Nr. 92 Erscheint täglich, außer Sonn» und Feiertags, mit derSamstagsbeikage: GiebenerFamilienblütter monatliche Bejuqspreife: MK. 16.- und MK. 1.50 Trägerlahn,durch diePost MK. 17.50, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech- Anschlüsse: fürdieSchrift- keitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- eichten: Mnwlger Liehen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. Erstes Blatt 112. Jahrgang 150 'Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 430TL Bei Platz- vorschnft 20 Aufschlag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz: für den übrigen Teil: Karl Walther; für den Anzeigenteil: ans Deck, sämtlich in (Biegen Donnerstag, 20. AprU 1922 Anno am ooii Anzeigen für die Tagcsnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm tföhe für Anzeigen v 24 mm Breite örtlich 120 Pf, auswärts GietzenerAMign General-Anzeiger für Oberheffen vnid und Verlag: vrsfhl'fche Univ.-Vuch- und Steinöruderei R. Lange. 5chnftleitung, Geschäftsstelle und Drudcrei: 8chulstratze 7. Die 9lid)tlinie Poincar^s. der man hieraus bvm Der- Erploitivvertrag. London, 19. 2lpril. (Wolff.) Dio „CB e ft - m in ft er Galette“ schreibt in einem Leitartikel die einfache Satfads fei die,daßDeutschland und Rußland zwei der fünf führenden Mächte Europas feien und dah der Versuch, sie als Parias und Ausgeslvßene zu behandeln, die nicht teert sind, eine andere als unterwürfige Rolle bei der Aufgabe des Wiederaufbaues Europas zu spielen, wenn nicht mit einer Katastrophe so doch wenigstens mit einer Enttäuschung enden würde. Es sei Unsinn und sei immer ilnfinn gewesen, dah Frankreich. Statten und Großbritannien erfolgreich und für lange Zeit die Rolle von Diktatoren Europas spie- für uns unannehmbaren Form Entschuldigung. Schließlich Huben sie es vorgezogen, nicht mehr davon zu reden und die Verhandlungen wurden wieder ausgenommen. Sie haben anläßlich unserer Durchfahrt durch Berlin zu einem Ergebnis geführt. Der Text len tonnten. ... „ gewesen, dah Deutschland und Ruhland zusammen kommen muhten, wenn sich die Alliierten unannehmbar schienen. Der erste Punkt war Ar- \[ • •• in roerT;n tifel 6, der bedeutet, dah Deutscl^and, Ruhland | des mtrimmierten Abkommens ist in Berlin nicht enschtilehen fonnenwbie polnische, die bolschewistische und die Reparationsfrage in rationeller Weise zu behandeln. Sm ganzen fei das deutschrussische Abkommen zu begrüßen. Es sei zwar eine Dombenexplosion und möglicherweise eine unangenehme Erplosion gewesen für die Leute, die gehofft hatten, politisch Kapital aus der Genueser Konferenz zu schlagen. Sie habe jedoch den Vorteil, dah sie allen die Wirllich- teit der Lage Europas vor Augen führe. Es sei vielleicht bedauerlich, dah die deutsche Regierung die Initiative vorweg genommen habe in einer Politik, die jede Regierung in Europa bald befolgen müsse. Aber wessen Fehler sei das ' Lloyd George und seine französischen Kollegen hätten sich seit drei Jahren den Lurus gestattet, unmögliche Träume zu träumen. Ihre Poli - t i f der „Sieger" le» weniger unmoralisch, als töricht gewesen. Eine Anrnfuns, des Rcparationsansschnsses. für die integrale Anerkennung und für eine Garantie des Privateigentums aussprechen. Werde diese Annahme nicht erfolgen, dann werde die srakizösischr Delegation den Auftrag erhalten, nicht an den Beratungen teilzunehmen. Paris, 20. April. (WTB.) Der „Petit Parifien" glcu t zu w s en, daß Minsterp.ä'- dent Poincarä am kommenden Montag im Generalrat des Departements de la M.use in Bar-le-Duc eine politische Rede halten werde, in der er sich über die Zwischenfälle in Genua aussprechen werde. Die französische Hetze. Paris, 19. April. (WTD.) Der Abgeoro- nete Andr 6 Tardieu hat an Ministerpräsi- dent P o i n c a r 6 einen Brief gerichtet, in dem er ihn daran erinnert, dah er am 1. April in der Kammer entschieden erklärt habe, falls in Genua Versprechen gemacht würden, die Verträge von'1919 zu diskutieren, werde Frankreich sofort volle Handlungsfreiheit bean pruchen. Durch das deutsch-ru fische Abkommen sei nicht nur d«r Friedensvertrag verletzt, sondern auch eine gemeinsame Politik der Provokation gegen den Geilt und Buchstaben des Versailler Vertrages verübt worden. Die fernere Teilnahme Frank» Reichs an den Konferenzarbeiten sei deshalb -für diejenigen, die dem Ministerpräsidenten vor drei Wochen ihr Vertrauen ausgesprochen hätten, eine peinliche Überraschung Die Verhandlungen von Genua zwischen den Deutschen und Russen könnte in Zukunft für Frankreich von ernsteren Folgen sein als die Politik der Vorgänger Poäncarös, die eine Herabsetzung der Lasten Deutschlands aus dem Friedensvertrag um jährlich mehr als 40 Prozent zum Ergebnis gehabt habe. Sobald das Parlament wieder zufarnmentrete, werde er deshalb den Ministerpräsidenten über seine allgemeine Politik intervenieren. französische Prcsscstimmen. Paris, 19 April. (WB.) Der „TempS' hat an der gestrigen, von den einladenden alliierten Staaten und der Kleinen Entente beschlof- polttischen Lage. Ein Bankett unter Deilnahme der Deutschen und Russen. Genua, 19. April. (Spezialbericht des Vertreters des WTD.) Die Rote der neun Mächte ist der deutschen Delegation freute früh überreicht worden. Die hier weilenden Kabinettsmitglieder sind daraus zu einer Sitzung zusammengetreten. Am Rachmittag werden die Sachverständigen zusammenkommen, und es wird eine Kabtnettssitzung der ganzen Delegation abgehalten werden. Die deutsche Antwort wird voraussichtlich im Laufe des heutigen TageS überreicht werden können. Die Stimmung ist durchaus ruhig und fest. Man neigt zu der Anlicht, dah mit der gestrigen Rote das letzte Wort noch nicht gesprochen sei, und dah die Unterzeichner selbst im Interesse des ungestörten und fruchtbaren Fortganges der Konferenz einen Ausgleich finden werden. Zu erwähnen wäre noch, dah die führenden deutschen Delegierten, d. h. Dr. Ra- thenau, Dr. Hermes, Schmidt 'und Reichsbank- Präsident Havenstein, gestern abend einer Einladung der italienischen Delegation zu einem Essen gefolgt find, an dem die führenden Delegierten aller Rationen teilgenvmmen haben. Wie der deutsch-russische Vertrag zustande kam. Berlin, 19. April. Zur Begründung des deutschen Abkommens mit Rußland gab, wie die Blätter aus Genua melden, der Leiter der Oftabtcilung des Auswärtigen Amtes, Ministerialdirektor v. Maltzan. folgende Erklä- rung ab: „Als man der deutschen Delegation das Londoner Memorandum vorlegte, erklärten wir sofopt, dah uns drei Punkte darin Paris. 20. April. (WTD.) Rach ..Petit Journal" soll Poincare von Darthou langt haben, dah, bevor jede Diskussion mit den Ru sen fortgesetzt werde, diese formell die Res o- lution von Cannes annehmen, d. h. sich Weitere englische Stimmen. London, 19. April. (WTB.) In einem Leitartikel schreibt der „Manchester Guardian" über den deutsch-russischen Vertrag, Deutschland und Rustland hätten. soweit ersichtlich fei, innerhalb ihrer gesetzlichen und verfassungsmäßigen Recht, gefraiad.lt. Sie hätten aber zualcich in einer Weise gebandelt, die, wie sie wissen mußten, Sturm erzeugen muhte. Beide Länder seien weit gegangen, indem sie einen formellen Vertrag abschlofsen, der nicht der Konferenz unterbreitet wurde, und zwar über die Hauptfrage, zu deren Erörterung die Genueser Konferenz einberufen wurde, und indem sie die Tedingungen verdrehten, wenn nicht verletzten, unter welchen sie eingeladen wurden, und die sie stillschweigend annahmen. Der Auss-hluh Deutschlands aus der ersten und wichtigsten Kom- mistion sei nicht eine würdevolle Maßnahme. Bevor eine „Bestrafung" Deutschlands oder Auh- lands in Frage komme, müsse man erst klar wissen wofür man sie bestrafen wolle. Der „Ob ferner“ sagt, ob der Vertrag als solcher gut oder schlecht in seinen unmittelbaren Wirkungen sei. scheine er doch in ziemlich rationeller Weise einen Teil dessen zu vollenden, was die Konferenz sich zum Ziele setzt. Der Verrrag beseitige die Last zweckloser Schulden und ebne auch dem Handel den Weg. Er verhindere keine andere Macht, gleiche Vereinbarungen mit Rußland zu treffen, sofern sie es wolle Es sei ein Separatvertrag, jedoch kein dieser Sitzung gaben der Reichskanzler und Reichsminister Dr. Rachenau ein Bild redigiert worden, wo Herr Rathenau uns erklärte. er könne es nicht ohne Genehmigung des deutschen Ministerpräsidenten paraphieren. Dieses letztere hätte nicht vor der Abreise der Russen aus Berlin stattfinden können. Man hätte also notwendigerweise warten müssen, bis man in Genua zusammengetreten sei, um die Unterschriften auszutauschen. Litwinow erklärte ferner, dah der russisch-deutsche Vertrag vollkommen veröffentlicht worden sei und dah keine Militärkonvention ihn begleite. Eine Widerlegung der Einwendungen. Berlin. 19. April. (Wolff.) Von zuständiger Seite wird mitgeteilt: Die Einwendungen der einladenden Mächte in Genua gegen den deutsch-russischen Vertrag bestehen tm wesentlichen aus folgenden Punkten: 1. Es läge eine S o n d e r a k t ion Deutschlands vor. Sonderverhandlungen wurden aber Mnächst unter Richtbeteiligung Deutschlands von anderer Seite eingeleitet. Um Schädigungen zu vermeiden, muhten tetr mit Rußland ein Abkommen treffen. 