IM5 ter €‘.e6niar 1922 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer dis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höbe für Anzeigeno 34 mm Breite örtlich 70 Pf., auswärts 90 'Pf.; für Reklame« Anzeigen von 70 mrr Breite 300 Pf. Bei Platz. Vorschrift 20Aufschlag Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil' Karl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Beck, Druck und Verlag: vruhl'sche Univ.-Such' und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstrahe 7. sämtlich in Dieben. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drei Eisen im Feuer. Unser Berliner Mitarbeiter schreibt unS. Der zu viel dementiert, dementiert nicht-, kann man mit der Variation eine- französischen Sprichworts sagen. Das Massenaufgebot von Ableugnungen des französisch-ruf fisch en L e ch t e l - M e ch t e l s wirkt um so verdächtiger, wenn man den gequälten Wortlaut der Dementis näher prüft. Da heißt es u. a., die französische "Regierung sei in keiner Weise mit der Sowjet» regle,ung in offizielle Derührung gekommen — also doch in offiziöse. Da heißt es weiter, die ihr von der Sowjetregierung gemachten Anträge seien abgelehnt worden — also ist doch verhandelt worden In der Tat kormte man sogar in der franzo- fischan Presse lesen, daß Skobelew in Paris mit den maßgebenden französischen Kreisen Fühlung genommen Hut; die fünf französischen Bankicrs, die nach Mo-kau gegangen sind, werden Las schwerlich zum Zweck einer Vergnügungsreise getan haben. Wenn die französischen Zeitungen die nachträglich geleugneten Verhandlungen trotz der konsequenten antirussischen Politik Frankreichs zunächst mit solcher Befriedigung begrüßten, so lst Las natürlich vor allem auf das schöne Plänchen zurückzuführen, wonach angeblich die russischen Do-kriegsschulden durch deutsche Lieferungen bezahlt werden sollten. Bekanntlich verpflichtet der Art. 116 des Versailler Vertrags Deutschland, die etwa von Rußland geltend gemachten Entschädigungsforderungen anzuerkennen. Aber einmal hat Sowjetrußland aus leicht erkennbaren politischen Gründen derartige Forderungen niemals geltend gemacht, zweitens konnte auch die kühnste Auslegung des Versailler Diktats aus dem Art. 116 nicht die Ablösung des französischen Kriegsvorschusses an Rußland auf Deutschlands Kosten herauskonstruieren, und drittens können die Alliierten zu einem Zeitpunkt, wo sie bereits die Rotwendigkeit eines Abbaues der Reparationsbelastung zugegeben haben und Verhandlungen darüber eingeleitet worden sind, unmöglich daran denken, Deutschland neue Reparationen aufzuhalsen. Offenbar hat man unterdessen in England den Haken bei Poincares Forderung nach der Anerkennung der russischen Vvrkriegsschulden erkannt. Man ist nämlich in Moskau entschlossen, falls diese Frage aufgeworfen wird, von der Entente die Wiedergutmachung der Schäden zu fordern, die Sowjetrußland durch die Interventionspolitik erlitten hat. wobei vor allem die Entführung der sogen, freiwilligen Handelsflotte, der russischen Kriegsschiffe im Schwarzen Meer und der Raubbau in den älrwäldern der Rordgouvernements während der englischen Okkupation in den Jahren 1918 19 in Betracht kommt. Die Sache könnte also letzten Endes darauf hinauskommen, daß nicht Deutschland, sondern England für die Forderung Frankreichs an Rußland auf kommen müßte, und davon wird man an der Themse nichts wissen wollen. 3m übrigen ist aus dem russischen Angebot an Frankreich — ein solches liegt ja mindestens vor — auch sonst klar zu erkennen, daß man auf die Uneinigkeit zwischen England unb Frankreich spekuliert, das eine gegen das andere ausspielen möchte. Schon damit man sich in Genua nicht einer Einheitsfront gegenübersieht. Während der Vollskommifsar Tschitscherin auf der Sitzung des allrussischen zentralen Exekutivkomitees bei der Wahl der Delegation für Oemia die Geneigtheit, mit England zusammenzuarbeiten, betonte und die Politik Frankreichs als Versuch, die Monarchie in Rußland wiederherzustellen, kennzeichnete, hat Lenin gleichzeitig sein Angebot an Frankreich gemacht, das seine Spitze doch offen gegen England richtet, und endlich hat Radek Deutschland gewarnt, mit England gemeinsam die Ausbeutung Rußlands zu betreiben. Man ersieht aus alledem, daß man in Moskau die Methode des steile und herrsche" befolgen möchte; man will für Genua nicht nur zwei, sondern drei Eisen im Feuer haben, indem man einmal Frankreich und England gegeneinander auszuspielen und sich drittens eing Rückendeckung an Deutschland zu verschaffen sucht. Haben doch gerade in diesen Tagen mit Un- terstuhung der deutschen Regierung Verhandlungen zwischen den drei Vertretern derSowjetregierung Krassin, Radek und Stomanjakoff mit deutschen 3ndu- striekonsortien stattge/unden, die freilich an sich rein wirtschaftlicher Ratur sind und im Verfolg einer schon früher eingeleiteten Aktion die Erschließung Rußlands durch deutsches Kapital und deutsche Arbeit bezwecken. Diese Besprechungen haben frellich noch zu keinem Abschluß geführt, besonders infolge der Forderung RuhlandS, einen bestimmten Betrag als Regierungsanleihe in Form von Warenlieferungen an die staatliche betriebenen Industriezweige zu erhalten. Jedenfalls geht auch aus diesen Verhandlungen, die sich auf gutem Wege befinden, hervor, daß die Sowjet- regierung schwerlich ernstlich daran denkt, es für ein französisches Linsengericht mit seinem deutschen Rachbarn zu verderben, ohne den der Wiederaufbau Rußlands ein frommer Wunsch bliebe, und auf den es aus wirtschafllichen wie aus politischen Gründen in Gegenwart und Zukunft angewiesen ist. • Paris, 19. Febr. (WTD.) 3n bezug au die angeblichen Verhandlungen zwischen der französischen Regierung und Sow - jetruhland schreibt der „Temps", Frankreich habe über kein politisches Abkommen mit der Sowjetregierung verhandelt. Die Konferenz von Genua fei tatsächlich nur deshalb einberufen worden, um die Sowjetregierung den Staaten gegenüberzustellen, die ihre Gläubiger oder Lieferanten seien. Das sei die Methode der Einheitsfront, der Frankreich treu bleibe. Wenn Frankreich das Programm von Genua ernstlich studieren solle, könne es verlangen, sich vorher mit seinen Alliierten darüber zu verständigen. Das sei notwendig, damit die Sowjetregierung ihre Partner einig ftnde und diese in den Stand gesetzt würden, die notwendigen Garantien zu verlangen, damit man mit Rußland arbeiten und an der Wiederaufrichtung des russischen Volkes mithelfen könne. Wenn man erzähle, daß Frankreich mit den Bolschewisten verhandele, ja selbst, daß es ein Geheimabkommen abgeschlossen habe, bann sage man ber französischen Regierung eine Politik nach, btc schnurstracks ber Politik entgegenstehe, die sie verfolge, unb damit füge man zur Dummheit die Verleumdung. Warschau, 19. Febr. (WTD.) Die polnische Telcgraphenagentur meldet aus Moskau: Die politische Sowjetkonferenz, in ber Krassin den Vorsitz führte, bereitet bas Material für bie Genueser Konferenz vor. Die Sotvjetdelegation wirb auf der Konferenz von Genua eine Entschäbigungfürbi eF r a n k- reich währenb des Krieges gewährte Unterstützung verlangen, sowie eine Ent- schÄngung für die durch die Angriffe Iu- denitschs, Denikens, Koltschaks Wrangels und Polens verursachten Ausgaben. Roch vor der Abreise der Sowjetdele- gation nach Genua wird Lenin des Projekt einer allgemeinen Abrüstung Rußlands ausarbÄten. Eine Debatte über die Kriegsursachen. Paris, 19. Febr. (WTD.) 3n einem Bries an den „Temps" antwortet heute Professor A u • larb von der Sorbonne auf bie Aufforderung von Professor Hans Delbrück zu einer öffentlichen Debatte über die Kriegsursachen unter dem Vorsitz eines neutralen Gelehrten: Die Debatte könne nicht in einem öffentlichen Redeturnier erfolgen, sondern in ber Presse. Professor Delbrück möge seine These entwickeln, unb er, Professor Aulard, werde bann entscheiben, ob er barauf antworten könne. Vorher aber wirft er zwei Fragen auf, auf bie er von Professor Delbrück eine Antwort erwartet: 1. Als Deutschland an Frankreich den Krieg erklärte, habe es als Ursache das Dombardement deutschen Gebiets durch französische Flugzeuge angeführt Das sei eine Lüge gewesen. Wenn die deutsche Regierung das Gefühl gehabt hätte, daß Frankreich zum Kriege drängte, hätte sie irgendeine wirlliche Handlung der französischen Politik angeführt. Die deutsche Regierung habe nur eine Lüge gefunden. Wie denke Professor Delbrück darüber? Wie denke er ferner darüber, daß die Reutralität Frankreichs in dem Kriege dadurch sichergestellt werden sollte, daß die Festungen Verdun unb Soul Deutschland ausgeliefert werben sollten. Dadurch habe Frankreich auf alle Fälle gezwungen werden sollen, den Krieg zu erklären. Wie denke Professor Delbrück hierüber? Loucheur über die amerikanische Politik. Paris, 18. Febr. (WB.) Rach einer Havas- melbung aus Washington hat der Pariser Vertreter der in Baltimore erscheinenden »Sun" eine Unterredung mit dem ehemaligen Minister Loucheur gehabt Loucheur habe erklärt, Frankreich könne feine Kriegsschulden weder jetzt noch jemals bezahlen; denn bie einzige Art, in der es sie abtragen könnte, wäre bie Möglichkeit, Waren nach Amerika auszuführen: aber bie Vereinigten Staaten wollten sie nicht haben. Sie verlangten Gold und hätten doch bereits das ganze Gold der Well. 3hre Regierung schicke sich sogar an, einen neuen Zolltarif auszuardeiten, der zum Teil gegen Frankreich gerichtet sei. Senator Mac E o r - mick habe behauptet, Frankreich könne feine äußeren Schulden leicht bezahlen, wenn es seine Armee einschränke. Diese Behauptung entspreche nicht der Wirllichkeit; denn Frankreich bezahle feine militärischen Ausgaben in feiner nationalen Währung, während es die äußere Schuld in Gold ober in Waren begleichen müsse. Die gegenwärtige Haltung Amerikas, das sein Gelb zurückfordere, entmutige bas Wieberaufbauwerk unb vergrößere bie Lasten Frankreichs. Die Beschäftigung deutscher Arbeiter in Frankreich. Paris, 19. FÄ>r. (WTD.) Ein Dericht- erftatter des ,3ntranfigeant" hat in der Gegend dou Reims eine EnqueteüberdieDeschäf- tigung deutscher Arbeiter angestellt. Die deutschen Materialien und bie deutschen Holzhäuser wolle jeder annehmen, lieber bie Beschäftigung deutscher Arbeiter fei man geteilter Weißung. Das könne, sage man, nur in Ötäbten unb in kleiner Anzahl geschehen. Auf bem Lande würden zahllose Streitigkeiten entstehen. Die anberen aber erklärten, nur bie rote Zone könne ben beut- schen Arbeitern Vorbehalten bleiben. Der Vorsitzende .einer Wiederaufbau-Genoffenschaft in Reims habe erklärt, das Wieberaufbaugebiet benötige 200- bis 250 000 Techniker. Wenn man annehme, daß Deutschlanb 100 000 stelle, wer werde sie bezahlen unb wie werde man sie bezahlen, in Mar? ober in Franken. 3m ersteren Falle könnten sich bie Deutschen in Frankreich nicht ernähren, und im letzteren Falle müsse Deutschlanb so viel Franken kaufen, bah ein neuer Marksturz zu erwarten fei unb damit ein Protest Englands. Der Kabinettswechscl in Italien. Rom, 18. Febr. (Wolfs.) Mit Rücksicht aut das Ergebnis dec gestrigen Abstimmung in _ ber Kammer beschloß das Kabinett, dem König seinen Rücktritt anzubieten. Der Rücktritt des Kabinetts wird heute in den beiden Kammern bekannt gegeben werden. Rom, 18. Febr. (Wolff.) 