaos der Kriegsgefahr. Wir erkennen als Norm für die Beziehungen Räte-Rußlands zu ben kapitalistischen Staaten nur Verträge dieser Art ax. Wir beauftragen den Rat Der Volkskommissare, und das Kommissariat für Aeußeres, die Politik in diesem Geiste zu führen. Wir schreiben Dem Volkskommissariat für Aeußeres unD Dem Rat Der Volkskommissare vor, Abweichungen vom Typ Des Aapallover- trages nur in solchen AusnahmefäNen zuzulassen, wenn fokße Abweichungen durch ganz besondere Vorteile für die arbeitenden ^Nassen der Räterepublik ausgeglichen werden. Erne Brüsseler Sozialiftenkonferenz gegen däe Sauktionspolitik. Brüssel, 19. Mai. (WTB.) Hier versammelten sich die Vertreter der englischen Arbeiterpartei, Der französischen Sozialistenpartei unD Der belgischen Arbeiterpartei, Die eine Entschließung annahmen, welche u. a. besagt: Die Ereignisse Der internationalen Politik, zeigten toieDer einmal Europa unD Der Welt bie drohenden Gefahren. Die Unterhandlungen ztoischen Deutschland und der Reparationskommission führten zu keinem Ziele. Die Rede Poincarös in Var-le-Duc stellte die Völler unter die Drohung neuer militärischer Operationen, deren furchtbare Rückschläge niemand vorhersehen könne. Die Genueser Konferenz ging aufeinander, ohne daß sie große Hoffnungen ertoeckte. An vielen Zeichen im europäischen und mittleren Orient erkenne man schon eine unmittelbare Kriegsgefahr. Auch im Abendlande bestehe dieselbe Gefahr künftiger Kriege. Die Vertreter der drei Parteien bestätigen den festen Willen des Proletariats, das sie vertreten, an der Aufrechterhaltung, Befestigung und der engen Zusammenarbeit mitzutoirken. um den Frieden sicherzustellen, der durch Ränke und Torheiten der Regierungen aufs Spiel gesetzt ist. Sie sind Jeft entschlossen, die Wiederkehr deS Krieges zu vermeiden; daher können sie militärische Sanktionen nicht zulassen und verurteilen namentlich jede N^ethode gesonderten Vorgehens. Sie erklären, Daß Die aus der Ausführung von Verträgen sich ergebenden Schwierigkeiten gemäß Dem heutigen Richt durch ein unparteiisches Schiedsgericht geschlichtet werden müssen. Die drei Parteien werden unverzüglich einen Werbefeldzug für ihre Ideen einleiten und da sie es für unumgänglich nötig halten, daß bas organifierte Proletariat feine strenge Kontrolle über bie Arbeiten der Haager Konferenz ausübt, eine Arbeiterkonferenz in dieser Stadt zusammenberufen. Eine neue Sitzung wird vor dem 26. Juni flattfinben Französisches Dementi zum Fall Anspach. Paris, 19. Mai. (WTB.) Das französische Kriegs Ministerium veröffentlicht folgendes Dementi: Die deutsche Presse macht immer noch Aufsehen von der Verhaftung des Dr. Anspach, Der gefälschte Dokumente militärischer Art favriziert unD Damit gehanDelt haben soll. Sie behauptet, von Diesen Dokumenten sei wahrend der jüngsten Verhandlungen über ba£ Militärgesetz im französischen Parlament reichlich Gebrauch gemacht worden. Wir sind in der Lage, zu behaupten, Daß Die französische Regierung von keinerlei Informationen auS dieser Quelle Ge» Quelle in bte genannten Kreise gelangten. den Besitz von Geld setzen. in kräftiges, Mal nulle ges.gesch. z 9 Sorte Kaffeebohnen ein wohlschmeckendes Getränk von prächtigem Jon und vorzüglichem Jffroma. jdlieln echt mit der "Krone! Tschechisch-südslawischer Alliauzvertrag. Dari«, 20. Mai. (WTB.) Der Sonderberichterstatter de« .Petit Parts len" glaubt zu wissen, boft zwischen Bene sch und dem iüb- slawischen Minister deS A»-ufteren Rintitsch ein allgemeiner Allianzvertrag s ü r die Dauer von 20 Jahren abgeschlossen worden ist. Donnere tag, 25. JHai, Lhttftt Himmelfahrt. Dorrn. 9v«: DotteSbienst-, Opi« f. d. Epileptischen- Anstatt zu Riedcr-Ramstavt. Katholische Gemeinde. Scnnstag, den 20. Mai, nach»». 5 u. abM. 8 iH>r: Gelcgenh. z. bl. Beichte. — Sonntag, den 21. Mai. 5. Sonntag nach Ostern. Bonn. 6i/,: Delegenv. z ht. Beichte. 2; Hl- Messe. Kommunion d. 3u-ng1rxxicn. 3; Austeilung d. hl. Kommunion. 9: Hochamt m. Pr. 11: Hl. Messe m. Pr. Aachm. 2v>: Christenlehre: dar. Andacht 4: Jangs rauen - Kongregation. — Dienstag u. Frei- tag abds. 8 Ahr ist Maiandacht. Kat hol. Gottesdienst. 21. Mai. Sich, vorm. VA nachm. l/»3 Ahr. — Hungen, vvrm. i/a10 Ubr. Aus dem Reicke. Las Htlfswett der Landwirtschaft. Berlin. 19 Mai. In der gestrigen Sitzung deS 2lusschulseS für Landwirtschaft und ®r- nahrnng deS AeüchSwirlschastSratS erklärte Ocfo- nomieral Ä a i f e i vom Reichsausschuft der Land- wjttschaft, angesichlS deS Umstandes, das) die Reichsoegierung das erste Angebot der Landwirtschaft auf Sicher st ellung der Brotverso r g u n g mit der ®inbrtngung des Gesetzentwurfs über eine erneute Getreideumlage beantwortet habe, sei für die Landwirtschaft bezüglich der Durchsnyrung tk-6 von chr eingeleiteten HtlsS- werk- eine wesentltche Doraussetzung entfallen und eine neue Sachlage geschaffen Der AeichSausschütz bitte daher, die weiteren Verhandlungen über bas Hilfswett erst wieder aufzu- nehrnen, nachdem der Reichsausschuh über die Fortführung des Hilfswerks unter den veränderten Verhältnissen Beschluh gefafyt habe Der Au «schütz beschlaft, trotzdem in Beratungen über die Steigerung der landwi rt schas t- lichen Produktion einMtreten. Aus Stabt und Land. Dieften, den 20. Mai 1922. w Amtliche P e r s o na lnachrlchten. ®rr*nmt wurde am 17. Februar der Studienassessor Adam Meist au6 Worms zum Studien- rat an der Oberrealschule in Worms mit Wirkung vom 1. Februar 1922 ab. — Ernannt wurde am 5. April der Aeallehrer an der Realschule und dem Proghmnasium in Alzeh Peter Böhner zum Lehrer an der Höheren Dürger-(Mädchen-)Schule in Alzey mit Wirkung vorn 24. April 1^22 ab. — AuS dem Staatsdienst cntlaffen wurde am 10. Mai der DerwaltungSoberfekretär Heinrich W e i n e l zu Büdingen auf fein Aachsuchen mit Wirkung vom 1. Juni 1922. Offene Sonntage. Aas Grund deS § 105 b Abs 2 der Reichs Gewerbeordnung (in der Fassung her Reichsgewerbeordnung vom 5. Februar 1919) ist an den beiden Sonntagen vor Pfingsten, den 21 Mai und 28 Mai d. HS., für alle Geschäftszweige des Handelsgewerbes der Gewerbebetrieb in offenen Verkaufsstellen und die Beschäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern von 11 Ahr Dor mittag 6 biS 6 Ubr nachmittags zage- lassen. ** 3ln Warenschwindler ist gestern in Diesten auf die folgende Weise aufgetreten. Unter dem Rarnen eines hiesigen Rechtsanwalts bestellte er telephonisch bei einem Metzgerrneister ein gröbere« Quantum Kalbfleisch für eine Kinderspeisung im katholischen Schwesternhaus. Bei dem Schwesternhaus hatte er inzwischen .telephonisch angefragt,, ob es beschlagnahmtes Kalbfleisch für einen billigen Preis gebrauchen könne, Aus bem besetzten Gebiet. Uaterflellvng der Koblenzer Franzose« unter die Amerikaner. Koblenz, 18. Mai. „Amaroc RetoS" meldet: Alle französischen Truppen in der amerikanischen Zone sind dem Oberbefehl des General Allen unterstellt worden. General Allen hat über ihre Verwendung zu entscheiden und übt die Befehls- gewaltindemganzenAbschnitt aus. Der Kommandeur der französischen Dragoner- brtgade in Koblenz ist Ortskommandant für die in Koblenz und Umgebung untergebrachten französischen Truppen; er untersteht General Allen in Bezug auf die Ausführung der von ihm gegebenen Befehle, er ist ihm gegenüber ferner verantwortlich für das Verhallen aller tn der amerikanischen Zone untergebrachten französischen Trltppen. DaS bestehende amerikanische Militärgericht in Koblenz wird weiterhin über die Zivilbevölkerung Recht sprechen: auch in Fällen, in denen eS sich um eine Auseinandersetzung zwischen französischen Truppen und der Zivilbevölkerung handelt. Äircblidv Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 21. Mai. Rogate. 3n der Stadtkirche. Vorm. 8 Utyr, zugl. Christenlehre f. b. Reukonfirm. a b. Matthäus- gem. Psr. Mahr. 9*/?: Pfr. Becker. 11: Äinbcr- lirche f. d. MarkaSgem: Psr. Becker. — Montag, 22. Mui, abds. 8: Vereinigung b. tor.f, männl Zagend d. Matthäusgern. — Montag, den 22. Mai, abbö. 8i/2 Ahr, wird Lehrer Walter im Mat- thäussaal für die Männer- und F^auenvereinl- gung der Matthüusgemeinde einen Vortrag über „Schale und Religionsunterricht" halten. 3n der Zohanneskirche. Vorm. 8 11 br, jagt Christenlehre f. d. Reukonfirm. a. d. Lulas- gern.: Pfr. DechtolsHeimer. 9>/a: Psr. Ausfeld. 11: Kinderkirche f. d. Zohamnesgem: Pfr. Aasfeld. Abds. 8: Vioeldesprechang im Zohannessaal: Pfr. Aasfeld. Donnerstag, den 25. Mai. Himmelfahrt. 3n der Stadtkirche. Vorm. 9Ve Uhr: Psarrassist. Becker. Inder Zohanneskirche. Vorm. 9>/rAhr: 3n der alten FriedhofSkapelle. Rachm. 2: Pfarrassist. Müller. W ie s eck. Sonntag, 21. Mai. Vorm. 9: Beichte. 9V,: Gottesdienst; im Anschlutz Fettr gemwchr bat — — DaS WTB bewerft hierzu. Die Fassung dieses sehr verspäteten Dementis tft eigenartig. DaS Dementi stellt keineswegs in Abrede, dast Meldungen auS dieser Krnde an die Kaimauer. Dort kam das Wägelchen ins Rollen und stürzte in den Rhein. DaS 10jährige Mädchen suchte das Wägelchen zu halten, wurde aber ebenfalls in den Rhein mitgerissen. Der Fabrikant Ludwig Müller, welcher in der Aähe beschäftigt war, sprang sofort nach, tauchte unter und rettete zuerst das 10jährige Mädchen und beim zweiten Male das kleine Kind samt dem Wägelchen. Hierbei waren ihm behilflich seine Arbeiter Philipp F r e 11 e r t und Jakob Biedesheimer. Hcffcn-Naffau. Der ArbeitSmarkl im Monat April. 'Frankfurt a. M., 19. Mai. Wie nicht anders zu erwarten war, hat im Monat April die Besserung auf dem Arbeitsmarkte weitere Fortschritte gemacht. Besonders stark war die Rachfrage nach Arbeitskräften seitens der Landwirtschaft, sowie der Baugewerbe. Die Zahl der Arbeitslosen beträgt gegenwärtig nur noch 257 Personen, darunter 14 Frauen. Die ausgezahlte Crwerbslosenunterstüyung ging daher auch von 290 000 Mk. im Vormonat auf 117 000 Mk. im Monat April zurück. Milchpreissteigerung ab 1. Juni. * Frankfurt a. M., 19. Mai. Die Verhandlungen zwischen dem Städtebund und den landwirtschaftlichen Organisationen Hessens und Hesfen-RassauS fanden gestern im Römer statt. Der Städtebund bewilligte den Landwirten ab 1. Juni einen Stallpreis von 7 Mk. pro Liter. Die Landwirte waren zwar mit dieser Preissteigerung noch nicht ganz zufrieden, doch ist anzunehmen, dast sie nichts weiteres unternehmen werden. Vermischtes. Sin Mord in Erfurt. Erfurt, 19. Mai. (Wolfs.) 