2. Der Reichskanzler hat das Londoner Memorandum in der ersten Sitzung der ersten Kommission ohne Widerspruch als Derhandlungs- basis angenommen. Das Memorandum wurde aber in dieser Sitzung nur verteilt. Die Russen erklärten, dah sie es nicht kennen. Es wurde auch erklärt, dah das Memorandum die Regierungen nicht binde. Irgendeine Erklärung von Deutschland wurde nicht abgegeben. 3. In den Cannes-Resolutionen sei als Voraussetzung für die Genueser Konferenz festgestellt worden, dah Rußland die Sozialisierungsschäden anerkenne. Die Resolutto- neu von Cannes togren vom Reichskanzler angenommen worden. Einerseits aber hat in dem zwischen Deutschland und Rußland aeschlossenen Vertrage Ruhland in Form einer Aufrechnung die Sozialisierungsschäden ausdrücklich anerkannt und andererseits auf die Schäden, die Deutschland nicht bezahlt hatte, verzichtet. Außerdem ist in dem Vertrag ausdrücklich vorgesehen, dah, wenn Rußland mit einem anderen Staat ein Abkommen schließt, in welchem es sich zur Ersatzleistung für die Sozialisierungsschäden verpflichtet, diese Er- satzschäben analog auch an Deutschland zu zahlen seien. Prinzipiell wurde also eine cntschädigungs- lvse Sozialisierung nicht festgestellt. 4. Der Vertrag enthalte eine Verletzung des Art. 240 des Versailler Vertrages. Wir hätten durch den Verzicht auf die Softali- sierungsschäden Rechte entwertet, die wir nach Art. 240 auf die Reparationskommission übertragen mühten. Aber diejenigen deutschen Rechte, die nach unserer Auffassu ng unter Art. 260 fallen, find längst auf die Repara-ionskommission übertragen worden, und der von Deutschland ausgesprochene Verzicht ist ohne Einfluß auf diese Rechte, da sie im Augenblick des Verzichts keine deutschen Rechte mehr darstellen. Wenn die Alliierten Rußland gegenüber auf die Geltendmachung dieser Ansprüche verzichten, dann können sie sich nicht beschweren. 6e::en sie aber ihre Ansprüche durch, dann fällt die Wirkung des deutschen Verzichts weg. Der Vertrag von Rapallo verletzt also den Vertrag von Versailles nicht. den Unwillen der englischen und französischen Delegation, halte cs aber für nötig, der Rote eine Form zu geben, die eine Verständi- g u n g zulasse. Im weiteren Verlauf der Diskussion, in der die Vertreter Belgiens, Japans, Jugoslawiens, Rumäniens und der Tschechoslowakei die englisch-französischen, und der Vertteter Polens mit einigen Einschränkungen den italienischen Standpunkt vertraten, gelang es Schanzer, seine Anschauung durchzusetzen und die Rote in eine gemähigte Form zu bringen. Erklärungen Litwinows. Paris, 19. April. (Wolfs.) Rach einer Meldung aus Genua hat Litwinow eine Erklärung abgegeben, in der er daraus hinweist, dah Rußland schon Abkommen mit Polen, Finnland, Csthland, Litauen, der Türkei, Persien, Schweden und Italien abgeschlossen habe. Er versteht nicht die Ueberraschung, die man nach dem Abkommen mit Deutschland zeige. In Wahrheit verhandeln wir, so sagte Litwinow, mit Deutschland seit 1918. Deutschland hat Sowjetrußland durch den Friedensverttag von Brest-Litvwsk anerkannt und wenn die Vertreter Rußlands von Berlin am Ende jenes Jahres ausgewiesen wurden, so sind sie sofort nach der Revolution wieder zurückgekehrt. Was unsere Verhandlungen in Berlin behindert und verlängert hat, war der Mord an dem Grafen Mirbach. Die Deutschen verlangten in einer Auf dem Wege einer Einigung? Lloyd George hat sich bereit finden lassen, mit Wirth und Rathenau in Verhandlungen einzutreten. Es ist anzunehmen, daß es den beiden Vertretern Deutschlands gelingen wird, Lloyd George zur Vernunft und Mäßigung zu bringen. Der britische Premierminister hatte mit Rußland verhandeln lassen ohne Zutritt der Deutschen, er hatte plötzlich und gänzlich überraschend ein Londoner Memorandum auf der Inferenz zur Debatte gestellt, das für Deutschland, wie aus den folgenden Meldungen zu ersehen ist. absolut unannehmbar war. Man kann sich also nicht wegen Verletzung der Formen und Abmachungen ereifern; diese lag zuerst auf der Seite der Entente. Wirth und Rathenau bei L>ohd George. Berlin, 19. April. (Wolff.) Aus G e - nua wird bekannt, dah der Reichskanzler und Rathenau heute morgen mit den führenden Männern der Entente in direkte Fühlung getreten sind, und zwar auf Wunsch der Entente. Berlin. 20. April. Wie bie Blätter aus Genua melden, wird die Antwort der deutschen Delegation auf die Rote der Alliierten und der Heinen Entente voraussichtlich erst heute überreicht werden. Diese Verschiebung wurde bedingt durch eine Kette von Konferenzen des Reichskanzlers und des Ministers des Aeußern mit den alliierten Staatsmännern und den Führern der russischen Delegation, die den ganzen gestrigen Tag ausgefüllt haben. So hatten Dr. Wirth und Rathenau mit Lloyd George in der Villa Alberti eine zweistündige-DesPrechuna, die Lloyd George angeregt hatte. Das Gespräch drehte sich hauptsächlich um den Vorwurf der Geheimhaltung, der in der Rote der Alliierten den Deutschen gemacht worden ist. Dr. Rathenau legte die Vorgeschichte des Vertrages dar. die von dem Ministerialdirektor von Mal."an den Pressevertretern mitgeteilt worden ist. Lloyd George soll der deutschen Delegation andeutungsweise die Annullierung des Vertrages nahcgelegt haben oder aber ihr Ausscheiden au« der politischen Unterkommission. Wie die Blätter bemerken. kann Deutschland, ohne sich moralisch herabzuwürdigen und sich vertraglich unfähig zu machen, seine Unterschrift nicht zurückriehen. Die Blätter sehen eine Möglichkeit zur Losung darin, den Vertrag in die zwischen den Alliierten und Rußland zu schließenden Abmachungen einzu- -gllebern. .. Wie baß /Betl Tagebl." meldet, ist die Antwort Lenins auf die Rückfrage der russischen Delegation nach Moskau gestern in Genua eingetroffen. Litwinow erklärte Preste- üertretern. daß die russische Delegation auf Grund der Antwort nunmehr bereit sei. die Verhandlungen in der Villa Alberti oder in der politischen Untcrfommiflion fortzusetzen. .Die weitere Haltung der deutschen Abordnung. G e n u a, 19. Aprll. (WTB.) Heute abend fand eine Sitzung der in Genua anwesenden Mitglieder der Reichsregierung statt, in der über die durch die Rote der Signatarmächte entstandene Lage beraten wurde. Im Anschlüsse hieran fand eine Sitzung der Sachverständigen statt. In Paris. 19. April. (WTD.) Die HavaS- agentur teilt mit, daß Ministerpräsident Poincare beschlossen habe, den französischen Vertreter in der Reparationskommission. Dubois, zu ersuchen, die Kommission mit der durch den Abschluß des deutsch-russischen Vertrages aufgeworfenen Frage offiziell zu befaf.en. Der Ministerpräsident werde die alliierten Regierungen ersuchen, ihren Delegierten die gleicheii Jnstrut- tionen zu erteilen, damit von der Reparativns- kommission in kürzester Zeit das Abkommen von Rapallo geprüft tccibe. — Die Havas- agentur glaubt übrigens zu wissen, daß bereits ein persönlicher Meinungsaustausch zwischen den Delegierten in der Reparationskommislion statt- gesunden habe. Reben der bekannten Heranziehung des Artikels 260 gegen den deutsch-russischen Vertrag sei man in der Kommission der Ansicht, daß dieser auch grundsätzlich gegen Artikel 248 verstoße, der die deutschen Güter und Einnahme.suellen mit Privilegien ersten Ranges zu Gunsten der 'Alliierten belastet. Außerdem hätten durch Artikel 116 Absatz 3 die alliierten Mächte ausdrücklich einen Vorbehalt bezüglich der Rechte Rußlands auf alle Restitutionen und Reparationen gemacht, die Rußland nach den Siundsätzen des Vertrages erhalten hätte. Die Sowjetregierung habe zwar freiwillig auf diese 'Bestimmungen zu ihren Gunsten verzichtet. Es scheine jedoch, daß die deut'che Regierung ihrerseits einen solchen Verzicht nicht ohne Zustimmung der alliie ten Mächte hätte unterschreiben können. In der Rcparationslommis ion flehe also auf dem Stan punkt, daß Deutschland durch wie er einmal seine Verpflichtungen dem Versailler Vertrag ve.l.ugnet habe. oder einem Dritten, der an die Stelle Rußlands tritt, für die Kriegsentschädigungen, die Rußland aüf Grund des Versailler Vertrages hätte fordern können, zur Verfügung stehen müsse. Der zweite unannehmbare Punkt war ein Artikel der zweiten Beilage, wonach alle industriellen Unternehmungen, die am 1. 3. 