3n der Kammer sagte bei der weiteren Erörterung über die Regierungserklärung B o n o m i vor der bereits gemeldeten Abstimmung in Erwiderung a if die Ausführungen mehrerer Redner, jede Regier ing, wie sie auch zusammengesetzt sei, müsse sich Rechenschaft geben über bie Rotwendigkeit, die wirtschaftlichen 3ntercffen Italiens in Genua zu wahren. Die Teilnahme Rußlands an der Konferenz könne keine Gefahren bilden, älebrigens entspreche die Wiederaufnahme der Beziehungen zu Rußland der ber Regierung vom Parlament empfohlenen Polltik. Rom, 19. Febr. (WTD.) Die Minister- k r i f c ist einer Lösung noch nicht nähergeführt. Der König setzt seine Besprechungen mit den Parlamentariern fort. Heute vormittag empfing er Rosolli, De Ricola unb Dalondra. Rach- mittags wird er den Vizepräsidenten des Senats der Kammer, den früheren Ministerpräsidenten Orlando empfangen. beiden Parteien müssen sich Streitigkeiten suchen (Heiterkeit); da muß die eine ein Mißtrauensvotum gegen den Reichskanzler einbringen und sie muß cs so formulieren, daß es nicht angenommen wird (Heiterkeit); sonst könnte sie ja mit der Deutschen Demostatischen Partei verwechselt werden und der verständige Deutsche müßte sich fragen, warum denn hier zwei Parteien bestehen, wenn sie beide in allen wesentlichen Fragen fachlich einig sind. Wie furchtbar ist es, daß alle Parteien durch Kleinlichkeiten voneinander getrennt find. Sie wissen, führte Petersen weiter aus, daß ich immer für eine große Koalition der Mitte eingetreten bin, nicht aus Sympathie zur Deutschen Volkspartei, sondern weil ich keine andere Möglichkeit sehe, den Wiederaufbau herbei- zuführsn, als durch eine große Koalition der Mitte unter Ausschaltung der Extreme von rechts unb links. Wir brauchen nicht eine Mehrheit von fünf oder 10 Stimmen, sondern im Interesse des Vaterlandes die große Mehrheit der Mitte. Ich habe an und für sich nichts dagegen, daß auch die Unabhängigen Sozialdemokraten daran teilnehmen. wenn sie die gleiche Politik verfolgen wie die Mehrheitssozialbemokraten. In ber inneren unb äußeren Politik waren die Voraussetzungen siir die große Koalition gegeben. Aber bann trat auf einmal die Deutsche Vollspartei mit ihren .sachlichen qrou. einen cinpeunu^n -luuixh ux.wx.-v. ---- . - , terkeit > Da haben wir die Deutsche Volks- „nid)t von bem abf&teden, bnr für u™crJ Partei und dieDeutscheDemokratische Pflicht halten nämlich die ^te Knolle und !>a3 Partei., bie beide auf liberalem Wirtschafts- fetzte Korn dem vaterländischen Boden, avz hoben und auf dem Boden der verfassungsmäßigen ringen." Hiernach berichtete der Vor^--.enbe des Entwicklung der Dinge im Staate fteoen. Diese' Vorstander' Lanbesällestei W evs ky, uoer 01£, Petersen über „Regierung und Reichstag". Papst Pius XI. Rom, 19. Febr. (Wolff.) Die Mitglieder des diplomatischen Korps im Vatiian übergaben dem Papst ihre Beglaubigungsschreiben. Der spanische Gesandte hielt als Doyen des diplo- Papst PiuS XI. matischen Korps eine Rede, worin er die Freude der ganzen Welt über die Wahl des Papstes ausdrückte, dessen hohe Tugenden er pries. Der Papst dankte und wies darauf hin, daß er selbst seinerzeit Doyen des diplomatischen Korps gewesen sei; er nehme mit besonderem Vertrauen Die Huldigung der Diplomaten und ihre Wünsche für das große universelle Friedenswerk entgegen. Die Epidemiegefalir in Osteuropa. Genf, 18. Febr. (WTB.) Wie das Dölker- bundssekretariat mitteilt, hat bie französische Regierung den Präsidenten bes Völkerbunbes Hymans ersucht, in Warschau eine europäische Konferenz zur Bekämpfungder sanitärenGe- fahren in Osteuropa einzuberufen, an ber alle Staaten, bie sich für bie Frage interessieren, burch Fachleute ihres Gesundheitswesens vertreten sein sollen. Die Konferenz hätte die Epidemien in Osteuropa und geeignete Maßnahmen zu untersuchen, vor allem bie Frage einer sanitären Zone zu beiben Seiten ber Grenze, die Rußland unb bie ilfraine pon ben anberen europäischen Staaten trennen. Falls bie interessierten Staaten sich nicht zu gemeinsamen Bemühungen zusammenschlössen, ist trotz aller gegenwärtigen Anstrengun- gen Polens, Rußlands, der Grenzstaaten sowie ber Epibemiekommission des Völkerbundes eine weitere Ausdehnung der Epidemiegefahr zu befürchten. Magdeburg, 19. Febr. Der Vorsitzende der Deutschen Demokratischen Partei, Senator Dr. Petersen, sprach hier heute in einer zahlreich besuchten demokratischen Versammlung über „Regierung und Reichstag". Deine Ausführungen werben sicher weitere Erörterungen zur Folge haben. Er führte aus: Die Regierung muh, wenn sie eine feste Politik verfolgen will, eine einheitliche, von einer starken Persönlichkeit getragene Regierung fein. Darum hat sich bie Demokratische Partei bagegen verwahrt, bah in die Besetzung ber Ministerporte- feuilles immer bie Fraktionen btnebtreben. Um eine Gesundung ber Regierungsbildung her- b»izuführen, haben wir kürzlich bem Reichskanzler in persönlicher Aussprache erklärt, bah er die Führung beim Steuerkompromih sowohl als bei der Regierungsbildung in die Hand nehmen müsse, und bah ber Reichstag nur zu entscheiden habe, ob er ihm bas Vertrauen aussprechen wolle oder nicht. Dah ber Reichskanzler Herrn Dr. Rathenau zum Minister bes Aeuhern ernannte ohne ein Handeln mit den Fraktionen, war ein ungeheurer Fortschritt im parlamentarisch-bemokratischen System. Das Problem des Reichstags heiht „einheitliche Willensbildung" zwecks Unterstützung einer Regierung. In Deutschland sind ja nun bei dem beutf$en Charakter die Schwierigkeiten besonders grvh, einen einheitlichen Willen zu bilden. (Heist euerung. _ Berlin. 18. Febr. (WTB.) Die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft teilt mit: Die Hauptversammlung der Deutschen Landwirt- rchaftsgesellschaft, die die grobe Landwirtschafts- Woche am 18. Februar abschloh, wurde bei un- gemein reger Beteiligung vom Vizepräsidenten des 10 Gaues (Bayern), Reichsrat und Kämmerer Freiherrn v. T h ü n g e n eröffnet, der allen Telb neuntem für die rege Mitarbeit dankte, die stt trotz der Schwierigkeiten der Witterungsverhalt, nisse unb bem Wiberftanbe des Verkehrswegs befunbeten. „Wir lassen uns", so führte er aus. unb persönlichen Garantien" hervor, die nach der Ernennung Rathenaus zum auswärtigen Minister auch auf den Außenminister ausgedehnt wurden. Vielleicht sind dabei auch Kräfte am Werk gewesen, die der großen Koalition nicht forderlich fein wollen. Vielleicht ist es richtig, daß eine starke Persönlichkeit dieandere starke Persönlichkeit nicht will, und daß deshalb die Koalition scheiterte. Schließlich kam auch noch der S i s e n b a h n e r st r e i k. Das Verhalten ber Deutschen Dolkspartei läuft auf eine Demagogie won unerhörter Leich'- fertigEeit hinaus Man mag zu bem Reichskanzler stehen wie man will, man muh anerkennen, daß er ein starkes Aktivum in der innerem Politik bedeutet. Er erfreut sich des Vertrauens weiter Volksmassen, und das ist nicht leicht zu nehmen. Er hat auch eine auhenpolitische Rote, indem die Franzosen ihn benützen, die Wandlungen ihrer Politik zu decken. Wirth stürzen, heiht Poincaro Waften geben gegen Lloyd George. Glaubt jemand, dah die Sozialdemokratie für die große Koalition bereit ist, wenn Wirth und Ra- t Henau gestürzt sind? Glaubt denn die Deutsche Dolkspartei, dah sie uns beherrschen kann? Run mag sie als reuige Sünderin zu uns kommen. Die Deutsche Demokratische Partei wirb keine Veranlassung haben, jetzt ihrerseits das zu tun. was nottoenbig ist, um bie Durchführung des Koalitionsgedankens herbeizuführen. Es liegt letzt bei der Deutschen Volkspa. tei, durch verständiges sachliches Verhalten bei ber Beratung ter Steuer- fiage zu beweisen, ob sie mit ber Mitte ober gegen sie arbeiten will, ob sie mit ber Deutsch- nationalen Partei eine Rechtspolitit ober mit ben Kralilionsparteien eine Politik ber Mitte verfolgen will. Jetzt Haden w i r zunächst von ihr „persönlich? unb sachliche Garantien" zu for- Um, bat) sie bereit ist, eine berftänbige Politii durchzuführen. Der zweite Reichslanddundtag. Hannover, 18. Febr. (WTB.) Im Kuppelsaal ber hiesigen Stabthalle versammelten sich bie Landwirte aus bem ganzen Deutschen Reich zur Abhaltung des 2. Reichslanbb unbiages. Der Vorsihenbe bes Reichslanbbunbtages Abaeorbn. Repp gab seiner besonderen Freude über die Teilnahme ber beutsch-osterreichischen Brüder an dem Landbundtag Ausdruck. Er erklärte, nur der nationale Machtgedanke könne das Volk aus der Rot herausführen. Generalfeldmarschall Hindenburg, der zu den Gästen gehörte, wurde bei seinem Erscheinen stürmisch begrüßt und gebeten, die Ehrenmitgliebschast anzunehmen. Darauf führte der Vorsitzende des Bundes ber Landwirte, Roesicke, aus, nur die Selbsthilfe könne uns retten. Die Urproduktion müsse gefördert, die Selbstemährung des Volkes erreicht, werden, und die Landwirtschaft könne dies leisten. Man müsse zur Friedens- Produktion unb womöglich zu einem Mehrertrag von 25 Prozent kommen. Dazu mühte die Landwirtschaft die.Mittel in ber Planwirtschaft in völliger Selbstverwaltung aufbringen. In der einstimmig angenommenen Resolution heißt es denn auch, dah der Reichslandbund die Durchführung der freien Landwirtschaft im neuen Ernte- jabr fordere. Bestände die Regierung aber auf der Fortsetzung der Reichsgetreibeaktiengesell- schaft, so sei bie Lanbwirtschaft fest entschlossen, ihr jede Lieferung zu versagen. Eine andere ein- fiimmig angenommene Entschließung wendet sch gegen die Zwangsanleihe von einer Milliarde Mark und verlangt unbedingt gerechte De- d-i Vockeratungen für bk Ausstellung in Nürnberg (22. bis 27. Juni 1922), die auf eine Sem Umfang nach beschränkte Tierausstellung, adrr auf eine reiche Beschickung mit Erzeugnissen und Maschinen rechnen labt Für die Ausstellung 1923 in Hamburg sind die vorbereitenden Arbeiten bereits im Gange, für 1924 liegt eine Einladung Schlesiens nach Breslau vor, und für 1925 ist Dortmund in Aussicht genommen. Durch Beschluß der Hauptversammlung wurde die Herbsttagung 1922 nach Hildesheim verlegt. Der anschließende Bortrag v. L o ch o w s jun. löste eine ungemein angeregte Aussprache aus, die sich g e g e n jede Bevormundung der Produkt ion wandte, im übrigen alle Maßnahmen befürwortete, die eine Erhöhung des Kartoffelertrages versprechen. Errichtung einer Baugerverk- schulefürdieProvinzOberhessen? Bon der Bereinigung der Aufsichtsräte hessischer Gewerbeschulen wird uns geschrieben: Aach den Berichten der Tageszeitungen ist dem hessischen Landtag der Antrag unterbreitet worden, für die Provinz Oberhessen die Errichtung einer Daugewerkschule — der vierten in Hessen — ins Auge zu fassen. Dieser Antrag widerspricht einer im Sommer vergangenen Jahres von maßgebender Regie- rungsstelle abgegebenen Erklärung, daß es auf die Dauer nicht erforderlich sei, im Freistaat Hessen drei Daugewerkschulen zu unterhalten, während Baden und Württemberg je nur eine besäßen. Mit drei Daugewerkschulen, denen neben Ler Hochbauabteilung eine Tiefbauabteilung an- .gegliedert: sei, vier Maschinenbauschulen und zwei Kunstgewerbeschulen überflügele Hessen die andern ^Staaten, wohingegen es mit den Lehrlings- und Meisterschulen als Grundschulen des gewerblichen r Erziehungswesens gegen jene im Rückstand sei. Die gleiche Ansicht wurde in dem Ausschuß des Landesgewerbevereins im Herbst vorigen Jahres zum Ausdruck gebracht. Die Errichtung einer vierten Daugewerkschule muß als ein Luxus, den sich Hessen nicht erlauben kann, bezeichnet werden, sie würde die vorangeführten Gegensätze hinsichtlich der Förderung von Technikerschulen und der Berkümmerung der gewerblichen Grundschulen immer weiter verschärfen. Das Ziel der Daugewerkschulen ist vornehmlich auf die Ausbildung von Technikern für den mittleren Staatsbaudienst gerichtet. In Anbetracht der zur Zeit und auch in der nächsten Zukunft darniederliegenden Dautätigkeit ist eine Bau- aewerkschule mehr als ausreichend, um die Be- oürfniffe des Landes mit mittleren Daubeamten zu befriedigen. Keinesfalls kann es den Forderungen der Zeit nach Sparsamkeit auf allen Gebieten angemessen fein, wenn der Kreis stellen- lvfer Techniker infolge Massenheranbildung dauernd vergrößert wird, zumal dadurch als nächste — zur Zeit schon vorhandene — Folge die besten Kräfte vom Handwerk abgelenkt werden. Es wird in letzter Zeit viel geschrieben und geredet von der Erziehung der gewerblichen Jugend zu produktiven Arbeitsleistungen und ihrer Ertüchtigung zu Qualitätsarbeiten, die auch dem Ausland begehrenswert fein sollen. Diese Forde- rung wird nach wie vor sowohl im Handwerk, wie in 5er Industrie von dem Heranziehen des gewerblichen Aachwuchses durch tüchtige, fachkundige Meister abhängig fein. Mehr denn je tritt deshalb an Handwerk und Industrie die Forderung der Erstrebung tüchtiger Lehrmeister heran, die neben gründlicher, praktischer Erfahrung auch das unentbehrliche theoretische technische Rüstzeug und Ällssen besitzen, das für den künftigen