3n der ergangenen Rächt wurde der 3ig/,9 Ahr Vortrag, Thema: Das Gewissen und wie es zur Ruhe kommt. — Turnhalle, Oswalds- garten, 8 Ahr: 11. Stiftung-fest des Vereins ehemaliger 116er. — Aftoria-Lichtfpiele, heute und morgen: Zulot, der Apache". — Tageskalender für Sonntag. Botan. Höttaal, 11 Ahr: Linne-Feier 1922. — Grober Höttaal des phyf. Instituts, ll1/« Ahr: Vortrag über .Mond und Erde". — 3m Zelt der deutschen Zeltmission, Oswaldsgarten: Vormittags 11 bis 12 Ahr Versammlung: Rachmit- tags 3 Ahr: Spezialvotträge für die Jugend beiderlei Geschlechts durch Prediger Volkmann und Dohnke: abends */-<9 Ahr Vortrag. Thema: ^Vergehen oder Vergessen". — Eaf6 Leib, 2 Ahr: Öffentlicher Dvttrag des Homöopathischen Vereins. — Waldbühne, 5 Ahr: „Das Frühlings- fest". — Verein Rudettpott, 3'/»Ahr: Dvolstaufe und Anrudern. — Oberhesfischer Kun st verein. 3n der neuen Aus st ellung, die morgen eröffnet wird und über 100 Kunstwerke aufweist, befinden sich Sammlungen der betaust ten Landschaftsmaler Prof. H. von Volkmann, Th. Effer, H. Heck- roth Elisabeth Consenttus, (£. Fries, R. Paff, E. Toepfer, W. Willgerodt und anderer. Auch haben hervorragende Karikaturenzeichner (Franz Öüttner und Fritz Koch-Gotha) die Ausstellung mit neuen Arbeiten beschickt. Die Ausstellung ist täglich (aufter Samstag) von 11—1 Ahr geöffnet. — GesangSlonzert. Die Gesangschule von Frl. 3da Stammler veranstaltet in der Anivettitats-Aula ein Konzert, das neben ® e - sang-Solo-Vorträgen auch Ehöre sowie Zusammenstellungen mit Klavier und Violine erbringt. Am Flügel sitzt Herr Zalius Hahn. Der Ertrag des Abends ist für die Studentenhilfe bestimmt. (RähereS siehe Anzeige.) — 3n der Alices chule beginnen neue zehnwöchige Kutte im Bügeln, Weihnähen, Handarbeiten, Schneidern und Kochen am 22. Mai (siehe Anzeige). — D i e Direktion der Astpria- Lichtspiele bittet uns, daraus Hinzuwelsen, daft der Film „®r. Marbuse, der Spieler" nicht ab Montag, den 22. Mai, sondern erst ab Dienstag. den 23. Mai, zur Ausführung gelangt. Zen- surschwierigkeiten sind die Attache der Verzögerung. Starkenburg und Rheinhessen. Eine wackere Tat. tob. WvrmS, 19. Mai. Am Mittwoch abend toar eine hiesige Frau auf dem Wasch- schiff am Rhein beschäftigt. Sie hatte ihr 10 Monate altes Kind, das in einem Wägelchen lag, ihrem 10jährigen Töchterchen zur Aufsicht anverttaut. Dieses fuhr mit dem kleinen Sehuhputz 47781 hervorragend in Glanz und Qualität« ] Vermietungen | Bureau mit Laaerraum oder Wcrkstiitte -u verniteien. 4!fi3v __HauSbcntzer-Vereiu. | Mietgesuche | Selbständiger Kaufmann Junggeselle, welcher viel verreist ist, = sucht = elegant möbl. Wohn- und Schlafzimmer oder Einzelzimmer als Dauermieter zum 1. Juni. evtl, früher oder feäter. SdjriftL Angeb. unt. 052ä2 nn den Gteft. Anzeiger. Herr «Dauermieteri sucht rinfati Ml. ßimistt für 1. Ount Scbrtikl. Angeb. it. 05247 nn ö. Gieh. Änzeic.cr erb. 1 oh. 2 out m66L Zimmer von 2 Studentinnen bei guter Kamille ge- hubt. Schriftl. Anaeb unter 05139 an den (Miefe. 21114. erbeten. ■ ’1 mm'.i'ßiiuua nut Küche, Vaben und Vaden- Ai mmer, nebst daran- schlievendem über 100 qm oroiu bell. Lagerräumen rnit Anfubrrauwedaruvt. Keller» und Kiihlräume, zu tauschen gesucht oegeo ."»-^imm.'Wobn. mil Zubehör in aut. Lage Gieben?. Schristl.Angeb. unt. 4837 an d. Gietz. «n». Gesucht - »er sofort ober 1. 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Mai, nachm. 4 Uhr, statt ' fjtSd-J-".rf'SAiihiääti.'r«rtMaifc Wir suchen möglichst sofort für Gießen and Umgebung zur Vermietung unserer elektrischen Uhren und Arbeitszelt-Kontroll-Anlagen junge, energische, strebsame Herren, mit guten Beziehungen zu Handel und Industrie, die gewandtes Auftreten besitzen und sich für den Akquisitionsdienst eignen. Bel zufriedenstellenden Leistungen hohes Einkommen und gesicherte Lebensstellung. Schrlftl.Offerten, möglichst mit Lichtbild,oder persönliche Vorstellung,9-11 und 3-6,bei der ELEKTROZEIT AKTIENGESELLSCHAFT, Vertriebsabteilung Frankfurt am Main Mainzer Landstraße 136-140,IV.Stock,Römer 1760, Hansa 629-632. 4929id Intelligente Dame oder jüngerer Herr gewandt in Stenographie und Maschinenschrift, gesucht. Gelegenheit zu gründlicher Ausbildung in Buchführung wird geboten. Schriftliche De- Werbungen erbittet Hermann Will, beeid. Bücherrevisor, Ost-Anlage 36. 4815 in Vertrauensstellung von hiesigem Groh-Unternehmen per sofort gesucht. 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Mai, abends 8*/i llbr, im MattbäuSiaal: Vortrag von Semi Letzter watttzer: Sthule «uö Rcligious- uuterriiht. Alle Mitglieder stnd herzlich ringe, bett. ,,2ev Deulsche Öeiookr. Partei Pronnzialverb. Oberhessic. Eonutag, den 21.Mai, 10 Ubr, in Friedberg bei Ellerm per Provinzial- Versammlnng» 1. Organisattonssragen 2. Finanzfragen. 3. Die Demokrat. Partei unb bie voltllsche Lage in Hessen. Am Nachmittag Gang nach Bad-Raudeim. 4943v Der Vorstand. Verein AmicMa! gegr. 1888. Sonntag, den 21. Mai» 4 Ubr nachmlttagS: Einladung des Ge- fangt). Concordia auf die Karlsruhe. Himmelfabrttas: Zamllien-Ausflnß nach Klotter Arnsburg. Abmarsch 8 Uhr vom Lubwigsvlatz. Um allseitige Beteiligung bittet 05208 ______der Vorstand. MnenzijMemrciu Achen ii. IlMgeiid. Versammlung Sonntag, d. 2t. Mal, nadmilttafld 3 llbr, bei Mitglied Kraft. Tages-Ordnung: 1. Veiiragserhebnng. 2. Was lehrt uns Imker der vergangene Winter und waS muff geschehen, um unsereBienenvölker wieder auf die Höhe zu bringen? 3. Zuckerversorgung. Leihgestern, 18. Mai 1922. 4960 Buff. 1869-1910 Sonntag, den 21. Mal, SmeMsW B.jeoecHiiitetg.i!.£onflt zum Besuch der dortiger Altershollegen. Unterwegs Picknik im Hangelstein. Abmarsch 10 Uhr Stadt Marburg. Nachzügler, ober b. schlecht. Witlerg. fahr. samt!. Teiln. 3.27 per Bahn nach Lollar. । Treffp. dotts.Deutsch.Haus. 14973] Der Vorstand. Doch fragen oi Sinz' beim 2bgj tpcit 6*2 nunE^ deck 6°^ 2lbg -reisregul hätten m der machen- Ein dernng 6 wesens n zeichnet 1 fchutzverll Degiernnj m- ÜXltlg uni Aus (U6PJ er färchtungei geschossene Interessen <$ie Gelbe Mrgoben bringang gen Ansr zugegong- D ie - den sodoi Zu l notleiöen! Oberso nen Dein llarde zu beilsrentm Lebensobe valiungsr treten im Almosen, veröen. Frnu die bitten den Aussc 500 Milli hinausgeg quenzm fi gezogen t System g Wg. falls für spruches Wg. die Mm Zeit ebens Abg. aus, den einzuräuni angeglied« Mg. gemeines Njmizinm Mmist, rung ecken, die vvm 2 ausreichen etat weite wären bi< bchritt ai sie seien Degenvvrs men, noch eine heftin Iprechung der Reichst Anhörung absehen. 2achde btt (6o,v) den deutsch toirb diffx auf Mit angenvmin Don i gesehenen Men, ivow -ügliche 2 Kleinrentn Ebens Teusch ( Karitative ?er Selbst behöröljchi den Etat ( . De>'m Onterpclla! Sandelt, Diel t ^°Nn v 1 241 Sortfeöl! Ai, K brtad? Bet 1 er [, Uöttne r L li leiste '«e* iS? >em$ tfniinti ch,"'- liefert Atz! ÄS Sa ”Triöthtttt S®s '••nam a. ? Homburg. }lm.1«- tüfi * nclunb, hob lixmo)iaude»m. ^exVoriiaav. gr. 1888* ;flbe»8I.M ' nachmiilagS. Jung des *> Concordia ans Karlsruhe. ?»erAr»Sb°rs. o '^8 Ubr do"1 irld) ° 14v ooiad- ajjfeiil« allsemse •intii«'111”!! ... ifllieb Rr 1®?gk ÄS *äFS«** ie«i® «A. <49 V-' W9 «i üJlai. 5*S< fes l-E-k, NgE gJidrH feg: .rSoh"".s.6^ Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Nr. 118 Zweiter Blatt Deutscher Reichstag. 214. Sitzung, vormittags 11 Uhr. 'Berlin, 19. QUai 1922. Aach örlcbigung einer Anzahl Neinerer Anfragen ohne allgemeines Inte.'esse wird dir Sinzrlberattmg deS Arbeitshaushalts beim Abschnitt Sozialpolitik fortgesetzt Abg Heidemann (Stomm ) fragt, inwieweit durch die bisherigen Abgaben dem Woh- nungS mangel Abhilfe gebracht hutlen und fordert Sozialisierung der Baustosfabrikation. Abg. Obermeyer (Soz.) schildert die preisregulierende Wirkung der sozia.en Bauhütten und fordert Schuh gegen die Vrrs uche der Nnternehnrer, ihnen Schwierigkeiten zu machen. Ein deutschnationaler Antrag auf Eingliederung deS ländlichen spacht- und Siedlungswesens in das Landwirtschastsnnnisterium oe» zeichnet Abg. Hoch (Soz.) auf Grund der AuS- schuhverla idlungen als p-cit sch unmöglich Die Regierung aber möge erwägen, ob das ländliche Pacht- und Siedlungswesen nicht anderweitig untergebracht werden tonnte. Aus eine Anfrage des Abg. Merkrl l (USP.) erklärt Mi ister Dr. Braun: Die Be- ’ fürchtungen, baß der durch das Mietitcuergrsry geschaffene AusglcichsfondS in die Händr von | Interessenten gelangen tonnte, sei unbegründet. Die Gelder würden den Lärrdern für besondere Ausgaben überwiesen, b ispielSweife zur Hinterbringung von Flüchtlingen. Gegenüber den übn- . gen Anfragen verweise er aus die dem Haus» zugegangene Denkschrift. Die Arrregungen des Abg. Hoch (Soz.) werden sodann angenommen. 