1917 in Rußland unter ausländischer Leitung standen, als ausländische Unternehmungen hätten betrachtet werden sotten. Da zu diesem Zeitpunkte infolge des Krieges kein Unternehmen in Rußland eine deutsche Verwaltung aufweisen konnte, käme dies praktisch dem Ausschluß der Deutschen aus dem Kreise derjenigen ausländischen Industrien in Rußland gleich, die eine besondere Behandlung durch die Sowjetregierung erfahren sollten. Der dritte Punkt war Artikel 15 der zweiten Beilage, der festseht, dah alle vor dem 1. September 1917 in Rußland vollzogenen Enteignungen in Kraft bleiben sotten. Diese Enteignungen betreffen fast ausschließlich deutsche Unternehmungen. Deutschland war also auf Grund dieses Memorandums von allen Dortetten ausgeschlossen, die ein eventuelles Abkommen mit der Sowjetregierung gebracht hätten. Diese Eindrücke der deutschen Delegation wurden den anderen Delegationen ausführlich zur Kenntnis gebracht. Es wurde einem Mitglied einer fremden Delegation erklärt, dah Deutschland sich verpflichtet |ü ,l>, die Drohungen des Memorandums durch direkte Abmachungen mit den Russen zu parieren. Am Freitagabend kam der Pressechef der italienischen Delegation, Giannini, zu der deutschen 5>jlcgation und berichtete über Besprechungen zwischen Rußland und der Entente, die hinter verschlossenen Türen stattfanden. Giannini fügte hinzu, dah er die Au, gäbe habe, die Ansicht der deuZchen Delegation über das Memorandum zu erfahren. Es wurde ihm darauf von den Deutschen erklärt: 1 Solange die drei erwähnten Punkte aufrechterhalten bleuen, formen wir zu diesem Memorandum keine Stellung nehmen. 2 . Wenn die Verhandlungen mit den Russen ohne uns fortgesetzt werden sollten, würden wir in unserem Interesse gezwungen sein, uns anderweitig zu sichern. Am Samstag erflärten Rakowsky und Joffe dem deu.schen Delegierten Waltz.an. d-ah die Russen auf Gründ gegenseitiger Konzessionen zu einem ilebereinfommen mit den Ententemächten zu kommen hoff en Auch .rin britischer Delcg erter äu ,e:te sich in e.ner Unterredung mit Machan sehr Optimist sch über den Verlauf der Verhandlungen. Maltzan wiederholte ihm gegenüber, daß Deu schlan> durch direkte Verhandlungen mit den Russen die Situ a on parieren mü" te. Am Samstag abend b achten verschiedene Berichterstatter der deu schen Delegation die Rachricht. daß ein Uebereinkom- men zwischen Ru'land und den Ententemäch.en virtuell bereits erzielt wurde. Run.neh beschloh die deutsche Delegation, die russische Delegation um ein? Zusammenkunft für den nächster Tag zu ersuchen. Das Zusammenkommen fand am Ostersonntag in Rapallo statt Rach fc,r kurzer Dauer wurde der bereits in Berlin vorbereitete Vertrag unterzeichnet. Schanzcr ah) G/orje die ge.nä i le Antwort angesi^ts seiner Warnung an Franl-- reich gegeben habe, was würden die entschlossenen Manner denke i, die in Berlin und Moskau arbeiten? Sie misten sich sagen: England reagiert nicht energisch gegen die deutsch-bolschewistische Dedrohu g. A.ho h-nl es Furcht vor einem Kon l.k, u iö will G s täte rn ch n w e im Früchscchr 19 4. ($ rglaitb fürchtet au erdem, dach Frank eich zu start wird. Das ist der Giftes- zustand, der nach Waterloo vorgeherrscht hat und als der Sommer 18i0 herannahte. Wenn die entschlossenen Leute von Berlin und Moskwa nach 1815 diese Betrachtung anstellten, toiLD-en sie zu der Konklusion gelangen: Wir kennen fortsahren, Kri g vo -zubereiten. Die fra zl s. che Kammer habe Recht daran getan, die Ibmonatige Dienstzeit zu votieren. Auch das »Journal des Debats" ist mit der gestrigen Amtwortnote nicht zufrieden. Es findet, dach gestern ein schlimmer Tag gewesen sei. Die Alliierten Hütten sich nicht zu kontrahierten Manövern verstanden. Die Verwirrung in Genua vermehre sich, die ösfenllbhe Meinung in Genua sei erregt Der Tag werde immer günstiger für eine gemeinsame Aktion der Bolschewisten und der Deutschen. Wenn die Alliierten sich nicht zur rechten Zeit aufrafften, dann werde das freche Manöver Rath en aus und Tschitscherins mit einem Triumph enden. Anstatt Front hiergegen zu machen, frage man sich, ob dieser oder jener der Alliierten nicht davon benachrichtigt gewesen sei, was vorginge und ob man sich einer geheimen Machination gegenüber befinde. Der Vertrag vom 16. Aprll werde von den einen als juristischer Akt angesehen, der durch diesen oder jenen Paragraphen angegriffen werden könne. Die anderen aber seien der Ansicht, daß er einen neuen europäischen Zustand schaffe, der sofortige Maßnahmen er-, fordere. 3n Frankreich seien gewisse Leute erregt und verlangten Einberufung der Kammer. Diese Erregung hätten die Anterzeichner des Vertrages gewollt: man befinde sich nicht vor einer neuen internationalen Lage. Ob das Dokument befiele oder nicht, die Absichten der beiden kontrahierten Parteien würden dieselben bleiben. Die einzelnen Klauseln seien nebensächlich Das Wesentliche sei die Verösfenllichung des Dokuments. Denn dies sei ein Manöver. Es sei bedauerlich, dah man darauf nicht durch ein Gegenmanöver geantwortet habe. Schließlich bemerkt das Blatt, "dah man beide Unterzeichner nicht verschieden hätte behandeln dürfen. Eine internationale Finanzkonferenz. Rach einer Meldung der „Voss. Ztg." Jfauß Genua wurde von der finanziellen Oberkommissivn der Fachleute, zu 'der auch der Reichsbankpräsident Haven- stein gehört, eine bereits fertiggestellte Resolution angenommen, in der es heißt: Es sollen zugleich alle Banken, die Banknoten ausgeben, zu einer Konferenz außerhalb von Genua und ohne Zusammenhang mit der Genueser Konferenz zusammenberufen werden. Diese Konferenz soll aus sich heraus die Frage der Geldbasis, der Währungen, die Stabilisierung der Wechselkurse, der Kredite, der Au- leihefvage, der Unabhängigkeit der Roten- Sanken von ihren Regierungen und auch die Frage der Schuldenzahlung regeln. Zu dieser Konferenz soll auch die amerikanische Federal Reserve Bank etngetaben werden. Die Bank soll ihre Teilnahme bereits zugesagt haben. Amerika als Gläubiger. London, 19. April. (WTB.) Wie die Blätter aus Washington berichten, wurde gestern in einer Sitzung, an der Schatzsekre- tär Mellon und sämtliche Mitglieder der Schuldenkvmmission, darunter Hughes, Hoover und Bürten teilnahmen, eine Kommi s- sion für die Fundierung der alliierten Schulden konstituiert. Sie wird künftig von Zeit zu Zeit zusammentreten und sich zuerst mit der englischen und dann mit der Schuld der anderen Länder In einer noch zu bestimmenden Reihenfolge beschäftigen. Die Kommission zeige keinerlei Neigung, die Dinge zu überstürzen. Aus Sen Ausschüssen. Genua, 19. April. (WTB.) Die Unterem- Mission für den Geldumlauf und für W e ch ° selkurfe der Finanzkommission traten nachmittags unter dem Vorsitz von Sir Robert Horne zusammen. Der Bericht der Wirtschaftler über den Papiergeldumlauf und die Wechselkurse wurden eingehend geprüft. Mehrere Abände- rungsanträg" sind eingebracht worden. Der Bericht der Wirtschaftler wurde schließlich angenommen, und es wurde beschlossen, der Sinan3» kommissivn eine Reihe von Resolutionen vorzulegen, in denen der Konferenz angeraten wird, diese mit ihren Abänderungen gnzunehmen. Nächste Sitzung Donnerstag nachmittag. Genua, 19. Aprll. (WTB.) Heute nachmittag ist der erste Unterausschuß (Eisenbahnen) der Transportkommission zu seiner zweiten Sijung zusammengetreten. Es wurden die Abkommen von Porto Rose (R gelang des internatio ialen Eisenbahnverkehrs) und von Barcelona (Transitjreiheit) erörtert Man darf auf die baldige Ratifizierung der genannten Abkommen durch die interessierten Staaten Hofen. Rußland ist indessen eine Frist gewährt worden, um seinen Delegierten zu gehalten, sich mit der A rgelegenhell vorher eingehend zu beschäftigen. Es wurde ein Resolutions- entourf über das Regime des internationalen T ansvortveriehrs angenommen. Mehrere Abänderungsanträge, darunter auch von Deutschland, sind eingeb.acht tooritex 3-jre genaue Prüfung wird später borgenommen werden. Das Problem der Bezahlung der internationalen T.ansporte in einem einheitlichen Geld? wurde einem besonderen Ausschuß überwiesen, dem Delegierte Belgiens, Frankreichs .3tatiend, Deutschlands und Polens, eventuell auch der Schweiz, angehören werden. Genua, 20. April. (WTB.) Gestern fand eine Sitzung der Wirtschaftskommission statt. 3n dieser Sitzung tierteilte zunächst der Vorsitzende des Allgemeinen Gewerkschaftsbundes Z 0 uh 0 ux eine Denkschrift des Allgemeinen Gewerkschaf .sbundcs. Als deutscherDell gier ter nahm Reichswir^schaftsminister Schmidt das Wort zu längeren Ausführungen. Ferner fand eine Sitzung des ersten Antevausfchusses der Wirtschaftskommission (TransportkomMission) statt, die sich mit den Fragen der internationalen Trans- portlage befaßte. Das deutsche Mitglied Staats-- fefretär Stieler ergriff hierzu das Wort. Außerdem tagte auch der zweite Antercuisschuß der WirtschaftskommisHon, der sich mit den Fragen der Passiven und ähnlichen Fragen beschäftigte. Belagerungszustand in Glerwitz. Gleiw i h, 19. April. (WTB.) Auf Grund des Belagerungszustandes unterliegen särnlliche Gleiwitzer Zeitungen der Zensur. Die heutigen 'Blätter weisen große Zensurlücken auf und melden von der Ermordung des Pol enführers SthezynSki nur die Tatsache. Mordtat eines französischen Soldaten. Groh-Strelitz, 19. April. (WTB.) Letzte Rächt wurde die Gattin des Iustiz- oberinspekwrs Bennek von einer französischen Patrouille in dem Augenblick e r s ch o s s e n, als sie das Fenster öffnete, um nach ihrem aus dem Dienst heimkehrenden Gatten auözuschauen. Der Kreiskvn- trolleur von Groß-Strelitz erklärte dem Vorsitzenden des deutschen Ausschusses von Groß-Strelitz, der wegen des Vorfalles bei ihm vorstellig wurde, daß kurz vor der Oeffnung des Fensters durch Frau Bennek Schüsse gefallen seien. 