gewerblichen Beruf Dor- ausfehung ist. Hierzu bedarf es einer gediegenen gründlichen Schulung, die seither von dem im Lande zerstreut liegenden dreiklassigen Gewerbeschulen vermittelt wurde. Deren Unterrichtsweise ist, abweichend von der der Daugewerkschulen, die alle Schüler nach dem gleichen Schema unterrichten, für die einzelnen Handwerkszweige spezialisiert und findet in handwerklicher Hinsicht eingehendste Vertiefung. Die Gewerbeschulen stehen mit der Praxis und der örtlichen Eigenart des Handwerks in engster Fühlung. Sie erstreben die Heranbildung tüchtiger, Werktätiger Handwerksmeister, Werkmeister, Monteure und Vorarbeiter. Sie erleichtern und verbilligen den In ihrem Bezirk ansässigen jungen Handwerkern den Besuch der technischen Fachschulen, der bei entlegenerer Ausbildungsmöglichkeit angesichts der beträchtlichen finanziellen Opfer dem größeren Teil derselben versagt bliebe. Gegenwärtig befinden sich in Oberhessen dreiklassige Gewerbeschulen in Gießen, Friedberg, Alsfeld, Aidda und Büdingen. Diese Dänen durch die Errichtung einer Daugewerkschule nicht erseht werden. Von den für gewerbliches Unterrichtswesen -ur Verfiigung gestellten Staatsmitteln ist seither Aus dem Reiche. Die Wirtschaftsbeihilfen. Berlin, 18. Febr. (Wolff.) Aach Anfragen, die an das Reichsfinanzministerium gerichtet werden, wird die fiirzlich veröffentlichte Pressenotiz über die bevorstehende Gewährung von Wirtschaftsbeihilfen an die Beamten und Angestellte zum Teil irrtümlich ausgelegt. Zur Klarstellung wird von zuständiger Stelle darauf hingewiesen, daß die Bemessung der Wirtschafts- beihilsen in Anlehnung an die den Arbeitern gewährten Ueberteuerungszuschüsse derart gedacht ist, daß für je 10 Pfennige Ueberteuerungszuschuß eine jährliche Wirtschaftsbeihilfe von 250 Mark W gegeben werden soll. Beispielsweise würde somit die Wirtschaftsbeihilfe an einem Orte, wo die Arbeiter einen Uebert euerungszuschuh von einer Mark pro Stunde erhalten, auf 10 mal 250 Mk., also auf 2500 Wk. bemessen werden. Die Bewegung der Visenbahner. München, 18. Febr. (Wolff.) Die Verbandsleitung des Bayerischen Eisenbahnerverbandes beschloß, den zuständigen Regierungsstellen Berlins eine Kundgebung zu unterbreiten, mit dem eindringlichen Ersuchen, umgehend den Beamten und Arbeitern der Reichsbahn durch eine allgemeine durchgreifende Erhöhung der Gehälter und Löhne, die nicht hinter der Lohnsteigerung für Bergarbeiter zurückbleibe, ;u Hilfe zu kommen. Aur auf diese Weise und mit ausgiebigen Mitteln könne eine Beruhigung des Eisenbahnpersonals eintreten und eine von neuem geschürte Streik- neigung wirksam bekämpft toerben. den Daugewerkschulen als Technikerschulen der Löwenanteil zugeflossen, während für bie eigentlichen Handwerkerschulen der weitaus kleinere Teil verblieb. Um letztere mit denen 'bet anderen Staaten auf die gleiche Höhe zu bringen, bedarf es, ohne erhöhte Anforderungen an den Staatssäckel zu stellen, entschieden einer Verringerung der Daugewerkschulen auf eine dem Lande angepaßte Zahl. Aus Stadt und Land. Gießen, den 20. Febr. 1922. ** Zollpersonalien. Durch Verfügung des Reichsfinanzministeriums sind folgende Oberbeamten der Reichszollverwaltung zu Oberzollinspektoren befördert worden: P. Lohnes zu Gießen und K. Frank zu Friedberg, Vorstände der Zollämter 1. Kl. Gießen-Bahnhof und Friedberg; ferner Fernges und Rvhmann zu Friedberg, und Schröckert zu Aidda, Vorstände der Bezirks-Zollinspektionen Friedberg I und II, und Aidda. — Am Landesfinanzamt zu Darmstadt haben unter Ernennung zu Zoll- praktikanten die 1. Prüfung für Oberbeamten der Zollverwaltung bestanden: L. Berndt, H. Bollmann, O. Köhler und W. Lepper, sämtlich zu Gießen. — An dem Mitte Januar d. I. beendeten Kursus an der Hauptlehranstalt für Zollbeamte zu Frankfurt a. M. haben unter Ablegung der Schlußprüfung teilgenommen: Zollprakttkant W. Stock und Zollsupernumerar Franz Volkmann am Hauptzollamt zu Gießen. — Eingetreten in die Zollverwaltung sind als Zollsupernumerar die Abiturienten Th. Rühl zu Gießen und R. von Daßhuisen ßu Dad-Aauheim. ** Zulassung zum Vorbereitungsdienst für bie Oberjustizsekretär- Prüfung. Aach einer Bekanntmachung des Ministeriums der Justiz kann Anfang Mai b. Js., eine beschränkte Zahl von Justizanwärtern zum Vorbereitungsdienst für bie Oberjustizsekretärprüfung zugelassen werben. Gesuche nebst Abgangszeugnis einer Realschule mit siebenjährigem Kursus oder dem Aachweis der Reife für bie •Unterprima eines Gymnasiums, Realgymnasiums ober einer Realschule sowie Leumundszeugnis und Aachweis des Besitzes der Reichsangehörigkeit sind bis zum 24. April d. Js. bei dem Ministerium der Justiz einzureichen, jedoch nicht eher, als die bezeichneten Zeugnisse und Aachweise beigefügt werden können. Die einstweilige Einreichung von Gesuchen ohne diese Zeugnisse und Aachweise ist zwecklos, da für die Auswahl der demnächst in den Vorbereitungsdienst einzuberufenden Justizanwärter der Zeitpunkt des Eingangs der Gesuche bedeutungslos ist. Gesuche, denen die Zeugnisse und Aachweise nicht beigefügt sind, werden ohne weiteres zurückgewiesen werden. * Willi Braun war gestern aus München gekommen, um einen lustigen Abend zu geben. Der rührigen Vortragsvereinigung ist es zu danken, daß der vielgesuchte Humorist hier erschien. Der Künstler selbst konnte seinerseits mit dem gefüllten Saal und dem willigen Publikum zufrieden fein. Man war beiderseits sehr bald in Stimmung. Humor, der aus pumorbegeifterlern Herzen sprudelt, reiht aber auch aus jeder Stimmung heraus. Willi Braun muhte sogar sich selbst über einen grvhen Aerger Hinweghelfen; denn als Kriegsbeschädigter trägt er eine Prothese, die gerade gestern zweimal brach; so muhte er auf dem Podium herumhinken, aber man fah nur sein lachendes Gesicht und konnte vor allem von dem ungeheuer beweglichen Mund nicht wegblicken. Der sprach fast noch lauter als das laute Wort. Jas Publikum verstand ihn auch so gut, dah Braun beim Beginn des zweiten Teils schon eigentlich auf Du mit ihm stand. Sehr anzuerkennen ist, dah er die Gefahr des „Zweitklassigen", der der lustige Detter Humor ausgesetzt ist, so glücklich umging, was allerdings zu erwarten war bei der starken musikalischen Anlage seiner Kunst, die besonders feine Lieder am Flügel auszeichnete. — f — ** Der Evang. Arbeiterverein hielt am Samstag im Veceinslvkal feine diesjährige Hauptversammlung ab. Aus dem vom Vorsitzenden erstatteten Jahresbericht geht hervor, dah der Verein sich auch int abgelaufenen Jahre günstig entwickelt hat. Das Vermögen des Vereins hat sich mit Rücksicht auf die ständig steigenden Ausgaben gegen das Jahr 1920 verringert. Um einer weiteren Minderung des Vermögens vorzubeugen, wurde, gleichzeitig auch mit Rücksicht auf die in nächster Zeit zu erfüllenden größeren Ausgaben, beschlossen, den Mitgliedsbeitrag ab 1. Januar d. I. lauf 4 Mk. vierteljährlich zu erhöhen. Bei den vorgenommenen Wahlen wurde der seitherige 1. Vorsitzende durch Zuruf wiedergewählt, ebenso die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Arnold, Graulich, Loh, Müller,Weller und Z s ch u n k e. Aeu in den Vorstand gewählt wurden die Herren B r o d m ü 11 e r und Kolbe. Bezüglich der Sterbekasse,wurde beschlossen, die Aufnahme nur bis zum 50. Lebensjahre zuzu- lassen; auch soll der Vorstand die Staffelung der 'Beiträge nach dem Deitrittsalter in Erwägung ziehen. Zwecks Vorbereitung des 30. Stiftungsfestes sott demnächst eine besondere Versammlung stattfinden. Die Vereinbarung mit dem Oberhessi- scheu Samenhaus hier, zwecks günstigen Einkaufs von Samen und Düngemitteln durch die Mitglieder wird gutgeheihen. lieber die gemeinschaftliche Beschaffung von Wirtschaftserzeugnissen soll der Vorstand mit der Einkaufsgenossenschaft Braunfels weitere Verhandlungen führen. — Es ist dem Verein gelungen, zu dem am Sonntag im JohannessaU stattfindenden Sammer- musikabend eins der besten Gießener Quartette zu gewinnen, so dah ein genußreicher Abend bevorsteht. Zur Darbietung gelangen Werke von Haydn, Schubert, Tschafkowskh und Beethoven. Die Veranstaltung ist auch Aichtmitgliedem zugänglich. Bornotizen. — Tageskalender für Montag: Stadttheater, 8 Uhr: Musikalische Tänze von Erika Hornesser. — Astoria-Lichtspiele, ab heute: „Der müde Tod" und „Ewiger Strom". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ab heute: „Hintertreppe" und „Der Schrecken der weihen Holle". — Ter Gießener Konzertverein veranstaltet am kommenden Sonntag sein 8. Konzert, das von Professor 53a Uzielli (Klavier) und Em. Feuermann (Cello) bestritten wird. Auf dem I Programm stehen Sonaten von Beethoven, Reger 1 und Brahms. — Konzerte finden auf Veranlassung des Wartburg-Vereins am Donnerstag den 23. und Freitag den 24. Februar, abends 8 Uhr, im Johannessaal (Südanlage) zugunsten der hiesigen Kleinkinderbewahranstalt und der Elisa- bethen-Kleinkinderschule statt. Ein aus Damen und Herren unserer Stadt bestehendes größeres Zupf- orchester (Mandolinen, Mandolen, Gitarren), das unter der Leitung von Hans Sonntag-Gießen bereits in kleinen Zirkeln mit großem Erfolg gespielt hat, hat sich in den Dienst der Sache gestellt. Für jeden Abend ist ein besonderes Programm vorgesehen. Für den ersten Abend hat Fmu Mendelssohn-Mrrtholdy (Rezitationen) ihre Mitwirkung zugesagt, am zweiten Abend wird Herr Wigger-Gießen (Harfe) imit einigen Solls das Programm bereichern. (S. Anzeige.) — „Gefährdete Jugend". Aus die Vortragsreihe, die morgen abend 8 Uhr im Katholischen Vereinshause beginnt, seien nochmals Eltern und Erzieher hingewie.sen. Landkreis Gießen. kb. "Beuern, 18. Febr. Bei der Versteigerung des Bauholzes wurde der vor zwei Jahren höchste Preis für das Festmeter diesmal noch um 200 Mk. überboten. — Auch dieses Jahr erhalten die Haushaltungen vier Raummeter Hartholz, Duchenschett- und Stockholz, zu einem recht billigen Preis zugewiesen. = Hungen, 20. Febr. Bei einer von auswärts stammenden, hier wohnhaften Frau wurde Ende vergangener Woche ein Hamsternest entdeckt. Da sie von den 3 Zimmern und Küche, die sie mit ihrem einen Kinde bewohnt, ein Zimmer nicht freiwillig iräumte, wurde dieses in ihrer Abwesenheit durchs den Gerichtsvollzieher gewaltsam geöffnet. Tabei wurde em ganzes Warenlager zutage gefördet, u. a. etwa 6 Zentner MelU, 3 Zentner Ackert 1 Kiste Kaffee, Reis, Oel, Konservenbüchsen usw., nahezu 1000 Gläser Gelee und eingemachte Früchte, sowie eine Menge anderer Artikel. Bei den eingemachten Früchten befanden sich Gläser vom Jahre 1914. Don den so aufgespeicherten Waren hätte eine mehrkopfige Familie mehrere Jahre leben können. kb. Londorf, 18. Febr. Die Holzverstei- gerung am Donnerstag auf der „Rabenau" hatte eine sehr große Zahl Kauflustiger zusammengebracht. Wahrend sonst die Preise billig waren, war der Preis dieses Mal recht hoch. Das Raummeter Buchenscheit kam auf 500 Mk.; Buchenstvck erzielte bis 250 Mk. für das Meter. Kreis AlSfeld. 2$. Groß-Felda, 18. Febr. Der hiesige Turnverein, der im abgelaufenen Jahre sein 15jähriges Bestehen feiern konnte, hielt dieser Tage unter dem Dorsih von Schreinermeister Fr. Schüfe r seine von allen Mitgliedern besuchte Jahresversammlung ab. Der Jahresbericht des Tumwarts Fr. Müller legte Zeugnis ab von der sehr regen Tätigkeit des Vereins. Beim Bezirksturnfest in Schlitz, beim Gauturnen in Marburg und beim Dereinswett- tumen in Aieder-Ohmen wurden schöne turnerische Erfolge erzielt. Die Mitgliederzahl ist beständig im Steigen begriffen und beträgt jetzt 63 aktive und 14 passive Mitglieder. Die finanziellen Der--, hältnisse sind vorzüglich, so daß man daran denken kann, einen Teil des Dereinsvermogens als Turnhallenbaufonds anzulegen. Beschlossen wurde, für die im Weltkrieg gefallenen Turner eine © ebenf täfel im Vereinslokal anzubringen. Aach Rücksprache mit Eltern und Lehrern soll, wie in den meisten Vereinen des Gaues Hessen, eine Schülerabteilung gegründet werden. 