3u dem Titel Zuschüsse zur Unterßühung | notleidender K ei k p talrcntner beantrag' Abg ' Oberfohren (Dtschntl.) den hierfür vorgesehe- I men Betrag von 200 Millionen auf eine Milliarde zu erhöhen. Es handele sich darum, Arbeitsrentnern einen einigermaßen gesicherten i Lebensabend zu gewahren. An Stelle der Bcr- waltungsregelung m sie eine ge'e liche Rgelung | treten und den Kleinrentnern dürfe nicht etn Almosen, sondern gesetzlicher Anspruch gewährt werden. Frau Abg. Dransfeld (Zentr.) erkennt | He bittere Rot der Kleinrentner an, aber über i den Ausschuhantrag, die vorgesehene Summe auf I ROO Millionen Mark zu erhöhen, könnte nicht | Hinausgegangen werden, sonst mühten die Kvnsc- i «tuenden für die Invaliden und die Unfallrentner | rtezogen werden. Dadurch werde aber ba£ ganze - System gefährdet werden. Abg. Frau Dr. Matz (Dt. Vpt.) tritt eben- , falle für die Schaffung eines gesetzlichen Anspruches ein. Abg. Frau Schröder (Soz.) meint, dah l die Alters- und ilnfallrentner unter der Rot der jf Zeit ebenso schwer litten wie die Kleinrentner. Abg. Karsten (USP) spricht sich dagegen aus, den Kleinrentnern eine besondere Stellung I einzuräumen und will sie den ilnfallrentnern I angegliedert haben. Abg. M a l z a h n (Komm.) tritt für ein all- « gemeines Bolksfürsorgegeseh mit einer das Gxi- * stenzminnnum garantiereirden Rente ein. Minister Dr. Brauns bemerkt, die Regierung erkenne die Roh der Kleinrentner an. Wenn I die vom Ausschuh bewilligten 500 Millionen nicht I ausreichen würden, würden in einem Rachtrags- s etat weitere Mittel gefordert werden. Vielleicht I wären die Richtlinien der Regierung als erster Schritt auf dem Wege noch mangelhaft: aber j sie seien weitherziger als die deutschnationalen I Degenvorschläge, da sie weder ein Mindesteinkom- I neu, noch eine gewisse Erwerbsunfähigkeit, noch £ eine bestimmte Lebenshaltung vorsehen. Zur Be- e s prechuna der Aenderung der Richtlinien werde > der Reichstag herangezvgen werden. Aber von der Anhörung der Rentnerorganisationen möge man absehen. Rachdern noch die Abgg. F i s ch e r - Hannover (Soz.) und Dr. Pachnicke (Dem.) gegen den deutschnationalen Antrag gesprochen hatten, Urtrb dieser abgelehnt und der Ausschuhantrag auf Bewilligung von 500 Millionen einstimmig angenommen. Von den im deutschnationalen Antrag vor- i gesehenen Richtlinien wird der Passus angenommen, wonach mit größtem Rachdruck auf unver- Hügliche Auszahlung der Rotstandsbeihilfen der ' Kleinrentner hingewirkt werden soll. Ebenfalls angenommen wird ein Antrag ; Drusch (3), wonach an Beihilfen für soziale und karitative Reichsorganisationen zur Abgeltung • der Selbstkosten, die durch den Verkehr mit den ß behördlichen Stellen entstehen, 300 000 Mark in 5 den Etat einzustellen sind. Beim Kriegsopferfürlorge-Ka' itel wird eine I Interpellation der Deutschen Volksparlei mitver- i handelt, welche eine Erhöhung der Renten für * DieZakramentshex. Roman von Marie Kerschen st einer. 24. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Die Feierlichkeit dieses Botu’-anblid^ cr- ’ griff Heiner, hob ihn über sich selbst hinaus. Es war ihm, als schritte er jenseits der Welt, als erblicke er tief unter sich fein eigenes. Hem- einziges Geben, mit all den Drangsalen, die sich im Verkehr mit den schwierigen Heidedörflern OÜmählich eingestellt hatten «and die ihn oft nut- los anb verzagt gemacht. Wie fiel alles von i :m ob, was weihelos und des Alltags war: Eme ungekonnte Sehnsucht stieg in ihn auf, ein stür- trendes Begehren noch etwas unermeßlich Großem, ein Besitzesverlongen ohne Gegenstand. Er bett’ »einen mögen vor Wehmut und Trotz, denn er sichlte plötzlich, daß er einsam war. Einsam nicht nur in der Ratur, einsam unter den Menschen, mit dcnen er leben muht». Denn im Dorf war keiner, i trit dem er hätte ein vertrauliches Wort tauschen, 3 o>cr dessen Sehnsüchte und Wünsche er hätte fernen mögen! Keiner! Da stand mit eins das Bild des Heidemädels vor seiner Scele, und nun wu -te er, dah es doch j- ilkö erneu Menschen im Heideland gab, bet dem 8 er hätte sein mögen, Unb seltsam: er empfand I" diese Crkeimtnis gar nicht tote etwas überraschend Treues, wie eine in langen Wochen heimlich gereifte Frucht fiel sie ihm entgegen, ilnö er liugtc nicht erst nach dem Wann und Wie. Er ritz fit 'an sich, herrisch, ungestüm, mit dem hitzigen ' 6ntfd)Iuh, nach der Sätzen zu suchen, bis er sie fenbe. 11 nb obiCDhl er bisher schon manches BIji biraeblich nach ihr ausgezogen war. zweifelte Kriegsbeschädiate und Kriegshinterbliebene, eine Revision der Kürzungsvorschriften für die Teue- rungszuschüfse verlangt und vorschlägt, die zur Verfügung stehenden Summen um 50 Prozent gegenüber- 1920 zu erhöhen. Abg Thiel (D. Vpt.) begründet die Interpellation. 3m Laufe der weiteren Debatte setzen sich Redner fast aller Parteien für ein schnelleres und einheitlicheres Arbeiten der Dersorgungs- ämter bei der Anerkennung ein. Abg Andre (Z.) betont ausserdem, bafo man die Kriegshinterbliebenenfürsorge nicht als Parteisache auffassen solle, und dah alle Kreise in gleichem Mähe daran interessiert seien. Abg Frau Ziegler (113.) begrüßt die Vorlegung der Inteipellation, glaubt aber nicht, daß schon gute Aussichten aus eine Verbesserung der Rentenbezüge vorhanden seien. Interessant sei, daß die bisherige Regelung gerade auf die Parteien zuiückzuführen war, weiche mit der Bewilligung der Kriegskredite den Krieg verlängerten. Diese Parteien hätten also vor allein die Pflicht, den Kriegsopfern den Dank des Vaterlandes zu sichern 3m weiteren Verlaufe der Debatte erklärte Minister Dr Brauns, mit der Verabschiedung des Gesetzes auf Erhöhung der Ueberteuerungä- zuschüsse um das Dreieinhalb- bis Vierfache dürfte noch vor Pfingsten zu rechnen sein. Die Neuregelung der Kriegsbeschä. igienfürsorge erforde.e 121,2 Milliarden Mark. Seit 1920 seien tue Aufwendungen um das Dreifache gestiegen. Zweifellos beständen noch Härten, die aber auch durch Gesetze nicht beseitigt werden tonnten. Für Rotfälle müß en besondere Hilfeleistungen getrof en werden. Die Entschließungen des Ausschusses werden sodann angenommen. Rach weiterer unerheblicher Debatte wird der Haushalt des Reichsaroeitsministeriums angenommen, ebenso der Haushalt des Pensionsfonds. Samstag vormittag 10 Uhr: Autonomie der Reichsbank, Mieterschutzgesetz, Haushalt des Land- Wirtschaf tsminrsteriums. Schluß gegen 9 Uhr. Behördliche Reklame und behördliche gumutungen. lieber die behördliche Reklame äußert sich die „D e rl. M o r g e n p o st" in folgender Weise: „Man soll Kindern kein Schießgewehr und ber Bureaufratie keine Ideen geben — s i e richten nur Unfug damit anl Die Erfindung der Reklame war den Behörden bis vor wenigen Jahren nicht amtlich mitgeteilt worden, und sie nahmen deshalb keine Rotiz von ihr. Mitunter ergaben sich daraus Mißhelligkeiten, aber immerhin war es ein Zustand, bei dem sich noch leben ließ. Doch bann kam das Verhängnis: unvorsichtige Leute vertrauten hohen amtlichen Stellen das Geheimnis an daß durch Reklame Geld zu verdienen sei. Es dauerte geraume Zeit, bis diese Ueberraschung verdaut wurde, dann aber warf sich alles, was Amt heißt, mit heißem Eifer auf diese neue und ungewohnte Betätigung. Man kann heute keinem Straßenbahnwagen mehr ansehen, wohin er fährt, man liest nur Schuhpuh- sowie Kognakmarken. Es gibt Postämter, die auf den ersten Blick den Eindruck einer Gemischtwarenhandlung machen. Man wird in großen Plakaten von den Vorzügen der oder jener Schokoladensorte und von taufen beriet anberen Dingen in Kenntnis gesetzt. Wenn man glücklich einen Schalter entdeckt Hatz würbe man kaum ver- teunbert fein, aus dem Munde des Beamten die kategorische Aufforderung zu hören: „Putz' die Zähn' mit Vlankpuhol!" Ober so etwas ähnliches. Das ist das Einzige, was noch fehlt. Aber vermutlich kommt es halb so weit. War boch bei ber Post allen Ernstes schon der Plan aufgetaucht, ganze Fernsprechämter mit Reklamebezeichnungen zu benennen. Das hat man sich freilich denn doch verkniffen. Aber dafür hat man die Briefkästen mit Reklamen vollbemalt, und die Poststempel benützt man gleichfalls zu Reklamen, wobei es interessant wäre, einmal gerichtlich festzustellen, ob die Post überhaupt das Recht hat, die Karten und Briefe, die ihr ja gar nicht gehören, sondern ihr nur zur Beförderung anvertraut sind, mit anderen als rein dienstlichen Bemerkungen zu versehen." Dieser Betrachtung fügt ber „Franks. Generalanzeiger" u. a. an, „baß bre Menge der Reklame jede Wirkung totschlägt, baß sie nur dort wirkt, wo man sie finden will. Sie wirkt auch nur bann, wenn man sie finben will. Eine Reklame, bie s i ch an falschem Ort unb zur falschen Zeit äußert, also eine Reklame, bic sich auf brängen will, i st auch bas geringste Gelb n^cht wert, weil eben ihre Wirkung verpufft. Die Oeffentlichkeit läßt sich nichts aus. drängen. Gegen alle diese Versuche hat sie ein unfehlbares Mittel, nämlich die Gleichgültigkeit. Im Grunde ist allo baS für diese Art Reklame verwendete Gelb recht unnütz auägegcbcn. Die Preise sinb sehr hoch, das ist noch cm Kapitel für sich, zumal sie ja nicht unter der Kontrolle ber Oeffentlichkeit stehen, llebrigens wird es nicht uninteressant sein, bei Gelegenheit seslzu- stellen, wieviel von diesen Rellameeinkünsten wirklich für bie Behörden übrigbleibt. Die Post z. V. bat sich schon ein sehr ausgedehntes Bureau für ihren neuen Geschäftszweig zugelegt und dieses Amt wird nicht wenig von dem Rellameeinkommen verschlingen. Wer Geld für Reklame an falscher Stelle übrig hat, dem ist nicht zu helfen." Daß bic Behörden mit diesen unzweckmäßigen Maßnahmen die mit der Ankündigung von Ge- schäftsempsehlungen sich gewerbsmäßig befassenden Privatbetriebe entpsinblich schädigen, ist in vorstehendem zwar nicht direkt ausgesprochen, man liest es aber zwischen den Zeilen. Dieselben Behörden verlangen aber von den sehr geschädigten und um die Existenz kämpfenden Unternehmungen rücksichtslos und pünktlich die Bezahlung der auf das äußerste hochgeschraubten Abgaben und alles Mögliche und Unmögliche an Steuern, 3oll unb Veriehrsbelastungen. Diese Belastungen treffen natürlich jedes Unternehmen gleich schwer. Daß die Rellame treibenden Behörden aber von den geschädigten Unternehmungen, die doch außer den staatlichen Abgaben auch noch bic fortwährend steigenden Aasgab.n für Lohne und Gehälter aufbringen unb nach Möglichkeit boch weiter bestehen sollen, auch noch bie Aufnahme ihrer Bekanntmachungen umsonst verlangen, weil sie für bas Publikum von Interesse sind, bas ist boch eine starke Iumutung. Ist nicht jede veröffentlichte Anzeige für bas Publikum von Interesse? WaS würbe bie Post sagen, wenn man ben Fernsprecher umsonst benutzen wollte, um einen Arzt zu rufen, oder die Bahn, wenn der Lehrer für sich und seine Schulkinder freie Fahrt verlangt, damit die Kinder schnell ins Freie kommen, oder das 3oll- amt, teenn jemand Zollerlaß verlangt, weil er durch die Valutaveränderung inzteischen Verlust erlitten bat oder bie Steuerbehörbe, wenn von ihr Erlaß ber Umsatzsteuer erwartet wirb, weil ber Betrcffenbe nichts verbient hat. Die Vehörben unb Alle, die es angehtz mögen beherzigen baß sie in biefer schweren Zeit anbere nicht schäbigen, nichts Unbilliges von ihnen verlangen bürien. Wir bringen beshalb nochmals einen Beschluß bes Vereins Deutscher Zeitungsverleger, Kreis Hellen-Akassau unb Hessen, in Erinnerung, ber lautet: 1. Hinweise im rebaktionellen Teile bes Blattes auf Veranstaltungen von Vereinen, ebenso Vorträge unb Vorstellungen aller Art nur in Verbindung mit einer Anzeige am Tage oder am Vortage des Stattfindens der Veranstaltung aufzunehmen. Diese Hinweise dürfen keine Angaben über Eintrittsgeld, Kartenverkauf, Beginn usw. enthalten. 