3n der Annahme, daß aus diesem Fenster geschossen wurde, hätte der französische Soldat hineingeschossen. Er werde wegen fahrlässiger Lötung zur Verantwortung gezogen. Das VerhaLLen des früheren Kaisers beim Kriegsende. Berlin. 19. Aprll. (WTB.) Den Entschluß des vormaligen Kaisers, am 9. November das Große Hauptquartier zu verlassen, behandelt, wie das „Achtuhr-Abendblatt" mitteilt, General Eisenhardt- Rvthe in einer Broschüre, die in einigen Tagen erscheinen wird. Danach erklärte der Kaiser um 4 Ahr nachmittags, er habe soeben dem Kronprinzen geschrieben, er bleibe beim Heere. Als dann um 7 Ahr abends der Generaloberst v. Plessen In Gegenwart des Admirals v. Hintze dem Kaiser über etwaige Reisevvrbereitungen kurz Vortrag gehalten hatte, sagte der Kaiser zu seinen beiden Adjutanten: „And wenn mir nur einige von meinen Herrn treu bleiben, mit denen kämpfe ich bis zum Aeußersten, und wenn wir alle tvtge- schlagen werden. Vor dem Tode habe ich keine Angst. Auch lasse ich nicht Frau und Kinder im Stich; das kann ich nicht, ich bleibe hier." Endgülllg erschüttert wurde der Kaiser in dieser Ansicht, als um 10 Ahr abends der Legativusrat Freiherr von Grünau meldete, Hintze und Hindenburg liehen den Kaiser beschwören, baldigst abzurei- s e n. Der Kaiser sah darin die Antwort Hindenburgs aus eine Mitteilung, die er dem Feldmarschall eine Stunde vorher hatte zugehen lassen. Sie hatte dahin gelautet, der Kaiser habe seinen Plan, nach Holland zu gehcn, aufgegeben, nicht etwa aufgeschoben. Das Eisenhardtsche Buch sagt hierzu, Hindenburg bestreite entschieden, den Auftrag zu der Mitteilung Grünaus gegeben zu haben, während Grün-au versichere, Hintzes Meldung, wonach der Kaiser in seinem und Hindenburgs Auftrage beschworen werde, an dem Rciseplane festzuhalten, dem Kaiser richtig übermittelt habe. 2Lus dem Reiche. Konferenz der ErnahrungSministrr. M ü n ch'e n, 20. April. Rach Blättermeldungen aus München begab sch der bayerische Landwirtschafts-Minister W u tz l h 0 f e r nach Berlin, wo heute _ die Konferenz der deutschen Crnäh- rungSMinister stattfindet. Die Konferenz wird sich vor allem mit der Frage der Kartoffelwirtschaft befassen. Eine Augeukrankheit Kapps. Rach einer Meldung des „Vorwärts" soll die in der Leipziger Anwersitätsklinik vor- genommenen An Versuchung Kapps ergeben haben, daß er an einer schweren Augenkrankheit leidet, die eine Operation notwendig macht. Friede tun Frankfurter Brrsicherungsgewerüe. Berlin, 19. April. (WTB.) Der Arbeitgeberverband deutscher Ver- sicherungS-Anternehm ungen teilt zum Tarifstreik im Versicherungsgewerbe mit: 3n Frankfurt a. M. hatten die Versicherungsgesellschaften, gezwungen durch die Demonstrationen der Angestellten, die Betriebe geschlossen. Auf Anrufung durch die Ange- stelltenverbände fällte der örtliche Schlich- tungsauSschuh Frankfurt a. M. einen Schiedsspruch, der von den Arbeitgebern abgelehnt wurde. Die von den Angestellten beantragte Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches wurde vom Demob'ilmachungskommissar nicht verfügt. Es kam jedoch zwischen den Frankfurter Versicherungsgesellschaften und ihren Betriebsräten in Anwesenheit der Vertreter der Angestelltelwerbände eine Vereinbarung zustande. Nachdem die Betriebsräte ihr Bedauern über die Vorkommnisse ausgesprochen hatten, entschlossen sich die Arbeitgeber, den Arbeitnehmern die gleichen Beträge auch für Aprll mit Abzug der schon für vier Monate vvrausbezahlten Verheirateten-. und Kinderzulage zu zahlen. Damit ist der Friede im Frankfurter Versicherungsgewerbe wieder hergestellt. Aus Stabt und Land. Gießen, den 20. April 1922. O qroae inntatio rernm. Vor mir liegt eine Rechnung, die ich schon fett geraumer Zeit mit einer gewißen Wehmut betrachte.--3m Mai des Zahres 1910 war es, da zogen Mitglieder eines Gießener Stammtisches hinaus auf den Schiffenberg, um. bet einem guten 3mbiß und noch besserem Schoppen Maiwein sich des Frühlings zu freuen. Sie haben eine recht ansehnliche Zeche gemacht, die wackeren Wandergenossen. Als sie gingen, ließen sie sich von dem Wirt als ordnungsliebende Leute eine quittierte Rechnung über das Verzehrte und Bezahlte geben, aus der man ersieht, daß sie an Speise and Trant folgendes zu sich nahmen: 17 Flaschen Wein mit 1 Flasche Wasser (das sie also verständigerweise mit Maßen benutzten) and Zucker und Maikrait: dazu 131/2 Portionen gekochten and 2 Portionen rohen Schinken, 18 Portionen Butter, 18 (Sier, 4 Portionen Butterbrot, 3 Portionen Schweizerkäse, 3 Portionen Handkäfe und 1 Handkäse.--Du wirst fragen, lieber Leser, warum dir alle diese Herrlichkeiten aufgezählt werden, und meinen, solche Quantitäten an Speisen and Getränken könnte eine Gesellschaft maiwcinfroher Manner wohl heule ebenfog.it vertilgen wie im Lenz des Zahres 1910. Du hast recht, aber ich glaube kaum, daß Zeitige Vchtsfenvergpilger ebenso wohlfeil öation lummen würden. Denn, lieber Leser, Hove and staune: Besagte Rechnung schließt im En ^betrage mit der Rieseasumme von---- 33 Mart und 60 Pfennig ab. — Habe ich nicht allen Grand, die Rechnung auch weiter mit Wehmut z 1 betrachten und über diese Zellen „O quae mutatio rerum“ za schreiben? —r. * ** Anser neuer Roman, mit dessen Abdruck wir morgen beginnen, heißt: „Die Sakramentshex", und ist eine Arbeit der Schriftstellerin Marie Kerschen st einer. Der starke Stimmungsreiz der poesieerfüllten Erzählung liegt nicht sowohl in den äußeren Geschehnissen, als in der Entwickelung der fein empfundenen seelischen Vorgänge begründet. * L. A. Landesuniversität. Dsv-ordenll. Professor für Semitische Philologie Dr. Paul Kahle Hal den an ihn erganjenen Ruf an die Anioe.sllät Königsberg L Pr. abgelehnt. ** Ermäßigung der Gebühren für Pakete, Telegramme und Ferngespräche im Auslandsverkehr. Die seit der letzten Fe'lse.a.ig des deutschen Gegenwerts für den Golds.anken (1. Apri) eUgetrctene Besserung des deutschen Ma k rr es ermög i hl es dec Postverw'lvi g, bei der Gebühr nie h bung im Äuslands-Pa.e.- und Tll^cammve k-.hr sowie für Ferngespräche nach den Ausland das Um- rechnungstierhälluis für den Goldfracitea mit Wi.kung vom 18. April a.i von 60 Mk. auf 56 OHL zu ermäßigen und dadurch eine nicht unwesentliche Verbilligung der genannten Gebühren cirrtrcten zu lassen. Das neue Amrcch nungsverhältr.is ist auch für die Wertangabe ais Driesen und Pole en nach dem Au.land maßgebend. Aeber die Einzelheiten geben die Post- anstalten Auskunft. ** Zur Vertilgung der Raupen- nester bis zum 15. Mar werden die Garten- und Feldbesitzer der Gemarkung Gießen durch eine amtliche Bekanntmachung auf gefordert. Bor-uor ’5Cii. 1 — Tageskalender für Donnerstag. Kath. 'Vereinshaus, 8 Ahr: Klassischer Lustspielabend der Gießener Waldbühne. — Astoria-Lichtspiele, ab heute: „Die Abend- teuerin von Monte Carlo". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ab heute: „Aus dem Schwarzbuch eines Pvlr^eikvmmifsars" und „Nachtbesuch in der Northernbank". — DieTheatergemeinde des B ü h- nenvvlksbundes 'bittet uns, nochmals daraus hinzuweisen, daß die nicht abgeholten Karten für die zweite Vorstellung am Samstagabend noch bis Samstag nachmittags 1 Ahr Ludwig- straße 591. abgeholt werden können. — Der Wartburg-Verein veranstaltet heute abend für feine männlichen Mitglieder in feinem Vereinsloüll einen musikalischen Abend unter Mitwirkung von Mitgliedern des Mandolinen- und Guitarren-Vereins ..Reapvllla". Sonntagabend hält Missionar Walther- Beuern im Markussacll abends 8 Ahr an Hand von ethno^ graphischen Gegenständen einen Vortrag: ,Bilder aus Kamerun". (Näheres siehe Anzeige.) Landkreis Giestcn. △ Klein-Linden, 19. April. Der Alt- Veteran Ludwig Luh, der die Feldzüge 1866 und 1870/71 als gedienter hessischer Dragoner mitgemacht hat, wurde heute unter zahlreicher Beteiligung zur letzten Ruhe gebettet Da er der Gründer und jahrelanger Vorsitzender des Kriegervereins war, so legte dieser Verein am Grabe einen Kranz nieder. Auch der Turnverein, dem er 30 Jahre angehörte, widmete dem Ver-> ftorfcenen einen Kranz. Altveteran Luh erreichte ein Aller von 77 Zähren. * Großen-Buseck, 19. Aprll. Ludw. Wagner VII. und dessen Ehefrau Katharine geb. Kimmel feierten heute das Fest der silbernen Hochzeit. Kreis Friedberg. 