3m Anschluß an den geschäftlichen Teil hielt Postverwalter U f i ng er einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag über „Wert und Aotwendigkeit der Tumerei". Einen weiteren« Vortrag über „Entstehung und Werdegang der Deutschen Turnerschaft" hat der Redner für die nächste Zeit in Aussicht gestellt. Kreis Lauterbach. fpd. Lauterbach, 19. Febr. Die Aerzte des Kreises Lauterbach haben die Krankenkassenpraxis für die Mitglieder der Krankenkasse des Kxeises niedergelegt und behandeln diese nur noch als Privatpersonen. Der Grund dürfte in Streitigkeiten um die Honorarsätze zu suchen sein. Als Gegenmaßnahme empfiehlt die Leitung der Krankenkasse ihren Mitgliedern, die Aerzte nur in Fällen dringendster Rot auf» zufuchen. -4 Schlitz, 18. Febr. Für die ehemalige Herrschaft Schlitz war der 15. Februar ein Tag dankbar en Gedenkens. Man feierte im stillen den 10 0. Geburtstag des Grafen Carl von Schlitz, genannt von Görtz, der durch seine Taten und Werke in der Erinnerung stets weiterleben wird. Auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge 'bat er großes geleistet. Die Spuren dieser «Tätigkeit werden heute noch angenehm empfunden. Sein Wirken erstreckte sich aber über die Grenzen des Schützer Landes, Graf Earl war längere Zeit hessischer Gesandter in Berlin, von 1868 ab ferner Kommendator des Johanniterordens. Im Kriege 1870/71 übte er eine aufopfernde Tätigkeit als General-Etappen-Dele» giertet in der freiwilligen Krankenpflege aus. 1874 wurde der Graf Präsident der Ersten Kammer der Stände. Er ist auch schriftstellerisch tätig gewesen. Sem Hauptwerk, in dem er seine Reise um die Welt 1844—47 anschaulich und fesselnd beschreibt, erlebte zwei Auflagen und wird noch heute gern gelesen. Kreis Schotten. a. Ober-Lais, 18. Febr. Der hiesige Zweigverein des Vogelsberger Höhen- Clubs unternahm mter Führung von V. H. C.° Bruder Schmidtberger bet starker Beteiligung feine zweite Wanderung nach D ltkhards. 5er Weg führte zunächst über Glashütten und das „Riddern", wo V. H. C.°Bruder Dinges- Glashütten ein sehr interessantes Stück Urwald geigte (das Alter der Bäume wird auf 300—400 Jahre geschäht), nach dem großen See bei Gedern. Von hier ging es über den vollständig zugefrorenen See dem Wanderziel entgegen. Herrlich war der Blick, der sich auf der Anhöhe kurz vor Burkhards auf das im Sonntagsfrieden liegende Dorf und auf die Herchenhainer Hohe dem Auge bot. "Bei V. H. C.-Bruder Gastwirt S ch m i b t erwartelen bereits einige Mitglieder des Zweigvereins Herchenhain die Wanderlustigen. 3n Verhinderung des Vorsitzenden dieses Vereins, des Lehrers Bernhard - Sichenhausen, begrüßte D.H.C.-Bruder Lehrer Ludwig-Burkhards den Aachbarverein. Bei weiteren Ansprachen von Lehrer Dauer und Pfarrer Weidner -Ober- Lais, die in ehrenden Worten des m Kürze aas dem Vogelsberg scheidenden Lehrers Ludwig gedachten, der nach 42jähriger Lehrtätigkeit tm Vogelsberg, darunter 20 Jahre in Ober*Lais, in den wohlverdienten Ruhestand tritt, wurde manches heimatliche Dollslied gefangen, so daß der Äachmittag in schönster Weise verlief. Gegen 8 Uhr wurde der Heimmarschi angetreten, der bei hellstem Mondschein über den Weiler Streithain ging. Obwohl fast 6 Stunden marschiert worden war — darunter oft über vereiste Wege — kamen alle Teilnehmer der Wanderung wohlgemut zu Hause an. Lluch diese Wanderung, durch die viele ein Stück unserer engeren Umgebung näher kennen lernten, hat die U^mderlust und Heimatliebe aufs neue geweckt. Kreis Friedberg- 2). Friedberg, 19. Febr. Während in den meisten Städten zur Zeit größte Brennstoff not herrscht, konnte unsere Orts kohlen st eile die Bevölkerung durch eine Bekanntmachung angenehm überraschen, nach der jeder Familie zwei Zentner Brennholz zugeteilt werden — und zwar zu dem Preise von 16,75 Mark pro Zentner. — 5er Kommunalverband Friedberg hat ^ib 20. Februar folgende Brotpreise festgesetzt für den Laib Brot zu 1900 Gramm 12,10 Mark, für den 850-Gramm-Laib 6,05 Mark. 2$ Dad-Aauheim, 18. Febr. Bei der Holzversteigerung im Stadtwalde wurden sehr hohe Preise erzielt. Für hundert Eichenwellen (Astholz) wurden bei Beginn der Derstei- gerung 700 Mk., zuletzt aber 1000 und 1200 Mk. bezahlt. Die besseren Wellen, die etwa 2—3 Meter Stammholz enthalten, kamen bis zu 1400 Mark. Zwei Raummeter Eichenscheiter und Eichenknüppel standen sich 1200 bis 1400 Mk. Es wurden durchweg die drei- bis vierfachen Preise des vorjährigen Holzverkaufes im Stadtwalde erzielt. Zur Der- fteigerung waren nur Ortsansässige zugelassen. Die Holzversteigerungen in den staatlichen Wäldern am Johannisberg und Winterstein finden erst später statt. Soweit in den Taunusgemeinden schon Versteigerungen abgehalten worden sind, zeichneten sie sich durch starke Kauflust der zahlreich anwesenden Steigerer und ungeahnt hohe Preise aus. Dortelweil, 18. Febr. Der Gesangverein „Liederzwei g“, wohl der älteste der ländlichen Vereine der Wetterau, feierte fein 60jähriges Bestehen durch einen wohl- gelungenen Festabend. 2$. Steinfurth, 18. Febr. Der hiesige Volksbildungsverein, der sich unter rühriger Leitung um gute Unterhaltung für die ländliche Bevölkerung bemüht, veranstaltete einen Rezitation s- und Liederabend, für den Herr Hellborn vom Gießener Stadttheater gewonnen war. 5>ie Vorträge des Künstlers fanden großen Anklang und dankbare Aufnahme. — 5>em hiesigen Turnverein wurde die Abhaltung des diesjährigen Dezirkstumfestes im 5. Bezirk des Gaues Hessen übertragen. 2$. Aus der We11erau, 18. Febr. Die reichenAiederschläge der zweiten Winter- hälste haben dem Boden endlich die Winterfeuchtigkeit gebracht, die Grundbedingung für eine gute Ernte ist. Schon vor dem letzten Frost formte bei Grdarbeiten festgestellt werden, daß das Wasser bis zu 1,60 Meter in die Tiefe eingedrun- gen war. Die gegenwärtige Schneeschmelze wird dem Boden noch weitere Wassermassen zuführen. Der Landwirt hat nun berechtigte Hoffnung, mit einer guten Futterernte zu rechnen. Das zeigt sich schon darin, daß er sein Vieh jetzt wieder mehr zurückhält und bis zum ersten Grünfutter durch- zubringen sucht. Händlern und Metzgern fällt es schon wieder schwerer, Rindvieh zum Schlachten aufzukaufen. — Mancher Landwirt muß jetzt zu seiner Betrübnis feststeNen, daß die Wintersaat den harten Frost nicht in allen Fluren gut überstanden hat. Es liegt daran, daß viele Aecker, von denen der Schnee weggeweht worden ist, während der kalten Tage nur eine geringe Schutzdecke hatten. Die zugrunde gegangenen Pflänzchen lassen sich leicht erkennen. Beim Anfasfen losen sie sich vom Wurzelhals glatt ab. Die sehr früh gesäte und schon stark entwickelte Frucht, dann aber auch die ganz spät gesäte Frucht (hier und da wurden noch um Weihnachten Weizenäcker ausgestellt), die sich jetzt erst im Stadium des Keimens befindet, haben am wenigsten unter dem Frost gelitten. — Auf ihrer Heimreise nach dem Aorden zeigen sich, von Süden kommend, seit diesen Tagen dem aufmerksamen Beobachter die ersten Schnee- gans-Züge. 5>er Bevölkerung ist das ein Zeichen dafür, daß die Macht des Winters gebrochen und der Frühling im Anzug ist. Starkenburg und Nheinhessen. • Worms, 19. Febr. Eine Viertel- millivn Oltarf für 2 Rennpferde erhielt der Besitzer des hier in den letzten Tagen gastierenden Zirkus Holzmüller geboten. Der glückliche Inhaber verlangte jedoch noch mehr. Kreis Wetzlar. fr. Krofdorf, 19. Febr. Die Aeu- Verpachtung bet verhältnismäßig klemm Launsbacher Gemeindejagd bracht' 14 000 Mark. Meistbietender blieb Fabrikant Rinn aus Heuchelheim. — Mit ben Vorarbeiten des von dem hiesigen Turnverein beschlossenen Baues seiner Turnhalle wird, sobald es die Witterungsverhaltnisse zulassen, begonnen werden. Ter Platz ist bereits gesichert, und mit verschiedenen hiesigen Handwerksmeistern sind Verhandlungen zur Uebernahme der notwendigen Arbeiten eingeleitet. Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M., 18. Febr. Der Schmuckwarenhändler Bernhard D i s s i n g e r aus Pforzheim ist wegen Betrugs in Höhe von 6 Millionen Mark fest- genvmmen worden. Er hat 1921 als Vertreter von mehreren Pforzheimer Bijouterie- waren-Fabrikanten Wäre im Werte von 10 Millionen Mark bezogen und die ganze Ware für ein Drittel des Wertes an den ebenfalls festgenommenen polnischen Staatsangehörigen, Juwelenhändler PH. Ehrlich hier, veräußert. Dissinger leistete ab und zu Teilzahlungen an seine Lieferanten und erhielt immer größere Posten Waren geliefert. Dabei gab er an, die noch nicht bezahlten Waren seien noch in Kommission, obgleich er sie schon an Ehrlich hier als Altmetall verkauft hatte. Der Schaden beläuft sich auf 6 Millionen Mark. fpd. Kassel, 19. Febr. Bei der Rückkehr von der Entemagd rutschte bei Veckerhagen ein Jäger aus. Die Flinte entlud sich, wobei die ganze Schrotladung einem Forstreferendar in den .rechten Unterschenkel drang- Der Schwerverletzte | wurde dem hiesigen Krankenhause zugeführt. Mchkommt, herdvr, um fi floaten Deuts technisch entlr ausgebracht Dieiibn stellmg von schulen geleg lungen, Ans Krankenkasse innere Ang, wurden aus Veunruhigur als der abli Dirtschastsm Hmdtveckska Lehrzeit 111 ot Ob «k «ML in TjettreW * Im A werbe-"" und unter Gewerbe s »SS s wervl« nähme eiru Frage "Nt sicht vergebt so Die stoss Denises an, M und i’ den kann- • bekäm-st. s m AuSbü lchrnwah über das kvmmissiou Übertrager W B der Umg toetbebi Darlegung arbeiten, c Lerhältniss floaten, soll sür die As barüber, Md untunlii erf Vermie fi? 2st ä ni Weich, uw Mangel an dies meist r Der 2ei ungerecht geg nahestehen, ] leiden. Das ; Arus kommt vertrauen zu icher iü Nachteil 1 Ä AckW Sesucht. (B S Zubehö ^Menten krssel, ft lahnsteln. tÄS 111 (8i< Ujletge, ÄS Arbeitsgemeinschaft der Bezirksverbände hessischer Ortsgewerbevereine. Dir erhalten folgenden Bericht: Am 12. Februar traten die Borsihenden der Bezirk-Verbände Hessens au einer Beratung über wichtige Handwerkerfragen in Frankfurt a. M. zusammen. Rur einzelne Vertreter entfernt gelegener Bezirke waren am Erscheinen verhindert. 3m Vordergrund der Verhandlungen stand die Neugestaltung de« gewerblichen FortbildungSschulwesens in Helsen. Die Bestrebungen, da« gewerbliche Foribildungesch ll- wesen. daS seither hx grobem Umfang den Gewerbe- und Handwerkerschulen angegliedert war und unter Oberaufsicht der Zentralstelle für die Gewerbe und dem Landes-Arbeit«- und Wirt- schaftSminilierrum stand, dem Lande^bildungsamt zu unterstellen, löste lebhaften Widerspruch innerhalb deS Gewerbe« aus. Die verschiedenen Vertreter, die den Gesamtwillen de« hessischen Handwerks' verkörpern, wandten sich nach Entgegennahme eine« eingehenden Referates über diese Frage mit aller Entschiedenheit gegen diese Absicht. Da« Handwerk fordert, daß die Heranbildung der Handwerkerjugend. wie seither, technisch vorgebildeten Personen überlassen bleibt, da nur so die Gewähr gegeben ist, bah der Unterrichtsstoff individuell den Erfordernissen des einzelnen Berufes angepaht und den Schülern in anschaulicher und zweckentsprechender Weise geboten werden kann. 3nsbesondere wird die Absicht scharf bekämpft, den Uxrterricht durch eigens hierfür m AuSbildungstursen vorgebildete Volksschullehrer wahrnehmen zu lassen, wie auch die Aufsicht über das Fortbildungsschulwesen den Kreisschul- kommissionen und dem Lairdes-Dildungsamt zu übertragen. Al« weiterer wichtiger Punkt fand die Frage der Umgestaltung de« Hessischen Ge - werbeblatte« eingehende Behandlung. Vach Darlegung über die bi« jetzt geleisteten Vorarbeiten, die insbesondere eine Schilderung der Verhältnisse in den übrigen süddeutschen Bundesstaaten, sowie Über die Ausbringung der Mittel für die Finanzierung brachte, einigte man sich darüber, das) ein Anschuß an eine Rachbarzeitung untunlich erscheine und die Schaffung einer selbständigen Zeitung anzustreben sei. Die entstehenden Kosten fofien durch das Umlageverfahren aufgebracht werden. Die Übrigen Punkte der Tagesordnung, Ausstellung von Schülerarbeiten der Handwerker- schulen gelegentlich der DezirkSverbandSversamm- langen, Anschluß des hessischen Gewerbes an die Krankenkasse für selbständige Handwerker, sowie hmere Angelegenheiten der Arbeitsgemeinschaft wurden ausführlich durchgesprvchen. Eine grobe Beunruhigung bemächtigte sich der Versammlung, al« der ablehnende Bescheid des Arbeits- und Wirtschaftsministeriums auf den Antrag der Handwerkskammer betr. Erhöhung der Lehrzeit bekanntgegeben wurde. Diese eigenartige Entscheidung, die einer Mißachtung einer Forderung de« aefchlossenen hessischen Handwerks glÄchkommt, der den allerschärfsten Widerspruch hervor, um so mehr als in den meisten Bundesstaaten Deutschland« die Lehrzeit in den meisten technisch entwickelten Handwertszweigen bereits feit Jahren erhöht ist und da einige weitere Fälle bekannt wurdexz, in denen das Ministerium für da« Handwerk grundsätzliche wichtige Fragen eine abweichende Haltung eingenommen hat. Auch in dieser Frage wurde e« für zweckmäßig gehalten, unverzüglich mit den Landtagsabgevrd- neten Fühlung zu nehmen. Der Vorsitzende, Aohl-Darmstadt, konnte hierauf dir anregend verlaufene Versammlung schlieben. ------------ Vermischtes. Din Millionenraub. Szczakvwa. 