2. Einsendungen von Behörden zwecks Umgehung des Anzeigenteils abzulehnen. 3. Hede direkte oder versteckte Geschäftsrellame im redaktionellen Telle abzulehnen. Aus Stabt unb Land. Gießen, ben 20. Mai 1922. •• Haftung des Gepäckträgers für Handgepäck. Etn auf dem Bahnhof Wiesbaden eingetroffener Fahrgast hatte dem der dvrttgen Gepäckttägervereinigung angehörenden Gepäckträger K. seinen Koffer aus- gehändigt. Da es schon spät abends und der folgende Tag ein Buß- und Dettag war, stellte K. den Koffer vorläufig in die offene Gepäckhatte des Bahnhofs unter. AIS er ihn am anderen Morgen abholen wollte, war er verschwunden. Landgericht Wiesbaden und QderlandeSgericht Köln verurteilten die Ge- väckträgervereinigung zum Schadenersatz in Höhe von 10 204 Mk. Das Reichsgericht wies die Berufung der Bereinigung zurück und führte dazu aus: Die bellagte Bereinigung hätte zu ihrer Entlastung dartun müssen, daß der Verlust des Koffers nicht durch die Sorgfalt eines ordentlichen Frachtführers abgewendet werden konnte. Diesen Nachweis hat sie nicht erbracht. Konnte der Gepäckträger den Koffer nicht gleich befördern, so mußte er ihn isn Den Aufbewahrungsraum der Bahn oder einen anderen Raum bringen. Das ist keine Ueberspannung der Anforderungen an die Sorgfallspflicht eines vrdenllichen Frachtführers. △ Auf Einladung bei Rattrheil- vereins Gießen sprach Donnerstag abenb in ber Reuen Aula ber Lanbesuniversität Prof. Dr. Emil Klein- Berlin über „D^e w.ssenschastlichen er nicht daran, baß er sie jetzt finden würbr. Hebt, teo die Sehnsucht ihn führte und nicht bloß der Wunsch, einen rätselvollen Zusamrnrn- hang aufzudecken. Er nxxr dem Gottesacker so nahe gekommen, baß er deutlich die windschiefen Holzkre ize erkennen konnte, die über baä wuchernde Untraut hinwegsahen. Er kannte ein wenig bie Geschichte derer, die da unten schliefen. Die Auswärteriii tischte ihm gern ein Stück Vergangenheit auf, wenn sie kam, ihre Dienste zu verrichten. Dort in ben hintersten Winkel geschmiegt, mußte baä Ruhebett eines Knaben sein, von dem man sich erzählte, bie böse Kunst bes Wechte.balg.-s M ihm zum Verderben geworden. Heiner öffnete die kleine Gittertür und trat ein. In diesem Augenblick weckte ihn ein Geräusch. Scharf sah er auf. Dort hinten, wo die Kirchhofmauer. eine Bresche bildend, zerfallen war, was löste sich da behutsam ab. baß der Mörtel leise meberridelte *< Was glitt da schlangenglcich auf die Erde hin und schob sich im Schutze der Mcmer leblos fort? . . . „Lere!" schrie Heiner, der das Heidemäde! erkannt hatte. Totenstille. Dann ein marmorbleiches Ant'itz, ba3 sich über Die Mauer hob. Wilde Entschlossenheit, Kampsberei:schaft darauf. Ein zum Ka^ensprLng geduckter Leib. Doch als Lene sah, baß es kein Dörfler, sondern b:r Konigssohn war, der sie anrief, richtete sie sich auf. Durch die Maier getrennt standen sie einander gegenüber und blickten sich fest ins Gesicht. Eines suchte in des andern Blia die Antwort und eine stumme Frage. Eine fieberhafte (Srüxirtf.ng malle sich in des Mädchens Zügen, aus quellende Zärtlichkeit auf Heiners Gesicht. „Wie b?ißt du?" fragte sie schließlich mit bebendem Mund. „Ich heiße Heiner ... ich bin dir gut!" stammelte er. „Suchtest du mich?" fragte sie weiter. „Ich suchte dich nicht ... ich fand dich, ohne daß ich es wollte . . . Eine unsichtbare Hand Hut mich zu dir geführt." Eine heiße Welle schlug in ihr Gesicht unb ließ ihr Auqenpnar hoch aufflammen. „ Ün2> du. was suchtest du . . . hier, allein in der Rächt?" So Heiner. Ein kurzes Zagen. „Dich!" sagte sie nun feierlich. Sie hielt sich am Steingehege. die Knie drohten ihr zu brechen. Der Augenblick, dem sie in wochenlangem Ewri'en entgegen gelebt, dem sie schließlich in HoffnungSMüdigkeit nachgegangen war, da war er! Jetzt mußte der Zauberbann von ihr abfallen, das Unfaßbare mußte sich ereignen — — wenn sie die Rechte war.' Unb so zügellos war ihre Erwai-tung, daß sie vor dem Stürmen der eigenen Brust eine verwirrende Angst erfaßte. Sie taumelte vor Heiners aus- gestreckten Armen zurück unb schoß in baä Dickicht ber Büsche, ba3 sie verschlang. Um bic nächste Mitternacht suchte Heiner das Heidemädel am gleichen Ort. Allem sie saß nicht in der Mauerbresche, wie in ber Rächt zuvor. Enttäuscht toanbte er sich ab unb ging dirch das Jungholz in ben Wald hin em, wohin er ihr schon gestern nad)gegangen wur, ohne sie zu erreichen. Ein Stück Weges tastete er sich durch bie Finsternis, bis er auh einen matter bellten Samstag, 20. Mai (922 Grundlagen der Raturheillehre". Der Redner versteht unter Ra urheilver n >ren nicht bie Anwendung von bestimmten natürlichen Mitteln wie Wasser, Sand, Lehm gegen irgendeine Krankheit, sondern ein Verfahren, ben natürlichen Kamps des Körpers gegen bic Krankheit beschleunigen zu helfen. Dias tonnte selbi:vc.stänbli h durch künstliche Mebikamente geschehen. So sollte man z. B. Fieber, Entzündungen unb Eiterungen nicht bekämpfen, sonbern fördern, beim sie s'mb Het- lungserscheinungen. Die Vorgänge, die man bisher als Krankheit bezeichnete, sinb also Het- lungSvorgänge. bie sich nmerhalb des KörperS abspielen. Der Schöpfer bes ^(aturheilversuhrens ist ein einfacher ‘Bauer namens Priesnirt, ber vor 100 Jahren lebte. Heule ist diese Rkethobe schon so verbreitet, baß selbst bic mobeme Medizin manches davon übernommen Hut, z. B. Wasche Handlung unb Massage. Ebenso ist auch eine große Wenge von Medikamenten, die man früher verwandte, beule nicht mehr in Gebrauch Prof. Klein hofft, baß sich Medizin unb Ratur- heilversahren in Zukunft einander mehr und mehr nähern. — Dem Bortrag schloß sich eine Aussprache an. Die gelaßenen Aerzte von Dießen nahmen lebhaft Stellung zu ben Ausführungen des Referenten. Es sprachen üli iversitätS-P'ofes» sor Dr. Gotschlich unb Dr. 3 o ß. — Rechtsanwalt Spohr schloß die Versammlung mit dem Wunsche, einmal einem Vertreter ber Ratur- heilmethobe Gelegenheit zu geben, sich mit den Männern ber Meb^in ausetnarBerzusetzen. Landkreis Gießen. • Wieseck, 19. Mai Der Turnerbund Lahn-DünSberg. Mitglied deS Südwestdeutschen TurnerbundeS, feiert hier am 15., 16. unb 17. Juli verbunden mit dem 60jährigen Jubiläum des Turnvereins Wieseck fein 15. Bundes-Turnfest, wozu der Zuxplatz zu vergeben ist. (Siehe Anzeige.) • Steinbach, 20. Mai. Heute ftnb es 2 5 Jahre, baß der Heizer Ludwig H o s - mann von hier im städtischen Gaswerk Gießen tätig ist. * Großen-Vuseck, 20. Mal. DaS Fest der Silbernen Hochzeit feiern morgen die Eheleute Heinrich Pfeiffer XIII., Schuhmacher- meister, unb Frau Katharine geborene Henß. Kreis Wetzlar. d. Wetzlar, 19. Mai. Bis zum 12. Juni will Wetzlar das L o 11 e h a u s wieder in würdigen Zustand versehen, bie Sammlungen des letzteren vervollständigen und eine umfas etdeWer 1 her - Ausstellung oeranftaLen. Da aber die Stadt allein die Mittel dazu nicht aufbringen Fann, so ergeht an alle Goethefreunde, auch an die Leser des Gießener Anzeigers die herzliche Bitte, zu jenem Ziele milzuhelfen. Die Wetzlarer Bank für Handel unb Industrie (Postscheckkonto Frankfurt 26 192), das Kellersche Bankhaus IP. S. Frankfurt 1794), bie Mittelbmtsche förcbitbanl zu Wetzlar (P. S. Frankfurt 686) unb bie Wetzlarer Sparkassen nehmen gefällige Sendungen entgegen. — (Wir verweisen auf den Aussatz in unseren heutigen Familienblättern, der unsere Leser auf die Goethefeier in Wetzlar vorn 12.—14. 0unt v^rbereiten soll. Einen Üeberblick über den geplanten Verlaus des Festes brachten wir in unserer letzten Dienstagausgabe. Die Red.) Hessen-Nassau. • Schlüchtern, 19. Mat. Nach der „Schlüchterner Zellung" ist die hiesige Molkerei gezwungen, demnächst ihren Betrieb einzu st eilen unb die Genossenschaft aufzulösen. Allgemeine Milchknapphett infolge der Futternot und die hohen Fuhrkosten für das - geringe Milchquantum haben selbst bei der sparsamsten Verwaltung der Genossenschaft einen Betriebsverlust von monatlich 2800 Mark, in den letzten drei Monaten also 8400 Mk. gebracht. Die anfangs Juni stattfindende Generalversammlung wird endgülttg über BetriebLeinstellung und Auflösung beschließen. * Kassel, 19. Mai. 3n der Nacht zum Mittwoch versuchten Einbrecher in die katholische Kirche in der Kölner Straße einzudringen. Sie hatten bereits die Tür zur Sakristei durchbrochen, als sie von der Schutzpolizei gestört wurden. Sie entkamen im Dunkel der Nacht und ließen eine Handtasche zurück, die die modernsten Etnbrecherwerk- zeuge enthielt. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. " Das ArntSverkündigurtsisblatt Rr. 64 vorn 19. Mai enthält: Verteilung ber Ferien an den Volks- unb höheren Schulen. — Amtsverkündigungsblatt. — Dienst ezüge der Beamten, Lehrer usw. — Waisenbüchsengelder. — Waldpfad traf, ben er betrat. Zu beiden Seiten zogen sich die schwarzen Wänbe der Fichten bin, ab unb zu schob ein Busch seine Kulisfe m den Weg. Alle Stimmen des Waldes schließen, selbst Heiners Schritte bärnpfte ber mo.nge Boden, aus dem er ging. Plötzlich trat Lene aus dem Dunk»!. Es war als hätte sie auf ihn gepaßt, denn sie ließ ihn ruhig auf sie zukoimnen und nahm ohne Scheu die Hand, die er ihr bot Eine inn »re Sicherheit schien sich ihrer seit gestern bemächtigt zu haben. Sie sprachen nicht, faßten sich nur an der Hand und trugen ihre übervollen Herzen durch ben schweigenden Wald. Endlich bog sich der Pfad, die Bäume traten auf beiden Seiten zurück unb legten ben Plan einer Waldwiese frei, über ber schleiersein ber Hebei lag. Hoch über ben Baumteipfeln spannte sich ber glän- zenb gestirnte Rächt Himmel. Ein Reh jagte mtt federndem Sprung ins Dickicht unb entfloh, man hörte das leise Knacken bes Geholzes, das fein? Flucht begleitete. Beide erwachten wie aus einem Traum, als sie ihre Schritte endlich hemmten. In verlegener Scheu standen sie einander gegenüber. Es drängte Heiner, das geliebte Machen In die Arme zu schließen, doch ttxxrte er es nicht. Auch ihr wir es schwer und sützbeklommen zumut. Sie war es, die zuerst das Schweigen brach. „Ich weiß alles!'' sagte sie geheimnisvoll. „Wer du bist, weiß ich, unb was dich so ruhelos umhertreibt, weiß ich auch! . . . Ich hab' dich nächtens unb am Tag oft in ber Heide gesehen t" „Unb du hast dich vor mir versteckt?!" nef Heiner vorwurfsvoll. „Lene, warum tatest bi bas, wenn du . . . wenn du boch alles weißt!" < Sortierung folgt) Arbeitsmarkt unb ErwerbSlosenfursorge. — Vergnügungssteuer. — Pslegckosten für die Pfleglinge bi der Provinzialpflegeanstalt. — Errichtung einer Mechaniker-Zwangsinnung. — Deknrnpfung der Schnalenplage. — Viehhandelserlaubnlskarlen. — Viehseuchen. — Dienstnachrichten. — Gefunden, verloren. Die Verteilung der Ferien an den Volks- und höheren Schulen sand folgende Regelung: Pfingstferien: I Woche vom Pfingstsonntag an. - Somme rferien: 29 Lage, beginnend mit einem Samstag, für gewöhnlich dem ersten Samstag im Juli — und endend mit einem Samstag. — Herbstferien: 2 Wochen, beginnend mit einem Sonntag, etwa Ende September. — Weihnachtsferien 2 Wochen, und zwar wenn der 25. Dezember auf Montag, Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag fällt, von dem diesen Tagen vorhergehenden Sonntag an. Fällt jedoch der 25. Dezember aus Freitag, Samstag oder Sonntag, so beginnen die Ferien mit dem diesen Tagen vorhergehenden Donnerstag — Osterferien: 3 Wochen, beginnend mit einem Sonntag, der alljährlich, je nach der Lage des Ostertermins, von uns, und zwar so festgelegt wird, daß die Dauer der einzelnen Schuljahre trotz der verschiedenen Lage des Osterfestes möglichst gleich ist. Zu Ostern 1923 ist Sonntag. 25. März 1923, der erste Ferien tag. Das neue Schuljahr beginnt Montag, den 16. April 1923, mit der Aufnahmeprüfung und aiü Dienstag, den 17. Avril 1923, mit dem vollen lchrplanmähigen Unter icht — Der letzte Schultag vor den Ferien ist an allen Schulen ohne jegliche Kürzung des Unterrichts zu halten, jedoch können auswärtige Schüler nach der dritten Stunde entlassen werden, wenn der erste Ferientag ein Sonntag ist und wenn sie ohne diese Vergünstigung nicht mehr an demselben Tage ihre Heimat erreichen können. Für die Verteilung der Sommer- und Herbst ferien können von den einzelnen Schulen die seither üblichen Zeiten und die etwa besonders genehmigten Ausnahmen auch weiterhin beibehalten werden. Waisenbüchfengelder. 3n den Gemeinden des Kreises Gießen sind in der Zeit vom 1. Februar 1921 bis dahin 1922 dir nachverzeichneten Beträge für die Landeswaisenkasse ein- gegangen: Aibach 14,20 ML, Allendorf a. d. Lahn 152 Mk., Allendorf g. d. Lda. 4,27 Mk., Allertshausen 28,60 Mk, Alten-Buseck 13 Mk., Annerod 30,15 Mk.. Bellersheim 25 Mk., Beltershain 23 Mark. Bersrod 92 60 Mk., Dettenhausen 52 Mk.. Beuern 66.90 Mk , Birklar 4 Mk., Burkhardsfelden 26.25 Mk. Climbach 25 Mk., Daubringen 3,20 Mk., Dorf-Güll 10 Mk. Gberstadt mit Arnsburg 34,55 Mark, Ettingshausen 18 20 Mk . Garbentei.h 2 Mk., Geilshausen 20 Mk.. Gießen 2337,52 Mk.. Göbelnrod 62,80 Mk., Grohen-Buseck 80,25 Mk., Grotzen- Linden 77 Mk.. Grünberg 204,10 Mk.. Grüningen 64,50 Mk.. Girbach 35 Mk., Hattenrod 19 Mk.. Hausen 1,55 Mk., Heuchelheim 174,20 Mk., Holzheim 6,60 Mk., Hungen 324 62 Mk.. Inheiden 39,05 Mark, Kesfelbach 87,15 Mk., Klein-Linden 92.76 Mark, Langd 70 Mk., Langsdorf 60 Mk., Leihgestern 65,10 Mk., Lich mit Hof Albach, Cvln- hausen und Mühlsachsen 97,70 Mk., Lollar 5,70 Mark, Londorf 0,57 Mk., Mainzlar 10,15 Mk.. Münster 7,50 Mk., Muschenheim mit Hof-Güll 71,25 Mk., Rieder-Bessingen 5 Mk., Ronnenroth 21 Mk , Ober-D^ingen 5 Mk., Ober-Hörgern 47,50 • Mark, Oppenrod 20 Mk., Queckborn 10 Mk., Rabertshausen mit Ringelshaufen 21 Mk., Reinhards Hain 25,50 Mk., Reiskirchen 22 Mk., Rodheim mit Hof Graß 17,35 Mk., .Rödgen 73,90 Mk., Rüddingsh-rufen 5 Mk., Ruttershausen mit Kirchberg 14,20 Mk, Saasen mit Dollnbach. Veitsberg und Wirberg 31,60 Mk.» Staufenberg mit Fiedel- Hausen H.,95 Mk., Steinbach 39,65 Mk., Steinheim 87,70 Mk., Trais-Horloff 138,70 Mk., Treis a. d. Lda. 22,72 Mk , Trohe 12 Mk., Utphe 103,25 Mk., Villingen 3,75 Mk., Watzenborn mit Steinberg 119,95 Mk., Weickartshain 64 Mk., Weitershain 37,90 Mk., Wiefeck 10,30 Mk. Zusammen 5 614,91 " Mark. Errichtung einer Mechaniker- Zwangsinnung. Don Handwerkern, die das Mechanikergewerbe für Fahrräder, Rah- und Schreibmaschinen und Motorfahrzeuge betreiben, ist Antrag auf Errichtung einer Zwangsinnung für den Bezirk der Stadt und des Kreises Gteben gestellt worden. Um festzustellen, ob die Mehrheit der beteiligten Handwerker in der Stadt Gießen und tn den Landgemeinden des Kreises Gießen dem Antrag zustimmt, wird zur Herbeiführung einer Abstimmung Referendar Dr. Loh als Kommissar bestellt. Dien st nachrichten des Kreisamts. Da die Maul - und Klauenseuche bis jetzt auf den Händlerstall des Michael Jakob zu Lauterbach (im Steinweg) beschränkt geblieben ist und nachdem die erkrankten und gefährdeten Rinder abgeschlachtet worden sind, wurde der Sperrbezirk auf den Steinweg von der Ecke der Kanalstrabe—Wörth bis zur Ecke des alten Steinweg beschränkt. Die übrigen Teile der Stadt Lauterbach werden aus dem Sperrbezirk entlassen und zum Deobachtungsgebiet erklärt. Die Gemeinden Angersbach, Maar, Heblos, Sickendorf und Rimlos wurden aus dem Deobachtungsgebiet entlassen. Die Gemeinde D l i h e n r o d bleibt vorläufig noch Deobach- -tungsgebiet. — In Wernges (Kreis Lauterbach) ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Die Ortsgemarkung Wernges wurde zum Sperrbezirk erklärt. Die Gemarkungen Willofs, Maar mit der Jungviehweide und Lauterbach wurden zum Deobachtungsgebiet erklärt. Das gefährdete Gebiet umfaht eine Zone von 15 Kilometer im Umkreis von Werngeö. — In den Gemeinden L i n d h e i m und H a i n ch e n (Kreis Büdingen) ist die Maul- und Klauenseuche auSgebrochen. Die erforderlichen Sperrmahnah- men sind angeordnet. — In der Gemeinde Greifenstein (Kreis Wetzlar) ist die Maul- und Klauenseuche auSgebrochen. Die Sperrmabnahmen sind angeordnet. — Die Maul- und Klauenseuche in Elnhausen (Kreis Marburg) ist erloschen. Die angeordneten Schrchmastregeln sind aufgehoben. Gefunden und verloren. In der Zeit vom 1.—15. Mai 1922 wurden in Gieben gefunden: 1 Regenschirm, 1 Rucksack, eine Schere 1 Korbdeckchen. 2 Portemonnaies mit Inhalt. 1 Brosche. 1 Damen Handtasche. 1 Griff von einem Fahrrad, 1 Weibes Hemd und */.- Pfund Margarine. 1 Rickelbrille. mehrere G^dscheine: verloren: 1 braunes Herrenportemonnaie mir etwa 200 ML, 1 Portemonnaie mit 105 Mk. 1 Füllfederhalter, 1 Zentner Kartoffeln. 1 goldenes Kettenarmband. 1 schwarzes Portemonnaie mit 30 ML, 1 Portemonnaie mit etwa 30 Mk Die Abholung der gefundenen Gegenstände kann an jedem Wochentag von 11—12 Uhr vormittags und 4—5 Uhr nachunittags bei dem Polizeiamt Gießen, Zimmer Ar. 1, erfolgen. Gießener Strafkammer. Gießen, 16. Mai. Zwei Gießener, Karl Sch. und Hermann El., hatten gemeinschaftlich mit dem Julius I. von Großen-Buseck, der der Geldgeber war, von einem gewissen Str. in Wetzlar 1 Kilo Salvarsan für den Betrag von 19 000 Mk. gekauft. Wegen Vergehens gegen die Schleichhan- delsverOrdnung waren deshalb Sch. und El. zu Geldstrafen von je 6000 Mk., I. zu 3000 Akt. vom Schöffengericht verurteilt, Str., der Verkäufer des Heilmittels, mangels Beweises f> eigesprochen worden. Sch. und El. legten gegen die Höhe der Strafe Berufung ein, hatten aber mit ihrem Rechtsmittel keinen Erfolg. Die von der Staatsanwaltschaft eingelegte Berufung gegen die 'Freisprechung des Str. wurde ebenfalls zurück- gewiesen, da dieser, ein schwer vorbestrafter Abenteurer und Heiratsschwindler, wegen Salvarsan- schmuggels bereits vom Amtsgericht Emmerich zu 4 Monaten Gefängnis und 3000 Mk. Geldstrafe verurteilt worden ist. I. hatte seine De-l- rufung rechtzeitig zurückgenommen. Der Getreidehändler Siegfried R. in Friedberg hatte ein Gemenge aus Gerste, Hafer und Wicken an den Karl F, in Frankfurt a. M. und den Georg F. in Offenbach verkauft und auf den Frachtbriefen die Ware lediglich a l s Wicken deklariert. Er war dieserhalb In 1. Instanz freigefprochen worden, wurde aber von der Berufungsinstanz zu 40 Mk. Geldstrafe und den Kosten bei Oer InstarHLn verurteilt. Er hätte die Pflicht gehabt, anzugeben, daß die Wicken auch mit Hafer und Gerste durchmischt waren. Wegen Jagdvergehens hatte das Schöffengericht den Schlosser Hermann L. von Langsdorf zu 50 Mk. Geldstrafe verurteilt. Die Strafkammer erhöhte die Strafe auf 300 Mark, gleichzeitig wurde auf Einziehung des benutzten Gewehrs erkannt. Das Jagdvergehen wurde u. a. darin erblickt, daß L. sich am Rand des fremden Jagdgebiets aufgestellt hatte, um Wild schießen zu können, das aus dem Wald auf das Feld Auftreten würde, auf dem zu jagen L. Berechtigung hatte. Zurückgewiesen wurde die Berufung der Staatsanwaltschaft gegen ein Erlenntuis des Schöffengerichts Schotten, das den Alfred W. und Iohs. M. daselbst von der Anklage des Jagdvergehens freigesprochen hatte. Die Be- rufungsinstaüz ergab nicht den geringsten Anhaltspunkt für die Annahme, daß die Angeklagten unbefugt in fremdes Jagd recht eingegriffen hatten. In der Privatklagesache des Studienrats Dr. L. dahier gegen den Redakteur V. der O. V in Gießen, in der wir seinerzeit über die Schössenger^cht.verhand u g bericht ü haben, wurde kürzlich vor der StraMmmer über die Berufung des Privatklägers