2$. Bad-Nauheim, 18. April. Die hiesige Ern st- Ludwig-Schule wird zu. einer Oberrealschule ausgebaut Mit Beginn des neuen Schuljahres wird die Anterprima eingerichtet Der vor etwa. 15 Zähren mit einem Kostenaufwand von rund 200 000 Mark errichtete Neubau reicht für die neuen Verhältnisse nicht mehr aus. Es ist deshalb ein Erweiterungsbau geplant. Eine Act der Losung wäre die Errichtung eines Stockwerkes auf die Turnhalle. Der letzten Stadtverordnetentiersammlung lag dazu ein Voranschlag in Hohe von 2Vs Millionen Mark vor. Eine Einigung konnte aber noch nicht erzielt werden. Der Bauaus- schu^ß soll die Angelegenheit zunächst toeiter bearbeiten. — Mit 12 gegen 10 Stimmen beschlossen die Stadtverordneten den ^Beitritt zur kommunalen Landesbank mit einem Anteil von 50 000 Mari. — Ein Antrag, der die Einstellung des 11-Ahr-Läutens fordert, wurde abgelehnt, nachdem Stadtti. Kissel mit Entschiedenheit für Feuilleton. Frankfurter Erstaufführung. Bruno Frank: „Das Weib auf dem Tier e". Frankfurt a. M., 17. April. Die Stüde des gegenwärtigen Theaters leiden vielfach darunter, daß sie hohen Zielen der „Ciieratur“ Nachtraben, dabei aber den engen Zusammenhang mit den Bedürfnissen der Bühne verlieren. Gerade das Gegenteil ist der Flll bei Bruno Franks Drama „Das Weib auf dem Tiere", das im Frankfurter Neuen Theater erstmalig gegeben wurde. Hier ist handfestes wirk- fames Theater mit sicher hingestelllen Menschen- typen, und ein packendes, analytisch gezeichnetes Seelengemälbe rollt sich vor uns ab: aber freilich, was jenseits des Schwurgerichtssaales liegt, der die Szene abgibt, das höhere poetische Element, kommt dabei zu kurz. Die ..öffcnlliche Frau" Re- gine Conti, eine aus dem Geschlecht von Goethes „Bajadere". Hal ihren L.ebhaber getötet, weil sie hinter seine Erbärm'ihkeil und NichlSwü digkeil gekommen ist; sie will selbst den Tod, toirb verurteilt. stirbt an Gift, gcchl aber aus dem Prozeß als die moralisch Höherstehende, als die.eigentliche Siegerin hervor. Dies die Haupthandlung, die durch packende Episoden b reich et, dem Verfasser Gelegenhnt gibt, eine oft bereits angeführte These erneut zu erhärten. Obschon Bruno Frank in seinem 5. Bild eine symbolisch - Deu'.ung und Vertiefung der. mit derber Realistik geschllrerten, Vorgänge versucht hat. steht sein Stück ganz aus dem Boden des tatsachllchen Lebens, ein ergrei» I fendes Bild rauher Wiillichkeiten, aber fein | Kunstwerk höheren Grades, das neue Zille weisen würde. And gerade dieser Zwischenakt, der wie eine Art Reverenz vor dem e^preßivniflischen Drama anmutet, platzt etwas unvermittelt in die Geschehnisse hinein, die mit ausgeprägtem Thea- terfinn und nie versagender Technik in den Rahmen einer spannenden Gerichtsverhandlung gebannt sind. Die Ausführung, von Hanns Hübner eindringlichst geleitet, gab dem Theater, was das Theater ist. Frau Sagan als Angeklagte und n">ralische Anllägerin fand einfache und über» zeugende Töne; dem Gerichtspräsident lieh Herr Weber in feiner Charakterisierung Güte und Gerechtigkeit, feinen Sohn verkörperte Herr Zahn mit jugendlicher Heißblütigkeit. Auch das Spiel der übrigen Personen — oen Geschworenen fällt bei der Arteilsle atung eine dankbare Szene aus der „comddie humaine“ zu — war von lebendigen 3mpulsen bestimmt und biente dem ganzen. Franks Drama wurde mit ganzem Beifall auf genommen, der Ve fasser neben den Künstlern mehrfach her- vorgerufen. Dr. Georg Schott. Oberhesstsche Kunst. Aus L a u b a ch, 18. April, wird uns geschrieben: Wir halten es für angeneigt, aus einen | künfttec aufmerksam zu machen dec seit Zahlen Iin unserer Stadt lebt und unserer Gegend zur Ehre gereicht, auf den Maler und Radierer Felix Klip st ein, einen Schüler des verstorbenen Malers Prof. Schmid-Reulte. Klip- steins bescheidenes, zurückgezogenes Leben, obwohl gewiß eine der Grundlagen seines wohl- vorbereiteten Schassens, hat ihn offenbar gerade in unserer Provinz bisher so wenig bekannt werden lassen. Wir lernen in seinen Arbeiten eine streng ausgereifte Griffelkunst kennen mit starkem Fvrmwillen und zugleich malerischen Wirkungen, die auffallend an Die alte flämische Tradition erinnert, wie denn auch Kl. mütterlicherseits rein flämischer Abstammung ist. Seine Cie lingsthemen scheinen Wild, Wald und alle Architektur zu sein. Für unsere Gegend bemerkenswert sind vor allem die Hauser aus dem sog. „Grünen Meer" in Laubach. Man macht auch hier wieder die alle Erfahrung, daß erst die Kunst einem die Augen Öffnet über das. was wir täglich vor Auqen haben. Der Künstler ist mit seinen graphischen Leistungen bereits im 3n- und Auslande beachtet worden, vor allem an Stellen, wo ein Anter- scheidungsverniögen für dauernde und vergängliche Graphik noch elementar lebendig ist. Wir hallen es also an der Zeit, auf ihn hinzuweisen, als auf einen Mann, der einen Teil der schöpferischen Arbeit des Landes auf sich genommen hat. AR. * — Der Erft nder dec Remontoire» uhr gestorben. Der Tod des englischen Erfinders Lawrence Barnett Phillips gibt englischen Blättern Veranlassung. Daran zu erinnern, daß der 1842 aeborene Phillips der erste war. der mit 18 Zähren eine schlüssellose Ahr her fr eilte. Er erfand einen Dügelaufzug. wie ihn heute die meisten Ähren besitzen und erzielte eine wichtige Verbesserung der Taschenuhren, indem er das lästige Herumtragen und den unpraktischLN Gebrauch der Schlüssel beseitigte. Auch sonst hat sich Phlllips mit der Vereinfachung und Verbesserung der Chronometer beschäftigt und darin Bedeutendes geleistet, auch auf verschiedenen anderen Gebieten feinen Erfindergeist bewahrt. — Die Ausgrabung eines antiken Krankenhauses. Die seit einigen Zähren in dem algerischen Lambessa ausge.übrlen französischen Grabungen haben die Fcellegung eines gewaltigen Krankenhauses zur Folge gehabt, über Die der Archäologe Cagnat in der letzten Sitzung der Pariser Akademie der Inschriften berichtete. Unter Den Ruinen der alten Stabt LambäsiS, die in der römischen Kaiferzeit Standquartier einer Legion war, befand sich auch ein großer dem Heilgolt gewidmeter Tempel, ein sog. Asklepieion. innerhalb dieses Tempels wurden nun lange Korridore aufgefunden, große Zimmer, Badest üben, Wasserbafsins, die sich in ihrer Gesamtheit als ein Krankenhaus darstellen, in dem die zur Befragung des Gottes hingekommenen Kranken Anterkunsl sanden. Diese Verbindung von Tempel und Kranlenhaus ist ein bisher in der römischen Welt einzigartiges Beispiel einer solchen Anlage. erein für i. ©rü nberg, 19. April. Hier findet graphischen Breite ist in der zweiten Hälfte oeS Jahres 1921 von verschiedenen Beobachtern übereinstimmend festgestellt worden. SS i Behördliche Anzeigen Sh richtig! “nss) 3872d Der Oberbürgermeister. 3.03.: vr. Aosenberg. 71, geben ihre Vermählung bekannt Herscheid Gießen April 1922 r r WaLorstrahe 48 (z. It. KathoL Schwesternhaus) Haben. Studienassessor Dr. phil. Otto Gans und Frau Hilde geb. Ackermann 33 30 33 84850 3 000.-- 34 500.- 2 400.— 2112.- 6 728.63 Lei- ma- Kaufe alte Jahngebisse +ifl Düh- lä bar» Äonen igabenb lubmlfl» Pfund San« Waren des Säumigen ungeordnet werden. Gießen, den 11. 2Ipril 1922 Schulden . . . Reservefonds . . Anteile .... Umsatzsteuer . . Körperfchaftssteuer Gewinnvortrag elkn Die tder ller. Hten eten fein Rbet. Pen. irten- durch rden. 3881D ton, 4nö irigt unb Mnb, l *Uho -t, 2uMd. lcharvlö !st der ehender Mädchenchvr sang am Karfreitag außer im Gottesdienste auch am Kriegerdenkmal auf dem Fri^hos am Nachmittag vor und nach einer Beerdigung zwei Weisen und lieh so die alle Sitte der Kurrende wieder au flehen. Unter De» werkholz-versteigerung. Donnerstag, den 27. April 1922, von vormittags 9 Uhr an, versteigern wir im hiesigen Stadtwald. - Distrikt Sumpf: 6 Eichenstämme 1. Klasse 964 Fstm :*aiv Wge i Sw» k zahl' tiet 5a ibei bd rein am nverein, ■m So» erreiche handelt sich dabei um eine Verminderung um nahezu eine halbe Bogensekunde, wie in der „Naturwissenschaftlichen Wochenschrift" mitgeteilt wird. Sollte man auf dem gegenüberliegenden Meridian eine ebenso große Zunahme der Breite feststellen, so wurde damit eine Verlagerung der Erdachse um rund 15 Meter erwiesen sein, für die man vorläufig ^keine Ursache angeben kann. Eine Neu- beftimmung der Breiten in verschiedenen Längen wird eine volle Klarheit darüber bringen müssen, ob diese von der Theorie nicht vorausgesehene Verlagerung der Erdachse wirklich stattgefunden hat oder ob andere Ursachen für die in Mitteleuropa beobachtete Dreitenzu- nahme gesucht werden müssen. Es wäre ja vielleicht gar.nicht so verwunderlich, wenn in diesen Zeiten, wo alle Verhältnisse ins . . 49 106.— . . 1750.- 1.13 35 231.— größten die Leibesübungen pstegenden Okrcine getan. Turn gemeinde und 03 Schwanken geraten sind, auch unsere alte (Sri* sich einmal eine „Veränderung" leisten würde. • Das Borergrab in der Westminster-Abtei Ist auch einem Preisborer die Ehre widerfahren, in der Westminster Abtei. im* Schute. X W ies eck. 19. April. Unser unter tung von Stau Burt schöne Fortsch i te Langd und die unterzeichnete Stelle. ~ Eichelsdorf, den 18. April 1922. Hessische Oberförsterei Eichelsdorf. Bechtel. mahl mit über 4DO Abendmahl, stüsten den Voll- zug der Konsirmationsfeier m drei Siunden; so bewahrte sich auch die neu ungefähr te Konfirma!ionsnachfcier am Nachmittag mit Uederreichung der Gedenkdlütter unter Orgelspiel ; sie und die Ofterfeier der Kinderktrche mit GeNchtoufsagen und OBerteilung des Öfter- Hasen- unter vcgelfpiel am Osterdirnstag führte auch Erwachsene in die Kirche. Bekniintniachiing Betrifft: Die Vertilgung der Raupennester. Die Barten- und F'ldbesiher der Gemarkung Gießen werden hiermit aufgefordert, bh zum 15. Mai 1922 ihre Bäume, Sträucher und Hecken von den Raupennestern zu reinigen. Diejenigen, welche b efer Aufforderung nicht Folge leisten, verfallen in die im § 368 des Reichsstra'gesetz. buches bestimmte Geld- ober Haitstrafe. Außerdem wird die Vertilgung der vorhandenen Raupennester auf Kosten Ly und Leo Salomon zeigen die Geburt ihrer Tochter Margot an Kasse .... Ausstände . . Bank .... . 