20. Febr. Auf den Kassierer der fernentfabrit Szczakvwa wurde ein Raubüberfall verübt, wobei ihm Lvhngelder in Höhe von 16 Millionen polnischer Mark entrissen wurden. An dem Uebersall waren 6 Räuber beteiligt. Die Fabrikleitung hat auf die Ergreifung der Täter eine Belohnung von 500 000 Mark ausgesetzt. ♦ * Wa « d i e Reparatur eine« deutschen Schiffes in Amerika kostet! Der „2ebiat&an“, unsere frühere »Vater!anb“, fort in Amerika wieder dienstfähig gemacht werden. Das amerikanische Schiffsbureau hatte Offerten dafür eingefordert, die jetzt geöffnet worden sind. Um das seit zwei Jahren untätig in Hoboken liegende Schiff wieder gebrauchsfähig zu machen, brauchte man natürlich in erster Linie die Konstruktionspläne. Da der Shipping Board sich weigerte, der Hamburg-Amerika-Linie für die Auslieferung dieser Pläne die Summe von 1 Million Dollar zu bezahlen, muhten amerikanische Ingenieure völlig neue Konstruktionspläne für das Schiff Herstellen. Wie die „Reuhorker Staatszeitung" berichtet, lautete die niedrigste der abgegebenen Offerten auf 5 595 000 Dollars, die höchste auf 10 192 675. Acht Schiffsbaufirmen hatten sich an der Konkurrenz beteiligt. Der Umbau soll bis zum 15. März 1923 vollendet fein, er schließt Maschinenanlagen, Restaurierung des Schiffsinnern und völlige Stewardsausrüstung in sich.-- Kunst und Wissenschaft. Ein Deethoven-Abend in Moskau. Moskau, 19. Febr. (WTB.) Die Kapelle de« hiesigen Großen Theaters veranstaltete dieser Tage einen Beethoven-Abend. Vor Beginn des Konzerts hielt der Dirigent eine kurze Ansprache zum Gedächtnis von Arthur R i k i s ch. Die Versammelten erhoben sich zu Ehren des verstorbenen Dirigenten von ihren Plätzen. Turnen, Sport und Spiel. Gauturntag. ■4 Der 9 0. Gauturntag des Turn- gaue« Hessen der Deutschen Turnerschaft, der aus allen Teilen des Gaugebietes sehr stark von Vertretern beschickt war, fand gestern unter Leitung des 1. Gauvertreter« Pfeiffer (Wetzlar) in Gießen im Gasthofe »Zum Felsenkeller" statt. Die Tagung stand auf erfreulicher Höhe und war getragen von einem zukunftsfrohen Arbeitswillen. Wie der Vorsitzende in seinem Jahresbericht Mitteilen formte, sind im Gau der alte Turnergeist und das Gefühl der Zusammengehörigkeit noch lebendig tote ehedem. Rüstig ist der Wiederaufbau der Vereine im Jahre 1921 fortgeschritten, so daß der Gau heute in 182 Vereine über 20000 Mitglieder zählt; die ‘Scftanbeerbe- bangen einiger Vereine stehen noch aus. Eine wichtige Aufgabe für die Zukunft bleibe, die Sur- nevei nicht nur Weiler zu verbreiten, sondern auch im Sinne Hahns immer mehr zu vertiefen und so an der geistigen und moralischen Erziehung und Ertüchtigung der Jugend mi'.zuarbeiten. 3m Turn bericht gab Obergauturnmart Will (Gießen) ein Bild des vielseitigen turnerischen Lebens im Gau und in den einzelnen Bezirken. Reiche Arbeit wurde durch schöne Erfolge belohnt. Gern wird vor allem nochmals des wohlgelungentn ersten Gauturnfestes nach dem Kriege hx Marburg gedacht und dann der Turner die die Farben des Gaues auch außerhalb des Gaugebiete« bei den großen Veranstaltungen der Deutschen Turner würdig vertreten haben. — Die ausführlichen Berichte des Gauvertreters und des Obergautum- wart« werden auf Wunsch der Versammlung vervielfältigt und gehen dann den Gauvereinen zu. Den F e ch t b e r i ch t erstattete für Focht wart A. Roll (Gießen) M. T e f t o r (Marburg). Der Kassenbericht des Rechners Post (Alsfeld) schließt ab mit 35 686 Mark in Einnahmen und 35 565 Mark in Ausgaben. Das Gauvermögen beträgt 9733 Mark. Die Gau st euer für 1922 wurde nach längerer Aussprache auf 4 Mark pro Mitglied festgesetzt, wovon 2,70 Mark an Kreis und Deutsche Turnerschaft abgeführt werden. Die vom Gauausschuß vorgeschlagene Reugliede- rung des Gaues, die auf dem Prinzip der Arbeitsteilung aufgebaut ist, fand allseitige Zustimmung. Um zur Vereinfachung der 'Verwaltung beizutragen, werden die 6 Bezirke Bezirks- Vertreter wählen, die der Gauleitung einen Teil der Arbeit abnehmen sollen. Die Gau Verwaltung wird nun bestehen aus dem Gauvorstand (Geschästsführender Axtsschuh), den Dezirks- bertvetem, dem Turnausschxß, dem Gau- Wart für turnerische« Geistesleben. Die durch die Erweiterung des Turnausschusses nötigen Wahlen hatten das folgende Ergebnis: Gauspiel- wart: Paul (M.-T.-D. Gießen): Gausporlrvart: Luckhardt (T.- u. Sp.-V. Marburg): Gau- schwimmwart: Freitag (Wetzlar); Iugend- tumtoart und Wanderwart: Loh (Dvmassen- heim). Der ©au f rauen turn toart und der Gauwart für das Geistesturnen sollen hn nächsten Jahre bestimmt werden. Das Gaufest 1922 wird dem T.°D. Wetzlar, der in diesem Jahre auf ein 75jähriges Bestehen zurückblicken kann, einstimmig übertragen. Für 1923 wird, ebenfalls einstimmig, Lauterbach als Festort bestimmt. Die Gau- turnfabrt, die erstmalig nach dem Kriege wieder stattfinden soll, wird im Herbst an die Südgrenze des Gaues, nach Rieder-Wöllstadt, führen, da der dortige Turnverein damit die Feier feiner 30jährigen Zugehörigkeit zum Gau begehen möchte. Als Wettkampfübungen find bestimmt: Weitsprung, Weithochsprung, Kugelstoßen, Laufen. Zum Vierkampf kommen noch Einzeltoettkämpfe. Die genannten Uebungen des Vierkampfes sind auch für die volkstümlichen Bezirksturnfeste vorgefchrieben, währexxd beim Gau- turufest zu dexn Geräteturnen an volkstümlichen Hebungen noch Lauf, Kugelstoßen und Stabhoch treten. Zur Hebung des turnerischen Lebens hat sich kürzlich eine Gauwerberiege gebildet, die vom Gautag genehmigt wird. Die Bedingung gen ihrer Wirksamkeit werden vom Gau- und TurnauSfchuß festgesetzt. Sixx Antrag bco Turnvereins 1860 Bad-Rauheim, der fordert, daß die Aushändigung der Ehrenurkunden an die ©leger beim Gauturnfest aus dem raschesten Dege erfolge und die Slcgeroertündlgung würdiger und feierlicher gestaltet werde, wird al« Anregung dem Turnausschuß übergeben. Weitere Anträge hatten noch die Gießener Turnerschaft und der Turn- und Sport-Verein Butzbach gestellt. An arte Punkte der Tagesordnung schlossen sich anregende Aussprachen, an denen sich außer den Mitgliedern des Gau- und Turnausschusses noch vorwiegend beteiligten: Schneider t Wetzlar), Kling. Paul, Lang (Gießen), Rudoiph (Alsfeld) Schmidt (Lich), He Isen dein (Lauterbach) Koch (Ridda), Weiß, Oßwald (Bad-Rau- heim), Lang (Kirchhain). Weiß (Dad-Rau- beim) sprach im Hamen der Versammlung dex Gauleitung für die opserwxllige treue Geschäft« führung den Dank mit einem begeistert ausgenommenen »Gut Heil!" aus. -DeginndeSBerlinerSechstage- rennen«. Unter den glänzendsten äußeren Um- ständen hat am Freitag das Berliner Sechstagerennen seinen Anfang genommen Schon lange vor Beginn de« Rennens waren die weiten Zuschauer- räume des Sportpalastes dicht gefüllt. Um 10 Uhr ging es an die erste der täglichen drei Wertungen In fünf RundenspurtS hieb es für jeden Fahrer das Letzte herzugeben. In der drittletzten Runde des ersten Spurts gab es einen Massensturz wie überhaupt die erste Rächt im Zeichen ständiger Stürze stand. Zum Glück ging alle« glimpflich ab. Das Tempo blieb die ganze Rächt hindurch lebhaft. Um 7 Uhr morgens wurde die Halle geräumt Rach 12 Stunden (9 Uhr morgens) waren 430,990 Kilometer bedeckt, mittags 12 Uhr 552,810 Kilometer. — Rachstehend die einzelnen Wertungen: 1. Wertung: 1. Spurt: Saidow, Roß, Schrage, Kaufmann. 2. Spurt: Lorenz, Appelhan«, Dauer, Hahn. 3. Spurt: Saidow, Appelhans, 2c* wanow, van Reck. 4. Spurt: Spencer, Lorenz, A Hnschke, van Reck. 5. Spurt: Hahn, Aberger, Roß. Kohl. 2. Wertung: 1. Spurt: Spencer, Lorenz, A Huschle, Saidow. 2. Spurt: Lewanow. Dauer, Hahn, Rofellen. 3. Spurt: Ienssen, Saidow, Stellbrink, Walthour. 4. Spurt: Lewanow, Dauer, Kohl, Walthour. 5. Spurt: van Reck, Kaufmann, Lorenz , Saidow. 3 Wertung: 1. Spurt: Roh, Rosellen, Stabe, Saidow. 2. Spurt. Spencer, A Hutschte, Dauer, Aberger. 3. Spurt Lorenz, Ienssen, Vlemmin, Rosellen. 4. Spurt: Spencer, A. Huschke, Aberger, Dauer. 5. Spurt. Hahn, Loreixz, Saidow, van Reck. 4 Lauterbach, 18. Febr. Hier fand im Turnlokale der Turngemeinde unter Leitung des Dezirksturnwarts B a ft i a n (Alsfeld) eine De - zlrksvorturnerstunde des 4. Bezirks im Gau Hessen statt. Trotz der schiech'en Verkehrs- Verhältnisse hatten von den 22 Bezirks vereinen 17 ihre Vertreter entsandt. Zusammen waren 48 Turn warte und Vorturner anwesend. Bei der sich dem Tn-rnen anschließenden Besprechung wurde keschlvssen, das diesjährige volkstümliche Bezirkswetturnen in Alsfeld abzuhalten. Die Goetz-Wanderung soll am Himmelfah trage sämtliche Dezrtisvereine nach dem Hainig, einer altgsweihlen Turnerstätte, führen. Am nächsten Sonntag findet in der Spießturnhalle des hiesigen Turnvereins das Bezirks Gerätewetturnen statt. MWWWWzie! Ist e« nicht beschämend und ntebcrbrüdenb zugleich, wenn man seine eigenen Vorsätze aus Mangel an Energie nicht achtet? Und doch ist dies meist nur ein Zeichen schwacher (Kerben! Der Rervöse ist verdrießlich, wankelmütig, ungerecht gegen sich und andere. Gerade die ihm naheslehen, haben am meisten darunter zu leiden. Das Familienleben wird unglücklich. Im Beruf kommt er nicht vorwärts, weil ihm das Vertrauen zu sich selbst fehlt sowie Ausdauer und fester Wille. Deswegen ist der Rervöse stets im Rachteil. Wo der Energische zielbetouht, klar und rufcig handelt zu feinem Vorteil, da schwankt der Rervöse hin und her oder übereilt sich hastig ju eigenem (Nachteil. Die schlechten Folgen ärgeim Wohnungstausch Niederlahnstein (6. 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Gberhesfischer Geschichtsoerein. Samstag, 25. Febr., abendö 8‘Aj Uhr pünktlich, Hörsaal 44 d. Vorlesungs- gebäudes der Universität, 4. Veranstaltung deS Winterhalbjahres: fieheimral Br. E. Otto Wirtschaft und Stadtverwaltung im alten Butzbach. Anschließend Haupt- Versammlung; Tag.-Ord- nung: 1. Jahresbericht, 2. Rechnungsablage und Voran schlag, 3. Borstandswahl,4.Beilrngserhöhnng u. Hess. Heimai-Zeilschrist, 5. Verschiedenes. Eintritt frei, Gäste will- Waibig Ws Wie Ä; ■tigf. m ■SjMi b ®tie^ *teuef i Die Sw* L dk w Ser - tuns ff 5n Hebung ecr nuvgsb Sre” iiuyang J ttag .Mnne 3 Wiste HvtE ■SerW^ Mit I niunfl tnird üfa die Pas Gröh?,?nd Preis um. 4A 012 MWW IkUMtWteLK. Lllllge. Äegeu au d. Siebener Anzeiger. Emmi im zarten Alter von 5 Monaten. 3m Namen der trauernden Hinterbliebenen: zamilie Louis $r. Rinn. Heuchelheim, den 19. Februar 1922. (mo Die Beerdigung findet Dienstag, den 21. Februar, nachm. V,3 Uhr, vom Sterbehaus Brauhausstrahe 39 aus statt. 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Aussprache über die Frage der Aufnahme von ört- lichenZüchtervereinigungenalsVereinsmitglieder. S. Verschiedenes. Anschliehend: Vortrag des Herrn Landstallmeisters Schörke, Darmstadt, über die Aufzucht der Fohlen im ersten Jahr, woran sich eine Aussprache über weitere pserdezüchtertsche Fragen knüpfen soll. Darmstadt, den 10. Februar 1922. 1693V Der 1. Vorsitzende: Müller. MrEPmo gesucht. Schrift!. Angeb. urn. 1617 an d. Gieh. Anz. Kiefern, und 8Wen- Stamm- n. Röllerbolz, nur al'er Fällung, kaufen jedes Quantum 1635 Ludwig & Karl Arzt Holzwarenfabrik und Dampfsägewerk Michelstadt. Hessen. Wir haben unsere MtaWlm muhhima Inh.: Wilh. Bastian Morgen Dienstag abend 8 Uhr: WMU WWMWWWWWWUWW Anstich des berühmten v,8 A«W a.d. Bürgerlichen Brauhaus, München Telephon 1487 100® Belfllim demjenigen, der mir den oder die Täter nachwcist, weid), meine eine Erkerscheibe hentc nacht a/4l Uhr eingeschlng. haben, damit ich selbige polizeilich belangen kann. 6öoor Botnnonn, Eisenhandlung, hier. 