verhandelt. In der genannten Zeitung war im Oktober 1921 ein Artikel erschienen, in der über angebliche antisemitische Hetze am Gießener Bahnhof durch Verbreitung von Flugblättern berichtet und der deutschvölkische Schutz- und Trutzbund in Hamburg als Verbreiter sowie der Inhalt der Flugblätter in schärfster Weise angegriffen und mit einer Reihe schwerer formeller Beleidigungen bedacht wurden. In dem Artikel war erwähnt, daß der Bund auch in Gießen eine Ortsgruppe habe, deren Vorsitzender, wenn man nicht irre, der Privatkläger fei. Der Angeklagte behauptete, die Beleidigungen hätten sich nicht gegen den Privatkläger richten sollen, dessen Rame und Stellung in dem Bund ohne Zusammenhang mit den Vorwürfen nur bei dieser Gelegenheit als Aotiz zur Unterrichtung der Leser gebracht worden sei. Das Schöffengericht sprach von diesem Standpunkt aus frei. Die Strafkammer stellte fest, daß die Beleidigungen sich zweifellos auch gegen die Person des Privatklägers richten sollten und richteten, entnahm aus der Form der Aaußerungen trotz Wahrnehmung berechtigter Interessen die Absicht der Beleidigung und verurteilte den angeklagten RÄmkieur zu einer Geld st rase von eintausend Ma rL unter Zubilligung der P u - blikationsbesugnis in der O. D. an den Beleidigten. ----------- (SendttsfaaL Fahrlässige Kindestötung. Rieder-Olm, 19. Mai. Ein Landwirt aus Zornheim hatte im März seine Pfuhlgrube entleert und den Deckel zur Grube nicht vorschriftsmäßig wieder aufgelegt, wodurch das einzige 6jährige Kind einer Kriegerwitwe hineinfiel und erstickte. Er wurde wegen fahrlässiger Kindestötung zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt. Kirche unb Schule. • Freie Lehrer st eilen. Erledigt sind zwei mit katholischen Lehrern zu besetzende Schulstellen an der Volksschule zu Klein-Stein- heim im Kreise Offenbach * Kirchlich eDien st nachrichten. Durch Entschließung des Erweiterten Oberkvnsistoriums vom 5. Mai 1922 wurde Seine Exzellenz der Oberkonsistorialpräsident Wirklicher Geheimrat D. Ludwig Rebel auf sein Rachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen und ausgezeichneten Dienste mit Wirkung vom 1. August 1922 in den Ruhestand versetzt. — Die Stelle eines weltlichen Mitglieds im Oberkonsi- st v r i u m ist zu besetzen. Dorb ö> ng De , h g> ng zum Höheren Justiz- over 'Verwaltungsdienst. Meldungen sind an das Oberkonsistorrum zu richten. Kunst und Wissenschaft. * Darmstadt, 20. Mai. Heute findet die Eröffnung der Ausstellung „Deutsche K u n st D a r m st a d t 1922“ im städtischen AussteNungSgebäude auf der Mathildenhöhe statt. Don Künstlern aller Richtungen aus ganz Deutschland hervorragend beschickt, zeigt diese erlesene Ausstellung von Bildern, Graphiken und Plastiken ein Bild größter ORannigfaltigkeit und gibt einen fesselnden Ein- und Äeberblick über das Kunstschaffen der Gegenwart. Spietptan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 21. Mai: nachm. 3 älhr: Mignon: abends 7 Llhr: Boccaccio. Montag, 22.: Fidelio. Dienstag, 22.: Herzog Blaubarts Burg. Hierauf: Der holzgeschnihte Prinz. Mittwoch, 24.: Doris Godunow. Donnerstag, 25.: Tannhäuser. Freitag, 26.: Dastien und Bastienne Hierauf: Don Pasquale. Samstag, 27.: Mörder, Hoffnung der Frauen. Hierauf: Sancta Qufanna. Zum Schluß: Das Rusch-Rufchi. Sonntag, 28.: Margarethe. Montag, 29.: Die Meistersinger von Rürnberg. Dtenstag, 30.: Die Fledermaus. Mittwoch 31.: Pelleas und Melisande. Schauspielhaus. Sonntag, 21. Mai: Die luftigen Vagabunden. Montag, 22.: Ein Svmmer- nachtstraum. Dienstag, 23.: Der Schlachtenlenker. Hierauf: Die Erziehung zur Ehe. Mittwoch 24.: Vatermord. Donnerstag, 25.: Penthesilea. Freitag, 26.: Ein Sommernachtstraum. Samstag, 27.: Der Schlachtenlenker. Hierauf: Die Erziehung zur Ehe. Sonntag, 28.: Peer Gynt. Montag, 29.: Schneider Wibbel. Dienstag, 30.: Alt-Heidelberg. Mittwoch 31.: Rach Damaskus (1. Teil). Handel. • Gew erbe bank zu Gießen e.G.m.b.H Eine außerordentliche Generalversammlung genehmigte einstimmig die vom Vorstand beantragten Statutenänderungen. Der Rame der Firma wird in „Handels- und Gewerbebank e.G.m.b.H." abgeändert und die Ausdehnung des Geschäftskreises auch auf Richtmitglieder beschlossen. Ferner können in Zukunft 5 Geschäftsanteile zu je 1000 Mk. von einem Mitglied erworben werden. Die übrigen Aenderungen waren nur redaktioneller Art bzw. von untergeordneter Bedeutung. Berlin, 19. Mai. Börsenstimmungsbild. Die zur Zeit an der Börse herrschende Zurückhaltung und Lustlosigkeit erfuhr heute, soweit noch möglich, eine Verstärkung, weil die Darlegungen des Reichsarbeitsministers Dr. Braun über die nach seiner Meinung in naher Zukunft bevorstehende Verschlechterung des deutschen Wirtschaftslebens, verbunden mit starker Arbeitslosigkeit, die Börse doch recht nachdenklich stimmte. Demgegenüber blieb die Steigerung der Devisenpreise, die den Dvllarkurs wieder über 300 brachte, auf die Kursbildung ziemlich ein* druckslvS. Die Umsätze hielten sich auf allen Gebieten des Aktienmarktes im Groß- und Kassaverkehr in recht-engen Grenzen, ünb dementsprechend waren die Kursveränderungen nach oben und unten nicht bedeutend, wobei immerhin Ermäßigungen bis 20 Prozent und teilweise darüber überwogen. In wirksamem Gegensatz zu dem während der ganzen Börse sich träge hinschleppertden Geschäftsgang stand die lebhafte spekulative Beteiligung am AuS- landsrentenmarkl, wo neben türkischen Papieren Lombarden und Prioritäten, vor allem ungarische Rentenwerte, mit Gvldrente und Kronenrente an der Spitze, ihre steigende Bewegung kräftig fvrtsetzen. Bei ungarischer Gold- rente betrug der Kursgewinn zeitweilig über 60. Oeslerreichische Renten waren hingegen vernachlässigt. Auch in deutschen, festverzinslichen Werten waren keine bemerkenswerten Veränderungen zu verzeichnen. Frankfurt a. M., 19. Mai. Börsen- ft i m m u n g 8 b 11 b. Bet wsHellenen älmsährn bewahrte der heutige Börsenverkehr eine behauptete Tendenz. 3m Vordergrund des Interesses standen 4 proz. älngarische Goldrenten. Der Dollar war leichten Schwankungen unterworfen. Er wurde mit 296 bis 298 genannt. Sehr bescheiden waren die LImsähe in Deutsche Petroleum 2175 bis 2160. Sonst tmn'oen Im freien Verkehr u. a. noch folgende Kurse genannt: Mansfelder Kuxe 20 750—21 000, Benz 490, Gummi-Stöckicht 440. Der Montanaktienmarkt zeigte im allgemeinen behauptete Kurse. Fester lagen Zuckerfabrikak.ien, die zu ca. 10 Prozent höheren Kursen genannt wurden. Daimler und Kieper gaben mäßig nach. Die Kurse unterlagen späterhin verschiedentlich Abschwächungen. Das Geschäft blieb sehr still. Eine Aufnahme machten österreichisch-ungarische Renten. Auf dem Einheitsmarkt blieb der Vertehr lustlos. Die Börse schließt uneinheitlich. Privatdiskont 4i/2 Prozent. Sr anffurt a. M., 20. Mai. Börsenkurse. Frankfurt Berlin Schluß- Schluß- Schluß- Schluß- Kurs Kurs Kurs Kurs Datum: 18. 5. 19.5. 18.5. 19.5. 5°/, Dtfch. Kriegsanl. 77,60 77,50 77,50 77,00 4°tt Disch. Reichsanl. 95,- 95 50 95,90 95 40 37« Dtfch. Reichsanl. 109,- 108,- 109,50 110,75 470 Preuh. Konfoks 83,50 — — 83, - 83, - Hamburg-Pakctf.. . 406.— 405, — 400,5h 400, — Norddeutscher Lloyd 824,- 324,75 323,- 320,25 Comm.u.Privatbank 300,- 300,- 301,- 301,- Darmstädter Dank . ^97,— 297,— 293,60 299,- Deutsche Bank . . . 602,— 600, — 606, — 605, — Disconto-Gesellschaft 433,50 433,50 436,— 436,— Dresdner Bank. . . 316,25 320,* 322, — 324,™ Mitleid.Ereditbank. 262,- 262,- 262,- 262,- Rationalbank f. D. . 298, - 300, — 300, - 300, - Doch. Gußstahlwerke —~1090,- 1110,— Bud.-Cisenw.-Akt.. 830,- 837,- 835,- 820,- D.-Lustemb. Bergw. 995,— 1000,— 1006,— 999,84 Gelsenkirch. Dergw.. 1035, — 1041,— 1030, — 1035,— Harpener Bergbau. 1830,— 1840,— 1820,— 1820,— Oberschl. Eisenb.-B. 830,- 820,- 824,76 810,- Oberschles. Eisenind. 675 - 648,— 655, - 650, — Phönir-Bergb.-Akt. 1190,- 1165,- 1185,- 1169,- Bad.Anilin-u. Soda 758,— 754,- 751,- 751,— Höchster Farbwerke. 695,50 697,60 695,— 685,— Allg. Elektr.-Ges. . . 679,- 680,- 678,- 679,- FeltenL Guilleaume 848,— 820,- Schuckert-Werke. . . 625,— 620,— 610,— 605, - Adlerwerke 527,— 515,— 515,— .CC6,- Daimler 449,- 444,- 432,— 444,- 4° 0 Hess. StaatSanl. 78,- 79,- 79,- 77,- Clectron Griesheim 780,— 766,50 765,— 776» ■ Disch«. Vereinsbank 224. 224, — ■,— Berliner Devisenmarkt. Datum: Amstd.-Rotterd. Brüssel-Antw. . Christiania . . . Kopenhagen . . Stockholm. . . . Helsingfors. . . Italien London Reuyork Paris Schweiz Spanien Deutsch-Oesterr» Prag Budapest.... Buenos AireS . Bulgarien . . . Japan Rio de Janeiro Geld Dri 18. Mai. 11485,60 11514 40 2431,95 2438,05 5498,10 5606,90 6307,10 6322,90 7565,50' 7584/0 613,20 614,80 1533,05 1536,95 1315,85 1319,15 293,'33 281,37 2671,65 2678,35 5622,95 6637,05 4604,20 4615,80 3,56 3,9o 567,25 568,76 37,25 37,35 108,22 108,22 223,70 224,30 138, * 139,- 4044.- 4056,- f Geld Brief "19. Mai. 1535,5511564 46 2461,90 2468 10 5623,06 5536.95 6337,05 63 )2,95 7620,45 7639,55 617,20 618,80 1523,05 1520,96 1324,80 1326,20 296,12 296, 8 2691,60 2698,40 5682-85 6697,15 467;',1Ü 4698,90 3,03 3,07 572,25 673,75 37, - 37,10 107,97 108,27 224.45 245,05 140,17 141,17 4081,50 4093,60 Marknotierungen. Datum: 1.7.14. 18.5. 19.5. Zürich Fr. 125.40 1,77 1,73 Amsterdam Fl. 59.20 0,87 0.87 Kopenhagen Kr. 88.80 1,66 1.51 Stockholm Kr. 88.80 1,34 1,32 Wien Kr. 117.80 3282 50 Prag Kr. 117.80 17 75 17,40 London Sh. 97.80 1.31 1,32 Reuyork $ 23.80 -.34 -,33 Paris Fr. 125.40 3,09 3,69 Züricher Devisenmarkt. 19. 5. 20. 