50,0 Zinsen Wertarbeit. . tettl 'Jaul m ble IL 1 für nge- le |:u wen- '•> Jt ti bürg fooit Um» mit »Ulf nicht öü rn.ch, ixaif mal> Schuhputz Nigrin färbt auch bei Regen nicht ab. Schwarz, braun, gelb u. weih. 82 589.13 Mitgliederstand am 1. Januar 1921 =21 Kein Abgang, kein Zugang. Mitgliederstand am 1. Januar 1922 — 21 Gießen, 22. Februar 1922. Oberhessische Werkstätten emgetr. Genossenschaft m b. H.» Gi.ßen. Der Dorstand: gez. W. Bach. gez. Hans Burg gez. Th. Vanbei, beeid. Bücherrevisor. 38t3D Mr ne. - lbcnL- lhaus, liDOlfr tchtbe- Bilanz am Januar 1922 Soll. 179, 180. 186, 192, 195, 200, 206. 207. 210, 211. Aus die mit vorstehenden Nummern versehenen Bescheinigungen habet deshalb eine Ausgabe von Arbeitsvergebung! Für den Neubau eines Magazin-Gebäudes sollen die Erd«, Maurer-, Beton- und Eisenbetonarbeiten vergeben werden. Verdingungsunterlagen nebst Zeich- nungen können vom Freitag, dem 21 April ab auf unserem technischen Bureau eingesehen und entgegengenommen werden. Angebote sind bis zum 29. April 1922, mittags 12 Uhr, einzureichen. 3886D heyligeustaedtkLomp. Werkzeugmaschinenfabrik und Eisengießerei A..G. Sieken. sang der Konfirmanben nahm vei reget Teilnahme von Erwachsenen die Feier an den Gräbern der Altersgenossen als Konfirmation s- rüstung-tags-Ende am Karsamstag einen würdigen Verlauf. Wie zu federn Fest, brachte der Frauenchor unter seinem Dirigenten Philipp Groß -am ersten Öfter tag wieder gutes Neues. Die Verlegung der 03eid)te auf diesen Tag ermöglichte zusammen mit nachbarlicher Hilfe von Pfarraf fisten t Decle r - Gieren b.'im Adenb- :anflal- Lafteber Aürud Banbc . Evim- uern im i ettrno- ,Mei Turnen, Sport unv Spiel. • Die Wettspiele um die Bezirks- meisterfchaft deS 5. Bezirks im Turngau Hessen kommen am 14. Mai in Friedberg zum Austrag. Faustball wird in A- und 8-Klasse gespielt. Sic 1. Mannschaften von Friedberg Tgm. Bad-Nauheim Tv. 1860, Butzbach, Lang-Göns und Hofth.im bilden die A-Klasse. alle anderen die ll-Klasse. 4 Fried berg. 19. April. Einen erfreulichen Schritt vorwärts haben hier die beiden Sichlenstammholzverkaus. Die Gemeinde Krofdorf (Kreis Wetzlar) beabsichtigt folgende Holzmengen im Wege des schriftlichen Angebots zu vergeben: Los I. Distr. 4e. 8d. 9b, 10b, Ha. 12a = 32 Stämme 3. Kl. = 21,85 Fstm Los II. Distr. 4e, 6, 8d. 9b. 10b, 11a = 170 Stämme 4. Kl. = 50.02 Fstm. Angebote, getrennt nach Losen, erbitte ich bis 29, April d. 3-. mittags 12 Uhr, mit bar Aufschrift „HolzvrÄauf Krofdorf" an meine Adresse. Eröffnung der Offerten in Gegenwart etwa erschienener Dieter zu derselben Zeit. Dieter muh sich den hier gellenden Holzverkaufsbedinmuigen unterwerfen und dies bei Abgabe des Gebots schriftlich ausdrücken. Er bleibt 8 Tage vom Eröffnungstermin an gerechnet an fein Gebot gebunden. Zahlungstermin vor der Abfuhr und spätestens bis zum 20. Mai d. Z. an die ®e- meindekafse Krofdorf Holz muß 8 Tage nach erfolgtem Zuschlag adges ihren ober ge chall werden. Nähere Auskunft erteilt Förster Möller in Krofdors. Kr. Wetzlar. Krofdorf (Kreis Wetzlar), den 18. April 1922. Der Bürgermeister.38820 Bewegungsspiele haben sich zu einer A r - beitsgemeinfchas t zu mmeugeschlossen, deren Leitung Fabellant W. Trapp übernommen hat. Die Arbeitsgemeinschaft erstreckt sich 2. „ 62,31 3. M 38 79 diesem Pantheon britischer Größe, begraben zu werden? Diese Frage, die die Briten als leidenschaftliche Verehrer des Boxsports sehr beschüs- tigt, wird gegentoärrtig untersucht, indem man die Grabstätte von Hohn Broughton auf- sucht. Broughton ist der eigentliche Baier des englischen Dorkampfes und der Erfinder der Bor- Handschuhe. Man hat bisher angenommen, daß er in der Lambeth-Kirche begraben worden sei. wo sich ein Grabstein mit der lateinischen 3n- schrift „Hier liegt John Droughton" befindet Da diesem Stein aber jede nähere Bezeichnung fehlt und die Inschrift überhaupt nur noch schwer zu entziffern ist. so ist es sehr fraglich, ob es sich dabei um den berühmten Broughton handelt, der 1789 als ruhmreicher Vertreter dos von ihm begründeten Sports starb. Man hat nun in der Westminster-Abtei einen Grabstein fest- gestellt, der ganz deutlich in feiner Inschrift auf den Preisborer hinweist, und dieser Fund wird durch weitere Feststellungen zur Gewißbe.k erhoben. Das Begräbnisbuch der Abtei enthält unter dem 21. Zanuar 1739 die Eintragung, daß John Broughton, königlicher Leibgardist, der am 8 Januar in seinem 86. Jahre, starb, begraben wurde. Die Engländer können also froh darüber sein, daß neben so vielen andern nativ nalen Größen auch der Erfinder der Borhandschuhe in der Westminster-Abtei begraben ist. denn Droughton erhielt nach seinen ruhmreichen Kämpfen eine Anstellung in der königlichen Leibwache und ist sehr alt geworden. ©in Streit um ble Ehre des Kuckucks. Der Kuckuck ist wohl gegenwärtig derjenige Vogel, dem die Ornithologen die größte Ausmerffamleit zuwenden. Nachdem man bk seltsame Art, aus die das Kuckucksweibchen seine Eier in das frembe Nest praktiziert, genau beobachtet und kincinaiographisch ausgenommen hat. ist damit das Nätsel im Charatter des Kuckucks- noch nicht gelöst. Auf dem letzten englischen Omi“ thologen-Kongreß f i bete ber Ku kuck den Haupte gegenständ der Diskussion. Kuckuckseier und solche ihrer Opfer waren aus Indien, China. Japan, i3übameri*a, Finnland ufto. ausgestellt Gin Kenner behauptete sogar, daß Frau Kuckuck ihr El verschlingt und es dann, wenn sie es braucht, wieder, hervorbringt. Ein anderer Ornithologe verteil digte die Ehre der Frau Kuckuck gegen die schuldigung. daß sie sich mit vielen Männe Xt einlasse. Festgestellt wurde auch, daß nur bi* männliche Kuckuck den Kuckucksruf ertönen läßt: der weibliche Vogel drückt seine Gefühle bur D- Schmldt aus Gießen refenert über W>andern. die Leichtathleill und das Schwimmen ..Wissenschaftliche und praktische Exegese". Ott Beibehaltung des allen Brauches cmgetceien war. — Um ben Fehlbetrag des Zahres 1921 von 177 000 Mark zu decken, wurde eine Wvh - nungsabgabe von 20 Pf. pro Huich.rl des Grundkapital für ein Vierteljahr beschlossen. — 3n den Besitz preiswerten Feiertagsmehls kamen die Einwohner durch das Lebensmittelamt, das bei festlichen Anlässen ben Hausfrauen immer noch ab und zu angenehme Ueoerraschun^ gen zu bereiten weih. Es wurde auf den Kopf der versocgui-gsberechtigten Dev IZerung 3 Pfund seines amercka uiches Weizenmehl zum Preise von 5 Mark pro Pfund ausgegeben. — Für abgelieferte Spatzen zahll die Stadt zur Zeit 80 Pf. das Stück. △ Bad-Nauheim, 19. April. Auf sein 50jähriges Bestehen blickt der hiesige Krieger- und Militärverein zurück. Mit seinen Wohlfahrtselnrichtungen hat der Verein vor ur£ während des Krieges viel Segen gestiftet. Heute kann man wieder ein Aufleben des Vereins feststellen, dessen Mitgliederzahl auf 250 gestiegen ist. SlartciiDurq nnd iHbeinheiien. Minister ©röner in Darmstadt. rm. Darmstadt, 19. 21'. tU. Der Reichs- verkehrsminister ©röner ist mit Gemahlin am Dienstag abend nach 6Rhr im Sonder- wagen hier eingetrossen. Heute vormittag stattete der Mmister dem Staatspräsidenten Ulrich einen kurzen Besuch ab. 3m Laufe des Tages wurden dann Besichtigungen der Eisenbahnwerkstätten und anderer ©ebäulichkeiten vorgenommen. • ♦ O ftbof en. 19. Aprll. Zahlreiche Wilddiebe machcm sich zur Zeit in ber Gemarkung Osthofen bemerk ar. Dir Pächter der Zag) haben । ber Gemeinde Osthofen angedroht, sir für alle durch Wilderer verursachten Schäden haftbar zu machen Die Bürgermeisterei warnt jetzt in einem . öffentliche:, Appell bie Wilderer vor den ©e- fahren, denen sie ftch aussetzen ♦ Mainz. 19. April Die Weinver - Weigerung ber Stabt Ollainz erzielte überaus hohe Preise Ein Viertelstück ber besten Lage wurde mit 100 200 Mark bezahlt, so baß eine Flasche dieses Wachstums auf 250 Mark kommt. 3m Durchschnitt wurde für das Stück Weißwein 126 000—132 5C0 Ma k b: ah't Der © samterlös bezifferte sich auf 1 720 800 Mart nur für Weine dieses Jahrganges. Für die Weine vom Wind- Häuser Hof, also eines Teiles des gesamten städttschen Weingutes, wurde der doppelte Betrag ertöft als baS gesamte Gut der Stadt seinerzett gekostet hat. £»cücn=9lafteiL worden: Dr. 13, 14, 17. 18, 21, 25, 33, 36, 39. 40, 43, 44, 45, 46, 47, 50, 51, 54, 55, 57. 59. 61. 64, 65. 71, 74, 75, 76, 77, 78, 80. 81. 82. 83. 89, 90, 91, 99. 100, 101, 102, 103, 106, 107, 108, 117, 119, 130, 134. 135. 139. 142, 147. 150. 155. 160, 162, 163. 164, 165, 166, 168, 169. 170, 171. 174, 178. 195. 200. 206. 207. 