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Belohn. 02438 Neuen Baue 16 L Gestern nacht 3 Uhr verschied nach W schwerem Leiden unser herzlich geliebtes KS| Töchterchen Nr. 43 Zwettes Blatt Sietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Montag, 20. 8evruar(y22 Deutscher Reichstag. Berlin. 18. 3feb*-. ! 3n dec heutigen oamStagssitzung toutbz dec jnttourf über vorübergchend^ Rechtspflogemaß- d>men bezüglich des Saargebietes in allen drei Lesungen angenommen, ebenso die Verfügung iber die weitere Zulassung von Hilssmitgliedern •jh Leichspatentamt. . Der Regierungsentwurf über die Adliese' .ung von Ausfuhrdevisen zur Aussul). amg des Londoner Zahlungsplanes wurde dem HevarationSausschuß überwiesen. 3n der fortgesetzten Debatte über die Sr- . riiung einer Abgabe zur Förderung des W o h - ungsbaues zieht dec Abgeordnete Tremmel (Z.) seinen Antrag puf Untere Innung dec Daugenossenlchasten aus dem an- gesammelten Reic^fvnds zurück. Aog. Obermaier (v.) nimmt seinen Antrag wieder aus. Abg. Z a u d (Bayer. Bp.) erllärt den Antrag cür uberslülsig, wenn er nicht die Konjunktur» ;ewinne ausschalte. Ministerialdirektor Dr. Ritter betont, alle Unternehmer sollten unterstützt werden, die eine Verbilligung des Bauens anstrebten. Damit schließt die Aussprache, die Abstirn- mung wird in einer späteren Sitzung erfolgen. Cs folgt die Interpellation der Demokraten über die Paherleichterung im Verkehr mit Oesterreich. Abg. Reile (Dem.) begründet die Inter- VcUation seiner Partei. Der Paßzwang nach Oesterreich werde als eine Schikane empfunden, zudem werde dadurch auch die Kapitalsverschie- hing nicht verhindert. Die Schikanen treffen aber nur den ehrlichen Kaufmann Das Schiebertum kümmert sich nicht um den Pahzwang. Die beiden deutschen Völker gehören zusammen und wir müssen den deutsch-österreichischen Brüdern hell hn, so grob auch unfere eigene Last sein mag. Minister des Innern Dc. Köster: Der pahzwang wird von dem Finanzministerium als 5cfte8 und wirksamstes Mittel zur Sefämpfung der Steuerflucht angesehen. Durch den Zwang, 'ich eine Bescheinigung der Unbedenklichkeit von dem zuständigen Finanzamt zu holen, ist es viel- -ad) gelungen, Leute festzustellen, die sich bisher ihrer Steuerpflicht überhaupt entzogen hatten. Wenn daher aus finanzpolitischen Rücksichten das Pahvisum zunächst noch aufrecht erhalten werden muh, so kann man nicht ein einzelnes Nachbarland davon ausnehmen, sonst wurde sich •der ganze Strom des abwandernden Kapitals durch dieses Land bewegen. Die Reichsregierung ist daher augenblicklich nicht in der Lage, die Aufhebung des Pahvisums für die nächste Zeit in Aussicht zu stellen. Der Grenzveckehc mit Oesterreich soll aber durch langfristige Sichtvermerke nach Möglichkeit erleichtert werden. Eine unbegrenzte Einwanderung ist mit Rücksicht auf die herrschende Wohnungsnot unmöglich Auch die technische Grenzabfertigung wird verbessert werden. Wenn gewisse Härten noch bestehen bleiben müssen, so wird das dem Gedanken unserer Kultur- und Schicksalsgemeinschaft mit dem deutsch-österreichischen Volke eben- sowenig Abbruch tun, wie durch den Friedens- i'ertrag. Abg. Simon (Soz.i fordert möglichste Er- 'eichterung des Grenzverkehrs und Beseitigung dec Schikanen. Das Pahvisum sei weiter nichts, als eine Art Eintrittsgeld in das andere Land. Die wirksame Verfolgung von Schiebern, Wucherern und Spitzeln werde dadurch doch nicht erreicht. 2lbg. Dr. Schreiber (Zentr.) begrüht die in Aussicht gestellten Erleichterungen im Grenzverkehr, rät aber zur Vorsicht, damit nicht etwa aus den Dalkanländern über Oesterreich eine Masseneinwanderung beginne. Wien wird stets oas deutsche Kulturzentrum für den Süden bleiben' Berlin ist dazu nicht geeignet. Der Einll qungsgedanke muh mit Voriicht und Takt gepflegt werden. Abg. Körner (D.-Atl.) wünscht für den Sommer- und Touristenverkehi möglichste Er- leichterung. Der- Redner wünscht, dah in dieser Hinsicht bis zur äuhersten Grenze gegangen werde, aber vollkommen könne der Pahzwang nicht aufgehoben werden. Abg. v. Chemnitz (D. Dp.) tritt für möglichst enge Btziehungen zu Deutsch-Oesterreich ein. Richt der Pahzwang errege so sehr den Unwillen, sondern seine Handhabung. Die Oesterreicher seien Ausländer wider Willen. Andere Länder würden von ihnen getrennt lebende Brüder viel freudiger und verständnisvoller begrüßen und ihnen entgegen kommen. Der Pahzwang erschwere den Anschlußgedanken und sei Wasser auf die Mühle der Entente. Abg. Breit scheid (USP.) tritt für möglichste Wilderring der Paßschwierigkeiten gegenüber Oesterreich ein, wie überhaupt der lacher-1 lich en Absperrung einiger Länder ein End« ge-' macht werden müsse. Wer das nötige Geld und die nötige List aufbringen könne, brauche Leine Schwierigkeiten zu fürchten, wie das Entkommen dec Mörder Crzbergecs nach Ungarn beweise. Abg. Schwacher (Bayer. Vp.) schildert die aufreizenden Schikanen beim Uebeischreiten der bayerischen Grenze, die aber auch schon vor dem Kriege bestanden hätten. Dazu tomnte daß die Kontrolle das Zehnfache von dem verschlinge, was bei einer eventuellen Kapitalsverschiebung beschlagnahmt werden könne. Wer fein Geld verschieben wolle, finde andere Wege, wie auch die Kommunisten beispielsweise die besten Beziehungen zur Erlangung der Pässe besähen. Abg. Koen en (K.) verlangt ebenfalls Beseitigung der Pahcorschriften, da sie ja doch nur die breiten Massen träfen. Minister des Innern Tr. Köster wiederholt nochmals, dah das Reich keine Exekutivbeam- len habe, sondern nur die Länder. Wohnungsnot und Arbeitslosigkeit würden aber einen ungehinderten Zustrom aus Oesterreich nicht zulassm. Damit wird die Aussprache der Interpellation geschlossen. Nächste Sitzung Dienstag, den 21 Februar. Anfragen, kleine Vorlagen und Abstimmungen. Schluß 5 Uhr. Kirche nird Schule. Die Statistik der Hof fischen, evangelischen Landeskirche für das Jahr 1920 weist folgende allgemein interessierende Zahlen auf: es gingen ein an milden Gaben an Vereine und Anstalten evang. christl. Liebestätigtätigkeit 1 330 837 Mt., an allgemein erhobenen Kirchenkollekten 267 139 Mk., an Opfern und Gaben für Ortsarme 415 877 Mk., an sonstigen freiwilligen Leistungen für tirchliche Zwecke 2 649 353 Mk., zusammen 4 663 206 Mk., gewiß ein schönes Zeugnis für die christliche Liebestätigkeit: allein für Krankenpflegestationen gingen ein 325 563 Mk., für die Rotspende für Innere Mission 431 042 Mk. Der Kirchenbesuch der Erwachsenen in den drei Superintendenturen Darmstadt, Gießen und Mainz betrug 13,8 Prvz., 26,1 Proz., 17,9 Proz., der Abendmahlsbesuch 46,3 Proz., 111,9 Proz., 59,2 Proz., in den fünf größten Städten Darmstadt 8,8 Proz., bzw. 9,5 Prozent, Offenbach 6,1 Proz. bzw. 8,1 Proz., Gießen 12,3 Proz. bzw. 6,1 Proz., Mainz 11 Prvz. bzw. 10,4 Proz., Worms 12,6 Proz. bzw. 13 Proz.: von der evang. Landeskirche lebten getrennt 8130 Freiprotestanten, Deutsch-Katholiken, Altlutheraner, Methodisten u. a. Es traten aus der evangelischen Landeskirche 1001 Personen aus, davon ohne Ucbertritt zu anderen Kirchen usw. 416, zur evang. Kirche traten über 284 Personen, bei 11 396 evang. Eheschließungen blieben 467 Paare ohne kirchliche Trauung. 3419 Kinder gingen aus Mischehen mit Katholiken hervor, davon ließen 610 evang. Männer ihre Kinder enttoeber katholisch taufen oder sie ließen sie Überhaupt nicht taufen, Taufverweigerungen in rein evang. Ehen kamen nur 14 mal vor, ungetauft in den Religionsunterricht kam kein einziges Kind. 19 116 Kinder wurden konfirmiert, nur 9 Konsir- mationsentziehungen fanden statt. 11 250 Personen wurden kirchlich beerdigt, davon 197 Feuerbestattungen. — Vermischtes. "Neue Heime derDeutschenGe- sellschaft für Kaufmanns -- Erholungsheime (Ferienheime für Handel und Industrie). Der Gesellschaft ist es möglich gewesen, abermals zwei große Hauser anzukaufen. Im sächsischen Erzgebirge hat sie in dem aufblühenden Luftkurort Kipsdorf das Hotel Röber mit rund 90 Gastbetten erworben. In Mecklenburg ist das Kurhaus Müritz-- höhe bei Waren am Müritz-See — dem größten deutschen Binnensee — mit rund 65 Betten in ihren Besitz übergegangen. Beide Häuser werden voraussichtlich im Mai in Betrieb genommen werden. Die Gesellschaft verfügt nunmehr über £3 Heime, die teils an der Ost- und Dordsee, teils im Mittel- und Hochgebirge, zum Teil auch in bekannten Badeorten liegen. Je ein Heim in Thüringen und im Harz haben Winterbettieb. Das über eigene Thermalquelle verfügende Kur- und Badehaus „Kölnischer Hof" in Wiesbaden ist das ganze Jahr geöffnet. Die große Anzahl der Stirne ermöglicht es jedem Mitglied der Gesellschaft, trotz der bevorstehenden außerordentlichen Erhöhung der Eisenbahntarife die Heime ohne allzu große Reisekosten aufzusuchen. * Pariser Vitriol-Verbrecher. Ein furchtbares Unwesen treiben gegenwärtig in Paris mehrere Verbrecher, die die kostbaren Toiletten der Damen dadurch zerstören, daß sie sie mit Vitriol besudeln. Man hat bereits mehr als 500 Frauen als Opfer dieser seltsamen Untaten festgestellt, und dec Schaden, der auf diese Weise an Pelzmänteln hervorgerufen worden ist, übersteigt eine halbe Million Frs. Verschiedentlich hat man in Droschken festgestellt, daß die Sitze mit Vitriol beschmutzt waren. Ihr hauptsächliches Unaefcn treiben diese Verbrecher auf dem Boulevard St. Germain. Ein Opfer wurde durch die beißende Säure am Dein so schwer verbrannt, daß die Dame in ein Krankenhaus gebracht werden mußte. W i c a 11 i ft derMens ch? Obwohl man in Nordamerika die ältesten Funde hinsichtlich dec Fauna und Flora gemacht hat, sind uralte menschliche Ueberreftc auffälligertoeife dort noch nirgends gefunden worden. Rach den bisher entdeckten UebeiTcften menschlicher Schädel und Knochen zu urteilen, miß der Mensch viel spater in Amerika aufgetaucht sem als tn Europa, Asien und Afrika. Tie Schädelfunde zeigen die größte Aehnlichkeit mit der Schädelbildung der heutigen Indianer, so daß die Menschen erst nach Amerika gelangt sein müssen, als sie tu der alten 'Welt schon einen gewissen niederen Kulturgrad erreicht hatten. 