5. Wechsel auf Schweizer Franken Holland 100 31 = 202.26 203.40 Deutschland 100 Mk. -- 1.77 1.755 Wien 100 Kr. = 0.05 0.05 Prag 100 Kr. -- 9.97 ' 9.97L Puris 100 Fr. — 47.37 47.55 London 1 jg 26.22 21.33 Italien 100 ß. = 26.80 26.75 Brüssel 100 Fr. == 43.20 43.60 Budapest 100 Kr. — 0.66 0.65 Reuyork 100 $ — 621.76 524.25 Agram 100 Kr. — 1.87 1.85 Warschau 100 Är. = 0,13 0,13 Märkte. Frankfurter Obst- und Gennisemartt. me. Frankfurt a. M., 19. Mai. De* heutige Martt war allgemein von Erz-eugern aus dem Frankfurter Gebiet und von auswärts recht gut besucht. Beim Großhandel kostete der Zenter Kartoffeln 270—300 Mk.; Zwiebeln (ausländische) 1300—1400 Mk.: Rliabarber 160—180 Mark: Spinat 450—500 Mk.: Lattich per Pfund 7—10 Mk.: Kohlrabi per Stück 3.50—4.50 ML: Rettich per Stück 3.00—3.50 Mk. und Spargel 8—11 Mk. Bei Erzeugern wurde bezahlt für Spinat der Zenter 500—600 ML: für Spargel 9—13 Mk.: für Rhabarber 180-2 20 ML: für Kräuter zu Saucen 7—8 Mk. das Pfund: für Kohlrabi das Stück 5—6 Mk.; für Lattich (Mistbeet) 10-12 Mk.: do. (Freiland) 6—7 Mk. das Pfund; für Kopfsalat die Staude 4—6 ML: do. aus Freiland 2.00—2.50 Mk.: für Rettich das Stück 4—5 Mk. und für Radieschen das Bündelchen 0.50—1.20 Mk. Orangen in Kisten von 360 Stück kosteten 1700 Mk.: Zitronen tn Kisten von 300 Stück 530 Mk. Auf dem Fisch- mar ktt kosteten Seefische das Pfund 8.50—12.00 Mark: Margarine 33, 35 bis 35.50 Ml. für das Pfund. Eier wurden mit 4.20—4.30 ML per Stück bezahlt. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Die DeparaLionsverhandlungen in Paris. London, 19. Mai. (WTB.) .Daily Leie» graph" berichtet aus Paris, daß die Bcrhand- hingen, die augenblicklich mit dem deutschen Finanzminister Dr. Hermes stattfinden in 'der Hoffnung, eine Vereinbarung über die Reparationen vor dein 31. Mai zu finden, heikler Art seien, und wenn sie einem befriedigenden Abschluß zugeführt werden sollten, >0 |ei e3 vielleicht besser, wenn augenblicklich möglichst wenig darüber gesagt werde. Dr. Herrn iß sei seit seiner Ankunft in Paris mit den Mitgliedern der Reparationskommission in Fühlung get e en, denen er seine Ansichten auuscinanderfetztr. R l ch t s von der Art eines schriftlichen Vorschlages fei bisher von Dr. Hermes unter- L breitet worden. Die Mitglieder der verfchirdenen Delegationen hätten ihre Eindrücke in einer beratenden Zusammenkunft ausgetcruscht. Soweit die Reparationskommission jedoch tn ihrer offiziellen Eigenschaft in Betracht komme, sei 'Hermes vor- Für Los Los 3. 3b aut Hvlzbal! 2085:20 aus laufe um im Trepk II. Los 11 cbm 15 6td. juleitiingei whr. 13-5 Angel lungspreie 6-ephanltt liegen, ab Ausschuß porto- ur v 0 rm. 1 in Gegri werben. 1 0ie, I.D.: läufig noch nicht über das Vorzimmer hi'nauS- gebrungen. Die tn Paris umlaufeiiden Meldungen, daß Finanzminister Dr. Hermes bereits feste Vorschläge gemacht habe, die die Kommission alf unannehmbar ans ehe, und daß daher eine Art Stockung eingetreten, seien irreführend: denn die Angelegenheit müsse sich noch viel weiter entwickeln, bevor irgend eine Ansicht darüber geäußert werden könnte, ob die Vorschläge Deutschlands annehmbar seien ober nicht. Das internationale Finanzproblem. London, 19. Mai. (WTB.) Einer von den Blättern veröffentlichten Exchange-Me:.dung aus Reuyork zufolge sind die Bankiers von Wals Street der Ansicht, daß der Mangel an lieber» einfliminung in den An sicht en über die Schwierigkeiten der Genueser Z^onferenz die Bant von England beranlaljt habe. Sic Robert H 0 r n e s Vorschlag einer Konferenz der Leiter der Emissionsbanken drr Welt aulzunehmen. Deutsche Industriepolitik in Oesterreich. Wien, 19. Mai. (WTB./ Wie die .Volkszeitung" erfährt, hat der Mintsterrat gestern einem Angebot der Berlinrr Allgemeinen Elek- trizitätsgesellschaft auf Hebernahme der W ö l - lersdorfer Industriewerle in Pacht für 50 Jahre ferne Zustimmung erteilt. or. ms Zahnpulver Jr. 23“ vom Zahnarzt verordnet, daher 4493 „das rechte Zahnpfiegemittel11. Kreuz-Drogerie, Bahnhofstraße 51. ein rosiges, jugendfrisches Antlitz und einen zarten, blendend schönen Teint. Alles dies erzeugt die echte beste Lilienmilchseife v. Borgmann & «Jo., linMcbonl. «WM. Milieu (Crt Otftieo tat Dcitafeffieo ber ZTiua»- eab NcchttitzStzL btfonDtp bd SWr. zw‘ S'täUlNd le Um ÄioJfciltiÄ Schra Frankl Fe s< jeder Dir T Schrauben jeder Art ständig großes Lager. Gustav Colshorn Schraubenfabrik und Fassondreherei Frankfurt a.M., Stadtlager, Neckarstr. 11 Fernsprecher Hansa 6878 und 6879. Mtiss Hl 1.71 0.87 1.11 U? 17,40 1Ä -Ä 3.66 18.5. 1.77 00 1,66 sä 17.76 181 *.34 3.09 irlt 19.5, 0.65 9.97 47.37 11.22 86.80 «.20 0^6 621.75 1.87 0,13 S'tz 1,77 1755 0JJ5 u?k <7.54 Uü 28.75 4340 045 624.25 US Itt otifemarft. 1 Qjf «dMrti rvh, kostet, btr dtoebeln **e 160—180 3.53-45) St; Jrt6 ÖDoryt 1 tourbt büahlt 1 M; für Spar. ' 1 80-220 M; - das Mäh für ür ktilch (Aist- !>) 6-7 Alt lüs mit 4-6 QHf für Ami- Aadi.zch-n öti «ngen in Mo, Ht; 3iirm«n bi Auf dem Fisch, Pfund 853-12.00 5.50 All. für dos 0-4.30 Ml Da ! wiederholt.) geu n» Pnit. B.) .Daily Itl» ay die Anhand- Dem deilschen Fi- vehSrdliche Anzeigen Arbeitsvergebung. 5ür den Erweiterungsbau der Frauenklinik pi (Sieben sollen unter Hinweis aus den Minister rialerlab vom 16. Hum 1893 und dessen Ergänz »ungSbestimmungen nachstehend« Arbeiten durch öffeMlichen Wettbewerb vergeben werden. 1. Derputzarbeiten. LvS 1: 415 qm Puh auf Hohlsteindecken, )00qm auf Backsteinwande: 9t>< 2: 530qm Puh auf Hohlstcindecken. 1040 qm aus Badsteinmauern: 2o6 3; 355 qm Puy auf Hohlsteindecfen, 1250 qm aus Dactsleinmauern; Los 4: 375 qm Puh auf Holzbalken decken, 850 qm auf Backsteinmauern: 2oS 5: 200 qm Puy aus Holzbalkendecken, 395 qm auf Fachwcnswände. 75 qm aus Betontreppen- läufc und Podeste, 370 qm aus Backsteinmauern im Trepixmhaus. H. InstallativnSarbeiten. Los 1. Entwässerungsanlage Im Gebäude: 27 cbm Rvhrgruben herzustellen. 326 m D.R.A.- ‘Xobrc, 50—100 mm l. W., Fassonstücke usw., 15 Skck. freistehende» Klosetts. Los 2, Wasser- zuleitungen im G> dände. 230 m Wasserleitung-- rohr, 13—50 mm l. W., Fassonslücke, Ventile usw. Angebvtsunter lagen werden zum Herstellungspreis von der unterzeichneten Behörde, Step haust vaf)e IX, wo auch die Bedingungen offenliegen. abgegeben Angebote, mit entsprechender Aufschrift und Los-Ar. versehen, sind verschlossen, Porto- und bestellgeldfrei bis zum 3. 3 u n i, ootm. 11 Übr, bei unS einzureichen, wo sie fcn Gegenwan erschienener Bewerber geöffnet werden. ZuschlagSsrist 14 Tag«. (Sieben, ben 19. ORai 1922. 4967B Hess. Hochbauamt Gießen. I.D.: Kuhlmann, Aegierungsbaurat. flfA treK U^MZUTraustück Jk Ba w fl h nur allerbester Labnkalk 4Sy Ä, von bücviicm Aettaebalt u. V ▼ '«rv v grähier Eraiebtgkelt stets zu haben. sll21j7e T.MsWk!l,Siktzei!,»E Gesellenprüfung ^er§leischerinnung Gießen Die diesjährige Gesellenprüfung findet Anfangs Jini d. Fs. statt. Bewerber, die sich hieran beteiligen s»llen, müssen sich bis längstens den 28. Mai d. Js. ei der Geschäftsstelle, Bahnhofstraße 71, melden. Ilrhere Auskunft wird dort erteilt. Dietzen, den 20. Mai 1922. Der Vorsitzende des Lehrlingsausschufser. Louis Vogt. 495OO Schreibmaschinentische Praktisch — Solid LUDWIG GUTMANN Frankfurt a. M. - KaiserstraOe 44 * FW* Färbe zu Hause Kleider, Blusen,Tücher, Bänder, Strümpfe,Game, Gardinen, Spitzen usjm nur mit Heitmann? Farben ki-g^'7,. B' tattfinben in 'dn über dir Aepara- finden, heikle: em oefriedigrnden ollien, so lei ck ilich mög'ichst lve- c. HemÄ sei seit n Mitgliedern da - Ung gel e en, br idersegtr. Atchtt , füllen Dor- » Hermes dntif *. der verf4n'.b.nen üdt ui «inet be» mischt. Soweit di: in ihrer ossijulikn - ■ sei "Hermes vor- > iorzimmcr hinaus« a isenden HeUun« ermes beteitt seile< ne ÄcmmifUon all h daher eine 2ri führend: denn Mc , > viel weiter ent- nsichi darüber se« öorsDg« icht. injprobleffl. 5) Siner trtm bd ngpWne^j «her« «°°,Ä der iz die Dani M Aobert Hör nes t Leit« der S«"' ihmen. st, Oesterreich- / Dir die ' ””"5Je* ®rsw- .TSm**' rtetil- —■ x Größte Auswahl Andere Farben zurückweisen Alleinige Fabrikanten: üebr. MeihnannKölntRiga Erhältlich in Apotheken, Drogerien nnd nlle । oln«chll#ruren OetchAften. (3241g, Bekanntmatyung. (Srasoerfttigerung -er Stadt (Heften. Die Stadt Diesten lästt Dienstag, den 23., Mittwoch, den 24., Freitag, den 26 und SamSlag, den 27. Mai dS, Hs. folgende DraSnuhungen stir daS ganze Jahr öffentlich meistbietend versteigern: A m Dienstag, dem 23. Mai, 1. vormittags 9 llhr, an Ort und Stelle die Wiesen beim städtischen Freibad in fünf Abteilungen, desgl. die frühere Ockel'fche Wiese an der Rod- Heimer Straste in vier "Zuteilungen, hieran an- schliestend sämtliche städtische Feldwege, Gräben usw. im Reustädter Feld. Am Mittwoch, dem 24. Mai, 2. vormittags 9 äähr, an Ort und Stelle die DraS- nuhung von den Wieseckböschungen, Zusammenkunft in der Gart en straste an der Wieseckbrücke, anschliestrnd verschiedene städtische Grundstücke bei der Kläranlage und sämtliche Feldwege, Gräben usw. zwischen her Lahn und der Koeisftraste nach Dchiffenberg gelegen. A m Freitag, dem 26. Mai, 3. vormittags 9 Uhr, an Ort und Stelle die frühere Haubach'sche Wiese am Schiffenberger Weg vor dem Bahnübergang in fünf Abteilungen, anschlie- stend sämtliche Feldwege und Gräben usw. zwischen der Kreisstraste nach Schisfenberg und der Wieseck sowie die Grasnutzung vom Friedhof auf dem Rahrungsberg in 20 Abteilungen. A m Samstag, dem 27 Ma i, 4. vormittags 8 ^Ihr, an Ort und Stelle die Gras- Nutzung von der Wiese an der Wiesenstrabe in 17 Abteilungen, von den Wiesen beim Iustiz- gebäude in 16 Abteilungen, ebenso von den Wiesen am Fürstenbrunnen in 23 Abteilungen, an- schliestend sämtliche Feldwege, Gräben usw. zwischen der Wirseck und der Lahn: 5. vormittags 10' z H$r, die Gras Nutzung vom Friedhof am Rvdtberg: 6. vormittags 12'.. ilf jr, die Wiesen in der Schwarzlach in 19 Abteilungen. 4924B Diesten, den 19. Mai 1922. Der Oberbürgeimrister. 3. B.: Dr. Rosenberg, Vergebung von vauarbetten. Zu den Reu bauten von drei Doppelhäusern für die Stadt Hungen werden di« Grd-, Maurer-, Zimmer-, Dachdecker-, Spenglcrarbeilen, sowie Kunststein- und Kleineiseuzeuglieserung aetrennt nach Losen zum öffentlichen "Wetibewero ausgeschrieben. Plänr und Bertragsbedingunoen liegen vom 22. Mai 1922 ab bei der .