210, 211. Freitag, 21. April, unb Samstag, den 22. April 1922 Nirchenplatz 23 n r. (hinter der Kirche) pro Zahn 30 u. 3561k. G. Jung. 040M Don Dornt 9 Uhr bis abends 6 Uhr l u n g e n beider Vereine gemeinsam fein. Z L i ch 19. April. Fußball. Die erste Mannschaft des D. f. R. spielte am 2. Ostertage in Laubach ge en die 1. Mannschaft ber dortigen .Teutonia". Bei der schle-ftten Wi terung hatten die Licher auf dem ihnen fremden Platze einen schweren Sta. d. Das Spiel endete 3:2 für Laubach Die hiesige 2. Mannschaft spielte auf dem hiesigen Platze gegen 2. Mannschaft T. V. 1846 Gießen und gewann mit 4:3. Am nächsten Sonntag spiell die 1. Mannschaft gegen die 2111» Henn Mannschaft von Gießen 1900. On* fr- • CB ertrag ber Landwirtschafts- fammer. Ain Donnerstag den 27. Aprll 1922 abends 8 tthr findet in Llllendorf a. b. Lahn im Gasthaus Ludwig Wagner Hi. ein Vortrag über: „“Sie künstlihen Dü g mi tel unb ihre A wrn- bung in der heutigen Zeit" statt. Referent: Land- wirtschaftsrat Dr. Schad. Landwirtschaflliche Schule Butzbach. \ ! Laubach. 19. April. Am Ramsberg werden gegenwärtig Q3erg; uiunren hergestelll. wodurch bie dor igen Ob Baumarlagen ?u Icich c>lS Weideplätze hergerichtet werden. Diese Gel-ege sollen sowohl für Fohlen als nach für Rindvieh (Kühe mb Zungvieh) angelegt werden. Dir verschiedenen Vo .-züge ber W idewrrt- schaft ve>?schaffen sich hier mehr mb mehr ©21- tung. Auch die Landwirtschaft wird durch diese Paddocks an Anmut gewinnen. Die hte' iii, einer Tcg'um ima ein; it einem crtichir^ iffe nicht Wgskau @rtw ific. Der Jamm’ )öhe von ig dimtl Ditiars’ igjttt Blossen inimu teil vo>> iMnc ►aelebnl, Mellolc laufM. unb er» Lasche"' gen ^nb ä besef XI oiwmti“ s* rss ton K ung^ hadl,ub^ s£ S"; «'S M>r- be.rieben oe.ben. Um ber Heranwachsenden Zu- Pfarrer Wagner aus Darmstadt berichtet genb tiiixb Turnen unb Spiel eine möglichst all» über die Verhandlungen der letzten LandeS- seitige Aus- unb Durchbildung zu verschaffen, synode. Wahrscheinlich kommt auch die Frage unb um in thr schon früh an ben Geist der Gang- LandpfarrbundeS zur Besprechung. kett unb 3uiammengcf/ongfeit zu pftegen. wer- - vx - - - - - den auch bie Hebungen ber Zugendabtei- Bekanntmachung. Bett.: Abgabe von Bohnenstangen aus dem Stadtwald. Da die angefallene Menge Bohnenstangen nicht au-reicht, können die Anmeldungen nur zum Test berückstchtiat werden. Auf Grund Losziehung sind folgende Anmeldungen in der Liste gestrichen 47 356.— 1.— 82 589.13 * Fulda, 19. April. Eine gewissenlose Mutter. 3m Auftrage seiner Mutter stahl ber zur Arbeitcl i’tunj und Unterstützung feiner Mutter vorläufig aus der Erziehungsanstall In Grummertshofen bei Würzburg entlassene Fürsorgezögling K R. zum Zweck des Osterkuchenbackens bei seinem früheren Arbeitgeber, einem Malermeister, etwa 15 Weizenmehl unb 10 Pfund braunen bi«8uder. Ein Teil der gestohlenen konnte von der Postier gelegentlich einer Durchsuchung ber elterlichen Wohnung des Diebes beschlllgnahml werden. Nutzholzversteigerung. Donnerstag, den 27. April 1 922, von vormittags 10 tthr ab, werben Im Saale des „Solmser Hofs" in Laubach aus verschiedenen Distrikten der Forstwartei DieckardShain versteigert: Schnittstämme- Eiche — 1.08 Fstm. 3. ÄL. 2.15 Fstm. 4. ÄL. Fichte = 14 75 Fstm. 1. ÄL, 227 Fstm. 2. KL, 3,08 Fstm 3 Kl. Stämme: Eiche = 47,84 Fstm 4 KL, 43.78 Fstm 5. KL. 34.06 Fstm' 6. KL. Ahorn ~ 2,33 Fstm 6 Ä1., Esche--0.31 Fstm 5 KL. Bucke— 0 41 Fstm 6 KL, Obstbaum -- 0,32 Fstm 5. KL, Buche = 2.48 Fstm 3 KL, 1,09 Fstm. 4. ÄL, Äiefer = 8ch0 Fstm 3. ÄL, 22,67 Fstm 4 KL. 14.18 Fstm. 5. KL Derbstangen: Fichte — 3.16 Fstm 1. KL Nuhscheiter: Buche — 6 Rm Nuyknüppel: Eiche — 15,3 Rm, Fichte — 7^ Rm (3 Meter lang). Nutzreisig: Fichte — 37,5 Rm Das Holz wirb von Forstwart Keller in Freienseen auf Verlangen vorgezeigt. Laubach, 19. Llprll 1922. 3894D Htzss. Oberförsterei Laubach. Andre. 7 „ 4. . 622 . 37,3 Rm Eichrnscheller (Werkhvlz). DaS Holz lieat eine halbe Stunde von ber Bahn entfernt Zusammenkunft am Ernst-Ludwig- Garten. 3880D Bad-Nauheim, den 19. Aprll 1922. Der Bürgermeister. 3. QL: Kling. Bullcnverknuf. Die ©emeütbe IZeihgestern beabsichtigt zwei schlachtreife Bullen zu v rkaufen, und zwar auf dem Wege des schrifllichen Olngebots. Angebote mll Aufschrift für den Zentner Lebendgewicht, sind bis zum 22. d. M. nachmittags 6 llhr bei der unterzeichneten Stelle einzu- retchen. Bedingungen daselbst. Leihgestern, den 18. Aprll 1922. 3888D Bürgermeisterei. Hast Du Deine Wäsche gern wasche nur mit So ©» N n * «hont die'O.Gxbe und' 3892D Otto Theobald Gießen, Düsseldorf, Wiesbaden, 18. April 1922. Voiles MülMl- 8. SkewMgeM, LMmml Fernsprecher 1100 Marburger Str. 49 ßcbcHcn Entwürfen. 3254D 3876 Telephon 2166. niiiHiiiimiiiiiiiiiiiiimiiiiiaiiiiiiiHiiimimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiir; enzo f wnwB 3794 D stehend. 3897 Fernspr. Hansa 270, 271, 9085 We'ßfrauertStr. 12 Telegramme: Esco. Lidier Strafte 9 U. Lagerstellen an verschiedenen Plätzen Tuche iür fotort allere Stud. Verbindung I such' IZ 2 Blüardz tüdj:tiie-5, in Küche und Han-- eriahrenes 3869 zu verkaufen 04050 WW 04l>-9 zu verkaufen zu verkaufen. 04085 SU höchsten Preisen. Liebigstrafte 57 TIT , Bill. Hutgarn.turen zu (JtaU MOsch verk.^7» Oonuenttr. 7 l.1 Neustadt 19. Tel. 1051. 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Die erwerbsfähige Witwe erhält 30 Prozent derjenigen Dezüge, die ihrem (5bemanne im Falle vollständiger Erwerbsunsähigleit als Kriegsbeschädigten zugestanden hätten. Die Rente der erwerbsunfähigen Witwe beträgt 50 Prozent dieser Bezüge Auf Grund des alten Militärhin- erbliebeneng<-sehes erhielt eine Kriegerwitwe zu .Anfang des Krieges ohne die später eingeführten Teuerungszuschläge monatlich 33,35 Mark. Vergleicht man diesen Rentenbetrag mit dem heutigen 'Vjcibnxrt, so mühte, wenn man der Witwe die gleichen Rentenbezüge in Gvldmark zukvmmn lassen wollte, nach den Berechnungen des Statistischen ReichSamts der ZOfadye Betrag ausgezahlt werden. Das würde einen Monatsbetrag von 2310 Mark ausmachen, eine Summe, die zur Bestreitung des Lebensunterhaltes einer erwerbsunfähigen Witwe in teueren Gegenden alS angemessen bezeichnet werden muh. Gegenwärtig erhalten au* Grund des Reichs Versorgungsgesetzes die erwerbsfähigen Kri?gerwitlven jedoch nur im Durchschnitt "der Ortsklasse A eine monatliche Rente von 188 Mk., in der Ortsklas e E eine solche Dtm 139,40 Mk. Die erwerbsunfähige Witwe erhält monajlich 'm der OrtSklas'e A 313,55 Mk., in der Ortsklasse E 232,20 Mk. Die Witwen ungelernter Arbeiter erhalten noch durchschnittlich 30 bis 60 Mk. monatlich weniger. Geht die Witwe keinem Erwerb nach, so erhält sie seit 1. März dS. 36. einen monatlichen Zuschuß von 160 Mk. 3nSgcsamt steht allo der erwerbsunfähigen Krie° gerwitwe eines gelernten Arbeiters. Landwirts, Geschäftsmannes oder Beamten zur Bestreitung ihres Lebensunterhaltes monatlich nur ein Betrag von 473,75 Mk. in den teuersten Orten und in der Ortsklasse E ein solcher von 392,20 Mk. zur Verfügung. Dah mit solchen Beträgen der Lebensunterhalt nicht zu bestreiten ist, dürfte ohne weiteres klar sein. Deshalb muh die vom Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinterbliebenen aufgestellte Forderung nach der Verdoppelung der gegenwärtigen Gesamtbezüge ohne weiteres als berechtigt anerkannt werden. Bei Verdoppelung der Bezüge würde z. D. eine erwerbsunfähige Witwe eines gelernten Arbeiters mit zwei Waisen unter Hinzurechnung der ebenfalls verdoppelten Waisenrente in der Ortsklasse B eine tägliche Rente erhalten, die den Höchstsatz der Erwe'.bslosenunterstützung für alle 3 Personen nur um 9,09 Mk. überschreiten würde In der Ortsllaf'e E würde sich ein täglicher Mehrbetrag von 9,60 Mk. ergeben. In der- Frage des Ausgleichs der Teuerung bat s'ch das Reihsarbeitsministerium bis jetzt gc- acnvb^r dem Antrag des Rmchsbun^es der Kriegs- befchä'-igt n auf den S andpu ift gest Ilt, immer nur bei den Witwen einen Llusgleich der Teuerung durch Gewährung von Teuerungszuschüssen zu versuchen, die nicht in Arbeit stehen oder nur ein Einkommen haben, das der Erwerbslosenunterstützung nicht überschreitet. Dieser Stand" punkt, der teilweise in Adgeordnetenkreisen des Reichstages starke Freundschaft findet, muh aufs schärfste mihbilligt werden. Die Sache liegt doch so. dah sämtliche Kriegerwitwen von den ihnen gewährten Rentenbezügen nicht leben können und deshalb gezwungen sind, einem Erwerb nachzugehen. Auch hier trifft zu, was der Reichsrat bei Ablehnung eines Pensionskurzungsgefehes für die Beamten als Begründung ausgeführt hat, nämlich, dah der Arbeitsame zugunsten des Aichtstuers benachteiligt wird. Besonders zu beachten ist aber, dah mit diesem System des Ausgleichs der Teuerung die Reichsregierung den von ihr und der Rationalversammlung bei Schaffung des ReichsversorgungsgeseNes vertretenen Grundsätzen in bezug auf Erhaltung der Opfer des Krieges in der sozialen Schicht, der sie vordem Kriege angehör: haben, selbst ins Gesich. schlagt. Eine Hinterbliebenenfamilie ist durch den 'Tod ihres Ernährers stets in eine tiefere soziale Schicht hinabgedrückt