'Wann das gewesen ist, wie alt das Menschengeschlecht überhaupt ist, darüber hat Prvf. Meyer sich in interessanter Welle ausgesprochen. Tie UeLerrefie, die aus d:n Ent- wicklungsstadien menschlichen Lebens vorltegen, beweisen nach seiner Ansicht übereinstimmend, daß rund um 5020 v. Ehr. die physische u. psychische Entwicklung des Menschen soweit oorges-chritten war, daß er die Bahnen betreten konnte, die zur höheren Kultur führten. Was vorher liegt, in der EoMhenzeit, gehört nicht schon dem Menschen an, sondern den Vorstufen menschlicher Cnt- wickelung, und diese gehen allerdings aif Zehntausend. von Jahren zurück. Danach Wille das Menschengeschlecht in physischer Hinsicht also erst etwa 7000 Jahre alt. Handel« D i e Latldwirtschastliche Genossenschaftsbank hielt unter zahlreicher Beteiligung im Darmstädter Fürstensaal ihre 32. ordentliche Generalversammlung ab. Den Vorsitz führte Lehrer Ofenlvch, Finthen, der mit kurzen Begrüßungsworten die Versammlung eröffnete und insbesondere darauf hinwies, daß ein Bericht über die Geschäftsjahre 1919, 1920 und 1921 entgegenzunehmen und die Bilanzen nebst Gewinn- und Derlustrechnungen über die gleichen Jahre zu verabschieden seien, und daß über die Geschäftsvorfälle in dieser Zeitperiode erfreulicherweise nur Gutes berichtet werden könne. Daraufhin wurde der im Druck vorliegende Geschäftsbericht nebst den Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen durch das Vorstandsmitglied Bürgermeister Brücher Groß-Zimmern vorgetragen. Aus dem Bericht ist im wesentlichen zu entnehmen, daß während den drei Geschäfts- jahten insgesamt 35 Prozent mit zusammen 5 020 137,74 Mk. und zu Anfang dieses Jahres weitere 5 Proz. in Höhe von 709 079,67 Mk. an die Gläubigergenossenschaften ausgeschüttet wurden. Deren Forderungen betrugen am Jahresende 1921 noch 4 961 389,98 Mk. und haben sich inzwischen um die zu Anfang Januar ausgeschüttete weitere Rate ermäßigt. Die Gesamtausschüttungen belaufen sich bis heute auf 70 Prvz., betragen also schon 20 Prvz. mehr, als man früher günstigsten Falles erwartet habe. Aus den Engegements bei den verschiedenen Unter» gesellschaften seien insgesamt eingegangen von Ziegelwerke Sannerz 250 000 Mk., Liegenschafts- gesellschast 483 500 Mk., Bvhrerhof-Atiiengesell- schäft 534 500 Mk., Gewerkschaft Kur-Köln 716 000 Mark, Verwaltungs- und Verwertungsgesellschafl für Immobilien 4 600 000 Mk. Während bei den ersteren Gesellschaften auf Eingänge nicht mehr gerechnet werden könne und teilweise beträchtliche Ausfälle entstanden, hat die V.V.G. ihre Verpflichtungen bis aus heute resllich 160 000 Mk. erfüllt, und es war möglich, die ursprüngliche Rückstellung von 1 470 000 Mk. wieder aufzuheben und den Betrag als vollwertig in die Bilanzen einzusehen, wie ebenso auch das Gesellschafts- kapital mit 418 000 Mk.: auch habe diese Gesellschaft wesentlichen Anteil an der Förderung der Liquidationsarbeiten. Die Bilanzen und Gewinn- und Derlustrechnungen wurden nach kurzer Aussprache durch etnftunmigen Beschluß genehmigt sowie dem Vorstand und Aufsichtsrat Entlastung erteilt. — Eine große Zeit beanspruchte die Beratung über einen Antrag des Vorstandes aus Veräußerung der restlichen Dermögensmasse. Dem Antrag des Vorstandes wurde schließlich gegen die Stimmen von zwei Aktionären zugesttmmt. — Alsdann erfolgten die Aufsichtsratswahlen in der Weise, daß der Aufsichtsrat in seinem heutigen begrenzten .Umfang bestätigt wurde. Nachdem noch die Satzungsänderungen antragsgemäß c nftimmlg beschlossen waren, konnte der Vorsitzende die Generalversammlung unter Dankesworlen an btf Erschienenen schließen. 3tan!furt a OH., 20. Februar, Marktkotierungen. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt. Datum: ' 7.1i. 17.2. 18.1 Zürich Fr. 125 40 2,50 Amsterdam FI. 59.20 1,30 1,26 Kopenhagen Kr. 88.80 2 40 2,33 Prag Kr. 117.80 20,25 Stockholm Kr. 38.80 1,90 1,82 Wien Kr. 117.80 London Sh. 97.80 8,96 — Paris Fr. 125.40 5,36 5,43 Reuyork $ 2L80 — ,49 -,47 Züricher Devisenmarkt. 18. 2. 20. X Wechsel auf Schweizer Franken Holland 100 Fl. --> 191.25 103.90 Deutschland 100 QHt =» 2.50 2.45 Wien 100 Kr. — 0.15 0.14 Prag 100 Kr. — 9.65 9.70 Paris 100 Fr. — 45.16 46.10 London 1 .£ =• 22.38 22.45 Italien 100 2. ---- 25.10 25.40 Druffel 100 Fr. --- 42.65 43.70 Budapest 100 Kr. = 0.775 0.775 Aeuyott 100 $ — 513.- 513.50 Agram 100 Är. = 1.65 1.65 Warschau 100 Kr. — 0,15 0,14 (In einem Teil der Auslage wiederholt.) Versteigerung ehemaligen Kamerunbesitzes. London, 18. Febr. (WTD.s ..Westminster Gazette" meldet, daß im Laufe des Sommers in London eine Versteigerung von Pflanzungen, Konzessionen, Fabriken und sonstigem Besitz aus dem Teile des vormalig deutschen Kameruns, dec nach dem Feldzug von 1911 bis 1917 Großbritannien übergeben wurde, und der jetzt von der algerischen Regierung verwaltet wird, stattfindet. Unter diesen Ländereien befinden sich einige der Höch st entwickelten und fruchtbarsten in W e sta f r i ka. Cs handelt sich in der Hauptsache um Kautschuk-, Kaffee-, Kakao-, Bananen- und Palrnkernpflanzungen. Die Regelung der ägyptischen Frage. London, 18. Febr. (WTD.) „Westmin - her Gazette" schreibt, die bereits gemelbetc Regelung der ägyptischen Frage sehe die Abschaffung des Proteklo rats, die Aufhebung des Belagerungszustandes, die Bildung eines ägyptischen Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten und schließlich die Einberufung einer lonstitutivnellcn Versammlung vor. Unter den von britischer Seite geforderten Sicherheiten befinde sich das Recht für Großbritannien, die Reichsverbindungswege zu sichern. Eine britische Streitmacht würde den Suez-Kanal schützen müssen. England müsse auch die volle Sicherheit .erhalten, daß die Rechte der Ausländer in Aegypten respektiert würden, und könne nicht geben, daß Aegypten Verträge mit fremden Ländern abschließe, die gegen die britischen Interessen gerichtet seien. Der Vertrag mit Irland. London, 18. Febr. (WB.) Im Unter- Hause wurde die Vorlage über den Vertrag mit dem irischen Freistaats in allen Teilen angenommen. Ein von Len Ulster-Abgeordneten eingedrückter Abänderungsantrag wurde mit 302 gegen 60 Stimmen abgelehnt. London, 18. Febr. (WTB.) Rach einer Meldung aus Cork ist ein britischer Offizier, der am Mittwoch von den Sinnfeinem ge- s angen genommen war, auf der Flucht erschos- s e n worden. Gin Raubüberfall tn Köln. Köln, 18. Febr. (Privattel.- Ein schwerer Raubüberfall wurde gestern vormittag an der Paulskirche auf zwei Beamte der städtischen «Sartendirektivn ausgeführt. Die Beamten, die sich im Besitze von Löhnungsgeldern von über 300 000 Mark befanden, wurden plötzlich von hinten angegriffen und mit einem schweren Gegenstand aus den Kops geschlagen. Darauf entspann sich zwischen den Beamten und Räubern ein Kampf, in dessen Verlauf den Beamten die Taschen mit Geld entrissen wurden. Es gelang einem der Beamten, die eine Tasche mit 100 000 Mark wieder in feinen Besitz zu bringen. Mit der andern Tasche, die 200 000 Mark enthielt, flüchteten die Räuber in einem beranfahrenden Auto, das in schnellstem Tempo davonsuhr. Die Beamten, die erhebliche, aber nicht lebensgefährliche Verletzungen davontrugen, wurden ins Krankenhaus gebracht. Die Blüchernichten. Roman von Hanns von Zvbeltitz. 31. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Za ... die Preußen . In tiefstem Treck, unter strömendem Regen hatten sie die Rächt über um Wavre gelegen. Kurz nach Mitternacht brachen sie auf. Ter Herr Generalfeldmarschall hat arge Schmerzen gelitten. Grad als er aufstehen wollte, um in den Sattel z-r steigen, ist D oktor Viefeke noch einmal gekommen, wollt' einreiben, hatte jchon Opvdeldok zur Hand und Kampferspiritus. .. Wird nrscht draus!" ruft der Alle. »Hab' keine Zeit. Ist auch ganz egal, ob rch einbalfamiert oder nicht in die Grube faßte.“ Lind lacht: „Vorher aber muß der Bonaparte herunter!" Kommt mit Ach und Krach auf den Daul, gleich aber sitzt er fest und reitet dem Heer nach durch Rebel und Regen. Der Mantel fliegt, and die Mühe schiebt er tief rns Genick. Mühsam stapft und stapft das Fußvolk vorwärts durch Schlamm und Matsch. Den armen Gäulen gehl's nicht besser. Sie zerren und zerren, es Lostet Sporen und Pettsche. Da sind Märker. „Hallo, Jungens, wie geht's?" „Schreckliche Wege, Herr Feldmarschall." „Schad' nix. Hebt nur die Knie hoch. Un so ein Stiebe! im Dreck stecken bleibt, in Paris gidt's neue! Durch müssen wir, kosts, was wolleI" Da sind Pommem. stämmige Burschen. „Hallo, Jungens, wie geht's?" „Der tulle Regen —- in dec Hand. Er wirft, schnell entschlossen, zuerst die Retterdivision Domvnt den Preußen entgegen, bann den tapferen Marschall Lobau mit sechzehn bewährten Bataillonen auf Plancenvit. Den „Bravsten dec Braven" aber, Len Marschall Retz, seht er mit den Veteranen der Garden gegen Wellington ein; rechts und links schlreßt sich ihnen an, was von den 5ranynännern noch schlagfertig. schlagkräftig ist. Todesnulltg bringen sie vor, stürmen in Kartätschen Hagel und Kleingewehrfeuer, bohren sich wie ein ungehe urer Stahlkeil in die Mitte der Schlachtlinie des Eisernen Herzogs. Aber schon haben sich die Preußen nach mörderischem Kampf Plancenoit errungen; schon wirten die preußisch rn Geschütze, Zietens Kanonen, auf Wellingtons linken Flügel gegen die Angriffslinie der Franzosen, schon streifen BülowS Retter bis in Len Rücken des sranzöli'chen Heeres Hochaufatmend, befreit rafft Wellington feine letzten Reserven zusammen, dem Stotz der Kaiser- garbe durch Gegenstoß zu begegnen. Die Kolonnen wanken, sie müssen zurück. Von Plancenoit her tönen die p. eutzischen Flügelhörner, dröhnt ras preußische Hurra . das Wanken wird zar Flucht ... in die Flüchtenden haut die Reiterei ein, überall, überall drängt das Futvolr nach. Ter Tag ist gewonnen! Der große Sieg ist erkämpft. Tie Entscheidung ist gesalle v dec alle Haudegen, der Blücher, hat sie gebracht! Kein Teut ist davon ab;uhandeln, wie immer der Engländer sich mit feinem Siege von Waterloo, unterem Siege von La Belle-Alliance brüsten mag: (Fortieyung folgt/ "Ach was! Der Regen ist mein alter Verbündeter von der Katz Vach!" „Aber die Kuhfüße werden nicht losgehen, Exzrcklenz ..." „Schad' nir. Dreht sie um und schlagt mit dem Kolben drein! Vorwärts! Ich. kann doch den Wellington nicht im Stiche lassen!" Es geht vorwärts. Aber langsam, viel zu langsam für den alten Helden. Drängt immer wieder: „Vorwärts, Kinder! Vorwärts, ihr Burschen!" Rust über die Kolonnen hin: „He, ihr! Wir müssen durch! Ich had's dem Wellingron versprochen, daß wir kommen. Wollt ihr mich zu einem Hundsfott machen, zu ’nem Diplomatiker, der fein Wo.ck nicht haft?!' „Re, ne!" schallfs zurück „Dat wull'n wer nich! Vttxtt Vater Blücher!" Schon hört man das Brüllen der Geschütze vom Schlachtfeld herüber. Ad utar-.ten sprengen heran: „Euer Durchlaucht, es ist hohe Zeit, Briten verbluten!" Lind wieder drängt der feurige Alte: „Vorwärts! Vorwärts!" Drei Llhr nachmittags wird's. Schwer ist der Engpaß von St. Lambert von der vordersten Kolonne überschritten. Der Feldmarschall jagt mit seinem ctabe voraus zum nächsten Gehöl.;-' säum. T-a überfießt er bas Schlachtfeld, die lange dünne Linie der Hannoveraner, E-gländer. Braunschweiger, sieht den dicken Puiverdamvi und das unaufhörliche Aiif?,ucken. Blitzen vrs Mündungsfeuers. Gerade bullen sich Reitergeschwader zur Attacke, stürmen vor, überreiten bas Fußvolk, müssen wieder zurück, w:rden verstärkt, sprengen von neuem in gewaltiger Woge an — einzelne britische Batterien stellen bas Feuern ein, scheinen abzuztehen — Ja, es ist Zeit, hohe, höchste Zeit! Halber Fünf: jetzt hat der Alte endlich ein paar Brigaden aus dem Engpaß heraus: die von Losthin, die von Hiller; auch steht endlich die Reserveartillerie parat. Vorne plänkeln schon bte grünen Husaren. So befiehlt er den Angriff. Das Dorf Plan- ceiroit, in Rapoleons rechter Flanke, ist das Hauptziel! Vorwärts! Unten im Tal, unfern des Pachthofes Rossomme, sitzt der (Smpereur immer noch an seinem Tischchen Er ist guten Muts, voll sicherer Zuversicht: der Sieg scheint ihm gewiß. Rur eine letzte Anstrengung noch. Da wird et durch sein Perspektiv eines dunkeln Wöllleins gewahr, das plötzlich drüben bei St. Lambert aufgetaucht ist. Klein noch und unscheinbar, eine Wetterwolle vielleicht. Aber sein Blick ist ' unfehlbar. Er sieht: es find Truppen. Preußen? Undenkbar?, er toi1 ['s nicht glauben Blücher? Pah — Blücher hat er ja vorgestern bei Ligny so aufs Haupt geschlagen, daß der unmöglich schon wieder f eß lagfettig sein kann. Das Wölkchen wächst, wird großer und größer ... , * Das wird Gtouchy fein!“ sagt er zu ooult. seinem Generalstabschef. Marschall Grouchy. den er zur Verfolgung der Preußen gestern adge- öipeiqi. „ _ Doch da kommt in voller Karriere der General Bernard, der auf Erkundung geritten, zurück: „Sire, die Preußen!" Eines Llugenblicks Länge nur sinnt der Schlachtenkaifer. Rein — dies Spiel, das um die Krone, um Ansehen und 2duhm und Ehre geht, gibt er noch nicht verloren. Roch hat er Reserven MMWW MM L/Koü elegant in der Packung 3i6«tehettf«»eit A. W. SEri« & 2« 2 18a: 249 Stamm. Eichen S^ogen texten: Los 3 Distr. 7c: 1 Stamm Fichten 1. fiL = 2,04 Fstm., a) vom 1836er Anlehen: Gießen, Walltorsttatze 71. 100 M. Lit. 200 S 500. zu T U 500 Y bei Der Bürgermeister. 1701D 16988 Gießen, Lindenplatz 5 V- Wege Aenüervng des 1702D 32 3. 112 BekanntMachung bet» 1000 Der Förster: Steitz. 1Z26D Gs wird dies unter dem Anfügen zur Kenntnis der Los 1. 5- Seebold, Hotel Einhorn. Tel. 2066 1697 B I Astoria-tiditspiele 200 100 Rr. Nr. Nr. 4. 5. 5a 5b 17 60 0,73 034 1000 2000 100 200 1. 2. 3. 4. 5. 6. 