^rettoauVerwaltung, Zimmer Rr. 18, zur Smsicht offen Angebote, zu denen die Vordrucke gegen Erstattung der Selbstkosten ebendaselbst erhältlich sind tauch gegen Rachnahme), sind mit enltprechender Aufschrift versehen, verschlossen und postfrei spätestens bis zum 3. Juni 1922, vormittags 10 11b r, bei uns einzureichen. Die Eröffnung der Angebote erfolgt auf Zimmer Rr. 18 zum gleichen Termin in Gegenwart erschienener Bewerber. Zuschlagsfrist 14 Tage. 40450 Diesten, den 19. Wai 1922. Kreis bauverwaltung. Lellarius. Bekanntmachung. Aus der Christian-Gerhard-Hast-Stiftung sind 205,70 Qltarf an 10 bedürftige Familien beziehungsweise Witwer oder Witwen zu vergeben Meldungen nimmt das Wohlfahrtsamt, Alles Stiftungsaml, Gartcnstrahe 2, Zimmer Rr. 14, bis zum 31. Mai 1922 entgegen. Diesten, den 15 Mai 1922 48986 Der Oberbürgermeister (Wohlfahrtsamt). ____________________Dr. $ r e y.____________________ Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt A wurde heute bezüglich del' Firma August Wehn in Giesten eingetragen: Dem Kaufmann Heinrich Schraner in Giesten ist Prokura erteilt. 4921B Giesten, den 9. Mai 1922. Hessisches Amtsgericht. Bekanntmachung. Mittwoch, den 24. Ma i 1922. nachmittags 2,/t 12 h r, wird im Hr^e des Stadthauses Gartenslraste 2 die Gvaönutzung auf ben Schneifen und Mähplatten deS Gieste- ner StadtwaldeS öffentlich meistbietend versteigert. Diesten, den 19 Mai 1922 4948» Der Oberbürgermeisier. I. B: Dr. Rosenberg. (4-rtisereiVerpachtuttg. Mittwoch, den 24. Ma i' l. Z., vormittags 1 P/4 U b r, soll in der Gastwirtschaft .ZumTreppchen" bei Ferdinand Krci- ling zu Heuchelheim d i e GraSnutzung an der Lahn in den Gemarkungen GiestenundHeuchelheirnfür das laufende Hahr öffentlich versteigert werden. Mainz, den 17. Mai 1922. 4965D Hess. Wasserbauamt Mainz ________________Schmitz.________________ Versteifet ttng. Am Montag, dem 22. Mai, nachmittags 2 Hb# beginnend, wer^m im Hofe des Hauses Asteo- wcg 25 die im Jahre 1920 gefundenen und vom Polizeiamt überwiesenen Gegenstände, sowie verschiedene Möbel und sonstiger Hausrat auS Rach- strstsachen meistbietend gegen Barzahlung versteigert. Giesten, den 15. Mai 1922. 4922» Der Oberbürgermeister (Wohlfahrtsamt). Dr. 8 r e y. erhalten umlonft die Broschüre: .Die Ursache beS Stotterns u.Beieckianna ohne Arzt nab ebne Leb- ter sowie ohne -lustaltS- ÄtKOHKEESä^BaKäl besuch.^ «trüber tuar ich selbst ein febt starker «tollerer u. habe mich nach vie en vergebt. Kurien selbst gekeilt. Bitte leit. Sie mir Jdre Avrefie mit. Die düsend mein. Büchleins erlolnt fof. oh ,>iruienausdruck vollst. foiteuL L.Waruecke,<»anuover,i>rtesenstrL3. Statt Karten Ottilie Biedenkapp \ Peter Schneider Verlobte Gießer. Saarbrücken | 21. Mai 1922 Hill | Sollte-WnW io MÄ am 15., 16. und 17. Juli 1922. Ium 15. Bundesfest des Lahn -> Dünsberg - Bundes ist der Altmetalle jeder Art, sowie alte Maschinen, Betriebs» elnrichtungen, Ladungen, Alteisen usw. kauft zu höchsten Preisen Fr.Kuhnlichel, Herborn Fernruf 211. 48ti6h Iuxplatz zu vergeben. Anfragen b. Schlossermeister Scherer, Wieseck, Gietzener Str. 4954 Senfterglas Draht-, Roh-und Ornamentglas weih u. farbig, sowie SchoSspiegel liefern in allen gangbaren Größen und Stärken ab Lager zu Tagespreisen Glasgrotzhandlung Glas-Kontor G. m. b. H. Fernruf 1683.______05237_____LahHftratze 9. Bicnaet- 0. bttlnmMWfl. 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Mattern. 229 500 65 5 664 721 04 5 139 894 23 973 422 51 der Bundesstaaten . b) sonstige börsengängige Wertpapiere . . . c) sonstige Wertpapiere 1113 5' 0| 16 093 284[65 5 515 1 1 65 000 10 317 Passiva Geschäftsguthaben: Die Mitgliederzahl der Genossenschaft betrug am Iahresschluh 1553. 3m Jahre 1921 traten 112 Mitglieder neu hinzu. Durch Tod und Kündigung schieden 52 Mitglieder aus. Die Geschäftsguthaben vermehrten sich in der gleichen Zeit um Mk. 73 590.61, die Haftsumme um Mk. 790 000. Letztere betrug am Iahresschlutz insgesamt Mk. 3 800 000.-. 360 000.- 150000.- 22 000. - 40 000.- 100 000.- . 565 609.10 . 6 690. - d) ausscheid. Mitglieder . Reservefonds: 189 908 08 3 903 75 Gießen, den 19. Mai 1922. (SewerbebanK zu Gießen e. ®. m. b. H Kündigung .... 2 989 829.97 b)mit ganz- u. halbjährlicher Kündigung . . 2 430 495. - Konto-Korrent-Konto A Konto-Korrent-Konto B Iu Kautionszwecken hinterlegte Spar- einlagediicher........ Avale............ Dorerhobener Diskont Dividende.......... Jur Disposition des Aufsichtsrats. . Gewinn-Dortrag 278 380 77 Aktiva Kassenbestand Fremde Beldsorten und Kupons . . Guthaben bei der Reichsbank, dem Postscheckamt und den Banken . . Schahanweisungen Diskont-Wechsel Wertpapiere: a) Anleihen des Reichs- und JC c) Haus-Reserve . . . d) Effekten-Reserve . . e) Beamt.. Pensionsfonds Spareinlagen: 670 586 10 a) mit vierteljährlicher Forderungen aus Beleihung börsengängiger Wertpapiere..... Konto-Korrent-Konto Konto-Korrent-Konto B Ausgeliehene Vorschüsse do. (zwecks Stellung von Kautionen ausgenommen) Roch zu empfangen de Zinsen: J( al auf ausgeliehene Vorschüsse 4 899.08 b) „ Kautions. u. Lombard- Vorschüße . . . . 616.30 Mobilien Stahlkammer (Eigenes Bankgebäude Porlokasse- und Schlutznoten-Bestand Avale........... Ji 1 488 637 32 672 000 - 5 420 324 97 893 225 14 6 099 263 74 278 380 77. 1 113 500 _ 17619 60 96 698 38 5000 — 8 634 73 B® •• |L ■ Arbeiten dieser Art werden fach- ÄtfialDI männisch sauber ausgeführt; bei kWI ÖIIäiI Auf frischen von ganzen Zimmer- ■■■ wW elnrichtungen wahrend der UB9KÜ Sommer- und Ferienzeitr Beizen Polieren Ausnahmepreise. Ernst Kürschner, Beiz- und Pollerwerkatatt. Xordanlage 20. 0 >201 Etabldrabtma trotten für jede Bettstelle nach Matz, an Jedermann. Äatalon frei. 21A ElaenmöütllaUr. Suhl LTh. Frotle einfarbig iLStreif en fa!l- fülle einfarbig in vielen Farben gemusterte Voile elegante Muster Kleide?-Ripse Kleider - Leinei Mousseline Mantetseide WMoile gestickte breite Ware Mtr. 78 Mk. besond. vorteilhaft. L Bernard Bismarckstr. 6. BMI für Schweine u. Hühner emvfieblt 4935 W. Waldmchmldt, Apotheker. Adler-Drogerie, SelterSmeki 39. Asthma k. i. etwa 15 Woch. ccbcilt werden. Svrech'iund. d. n. meinemBeriabren fachlich gebildeten Arztes in Wie Ken'. 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Unter gütiger Mitwirkung des Pianisten Herrn J. HAHN und des Herrn RUD. SONNTAG (Violine). 4942D Eintrittskarten zu 10, 7, 5 Mk., Studentenkarten 3 Mk. in der Musikalienhandlung Ernst Chailier, Neuen weg (Telephon 671), und an der Kasse. Müllers Palmitin- Seifenpulver Besitzt unübertroffene Waschkraft. Ucberall erhiltL joe. Müller, Seltentabrik, Umburg a. d. Laba, y Freitag, 26. Mai, 87» Uhr abends, im großen Hörsaal des Vorlesungsgebäudes Vortrag von Oberst Wöllwarth Kommandeur des geichsw.-lnfanterie-R.egts. Nr. 15: Feldmarschall Grafv.Schlieffen W8M!8 Extra“ Viehhändler-Verein Gießen und Umgegend VrM'WWMz am Sonntag, dem 21. Mai, nachm. 3 Uhr, im Hotel „Felsenkeller" Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung wird um vollzähliges Erscheinen gebeten. Der Schlager der Wocha: Sportanzüge Mk.4OO.— Das neue Sporthemd Amerika mit Seitentaschen und Umlegekragen Mk. 20(k— amerlk. wo 11. Decken (reicht zum Anzug od. Mantel) Mk. 550.— Zum Kaffee-Getränk Werner Breuer Dann wird es mehr teuer Hosen Nene Sportboi. in groS. Auswahl Neue leldgr. Hosen Kk. 270.— bis 369.— Neue PUothosen, elseulest, prima Mk. 278.— Neue Manchesterhosen prima Mk. 556.— Neue Senntagshouen Mk. 200.— bis 858.— WeiOletn. Unterhosen Mk. 75.— geeign. x. blau färb. a.Ueber'aos. Drellhosen Mk. 150.— b. 180.— Am Sonntag, dem 21. Mai, nachmittags 2 Uhr, findet im großen Saale des Caf6 Leib ein öffentlicher Vortrag hervorragende Qualität Petzold 8 Aulhera A.-L, Dresden Viehhändler OberheHens! Zu der am 25. Mai, vormittags 11 Uhr, im Deutschen Kaiser, AlSfeld, stattfindenden Versammlung laden wir alle Mitglieder und Kollegen dringend ein. Tagesordnung: 1. Dortrag des Direktors, Herrn Scholz, Berlin, vom Bund der Viehhändler Deutschlands üb« „Rechte und Pflichten des Viehhändlers t» Wirtschaftsleben"-, 2. Gründung eines Schiedsgerichts: 3. Besprechung über angeordnete Maßnahmen z« Seuchenbekämpfung; 4. Anträge aus der Versammlung u. Verschiedene-. In Anbettacht der Wichtigkeit der Tagesordnung und der Anwesenheit des Bundesdirektors, der als Autorität in unserem Gewerbe begannt ist, darf kein Viehhändler fehlen. 4932 Der Dorstand deS Oberhessischen Vieh Händler-Verein-. Saalbau Caf6Lelh täglich Im Cafö-Restaurant Künstler-Konzert Samstag u. Sonntag ab 7 Uhr Vereinsvergnügen mit Tanz. Drehstrommotor« verschiedene Gröben sofort zu günstigen Preii-r lieferbar. . ß9® Wilhelm K. Schmidt, — f Astoria-Lichtspiele 4 Jugendtag 3m gelt der deutschen geltmiflion, Oswalds- garten, Gießen, findet am Sonntag den 21. Mai, nachm. 3 Uhr eine Iugendversammlung statt. Thema: Jugendtreude! • Nendkampf! Redner: Prediger Dolkmann, Berlin u. Prediger Bohnke, Hartenrod. Die Jugend Gießens u. der Umgebung ist Herz» lich dazu eingeladen. Vormittags 11 Uhr im Zett: Morgen-Andacht. Abends '/,9 Uhr im Zelt: Eoangeltsatronsvorttag. Don Montag den 22. bis Sonntag den 28. Mai findet täglich nachm. 4 Uhr Bibelerklärung und abends '/,9 Uhr Evangelisationsvortrag statt. Jedermann herzlich willkommen! Eintritt stell V Da das Allemania-Theater, Frankfurt den Film > IMate der Spider des großen Erfolges wegen abermals 4 Tage verlä gert har, gelangt dieser Film bei uns 1 Tag später und sw ar von Dienstag d. 2.3. bis clnschl. Freitag d. 26.5. zur Aufführung. Deute bis einschl. Sonntag: JuloiderApache 10000 Mk. bar für Porwärtsstrebende u. Erfinder AufkL. Anreg. und beste Berdtenstinägiichkeit biet. Broschüre gratis durch F. Erdmann & Co., Berlin, ““sl Königgrätzer Straße 71. Neue feldgraue Mftntel in allen Preislagen. ArbelterbekÄngshaus K. Grünawald Sonntag, den 2L Mai: Mes ÄMlMi! Sonntag, den 21. Mai MMMMÄUll auSgefübrt von einer Abteilung des MufikkorvS des L Bataillons des Jnf.-RegtS. Nr. 15, Gießen. Beginn 5 Ubr. Gr. klnderbelustigung (Karussell, Schaukel) Tanzkränzchen des Tennisklubs Fortuna. Ausschank der besten Rhein-, Mosel-, Saar- und Aar-Weine. 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Beachten Sie unbedingt die Anfangszeiten. Bedeutend verstärkt. Orchester.