worden. Wäre der Gefallene noch am Leben, so würde er in allen Fallen erheblich mehr durch.seinen Beruf erwerben können, als was seine Witwe jetzt erwerben kann. Die vom Reich gewährten Rentenbezüge stellen denn auch nur den Versuch dar, das von der Witwe erworbene Arbeitseinkommen zu ergänzen, um so die Erhaltung in der betreffenden Schicht nach Möglichkeit zu erreichen. Dah dies aber durch den Arbeitsverdienst der Witwe und ihre Rente nicht möglich ist, muh ohne weiteres klar fehl. Deshalb ist es ein ilnfinn, wenn die Reichs- reglerung auf dem Standpunkt steht, nur den nicht in Arbeit stehenden Kriegerwitwen einen ÄePsorte der Paradieses. Roman von 3ngeborg Vollquartz. Berechtigte vebersetzung au» d m Dänischen. (Rachdruck verboten.) (Schluh.) Ja, lieber Orla, Du bist sehr weit von mit entfernt, aber für die Gedanken einer Matter gibt es keine Feme. Zuzeiten habe ich das Gefühl, als ob Du mir ganz nahe wärest. Mebri- gens glaube ich, dah es drüben in dem herrlichen Klima und bei den tüchtigen Menschen ganz wunderschön fein muh. Danke Herrn Worthing für die Zeilen, die er mir geschickt hat: es war ihnen anzumerken, dah er Dich versteht, und es ist sehr aufmerksam von Deinem Prinzipal, dah er mir selbst mitteilt, wie zufrieden er mit Dir ist. Es ist ein sehr guter Gedanke von Dir, dah Du Dir einen photographischen Apparat angeschafft hast: an der Hand der Bilder können wir Dich viel besser auf allen Deinen Wegen begleiten. Wir haben uns sehr gefreut über die reizenden Bilder von dem Ort. wo Da bist, und von der Familie. Fraa Worthing sieht fehr fein and gütig aus, und die Kinder sind reizend. Am allerbesten gefallen mir aber doch die Bilder von dem Gat, das ,Las Piedras' heißt. Du schreibst so wenig von Herrn and Frau Griffith, die dort wohnen, and doch Dämmte ich, dah ihre Freundlichkeit und Gastfreiheit die Llrsache find, dah es Dir jetzt drüben in dem fremden Land besser befragt Von der reizenden Marie! Griffith mußt Du mir in Deinem nächsten ‘Brier recht viel erzählen: 'M) war gleich ganz hingerissen von ihrem frischen, sühen Gesichtchen and möchte Ausgleich der Teuerung zu gewähren. Bei den Witwen der Reichsbeamten und sonstigen Pensionsempfängern erhöht sich durch jede Aende- rung der Bezüge dec Reichsbeamten die Hinterbliebenenrente ohne weiteres, kein Mensch Hal bis jetzt dort versucht, den Deamtenwitwen und sonstigen Penfioirsempfängcrn von ihren »wohlerworbenen Rechten" etwas abzusprechen. Diese Rechte werden sogar noch durch die Reichs Verfassung geschützt Kann man bei den Kriegerwitwen nicht viel mehr von wohlerworbenen Rechten sprechen? Da selbst bei Verdoppelung der Witwenrenten diese die vom Statistischen Reichsamt errechneten Lebensunterhallungskvsten noch lange nicht erreichen, muh das Verlangen auf Verdoppelung der gegenwärtigen Gefamtbezüge der Witwen von jedem, der es mit den während des Krieges gegebenen Versprechungen noch ernst nimmt, in allen "Teilen anerkannt werden. Reichslagsabgeordneter Otto Su€ t« Wie wir bereits in einem Teile unserer gestrigen Auflage mitteilten, ist der bekannte so- ztaldemokransche Abgeordnete Otto H a ö in Esirn gestorben. Otto Hu6, dessen sympathisches 21uftreten auf der Konferenz in Spa noch in Erinnerung ist. wo er als Vertreter der deutschen Arbeit erinter- effen sprach, wurde am 2. Rovern der 1863 in Hörde (Westfalen) als So im eines Hüttenarbeiters geboren. Aach dem Vollsschu be uch lernte er Schlosser und arbeitete- als solcher in verschiedenen lh.inisch-westsälischen Berg- and Hüttenwerken, u. a. auch bei der Firma Krupp m Essen. Als Handwerksbui-sche bereiste er Deutschland. Der Arbeiterbewegung trat er nahe, nicht sofort als Sozialdemokrat, sondern als Mitglied eines evangelischen Iünglingsveretns. Später schloh er sich dem zu den freien Gewerkschaften gehörenden Metallacbeitervcrband an und ging von da aus zum Verbände der Berg- und Hüttenarbeiter über, dessen Verbandsorgan ..Die Berg- und Hüttena beiierzcilung" er 1194—1395 redigierte. Seit Hu -s liebertritt zum Berg- arbci.eiDctbanö datiert ferne au sch'.ie liche Beschäftigung mit Dergarbeilerfragen. Er war bald einer der besten Kenner aller Fragen des Berg- arbeiter-Schu es wie der bergbaulichen Fragen überhaupt. 3m Reichstage war er fast immer der alleinige Wortführer der sozialdemokratischen Fraktion bei der Beratung sozialpolitischer Maß- nafrmen für Bergwerks- und Hütten betriebe. An dem internationalen Zu summens chluh der Bergarbeiter hat Hue groben Anteil: die internationalen Bergarbeiterkongressr. auf deren tot* nem er fehlte, übertragen ihm meist auch die wichtigsten Referate. 3n einem zweibändigen Werk: „Die Bergarbeiter"', historische Darstellung der Dergarbeiterverhältnisse von der ältesten bis in die neueste Zeit, gibt er die ausführlichste Geschichte der Arbeiterverhältnisse im Bergbau, die bisher existiert. Dem Reichstag gehörte Hu6 von 1903—1912 als Vertreter des Wahlkreises Bochum-Gelfer.ki ch.n-Hattv gen an. Bei den Dahlen 1912 unterlag er dem, von den Ralionalliberalen aufgestel.ten und in der Stichwahl vom Zentrum unterstützten Bergarbeiter Heckmann. 1913^-1918 war et im Prcuhischen Abgeordnetenhaus als Vertreter des Wahlbezirks Berlin-Schöneberg. 3n die Rattonalversammlung wurde et vom Wahlkreis Arnsberg gewählt. Schon vor der Revolution amtlich aufgefor- dert. in das preußische Handelsministerium ein- zutreten, tvar er dort seit Rovembrr 1913 als sozialdemokratischer Abgeordneter tätig, trat aber am 1. Dezember 1919 zurück, als durch die Reichsverfassung die bergbauliche Gesezgedung Reichs- sache wurde und die Bearbeitung bWer Fragen auf das Reichsarbeits- und Reichswirtschafts- minifterrum übergingen, bzw. den Reichswirtschaftsrat und Reichskohlenrat. Er kehrte in seine leitende Stellung rm Bergarbeiterverband zurüa und nahm außerdem eine wichtige Stellung im Vorstand des Reichskohlenrats ein. Aus Stabt und Land. © i e & e n, den 20. April 1922. *♦ Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurde Verwaltungsamtmann Gieß bei der Reichsschahabteilung in Darmstadt zum Regierungsrat. — Ernannt wurde am 12. April der Studienrat an dem Realgymnasium in Darmstadt Dr. Fritz Doller zum Studienrat an dem Ludwig-Georgs-Gymnasium in Darmstadt mit Wirkung vom 24. April 1922 ab. — Am 13. April 1922 wurde der Gerichtsassessor Dr. Rudolf Kratz aus Darmstadt vom 1. April 1922 an zum Mi- nifterialamtmann bei dem Ministerium der Fi-- gerne ein gröberes Bild von ihr haben. Ste erlaubt Dir getoib, ein solches von ihr aufzunehmen, sie hat Dich ja auf den Bildern, die Du von ihr gemacht und uns geschickt hast, sehr freundlich angelächelt. Aber nun will ich Dir auch von hier erzählen. Es ist mir genau so gegangen wie Dir. Zu Anfang war es mir gar nicht leicht, als tch plötzlich aus unsrer Heinen, bescheidenen Wohnung hierher in das grobe Haus verpflanzt wurde. Aber wein ich mir überlegte, dab Eure Grobeltern in diesem Hause gelebt haben, dab es öte Heimat Eures Vaters ist, und daß es vielleicht einmal wieder in den Besitz der Familie tom- men Knute, dann konnte ich nicht anders, ich mutte mich darin heimisch fühlen. Es ist Dir wohl schon längst klar geworden, datz es Thh- strups Absicht ist, Mogens dereinst in das Geschäft aufzunehmen, und dab er es dann selbstverständlich nach seinem Tode übernehmen soll. Er und Mogens kommen ganz ausgezeichnet miteinander aus. Thystrup hält grobe Stücke darauf, bat Mogens freiwillig zu ihm gekommen ist und mit ihm wegen einer Anstel u rg in seinem Geschäft gesprochen Hot. und das war ja auch ,ehr tapfer von unferm lieben Mogens. Es ist mir sehr lieb, dab hier keine Garnison ist: denke nur, welch ein Schmerz das für ihn wäre! Übrigens ist ihm das Geschäft durchaus nicht gleichgültig. und er ist fetzt recht vergnügt. Zu Anfang war es gewiß oft schmerzlich für ihn, aber öab ich hergewmmen bin, hat ihm geholfen. Wir können nicht anders sagen, als dab uns Zonas Thystrup ein guter Fr und gew sen i L Schon allein die Art und Weise, wie er Mogens in das Geschäft auf genommen hat, war ja sehr nanzen mit der Amtsbezeichnung .Finanzrat" ernannt. — Ernannt wurden am 5. April der Wärter Wichel Häger mit Wirkung vom 15. Dezember 1921 an zum Oberwarter an der Landes- Heil- und Pflegoanftali .PhilippSdospital" bei Goddelau: Peter Wilden aus Erumst.idt mit Wirkung vom 1. Februar 1922 an zum Wärter an der Landes-Heil- und Pflegeanstalt .Philipps- hvspita!"" bei Goddelau: Adam Lorenz Ko ob zu Heppenheim mit Wirkung vom 1. Oktober 1921 an zum Wärter an der LandeS-Heil- und Pslege- anftalt zu Heppenheim: Hosef Frink aus Reu- tershau.en mir Wirkung vom 1. Januar 1292 an; Wilhelm Pfeiff aus Kefielbach mit Wirkung vom 1. März 1922 an; Heinrich Pfeiff aus Kesselbach mit Wirkung v*om 15. März 1922 an; Philipp Krug aus Hammelbach mit Wirkung vom 20. März 1922 an zu Wärtern an der Landes-Heil» und Pflegeanstalt bei Gieren: Ernst Fink aus Blllertshausen mit Wirkung vom 11. März 1922 an zum Maurer 84.40 bis 85.20 Mk., Rinder 30/49 Pfund 47.95 ins 75c