1. Q R 15,88 28,03 III. FichtenftLmme: 6 Stück 4. Klasse 4,40 Fstm. zu zu II. Kiefernstämme: 3 Stück 3. Klasse 2,70 Fstm. Lor 1. • 2 Nr. 1452 und 1527 zu 200 Mk. Gießen, den 13. Februar 1922. Der OberbürgermeistLr. Gießen, den 13. Februar 1922. Der Oberbürgermeister. Bei imgünftiger Witterung findet der Verkauf im Gasthaus „Zur Burg Vordeck" statt. Folgende Holzmengen der nachgenannten Ge- meinden sollen im Wege schristlichen Angebots ver» Adresse. Eröffnung der Offerten in Gegenwart etwa erschienener Dieter zu derselben Zeit. Bieter muß sich den hier geltenden Holzverkaussbedingungen unter; werfen und dies schriftlich niederlegen. Er bleibt 8 Tage vom Cröffnungstermkn an gerechnet an sein Gebot gebunden. Zahlungstermin 1. Apcil 1922 an die Gemeindekaffe in Krofdorf. Der für die Gemeinden Salzböden und Wißmar laut Ausschreiben vom 2. Februar er. auf den 16. Februar er. festgesetzte Einreichungstermin wird bis zum 26. Februar er., mittags 12 Uhr, verlängert. Krofdorf (Kreis Wetzlar), 10. Februar 1922. Gießen, Berg.-Gladbach, den 18. Februar 1922. .......................—____|Q& Rosi Grünebaum Sigfried Isenberg Verlobte Gemeinde Krofdorf: Los 1 Distrikt Ub, 14a, 18a: 46 Stämme Eichen Ihre Vermählung geben bekannt Dr. Fred Agne und Frau Lisel geb. Bernbeck Lit v , w , x Nr. 66, 104, 115, 126, 239, 277 zu Nr. 13. 103, 246, 256, 258. 278, 289 ZU Nr. 88, 120, 124, 176, 337, 348» 352, 382, 418, 451, 535, 561, 623, 660 Nr. 14, 64, 143, 221, 370, 407, 423, 480, 505, 544, 546, 589, 680, 711, 736 Nr. 19, 21, 28, 54, 118, 214 Maskenk all Mein großer Zestsaal ist zur Abhaltung eines Maskenballes an geschlossene Geselischasten ober Vereine noch am Sonntag den 26. und zaftnachtüienLtag den 28. Zebr. zu vergeben. Distrikt 7c: 37 Stämme Fichten 2. Kl--48,27 Fstm. Gemeinde Kinzenbach: Bei de» am '---- . 1922 vorgenommenen DerlosungL» dar am 15. War 1922 Mr Rückzahlung kommenden Schuldver» b) vom 1897er Anlehen: 20, 44. 71, 141 zu 62, 69, 108 3» 60. 177, 184, 200, 203, 213, 711,730 819,853,891,911,926,1019 1081,1154,1174 1285,1300,1365,1366,1454, 1491 1596, 1643 1695 Holzsnbmisfton. Die Gemeinde Oppenrod verkauft im fchriftlichen Angebots nachverzeichnetes Holz. I. Elchenstämme: 1860 5. Kl. und 1350 6. Kl Oberkleen, den 17. Februar 1922. Reineck, Vorsteher. Die Angebote sind getrennt nach Losen, Sortiment und Klaffen pro Festmeter bis zum Mittwoch, den 22. Februar ds. Fs., nachmittags 2 Uhr, an unterzeichnete Bürgermeisterei einzureichen, wo alsdann die Eröffnung erfolgt. Die Gemeinde behält sich die Auswahl der Bieter sowie die Genehmigung im einzel- nen wie im ganzen vor. Nähere Bedingungen werden im Lröffnungstermin bekanntgegeben. Oppenrod, den 14. Februar 1922. 1554V Bürgermeisterei Oppenrod. Balser. Brennholzverkauf tn den GrSfL von Schtvermschen Waldungen bei Äordeck. Am DvnnerÄtag den 23. Februar, von mvr-> Los 1. „ 2. „ 3. furt a M. erfolgen Die Verzinsung hört am 15. Mai 1922 auf. Don den in früheren Jahren ausgelosten Schuldverfchreibungen find noch nicht zur Rückzahlung vorgelegt worden: Lit. Q Nr. 14 und 92, Lit T Nr. 30. Lit. U Nr. 274. Bahnhofstraße 34 l“*c « M Nutzholzversteigerung im Gemeindewald Reiskirchen b. Wetzlar am Montag, den 27. d. Mts. Zusammenkunft vormittags 10 Uhr am Waldausgang der Ehauffee Honigmühle - Reiskirchen. Difttikt 2Ihwald: Eichen-A-Stämme 1 St. 1. Kl. mit 4^2 Fstm., 9 51. 2. Kl. mit 15,57 Fstm., 22 St 3. Kl. mit 23,37 Fstm., 2 St 4. Kl. mit 1,02 Fstm. (gute astreine reife Ware). Distrikt Scheidt: Eichen-ö-Stämmc 1 St. 1. KL mit 1,47 Fstm., 2 St. 2. Kl. mit 2,17 Fstm., 12 St. 3. KI. mit 10,53 Fstm., 12 St. 4. Kl. mti 6,57 Fstm., 7 St 5. KL mit 3,10 Fstm. (altes reifes Holz). Distrikt Gerstling: Fichten 2 St 1. Klaffe mit 5L1 Fstnr., 14 St 2. Kl. mit 17,45 Fstm., 23 St 3. KL mit 17,54 Fstm., 37 St 4. Kl. mit 10,12 Fstm. Sammelhieb: Fichten 1 St. 2. Kl. mit 1,13 Fstm., 4 St 3. KL mit 2,57 Fstm., 53 St. 4. Kl. mit 10,76 Fstin, 96 Stangen 1. KL, 90 Stangen 2. KL, Lärchen 12 St 4. KL mit 2,78 Fstm 1695V Reiskirchen, den 17. Februar 1922. Lehnhardt, Gemeindevorsteher 341, 346 $n Nr. 66, 127, 178, 247, 255, 283, 313, 356, 419 ZU 1000 „ Z Nr. 3, 57, 110 zu 2000 „ Die Einlösung der Schuldverschreibungen kann ___der Stadtkaffe Gießen, bei der Mitteldeutschen Kreditbank und bei der Dresdner Dank zu Frank- Brennholzverkaus. Montag, den 27. d. Mts., von mittags 12 llhr ob, soll die nachgenannte Brennholzmenge aus den hiesigen Waldungen öffentlich meistbietend auf dem Gemeindehause hier versteigert werden: 129 Rm. Eichenscheit-Knüppel, wobei ausgesetztes Kiefernholz, 50 Rm. Eichen-Stockholz, 3070 Eichenwellen, meistenteils Durchforstung 1. Kl., 5 Rm. Duchenscheit-Knüpprl, 32 Rm. Stockholz und 3200 meistens Durchforstungswellen la-Kl., 6 Rm. Kiefernscheit, 230 Wellen, P/3 Rm. Birn- baumscheit und 70 Wellen, 3570 Weichholzwellen, 860 Fichtenstangen 4. Klaffe, tobt yniföeit Durchmesser von 35- 40 mm erhalten- fallt weg. Hierfür ist zu setzen: »Das Spülrohr zwischen Spülbehälter und Decken muß einen Durchmeffer von mindestens 30 mm erhalten. Der Abgangsstutzen des Spülbehälters zum Spülrohr muß den gleichen inneren Durchmeffer wie das Spülrohr selbst besitzen". Gießen, den 15. Februar 1922. 1699B Der Oberbürgermeister. 3.01: Kränzten. gens 9 Mr ab, werden folgende Holzarten Lauft: > Ab heute bis einscfil. Mittwoch: Das größte Kunstwerk der deutschen Film-Industrie ■ r. Der* müde Tod Ein deutsches Volksdrama in 6 Akten- In den Hauptrollen: > LU Dagsvar nnd Paal BlenWW M. von WlBtoreteln e. WUh. Dleselmana u- weitere 20 der erst, deutsch. Künstler. । 2. Ewiger Strom (Entsühnt am Strom der Ewigkeit) , Tragödie in 1 Vorspiel und 6 Akten. In den Hauptrollen: Harla Leihe and Weraer Kraus. Bei diesem fabelhaften Programm ist i es angebracht, sich rechtzeitig Plätze zu sichern. (1690c Bekanntmachung. NcLchtrcrg zu»Polizeioerordnung, die Entwäfferung von Grundstücken im Anschluß an d-e städt. Kanalisation m der vrovinzial'Hanptstadt Gießen bett., vom 1.August 1904- Auf Grund des Mrtifcds 2 und 32 des Geletzes nom 30. IV. 81, die allgenreine Bauordnung detteffeud, und der §§ 3,4, 6, 8 u. 9 der Verordnung d. 1.11. 82, die Ausführung der allgemeinen Bauordnung de« treffend, roirb nach Anhörung der Stadtverordneten- Versammlung unter Zustimmung des Kretsausschuffes unb mit Genehmigung des Heff. ^in(*£te"u<^L?^ Innern vom 25. November 1921 zu Nr. M. d. 3.28188 in Ergänzung obengenannter Pbözelverordnung bestimmt wie folgt: A. Allgemeine Vorschriften. Zusatz «83. Die Ableitung der Schmutzwasser ndch den Kanälen hat stets vom llrsprungsort aus Nutzholzverkauf. 3n dem BellnhSufer Intereffentemoald kommt folgendes Nutzholz auf dem Wege des schriftlichen Angebots zum Verkauf: 1. 3 Eichen-Schnittstämme, 5 - 7 m lg. unb 43 - 76 cm Durchm., mit 5,23 Fstm. 2. 109 Eichenabschnitte mit ca. 43,00 Fstm. 3. 119 Kiefernabschnitte mit ca. 28,00 Fstm. 4. 26 Fichtenabschnitte mit ca. 5,20 Fstm. 5. 63 Fichten-Derbstangen 1. Klaffe. Die Angebote sind nach Holzart getrennt zu halten und pro Fstm. bis zum 25. d. Mts., nachm. 2 Uhr, mit der Aufschrift .Holzverkauf" bei dem Unterzeichneten einzureichen, wo die Eröffnung der Angebote alsdann erfolgt. Die Derkaufsbedingungen können eingesehen werden. 1694V Bellnhausen, den 16. Februar 1922. , Der Waldvorstand: Löwe. Heute bla elnschl. Donnerstag: fcsuo j Furten All-Gießens Liebling, in ihrem neuesten Fllmschauspiel in 4 Akten Hintertreppe Ferner: Berti* Halle Sensationsschauspiel in 5 Akten. Ab Freitag den 24. Februar; öanioii -------- Europas größter Film. ja ^^^echnische Dorfchrtften. zu 8 19 Abs. 2. Die Verbindung von Bl«, röhren mit gußeisernen Leitungen kann bei Fort- laffen metallener Stutzen oder Flanschen auch durch direkte Einführung des Bleirohrs bis zur Muffen, tiefe erfolgen. Das einzuführeude Bleirohr ist als- Dann demRohrdnrchmeffer enrsprechend umzubordeln, die Muffe orduungsaemäß zu verstricken und mit Asphaltkitt auszugießen. Ersatz zu § 19 «bs. 4. Es bleibt Vorbehalten, 2lo- weichungen von den vom Verband deutscher Arch.« und Jngenieure-Dereine im Jahre 1903 aufgestellten Rohrnormalien zu treffen: bei allgemeiner Einführung anderer Rohmormalien und in besonders begründeten Ausnahmefällen. Zusatz ZU § 26 Ads. 2. Don Erweiterung einer 50 mm weiten Fallritung kann ausnahmsweise abgesehen werden, wenn durch andere vorhandene Falleitungen genügende Entlüftung gewährleistet ist. " * * 8 31 Abs. 1. Der Satz: „Das Spül- Spülbehälter und Becken muß einen Das Holz lagert im Distrikt Stöberte, ist gefällt mit der Rinde gemessen und kann vorher eingesehen werden; spatere Einwendungen werden nicht berücksichtigt. Die Angebote sind getrennt nach Sortiment und Klaffen, da keine Zusammenberechnung stattsindet, pro Festmeter bis zum Mittwoch, den 22. l. M., nachm. 2 Uhr, mit der Aufschrift „Holzsubmission" an die unterzeichnete Bürgermeisterei einzureichen, wo als; dann die Eröffnung erfolgt. Die Gemeinde behält sich die Genehmigung 5 Tage vor. 1624V Mbach, den 15. Februar 1922. Hessische Bürgermeisterei Albach. Arnold. Besitzer der Schuldverschreibungen gebracht, daß die Ebüösung der gezogenen Stücke bei der Stadtkasse Dietzen, bei der Mitteldeutschen Kreditbank in Frank, ftat a. M und Berlin und bei der Dresdner Band in Frankfurt a. M. und Berlin erfolgen kann, sowie daß die Verzinsung am 1. Mai 1922 aufhört. Don den in früheren Jahren aiisgeloften Schuldverschreibungen find noch nicht zvr Rückzahlung vorgelegt worden: Reihe III Nr. 24, 34, 82,141 und 301 zu 2000 Mk., Nr. 600 zu 1000 Mk., Nr. 997 zu 500 Mk., 1 Rm. EiHen-KnüHpel, 220 „ Ruchen-Dchett, 150 „ Ducken--Kwchyel, 68 „ Buchen-Stöcke, 1280 „ Buchen--Reis, 10 , Fichten-Autz knüppel, 5 „ Fichten-DrennknüppeL Holzsubmisfion. Aus den Waldungen der Gemeinde Lllbach Kommt folgendes Holz auf dem. Submissionswege zum Verkauf: " ' 8 Fichtenstämme 3. KL --- 13,94 Fstm. 2. 52 „ 4. „ = 60,65 „ 3. 90 „ 5a „ = 63,55 „ 4. 111 „ 5b . = 27,47 ,. 5. 275 Fichtenderbstangen 1. „ = 26,69 „ 6. 194 „ 2. „ = 4,02 „ Bet ber am 10. ds. Mts. vorgenommenen planmäßigen Verlosung ber am 1. Mai 1922 zur Rückzahlung kommenden Schuldverfchreibungen des TLtüehens ber Stadt Gießen vom Jahre 1903 wurden folgende Stücke zur Rückzahlung besttmmt: Reihe III Sir. 23,77,83,85,203,223,279,340 zu 2000 Mk. , 421,479, 596, 647,664, 677, Los 1 Distrikt „Drei blaue Enten": Stämme Fichten 2. Klaffe — 20,33 Fstm. Stämme Fichten 3» Klaffe — 40,52 Fstm. 104 Stämme Fichten 4. Klaffe ----- 31,67 Fstm. 72 Stangen Fichten 1. Klasse = 6,48 Fstm. 21 Stangen Fichten 2. Klaffe — 1,26 Fstm. Angebote, getrennt nach den Orten, Losen und Holzarten, erbitte ich bis 26. Februar er., mittags 12 Uhr, mit der Aufschrift „Holzverkauf" an meine Gießener Konzertverein SoDulag« 26. Februar 1922. nachm. 5 Uhr in der Aula der Univereltitt Achtes Konzert ----- =■5=0» Prof. La lizlelll« Em. Feoormann «*> aus Köln. PROGRAMM; Sonaten aus Beethoven, Reger und Brahms. Eintrittskarten: ML 9.—, 8.—, 6—, 4.— bei Ernst Challier und abends an der Kasse. Studenteukartea Mk. 4.— nur im Vorverkauf gegen Vorzeigung der Ausweiskarte beim Hausverwalter der Universität. ITllv □□□□□□□□ □□□;□□ □DDDDOCiatJD.aa □□□□□□ Donnerstag Sen 88. nnd Freitag den 34. Febmar. abends8 Uhr, finden im Johaaneseaa! (Joh.-Kirche) sn Gunsten der KletoklnderbewabrinsUUe» Wohltätigkeitskonzerte statt Ausführende: Eendelineai- u. Gallarranwel» „MeaeQiaia". Mitwirkende: Frau Mendelssohn- Bartholdy (Rezitationen), Herr Wigger (HarfeK. Karten für beide Abende (je M. 4.—) sind bei CbaUler zu haben. IWD aDDODDaDDDöooDaaaaDCMDaauCTaDöaao V°?§imoKS-8rot ist bestes Mittel gegen Zuckerkrankhett, Magens Darm-, diierenletden ufro. StetS frisch erhckltlich bet G. WalleuselS, Marktplatz 81, gegenüber der Engel'Avotheke. 1713A Eckstein Gold so Pfg. köstlich im Geschmack TorrCCO 100 Pfg. Tr&vteta iro Pfö. ; 53 \ (Ein Kräftiger Sonntagsjunge angenommen Siegmund Neustädter j und Frau Jenny geb. Adler Los 1. 1 Stück 2. Klaffe 0L3 Fstm. . 2. 6 „ 3. „ 5^9 „ „ 1 24 „ 4. , 17^6 „ „ 4. 2 „ 5. IX» w Ja-alt 3ir für Sol denLun Gi amiti dere. 3n| Kohlen nächstes Erfüllt S> j«r»' M bran, nilnW vhn Km L nicht gehen ft die Entente z & *u. Wer SegM W Dem W r d- Machende E „ G find, l tveröer auf zu oener for&erli Hungen Ar> nur do barte . Art! SÄ ♦'» g^'Stner 5 ÄS SW •*. Jfltf Sn,^nUt!ae